Krishna Das

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Krishna Das, kurz "KD" genannt, wurde am 31. Mai 1947 als Jeffrey Kagel auf Long Island, New York geboren. Der Sänger hinduistischer devotionaler Musik ist vielleicht der bekannteste amerikanische Kirtansänger überhaupt und wird aufgrund seines westlich geprägten Stils auch „Rockstar des Yoga“ genannt. Seit 1996 hat er zwölf Alben veröffentlicht. Als spiritueller Musiker und Lehrer reist er um die Welt und gibt Konzerte, Workshops und Retreats.

Ken Wieland: Krishna Das, 2005, Copyright

Zur Bedeutung des Sanskrit Wortes Krishna Das siehe unter dem Hauptstichwort Krishnadasa.

Biographie

Von früher Kindheit an spielte Musik eine wichtige Rolle in Krishna Das Leben. Nach anfänglichem Klavierunterricht, wechselte er dazu über, Kornett und Bariton-Euphonium in der Blaskapelle seiner Schule zu spielen. Mit neun Jahren kam Krishna Das erstmals mit dem Rock’n Roll in Berührung. Als Teenager hatten es ihm der Blues und die Greenwich Village Folkszene angetan. Krishna Das träumte davon, Bluessänger zu werden, was ihm als „weißes jüdisches Kind aus Long Island“ Aus About KD, offizielle Krishna Das Webseite dann allerdings doch nicht so vielversprechend erschien.

Sein Universitätsstudium in östlicher Philosophie brach er, von der Wissenschaft ernüchtet, ab. Zu dieser Zeit lernte er den amerikanischen spirituellen Schriftsteller und Lehrer Ram Dass kennen - eine Begegnung, die für ihn so inspirierend war, dass er, der nun am Kreuzweg zwischen musikalischer Karriere und spiritueller Entwicklung stand, keinen Moment lang zögerte, das Angebot, als Frontmann mit ehemaligen Bandkollegen ein Album aufzunehmen und auf Tour zu gehen, ablehnte und stattdessen als Ram Dass‘ Schüler ein Jahr lang durchs Land reiste.

Schließlich verkaufte er all sein Hab und Gut und machte sich 1970 zu Ram Dass‘ geliebtem Guru Neem Karoli Baba, auch bekannt als Maharaj-ji, nach Indien auf. Dort erhielt er seinen spirituellen Namen "Krishna Das", lernte alte Meditationstechniken und verschrieb sich ganz der Tradition des Kirtan, des Singens spiritueller Lieder zur Verehrung Gottes.

Nach zweieinhalb Jahren schickte ihn Neem Karoli Baba jedoch überraschenderweise zurück in die Staaten. Er sollte dort seinen Anhaftungen begegnen. Der Schock saß tief, hatte er doch geglaubt, dass er niemals wieder in die USA zurückkehren würde. In der Hoffnung, bald wiederkommen zu können, verließ er Indien.

Als er sechs Monate später erfuhr, dass Maharaj-ji seinen Körper verlassen hatte, brach für ihn eine Welt zusammen. Er starb innerlich selbst auch und sein lähmender Gemütszustand ließ seine alten Schattenseiten, die Traurigkeit in seinem Herzen, die Oberhand gewinnen. Er fiel in einen tiefen Sumpf selbstzerstörerischer Tendenzen, in dem er lange Jahre feststeckte und in dem er ohne die Erinnerung an die Gegenwart seines Gurus Maharaj-ji, bei dem er bedingungslose Liebe erfahren hatte, wohl versunken wäre:

„Ich brauchte zwanzig Jahre, um wirklich zu erkennen, dass ich, wenn ich diese Freude wiederfinden wollte, sie in mir selbst suchen musste. Singen war für mich der einzige Weg, dies zu tun. Ich wusste einfach, dass ich mich niemals von den dunklen Stellen meines Herzens befreien könnte, wenn ich nicht mit den Menschen zusammen singen würde.“ Aus About KD, offizielle Krishna Das Webseite Er folgte diesem inneren Ruf und begann 1994, seine Bhakti Yogapraxis mit der Welt zu teilen, indem er in Yogazentren sang. 1996 erschien sein erstes Album „One Track Heart“.

Seitdem sind weitere elf Alben veröffentlicht worden. Sein Jugendtraum, als Sänger und Rock’n Roller durch die Welt zu ziehen, hat sich auf seinem spirituellen Weg ganz von selbst ergeben. Wie Ram Dass im Dokumentarfilm "One Track Heart" bemerkt, ist Krishna Das „vom Hippie, der an Musik und spirituellen Dingen interessiert war, zu einem spirituellen Menschen geworden“. In Kirtan und der Liebe zu seinem Guru fand Krishna Das den rettenden Anker, Depression und Drogenmissbrauch zu überwinden und die Freude, die er nur aus der Zeit mit seinem Guru kannte, im eigenen Inneren wiederzufinden. Und das ist es auch, was er in der musikalischen Begegnung mit Menschen authentisch vermittelt und erfahrbar macht.

Musik

Krishna Das singt hinduistischen Kirtan auf seine Weise. Er versucht keineswegs indische Gesangsstilistik zu imitieren, sondern verleiht den Melodien dieser traditionellen Form des Wechselgesangs westliche Prägung. Auch in der Instrumentation finden sich neben indischen Tablas und anderen Perkussionsinstrumenten, Streicher, E-Bässe und Gitarren, sodass westliche, zum Teil rockige Einflüsse deutlich hörbar werden.

Aus der Ruhe und Stille heraus wird der Spannungsbogen der einfach mitzusingenden Melodien langsam aufgebaut und steigert sich schließlich zu mitreißend ekstatischer Verzückung, was in Konzerten dem mitchantenden Publikum eine Erfahrung zu vermitteln vermag, die Krishna Das in seiner Autobiographie wie folgt beschreibt: „Chanten ist eine Art Vertiefung des Augenblicks, Vertiefung unserer Verbindung mit uns selbst, der Welt um uns und den anderen Wesen.“

Wesentlichen Anteil an der Wirkung seiner Musik hat Krishna Das‘ bemerkenswerte Stimme. Man lauscht sofort auf. Dieses tiefe voluminöse Beben durchdringt die eigenen Tiefen, rührt die Seele an. Vor allem aber ist es Krishna Das, der Bhakta, der aus tiefster Liebe zu seinem Guru, aus tiefster Liebe zu Gott singt und damit alle an dieser Herzensöffnung teilhaben lässt.

Er ist kein Showman, fällt nicht durch Starallüren auf, sondern durch Authentizität. Einfach, ohne Schnörkel – seine Musik, seine Persönlichkeit. Amerikanischer Akzent, Holzfällerhemd, lässig, ehrlich, natürlich. Sein rotes T-Shirt nimmt Bezug auf Hanuman, mit dem diese Farbe verbunden ist. Auf Krishna Das‘ Harmonium findet sich ein Bild vom Affengott und zahlreiche Variationen des Hanuman Chalisa hat er aufgenommen.

300 000 Platten hat Krishna Das verkauft. Sein Album "Live Ananda" war 2012 für den Grammy nominiert. 2013 kam der Dokumentarfilm “One Track Heart: The Story of Krishna Das” in die Kinos, lief auf mehreren internationalen Filmfestivals und erhielt Auszeichnungen. Krishna Das sagt: „Singen ist ein Weg, mit dir selbst in Verbindung zu kommen. Es ist eine Herzensöffnung und ein Loslassen des Verstandes und der Gedanken. Es vertieft den Kanal der Gnade und hilft, im Moment gegenwärtig zu sein.“

Alben

  • 1996: One Track Heart
  • 1998: Pilgrim Heart
  • 2000: Live... on Earth
  • 2001: Breath of the Heart
  • 2003: Door of Faith
  • 2005: All One
  • 2006: Gathering in the Light with Baird Hersey & Prana
  • 2007: Flow of Grace
  • 2008: Heart Full of Soul
  • 2010: Heart as Wide as the World
  • 2012: Live Ananda
  • 2014: Kirtan Wallah

Siehe auch

Literatur

Krishna Das, Mit den Augen der Liebe. Eine Autobiographie. Koha-Verlag, 2010

Weblinks

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