Paramapada

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Paramapada (Sanskrit: परमपद paramapada n.) der höchste Zustand, letzte Schritt, endgültige Erlangung des absoluten Bewußtseins. Parama ist der Superlativ von Para.

Die 10 Avatare Vishnus

Para heißt jenseitig, das höchste. Parama ist noch höher als hoch, noch jenseitiger als jenseitig. Parama ist also das Höchste, das Jenseitigste, auch das Entfernteste. Parama ist aber auch das Großartigste, das Beste. Pada heißt hier Zustand, auch Schritt. Paramapada ist also der höchste Zustand, die Erlösung. Paramapada ist aber auch der letzte Schritt zur Befreiung, zur Erleuchtung.

Paramapada परमपद paramapada Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Paramapada, परमपद, paramapada ausgesprochen wird:

Sukadev über Paramapada

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Paramapada

Paramapada ist der höchste Schritt oder der Schritt ins Höchste. Parama ist das Höchste, Pada ist jeder Schritt. Paramapada ist der Schritt ins Höchste. Paramapada ist auch die letzte Stufe, die endgültige Erlangung des absoluten Bewusstseins, all das ist Paramapada. Paramapada – Pada eben auch Schritt, aber es ist auch die höchste Stufe. Daher, Paramapada ist auch die höchste Stufe. Und es ist gut, sich immer wieder bewusst zu machen, wir kommen alle zu Paramapada, zur höchsten Stufe. Schritt für Schritt schreiten wir voran, aber die höchste Stufe heißt die Verwirklichung des Unendlichen, des Ewigen, unserer wahren Natur. Und es rentiert sich, alles daran zu setzen, Paramapada zu erreichen, die höchste Stufe zu erreichen, denn dort ist die Verwirklichung von Brahman, dem Absoluten, die Erfahrung unendlichen Seins, Sat, unendlicher Erkenntnis und Bewusstheit, Chid, und ewiger, unendlicher Glückseligkeit, Ananda, auch Parama Ananda genannt.

Das Konzept Paramapada

Das Konzept Paramapada bezieht sich auf die göttliche Stätte Vishnus. Obwohl die tatsächliche physische Beschreibung oft angezweifelt wird glaubt man, dass das religiöse Konzept hinter der Beschreibung Paramapadas in solchem Detail darin besteht, dass solch eine lebendige Beschreibung der Wohnung Gottes in den Gläubigen ein starkes Verlangen hervorruft das höchste spirituelle Ziel zu erreichen.

Das Konzept Paramapada oder die Vaikunthawelt wird in den Pancharatra Samhitas als die Wohnung Vishnus erwähnt. Sie besteht aus schönen Schlössern, Türmen, tausendsäuligen Hallen usw. Bezaubernde Blumengärten, Bäume, Flüsse, Seen usw. gehören zu ihnen. Die Kausitakiupanischade erwähnt die Existenz des Sees Ara, einen Fluss Viraja, einen als Tilya bekannten Baum und eine unzugängliche Residenz. Die Chandogyaupanischade spricht von den beiden Seen Ara und Nya und dem Airammadiya See in der Brahmawelt. Sie beschreibt die Stadt Brahmans als Aparajita, unbezwinglich, und erwähnt eine für den Herrn erbaute goldene Halle.

Matsya (Vishnu Inkarnation als Fisch) rettet die Saptarishi während einer großen Überschwemmung.

Ein anderer Text sagt, in jenem mit tausend Pfeilern erbauten Haus lebt der Herr aller Götter. Die Mahabharata, Vishnu Purana und andere Vaishnava Puranas enthalten gleichfalls Referenzen zum Paramapada. Die Hymnen Nammalvars beschreiben lebhaft, wie die individuellen Seelen bald nach ihrer Befreiung von den Fesseln von den himmlischen Wesen, den persönlichen Dienern Gottes, warm empfangen werden am Eingang des Hauses Gottes. Wahrscheinlich auf diesen Vorstellungen gründend gibt Ramanuja in seinem Prosawerk "Vaikuntha Gadya" eine äußerst bildhafte Beschreibung der Vaikunthawelt, indem er jegliche Imagination übersteigende Ausdrücke verwendet. Derselben Denkweise folgend preist Vedanta Desika Ramanuja, indem er einen graphischen Bericht des Aufstiegs zur Bleibe Gottes in seinem "Paramapada Sopana" gibt, einem in Manipravala, sanskritisierter Tamilprosa, geschriebenen Werk.

Der Hindu Gott Vishnu, Indien, Jammu und Kashmir, Kashmir Region, 875-900, Skulptur

An diesem Punkt kann die wichtige Frage gestellt werden, ob dies Tatsachen oder Fiktionen sind, die wegen gewisser theologischer Notwendigkeiten geschaffen wurden. Die Nitya-Vibhuti Doktrin und das Konzept von Suddha-Sattva, die von der Vaishnavatheologie aufgrund der Autorität geschriebener und Smrititexten einschließlich von Pancharatra-Abhandlungen akzeptiert werden, gewähren ausreichende Rechtfertigung für das Zugestehen einer höheren göttlichen Bleibe mit all ihren Paraphernalien. Gemäß dem Visistadvaitavedanta ist die höchste Wirklichkeit der Philosophie ein persönliches Höchstes Wesen (Purusottama), was das Konzept einer Gottheit mit einem Körper (Vigraha) impliziert. Ein unpersönlicher Gott oder ein undifferenziertes reines formloses (Nirakara) Wesen dient nicht der Meditation und der Verehrung durch die Devotees. Außerdem kann ein solches transzendentes Wesen keine Beziehung zum Universum und zu individuellen Seelen haben.

Der Vigraha oder vom persönlichen Höchsten Wesen zum Wohle des Universums und der Verehrer angenommene Körper sollte spirituellen Charakter haben, da sonst ein aus den fünf Elementen zusammengesetzter Körper beständigem Wandel und Zerfall unterworfen wäre. Außerdem sind die individuellen Seelen (Jivas) gemäß dem Visistadvaitavedanta unendlich zahlreich und auch unsterblich. Sogar im Zustand von Moksha verlieren sie nicht ihre Individualität und bleiben immer in ihrer wahren Form als allwissende, wonnige, reine, spirituelle Monaden, welche die volle Herrlichkeit Gottes genießen.

Neben den befreiten Seelen lässt der Visitadvaita gemäß der Autorität der Schriften die Existenz von Seelen zu, die als Nityas oder ewig frei bekannt sind. Diese Seelen vollbringen göttlichen Dienst wie die permanenten Gottesdiener als Teil ihrer Pflicht ohne irgendein selbstisches Motiv. Gemäß den Upanischaden können auch die von der Bindung befreiten Seelen Körper annehmen, wenn sie wollen, um gewisse göttliche Aktivitäten auf Befehl des Höchsten Herrn sei es in den höheren Regionen oder im physischen Universum in der Form verkörperter Wesen zu vollbringen. Selbst das Höchste Wesen steigt auf die Erde herab in der Form menschlicher oder anderer lebender Wesen bloß um das Dharma wieder aufzurichten, die Sadhus zu beschützen und mitunter böse Personen zu bestrafen. Die von Gott bei seinen Inkarnationen angenommenen Körper können nicht als materiell betrachtet werden, da sie Zerstörung oder Zerfall unterworfen wären. Gott ist immer ein vollkommenes Wesen, unberührt von Geburt, Alter, Tod, Karma und Leiden, wie die Upanischaden feststellen. Im Zuge dieser Betrachtungen ist die Doktrin von Nitya Vibhuti oder dem transzendenten spirituellen Bereich , der aus Suddha Sattva oder spiritueller Substanz besteht, gerechtfertigt.

Dieser beschreibende Bericht des höchsten göttlichen Bereichs (Paramapada) mag ein wenig übertrieben sein. Er hat aber insofern religiöse Bedeutung als er im Mumukshu (dem nach Moksha Strebenden)‚ "ein starkes Verlangen für das Erlangen des höchsten spirituellen Ziels (Moksha)" stimuliert. Moksha ist im Visistadvaita ein positives Konzept. Es bedeutet nicht nur die voellige Befreiung einer Seele von Fesseln, sondern fuehrt auch zu einem wonnigen Zustand des Seins wo die Herrlichkeit Brahmans in vollem Masse genossen wird (Paripurna-Brahmanubhava) was zum Kaikhara oder Dienst Gottes führt. Bhakti oder Prapatti (Hingabe) wird als das Mittel empfohlen, diesen Zustand zu erreichen. Um es dem Individuum zu ermöglichen, sein Begehren nach Moksha zu entwickeln und die Praxis des Bhakti Yoga zu fördern, scheinen die Vaishnava Acharyas einen lebhaften beschreibenden Bericht der Herrlichkeit Gottes und seiner Behausung präsentiert zu haben. So stellt Ramanuja im einführenden öffnenden Vers der "Vaikuntha Gadya" fest:‘Ich biete dar den kostbaren Gegenstand des Bhakti Yoga wie in den Werken Yamunas gefunden.‘ Vedanta Desika, diesen Vers kommentierend, weist darauf hin, dass es beabsichtigt ist,die Schüler anzuweisen, die Herrlichkeit Bhagavans als eigenes Ziel zu kontemplieren. Periyavacchan Pillai fuegt hinzu, dass der Bericht des zu erlangenden goettlichen Reiches, der zu erfahrenden Herrlichkeit seines Herrn, und die schließliche Darbringung göttlichen Dienstes alle beabsichtigt sind, um im Geist der Hörer Interesse zu entfachen.

Vishnu als Matsya die Veden zu Brahman zurückbringend

Um den orthodoxen Vaishnavas gegenüber fair zu sein welche die Beschreibung Vaaikunthas als Tatsachen verstehen, ist eine andere Erklärung möglich. Gott ist im Vaishnavismus der Hoechste Herr (Sarvesvara), voller Jnana (Allwissend), Shakti (Allmacht), Bala (Kraft) und vieler anderer exzellenter Eigenschaften. Wenn ein solches Höchstes Wesen ein wunderbares physisches Universum unterschiedlichen Charakters durch bloßen Entschluss oder Willen (Sankalpa) ohne jegliche andere Hilfe erschaffen kann, sollte er auch faehig sein, durch eben diesen Willen (Sankalpa) ein spirituelles Universum mit den besten vergnüglichen Objekten (Bhogo pakarana) fuer sein eigenes Wohl zu erschaffen. Man braucht daher den Wert des beschreibenden Berichts des Paramapada, der Bleibe Gottes, nicht anzuzweifeln. Ob ein Kritiker die Erklärung akzeptiert oder nicht, die drei Gadyas Ramanujas haben, sowohl in der sprachlichen Schönheit als auch gedanklichen Tiefe, eine tiefe ästhetische und emotionale Anziehungskraft für die Verehrer Vishnus.

Siehe auch

Literatur

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