Dakshinamurti Samhita

Aus Yogawiki

Dakshinamurti Samhita (Sanskrit: दक्षिणामूर्तिसंहिता, Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā) ist eine tantrische Schrift der Shri-Vidya-Verehrung, in deren Mittelpunkt Tripura Sundari, die höchste Shakti, steht. Ihr spiritueller Horizont reicht von der Schönheit der göttlichen Mutter und der Fülle des Lebens bis zur Erkenntnis des ungeteilten Bewusstseins. Mantra, Yantra, Puja, Nyasa und Mudra gehören dabei zusammen: Klang, Gestalt, Körper und Aufmerksamkeit werden in die Verehrung einbezogen.

Zur Ausgabe: Einführung und deutsche Übersetzung · Sanskrit IAST · Sanskrit Devanagari · Verse und Mantras

Dakshinamurti, Shiva als Lehrer. In der Samhita steht dieser Name im Zusammenhang mit tantrischer Mantraüberlieferung.

Ein Atemzug, eine bewusst dargebrachte Blume, ein Augenblick stiller Gegenwart: Von solchen einfachen Erfahrungen aus lässt sich eine innere Frage dieses vielgestaltigen Werkes erschließen. Wie kann das ganze Leben zur Begegnung mit dem Göttlichen werden? Die Samhita führt diese Frage in die Welt der Mantras, Göttinnen und heiligen Diagramme. Ihr spiritueller Reichtum liegt darin, dass sie die äußere Verehrung immer wieder mit dem Erkennen der eigenen tiefsten Wirklichkeit verbindet.

Die Ajapa-Lehre beschreibt den Atem als Träger eines bereits gegenwärtigen Mantras, das durch Erkenntnis bewusst wird. Die Lehre von Turīya öffnet den Blick über Wachen, Traum und Tiefschlaf hinaus. Im Zentrum des Shri Chakra wird die Göttin als Bewusstsein und Brahman verehrt. Hingabe und Erkenntnis begegnen sich dabei: Die göttliche Mutter wird liebevoll verehrt und zugleich als das eigene tiefste Selbst betrachtet.

Für Menschen, die Yoga und Meditation üben, eröffnet das Werk Wege zu Sammlung, Dankbarkeit und einem ehrfürchtigen Umgang mit dem Körper. Zum Einstieg eignen sich besonders die Ajapa-Lehre in Patala 7, die Bewusstseinslehre in Patala 25 und die Meditation über Tripura in Patala 28. Die 108 ausgewählten Textstellen führen durch diese Themen. Die besonderen Ritualverfahren stehen dabei in ihrem überlieferten Zusammenhang mit Guru und Einweihung; die geistige Auseinandersetzung mit ihnen kann schon beim aufmerksamen Lesen beginnen.

Titel, Textgattung und tantrischer Zusammenhang

Samhita bedeutet Sammlung beziehungsweise Zusammenstellung. Hier bezeichnet das Wort eine Sammlung tantrischer Lehren, überwiegend als Gespräch zwischen der Göttin und dem Herrn gestaltet. Der lehrende Sprecher heißt im Text meist Ishvara; die Göttin fragt nach dem Wesen der höchsten Wirklichkeit und nach ihrer Verehrung.

Dakshinamurti ist ein Lehrer-Aspekt Shivas. Der Titel stellt die Sammlung in seinen Namen. Einen konkreten textlichen Anhaltspunkt bietet Patala 9.4: Dort wird Dakshinamurti als Seher einer dreilautigen Vidya genannt; auch im Parijateshvari-Abschnitt des Patala 16 erscheint er als Mantra-Seher. Damit ist sein Name in der tantrischen Überlieferungsautorität des Werkes verankert. Eine ausführliche Entstehungsgeschichte, die den Titel abschließend erklärt, lässt sich daraus nicht ableiten. Ebenso wenig folgt daraus die Identität mit dem Dakshinamurti-Stotra oder eine ausschließlich vedantische Ausrichtung.

Die ausgeprägte Verehrung Tripuras, die Vidya-Systeme, die Nitya-Göttinnen, das Shri Chakra und die Einweihungsordnung kennzeichnen einen Shakta-tantrischen Zusammenhang. Shiva und Shakti werden dabei nicht als voneinander unabhängige letzte Wirklichkeiten entfaltet. Vielmehr wird das Göttliche in der Einheit von Bewusstsein, schöpferischer Kraft und offenbarender Rede betrachtet. Philosophische Nähe zu nichtdualistischen Lehren ist vergleichend zu besprechen; sie hebt die Besonderheiten dieser Ritualtradition nicht auf.

Aufbau der Dakshinamurti Samhita

Der Text entfaltet zunächst mehrere miteinander verbundene Gruppen von Vidyas. Dazu gehören die fünf Schätze, fünf Throne, Wunschranken und Juwelen. Die Zahl fünf umfasst wiederholt Shri Vidya und vier weitere Formen; sie bezeichnet nicht an jeder Stelle dieselbe Fünfergruppe. Im weiteren Verlauf werden einzelne Göttinnen, das Shri Chakra und ausführliche Ritualordnungen entfaltet.

Textbereich Inhalt und Zusammenhang
Patalas 1–4 Tripura als umfassende Wirklichkeit; Lakshmi-, Mahalakshmi-, Trishakti- und Samrajya-Verehrung. Lebensfülle und herrscherliche Vollmacht gehören zum religiösen Horizont.
Patalas 5–8 Die fünf Schätze: Shri Vidya, höchstes Licht, ungeteilte Gottheit, Ajapa und Matrika. Hier werden Erkenntnis, Atem, Laut und Körper besonders eng verbunden.
Patalas 9–15 Thron-Vidyas, vier Richtungsüberlieferungen und das Ishana-Antlitz; Tripura, Lalita, Kameshvari, Raktanetra, Sanjivini und verschiedene Bhairavi- und Sundari-Gestalten.
Patalas 16–18 Die Wunschranken-Gruppe sowie die Juwelen-Vidyas, darunter Annapurna und Matangi. Sprache, Nahrung, Gnade und ritualisierte Wunscherfüllung stehen nebeneinander.
Patalas 19a–21 Bhuvaneshvari-Yantras und Panchami-Rituale; komplexe Diagramme und Anwendungen. Zwei aufeinanderfolgende Kapitel tragen die Nummer 19.
Patalas 22a–22b und Anfang von 25 Vier Überlieferungen, Nitya-Göttinnen und die Lehre von Bewusstseinszuständen und Turīya. Die Nitya-Darstellung trägt nochmals die Nummer 22; die anschließende Bewusstseinslehre besitzt einen eigenen Zwischenabschluss.
Patalas 25–29 Vorbereitung der Puja, Shri-Vidya-Mantras, Nyasa, Mudra, Meditation, Guru-Reihen und Verehrung der Hüllen des Shri Chakra.
Patalas 30a–33 Opfergaben, Japa, Homa, besondere Mantraanwendungen, Diksha, Duti-Verehrung und anlassgebundene Rituale einschließlich Damanaka-Darbringung. Zwei Abschnitte enden mit der Nummer 30.

Die Bezeichnungen 19a/19b, 22a/22b und 30a/30b unterscheiden doppelte Kapitelnummern der Überlieferung. Die Fassung endet mit Patala 33, besitzt aber keine ungestörte Folge von 33 eindeutig abgegrenzten Kapiteln. Die Nummern 23 und 24 werden deshalb nicht stillschweigend nachgetragen.

Ajapa, Hamsa und der Atem

Soham: Der Atem kann zum Anlass stiller Selbstbesinnung werden.

Patala 7 eröffnet einen besonders unmittelbaren Zugang zum Werk: Der Mensch wiederholt das Hamsa-Mantra bereits mit seinem Atem, erkennt dies jedoch zunächst nicht. Die Verse 7.2–3 unterscheiden ausdrücklich zwischen diesem unbewussten Geschehen und seiner Erkenntnis durch Guru-Gnade. Der Atem allein ist daher keine mechanische Garantie von Moksha. Entscheidend ist das erwachende Verstehen.

Haṃsa bezeichnet zugleich den Schwan und das aus Ham und Sa verstandene Atemmantra. Die Formel So’ham bedeutet „Ich bin Das“ und weist in dieser Verwendung auf die Beziehung zum höchsten Selbst. Der Text führt Hamsa, Soham und den Pranava zusammen und beschreibt den höchsten Hamsa als alldurchdringend und leuchtend (7.20; 7.28–31). Seine Bildgestalt verbindet Shiva und Shakti, Feuer und Mond sowie die beiden Offenbarungsbezeichnungen Nigama und Agama.

Die Zahl von 21.600 Wiederholungen je Tag und Nacht gehört zur traditionellen Atem- und Zeitrechnung des Textes (7.5–6; 7.33). Sie ist keine Aufforderung, die eigene Atmung auf eine bestimmte Frequenz einzustellen. In der rituellen Ausgestaltung werden diese Wiederholungen Gottheiten und inneren Zentren dargebracht. Die dabei überlieferte Zahlenverteilung ist stellenweise unklar; sie wird nicht durch eine vertraute Standardfassung ersetzt.

Für heutige allgemein zugängliche Meditation lässt sich davon eine einfache Anregung unterscheiden: den natürlichen Atem ruhig wahrnehmen und, wenn hilfreich, ohne Anstrengung innerlich „So“ beim Einatmen und „Ham“ beim Ausatmen begleiten. Diese heute verbreitete Zuordnung wird hier nicht als wörtliche Anweisung des Patala ausgegeben. Der Text beschreibt daneben spezielle Nyasas und Atemregelung mit Anhalten. Diese gehören in ihren eigenen Überlieferungs- und Anleitungskontext.

Als heutige Besinnung lässt sich aus dieser Lehre mitnehmen: Der Zugang zur Sammlung beginnt beim gegenwärtigen Atem. Man darf für einen Moment wahrnehmen, wie das Leben sich im Ein- und Ausatmen zeigt. Diese schlichte Aufmerksamkeit kann Dankbarkeit wecken und den Geist für die tiefere Frage des Textes öffnen: Was bedeutet es, das Atemmantra wirklich zu erkennen?

Bewusstseinszustände und Turiya

Die Bewusstseinslehre steht nach den Nitya-Beschreibungen im Textblock, der mit Patala 25 schließt. Ihre eigene Verszählung wird hier als 25, Bewusstseinslehre bezeichnet. Sie verbindet Wachen, Traum und Tiefschlaf mit Sattva, Rajas und Tamas. Diese Zuordnungen sollen nicht als moderne psychologische oder medizinische Klassifikation verstanden werden; sie dienen einer tantrischen Deutung der Kräfte des Erlebens.

Turīya, „das Vierte“, wird als jenseits der Gunas beschrieben. Die Verse 7–10 verbinden es mit einem bloßen Aufleuchten, das nicht in die Gegensätze von Sein und Nichtsein eingeschlossen ist. Der Text nennt konkrete geistige Voraussetzungen: Loslösung, Sehnsucht nach Befreiung, geistige Ruhe und die Unterscheidung des Wirklichen vom Unwirklichen. Damit wird Turīya nicht als beliebiger außergewöhnlicher Zustand verstanden, sondern in einen Weg innerer Klärung gestellt.

Das Bild der Reifung führt zur „siebzehnten Kala“: Wie eine Frucht beim Reifen süß wird, so vollendet sich die zuvor beschriebene Entfaltung (Verse 10–11). Ausgesprochene Mantras werden als Bezeichnendes unterschieden von jener Wirklichkeit, die ohne Aussprache im Geist betrachtet wird (12–13). Klang wird dadurch nicht entwertet. Er eröffnet eine Beziehung zu einer Wirklichkeit, die sich nicht in ausgesprochenen Lauten erschöpft.

Ein Vergleich mit der Mandukya Upanishad und dem Vedanta ist anregend, weil auch dort die drei Erfahrungszustände und das Vierte eine wichtige Rolle spielen. Die Samhita verbindet diese Betrachtung jedoch mit Tripura, den Kalas und der Shri Vidya. Ihre eigene tantrische Deutung darf nicht durch eine vorausgesetzte Systemgleichheit ersetzt werden. Auch Dhyana und Samadhi sind hilfreiche Vergleichsbegriffe, keine pauschalen Übersetzungen jeder Aussage über Turīya.

Shiva, Shakti und Tripura

Bereits 1.6 nennt Tripura jene Wirklichkeit, die alles umfasst. Patala 5 entfaltet Schöpfung, Erhaltung und Auflösung anhand dreier Bindus und der Kräfte Vama, Jyeshtha und Raudri. Patala 26.2–7 beschreibt die Göttin als raumgleich, bewusstseinsförmig und welttragend: Sie ist Bindu, sie ist Nada, und sie liegt zugleich jenseits dessen, was begriffliches Ergründen erfassen kann.

Bindu bezeichnet in diesen Zusammenhängen den Punkt und eine konzentrierte Laut- oder Schöpfungspotenz; Nada den Klang beziehungsweise die subtile Klangentfaltung. Die Begriffe wechseln ihren genauen Bezug zwischen Mantralehre, Diagramm und Meditation. Sie sind daher nicht überall auf eine einzige moderne Erklärung festzulegen.

Patala 28.24 verbindet das Entstehen der Welt mit dem Willen der Göttin und ihre Auflösung mit der Rückkehr in sie. Der Meditierende soll sie als sein eigenes Selbst betrachten. Darin liegt eine starke innere Perspektive: Das Göttliche ist nicht nur ein fernes Gegenüber. Seine Verehrung kann zur Frage werden, aus welchem Bewusstsein Wahrnehmung, Denken und Handeln hervorgehen. Dies ist eine spirituelle Lesart, die sich unmittelbar an die genannte Textstelle anschließt; sie macht die äußere Göttinnenverehrung nicht überflüssig.

Shri Chakra in der Dakshinamurti Samhita

Das Shri Chakra verbindet geometrische Ordnung, Mantra und Gottheitenverehrung. Im Abschnitt über die Puja-Vorbereitung werden unter anderem Bindu, Dreieck, acht und zweimal zehn Ecken, vierzehn Ecken, acht und sechzehn Lotusblätter sowie die äußere Begrenzung genannt. Patala 29 ordnet die äußeren Bereiche der Schöpfung, die mittleren der Erhaltung und die inneren der Auflösung zu. Die Bewegung zum Zentrum wird so in eine kosmologische Ordnung eingebettet.

Die einzelnen Hüllen, Avaranas, sind von verschiedenen Yogini-Gruppen erfüllt: offenbaren, verborgenen, noch verborgeneren, zur Überlieferung gehörigen und geheimen Kräften. Hinzu kommen die Chakreshvaris, die jeweiligen Herrinnen der Chakras. Die Namen der Kräfte benennen Anziehung, Schutz, Erkenntnis, Erfüllung und Freude, aber auch Beherrschung und Erschütterung. Der Text ist deshalb umfassender und ambivalenter als eine ausschließlich beruhigende Meditationsdarstellung.

Besonders wichtig ist die Verbindung mit dem Guru-Mandala (Patala 28). Die Göttinnenordnung wird nicht als autonomes, von Überlieferung unabhängiges System behandelt. Die Verehrung der Lehrer gehört zu ihrer Erschließung. Am innersten Punkt wird Mahatripurasundari als bewusstseinsförmig und als Brahman verehrt (29.71–72). Geistige und sichtbare Gaben werden ausdrücklich nebeneinandergestellt (29.73).

Für das Studium kann das Yantra somit als geordnete Darstellung des Zusammenhangs von Welt und Bewusstsein betrachtet werden. Die Bezeichnung „Bewusstseinslandkarte“ ist dabei eine heutige Erklärungshilfe, kein wörtlicher Ausdruck der Samhita. Die komplexe Puja setzt genaue Kenntnis von Mantras, Zuordnungen und Überlieferung voraus.

Guru, Überlieferung und Einweihung

Guru-Gnade steht bereits in der Ajapa-Lehre im Mittelpunkt (7.3; 7.[8]). Im Mantra-Kapitel wird mehrfach auf die Unterweisung durch den Mund des Guru verwiesen (26.58; 26.75–76). Patala 28 entfaltet göttliche, vollendete und menschliche Lehrerreihen und warnt davor, die eigene Einbindung aus bloßem Wissensstolz zu vernachlässigen.

Diksha erscheint in Patala 32 als Übertragung innerhalb einer konkreten Ritualordnung. Die Vorschriften betreffen unter anderem Diagramm, Gefäß, Namensgebung, Guru-Verbindung, Mantraunterweisung und Besprengung. Die Einweihung wird mit der Beseitigung von Unwissenheit und der Befähigung zur Mantrapraxis verbunden. Der scharfe Schlussvers richtet sich gegen die eigenmächtige Ausführung allein aufgrund schriftlicher Kenntnis.

Daraus folgt nicht, dass ein Leser ohne Einweihung keine geistige Anregung aus dem Werk empfangen dürfte. Zu unterscheiden sind das offene Studium, allgemein zugängliche Hingabe und Meditation sowie die besonderen Mantra-, Yantra- und Ritualverfahren. Die ersten können die eigene Reife fördern; für die letzteren verlangt das Werk selbst eine Überlieferungsbeziehung. Achtung vor dem Guru bedeutet dabei nicht, das eigene ethische Urteilsvermögen aufzugeben.

Vom äußeren Ritual zur inneren Verehrung

In der Puja werden Aufmerksamkeit, Sprache, Körper und Gaben gemeinsam ausgerichtet. Duft und Licht werden nicht beiläufig beigefügt: Patala 9 überliefert eigene Darbringungsformeln. Besonders die Lichtformel spricht zugleich vom äußeren und inneren Licht (9.56). Am Ende wird die verehrte Göttin wieder mit dem eigenen Selbst verbunden (9.80).

Nyasa bedeutet in diesem Zusammenhang die rituelle Auflegung von Lauten, Gottheiten und Kräften auf den Körper. Die Matrika-Lehre beschreibt den Körper als Gestalt der Laute (8.15–19). Mudra ergänzt diese Vergegenwärtigung durch geordnete Handgesten. Der Mensch tritt nicht nur denkend, sondern leiblich in die Verehrung ein.

Homa ist ein wirkliches Feueropfer innerhalb der Ritualordnung. Zugleich kennt das Werk eine ausdrücklich innere Opferdeutung: In 5.13 werden die Matrika-Laute als Opfergaben im Feuer der Erkenntnis dargebracht. Die beiden Ebenen stehen nebeneinander. Es wäre eine Verkürzung, alle äußeren Rituale zu „bloßen Symbolen“ zu erklären oder umgekehrt die innere Dimension auf Ritualtechnik zu reduzieren.

Die Bewegung zur inneren Verehrung ist keine durchgehend lineare Abschaffung äußerer Formen. Vielmehr durchdringen innere Meditation und äußere Darbringung einander. Gerade darin liegt eine Brücke für heutige Aspiranten: Eine schlichte bewusste Gabe kann Hingabe ausdrücken; tiefere Kontemplation kann zeigen, dass Verehrer, Verehrung und göttliche Gegenwart nicht vollständig voneinander getrennt zu denken sind.

Zur Lektüre besonderer Ritualabschnitte

Das Werk beschreibt neben Verehrung und Befreiung auch Beeinflussung, Lähmung, Vertreibung und Schädigung sowie sexualisierte initiatorische Rituale. Diese historischen Aussagen sind weder allgemeine Handlungsempfehlungen noch allein aufgrund ihrer religiösen Formulierung ethisch gerechtfertigt. Medizinisch klingende Wirkungsversprechen sind Aussagen der Überlieferung, keine geprüften Behandlungsangaben. Die Übersetzung bewahrt den jeweiligen Sinn, ohne die Praktiken nachträglich in harmlose Allegorien umzudeuten.

Deutsche Übersetzung der Dakshinamurti Samhita

Die überlieferte Zählung wird beibehalten. Eckige Klammern kennzeichnen erläuternde Ergänzungen oder fehlende Verszahlen. Wo ein Vers über mehrere nummerierte Einheiten reicht, bleibt der Zusammenhang erkennbar. Unsichere Textstellen werden vor Ort benannt.

Patala 1

Tripura und die Verehrung der einsilbigen Lakshmi-Vidya

Eingangsverehrung: Verehrung dem ehrwürdigen Ganesha.

1.1 Ich verehre das Herz des erhabenen Schatzes der Shri, dessen Wesen die fünf Throne sind, die Frucht der Wunschranken, dessen Kräfte in den fünf Juwelen aufleuchten.

1.2 Um Glückseligkeit zu erlangen, verehre ich die Stätte des höchsten Brahman: Sie erfreut die vier Heiligtümer, birgt die vier Überlieferungslinien und ist von ewiger Freude erfüllt.

1.[3; unnummeriert] Die Göttin sprach: Erweise mir deine Gnade, großer Gott, du in Glückseligkeit Schöner! Erkläre mir jene Stätte, deren Wesen Brahman ist; ich möchte sie wahrhaft verstehen.

1.4 Wie ist sie mit Shri verbunden, o Gott? Wie ist sie das Herz ihres Schatzes? Wie wird sie auf fünf Thronen verehrt, und wie besteht sie aus Wunschranken?

1.5 Wie besteht sie aus Juwelen, wie aus Heiligtümern? Wie wird sie durch die Überlieferungen verehrt, und wie ist ihr Wesen das der Nityas, o Herr? [Die Lesung für „Überlieferungen“ ist gestört.]

1.6 Der Herr sprach: Diese Wirklichkeit, die alles in sich umfasst, ist Tripura, die höchste Herrin. Von vier Lakshmi-Gestalten verehrt, ist sie die erhabenste Wunscherfüllerin.

1.7 Shri Vidya, Lakshmi, Mahalakshmi, Trishakti und Sarvasamrajyalakshmi werden als die fünf genannt.

1.8 Das auf das Feuer gesetzte, mit dem langen „Auge“ verbundene und aus Bindu und Nada bestehende Bija wird Lakshmi-Mantra genannt. [Der erste verschlüsselte Lautname ist unsicher; eine Silbenfolge wird hier nicht ergänzt.]

1.9 Bhrigu ist der Seher, Nivrit das Versmaß und Shri die Gottheit, Geliebte. Bija und Shakti werden bezeichnet; der R-Laut heißt der Verschluss. [Der Wortlaut der beiden ersten Zuordnungen ist beschädigt.]

1.10 Verehre die Vidya mit dem zweiten, vierten, sechsten, dem Sonnen- und dem Indra-Laut sowie der Mondkraft, o Schöne. [Verschlüsselte Lautangaben.]

1.11 Der Mantraübende lege die sechs Glieder an: Herz, Kopf, Haarschopf, Panzer, Augen und Waffe; dabei folgen die Anrufungsabschlüsse in ihrer Ordnung.

1.12 Die entsprechenden Opfer-, Schutz- und Waffenrufe werden beim Auflegen gesprochen. Zeichne ein achtblättriges Yantra und außen die Erdumgrenzung.

1.13 Lege eine Blume in die Mitte und verehre die Kräfte des Sitzes: Vibhuti, Uttati [Lesung unsicher], Kanti, Srishti, Kirti und Santati,

1.14 ferner Vyushti, Utkrishti und Riddhi, in den acht Richtungen und der Mitte. In der Mitte verehre den aus allen Kräften bestehenden Thron, Geliebte.

1.15 Meditiere dann über die schöne Shri, vor der sich alle Götter verneigen, glänzend wie Gold und mit himmlischen Juwelen geschmückt. [Das Gold-Epitheton ist orthographisch gestört.]

1.16 Zwei weiß leuchtende Elefanten übergießen sie immer wieder mit Unsterblichkeitsnektar, auch mit einem Strom von Perlen und Juwelen, Geliebte.

1.17 Ihre Krone ist mit vielen Edelsteinen besetzt; sie trägt reines feines Gewand. Der Weise vergegenwärtige sich die Lotusäugige im Herzen, wo auch Padmanabha ihrer gedenkt. [Die Satzverbindung ist nicht eindeutig.]

1.18 Nach dieser Meditation verehre stets die vierarmige, dreiäugige Göttin: Sie hält zwei Lotusblüten und zeigt die Gesten des Gewährens und der Furchtlosigkeit.

1.19 Zeige nacheinander die Gesten der Einladung und die übrigen Mudras. Senkt man die erhobenen zusammengelegten Hände, entsteht die Einladungsmudra.

1.20 Umgekehrt wird daraus die Aufstellungsmudra. Zwei Fäuste mit erhobenen Daumen bilden die Geste des Herbeiführens der Gegenwart.

1.21 Mit in die Fäuste eingeschlossenen Daumen entsteht die Geste des Festhaltens. Durch kreisende Bewegung der Zeigefinger wird die vollständige Vergegenwärtigung vollzogen.

1.22 Forme die zusammengelegten Hände wie bei einer Ehrengabe: Das ist die Erhebung in den höchsten Zustand. Dann wende die Hände; Zeigefinger und kleine Finger

1.23 werden mit den Mittel- und Ringfingern der jeweils anderen Hand verbunden. Diese kuhgestaltige Mudra bewirkt die Verwandlung in Nektar, Göttin.

1.24 Nachdem diese allgemeinen Mudras gezeigt wurden, verehre die Göttin sorgfältig mit Duft, Blumen und weiteren Gaben zur Erfüllung aller Wünsche.

1.25 Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen. [Es folgen die Namen:] Chalaka, Vimala, Kamala und Namalika,

1.26 Vibhishika, Malika, Shankari und Sumalika. Verehre sie von vorn beginnend im Uhrzeigersinn. [Einzelne Namen sind unsicher.]

1.[27; unnummeriert] Verehre in der Erdumgrenzung der Reihe nach die Welthüter Indra, Agni, Yama, Nirriti, Varuna, Anila, Kubera und Ishana.

1.28 Brahma und Vishnu, die Weltherren, verehre der Reihe nach oben und unten. Wiederhole den Mantra zwölfmal hunderttausendmal und opfere ein Zehntel davon ins Feuer.

1.29 Das Feueropfer erfolgt mit Lotusblüten, die mit den drei süßen Substanzen vermischt sind. So vollzieht man die vorbereitende Mantradisziplin. Der auf diese Weise vollendete Mantra verleiht umfassende Herrschaft.

Kolophon: Hier endet in der ehrwürdigen Dakshinamurti Samhita der erste Patala, die Vorschrift zur Verehrung der einsilbigen Lakshmi.

Patala 2

Das Herz der Mahalakshmi

2.1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich, große Herrin, das erhabene Herz der Lakshmi. Schon durch dessen Erkenntnis fliehen große Bedrängnisse.

2.2 Zuerst spreche man den Pranava, dann den als Hrim bezeichneten Laut. Es folgt die Einfassung durch Shri, dann „Kamale“ sowie die mit Brahma und Sonne bezeichneten Laute. [Der Wortlaut ist gestört.]

2.3 Den zwischen den bezeichneten Lauten stehenden Erdlaut verbinde man an der Stelle Rudras. Zuvor steht zweimal die Bitte „Sei gnädig“, eingeschlossen von den zuvor genannten Bijas. [Die Lautverschlüsselung lässt sich hier nicht sicher auflösen.]

2.4 Dieser achtundzwanziglautige Mantra ist das Herz der Mahalakshmi. Sein Seher ist Daksha Prajapati;

2.5 sein Versmaß ist Gayatri, seine Gottheit heißt Lakshmis Herz. Der zweite und der dritte Bestandteil sind der Reihe nach Bija und Shakti.

2.6 Der Pranava ist der Verschluss, Göttin. Danach lege der gesammelte Mantraübende die Glieder wie zuvor an.

2.7 Meditiere über die Höchste, die zwei goldene Lotusblüten und einen glänzenden Spiegel hält. [Die Beschreibung weiterer Gegenstände am Versanfang ist beschädigt.]

2.8 Sie ist vierarmig; ihre juwelenbesetzten Fußreifen funkeln, ihre Krone leuchtet. Hals-, Arm- und Brustschmuck, Glöckchen und Edelsteinohrringe zieren sie.

2.9 Sie sitzt auf einem Lotussitz, stets von Botinnen umgeben. Gewand und Salbung sind weiß; ihr Antlitz ist von höchster göttlicher Schönheit.

2.10 Nach dieser Meditation verehre die Göttin im vorher beschriebenen Yantra und nach derselben Ordnung. Zunächst verehre wie zuvor ihre Glieder, höchste Herrin.

2.11 Bharati, Parvati, Chandi und Shachi verehre in den Hauptrichtungen. Shridhara, Hrishikesha, Vaikuntha und Vishvarupadhrit

2.12 verehre in den Zwischenrichtungen, um alle Vollendungen zu erreichen. Anuraga, Visamvada, Vijaya, Vallabha, Mada,

2.13 Harsha, Bala und Tejasvin verehre von vorn beginnend. Nach Indra und den übrigen verehre der Einsichtige erneut die Göttin.

2.14 Der Übende wiederhole den Mantra unter Einhaltung der Disziplin dreihunderttausendmal. Wer Wohlstand begehrt, bringe ein Zehntel davon mit Lotusblüten als Feueropfer dar.

2.15 Große Elefanten und Pferde werden seinem Haus zuteil; der Übende wird mit Gold, Juwelen und Schmuck ausgestattet sein.

Kolophon: Hier endet der zweite Patala, die Vorschrift zur Verehrung der Mahalakshmi.

Patala 3

Trishakti-Lakshmi

3.1 Der Herr sprach: Ich verkünde die Verehrung der drei Kräfte, die den Menschen alle Vollendungen verleiht. Schreibe das Shri-Bija, das Para-Bija und das Kama-Bija.

3.2 Das ist Trishakti, Herrin der Götter, schwer zu erlangen in den drei Welten. Brahma ist ihr Seher und Gayatri ihr Versmaß, Geliebte.

3.3 Trishakti ist die Gottheit. Ihre Glieder seien durch zweimalige Wiederholung verehrt, Geliebte. Zum Wohl der Übenden erkläre ich nun das Yantra.

3.4 Der Einsichtige zeichne zuerst ein Sechseck und schreibe in dessen Mitte [die Vidya]; mit wiederholter Setzung verehre er sie nacheinander in den Ecken.

3.5 Außen zeichne er acht Blätter, geschmückt mit den langen Vokalen, sowie ein Quadrat mit vier Toren. [Das abschließende Verb ist abgebrochen.]

3.6 Rufe in der Mitte die Göttin an und meditiere über die Spenderin aller Fülle: in einer Halle mit einem Boden, der wie frisches Gold glänzt, und mit Juwelenmosaik,

3.7 inmitten eines großen Wunschbaumwaldes, auf einem vorzüglichen Juwelenthron, herrlich auf dem Lotussitz, mit edelsteinbesetzten Fußreifen,

3.8 mit einer strahlenden Juwelenkrone und Edelsteinohrringen, geschmückt mit vielfältigem Schmuck aus unzähligen Juwelen,

3.9 sechsarmig, mondgesichtig, zwei Lotusblüten, Schlinge, Stachelstock, Bogen und Pfeile tragend, von Botinnen umgeben,

3.10 die schöne Wedel, Juwelenspiegel, goldene Betelschalen und Schmuckkästchen in den Händen halten.

3.11 Die wie erhitztes Gold Leuchtende verehre im zuvor beschriebenen Mandala. Nach den Verehrungsgaben folge die Hülle ihrer Glieder.

3.12 Wie zuvor, höchste Herrin, verehre anschließend ihr Gefolge: Lakshmi und Hari, Girija und Shiva, Rati und den Liebesgott.

3.13 Beginne mit der vorderen Ecke. Zu beiden Seiten des Sechsecks verehre die Schätze Shankha und Padma, auf den acht Blättern die Mütter:

3.14 Brahmi, Maheshvari, Kaumari, Vaishnavi, Varahi, Mahendri und als siebte Chamunda.

3.15 Die große Göttin Mahalakshmi [ist die achte]. Verehre sie von vorn beginnend. Indra und die übrigen werden in weiblichen Gestalten verehrt,

3.16 in der Fülle aufblühender Jugend, eifrig der Göttinnenverehrung hingegeben. Der Mantraübende wiederhole den Mantra dreihunderttausendmal, diszipliniert und mit beherrschten Sinnen.

3.17 Ein Zehntel davon opfere der Einsichtige mit Kimshuka-Blüten ins Feuer, Herrin der Götter. Auf diese Weise erfüllt er die vorbereitende Mantradisziplin, Geliebte.

Kolophon: Hier endet der dritte Patala, die Vorschrift zur Verehrung der Trishakti-Lakshmi.

Patala 4

Die Vidya umfassender Herrschaft

4.1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich, große Göttin, die Gottheit umfassender Herrschaft. Durch ihre Verehrung wurde Vishnu selbst zum Gemahl der Lakshmi.

4.2 [Eine teilweise gestörte Folge verschlüsselter Lautnamen bezeichnet die Bildung der Vidya:] Mond, Erde, Feuer und das lange Auge werden mit der Herrin der Lautgruppe verbunden. Diese Vidya gehört zu Vishnu, Geliebte.

4.3 Man fasse sie in das Shri-Bija ein; sie gewährt umfassende Herrschaft. Hari ist ihr Seher, Gayatri das anerkannte Versmaß.

4.4 Die Gottheit ist Mohini-Lakshmi, Spenderin großer Herrschaft. Die Lautgruppe heißt Bija; das Shri-Bija wird als Shakti bezeichnet.

4.5 Teile sie durch die sechs zuerst genannten Vokale und lege die sechs Glieder an. Meditiere über die mit allen Juwelen Geschmückte, die wie eine Atasi-Blüte leuchtet.

4.6 Sie hält Muschel, Diskus, Keule, Lotus, Sharnga-Bogen und Pfeil in ihren Händen; zwei Hände zeigen Gewähren und Furchtlosigkeit. [Die zusätzliche Waffenlesung ist gestört.]

4.7 Über diese Achtarmige meditierend, wiederhole der Weise den Mantra zwölfmal hunderttausendmal. Ein Zehntel opfere er mit Lotusblüten ins Feuer, um Herrschaft zu erlangen.

4.8 Er halte seine Sinne in Zucht und befolge die Vorschrift. Höre die Herstellung des Yantras: Zunächst zeichne ein Dreieck, dann die achtteilige Figur und die Erdumgrenzung.

4.9 Zeichne dieses prächtige Yantra mit vier Toren. Darin rufe die Göttin an und verehre sie mit den gebührenden Gaben.

4.10 Wie zuvor verehre die Hülle der sechs Glieder, höchste Herrin. Gayatri, Savitri und Sarasvati stehen vorn.

4.11 Verehre sie nacheinander, Göttin, und Brahmi und die übrigen mit den jeweiligen Vokalen. Auf den acht Blättern und in der Erdumgrenzung erfolgt die Verehrung mit der jeweiligen Äußerung.

4.12 Schreibe die Verehrung an die achtzehn großen Zehnmillionenschaften der Yoginis. Mit diesem Mantra verehre anschließend Indra und die übrigen.

4.13 Verehre die Göttin erneut mit Duft, Blumen und ungebrochenem Reis. Bringe Batuka, den Feldhütern und den Yoginis eine Opfergabe dar.

Kolophon: Hier endet der vierte Patala, die Verehrung der Samrajya-Vidya.

Shri Yantra als Bild der Verehrung.

Patala 5

Das höchste Licht und das Selbst

5.1 Der Herr sprach: Höre nun, Parvati, von den vier [weiteren] Vidyas des Shri-Schatzes. Schon durch ihre Erkenntnis gibt es keine Wiedergeburt mehr.

5.2 Shri Vidya, höchstes Licht, höchste ungeteilte Gottheit, Ajapa und Matrika heißen die fünf Schätze.

5.3 Zuerst spreche den Pranava, schreibe dann Maya und das Wort Hamsa; darauf folgt Soham und der abschließende Ruf, Göttin. Diese [Vidya] wird als achtlautig bezeichnet.

5.4 Der Pranava ist als Bewusstseinskraft zu erkennen; durch Maya besitzt sie die Gestalt des Raumes. Im Wort Hamsa ist sie unmittelbar das Wesen des Selbst, Herrin der Götter.

5.5 Die drei Bindus darin bestehen aus Schöpfung, Erhaltung und Auflösung. Durch Bindu und Nada gebiert sie; als Vama hat sie die Gestalt Brahmas.

5.6 Durch den zweiten Bindu bewahrt sie die drei Welten. Als Jyeshtha ist sie die zu Vishnu gehörige Maya, die ursprüngliche, vom Sattva geprägte Kraft, Geliebte.

5.7 Durch den dritten Bindu verschlingt sie alles, von Tamas umhüllt: Das ist Raudri. Im dreifachen Bindu bringt Ambika hervor, Göttin.

5.[8; unnummeriert] Bei der Auflösung zeigt die Hamsa genannte Kraft das Selbst. Dann gleicht sie einem Spiegel und wird zum Wesen des Lichtes.

5.9 Mit den beiden Lauten des Rufes an die Gattin des Feuers heißt sie höchstes Licht, Geliebte. Der Mantraübende, der so ergründet, wird unmittelbar Brahman selbst.

5.10 Brahma ist der Seher dieses Mantras; Gayatri heißt sein Versmaß. Als Gottheit wird unmittelbar die aus höchstem Licht Bestehende bezeichnet.

5.11 Der Pranava und das abschließende Paar sind Bija und Shakti; das Übrige bildet den Verschluss. Der Opferruf gehört zum Herzen, Soham zum Kopf, Hamsa zum Haarschopf.

5.12 Mit Maya berühre den Panzer, mit dem Pranava-Bija die drei Augen. Durch den ganzen Mantra [erfolgt die abschließende Zuordnung; die Lesung ist gestört].

5.13 Wer im Feuer der Erkenntnis mit den Matrika-Lauten als Opferstoff die Lautopfer durch diesen Mantra darbringt, gelangt in einem Augenblick zum Nirvana.

Kolophon: Hier endet der fünfte Patala, die Lehre vom achtlautigen Selbst-Mantra und dem höchsten Licht.

Patala 6

Pranava und die ungeteilte Gottheit

6.1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich die höchste ungeteilte Gottheit, große Göttin. Schon durch das Gedenken an sie wird der Leib zu Bewusstsein und Glückseligkeit. [Der erste Bestandteil des Ausdrucks ist orthographisch gestört.]

6.2 Mit Gnade beginnend, aus Bindu, Nada und Kala bestehend, ist diese höchste ungeteilte Göttin ihrem Wesen nach das höchste Brahman.

6.3 Sie trägt weiße Gewänder, weiße Kränze und weiße Salbung, zeigt die Erkenntnisgeste und wird von Scharen der Meister des Yoga verehrt.

6.4 Brahma ist ihr Seher, Gayatri das Versmaß des Mantras. Brahman selbst ist die Gottheit; Bija und Shakti sind der Reihe nach zuzuordnen.

6.5 Der M-Laut ist der Verschluss. Sie verleiht Erkenntnis, deren Frucht Befreiung ist. Setze [die Laute] zwischen die Vokalpaare, lasse jedoch vier aus:

6.6 die beiden vokalischen R- und die beiden vokalischen L-Laute, Herrin der Götter. Lege die sechs Glieder an. Dann zeichne der Mantraübende das Yantra: Dreieck und achtblättriger Lotus,

6.7 umgeben von einem Quadrat mit vier Toren; es schenkt Erkenntnis. Meditiere über die höchste Herrin in der Scheitelöffnung und rufe sie dort an.

6.8 Verehre sie sorgfältig mit Duft, Blumen und schönen Gaben. Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen.

6.9 Mit dem A-Laut verehre vorn Brahma in Gestalt des Rigveda; mit dem U-Laut verehre Hari, verbunden mit dem Samaveda,

6.10 zur Rechten der Göttin. Dann verehre in der letzten Ecke Shiva in Gestalt des Yajurveda. So ist die Anordnung im Dreieck beschrieben, Geliebte. [Der bezeichnete Laut ist im Text gestört.]

6.11 Auf dem achtblättrigen Lotus verehre in den vier Hauptrichtungen, vorn beginnend, das Selbst, das innere Selbst, das höchste Selbst und das Erkenntnis-Selbst.

6.12 Nivritti, Pravritti, Vidya und Shanti verehre in den Zwischenrichtungen. Danach verehre Brahma und die übrigen.

6.[13–14; unnummerierter Text] Auf denselben acht Blättern und anschließend im Quadrat verehre die Welthüter, beginnend mit Indra, der Reihe nach von Osten an.

6.15 Erfreue sie mit Duft, Blumen, Speisegaben und Trankspenden. Der Mantraübende wird zum Wesen der Erkenntnis; die Befreiung liegt in seiner Hand.

Kolophon: Hier endet der sechste Patala: Betrachtung des Pranava und Verehrung der ungeteilten Gottheit.

Patala 7

Ajapa: Das ungesprochene Gebet des Atems

7.1 Der Herr sprach: Dir, Makellose, erkläre ich die Verehrung der Ajapa. Schon durch ihre Erkenntnis ist der Lehrer das höchste Brahman selbst.

7.2 Jeden Tag wiederholt der Mensch das höchste Hamsa, höchste Herrin. Durch Verblendung gebunden, erkennt er es nicht; so wird ihm keine Befreiung zuteil.

7.3 Durch die Gnade des ehrwürdigen Guru wird es erkannt, Göttin. Dann wird es als Aus- und Einatmen wiederholt, und die Bindung schwindet.

7.4 Beim Aus- und Einatmen [erklingen] die beiden Laute Ham und Sa. Deshalb heißt der Lebensatem Hamsa; er besteht in der Gestalt des Selbst.

7.5 Sechzig Atemzüge bilden einen Prana; sechs Pranas gelten als eine Nadika. Sechzig Nadikas bilden Tag und Nacht: So wird die Zahl der Wiederholungen des Ajapa-Mantras bestimmt.

7.6 Einundzwanzigtausendsechshundertmal täglich wiederholt [der Mensch] im Lebensatem die höchste, immer glückselige Kraft, Herrin.

7.[7; unnummeriert] Mit dem Entstehen beginnt diese Wiederholung; der Tod ist ihre Darbringung. Ohne [absichtliches] Wiederholen geschieht für den Mantraübenden die Wiederholung.

7.[8; unnummeriert] Daher heißt sie Ajapa, die die Fessel des Werdens zerschneidet. Durch die Gnade des ehrwürdigen Guru wird sie erlangt, Göttin, nicht anders, Geliebte.

7.[9; unnummeriert] Jeden Tag bringe diese Wiederholung dar, große Herrin: Ganesha, Brahma, Vishnu und Hara,

7.[10; unnummeriert] der Reihe nach dem individuellen Selbst und dem höchsten Selbst.

7.11 Sechshundert und sechstausend, nochmals [sechstausend], sechstausend, Makellose, und eintausend [werden zugeordnet]. [Die Zahlenfolge ist verkürzt beziehungsweise beschädigt.]

7.12 Nochmals eintausend bringe in der entsprechenden Ordnung dem Guru dar. Im goldfarbenen Wurzelzentrum vergegenwärtige dir die Laute von Va bis Sha.

7.13 [Sie leuchten] wie flüssiges Gold, höchste Herrin. Im korallenfarbenen Svadhishthana vergegenwärtige dir die Laute von Va bis La. [Die überlieferte Anfangslautung wird nicht stillschweigend zu Ba geändert.]

7.14 [Sie glänzen] wie eine Fülle von Blitzen. Im Manipura, [hier mit] Wasser [verbunden], meditiere über die dunkelblau leuchtenden Laute [bis Pha; der Anfang ist gestört].

7.15 Im gelbfarbenen [Zentrum] meditiere über die wie der Kern großen Feuers leuchtenden Laute. Im vierten, Anahata, stehen die mit Ka beginnenden Laute [der Endlaut ist gestört], Geliebte.

7.16 Im rauchfarbenen Vishuddha lege die roten Vokale an. Im blitzhellen Ajna meditiere über die beiden weißen Laute Ham und Ksham.

7.17 Im tausendblättrigen Lotus, der wie Kampfer leuchtet, in der Scheitelöffnung, erkenne das Wesen des Nada, höchste Herrin.

7.18 Bringe den in diesen sieben Chakras Gegenwärtigen die während eines Tages und einer Nacht geschehende Wiederholung dar, Geliebte.

7.19 Vollziehe, einsichtige höchste Herrin, den natürlichen Nyasa. Hamsa ist der Seher; das Versmaß heißt [Avyakta-]Gayatri. [Die Verbindung ist unsicher.]

7.20 Die Gottheit ist das höchste Selbst; Hamsa beziehungsweise Ham heißt das Bija. Sa ist die Shakti, Soham der Verschluss; der Pranava ist die Wirklichkeit selbst.

7.[21; unnummeriert] Sein Ort ist Nada, seine Farbe weiß, höchste Herrin. Als seine Betonung wird die erhobene bezeichnet.

7.[22; unnummeriert] Seine Anwendung ist auf Befreiung gerichtet; so erkenne es, Parvati. Danach vollziehe zur Reinigung des Leibes die Auflegung der sechs Glieder.

7.23 Sonne, Mond, Makellosigkeit und Erscheinungslosigkeit lege der Reihe nach an, jeweils im Dativ mit dem abschließenden Opferruf.

7.24 Nach der Auflegung bis zum Panzer gedenke des Wortes „unendlich“; [es folgen] die vier Laute „feiner Leib“ und die Bitte, die Göttin möge anregen. [Wortlaut und Lautzählung sind unsicher.]

7.25 Mit dem Opferruf wird das Auge [zugeordnet]; das mit „unmanifest“ beginnende, das Wesen des Erwachens bezeichnende Wort steht im Dativ und bildet den Waffenabschluss. [Die Schlusslesung ist gestört.]

7.26 Der Mantraübende reguliere den Atem vorschriftsgemäß, völlig gesammelt. Mit dem Grundmantra fülle er den Bauch durch die linke Seite.

7.27 Während des Anhaltens wiederhole er ihn [die Anzahl ist unklar], dann atme rechts aus. Die Nasenöffnung wird mit kleinem Finger, Ringfinger und Daumen gehalten.

7.28 Das ist als Atemregelung zu verstehen, ohne Zeige- und Mittelfinger. Dieser Hamsa hat Nigama und Agama als seine beiden Flügel,

7.29 oder Feuer und Mond bilden seine Flügel; der Pranava ist sein Kopf. Die drei Bindus [werden] Haarschopf und Augen [zugeordnet]; Nada heißt sein Gesicht.

7.30 Shiva und Shakti bilden das Paar seiner Füße; die beiden Seiten [sind] Zeit und Feuer. Dieser höchste Hamsa ist alldurchdringend und voller Leuchten.

7.31 Er gleicht Millionen Sonnen, leuchtet aus sich selbst [die folgende Verneinung ist textlich unklar]. Dieser Hamsa, der auch die Gestalt des Samsara trägt, lässt Unterscheidung erkennen.

7.32 Die Ajapa genannte Gayatri ist in den drei Welten schwer zu erlangen. Wer die Ajapa beständig wiederholt, für den gibt es keine Wiedergeburt.

7.33 Einundzwanzigtausendsechshundertmal bewegt sich der Atem während eines Tages und einer Nacht. Diese Wiederholung verleiht Befreiung.

Kolophon: Hier endet der siebte Patala, die Lehre von Ajapa.

Patala 8

Matrika: Die Weltmutter als Lautgestalt

8.1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich Matrika, die Mutter der Welt, große Herrin: von A bis Ksha die Gottheit, deren Glieder die Laute sind.

8.2 Brahma ist der Seher dieses Mantras, Gayatri heißt das Versmaß, Matrika ist die Gottheit. Die Konsonanten sind die Bijas,

8.3 die Vokale aber die Kräfte, höchste Herrin; das Unmanifeste ist der Verschluss. Die unaussprechlichen Konsonanten werden durch Shakti offenbar. [Die Überlieferung der Aussage ist gestört.]

8.4 Ohne Shakti gibt es im feinen Shiva weder Namen noch Stätte. Die Konsonanten sind ohne manifestes Sein; durch Shakti wenden sie sich dem Dasein zu. [Die Negation beziehungsweise Richtungsangabe ist unsicher.]

8.5 Aufleuchtend werden sie ausgesprochen und treten als manifeste Laute hervor. Unter Auslassung von [drei ausdrücklich genannten vokalischen Lauten] werden sie zwischen die sechs Vokalformen gesetzt.

8.6 Die sechs Lautgruppen werden der Reihe nach [angeordnet], die siebte mit dem Zornlaut verbunden. Setze sie ans Ende und vollziehe den sechsgliedrigen Nyasa.

8.7 Lege die Vokale im sechzehnblättrigen Halslotus an; im zwölfblättrigen Anahata lege die zwölf [zugehörigen Laute] an.

8.8 Im zehnblättrigen Manipura lege zehn Laute an, große Göttin; im sechsblättrigen Zentrum beim Geschlechtsorgan sechs.

8.9 Im vierblättrigen Wurzelzentrum lege vier Laute an. Im zweiblättrigen Zentrum zwischen den Brauen meditiere über Ham und Ksham und lege so Matrika an.

8.10 An Scheitelöffnung, [Kopf-]Umkreis, beiden Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Wangen und Lippen,

8.11–12 an beiden Zahnreihen, Kopf und Mund lege die sechzehn [Vokale] an. An den Gelenken der Arme und Beine samt ihren Enden, beiden Seiten, Rücken, Nabel und Bauch erfolgt die weitere Auflegung. Haut, Blut, [Fleisch; Lesung gestört], Fett, Knochen, Mark und Samen sind die Körperbestandteile.

8.13 Lebensatem, individuelle Seele und höchstes [Selbst] sind in den mit Pa beginnenden Lauten gegenwärtig. Der Reihe nach sind sie ihrem jeweiligen Wesen entsprechend anzulegen, Herrin der Götter.

8.[14; unnummeriert] Lege sie an der Herzwurzel, am Hals, in beiden Achselhöhlen und vom Herzen aus an beiden Händen und Füßen an.

8.15 An Bauch und Gesicht lege die alles durchdringende Lautgestalt an. Durch diese Form des Nyasa wird der Mantraübende selbst zur Gestalt der Laute.

8.16 Meditiere über die mit der Gestalt der Laute Erfüllte: Die Vokale sind ihr Gesicht, die Ka- und Cha-Gruppen ihre schönen Arme, die beiden Ta-Gruppen ihre Lotusfüße.

8.17 Die Pa-Gruppe bildet ihre schönen Seiten; [weitere Laute bilden] ihren glänzenden Bauch. Die Ya-Gruppe [bildet weitere Glieder; die Stelle ist beschädigt]. Ihre hohen Brüste sind voll.

8.18 Ihre Hüften sind voll gerundet, ihre Augen hell, ihre Taille schlank. Weiße Kränze und weiße Salbung schmücken sie, eine Gebetskette ziert sie.

8.19 [Sie trägt Zeichen des Schreibens; der Wortlaut ist gestört] und gewährt alle Segnungen. Nach dieser Meditation verehre der Einsichtige die Göttin.

8.20 Zunächst zeichne den Kreis, der Fruchtboden heißt, [mit den bezeichneten Lauten] Hamsa, Anugraha und Visarga. Außen zeichne acht Blätter; auf die Staubfäden setze die Vokale.

8.21 Diese werden paarweise angeordnet. Auf den acht Blättern [stehen] die acht Gruppen von Ka bis Ksha, höchste Herrin. [Die Endlesung ist gestört.]

8.22 Dann zeichne das vollendungsbringende Quadrat. In den Richtungen schreibe vier Tha-Laute, und außen die abschließende Linie.

8.23 Zeichne auch das Wasserzeichen; dann rufe der Einsichtige die Göttin an. Zuerst verehre ihren Sitz mit den neun Kräften.

8.24 Medha, Prajna, Prabha, Vidya, Dhi, Dhriti, Smriti, Buddhi und Vidyeshvari verehre, von Osten beginnend, in den Richtungen und der Mitte.

8.25 Nach der Anrufung bereite die Gaben von Duft an aufwärts. Die Gliederverehrung geschieht in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen.

8.26 Füge jedem Vokalpaar gesondert den Verehrungsruf an. Verehre die Göttin achtfach auf den einzelnen Staubfäden.

8.27 Ebenso füge den mit Ka beginnenden Gruppen jeweils den Verehrungsruf an. Das ist die achtfache Gruppenverehrung; danach verehre sie mit Brahmi und den übrigen.

8.[28; unnummeriert] Nach den Welthütern wende sich der Einsichtige erneut der Göttin zu und verehre sie.

8.29 Wiederhole [den Mantra] hunderttausendmal und opfere ein Zehntel mit Palasha-Blüten, bestrichen mit den drei süßen Substanzen. Bei maßvoller Nahrung vollendet man so die vorbereitende Mantradisziplin.

Kolophon: Hier endet der achte Patala, die Lehre von Matrika.

Sammlung und innere Vergegenwärtigung begleiten die Ritualordnung.

Patala 9

Tripura, die fünf Throne und die östliche Überlieferung

9.1 Der Herr sprach: Die auf den fünf Thronen gegenwärtige Vidya soll wiederholt werden, große Herrin. Ich wiederhole sie mit meinem Tatpurusha-Antlitz; höre sie, Geliebte.

9.2 Eine ihr gleichende Vidya ist in den drei Welten schwer zu finden. Bilde [den genannten Laut] mit Bindu und Nada, du den Gelübden Treue. [Der Anfang der Lautanweisung ist gestört.]

9.3 Nach diesem Vagbhava spreche das vollständige Kama-Bija. [Es folgt eine Lautverschlüsselung mit] linkem Auge, Bindu, Visarga und Bhrigu.

9.4 Mit Anugraha verbunden wird diese Vidya dreilautig. Ihr Seher ist Dakshinamurti; ihn lege auf den Kopf.

9.5 Ihr Versmaß ist Pankti; dieses lege auf den Mund, die Gottheit auf das Herz, höchste Herrin. Vagbhava heißt ihr Bija.

9.6 Das Shakti-Bija selbst ist ihre Kraft, das Kama-Bija ihr Verschluss. Diese Vidya verleiht die menschlichen Lebensziele.

9.7 Lege das erste [Bija] von den Füßen bis zum Nabel an, das mittlere vom Nabel zum Hals und das Shakti-Bija vom Hals bis zum Scheitel.

9.8 Ebenso lege die beiden an der linken Fußsohle und der rechten Hand sowie in den zusammengefügten Händen an. So entsteht der zweifache Nyasa. [Die Verteilung ist knapp überliefert.]

9.9 Danach lege der Einsichtige die damit eingefasste Matrika an. Beim Nyasa bilde die neun Yonis, Lotusäugige.

9.10 Lege [die Laute] an Ohren, Kinn, Schläfen, Mund, Augen, Nase, Schultern, Herz, Ellbogen und Bauch an,

9.[11; unnummeriert] ferner an beiden Knien, [einem unsicher gelesenen Körperpaar] und Geschlechtsorgan, an Seiten, Herz, beiden Brüsten und Hals.

9.12 Lege die drei Bijas nacheinander neunfach an, Geliebte. Nach der wiederholten Gliederauflegung lege der Einsichtige die fünf Pfeile an.

9.13 Schreibe den Da-Laut, zweimal mit Feuer verbunden, versehen mit Ananta, linkem Auge und zwei Bindus.

9.[14; unnummeriert] [Es folgen] das Kama-Bija und weitere verschlüsselte Laute, verbunden mit Erde, langem Ohr und Bindu, der Reihe nach mit Ajapa. [Eine sichere Auflösung der gestörten Lautfolge ist nicht möglich.]

9.15 Lege sie an Stirn, Hals, Herz, Nabel und Wurzelzentrum an. An denselben Stellen lege nochmals die fünf Bijas an.

9.16 [Die ausdrücklich geschriebenen Laute] Hrim und Klim [gehören zur folgenden Bildung]; schreibe den vierten Pfeil, dann den als Strim bezeichneten. Diese heißen die fünf Liebeskräfte. [Die Anweisung ist unvollständig verständlich.]

9.17 Nachdem der Körper so durch Nyasa geordnet und der Atem geregelt wurde, Parvati, meditiere über die Göttin inmitten des Kadamba-Waldes.

9.18 In einer Juwelenhalle im großen Wunschbaumwald sitzt sie auf einem Edelsteinthron im Schatten eines Perlenschirmes.

9.19 Ihre Krone besteht aus unbezahlbaren Juwelen, ihre Ohrringe leuchten. Halsketten und Halsschmuck sind mit Edelsteinen besetzt; ihre Armreifen glänzen.

9.20 Perlenketten schmücken sie, reines feines Gewand umhüllt sie. Ketten und Fußreifen zieren sie; ihre Lotusfüße gleichen roten Lotusblüten.

9.21 Reine Salbung und Kampfer verleihen ihr Schönheit. Links hält sie ein Buch und zeigt Furchtlosigkeit, rechts trägt sie eine Gebetskette

9.22 und gewährt Segen. So meditiere über die Göttin, die die Fülle der Sprachkunst verleiht. Gesammelt wiederhole den Mantra hunderttausendmal für jeden seiner Laute.

9.21 (zweite Zählung) Oder, Herrin der Götter, wenn diese [Vidya] zur Freude wird [Lesung unsicher], verleiht sie alle Ziele, weltliche Erfüllung und Befreiung.

9.23 Durch die Gnade des ehrwürdigen Guru erlangt, führt sie zur Erfüllung aller Wünsche und Ziele. Oder meditiere über die Göttin, die wie ein Rubin leuchtet.

9.24 Sie trägt rotes Gewand und roten Schmuck; sie hat die Gestalt eines halben Ha-Lautes und ist mit drei Bindus verbunden, du Heilvolle.

9.[25–26; unnummerierter Text] So geschieht die Meditation über Kamakala [der folgende Ausdruck ist gestört]. Bringe ein Zehntel als Feueropfer mit Kimshuka-Blüten dar, reichlich mit den drei süßen Substanzen vermischt. Die Trankspende beträgt wiederum ein Zehntel; hunderttausend und zehntausend werden entsprechend der Lautordnung genannt. Man kann dazu auch Gangeswasser verwenden.

9.27 Ebenso vollziehe die Trankspende mit kampferduftendem Wasser. Nun erkläre ich das Yantra, das alle Ziele verwirklicht.

9.[28; unnummeriert] Zeichne zuerst das Shakti-Dreieck, darüber nochmals ein etwas ausgedehnteres; fasse es durch die Feuerfigur ein. Die Schnittpunkte sollen neun Yonis bilden.

9.29 Schreibe den bezeichneten Hasaum-Laut in die Mitte und das Kama-Bija in die acht Yonis.

9.[30; unnummeriert] Zeichne einen Feuerkreis mit acht Blättern. Ordne die Vokale paarweise den Staubfäden zu, höchste Herrin.

9.31 Auf die acht Blätter schreibe die mit Ka, Cha, Ta [zerebral], Ta [dental], Pa und Ya beginnenden Gruppen sowie Sa und Ksha. Zeichne dann acht Dreizackformen.

9.32 An die Blattspitzen und auf die Dreizacke schreibe der Mantraübende die Laute der Reihe nach, im Osten beginnend mit Kha und Ga.

9.[33; unnummeriert] Im Südosten [stehen] Nga, Cha und Ja, im Süden Jha, Nya und Tha; im Südwesten Da, Dha und Na [zerebral], im Westen Tha, Da und Dha [dental].

9.34 Im Nordwesten Na, Pha und Va, im Norden Bha, Ma und Ra, im Nordosten La, Va und Sha. Danach zeichne einen Kreis. [Die überlieferte Lautfolge bleibt erhalten.]

9.35 Umgib den Kreis mit Matrika-Lauten und zeichne die mit vier Toren prächtige Erdumgrenzung. Lege eine Blume in die Mitte.

9.36 Danach vollziehe der Mantraübende die schöne Verehrung des Sitzes: Vama, Jyeshtha, Raudri, Ambika, dann Iccha,

9.37 Jnana, Kriya, Kunchika, Vishva, Vishaghnika, Dutari und Ananda werden ringsum verehrt, Geliebte. [Einzelne Namen sind unsicher.]

9.38 Mit dem mittleren Bija verehre der Mantraübende den Thron und spreche die Bezeichnung des Lotussitzes auf Sadashiva als großem Leichnam.

9.39 Verehre diesen Thron mit Dativ und Verehrungsruf. [Die Sitzkräfte tragen] einen Perlenschirm und Wedel, die dem Licht des Herbstmondes gleichen,

9.40 ein Paar Fächer [mit Ushira und Mondkraft; Lesung gestört], einen goldenen Spiegel, dessen Rand mit Perlenketten glänzt, sowie einen Schemel,

9.41 ein Schmuckkästchen, einen Behälter voller [Kampfer], einen mit Kampferpulver gefüllten Becher und einen goldenen Kamm,

9.42 dazu eine Schale voller schöner Blumen. Meditiere so über Vama und die übrigen; danach rufe die Göttin an, Geliebte.

9.43 Verehre sie mit den Gaben und vollziehe Trankspenden. Lege die Glieder der Auflösung am Körper an und zeige die Mudras.

9.44 (einschließlich unnummerierter Passage davor) Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen. Verehre von vorn beginnend Rati, Priti und Manobhava an den Dreiecksspitzen. Außen stehen die Pfeilgottheiten: zwei rechts, zwei links, eine vorn. Ananga, Anangakusuma, Anangamekhala, Anangamadana, Subhaga, Bhaga, Bhagasarpini und Bhagamalini verehre von vorn im Uhrzeigersinn in den acht Ecken. Außen auf den acht Blättern verehre Asitanga mit Brahmi und Ruru mit Maheshvari,

9.45 Chanda mit Kaumari, Krodha mit Vaishnavi, Unmatta mit Varahi sowie Kapalin,

9.46 Mahendri, Bhishana, Chamunda und schließlich Samharabhairava mit Mahalakshmi, der Reihe nach.

9.47 Die Göttinnen und Bhairavas werden nach geraden und ungeraden Vokalen unterschieden. [Es folgen die Heiligtümer:] Kamarupa und als zweites Malaya,

9.50 Kolagiri und Kulantaka, Cauhara und anschließend Jalandhara. [Die Zählung springt von 47 auf 50.]

9.51 Kapalin, Ekapada, Bhimarupa, Acala und Hataka verehre von vorn beginnend,

9.52 danach unten und oben. Im Quadrat verehre nacheinander Indra und die übrigen, anschließend Batuka und sein Gefolge.

9.53 Batuka, Yoginis, Kshetrapala und Ganapati verehre in den Richtungen von Osten an; in den Ecken die Vasus, Sonnen,

9.54 Rudras und alle Wesen. Verehre erneut die Göttin. [Die Räucherformel beginnt:] Aus dem Saft der Bäume entstanden, reich an Duft, von vorzüglichem Wohlgeruch,

9.[55; unnummeriert] für alle Wesen zum Riechen geeignet: Nimm dieses Räucherwerk an. Diese Formel nach den drei Bijas heißt Räuchermantra.

9.56 Hell strahlt die große Lampe, die alle Finsternis vertreibt. Licht außen und innen: Nimm diese Lampe an.

9.57 Dies ist die Lichtformel. Höre auch die Formel des Lichtschwenkens, Geliebte: In diesem Mandala aller Chakras, du Brahman-Gestaltige,

9.58 nimm dieses geschwenkte Licht an, Tripura, zu meiner Vollendung. Diese Formel folgt beim Lichtschwenken auf die Vidya.

9.59 Himmlische, sorgfältig bereitete Speise in einer goldenen Schale, fünffach und mit den sechs Geschmacksrichtungen versehen: Nimm sie an, höchste Herrin.

9.60 Dies ist die Speisedarbringungsformel nach der Vidya. Nach einer Wiederholung entsprechend den eigenen Kräften vollziehe das tägliche Feueropfer.

9.61 Fünf Opfergaben erfolgen mit dem Grundmantra; auch die sechs Glieder werden im Feuer verehrt. Diese Form des täglichen Feueropfers beseitigt alle Hindernisse.

9.62 Ich erkläre nun die Anordnung zur Entfernung aller Hindernisse. In Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten

9.63 zeichne der Mantrakundige Mandalas aus Dreieck, Kreis und Erdumgrenzung. In diese vier Mandalas stelle er Gefäße.

9.64 [Es folgen teilweise gestörte Lautanweisungen für die Opferformeln:] der sechslautige Verehrungsruf, der Ga-Laut mit Ganapati und fünf mit Bindu versehene Anfangslaute; man spreche die Verehrung an die Yoginis.

9.[65; unnummeriert] [Eine im Text eingeklammerte Formel lautet:] Führe [sie] in meine Gewalt; nimm, nimm diese Opfergabe samt allen Verehrungsgaben an, mit dem Opferruf als Abschluss. Nach Ksham folgt die Verehrung an Kshetrapala. Mit diesen vier Mantras verehre die Mandalas.

9.66 [Die Batuka-Formel wird zusammengesetzt aus:] Komm, komm, Sohn der Göttin, Batuka, Herr, braunhaariger, von verfilzten Haaren Glänzender, Dreiäugiger,

9.67 Flammenmund, vernichte, vernichte alle Hindernisse! Nimm, nimm die Opfergabe samt allen Verehrungsgaben an!

9.68 Mit dem abschließenden Opferruf heißt dies Batukas Mantra. [Für die Yogini-Formel:] Oberhalb des Welteneies, im himmlischen Raum,

9.[69; unnummeriert] am Boden der Erde oder im ungeteilten [Raum], in der Unterwelt, im Wasser,

9.70 im Wind, wo immer ihr euch befindet, auf einem Feld, an einem Sitz oder an anderen heiligen Stätten,

9.71 ihr Göttinnen, die ihr durch bereitetes Räucherwerk, Lampen und weitere Gaben erfreut seid: [Es folgt die Bitte um] beständiges Heil für uns.

9.72 Durch diese Opferordnung mögen uns die selbst von den Götterherrschern Verehrten schützen. [Es folgt] der Opferruf an die Yoginis.

9.73 [Angefügt werden] alle Yoginis sowie Panzer-, Waffen- und Opferruf. Dies ist der Yogini-Mantra. Höre nun den Mantra des Feldhüters.

9.[74; unnummeriert] Verändere Ksha durch die sechs langen Vokale, Geliebte. Nach dem Panzerruf und dem Wort für die Stätte schreibe Kshetrapala.

9.75 Nimm, nimm die mit Räucherwerk und Lampen bereitete Opfergabe an! Erfülle alle Wünsche! Mit dem Opferruf ist dies der Mantra des Feldhüters.

9.76 Schreibe [die drei bezeichneten Ga-Bijas], anschließend Ganapati, zweimal „Segen“, dann „Gewährender“ und „alle Menschen“.

9.77 Führe sie in meine Gewalt; nimm, nimm die Opfergabe samt allen Verehrungsgaben an! Der Opferruf schließt den Mantra.

9.78 Dies ist Ganeshas Mantra, du Schöne. Mit diesen Formeln bringe die Opfergabe dar. Für Batuka [geschieht dies] mit Zeigefinger und Daumen.

9.[79; unnummeriert] Für Kshetrapala werden linker Daumen und Ringfinger genannt; danach der Zeigefinger allein, für Ganesha der Mittelfinger [die Zuordnung ist gestört]. Für die Yoginis wird eine Mundgestalt bezeichnet; Zeige-, Mittel- und Ringfinger werden in Yoni-Gestalt verbunden.

9.80 Bei der Opfergabe zeige der Mantraübende die Mudras in ihrer Reihenfolge. Preise die Göttin, verneige dich und vereinige sie wieder mit deinem Selbst.

9.81 Nachdem Guru und Gottheit durch die Prinzipien Selbst, Vidya und Shiva erfreut wurden, vollziehe der Mantraübende seine Handlungen von Freude erfüllt.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Verehrung der Shri Tripura.

9, östliche Thron-Vidya, 1 Der Herr sprach: Diese Vidya Tripureshvari weilt auf dem großen Thron. Sie ist die verehrungswürdige höchste Herrin der östlichen Überlieferung.

9, östliche Thron-Vidya, 2 [Ihre Lautbildung umfasst] Shiva, Mond, Feuer, linkes Auge, Bindu und Nada, Geliebte; [ferner] Shakti und Kala. [Die weitere Lautanweisung ist gestört.]

9, östliche Thron-Vidya, 3 Setze das Shri-Bija als drittes; so wird die Vidya vierlautig. Diese Unmani genannte Vidya ist die herrschende Gottheit der östlichen Überlieferung.

9, östliche Thron-Vidya, Schluss, unnummeriert Durch diese Vidya wird die Göttin gebührend verehrt. Sie weilt auf dem östlichen Thron und gewährt weltliche Erfüllung und Befreiung. Noch heute wiederhole ich sie mit meinem östlichen Antlitz, Schöne.

Kolophon: Hier endet der neunte Patala, die Beschreibung der Thron-Vidya der östlichen Überlieferung.

Patala 10

Lalita und Kameshvari

10, Lalita, 1 Der Herr sprach: Mit meinem südlichen Antlitz wiederhole ich seit alters bis heute Lalita, Tripura, Kameshvari und Raktanetra, Herrin der Götter.

10, Lalita, [2; unnummeriert] Das Shakti-Bija [steht] im Vagbhava, Kamaraja wie zuvor; der letzte [Teil] wird mit Shiva verbunden: [So entsteht die Vidya der] höchsten Herrin Tripura.

10, Lalita, 3 Diese Göttin Lalita lässt großes Wohlergehen wachsen. Nyasa, Verehrung und alles Weitere sind wie bei Tripureshi auszuführen.

10, Lalita, 4 Ich erkläre ihre Meditation zur Vollendung der Übenden: Sie gleicht tausend aufgehenden Sonnen; ihre Rubinkrone leuchtet.

10, Lalita, 5 Edelsteinohrringe, Perlenketten, Anhänger, Armreifen und Juwelenfußreifen schmücken sie. Rot sind ihr Gewand und ihre Salbung.

10, Lalita, 6 Schlinge, Stachelstock, Buch und Gebetskette trägt sie. Meditiere über die an allen Gliedern Schöne zur Erlangung aller Fülle.

Zwischenkolophon: So lautet die Verehrung der Lalita. [Danach steht zusätzlich die Zahl 10.]

10, Kameshvari, 1 Der Herr sprach: Das Kama-Bija allein heißt Kameshi-Bija. Kama ist der Seher dieses Mantras; sein Versmaß heißt Gayatri.

10, Kameshvari, 2 Die Gottheit ist Kameshvari. [Die Zuordnung von] Bija und Shakti [ist gestört]; das Erd-Bija wird als Verschluss genannt. Die Höchste bewirkt machtvolle Anziehung.

10, Kameshvari, 3 Lege durch Abwandlung mit den sechs langen Vokalen die sechs Glieder an. Lege auch die zuvor genannten fünf Pfeile wie früher an.

10, Kameshvari, 4 Vergegenwärtige dir die Göttin, die wie eine Hibiskusblüte leuchtet, Bogen und Pfeile trägt, mannigfach geschmückt ist und die drei Welten bezaubert.

10, Kameshvari, [5; unnummeriert] Wiederhole den Mantra zwölfmal hunderttausendmal; ein Zehntel opfere mit Bandhuka-Blüten ins Feuer. So wird die vorbereitende Disziplin vollendet.

10, Kameshvari, 6 Nun erkläre ich das Yantra, das die drei Welten anzuziehen vermag: Zeichne Dreieck, achtblättrigen Lotus und Erdumgrenzung.

10, Kameshvari, 7 In die Mitte schreibe das verflochtene Bija mit den Bezeichnungen des Zieles und des Übenden; die Vidya [steht] gesondert an den drei Dreiecksspitzen und auf den acht Blättern.

10, Kameshvari, 8 Schreibe sie auch an die Blattspitzen und achtfach in das Quadrat. Dieses die drei Welten bezaubernde Yantra ist schwer zu erlangen.

10, Kameshvari, [9; unnummeriert] Lege eine Blume in die Mitte und verehre den Sitz: Mohiti, Kshobhini, Vashini und Stambhini,

10, Kameshvari, 10 Akarshini, Dravini, Ahladini, Klinna und Kledini verehre in den Richtungen und der Mitte.

10, Kameshvari, 11 Dann rufe die Göttin auf dem Thron an. Verehre sie mit den Gaben und zeige die geheime Mudra.

10, Kameshvari, 12 Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen. Die Lautverehrung ist wie bei Tripureshi.

10, Kameshvari, 13 Verehre zuerst Anangarupa, Anangamadana, Anangamanmatha und Anangakusuma,

10, Kameshvari, 14 als fünfte Anangakusumatura, dann Anangashishira und Anangamekhala,

10, Kameshvari, 15 und Anangadipika, der Reihe nach auf den acht Blättern. Verehre auch Indra und die übrigen, dann erneut die heilvolle Göttin.

Kolophon: Hier endet der zehnte Patala, die Vorschrift zur Verehrung der Kameshvari.

Patala 11

Raktanetra und der südliche Thron

11.1 Der Herr sprach: Ich erkläre Raktanetra, die alle gewünschten Früchte gewährt. Schreibe die Vidya der Tripureshi, im Vagbhava mit dem Mond verbunden.

11.[2; unnummeriert] Das Kama-Bija wird mit Jiva und Feuer verbunden; [es folgt eine gestörte Schlussanweisung]. Raktanetra ist die große Vidya, die Vidya der Tripureshvari.

11.[3; unnummeriert] Meditiere über sie wie über Lalita; Lalita jedoch ist ein junges Mädchen, diese ist in voller Jugend, mit hohen, vollen Brüsten,

11.4 vollen Hüften, schlanker Taille und schönen, an den Rändern roten Augen. Verehrung, Nyasa und alles Weitere geschehen wie bei Tripureshi, Schöne.

Zwischenkolophon: So lautet die Verehrung der Raktanetra.

Kolophon: Hier endet der elfte Patala, die Lehre vom südlichen Thron.

Patala 12

Bhogini, lebensbelebende Vidyas und die westliche Überlieferung

12, Bhogini, 1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich die Gottheiten der südlichen Überlieferung, große Göttin. Nach [dem bezeichneten Laut] Aim und „Klinne“ schreibe das Kama-Bija.

12, Bhogini, 2 [Es folgen die teilweise gestörten Wörter] Madadrave, Kule, Ulka und der Sitz der Tripureshi. Mit Feuer verbunden ist diese [Vidya] die Gottheit der südlichen Überlieferung.

12, Bhogini, 3 Bhogini heißt diese in den drei Welten bekannte Vidya. Durch sie werden die drei Götter geehrt.

12, Bhogini, Schluss Meditation, Verehrung und alles Weitere werden wie bei Bala angegeben. So lautet die Vorschrift zur Bhogini-Vidya.

12, Sanjivini, Anfang, unnummeriert Der Herr sprach: Mit meinem westlichen Antlitz wiederhole ich bis heute die vier Vidyas, die unmittelbar Unsterblichkeitsnektar und Freude verkörpern. Höre darunter von Sanjivini auf dem großen Thron.

12, Sanjivini, 2 Schreibe das Shakti-Bija, danach Shiva und Mond,

12, Sanjivini, 3 der Reihe nach mit Anusvara und Visarga verbunden, Geliebte. [Es folgen] Sanjivani, Jum, Jiva und „Knoten des Lebensatems“.

12, Sanjivini, unnummerierter Fortgang bis 8 [Füge] „mache“, den mit Visarga versehenen Bhrigu-Laut und den Opferruf an. Der Mantra ist zwanziglautig. Shukra ist sein Seher, Gayatri sein Versmaß, Sanjivini seine Gottheit. Anfangs- und Schluss-Bija [werden Bija und Shakti zugeordnet]. Mit dem dritten Vierer, zweiten Fünfer und weiteren Vierern lege nacheinander die sechs Glieder an. [Die genaue Lautaufteilung ist gestört.] Der Einsichtige zeichne mit Milch auf Birkenrinde das sechseckige Mandala. Meditiere über die kampferhelle Höchste, geschmückt mit Ketten, Perlen und Schmuck, Erkenntnisgeste und Gebetskette tragend. Rufe sie in der Mitte an und verehre sie mit den Gaben. Nach der Gliederverehrung verehre im Sechseck Sanjivini, Buddhi, Purvasanjivini, Ahamkaramayi, Satusanjivini [unsicher], Sarvasanjivini und Rajasanjivini. [Zahl und Abgrenzung der Namen sind nicht eindeutig.] Mit dem Shakti-Bija, Dativ und Verehrungsruf werden sie verehrt. Wiederhole zur vorbereitenden Disziplin den Mantra hunderttausendmal je Laut; ein Zehntel opfere mit Durva-Gras und den drei süßen Substanzen. Dies ist die allgemeine Verehrung; höre ihre besondere Form, Parvati. Nach der genannten Verehrung höre von der weiteren Hülle:

12, Sanjivini, 8 Prana, Apana, Vyana, Udana und Samana [stehen] in der Feuerecke; ferner Vitata und [ein unsicher gelesenes Glied].

12, Sanjivini, Schluss, unnummeriert Sukhira [unsicher], Vaikhari und Klang verehre in der zweiten Ecke; Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum in der dritten; Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch in der vierten; Wille, Erkenntnis, Handlung, Para und Maya in der fünften; Erde, Zwischenraum, Himmel, Tapas und Satya in der sechsten. An alle Bezeichnungen füge „Sanjivini“ und den zweifachen Abschluss an. [Der folgende Satz ist gestört.] So lautet die Sanjivini-Verehrung, auch die todesbelebende genannt.

12, Bhairavi-Sanjivini, 1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich die höchste, den Tod besiegende [Vidya]. Setze das Wort „Spreche“ zweimal und „Sprecherin“ zwischen die Sprach-Bijas, Geliebte.

12, Bhairavi-Sanjivini, [2; unnummeriert] [Es folgen] der tausendfache Sprachlaut, Klinne, Kledini und zweimal „bewirke große Erschütterung“, dann Shiva, Mond, Kala und Feuer.

12, Bhairavi-Sanjivini, 3 Verbinde sie mit linkem Auge, Bindu und Nada; danach spreche das Pranava-Bija und zweimal „bewirke Befreiung“, dann Hamsa mit Indra-Vokal und Visarga.

12, Bhairavi-Sanjivini, 4 Diese ist Sanjivini, Göttin. Asita ist ihr Seher, Gayatri ihr Versmaß; ihre Gottheit ist Bhairavi.

12, Bhairavi-Sanjivini, 5 Die erste Lautgruppe ist Bija, die mittlere Verschluss, die andere Shakti; sie vernichtet unmittelbar den Tod.

12, Bhairavi-Sanjivini, 6 Mit neun, [vierzehn; verschlüsselter Zahlname] und acht Lauten lege Herz, Kopf und Haarschopf an; wiederhole in dieser Reihenfolge die drei abschließenden Auflegungen.

12, Bhairavi-Sanjivini, 7 Zeichne ein Dreieck, dann ein Sechseck, außen einen achtblättrigen Lotus und ein Quadrat.

12, Bhairavi-Sanjivini, 8 Im achtblättrigen Lotus [steht] Kama-Pitha, im Sechseck Jala-Pitha und im Dreieck Oddiyana, jeweils mit einem der drei Vidya-Teile.

12, Bhairavi-Sanjivini, 9 Meditiere über die Göttin im Kadamba-Wald und rufe sie an: Links trägt sie ein Buch, rechts eine Gebetskette.

12, Bhairavi-Sanjivini, 10 Meditiere über die höchste Jungfrau, weiß wie die Kunda-Blüte. Nach allen Verehrungsgaben verehre die Hülle der sechs Glieder.

12, Bhairavi-Sanjivini, [11; unnummeriert] Vasanta, Madana und Chandra verehre mit den drei Teilen der Vidya im Dreieck, vorn beginnend im Uhrzeigersinn.

12, Bhairavi-Sanjivini, 12 Mit den Namen Brahma, Vishnu und Isha verehre drei Sanjivinis; so verehre der Einsichtige die sechs Sanjivinis im Dreieck.

12, Bhairavi-Sanjivini, 13 An Dharma, Artha, Kama, Moksha, Japa und [Vijjapa; unsicher] füge „Sanjivini“ und verehre sie in den sechs Ecken.

12, Bhairavi-Sanjivini, 14 An die Namen der acht Mütter füge „Sanjivini“; so verehre sie auf den acht Blättern.

12, Bhairavi-Sanjivini, 15 Ebenso verbinde die Namen der Welthüter mit „Sanjivini“ und verehre sie im Quadrat.

12, Bhairavi-Sanjivini, 16 Setze Pranava-, Shakti- und Shri-Bija an den Anfang. So wiederholt, verleiht sie die menschlichen Lebensziele.

12, Bhairavi-Sanjivini, 17 Verehre die Göttin erneut mit Duft und Blumen. Die vorbereitende Disziplin entspricht derjenigen der zuvor beschriebenen Sanjivini. So lautet die Bhairavi-Sanjivini-Vorschrift.

12, Vajreshi, 1 Der Herr sprach: [Setze] Para, Klinne, Vagbhava und den bezeichneten Kara-Laut; danach Nityamadadrave und Maya.

12, Vajreshi, 2 Diese Vajreshi ist zwölflautig. Brahma ist ihr Seher, Viraj ihr Versmaß und Vajreshi die Gottheit.

12, Vajreshi, 3 Der fünfte, fünfte und vierte [Bestandteil werden genannt]; Bija und Shakti folgen der Reihe nach, der dritte ist der Verschluss. [Die Zuordnung ist gestört.] Danach lege die Glieder an.

12, Vajreshi, 4 Lasse Anfangs- und Schluss-Bija aus. Mit zwei, einem, [einem weiteren Bestandteil], zwei, zwei und zwei [Lauten] lege die sechs Glieder an.

12, Vajreshi, 5 Zeichne einen schönen Kreis mit acht Fruchtböden. In der Mitte verehre mit dem Kama-Bija den großen Thron.

12, Vajreshi, 6 Schreibe die Vidya in den mit zwölf Blättern geschmückten [Lotus]. Zeichne ein Quadrat und lege eine Blume in die Mitte.

12, Vajreshi, 7 Meditiere über die Göttin im Kadamba-Wald und rufe sie an: Sie ist rot, trägt Mondsichel, Krone, Gewand und erhabenen Schmuck,

12, Vajreshi, [8; unnummeriert] in voller jugendlicher Pracht, dreiäugig, auf einem großen Yantra ruhend, das im Blutmeer schwimmt.

12, Vajreshi, 9 Sie trägt Granatapfel [die Gegenstandsbezeichnung ist gestört], Schlinge, Stachelstock, Bogen und Köcher, rote Kränze und rote Salbung.

12, Vajreshi, 10 Vergegenwärtige dir die juwelengeschmückte Göttin und verehre sie mit den Gaben. Nach ihren Gliedern verehre auf den zwölf Blättern:

12, Vajreshi, 11 Hrillekha, Kledini, Nanda, Kshobhini, Madanatura, Niranjana, Ragavati, Klinna und Madanavati,

12, Vajreshi, [12; unnummeriert] Khechari, Dravini und Vegavati. Verehre sie mit dem Kama-Bija. Höre nun eine andere Überlieferungsweise.

12, Vajreshi, 13 [Vor] der Erdumgrenzung zeichne einen achtblättrigen Lotus. Dort verehre die Mütter, in der Erdumgrenzung die Welthüter.

12, Vajreshi, 14 Verehre erneut die Göttin und wiederhole in Reinheit den Mantra hunderttausendmal je Laut. Ein Zehntel opfere mit roten Lotusblüten. So lautet die Vajreshi-Verehrung.

12, Tripurabhairavi, 1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich die höchste Tripura Bhairavi, die auf den fünf Mudras sitzt und eine Kette von Schädeln trägt.

12, Tripurabhairavi, 2 Sie leuchtet wie zehntausend kupferrote Sonnen, ist mit Juwelen geschmückt und trägt Schlinge und Stachelstock, zeigt Furchtlosigkeit und Gewähren: die Mutter der Welt selbst.

12, Tripurabhairavi, 3 [Ihr Mantra verbindet] mit Hamsa beginnendes Vagbhava, Feuer, Mondkraft und Para; das Shakti-Bija der Tripureshi beginnt mit Shiva.

12, Tripurabhairavi, 4 Ihre ganze Ritualordnung entspricht der Tripureshi. Eine ihr gleiche Vidya ist in den drei Welten schwer zu finden. So lautet die Tripurabhairavi-Verehrung.

12, Kubjika, 1 Der Herr sprach: Diese vier [Vidyas] liegen im Meer der westlichen Überlieferung. [Setze] Vagbhava, Shakti-Bija, Shri-Bija und die bezeichneten Hasa- und Feuerlaute,

12, Kubjika, 2 mit Rudra-Vokal, Bindu und Nada verbunden. In diese Einfassung schreibe der Einsichtige die zweiunddreißiglautige Vidya.

12, Kubjika, [3; unnummeriert] [Sie beginnt:] Verehrung, erhabene Göttin; danach stehen der vierte [Laut], Pranava, die Bezeichnung Ishvara und „der Kubjika“.

12, Kubjika, 4 Dann [folgen] Hrim und der bezeichnete Ru-Laut, Aghore, Ghore und Aghoramukhi,

12, Kubjika, 5 die zweimaligen Chi- und Kini-Laute und Vicce. Kubjika, die höchste Shambhavi der westlichen Überlieferung, gewährt weltliche Erfüllung und Befreiung.

12, Kubjika, 6 Die vier beschriebenen großen Thron-Vidyas werden durch diese Vidya stets gebührend geehrt, Gauri.

Kolophon: Hier endet der zwölfte Patala, die Erläuterung der Thron-Vidyas der westlichen Überlieferung.

Patala 13

Bhairavi und Damareshvari der nördlichen Überlieferung

13.1 Der Herr sprach: Mit meinem nördlichen Antlitz wiederhole ich bis heute Bhairavi und Damareshvari, die auf dem großen Thron weilen.

13.2 Lasse im Kama-Teil der zuvor beschriebenen Bhairavi-Vidya Para und Shiva weg; dann ist sie die Herrin des großen Thrones.

13.3 Als Herrin der Vidya der nördlichen Überlieferung gewährt sie Lebensfülle und Befreiung. Bandhuka-Blüten erfreuen sie; mit ihnen wird sie verehrt.

13.4 Sie leuchtet wie die Bandhuka-Blüte, ruht auf fünf Schädeln, trägt eine Juwelenkrone mit glänzender Mondsichel und einen Schädelkranz.

13.5 Sie ist dreiäugig, rot gekleidet, mit hohen vollen Brüsten; sie trägt Buch und Gebetskette und zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit.

13.6 Vergegenwärtige dir stets die in der nördlichen Überlieferung Geehrte. [Es folgen Lautanweisungen:] nach Madana der bezeichnete Pharem-Laut und Mahachanda.

13.[7–8; unnummerierter Text] Mit Yogeshvara, Feuer und Auge verbunden gilt diese Vidya als Kalika. Vergegenwärtige dir die neunlautige Herrin des Nordens. Durch diese Vidya wird sie gebührend geehrt. Nyasa, Verehrung und alles Weitere entsprechen der Tripureshi.

13.9 Sie verleiht große Fülle, Göttin, und vernichtet große Furcht.

Kolophon: Hier endet der dreizehnte Patala über die nördliche Thronherrin, Damareshvari und Bhairavi.

Patala 14

Verschiedene Bhairavi-Gestalten

14.1 Der Herr sprach: Für die auf den vier Thronen verehrte Bhairavi setze das Vagbhava [und] den mittleren Teil der allherrschaftgewährenden [Vidya].

14.2 [Füge] fünf [Bestandteile] der südlichen Überlieferung mit Rudra-Lauten hinzu. Meditiere über Chaitanya-Bhairavi, die Schlinge, Stachelstock und Schädelschale trägt.

14.3 Sie trägt einen Kranz blutiger Köpfe und sitzt auf fünf Leichnamen. Verehre auch Kameshvari auf dem östlichen Thron. So lautet die Vorschrift zur Chaitanya-Bhairavi.

14.[4; unnummeriert] Der Herr sprach: Schreibe [die verschlüsselten Laute] Ura, Erde, Madana, Jiva und Shiva dreifach. Verbinde sie der Reihe nach mit Sonnen-, viertem und Indra-Vokal.

14.5 Der erste [Teil] ist mit Bindu und Nada versehen, [die folgenden] mit Visarga. Meditiere über sie wie über Tribhuvaneshvari Bhairavi.

14.6 Diese Bhairavi mit sechs Lautgruppen wird in der südlichen Überlieferung verehrt. [Ihr Yantra besteht aus] Dreieck, Sechseck, acht Blättern und Erdumgrenzung.

14.7 Seherzuordnung und Verehrung entsprechen der Tripureshi. Im Dreieck [stehen] der Reihe nach Rati, Priti und Manobhava.

14.8 Dakini, Shakini, Lakini, Kakini, Rakini und Hakini verehre der Reihe nach in den sechs Ecken.

14.[9–10; unnummerierter Text] Auf den acht Blättern verehre Ananga und die übrigen, die Mütter mit den Bhairavas und die zu den heiligen Sitzen gehörenden Bhairavas. Indra und die übrigen werden ebenfalls geehrt. So lautet die Vorschrift zur sechsteiligen Bhairavi.

14.11 Der Herr sprach: Schreibe die Laute der sechsteiligen Bhairavi in der Ordnung der Auflösung. So verbunden ist sie Nitya-Bhairavi, die Furcht beseitigt.

14.13 Verehrung und weitere Vorschriften entsprechen der sechsteiligen Bhairavi; durch die Kraft der westlichen Überlieferung werden sie vollzogen. Eine solche Vidya ist schwer zu finden. So lautet die Nitya-Bhairavi-Vorschrift. [Die Zählung überspringt 12.]

14.[unnummeriert vor 15] Der Herr sprach: Lasse bei Damareshvara-Bhairavi den mit Ka beginnenden [Bestandteil] weg und spreche das mit Bindu, Nada und Kala verbundene Shakti-Bija.

14.15 Diese Bhairavi heißt „Vernichterin der Furcht“. Sie gehört zur tiefen nördlichen Überlieferung und wird wie Damareshi verehrt. So lautet diese Vorschrift.

14.16 Der Herr sprach: Der Mantrakundige schreibe nach Hasa den bezeichneten Pharem-Laut und die Gestalt der „Vernichterin der Furcht“ genannten Bhairavi,

14.17 den mittleren und den letzten [Teil]. Diese Vidya gewährt Lebensfülle und Befreiung. Aghora-Bhairavi ist dunkel und von Schädeln umgeben.

14.18 In der südlichen und nördlichen Überlieferung mächtig, sitzt sie auf fünf Schädeln und hält Buch, Gebetskette, Schlinge, Stachelstock,

14.19 Schädelstab, Trommel, Schädelschale und Dreizack. Verehre die höchste Herrin wie die sechsteilige Bhairavi. So lautet die Ghora-Bhairavi-Vorschrift. [Der Name wechselt zwischen Aghora und Ghora.]

14.20 Der Herr sprach: Verehre Shri-Sampad-Bhairavi, die den vier Thronen entspricht. Schreibe zuerst die „Vernichterin der Furcht“ genannte Bhairavi.

14.21 Im ersten und dritten [Teil setze] das Feuer-Bija [die Verbindung ist gestört]. Diese schwer erlangbare [Vidya] heißt „Spenderin der Fülle“.

14.22 Sie vermag vierundsechzig große Zehnmillionenschaften von Yoginis zu gebieten. Sie leuchtet wie tausend kupferrote Sonnen; ihr Gesicht gleicht der Mondscheibe.

14.23 Ihre Juwelenkrone glänzt mit einem Mondstück; ihre Taille ist schlank, ihre Hüften voll. Rot leuchten Gewand und Schmuck.

14.24 Sie ist in der berauschenden Fülle der Jugend, mit hohen vollen Brüsten und schönem Schmuck; ein blutiger Schädelkranz schmückt ihren Leib. [Ein Ausdruck ist gestört.]

14.25 Links trägt sie das Buch und zeigt Furchtlosigkeit, rechts trägt sie die Gebetskette und gewährt Segen. Sie wird wie Tripureshi verehrt.

Kolophon: Hier endet der vierzehnte Patala, die Beschreibung der Bhairavi.

Patala 15

Die fünf Sundari-Vidyas

15.1 Der Herr sprach: Mit meinem Ishana-Antlitz wiederhole ich bis heute fünf in den drei Welten schwer erlangbare Vidyas, Göttin.

15.2 [Für die erste:] Vagbhava mit Shiva; höre den mittleren Vagbhava-Teil. Nach Ha und Kala schreibe drei Shiva-Bijas.

15.3 Der dritte [Teil] wird aus Repha, linkem Auge und Bindu gebildet; [es folgen] Hasa, Anugraha und Visarga. Dies ist die erste Sundari-Vidya.

15.4 Der Mantraübende wiederhole Ahasa mit Sonnen-, viertem und Manu-Vokal. Den letzten [Teil bilde] mit Visarga, Bindu, Nada und Kala. [Die Verbindung ist gestört.]

15.5 Dies heißt die zweite Sundari. [Für die dritte:] reines Vagbhava im Vagbhava-Teil; höre den mittleren Teil.

15.6 Verbinde Hasara, Hasa und die Sonne mit Vagbhava. [Es folgen] dreimal Ha, Kala und Hrillekha. Höre den Shakti-Teil.

15.7 Vier Shiva-Bijas mit Repha, Anugraha und Visarga: Dies ist die dritte, hier vierlautig genannte Sundari. [Die Angabe bleibt neben der komplexen Beschreibung stehen.]

15.8 Nach Kala [setze] zwei Shiva-Laute und Shiva in die drei Bijas; verbinde sie mit Para. Diese Lautgruppe ist dreifach,

15.9 im Vagbhava-, Kama- und Shakti-Teil. Dies heißt die vierte Sundari, die Lebensfülle und Befreiung gewährt.

15.10 Jiva, zweimal Shiva, Jiva, Erde und Ksha mit Shiva und Mond [bilden] den ersten Teil; der mittlere [besteht aus] Hasa, Erde, Ksha und Mond.

15.11 Der andere [Teil] trägt Hasa, La, Ksha, Mond, Ha, Mond und Raum. Diese fünfte Sundari gilt als eine Form der Tripureshi-Vidya. [Die Lautgliederung ist unsicher.]

15.12 Meditiere über die fünf erhabenen [Gestalten] wie über die Fülle spendende Bhairavi. Seherzuordnung und Verehrung sind wie bei Tripureshi zu verstehen.

Kolophon: Hier endet der fünfzehnte Patala, die Sundari-Verehrung.

Patala 16

Die Vidyas als Wunschranken

16.1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich die Vidyas als Wunschranken. Schon durch ihre Erkenntnis fliehen große Bedrängnisse.

16.2 Shri Vidya, Parijateshi, Panchakameshvari, Panchabaneshvari und Kumari werden als die fünf genannt.

16.3 Schreibe das Vagbhava-Bija der Fülle spendenden Bhairavi. Der Mantrakundige fasse es in Pranava und Para ein.

16.4 Mit dem Herzabschluss an Sarasvati heißt dieser Mantra elflautig. Dakshinamurti ist sein Seher, Gayatri sein Versmaß.

16.5 Parijateshvari-Vani heißt die Gottheit. Der zweite und dritte [Bestandteil] sind Bija und Shakti; Pranava

16.6 ist der Verschluss. [Die Vidya] verleiht große Sprachbegabung. Lege die Glieder mit dem durch sechs lange Vokale abgewandelten Bija an.

16.7 An Scheitelöffnung, Brauenmitte, Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Zunge, Geschlechtsorgan und [weiterer Körperstelle; gestört] erfolge die Auflegung.

16.8 Meditiere über die aus den Lauten bestehende, Sprachkunst verleihende Göttin: auf einem Schwan sitzend, von Perlen glänzend, weiß und weiß gekleidet,

16.9 mit reinem Lächeln und Mond im Haar, mit Diamanten und Perlen geschmückt; sie trägt Wissen [beziehungsweise Buch], Vina, Nektargefäß und Gebetskette.

16.10 Nach dieser Meditation wiederhole den Mantra zwölfmal hunderttausendmal, gesammelt. Mit klarem Geist bringe zehntausend Feueropfer mit weißen Lotusblüten dar.

16.[11; unnummeriert] Oder opfere mit den fünf Naga-[Substanzen; Bezeichnung unklar]. Zeichne das Yantra wie bei Matrika und verehre entsprechend den Sitz.

16.12 Rufe Vani dort an und verehre sie mit den Gaben. Nach der Gliederverehrung verehre ihr Gefolge.

16.[13–14; unnummerierter Text] An beiden Seiten der Göttin verehre [die Sprache] Sanskrit [die zweite Bezeichnung fehlt]. Praja, Medha, Stuti, Shakti, Smriti, Vagishvari, Sumati und Svastri [teilweise unsichere Namen] verehre auf den acht Blättern; an den Blattspitzen die Mütter.

16.15 In der Erdumgrenzung verehre Indra und die übrigen, dann erneut die Göttin. Die Parijateshvari-Vidya ist in den drei Welten schwer zu erlangen. So lautet ihre Verehrung.

16.16 Der Herr sprach: Nun verkünde ich die heilvolle Herrin der fünf Pfeile. Aus diesen fünf Pfeilen besteht ihre fünflautige Vidya.

16.17 Madana ist ihr Seher, Gayatri ihr Versmaß; Bijas und Gottheit sind wie bei Kameshvari zu verstehen.

16.18 Mit den fünf Pfeilen einzeln und gemeinsam verehre die Glieder. Vollziehe die Auflegung der fünf Laute wie zuvor.

16.19 Lege die fünf Liebeskräfte an und meditiere über die wie die aufgehende Sonne Leuchtende, vielfältig geschmückt,

16.[20; unnummeriert] mit bandhukablütenrotem Gewand und roter Salbung; Zuckerrohrbogen und Blütenpfeile zieren ihre beiden Arme.

16.[21; unnummeriert] Gesammelt wiederhole den Mantra hunderttausendmal je Laut; ein Zehntel opfere mit Bandhuka-Blüten.

16.22 Sie wird wie Kameshvari verehrt; die Besonderheit ist die Pfeilverehrung. [Die Vorlage bietet dazu die eingeklammerte Alternative „Verehrung wie bei Tripureshi“.] Wie Tripureshi verehrt, bezaubert sie diese Welt. So lautet die Panchabaneshvari-Verehrung.

16.23 Der Herr sprach: Nun verkünde ich die Weltmutter als Herrin der fünf Liebeskräfte. Aus den zuvor genannten fünf Liebeskräften besteht Panchakameshvari.

16.24 Sammohana heißt ihr Seher, Gayatri ihr Versmaß. Sie selbst ist die Gottheit; die erste Liebeskraft ist Bija, [die weitere Zuordnung von] Shakti und Verschluss [ist knapp].

16.25 Mit diesen einzeln und gemeinsam lege der Mantraübende die Glieder an und vollziehe wie zuvor die beiden Nyasas der Liebeskräfte und Pfeile.

16.26 Sie ist rot, trägt rotes Gewand, rote Salbung und roten Schmuck; sie hält Schlinge, Stachelstock, Bogen, Pfeile, Buch und Gebetskette

16.27 und zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit. Sie bringt die drei Welten in ihren Bann. Die weitere Verehrung entspricht Panchabaneshvari.

16.[28; unnummeriert] Sie ist von den fünf Liebeskräften umgeben: Darin liegt die Besonderheit. So lautet die Panchakameshvari-Verehrung.

16.29 Der Herr sprach: Nun verkünde ich Kumari, die Weltmutter, die erhabene Kameshvari, die die drei Welten anzuziehen vermag.

16.30 Lasse das Vagbhava in Tripureshanis [Vidya] weg [der folgende Bezug ist unsicher]; Kama und Shakti bilden diese zweilautige Vidya.

16.31 Seher und weitere Zuordnungen entsprechen Tripureshi. Anfang und Ende sind Bija und Shakti; die [angestrebte Wirklichkeit] bildet den Verschluss. Sie bewirkt starke Anziehung.

16.[32; unnummeriert] Durch zweimalige Wiederholung lege die sechs Glieder an, dann die fünf Pfeile und die fünf Liebeskräfte; mit dem Grundmantra den alldurchdringenden Nyasa.

16.33 Verehre die Göttin in der Mitte von Kameshvaris großem Yantra. Höre die Besonderheit: an den Stellen der Pfeile

16.34 verehre die fünf Liebeskräfte, dann die Dreiergruppe von Rati an und die acht Ananga-Gestalten sowie die Mütter mit den Bhairavas.

16.35 Auf den acht Blättern und an deren Spitzen verehre die acht heiligen Sitze. Verehre Indra und die übrigen, in der Mitte die Göttin.

16.36 Die vorbereitende Disziplin entspricht Tripureshi. Wer sie vergegenwärtigt, vermag diese Welt zu bezaubern.

16.37 Sie leuchtet wie tausend aufgehende Sonnen, trägt kostbaren Rubinschmuck, juwelenstrahlendes Gewand und vielfältige Ornamente.

16.38 Meditiere beständig über die Trägerin von Zuckerrohrbogen, Pfeilen, Buch und Gebetskette, die alle Könige in ihren Bann bringt.

Kolophon: Hier endet der sechzehnte Patala über die Wunschranken.

Göttliche Kräfte werden in unterschiedlichen weiblichen Gestalten verehrt.

Patala 17

Annapurna, die Nahrung spendende Mutter

17.1 Die Göttin sprach: Die fünf Juwelen-Mahavidyas wurden angedeutet, aber nicht entfaltet. Ich möchte sie hören; erweise mir deine Gnade, großer Herr.

17.2 Der Herr sprach: Ich verkünde die Siddhavidya, die schon durch das Gedenken Vollendung schenkt, stets Wünsche und Nahrung gewährt und alle Fülle verleiht.

17.3 Shri Vidya, Siddhavidya, Matangi, Bhuvaneshvari und Varahi heißen die fünf Juwelen.

17.4 [Der Mantra beginnt mit den verschlüsselten Lauten] Shiva, Feuer, linkes Auge, Bindu, Nada und Kala; nach dem Paar Shri und Kama folgen Herzabschluss und „Erhabene“.

17.5 Dann schreibe Maheshvari und die vier Laute von Annapurna sowie den Opferruf; mit Pranava beginnend wird der Mantra angegeben.

17.6 Er ist zwanziglautig, große Herrin. Verehre ihn früh am Morgen. Schon durch das Gedenken an sie fliehen große Bedrängnisse.

17.7 Brahma ist der Seher dieses Mantras; Ushnih heißt sein Versmaß. Annapurneshvari, diese Siddhavidya, ist seine Gottheit.

17.8 Hrillekha und die folgenden [Bestandteile] heißen Bija, Shakti und Verschluss. Wandle Hrillekha durch die sechs langen Vokale ab.

17.9 Lege damit die Glieder an und vollziehe den Laut-Nyasa: an Scheitelöffnung, Scheitellinie, Stirn, Brauenmitte und Nase,

17.10 Mund, Hals, Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan, Wurzelzentrum, beiden Gesäßhälften, Oberschenkeln und Knien,

17.11 sowie Füßen. Danach vollziehe den Wort-Nyasa an den neun Körperöffnungen. [In der Vorlage steht hier in Klammern eine Wiederholung von Körperstellen aus dem vorangehenden Text.]

17.12 Mit dem Grundmantra vollziehe zur Reinigung des Leibes den alldurchdringenden Nyasa. Nun erkläre ich das Yantra, das Lebensfülle und Befreiung verleiht.

17.13 Dreieck, sechzehnteilige Figur, achtblättriger Lotus und Erdumgrenzung: Setze den Pranava in die Mitte.

17.14 Die drei Bijas ordne den Dreiecksspitzen im Uhrzeigersinn zu, vorn beginnend. Höre von den sechzehn Blättern.

17.15 Schreibe darauf die übrigen sechzehn Laute, von Osten beginnend. Auf die acht Blätter schreibe die langen Vokale.

17.16 Verehre den Sitz dreimal mit dem Pranava; rufe die Nahrung spendende Göttin an und vollziehe die allgemeinen Mudras.

17.17 Verehre sie sorgfältig mit Duft und Blumen, dann die Umgebung. Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, Mitte und Richtungen.

17.18 Meditiere über Siddhavidya im großen Milchozean, auf der Juweleninsel, in einem leuchtenden Gebäude mit glänzendem Wall,

17.19 auf einem Thron, von Wunschbäumen prächtig umgeben. Sie leuchtet wie die aufgehende Sonne und trägt ein vielfarbig strahlendes Gewand.

17.20 Sie trägt den Mond im Haar, ist dem Nahrungspenden hingegeben und mit Juwelen geschmückt. Ihre schweren Brüste gleichen goldenen Krügen.

17.21 Die zweiarmige höchste Herrin erfreut sich an Rudras Tanz. Sie zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit und ist stets dem Nahrungspenden hingegeben.

17.22 Oder meditiere in ihrer rechten Hand über einen goldenen Schöpflöffel und über ein mit Milchreis gefülltes, mit himmlischen Juwelen geschmücktes Gefäß

17.23 in ihrer linken Hand. Nach dieser Meditation verehre vor ihr Rudra in der Fülle seines Tanzes.

17.24 Mit dem zweiten Bija [verehre ihn], mit dem dritten Hari, mit dem vierten Brahma. Dann verehre die sechzehn Blätter.

17.25 [Die Gottheiten heißen:] Natasura, Mokshadayini, Bhayaharini, Gati, Hamsi, Varakshi und Tirtharupa,

17.26 Manada, Hemada, Svarnadatri, Ripunikritani, Anarthadhvamsini und Manananandadayini,

17.27 Putamurti, Rinaghni, Svamini und Harasundari. [Die Abgrenzung ergibt mehr Namen als sechzehn; die unsichere Liste wird nicht stillschweigend gekürzt.] Nach den sechzehn [Lauten] folgt der Verehrungsruf an Annapurna.

17.28 Nach der Verehrung der Lautgöttinnen verehre auf den acht Blättern die acht Mütter von Brahmi an; im Quadrat

17.29 die Welthüter. Verehre erneut die Göttin mit Duft und Blumen. Wiederhole diszipliniert hunderttausendmal und opfere ein Zehntel ins Feuer,

17.30 mit schönem Milchreis und geklärter Butter [das Wort für Milchreis ist gestört]. Dies verleiht gewiss Vollendung. So ist dir die fruchtgewährende Siddhavidya erklärt.

Kolophon: Hier endet der siebzehnte Patala, die Verehrung der Annapurna.

Patala 18

Matangi, Klanggestalt und Ritualanwendungen

Einordnung: Neben der Meditation über Matangi beschreibt dieser Patala Zwangs- und Schädigungsrituale sowie behauptete Heilwirkungen. Er dokumentiert historische tantrische Ritualpraxis und ist keine Empfehlung für heutige Selbstanwendung.

18.1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich Matangi, die Juwelengottheit. [Setze] Vagbhava, Kama-Bija und den mit Visarga versehenen Bhrigu-Laut,

18.2 mit Anugraha verbunden; schreibe erneut den ersten [Laut], Para, Shri-Bija, Pranava und „Verehrung, Erhabene“.

18.3 [Die Anrufung lautet:] Matangishvari, die alle Herzen entzückt, die alle Könige in ihren Bann bringt, die alle Gesichter

18.4 erfreut, die alle Frauen und Männer beherrscht, die alle bösen

18.5 Tiere unterwirft, die alle Welten in ihren Bann bringt.

18.6 Danach schreibe Para, Shri, Kama-Bija und Vagbhava. Dreiundsiebzig Laute bilden Matangis Gestalt.

18.7 Sie ist die Königin aller Vidyas und gewährt Befreiung und Zielerreichung. Der erhabene Matanga ist ihr Seher, Gayatri ihr Versmaß.

18.8 Die höchste Herrin Matangi als Klanggestalt ist die Gottheit. Kama-Bija und Vagbhava [sind] Bija und Shakti;

18.[9; unnummeriert] der dritte [Bestandteil] ist der Verschluss. Mit zweimaliger Verwendung der ersten drei Bijas lege die sechs Glieder an.

18.[10; unnummeriert] Meditiere über die schlanke Matangini, den rechten Fuß auf einen Lotus gesetzt, herrlich im Klang ihrer tönenden Vina, mit schwingenden Ohrringen,

18.11 mit schön leuchtenden Zahnreihen, heilvoll, an allen Gliedern schön, mit Kadamba-Blütenketten geschmückt und ins Vina-Spiel vertieft.

18.12 Meditiere zur Erfüllung aller Ziele über die Dunkelfarbige mit Muschelarmreifen. Nun erkläre ich ihr Yantra: Dreieck, Fünfeck,

18.13 acht Blätter, sechzehn Blätter, acht Blätter, vier Blätter und ein Quadrat mit vier Toren. So zeichne das Mandala.

18.14 Rufe die Gottheit an und verehre sie mit den Gaben. Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, Mitte und Richtungen.

18.[15; unnummeriert] Nun erkläre ich die Verehrung [der Umgebung; Lesung gestört]. Vom vorderen Tor aus verehre in den vier Richtungen im Uhrzeigersinn

18.16 Sarasvati, Lakshmi und die Schätze Shankha und Padma; in den Zwischenrichtungen, von links im Uhrzeigersinn,

18.17 Batuka, den Herrn der Scharen, Kshetrapala und die Yoginis. An den Spitzen der vier Blätter verehre der Reihe nach Siddhamatangini,

18.18 die aus Mahalakshmi Bestehende, Siddhalakshmimatangini und Mahamatangini. [Die genaue Namenabgrenzung ist unsicher.]

18.19 Auf den acht Blättern verehre die Bhairavas von Asitanga an: Asitanga, Ruru, Chanda, Krodha, Unmatta,

18.20 Kapalin, Bhishana und Samhara; das sind die acht Bhairavas. Verehre sie vorn beginnend im Uhrzeigersinn.

18.21 Vama, Jyeshtha, Raudri, Shanti, als fünfte Shraddha, Vagishvari, Kriyashakti, Lakshmi und Pushti,

18.22 Mohini, Pramatha, Svasa, Cici, Bindumalini, Svarananda und Nagabuddhi heißen die sechzehn. [Mehrere Namen sind unsicher.]

18.[23; unnummeriert] Verehre sie im sechzehnteiligen [Lotus], vorn beginnend im Uhrzeigersinn. Dann [werden genannt] Lakshmi, Sarasvati,

18.[24–25; unnummerierter Text] Rati, Priti, Kirti, Shanti, Tushti und Pushti wie zuvor. Auf acht Blättern verehre die acht Mütter; auf den fünf Blättern wie zuvor

18.26 Dravini, Shoshini, Stambhini, Mohini und Akarshakarini.

18.27 Im Dreieck verehre vorn beginnend im Uhrzeigersinn Rati, Priti und Manobhava mit dem Mantra.

18.28 Verehre die Göttin erneut mit allen Gaben. Für die vorbereitende Disziplin werden dreihunderttausend Wiederholungen genannt.

18.29 Verwende eine Korallenkette; ein Zehntel opfere der reine Mantraübende mit Bandhuka-Blüten in einer dreieckigen Feuergrube.

18.30 Mit dem so gereinigten Mantra vollziehe er alle Anwendungen. Wer Herrschaft begehrt, [opfere] Mallika-, Jati- und Punnaga-Blüten sowie Bilva-Blätter.

18.31 Wer Fülle begehrt, [opfere] weiße Lotusblüten oder Lotus; wer Genuss begehrt, blaue Lotusblüten und Lakshmi-Blüten.

18.32 Hibiskus, Bandhuka und Bakula-Blütenstaub [dienen] der Beherrschung; wer diese begehrt, opfere mit Honig verbundene Madhuka-Blüten.

18.33 Zur Anziehung [werden] Salz und Sesam mit den drei süßen Substanzen [verwendet], für Regen Vanjula, für Reichtum goldfarbene Blüten.

18.[34–35; unnummerierter Text] Zur Beherrschung Kadamba-Blüten, für Herrschaft Getreide und Reis; gekochte Nahrung mit Butter [für ein unsicher bezeichnetes Ziel], Safran und Rocana zur Beherrschung, Duftstoffe für Wohlergehen, Nandyavarta für Sprachvermögen, Kari-Blüten für Fülle und Palasha für Leuchtkraft.

18.[36; unnummeriert] Durch ein Opfer mit Butter einer braunen Kuh werde man strahlend. Ein Opfer mit Unmatta-Blüten soll Wahnsinn hervorrufen.

18.[37; unnummeriert] Giftbäume, Nimba, Shleshmantaka, Vibhitaka sowie Eule, Geier und Krähe, mit Nimba-Öl benetzt,

18.38 werden zur Vernichtung des Feindes in einer [als menschenförmig bezeichneten] Feuergrube geopfert; dabei ist der Ausführende nackt, nach Süden gewandt und von finsterem Blick.

18.[39; unnummeriert] Vertreibung [wird] der Windrichtung zugeordnet, Zwietracht der südwestlichen [Lesung gestört]; bei Befriedung in östlicher beziehungsweise südöstlicher Anordnung sitzt man nach Osten gewandt.

18.40 Im Westen wird Lähmung genannt; nach Norden gewandt vollziehe der Lehrer beziehungsweise Übende nährende und die übrigen Handlungen.

18.41 Mit Milchreis, Zuckerbrocken und Zuckerrohrsaft, auch mit Milch allein, soll ein Feueropfer Pitta beruhigen.

18.42 Milchreis mit Butter soll rasch Wahnsinn beseitigen; Pfeffer, mit Sesamöl versehen, soll Husten und Atemnot nehmen.

18.43 Ein Opfer mit Nirgundi-Wurzel soll Vata-Störungen beseitigen. Höre nun die rasche Anziehung: Stelle drei Abbilder her.

18.44 Vollziehe die Einsetzung des Lebens. Ein Abbild [besteht] aus Ton aus dem Haus eines Töpfers, ein weiteres aus Bienenwachs, ein anderes aus Salz.

18.[45; unnummeriert] Verbinde sie in der Absicht mit dem Namen [der Zielperson]. Das Tonbild setze mit Safran [ein]; sieben Fingerbreiten darunter [befindet sich] das Salzbild bei der Umrandung.

18.[46; unnummeriert] Das Wachsbild hänge darüber an einem Baum. Verreibe Salz mit Honig und opfere das Salzbild.

18.47 Beginne bei Männern am rechten Fuß und gehe bis zum linken; bei Frauen wird die Reihenfolge umgekehrt.

18.48 Nach sieben Nächten, so [die Verheißung], werden sie erschüttert und von Trennung gequält, verlieren Furcht und Scham und fallen in den Schoß des Ausführenden.

18.49 Salz mit Nimba-Öl wird zur Feindvernichtung geopfert, Salz mit Kurkumapulver zur Lähmung.

18.[50; unnummeriert] Für günstige Ziele verehre man am Vormittag oder frühen Abend; Vertreibung und Ähnliches vollziehe man mittags oder um Mitternacht.

18.51 Zur Gestalt Matangis geworden, vollziehe man die Handlungen. Danach führe der Einsichtige in Gegenwart von Mädchen die Besessenheits- beziehungsweise Eingebungspraxis aus.

18.[52; unnummeriert] Auch die Mädchenverehrung, besonders die der Yoginis, ist zu vollziehen. Nach Verehrung von achtmal acht [Gestalten] erfreue der Einsichtige Matangi.

18.53 Danach bringe Matangi die Opfergabe dar. [Der Mantra beginnt mit] Devi, Shakti, Verehrung und „Erhabene“.

18.[54; unnummeriert] Dann spreche Matangi und Chandali; danach „alle Menschen“ und „in meine Gewalt“.

18.55 Füge „führe“ und den zweifachen Abschluss an. Mit diesem Mantra erfolgt die Opfergabe an Matangi zur Vollendung.

18.56 Ebenso bringe der Mantraübende Batuka und den übrigen die Opfergabe dar und vollziehe durch Matangis Gnade alle Handlungen.

Kolophon: Hier endet der achtzehnte Patala, die Verehrung des Juwels Matangishvari.

Eine räumliche Darstellung des Shri Yantra. Die Samhita behandelt Diagramm, Gottheitenordnung und innere Meditation zusammen.

Patala 19a

Bhuvaneshvari und ihre dreifachen, sechsfachen und zwölffachen Yantras

19a.1 Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich verkünde die Stätte der Freude der Welten. Schon durch ihre Erkenntnis fliehen große Bedrängnisse.

19a.2 [Der Mantra besteht aus] Shiva, auf Feuer gesetzt und mit dem linken Auge geschmückt. Shakti, der Sohn Vasishthas, ist der Seher; als Versmaß

19a.3 wird Gayatri genannt. Die Gottheit ist die höchste Bewusstseinskraft [der Ausdruck davor ist gestört]. Shiva und der vierte [Laut] sind Bija und Shakti; Repha heißt der Verschluss.

19a.4 Bhuvaneshani verleiht die vier menschlichen Lebensziele. Mit Ananta, linkem Auge, linkem Ohr und Unterlippe,

19a.5 Anugraha und Visarga wandle der Mantrakundige die Vidya ab. Nach der Auflegung der sechs Glieder lege die mit Hrillekha beginnenden Mantras an.

19a.6 Von A bis [zum unklar gelesenen Endlaut] ziehe die Matrika in umgekehrter Reihenfolge zurück, entsprechend auch die Lautgruppen rückwärts.

19a.7 Nach der Unterweisung des Guru, dem Weg der umgekehrten Vokale folgend, geschieht dieser Auflösungs-Nyasa der Matrika, der im Geschmack der Brahman-Wonne leuchtet.

19a.8 So verwandelt, lege der Mantraübende die sechs Glieder an den Fingern an, dann erneut die Körperglieder mit dem Leuchten von Bewusstsein und Glückseligkeit.

19a.9 An [Kopf und Mund; Lesung verkürzt], Herz, Geschlechtsorgan und Füßen lege die fünf höchsten Herrinnen an: Hrillekha, Gagana, Rakta, als vierte Karalika

19a.10 und Mahocchushma. Dann lege die drei Kräfte Gayatri, Savitri und als dritte Sarasvati an,

19a.11 an Hals, linker und rechter Brust. Die drei Götter Brahma, Vishnu und Shiva [werden] an linker Schulter, Herz

19a.12 und rechter Schulter [angelegt]. Danach lege die Mütter an: an Stirn, linker Seite, Flanke und Bauch sowie rechts

19a.13 an Bauch, Flanke und Haaransatz. Mit dem Grundmantra vollziehe den alldurchdringenden Nyasa; der Leib wird durch Schlinge-, Stachelstock-, Gewährens- und Furchtlosigkeitsmudra geordnet.

19a.14 Mit Safran und weiteren geeigneten Substanzen zeichne der vorzügliche Lehrer auf Tuch oder auf eine aus Gold, Silber oder Kupfer gefertigte Fläche.

19a.15 Mit Linien in östlicher, südwestlicher und nordwestlicher Richtung [entsteht] das Feuerdreieck. In dessen Mitte schreibe der Mantraübende die Shakti, versehen mit dem Namen der Zielperson.

19a.16 Umgib sie mit dem Tha-Laut; an die Eckspitzen schreibe Para. Diese Verbindung an drei Stellen wird als vollendungsbringend bezeichnet.

19a.17 Umschließe die Linienenden der drei Bijas im Uhrzeigersinn; die drei anderen [Enden] umschließe mit dem Ende von Maya.

19a.18 Durch die wechselseitige Kraft entsteht die schöne Shakti-Verknüpfung. In die Zwischenräume des Dreiecks [setze] das linke Auge mit Bindu.

19a.19 An beide Seiten jeder Ecke [schreibe] die bezeichneten Hari- und Hara-Laute; wiederum beide in die Mitte, den vierten mit Visarga.

19a.20 Umschließe außen mit diesen Lauten, ziehe einen Kreis und außen einen achtteiligen Lotus. An den Staubfäden

19a.21 schreibe der Einsichtige auf jedem Blatt Hari- und Hara-Laut, den vierten Vokal, Hara, den vierten [Laut] und Hari. [Die verschlüsselten Lautnamen sind teilweise orthographisch gestört.]

19a.22 Auf die Blätter und deren Spitzen schreibe das linke Auge. Dieses dreifache Yantra ist außen mit [dem bezeichneten Lautkranz] umgeben.

19a.24 Es ist schön, gewährt Wünsche und Befreiung und bringt alle Fülle hervor. In diesem Sitz verehre die Kräfte zur Erfüllung aller Ziele. [Verszahl 23 fehlt.]

19a.25 Jaya, Vijaya, Ajita, Aparajita, Nitya, Vilasini, Dogdhri, Aghora und Sarvamangala

19a.26 verehre rings um den Sitz; an seiner Wurzel Nandin. Meditiere über die Kundalini-Gestalt, die wie die aufgehende Sonne leuchtet,

19a.27 vierarmig, dreiäugig, Schlinge und Stachelstock tragend, Gewähren und Furchtlosigkeit zeigend.

19a.28 Nach der Verehrung [und Anrufung; Lesung gestört] verehre die Göttin mit schönen Gaben. Zeige die Mudras der Anrufung und die weiteren. Die Gliederverehrung erfolgt in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, Mitte und Richtungen.

19a.29 Zur Erfüllung des Genusses verehre der Lehrer die Genussglieder. [Es folgt eine teilweise gestörte Zuordnung von Lauten zum Erdelement.]

19a.30 [Eine weitere, teilweise gestörte Lautgruppe] gehört zum Wasser; die mit kurzem und langem I sowie Ai beginnende Gruppe gehört zum Feuer.

19a.31 Die mit A, E, Ka, Cha und Ta beginnende Gruppe gehört zum Wind; die mit den beiden vokalischen L-Lauten und Anusvara beginnende Gruppe gehört zum Raum. [Die einzelnen Konsonantenlisten sind beschädigt; eine bereinigte alphabetische Zuordnung wird nicht erfunden.]

19a.32 Oben, im Osten, Süden, Norden und Westen verehre der gesammelte Mantraübende die Laute; danach

19a.33 verehre an diesen Stellen die Fünfergruppe von Hrillekha an zur eigenen Vollendung. In den östlichen, südwestlichen und nordwestlichen Ecken

19a.[34–35; unnummerierter Text] verehre die Dreiergruppe von Gayatri an, danach jene von Brahma an in südöstlicher, westlicher und nordöstlicher Richtung. Auf den Blättern verehre die Mütter, danach die Welthüter.

Zwischenkolophon: So lautet die Herstellung des dreifachen Bhuvaneshvari-Yantras.

19a.36 Der Herr sprach: Nun erkläre ich das sechsfache Yantra, Geliebte. Schon durch seine Erkenntnis wird man zum Herrn aller Vollendungen.

19a.37 Zeichne die ineinandergefügten Feuerfiguren und setze die Shakti in die Mitte. In deren Repha-Bereich schreibe die Namenslaute der Zielperson.

19a.38 Im Bereich des vierten Vokals schreibe, den Zielnamen berührend: „Bringe [diese Person] in die Gewalt des Übenden“, zur Erreichung aller Ziele.

19a.39 Umgib dies mit dem Ta-Laut. Außen schreibe die Shakti fünffach, danach ebenso Shri-Bija und Kama-Bija.

19a.40 Ordne sie fünffach in Reihen; dann bilde das Sechseck. An dessen sechs Spitzen [steht] das linke Auge mit Bindu.

19a.41 An die Schnittpunkte schreibe das Shakti-Bija. Die Shakti-Bildung geschieht wie zuvor, jedoch ohne Berührung.

19a.42 In die Zwischenräume der drei oberen Ecken schreibe die mit Bindu versehenen Namenslaute des Übenden,

19a.43 dazu Shakti-, Shri- und Kama-Bija. In die Zwischenräume der drei unteren Ecken

19a.44 schreibe der dem Guru Dienende die Laute der Zielperson und der Reihe nach Shakti-, Shri- und Kama-Bija mit Visarga, miteinander verflochten.

19a.45 Beschreibe alle Eckseiten mit Hari- und Hara-Lauten; außen ziehe einen Kreis gleich dem Vollmond.

19a.46 Innerhalb dieses Kreises [stehen] die fünfzig Laute in Vorwärtsfolge, außen die Matrika in Rückwärtsfolge.

19a.47 Nach dieser Umhüllung zeichne zwei Erdquadrate ineinander; dadurch entsteht eine achtteilige Figur.

19a.48 In der Mitte der Richtungen schreibe den Bija-Mantra Nrisimhas. Erkenne den als Kshaum bezeichneten Laut als Nrisimhas Bija, Parvati.

19a.49 [Eine weitere, teilweise gestörte Lautbildung] mit Manu-Vokal, Bindu, Nada und Kala ist Chintamani, Geliebte.

19a.50 Schreibe ihn in die Ecken; an den Schnittpunkten zeichne Dreizacke mit Pranavas, dann einen Lotus,

19a.51 schön mit zwölf Blättern, entfaltet durch die zwölf [Tierkreis- beziehungsweise Lautzuordnungen]. Dieses sechsfache Yantra bringt alle Fülle hervor.

19a.52 Verehre darin den Sitz und rufe die Göttin wie zuvor an. Bringe Duft, Blumen, Räucherwerk, Lampen und weitere schöne Gaben dar.

19a.53 Nach den Anrufungsmudras verehre [die Glieder] in den bezeichneten Ecken, der Mitte und den Richtungen des Sechsecks.

19a.54 Nach der Hülle der sechs Glieder folgt die zweite Hülle: Gayatri mit Brahma, Savitri mit Vishnu,

19a.55 Sarasvati mit Shiva, Shri mit dem Reichtumsspender, Rati mit Madana und Pushti mit Ganapati.

19a.56 Verehre sie im Sechseck, von der östlichen Ecke im Uhrzeigersinn. [Es folgen Göttinnennamen:] Rakta, Anangakusuma, als dritte Kusumetara,

19a.57 Nitya, Anangamadana, als sechste Madanatura, Gauri, Gagana und Gaganavegini,

19a.58 Padma, Abhayapramathini und Shashishekhara. Verehre sie auf den zwölf Blättern von Osten an. [Einige Namensgrenzen sind unsicher.]

19a.59 (erste Stelle) Nach der Verehrung der vier Blätter verehre in den Richtungen Brahmi und die übrigen, in der Erdumgrenzung die Welthüter. Dies ist das sechsfache [Yantra].

19a.59 (zweite Stelle) Dem Übenden werden alle Vollendungen, beginnend mit der Rede, zuteil. Verehre erneut die Höchste mit Speisegaben und den weiteren Darbringungen.

Zwischenkolophon: So lautet die Herstellung des sechsfachen Bhuvaneshvari-Yantras.

19a.58 (erneute Zählung) Der Herr sprach: Nun erkläre ich das zwölffache, vorzüglichste Yantra. Schon durch seine Erkenntnis wird man zum Herrscher der Welten.

19a.59 (dritte Stelle) Bilde zuerst ein Sechseck; [an] dessen Verbindungen [stehen die Gottheiten]. Durch ein weiteres Sechseck entsteht eine zwölfeckige Figur.

19a.[60–61; unnummerierter Text] Schreibe die Shakti nach der früheren Vorschrift in die Mitte, [innerhalb] des Tha-Lautes; umgib sie außen in umgekehrter Ordnung mit den bezeichneten Mantras. An die Schnittpunkte der Sechsecke schreibe Bhuvaneshani, in zwölf Stellen entfaltet.

19a.62 Vollziehe die Shakti-Verknüpfung wie zuvor zwölfmal, jeweils abwechselnd, Geliebte. Gestalte sie schön und geordnet.

19a.63 Schreibe den als Dru bezeichneten [Laut] mit Bindu und dem vierten [Vokal] in die zwölfeckige Figur und darüber an die zwölf Ecken, zur Erfüllung aller Wünsche.

19a.64 Zwischen den Bijas der Schnittpunkte zeichne der Mantraübende Dreizacke; dann an die Seiten

19a.65 jeder einzelnen Ecke die Gayatri. [Die ersten Wörter des Mantras werden hier teilweise beschädigt buchstabierend angegeben.]

19a.66 [Der folgende Formelteil bedeutet:] Den Glanz des Gottes betrachten wir; er möge unsere Einsichten anregen. Diese [Teilgruppe] wird als achtlautig bezeichnet. [Die abschließende Bezeichnung ist gestört.]

19a.67 Diese vierundzwanziglautige Gayatri ist die Mutter der Götter. Schreibe ihre Laute paarweise in umgekehrter Folge.

19a.68 Außen an den Eckseiten, zum Feuer gewandt, schreibe rückwärts Pranava sowie die Bezeichnungen Erde, Zwischenraum und Himmel; dies wird als sechslautig bezeichnet.

19a.69 [Es folgt die Feueranrufung:] Jatavedas, trage [die Gabe], vollbringe alle Handlungen! [Sie endet mit dem Opferruf.] Dies ist die schwer erlangbare Feuer-Vidya.

19a.70 Schreibe sie anschließend zur Erfüllung aller Aufgaben. Umgib [das Ganze] mit Matrika in Vorwärts- und Rückwärtsfolge.

19a.71 Zeichne wie zuvor die mit Bijas geschmückte Erdumfassung, außen einen sechzehnblättrigen Lotus mit zweiunddreißig Staubfäden.

19a.72 Dieses große zwölffache [Yantra] ist die Stätte von Nigama und Agama. Verehre den Sitz und rufe die Göttin wie zuvor an.

19a.73 Vollziehe die Gefolgeverehrung, beginnend mit der inneren Verehrung. Die Fünfergruppe von Hrillekha an verehre wie zuvor zusammen mit den Lauten.

19a.[74; unnummeriert] Die sechs Paare von Brahma an verehre getrennt als zwölf in den Ecken, beginnend im Osten. Danach verehre die sechzehn [Kräfte]:

19a.75 Karali, Vikarali, Uma, Sarasvati, Durga, Shachi, Trisha, Lakshmi, Shruti, Smriti und Dhriti,

19a.76 Shraddha, Medha, Dhriti, Kanti und Arya werden als sechzehn genannt. [Dhriti steht zweimal.] Verehre sie von Osten an auf Blattspitzen und Verbindungen.

19a.77 Shri, Hri, Pushti, Praja, Sinivali, Kuhu, Rudravirya, Prabha, Ananda, Shoshani und Shuddhida,

19a.78 Kalaratri, Maharatri, Bhadrakali, Kapalini, Vikriti, Nandini und Mundini,

19a.79 Indrakhanda, Shikhandini, Nishumbhamathini, Mahishamardini und Indrani,

19a.80 Rudrani, die den halben Leib Shankaras Einnehmende, Nari, Narayani, Trishulini und Palini,

19a.81 Ambika und Hladini: Dies gilt als Kreis von zweiunddreißig Kräften. [Die Abgrenzung der Namen ist teilweise unsicher.] Außen [folgen] Pingalakshi und Vishalakshi,

19a.82 Buddhi, Vriddhi, Svadha, Svaha, Shraddha, Nitya, Vasundhara und Trailokyadhatri,

19a.83 Gayatri, Savitri, Tridiveshvari, Surupa, Vararupa und Bahurupika,

19a.84 Skandamata, Acyutapriti, Vimala, Amala, Aruni, Varuni, Prakriti und Vikriti,

19a.85 Srishti, Sthiti, Samhriti, Sandhya, Mata und Sati; [darauf folgt eine ausdrücklich beschädigte Namensfolge] und die höchste Göttermutter,

19a.86 Bhagavati, Devaki, Kamalasana, Trimukhi und Saptamukhi, du von Lehrern Verehrte,

19a.87 [eine unsicher gelesene, auf Götter und Dämonen bezogene Gestalt], Mardini, Lamboshthi, Urdhvakeshi, Bahushirsha und Vrikodari,

19a.88 nochmals Vrikodari, Rekha, [Ratha beziehungsweise Rati; unsicher], Shashirekhika, Aparagamanadi [unsicher], Vega und Pavanavegika,

19a.89 Bhuvanapala, Madanatura, Ananga, Anangamadana und Anangamekhala,

19a.[90–91; unnummerierter Text] Anangakusuma, Vishvarupa, Bhayankari [mit Bezug auf die Dämonen], Akshobhya, Satyavadini, Vasurupatara [unsicher], Suvritta, Parameshvari, Varada und Vagishi. Verehre diese Kräfte.

19a.92 Die Verehrung im Uhrzeigersinn erfüllt alle Wünsche und Ziele. So ist dir die Verehrung der vierundsechzig großen Kräfte erklärt. [Die beschädigte Namensliste wird nicht auf eine ergänzte Zahl gebracht.]

19a.[93; unnummeriert] Außen in der Erdumgrenzung verehre der Einsichtige die Welthüter. Verehre die Göttin erneut und bringe Speisegaben und die weiteren Gaben dar.

19a.94 Damit ist dir dies ausführlich erklärt, was selbst für die Götter schwer zu erlangen ist.

Kolophon: Hier endet der als neunzehnter bezeichnete Patala über die Herstellung und Verehrung des zwölffachen Bhuvaneshvari-Yantras.

Patala 19b

Das Riegel-Yantra und Bhuvaneshvari als welttragende Kraft

19b.1 Der Herr sprach: Der Mundkreis mit Bindu, Nada und Kala heißt Schlinge. Mit Sama, Feuer und Pranava verbunden erkenne den Stachelstock, Parvati.

19b.2 Wenn die dazwischen befindliche Vidya verehrt wird, [wird eine als fünflautig bezeichnete Folge] durch diese beiden eingefasst. [Die betreffenden Lautnamen sind gestört.]

19b.3 Dann ist die schwer erlangbare Herstellung des Riegels beschrieben. Schon ihre Ausführung soll die Anziehung der drei Welten bewirken.

19b.4 Nach der Überlieferung und durch die Gnade des ehrwürdigen Guru zeichne mit einer Schnur einen wohlgerundeten, vorzüglichen Kreis.

19b.5 Füge zwei Erdquadrate ineinander; daraus entsteht die in den Richtungen schöne achtteilige Figur.

19b.6 Ziehe in den acht Richtungen aus ihren Teilen je zwei Linien. Durch die beiden Linien entsteht ein besonders schöner Riegel.

19b.[7; unnummeriert] Mit demselben Maß fertige die acht Riegel. Vor ihnen zeichne der Einsichtige einen Kreis wie die Mondscheibe.

19b.8 Ziehe erneut eine Linie und bilde einen vorzüglichen Kreis wie zuvor; der Übende ordne darin zwei Reihen von acht Feldern an.

19b.9 Die zweimal acht Staubfäden sollen deutlich erkennbar, die Riegel schön und die Wege wohlgeordnet sein.

19b.10 So soll es gefertigt werden; es bewirkt die Anziehung der drei Welten. Das Shakti-Bija mit dem Namen der Zielperson und des Übenden,

19b.11 eingeschlossen von den beiden großen Bijas für Schlinge und Stachelstock, schreibe der Übende in den mittleren Kreis des Fruchtbodens.

19b.12 In den acht Ecken schreibe die sechs Glieder der Reihe nach: in Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten

19b.13 die [vier] bis zum Panzer; in der Mitte verehre das Auge. An die vier Richtungsenden schreibe vierfach die Waffe.

19b.[14; unnummeriert] Vom Kreis bis zu den acht Ecken und auf die acht Riegel schreibe die Bijas gemäß der Überlieferungsordnung.

19b.15 Lasse Feuer und Shakti weg und setze an deren Stelle Erde. Wandle dieses Bija durch die Vokale ab, unter Auslassung des langen vokalischen R und der beiden vokalischen L-Laute.

19b.16 Bilde so zwölf und ordne sie vierfach. Die erste Dreiergruppe schreibe nach Osten gerichtet auf der Nordseite.

19b.17 Die zweite, ebenfalls nach Osten gerichtet, schreibe auf der Südseite. Die dritte schreibe im westlichen Bereich, ebenso im Süden [die Richtungsanweisung ist nicht eindeutig].

19b.18 Den vierten Riegel entsprechend im Westen bis nach Norden. Ersetze im Zwölferkreis der Bijas Erde durch Wind.

19b.19 Auf den Feuerriegel schreibe die erste Dreiergruppe von Osten, die andere von Westen.

19b.20 Auf den Windriegel schreibe entsprechend von Westen und von Osten, zur Erfüllung aller Aufgaben.

19b.21 Für den Yama-Riegel erkläre ich, du Schönangesichtige: Ersetze in den zwölf Bijas Wind durch Wasser.

19b.22 Im Süden [schreibe] die Dreiergruppe von Osten, die zweite von Westen; auf den nördlichen Riegel schreibe der Einsichtige von Westen

19b.23 die vierte von Osten, nach dem Weg des Guru. Ersetze im Zwölferkreis Wasser durch Repha.

19b.24 Auf den südwestlichen Riegel schreibe die erste und die andere Dreiergruppe von Süden und Norden. Auf dem Shiva-Riegel

19b.25 zuerst von Norden, dann von Süden. In die inneren acht Felder, die Staubfäden heißen, schreibe

19b.26 die vier Bijas für Schlinge, Shri, Bhuvaneshani und Kama sowie ihre Umkehrung: Der Mantrakundige schreibe diese acht Laute.

19b.27 Lasse die abschließende Schlinge weg und füge den Stachelstock ein. Außen in den acht Ecken schreibe der Reihe nach

19b.28 Kamini, Ranjini und davor Atri-Vallabha; [die angegebene] achtlautige höchste [Formel steht] auf den Staubfäden. [Die Wortabgrenzung ist unsicher.]

19b.29 In die Endfelder [schreibe] den Chandra-Katyayani-Mantra: Shakti, Gauri und die fünf Laute „von Rudra Geliebte“.

19b.30 Schreibe Yogishvari sowie Panzer-, Waffen- und Opferruf. Chandi-Katyayani ist in den drei Welten schwer zu erlangen. Nun erkläre ich die äußere Umhüllung.

19b.31 Das Wort Hamsa, das linke Auge mit zwei Bindus und erneut Hamsa: Schreibe diese fünflautige Formel.

19b.32 Zwischen einem Vokalpaar wird sie siebenlautig und achtfach [angeordnet]. Außen zeichne einen sehr schönen achtblättrigen Lotus.

19b.33 Auf seine acht Blätter [setze] der Mantraübende die Formel des Fruchtbodens und [eine unsichere weitere Formel]. Außen umgib sie kreisförmig mit Schlinge und Stachelstock.

19b.34 Schreibe einen Matrika-Kreis in Vorwärtsfolge und ebenso einen in Rückwärtsfolge.

19b.[35; unnummeriert] Umschließe all dies mit einem großen Tha-Laut. Dieses große Ghatargala-Yantra verleiht die menschlichen Lebensziele. [Der Kapitelkolophon hat die abweichende Form Jutargala.]

19b.36 Rufe die Göttin darin an und verehre sie mit den Gaben. Zuerst lege die Glieder an Händen und Körper an.

19b.37 Meditiere über die Glückseligkeitsgestalt, den Leib durch Mudras geordnet. Vollziehe die Gefolgeverehrung; höre von der ersten Hülle.

19b.[38; unnummeriert] Die Fünfergruppe von Hrillekha an [bildet die erste]; die zweite [besteht aus] den Gliedern, wie zuvor in den acht Ecken.

19b.[39; unnummeriert] Auf den Lotusblättern verehre die Mütter, von Osten beginnend; außen die Welthüter. Dann verehre die Mutter erneut,

19b.40 mit den einzelnen schönen Gaben bis zum Betel. Wiederhole den Mantra diszipliniert entsprechend deinen Kräften.

19b.[41; unnummeriert] Dies ist die tägliche Ordnung. Höre die vorbereitende Mantradisziplin: Wiederhole die Vidya zwölfmal hunderttausendmal und opfere ein Zehntel ins Feuer,

19b.42 mit Brennholz milchsaftführender Bäume, bestrichen mit den drei süßen Substanzen, und mit Sesam. So vollendet man die vorbereitende Disziplin.

19b.[43; unnummeriert] Wer Beherrschung begehrt, opfere Jati-Blüten; für Fülle Lotusblüten, für Gedeihen Khadira-Holz.

19b.[44; unnummeriert] Auch in einem einzigen Laut sind die Welten enthalten. Im Raum-Bija sind Kailasa und die übrigen [Bereiche] gegründet; aus dem Brahma-Bija [entsteht] eine vielfältige Lautentfaltung.

19b.45 Dadurch besteht diese Welt, in der Ordnung des Erdkreises gegenwärtig. [Der Vers schließt an die unnummerierte Lauterklärung an.]

19b.46 Durch den vierten Vokal wird der große Erdkreis in der Unterwelt in Gestalt Sheshas getragen. Deshalb ist sie auch die Herrin der Unterwelt.

19b.47 Daher heißt sie Herrin der Welten. Im Ha-Laut [ist] Raum; durch den vierten Vokal entsteht Wind.

19b.48 Durch dessen Umwandlung und durch Repha besitzt sie unmittelbar Feuergestalt. Das Feuer-Bija gilt als Vasu; deshalb [wird] Repha [mit] der erdtragenden Kraft [verbunden]. [Die letzte Herleitung ist gestört.]

19b.49 Deshalb besteht Gleichheit zwischen Ra und [dem unsicher überlieferten Vergleichslaut]. Durch den Mondnektar des Bindu überflutet die Göttin die drei Welten.

19b.50 Daher ist sie von flüssiger Gestalt und erschafft durch die halbe Lautkraft. Deshalb wird sie Bhuvaneshi, Herrin der Welten, genannt.

Kolophon: Hier endet der erneut als neunzehnter bezeichnete Patala über Herstellung und Praxis des Jutargala-Yantras.

Patala 20

Panchami und die Verehrung der Varahi

20.1 Der Herr sprach: Höre, Geliebte, ich verkünde Panchami, die Herrin der Juwelen-Vidya. Schon durch das Gedenken an sie kann selbst der Wind stillstehen.

20.2 Spreche das Vagbhava-Bija; danach das Erd-Bija, versehen mit Hals, Anugraha, Bindu und Nada.

20.3 Erneut [steht] das erste [Bija], dann Verehrung und „Erhabene“. Schreibe zweimal Vartali, Varahi und nochmals diese Dreiergruppe, danach zweimal Varahamukhi, ohne Lautverschmelzung.

20.4 [Es folgen die Anrufungen] Andhe, Andhini mit dem Herzabschluss; diese [Gruppe] ist siebenlautig. Dann Rundhe, Rundhini mit Herzabschluss, Jambhe, Jambhini ebenso,

20.5 Mohe, Mohini mit Herzabschluss sowie Stambhe, Stambhini. Danach [sprich] „aller Bösen und Übelgesinnten“.

20.[6–7; unnummerierter Text] [Die Vorlage enthält eine grammatische Erläuterung zum Ausdruck „mit Ananta“; ihre Einordnung ist unsicher.] [Es folgt die Bitte,] Rede, Geist, Augen, Mund, Bewegung und Zunge aller [genannten Personen] zu lähmen: „Mache, mache! Bringe rasch in meinen Bann, bringe in meinen Bann!“ Danach wiederum Vagbhava und Erd-Bija.

20.8 Nach vier Ta-Lauten [folgen] Panzer-, Waffen- und Opferruf. Der Mantra hat hundertvierzehn Laute.

20.9 Der Nyasa wird mit vierundvierzig Wörtern beschrieben. Der Mantrakundige lege Matrika und zehn Wörter im Gesicht an,

20.10 zwanzig an den Gelenken und Enden der Arme und Beine, die übrigen Laute an den beiden Seiten [die Verteilung ist gestört].

20.11 So lege der Einsichtige Matrika an. Danach vollziehe zur Reinigung des Körpers den sechsgliedrigen Nyasa.

20.12 Die zweimalige Anrufung Vartalis [gehört] zum Herzen, zweimal Varahi zum Kopf.

20.13 Zweimal Varahamukhi [gehört] zum Haarschopf; dann sieben Laute zum Panzer, weitere sieben zu den Augen.

20.14 Danach sieben Laute zur Waffe. So lege die sechs Glieder an; mit dem ganzen [Mantra] vollziehe den alldurchdringenden Nyasa.

20.15 Ich erkläre die Herstellung des die drei Welten bezaubernden Yantras auf Kupfer, Silber, Gold oder Birkenrinde.

20.16 Zeichne das schöne Chakra mit Rocana, Safran, Aloeholz, Sandelholz oder gelber beziehungsweise roter Kurkuma.

20.17 Zeichne Dreieck, Fünfeck, Sechseck, achtblättrigen, hundertblättrigen und tausendblättrigen Lotus, danach die Erdumgrenzung

20.18 mit vier Toren. In der Mitte verehre den Thron. Mit Sprach- und Erd-Bija werden alle Mütter verehrt.

20.19 Vergegenwärtige dir diesen Sitz inmitten eines Kristallberges. Rufe die Göttin an und meditiere einsichtig über sie:

20.20 Die Weltmutter weilt im Inneren eines frisch rötlich leuchtenden Lotus und strahlt mit der mächtigen Leuchtkraft des Saphirs.

20.21 Kadamba- und Schädelkränze zieren sie, ebenso die neun Juwelen. Ihre Krone besteht aus unbezahlbaren Edelsteinen.

20.22 Sie trägt Seidengewand und schönen Korallenschmuck. Pflug und Keule, Gewähren und Furchtlosigkeit

20.23 zeichnen ihre vier Arme aus. Ihre Augen sind gelbbraun, ihre Taille schön, ihre Hüften voll; sie leuchtet wie der blaue Lotus, ihre Brüste sind fest und voll.

20.24 Verehre die ebergesichtige Göttin, die alle Wünsche erfüllt, mit den vorgeschriebenen Gaben, mit rituellem Getränk, Duft und Blumen. [„Getränk“ gibt hier den kontextabhängigen Ausdruck Hetu wieder.]

20.25 Für die vorbereitende Disziplin [werden] siebzigtausend Wiederholungen [genannt]; ein Zehntel als Feueropfer mit Sesam und Bandhuka-Blüten,

20.[26; unnummeriert] versehen mit den drei süßen Substanzen und dem rituellen Getränk, ferner mit Kurkumastücken, Lack, Aloeholz, Harzstoffen und verschiedenen Fleischgaben.

20.27 Dem Mantraübenden wird Vollendung zuteil, daran besteht kein Zweifel. Höre die Verehrungsordnung nach der Anrufung der Göttin.

20.28 Zuerst verehre die Gliederhülle in Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, Mitte und Richtungen. Höre von den drei Ecken im Dreieck.

20.29 An den bezeichneten linken, nördlichen und südöstlichen Stellen [die Richtungslesung ist gestört] verehre Jambhini, Stambhini und Mohini.

20.30 Im Fünfeck verehre die von Rundhini bis Stambhini reichenden [Gestalten], vorn beginnend.

20.31 Außen [an einer unsicher bezeichneten Stelle] erfolgt die Mütterverehrung. Im Sechseck verehre vorn beginnend im Uhrzeigersinn

20.32 Dakini, Rakini, Lakini, Kakini, Sakini und Hakini.

20.33 Zu beiden Seiten des Sechsecks verehre zwei Göttinnen zur Erfüllung aller Ziele: links Krodhini mit Pflug und Schädelschale,

20.34 rechts Stambhini mit der Keule [die weitere Handangabe ist gestört]. Vor dem Sechseck verehre Chandocchanda,

20.36 der Schlange, Schädelschale, Trommel und Dreizack trägt, nackt ist und blaues verfilztes Haar hat: den Sohn Panchamis. [Die Zählung überspringt 35.]

20.[37; unnummeriert] Auf den acht Blättern verehre die Sechsergruppe Vartalis. [Es folgt eine gestörte Anweisung zur Verehrung des Büffels.]

20.38 [Er zerreißt] mit den Hörnern Eingeweide und Bauch, gleicht einer dunklen Regenwolke und vermag den Feind zu [vernichten; die Lesung ist gestört].

20.39 Auf dem hundertblättrigen Lotus verehre der Reihe nach Rudras, Sonnen, Vasus und die beiden [Ashvins]: dreiunddreißig auf den Blättern, jeweils dreimal angerufen.

20.40 Auf dem verbleibenden Blatt [stehe] Stambhini mit Jambhini. Vor dem hundertblättrigen [Lotus] verehre den großen Löwen.

20.41 Auf dem tausendblättrigen [Lotus] verehre tausend Varahis. Nach dem Stachelstock-[Bija] schreibe den Verehrungsruf an Varahi.

20.42 Mit diesem Mantra verehre tausendfach. In der Erdumgrenzung verehre Batuka, Kshetrapala, Yoginis und Ganapati.

20.43 Erfreue die Göttin erneut mit Duft, Blumen und Trankspenden. Eine Gebetskette aus Kurkuma gilt als vorzüglich und lähmungsbewirkend.

20.44 [Auch eine Kette] aus Kristall, Lotussamen, Rudraksha oder [einem unsicher gelesenen Samenmaterial wird genannt]. Für die vorbereitende Disziplin wiederhole die Vidya, mit ihr wesenseins geworden.

Kolophon: Hier endet der zwanzigste Patala, die Ordnung der Panchami-Verehrung.

Patala 21

Trankspenden, Feueropfer und Panchami-Shakata-Yantra

Einordnung: Der folgende Abschnitt beschreibt ausdrücklich auch Schädigungs- und Zwangsrituale. Die behaupteten Wirkungen gehören zum historischen Text; die Darstellung ist keine Anleitung oder Empfehlung zur Anwendung.

21.1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich die schwer erlangbare Trankspende. Mit Sesam, Maireya-Getränk und Bandhuka-Blüten erfreue die heilvolle Göttin.

21.2 Verehre sie wie zuvor in einem schönen Gefäß aus Gold oder einem anderen [geeigneten Material]. Durch diese Vorschrift wird der Brahmane gewiss beliebt.

21.3 Für diese Vidya gibt es eine besondere Feuergrube. Ihre Besonderheit, die alle Feinde zerschneidet, wird hier erklärt.

21.4 Die Grube misst eine Elle, ist unten eine Elle breit und eine Elle tief ausgegraben. Das Feueropfer darin wird beschrieben.

21.5 Zur Lähmung [liegt sie] im Nordosten, zur Bezwingung im Süden. In dieser Grube verehre das Bhairava-Feuer.

21.6 Das gewöhnliche Feuer wird mit den folgenden Mantras verehrt: Schreibe das Herz der Bhuvaneshani und Bhuvaneshi,

21.7 danach ihren Haarschopf; dies sind die drei Bijas. Spreche Bhairava im Dativ mit anschließendem Verehrungsruf.

21.8 Nach dieser Feuerverehrung bringe eine Opfergabe dar: die drei zuvor genannten Bijas, „dem Bhairava-Feuer“ und der zweifache Abschluss.

21.9 Nach dieser einen Gabe verehre das Bhairava-Feuer mit blauen Lotusblüten oder Tapiccha-Blüten.

21.10 Für Lähmung wird das Opfer mit Tapiccha vierhundertfach angegeben, ebenso mit Zedernholz, Sesam, Lack und Kurkuma.

21.11 Während einundzwanzig Mitternächten [erfolgen] jeweils hundertacht [Gaben]. Dabei ist die Hirschmudra vorgeschrieben.

21.12 Rechts von der Feuergrube, eine Elle entfernt, [bereite] ein Gefäß aus Gold, Ton oder Metall vor. [Der Wortlaut ist gestört.]

21.13 Mit schwarzem Tuch umhüllt, mit Lotus und Tapiccha-Blüten [geschmückt], verehre es mit sesamvermischtem Wasser.

21.14 Nach Vagbhava und Erde [folgt die Anrufung] des Pfluges als Anziehungskraft, mit Herzabschluss. Diese Formel wird als neunlautig bezeichnet.

21.15 [Mit] Stachelstock-[Bija] und Zorn [folgt] die Verehrung an die Keule. Wiederhole den Göttinnenmantra siebenundzwanzigmal.

21.16 Berühre den Krug und meditiere im Herzen über die höchste Herrin Panchami. Mit dem Wasser dieses Kruges besprenge der Einsichtige den Feind.

21.[17; unnummeriert] [Der Text behauptet:] Der Feind wird von Schleim und Auszehrung befallen und gewiss gefügig. Nun erkläre ich das gewaltsame Bezwingungsopfer.

21.18 [Man bilde] mit Blut aus den Gliedern von Esel und Schaf, geröstetem Korn, Mehl und Sesam sowie rituellem Getränk vermischte Klumpen und verbinde sie miteinander.

21.19 Mit Fleisch, Duft, Blumen, Räucherwerk und Lampen erfreue der Ausführende die Yogini-Masse als Gestalt höchster Freude.

21.20 [Eine teilweise unklare Abbildung mit Bezug auf die Zielperson und deren Haus] aus Ton oder Metall werde am Rand der Feuergrube dargebracht; geopfert werden Körner und Pulver des gerösteten Getreides.

21.21 Wiederhole zehntausendmal und opfere während der Nächte dreier Halbmonate. Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Samen des Feindes

21.22 fallen dann, so der Text, in die Münder der Yoginis. Nun erkläre ich, was den Ausführenden erfreut.

21.23 Fasse den Pranava mit dem Pranava ein; [die bezeichneten] Au- und Glau-Laute [umgeben] den Zielnamen, den man mit Tha umschließt.

21.24 Umgib ihn mit acht Vajras; dazwischen [stehen] die ausdrücklich genannten Glau- und Krau-Laute. An die Vajra-Spitzen [setze] das Pranava-Bija, dann die Erdfigur.

21.25 An den Vajra-Enden schreibe die Zielbezeichnung und außen die Vidya. Vier Stachelstöcke schließen alles ein.

21.26 Setze es auf den Rudra-Vokal und verehre es mit gelben Blumen. Dieses Panchami-Shakata-Yantra ist in den drei Welten schwer zu erlangen.

21.[27; unnummeriert] Nach tausend Wiederholungen lege es in ein [Kurkuma- beziehungsweise Nacht-]Gefäß. Schreibe es auf Birkenrinde und vergrabe es nachts. [Die Lesung und Satzabgrenzung sind unsicher.]

21.28 Der Mantrakundige [verwende] dunkles Eisen und verehre mit roten Blumen. Lege es in das rauchende Feuer der Verbrennungsstätte und verehre nach der Vorschrift des Guru.

21.[29; unnummeriert] In Gold, Silber oder Kupfer verehre es entsprechend. Wer eine Heeresmacht begehrt [Lesung unsicher], verehre die Göttin mit kurkumagelben Blumen

21.[30; unnummeriert] und lege es abends in einen Getreidehaufen. Auf eine neue Scherbe vom Töpfer zeichne das Yantra; verehre es mit schwärzlichen Blumen und [lege es] auf den Weg.

21.[31; unnummeriert] Dadurch soll selbst ein fest in einer Burg sitzender Feind rasch vertrieben werden. Zeichne es mit tintenartiger schwärzlicher Substanz auf das Gefäß, verehre es

21.32 und lege es in das Haus eines Schmiedes. Der Feind werde dann von Krankheiten geplagt und sterbe, so die Behauptung des Textes.

21.33 Schreibe es nachts auf eine Pauke. Hören mächtige Krieger ihren Klang in der Schlacht, sollen sie fliehen.

21.34 Zeichne es auf eine rauchgeschwärzte Wand und verehre es mit rauchfarbenen [Gaben]. Die Sehkraft der Feinde soll dadurch zugrunde gehen.

21.35 Schreibe es mit Kurkuma auf Stein, verehre mit gelben Blumen und lege das Yantra unter ein Rad.

21.36 Rasch soll so die Rede der Streitenden gelähmt werden. Schreibe es ferner auf Blei und verehre mit Shami-Blüten.

21.37 Unter einen Stein gelegt soll es im Rechtsstreit Sieg bringen. In einem Gefäß aus verschiedenen Metallen verehre es mit weißen Blumen.

21.38 [Dadurch soll der Mantraübende] sprachlich überlegen werden. Schreibe es auf die fünf Kernhölzer und verehre mit fünffarbigen Blumen zur Ausführung aller Handlungen.

21.39 Schreibe es auf ein mit [Timira; Bedeutung hier unsicher] verbundenes Bleipaar, verehre mit schönen Blumen und wiederhole auf der Verbrennungsstätte.

21.20 (überlieferte Zahl; im Fortgang wohl 40) Dadurch soll rasch Anziehung von jungen Männern oder Frauen entstehen. Lege das in einem Bleigefäß [angebrachte] Chakra in eine Baumhöhlung.

21.41 [Die Zielpersonen] sollen von außerhalb ins Dorf eintreten. Lege das Chakra in die Höhlung des Baumes, der dem Geburtsgestirn der Zielperson zugeordnet ist.

21.42 Was dem Baum angetan wird, soll ausdrücklich der Zielperson geschehen. Ins Wasser geworfen verursacht es Störungen; ins Feuer geworfen Hitze und Qual.

21.43 In Asche gelegt soll es Krankheit, in die Erde gelegt Wohlergehen bringen. In Nahrung gelegt soll es eine Geliebte verschaffen; in einen Krug gelegt einen Sohn.

21.44 Im Osten niedergelegt soll es Feinden Furcht bringen; im Südosten und Süden den Tod.

21.45 Im Südwesten soll es Feinde wahnsinnig machen, im Westen Krankheit verursachen; für den Nordwesten [ist die Wirkungsangabe gestört].

21.46 Im Norden soll es dem Ausführenden Reichtum schenken, im Nordosten die Feinde verwirren.

21.47 In der Mitte soll es alle Unternehmungen der Feinde vernichten. Die Verehrung dieser Vidya erfolgt um Mitternacht.

21.48 Andernfalls, so die Warnung, entsteht ein schwer überwindbarer Fluch der Gottheit. Deshalb soll man sie um Mitternacht wiederholen und verehren.

Kolophon: Hier endet der einundzwanzigste Patala über die Herstellung des Panchami-Shakata-Yantras.

Patala 22a

Vier Überlieferungen und ihre Zusammenführung in der Göttin

22a.1 Der Herr sprach: Im großen Tantra Pancharatra wird die vishnuitische Offenbarung gelehrt. Durch Verehrung dieser höchsten Göttin wurde [Vishnu] zum Bewahrer der drei Welten. [Das Schlusswort ist mit einem Unsicherheitszeichen überliefert.]

22a.2 Die im Chakra befindlichen Vidyas habe ich als Shiva-Vidyas bezeichnet. Sie sind im Bindu-Chakra gegenwärtig; deshalb besteht die heilvolle Göttin aus Shiva.

22a.3 Im großen Tantra Siddharatna wird die Offenbarung Ganapatis gelehrt. Mit sieben Zehnmillionenschaften großer Tantras geschmückt, besteht die Göttin aus dieser [Offenbarung].

22a.4 Die Mantras der großen Vamadeva-Tantras offenbaren das Sonnenwissen. Die aus ihnen bestehende Göttin heißt Erkenntniskraft.

22a.5 Deshalb wird die Göttin beständig durch die vier Heiligtümer verehrt. Im Zusammenhang der Throne wurden die Gottheiten der vier Überlieferungslinien

22a.6 zu deren Gedeihen beschrieben, höchste Herrin. Schon durch das Gedenken an sie fliehen große Bedrängnisse.

Kolophon: Hier endet der erste als zweiundzwanzigster bezeichnete Patala, die Erläuterung der vier Überlieferungen.

Tripura Sundari: Schönheit, schöpferische Kraft und höchste Wirklichkeit.

Patala 22b

Die Nitya-Göttinnen

22b, Kameshvari, 1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich der Reihe nach die Nityas. Es gibt viele Varianten des Kameshvari-Mantras, Parvati.

22b, Kameshvari, 2 Darunter wird die schwer erlangbare Kameshvari-Vidya gelehrt. Nach der Tripureshi-[Vidya] spreche Pranava und Herzabschluss,

22b, Kameshvari, 3 dann „Kameshvari, Spenderin der Früchte von Wille und Erkenntnis, Bezwingerin aller Wesen“, danach „die ganze Welt“

22b, Kameshvari, 4 und „erschütternd“, zweimal den Hum-Laut [der anschließende Lautname ist gestört]. Schreibe Tripureshvari in umgekehrter Ordnung: Diese Vidya ist sechsunddreißiglautig.

22b, Kameshvari, 5 Mit zweimaliger Verwendung der ersten drei Teile vollziehe den sechsgliedrigen Nyasa. Seherzuordnung, Meditation, Yantra und Verehrung entsprechen Kameshvari.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Kameshvari.

22b, Bhagamalini, 1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich die Vidya der Shri Bhagamalini. Vagbhava [steht] nach „Bhaga“, nach „Bhage“ wiederum Vagbhava,

22b, Bhagamalini, 2 nach „Bhagini“ Vagbhava, nach „Bhagodari“ Vagbhava, nach „Bhagamale“ Vagbhava; vor „Bhagavaha“ ebenfalls Vagbhava.

22b, Bhagamalini, 3 [Es folgen] „Bhagaguhye“, Vagbhava, „Bhagayoni“, Vagbhava, „Bhaga“, „Nipatini“, Vagbhava, „Bhagasarva“

22b, Bhagamalini, 4 und Vagbhava; dann „Bhagavashamkari“, Vagbhava, „Bhagarupe“, „Bhagini“ und Vagbhava.

22b, Bhagamalini, 5 „Bhagaklinne“, Vagbhava, dann „Bhaga“, „Rupe“, „alle Bhagas“, „führe mir herbei“ und Vagbhava.

22b, Bhagamalini, 6 Mit Vagbhava voran [folgen] „Bhagavati“, „Bhaga“, „Bhagarete“, Vagbhava und „in den Bhagas“.

22b, Bhagamalini, [7; unnummeriert] Schreibe „Rete“, Vagbhava, „Bhagaklinne“, Vagbhava und „Bhagaklinni“; [es folgt eine gestörte Wortverbindung].

22b, Bhagamalini, 8 [Es folgen] „Lasse Bhaga schmelzen“, „Bhagamondhe“, „Bhage“, „Vicce“ und „Erschüttere Bhaga, alle Wesen, Herrin des Bhaga“. [Die Beschwörung spielt fortlaufend mit Bhaga als weiblicher Geschlechts- und schöpferischer Kraft; einzelne Formen sind beschädigt.]

22b, Bhagamalini, 9 [Zwischen die folgenden Bezeichnungen tritt jeweils Vagbhava:] Bhaga-Klam, Bhaga-Jem [unsicher], Bhaga-Blum und Bhaga-Bhem.

22b, Bhagamalini, unnummerierte Fortsetzung [Es folgen entsprechend] Bhaga-Blum, Bhagama, Bhaga, Bhaga-Mom, Bhaga-Blum und Bhaga-He; dann „Bhagaklinne“, „alle Bhagas“ und „führe in meine Gewalt“. [An dieser Stelle ist ein sachfremd wirkender, gleichwohl überlieferter Einschub vorhanden:] Die fünf Liebeskräfte; in der Erdumgrenzung die Welthüter; verehre erneut die Göttin. Dies ist die dritte Nitya, Spenderin von Lebensfülle und Befreiung, die die drei Welten bezwingt.

22b, Bhagamalini, 11 Zwischen beziehungsweise nach „Bhaga“ schreibe den als Haranlem bezeichneten Laut; nach „Bhaga“ die fünfte Liebeskraft und anschließend Bhagamalini.

22b, Bhagamalini, 12 Spreche sie im Dativ. Diese die drei Welten bezwingende Vidya ist mit zweihundertvierundzwanzig

22b, Bhagamalini, [13–14; unnummeriert] Lauten ausgestattet: Bhagamalini-Nitya verleiht alle Vollendungen. Subhaga ist ihr Seher, Gayatri ihr Versmaß; sie selbst ist die Gottheit. Der als Haranlem bezeichnete Laut ist Bija, das Stri-Bija Shakti und Nlum der Verschluss. [Die Bija-Schreibungen sind unsicher.]

22b, Bhagamalini, 15 Mit sechs langen Vokalformen vollziehe der Lehrer den Glieder-Nyasa; Liebeskräfte- und Pfeil-Nyasa erfolgen wie zuvor.

22b, Bhagamalini, 16 Sie weilt im Kadamba-Wald, leuchtet wie die aufgehende Sonne, trägt vielfältigen Schmuck und vermag die drei Welten anzuziehen.

22b, Bhagamalini, [17; unnummeriert] Die Weltmutter trägt Schlinge, Stachelstock, Buch und [Schreibgerät; nähere Lesung gestört], zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit.

22b, Bhagamalini, [18; unnummeriert] So meditierend wiederhole man bei beherrschter Nahrungsaufnahme hunderttausendmal; ein Zehntel opfere der Einsichtige mit Bandhuka-Blüten, bestrichen mit den drei süßen Substanzen.

22b, Bhagamalini, 19 Zeichne Dreieck, Sechseck, sechzehnblättrigen und achtblättrigen Lotus sowie Erdumgrenzung.

22b, Bhagamalini, 20 Verehre die Göttin in der Mitte, dann die Gliederhülle. Im Dreieck verehre die drei mit Vidya beginnenden Kräfte,

22b, Bhagamalini, 21 von der vorderen Ecke an; dort auch Subhaga, Bhaga und Bhagasarpini.

22b, Bhagamalini, [22; unnummeriert] Verehre dort die Pfeile wie zuvor, im Sechseck die Sechsergruppe von Bhagamala an.

22b, Bhagamalini, 23 [Genannt werden] Vashamkari, Rupa, Nityaklinna, Svarupini, Bhagavati, Varada und Parameshvari,

22b, Bhagamalini, 24 Reta, Svareta, Klinna, Klinnadrava, Amogha, Vidya und die Klinna-Gottheit.

22b, Bhagamalini, 25 Diese als sechzehn bezeichneten [Namen] verbinde mit „Bhaga“. [Die Zählung ist nicht eindeutig.] Auf den acht Blättern verehre die Mütter, in der Erdumgrenzung Indra und die übrigen; danach erneut die Göttin.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Bhagamalini.

22b, Nityaklinna, 1 Der Herr sprach: Spreche Bhuvaneshi, „Nityaklinne, Madadrave“ und den Opferruf. Diese elflautige Vidya ist überaus mächtig.

22b, Nityaklinna, 2 Brahma ist ihr Seher, Viraj das Versmaß, Nityaklinna die Gottheit, die höchste, Frauen zum Schmelzen bringende [Kraft]. Anfangslaut, Opferruf und Ende werden Bija, Shakti und Verschluss zugeordnet. Mit einem, dann jeweils zwei Lauten vollziehe der Lehrer die sechs Gliederauflegungen.

22b, Nityaklinna, 3 Rot sind Leib, Gewand und Schmuck; sie trägt den Mond im Haar, ist dreiäugig, ihr Gesicht schwitzt, ihre Augen rollen vor Rausch.

22b, Nityaklinna, 4 Schlinge, Stachelstock und Schädelschale tragend sowie große Furcht beseitigend, vergegenwärtige man sich die auf einem Lotussitz strahlende Nitya.

22b, Nityaklinna, 5 Wiederhole hunderttausendmal je Laut; ein Zehntel opfere mit Sesam und den drei süßen Substanzen. So wird die vorbereitende Disziplin vollendet.

22b, Nityaklinna, 6 Auch Madhuka-Blüten, Opferspeise oder Lotusblüten [werden genannt]. Zeichne Dreieck, achtblättrigen Lotus und Erdumgrenzung.

22b, Nityaklinna, [7–8; unnummeriert] Verehre zunächst die Göttin, dann die Gliederhülle. Im Dreieck verehre Nitya, Klinna und Madadrava; an den Blattwurzeln die Mütter, in den Blattmitten

22b, Nityaklinna, 9 Nitya, Niranjana, Klinna, Kledini, Madanatura, Madadrava, Dravini und Kshobhini.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Nityaklinna.

22b, Bherunda, Anfang, unnummeriert Der Herr sprach: Nun verkünde ich Bherunda, die höchste Herrin. Spreche den Bharau-Laut, eingefasst von zwei Stachelstock-[Bijas]; [es folgt] ein seines Endes beraubter Laut, vierfach mit Repha verbunden,

22b, Bherunda, 2 versehen mit Anugraha, Mond und Bindu, zwischen Pranava und Opferruf.

22b, Bherunda, 3 Dieser zehnlautige Mantra soll großes Gift beseitigen. Mahavishnu ist der Seher, Gayatri das Versmaß.

22b, Bherunda, 4 Die höchste Shakti ist die Gottheit; der dritte [Laut] heißt Bija, der Opferruf Shakti und der Stachelstock Verschluss.

22b, Bherunda, 5 Mit dem durch sechs lange Vokale abgewandelten Bija [erfolgt] der sechsgliedrige Nyasa. [Meditiere über sie,] Millionen Monden gleich, Nektar ausströmend,

22b, Bherunda, 6 mit blauem Hals, drei Augen und vielfältigem Schmuck, auf einem Pfau mit saphirleuchtendem Glanz,

22b, Bherunda, 7 Schlinge, Stachelstock, Schädelschale und Messer tragend, Gewähren und Furchtlosigkeit zeigend, mit Gold und Garuda-[Juwelen; Lesung unsicher] geschmückt.

22b, Bherunda, 8 So meditierend wiederhole mit beherrschten Sinnen hunderttausendmal je Laut; ein Zehntel opfere mit weißen Lotusblüten.

22b, Bherunda, 9 Zeichne Dreieck, achtblättrigen Lotus und Erdumgrenzung. In die Mitte [setze] Pranava, an die Dreiecksseiten

22b, Bherunda, 10 zwei Stachelstöcke; in die Ecken die Dreiergruppe vom fünften [Laut] an, die übrigen [Laute] an die Eckspitzen.

22b, Bherunda, 11 Den Kettenmantra ordne auf den acht Blättern in Gruppen von acht Lauten an: seine Gestalt besteht aus vierundsechzig Lauten.

22b, Bherunda, 12 Schreibe Bherunda, die großes Gift beseitigt. Nach Bhuvaneshi spreche „Tribhuvane“

22b, Bherunda, 13 und „Vidye, Verehrung, Vollendete, Unbesiegte, von der Welt Verehrte, kreise, kreise, große Bezauberung“, dann zweimal Hum,

22b, Bherunda, 14 zweimal Vicce, „Kule, Kaule, Kurumale, Bherunde, auf dem Pfau Reitende“,

22b, Bherunda, 15 „Blauhalsige, Raudre, Vetala-Somamatake“ [Wortgrenze unsicher] und Bhuvaneshi. Dies ist die vierundsechziglautige Gestalt.

22b, Bherunda, 16 Anushtubh ist das Versmaß, Brahma der Seher, Bhuvaneshvari das Bija; Bherunda, die menschliche Lebensziele verleiht, ist die Gottheit.

22b, Bherunda, 17 Mit sechs langen Vokalformen des Bija [erfolgt] der Glieder-Nyasa. Meditation wie zuvor; [die weitere Anweisung zur doppelten Verehrung ist gestört]. In die Erdumgrenzung schreibe die Matrika-Laute der Reihe nach, rufe die Herrin an und verehre mit Gaben.

22b, Bherunda, 18 Die Gliederverehrung geschieht wie zuvor. In den Dreiecken verehre Trishikha, Nilakanthi und Aindri.

22b, Bherunda, [19; unnummeriert] An den Dreiecksseiten verehre Vaitali und Somamatrika; danach Tribhuvaneshani, Siddha und Ajita,

22b, Bherunda, 20 Lokapujya, Mahamoha, Kula, Kaula und Kusumamala auf den acht Blättern, vorn beginnend.

22b, Bherunda, 21 Verehre auch die Mütter auf den acht Blättern und Indra samt den übrigen in der Erdumgrenzung, dann erneut die Göttin.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Bherunda.

22b, Vahnivasini, Anfang, unnummeriert Der Herr sprach: Höre, ich erkläre die Nitya Vahnivasini. Schreibe Para und danach die Verehrung an die im Feuer Wohnende.

22b, Vahnivasini, 2 Dieser achtlautige Mantra verleiht die menschlichen Lebensziele. Vasishtha ist sein Seher, Gayatri sein Versmaß.

22b, Vahnivasini, 3 Die Kenner nennen Vahnivasini die Gottheit; Anfang und Ende sind Bija und Shakti, die Mitte der Verschluss.

22b, Vahnivasini, 4 Mit zweimaliger Verwendung der drei Wörter lege die Glieder an; die drei Wörter ordne den drei Körperbereichen zu.

22b, Vahnivasini, 5 Meditiere über die wie erhitztes Gold Leuchtende, mannigfach geschmückt: Sie trägt Schlinge, Stachelstock, Swastika und Speer und zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit,

22b, Vahnivasini, 6 trägt eine Juwelenkrone und vertreibt die Finsternis der drei Welten. Wiederhole hunderttausendmal je Laut; ein Zehntel opfere

22b, Vahnivasini, 7 mit butterbestrichenen [Gaben]. Dann wird der Mantra vollendet. Zeichne einen achtblättrigen Lotus und schreibe die Vidya auf die einzelnen Blätter,

22b, Vahnivasini, 8 jeweils einen Laut; danach die Erdumgrenzung. In der Mitte verehre den Sitz; in den Richtungen und der Mitte

22b, Vahnivasini, 9 Pita, Shveta, Aruna, Krishna, Dhumra, Tivra, Sphulingini, Rucira und Jvalini. Danach verehre den Thron.

22b, Vahnivasini, 10 Rufe die Göttin an und verehre sie mit Gaben. Nach den Gliedern verehre auf den acht Blättern

22b, Vahnivasini, 11 Jatavedas, Saptajihva, Havyavahana, Ashvodarabhava und Vaishvanara,

22b, Vahnivasini, 12 Kaumaratejas, Vishvamukha und [Tatomukha; unsicher].

22b, Vahnivasini, 13 Verehre Brahmi und die übrigen auf den acht Blättern, Indra und die übrigen in der Erdumgrenzung, dann erneut die Göttin,

22b, Vahnivasini, Schluss die mit den zehn Kräften des großen Feuersitzes geschmückt ist. So lautet die Vorschrift zur Nitya Vahnivasini.

22b, Mahavidyeshvari, 1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich die höchste Mahavidyeshvari. Schreibe Nityaklinna und setze Pranava an den Anfang.

22b, Mahavidyeshvari, 2 Nach Hrillekha [folgen] der Pharem-Laut und das Mond-Bija mit Visarga. Die Vidya ist vierzehnlautig; Brahma ist ihr Seher,

22b, Mahavidyeshvari, 3 Gayatri das Versmaß, die höchste Herrin die Gottheit. Anfang und Ende sind Bija und Shakti, Hrillekha ist der Verschluss.

22b, Mahavidyeshvari, 4 Mit vier und danach fünfmal zwei Lauten lege der Lehrer die Glieder an.

22b, Mahavidyeshvari, 5 Die Nitya gleicht der Hibiskusblüte, trägt rotes Gewand, Rubine und vielfältigen Schmuck.

22b, Mahavidyeshvari, [6; unnummeriert] Sie trägt Schlinge, Stachelstock und eine mit berauschendem Getränk gefüllte Schädelschale und zeigt Furchtlosigkeit. So meditierend wiederhole vierhunderttausendmal.

22b, Mahavidyeshvari, 7 Ein Zehntel opfere mit Opferspeise, Sesam und Reis. [Zeichne] Dreieck, vierblättrigen und achtblättrigen Lotus sowie Erdumgrenzung.

22b, Mahavidyeshvari, 8 Nach Herstellung des Mandalas verehre die Göttin in der Mitte, zuerst ihre Glieder, in den Dreiecken

22b, Mahavidyeshvari, 9 Brahmani, Vaishnavi und Raudri. Auf den vier [Blättern stehen] Vedamata, Hrillekha, Yogini und Chandrashekhara,

22b, Mahavidyeshvari, 10 vorn beginnend. Nitya, Niranjana, Klinna, Kledini, Madanatura,

22b, Mahavidyeshvari, 11 Madadrava, Dravini und Kshobhini verehre auf den acht [Blättern]; ebenso die Mütter, in der Erdumgrenzung die Welthüter.

Zwischenkolophon: So lautet die Mahavidyeshvari-Vorschrift.

22b, Shivaduti, 1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich die Botin, die die drei Welten anzuziehen vermag. Nach Bhuvaneshi spreche die Verehrung an Shivaduti.

22b, Shivaduti, 2 Diese siebenlautige Shivaduti ist die Herrin der drei Welten. Rudra ist der Seher, Gayatri das Versmaß, Shiva [die heilvolle Göttin] die Gottheit.

22b, Shivaduti, 3 Anfang und Ende sind Bija und Shakti, die Mitte der Verschluss. Mit zweimaliger Verwendung der drei Vidya-Teile lege die Glieder an.

22b, Shivaduti, 4 Sie gleicht Durva-Gras, ist dreiäugig und sitzt auf einem großen Thron. Muschel, Diskus, Bogen, Pfeile, Stachelstock und Schlinge trägt sie und zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit.

22b, Shivaduti, 5 Meditiere beständig über sie und wiederhole siebenhunderttausendmal. Ein Zehntel opfere mit Sesam, in Honig und Butter getränkt.

22b, Shivaduti, 6 Zeichne einen achtblättrigen Lotus und außen die Erdumgrenzung. Verehre darin die Göttin mit den Gaben.

22b, Shivaduti, [7; unnummeriert] Nach ihren Gliedern verehre auf den acht Blättern Jaya, Vijaya, Kirti, Priti, Prabha,

22b, Shivaduti, 8 Shraddha, Medha und Dhriti; in der Erdumgrenzung die Richtungshüter. Nach erneuter Göttinnenverehrung möge der Mensch glücklich und herrschaftlich werden.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Shivaduti.

22b, Tvarita, 1 Der Herr sprach: Nun verkünde ich Tvarita, die große Göttin, die Vollendung schenkt. [Schreibe] Pranava, Para, Panzer-[Bija] und die bezeichneten Khe-, Ca-, Che- und Ksha-Laute,

22b, Tvarita, 2 dann Strim und Hum, Kshe, Para und den Waffenruf. Diese elflautige Tvarita gewährt Lebensfülle und Befreiung.

22b, Tvarita, 3 Isha ist der Seher, Viraj das Versmaß, Parvati die Gottheit. Panzer, Stri und Shakti werden Bija und Verschluss zugeordnet. [Die genaue Verteilung ist gestört.]

22b, Tvarita, 4 Die bezeichneten Lautpaare werden Herz und Kopf, das Che-Ksha-Paar dem Haarschopf, Ksha-Stri dem Panzer und Stri-Hum [der folgenden Stelle] zugeordnet.

22b, Tvarita, 5 Hvam-Kshe [unsichere Schreibung] lege an die Augen, Kshe-Phat ist die Waffe. [Meditiere über sie:] dunkel, mit schönen roten Lotushänden und -füßen,

22b, Tvarita, 6 Schlangen [der Shudra-Klasse] als Fußreifen, mit Juwelen auf deren Hauben geschmückt, in goldenem Gewand und Goldschmuck, mit zwei Schlangen der Vaishya-Klasse als Gürtel,

22b, Tvarita, 7 schlank, mit vollen runden Brüsten, Gewähren und Furchtlosigkeit zeigend, mit Pfauenfedern als Hand- und Oberarmschmuck,

22b, Tvarita, 8 mit roten Gunja-Samen und Schlangen der Kriegerklasse als Oberarmschmuck [ein Ausdruck ist gestört], Brahmanenschlangen als glänzendem Ohrschmuck und rauschgeröteten Augen,

22b, Tvarita, 9 mit dunklem gelocktem Haar, Waldblumen und Schädelschmuck, als Kiratin, geschmückt mit Pfauenfedern [der Schluss ist gestört].

22b, Tvarita, 10 Vergegenwärtige dir die auf glänzendem Thron Mächtige, die Furcht vernichtet. Wiederhole zwölfmal hunderttausendmal; ein Zehntel opfere

22b, Tvarita, 11 mit Madhuka-Blüten. So wird die vorbereitende Disziplin erfüllt. Zeichne achtblättrigen Lotus und Erdumgrenzung.

22b, Tvarita, 12 In die acht Ecken schreibe achtfach das Panzer-[Bija], in die Mitte Bhuvaneshani; außen umgib [die Figur] mit Matrika.

22b, Tvarita, 13 Dieses Chakra heißt „allen Schutz bewirkend“. Rufe die höchste Herrin darin an und verehre mit Gaben.

22b, Tvarita, 14 Nach den Gliedern verehre auf den acht Blättern Humkari, Khechari, Chanda, Chedani und Kshepani,

22b, Tvarita, 15 Stri, Humkarini und Kshemakarini, der Reihe nach mit dem Shri-Bija; danach die Welthüter.

22b, Tvarita, 16 Vorn verehre Phatkarini, die einen Bogen trägt [die Zuordnung des folgenden Schmucks ist unklar]; mit einem Stab aus Gold und Juwelen

22b, Tvarita, 17 werden Vijaya und Jaya an den beiden Torseiten verehrt. Schwarz, mit krausem Haar und einer Keule ausgestattet,

22b, Tvarita, 18 wird der Diener vorn verehrt; außen der Reihe nach Dhatri und Vidhatri, dann erneut die Göttin.

22b, Tvarita, 19 Verehre die mächtige Beschützerin mit Duft, Blumen und Speisegaben.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Tvarita.

22b, Kulasundari und Nitya, Anfang Der Herr sprach: Nun verkünde ich die Vidya der Shri Kulasundari.

22b, Kulasundari und Nitya, 2 Nun verkünde ich die höchste Nitya, die die menschlichen Lebensziele verleiht.

22b, Kulasundari und Nitya, 3 Spreche Tripureshi und die Nitya genannte Bhairavi, drei Hum-Laute und die Pfeile; diese Vidya ist vierzehnlautig.

22b, Kulasundari und Nitya, 4 Yantra, Seherzuordnung und Verehrung entsprechen Tripureshi. Mit dem fünflautigen Pfeil-Bija ist diese Nitya die Höchste. [Die beiden angekündigten Formen werden nur knapp und nicht eindeutig getrennt beschrieben.]

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zu den beiden Nityas.

22b, Nilapatakini, 1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich Nilapatakinis Vidya. Spreche Pranava, Herzabschluss und Kameshvari,

22b, Nilapatakini, 2 dann Kamankushe, Kamapatakike und Bhagavati, danach Nilapatake,

22b, Nilapatakini, 3 Bhagavati und Herzmantra, dann Stri, Parama, Guhye und dreimal Hum,

22b, Nilapatakini, 4 Madane, Madana [die weitere Verbindung ist gestört], Dehe, „die drei Welten“, „lasse schmelzen“, Panzer-, Waffen- und Opferruf.

22b, Nilapatakini, 5 Die höchste Göttin Nilapatakini wird als sechziglautig bezeichnet. Ihr Yantra entspricht Kameshvari; ihre Meditation lautet:

22b, Nilapatakini, 6 Rot, in rotem Gewand, mit vielen Juwelen geschmückt, trägt sie eine saphirglänzende blaue Fahne und steht auf einem Lotus.

22b, Nilapatakini, 7 Sie trägt einen mit dem Liebes-[Symbol] verbundenen Stachelstock [Lesung unsicher] und zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit. Sie vermag die drei Welten anzuziehen.

22b, Nilapatakini, 8 So meditierend wiederhole vierhunderttausendmal; ein Zehntel opfere mit Sesam. Verehre diese Vidya wie Kameshi.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Nilapataka.

22b, Vijaya, 1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich die höchste Vidya Vijaya, die stets Sieg verleiht. [Verbinde] Shiva, Mond und [einen gestörten Lautnamen] mit Feuer und Rudra-Vokal,

22b, Vijaya, 2 Bindu, Nada und Kala; schreibe die Verehrung an Vijaya. Ich bin ihr Seher, Gayatri das Versmaß, sie selbst die Gottheit.

22b, Vijaya, 3 Bija, Herzabschluss und mittlere Laute [werden] Bija, Shakti und Verschluss [zugeordnet]. Mit sechs langen Vokalformen des Bija [erfolgt] der Glieder-Nyasa.

22b, Vijaya, 4 Sie hat ein Gesicht und zehn Arme, trägt eine Schlange als heilige Schnur, zeigt ein durch Hauer furchtbares Gesicht und trägt eine Menschenkette.

22b, Vijaya, 5 Nur Haut und Knochen bleiben an ihr; sie leuchtet wie eine Feuermasse, trägt Tigerfell und thront machtvoll auf einem Leichnam.

22b, Vijaya, 6 Schon durch das Gedenken schenkt sie ihren Verehrern Sieg in der Schlacht. [Sie trägt] Dreizack, Fell beziehungsweise Schild, Gefäß, Schwert, Stachelstock, Glocke, zwei Vajras,

22b, Vijaya, 7 Schlinge und Feuer und zeigt Furchtlosigkeit. [Die Waffenliste stimmt nicht eindeutig mit der Armzahl überein.] Wiederhole dreihunderttausendmal; ein Zehntel opfere

22b, Vijaya, [8; unnummeriert] mit großen Lotusblüten und den drei süßen Substanzen. Dann wird sie vollendet. [Zeichne] Dreieck, Sechseck, acht Blätter und Erdumgrenzung.

22b, Vijaya, 9 In Mitte und Dreiecksecken schreibe das Bija, in die sechs Ecken sechs Laute, auf die acht Blätter die Vokale

22b, Vijaya, 10 paarweise. An die Blattspitzen schreibe Nrisimhas großes Bija; umgib [alles] mit Matrika.

22b, Vijaya, 11 Rufe die große Göttin an und verehre mit Gaben. Zuerst die Gliederhülle, dann im Dreieck

22b, Vijaya, 12 Brahma, Vishnu und Mahesha, in den sechs Ecken sechs Yoginis, auf den acht Blättern die Mütter.

22b, Vijaya, Schluss Im Quadrat verehre die Welthüter, dann erneut die Göttin. So lautet die Vorschrift zur Nitya Vijaya.

22b, Sarvamangala, 1 Der Herr sprach: Nun erkläre ich die große Nitya Sarvamangala. [Verbinde] Jiva, Wasser und Pranava und füge Sarvamangala

22b, Sarvamangala, 2 im Dativ mit Herzabschluss an: neunlautig ist Sarvamangala. Chandra ist ihr Seher, Gayatri ihr Versmaß.

22b, Sarvamangala, 3 Sie ist die Gottheit; Bija und Herzabschluss sind Bija und Shakti. Mit zweimaliger Verwendung der drei Vidya-Teile [erfolgt] der Glieder-Nyasa.

22b, Sarvamangala, 4 Schön sitzt sie auf einem weißen Lotus, leuchtet wie Mond und Kunda-Blüte, ist überaus freundlich und segenspendend, mit vielen Juwelen geschmückt.

22b, Sarvamangala, 5 Unzählige Perlen zieren sie; sie lässt Nektar strömen und zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit. Vergegenwärtige dir die Mehrerin des Wohlergehens.

22b, Sarvamangala, 6 So meditierend wiederhole mit beherrschtem Begehren hunderttausendmal je Laut; ein Zehntel opfere mit weißen, in Butter getränkten Lotusblüten.

22b, Sarvamangala, 7 [Zeichne] achtblättrigen Lotus und Erdumgrenzung. Rufe die Herrin an, verehre mit Gaben und vollziehe die Gliederverehrung.

22b, Sarvamangala, 8 Auf den acht Blättern verehre vorn beginnend Raka, Kumudvati, Nanda, Shuddha, Sanjivini und Kshama,

22b, Sarvamangala, 9 Adhyapini und Chandrika; Hladini verehre vorn. Dann Brahmi und die übrigen, in der Erdumgrenzung die Richtungshüter.

22b, Sarvamangala, 10 Verehre erneut auf vielfältige Weise die in der Mondscheibe Wohnende.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Sarvamangala.

22b, Jvalamalini, 1 Der Herr sprach: Ich erkläre die höchste Jvalamala, die die menschlichen Lebensziele verleiht. Spreche Om und „Verehrung, Erhabene“.

22b, Jvalamalini, 2 [Es folgen] Jvalamalini, [ein gestörtes Wort], „alle Wesen“, [die Endung einer Beherrschungsbezeichnung], Jatavedasi und „brenne“.

22b, Jvalamalini, 3 Zweimal „brenne“, zweimal „entflamme“, zweimal Hum, zweimal Feuer-[Bija], Panzer- und Waffenruf werden geschrieben.

22b, Jvalamalini, 4 Sie hat vierzig Laute; [die folgende Zählungsangabe ist gestört]. Kashyapa ist der Seher, Gayatri das Versmaß, sie selbst die Gottheit.

22b, Jvalamalini, 5 Repha und Waffenruf sind Bija und Shakti, der Panzerruf der Verschluss. Mit zwölf, zwölf, fünf, [einer gestörten Zahl], acht und vier [Lauten] lege die Glieder an.

22b, Jvalamalini, 6 Zeichne einen vierundvierzigblättrigen Lotus, außen einen achtblättrigen Lotus und die Erdumgrenzung.

22b, Jvalamalini, 7 In den Fruchtboden [schreibe] die große Vidya, auf die Blätter der Reihe nach die Durga-Laute, auf die acht Blätter die Vokale

22b, Jvalamalini, [8–10; Text bis Verszahl 10] paarweise. Umgib [alles] mit dem Feuerlaut. [Es folgt die teilweise beschädigte Wiedergabe einer vedischen Jatavedas-Anrufung:] Jatavedas [empfange den Soma; die betreffende Lesung ist gestört], er verbrenne das feindlich Gesinnte. Er möge uns über alle Bedrängnisse hinüberführen, wie ein Schiff über den Strom: Agni. [Die Wörter sind in der Vorlage als Schreibanweisungen zerlegt; keine fehlende Standardlesung wird ergänzt.]

22b, Jvalamalini, [11; unnummeriert] Diese Durga hat Jatavedas-Gestalt. Verehre die in diesem Yantra sitzende Jvalamala.

22b, Jvalamalini, 12 Zuerst verehre den Sitz mit den Kräften in Richtungen und Mitte: Jaya, Vijaya, Bhadra, Bhadrakali, Sumukhi,

22b, Jvalamalini, 13 Durmukhi, Vyaghramukhi, Simhamukhi und Durga. Nach deren Verehrung rufe die Göttin an.

22b, Jvalamalini, 14 Zuerst ihre Glieder, dann die Göttin [und folgende Kräfte]: Jagati, Tapini, Vedagarbha, Dahanarupini,

22b, Jvalamalini, 15 Setukhanda, Yatuhantri, Naramukhi, Vagishvari, Madavaha, Somarupa und Manojaya,

22b, Jvalamalini, 16 Marudvega, Ratri, Tivrakopa, Yashovati, Toyatmika, Nitya, Dayavati und Harini,

22b, Jvalamalini, [17; unnummeriert] Niraskriya, Vedamata, Madanapriya, Samaradhya, Nandini, Para und Ripumardini,

22b, Jvalamalini, 18 Varamukhi, Dandini, Durga, Gayatrika, Niravadya, Vishalakshi, Shvasodvaha und nochmals Nandini,

22b, Jvalamalini, 19 Vedana, Vahnigarbha, Simhavaha, Dhurya, Durvaha, Riramsa und Tapaharini,

22b, Jvalamalini, 20 [ferner eine beschädigte Schlussgruppe, etwa „fehlerfrei“ und „Sampala“]. Verehre sie von vorn. Auf den acht Blättern die Mütter, in der Erdumgrenzung die Richtungshüter.

22b, Jvalamalini, 21 Verehre erneut die Göttin, geschmückt mit Goldornamenten, leuchtend wie ein aufblitzender Blitz, in goldenem Gewand,

22b, Jvalamalini, 22 machtvoll auf großem Thron, schrecklich im Flammenkranz. Diskus, Muschel, Schwert, Schild, Dreizack, Trommel,

22b, Jvalamalini, 23 Trinkschale und Segensgeste zeigt sie. Meditiere und verehre sie. Die große Vidya Jvalamala vernichtet Feinde, so die Aussage des Textes.

Zwischenkolophon: So lautet die Vorschrift zur Nitya Jvalamalini.

22b, Vicitra, Anfang, unnummeriert Der Herr sprach: Nun erkläre ich Vicitra, die Weltmutter. Schon durch das Gedenken an sie fliehen große Bedrängnisse.

22b, Vicitra, 2 Schreibe den Ka-[Laut; Anfang unsicher], versehen mit Anugraha und zwei Bindus. Brahma ist der Seher, Gayatri das Versmaß.

22b, Vicitra, 3 Citra ist die Gottheit, Ka das Bija und [der bezeichnete Laut] der Verschluss. Der auf Pranava folgende [Laut] ist Shakti; sie verleiht die menschlichen Lebensziele.

22b, Vicitra, [4; unnummeriert] Mit sechs langen Vokalformen lege der Lehrer die Glieder an. Yantra und Göttinnenverehrung entsprechen Matrika.

22b, Vicitra, 5 Nach den Müttern und Welthütern wiederhole der Einsichtige [den Göttinnenmantra] zwölfmal hunderttausendmal; ein Zehntel opfere mit Butter, Sesam und Gerste.

22b, Vicitra, 6 Für Lähmung ist sie gelb, für Beherrschung bandhukarot, für Tötung dunkel und für Vertreibung rauchfarben.

22b, Vicitra, 7 Erkenntnis spendend ist die Nitya weiß; stets trägt sie vielfarbiges Gewand und mannigfachen Schmuck und leuchtet mit vielfältiger Safransalbung.

22b, Vicitra, 8 Sie zeigt Gewähren und Furchtlosigkeit und trägt verschiedene Gewänder. So wurden die Nityas der Reihe nach erklärt, die alles Wohlergehen verleihen.

Kolophon: Hier endet der erneut als zweiundzwanzigster bezeichnete Patala, die Erläuterung der Nityas.

Shiva und Shakti: Bewusstsein und göttliche Kraft werden in ihrem Zusammenhang betrachtet.

Patala 25

Bewusstseinslehre Tripura, die Zustände des Bewusstseins und die siebzehnte Kala

25, Bewusstseinslehre, [1; unnummeriert] Der Herr sprach: Die Wirklichkeit, die alles umfasst, wird Tripura genannt. Mit Sattva verbunden heißt diese Göttin Wachen.

25, Bewusstseinslehre, 2 Dann besitzt sie die Gestalt der Shakti und erschafft die drei Welten. Entstehen, Wachen, Erkenntnis und beständige Tätigkeit des Geistes [werden genannt].

25, Bewusstseinslehre, 3 Vier Kräfte sind dem Wachzustand zugeordnet. Dieselbe [Göttin], mit [Tamas; die Lesung ist verkürzt] verbunden, wird als Shiva-Gestalt bezeichnet.

25, Bewusstseinslehre, [4; unnummeriert] Sterben, Vergessen, Ohnmacht und Schlaf sind von Tamas umhüllt; sie gelten als Kräfte des Tiefschlafes. Der Tiefschlaf hat Shiva-Gestalt.

25, Bewusstseinslehre, 5 Die Göttin umfasst das Paar der Zustände; als Rajas besteht sie aus beiden. Die Verbindung von Sattva und Tamas heißt Rajas. [Der Versanfang und das letzte Wort sind gestört.]

25, Bewusstseinslehre, 6 Am Ende des Tiefschlafs und zu Beginn des Wachens liegt der von Rajas geprägte Traumzustand. Verlangen, Umherschweifen, Denken an Gegenstände und geistiges Erinnern

25, Bewusstseinslehre, 7 bilden die vier Kräfte des Traumes. Die Göttin, deren Stand jenseits der Gunas liegt, wird Turya genannt.

25, Bewusstseinslehre, 8 Zu Beginn des Tiefschlafs und am Ende des Wachens ist ihr Kennzeichen reines Aufleuchten. Als das nach allen Zuständen Verbleibende ist Turya die [Kamala-]Kraft. [Die Bezeichnung der Kala ist nicht eindeutig.]

25, Bewusstseinslehre, 9 Frei von Sein und Nichtsein wird sie als jenseits der Gunas bezeichnet. Loslösung, Verlangen nach Befreiung und ein durch Ruhe und weitere [Tugenden] reiner Geist,

25, Bewusstseinslehre, 10 dazu die Unterscheidung des Wirklichen vom Unwirklichen: Das sind die Kräfte der Turya. Durch ihre vollkommene Reifung wird Turya zur siebzehnten Kala.

25, Bewusstseinslehre, 11 Wie [zunächst herbe] Früchte, darunter die Banane, durch Reifung süßen Saft entwickeln, so entsteht, große Herrin, die siebzehnte Kala. [Der Anfang des Gleichnisses ist gestört.]

25, Bewusstseinslehre, 12 Die Mantras, die ausgesprochen werden, sind bezeichnende Mantras, Geliebte. Die Wirklichkeit ohne Aussprache betrachte man allein im Geist.

25, Bewusstseinslehre, 13 Durch Betrachtung in vollkommener Wesenseinheit [wird sie erkannt als] unmittelbar nur Brahman allein. Daher hat die große Vidya die Gestalt des Vierten, du Schönangesichtige.

25, Bewusstseinslehre, 14 Diese sechzehn Kräfte sind in den Lauten der Shri Vidya gegenwärtig. Die großen Mantras gehen aus ihnen hervor wie Funken aus einem großen Feuer.

25, Bewusstseinslehre, 15 Ebenso gehen die Matrika-Laute aus Vagbhava hervor, Geliebte. Deshalb wird ihr Bija Vagbhava, „aus der Rede entstanden“, genannt.

25, Bewusstseinslehre, 16 Durch diese aus Sprache bestehende [Kraft] bezaubert die Göttin die drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen. Dann hat sie die Gestalt des Kameshi-Bijas.

25, Bewusstseinslehre, 17 Als Mann und Frau aufleuchtend, [entfaltet sie] die Bindu-Matrika. Durch große Bezauberung bindet sie die drei Welten. [Die syntaktische Verbindung ist gestört.]

25, Bewusstseinslehre, 18 Deshalb ist dies der Verschluss, Göttin. Voll ihres segensreichen Vermögens bewahrt sie die ganze Welt; daher heißt sie Shakti.

25, Bewusstseinslehre, 19 So gewährt die Kraft der drei Lautgruppen umfassende Herrschaft. Als Lakshmi ist die Göttin dann in den drei Welten wach und wirksam.

25, Bewusstseinslehre, 20 Als Bhuvaneshvari sitzt sie geschmückt von der Schar der großen Schatzherrinnen. Mit diesen Schätzen erfüllt die Höchste die Wünsche.

25, Bewusstseinslehre, 21 (mit vorausgehender unnummerierter Fortsetzung) Als Kameshvari erfüllt die Göttin stets die Wünsche. Auf dem großen Thron erhaben, durchdringt sie das All und besitzt die Gestalt des Alls. Auf dem großen Sitz von A, Ka und Tha hat sie die Gestalt der Laute Ha, La und Ksha. Dann ist sie die Göttin als Wunschranke, deren Blüten die Rede und deren Kraft Erkenntnis sind [Lesung gestört], stets Wohlergehen gewährend und mit dem Glanz der Juwelen geschmückt.

25, Bewusstseinslehre, [22; unnummeriert] In der Gnadenschöpfung für die Seelen leuchtet sie als Mutter der Welt auf. Durch die vier Heiligtümer [geehrt], wird sie von den vier Veden verehrt.

25, Bewusstseinslehre, 23 Dann ist die Göttin die Trägerin der Herrschaft, die Stätte der Freude der Welten. Daher gewährt sie die Herrschaft über die drei Welten und hat das Wesen der Nityas.

25, Bewusstseinslehre, [24; unnummeriert] Dies alles in sich enthaltend, besteht die heilvolle Tripura. Inmitten der Weltentfaltung ist sie allein von der Natur Brahmans.

25, Bewusstseinslehre, 25 Deshalb ist die große Göttin die siebzehnte Kala, obwohl sie die Gestalt der sechzehn Laute besitzt und aus den sechzehn Nityas besteht.

Zwischenkolophon: So lautet die Erläuterung der Nityas.

Vorbereitung der Verehrung; neue Verszählung

25, Puja, 1 Parvati sprach: Tripura, die höchste heilvolle Herrin, besteht aus allen Mantras und wurde als Bewusstsein beschrieben. Wie soll sie verehrt werden, Sadashiva?

25, Puja, 2 Der Herr sprach: Nach dem morgendlichen Aufstehen vergegenwärtige dir einen strahlenden Lotus auf dem Kopf, darin den kampferhellen ehrwürdigen Guru als dein eigenes Wesen,

25, Puja, 3 freundlich, leuchtend und mit Frieden geschmückt, stets Gewähren und Furchtlosigkeit zeigend. Verneige dich und verehre ihn mit folgender [Formel].

25, Puja, 4 Schreibe den Hasraum-Laut, dann die bezeichnete Folge Ha, Sa, Ksha, Ma, La, Va und [einen unsicheren Schlusslaut], dreimal mit Feuer und jeweils den Vokalen verbunden,

25, Puja, 5 geschmückt mit Mundkreis, linker Körperseite, Ohr und Auge: Diese drei Bijas bestehen aus Bindu, Nada und Kala.

25, Puja, 6 Nach Shri-Para schreibe Pavaka und „von allen verehrt“; [es folgen teilweise beschädigte Bezeichnungen des höchsten Guru:] aller Häupter [Herr], Herr der Stadt, aller Guru selbst.

25, Puja, 9 (einschließlich unnummerierter Fortsetzung) Nach Guru, Shri-Guru und Natha [folgt] Ha, Sa, Ksha, Ma, La, Va, Pa, mit Repha und langem Ohr verbunden, aus Bindu, Nada und Kala bestehend. Fasse sie zusammen und schreibe den ersten, dann den vierten [Teil].

25, Puja, 10 Schreibe den dritten und zweiten wie zuvor. Nach Shri-Shambhu-Guru wieder den ersten; nach den vier Anfangsgruppen den ersten und dritten. Dieser Mantra ist mit achtundvierzig Lauten ausgestattet. Vergegenwärtige dir damit den eigenen Guru. [Die Lautbildung ist mehrfach gestört und wird nicht rekonstruiert.]

25, Puja, 11 Zur Beruhigung des Unheilvollen vergegenwärtige dir die vom Wurzelbereich zur Scheitelöffnung reichende, lotusfaserfeine [Kraft], schön wie die aufgehende Sonne.

25, Puja, 12 [Die Zahnreinigungsformel verbindet] Klim, Kamadeva, „alle Menschen“, „geliebt“ und den Herzabschluss.

25, Puja, 13 Mit dem [vierfach beziehungsweise vierlautig bezeichneten; Lesung unsicher] Mantra spüle den Mund zur Vollendung. Danach bade und besprenge Kopf und Leib.

25, Puja, 14 Mit geheimer Mudra besprengt sich der Mantraübende zur Beseitigung der Verfehlungen. Mit den Prinzipien Selbst, Vidya und Shiva und der Vidya vollziehe dreimal das rituelle Wasserschlürfen.

25, Puja, 15 Bringe dreierlei Trankspende für Götter, Seher und Ahnen dar. Danach [vollziehe] die Vidya-Rezitation, mit allem Schmuck versehen.

25, Puja, 16 Rot gekleidet und gesalbt, im Haus auf rotem Sitz, [vollziehe] dreimal mit der wesensförmigen Vidya die Besprengung. [Das bezeichnete Ritualglied ist gestört.]

25, Puja, 17 Nimm dreimal Wasser in die hohle Hand; meditiere darüber, wie es durch die Nadis strömt.

25, Puja, 18 Im linken Bauch befindet sich der rußschwarze Mensch der Verfehlungen: Brahmanentötung ist sein Kopf, Golddiebstahl seine beiden Hüften,

25, Puja, 19 Alkoholgenuss sein Herz; zahlreiche Verfehlungen sind seine Glieder, die Scharen geringerer Verfehlungen seine Haare.

25, Puja, 20 Vergegenwärtige dir seine sämtlichen Glieder als vielfältige Verfehlungen, mit Schwert und Schild ausgestattet.

25, Puja, 21 Stelle dir am Boden einen diamantfesten Stein vor und zerschmettere ihn daran. Bringe der Sonne die Ehrengabe dar und vergegenwärtige dreimal den Sonnenmantra.

25, Puja, 22 Hrillekha, Herz und Hamsa als Kopf werden genannt; diese vierlautige große Vidya ist die Gottheit über allen Sonnen-[Formen].

25, Puja, 23 [Meditiere über sie] mit glänzender Juwelenkrone und leuchtender Mondsichel, wie frisch erhitztes Gold, als Gestalt der Sonnenscheibe,

25, Puja, 24 Schlinge und Stachelstock tragend, Furchtlosigkeit und Gewähren zeigend. Wiederhole dann Subhagas Gayatri in dreifacher Bija-Gestalt.

25, Puja, 25 Nach Vagbhava [sprich]: „Die Herrin der Rede mögen wir erkennen“; nach der zweiten Lautgruppe: „Über die Herrin des Begehrens meditieren wir“;

25, Puja, 26 nach der dritten: „Die Shakti möge [uns] anregen.“ Wiederhole entsprechend deinen Kräften, danach die Shri Vidya.

25, Puja, 27 Begib dich in das mit roter Farbe und vielfältigen Bildern geschmückte Opferhaus, dessen Boden mit Kuhdung bestrichen ist,

25, Puja, 28 oben mit leuchtenden Blumen geschmückt, von Weihrauch erfüllt, mit Lampenreihen und verstreuten Blüten prächtig.

25, Puja, 29 Dort verehre der kundige, schweigende, einsichtige und reine [Übende] die reich geschmückte Halle der Tripura-Verehrung.

25, Puja, 30 Die Halle wird im Dativ mit Verehrungsabschluss verehrt; [es folgen] Ganapati, Kshetrapala, Dhatri und Vidhatri,

25, Puja, 31 Ganga, Yamuna, Shankha-Nidhi und Padma-Nidhi; danach verehre den Vastu-Purusha.

25, Puja, 32 Verehre den Glanz des Tores, Ganesha, Sarasvati und die Schwelle im Torbereich.

25, Puja, 33 Setze Hrillekha und Shri-Bija an den Anfang, nach dem Namen „Shri“ und „ich verehre die Sandale“.

25, Puja, 34 In dieser Ordnung werden alle Mütter verehrt. Auf rotem Sitz sitzend, beginne die Herstellung des Chakras.

25, Puja, 35 Zeichne über dem Shakti-Dreieck ein weiteres, etwas ausgedehnteres; fasse es mit dem Feuerdreieck so zusammen, dass die Schnittpunkte entstehen.

25, Puja, 36 Ziehe die Linien nach Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten auseinander und verbinde sie so, dass eine zehnteilige Figur entsteht.

25, Puja, 37 Durch Ziehen der Linien der vier mittleren Ecken und Unterscheidung ihrer Schnittpunkte entsteht die vierzehnteilige Figur.

25, Puja, [38; unnummeriert] [Gestalte] die Shakti mit gleichmäßigen Dreiecken, angenehm fürs Auge, schön durch die Schnittpunkte und geraden Linien.

25, Puja, 39 Außen zeichne einen wohlgerundeten achtblättrigen Lotus,

25, Puja, 40 ebenso einen vorzüglichen sechzehnblättrigen Lotus, drei Kreise und die Erdumgrenzung

25, Puja, 41 mit vier prächtigen Toren; lege eine Blume hinein. Auf Gandaki-Stein, Gold, Silber, Kupfer, [Kashmira-Material], Spiegel oder Birkenrinde zeichne den Sitz. [Eine Materialbezeichnung ist unklar.]

25, Puja, 42 Mit einem Goldstäbchen und einer Mischung von Safran, Kampfer und Zinnoberpulver zeichne auf Tuch oder Metall.

25, Puja, 43 Oder zeichne auf dem Erdboden mit Safran oder Zinnober schöne Linien zur Erfüllung aller Ziele.

25, Puja, 44 In der Mitte dieses Chakras strahlt der Bindu; danach [folgen] Dreieck, acht Ecken, zehn Ecken und nochmals zehn Ecken,

25, Puja, 45 vierzehn Ecken: Dies ist das mittlere Chakra. Vom Bindu bis zu den acht Ecken ist alles der innerste Bereich.

25, Puja, 46 Mit vierzig und drei Bhagas [Dreiecksfeldern] versehen, [folgen] acht Blätter, sechzehn Blätter und Quadrat.

25, Puja, 47 Diese aus Bhaga bestehende [Figur] ist von neun Yonis geprägt. Entsprechend der jeweiligen Ritualhandlung wendet sich der kundige Mantraübende in die gewünschte Richtung.

25, Puja, 48 Gut sitzend nach Osten gewandt, verneige dich vor deinem Guru und gedenke mit der zuvor genannten Formel seines Namens.

25, Puja, 49 Durch Fersenstöße und Händeklatschen, mit erhobenem Chakra [Lesung unklar], schrecke der Mantraübende störende Wesen fort und vollziehe die Handreinigung.

25, Puja, 50 Mit dem ersten und zweiten Laut [bilde die bezeichnete Tripureshi-Form]. Die ersten beiden, mit Bindu, Nada, Kala und Waffenruf versehen, ergeben Tripura. [Die Wortfolge ist gestört.]

25, Puja, 51 Ihr Mantra entspricht Tripureshi. Bei der Handreinigung verehre von den Mittelfingern bis zu den Handflächen.

25, Puja, 52 Danach gewähre Sundari den eigenen Sitz. Entferne aus Tripureshvari Vagbhava und setze dort

25, Puja, 53 Hrillekha ein; sie heißt Sundari, ihre Verehrung entspricht Tripureshi. Danach gewähre den von Puravasini beherrschten Chakra-Sitz.

25, Puja, 54 Die drei Bijas beginnen mit Shiva-[Bija]. Dies ist Tripureshis Vidya; ihre Verehrung entspricht Tripureshi.

25, Puja, 55 Tripureshi beginnt mit Ha; in den beiden letzten Bijas [steht] Shiva am Anfang. Verehre diese Shri bei der Ordnung aller Mantrasitze.

25, Puja, 56 Entferne Sundaris letztes [Glied] und verbinde den bezeichneten Balem-Laut: Die Göttin Malini weilt auf dem Sitz des zu Vollendenden und Vollendeten.

25, Puja, 57 Ihr Mantra entspricht Tripureshi. Vollziehe den Selbstschutz mit Tripureshi.

25, Puja, 58 Diese Sampatprada-Bhairavi trägt am Ende Visarga. Die Vidya zur Anrufung der Gestalt ist Siddhamba, die höchste Herrin.

25, Puja, 59 Ihre Verehrung entspricht der Fülle spendenden Bhairavi.

Kolophon: Hier endet der fünfundzwanzigste Patala, die Vorschrift zur Handreinigung und den weiteren Vorbereitungen.

Patala 26

Shri-Vidya-Mantras, Bewusstsein und Überlieferungsformen

26.1 Der Herr sprach: Shiva, Mond, [U beziehungsweise ein gestörter Lautname], Manmatha, Shakti, Bindumalini, Erde, Bindu und halbe Lautkraft bilden neun Laute.

26.2 Durch Shiva ist die Göttin von der Natur der Leere und besteht in der Gestalt des Raumes. Sie trägt die Welt in ihrem eigenen bewusstseinsförmigen Selbst und ist die Wohnstatt aller Entfaltung.

26.3 Durch den Mond lässt sie [den Nektar] vom Wurzelbereich bis zur Stätte Brahmans schmelzen; alles überflutend bringt sie die Muttergestalt der Welt hervor.

26.4 Durch Manmatha hat sie Geistesgestalt und ist daher voller Leuchten. Sie entfaltet alles und heißt Mutterschoß des Alls.

26.5 Durch die Tätigkeit des inneren Organs ist sie die innere Muttergestalt der Welt. Sie heißt innere Maya, durch die diese Welt getragen wird.

26.6 Deshalb ist die Höchste erdgestaltig, die Trägerin der Welt. Die höchste Shakti ist Bindu, die große Herrin Nada.

26.7 In der Betrachtung liegt sie jenseits des Nada und außerhalb der Reichweite des Ergründens. So entsteht der Tripura-Mantra aus Lauten, die Brahman sind.

26.8 Aus keinen anderen Lauten entstehen die großen Mantras der Segensreichen. Es gibt reine, vollständige [Sakala] und als beides bezeichnete Mantras.

26.9 Höre die in allen Überlieferungen verehrten reinen Vidyas: [Aus] Kama, Raum, Shakti, viertem [Laut], Erde und Maya [bilde und] verehre Vagbhava.

26.10 Damit werden die Vidyas geschrieben, Herrin aller Agamas. Der auf Madana folgende [Laut wird] als Kama, [ein anderer] als Madanas Vorgänger bezeichnet. [Die Lautschlüssel sind nicht eindeutig.]

26.11 Lasse den nachfolgenden [Laut] weg, [verbinde] Shiva samt dem vorangehenden: Diese Vidya wohnt in Manus Herzen. Oder Kama mit dem vorangehenden, Shiva ohne Kamas Nachfolger,

26.12 im Madana-Teil Sa-Ha am Anfang, im Shakti-Teil Ha-Sa am Anfang, ohne Kas Nachfolger: Dies ist Chandras Vidya, die Genuss und Befreiung gewährt.

26.13 Kama ohne den Nachfolger; Vagbhava mit Ha-Sa am Anfang. Im Shakti-Teil [steht] Ha-Sa, [dann] Sa-Ha-Ka; [der Schluss ist gestört].

26.14 Die von Kubera beherrschte Vidya gewährt Genuss und Befreiung. Lasse Ha in Vagbhava weg; im Kama-Teil beginnt der große Mantra mit Ha-Sa.

26.15 Lasse den vierten und elften [Laut] weg; im Shakti-Teil schreibe [die beschädigte Lautbezeichnung „Ppaya“]. Entferne die drei Nachfolger Kamas; Sa-Ha steht am Anfang, ebenso Aja.

26.16 Dies ist die von Lopamudra verehrte, Genuss und Befreiung gewährende [Vidya]. Mit Sa-Ha-Ka im Shakti-Teil erfüllt sie die Ziele.

26.17 Sie wird von Kamaraja verehrt und gewährt Genuss und Befreiung. Entferne aus derselben Vidya das Paar mit Shakti und Bindu,

26.18 und beginne mit Ha-Sa: Das ist die von Agastya verehrte Gottheit, nach der Überlieferung die Stätte von Dharma, Artha, Kama und Moksha.

26.19 Entferne im Sprach-Teil das Anfangspaar, beginne mit Sa; im Kama-Teil mit Shiva. Entferne im Shakti-Teil die Bindu-Kette und setze Kama ein.

26.20 Mit Shakti ist dies die von Nandi verehrte Agastya-Vidya. Entferne die drei Nachfolger Kas; im Sprach-Teil [steht] Ha-Sa am Anfang, im Manmatha-Teil

26.21 Sa-Ha, am Ende Ka zwischen Sa und Ha: die von Surya Verehrte. Schreibe die drei Agastya-Gruppen und Sonnen-Kama.

26.22 Schreibe erneut den dritten [Teil] zwischen deren Kala-[Glieder; Lesung gestört], mit Sa-Ha beginnend: Diese von Vishnu Verehrte hat sechs Gruppen.

26.23 Der erste Agastya-Teil ist Vagbhava; derselbe beginnt mit Sa-Ka. [Verbinde ihn mit] den fünf [Teilen] der Vishnu-Vidya: Die Gottheit wird von Skanda verehrt.

26.24 Schreibe Agastyas Vidya zweimal; entferne die vierte und fünfte Maya, die in Shivas Herzen steht.

26.25 Schreibe Kamarajas vierteiligen Vagbhava-, fünfteiligen Kama- und dreilautigen Shakti-Teil.

26.26 An Mayas Stelle schreibe der Reihe nach zwei Hari-Laute. Diese von Durvasas Verehrte verleiht die menschlichen Lebensziele.

26.27 Dies sind zwölf reine Mantras, die alle Ziele erfüllen. Weitere reine Varianten erkläre ich aus Gnade zu dir.

26.28 Eine andere Manu-Vidya gibt es in keinem Agama. Shiva, Mond, Ka, Shakti und Hrillekha bilden Vagbhava.

26.[29; unnummeriert] Jiva, Isha, Madana, E-Laut, Bindu-Kette, Erde und Para [stehen] im Kama- und dritten Teil. Dies ist die zweite von Chandra Verehrte.

26.30 Schreibe Kuberas Shakti- und Kama-Teil; im Vagbhava [setze] Kamaraja, danach das Shakti-Bija.

26.[31–33; unnummerierter Text] Shiva, Kamesha, Shakti, La und Para [bilden die] von Dhanada Verehrte. [Es folgt eine gestörte Anweisung:] Vishnus letzter [Teil] im Sprach-Teil, mit Sa beginnender Manmatha im Kama-Teil; im Shakti-Teil Sa-Ha und Kamas letztes Paar am Anfang: die von Nandisha Verehrte. Für die Sonnen-Vidya gibt es keine weitere Variante.

26.34 Nun erkläre ich eine weitere Vishnu-Vidya mit drei Gruppen.

26.35 Jiva, Isha, Erde und Para im Sprach-Teil; Vishnus fünfter [Teil] im Kama-Teil, Kamas letzter im Shakti-Teil: die zweite von Vishnu Verehrte.

26.36 Schreibe die Gruppe Ha-Sa-Shakti-Ka-Erde-Maya dreimal, in Sprach-, Kama- und Shakti-Teil: die von Skanda verehrte Höchste.

26.37 Im Agastya-Mantra ist Para am Ende von Ha-La im Sprach-Teil zu verstehen; nach den drei Kama-[Gliedern] Erde und Jiva: die dreigruppige, von Shiva Verehrte.

26.38 Diese reinen Varianten verleihen Vollendung. Zwei weitere reine Varianten erkläre ich, die Lebensfülle und Befreiung gewähren.

26.39 Jiva, Isha, Kama, Erde und Maya schreibe im Sprach- und Kama-Teil, dieselbe Folge nochmals im Shakti-Teil: die von Shakti Verehrte.

26.40 Ka, Shakti und Bindumalini [bilden] einen sechslautigen Shakti-Teil; im Sprach- und Kama-Teil [stehen] Ha, Ka, Raum, Erde, Ka und Sa mit Feuer.

26.41 Im Shakti-Teil [stehen] Ka, Sa, Kala, Raum und Feuer. Diese Unmani genannte Vidya gewährt ausschließlich Befreiung.

26.42 Diese reinen [Mantras] sollen beständig wiederholt werden; sie verleihen Vollendung. Nun erkläre ich die Sakala genannten Mantras.

26.43 Spreche Kamarajas Vidya ohne Jiva in der Mitte; am Ende Jiva [anstelle] Shivas: die von Varuna verehrte Vidya.

26.44 Entferne daraus die drei Bindus und setze jeweils Kama ein: die von Dharmaraja Verehrte.

26.45 Ka, Sa, Ka, Erde und Hrillekha; Ha, Sa, La, Smara, Erde und Hrillekha im Manmatha-Teil; im Shakti-Teil Sa, Kala, Feuer, Erde und Para:

26.46 die von Feuer verehrte Vidya, Vernichterin großer Hindernisse. Schreibe Agastyas erste beiden Gruppen und den letzten Teil der vom Feuer Verehrten:

26.47 die vom Schlangenkönig verehrte, Genuss und Befreiung gewährende Vidya. [Für die nächste:] Ka, Shakti, zweimal Feuer, Erde, Feuer und Bhuvaneshvari,

26.48 (erste Stelle) Ha, Kala, Feuer, Ha, La, Maya, Sa, Ra, Ka, Erde mit Feuer und Maya: die von Vayu Verehrte, die große Verfehlungen zerbricht.

26.48 (zweite Stelle) Ka, Shakti, Bindu-Kraft, Feuer, Erde, Maya, Ka, Ha, La, Ra, Maya, Sa, Ha, Ka, Indra, Feuer und Maya: die von Soma Verehrte. [Die zusammengezogenen Lautfolgen bleiben in ihrer nicht überall sicheren Abgrenzung kenntlich.]

26.49 Kama, Raum, Sa, Erde, Maya; Shiva, Kama, Ha, Erde, La, Ra, Maya im Kama-Teil; im Shakti-Teil Sa, Kala und Bhuvaneshvari:

26.50 die von Ishana beherrschte, alle Wünsche erfüllende Vidya. Nach Kamarajas beiden [Gruppen folgen] Jiva, Erde, Madana und Para:

26.51 die von Rati Verehrte, Erfüllerin aller Wünsche. Nach der von Kama beherrschten Vidya schreibe die umgekehrte Schlussfolge:

26.52 die von Narayana beherrschte mit sechs Gruppen. Kamas Anfang im Vagbhava; im Kama-Teil Ha, Ka, Ha, Erde und Para,

26.53 im Shakti-Teil Agastyas Gruppe: die von Brahma Verehrte. [Setze] Agastyas Vagbhava in den Sprach-Teil, dazu die beiden letzten [Teile] der Brahma-Vidya:

26.54 die von Jiva verehrte große Vidya, Erfüllerin aller Wünsche. Mit diesen zwölf Varianten ist die höchste Herrin Sakala.

26.55 Erkenne die großen reinen und gemischten Varianten. Schreibe die reinen Vidyas und anschließend ihre Umkehrung.

26.56 So entstehen die rein-unreinen [Misch-]Formen; so viele reine Varianten es gibt,

26.57 so viele entstehen auch durch paarweise Verbindung der Sakala-[Formen]. Alle Varianten, mit Maya eingefasst [Lesung gestört], heißen „die vierten“.

26.58 Überaus tief in der Erkenntnis, von Brahman-Natur, sind sie aus dem Mund des Guru zu erkennen. Andernfalls gerät man in Bindung.

26.59 Nun erkläre ich die höchste Erkenntnis vierfach. Eine Weise wurde genannt; nun folgt eine andere.

26.60 Schon ihr Gedenken entspricht hundert Vajapeya-Opfern. Verbinde zu Beginn das noch zu nennende Bija-Paar und meditiere darüber.

26.61 Die zweite Variante wird mit Para, [beschädigtem Lautnamen], Svara und Mond am Anfang bezeichnet. [Die Abgrenzung der verschlüsselten Lautnamen ist unsicher.] Die von den Veden und weiteren [Offenbarungen] verehrte ist die dritte. Durch einmalige Aussprache wird der Einsichtige selbst Brahma.

26.62 Nun wird die vierte, auf Erden schwer erlangbare Form erklärt; schon ihr Gedenken lässt große Bedrängnisse fliehen.

26.63 Man ist selbst Brahma, selbst Vishnu, selbst Rudra, ohne Zweifel; mehr noch, selbst der allgegenwärtige Kameshvara.

26.64 Einmalige Aussprache [entspricht] tausend Pferdeopfern, Zehnmillionenschaften von Vajapeya-Opfern und tausend Menschenopfern. [Dies ist eine historische rituelle Überbietungsformel, keine Opferempfehlung.]

26.65 Schon das Aussprechen des Namens [entspricht] Pilgerfahrten nach Kashi und anderen Orten, Umwanderung der Erde und tausend Gangesbädern.

26.66 Mehr noch: Der Mantraübende ist unmittelbar Brahman. Schreibe das Anfangspaar der zweiten [Form] in umgekehrter Reihenfolge.

26.67 Wende Bala nach innen und schreibe sie danach. Fasse damit die dritte [Vidya] ein.

26.68 Diese Shri Vidya ist von mir verkündet worden; nicht einmal mit hundert Millionen Zungen und Mündern lässt sie sich beschreiben.

26.69 Wie könnte ich sie mit meinen fünf Gesichtern vollständig schildern? Shri Vidya, die Königin aller Vidyas, lässt sich nicht erschöpfend preisen.

26.70 Mit sechzehn Lauten erfüllt, ist sie selbst die fünfzehnte Kala.

26.71 Durch die Gnade des ehrwürdigen Guru erlangt, schenkt sie Gedeihen und Vollendung. Am Ende wird der Mantraübende zum leidlosen Brahman, nicht anders.

26.72 Das Gedenken an Shri vernichtet augenblicklich Brahmanentötung, Alkoholgenuss, Golddiebstahl und hunderttausend geringere Verfehlungen. [Die Aussage gehört zur religiösen Lobpreisung.]

26.73 Alle heilvollen Mantras werden zur höchsten Herrin. Neunzehn Laute [werden] für Narayana und Hari [genannt; die Verbindung ist unklar].

26.74 Die Shiva-Vidya ist siebzehnlautig, die vollständigen Paar-Vidyas neunzehnlautig.

26.75 Narayani und Vaishnavi sind fünfundzwanziglautig. Sie sind aus dem Mund des Guru zu erkennen; andernfalls [droht] ein Fluch.

26.76 Denn vierundsechzig Zehnmillionenschaften von Yoginis mit den Mütterkreisen vernichten, so die Warnung, den Übenden ohne Guru-Unterweisung.

Kolophon: Hier endet der sechsundzwanzigste Patala, die Erläuterung der Shri-Vidya-Mantras.

Puja kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und Hingabe verbinden. Das Bild zeigt heutige Yoga-Praxis.

Patala 27

Verehrung, Nyasa und Mudra

Ishvara sprach:

27.1 Nachdem man sich innerlich mit der Shri Vidya verbunden hat, zeichne man links mit Wasser ein viereckiges Mandala, große Göttin.

27.2 Mit Duft, Blumen und ungebrochenem Reis verehre man dort den Yantra-Träger. Darauf stelle man eine mit Wasser und dem rituellen Zusatz gefüllte Muschelschale.

27.3 Nach ihrer gehörigen Verehrung verehre man damit das Mandala vor sich. Man verehre das Viereck und stelle darauf verständig den Yantra-Träger.

27.4 Dreieck, Kreis und Sechseck verehre man nacheinander. Im Dreieck verehre der Gereinigte die gesamte und die in ihre Teile entfaltete Gestalt.

27.5 In den sechs Ecken verehre man zweimal die sechs Mantraglieder. Mit dem ersten Keimlaut verehre man das Feuer in der Gestalt des Yantras.

27.6 Das Gefäß sei aus Gold oder einem anderen geeigneten Stoff, auch aus einer Kokosnuss. Besonders die große Muschelschale gewährt als Frucht Lebensgenuss und Befreiung.

27.7 Das Kokosnussgefäß gewährt Herrlichkeit und Glück, insbesondere Befreiung, und bringt stets alle Fülle hervor.

27.8 Das vorzügliche Gefäß werde mit Duft bestrichen und beräuchert. Man stelle es auf den Yantra-Träger und zeichne das zuvor genannte Yantra ein.

27.9 Ebenso verehre man es unter Aussprache des Kama-Kuta, Schöne. Das dortige Gefäß ist eigens zu verehren. [Die Bezeichnung vor „Gefäß“ ist beschädigt.]

27.10 Man gebe drei Teile der besonderen Substanz und einen Teil Wasser hinein. Auch darin zeichne man das vorherige Yantra und vollziehe die Verehrung.

27.11 Im Dreieck verehre man die Vidya; in den drei Ecken dann der Reihe nach ihre drei Lautgruppen, jeweils der betreffenden Vidya entsprechend. [Der Anschluss nach „Vidya“ ist unsicher.]

27.12 Bei der Shri Vidya geschehe die Verehrung in der umschließenden Form. Dies ist überall die Ordnung der Göttin; man lasse darin nicht nach, Geliebte.

27.13 Nacheinander verehre man den Wurzelmantra der Göttin und seine sechs Glieder. Unter Aussprache des Shakti-Kuta betrachte man dieses Wasser als Mondgestalt.

27.14 Nach der Verehrung in der Mitte vollziehe man die Handlung in der Gestalt der Buchstabenmutter. Dabei vergegenwärtige man die große Vidya der fünf Hüllen, Schöne.

27.15 Man wiederhole den dritten Keimlaut des ehrwürdigen Guru und den Hamsa-Vidya-Mantra dreimal, Herrin der Götter; die Shri Vidya verehre man siebenfach.

27.16 Man berühre das Opferwasser und verehre es mit Duft, Blumen und weiteren Gaben. Man vergegenwärtige den durch die Augen hervortretenden Lichtbereich, der aus Bewusstsein und Seligkeit besteht.

27.17 Damit besprenge man sämtliche übrigen Verehrungsgegenstände und sich selbst: Alles soll diese Gestalt annehmen, Geliebte.

27.18 Mit Daumen und Ringfinger, auf der linken Seite beziehungsweise nach dem linken Weg, wird die Tattva-Mudra gebildet; sie gilt als Vernichterin großer Verfehlungen.

27.19 Mit Daumen und Zeigefinger wird die Jnana-Mudra gebildet. Mit ihr geschehen Blumenverehrung sowie Darbringung und Labung.

27.20 Zur Reinigung des Körpers vollziehe der Mantrakundige die Reinigung der Elemente. Mit dem Luftkeimlaut lasse er die mit Verfehlung verbundenen Körperbestandteile austrocknen.

27.21 Mit dem Feuerkeimlaut verbrenne er sie mitsamt der Verfehlung. Dann belebe er den von Verfehlung freien Körper erneut, indem er ihn mit Unsterblichkeitsnektar erfüllt.

27.22 Mit dem Wasserkeimlaut, Herrin der Götter, und mit dem Erdkeimlaut festige er ihn. Danach vollziehe er gehörig den Nyasa als schützende Bekleidung des Körpers.

27.23 Nach der Reinigung der Hände setze man die Gottheiten der vier Sitze an Füße, Unterschenkel, Knie und Wurzelzentrum.

27.24 Mit den drei Fingern außer kleinem Finger und Daumen setze man am Herzen ein; mit Mittel- und Ringfinger am Kopf, als Kenner des Mantras.

27.25 Mit dem Daumen setze man an der Haarlocke ein, mit allen zehn Fingern den Schutzpanzer. Den Augen-Nyasa vollziehe man mit den am Herzen verwendeten Fingern, höchste Herrin.

27.26 Mit Zeige- und Mittelfinger setze man danach die Waffe ein. Der Verständige spreche die selbstschützende Vidya zweimal und vollziehe ihren Nyasa.

27, unnummeriert nach 26 Als alles durchdringend setze man die Gestalt ein, um Vollendung zu erlangen. Nun werde ich den vorzüglichen Shri-Vidya-Nyasa lehren, große Herrin.

27.28 Man vergegenwärtige die vollständige, hell strahlende Vidya an der Scheitelöffnung.

27.29 Man betrachte die sechzehnlautige Vidya als Nektar verströmend und großes Glück gewährend. Dann führe man die Saubhagya-Dandini links im Schulterbereich kreisend.

27.30 Die Mudra, welche die Zunge des Feindes ergreift, setze man an die Füße. Mit der Betrachtung „Ich bin der Schöpfer der drei Welten“ vollziehe man den Nyasa am Stirnzeichen.

27.31 Die vollständige Vidya setze man den Mund umschließend ein; abermals die vollständige am Gesicht und oberhalb des Halses.

27.32 Mit der vollständigen Vidya vollziehe man den den Körper durchdringenden Nyasa. Danach bringe man die Yoni-Mudra an den Mund und erweise Verehrung.

27.33 Wessen Leib durch den Nyasa geschützt ist, erschüttert alsbald die drei Welten. Der Mantrakundige bilde eine Faust und strecke den Zeigefinger wie einen Stab aus.

27.34 Diese heißt Saubhagya-Dandini und züchtigt die Feinde augenblicklich. Legt man den Daumen in die Faust, entsteht die Mudra „Ergreifen der Feindeszunge“.

27.35 Man führe die Hände zusammen, Herrin der Götter, und verbinde den Ringfinger mit dem Zeigefinger; ebenso links. Aneinandergefügt bilde man daraus eine Yoni-Gestalt. [Die genaue Fingerverbindung bleibt im Wortlaut unsicher.]

27.36 Werden darüber die Daumen verbunden, heißt dies Yoni-Mudra. Durch diese Mudra soll man die drei Welten unter seinen Einfluss bringen.

27.37 Den Ringfinger führe man um den Kopf herum, Geliebte, bringe ihn an die Scheitelöffnung und setze danach am Handgelenk ein.

27.38 – im Text unnummeriert Man lege den Ringfinger an die Stirn und vergegenwärtige die sechzehnlautige Vidya. Die drei Welten betrachte man als rot; dieser Nyasa heißt „Bezauberung“.

27.39 An Füßen, Unterschenkeln, Knien, Hüften, [unklarer Körperstelle], Rücken, Nabel, beiden Seiten, Brüsten und Schultern …

27.40 … an Ohren, Scheitelöffnung, Mund und [unklarer Stelle], Parvati; danach im Ohrenbereich und der Reihe nach an den Händen beziehungsweise ihren Umfassungen …

27.41 … wird mit den sechzehn Keimlauten dieser große Auflösungs-Nyasa vollzogen. Danach bilde man den kugelförmigen Nyasa, der die drei Welten erschüttert.

27.42 Danach setze man die Buchstabenmutter ein: Sie hat die Gestalt Ganeshas und der Planeten, der Mondhäuser, Yoginis, Tierkreiszeichen, heiligen Sitze und Buchstaben.

27.43 Die Mutter des Alls ist von den Vidyas sämtlicher Überlieferungsrichtungen geprägt. An Kopf, Stirn, Augenbrauenmitte, Hals, Herz und Nabel …

27.44 … sowie am Wurzelzentrum setze man die geheimen Yoginis in ihrer Anordnung ein. Danach vollziehe man den Schöpfungs-Nyasa, der sämtliche Vollendungen gewährt.

27.45 An Scheitelöffnung, Stirn, Augen, Ohren, Nase und Lippen, an beiden Lippen und Zahnreihen, an der Zunge und der Brustvertiefung …

27.46 … am Rücken, ganzen Körper, Herzen, Brüsten, Bauch und Geschlechtsorgan setze der Mantrakundige die Laute der Shri Vidya ein, um alle Fülle zu erlangen.

27.47 An [beschädigter erster Körperbezeichnung], Augen, Ohren, Nase, Wangen, Lippen und im Mund, an beiden Augen und im Gesicht setze man die Buchstaben ein, um Glück zu erlangen.

27.48 An Kopf beziehungsweise Haarscheitel, Stirn, beiden Brauen, Nase, Mund und den Handgelenken bis zu den Spitzen setze man nacheinander die sechzehn Laute ein.

27.49a An Kopf, Stirn, Herz, Mund, Zunge und den sechs Gelenkenden setze man die sechzehn Laute ein; ebenso im Mund nacheinander an den Lautbildungsstellen.

27.49b An Stirn, Hals, Herz, Nabel und Wurzelzentrum setze man die Fünfergruppe ein.

27.50 An Scheitelöffnung, Mund und Unterleib setze man die drei Keimlaute ein; danach die drei Keimlaute an Wurzelzentrum, Herz und Scheitelöffnung.

27.51 An Händen, Füßen und Herzen setze man die fünf Keimlaute ein. Man vollziehe den durchdringenden und den kugelförmigen Nyasa als Ursache großen Glücks.

27.52 Der Verständige setze die vollständige Shri Vidya im Herzen ein, Göttin: mit Blumen, mit dem Ringfinger oder auch im Geist.

27.53 Nachdem der Körper so mit Nyasa versehen ist, lasse man die Mudras nacheinander hervortreten. Die zuvor beschriebene Yoni-Mudra teile man in drei Abschnitte.

27.54 Nacheinander mit Daumen, kleinen Fingern und Mittelfingern gebildet, heißt diese Mudra Trikhanda, „Dreiteilige“; sie dient der Anrufung Tripuras. [Der Beginn des Wortes „Daumen“ ist beschädigt.]

27.55 Mit Ringfingern und kleinen Fingern halte man die Mittelfinger fest; die Daumen berühren die unteren Partien, die beiden Zeigefinger stehen wie Stäbe.

27.56 Dies ist die große Kshobhini-Mudra, die Erschütternde; [gestörter Einschub zur Zählung]. Als Dravini, die Erweichende, wird eine weitere Form bezeichnet. Bei dieser Mudra verbinde man Zeige- und Mittelfinger …

27.57 … in der Gestalt eines Hakens, höchste Herrin. Die Mudra, welche die drei Welten anzieht, wird als dritte bezeichnet.

27.58 Man forme die Hände wie eine Schale, die Zeigefinger wie Haken. Die übrigen werden miteinander verschränkt, die Mittelfinger liegen darunter.

27.60 In dieser Ordnung verbinde der Mantrakundige die beiden kleinen Finger und die Ringfinger und ziehe alle zusammen; die Daumen stehen an den Spitzen. [Die Nummer 59 fehlt.]

27.61 Dies ist die vierte Mudra, welche alle unter Einfluss bringt, höchste Herrin. Man lege die Hände einander zugewandt aneinander; die Mittelfinger liegen innen …

27.62 … die Ringfinger seien gerade und außen mit den Zeigefingern verbunden. An den Nagelbereich der Mittelfinger lege man die Daumen stabförmig.

27.63 Diese wird als fünfte Mudra bezeichnet und heißt Unmadini, „die Berauschende“.

27.64 Formt man bei eben dieser Mudra die Zeigefinger bei den Mittelfingern zu großen Haken, so ist dies die Maha-Ankusha-Mudra, der „große Haken“.

27.65 Ihr Mantra ist der große Keimlaut namens Ankusha. Man lege den linken Arm zum rechten und den rechten zur linken Hand …

27.66 … und verschränke danach die Hände der Reihe nach. Die Paare aus kleinen Fingern und Ringfingern kommen hinter die Mittelfinger …

27.67 … und auf beiden Seiten zwischen die Zeigefinger, große Herrin. Die Daumen strecke man gerade aus und verbinde sie am dem Erdelement zugehörigen Bereich. [Die genaue Handstellung bleibt unklar.]

27.68 Dies ist die große Khechari-Mudra, welche die drei Welten erschüttert. Ihr Mantra ist der große Keimlaut Vijaya. Sie gilt als gemeinsame Überlieferungs-Mudra aller dieser Formen.

27.69 Die Hände seien verschränkt und dann halbmondförmig gestaltet. Zeigefinger und Daumen verbinde man jeweils zugleich.

27.70 Darunter verbinde man die Mittelfinger in der Umschlingung der kleinen Finger; die gebogenen Ringfinger ordne man ganz unten an.

27.71 Dies habe ich als Bija-Mudra gelehrt; ihr Mantra wird als „Hasaum“ angegeben. Die vorher beschriebene Yoni-Mudra wird als neunte gezählt.

27.72 Sie leuchtet in der Schar der Shaktis und ist ihnen gemeinsam. Ihr Mantra ist der Vagbhava-Keimlaut, denn sie ist die Buchstabenmutter des Alls.

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der siebenundzwanzigste Patala, „Erläuterung von Verehrung, Nyasa und Mudra“.

Unterweisung und eigene Praxis gehören zusammen.

Patala 28

Meditation über die Göttin und Verehrung der Guru-Überlieferung

Ishvara sprach:

28.1 Das Chakra stelle man auf einen Untersatz aus Sandelholz, rotem Sandelholz oder Shriparni-Holz, Göttin, auf keinen anderen, höchste Herrin.

28.2 Nachdem der Körper so mit Nyasa versehen ist, meditiere man über das Mandala des Welteneis: Es offenbart Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum und das Wesen des Bewusstseins.

28.3 Viereck, Bogen, Dreieck, dessen umschließende Gestalt und Öffnung: Dies wird als das ohne Stütze Bestehende bezeichnet; dies ist das Meru-Mandala. [Die geometrischen Zuordnungen sind im überlieferten Satz nicht eindeutig.]

28.4 Darüber liegt das alles durchdringende Chakra, entfaltet durch die sechs Stufen der Rede. Die Rede ist in ihrem Gegenstand aufgehoben; als weitere Stufe bei den Yogis wird sie bezeichnet. [Die Lesung ist gestört.]

28.5 Para gehört zur glückverheißenden Erkenntnis Shambhus, Madhyama zu den Pflanzen, Pashyanti zu allen Lebewesen und Vaikhari zu den Erkenntnisursprüngen. [Diese eigentümliche Zuordnung folgt der vorhandenen Lesung.]

28.6 So ist der tausendblättrige Lotus mit den Stufen der Rede erfüllt. Darüber befindet sich das höchste Chakra, die Wohnstätte des höchsten Nektars.

28.7 Es ist viereckig, mit sechzehn Blättern, glückverheißend mit vierundsechzig Blättern, mit hundert, tausend, zehntausend und hunderttausend Blättern …

28.8 … und mit zehn Millionen Blättern, voller Schönheit und am Himmel leuchtend. In der Mitte seines Fruchtbodens, auf dem Sitz, vergegenwärtige man den Herrn des Chakras.

28.9 Er bringt die sechs großen Entfaltungswege hervor, strahlt und ist nach allen Seiten gewandt. Höre nun von der Gestalt dieser sechs Wege im Yoga.

28.10 Der Weg der Wörter liegt in den Blättern des Chakras, der Weltenweg in seinen dreifachen Verbindungen, der Buchstabenweg im Sitz der Buchstabenmutter, entfaltet in allen Mantras. Das Chakra ist, seinem Ursprung entsprechend, mit sechsundzwanzig Wirklichkeitsprinzipien erfüllt.

28.11 Der Weg der Kräfte ist mit den fünf Löwenthronen verbunden und bestimmt das Chakra. Neunfach ist das Chakra erfüllt und mit einer weiteren höchsten Kraft verbunden.

28.12 In der Gestalt der sechzehn Laute durchdringt sie das Chakra und entfaltet sich.

28.13 Dies wird als Mantraweg bezeichnet, Lotusäugige. So betrachte man das Shri Chakra als die sechs Wege durchlaufend.

28.14 Im Fruchtboden liegt die höchste Wirklichkeit; daraus das unvergängliche Bewusstsein, daraus das höchste Selbst, daraus das Aufleuchten des Bindu …

28.15 … daraus die makellose eigene Gestalt und daraus das Entstehen von Sattva und den übrigen Eigenschaften. Der Sitz der Bewusstseinshülle und die fünf Ordnungen gehen aus dem eigenen Selbst hervor. [Der zweite Satz ist syntaktisch unsicher.]

28.16 Aus dem Aufleuchten entsteht der Vallabha-Sitz, aus dem Bindu der Svadha-Sitz, aus der eigenen Gestalt der Juwelensitz; aus den Wirklichkeitsprinzipien wird das All erklärt.

28.17 Am höchsten Ort der Shri Vidya, vom Osten des Chakras an, Geliebte, ist sie auf einem Sitz niedergelassen, den die Schar der großen Herrinnen der Hüllen schmückt.

28.18 „Ich verehre die Fußsandalen der Mutter allen Glücks“: Mit diesen Worten verehre der Verständige die Fußsandalen des höchsten Lichts.

28.19 Auf eben diese Weise verehre man die fünf Fünfergruppen. Diese Wirklichkeit, deren Wesen alles ist, geht in der höchsten Wirklichkeit auf.

28.20 Diese alles umfassende Wirklichkeit ist die Schöne allen Glücks. Durch die Vereinigung dreier Bindus besteht Tripura in dreifacher Gestalt.

28.21 Den einen Bindu stelle man sich als Gesicht vor, darunter das Brüstpaar; darunter betrachte man die nach unten gerichtete Hälfte. [Die Bezeichnung dieser letzten Form ist beschädigt.]

28.22 So ist sie die Gestalt der Kamakala, unmittelbar die Gestalt der unvergänglichen Laute: Durch die drei Bindus und die halbe Maßeinheit ist sie allein die Buchstabenmutter des Alls.

28.23 Aus diesem Grund wird sie Tripura-Shakti genannt, Göttin. Bei den anderen gibt es diese drei Bindus Tripuras nicht, Ewige.

28.24 – im Text unnummeriert Durch ihren Willen entsteht die Schöpfung und geht wieder in ihr auf. Man betrachte eben diese Göttin, die große Herrin, als das eigene Selbst.

28.25 – im Text unnummeriert Über den mit den Silben O, Ja, Pu und Kamarupa bezeichneten Sitzen, im Scheitellotus inmitten der mit der Zahl der Mondtage verbundenen Schlangenhauben … [Die Sitzbezeichnungen und ihre Verbindung sind nicht vollständig klar.]

28.26 … dort auf dem Bindu-Sitz, im Lotus der jeweiligen Nitya-Kraft, betrachte man die auf Kameshvaris Sitz ruhende Göttin, die mit ihr wesensgleich ist.

28.27 Sie ist Herrin der drei Welten ihres Gebots und gebietet über Brahma und [beschädigte weitere Bezeichnung]. Ihre schönen Glieder bestehen aus den Buchstaben von A bis Ksha.

28.28 Vom Wurzelzentrum bis zur Scheitelöffnung ist sie wie ein feiner Lotusfaden; sie leuchtet wie die aufgehende Sonne und gleicht einer Hibiskusblüte.

28.29 – im Text unnummeriert Sie glänzt wie frisch erhitztes Gold, leuchtet wie eine Granatapfelblüte und trägt einen Haarknoten voller stark duftender Blumen.

28.30 Ihr feines Haar schmückt sie; ihre Locken gleichen dunklen Bienen. An der Scheitellinie strahlen Perlen und ein rubinbesetztes Stirnzeichen. [Ein Wort der Haarbeschreibung ist beschädigt.]

28.31 Schön ist sie durch funkelnde Juwelenreihen; ihre Krone trägt leuchtende Glöckchen. Ihr Mondgesicht und ihr roter Schmuck strahlen. [Das Versende ist gestört.]

28.32 Ihr Stirnzeichen strahlt wie eine Mondsichel; ihre Brauen sind bogenförmig. Ihre beweglichen Augen reichen bis an die Ohren, und schön ist das Spiel ihrer Brauen.

28.33 Goldene Ohrgehänge mit Diamanten und Perlenketten schmücken sie; im Licht ihres Ohrschmucks erblühen ihre Wangen.

28.34 Im leuchtenden Mond ihres Gesichts glänzt ein kreisförmiger Perlenschmuck an der Nase. Die Süße ihres Lächelns übertrifft den strahlenden Genuss der Brahman-Erkenntnis.

28.35 Ihre zarten Lotushände gleichen Blütenblättern des roten Lotus. Das Mondlicht ihrer Fingernägel breitet sich über den Himmel aus.

28.36 Die Glückverheißende ist durch die Last ihrer runden, festen und hohen Brüste sanft geneigt. Neue große Perlenketten und Anhänger schmücken ihre hohe Brust.

28.37 Sie hat einen schlanken Bauch, einen tiefen Nabel und eine schöne schmale Taille; ihr Gürtel trägt unbezahlbare Juwelen und klingende Edelsteinglöckchen.

28.38 Schön sind ihre gerundeten Hüften und die feine Haarlinie. Die strahlende Kraft ihres roten Gewandes durchdringt die drei Welten.

28.39 Ein himmlisches Obergewand, vielfältig mit Juwelen verziert, schmückt sie; ihre Glieder gleichen anmutigen Bananenstämmen. [Die Körperbezeichnung am Versende ist gestört.]

28.40 Der Glanz der neun Juwelen ihrer Fußspangen erfüllt die Gottheiten. Die Kronen Brahmas, Vishnus und Maheshas berühren ihre Lotusfüße.

28.41 Ihr Mund ist mit Betel und Kampfer gefüllt. Ihre Schlinge gleicht einer Korallenranke und ist mit rotem Gewebe verbunden.

28.42 Ihr Haken gleicht der schmalen Mondsichel und vermag anzuziehen. Ihr Zuckerrohrbogen hat eine Sehne, die aus den Bienen der wahren Vidya besteht.

28.43 In ihren Lotushänden trägt sie fünf Pfeile. Ihr Leib ist durch reichen Moschus und Safran gerötet.

28.44 Sie strahlt in allem Schmuck und ist mit sämtlichen Zierden versehen: die höchste Göttin, deren Wesen alle Götter und alle Mantras sind.

28.45 Sie besteht aus allen heiligen Orten und allen Lehrschriften; die Göttin, deren Wesen alle heiligen Orte sind, ist die Grundlage von allem.

28.46 Sie bringt jedes Glück hervor und ist die Schöne allen Glücks. So meditiere man über die große Göttin inmitten des Kadamba-Waldes.

28.47 Danach stelle man sich vor, dass sie durch die Öffnung des tragenden Energiekanals hervortritt. Man setze die Schöne des Kula auf den Schoß Kameshvara-Shivas.

28.48 Mit der anrufenden Vidya und der entsprechenden Mudra, Geliebte, rufe man sie an. Der Kundige zeige die Mudra und vollziehe dreimal die Labung.

28.49 – im Text unnummeriert Mit allen glückverheißenden Diensten, geistigen wie sichtbaren, mit Räucherwerk, Lichtern und schließlich Speisegaben verehre man sie und zeige erneut die Mudras.

28.50 Nach abermaliger Labung verehre man die Nityas der Mondtage. Dabei verehre man diejenige, welche dem jeweiligen Mondtag entspricht.

28.51 Wer vom ersten Mondtag bis zum Vollmond jeweils eine verehrt, erlangt als Mantrakundiger Glück und große Herrlichkeit.

28.52 Vom ersten an zunehmend und wieder abnehmend bis zum Neumond verehre man sie der Reihe nach. Das große Dreieck vergegenwärtige man mit den fünfzehn Vokalen. [Das Wort „Dreieck“ ist beschädigt überliefert.]

28.53 In Gruppen zu je fünf verteile man sie; die letzte verehre man in der Mitte. In der Mitte verehre man die große Nitya, die ganz Göttin ist.

28.54 Die Nityas von Kameshvari bis Vicitra verehre man nacheinander. Zwischen Vimala und Jayini verehre man das Guru-Mandala.

28.55 Die höchsten Gurus sind die göttlichen; die vollendeten stehen zwischen höchster und niedrigerer Ebene; die menschlichen gelten als die weitere Ebene, Göttin. Ihre Zahlen sind sieben, vier und acht.

28.56 Die männlichen Namen enden auf „Anandanatha“; die weiblichen Gurunamen haben eine weibliche Endung, höchste Herrin. [Die überlieferte Angabe der Endung ist unsicher.]

28.57 Nun werden die Gurus der Kamaraja-Überlieferung genannt; höre, Schöne: der als Paraprakasha Bezeichnete, danach der Guru Parashiva …

28.58 … Parashakti, Kaulesha, Shukladevyambika, ferner Kuleshvara, Göttin, und die Guru Kameshvaryambika …

28.59 … sodann Bhoga, Klinna, Samaya und Sahaja; Gagana, Vishva, Vimala, Madana und der Guru Bhuvana …

28.60 … Lila, Svatma und Priya werden nacheinander genannt, Göttin. Die Überlieferungsreihe Lopamudras und Agastyas ist entsprechend.

28.61 Zuerst Parama, danach Shiva, dann Kameshvaryambika: Es folgen der Reihe nach die Gurus der göttlichen Strömung, der großen Strömung und die übrigen. [Die Namensgrenzen sind hier nicht eindeutig.]

28.62 Prajnadevi und Prakasha werden genannt; höre die Vierergruppe: Divya, Citra, Kaivalyadevyamba und Mahodaya …

28.63 … Cit, Vishva, Shakti, Caraka, Kamala und Manohara, Para und Svatma als Gurupaar: acht in der menschlichen Strömung. [Die Trennung der Namen bleibt zum Teil unsicher.]

28.64 Bei allen übrigen Vidyas sind die Gurus entsprechend der Reihe nach dieselben: sodann Paraprakasha und der mit Para beginnende Vimarsha …

28.65 … als dritter, höchste Herrin, danach Kameshvari und die folgenden; ferner Moksha, der Amrita Genannte, Purusha und Aghora. [Der Satzanschluss und einzelne Namen sind gestört.]

28.66 Ferner Vasadguru und die Vollendeten in der folgenden Ordnung: Udbhava, Para-[Textlücke], Sarvajna und Svastha …

28.67 … Siddha, Govinda und Shankara bilden die menschliche Strömung. Am Ende der drei Strömungen steht die eigene Dreiheit der Gurus.

28.68 Wenn die Gurus zwölf an der Zahl sind, fasse man am Ende der acht menschlichen Gurus ein Paar zusammen.

28.69 Dann füge man die Dreiheit der eigenen Gurus hinzu; sonst ist die Überlieferungsfolge unterbrochen. Ein solcher Mantrapraktizierender ist nicht würdig, in der gemeinsamen Reihe Platz zu nehmen.

28.70 – im Text unnummeriert Sonst darf die Gurureihe niemals verkürzt werden. Was vermögen die Strahlen für diejenigen, die ohne Überlieferungsfolge sind, auf bloßes Wissen stolz …

28.71 … und von der verbindlichen Ordnung abgewichen? Wer die rituelle Folge ohne Guru ausführt, höchste Herrin …

28.72 … erleidet großen Verlust, Göttin, daran besteht kein Zweifel. In drei Reihen sind die Gurus zur Erlangung der Vollendung zu verehren. Mit dem Guru-Mantra verehre man den eigenen Guru, Herrin der Götter.

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der achtundzwanzigste Patala, „Ordnung der Meditation“.

Patala 29

Die Umkreise des Shri Chakra

Ishvara sprach:

29.1 Nun lehre ich die vorzügliche Ordnung der Shri Vidya, große Herrin. Im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen geschieht die Verehrung der Mantraglieder.

29.2 Der kundigste Mantrakenner verehre sie jeweils mit ihrer eigenen Mudra. Erdumfassung, Sechzehneck beziehungsweise sechzehnblättriger Kreis und achtblättriger Kreis folgen aufeinander.

29.3 Diese bilden hier das Schöpfungs-Chakra; seine Verehrung wird erklärt, Geliebte. Das Vierzehneck, das Zehneck und das zweite Zehneck …

29.4 … bilden das Erhaltungs-Chakra; man verehre es entsprechend seiner Gliederung.

29.5 Achteck, Dreieck und Bindu gehören zur Auflösung. Im dritten Bereich wird die ganze Göttin verehrt; das Ganze ist das Unbenennbare. [Der zweite Halbvers ist nicht eindeutig.]

29.6 Die Vidyas des vierten Zustands verehre der Verständige sämtlich der Reihe nach. Auf diese Weise verehre man die Schar der Vidyas.

29.7 Die heilige Hülle, das auf den Löwenthronen Befindliche, die Wunschliane, das Juwelenhafte und die vier Heiligtümer …

29.8 … alles, was in den vier Überlieferungszweigen tief gegründet ist, verehre der Verständige. Im Chakra, das die drei Welten bezaubert und dessen Leib die fünfzig Buchstaben bilden …

29.9 … sind die zehn offenbaren Vollendungskräfte einzusetzen, Schöne. Sie glänzen wie frisch erhitztes Gold und tragen Schlinge und Haken.

29, unnummeriert nach 9: Gaben Sie schenken den Praktizierenden Juwelen aus großen Schatzkammern, Gold und Schätze; man verehre sie mit Lotussen in den Händen.

29, unnummeriert nach 9: zehn Kräfte Man verehre die offenbaren Vollendungskräfte: Kleinheit, Leichtigkeit, Größe, Herrschermacht, Beherrschung, ungehinderte Wunscherfüllung, Genuss, als achte Wollen, ferner Erlangen und Erfüllung aller Wünsche.

29.12 Man verehre sie jeweils rechts von den Toren und der Reihe nach in den Ecken.

29.13 Von unten nach oben sind sie von den Überlieferungslehrern vom Westen an zu verehren. Brahmi, Maheshvari und als dritte Indrani …

29.14 … Kaumari, Vaishnavi, als sechste Varahi, ferner Chamunda und Lakshmi stehen im weiteren Bereich.

29.15 Alle tragen Schlinge und Haken; außerdem vergegenwärtige man sie der Reihe nach mit Vidya beziehungsweise Wissenszeichen, Dreizack, Donnerkeil, Speer, Diskus und Keule …

29.16 … [unsicher bezeichnetem Gegenstand], einer Eingeweidegirlande und einem Lotus, höchste Herrin. Man betrachte sie mit allem Schmuck versehen, um Vollendung zu erlangen.

29.17 Zuerst die Alles-Erschütternde, dann die Erweichende und die Anziehende; [es folgt eine Wiederholung:] Eingeweidegirlande und Lotus der Reihe nach, höchste Herrin …

29.18 … mit allem Schmuck versehen soll man sie zur Vollendung betrachten. Zuerst die Alles-Erschütternde, die Erweichende und die Anziehende …

29.19 … die Beherrschende, die Berauschende, die Haken-Mudra und die Khechari, ferner Bija, Yoni und Trikhanda, im östlichen und westlichen Bereich.

29.20 Sie gleichen Rubinen, tragen ein zinnoberrotes Stirnzeichen, rote Gewänder und rote Girlanden.

29.21 Alle sind durch ihre eigenen Mudras gekennzeichnet; in ihren Händen glänzen Schlinge und Haken. Die Mudras verehre man sorgfältig zur Erfüllung des eigenen Anliegens.

29.22 Die offenbaren Kräfte verehre man im Viereck vom Westen an. Im Chakra der Erfüllung aller Hoffnungen, das sich in den Mondkräften und Vokalen entfaltet …

29.23 – im Text unnummeriert … verehre man die verborgenen Kräfte vom Westen an in umgekehrter Folge: die ewige Anzieherin des Begehrens und die Anzieherin des Verstandes …

29.24 … die Anzieherin des Ichbewusstseins, des Klanges, der Berührung und der sichtbaren Gestalt …

29.25 … des Geschmacks, des Duftes, des Gemüts und der Standhaftigkeit, Geliebte …

29.26 … des Namens, des Keims, des Unsterblichkeitsnektars und der Erinnerung …

29.27 … die ewige Anzieherin des Körpers und die des Selbst. Diese ewigen Kräfte befinden sich inmitten der Mondscheibe.

29.28 Man vergegenwärtige sie stets mit den Vokalen verbunden, Nektar verströmend, mit Schlinge, Haken und einem mit Nektar gefüllten kostbaren Gefäß, Gaben spendend. [Die Gefäßbezeichnung ist ungewöhnlich.]

29.29 Im alles erschütternden Chakra verehre man die noch geheimeren Göttinnen, welche die Buchstabengruppen von Ka bis [unsicherem Endlaut] verkörpern und die Bandhuka-Blüte lieben.

29.30a – im Text unnummeriert Man betrachte sie mit Schlinge, Haken und spielerisch gehaltenen blauen Lotussen, vom Osten an in den vier Hauptrichtungen, dann in den Ecken vom Südosten an.

29.31 Es sind Anangakusuma, Anangamekhala, Anangamadana und Anangamadanatura …

29.32 … Anangarekha, Anangavega, Anangankusha und Anangamalini, höchste Herrin.

29.33a Im Chakra, das großes Glück verleiht und durch die Buchstaben Ka bis Ta leuchtet, sind die als „Überlieferung“ bezeichneten Yoginis mit allem Schmuck geschmückt.

29.34a Alle gleichen dem roten Indragopa-Käfer und sind stolz und trunken von Jugend. Sie tragen Schlinge, Haken, Spiegel und eine mit Nektar gefüllte Trinkschale.

29.30b – so die Nummer der Vorlage Alle sind voller Schönheit. Vom Westen an in umgekehrter Folge verehre man die Shaktis gemäß der Überlieferung, um Vollendung zu erlangen.

29, unnummerierte Shakti-Liste Die Alles-Erschütternde, die Alles-Vertreibende, die Alles-Anziehende, die Alles-Erfreuende; die Alles-Bezaubernde, die Alles-Erstarrende, die Alles-Gähnenlassende, die Alles-Beherrschende; die alle Anliegen erfreulich macht, die alles berauscht …

29.33b … die alle Ziele verwirklicht und die Gestalt aller Fülle ist …

29.34b … die aus allen Mantras besteht und die alle Gegensatzpaare auflöst. Im Chakra, das alle Ziele verwirklicht und durch die Buchstaben Na bis Bha geschmückt ist …

29.35 … gleichen sie Hibiskusblüten, sind mit leuchtenden Juwelen geschmückt, tief von großem Glück erfüllt und haben volle, runde, feste Brüste.

29.36 Mit lächelnden Gesichtern schenken sie den Praktizierenden die gewünschten himmlischen Schmuckstücke aus vielerlei Juwelen, die in Juwelenkästchen liegen.

29.37 Man vergegenwärtige die Kula-Yoginis mit Schlinge und Haken. Vom Westen an in umgekehrter Folge verehre man diese Spenderinnen aller Vollendungen:

29.38 die Göttin, die alle Vollendungen verleiht; die alle Fülle verleiht; die alles liebenswert macht; die alles glückverheißend macht …

29.39 … die alle Wünsche erfüllt; die von allem Leid befreit; die jeden Tod besänftigt; die alle Hindernisse abwehrt …

29.40 … die an allen Gliedern schöne Göttin und die Spenderin allen Glücks. Im allbeschützenden Chakra, geschmückt mit den Buchstaben Ma bis Ksha …

29.41 … verehre man vom Westen an in umgekehrter Folge die innersten Yoginis. Sie leuchten wie tausend aufgehende Sonnen und sind mit Perlenschmuck geschmückt.

29.42 Ihre Hände glänzen mit Schlinge, Beilwaffe, Erkenntniszeichen und Perlen beziehungsweise Gaben. Man verehre diese Göttinnen, die die gewünschten Früchte verleihen. [Die Aufzählung der Attribute ist nicht eindeutig.]

29.43 Die Allwissende, die Allmächtige, die alle Herrlichkeit als Frucht gewährt, die aus allem Wissen bestehende Göttin und die Vernichterin aller Krankheiten …

29.44 … die Grundlage von allem, die alle Verfehlung nimmt, die Göttin, die ganz Seligkeit ist, und die Verkörperung allen Schutzes …

29.45 … als zehnte die Spenderin aller ersehnten Früchte, höchste Herrin. Im Chakra, das alle Krankheiten beseitigt und sich in den acht Buchstabengruppen entfaltet …

29.46 … verehre man vom Westen an in umgekehrter Folge die geheimen Yoginis. Unterhalb, rings um den heiligen Sitz, leuchten sie wie Granatapfelblüten.

29.47 Sie tragen rote Gewänder und rote Duftsalben. Mit roten Blumen und ungebrochenem Reis verehre man sorgfältig diese Spenderinnen aller Vollendungen.

29.48 Reich an mannigfachem Schmuck, tragen sie die fünf Pfeile und den Bogen, ein Buch und die Geste des Gebens; sie stehen in den Buchstabengruppen.

29.49 Man schreibe die großen Buchstaben der acht Gruppen mit Bindu und Nada. Am Ende der A-Gruppe stehen Ra, [beschädigte Lautbezeichnung], Erde, linkes Ohr, Mond und Bindu.

29.50 Damit verehre man die Redegöttin namens Vashini, Schöne. Am Ende der Ka-Gruppe schreibe man die höchste Kameshvari, mit Kula verbunden.

29.51 Am Ende der Ca-Gruppe stehen [unsicherer Laut], Erde, linkes Auge und Mond. Damit verehre man Mohini. Am Ende der Ta-Gruppe sodann …

29.52 … mit Luft, Erde, linkem Ohr, Mond und Nada verehre man Vimala. Am Ende der dentalen Ta-Gruppe stehen Ja, Zeitfeuer, linkes Auge und die Mondkraft.

29.53 Damit verehre man Aruna. Am Ende der Pa-Gruppe wird gelehrt: Raum, Leben, Erde, Wasser, Luft und [beschädigtes weiteres Attribut].

29.54 Damit verehre man Japini. Am Ende der Pa-Gruppe wird ferner gelehrt: Pha, Ra, Zeit, Wind und Ohr am Schluss; damit verehre man …

29.55 … Sarveshvari. Am Ende der Sa-Gruppe stehen Erde und Feuer mit Bindu. Damit verehre der Verständige die achte Göttin, Kaulini.

29.59a – so die Nummer der Vorlage Am Ende der Achtergruppe verehre man diese Redegöttinnen, große Herrin. Im Chakra, das alle Vollendungen verleiht, mit den großen Buchstaben A, Ka und Tha …

29.57 … mit seinen drei Linien, voller Schönheit und in allen Buchstaben entfaltet, verehre man nacheinander die Yoginis, die „höchstes und weiteres Geheimnis“ heißen.

29.58 Vom Westen an, jeweils paarweise: Die Pfeile Kameshvaras und Kameshvaris sind gemeinsam, Geliebte.

29.59b Mit dem vierten und dessen zweitem [Laut], jeweils mit Bindu und Nada, verehre man das Bogenpaar Kameshvaras und Kameshvaris.

29.60 Ananta mit Bindu und Nada sowie Hrllekha sind die Schlingen-Keimlaute Kameshvaras und Kameshvaris, der Reihe nach, höchste Herrin.

29.61 Der Haken-Keimlaut ist beiden gemeinsam; der Verständige verehre beide. In den vier Richtungen strahlen sie, ihre Gestalten in jugendlicher Fülle.

29.62 Sie gleichen roten Blitzranken, tragen üppige Blumen und den Glanz der neun Juwelen, jeweils mit den eigenen Waffen in den Händen.

29.63 Sie sind mit den Mantrawörtern für Gähnenlassen, Bezaubern, Beherrschen und Erstarren verbunden. Außerhalb des Kreises der Mantraglieder verehre man die acht Waffen.

29.64 In den drei Ecken verehre man die drei mit den drei Lautgruppen verbundenen Göttinnen: Kameshvari, Vajreshvari und als dritte Bhagamalini.

29.65 Kameshvari ist weiß, trägt weiße Girlanden und Salben, glänzenden Perlenschmuck und mannigfache Zierden.

29.66 – im Text unnummeriert Sie trägt Buch und Gebetskette und zeigt die Gesten des Gebens und der Furchtlosigkeit. Vorn wird sie verehrt und als Rudras Shakti bezeichnet.

29.67 – im Text unnummeriert Vajreshvari gleicht Safran, trägt funkelnden Juwelenschmuck und ein Gewand wie die junge Sonne. Ihre dunklen Augen reichen geschwungen bis zu den Ohren.

29.68 Zuckerrohrbogen, Blumenpfeile, Geben und Furchtlosigkeit schmücken sie. Vajreshvari steht rechts und ist Vishnus Shakti, große Herrin.

29.69 Im Norden steht Mutter Bhagamala, glänzend wie frisch erhitztes Gold, mit Schmuck aus unbezahlbaren Juwelen: die Herrin der Welt.

29.70 In ihren Lotushänden trägt sie Schlinge, Haken, Erkenntnisgeste und die Gabe beziehungsweise den vorzüglichen Pfeil. Als Brahmas Shakti vernichtet die große Herrin die drei Arten des Leidens. [Das letzte Handattribut ist unsicher.]

29.71 Im allseligen Bereich, dessen Gestalt Nada ist und der über den Klang hinausgeht, ist die Yogini des höchsten und weiteren Geheimnisses, mit „höchst“ bezeichnet …

29.72 … als Mahatripurasundari der drei Lautgruppen zu verehren. Man verehre die Shri Vidya, Göttin, als reines Bewusstsein und Gestalt des Brahman. Wieder bringe man Labungen dar und verehre sie mit Duft, Blumen und ungebrochenem Reis.

29.73 Mit zahlreichen inneren wie sichtbaren Gaben verehre man die Göttin, Geliebte. Der Mantrakundige zeige die Mudras; ihre Göttinnen leuchten wie Bandhuka-Blüten …

29.74 … sind schön durch mannigfachen Schmuck und bringen die drei Welten unter ihren Einfluss. Man vergegenwärtige alle mit ihren eigenen Mudras in den Händen, der Shri Vidya zugewandt.

29.75 Bei jedem Chakra verehre man nacheinander die Mudra und die Chakreshvari. Dann befindet sich in der Mitte des Chakras diejenige, die zu dessen anfänglicher Verehrung gehört, Geliebte.

29.76a Tripura gleicht Bergkristall, ist mit Perlen und Juwelen geschmückt und trägt Buch, Gebetskette, Gefäß und einen vorzüglichen Lotus.

29.77 – im Text unnummeriert Man betrachte sie als die Ewige, die große Verfehlungen vernichtet. Tripureshi hat die zuvor genannte Gestalt; Sundari leuchtet wie Safran …

29.78 … ist mit allem Schmuck versehen, trägt Buch und Gebetskette, zeigt Geben und Furchtlosigkeit und lächelt voll Kraft.

29.76b – so die Nummer der Vorlage Ihr ähnlich meditiere man über Tripuravasini, deren Augen an den Rändern gerötet und von großer Trunkenheit bewegt sind.

29.80 Tripurashri, große Herrin, hat volle, runde und feste Brüste, leuchtet wie tausend aufgehende Sonnen und trägt himmlischen Schmuck.

29.81 Sie trägt Buch und Gebetskette, Geben und Furchtlosigkeit in den Händen. Als die ganz von Seligkeit Erfüllte wird sodann Malini genannt.

29.82 Die Göttin glänzt wie ein roter Indragopa-Käfer und trägt Schlinge, Haken und Schädelschale. Sie nimmt große Furcht und schenkt den Praktizierenden Freude.

29.83 Man meditiere über Mutter Siddha als Vernichterin von Gift, höchste Herrin; ebenso über die Fülle verleihende Bhairavi, die große Vollendungen schenkt.

29.84 Der Reihe nach ist jedem Chakra seine herrschende Gottheit mit der entsprechenden Vollendung zugeordnet. Im Wissen um die große Geheimhaltung verehre man das Chakra.

29.85 „Ich verehre die Fußsandalen“ lautet die Verehrungsformel, dann folgt die Verneigung. Beim Feueropfer verwende man „Svaha“, bei der Labung vergegenwärtige man „Ich labe“.

29.86 Oder man betrachte alle Strahlen in der Gestalt der Göttin.

29.87 Im Shri Chakra, höchste Herrin, entsprechen sie jeweils ihrem eigenen Mantra und ihrer eigenen Gestalt. Dies ist von dir zu hüten wie die eigene Yoni, glückverheißende Parvati.

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der neunundzwanzigste Patala, „Erläuterung der Verehrung der Shri Vidya“.

Patala 30a

Bali-Gaben und Abschluss der Verehrung

Der ehrwürdige Ishvara sprach:

30a.1 Der höchsten Shakti bringe man eine Speisegabe mit den sechs Geschmacksrichtungen dar, gereinigt durch die Kamadhenu-Mudra; danach Betel mit Kampfer.

30a.2 Man vollziehe das tägliche Feueropfer nach der zuvor genannten Vorschrift, Geliebte, wiederhole den Mantra nach Vermögen und spreche einen Lobpreis, höchste Herrin.

30a.3 Auch mit den beiden anfänglichen Versen verehre man die Glücksgöttin. Auf ein Gefäß aus Gold, Silber, Bronze oder dergleichen zeichne man einen achtblättrigen Lotus.

30a.4 Mit Duft zeichne man ihn; in die Mitte lege man die Opferspeise oder die Mudra. Auf den acht Blättern stelle man mit Butterfett gefüllte Lämpchen auf.

30a.5 Mit den Juwelen-Vidyas schwenke man sie dreimal und vergegenwärtige sie am Kopf; oder man verwende zum Schluss den Wurzelmantra, um alle Hindernisse zu besänftigen.

30a.6 „Göttin, mit allen Chakras und ihren Herrinnen verbunden, Neungestaltige: Nimm dieses Lichtopfer an, damit ich Vollendung erlange.“

30a.7 – im Text unnummeriert Links zeichne der Praktizierende, mit den Knien auf der Erde, ein Mandala. Mit beiden Händen bilde er eine tragende Schale, das Zeichen der Erhebung des Mandalas.

30a.8 Im Viereck verehre man den Raumkreis mit diesem Mantra: Tara, Bhuvaneshani, dann „alles durchdringend“ und „Mandala“ …

30a.9 … mit Dativendung und dem Herzenswort. Der Mantra hat zwölf Laute. Darin stelle man auf einen Untersatz ein mit Blumen verehrtes Gefäß mit einem Anteil der mit Wasser gemischten Substanz.

30a.10 Nach dem Aufstellen bringe man darin mit dem Kala-Laut eine Bali-Gabe dar. Tara, Para, dann „allen Hindernisverursachern“, und weiter „allen Wesen“ …

30a.11 … „ihnen“, Hum und die Gemahlin des Feuers: Durch dreimalige Aussprache wird die Bali-Gabe dargebracht. Die zuvor beschriebene Gabe vollziehe man zur Besänftigung der Hindernisse.

30a.12 Diese vierfache Bali-Darbringung ist in den drei Welten schwer zu erlangen. Danach labe man ein Mädchen beziehungsweise eine Kumari oder [beschädigte Bezeichnung einer Tripura-Verehrung].

30a.13 Der beste Mantrakenner vergegenwärtige die Strahlen der höchsten Herrin. Mit der Khechari-Mudra führe er die Herrin des Shakti-Kreises, das höchste Bewusstsein …

30a.14 – im Text unnummeriert … durch die Gnade des Guru in sich selbst zusammen, in die Tiefe der Erkenntnis. In der Shiva-Ecke lege er die verbliebenen Opfergaben für die Restegöttinnen nieder, um Vollendung zu erlangen.

30a.15 Danach bringe der Kenner des Guru-Mantras das Opferwassergefäß dem Guru dar; mit dem eigenen Namensmantra vollziehe er gemäß der Unterweisung die Labung. [Die Satzverbindung ist beschädigt.]

30a.16 Auf dem linken Weg, Herrin der Götter, rein und mit der Tattva-Mudra, bringe man es wieder auf den Untersatz; dieser ist durch das Licht gekennzeichnet.

30a.17 Das in der Mitte des Lichtopfers Befindliche verzehre man mit dem Wurzelmantra. Mit Kapalini oder mit dir hebe man das Gefäß empor. [Ob hier Mudras oder Göttinnen gemeint sind, bleibt unklar.]

30a.18 Das zweite bringe man rechts durch die Verbindung mit dir dar, Parvati. Durch die Verbindung der drei Wirklichkeitsbestandteile labe man die im eigenen Innern Wohnende.

30a.19 Das erste ist als Brahman-Gestalt, das zweite als alle Mantras umfassend und das dritte als Gestalt des Herrn zu erkennen, so lehren die vorzüglichen Mantrakenner.

30a.20–21 – im Text unnummeriert Nachdem man ein wenig Freude erweckt hat, ziehe man mit den fünf Mudras die dort befindlichen Mantras heran, höchste Herrin; den Restegöttinnen [bringe man] das Besprengte und Weitere [dar]. [Die Handlung und ihre Satzverbindung sind beschädigt.]

30a.22 Nachdem dies vollzogen ist, wird man glücklich, höchste Herrin, daran besteht kein Zweifel. Das Unaussprechliche, nicht gegenständlich Erkennbare habe ich mittels der Laute gelehrt.

30a.23 [Der Vergleich mit einem Netz von Lauten und einer Mondleuchte ist beschädigt.] Dies ist von dir zu hüten, Geliebte, wie eine Mutter eine Schwangerschaft von einem Liebhaber geheim hält.

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der dreißigste Patala, „Ordnung der Bali-Verehrung“.

Patala 30b

Mantrawiederholung und Feueropfer

Parvati sprach:

30b.1 Feueropfer und weitere Handlungen wurden angedeutet, Gott, doch nicht vollständig erklärt. Lehre sie zum Wohl der Praktizierenden in ihrer Ausführung, Herr.

Der ehrwürdige Ishvara sprach:

30b.2 Höre, Göttin, ich werde die Übung des Shri-Vidya-Mantras erklären. Mit Shami, Durva-Sprossen, Blättern des Ashvattha und solchen des Arka …

30b.3 … verehre man gesammelt einen Monat lang das Shri Chakra. In einem Monat vernichtet der Lehrer die aus tausend Geburten stammenden Verfehlungen.

30b.4 Man verehre das mit Juwelen besetzte Chakra mit goldenen Champaka-Blüten, Geliebte. Dann wird man gewiss zu allen Zeiten Träger höchster Befehlsgewalt.

30b.5 Man vernichtet alle Verfehlungen, selbst aus zehn Millionen Geburten, erlangt die vom Meer umgürtete Erde und wächst im Glück.

30b.6 Wer stets mit silbernen Champaka-Blüten verehrt, Göttin, wird verständig und überall siegreich.

30b.7 Bei einem westwärts gerichteten Linga, an einem einsamen Ort, bei einem selbstentstandenen oder Bana-Linga, an einer Shiva-Stätte, große Herrin …

30b.8 … verweile man und wiederhole den Mantra mit einer Korallenkette oder einer Kette aus Perlen, Rudraksha, Lotussamen oder Bergkristall.

30b.9 Mit einer schönen Kette aus Rubinen und anderen Edelsteinen wiederhole der Verständige den Mantra. Nach hunderttausend Wiederholungen treten die erdwandelnden Hindernisverursacherinnen auf.

30b.10 Wenn er auch durch sie nicht im Geringsten erschüttert wird, vollziehe der reine Verständige unter Einhaltung der Regeln dreihunderttausend Wiederholungen.

30b.11 Man wiederhole geistig, hörbar oder flüsternd. Geistige Aussprache gewährt die Frucht von zehn Millionen Wiederholungen, Göttin.

30b.12 Gegenüber flüsternder Aussprache steht die hörbare hundertfach [anders in der Wertung; der Satz ist unklar]. Die hörbare Wiederholung des guten Mantras geschehe nach dem Gebot des ehrwürdigen Guru.

30b.13 Ein Zehntel davon sei das Feueropfer mit Blüten des Brahma-Baumes. Man opfere Kusumbha-Blüten, getränkt mit den drei süßen Stoffen.

30b.14 Dadurch wird diese Vidya wirksam, die bei den Guten Unwissenheit vernichtet. In einer Yoni-förmigen, einer Vulva-förmigen, einer runden oder halbkreisförmigen Feuergrube …

30b.15 … in einem Chakra aus neun Dreiecken oder in einer viereckigen Grube, Geliebte: Die Yoni-Grube verleiht Redemacht, die Vulva-Form bewirkt Anziehung.

30b.16 Die runde verleiht Wohlstand; die Halbform soll Furcht bewirken. Im großen Neun-Dreiecks-Chakra erlangt man die Khechari-Vollendung. [Die Bezeichnung der Halbform ist gestört.]

30b.17 Das Viereck lässt stets alles Glückverheißende entstehen: Befriedung, Gedeihen, Wohlstand, Gesundheit und Glück.

30b.18 In der Lotusform verwirklicht man die zehn Vollendungen, daran besteht kein Zweifel. Mit Mallika- und Malati-Blüten, bestrichen mit den drei süßen Stoffen, wird man Herr der Rede.

Historische Ritualbeschreibung: Die folgenden Verheißungen betreffen unter anderem Beeinflussung, Zwang und Schädigung. Sie werden als Aussagen des Textes wiedergegeben, nicht als Empfehlungen zur Selbstanwendung.

30b.19 Mit Oleander- und Hibiskusblüten samt Butterfett sollen Frauen in den drei Welten unter Einfluss gebracht werden. Kampfer, Safran und Nalada …

30b.20 … mit Moschus gemischt sollen Liebesglück verleihen. Mit Champaka, schönen Patala-Blüten und roten beziehungsweise weiteren Früchten bringe man Opfer dar.

30b.21 Wer dies täglich nur sieben Tage lang tut, zu dem kommt Lakshmi. Sandelholz, Adlerholz, Kampfer und Guggulu-Harz opfere man …

30b.22 … damit die schönen Frauen der ganzen Stadt unter Einfluss geraten. Durch ein mit den drei süßen Stoffen bestrichenes Fleischopfer an einer Kreuzung soll man die Fähigkeit des Fliegens erlangen.

30b.23 Durch Opfer von Sauermilch, Milch, Honig, Butterfett und Puffreis soll man keinem vorzeitigen Tod unterliegen. Oder man wiederhole gesammelt die Vidya neunhunderttausendmal.

30b.24 Ein Zehntel davon opfere man nach der vorherigen Vorschrift ins Feuer. So soll man alle Bewohner der Erde und der Unterwelt beherrschen.

30b.25 Mit Senfkörnern und Salz soll man diese Welt erschüttern; mit hundertacht Sauermilchopfern den Tod zur Unzeit abwehren.

30b.26 Mit Butterfett und Milch ergeben sich hundertacht [Opfer; der Anschluss ist beschädigt]. Mit Honig, Butterfett und Guggulu soll man den König unter Einfluss bringen.

30b.27 Hundertacht Feueropfer mit Butterfett und Durva sollen Gesundheit verleihen. Mit roten Oleanderblüten, Honig, Butterfett und Guggulu …

30b.28 … bringe man hunderttausend Opfer dar, um zwanzig Könige zu beherrschen. Mit honigbestrichenem Oleander samt Räucherwerk soll man [das ungenannte Ziel] unter Einfluss bringen.

30b.29 Sieben Nächte lang verehre man wie zuvor mit Butterfett und dem als „Mond“ bezeichneten Stoff. Mit Patala, Yuthika, Kunda, hundertblättrigen Blumen und Jati …

30b.30 … Malati, frischem Jasmin, Mallika, Lotus und Kimshuka, einzeln oder gemischt, wird man durch Verehrung wohlhabend.

30b.31 Man erlangt alles Glück und wird durch Einsicht ein Meister der Rede. Mit Mucukunda, Bilva-Blättern, Früchten und zahlreichen Lotussen …

30b.32 … mit Tagara und [unsicherer weiterer Blütenbezeichnung] sollen die acht Vollendungen entstehen. Mit Kokosnüssen, Datteln, Trauben und guten Mangofrüchten …

30b.33 … erfüllt sich durch das Feueropfer, was der Praktizierende im Geist beabsichtigt. Mit Verehrung und Feueropfer erfreue man die Shri Vidya.

30b.34 Man verteile überall Opferspeise, verehre Kumaris und vollziehe weitere entsprechende Handlungen, bringe die zuvor gelehrte Bali-Gabe dar und stelle der Reihe nach den Guru zufrieden.

30b.35 Man verehre verheiratete Frauen und gebe guten Menschen reichlich Besitz. Im Feueropfer opfere man vollständige Blumen, auch in größerer Anzahl.

30b.36 Das innere Fleisch der Kokosnuss opfere man in ganzen Stücken, dem Herzen angenehm; ebenso die vollständige Frucht [einer beschädigt bezeichneten Pflanze].

30b.37 Bei der Jackfrucht opfere man die Fruchtstücke ohne Samen. Jambu-Früchte und Trauben opfere man ganz.

30b.38 Die Bananenfrucht teile man nach Gefallen; ist sie klein, zerschneide man sie nicht. Kleine Früchte bleiben ganz. Moschus, Safran und Kampfer …

30b.39 … opfere man in der Größe eines Gunja-Samens, Göttin; Sesam zu hundert Körnern [Lesung unsicher]. Salz und Puffreis opfere der Verständige jeweils handvollweise.

30b.40 Reis beziehungsweise gekochte Speise werde mundvollweise geopfert. Guggulu-Harz in der Größe einer halben Betelnuss, Sandelholz in Betelnussgröße …

30b.41 … ebenso Adlerholz; Butterfett in einer dem Herzen angenehmen Menge. Sauermilch und Milch bringe man jeweils in vierfacher Menge dar.

30b.42 Die Menge aller Opfergaben soll dem Herzen angenehm sein, Göttin. Nun lehre ich die Verehrung der Feuergrube, welche große Hindernisse vernichtet.

30b.43 Vierundzwanzig Fingerbreiten weit lege man die Grube an und hebe sie aus, überall wohlgestaltet.

30b.44 Sie sei viereckig, angenehm anzusehen. Dann errichte man drei schöne Umfassungsstufen und lasse jeweils eine Fingerbreite frei.

30b.45 Ihre Höhen betragen zwölf, acht und vier Fingerbreiten; alle drei sind vier Fingerbreiten breit, höchste Herrin.

30b.46 Im Westen der Grube bilde man die Yoni nach ihren Kennzeichen: zwölf Fingerbreiten in der einen und acht in der anderen Ausdehnung …

30b.47 … in der Mitte sechs Fingerbreiten, zwei Fingerbreiten hoch und schön. So ist dir die viereckige Form beschrieben, Schöne.

30b.48 Was bei ihr an Besonderheiten vorkommt, gilt entsprechend für die anderen. Nach diesem Maß errichte der Verständige alle Feuergruben.

30b.49 Auf der mit Kuhdungwasser bestrichenen Fläche ziehe man je drei Linien von Osten nach Westen und von Süden nach Norden.

30b.50 Nach Besprengung mit dem Pranava richte man in der Mitte die Opferunterlage ein. Darauf verteile man Körnchen beziehungsweise Kies und zeichne ein Dreieck mit seiner Umfassung.

30b.51 Außen zeichne man einen achtblättrigen Lotus und dann die Erdumfassung. Den Sitz verehre man in seinen übereinanderliegenden Schichten.

30b.52 Den Frosch, Rudra, das Zeitfeuer und die folgenden, die tragende Shakti, die Schildkröte, Ananta und den Eber …

30b.53 … die Erde, die Wurzelknolle, den Stängel, den Lotus, den Fruchtboden, die Blätter und Staubfäden verehre man an ihren jeweiligen Orten.

30b.54 Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschermacht stehen in den Hauptrichtungen des Sitzes, ihre Gegenteile in den Ecken; man verehre sie auf dem Sitz.

30b.55 Nach erneuter Verehrung mit Tara verehre man die Opferunterlage. In der Mitte meditiere man über die menstruierende Mutter des Alls, den Gipfel des Veda …

30b.56 … vom männlichen Prinzip bewohnt; in ihrer Yoni befindet sich die umschlossene Gestalt. Man führe das Feuer um die Grube und lege ein wenig Glut beiseite.

30b.57 Mit dem Waffenmantra schrecke der Verständige alle Geister ab. Dann entzünde er das Feuer, nachdem er das Erkenntnisfeuer darin übertragen hat.

30b.58 Wie von einer Lampe eine andere entzündet wird, so übertrage der Mantrakenner das nach allen Seiten strahlende Feuer auf dem Atemweg durch den Yoni-Weg.

30b.59 – im Text unnummeriert In der Mitte des Dreiecks der Grube entzünde man das reine Feuer. Zuerst mit den heiligen Weltenrufen, dann der Reihe nach mit dem Feuermantra …

30b.60 … bete man gebeugt: „Bewusstseinsfarbener, Goldbrauner! Schlage, schlage! Brenne, brenne!“ Dann zweimal [ein unklarer Ausdruck], „Allwissender, gebiete! Svaha.“ [Die beschädigte Formel wird nicht ergänzt.]

30b.61 „Ich verehre das entzündete Feuer, den Kenner aller Geburten, den Opferverzehrer, goldfarben, makellos, hell entflammt und nach allen Seiten gewandt.“

30b.62 Nachdem man so herangetreten ist, vollziehe man den Nyasa der Feuerzungen und Glieder. Die sieben Laute Sha, Sha, [unsicherer Nasallaut], Va, La, Ra und Ya, verbunden mit dem sechsten Vokal …

30b.63 … sowie mit Bindu und Nada, heißen die Laute der sieben Zungen. Rubinrote, Goldene, als dritte Glückverheißend-Rote …

30b.64 … Rote, Weiße, Rauchige und Furchtbare: Diese verbinde man nacheinander mit ihren Keimlauten und setze sie ein, höchste Herrin.

30b.65 An [beschädigter erster Körperstelle], Geschlechtsorgan, After, Kopf, Mund, Nase und Augen der Reihe nach. Götter, Ahnen, Gandharvas, Yakshas und Schlangenwesen …

30b.66 … Pishachas und Rakshasas sind bei den sieben zu vergegenwärtigen. „Tausendstrahliger“, „Heil“, „Voller“, „Erhebe dich“, „Mensch“ beziehungsweise „Geist“ …

30b.67 … „Rauchdurchdringender“, „Siebenzüngiger“ und „Bogenträger“ werden genannt. Mit Dativ- und Herzensendung setze man die sechs Glieder ein; danach die acht Gestalten. [Die Aufzählung und ihre Zuordnung sind gestört.]

30b.68 Der Kenner aller Geburten, der Siebenzüngige, der Opferträger, als vierter der das All im Leib Tragende, danach Vaishvanara …

30b.69 … als sechster der jugendlich Strahlende und das Antlitz aller Götter sind einzusetzen: an Kopf, Schulter, Seite, Hüfte und der entsprechenden Gegenfolge.

30b.70 Alle stehen im Dativ; so folgen die Körperorte der Feuergestalten. Nachdem der Körper so mit Nyasa versehen ist, besprenge man ringsum mit Wasser.

30b.71 Man breite Darbha-Gras in den Richtungen aus und gieße ringsum Wasser. Dann laute die Formel: „Vaishvanara, Kenner aller Geburten, bringe hierher …“

30b.72 „… Rotäugiger, vollbringe alle Handlungen! Svaha.“ Dieser Mantra beginnt mit Tara und wird mit dem Bewusstseins-Goldbraunen verbunden.

30b.73 Damit verehre man das Feuer und danach seine Zungen, in der Mitte und in den sechs Ecken; anschließend verehre man die Glieder.

30b.74 Die Gestalten stehen auf den acht Blättern, die Richtungsherren in der Erdumfassung. Nach erneuter Verehrung Vaishvanaras vergegenwärtige man ihn im rötlich leuchtenden Dreieck …

30b.75 … weiß gekleidet, mit rotem Juwelenschmuck, auf einem Lotus sitzend, mit Geben, Lotus, Svastika und Furchtlosigkeit in den Händen.

30b.76 Der Verständige betrachte ihn mit vielen goldenen Girlanden geschmückt. Danach besprenge man die Gefäße mit Opferwasser, um sie zu reinigen.

30b.77 Man stelle alle mit der Öffnung nach oben und fülle sie: Wasser in die beiden Gefäße für bereitgestelltes und für Sprengwasser, Butterfett in den Topf …

30b.78 … die übrigen Opferstoffe in die anderen Gefäße. In die große und die kleine Opferkelle und in das Butterfett lege man eine Blume.

30b.79 Den Topf richte man nach Osten und beräuchere alles ringsum, Geliebte. Alle Umfassungsstufen umgebe man mit Reihen von Lichtern …

30b.80 … in drei Reihen rings um die Grube. Dann opfere man mit den heiligen Weltenrufen. Nach Verehrung Brahmas im Süden opfere man mit dem Vaishvanara-Mantra.

30b.81 Man vergegenwärtige die Weihen von der Empfängnis an, um Vollendung zu erlangen. Nachdem man nach dieser Ordnung verehrt hat, betrachte man darin das Shri Chakra.

30b.82 In dieses rufe man Mahatripurasundari herab, mit sämtlichen Chakras und ihren Herrinnen verbunden, und bringe das Feueropfer dar.

30b.83 Nach zehn Butterfettopfern opfere man entsprechend der Verehrungsfolge für alle Chakras, Chakreshvaris und die Yoginis von den offenbaren an …

30b.84 … nacheinander jeweils eine Gabe aus Butterfett. Danach verehre man mit den zuvor genannten Stoffen die höchste Göttin im eigenen Bereich durch Feueropfer.

30b.85 Ein Opfer in der rubinroten Zunge soll alle Vollendungen verleihen. Die rudrarote und die goldene dienen der Erlangung aller Wunschfrüchte. [Die Benennungen weichen von der vorangehenden Liste ab.]

30b.86 In der roten geschieht Befriedung, dann der Reihe nach Erstarrung; in der rauchigen Vertreibung, Feindschaftserregung und Tötung. [Die Zuordnung ist im knappen Wortlaut nicht vollständig ausgedrückt.]

30b.87 So habe ich dir die vorzüglichen Kennzeichen des Feueropfers gelehrt, Göttin. Es besänftigt die Schar der Geister und Hindernisse, nicht anders, Schönfarbige.

30b.88 Man nehme am Ort der Lampe Platz und vollziehe Mantrawiederholung und Feueropfer. Man zeichne die Schildkröte mit acht Feldern und bestimme den Platz in der Mitte.

30b.89 Die Vokale schreibe man paarweise vom Osten an; ebenso die sieben Buchstabengruppen von Ka bis Ya vom Osten an.

30b.90 La und Ksha setze man in das achte Feld; dies ist das Schildkröten-Chakra. Wo der Anfangsbuchstabe des Ortes steht, ist Vollendung, Göttin, daran besteht kein Zweifel.

30b.91 Das Feld des Ortsbuchstabens gilt als Mund; seitlich davon sind die beiden Hände. Dort bleibt die Frucht aus; die beiden mittleren Felder sollen Tod bringen.

30b.92 Dies ist der Bauch der Schildkröte. Die beiden hinteren Felder sind die Füße und bringen Krankheit und Verlust; zwischen ihnen liegt der Schwanz.

30b.93 Dieser bringt Armut und Leid; deshalb nehme man am Mund Platz. Dort ist Vollendung, nicht anderswo, gemäß dem Gebot des ehrwürdigen Guru, Geliebte.

30b.94 Man bestimme so die Gegend, den Ort, die Stadt oder das Dorf. Schon der Aufenthalt beim Licht ist entsprechend zu wählen – um wie viel mehr die Durchführung des Feueropfers.

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der dreißigste Patala, „Kennzeichen von Mantrawiederholung und Feueropfer“.

Der Körper als Raum spiritueller Vergegenwärtigung. Die Darstellungen moderner Chakralehren stimmen nicht notwendig in jedem Detail mit der Samhita überein.

Patala 31

Anwendungen der Vidya und Übung ihrer Keimlaute

Historische Ritualbeschreibung: Dieses Kapitel enthält Vorschriften zur Beeinflussung anderer Menschen, zur Schädigung und zur vermeintlichen Heilung durch rituelle Mittel. Die Übersetzung dokumentiert diese Aussagen; sie empfiehlt weder ihre Anwendung noch die Einnahme der genannten Stoffe.

Der ehrwürdige Ishvara sprach:

31.1 Nun werde ich die Übung des Königs der Chakras lehren. Höre die Anwendungsfolge der auf diese Weise vollendeten Vidya.

31.2 Man fertige das Chakra aus Zinnoberpulver und vergegenwärtige darin ein schönes Abbild der Zielperson mit ihrem Namen. [Die Beschreibung der Einzeichnung ist beschädigt.]

31.3 Sogleich entflammt sie, bezaubert und ohne Furcht; sie legt die Scham ab und kommt herbei. Nun wird eine weitere Anwendung gelehrt, Geliebte.

31.4 Der Mantrakundige befinde sich in dessen Mitte und betrachte sich selbst sowie die Zielperson als rötlich leuchtend; dadurch wird er schön und glücklich.

31.5 Mit roten Darbringungen verehre er, von der Mudra umgeben. Wessen Name gehörig damit verbunden wird, der soll wie ein Diener werden.

31.6 Man schreibe die Namensbuchstaben einer noch nicht gesehenen Frau in die Mitte des Chakras. Mit der Yoni-Mudra soll rasche Anziehung geschehen.

31.7 Ob eine Göttertochter, Königstochter oder Tochter einer Händlerfamilie: Mit gleichen Teilen Gorocana, Safran und Sandelholz …

31.8a … und hundertacht Wiederholungen entsteht ein Stirnzeichen, das alle bezaubert. Blumen, Früchte, Wasser, Speise, Duft, Gewand, Schmuck …

31.9a … oder Betel, zuvor mit Wiederholungen besprochen, sende man der betreffenden Person. Auch durch den Blick auf eine Frau, Göttin, soll sie wie eine Dienerin werden.

31.8b – so die Nummer der Vorlage Mit roten Oleanderblüten, bestrichen mit den drei süßen Stoffen, verehre man einen Monat lang und denke dabei an die namentlich bestimmte Frau.

31.9b Wer so handelt, große Herrin, und die rötlich Leuchtende im Zinnober-Chakra verehrt, soll einen König augenblicklich bezaubern.

31.10 Auch Rambha, in den drei Welten schwer erreichbar, soll er rasch anziehen. Man zeichne das Chakra mit roter Flüssigkeit aus [unsicher bezeichneter Substanz].

31.11 Am Arm oder anderswo befestigt, soll es Fieber augenblicklich vernichten. Mit Arka- und Nimba-Saft zeichne man mit einem Schreibstift aus Arka …

31.12 … die beiden Namen der Zielpersonen außerhalb des Chakras. In Kuhurin gelegt soll es augenblicklich Feindschaft erregen.

31.13 Nachts beräuchere man Sandelholz oder ein Gewand und trage es danach. Mit hundertacht Wiederholungen soll man die drei Welten bezaubern.

31.14 Auf mit Kuhdung bestrichenem Boden zeichne man mit Gorocana ein schönes, naturgetreues Abbild und betrachte es reich geschmückt.

31.15–16 – im Text unnummeriert An Stirn, Hals, Herz, Nabel und Geschlechtsbereich verbinde man den Geburtsnamen mit der großen Vidya, umschlossen von [unsicherer Mantrabezeichnung]. An allen Gelenken schreibe man den Kama-Kuta ein. Der Zielperson zugewandt, den Körper durch Shri-Vidya-Nyasa gestaltet …

31.17 … wiederhole man in der Kshobhini-Bija-Mudra die Vidya hundertachtmal und verbinde jene mit dem Liebeshaus, das aus Mond- und Sonnenkraft besteht.

31.18–19 – im Text unnummeriert Voll Zuneigung, überaus aufgewühlt, von den Liebespfeilen getroffen, soll die in den drei Welten Schöne sogleich bezaubert herbeikommen. Oder der Mantrakenner umschließe das Chakra außen mit der Buchstabenmutter …

31.20 … verehre das Chakra gehörig und trage die vollständige Vidya bei sich.

31.21a Dann soll er von allen Bösen, von Tigern und anderen Tieren unverletzbar sein, daran besteht kein Zweifel. Mit Sandelholz, Adlerholz, Moschus, Kampfer und Safran …

31.22 … schreibe man den eigenen Namen der Reihe nach ein und wie zuvor die Buchstabenmutter. Dadurch soll der Praktizierende frei von Alter und Tod werden.

31.23a Mit dem Kama-Kuta verbinde man jeden einzelnen Buchstaben des Namens der Zielperson im Dreieck, Herrin der Götter; außen umschließe man ihn mit der Buchstabenmutter.

31, unnummeriert nach 23a In Gold gefasst trage man es an der Haarlocke oder an einer anderen Stelle. Welthüter, Könige, Übeltäter und in den drei Welten Verehrte …

31.23b … sollen sämtlich unter Einfluss geraten, ebenso Fieber mit zusammenwirkenden Krankheitsfaktoren und andere Fieber. Nach dieser Ordnung füge man den Namen einer Stadt ein und lege das Chakra nieder …

31.24 … in der Mitte einer Kreuzung und der Reihe nach in den Richtungen vom Osten an. Glück soll ihm zufallen; Könige sollen stets seine Diener sein.

31.25 Man betrachte ein halbes Jahr lang täglich die Erde im Chakra als leuchtende Kraft, die bewegliche und unbewegliche Welt als entflammt.

31.26 Dadurch soll der Mensch gewiss schön wie der Liebesgott werden; mit seinem Blick ziehe er die Menschen an und vernichte Gift und Fieber.

31.27 Ebenso nehme er Gift fort und bewirke mit dem Blick Besessenheit beziehungsweise Ergriffenheit. Nachts verehre er ein mit Zinnober gezeichnetes Chakra mit gesammeltem Geist.

31.28 Es soll Anziehung selbst aus hundert Yojanas Entfernung bewirken. In sämtlichen Richtungen und Ecken verehre man der Reihe nach.

31.21b – so die Nummer der Vorlage Dann soll diese Welt unter Einfluss geraten [Textlücke], nicht anders. Auf Birkenrinde zeichne man das Chakra mit Gorocana, Adlerholz und Safran.

31.30 Man füge den eigenen Namen oder den eines Ortes umschließend ein. An einem unebenen Ort lege man das Mandala beziehungsweise Chakra in die Erde …

31.31 … oder der Mantrakundige trage es: So soll er eine Stadt augenblicklich erschüttern. Saft des Stechapfels, Lack, Arka-Milchsaft, Safran und Gorocana …

31.32 … vereinige man mit Moschus und rotem Lack und schreibe damit. Für denjenigen, dessen Name eingeschrieben wird, sollen Furcht vor Dieben, Krankheit …

31.33 – im Text unnummeriert … Planeteneinflüssen, Feinden, Löwen, Schlangen oder Pferden augenblicklich gebannt werden. [Das Verb lautet wörtlich „bezaubern“; sein Bezug ist gestört.]

31.34 – im Text unnummeriert Mit Gorocana und Safran schreibe der Verständige die mittlere und die beidseitig im Dreieck befindliche [Vidya] sowie darunter den Namen der Zielperson.

31.35 Man trage dieses Chakra; dadurch soll die Zielperson binnen sieben Tagen zum Diener werden. Mit einem gelben Stoff schreibe man die Vidya ins Chakra und darunter …

31.36 – im Text unnummeriert … den Namen der Zielperson und lege es im Osten nieder. Dadurch sollen selbst Brahma, Brihaspati und der Allwissende verstummen. Nach dieser Ordnung schreibe man es mit Indigo-Saft …

31.37 … und verbrenne es, nach Süden gewandt, im Feuer: So soll man die Feinde verbrennen. Mit Büffel- und Pferdemist und Kuhurin zeichne man es und lege es in saure Reisflüssigkeit; das soll augenblicklich Feindschaft erregen.

31.38 Man schreibe den Namen der Zielperson in die Mitte und verbinde ihn mit dem Kama-[Mantra]. Mit Gorocana und weiteren Stoffen schreibe man es und bringe es sichtbar in den freien Raum.

31.39 So soll man Feinde rasch vertreiben; dies heißt gewaltsame Vertreibung. Mit Indigo-Saft, Gorocana und Milch vermischtem …

31.40 … Lacksaft zeichne man das Chakra, um die vier gesellschaftlichen Stände unter Einfluss zu bringen. Nach dieser Ordnung stelle man es in Wasser; mit diesem Wasser …

31.41 … soll man durch Baden und Trinken großes Glück erlangen. Ein gelbes Chakra verehre man im Osten, um alle Streitredner zum Stillstand zu bringen.

31.43 – so die Nummer der Vorlage Ein mit Zinnober [beschädigtes Wort] Chakra im Norden soll Menschen beherrschen. Ein im Westen verehrtes, mit rotem Ocker gezeichnetes Chakra …

31.45 – so die Nummer der Vorlage … soll dem Mantrakundigen die Gottheiten gefügig machen – um wie viel mehr Frauen, Geliebte. Man soll Erstarrung, Feindschaft, Krankheit und Vertreibung bewirken.

31.49a – so die Nummer der Vorlage Mit Gorocana gezeichnet und in Milch gelegt soll es gewaltsam unter Einfluss bringen. Mitten im Feuer verbrannt soll es sämtliche Feinde vernichten.

31.47 In Kuhurin gelegt soll es den Feind vertreiben; durch eben dieses Chakra soll auch Feindschaft entstehen, höchste Herrin.

31.48 An einer einsamen Kreuzung zeichne man mit Zinnober das Chakra. Von ganz außen bis zur Mitte schreibe man die Buchstabenmutter ein.

31.49b Nachts verehre man nach der Ordnung der Kula-Praxis. Dadurch soll der Praktizierende zum Himmelswandler werden, Göttin, daran besteht kein Zweifel.

31.50 In der Nacht des vierzehnten Mondtags verehre man gefasst auf dem Leichenplatz. Nach sechs Monaten soll man selbst wie ein zweiter Rudra sein.

31.51 Augensalbe, unterirdischer Zugang, magische Kügelchen, Sandalen, Mantrawiederholung, Schwert, Glück, Vetala, Yakshini, dienstbare Geister und weitere Vollendungen …

31.52 … alles, was Vollendung hervorbringt, soll der Mantrakundige erlangen. An jedem vierzehnten und an jedem achten Mondtag übe er gesammelt …

31.53 … einundzwanzig Nächte lang auf einem Leichenstein und verehre so das Shri Chakra. Der Praktizierende soll dadurch selbst von den Göttern verehrt werden.

31.54 Mit den männlichen Formen von Schlinge, Haken, Bogen und Pfeilen werde man zum Liebesgott, große Herrin, und soll über die Frauen des Himmels, der Erde und der Unterwelt …

31.55 – im Text unnummeriert … selbst als Entzieher und Bestimmer verfügen; große Anziehung soll entstehen. Ebenso, mit Kameshvaris Waffen und mit der Göttin als eigenem Selbst …

31.56a – im Text unnummeriert … soll die Anziehung von Männern in den drei Welten geschehen, Könige sollen Diener werden. So ist die Kamakala-Meditation nach den verschiedenen Keimlauten erklärt.

31.57 Durch Verehrung des Vagbhava entsteht Wissen von der Art Sarasvatis. Man verehre sie mit weißem Schmuck, weißen Gewändern und weißen Blumen.

31.58 So geschieht die Verehrung des Vagbhava, Göttin. Nun höre die Wirkkraft der als Kamakala bezeichneten Form, Parvati.

31.56b – so die Nummer der Vorlage Kama, Manmatha, Kandarpa, Makaradhvaja und Mahakama sind der Reihe nach die zuvor genannten fünf Liebeskräfte.

31.60 Kama steht inmitten Manmathas, Göttin, im Haus Kandarpas; darin eingeschlossen der Fischbannerträger und die Siebenergruppe des großen Liebesherrn. [Die verschlüsselte Anordnung ist nicht vollständig verständlich.]

31.61 Durch dieses Liebesprinzip soll man die Welt bezaubern. Vom Wurzelzentrum an wirkt sie als Schöpfung und Auflösung, feiner als ein Lotusfaden.

31.62 Daher ist die Kundalini-Shakti im Shakti-Kuta, große Herrin. Als drei Lautgruppen ist die Göttin Tripura die Spenderin aller Vollendungen.

31.63 Vierundsechzig Zehnmillionen mächtiger Yoginis haben in diesem Chakra ihren Halt und verleihen den Guten stets Vollendung.

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der einunddreißigste Patala, „Anwendungen der Vidya und Übung der Keimlaute“.

Patala 32

Einweihung und Verehrung mit einer Ritualpartnerin

Historischer Kontext: Der zweite Teil dieses Kapitels beschreibt einen sexualisierten Kula-Ritus mit einer Ritualpartnerin. Die Auswahlvorschriften, körperlichen Handlungen und Reinheitsvorstellungen gehören zum historischen Text. Ihre Wiedergabe ist keine allgemeine Praxisanweisung.

Der ehrwürdige Ishvara sprach:

32.1 Nun werde ich die Einweihungsordnung lehren, die in den drei Welten schwer zu erlangen ist. Nach der zuvor genannten Art sei das Innere mit neun Yonis bezeichnet.

32.2 Der Mantrakenner verbinde sie verständig so, dass das Dreieck entsteht. Danach zeichne man das Achteck, das Zwölfeck und das Sechzehneck, Geliebte …

32.3 … das Zwanzigeck, zwei Kreise und den achtblättrigen Lotus; danach die Erdumfassung. In der Mitte verehre man die höchste Tripura.

32.4 Zuerst verehre man die Mantraglieder, im Dreieck die Dreiheit Tripuras, die Mütter auf den acht Blättern und Vama samt den folgenden in den neun Yonis.

32.5 Nitya, Niranjana, Klinna, Kledini, Madanatura, Madadrava, Dravini, Rucira und Bhagavat-[beschädigter Name] …

32.6 … Kameshvari, Kamadipini, Kamukeshvari, Lalita, Kshobhini, Mudra und Svacchandalalita der Reihe nach …

32.7 … Shankari, Bhimabhava, Kamala, Kamaleshvari, Nilagriva, Vishalakshi, Bherunda und Parameshvari …

32.8 … sind in den Yonis der Kräfte zu verehren; danach in den zwanzig Yonis Mayavati, Mahakshi und Sarvavashamkari …

32.9 … Samaya, Samayeshani, Nityananda, Mahodaya, Sarvasaubhagyadananda, Chandrika und Chandrashekhara …

32.10 … und Sarveshvari. Auf den acht Blättern verehre man die heiligen Sitze, im Erdhaus Tripureshi, bezeichnet durch die Einweihungs-Yoni. [Die Namenslisten entsprechen nicht durchgehend den genannten Anzahlen.]

32.11 Davor verehre man auf Körnern einen Wasserkrug mit Untersatz; man fülle ihn mit besonderen Duftstoffen und Blumen, Gold und Juwelen.

32.12 Daneben verehre der Lehrer den König der Chakras gehörig. Er bilde einen schönen Namen, verbunden mit dem Anfangsbuchstaben.

32.13 Nachdem er sich selbst mit jenen Gurus verbunden hat, vergegenwärtige er alle Gurus, mit gehöriger Verneigung vor ihnen.

32.14 – im Text unnummeriert Man schreibe die Vidya auf die Erde und verehre sie mit Blumen und weiteren Gaben. Dem Schüler zeige man die Vidya, nachdem sie hundertmal wiederholt wurde, Geliebte.

32.15 Wenn besonders große Zuneigung zu dem Schüler besteht, der sein Leben hingibt, spreche man die höchste Vidya nur einmal in sein rechtes Ohr.

32.16 Die höchste sechzehnlautige Vidya gebe man keinem Beliebigen, Geliebte: auch keinem König, der ein Reich gibt, und keinem Sohn, der sein Leben hingibt.

32.17 – im Text unnummeriert Man vollziehe die Shambhava-Weisung, die der Khechari genannten entspricht. Die unaussprechliche Unterweisung entsteht durch das Schauen des Brahman. [Die Lesung „Schauen“ ist beschädigt.]

32.18 Mit den Blättern aus dem Krug besprenge man den Schüler dreimal. Dann ist er geweiht und wird zu einem hervorragenden Lehrer.

32.19 Mit der aus dem Mund gegebenen rituellen Substanz verbunden, ist er nun zur Verehrung Shivas befugt. Anders gibt es für den im unterscheidenden Denken Verhafteten keine Vollendung, Parvati.

32.20 Nirgends erlangt er Vollendung; die Shri Vidya wendet sich von ihm ab. Dem Guru wird alles gegeben, und Unwissenheit wird abgewaschen.

32.21 Deshalb heißt dies Diksha, Geliebte, und bringt den Mantra zur Vollendung. Erst als Eingeweihter vollziehe man die Anwendungen, große Herrin.

32.22 Man richte das besondere Opferwasser her und lasse danach die Ritualpartnerin kommen, geschmückt gemäß der verbindlichen Überlieferungsordnung und schön von Angesicht.

32.23 Sie stamme aus den Kulas der acht heiligen Gebiete, sei eine junge Frau mit schönen Augen, freudig und heiter. Eine ungestalte Frau oder eine mit entstelltem Gesicht …

32.24 … eine körperlich beeinträchtigte, alte, abgesonderte oder zornige Frau schließe man aus. Unter Aussprache der Bhagamala verehre man ihre Yoni.

32.25 Darin verehre man die Shri Vidya in der beschriebenen Ordnung der neun Chakras. Am eigenen Geschlechtsorgan verehre man die sechzehnlautige Shri Vidya …

32.26 … in der Gestalt Kameshvaris, mit den Liebeswaffen geschmückt. Nun werde ich Kameshvara in seiner besonderen Form lehren, Schöne.

32.27 Sie wohnt auf dem höchsten Sitz, der durch die mit den Veden beginnende Sitzordnung erstrahlt. Die Göttin der drei Lautgruppen ist die Herzkraft; man wiederhole den Mantra an Shiva. [Der Satzanschluss ist gestört.]

32.28 Das Svadhishthana verehre man mit seinem eigenen Laut und mit dem Herrn der neun Chakras. In der Gestalt des Liebesgottes, mit den Liebeswaffen versehen, vollziehe man die Verehrung, Geliebte.

32.29 Das lustvolle Zischen ist der Pranava, Göttin; das Sprechen gilt als Mantrawiederholung. Der Kuss ist ewige Seligkeit, das Drücken der Brüste Verehrung Shivas.

32.30 Kratz- und Bissspuren gelten als Verehrung mit Blumen und Girlanden. Das Schlagen erkenne als Feueropfer; das Entlassen als Ausscheidung von Samen und „Blüte“, dem weiblichen Sexualstoff.

32.31 Man nehme Samen und Sexualflüssigkeit auf und gebe sie in das besondere Opferwasser. Mit diesem Nektar labe man die ehrwürdige Göttin nach dem Kula-Weg.

32.32 [Der Satzbeginn über das Offenbaren ist beschädigt.] Kot, Urin, weibliches Menstrualblut, Nägel und vor allem Samen werden als Kula-Substanzen genannt, die durch günstige Fügung erlangt werden.

32.33 Wenn einer zu Bhairava geworden ist, besteht kein Zweifel an seiner Vollendung. Der von begrifflicher Trennung freie Mantrakenner ist unmittelbar Brahman, daran besteht kein Zweifel.

32.34 Wunschbezogene und anlassbezogene Verehrung unterscheidend, stelle man die Shri Vidya zufrieden. Die Befugnis hierzu gehört dem Eingeweihten, keinem anderen, höchste Herrin.

32.35 Wer die Vorschrift in einem Buch geschrieben sieht, sie selbst zu verstehen meint und danach handelt, wird von Verfehlungen wie Brahmanenmord, Alkoholtrinken und Golddiebstahl befleckt; daran besteht kein Zweifel. Er wohnt in der Hölle. [Der Text formuliert hier seine strenge traditionsinterne Sanktion gegen eigenmächtige Ritualausführung.]

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der zweiunddreißigste Patala, „Erläuterung von Einweihung und Verehrung mit einer Ritualpartnerin“.

Patala 33

Anlassbezogene Verehrung: Fadenfest und Damanaka-Fest

Das Auflegen der heiligen Fäden

Der ehrwürdige Ishvara sprach:

33, Fadenfest, 1 Nun lehre ich das große Auflegen der heiligen Fäden, große Herrin. Ist es vollzogen, gilt alles als vollzogen; andernfalls gilt es als leer.

33, Fadenfest, 2 Wer nach Ablauf eines Jahres das Fadenfest nicht begeht, dessen gesamte gesammelte Frucht wird von Übelgesinnten gewaltsam fortgenommen.

33, Fadenfest, 3 Der Monat Ashadha ist der beste, Shravana der mittlere, Geliebte, Bhadrapada der geringere; es kommt die helle oder die dunkle Monatshälfte in Betracht.

33, Fadenfest, 4 Die helle Hälfte ist vorzuziehen; ist sie nicht möglich, die dunkle. Am vierzehnten, achten oder Vollmondtag vollziehe man die Verehrung.

33, Fadenfest, 5 Vorzüglich ist Seidenfaden, ebenso Baumwollfaden. Man lege ihn dreifach und nochmals dreifach zusammen und wasche ihn mit reinem Wasser.

33, Fadenfest, 6 Mit den im westlichen Antlitz gelehrten Mantras [reinige man ihn], mit denen des südlichen trockne man ihn. Dann fertige man mit Mantras schöne heilige Fadenschnüre.

33, Fadenfest, 7 Hundertacht ist die beste Zahl, die Hälfte davon die mittlere, die Hälfte davon die geringste; oder man richte sich nach dem eigenen Vermögen.

33, Fadenfest, 8 Mit den vom nördlichen Antlitz gelehrten Mantras knüpfe man zehn Knoten. Mit Vicitra und Citra und mit Safran und weiteren Stoffen färbe beziehungsweise schmücke man sie, Tochter des Berges.

33, Fadenfest, 9 Am Tag vor der Darbringung geschehe die vorbereitende Weihe; oder man vollziehe sie unmittelbar am selben Tag, höchste Herrin.

33, Fadenfest, 10 Nachts, mit den an die Überlieferung Gebundenen und nach der täglichen Verehrung, stelle man mit den Mantras der oberen Löwenthrone das Fadengefäß links auf.

33, Fadenfest, 11 Nach dem Gebet bilde man mit den beiden Schutzformeln Bewahrung und Verhüllung. Zahnreinigungsholz, Duft, Asche, Sandelholz und Erde …

33, Fadenfest, 12 … Senfkörner, Amalaki-Frucht und die Kula-Substanz verteile man auf die acht Richtungen vom Osten an. Das Gefäß mit den heiligen Fäden …

33, Fadenfest, 14 – so die Nummer der Vorlage … setze man in Schälchen aus Ashvattha-Blättern, um Vollendung zu erlangen. Kumara, Soma, Svaha-Isha, Brahma, Schlange und der Feuerbannerträger …

33, Fadenfest, 15 … Sonne, Sadashiva und Sarva sind die neun Gottheiten. In den Fäden verehre man sie; in den drei Fadensträngen Brahma, Vishnu und Isha.

33, Fadenfest, 16–17 – im Text unnummeriert Kriya, Paurushi, Vira-Gayatri, Aparajita, Jaya, Vijaya, die Befreiung gebende Göttin, Sadashiva, als neunte Manonmani und als zehnte Sarvatomukhi: Alle Knotengottheiten verehre man mit den Darbringungen. [Die Trennung einzelner Namen bleibt unsicher.]

33, Fadenfest, 18 Mit dem Wurzelmantra spreche man die Fäden an und verehre in ihnen die Kräfte. Man vergegenwärtige die sechzehn Nityas und die Shri Vidya, Geliebte. So ist die vorbereitende Weihe gelehrt; danach folgt die Verehrung.

33, Fadenfest, 19 Diese anlassbezogene Feier folgt auf die tägliche Verehrung. Allen und den Mädchen beziehungsweise Kumaris gebe man heilige Fäden und Speise.

33, Fadenfest, 20 Danach verehre man den eigenen Guru mit Gewändern, Schmuck, Kühen und Besitz, entsprechend dem eigenen Vermögen. Man verneige sich und betrachte ihn als Gestalt der Göttin.

33, Fadenfest, 21 Ohne Vermögen vorzutäuschen oder zurückzuhalten lege man den heiligen Faden auf. Wo der Guru verehrt wird, trägt die Handlung Frucht.

33, Fadenfest, 22–23 – im Text unnummeriert Fehlt jede Möglichkeit, verehre man einen anderen aus der Überlieferungsfamilie des Guru. Wo immer der eigene Guru verehrt wird, sind diese Handlungen fruchtbar; wo er nicht verehrt wird, bleiben sie fruchtlos, höchste Herrin.

33, Fadenfest, 24 – im Text unnummeriert Nach dem vollständigen Schlussopfer gebe man einen heiligen Faden ins Feuer. Zur Erlangung der durch das Shri Chakra zu verwirklichenden Vollendung verehre man die Göttin und bringe ihr den Faden dar.

33, Fadenfest, 25 Wer dieses Fest nicht begeht, dessen Verehrung bleibt fruchtlos.

Zwischenkolophon: So lautet die Ordnung der Darbringung der heiligen Fäden.

Das Auflegen des Damanaka-Krautes

Der ehrwürdige Ishvara sprach:

33, Damanaka, 1 Nun lehre ich das Auflegen des Damanaka-Krautes, große Herrin. Wie das Fadenfest ist auch dieses von den Praktizierenden zu begehen, Geliebte.

33, Damanaka, 2 Die drei Monate von Caitra an und die helle beziehungsweise dunkle Monatshälfte kommen in Betracht. Jeweils der frühere Zeitpunkt ist der bessere.

33, Damanaka, 3 Am achten, vierzehnten oder Vollmondtag vollziehe man die vorbereitende Weihe in der vorhergehenden Nacht oder unmittelbar am selben Tag.

33, Damanaka, 4 Zuerst spreche man das Damanaka mit den vier Wunschlianen und den folgenden Formeln an: „Aus dem Auge des Liebesgottes entstanden, von den Tränen Ratis benetzt …“

33, Damanaka, 5 „… Bezauberer der Seher, Gandharvas und Vollendeten: Verehrung dir! Um Shivas Werk zu vollbringen, sollst du auf Shivas Gebot hin [hergenommen werden].“ [Das betreffende Verb ist beschädigt.]

33, Damanaka, 6 Nach dieser Anrede verehre der Verständige dort Rati und Kama. Er grabe das Damanaka selbst mit Wurzel und Blättern aus …

33, Damanaka, 7 … oder lasse es von jemand anderem bringen oder erwerbe es gegen Bezahlung, Herrin. Links stelle man es auf das rundum glückverheißende Mandala.

33, Damanaka, 8 Das Damanaka-Gefäß stelle man in den achtgliedrigen Kreis und verehre es. „Pranava, Bhuvaneshani, der Rati Verehrung“ …

33, Damanaka, 9 … ist der Mantra, große Herrin. Nun wird Kamas Mantra genannt: „Pranava, Liebeskeimlaut, dem Kama Verehrung.“

33, Damanaka, 10 Mit den beiden Mantras verehre man Madana in der Knospe. Dann lege man auf die Lotusblätter vom Osten an kleine Behältnisse …

33, Damanaka, 11 … mit acht Stoffen, der Reihe nach mit den acht ausdrücklich genannten Mantras: Kama, der zu Asche gewordene Leib, Ananga und Manmatha …

33, Damanaka, 12 … Vasanta beziehungsweise der Frühlingsgefährte, Smara, Zuckerrohrbogenträger und Blumenpfeilträger; sie beginnen mit Tara und enden mit Dativ- und Herzenswort. [Die Namensgliederung ist nicht durchgehend eindeutig.]

33, Damanaka, 13 Kampfer und Gorocana, dann Moschus, Geliebte, Adlerholz, Safran, Amalaki-Frucht und Sandelholz …

33, Damanaka, 14 … sowie eine Schar duftender Blumen sind die acht Stoffe, Parvati. Nach gehöriger Verehrung des Damanaka mit Duft, Blumen, ungebrochenem Reis und weiteren Gaben …

33, Damanaka, 15 … wiederhole man heiteren Geistes nach Vermögen die Ananga-Gayatri. Man spreche „Den Liebesgott“ und dann „mögen wir erkennen“ …

33, Damanaka, 16 „… über den Blumenpfeilträger meditieren wir; der Körperlose möge uns anregen.“ – „Verehrung dem Blumenpfeilträger, der die Welt erfreut …“

33, Damanaka, 17 „… dem Herzenerschütterer, dem Führer der Welt, der Ratis Liebe liebt.“ Mit diesem Mantra verneige man sich, Göttin.

33, Damanaka, 18 Danach richte man, das Damanaka in der Hand, eine Bitte an die Göttin: „Herrin der Götter, ich habe dich jetzt zur rechten Zeit angerufen, Glückverheißende …“

33, Damanaka, 19 „… nach dem Erreichbaren soll das vollständige Fest auf dein Gebot hin vollzogen werden.“ Mit dieser Bittformel stelle man Tripura zufrieden. [Ein Wort der Festbezeichnung ist gestört.]

33, Damanaka, 20 Danach verehre man mit Duft, Blumen, ungebrochenem Reis und weiteren Gaben: „Sechzehnlautige, Mutter der Welt, die die Früchte der ersehnten Ziele verleiht …“

33, Damanaka, 21 „… erfülle die in meinem Herzen wohnenden Wünsche, Göttin, Herrin Kameshvari!“ So bete man; danach versehe man das Damanaka …

33, Damanaka, 22 … mit der Verhüllung durch den Schutzpanzer-Mantra und dem Schutz des Waffenmantras. Anschließend halte man Nachtwache; bei unmittelbarer Feier am selben Tag entfällt sie.

33, Damanaka, 23 Am Morgen stehe man auf und vollziehe die tägliche Verehrung. Danach folge die anlassbezogene Verehrung mit Damanaka.

33, Damanaka, 24 Man vollziehe die Verehrung mit ihm, mit Blumen vermischt, ansprechend und nach der Vorschrift, und bereite eine vorzügliche Speisegabe.

33, Damanaka, 25 Man gebe Betel mit Kampfer und bete: „Herrin aller Chakras und ihrer Herrinnen, deren Leib alle Vidyas bilden …“

33, Damanaka, 26 „… Mutter des Veda, möge dieses mein Opfer auf dein Gebot hin wohlgelingen!“ Danach verehre man den eigenen Guru mit Blumen, Schmuck, Gewändern und weiteren Gaben.

33, Damanaka, 27 Man gebe ihm Damanaka, verneige sich und erfreue ihn. Danach begehe man mit den Angehörigen der Überlieferung freudig ein Wasserspiel.

33, Damanaka, 28 Man verteile Speise mit den sechs Geschmacksrichtungen. Wer als Kundiger so die Ordnung des Damanaka-Festes vollzieht, dessen jährliche Verehrung wird von der Shri Vidya getragen.

Kolophon: In der Shri Dakshinamurti Samhita endet der dreiunddreißigste Patala, „Auflegen des Damanaka und Ordnung der anlassbezogenen Verehrung“.

Schlussvermerk der Handschrift: Diese Dakshinamurti Samhita ist vollständig. Heil! Geschrieben in Jammu, im Jahr 1950, im Monat Caitra. [Die Jahreszählung wird im Schlussvermerk nicht ausdrücklich benannt.]

Spirituelle Bedeutung der Dakshinamurti Samhita

Die Dakshinamurti Samhita entfaltet eine Spiritualität, in der viele Kräfte des Lebens in die Hinwendung zur göttlichen Mutter eingehen. Nahrung, Sprache, Atem, Körper und Erkenntnis erhalten einen Platz in der Verehrung. Annapurna nährt, Matangi verbindet sich mit Sprache und Klang, Tripura umfasst die Wirklichkeit als Ganze. Für den Aspiranten kann diese Vielfalt eine Haltung der Dankbarkeit eröffnen: Was das Leben trägt, darf bewusst empfangen, gewürdigt und geteilt werden.

Die Beziehung von Shiva und Shakti vertieft diese Sicht. Die Göttin trägt die Welt in ihrem bewusstseinsförmigen Selbst; als Bindu und Nada gehört sie zur Entfaltung der Mantras und wird zugleich als jenseits des Nada beschrieben (26.2–7). Patala 28.24 fordert dazu auf, sie als das eigene Selbst zu betrachten. Hingabe kann sich dadurch zur Selbsterkenntnis vertiefen. Der Blick auf die göttliche Mutter führt auch zur Frage nach dem Bewusstsein, in dem dieser Blick, das Gebet und die Welt erscheinen.

Der Guru begleitet diese Bewegung vom überlieferten Wort zum lebendigen Verstehen. Gerade die Ajapa-Lehre unterscheidet das fortwährende Atemgeschehen von seiner bewussten Erkenntnis durch Guru-Gnade (7.2–3). In der heutigen Besinnung können Lernbereitschaft und Vertrauen daraus erwachsen: Einsicht darf reifen, und empfangene Unterweisung darf im eigenen Leben Wurzeln schlagen. Die Samhita verbindet diesen Weg mit geistiger Ruhe, Unterscheidung und Sehnsucht nach Befreiung.

Auch der Körper nimmt an der Verehrung teil. Durch Nyasa werden Laute und göttliche Kräfte an seinen Gliedern vergegenwärtigt. Die feine Kraft zwischen Wurzelzentrum und Scheitelöffnung erscheint im Bild einer Lotusfaser (25, Puja, 11; 28.28); Patala 31.62 nennt ausdrücklich die Kundalini-Shakti. Als Anregung für den Alltag lässt sich daraus eine ehrfürchtige Aufmerksamkeit für den Leib gewinnen: Er trägt Atem, Sprache, Hingabe und die Möglichkeit stiller Sammlung. Die besonderen Nyasa- und Kundalini-Verfahren behalten ihren eigenen Unterweisungskontext.

Im Shri Chakra kommen Weltordnung und innere Betrachtung zusammen. Die Vielfalt der Hüllen führt zur Göttin als Bewusstsein und Brahman (29.71–73). Zugleich werden geistige und sichtbare Gaben dargebracht. Darin liegt eine fruchtbare Verbindung von Ritual und Meditation: Eine äußere Gabe sammelt die Aufmerksamkeit; innere Gegenwart erfüllt die Gabe mit Hingabe. Die Rücknahme der Göttin in das eigene Selbst vertieft anschließend die Beziehung, die in der Verehrung eröffnet wurde (30a.13–14).

Bhoga und Moksha benennen die weite Spannung dieses Weges. Das Werk würdigt Lebensfülle und verheißt Befreiung, enthält aber ebenso konkrete Wünsche nach Besitz und Macht. Für heutige Aspiranten entsteht daraus eine Frage der Unterscheidung: Welche Wünsche nähren Dankbarkeit und Verbundenheit, und welche verengen das Herz? Dass die Samhita neben ihren Wunscherfüllungsritualen Loslösung und Befreiungssehnsucht lehrt, gibt dieser Frage einen festen textlichen Anhaltspunkt.

Turīya bezeichnet schließlich eine Wirklichkeit jenseits der drei Erfahrungszustände und der Gunas. Die Bewusstseinslehre verbindet ihre Erschließung mit innerer Reifung und verwendet dafür das Bild einer Frucht, die süß wird (Patala 25, Bewusstseinslehre, 9–11). Dieses Bild kann Geduld und Zuversicht nähren. Sammlung, Hingabe und Unterscheidung dürfen sich vertiefen. Eine heutige Frucht solcher Lektüre kann ein wacheres, dankbareres Leben sein: bewusster im Atem, liebevoller im Geben und offener für den stillen Grund der Erfahrung.

Auch das Werkende hat hier seinen Platz. Nach der Verehrung von Göttin und Guru beschreibt es gemeinschaftliche Freude und das Teilen von Speise (33, Damanaka, 26–28). Die Aufmerksamkeit kehrt damit in das gemeinsame Leben zurück. Für den Leser kann darin eine schöne Anregung liegen, die empfangene Inspiration weiterzugeben: als freundliches Wort, als Hilfe oder als eine Gabe, an der andere teilhaben.

Fünf zentrale Lehren der Dakshinamurti Samhita für Aspiranten

  1. Der Atem wird durch Erkenntnis zum bewussten Gebet. Patala 7.2–3 unterscheidet die unbewusste Wiederholung des Hamsa von ihrem Erkennen. Die entscheidende Bewegung geht vom bloßen Geschehen zur bewussten Gegenwart. Für die eigene Besinnung eröffnet das eine vertiefte Beziehung zwischen Lebensatem und Selbstgegenwart: Ein gewöhnlicher Atemzug kann zum Anlass werden, wirklich aufmerksam zu sein.
  2. Klang weist über den ausgesprochenen Laut hinaus. Die Bewusstseinslehre in Patala 25, Verse 12–15, unterscheidet den bezeichnenden Mantra von der ohne Aussprache betrachteten Wirklichkeit. Mantra und Stille widersprechen einander nicht. Gesammelte Wiederholung kann den Geist für eine Erkenntnis öffnen, die sich nicht in Worten erschöpft.
  3. Der Körper kann als heiliger Raum erfahren werden. Nach 8.15 wird der Mantraübende durch Nyasa zur Lautgestalt; 7.12–18 ordnet innere Zentren in die Darbringung ein. Für Aspiranten liegt darin eine Einladung zu Achtung vor dem Leib. Diese Achtung kann schon in einem freundlichen, aufmerksamen Umgang mit dem eigenen Körper Ausdruck finden; die eigentlichen Nyasas gehören zur überlieferten Ritualpraxis.
  4. Verehrung verbindet Hingabe und Selbsterkenntnis. In 9.56 ist die Lampe zugleich äußeres und inneres Licht; 9.80 führt die Göttin wieder in das eigene Selbst zurück. Puja kann deshalb den ganzen Menschen ansprechen: seine Fähigkeit zu schenken, sich zu sammeln und den Grund der eigenen Erfahrung zu erforschen.
  5. Innere Reife und Überlieferung gehören zusammen. Guru-Gnade in 7.3 und die geistigen Voraussetzungen des Turīya in der Bewusstseinslehre von Patala 25, Verse 9–10, ergänzen einander. Lernbereitschaft, Ruhe, Unterscheidung und ein ernsthaftes Verlangen nach Freiheit geben der Unterweisung Raum. Dankbarkeit gegenüber dem Guru kann dabei mit wachsender eigener Verantwortung verbunden sein.

Fünf Anregungen für die eigene Praxis

Die folgenden Anregungen übertragen ausgewählte Themen in eine heutige, allgemein zugängliche Besinnung. Wähle zunächst eine davon und gib ihr einige ruhige Minuten. Die besonderen Einweihungsrituale sind damit nicht gemeint.

  1. Den natürlichen Atem wahrnehmen. Sitze für einige Minuten bequem und spüre das Ein- und Ausströmen. Lass Tiefe und Geschwindigkeit unverändert. Wenn Gedanken ablenken, kehre freundlich zur Wahrnehmung zurück. Ausgangspunkt ist die Aufmerksamkeit für den Atem, die Patala 7 anregt.
  2. Soham still begleiten. Wenn dir diese Form vertraut und angenehm ist, denke beim natürlichen Einatmen „So“, beim Ausatmen „Ham“. Lass auch diese Worte wieder still werden. Weder Atemhalten noch ein bestimmter Rhythmus sind dafür nötig; es handelt sich um eine heutige einfache Meditationsform.
  3. Der göttlichen Mutter dankbar begegnen. Vergegenwärtige dir Tripura Sundari als Gegenwart von Schönheit und Bewusstsein oder Annapurna als Nahrung spendende Mutter. Verbinde dies mit einer konkreten dankbaren Handlung: achtsam essen, teilen oder einem Menschen freundlich begegnen.
  4. Eine einfache Gabe bewusst darbringen. Stelle eine Blume vor ein Bild oder entzünde, wenn die Umgebung dafür geeignet ist, ein Licht. Halte einen Moment inne: Möge meine Aufmerksamkeit klarer und mein Handeln gütiger werden. Diese schlichte Verehrung ist von der komplexen Shri-Chakra-Puja zu unterscheiden.
  5. Unterweisung würdigen und selbst prüfen. Gedenke eines Menschen, dem du eine wertvolle Einsicht verdankst. Frage anschließend in stiller Meditation: Was verändert sich in meiner Erfahrung, und wodurch wird diese Veränderung bemerkt? Lass die Frage offen und verweile einen Moment in aufmerksamer Stille. Verbinde Dankbarkeit mit Wahrhaftigkeit und Geduld für deinen eigenen Weg.

Textgrundlage und Hinweise zur Übersetzung

Textgrundlage ist die diplomatische Transkription des Muktabodha Indological Research Institute, Katalog M00625, nach Manuskript 1633K des Dharmartha Trust am Raghunath-Tempel in Jammu. Verwendet werden die entsprechenden IAST- und Devanagari-Fassungen, Revisionsstand 29. November 2023. Die Transkription nennt Anirban Dash als Leiter der Texterfassung und 83 Manuskriptblätter. Die Angabe „saṃ 1950“ gehört zur Handschrift; sie wird hier weder ungeprüft in ein christliches Jahr umgerechnet noch als Entstehungsdatum des Werkes ausgegeben.

Die Vorlage reicht bis zum Schlussvermerk des 33. Patala, enthält jedoch 34 ausdrücklich mit Patala bezeichnete Abschlüsse. Die Nummern 19, 22 und 30 stehen jeweils zweimal; 23 und 24 fehlen als solche in den Kapitelkolophonen. Die Buchstaben a und b dienen ausschließlich der eindeutigen Orientierung in diesen Doppelzählungen. Die Bewusstseinslehre folgt auf den Nitya-Abschnitt und geht der erneut mit Vers 1 beginnenden Puja-Vorbereitung voran; beide stehen vor dem Schlussvermerk von Patala 25. Eine Gleichsetzung dieser Abschnitte mit rekonstruierten Patalas 23 und 24 wird nicht vorausgesetzt.

Verszählungen beginnen mehrfach innerhalb eines Patala neu, springen oder wiederholen sich. Überlieferte Zahlen, eingeklammerte Stellen und Unsicherheitszeichen bleiben erhalten. Blattmarkierungen und technische Dateiköpfe werden in der Lesefassung weggelassen; manuskriptbedingte Zeilenumbrüche innerhalb von Wörtern werden verbunden. An klar zweigliedrigen Texteinheiten dienen ergänzte Versstriche und Zeilenwechsel der Lesbarkeit. Unsicher segmentierbare längere Passagen bleiben ohne erfundene metrische Gliederung. Auffällige Lesungen werden nicht zu vermeintlich fehlerfreiem Sanskrit umgeschrieben. Es handelt sich nicht um eine neue kritische Edition.

Rechtehinweis: Muktabodha weist die E-Texte als Creative Commons BY-NC 4.0 aus. Herkunft und nichtkommerzielle Lizenzbedingungen sind bei einer Weiterverwendung zu berücksichtigen; diese Ausgabe erklärt die Vorlage nicht für gemeinfrei.

Quellen und weiterführende Lektüre

  • Muktabodha Indological Research Institute: Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā, M00625, diplomatische Transkription, Revision vom 29. November 2023.
  • Handschrift 1633K. Nachweis der Handschrift; keine vollständige Neukollation dieser Ausgabe.
  • Kama Kala Vilasa, Varivasyarahasya und Yogini Hridaya zur vergleichenden Beschäftigung mit Shri Vidya; diese Werke ersetzen nicht die eigene Textgrundlage der Dakshinamurti Samhita.

Siehe auch

Seminare

Kundalini Yoga

25.10.2026 - 30.10.2026 Kundalini Yoga Meditation Kursleiter Ausbildung

Kundalini Yoga Meditationen sind ein faszinierendes weites Gebiet, dessen Potential noch bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Kundalini Meditationen kön…
Adishakti Stein, Viveka Wilde
30.10.2026 - 01.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Arjuna Wingen

Meditation

18.10.2026 - 23.10.2026 Yoga und Meditation Intensiv-Praxis

Die Kernpraktiken des Yoga werden intensiv geübt: längere Meditation, ausgedehntes Mantra-Singen, Pranayama intensiv und meditative Yoga Asanas beflü…
Dana Oerding, Chamundi Wollweber
18.10.2026 - 23.10.2026 Shivalaya Meditationsretreat

Stille – Schweigen – Sein. In der Abgeschiedenheit des Shivalaya Retreatzentrums fühlst du dich dem Himmel ganz nah. Mit intensiver Meditations- un…
Swami Nirgunananda, Rukmini Keilbar

Indische Schriften

26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta

Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…
Vedamurti Dr Olaf Schönert

Mantras und Musik

18.10.2026 - 23.10.2026 Mantra Ferienwoche mit Gruppe Mudita

Eine Mantra Yoga Ferienwoche im schönen Allgäu zum Aufladen, Regenerieren und Verwöhnen mit der Gruppe Mudita. Das sind Menschen, die es ganz besonde…
Gruppe Mudita
23.10.2026 - 25.10.2026 Mantras & spirituelle Lieder auf Gitarre

Dieses Seminar ist für alle, die erste Erfahrung auf der Gitarre gemacht haben, und Spaß daran haben, zu Singen, zu musizieren, Neues zu lernen und zu…
Nancy Haywood