Periyalwar

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Periyalwar:aus dem Buch „Lives of Saints“ von Swami Sivananda

Periyalwar bedeutet „großer Alwar“, also großer Verehrer Vishnus. Periyalwar war auch unter dem Namen Vishnuchitta bekannt, denn sein Geist war immer ganz erfüllt von Vishnu. Er war der Adoptiv-Vater von Andal.

Alle Alwars oder Vaishnava Mystiker Südindiens bilden den Körper und die Gliedmaßen von Nammalwar. Periyalwar bildet den Kopf. Die anderen Alwars beteten zu Gott für Weisheit und Befreiung, aber Periyalwar, fühlte durch Vatsalya Bhav (eine der 5 Bhakti Praktiken) wie Elternliebe zu Gott, sorgte sich um SEIN Wohlergehen und segnete IHN. „Seine heiligen Füße sollen in unvermindertem Glanz scheinen für Millionen und Millionen von Jahren.“ Daher wurde Periyalwar ein herausragender Platz eingeräumt. Ein strenggläubiger, frommer Brahmane namens Mukundachary lebte mit seiner keuschen und treu ergebenen Frau Padma in Srivilliputhur im Tirunelveli Bezirk. Er betete täglich zu Gott, um ein Kind geschenkt zu bekommen. Sein Gebet wurde erhört. Periyalwar oder Vishnuchitta wurde geboren. Er wird als die Reinkarnation von Garuda betrachtet, dem Reittier Vishnus. Periyalwar lebte im Tempel und meditierte immer über Gott Hari. Er hatte einen wunderschönen Garten. Jeden Tag sammelte er Blumen und band Girlanden für Vatapatrasayin, die Gottheit des Tempels. Vielen Menschen erläuterte er die Bhagavad Gita. Er war ein großer Kenner des Sanskrit.

Das Land von Pandya (Tirunelveli und Madurai Bezirke in Tamil Nadu) wurden damals vom Pandya König Sri Vallaba Deva regiert. Er hatte seinen Hof in Madurai. Er traf einen gelehrten Brahmanen-Pilger, der von Kashi nach Rameswaram zog. Der König sagte: „Du bist ein gelehrter Brahmane. Sage mir eine Wahrheit aus deiner Erfahrung.“ Der Brahmane sagte: „Höre mir mit größter Aufmerksamkeit zu. Die nötigen Vorkehrungen für die Regenzeit sollten während der anderen acht Monate des Jahres gemacht werden. Die Dinge, die man für die Nacht benötigt, soll man während des Tages bereit stellen. Während man jung ist, soll man für das Alter vorsorgen. Ebenso muss man in diesen Leben die Tugenden erwerben, die einem ewige Wonne und Unsterblichkeit verleihen.“

Der König ließ Chelva Nambi, seinen Oberpriester, rufen und sagte: „Ich habe eine große Sehnsucht, Gottverwirklichung zu erreichen. Wie kann ich das erreichen?“

Der Priester antwortete: „Eine religiöse Konferenz oder ein Parlament der Religionen muss einberufen werden. Alle Heiligen und großen Yogis werden zusammenkommen. Reichliche Belohnung muss den würdigen Personen gegeben werden. Du kannst ihre wertvollen Unterweisungen hören. Du kannst in ihrer Gesellschaft leben und ihren Anweisungen folgen.“ Der König stimmte den Vorschlägen des Priesters zu. Viel Aufwand wurde getrieben, um die Konferenz im ganzen Land bekannt zu machen. Ein Säckchen voller Geld war auch geplant für den Sieger in den Diskussionen.

Das Parlament der Religionen wurde in Madurai abgehalten. Professoren aller Glaubensrichtungen des Landes besuchten die Konferenz. Vaishnavites, Saivites, Saktas, Jains, Buddhisten und Pastipatas waren alle da bei dieser einmaligen Gelegenheit. Hitzige Debatten wurden ausgetragen. Aber nichts stellte den König zufrieden. Gott Hari erschien Periyalwar/Vishnuchitta im Traum und sprach: „Vishnuchitta, steh auf und eile nach Madurai. Eine große Religionskonferenz wird unter der Schirmherrschaft des Königs abgehalten. Nimm an der Konferenz teil. Ich versichere dir vollen Erfolg. Überbringe den Menschen und dem König die Botschaft der Hingabe, der Hingabe an Gott Hari.“ Vishnuchitta nahm an der Konferenz teil und spielte eine herausragende Rolle. Der König empfing ihn und zollte ihm den nötigen Respekt. Vishnuchitta beantwortete alle Fragen, die ihm von den Gelehrten gestellt wurden. Er sagte: „Gott Hari ist die Höchste Gottheit. ER ist die Höchste Wahrheit. ER ist der Beschützer. Nehmt Zuflucht zu IHM ganz allein. Ergebt euch IHM vollständig, uneingeschränkt und rückhaltlos. Wiederholt SEIN Mantra OM Namo Narayanaya. Erfahre SEINE Gnade. ER wird dich befreien. ER wird dich unsterblich machen. ER wird dir höchsten Frieden und ewige Wonne schenken. Durch SEINE Gnade allein könnt ihr Maya besiegen. ER wohnt in den Herzen aller Wesen. ER ist alles-durchdringend. ER ist vollkommene Gnade. ER ist unendlich. Singt SEINEN Ruhm. Macht Japa mit SEINEM Namen und verehrt ihn. Seid immer mit SEINEN Lotus-Füßen verbunden.“ Und nun geschah ein Wunder. Der Beutel mit Geld, der weit oben angebunden war, löste sich und fiel zu den Füßen von Vishnuchitta auf den Boden. Das überzeugte den König und er war höchst zufrieden. Der König kniete nieder zu Füßen von Periyalwar und nahm ihn als Guru und spirituellen Führer an. Der Alwar wurde in einer Prozession auf einem Elefanten durch die Straßen von Madurai geführt. Plötzlich sah Periyalwar eine Vision im Himmel. Gott Hari erschien dort auf Seinem Reittier Garuda zusammen mit SEINER Gefährtin Lakshmi, um der Prozession beizuwohnen.

Periyalwar nahm die beiden Glocken, die an beiden Seiten des Elefanten hingen, benutzte sie als Zimbeln und begann zu singen. Er war ganz in Vatsalya Bhava in diesem Moment. Er behandelte Gott wie sein Kind. Das Gedicht, welches er komponierte, wurde bekannt als „Pallandu“, was „viele Jahre“ bedeutet. Es ist ein hinreißendes Gedicht. Vaishnavas singen diese Hymne in ihren Häusern und Tempeln.

Die Bedeutung dieser Hymne ist: „Viele Jahre, sehr viele Jahre, viele Milliarden Jahre Dir, oh Gott. Mögen DEINE Lotus-Füße uns beschützen. Viele Jahre DEINER Gefährtin Lakshmi. Viele Jahre dem glänzenden Diskus, den DU in der rechten Hand hälst. Viele Jahre dem Muschelhorn, welches DEINEN Ruhm auf das Schlachtfeld trägt. Oh Verehrer! Singt das Lied von OM Namo Narayanaya und kommt und verehrt SEINE Lotusfüße. Wiederholt SEINE tausend Namen. Verkündet laut: „Viele tausend Jahre unserem HERRN!“ All unsere Familienmitglieder und Vorfahren und Nachkommen sind DEINE Diener. Wir werden uns reinigen. ER wird uns beschützen.

„Oh HERR, der Du auf der 5-köpfigen Schlange tanzt. Viele Jahre für Dich! Ich bin DEIN unbeholfener Diener. Ich trage DEINE gelben Kleider. Ich esse die Reste DEINES Tellers, DEINES Prasads. Ich trage auf meinem Kopf den Tulsi-Kranz, den DU bereits getragen hast. Ich lebe,um DEINE Mission zu erfüllen. Ich lebe, um den Ruhm DEINES Namens zu verbreiten. Ich bin DEIN Verehrer. Ich bin DEIN Diener. Ich wiederhole stets DEIN Mantra OM Namo Narayanaya. Viele Jahre unter DIR, mein Gott!“

Periyalwar hat uns zwei Gedichte geschenkt. Das erste ist das Pallandu in 12 Versen. Das andere ist eine Sammlung bekannt als Periyalwar Thirmozhi in 461 bezaubernden Versen voller Melodie. Pallandu wird ein herausragender Platz in der Sammlung der Werke aller Alwars eingeräumt. Was Pranava bei den Veden ist, so ist es Pallandu bei den Werken der Alwars.

Periyalwar Thirumozhi behandelt das Spiel Krishnas. Es enthält die Essenz der Bhagavatam. Periyalwar lebte Vatsalya Bhava. Er behandelte Krishna liebevoll wie seinen Sohn. Er sprach: „Mein Kind, weine nicht. Schlafe friedlich in der goldenen Wiege meines Herzens. Iss Butter und süßes Brot. Schätzlein, warum bist Du schelmisch und spitzbübisch? Ärgere die Gopis und Deine Mutter nicht. Sei ein gutes, ruhiges Kind. Die Gopis beklagen sich sehr über Dich. Du hast ihre Milch ausgetrunken, als sie ihre Häuser verließen. Du hast ihre Butter gestohlen. Gehe morgen nicht in den Wald. Bleibe hier in meinem Herzen. Deine Füße werden Dich sehr schmerzen. Sie sind doch so zart.“

„Mein kleiner Schatz spielt jetzt die Flöte. Wie melodiös das ist! Es ist erregend und herz-ergreifend. Es ist süßer als Nektar. Alle Kühe und die anderen Tiere stehen wie angewurzelt, wenn sie Seine Flöte hören.“ Periyalwar verließ diese Welt im Alter von 85 Jahren in Alagarkoil, in der Nähe von Madurai. Ruhm dem Periyalwar, der das Kronjuwel aller Alwars ist! Möge sein Segen bei uns allen sein.

Siehe auch

  • Heilige
  • Verehrung
  • Vishnu
  • Samadhi

Literatur