Swami Nirmalananda

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Swami Nirmalananda, als Tulasi Charan Dutta in Kalkutta geboren, war ein direkter Schüler von Sri Ramakrishna Paramhansa, dem hinduistischen Heiligen aus Indien und großen Mystiker des 19. Jahrhunderts. Er legte sein Mönchsgelübde vor Swami Vivekananda ab, dem indischen Philosophie-Mönch, der den Ramakrishna Math und die Ramakrishna Mission begründete. Swami Nirmalananda spielte eine Schlüsselrolle bei deren Gründung in Südindien, in Kerala und Bangalore, in Tamil Naduand und auch in den USA (Brooklyn), in Burma und Bangladesh (siehe Life of Swami Nirmalananda und alte Ausgaben von Prabuddha Bharata).

Nirmalananda, um 1900

Biografie

Anfangstage

Nirmalananda wurde am 23. Dezember 1863 in der Bosepara Lane im Bagbazar Bezirk von Kalkutta geboren. Sein Vater war Debnath Dutta und seine Mutter hieß Thakamani Devi. Tulasi war der jüngste seiner Brüder. Als Kleinkind war er von gebrechlicher Gesundheit. Er wurde erst später als üblich eingeschult. Seine Familie besaß Unternehmen in Benares und Kalkutta. Tulasi verlor seine Mutter im Alter von 10 Jahren. Danach wurde er auf die Bengali Tolla High School in Benares geschickt und wurde der Klassenkamerad von Hariprasanna Chattopadhyay. Dieser sollte später als Swami Viynanananda bekannt werden, ein anderer großartiger Mönch der Ramakrishna Mission und direkter Schüler von Sri Ramakrishna.

Tulasi lernte zuhause Sanskrit. Später lehrte er die Brahmacharins in Belur die Upanishaden, die Brahmasutras und die Gita. Er war in der Lage, sich mit all den Gelehrten, die Südindien besuchten, flüssig in Sanskrit zu unterhalten. Tulasi besuchte auch Trailinga Swami in Benares. Während Tulasi noch in Benares weilte, verstarb sein Vater im November 1877 in seiner Residenz in Kalkutta. Danach kam Tulasi nach Kalkutta zurück, um sich für die Aufnahmeprüfung an der Universität von Kalkutta einzufinden. Er beschäftigte sich auch stark mit körperlichen Übungen und Training und wurde ein befähigter Turner und Athlet. Er trainierte auch andere junge Männer in körperlichen Übungen. Er bestand die Aufnahmeprüfung im Jahre 1883 und bekam eine Anerkennungsurkunde und eine Medaille vom Raja von Talcher.

Er traf Sri Ramakrishna zum ersten Mal im Haus von Balaram Bose, einem anderen Schüler von Sri Ramakrishna, der 1882 im Alter von achtzehn Jahren auch sein Nachbar war. Er besuchte den Dakshineswar Tempel, um Sri Ramakrishna dort zu treffen, erst mit seinem Freund Harinath und später allein. Bei seinem zweiten Besuch traf er schließlich Sri Ramakrishna. Tulasi begegnete darauf Sri Ramakrishna ab und an im Hause von Balaram Bose und wurde dann später von ihm initiiert. Danach, als Sri Ramakrishna schon sehr krank danieder lag, besuchte er ihn manchmal im Cossipore Gartenhaus. Nach dem Tod ihres Meisters gründeten die zukünftigen Klosterschüler, angeführt von Narendranath Datta, der später Swami Vivekananda wurde, den Baranagar Math, welchen Tulasi hin und wieder besuchte. Die Schüler-Bruderschaft verbrachte auch für gewöhnlich Zeit zusammen in seinem Haus in Bagbazar. Später schloss sich Tulasi dem Baranagar Math als permanenter Mitbewohner an.

Klosterleben

Wie viele andere seiner Ordensbrüder legte Tulasi sein Mönchsgelübde vor Swami Vivekananda ab. Er bekam den Namen Swami Nirmalananda (Nirmala - ohne Makel, pur; Ananda - Glückseligkeit, also "die pure und makellose Freude und Glückseligkeit"). Swami Nirmalananda assistierte Swami Ramakrishnananda beim Dienst für die Ordensbrüder in Baranagar und Alambazar Math und war ein unermüdlicher Mitarbeiter.

Reisen

Im Jahre 1888 zog es Swami Nirmalananda mit einigen seiner Ordensbrüder hinaus, und sie wurden Wandermönche. Zuerst gingen sie nach Kamarpukur, dem Geburtsort seines Meisters, und verweilten dort für einige Tage bei Sri Sarada Devi, der Frau von Sri Ramakrishna. Dann gingen sie zu Fuß weiter nach Ghazipur und trafen den Mönch Pavhari Baba und auch Hariprasanna, der später Swami Vijnanananda hieß. Sie gingen auch nach Benares, Ayodhya, Rishikesh, Uttarkashi, Devaprayag, Kedarnath und zogen hoch nach Gomukh. Auf ihrem Rückweg trafen sie Swami Vivekananda in Rishikesh. Später reiste er mit Sarada Devi, Swami Saradananda (Sarat Maharaj) und Swami Yogananda (Yogin Maharaj) nach Koilwar am Fluss Sone. Er überwinterte für einige Zeit in Höhlen des Himalaya und durchwanderte die Bergwelt Tibets. Später dann, im Jahre 1899, reiste er nach Rajputana, um für die Hungerhilfe zu arbeiten. Zum Zeitpunkt des Todes von Swami Vivekananda war Swami Nirmalananda im Himalaya.

Nach seiner Rückkehr aus Amerika reiste er zuerst nach Ost-Bengalen und Assam und dann nach Kashmir. Das war Nirmalanandas erster Besuch von Kerala, wo er sein späteres Leben verbringen sollte. Swami Nirmalananda reiste dann 1911 nach Trivandrum, auf Einladung der dortigen Vedanta Society. Er verweilte dort für einige Zeit, lehrte und hielt mehrere Vorträge. Im selben Jahr jedoch reiste er noch weiter nach Kanyakumari. Im Frühjahr des nächsten Jahres ging er nach Ootacamund in Nilgris, um den Vorsitz bei den Feierlichkeiten zum dritten Jahrestag der Vivekananda Association, Katy, zu übernehmen. Er traf auch einen Schüler von Sri Ramakrishna aus Malabar, und auf dessen Einladung hin besuchte er Badagara in British Malabar. Von dort reiste er nach Calicut; im Jahre 1914 ging er weiter nach Ottopalam, was einmal seine zukünftige Wirkungsstätte werden sollte. Ein- oder zweimal im Jahr machte er sich auf den Weg nach Kerala und Malabar, um neue Ashrams einzurichten, Gläubige zu treffen und Lehrstunden abzuhalten.

Beziehung zu Swami Vivekananda

Als Swami Vivekananda 1897 wieder aus dem Westen nach Indien zurückkehrte, widmete sich Nirmalananda sehr hingebungsvoll seinem Lehrer. Er übernahm das Kochen für ihn, arbeitete als sein privater Sekretär und versuchte liebevoll, ihm alles Mögliche in Dienst zu stellen. Tulasi Mahararaj sorgte für die Initiation von Swami Shuddhananda durch Swami Vivekananda. Tulasi begleitete seinen Führer häufig auf Schlaginstrumenten wie der Pakhawaj, während dieser Kirtans und Bhajans sang. Er war tief betroffen, als Swami Vivekananda 1902 verstarb.

Im Ramakrishna Math

Am 10. Februar 1901 wurde Swami Nirmalananda stellvertretender Generalsekretär des neu gegründeten Ramakrishna Math und der Mission. Nach dem Ableben von Swami Vivekananda reiste Nirmalananda 1903 auf Einladung von Swami Abhedananda nach Amerika. Er gab in New York City Yoga-Unterricht und übernahm die Leitung des Vedanta Center in Brooklyn. Außerdem hielt er Vorträge und lehrte Sanskrit und die Upanishaden. Er blieb für drei Jahre in den USA und kehrte dann wieder nach Indien zurück. Swami Nirmalananda half dabei, die Ramakrishna-Missionszentren in Bangalore und Kerala zu entwickeln und einzurichten. Auf seine Initiative hin wurde es möglich, Sri Sarada Devi ins Ramakrishna Math nach Banglore zu bekommen. Das Banglore Center wurde 1904 von Swami Ramakrishnananda begründet, und dann wurde dort von dem damaligen Präsidenten Swami Brahmananda noch ein Ashram aufgebaut. Nirmalananda wurde 1909 dorthin gesandt, um den Ashram zu leiten. Er hielt viele Vorträge und sah auch nach den Alltagsgeschäften des Ashrams. Als Sarada Devi 1911 nach Rameswaran reiste, war es Nirmalananda, der sie auf einen Besuch nach Banglore brachte.

Am 4. Mai 1913 wurde der Ashram in Harpad eröffnet. Swami Nirmalananda achtete strikt darauf, dass Kasten-orientierte Diskriminierungen, wie sie damals in Kerala und auch in diesem Ashram üblich waren, ein Ende gesetzt wurden. 1916 begann Swami Nirmalananda einen Ashram in der Nähe von Trivandrum bauen zu lassen. Sein großer Wunsch war es, dass der Grundstein von niemand anderem als Swami Brahmananda, dem Präsidenten vom Belur Math, gelegt werden sollte. Am 26. November dieses Jahres trafen Swami Nirmalananda zusammen mit Brahmananda in Kerala ein. Sie reisten zu verschiedenen Orten wie Ottopalam, Kottayam, Haripad und Quilon, bevor sie am 8. Dezember Trivandrum erreichten. Am 9. Dezember schließlich legte Swami Brahmananda den Grundstein für den Ashram.

Im März 1924 wurde das Hauptgebäude des Ashrams in Trivandrum fertig gestellt. Die Einweihung fand statt am 7. März, dem Jahrestag des Geburtstages von Sri Ramakrishna. Im Dezember 1926 wurde in Ottopalam der Ramakrishna Niranjana Ashram eröffnet. Der Grundstein für den Ashram in Coorg wurde am 7. Februar 1927 gelegt. Swami Nirmalananda ließ auch Schulen für die Kindererziehung in Palaparam errichten und führte seinen Kampf gegen Kasten-Diskriminierungen fort. Viele seiner Anhänger und Schüler legten vor Swami Nirmalananda ihr Mönchsgelöbnis oder ihren Keuschheitsschwur ab. Er rief die Kumari Puja ins Leben und arbeitete an der Verbesserung der Umstände für Frauen der Namboordiri Kaste, welche sozial unterdrückt waren.

Er richtete den Ramakrishna Sarada Math in Baghbazar ein und wurde sein erster Präsident. Die entsprechende philantropische Mission bekam den Namen Vivekananda Mission.

Er übernahm viele Pflichten im Haushalt der Klöster und lehrte die neuen Mitglieder des Math auch die Grammatik des Sanskrit und andere Schriften. Er pflegte kranke Patienten, auch solche, welche eine ansteckende Krankheit hatten. Als der neue Math in Belur eröffnet war, arbeitete Tulasi Maharaj mit den neuen Bewohnern im Garten und auf den Feldern, half ihnen dabei, ihre körperlichen Fähigkeiten zu üben und zu trainieren, lehrte sie die Schriften und spielte häufig mit ihnen. Er spielte verschiedene Musikinstrumente und hat oft Swami Vivekananda perkussiv begleitet, wenn dieser sang.

Swami Nirmalananda verstarb im April 1938 im Ramakrishna Ashram in der Nähe von Ottapalam, Kerala.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Mainberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

Weblinks

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