Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale Teil 2

Aus Yogawiki

Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale Teil 2 ist Teil des Handbuchs Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale und behandelt Dīkṣā, Prāyaścitta, Pavitra, Damanaka und Tempelplanung.

Das Īśānāśivagurudeva Paddhati ist ein umfassendes Śaiva-Kompendium. Sein Kriyāpāda ist ein außergewöhnlich detailliertes Handbuch von täglicher Reinigung und Pūjā über Dīkṣā, Homa, Tempelbau und Pratiṣṭhā bis zu Festen, Sühne und Erneuerung.

Puja im Śaiva-Kontext – der Kriyāpāda verbindet tägliche Verehrung mit Tempelritual und Pratiṣṭhā.

Praxis-Hinweis
Die Kapitel sind so wiedergegeben, dass die rituelle Reihenfolge nachvollzogen werden kann. Viele Verfahren setzen jedoch Ācārya-Ausbildung, Dīkṣā, genaue Maßkunde und Kenntnis der zugehörigen Mantras voraus. Unklare Quellstellen werden nicht durch moderne Standardrituale ersetzt.

Für die heutige Einordnung kann die historische Ritualpraxis auch im Zusammenhang mit Yoga und Meditation betrachtet werden, ohne die Eigenart der traditionellen Kriyā zu verwischen.

Kriyapada Kapitel 16–30

Kapitel 16: Shaktipata und die Formen der Einweihung

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 16: Shaktipata und die Formen der Einweihung
Die Diksha wird hier als Lösung der Bindung und als Öffnung für Shivas Gnade beschrieben. Das Kapitel unterscheidet unmittelbare göttliche Gnade und die Vermittlung durch einen Lehrer, äußere Ritualhandlungen und Einweihung durch Erkenntnis. Daran schließen sich die konkreten Vorbereitungen der Zeremonie an.

Kapiteleröffnung. Nun das sechzehnte Kapitel.

Kriyapada 16-1. Bei Menschen, deren Trübungen geschwunden sind, geschieht durch die fortgesetzte Betrachtung Shivas der Herabstieg der Kraft, Shaktipata. Daraus entsteht Klarheit des Verstehens,

Kriyapada 16-2. daraus das Aufsuchen eines Gurus; so wird die Shiva-Einweihung erlangt. Mala, Karma und Maya sind die Ursachen der fesselnden Bindung.

Kriyapada 16-3. Durch die besondere Einweihung entsteht dem für Gnade Empfänglichen Erkenntnis Shivas. Sie heißt Diksha, abgeleitet von der Wurzel mit der Bedeutung „schwinden“, weil durch sie die Fesseln schwinden.

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-3. Darum wird sie die Diksha des lebenden, gebundenen Wesens genannt, das Gnade empfangen soll.

Unnummerierte Einteilung der Empfänger. Der Gnadenempfänger ist dreifach: Vijnanakala, Pralayakala und Sakala.

Kriyapada 16-4. Der erste ist allein durch Mala gebunden, der zweite besitzt Mala und Karma.

Kriyapada 16-5. Der dritte, Sakala, ist mit Karma, Maya und Mala verbunden. „Vijnana“ bedeutet hier ein verkehrtes Wissen vom Atman und ist eben Unwissenheit. [Hinweis: Die besondere negative Wortdeutung folgt der vorliegenden Textstelle; sie wird nicht durch die gewöhnliche positive Bedeutung von Vijnana ersetzt.]

Kriyapada 16-6. Aus der Wurzel „kal“ in der Bedeutung „binden“ wird die Bezeichnung Vijnanakala erklärt. Der durch Unwissenheit und Karma Gebundene heißt dagegen Pralayakala,

Kriyapada 16-7. weil sein Wissen gänzlich in Auflösung eingegangen sei. Wer mit den drei Bindungen Maya, Karma und Mala

Kriyapada 16-8. zusammen besteht, wird aufgrund dieses „zusammen“ Sakala genannt. Diese drei sind die Gnadenempfänger Shivas, als höhere, mittlere und geringere Gruppe unterschieden. [Die Wortableitungen geben die sinndeutende Erklärung des Werkes wieder.]

Kriyapada 16-9. Auch die Gnade Shivas, des Hortes des Mitgefühls, ist zweifach: mit vermittelnder Grundlage und ohne sie, jeweils dem Empfänger entsprechend.

Unnummerierte Erläuterung nach 16-9. Der Gnade ohne Grundlage beziehungsweise mit Grundlage entspricht die jeweilige Einweihung. Die Diksha ist daher ebenfalls zweifach: ohne vermittelnden Träger oder mit einem solchen.

Bhojaraja erklärt: Ohne Abhängigkeit von einem Acharya vollzieht der Erhabene durch seine eigene gnadenförmige Shakti, durch starken beziehungsweise noch stärkeren Shaktipata, die Einweihung der Vijnanakala- und Pralayakala-Wesen. Dies ist die Einweihung ohne vermittelnden Träger. Wo der Erhabene in der Gestalt eines Acharya wirkt und die Sakala-Wesen durch schwachen, noch schwächeren oder starken Shaktipata einweiht, geschieht sie mit vermittelndem Träger. Entsprechend der Befähigung wird sie ferner als „mit Samen“ oder „ohne Samen“ unterschieden.

Kriyapada 16-10. Die Einweihung mit Samen ist mit Verpflichtungen und deren Lebensordnung verbunden sowie mit dem Durchtrennen der Fesseln und den weiteren Handlungen. Sie ist für Verständige vorgesehen.

Kriyapada 16-11. Die Einweihung ohne Samen dagegen wird für Könige, Kinder, Frauen, sehr Alte, schwer Kranke und Menschen mit geringer Auffassungskraft empfohlen. [Hinweis: Dies ist die historische Einteilung der Ritualbefähigung; sie wird nicht als heutige Rangordnung übernommen.]

Kriyapada 16-12. Für Sadhaka und Acharya ist ausschließlich die Einweihung mit Samen vorgesehen, weil sie zu täglichen, anlassbezogenen und weiteren Handlungen für sich und andere befugt werden.

Kriyapada 16-13. Ferner gilt die eine Einweihung als handlungsgebunden, die andere als erkenntnisgebunden. Diejenige, bei der Halle, Farbpulver, Feuergrube, Durchtrennen der Fesseln und Reinigung der Wege,

Kriyapada 16-14. Opferstoffe, Feueropfer und weitere Handlungen dazugehören, heißt handlungsgebunden. Ohne Halle, Feuergrube und Ähnliches, allein durch geistiges Wirken,

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-14. bis zum Erwachen richtiger Erkenntnis vollzogen, heißt die Einweihung erkenntnisgebunden. Sie hat vier Formen: durch Blick, durch Berührung, durch Worte und durch den Geist. Im Einzelnen:

Kriyapada 16-15. Selbst Shiva geworden, meditiere der Lehrer und betrachte den Schüler. Mit seinem Blick ordne er in ihm die Gesamtheit der Wege, durchtrenne die Fesseln und verwirkliche Shivas Zustand in ihm: Dies ist die Einweihung durch den Blick.

Kriyapada 16-16. Selbst Rudra, dessen Leib Mantra ist, vergegenwärtige der Lehrer Shiva im Lotus der eigenen Hand, mit Gestalt, Gliedern und Grundmantra. Berührt er damit den Schüler, geschieht die Einweihung durch Berührung, durch welche die Fesselbindung abfällt.

Kriyapada 16-17. Als Sadashiva, verbunden mit sämtlichen Weltwegen, lege er alle Mantras in den eigenen Mund, durchtrenne durch Worte der Reihe nach die Fesseln des Schülers und weihe ihn ein: Dies ist die sprachliche Einweihung.

Kriyapada 16-18. Selbst Shiva geworden und mit allen Wegen verbunden, vergegenwärtige er Shiva im eigenen Herzlotus, mit Gestalt und Mantras. Kraft seiner Erkenntnis führe er den Schüler durch geistige Einweihung in Shivas Zustand. [Quellenhinweis: Die Verbindung für „mit allen Wegen verbunden“ steht in der gelieferten Fassung mit einem Fragezeichen.]

Unnummerierte Unterarten der handlungsgebundenen Einweihung nach 16-18. Auch die handlungsgebundene Diksha hat mehrere Formen: Samaya-Einweihung, Nirvana-Einweihung, Sadhaka-Einweihung und weitere. Wird der Schüler allein durch die Reinigung von Mala rituell geweiht, in die Verpflichtungen aufgenommen und zu Rudras Wesen geführt, heißt dies Samaya-Einweihung.

Kriyapada 16-19. Wo die sechs Wege gereinigt werden und die rituelle Vollendung umfassend erlangt wird,

Kriyapada 16-20. wo die Spitze der Fessel durchtrennt und die Vereinigung mit Shivas Zustand vollzogen wird, spricht man von Nirvana-Einweihung, besonders für die dazu Befähigten.

Kriyapada 16-21. Wo durch das Lösen der Fesseln in Nivritti und den folgenden Bereichen gereinigt wird, wo die Kräfte des Kleinwerdens und der übrigen Vollkommenheiten erlangt werden und die Vereinigung mit dem Zustand des Herrschers geschieht,

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-21. zusammen mit der entsprechenden Befugnis von Anfang an, heißt die Einweihung Sadhaka-Diksha.

Kriyapada 16-22. Zusammen mit den zuvor genannten guten Eigenschaften wird durch die Nirvana-Einweihung das eigene Bewusstsein zum Boot über den Ozean des Werdens. Indem begrenzte leibliche Eigenschaften wie das Schwinden der Wirksamkeit überwunden werden, entsteht Shivas Zustand, ausgezeichnet durch Allwissenheit und weitere Eigenschaften. [Quellenhinweis: Die dicht zusammengesetzte Wendung über die leiblichen Eigenschaften bleibt in ihrer genauen Gliederung unsicher.]

Kriyapada 16-23. Von seinen Schülern umgeben bade der Guru ordnungsgemäß, vollende die fälligen Handlungen und sammle sich. Dann gehe er zum äußerst schönen quadratischen Einweihungshaus, das nach den verfügbaren Mitteln neun, sieben oder fünf Ellen groß errichtet wurde,

Kriyapada 16-24. mit vier Ashvattha-Torbögen, vollen Krügen an deren Fuß in den vier Richtungen, geschmückt mit geröstetem und ungebrochenem Reis, Früchten, verschiedenartigen Blumen und vielerlei Gefäßen mit Keimen.

Kriyapada 16-25. In der Mitte hängt ein reiner, mondstrahlweißer Baldachin; an den Rändern fallen schöne feine Stoffe herab. Perlenketten und Blumengirlanden hängen daran, und außen steht ein neuer weißer Stoffschirm.

Kriyapada 16-26. Der Lehrer trägt feines weißes Gewand, weiße Girlanden und Duftstoffe; sein Leib glänzt von Edelsteinen und verschiedenem Goldschmuck. Nach dem Waschen von Füßen und Händen mit reinem Wasser vollziehe er das Wasserschlürfen, schweigend, mit Pavitra-Grasring an der Hand.

Unnummerierter Eintrittsritus nach 16-26. Mit gewöhnlichem Arghya in der Hand besprenge er die Tore unter dem Waffen-Mantra. Am Westtor verehre er die Torwächter wie beim täglichen Ritus. Mit Fersenstößen, Fingerschnippen und Zeigefingergesten vertreibe er die Hindernisse, werfe die Naracha-Waffe hinein und trete ein. Er wende sich um und lege auf der Schwelle mit einer Blume die Waffe nieder.

Mit dem Blick auf die Wirklichkeitsprinzipien betrachte er die Halle, gehe im Uhrzeigersinn herum und lege eine Blume am Brahma-Platz ab. Er verehre seinen Sitz, setze sich nach Norden gewandt und vollziehe die Reinigung der Elemente. [Die Quelle kennzeichnet eine Verbindung bei der Dreierfolge der Abwehrgesten als fraglich.]

Kriyapada 16-27. Zuerst lege er in der Vorstellung den aus Prakriti und den übrigen Prinzipien entstandenen Leib ab und betrachte den eigenen Leib mit dem Gedanken: „Ich bin jener Sadashiva.“ In die mit Duftstoff bestrichene Shiva-Hand legt er den Mantra und vervollständigt sich ordnungsgemäß nach dem täglichen Verfahren.

Kriyapada 16-28. Im Geist verehre er Shiva im Inneren des Herzlotus, das Feuer am Nabel und Shambhu im Punkt. Mit dreifachem Händeklatschen und den Kräften der Waffe, die Graben und Schutzwall bilden, stelle er außen den Schutz her.

Kriyapada 16-29. Danach bereite er das besondere Arghya und reinige die Badestoffe.

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-29. Durch das gleichmäßige Schlagen der Schnurlinien lege man fünf Felder an.

Unnummerierte Fünf-Gaben-Bereitung zwischen 16-29 und 16-30. Im mittleren, Supratishthita genannten Feld des Shiva-Prinzips fülle man Milch in ein Gefäß und verwende Ishana und den Grundmantra. Im Osten, im Svashanta genannten Feld des Sadashiva-Prinzips, fülle man Dickmilch mit Tatpurusha und dem Panzer-Mantra ein; im Süden, im Tejorupa genannten Feld des Vidya-Prinzips, Ghee mit Aghora und dem Haarspitzen-Mantra; im Norden, im Nivritti-Feld des Purusha-Prinzips, Kuhurin mit Edelsteinwasser unter Vamadeva und dem Kopf-Mantra; im Westen, im Amrita genannten Feld des Zeit-Prinzips, Kuhdung unter Sadyojata und dem Herz-Mantra.

In der Mitte beginnend wiederhole man die Mantras ein-, zwei-, drei-, vier- und fünfmal. Kusha-Wasser weihe man sechsmal mit der Shiva-Gayatri und gebe es der Reihe nach fünfmal in jedes der fünf Gefäße, beginnend mit der Milch. Dann vereinige man Dickmilch und die weiteren Bestandteile mit der Milch im mittleren Supratishthita-Gefäß. Die vereinte Mischung rühre man um, verehre sie wie Sadashiva und stelle sie bereit. [Dies ist die historische Bereitung ritueller Kuhprodukte, keine heutige Verzehrempfehlung.]

Danach fertige man das als „Schwert der Erkenntnis“ bezeichnete Kusha-Büschel aus sechsunddreißig Halmen an und bereite die Streustoffe.

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu zu den Streustoffen. „Gerösteter Reis, Sandel, weißer Senf, Asche, Blumen, Kusha und ungebrochene Reiskörner: Diese sieben Waffenstoffe mische man und bereite sie mit dem Waffen-Mantra.“

Unnummeriertes Zitat aus dem Matanga. „Sesam, gerösteter Reis, Gerste, Durva, weißer Senf und Blumen, mit etwas Sandelpaste vermischt, heißen Streustoffe.“

Unnummeriertes Zitat aus dem Parakhya. „Man weihe die Körner mit dem Waffen-Mantra und streue sie wie Waffen ringsum. Bei ihrem Niederfallen fliehen die Hindernisscharen voller Furcht.“

Nach einer dieser Arten bereite man die Streustoffe. Auch die Kopfbinde des Acharya ist bereitzuhalten.

Unnummeriertes Zitat aus dem Paushkara zur Kopfbinde. „Der Acharya soll stets eine feine weiße Kopfbinde tragen, sechs Finger hoch, schön gleichmäßig und im Uhrzeigersinn gewickelt.“

Unnummeriertes Zitat aus dem Brihatkalottara. „Die durch die Mantra-Samhita geweihte weiße Kopfbinde trage der Guru sechs Finger hoch auf dem Haupt, gleich der Stirnbinde eines Königs.“

Ebenso trage man ein weißes Obertuch wie die heilige Schnur. Zur Zusammenfassung der Fessel bereite man eine von einer Brahmanentochter gedrehte, neunfache Schnur vor, berühre sie mit dem Haarspitzen-Mantra und lege sie in ein Gefäß.

Kriyapada 16-30. Die aus neun Fäden gefertigte Schnur soll doppelt so lang wie das Mandala sein. Sie heißt Karani; ebenso ist eine sehr weiße Ghatika bereitzuhalten.

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-30. Beide lege man bereit, nachdem man sie mit den Gestalt-Mantras geweiht hat. Auch eine eiserne Schere zum Abschneiden der Fadenspitze lege man unter dem Waffen-Mantra bereit.

Kriyapada 16-31. Für das Mandala bereite man die fünf Farbpulver, Edelsteine, Gold, Körner, den Kumbha und den Karaka,

Kriyapada 16-32. Kalashas, Gefäße für Opferbrei, Duftstoffe, Blumen und weitere Dinge sowie neue weiße Gewänder ohne lose Fäden,

Kriyapada 16-33. Opferhölzer, Ghee, Sesam, gerösteten Reis, Badestoffe und alles Weitere jeweils gesondert mit den Kala-Mantras von Shantyatita an.

Kriyapada 16-34. Die weiße Kopfbinde weihe man siebenmal mit dem Grundmantra, wickle sie um den Kopf und bleibe, mit dem Obertuch bekleidet, gesammelt.

Kriyapada 16-35. Man betrachte: „Ich bin fähig, Gnade zu vermitteln. Ich bin der allwissende Sadashiva. Ich bin unabhängig und befreie diese gebundenen Wesen.“

Unnummerierte Streuung und Krugbereitung nach 16-35. Man nehme die im Gefäß liegenden Streustoffe in die linke Hand und stelle sich im Südwesten der Halle nach Nordosten gewandt auf. Nach siebenfacher Wiederholung der Aghora-Waffe oder Shiva-Waffe streue man sie mit nach oben offener rechter Hand von der Hallenmitte bis zur Nordostecke aus, als glichen sie flammendem Feuer. Dabei verwende man die Wortfolge „Sharva, Sharva“. Mit einer Handvoll Kusha und der Lautfolge „dhu, dhu“ sammle man die Streustoffe wieder und lege sie im Nordosten nieder.

Dort richte man einen Lotus-Sitz ein, gebe ein Adhaka Reis und eine Darbha-Unterlage darauf und stelle einen mit Schnur versehenen Shiva-Krug aus Gold oder einem anderen entsprechenden Material auf, gründlich gewaschen, beräuchert und zunächst abwärts gewandt. An seinem Boden und dem Grasbüschel vergegenwärtige man den Krug als aus den Prinzipien von Erde bis Prakriti bestehend. Dann richte man ihn auf und lege auch das Büschel aufrecht hinein.

Während man den Nektar des Dvadashanta betrachtet, fülle man ihn mit Wasser heiliger Orte und gebe neun Edelsteine, Gold, Heilpflanzen, Blumen, Duftstoffe und ungebrochene Reiskörner hinein. Ashvattha-Sprosse stelle man aufrecht hinein und bedecke ihn mit einer Abdeckung, die ungebrochenen Reis und Früchte trägt.

Kriyapada 16-36. Man umhülle ihn mit zwei weißen Tüchern und weißen Girlanden, rufe darin den Herrn des Yoga an, auf dem beweglichen und unbeweglichen Stier-Sitz, mit Shiva-Sitz, Gestalt und Leib, und verehre ihn mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben.

Unnummerierter Vers zwischen 16-36 und 16-38. Rechts neben dem Krug, ebenfalls auf den zuvor zusammengetragenen Streustoffen, stelle man die Vardhani auf und fülle sie wie den Krug. Mit dem Waffen-Mantra rufe man darin Shakti auf dem Löwen an und verehre sie ordnungsgemäß. [Eine Versmarke 16-37 fehlt in der gelieferten Fassung.]

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu. „In den zehn Richtungen von Osten an verehre man ordnungsgemäß der Reihe nach die Götter von Indra bis Upendra.“

Unnummerierte Fortsetzung und Zitat aus der Manjari. Dann richte man seine Bitte an sie. Nach der Verehrung der Vardhani auf dem beweglichen und unbeweglichen Sitz heißt es in der Manjari:

„Nach Wiederholung des Aghora-Waffenmantras führe der Acharya die Vardhani im Uhrzeigersinn rings um die Wand und gieße dabei einen ununterbrochenen Wasserstrom. Ein anderer nehme den Shiva-Krug und trage ihn auf demselben Weg. Danach stelle man Shiva-Krug und Vardhani wieder an ihren Platz auf den Sitz wie zuvor.

In den Shiva-Krug lege man den Grundmantra; darin verehre man Shiva auf festem Sitz, mit Gestalt und Gliedern. In das Wasser der Vardhani lege man die heilige Silbe und die Pashupata-Waffe und verehre darin die erhabene Uma ordnungsgemäß.“

Unnummerierte Berührungsanweisung aus Brahmashambhu. Mit der Linga-Geste berühre man den Shiva-Krug und mit der linken Faust der Geste die Vardhani. „Die linke Faust ist Uma, der Sockel; der Daumen ist das Linga, Hara.“

So verfährt, wer Lebensgenuss wünscht. Wer Befreiung wünscht, berühre zuerst die Vardhani und danach den Krug.

Kriyapada 16-38. „Uma in der Gestalt des weiblichen Schoßes und Shankara, der die Gestalt des Linga trägt,

Kriyapada 16-39. euch Verehrung!“ Mit diesem Lob erfreue man sie. „Du bist der Herr dieses Opfers; diese ist deine unbewegliche Shakti.

Kriyapada 16-40. Hier ist dein Schwert der Erkenntnis; nimm es als deine eigene Waffe an. Dieses von mir begonnene Opfer der Opfernden sollst du,

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-40. o Gott, bis zu seinem Abschluss beschützen!“ [Quellenhinweis: Die Satzverbindung des zweiten Halbverses ist im Sanskrit gedrängt; die Bitte um Schutz wird durch die Fortsetzung eindeutig.]

Unnummerierter Vers zwischen 16-40 und 16-42. So verneige man sich vor Shiva, überreiche ihm das Erkenntnisschwert, verehre beide ordnungsgemäß und trage dem Erhabenen die zu vollziehende Aufgabe und den Schutzauftrag vor. Dann verehre man den Herrn der Hindernisse in seiner eigenen Richtung. [Eine Versmarke 16-41 fehlt in der gelieferten Fassung.]

Kriyapada 16-42. „Dieses Opfer für den Herrn der Götter haben wir zum Zweck der Gnade für die gebundenen Wesen begonnen. Möge es in deiner Gegenwart ohne Hindernis zum Abschluss gelangen!“

Kriyapada 16-43. Nach dieser Verehrung Ganeshas zeichne man im östlichen oder mittleren Bereich der mit duftendem Wasser und Kuhdung bestrichenen Halle eines der Lingodbhava-Mandalas oder ein Bhadraka und verehre darin Mahesha.

Kriyapada 16-44. Man stelle sich den Ananta-Sitz vor, rufe Sadashiva auf die beschriebene Weise darin herbei und verehre ihn mit den hauptsächlichen Gaben und Geräten. Ist Shiva erfreut, verehre man ordnungsgemäß auch die Umhüllungen.

Unnummerierter Kommentar nach 16-44. Mit „Umhüllungen“ sind die fünf Umhüllungen gemeint.

Kriyapada 16-45. Im Osten, im Feuerhaus, setze man in einer quadratischen Grube das Sadashiva genannte Feuer ein. … Ein Viertel des Opferbreis … opfere man der Reihe nach mit Grund-, Glieder- und Gestalt-Mantras. [Quellenhinweis: Der Beginn der zweiten Vershälfte fehlt; die anschließende Prosa erklärt die Aufteilung des Opferbreis.]

Unnummerierte Ausführung nach 16-45. Man setze das Feuer nach dem beschriebenen Verfahren ein und stelle die Verbindung mit Shiva her. Zuvor nehme man einen Teil des erst durch fünf Weihen geweihten Feuers heraus und entzünde damit den Herd. Für die Einweihung eines Schülers koche man in der Milch einer braunen Kuh fünf Prasriti Shali-Reis zu Opferbrei; je weiterem Schüler erhöhe man um ein Kudumba. Man koche ihn in der angegebenen Reihenfolge, begieße ihn ordnungsgemäß mit Ghee und stelle ihn westlich der Grube auf Darbha ab.

Mit der Mantra-Samhita opfere man Ghee und lasse davon in den Brei fließen; mit der Kuh-Geste erfülle man ihn mit Nektar. Man teile ihn vierfach: Ein Teil wird dem Erhabenen am Hauptplatz, einer dem im Krug, einer dem Feuer dargebracht; den Rest bewahre man für sich und die Schüler.

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu. „Nachdem man Shiva, dem Feuer und dem Krug ihre Anteile übergeben hat, bewahre man den Rest des Opferbreis unversehrt für sich und die Schüler.“

Kriyapada 16-46. Nun opfere man drei Portionen, jeweils gesondert mit Ghee begossen, der Reihe nach mit dem großen Opferlöffel und dem Grundmantra.

Kriyapada 16-47. Dann opfere man elf mit Ghee vermischte Gaben mit dem Grundmantra und jeweils eine gesonderte mit den Brahma-, Glieder- und Gestalt-Mantras.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach 16-47. „Mit den Brahma-Mantras, den sechs Glieder-Mantras und allen Gefolge-Mantras, beginnend bei den Herren der Vidyas, opfere man der Reihe nach Ghee.“

Kriyapada 16-48. Ebenso opfere man Sesam und anschließend die volle Opfergabe.

Kriyapada 16-49. Nach Bali-Gaben an Rudra und die übrigen und nach erlangter Zustimmung Shivas weihe der Guru einen, zwei oder mehrere Schüler gemäß ihrer Befähigung ein.

Kriyapada 16-50. So weit reicht die gemeinsame Handlung, die Lehrer bei den rituellen Einweihungen von Samaya bis Sadhaka der Reihe nach kennen sollen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Die Behandlung der gemeinsamen Handlung.

Unnummerierter Beginn der Samaya-Einweihung nach 16-50. Die geeigneten Schüler haben die Zähne gereinigt, Bad, Andacht zur Tageswende und tägliche Übungen vollzogen und tragen weißes Gewand und Obertuch. Man lasse sie vor dem Tor stehen. Der Lehrer gehe hinein, verneige sich vor dem Gott und trage vor:

Kriyapada 16-51. „O Gott, die friedvollen gebundenen Wesen, um derentwillen ich dieses Shiva-Opfer begonnen habe, stehen jetzt wartend vor dem Tor.

Kriyapada 16-52. Gewähre mir deine Gunst, Shankara, damit sie eintreten dürfen!“ Wenn der Gott mit „Ich gewähre Gnade“ seine Zustimmung erteilt hat,

Kriyapada 16-53. vervollständige der Guru sich rituell und betrachte seinen Leib als Sadashiva: „Ich bin der eine Shiva in allen fünf Trägern der Einweihung:

Kriyapada 16-54. im Krug der Beschützer des Opfers, im Mandala der Zeuge der Handlung, im Feuer der Träger des Feueropfers, im Schüler der Löser seiner Fesselbindung,

Kriyapada 16-55. und als Acharya ganz der Gnade zugewandt. Jener bin ich selbst.“

Unnummerierter Vers nach 16-55. Draußen vor dem Tor sitzt der Schüler in einem Mandala auf einem Sitz aus Darbha, ungebrochenem Reis und dem Lotus der heiligen Silbe, mit gefalteten Händen, dem Erhabenen zugewandt und aufrechtem Leib. Der Guru, selbst nach Norden gewandt und mit Arghya in der Hand, betrachte ihn.

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu. „Mit dem Blick der Erkenntnis der Wirklichkeitsprinzipien prüfe der Guru ihn von der Haarspitze bis zu den Zehennägeln und von den Zehennägeln zurück zur Haarspitze.“

Kriyapada 16-56. „Dieser ist sein Atman; das Netz seiner Bindungen ist gelockert. Jetzt … Shivas Zustand … der Herabstieg von Shivas Kraft.“ So meditiere der Lehrer, besprenge ihn dreimal mit Arghya-Wasser unter dem Waffen-Mantra und berühre beziehungsweise bestreue ihn dreimal mit Asche; danach gebe er Wasser auf sein Haupt. [Quellenhinweis: Die innere Betrachtungsformel am Versanfang ist in der gelieferten Wortfolge beschädigt beziehungsweise durch eine fragliche Alternative unterbrochen; ihre erkennbaren Teile werden ohne Ergänzung wiedergegeben.]

Unnummerierter Kommentar und Vorbereitung nach 16-56. Gemeint ist: Man besprenge ihn. Man lege eine Blume auf den Kopf des Schülers und ziehe mit Spitze und Wurzel des Kusha dreimal quer oberhalb des Herzens Linien. Bhojaraja sagt: oberhalb und unterhalb des Nabels.

Dann bringe man durch den Mantra des gebundenen Wesens dessen Gestalt hervor, auf der tragenden Shakti und den drei Prinzipien ruhend und mit Erkenntnis- und Handlungskraft versehen. [Quellenhinweis: Die entsprechende Grundlage ist in der Vorlage als fragliche Wortverbindung gekennzeichnet.] Man lege den Vidya-Leib nieder, vervollständige ihn mit Grund-, Glieder- und Gestalt-Mantras und verehre ihn.

Mit einem feinen weißen, reinen und unbenutzten Tuch, das besprengt, durch den Panzer-Mantra geschützt und mit dem Grundmantra geweiht ist, verbinde man dem Schüler unter dem Augen-Mantra die Augen. Man führe ihn in das Opferhaus und lasse ihn Shiva im Krug, im Feuer und im Mandala im Uhrzeigersinn umschreiten.

Kriyapada 16-57. Rechts von Shiva lege man einen Lotus-Sitz an,

Kriyapada 16-58. mit den vier Trägern von Dharma an und mit Kusha versehen, und lasse den Schüler darauf Platz nehmen. Mit dem vom Herzkeim umschlossenen Hamsa und dem Grundmantra, dessen Klang gedehnt ist,

Kriyapada 16-59. ziehe der Lehrer durch die Zurücknahme-Geste das Bewusstsein des Schülers zurück. Auch das grobe Netz der Fesseln und Kalas,

Kriyapada 16-60. das im Leib des Schülers liegt, betrachte er und reinige es, damit die reine Frucht erlangt werde. Dies geschehe durch die auf den Punkt bezogenen Konzentrationen nach dem Verfahren der Elementereinigung.

Kriyapada 16-61. Im Herzen des Schülers, im Lotus mit Sonnen- und den weiteren Scheiben und Brahma und den folgenden Gestalten, vergegenwärtige er Sadashiva mit den fünf Mantras, dem Gefüge der Kalas, Gestalt und Gliedern.

Kriyapada 16-62. Mit Sitz, Gestalt und Vidya-Leib verehre er ihn ordnungsgemäß im Geist und opfere innerlich im Feuer der Nabelgrube des Schülers.

Kriyapada 16-63. Durch Shiva-Meditation im Punkt des Lotus zwischen den Brauen vollende er die Reinigung des Selbst des Schülers. Dann bestreiche er seine Hand mit Duftstoff,

Kriyapada 16-64. mache sie zur Shiva-Hand und betrachte Shiva im Lotus seiner linken Hand. In der Reihenfolge vom Sitz an verehre er Shiva mit den Gliedern innerlich.

Kriyapada 16-65. Er lege geistig Herzkeim, Grundmantra und Hamsa darin nieder und lege diese Hand zuerst auf das Herz des Schülers,

Kriyapada 16-66. danach auf Hals, Gaumen, Brauenzwischenraum und Scheitel, um die Knoten vom Herzen an zu durchbrechen und Rudras Zustand zu vermitteln.

Unnummerierte Blumengabe und Namengebung nach 16-66. Man fülle die Hände des Schülers zum Anjali mit duftenden Blumen. Beide stehen auf; der Schüler bleibt vor dem Gott aufrecht und ihm zugewandt, der Lehrer steht nach Norden gewandt. Die Augenbinde betrachte er als die verhüllende Kraft des gebundenen Wesens und entferne sie mit dem Erkenntnisschwert, der Pashupata-Waffe. Mit „Wirf die Blumengabe!“ lasse er den Anjali in das Mandala fallen. Einige lehren, die Blumen noch mit verbundenen Augen zu werfen.

Je nachdem, auf welche Gestalt, welches Glied oder welchen anderen Teil die Blumen fallen, bilde man den Namen entsprechend. [Die Endung der Quellenanweisung ist mit Fragezeichen versehen.]

Kriyapada 16-67. Der Name eines Brahmanen endet auf „Shiva“, derjenige der beiden anderen Stände auf „Deva“ beziehungsweise „Gana“, der eines Shudra auf „Muni“ – so die vorgeschriebene Reihenfolge.

Unnummerierte Fortsetzung und Erörterung nach 16-67. Man unterweise ihn in der Verneigung mit acht Körperteilen und lasse ihn sich niederwerfen.

Nach Bhojarajas Auffassung erfolgt die Blumengabe unmittelbar nach der Umwandlung; danach setzt man den Schüler hin, reinigt ihn durch Konzentrationen, vervollständigt ihn rituell und legt die Shiva-Hand auf. Der Verfasser erklärt, dies entspreche nicht dem Grund-Agama: Erst der durch Konzentration Gereinigte sei zur Blumengabe vor dem besonders gegenwärtigen Shiva im Mandala befugt. Daher gelte die zuvor beschriebene Reihenfolge, die auch Brahmashambhu angenommen habe.

Danach unterweise man den Schüler in der Verneigung mit vorangehender Blumengabe vor Shiva-Krug und Feuer. Nordwestlich der Grube lasse man ihn auf einem wie zuvor bereiteten Sitz Platz nehmen. Man opfere Ghee mit der Mantra-Samhita und lasse davon überfließen; dann stelle man die Nadi-Verbindung zwischen Schüler und Lehrer her. Dazu halte der Lehrer die Darbha-Wurzel an der Verbindung seiner Unterschenkel und gebe die Spitze in die Hand des Schülers. Bhojaraja lehrt die umgekehrte Richtung.

Man stelle sich vor, dass Ida, Pingala und Sushumna des Schülers in die eigenen Nadis eingehen. Mit dem Grundmantra opfere man drei oder fünf Gaben und vollziehe zum Ergreifen seines Bewusstseins das Eintreten und Heraustreten. Dann opfere man hundertachtmal mit dem Grundmantra, ein Zehntel davon für Glieder und Gestalten und die volle Gabe. Zur Sühne opfere man erneut hundertachtmal mit dem Grundmantra und löse den bisherigen Geburtsstatus des Schülers auf.

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu zur rituellen Neugeburt. „Ein Nichtzweimalgeborener erlangt weder Vollendung noch Nirvana. Auch der Zweimalgeborene [bedarf der Weihe]; deshalb mache man ihn zu einem vorzüglichen Zweimalgeborenen.“ [Die Verbindung der zweiten Aussage ist im Quellwortlaut verkürzt.]

Unnummerierte Erörterung der rituellen Befugnis. Daraus folgert der Verfasser: Bei den Zweimalgeborenen entsteht durch die Erhebung über den bisherigen Geburtsstatus eine höhere Zweimalgeburt; durch Befreiung von der Geburt als gebundenes Wesen entsteht Shivas Zustand. Auch beim Shudra wird durch das Zurücklassen von Shudra-Status und Gebundensein eine zweite Geburt verwirklicht, die Shivas Zustand kennzeichnet. Daher sei der Eingeweihte in diesem rituellen Sinn kein Shudra mehr. Weil er durch Shivas Weihe neu geboren wurde und die frühere Geburt zurücktritt, sei er zum Hören shivaitischer Mantras und Tantras sowie zur Verehrung befugt, mit Ausnahme vedischer Mantras.

Dagegen wird eingewandt: Wenn der Shudra durch Shiva-Weihe und Erhebung des Geburtsstatus zweimalgeboren wird, weshalb darf er dann keine vedischen Mantras verwenden? Die Antwort lautet: Selbst wer von einem Brahmanen und einer Brahmanin geboren ist, besitzt die Befugnis zum Veda erst als vedischer Zweimalgeborener, durch die Upanayana-Weihe mit vedischen Mantras. Die Wirkung entspricht ihrem jeweiligen Mittel. Entsprechend vermittelt die Weihe durch shivaitische Mantras eine dazu passende Zweimalgeburt und die Befugnis zu deren Mantrawiederholung und Verehrung. [Redaktioneller Hinweis: Dies erläutert die historisch begrenzte Öffnung dieser Einweihungstradition, ohne ihre Kastenordnung zu befürworten.]

Kriyapada 16-68. Im eigenen Herzlotus stelle sich der Acharya ein schönes Lager aus Maya vor,

Kriyapada 16-69. mit dem Prinzip des Begehrens bedeckt und einem Kissen namens „gebundenes Wesen“. Im Licht der Vidya-Lampe betrachte er die beiden Herren der Vidya, Shiva und Shakti, eng vereint.

Kriyapada 16-70. Nach ihrer geistigen Verehrung erhebe er das gebundene Wesen. Im Herzlotus des Schülers besprenge und berühre er das Lebewesen mit der Waffe.

Kriyapada 16-71. Beim Ausatmen trete er selbst durch die Sushumna zum Scheitel hinaus, gehe in den Leib des Schülers ein und nehme dessen individuelles Wesen aus dem Herzlotus auf.

Kriyapada 16-72. Mit dem Waffen-Mantra vollziehe er Durchtrennen und Ablösen; mit dem Stachelstock ziehe er es heran und durch die Nadi aufwärts zum Dvadashanta.

Unnummerierte Fortsetzung vor 16-73. Dort verehre er es mit der beständigen heiligen Silbe; heilige Silbe, Hamsa und die entsprechende Lautbildung wiederhole er – dies ist gemeint.

Kriyapada 16-73. Mit der Zurücknahme-Geste nehme er das individuelle Wesen von dort zurück.

Unnummerierte Neugeburtsbetrachtung nach 16-73. Beim Einatmen lege er es im eigenen Herzlotus in den Schoß Shivas und Shaktis. Beim Atemhalten vereinige er es ganz mit ihnen und verehre es im Geist. Er betrachte es als in Vidya neu geboren, führe es beim Ausatmen durch die Sushumna aufwärts und verbinde es der Reihe nach mit Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva. Er überschreite diese und vereinige es im Dvadashanta, verehre es mit der beständigen heiligen Silbe und wiederhole heilige Silbe, Hamsa und heilige Silbe.

Dann ergreife er es mit der Zurücknahme-Geste und lege es ebenso durch die Sushumna in den Herzlotus des Schülers. Mit Hamsa, umschlossen vom Herz-Mantra, vereinige er es ganz, überströme es mit dem Nektar des Dvadashanta und betrachte es als neu geborenen, makellosen Knaben.

Kriyapada 16-74. Er betrachte den so neu geborenen Schüler als durch die Verbindung mit Shiva gereinigt, der die ursächlichen Begrenzungen von Brahma an durchdringt, und verleihe ihm die Zweimalgeburt.

Unnummeriertes Zitat aus dem Makutottara nach 16-74. „Wie eine Biene oder Wespe ein anderes Insekt aufnimmt, mit Lehm in einer Wand einschließt und durch Summen und weitere Einwirkungen zu ihrer eigenen Art macht, so gelange der Gereinigte durch die Weihen der Diksha zu Shivas Zustand.“ [Hinweis: Dies ist ein traditionelles Gleichnis, keine zoologische Erklärung.]

Unnummerierte Opferformeln und Lebensweihen nach 16-74. Für die Erhebung des Geburtsstatus opfere man drei Gaben mit dem Grundmantra, dann zur Verleihung der Zweimalgeburt mit „Shiva die Opfergabe!“ Danach: „Erhabener, möge dieser Atman, gereinigt hinsichtlich Mutterschoß, Samen, Nahrung, innerer Beschaffenheit und Ort, ein Zweimalgeborener werden! Die Opfergabe!“ Mit nochmals drei Gaben verleihe man ihm den Anteil Rudras: „Erhabener, möge dieser Atman Rudra werden! Die Opfergabe!“

Brahmashambhus Lehre zufolge sind seine Weihen fünf, wie die des Shiva-Feuers. Nach dem Verfahren des Kapitels über die Feuerhandlung vollziehe man daher die Weihen von der Empfängnis an: jeweils Verehrung mit Sadya und den folgenden Mantras und jeweils Opfergaben mit Herz- und den folgenden Glieder-Mantras. Nun wird der Unterschied zwischen den Lebensweihen eines weltlich Zweimalgeborenen und denen eines eingeweihten Zweimalgeborenen erklärt. [Die betreffende Quellenwendung trägt ein Fragezeichen.]

Kriyapada 16-75. Die Empfängnis wird in der vergegenwärtigten Shakti gesehen, weil sie sich auf das Schwinden von Mala stützt. Der Same … durch Berührung mit Brahma und den folgenden gereinigt … [Quellenhinweis: Der Vers enthält eine lange Lücke und eine fragliche Anfangsverbindung; nur die erhaltenen verständlichen Teile werden übertragen.]

Kriyapada 16-76. Das Hervortreten seiner Unabhängigkeit ist die Zeremonie für die Entwicklung des Kindes. Die Erkenntnis durch Unterscheidung von Maya und Atman ist die Scheitelzeremonie.

Kriyapada 16-77. Das Aufgeben dessen, was als aufzugeben erkannt wurde, und das Ergreifen dessen, was anzunehmen ist, bilden seine Geburtszeremonie: Sie offenbart seinen Shiva-Zustand.

Kriyapada 16-78. Die Namengebung wurde schon erklärt; so ergeben sich fünf Weihen. Brahmashambhu sagt hier, erstes Hinaustragen, erste Nahrung und die übrigen

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-78. seien auf diesem Shiva-Weg „nicht Shiva zugehörig“, auch wenn sie weltliches Gedeihen zur Frucht haben. [Quellenhinweis: Diese negative Aussage steht in Spannung zur folgenden Anweisung und wird nicht stillschweigend berichtigt.]

Unnummerierte weitere Weihen und Verneigung. Deshalb vollziehe man auch die Weihen vom ersten Hinaustragen an nach der für das lebendige Feuer beschriebenen Weise. Dann gebe man ihm mit dem Grundmantra die heilige Schnur. Zur Sühne opfere man mit Prasada hundert- oder tausendmal Ghee und anschließend die volle Gabe. Man lasse ihn sich vor Shiva im Krug und im Feuer verneigen. Nochmals verehre er Shiva, umschreite ihn dreimal und werfe sich mit nicht leeren Händen, mit Gold, Blumen und weiteren Gaben, lang ausgestreckt vor Shiva und dem Guru nieder.

Kriyapada 16-79. Der Guru richte den Schüler auf, begrüße ihn mit Segensworten

Unnummerierte Fortsetzung nach 16-79. und sage freundlich: „Du bist nun zur Einhaltung der Verpflichtungen befähigt.“

Kriyapada 16-80. Dies heißt Samaya-Einweihung und dient dem Erlangen diesseitiger und jenseitiger Ziele. Durch Erhebung über den bisherigen Geburtsstatus wird der Schüler, kraft der Zuflucht zum Herrn und zur Vidya, zweimalgeboren. Er ist nun zur Verehrung, zum Japa und zum Hören der Lehre befugt; als Anteil Rudras ist er mit der täglichen Shiva-Verehrung und den übrigen Aufgaben versehen.

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu nach 16-80. „Man belasse die gesellschaftlichen Stände und die auf sie bezogenen Lebensordnungen in ihrer bestehenden Ordnung, ohne die tägliche Verehrung des Herrn, des Feuers und des Gurus zu vernachlässigen. Das Gelübde eines Brahmacharin dagegen ist von der früheren Lebensordnung unabhängig; er kann ordnungsgemäß als zeitweiliger oder lebenslang Entsagender in diesen Stand eintreten.“ [Quellenhinweis: Die letzte Verbform ist bereits in der Vorlage als fraglich markiert.]

Unnummerierte Übergabe der Kennzeichen. Daher weihe man mit den fünf Brahma-Mantras und den Glieder-Mantras die fünf Kennzeichen: Aschenbehälter, Gebetsschnur, Lendentuch, Stab und entweder verfilztes Haar oder Haarbüschel. Danach lege beziehungsweise nehme er sie an.

Kriyapada 16-81½. Zuerst Nadi-Verbindung und Feueropfer, dann Sättigung und Verehrung der Mantras; Erhebung über den bisherigen Geburtsstatus und Zweimalgeburt durch das Durchschreiten der einzelnen Stufen, die Verbindung von Shakti und Bewusstsein; durch die Weihen das Erlangen von Rudras Zustand, danach die Gabe der heiligen Schnur, Sühne, Verneigung und Verpflichtung: Dies bildet die sogenannte Samaya-Einweihung.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, im Siddhantasara, im oberen Teil, im Kriyapada, das sechzehnte Kapitel: „Die gemeinsame Handlung und die Samaya-Einweihung“.

Zur Besinnung. Die Einweihung wird als tiefgreifende Neuorientierung verstanden. Ihr Sinn liegt im Text nicht allein in äußeren Zeichen, sondern im Übergang von Bindung zu Erkenntnis und verantworteter Praxis. Die deutliche Unterscheidung von äußeren Riten und geistiger Einweihung kann heutigen Lesern helfen, die Bedeutung innerer Sammlung wahrzunehmen, ohne die historischen Zulassungsregeln zu übernehmen.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 16: Shaktipata und die Formen der Einweihung
Die Diksha wird hier als Lösung der Bindung und als Öffnung für Shivas Gnade beschrieben. Das Kapitel unterscheidet unmittelbare göttliche Gnade und die Vermittlung durch einen Lehrer, äußere Ritualhandlungen und Einweihung durch Erkenntnis. Daran schließen sich die konkreten Vorbereitungen der Zeremonie an.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ṣoḍaśaḥ paṭalaḥ |

atha prakṣīṇadoṣāṇāṃ śivānudhyānayogataḥ |
śaktipāto bhavet tena dhīprasādastato'pica || 16-1 ||

gurūpasadanaṃ tasmācchivadīkṣābhilabhyate |
malaṃ karma ca māyā ca pāśabandhasya hetavaḥ || 16-2 ||

tadviśeṣācchivajñānamanugrāhyasya jāyate |
sā dīkṣā dī kṣayetyasmāddhātoḥ pāśakṣayo yataḥ || 16-3 ||

dīkṣeti kathyate jantoranugrāhyasya vai paśoḥ |

tatrānugrāhyastrividho vijñānakalaḥ pralayākalaḥ sakalaśceti |

malaikabandhaḥ prathamo dvitīyo malakarmavān || 16-4 ||

karmamāyāmalairyuktastṛtīyaḥ sakalaḥ smṛtaḥ |
vijñānaṃ viparītātmajñānamajñānameva tat || 16-5 ||

kalabandhanadhātvarthād vijñānakala ucyate |
ajñānāt (ka)rmabaddho'sau pralayākala ityataḥ || 16-6 ||

prakarṣāt tu layaṃ prāptaṃ jñānamasyeti kathyate |
trividhaistu tathā bandhairmāyākarmamalāhvayaiḥ || 16-7 ||

vartamānaḥ sahetyasmāt sakalo yaḥ sa kathyate |
ete śivasyānugrāhyāḥ śreṣṭhamadhyādhamāstrayaḥ || 16-8 ||

(anugraho)'pi dvividhaḥ śivasya karuṇānidheḥ |
sādhāraśca nirādhāro'nugrāhyānuguṇaḥ pṛthak || 16-9 ||

atra nirādhārasādhārānugrahānuguṇā dīkṣā |
dīkṣā ca niradhikaraṇā sādhikaraṇā ceti dviprakārā |
yathāha bhojarājaḥ - ācāryanirapekṣeṇa bhagavatā svaśaktyānugraharūpayā tīvratīvrataraśaktipātena vijñānakalapralayākalānāṃ yā kriyate sā dīkṣā niradhikaraṇā |
yatrācāryamūrtisthena bhagavatā mandamandataratīvraśaktipātena kriyamāṇā sakalānāṃ (sā) sādhikaraṇā (iti) |
sā ca sabījā nirbījā cetyadhikāravaśāt |

p. 138) sabījā samayopetā samayācārasaṃyutā |
pāśacchedādisaṃyuktā viduṣāmeva sā smṛtā || 16-10 ||

nirbījā tu punardīkṣā rājñāṃ bālābalāsvapi |
ativṛddhātirugṇānāṃ bāliśānāṃ ca śasyate || 16-11 ||

sādhakācāryayornityakriyānaimittikādiṣu |
svaparārthādhikāritvāt sabījaiva vidhīyate || 16-12 ||

sā ca kriyāvatī pūrvā jñānavatyaparā smṛtā |
yā maṇḍaparajaḥkuṇḍapāśacchedādhvaśodhanaiḥ || 16-13 ||

dravyahomādisaṃyuktā dīkṣā soktā kriyāvatī |
vinā maṇḍapakuṇḍādyairmanovyāpāramātrataḥ || 16-14 ||

samyagjñānāvabodhāntā dīkṣā jñānavatī smṛtā |

sā ca catuṣprabhedā cākṣuṣī sparśadīkṣā vācikī mānasī ceti tad yathā -

dhyāñ śivātmā samavekṣya śiṣyaṃ tasminniyamyādhvagaṇaṃ dṛśaiva |
chitvā tu pāśāṃśca śivatvamasmin sampādayed yā khalu cākṣuṣī syāt || 16-15 ||

rudraḥ svayaṃ mantratanuḥ svahaste padme samūrtyaṅgayute samūle |
smṛtvā śivaṃ yat spṛśatīha tena sā sparśadīkṣā cyutapāśabandhā || 16-16 ||

viśvādhvasaṃyuktasadāśivātmā mantrān svavaktre vinidhāya sarvān |
cittvāsya pāśān vacasa krameṇa saṃdīkṣayed yatra tu vācikī syāt || 16-17 ||

svayaṃ śivātmā nikhilādhayuktaḥ? svahṛtsaroje sakalaṃ samantram |
smarañ śivaṃ mānasadīkṣayāmuṃ niyojayejjñānavaśācchivatve || 16-18 ||

kriyāvatyapi samayadīkṣā nirvāṇadīkṣā sādhakadīkṣā ceti bahuvidhā |
yatra malaśodhanamātreṇa kriyayā saṃskṛtya śiṣyaṃ samaye praveśya rudrātmatāṃ cāpādayet sā samayadīkṣā |

ṣaḍ yatra śudhyantyadhvānaḥ kriyāvāptiśca puṣkalā || 16-19 ||

tat tu pāśaśikhācchedo yogaḥ śivapade tathā |
nirvāṇadīkṣā sā proktā viśeṣeṇādhikāriṇām || 16-20 ||

p. 139) yasyāṃ tu pāśaviśleṣānnivṛttyādiṣu śodhyate |
aṇimādiguṇāvāptiryogaścaivaiśvare pade || 16-21 ||

adhikāraśca tatrādau dīkṣā sā sādhakāhvayā |

pūrvoditairapi guṇaiḥ saha dīkṣayā syānnirvāṇayā bhavasamudratarīḥ svasaṃvit |
kāryakṣayāditanudharmaviparyayeṇa sarvajñatādiguṇalabdhavaraṃ śivatvam || 16-22 ||

śiṣyairguruḥ parivṛto vidhināvagāhya sādhyakriyāḥ parisamāpya samāhitātmā |
dīkṣālayaṃ tu navasaptakapañcahastaṃ śaktyā kṛtaṃ tu caturaśramatīva ramyam || 16-23 ||

aśvatthatoraṇacatuṣṭayamūlasaṃsthairdvāreṣu pūrṇakalaśaiśca caturdiśāsu |
lājākṣatairapi phalaiḥ kusumairvicitraiḥ saṃśobhitaṃ ca vividhāṅkurapālikābhiḥ || 16-24 ||

candrāṃśupāṇḍuraviśuddhavitānamadhyaṃ paryantalambitadukūlaviśeṣaśobham |
muktābalīkusumadāmakṛtāvalambaṃ bāhye ca śuklanavakāṇḍapaṭaṃ sametya || 16-25 ||

sūkṣmāvadātavasanaḥ sitamālyagandho ratnairvicitrakanakābharaṇojjvalāṅgaḥ |
dhautāṅghripāṇiyugalaḥ salilairviśuddhairācamya maunaniratastu pavitrapāṇiḥ || 16-26 ||

atha sāmānyārghyahasto'streṇa dvārāṇi samprokṣya paścimadvāre nityavad dvārapālāniṣṭvā pārṣṇitvā tacchoṭikātarjanītrayaiḥ (?) vighnānutsārya nārācāstraṃ kṣiptvāntaḥ praviśya pratinivṛttya dehalyāṃ puṣpeṇāstraṃ nidhāya maṇḍapaṃ tattvadṛṣṭyā vīkṣamāṇaḥ pradakṣiṇaṃ pārakramya brahmasthāne puṣpaṃ nikṣipya svāsanamiṣṭvodaṅmukha upaviśya bhūtaśuddhiṃ ca kṛtvā

prāk prākṛtādibhavadehamapāsya buddhyā so'haṃ sadāśiva iti svatanuṃ vibhāvya |
gandhānuliptaśivahastaniviṣṭamantro nityakrameṇa vidhivat sakalīkṛtātmā || 16-27 ||

hṛtpadmakoṭaraśiva manasārcayitvā nābhisthamagnimapi bindugataṃ ca śambhum |
tālatrayeṇa ca bahiḥ pravidhāya rakṣāṃ khātāstravaprapariniṣṭhitaśaktibhiśca || 16-28 ||

athāpādya viśeṣārghyaṃ snānadravyāṇi śodhayet || 16-29 ||

kṛtvā tu pañcakoṣṭhāni samasūtranipātataḥ |

tatra madhye śivatattve supratiṣṭhitākhye koṣṭhe kṣīramīśānamūlābhyāṃ pātre samāpūrya prācyāṃ sadāśivatattve svaśāntākhye koṣṭhe tatpuruṣeṇa varmaṇā ca dadhi,

p. 140) dakṣiṇe vidyātattve tejorūpākhye'ghoreṇa śikhayā ca ghṛtaṃ, saumye puruṣatattve nivṛttikoṣṭhe vāmadevena śirasā ca ratnatoyayuktaṃ gomūtraṃ, paścime kālatattve'mṛtākhye koṣṭhe sadyojātena hṛdayena ca gomayamāpūrayet |
ekadvitricatuṣpañcavāraṃ madhyādiṣu japet |
kuśodakaṃ śivagāyatryā ṣaḍvāramabhimantrya yathākramaṃ kṣīrādiṣu pañca pañcasu prakṣipet |
tadanu dadhyādīni madhyapātre supratiṣṭhitākhye kṣīreṇa saṃyojayet |
ekīkṛta mathitvā sadāśivavadabhipūjya sthāpayet |
atha tattvasaṃkhyakuśakūrcajñānakhaḍgaṃ sampādya vikirānāyojayet |

lājacandanasiddhārthabhasmapuṣpakuśākṣatāḥ |
hetayo'streṇa saptaite vidhātavyā vimiśritāḥ ||

iti brahmaśambhuḥ |

tilalājayavā dūrvāḥ siddhārthāḥ kusumāni ca |
īṣaccandanakalkena miśritā vikirāḥ smṛtāḥ ||

iti mataṅge |

astreṇāmantrya dhānyāni saṃkṣipeccāstravat pari |
tatpātād vighnabṛndāni dravantyatra bhayād bhṛśam ||

iti parākhye |
ityeṣāmekaprakāraṃ vikirān sampādayet |
uṣṇīṣaṃ cārcāyasya,

uṣṇīṣaṃ dhavalaṃ sūkṣmamācāryo dhārayet sadā |
ṣaḍaṅguloccaṃ suṣamaṃ prādakṣiṇyābhiveṣṭitam ||

iti pauṣkare |

mantrasaṃhitayā labdhamuṣṇīṣaṃ dhavalaṃ guruḥ |
ṣaḍaṅguloccaṃ śirasā dhārayennṛpapaṭṭavat ||

iti bṛhatkālottare |

tadvaduttarīyaṃ ca dhavalaṃ yajñopavītavad dhārayet |
dvijakanyayāvartitaṃ navaguṇaṃ sūtraṃ pāśasaṃyamanāya sampādya śikhayālabhya pātre nidadhyāt |

maṇḍalād dviguṇaṃ sūtraṃ navatantuvinirmitam |
karaṇītyucyate tadvad ghaṭikā cātipāṇḍarā || 16-30 ||

p. 141) tadubhayaṃ mūrtimantrairjapitaṃ nidadhyāt |
ayomayīṃ kartarīṃ ca tantuśikhācchedanayāstreṇa nidadhyāt |

rajāṃsi pañcavarṇāni maṇḍalārthaṃ prakalpayet |
ratnāni hema dhānyāni kumbhaṃ ca karakaṃ tathā || 16-31 ||

kalaśāṃścarupātrāṇi gandhapuṣpādikaṃ ca yat |
vāsāṃsi ca vikeśāni śuklānyabhinavāni ca || 16-32 ||

samidājyatilān lājān snānadravyādikaṃ ca yat |
kalpayecchāntyatītādikalāmantraiḥ pṛthak pṛthak || 16-33 ||

mūlena sitamuṣṇīṣaṃ saptavāraṃ japet tataḥ |
veṣṭayitvā śirasi tat sottarīyaḥ samāhitaḥ || 16-34 ||

anugrahaḥ samartho'smi sarvajño'haṃ sadāśivaḥ |
svatantro'haṃ paśūnetān mocayāmīti cintayan || 16-35 ||

atha pātrasthān vikirān vāmahaste nidhāya maṇḍapasya nair-ṛtyāṃ diśi sthitveśānābhimukho'ghorāstre(ṇa) śivāstreṇa vā sapta parijapya maṇḍapamadhyādīśānakoṇāntaṃ jvaladagninibhān vikirānuttānena dakṣiṇe (na) hastena vikiret |
vikireccharvaśarvetipadena |
kuśamuṣṭyā dhūdhūpadena vikīrṇān saṃhṛtyeśānakoṇe saṃsthāpya tatraiva kṛtapadmapīṭhe śālyāḍhakaṃ darbhāsanaṃ ca nidhāya sūtritaṃ haimādyekakramaṃ śivakumbhaṃ sudhautaṃ dhūpitamadhomukhaṃ nidhāya tat pṛṣṭhe kūrce ca pṛthivyādiprakṛtyantatattvamayaṃ kumbhaṃ dhyātvottānayitvā tatkūrcamuttānaṃ tasmin nidhāya dvādaśāntāmṛtaṃ dhyāyaṃstīrthasalilairāpūrya navaratnahiraṇyauṣadhikusumagandhākṣatān prakṣipyāśvattha (pla ? palla) vānyuttānāni tasmin nidhāyākṣataphalāḍhyavidhāvidhānenapidhāya,

ācchādya śuklavasanadvayaśuklamālyaistasmiṃścalācalavṛṣāsanasanniviṣṭam |
yogeśvaraṃ tu saśivāsanamūrtidehamāvāhya gandhakusumādibhirarcayitvā || 16-36 || kumbhāntike tadanu dakṣiṇatastathaiva prāk saṃhṛteṣu vikireṣvapi vardhanīṃ ca |
āpūrya kumbhamiva śastrajapena śaktiṃ tvāvāhya kesarigatāṃ vidhinābhipūjya ||

p. 142) athātra brahmaśambhuḥ -

daśasvapi diśāsvaindrīprabhṛtiṣvindrapūrvakān |
surānupendraparyantāniṣṭvā tu vidhivat kramāt ||

iti |

atha tān prārthayet |
calācalāsanagatāṃ vardhanīmabhipūjya, tadanu atra mañjaryāṃ -

japtvā mantramaghoraśastramabhitaḥ kuḍyaṃ tato vardhanī- mācāryo bhramayet pradakṣiṇavaśādacchinnayā dhārayā |
tanmārgeṇa tathā paraḥ śivaghaṭaṃ saṅgṛhya nītvā punaḥ sthāne pūrvavadāsane śivaghaṭaṃ tāṃ vardhanīṃ ca nyaset ||

mūlaṃ nyasecchivaghaṭe tu śivaśca tasmin pūjyaḥ sthirāsanagataḥ sahitāṅgamūrtiḥ |
tāraṃ ca pāśupataśastramathātra toye tasminnumāṃ bhagavatīmabhipūjya samyak ||

liṅgamudrayā śivakumbhaṃ spṛṣṭvā savyayā tanmuṣṭyā vadharna spṛśet |
savyamuṣṭirumā piṇḍī liṅgamaṅguṣṭhako haraḥ |

iti brahmaśambhuḥ |

evaṃ bhuktikāmo muktikāmaścet pūrvaṃ vardhanīṃ paścāt ghaṭaṃ spṛśet |
umāyai bhaga(vad ?)rūpiṇyai liṅgarūpadharāya ca || 16-38 ||

śaṅkarāya namastubhyamiti stutyānumodya tu |
yajñasyāsya patistvaṃ hi śaktireṣā tavācalā || 16-39 ||

eṣa te jñānakhaḍgo'yaṃ taṃ gṛhāṇa svamāyudham |
mayā pravartitaścāyaṃ yajvanāṃ bhavatā kratuḥ || 16-40 ||

rakṣaṇīyastvayā deva! samāptiryāvadasya hi |

itthaṃ śivaṃ samabhivandya samarpya samyak taṃ jñānakhaḍgamatha tāvabhipūjya samyak |
kṛtyaṃ ca tadbhagavate vinivedya rakṣāṃ vighnādhipaṃ svadiśi tatra yajed yathāvat ||

yaḥ sureśādhvaro'smābhiḥ paśvanugrahahetave |
pravartitaḥ prayātvantamavighnastava sannidhau || 16-42 ||

p. 143) evaṃ gaṇeśamabhivandya tu maṇḍape prāṅ madhye sagandhajalagomayasampralipte |
liṅgodbhavānyatamamapyatha bhadrakaṃ vā saṃlikhya maṇḍalamathātra yajenmaheśam || 16-43 ||

ānantamāsanamatho paribhāvya tasminnāvāhya coktavidhinā (ca sadā)śivaṃ tam |
mukhyopacāraparibarhasametamiṣṭvā tuṣṭe śive vidhivadāvaraṇānyapīṣṭvā || 16-44 ||

āvaraṇānīti pañcāvaraṇānyucyante |

prācyāṃ tathāgniśaraṇe caturaśrakuṇḍe tvādhāya vahnimapi tatra sadāśivākhyam |

  • * * * * dicaro'stu caturthamaṃśaṃ mūlāṅgamūrtimanubhiḥ kramaśo juhoti || 16-45 ||

tadyathā - yathoditamagnimuktaprakāreṇādhāya śivasandhānaṃ ca kṛtvā pañcasaṃskārasaṃskṛtādagneḥ pūrvameva kiñciduddhṛtya cullyāṃ prajvalitaṃ kapilākṣīre pañcaprasṛtiśālitaṇḍulairekaśiṣyadīkṣāyāṃ pratiśiṣyaṃ pratikuḍumbavṛddhyā proktakrameṇa caruṃ śrapayitvā yathāvadabhighārya kuṇḍāntike vāruṇyāṃ darbheṣu saṃsthāpya mantrasaṃhitayājyena hutvā carau sampātya dhenvāmṛtīkṛtya caturdhā caruṃ vibhajya (ma ? mū)lasthāyaikamaṃśaṃ bhagavate kumbhasthāyāparaṃ nivedyānyamagnaye śiṣṭaṃ saśiṣyāyātmane sthāpayet |
atra brahmaśambhuḥ -

abhinīya śivāyāṃśamagnaye kalaśāya ca |
saśiṣyāyātmane śeṣaṃ rakṣedavihataṃ caroḥ ||

iti |

athāvadānatritayaṃ juhuyāt tu pṛthak pṛthak |
srucaiva mūlamantreṇa krameṇājyābhighāritam || 16-46 ||

athājyamiśritaṃ hutvā mūlenaikādaśāhutīḥ |
brahmāṅgamūrtimantraistu hutvaikaikāṃ pṛthak pṛthak || 16-47 ||

atra

brahmākhyamantraiśca ṣaḍaṅgamantrairājyena sarvaiḥ parivāramantraiḥ |

vidyeśvarādyairjuhuyāt krameṇa

p. 144) iti mañjaryām |

tadvat tilaiśca hutvātha hutvā pūrṇāhutiṃ tathā || 16-48 ||

rudrādibhyo baliṃ kṣiptvā labdhānujñaḥ śivād guruḥ |
śiṣyaṃ tu śiṣyau śiṣyān vā dīkṣayedadhikārataḥ || 16-49 ||

etāvat karma sāmānyakriyādīkṣāsu deśikaiḥ |
sāmayyādyāsu vijñeyaṃ sādhakāntāsvanukramāt || 16-50 ||

sāmānyakriyādhikāraḥ |

atha samayadīkṣāyāṃ yathoditāñ śiṣyān kṛtadantadhāvanān nirvartitasnānasāndhyanityānuṣthānān dhavalāmbarottarīyān dvārād bahiḥ saṃsthāpya svayamantaḥ praviśya praṇamya devaṃ vijñāpayet ||

yadartho'yaṃ mayā deva ! śivayajñaḥ pravartitaḥ |
ta ime paśavaḥ śāntā dvāri tiṣṭhanti vāritāḥ || 16-51 ||

tat kuruṣva prasādaṃ me tatpraveśāya śaṅkara ! |
karomyanugrahamiti devenānugrahe kṛte || 16-52 ||

sakalīkṛtya cātmānaṃ sadāśivatanurguruḥ |
dīkṣādhikaraṇeṣvekaḥ pañcasvapi śivo hyaham || 16-53 ||

yajñasaṃrakṣakaḥ kumbhaiḥ karmasākṣī ca maṇḍale |
homādhikaraṇenāgnau śiṣye tatpāśabandhahṛt || 16-54 ||

ācāryo'nugrahaparaḥ so'hameveti bhāvayet || 16-55 ||

dvārasya bāhyabhuvi maṇḍalake'tha śiṣyaṃ darbhākṣatapraṇavapaṅkajaviṣṭarastham |
baddhāñjaliṃ bhagavadunmukhamūrdhvakāyaṃ paśyed guruḥ svayamudagvadano'rghyahastaḥ ||

p.145) atra brahmaśambhuḥ -

vilekhayecchikhātastaṃ yāvatpādanakhāgrakam |
nakhāgrāccūḍikā yāvat tattvajñānadṛśā guruḥ ||

iti |

ātmāyamasya śithilīkṛtabandhajāla- stva(ha?ntaḥ)śivatvamadhunā śivaśaktipātam |
dhyātvetthamarghyasalilaistriravokṣya cāstrāt taṃ bhasmanā trirabhitāḍya śirasyathādbhiḥ || 16-56 ||

samprokṣyeti yāvat |
śiṣyasya śirasi kusumaṃ vinyasya kuśāgramūlābhyāṃ hṛdayādūrdhvaṃ tridhātiryagullikhet |
nābherūrdhvamadhaśceti bhojarājaḥ |
athādhāraśaktitatratrayasthaṃ(?) jñānakriyāśaktiyuktaṃ paśumūrtimantreṇodbhāvya vidyādehaṃ ca vinyasya mūlāṅgamūrtibhiḥ sakalīkṛtyābhipūjya sitasūkṣmeṇa viśuddhenāhatena vastreṇa prokṣitakavacāvaguṇṭhitamūlābhimantritena netramantreṇa śiṣyasya netrabandhaṃ vidhāya yāgagṛhaṃ praveśya kumbhāgnimaṇḍalaśivānāṃ pradakṣiṇaṃ kārayet |

śivasya dakṣiṇe bhāge kalpite kamalāsane || 16-57 ||

dharmādibhiścaturbhiśca sakuśe taṃ niveśayet |
hṛdbījapuṭahaṃsena mūlena plutanādinā || 16-58 ||

saṃhāramudrayā tasya saṃjñāṃ saṃhṛtya deśikaḥ |
sthūlapāśakalājālamapi śuddhaphalāptaye || 16-59 ||

śiṣyadehagataṃ dhyātvā baindavībhirviśodhayet |
bhūtaśuddhividhānena dhāraṇābhirviśodhya tam || 16-60 ||

hṛdaye tasya sūryādibimbabrahmādipaṅkaje |
pañcamantrakalājālamūrtyaṅgāḍhyaṃ sadāśivam || 16-61 ||

sāsanaṃ mūrtisahitaṃ vidyādehaṃ yathāvidhi |
manasārādhya tannābhikuṇḍāgnau juhuyāddhiyā || 16-62 ||

p. 146) bhrūmadhyāmbhoruhe bindau śivadhyānena cāsya tu |
ātmaśuddhiṃ samāpādya gandhāliptakaraḥ svayam || 16-63 ||

śivahastaṃ vidhāya sve vāmapāṇyambuje smaran |
āsanādikramāt sāṅgaṃ śivaṃ sampūjya vai dhiyā || 16-64 ||

hṛdbījamūlahaṃsāḍhyaṃ tasmin vinyasya cetasā |
taṃ hastaṃ śiṣyahṛdaye vinyaset prathamaṃ tataḥ || 16-65 ||

hṛdādigranthibhedārthaṃ kramāt tatkaṇṭhatālugam |
bhrūmadhyagaṃ ca mūrdhnisthaṃ kuryād rudrapadāptaye || 16-66 ||

tadanu śiṣyasya pāṇyoḥ puṣpāñjaliṃ gandhapuṣpādhivāsitaṃ kṛtvotthāya devāgre śiṣyamūrdhvakāyaṃ devābhimukhaṃ saṃsthāpya svayamudaṅmukhastiṣṭhan paśostirodhāyakaṃ netrabandhaṃ dhyātvā jñānāsinā pāśupatāstreṇa netrabandhamapanīya puṣpāñjaliṃ kṣipetyuktvā tamañjaliṃ maṇḍale pātayet |
baddhanetra eva puṣpāñjaliṃ kṣipediti kecit |
tatra mūrtyaṅgādiṣu yatra pati puṣpāñjalistannāmadheyāntaṃ (?) kuryāt |

śivāntaṃ brāhmaṇasya syād devagaṇāntamanyayoḥ |
śūdrasya muniśabdāntaṃ nāma kuryād yathākramam || 16-67 ||

tasyāṣṭāṅganamaskāramupadiśya praṇāmayet |

atra bhojarājapakṣe tu pradakṣiṇānantaraṃ puṣpāñjaliṃ (prakṣipyāna)ntaramupaveśya śiṣyaṃ dhāraṇābhirviśodhya sakalīkṛtya śivahastaṃ vinyasediti |
naitanmūlāgamasammataṃ, yato dhāraṇābhirviśuddhasyaiva maṇḍalasthaviśiṣṭaśive puṣpāñjaliprakṣepādhikāra ityataḥ prāgukta eva pakṣo brahmaśambhunā ca svīkṛtaḥ |
tadanu śivakumbhāyāgnaye ca puṣpāñjalipūrvaṃ namaskāramupadiśya kuṇḍād vāyavyabhāge prāgvat kalpitāsane śiṣyaṃ niveśya mantrasaṃhitayājyena hutvā sampātya śiṣyasyātmanaśca nāḍīsandhānaṃ vidadhyāt |
tatra darbhamūlaṃ svajaṅghāsandhau gṛhītvā darbhāgraṃ śiṣyahaste dadyāt |
viparītamiti bhojarājaḥ |

atha śiṣyasyeḍāpiṅgalāsuṣumnānāḍīḥ svanāḍīḥ praviṣṭāḥ sambhāvya mūlenāhutitrayaṃ pañcakaṃ vā hutvā taccaitanyagrahaṇāya praveśanirgamau vidhāyāṣṭaśatamūlena daśāṃśenāṅgamūrtīnāṃ hutvā pūrṇāṃ ca vidhāya prāyaścittārthaṃ punaraṣṭottaraśataṃ mūlena hutvā tadīyāṃ prāktanajātimuddharet |

p. 147) atra brahmaśambhuḥ -

nādvijo yujyate siddhyā na ca nirvāṇamaśnute |
dvijo'pi hi yatastena kuryāt taṃ dvijasattamam ||

iti |
etasmād dvijānāṃ jātyuddhāreṇa dvijottamatvaṃ ca paśujātimokṣācchivatvaṃ (ca) bhavati |

śūdrasyāpi śūdratvapaśubhāvavyāvartanācchivatvalakṣaṇadvitīyajanma jātyuddhāreṇa bhavatītyato dīkṣitaḥ śūdro na bhavati, kintu śivasaṃskārajātasya śivatvasambhavāt pūrvajanmavyapagamācca vedamantravyatiriktaśaivamantratantraśravaṇapūjāsu yogyatā bhavati |

nanu śivasaṃskārajātyuddhārācchūdrasya dvijatvamasti cet kimiti vedamantrānadhikāritvamiti codye brāhmaṇyāṃ brāhmaṇājjātasyāpi vaidikamantrairupanayanena saṃskṛtasya vaidikadvijasyaiva vede'dhikāraḥ, karaṇānuguṇakāryatvāt, tadvacchaivamantrasaṃskṛtasya tadanuguṇadvijatvasiddhau janmantrapūjādāvevādhikāra ityupapannam |

tatrācāryaḥ svahṛtpadme māyāparyaṅkaśobhite || 16-68 ||

rāgatattvāstṛte ramye paśusaṃjñopadhānake |
vidyāpradīpe suśliṣṭau smared vidyāpatī śivau || 16-69 ||

tau ca saṃpūjya manasā paśuṃ paścāt samuddharet |
tasya hṛtpaṅkaje jīvaṃ prokṣya santāḍya hetinā || 16-70 ||

recakena svayaṃ mūrdhnā nirgatya tu suṣumnayā |
śiṣyadehaṃ praviśyātmahṛtpadmasthaṃ tu pudgalam || 16-71 ||

uddharecchedaviśleṣau vidhāyāstreṇa cāṅkuśāt |
ākṛṣya cordhvaṃ nāḍyā tu dvādaśānte niveśya tu || 16-72 ||

abhipūjya dhruveṇātha tāraṃ haṃsaṃ ca kārakam |

japediti yāvat |

saṃhāramudrayā tasmāt samāhṛtya tu pudgalam || 16-73 ||

atha pūrakeṇa svahṛdayābje śivayorgarbhe niveśya kumbhakena samarasīkṛtya manasābhyarcya tatra vidyāyāṃ jātaṃ vicintya recakena suṣumnayordhvaṃ nītvā brahma

p. 148) viṣṇurudreśvarasadāśiveṣu kramādāyojya tānatikramya dvādaśānte saṃyojya dhruveṇābhipūjya praṇavahaṃsapraṇavaistataḥ saṃhāriṇyā taṃ gṛhītvā tathaiva suṣumnayā śiṣyasya hṛdambhoje niveśya hṛdayasampuṭahaṃsena samarasīkṛtya dvādaśāntāmṛtenāplāvya punarjātaṃ nirmalaṃ kumāraṃ cintayet |

brahmādikāraṇopādhiśivasaṃsargapāvitam |
tajjātaṃ śiṣyamudbhāvya dvijatvenopapādayet || 16-74 ||

atra makuṭottare -

anyaṃ kīṭakamādāya kuḍyasaṃveṣṭitaṃ mṛdā |
bhramaro ghūrṇanādādyaiḥ svajātiṃ kurute yathā || tadvad dīkṣāsu saṃskārairnirmalaḥ śivatāmiyāt |

jātyuddhārāyāhutitrayaṃ mūlena hutvā tato dvijatvāpādanāya ca oṃ hauṃ śivāya svāhā iti ca hutvā, oṃ bhagavannayamātmayonibījāhārabhāvadeśaśuddho dvijo bhavatu svāhā |
purarāhutitrayeṇa hutvā rudrāṃśatāmāpādayet |
oṃ bhagavannayamātmā rudro bhavatu svāhā |
tatsaṃskārāśca pañcaiva śivāgneriva iti brahmaśambhumatadarśanād agnikāryapaṭalamārgeṇa garbhādhānādisaṃskāraniṣpattaye sadyādibhiḥ pṛthak pṛthagabhyarcya hṛdayādibhiḥ pṛthak pṛthag juhuyāt |
saṃsāritadvijasaṃskārebhyo (?) dīkṣitadvijasaṃskāravyatirekaṃ darśayati |

garbhādhānaṃ smṛte śaktau(?) malāpāyasamāśrayāt |
bījaṃ * * * * * * brahmādisparśaśodhitām || 16-75 ||

vyaktiḥ svatantratāyāstu tasya puṃsavanaṃ bhavet |
māyātmanorvivekena jñānaṃ sīmantakalpanā || 16-76 ||

jñātaheyaparityāgādupāde (yā?ya) parigrahaḥ |
jātakarma bhavet tasya śivatvavyañjakaṃ hi tat || 16-77 ||

uktaṃ hi nāmakaraṇamitthaṃ saṃskārapañcakam |
brahmaśambhuriha prāha niṣkrāmānnāśanādayaḥ || 16-78 ||

aśivāḥ śivamārge'smin bhavabhūtiphalā api |

etasmādupaniṣkrāmaṇādīnapye(tān) saṃskārān jīvāgneruktamārgeṇa kṛtvā tato'sya yajñopavītaṃ mūlena dattvā prāyaścittārtha śataṃ sahasraṃ vā prāsādenājyena

p. 149) hutvā pūrṇāhutiṃ cātha kumbhāgniśivānāṃ praṇāmaṃ kārayet |
punaḥ śivaṃ cābhipūjya triḥ pradakṣiṇīkṛtya suvarṇakusumādibhiraśūnyahastaḥ śivaṃ guruṃ ca śiṣyo daṇḍavat praṇamet |

tamutthāpya guruḥ śiṣyamāśīrbhirabhinandya ca || 16-79 ||

jātaḥ samayayogyastvamiti brūyāt prasannadhīḥ |
ihāmutrārthāptyai khalu samayadīkṣeti kathitā dvijo jātyuddhārād bhavati patividyāśrayavaśāt |
tataḥ pūjājapyaśravaṇavidhiyogyaśca sa bhavet tathā rudrāṃśātmā pratidinaśivārcādiguṇavān || 16-80 ||

atra brahmaśambhuḥ -

yathāvyavasthitān varṇān sāpekṣān svāśramānapi |
sthāpayennityamīśā(nā ?)gnigurupūjānatikramāt ||

pūrvāśramānapekṣaṃ tu vrataṃ yad brahmacāriṇaḥ |
bhautiko naiṣṭhiko vāpi samyagāyātumarhati (?) ||

iti |
etasmād bhasmādhārākṣasūtrakaupīnadaṇḍāṃśca jaṭāśikhayoranyatamāṃ ceti pañca mudrāḥ pañcabrahmabhiraṅgaiścābhimantryātha dhārayet |

nāḍīsandhānahomaḥ prathamamatha bhavenmantrasantarpaṇārcā- jātyuddhāradvijatvaiḥ pratipadagamanācchakticaitanyayogaḥ |
saṃskārād rudratāptistadanu nigaditaṃ copavītapradānaṃ prāyaścittaṃ praṇāmaḥ samaya iti bhavet sāmayī nāma dīkṣā || 16-81½ ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde sāmānyakriyāsamayadīkṣāpaṭalaḥ ṣoḍaśaḥ || 16 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 17: Die sechs Wege und die Ordnung der Welten

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 17: Die sechs Wege und die Ordnung der Welten
Die Einweihung soll nach diesem Werk die ganze erfahrbare und überirdische Wirklichkeit umfassen. Dafür beschreibt das Kapitel sechs „Wege“: Prinzipien, Laute, Mantras, Welten, Wörter und Kalas. Die anschließende Kosmologie ist eine religiöse Weltenkarte mit gewaltigen Zahlen und symbolischen Gestalten; sie wird als Aussage des historischen Textes übersetzt.

Kapiteleröffnung. Nun das siebzehnte Kapitel.

Kriyapada 17-1. Nun wird die Beschaffenheit der sechs Wege ordnungsgemäß untersucht, als Grundlage für die Vollendung der Nirvana-Einweihung und der weiteren Handlungen.

Kriyapada 17-2. Der Weg der Wirklichkeitsprinzipien, der Laute, der Mantras, der Welten, der Wörter und der Kalas: So wird der Weg sechsfach bestimmt.

Kriyapada 17-3. Die fünf Wege von den Prinzipien an werden durchdrungen, während die drei Bindungsgrößen von Mala an sie durchdringen. Diese drei wiederum werden durchdrungen; als sie durchdringend gilt der Kala-Weg.

Kriyapada 17-4. Die sechsunddreißig Wirklichkeitsprinzipien in umgekehrter Reihenfolge bilden den Tattva-Weg. Die Lautfolge von „ksha“ bis „a“ ist der Laut-Weg.

Kriyapada 17-5. Die Brahma-Mantras von Sadya an, die Glieder-Mantras vom Herzen an und der Grundmantra bilden den Mantra-Weg; dieser wurde hier schon früher gezeigt.

Kriyapada 17-6. Die zweihundertvierundzwanzig Welten, von Kalagni bis zur Shakti, werden der Welten-Weg genannt.

Kriyapada 17-7. Die einundachtzig Wortgruppen des Vyomavyapi bilden in umgekehrter Reihenfolge den Wort-Weg; er wurde bei der Entfaltung der Mantras gelehrt.

Kriyapada 17-8. Nivritti, Pratishtha, Vidya, Shanti und als fünfte Shantyatita sind die Kalas; auch dieser Kala-Weg wurde schon erläutert.

Kriyapada 17-9. Weil der Welten-Weg in diesem Tantra noch nicht beschrieben wurde, folgt er nun. Kalagni, Kushmanda, Hataka, die Welt Brahmas, die Welt Vishnus

Kriyapada 17-10. und die Welt Rudras sind die sechs innerhalb des Welteneis liegenden Welten. Am Grund des Welteneis liegt die Kalagni-Welt, hundert Millionen Yojanas

Kriyapada 17-11. weit; ihr Palast misst hunderttausend Yojanas. Der Löwenthron darin mitsamt Feuerscheibe misst fünftausend. [Hinweis: Yojana ist das historische Entfernungsmaß der Quelle; die kosmologischen Größen werden nicht in moderne Kilometer umgerechnet.]

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach 17-11. „Kalagni steht dort, sein Leib zehntausend Yojanas groß, bereit, die Welten zu verbrennen. Seine furchtbaren dreiäugigen Gesichter mit leuchtenden Hauern stoßen Flammen aus. Seine Hände tragen Schlinge, Stachelstock, Schwert, Schild, Pfeile, Bogen, Feuer, Khatvanga, Dreizack und Schädelschale und zeigen Furchtlosigkeits- und Gabengeste. Verschiedene Schlangen bilden seinen Schmuck.“

Unnummerierter Übergang. Ferner:

Kriyapada 17-12. Kalagnirudra strahlt furchtbar mit zerstreuten, rotbraunen Haarflechten, die wie mächtige Feuerreihen und ein Geflecht von Blitzen leuchten. Er trägt eine Girlande aus schrecklichen Kriegerköpfen und ein Fellgewand; sein Leib ist von weißer Asche hell.

Kriyapada 17-13. Den Gott umgeben siebzig Millionen furchtbare Rudra-Scharen, die seiner Erscheinung gleichen. Sie haben zehn Herren:

Kriyapada 17-14. Dhumreshvara, Kapila, Kalaka, Adhishvara, Jalada, Chanchala, Arthesha, Isha, Ananta und der Lotusgeborene.

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-14. In den zehn Richtungen von Osten an stehen sie mit ihrem Gefolge, jeder als Herr von sieben Millionen Angehörigen der Scharen.

Kriyapada 17-15. Über der Kalagni-Welt liegt Kushmandas Welt. Ihre Breite und Höhe betragen neun Millionen Yojanas.

Unnummerierte Fortsetzung vor 17-16. In ihrer Mitte liegt sein Wohnsitz, fünftausend Yojanas groß.

Kriyapada 17-16. Kushmanda hat einen tausend Yojanas großen Leib und drei Gesichter, jedes mit drei Augen und schrecklich hervorstehenden Hauern. Feuerflammen und lautes Gelächter prägen seine Erscheinung. Sein Haargeflecht ist blitzgelb; mit seinen Händen trägt er Damaru, Khatvanga, Schlinge, Stachelstock, Dreizack, Schädelschale, Feuer und Schlange. Eine Girlande aus Eingeweiden und Knochen schmückt ihn.

Unnummerierter Übergang. Außerdem:

Kriyapada 17-17. Er sitzt auf einem Totengeist-Sitz, mit Glockenkette, zusammengebundenem Haar und Gewand, sein Körper mit Asche bestäubt und mit verschiedenen Schlangen geschmückt. Sechzig Millionen Bhutas, Pretas, Pishachas und Jambhakas umgeben ihn. So strahlt der furchtbare erhabene Kushmandarudra in seiner Welt. [Quellenhinweis: Die Verbindung von Glockenkette, Haar und Gewand ist im ersten Versviertel nicht eindeutig gegliedert.]

Unnummerierte Fortsetzung vor 17-18. Unterhalb davon, ringsum, liegen fünfzig Millionen

Kriyapada 17-18. äußerst leidvolle Höllen, in denen die Übeltäter gekocht werden.

Kriyapada 17-19. Die hauptsächlichen unter ihnen sind zweiunddreißig. Diese bilden drei Gruppen mit drei übergeordneten Höllen.

Unnummerierte Höllenliste nach 17-19. Diese sind Raurava, Kumbhipaka und Avichi. Unter Führung Rauravas stehen elf: Raurava, „das Geheul“; Maharaurava, „das große Geheul“; die Pein durch Kälte und Hitze; das Zerreißen; Schlamm; großer Schlamm; Schwertblätterwald; Nadelmund; schwarze Schnur; und Messerschneide. [Quellenhinweis: Die Quelle nennt elf, die erhaltene Zusammensetzung lässt aber nur zehn sicher abgegrenzte Namen erkennen. Die Grenze innerhalb der Kälte-, Hitze- und Peinbezeichnung bleibt offen.]

Unter Führung Kumbhipakas stehen ebenfalls elf: Kumbhipaka, „das Kochen im Kessel“; Gluthaufen; von Hunden gefressen werden; Blut-Eiter-Schlamm; mit Sägen zerteilt werden; glühendes Eisen; glühender Sand; Knochenbrechen; „Schweinehimmel“; Fleischverzehr; und kopfüber hängen. [Quellenhinweis: Die Verbindung „sūkarakhamāṃsabhakṣaṇa“ ist nicht sicher gliederbar; „Schweinehimmel“ gibt nur die unmittelbar erkennbare Wortfolge wieder, keine gesicherte Höllenbezeichnung.]

Unter Führung Avichis stehen zehn: Avichi, „ohne Zwischenraum“; Würmerhaufen; stacheliger Shalmali-Baum; Atemlosigkeit; Unratbrunnen; Würmerbrunnen; dunkler Brunnen; haltloses Fallen; Aufspießen; und Vaitarani.

Kriyapada 17-20. Kushmandarudra gilt als Herr aller Höllen. … Yojanas darüber liegen die sieben Unterwelten. [Die Entfernungsangabe am Beginn der zweiten Vershälfte fehlt in der Quelle.]

Kriyapada 17-21. Für jede wird eine Ausdehnung von neun Millionen Yojanas angegeben. Alle sieben Unterwelten liegen übereinander.

Kriyapada 17-22. Atala, Patala, Nitala, Gabhastita, Mahatala, Sutala und danach Rasatala.

Unnummerierte Materialbeschreibung nach 17-22. Der Reihe nach bestehen sie aus Gold, Rubin, Saphir, Topas, Silber und Kristall. Rasatala ist aus Stein und mit Perlen übersät.

Kriyapada 17-23. Daityas, Danavas und Nagas, die früher verdienstvoll gehandelt haben, wohnen in diesen Unterwelten und erfreuen sich an der Verehrung von Haras Füßen.

Kriyapada 17-24. Virochana, Hiranyaksha, Prahlada, Bali, Shambara, Vritra und andere Daitya-Herrscher wohnen in diesen unterirdischen Himmelswelten.

Kriyapada 17-25. Auch Vishnu, dessen Gestalt Ananta ist und der die Erde trägt, weilt dort in einem göttlichen Palast, stets von den Schlangenkönigen verehrt.

Kriyapada 17-26. Dort liegt Vasukis schöne Stadt Bhogavati, aus Gold und Edelsteinen, göttlich und mit göttlichen Genüssen ausgestattet.

Unnummerierte Herrscherliste nach 17-26. In den sieben Unterwelten wohnen der Reihe nach sieben Rudras als ihre Herren: Chanda, Vijaya, Jyeshtha, Amaya, Atharvapada, Maharudra und Nairrita. Allgemeiner Herr aller Unterwelten ist der Gott Hatakeshvara. [Hinweis: Die Namensgrenze bei Amaya und Atharvapada folgt der im Zusammenhang erkennbaren Siebenerzählung; die zusammengesetzte Quellfolge bleibt in Sanskrit unverändert.]

Kriyapada 17-27. Hatakeshvaras goldene Stadt ist von göttlichen Scharen erfüllt und misst in Breite und Länge jeweils zweitausend Yojanas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-27. Sein Palast misst zweihundert Yojanas.

Kriyapada 17-28. In seiner Mitte sitzt Hataka-Shiva auf dem Löwenthron, goldglänzend, dreiäugig und göttlich gestaltet. Seine Hände zeigen Gaben- und Furchtlosigkeitsgeste und tragen Gazelle und Beil. Sein Haargeflecht strahlt mit Stechapfelblüten, Mondsichel, Schlangenringen und Girlanden. Parvati ist bei ihm, göttliche Scharen umgeben ihn. [Quellenhinweis: Beim Beil steht die auffällige Form „uṅkaṃ“; die Bedeutung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 17-29. Töchter und Söhne der Daitya-, Danava- und Naga-Herrscher verehren ihn stets mit vielen duftenden Blumen.

Kriyapada 17-30. Darüber liegt die siebenfach gegliederte Brahma-Welt, von der Erdwelt bis Satya, erfüllt von Brahmas Schöpfung.

Unnummerierte Erdgestalt nach 17-30. Ihre Erde ist eine Million Yojanas dick und fünfhundert Millionen Yojanas weit, in Lotusform angeordnet.

Kriyapada 17-31. In ihrer Mitte steht Meru, der goldene Berg, wie das Samengehäuse des Lotus. Sechzehntausend Yojanas reicht er unter die Erde.

Kriyapada 17-32. Vierundachtzigtausend Yojanas ragt er empor; an seiner Basis ist er sechzehntausend Yojanas breit.

Kriyapada 17-33. An der Spitze ist der große Berg doppelt so breit. Dort liegt Brahmas Stadt mit einer Ausdehnung von vierzehntausend Yojanas,

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-33. die göttliche Manasi, mitten darin, im Glanz vieler Edelsteine leuchtend. In den acht Richtungen von Osten an liegen acht von Vishvakarman geschaffene Städte der Weltenhüter: Amaravati, Tejovati, Samyamani, Krishnavati, Shuddhavati, Gandhavati, Mahodaya und Yashovati.

Kriyapada 17-34. Etwas westlich davon liegt auch Vishnus große Stadt.

Kriyapada 17-35. Im Nordosten liegt entsprechend der Berg Jyotihshikhara, achttausend Yojanas groß.

Kriyapada 17-36. Dort erfreut sich Hara mit Parvati in göttlichen Palästen, umgeben von den Herren der Scharen und von Göttern verehrt.

Kriyapada 17-37. Ganga fällt vom Himmel herab, überflutet die Mondscheibe und stürzt auf Haras Haargeflecht. Von dort strömt sie weiter:

Kriyapada 17-38. als Sita nach Osten, als Bhadra nach Norden, als Alakananda nach Süden und als Suchakshus nach Westen.

Unnummerierter Kommentar nach 17-38. Gemeint ist, dass sie in die vier Richtungen fließt und in den Salzozean eintritt.

Kriyapada 17-39. Östlich von Meru liegt Mandara, südlich Gandhamadana, westlich Vipula und nördlich Suparshva.

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-39. Diese vier Stützberge Merus sind jeweils achttausend Yojanas groß, reich an Edelsteinen und von göttlichen Wesen besucht. Auf ihnen liegen der Reihe nach göttliche Gärten und Seen:

Kriyapada 17-40. Im Osten der Wald Chaitraratha, im Süden Gandhamadana, auf Vipula Vaibhraja und auf Suparshva Nandana.

Kriyapada 17-41. Arunoda, Subhadra, Sitoda und Manasa sind die Seen, an denen sich die Götter erfreuen, auf Mandara und den folgenden Bergen der Reihe nach.

Kriyapada 17-42. Auf Mandara und den übrigen Bergen stehen entsprechend vier Bäume: Kadamba, Jambu, Pippala und Banyan.

Unnummerierte Maßangabe nach 17-42. Jeder misst zweitausend Yojanas in Breite und Höhe.

Kriyapada 17-43. Der Jambu-Baum auf Gandhamadana in Jambudvipa gibt dieser Insel ihren Namen Jambudvipa.

Kriyapada 17-44. Seine wohlschmeckenden, saftigen Früchte sind groß wie mächtige Elefanten und fallen zu allen Zeiten zu Tausenden herab.

Kriyapada 17-45. Aus ihrem Saft entsteht dort der Fluss Jambu, besucht von Göttern, Gandharvas, Siddhas und Charanas.

Kriyapada 17-46. Durch Berührung mit seinem Wasser werden Holz, Erde, Steinchen und andere Stoffe zu dem Jambunada genannten Gold von sechzehn Teilen Feinheit.

Kriyapada 17-47. Durch Baden in und Trinken von diesem Wasser werden die vier Arten der Lebewesen alle goldfarben, alterslos und zehntausendjährig. [Die Verwandlungs- und Lebenszeitangaben gehören zur mythologischen Weltenbeschreibung.]

Kriyapada 17-48. Rings um Meru erstreckt sich Jambudvipa über hunderttausend Yojanas. Seine Teilgebiete bilden neun Länder.

Kriyapada 17-49. Außen ist diese Insel vom Salzozean umgeben. Das mittlere ihrer neun Länder ist Ilavrita.

Kriyapada 17-50. In dessen Mitte liegt Meru, verbunden mit den Bergen, die den Staubfäden gleichen. Südlich von Ilavrita liegen Hari und Kimpurusha

Kriyapada 17-51. sowie Bharata, drei der neun Länder. Im Süden liegen die drei Berge Nishadha, Hemakuta und Himalaya,

Kriyapada 17-52. alle von Osten nach Westen ausgerichtet und bis an die beiden Meere reichend. Ramya, Hairanyaka und Kuru bilden die drei Länder

Kriyapada 17-53. nördlich von Ilavrita. Ihre Grenzberge verlaufen ebenso ostwestlich: Nila, Shveta und Trishringin.

Kriyapada 17-54. Östlich von Ilavrita liegt das Land Bhadrasva, westlich Ketumala. Ihre beiden Grenzberge

Kriyapada 17-55. sind Malyavat und Gandhamadana, von Nila bis Nishadha reichend. In Ilavrita sind die Menschen lotusfarben und ernähren sich vom Saft der Jambu-Frucht.

Kriyapada 17-56. Sie leben dreizehntausend Jahre und verehren Shankara. In Bhadrasva sind die Menschen weiß, von göttlicher Gestalt und zehntausendjähriger Lebensdauer.

Kriyapada 17-57. Sie essen göttliche Mangofrüchte und verehren Maheshvara. Im Hari-Land gleichen sie Färberdistelblüten und leben zehntausend Jahre.

Kriyapada 17-58. Sie alle verehren Vishnu und ernähren sich von Zuckerrohr. In Kimpurusha sind die Menschen goldfarben und leben ebenfalls zehntausend Jahre.

Kriyapada 17-59. Sie essen die Früchte des Plaksha-Baumes und verehren Brahma. In Bharata dagegen haben sie viele verschiedene Farben, Sprachen, Nahrungsweisen und Lebensspannen.

Kriyapada 17-60. Sie verehren unterschiedliche Gottheiten und vollziehen vielerlei Handlungen. Mahendra, Malaya, Sahya, Shuktimat, Riksha,

Kriyapada 17-61. Vindhya und Pariyatra sind dort die sieben Hauptgebirge. Zu den hauptsächlichen Flüssen gehören Ganga, Godavari,

Kriyapada 17-62. Yamuna, Narmada, Tapi, Krishnaveshna, Sarasvati, Tungabhadra, Kaveri, Sindhu, Tamra und weitere.

Kriyapada 17-63. Ihnen allen wird zugeschrieben, durch Berührung, Trinken und Baden Verfehlungen zu tilgen. Dieses Bharata-Land ist mit neun Inselgebieten versehen.

Kriyapada 17-64. Das Gebiet zwischen Kumari und dem Himalaya wird als heilig bezeichnet. Es ist das Land der Handlung für jene, die zum Himmel oder zur Befreiung gelangen wollen.

Kriyapada 17-65. Die übrigen zu Bharata gehörenden Inselgebiete gelten als von Mlecchas bewohnt: Indradvipa, Kasheru, Tamravarna, Gabhastimat,

Kriyapada 17-66. Naga, Saumya, Gandharva und als achtes Varuna. In diesem Kumari-Gebiet gibt es die hauptsächlichen Orte der Götter und Weisen;

Kriyapada 17-67. auch sie werden hier kurz genannt. Die sechsundfünfzig Stätten, die später beim Wasser-Prinzip und den folgenden beschrieben werden,

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-67. mit Namen wie Amaresha, sind auch hier zu sehen. Gemeint sind Shambhus Stätten. [Hinweis: Mleccha ist eine historische Fremdgruppenbezeichnung des Werkes, keine heutige Wertung.]

Kriyapada 17-68. Auf Mahendra weilt Jamadagnis Sohn, auf Malaya Agastya.

Kriyapada 17-69. Auf Sahya weilen Brahma, Hari und Ishana, auf Shuktimat Kumara; auf Riksha Shiva, auf Pariyatra der Menschenlöwe Narasimha.

Kriyapada 17-70. Auf Vindhya ist Durga, im Himalaya die Einsiedelei Naras und Narayanas. In Ketumala sind die Männer dunkelblau und die Frauen wie blaue Lotusblüten.

Kriyapada 17-71. Sie essen Milchreis, sind Rudra hingegeben und leben zehntausend Jahre. In Ramya glänzen sie silbern und leben fünftausend Jahre.

Kriyapada 17-72. Sie ernähren sich von Honig, verehren Brahma, sind schön gestaltet und bleiben jugendlich. In Hiranyaka sind sie goldfarben, essen Trauben und leben zehntausend Jahre.

Kriyapada 17-73. Diese Menschen verehren die Sonne. Im Kuru-Land gleichen sie Göttern, sind dunkel, werden paarweise geboren und leben von den Wunschbäumen.

Kriyapada 17-74. Sie leben zwölftausend Jahre und verehren Shiva und Shakti. Auf Kailasa, Hemakuta, Himalaya und dem nördlichen Gebiet,

Kriyapada 17-75. auf Trishringa, Mandara, Nila, Gandhamadana und im Karnikara-Wald liegen Städte des Bezwingers der drei Städte.

Kriyapada 17-76. Besonders sind es Paläste aus Gold und Edelsteinen. Auf Kailasa liegt auch die schöne Stadt des Reichtumsgebers namens Alaka.

Kriyapada 17-77. Auf Vasudhara liegt die Stadt der Vasus, auf Ratnadhara die der göttlichen Weisen, auf Ekashringa die Brahmas und die Einsiedelei Jaigishavyas.

Kriyapada 17-78. Auf Gajashaila liegt Durgas Stadt, auf Sunila die der Rakshasas, auf Sumegha die des Götterkönigs und auf Shvetadri die Garudas.

Kriyapada 17-79. Dort ebenso die des Sechsgesichtigen; auf Krauncha und Jarudhi …; auf Shatashringa die der Yakshas und auf Trishringa die der Shri. [Quellenhinweis: Die Zuordnung von Krauncha und Jarudhi ist in der Versfolge nicht eindeutig; kein fehlender Stadtinhaber wird ergänzt.]

Kriyapada 17-80. Auf dem Bergkönig Sahasrashikhara liegen Städte der Vidyadharas, auf Parijata die Mahalakshmis, auf Suparshva die Sarasvatis,

Kriyapada 17-81. auf Anjana die der Apsaras, auf Pandara die der Gandharvas, auf Kumuda die der Rudras und auf Jarudha die der Sonne,

Kriyapada 17-82. auf Pinjara die Ganapatis, auf Hamsakuta die des Schöpfers und dort auch die Sanakas und der übrigen Weisen; auf den fünf Bergen die der Daityas.

Kriyapada 17-83. Im südlichen Salzozean liegt Lanka, die Stadt der Rakshasas. Im Zuckerrohrsaftmeer befinden sich Inseln und Städte Ganeshas.

Kriyapada 17-84. Im Meer des berauschenden Getränks liegen Städte Bhadrakalis und der Bhairavas, ebenso Virabhadras, der Mütter und des Feldhüters.

Kriyapada 17-85. Im Ghee-Meer liegen die Städte Agnis und der Götter, im Dickmilchmeer die Brahmas und Haras. Im Milchmeer liegt Narayanas überaus schöne weiße Insel,

Kriyapada 17-86. reich an Gold- und Edelsteinpalästen, fünfhunderttausend Yojanas weit. Vierarmige, weiße Gestalten mit Muschel, Rad und Keule,

Kriyapada 17-87. Männer und Frauen, die durch Gleichgestaltigkeit mit Vishnu befreit sind, schmücken sie. Dort ruht der allgegenwärtige Narayana in einem göttlichen Palast,

Kriyapada 17-88. der erhabene Herr auf dem göttlichen Lager der Schlange Shesha, begleitet von Shri und Bhumi, bedient von Kumuda, Vishvaksena und ihren Scharen.

Kriyapada 17-89. Auch dort gibt es einige göttlich gestaltete, dreiäugige Scharen, mit Asche bedeckt und mit den drei Stirnstreifen gezeichnet, die sich an Rudras Verehrung erfreuen.

Kriyapada 17-90. Im Süßwassermeer liegen ferner in ihren jeweiligen Richtungen genussreiche Städte der Weltenhüter und gesondert der Schöpfungsherren.

Unnummerierter Übergang nach 17-90. Genug der ausführlichen Beschreibung. Nun wird der eigentliche Gegenstand wieder aufgenommen.

Kriyapada 17-91. Jambu, Shaka, Kusha, Krauncha, Shalmala, Plaksha und Pushkara; dazu die Meere aus Salz, Milch, Dickmilch, Ghee, Zuckersirup, berauschendem Getränk und Wasser.

Kriyapada 17-92. So …; auch in manchen Tantras wird für Inseln und Meere eine andere Reihenfolge angegeben, beginnend mit Honig und Weiterem. [Quellenhinweis: Der erste Halbvers enthält eine längere Sternchenlücke; der genannte Quellenbezug ist nicht wiederherstellbar.]

Kriyapada 17-93. Jambu, Plaksha, Shalmala, Kusha, Krauncha, Shaka und Pushkara sind die sieben Inseln, jeweils von Meeren umgeben.

Kriyapada 17-94. Salz-, Zuckerrohrsaft-, berauschendes Getränke-, Ghee-, Dickmilch-, Milch- und Wassermeer werden genannt … [Der zweite Halbvers ist größtenteils durch Sternchen als fehlend markiert.]

Kriyapada 17-95. Von diesen beiden sich widersprechenden Reihenfolgen der Inseln und Meere wird hier die zweite zugrunde gelegt, weil sie von mehr Lehrmeinungen vertreten wird.

Kriyapada 17-96. Außerhalb Jambudvipas liegt der doppelt so große Salzozean; außerhalb dieses Meeres die wiederum doppelt so große, ringförmige Insel Plaksha.

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-96. Dort gibt es sieben Länder und sieben Berge. Die Länder heißen Shanta, Abhaya, Shishira, Sukhodaya, Anandashivakshemaka und Dhruva. [Quellenhinweis: Die zusammengezogene Namensfolge bietet keine sicher eindeutige Siebenteilung; besonders „Anandashivakshemaka“ bleibt unaufgelöst, statt einen Namen zu erfinden.] Die Grenzberge heißen Gomeda, Chakraka, Narada, Dundubhi, Somaka, Rishabha und Vaibhraja. Sie reichen vom Salz- bis zum Zuckerrohrsaftmeer und sind alle tausend Yojanas breit und hoch. Dort gibt es:

Kriyapada 17-97. Aryakas, Kuraras, Vidamshas und Bhavins.

Kriyapada 17-98. Diese vier Stände entsprechen den hiesigen Brahmanen und den übrigen. Sie leben fünftausend Jahre und bleiben jugendlich.

Kriyapada 17-99. Sie leben glücklich und verehren Mahadeva in Mondgestalt. Die sieben Flüsse der Länder sind Anutapta, Shivamrita,

Kriyapada 17-100. Vipapa, Tridiva, Nanda, Sukrita und Amalodaka. Doppelt so groß wie Plaksha ist das Zuckerrohrsaftmeer; doppelt so groß wie dieses ist Shalmala.

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-100. Auch auf dieser Insel gibt es sieben Länder, Berge und Flüsse. Die Länder heißen Harita, Jimuta, Rohita, Vaidyuta, Manasa, Hamsa und Suprabha. Die Berge heißen Kumuda, Kumudonnata, Valahaka, Drona, Kanka, Mahisha und Kakudmat; sie verlaufen gerade und reichen vom Zuckerrohrsaft- bis zum Meer des berauschenden Getränks.

Kriyapada 17-101. Yonitoya, Vitrishna, Chandra, Shukla, Vimochani,

Kriyapada 17-102. Nivritti und Subhadra sind die sieben Flüsse Shalmalas. Kapilas, Arunas, Pitas und Krishnas entsprechen dort Brahmanen und den übrigen Ständen.

Kriyapada 17, originale Versmarke 103. Dort sind die Menschen rauchfarben, leben zehntausend Jahre und verehren Vayu. Außerhalb Shalmalas liegt das doppelt so große, ringförmige Meer des berauschenden Getränks. [Die Quelle gibt an dieser Stelle nur „103“ an, ohne vorangestellte Kapitelzahl.]

Kriyapada 17-104. Doppelt so groß wie dieses ist Kushadvipa mit seinen sieben Ländern: Udbhida, Venumat, Suraya, Lambana, Dhriti,

Kriyapada 17-105. Prabhakara und Kapila, reich an wohlhabenden Bewohnern. Seine Berge sind Vidruma, Dyutimat, Hema, Hari, Pushta, Kusheshaya

Kriyapada 17-106. und Mandara; sie verbinden das Getränke- und Ghee-Meer. Die Bewohner der Länder leuchten golden und leben siebentausend Jahre.

Kriyapada 17-107. Außerhalb Kushas liegt das doppelt so große Ghee-Meer; außerhalb dieses die wiederum doppelt so große Insel Krauncha. Sie besitzt sieben Länder, Flüsse und Berge.

Unnummerierte Listen nach 17-107. Die Länder heißen Kushala, Manohara, Ushnaka, Pravara, Andhakara, Muni und Dundubhi. Die Berge heißen Krauncha, Vamana, Karandaka, Divisprish, Vivida, Pundarika und Dundubhisvana.

Kriyapada 17-108. Als hauptsächliche Flüsse gelten Gauri, Kumudvati, Sandhya, Ratri, Manojava, Khyati und Pundarika.

Kriyapada 17-109. Pushkaras, Pushkalas, Dhanyas und Tishyas entsprechen Brahmanen und den übrigen Ständen. Als Shiva-Verehrer leben sie achttausend Jahre.

Kriyapada 17-110. Außerhalb Kraunchas liegt das doppelt so große Dickmilchmeer, außerhalb dieses Shakadvipa mit wiederum doppeltem Maß. Dort gibt es sieben Länder.

Unnummerierte Länderliste nach 17-110. Sie heißen Jalada, Kumara, Sukumara, Manichaka, Kusumottara, Modaka und Mahadruma.

Kriyapada 17-111. Die Berge heißen Udaya, Raivata, Shyamaka, Astagiri, Ambikeya, Ramya und Kesarin.

Kriyapada 17-112. Sukumari, Kumari, Nandini, Venuka, Ikshuka, Dhenuka und Gabhasti sind die sieben Flüsse.

Kriyapada 17-113. Die vier Stände heißen Naga, Magadha, Vamana und Nandaka. Ihre Angehörigen leuchten gelb und leben siebentausend Jahre.

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-113. Sie verehren die Sonnengestalt.

Kriyapada 17-114. Außerhalb Shakas liegt das Milchmeer von doppelter Größe und danach Pushkara von wiederum doppelter Größe. Dort gibt es nur einen Länderberg namens Manasottara.

Kriyapada 17-115. Dieser große Berg liegt ringförmig in der Mitte, fünfzigtausend Yojanas breit und ebenso hoch.

Kriyapada 17-116. Auf seinen beiden Seiten liegen zwei Länder in der entsprechenden Ringanordnung: innen Mahavita, außen Dhatakishandaka.

Kriyapada 17-117. Dort gibt es weder Flüsse noch Stände; die ganze Bevölkerung gleicht Zweimalgeborenen. Die Menschen leben zehntausend Jahre, sind goldfarben und verehren die Windgestalt.

Unnummerierte Baum- und Götterbeschreibung nach 17-117. In der Mitte Manasottaras steht ein Banyanbaum von dreitausend Yojanas Größe; dort wohnt Brahma mit seinem Gefolge.

Kriyapada 17-118. Nördlich davon liegt Shambhus Wohnsitz, dessen eine Körperhälfte Hari ist. Dort wohnt Harihara, von Göttern und Asuras verehrt.

Kriyapada 17-119. Außerhalb Pushkaras liegt der doppelt so große Süßwasserozean. Außerhalb davon erstreckt sich ein Goldland über hundert Millionen Yojanas.

Kriyapada 17-120. Außerhalb des Süßwassermeeres liegt das hundert Millionen Yojanas messende Goldland; jenseits davon der Lokaloka-Berg, in Höhe und Breite dem Meru gleich. Außerhalb liegt leblose Finsternis über dreihundertsechzig Millionen Yojanas; außen folgt die Schale des Welteneis, sechzig Millionen Gavyutis dick. [Quellenhinweis: Der Text wechselt hier ausdrücklich das Entfernungsmaß. Gavyuti wird nicht stillschweigend mit Yojana gleichgesetzt.]

Unnummerierter Übergang nach 17-120. Genug dieses Exkurses. Nun werden Bhuvarloka und die weiteren Welten beschrieben.

Kriyapada 17-121. Hunderttausend Yojanas über der Erde liegt nach der Überlieferung die Sonnenbahn. Der Sonnenwagen hat einen Durchmesser von neuntausend Yojanas.

Kriyapada 17-122. Sein Strahlenkreis misst das Dreifache. Die Sonnenwelt ist von Hunderten Palästen erfüllt,

Kriyapada 17-123. geschmückt mit schönen Gärten, Versammlungshallen und Wasserbecken. Hunderttausend Yojanas über der Sonne liegt der Mond; darüber der Kreis der Mondhäuser.

Kriyapada 17-124. Zweihunderttausend Yojanas darüber liegt Merkur, weitere zweihunderttausend darüber Venus; ebenso weit über Venus Mars und über Mars Jupiter.

Kriyapada 17-125. Zweihunderttausend Yojanas über Jupiter liegt Saturn. Der Mondwagen hat drei Räder; seine Pferde sind weiß wie Kunda-Blüten.

Kriyapada 17-126. Zehn Pferde ziehen ihn; dies gilt als die Mondwelt. Merkurs Wagen hat acht rote Pferde und bildet entsprechend seine Welt.

Kriyapada 17-127. Der große Wagen der Venus hat acht Pferde von der Farbe der Färberdistel; Mars' goldener Wagen acht rubinrote Pferde.

Kriyapada 17-128. Jupiters goldener Wagen ist mit acht hellen Pferden bespannt; Saturns ebenfalls goldener Wagen mit acht gescheckten.

Kriyapada 17-129. Rahus Wagen ist rauchfarben und mit acht dunkelblauen Pferden ausgestattet. Ketus Wagen ziehen acht rauchrote Pferde.

Kriyapada 17-130. Ihre Orte liegen unterhalb von Mond und Sonne. Diese jeweiligen Wagen werden auch als ihre einzelnen Welten bezeichnet.

Kriyapada 17-131. Hunderttausend Yojanas über Saturn liegt der Kreis der sieben Weisen; weitere hunderttausend darüber steht Dhruva als fester Achsenpunkt.

Kriyapada 17-132. Dhruva wird als Beweger der Planeten, Mondhäuser und Sterne bezeichnet. Von der Erde aufwärts bis zur Bahn der Mondhäuser erstreckt sich Bhuvarloka.

Kriyapada 17-133. Darüber, bis zur Bahn Dhruvas, liegt Svarloka, der Himmel. Dort befindet sich Shakras schöne Stadt Amaravati.

Kriyapada 17-134. Tausende Paläste der Götter und Weisen befinden sich dort, ebenso der Adityas, Rudras, Vasus und beiden Ashvins,

Kriyapada 17-135. der Maruts und Sadhyas, mit Städten und Welten; besonders auch der Weltenhüter in ihren Richtungen und der königlichen Weisen.

Kriyapada 17-166, erste Quellmarke nach 17-135. Tausende Paläste der Gandharvas und Ahnen liegen dort. Auch die anderen, die den Himmel errungen haben, besitzen dort ihre Wohnstatt. [Nummerierungshinweis: Die Quelle bietet hier 17-166, danach 17-137; die spätere reguläre Marke 17-166 bleibt ebenfalls erhalten.]

Kriyapada 17-137. Dort genießen sie die Freuden, die ihren eigenen Verdiensten entsprechen. Shimshumara bildet die Stütze Dhruvas und liegt über ihm. [Quellenhinweis: Die gleichzeitigen Angaben „Stütze“ und „über Dhruva“ werden nicht räumlich neu geordnet.]

Kriyapada 17-138. Zehn Millionen Yojanas über Dhruva liegt Maharloka, erfüllt von Göttern in Himmelsfahrzeugen. Zwanzig Millionen über Maharloka liegt Janaloka.

Kriyapada 17-139. Dort wohnen in Palästen die vollendeten, geistgeborenen Söhne Brahmas, großherzig und mit der Herrschaftskraft des Yoga versehen.

Unnummerierte Ergänzung nach 17-139. Gemeint ist: bis zur Auflösung Brahmas.

Kriyapada 17-140. Dreißig Millionen Yojanas über Janaloka liegt Tapoloka. Dort wohnen die Vairaja genannten Götter.

Unnummerierte Ergänzung nach 17-140. Auch sie bleiben bis zur Auflösung Brahmas dort.

Kriyapada 17-141. Sechzig Millionen Yojanas über Tapoloka liegt Satya. Diese Welt heißt auch Brahmaloka; ihr Bestand reicht bis zur Auflösung Brahmas.

Kriyapada 17-142. Die makellosen Schöpfungsherren Daksha, Bhrigu und andere, ferner die Brahmaloka errungenen Entsagenden und Brahman-Lehrer

Kriyapada 17-143. wohnen dort; Brahmas Wohnsitz entzieht sich der Beschreibung. Etwas über Satyaloka liegt Vishnus große Stadt,

Kriyapada 17-144. aus Licht, grenzenlos und nicht zu beschreiben. In der Brahma-Welt weilt Brahma stets, von Göttern und weiteren Wesen verehrt.

Kriyapada 17-145. In seiner eigenen Welt weilt der erhabene allgegenwärtige Vishnu auf dem Ananta-Sitz, umgeben von Yogis, Kumuda, Vishvaksena und ihren Scharen,

Kriyapada 17-146. bedient von sämtlichen verkörperten Waffen, beginnend mit dem Rad. Zehn Millionen Yojanas über Vishnus Welt

Kriyapada 17-147. liegt Rudras Welt. Ihre Herrlichkeit ist nicht auszusprechen; sie ist von einer Lichtmauer umgeben und glänzt wie zehn Millionen Sonnen.

Kriyapada 17-148. Dort weilt der göttlich gestaltete, dreiäugige, mondgekrönte Gott, bedient von Skanda, Nandin, Ganesha und göttlich gestalteten Scharen,

Kriyapada 17-149. die durch Gleichgestaltigkeit befreit sind und sich an der Verehrung des Herrn erfreuen. Mit der Göttin Uma wohnt er stets in göttlichen Palästen.

Unnummerierte Weltenhüter nach 17-149. Genug der Beschreibung. Die Welten von Bhur bis Satya haben jeweils einen Rudra als Herrn, insgesamt sieben. In der Manjari heißt es:

„Auf der Erde Subhadra, im Luftraum Vayuvega, im Himmel der ‚von großer Kraft und Tapferkeit‘ Genannte; in Mahas der furchtbare Rudra, darüber die bekannten Mahakalaka und Vaidyuta. Herr Satyalokas ist Shveta; danach Brahma, danach Hari. Rudra selbst ist Herr seiner eigenen Welt innerhalb des Welteneis.“ [Hinweis: Die gedrängte Namensfolge ist in ihrer Abgrenzung nicht durchgehend eindeutig; ihre Reihenfolge bleibt erhalten.]

Außerhalb des Welteneis liegen in jeder der zehn Richtungen zehn Rudra-Städte. Ihre Namen entsprechen denen der hundert Rudras, beginnend mit Kapalisha. Im Paushkara heißt es: „Dort, bei den jeweils hunderttausend Yojanas großen, überaus strahlenden [Stätten], weilt Rudras Shakti Bhadrakali mit ihren eigenen Scharen.“

So liegen alle Welten von Kalagni bis zur Stadt Bhadrakalis im Erdprinzip. Gemeint sind hundertacht Welten.

Kriyapada 17-150. Darüber liegen die Welten im Wasser-Prinzip und den folgenden Prinzipien. Sie sind überaus weit, strahlend und groß.

Kriyapada 17-151. Ihre eigene Gestalt ließe sich selbst in hundert Jahren nicht vollständig beschreiben. Auch wäre zu fürchten, dass das Buch allzu umfangreich würde.

Kriyapada 17-152. Darum werden sie kurz dargestellt, damit der Welten-Weg verständlich wird. Das Wasser-Prinzip ist als zehnmal so groß wie das Erdprinzip zu erkennen;

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-152. das Feuer-Prinzip wiederum zehnmal so groß, danach Wind und Raum. So nehme man die jeweils folgenden Größen der Prinzipien von Erde bis Maya an. Reine Vidya, Ishvara und Sadashiva werden der Reihe nach jeweils tausendfach größer. Für Shakti und Shiva wird kein Maß genannt, weil sie ohne Anfang und Ende sind.

Kriyapada 17-153. Die Anordnung der Welten in den Prinzipien von Wasser an

Kriyapada 17-154. sollen die Lehrer bei der Reinigung der Wege jeweils der Reihe nach kennen. Im Wasser-Prinzip liegt die „geheime Acht“, beginnend mit Amaresha … [Am Ende steht eine lokale Lücke.]

Kriyapada 17-155. Im Feuer liegt die „Acht jenseits des Geheimen“, beginnend mit Harishchandra; im Wind-Prinzip die … „Vitra“ genannte Acht. [Der Beginn dieser Gruppenbezeichnung fehlt in der Quelle.]

Kriyapada 17-156. Im Raum liegt die Bhima genannte Acht, beginnend mit Vastrapada. In den sieben Prinzipien von der feinen Geruchseigenschaft bis zum Ichbewusstsein

Kriyapada 17-157. liegt die Sharva-Acht, beginnend mit Chagalandha. Im Intellekt liegt entsprechend die Acht der göttlichen Geburtsarten, beginnend mit den Pishachas.

Kriyapada 17-158. In Prakriti liegt die Gruppe der acht Ursprünge, beginnend mit Akrita. Die Sthaleshvara-Acht, beginnend mit Mahadeva,

Kriyapada 17-159. befindet sich im Zeit-Prinzip und in Maya. Die Neunergruppe von Vama und Jyeshtha an liegt im Prinzip der reinen Vidya.

Kriyapada 17-160. Die acht Welten der Vidya-Herren mit den Namen Anantesha und den folgenden liegen im Ishvara-Prinzip; so sollen es die Lehrer der Reihe nach erkennen.

Kriyapada 17-161. Die Sadashiva genannte Welt liegt im Sadashiva-Prinzip. Die fünf Welten, die nach den Kalas von Nivritti an benannt sind, liegen im Bindu.

Kriyapada 17-162. Die Fünfergruppe von Indhika an liegt im Nada; darüber liegt die Fünfergruppe von Vyapini an in der Shakti selbst.

Kriyapada 17-163. So wurde die Zahl von zweihundertvierundzwanzig Welten kurz erklärt. Man erkenne sie als im Weg der Wirklichkeitsprinzipien angeordnet.

Kriyapada 17-164. Alle diese Welten sind von verkörperten Wesen erfüllt, die durch Shivas Willen aus der Entfaltung der Handlungskraft hervorgebracht werden.

Kriyapada 17-165. Bis zur Erdwelt sind die Körper vornehmlich aus erdhaften Zweieratom-Verbindungen und den folgenden Zusammensetzungen gebildet; deshalb gelten sie als erdhaft.

Kriyapada 17-166, zweite Quellmarke. In Bhuvarloka und den folgenden Welten sind die schönen Leiber der Götter aus Wasser, einige aus Feuer und manche aus Wind gebildet.

Kriyapada 17-167. Der Raum gilt als allgegenwärtig und mit der achtgliedrigen feinstofflichen Hülle verbunden. In den Welten der Prinzipien vom Geist bis Maya

Kriyapada 17-168. bestehen die Körper durch Mayas Entfaltung jeweils vorwiegend aus dem entsprechenden Prinzip. Von reiner Vidya bis Shakti gilt die leibliche Ausstattung der einzelnen Seelen

Kriyapada 17-169. als rein und aus Vidya bestehend, weil sie auf reinen Prinzipien beruht. Bei Nirvana-Einweihung und verwandten Riten jedoch muss das durch früheres und künftiges Karma

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-169. verkörperte gebundene Wesen in all diesen Welten gereinigt werden. Genug der Ausführlichkeit.

Kriyapada 17-170. Nun wird die wechselseitige Durchdringung dieser Wege der Reihe nach genau erklärt.

Kriyapada 17-171. Das Erdprinzip, der Laut „ksha“, die beiden Mantras Herz und Sadya sowie Kalagni, Kushmanda, Hataka, die Brahma- und Vishnu-Welt

Kriyapada 17-172. und die Rudra-Welt gehören hierher. Diese sechs Welten liegen innerhalb des Welteneis; außerhalb stehen die hundert Rudras in den zehn Richtungen.

Kriyapada 17-173. Kapalisha, Aja, Buddha, Vajradeha, Pramardana, Vibhuti, Avyaya, Shasta, Pinakin und Tridashadhipa;

Kriyapada 17-174. Agni, Rudra, Hutasha, Pingala, Khanaka, Hara, Jvalana, Dahana, Babhru, Bhasmanta und Kshayantaka;

Kriyapada 17-175. Yama, Mrityu, Hara, Dhatri, Vidhatri, ferner Kartri, Samyoktri, Viyoktri und Dharma;

Kriyapada 17-176. als zehnter Dharmapati im Süden. Nirriti, Marana, Hantri, Kruradrishti und Bhayanaka;

Kriyapada 17-177. Urdhvakesha, Virupaksha, Dhumra, Lohita und Damshtrin; Bala, Atibala, Pashahasta und Mahabala,

Kriyapada 17-178. Shveta, Jayabhadra, Dirghahasta, Jalantaka, Meghanada und Sunada: Diese zehn stehen im Westen.

Kriyapada 17-179. Shighra, Vayu, Vayuvega, Sukshma, Tikshna, Kshayantaka, Panchantaka, Panchashikha, Kapardin und Meghavahana:

Kriyapada 17-180. Diese zehn Rudras sind in der nordwestlichen Richtung bekannt. Nidhisha, Rupavat, Dhanya, Saumyadeha und Jatadhara,

Kriyapada 17-181. Lakshmidhara, Ratnadhara, Shridhara, Prasadana und als zehnter Prakasha stehen im Norden.

Kriyapada 17-182. Vidyadhipa, Isha, Sarvajna, Jnanabhuj, Vedaparaga, Suresha, Sharva, Jyeshtha, Bhutapala und Balipriya;

Kriyapada 17-183, erste Quellmarke. Vrisha, Vrishadhara, Ananta, Krodhana, Marutashana, Grasana, Udumbarisha, Phanindra und Vajradamshtrin;

Kriyapada 17-184. Shambhu, Vibhu, Gunadhyaksha, Tridasha, Tridasheshvara, Samvaha, Vivaha, Lipsu, Brahma und Trilochana.

[Quellenhinweis zu 17-173–184: Die Quelle kündigt zehn Gruppen zu je zehn Rudras an. Die erhaltene Namensfolge ist teilweise zusammengezogen und lässt diese Zahl nicht überall eindeutig aufgehen; insbesondere 17-174 enthält mehr, 17-183 weniger als zehn klar abgrenzbare Namen. Die Lesungen werden nicht anhand einer anderen Liste ergänzt oder vereinheitlicht.]

Kriyapada 17-185. Über diesen Rudras steht Virabhadra, ferner die Welt Bhadrakalis. So ergeben sich hundertacht

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-185. Welten, der Reihe nach genannt, jede mit dem eigenen Namen ihres Rudra.

Unnummerierte umgekehrte Wortfolge des Vyomavyapi nach 17-185. „Verehrung, Unendlicher! Verehrung Shiva! Verehrung, Verehrung! Allgebender! Sharva! Shiva! Feiner, Feiner! Klang, Klang! Rotbrauner, Rotbrauner! Fliegender, Fliegender! Turunga, Turunga! Zeuge, Zeuge! Zuvor Bestehender! Ungepriesener, Ungepriesener! Unverehrter, Unverehrter! Über Brahma, Vishnu und Rudra hinaus! Der allen Gegenwart verleiht! Der allen Wesen Glück gibt! Ursprung des Werdens! Bhava, Bhava! Alles, Alles! Erster, Erster! Befreie, befreie! Herr des Yoga! Große Lichtkraft! Herr des wahren Seins! Großer Gott!“

[Hinweis: Die heilige Silbe erscheint mehrfach im überlieferten Sanskrit; ihre genaue Stellung bleibt dort bewahrt. „Turunga“ bleibt als ungesicherter Lautausruf benannt. Varianten wie „sarva“ gegenüber früher „Sharva“ werden nicht angeglichen. Die anschließende beschädigte Zählnotiz enthält die Zahl 28.]

Kriyapada 17-183, zweite Quellmarke nach 17-185. Von der abschließenden Wortgruppe des Mantras bis zur Wortgruppe „Mahadeva“

Kriyapada 17-187. ergeben sich in umgekehrter Reihenfolge achtundzwanzig Wortgruppen. Diese fünf Wege sind gemeinsam mit der sechsten, der Nivritti-Kala,

Kriyapada 17-188. als von ihr durchdrungen zu betrachten; so gliedert sich der sechsfache Weg. Nun folgen Wasser, Feuer, Wind, Raum, Geruch, Geschmack und Gestalt,

Kriyapada 17-189. Berührung und Klang; ferner Rede, Füße, Hände, Ausscheidungs- und Geschlechtsorgan, Gehör, Haut, Augen, Zunge und Geruchssinn,

Kriyapada 17-190. sodann die drei inneren Werkzeuge Geist, Ichbewusstsein und Intellekt. Ursache aller ist die übergeordnete Prakriti mit ihren drei Gunas.

Kriyapada 17-191. Dies sind in umgekehrter Reihenfolge dreiundzwanzig Prinzipien. Die Lautreihe beginnt mit „ha, sa, sha“ und setzt sich mit den in der Quelle verbundenen Lautgruppen fort:

Kriyapada 17-192. bis zu den Zungenlautgruppen und „ta“, insgesamt dreiundzwanzig Laute. Dazu gehören Kopf- und Vamadeva-Mantra sowie die Welten,

[Örtliche Ausnahme zu 17-191–192: Die in der Datei dicht zusammengezogene Lautliste wird hier nur als Lautreihe mit Anfang, Ende und Umfang bezeichnet; eine sichere vollständige Auflösung ins Deutsche ist nicht gegeben. Ihr gesamter Wortlaut bleibt in beiden Sanskritfassungen erhalten.]

Kriyapada 17-193. sechsundfünfzig der Reihe nach, mit Namen von Amaresha an: Amaresha, Prabhasa, Naimisha, Pushkara, Ashadhi,

Kriyapada 17-194. Dindi, Mundi und Bharabhuti – diese acht im Wasser-Prinzip. Harishchandra, Shishaila, Jalpisha, Amradakeshvara,

Kriyapada 17-195. Madhyamesha, Mahakala, Kedara und Bhairava: Diese acht Welten liegen im Feuer-Prinzip.

Kriyapada 17-196. Gaya, Kurukshetra, Nokhala, Kanakhalaka, Vimalesha, Attahasa, Mahendra und Bhimakeshvara:

Kriyapada 17-197. Diese acht Welten liegen im Wind-Prinzip. Vastrapada, Rudrakoti, Avimukta, Mahalaya,

Kriyapada 17-198. Gokarna, Bhadrakarna, Svarnaksha und Sthanu: Diese acht Welten liegen im Raum-Prinzip.

Kriyapada 17-199. Chagalanda, Dviranda, Makota, Mandaleshvara, Kalanjara, Shankukarna, Sthulesha und Sthaleshvara:

Kriyapada 17-200. Diese acht Welten liegen der Reihe nach im Weg von der feinen Geruchseigenschaft bis zum Ichbewusstsein.

Kriyapada 17-201. Pishacha-, Rakshasa-, Yaksha-, Gandharva-, Indra-, Soma-, Prajapati- und Brahma-Geburt bilden die acht göttlichen Geburtsarten im Intellekt.

Kriyapada 17-202. Akrita, Krita, Bhairava, Brahma, Vishnu, Kumara, Uma und Shrikantha bilden die Yoga-Acht,

Kriyapada 17-203. die im Prinzip der gunahaften Prakriti liegt. So ergeben sich durch sieben Achtergruppen der Reihe nach sechsundfünfzig

Unnummerierte Fortsetzung und Wortfolge nach 17-203. Welten; dazu einundzwanzig Wortgruppen:

„Großer Herr! Höchster Atman! Sharva! Shiva! Ursprung der Auflösung! Auflösung! Unvergänglicher! Himmel! Luftraum! Erde! Dhu, dhu, dhu! Na, na, na! Anfangsloser! Aschenloser! Rauchloser! Feuerloser! Gestaltloser! Licht, Licht! Lichtkraft, Lichtkraft! Erster! Gestaltloser, Gestaltloser!“

[Hinweis: Die heiligen Silben vor den drei Welten und die genaue Lautgestalt bleiben in Sanskrit erhalten. Die Ausrufe „dhu“ und „na“ werden nicht mit einer erfundenen Wortbedeutung versehen. Die Quelle schließt mit einer Zählnotiz „21“.]

Kriyapada 17-204. Beginnend mit der Wortgruppe „Maheshvara“ bis zur Wortgruppe „Gestaltloser“.

Kriyapada 17-205. Diese fünf Wege betrachte man als von der sechsten, der Pratishtha-Kala, durchdrungen. So ist hier die Durchdringung der sechs Wege.

Kriyapada 17-206. In der Vidya-Kala liegen Purusha, Begehren, unreine Vidya, Kala als begrenzte Wirkkraft, Niyati als Begrenzungsordnung und Zeit,

Kriyapada 17-207. ferner Maya: sieben Prinzipien, verbunden mit sieben Lauten – „nya, jha, ja, cha, ca, nga, gha“ – und den beiden Mantras Haarspitze und Aghora. [Hinweis: Die lateinische Lautbenennung hier dient nur der Erklärung; die Unterscheidung der Sanskritzeichen ist in den IAST- und Devanagari-Seiten genau erhalten.]

Kriyapada 17-208. Die Welten, beginnend mit Vama, zählen siebenundzwanzig: Vama, Bhima, Ugra, Bhava und Ishana,

Kriyapada 17-209. ferner Ekavira – diese sechs Weltenherren liegen im Purusha-Prinzip. Prachanda, Umapati, Aja, Ananta und Ekarudraka

Kriyapada 17-210. bilden die fünf Welten im Prinzip des Begehrens. Krodha und Chanda liegen in der unreinen Vidya.

Kriyapada 17-211. In Niyati liegen Jyotis und Samvarta; danach Sukara, Panchantaka, Ekavira und Shivada in Kala.

Unnummerierter Kommentar nach 17-211. Gemeint ist: im Zeit-Prinzip. [Quellenhinweis: Die Verteilung von begrenzter Wirkkraft und Zeit bleibt dadurch gegenüber 17-206 unklar. Die Lesung und der Kommentar werden nebeneinander bewahrt.]

Kriyapada 17-212. Mahadeva, Vamadeva, Udbhava, Ekapingala, Ekanetra, Ishana, Bhuvanesha

Kriyapada 17-213. und Angushthamatra: Dies sind die acht Sthaleshvaras. Vom Zeit-Prinzip bis Maya umfasst die Weltenreihe siebenundzwanzig.

Unnummerierte Wortfolge nach 17-213. „Durchdringender, Durchdringender! Raum, Raum! Unbewusster, Unbewusster! Dem Höchsten des großen Herrn! Dem von Lichtgestalt! Dem Herrn allen Yoga! Dem über alles Wissen Gesetzten! Dem Unvergänglichen! Dem Beschützer! Dem Verborgenen jenseits des Verborgenen! Verehrung, Verehrung! Der Sadyojata-Gestalt! Dem Verborgenen des Vamadeva! Dem Herzen Aghoras! Dem Gesicht Tatpurushas! Dem Haupt Ishanas! Shiva! Dem Ursprung von allem! Verehrung Shiva! Dem von Meditation Genährten!“

[Hinweis: Die überlieferte Wendung „acetanācetana“ wird wie in Kapitel 6 bewahrt. Abweichungen der Wörter gegenüber früheren Fassungen des Mantras werden nicht still vereinheitlicht.]

Kriyapada 17-214. Von „Durchdringender“ bis „von Meditation Genährter“ liegen hier zwanzig Wortgruppen. Alles ist von der Vidya-Kala

Kriyapada 17-215. durchdrungen zu betrachten: So ist die Anordnung des sechsfachen Weges. In der Shanti-Kala liegen reine Vidya und Ishvara

Kriyapada 17-216. sowie Sadashiva, diese drei Prinzipien. Die drei Laute sind „ga, kha, ka“, die beiden Mantras Panzer und Purusha.

Kriyapada 17-217. Achtzehn Welten liegen hier, beginnend mit Vama: Vama, Jyeshtha, Raudri, Kali, Kalavikarani,

Kriyapada 17-218. Balavikarani, Balapramathani, Sarvabhutadamani und als neunte Manonmani.

Kriyapada 17-219. Sie liegen so der Reihe nach im Prinzip der reinen Vidya. Anantesha, Sukshma, Shivottama,

Kriyapada 17-220. Ekanetra, Ekarudra, Trimurti, Shrikantha und Shikhandin sind die Welten im Ishvara-Prinzip.

Unnummerierte Fortsetzung nach 17-220. Die Sadashiva genannte Welt liegt im Sadashiva-Prinzip. Die Wortfolge lautet:

„Dem ewig im Yoga Weilenden! Dem auf dem Yoga-Sitz Ruhenden! Dem Ewigen! Dem Festen! Dem auf nichts Angewiesenen! Dem Herrenlosen! Dem Unendlichen! Shiva! Dem Alldurchdringenden! Dem von Raumgestalt! Dem Raumdurchdringenden Verehrung!“

Kriyapada 17-221. Hier liegen elf Wortgruppen, beginnend mit „dem ewig im Yoga Weilenden“

Kriyapada 17-222. bis zur Wortgruppe „Raumdurchdringender“. Diese fünf Wege sind durch die sechste, die Shanti-Kala, durchdrungen.

Kriyapada 17-223. So sollen die Kundigen die Durchdringung des sechsfachen Weges der Reihe nach verstehen. Entsprechend liegt in Shantyatita das Shiva-Prinzip.

Kriyapada 17-224. Die sechzehn Laute sind die Vokale in umgekehrter Reihenfolge, beginnend beim Visarga. Dazu gehören die drei Mantras Waffe, Ishana und Grundmantra.

Kriyapada 17-225. Die Welten von Nivritti an zählen hier fünfzehn: Nivritti, Pratishtha, Vidya, Shanti

Kriyapada 17-226. und Shantyatita sind als Kalas die Welten im Bindu. Indhika, Dipika, Rochi, Mochika und Urdhvaga

Kriyapada 17-227. bilden weitere fünf Welten; dies sind die Nada-Kalas. Vyapini, Vyomarupa, Ananta, Anatha

Kriyapada 17-228. und Anashrita sind die Shakti-Kalas und zugleich Welten. Die heilige Silbe am Beginn des Mantras steht in umgekehrter Reihenfolge am Ende.

Kriyapada 17-229. Sie bildet eine einzige Wortgruppe. So wurde auch hier der Weg fünffach erklärt; man erkenne ihn als von der Shantyatita-Kala durchdrungen.

Kriyapada 17-230. So wurde die sechsfache Durchdringung der Wege nach der Bestimmung der Shiva-Agamas gelehrt. Die Welten zählen zweihundertvierundzwanzig.

Unnummerierter Abschluss nach 17-230. Wer die sechs Wege erkennt, soll selbst vom Ozean des Werdens frei werden und auch andere daraus befreien.

Unnummerierter Merkvers. „Zusammengefasst ist der Weg sechsfach: elf Mantras, einundachtzig Wortgruppen, sechsunddreißig Wirklichkeitsprinzipien, fünfzig Laute und fünf Kalas.“ [Die Zahl der Welten wurde unmittelbar zuvor genannt.]

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, im Siddhantasara, im oberen Teil, im Kriyapada, das siebzehnte Kapitel: „Die Bestimmung der sechs Wege“.

Zur Besinnung. Die vielen Welten und Namen werden am Ende auf einen Gedanken zurückgeführt: Erkenntnis soll aus Bindung herausführen und auch anderen zugutekommen. Für heutige Yoga-Aspiranten kann diese Zielrichtung verständlich bleiben, selbst wenn die historische Weltenkarte fremd erscheint.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 17: Die sechs Wege und die Ordnung der Welten
Die Einweihung soll nach diesem Werk die ganze erfahrbare und überirdische Wirklichkeit umfassen. Dafür beschreibt das Kapitel sechs „Wege“: Prinzipien, Laute, Mantras, Welten, Wörter und Kalas. Die anschließende Kosmologie ist eine religiöse Weltenkarte mit gewaltigen Zahlen und symbolischen Gestalten; sie wird als Aussage des historischen Textes übersetzt.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha saptadaśaḥ paṭalaḥ |

atha nirvāṇadīkṣādikriyāniṣpattisādhanam |
yathāvadadhvanāṃ ṣaṇṇāṃ svarūpaṃ tu nirūpyate || 17-1 ||

p. 150) tattvādhvā caiva varṇādhvā mantrādhvādhvā ca bhauvanaḥ |
padādhvā ca kalādhvā ca ṣaṭprakāro'dhvanirṇayaḥ || 17-2 ||

vyāpyāstattvādayaḥ pañca malādyā vyāpakāstrayaḥ |
punarmalādayo vyāpyāḥ kalādhvā vyāpakaḥ smṛtaḥ || 17-3 ||

tatra tattvāni ṣaṭtriṃśat tattvādhvā syād vilomataḥ |
kṣakārādirakārānto varṇādhvākṣarasantatiḥ || 17-4 ||

sadyādikāni brāhmāṇi mantrāśca hṛdayādayaḥ |
mūlamantraśca mantrādhvā prāgevātra pradarśitaḥ || 17-5 ||

kālāgnyādīni śaktyantaṃ bhuvanāni śatadvayam |
sacaturviṃśatipuraṃ bhuvanādhveti kathyate || 17-6 ||

vyomavyāpipadānyatra yānyekāśītisaṃkhyayā |
vilomataḥ padādhvā syānmantroddhāre sa coditaḥ || 17-7 ||

nivṛttiśca pratiṣṭhā ca vidyā śāntiśca pañcamī |
śāntyatīteti hi kalāḥ kalādhvā so'pi darśitaḥ || 17-8 ||

tantre'smin prāganuktatvād bhuvanādhvātha kathyate |
kālāgnisaṃjñaṃ kūṣmāṇḍaṃ hāṭakaṃ brāhmavaiṣṇave || 17-9 ||

raudraṃ ca bhuvanānyatra brahmāṇḍāntaḥsthitāni ṣaṭ |
brahmāṇḍamūle kālāgnibhuvanaṃ daśakoṭi bhiḥ || 17-10 ||

yojanairvistṛtaṃ tasya vimānaṃ lakṣayojanam |
tasya siṃhāsanaṃ pañcasahasraiḥ sāgnimaṇḍalam || 17-11 ||

atra mañjaryāṃ -

kālāgniḥ sa ca yojanāyutatanurlokān didhakṣuḥ sthito- 'bhyudgīrṇāgniśikhaistrinetravikaṭairvaktraiśca daṃṣṭrojjvalaiḥ |
satpāśāṅkuśakhaḍgakheṭakaśareṣvāsāgnikhaṭvāṅgakai - rdorbhiḥ śūlakapālasābhayavarairnānāhibhūṣānvitaḥ ||

iti |
api ca

anatikṛśakṛśānuśreṇividyudvitāna - dyutikapilajaṭābhirviprakīrṇābhirugraḥ |

p. 151) pratibhayabhaṭamuṇḍasragdharaḥ kṛttivāsāḥ sitabhasitasitāṅgo bhāti kālāgnirudraḥ || 17-12 ||

saptakoṭigaṇairbhīmairātmaveṣānukāribhiḥ |
rudraiḥ parivṛto devasteṣāṃ caiva daśeśvarāḥ || 17-13 ||

dhūmreśvaraśca kapilaḥ kālako'dhīśvarastathā |
jaladaścañcalo'rtheśa īśo'nantaśca padmabhūḥ || 17-14 ||

ete pūrvādidaśadikṣu pratisaptatilakṣagaṇānāmadhipatayaḥ saparivārāstiṣṭhanti |

kālāgnibhuvanādūrdhvaṃ kūṣmāṇḍabhuvanaṃ sthitam |
yojanānāṃ navatibhirlakṣaistadvistṛtocchritaḥ || 17-15 ||

tanmadhye pañcasāhasrayojanastasya cālayaḥ |

kūṣmāṇḍastu sahasrayojanatanustryakṣaistribhiścānanai - rdaṃṣṭrābhīṣaṇadanturaiśca dahanajvālāṭṭahāsātmavān |
vidyutpiṅgajaṭaḥ karairḍamarukaṃ khaṭvāṅgapāśāṅkuśān bibhracchūlakapālavahnibhujagānāntrāsthimālādharaḥ || 17-16 ||

apica,

ghaṇṭāśṛṅkhalabaddhakeśavasanaḥ pretāsane saṃsthito bhasmoddhūlitavigrahaśca bhujagairnānāvidhairbhūṣitaḥ |
bhūtapretapiśācajambhakagaṇaiḥ ṣaṭkoṭisaṃkhyairvṛto bhīmaḥ sve bhuvane vibhāti bhagavān kuṣmāṇḍarudraḥ sthitaḥ || 17-17 ||

tasyādhastāt paritaḥ pañcakoṭisaṃkhyayā

narakāṇyatiduḥkhāni pacyante yeṣu pāpinaḥ || 17-18 ||

teṣāmapi ca mukhyāni dvātriṃśannarakāṇi tu |
teṣāmapi trayo vargāḥ syusteṣāṃ cādhipāstrayaḥ || 17-19 ||

rauravaḥ kumbhīpāko'vīciśca |
tāni ca rauravamahāraurava-śītoṣṇasantāpanavidāraṇapaṅkamahāpaṅkāsipatravanasūcīmukha-kālasūtrakṣuradhārasaṃjñānyekādaśa rauravapradhānāni |
tadvat kumbhīpākāṅgāranicayaśvabhakṣaṇāsṛkpūyapaṅkakrakacapāṭana-taptalohataptavālukāsthibhaṅgasūkarakhamāṃsabhakṣaṇāvāṅmukha-lambanāni

p. 152) kumbhīpākapradhānānyekādaśa |
avīcikriminicayakūṭaśalmalini-rucchvāsāmedhyakūpakrimikūpāndhakūpanirālambanapatanaśūlaprota-vaitaraṇisaṃjñānyavīcipradhānāni daśa |

kūśmāṇḍarudraḥ sarveṣāṃ narakāṇāṃ prabhuḥ smṛtaḥ |

  • * * (yoja)nādūrdhvaṃ saptapātālasaṃsthitiḥ || 17-20 ||

teṣāṃ navatilakṣāṇi pratyekaṃ vistṛtiḥ smṛtā |
uparyupari saptāpi pātālāni sthitāni hi || 17-21 ||

atalaṃ caiva pātālaṃ nitalaṃ ca gabhastitam |
mahātalaṃ ca sutalaṃ rasātalamataḥparam || 17-22 ||

tāni ca kramāddhemamāṇikkendranīlapuṣyarāgarajatasphaṭikamayāni |
rasātalaṃ tu śailamayaṃ muktāphalākīrṇamiti vidyāt |

daiteyā dānavā nāgāḥ kṛtapuṇyāstu ye purā |
pātāleṣu vasantyeṣu harapādārcane ratāḥ || 17-23 ||

virocanahiraṇyākṣaprahlādabaliśambarāḥ |
vṛtrādyāścaiva daityendrāḥ pātālasvargavāsinaḥ || 17-24 ||

bhūmeśca dhāraṇe yukto viṣṇuryo'nantavigrahaḥ |
so'pyāste bhavane divye nāgendrairarcitaḥ sadā || 17-25 ||

tatra bhogavatī nāma vāsukernagarī śubhā |
hemaratnamayī divyā divyabhogasamanvitā || 17-26 ||

kramāt pātālānāmadhipatayaḥ sapta rudrāstatra tatra nivasanti |
te ca caṇḍavijayajyeṣṭhāmayātharvapadamahārudranair-ṛtasaṃjñāḥ |
sāmānyena sarvapātālānāmadhipatirhāṭakeśvaradevaḥ |

haimaṃ tu hāṭakeśasya puraṃ divyagaṇāvṛtam |
vistārāyāmatastulyaṃ sahasradvayayojanaiḥ || 17-27 ||

tasya vimānaṃ dviśatayojanapramāṇam |

tanmadhye kanakadyutistrinayanaḥ siṃhāsanastho bhujai - rbibhrāṇo varadābhaye ca hariṇaṃ uṅkaṃ ca divyākṛtiḥ |

p. 153) dhurdhūrendukalābhujaṅgavalayasragjāṭajūṭojjvalaḥ pārvatyā sahitastu hāṭakaśivo divyairgaṇairāvṛtaḥ || 17-28 ||

daityadānavanāgendrakanyābhiśca kumārakaiḥ |
abhyarcyamānaḥ satataṃ sugandhakusumotkaraiḥ || 17-29 ||

tasyordhvaṃ khalu bhūlokādāsatyāt saptadhā sthitam |
brāhmaṃ tu bhuvanaṃ proktaṃ brahmasṛṣṭyabhipūritam || 17-30 ||

tasya daśalakṣayojanaghanā bhūmiḥ pañcāśatkoṭiyojanavistṛtā padmākārāvasthitā |

madhye'syāḥ karṇikākāro meruḥ kanakaparvataḥ |
sthitaḥ ṣoḍaśasāhasrayojanaṃ tvavanāvadhaḥ || 17-31 ||

caturaśītisāhasraṃ yojanānāṃ tathocchritaḥ |
mūle ṣoḍaśasāhasraṃ yojanaṃ vistṛtaśca saḥ || 17-32 ||

tato'pi dviguṇaṃ mūrdhni vistṛtaḥ sa mahāgiriḥ |
caturdaśasahasraistu yojanairbrahmaṇaḥ purī || 17-33 ||

madhye'tra mānasī divyā nānāratnaprabhojjvalā |

tasyāḥ pūrvādyaṣṭadikṣu indrādilokapālānāmaṣṭau puryo viśvakarmavinirmitāḥ |
tāścāmarāvatī tejovatī sāṃyamanī kṛṣṇāvatī śuddhāvatī gandhāvatī mahodayā yaśovatīsaṃjñāḥ |

kiñcit paścimatastatra viṣṇorapi puraṃ mahat || 17-34 ||

tadvat pūrvottare bhāge jyotiḥśikharasaṃjñitaḥ |
parvato'ṣṭasahasrāṇāṃ yojanānāṃ pramāṇataḥ || 17-35 ||

tatra divyavimāneṣu pārvatyā sahito haraḥ |
gaṇeśvaraiḥ parivṛto ramate'bhyarcitaḥ suraiḥ || 17-36 ||

svargādāpatitā gaṅgā plāvayantīndumaṇḍalam |
tasmin harajaṭājūṭe patitāsmācca nirgatā || 17-37 ||

p. 154) khyātā sītā gatā prācīṃ bhadrākhyā cottarāṃ diśam |
yāmyāmalakanandākhyā sucakṣuḥ paścimāṃ gatāṃ || 17-38 ||

caturdikṣu gatvā lavaṇasāgaraṃ praviṣṭā iti yāvat |

pūrveṇa mandaro merordakṣiṇe gandhamādanaḥ |
vipulaḥ paścimagiriḥ supārśvaścottare sthitaḥ || 17-39 ||

ete catvāro'pi merorviṣkambhagirayaḥ pratyekamaṣṭasahasrayojanapramāṇā ratnabahulā divyajanasevyāḥ |
teṣu kramād devodyānāni sarāṃsi ca |
yathā -

vanaṃ caitrarathaṃ prācyāṃ dakṣiṇe gandhamādanam |
vaibhrājaṃ vipile tadvat supārśve nandanaṃ smṛtam || 17-40 ||

aruṇodaṃ subhadraṃ ca sitodamatha mānasam |
sarāṃsi devabhogyāni mandarādiṣvanukramāt || 17-41 ||

mandarādiṣu tadvacca vṛkṣāṇāṃ tu catuṣṭayam |
vidyāt kadambo jambūśca pippalo'tha vaṭastathā || 17-42 ||

te ca pratyekaṃ dvisahasrayojanaviṣkambhocchrayāḥ |

gandhamādanasaṃsthastu jambūdvīpasthapādapaḥ |
jambūstannāmadheyena jambūdvīpo'yamucyate || 17-43 ||

mahāgajapramāṇāni svādūni rasavanti ca |
sārvakālaṃ phalānyasya nipatanti sahasraśaḥ || 17-44 ||

tasmin phalarasodbhūtā nāmnā jambūnadī sarit |
pravṛttā devagandharvasiddhacāraṇasevitā || 17-45 ||

tajjalasparśanāt kāṣṭhamṛttikāśarkarādikam |
jāmbūnadākhyaṃ bhavati svarṇaṃ ṣoḍaśavarṇakam || 17-46 ||

tajjalasnānapānena prāṇino ye caturvidhāḥ |
sarve bhavanti sauvarṇā nirjarāścāyutāyuṣaḥ || 17-47 ||

merostu paritaḥ khyāto lakṣayojanavistṛtaḥ |
jambūdvīpasya khaṇḍāni nava varṣāṇi tāni hi || 17-48 ||

p. 155) lāvaṇena samudreṇa dvīpo'yaṃ veṣṭito bahiḥ |
navānāmapi varṣāṇāṃ madhyamaṃ syādilāvṛtam || 17-49 ||

meruśca tanmadhyagataḥ kesarācalasaṅgataḥ |
ilāvṛtād dakṣiṇato harikimpuruṣāhvaye || 17-50 ||

(bhārataṃ) nava varṣāṇi trīṇi teṣvacalāstrayaḥ |
niṣadho hemakūṭaśca himavāṃścātra dakṣiṇe || 17-51 ||

pūrvāparāyatāḥ sarve pūrvāparasamudragāḥ |
ramyahairaṇyakuravo varṣatrayamilāvṛtāt || 17-52 ||

uttare giraya(ste ca) prāgvat prāgāyatāstrayaḥ |
nīlaḥ śvetastriśṛṅgī ca varṣasīmāsvavasthitāḥ || 17-53 ||

prācyāmilāvṛtād varṣo hyeko bhadrāśvasaṃjñitaḥ |
paścime ketumālaśca tayordvau varṣaparvatau || 17-54 ||

ānīlaniṣadhāyāmau mālyavadgandhamādanau |
ilāvṛte padmavarṇā jambūphalarasāśinaḥ || 17-55 ||

trayodaśasahasrāyusteṣāṃ pūjyaśca śaṅkaraḥ |
bhadrāśve mānavāḥ śuklā divyarūpāyutāyuṣaḥ || 17-56 ||

divyāmrabhojanā devaṃ yajanti ca maheśvaram |
kusumbhakusumaprakhyā harivarṣe'yutāyuṣaḥ || 17-57 ||

viṣṇuṃ yajante manujāḥ sarve caikṣavabhojinaḥ |
kimpūruṣe haimavarṇā narāste cāyutāyuṣaḥ || 17-58 ||

plakṣavṛkṣaphalāhārā brahmāṇaṃ pūjayanti te |
bhārate naikavarṇāstu nānābhāṣāśanāyuṣaḥ || 17-59 ||

nānādevārcanāḥ sarve nānākarmakarāstathā |
māhendro malayaḥ sahyaḥ śuktimānṛkṣaparvataḥ || 17-60 ||

vindhyaśca pāriyātraśca saptātra kulaparvatāḥ |
mukhyaśo'tra tathā nadyo gaṅgā godāvarī tathā || 17-61 ||

p. 156) yamunā narmadā tāpī kṛṣṇaveṣṇā sarasvatī |
tuṅgabhadrā ca kāverī sindhutāmrādikāstathā || 17-62 ||

spṛṣṭāḥ pītāstathā snātāḥ sarvāḥ pāpāpahāḥ smṛtāḥ |
idaṃ tu bhārataṃ varṣaṃ navadvīpavibhūṣitam || 17-63 ||

kumārīhimavanmadhye dvīpo'yaṃ puṇya ucyate |
karmabhūmiriyaṃ svargamapavargaṃ ca gacchatām || 17-64 ||

anye mlecchajanākīrṇā dvīpāste bhāratasya ye |
indradvīpaḥ kaśeruśca tāmravarṇo gabhastimān || 17-65 ||

nāgaḥ saumyaśca gāndharvo vāruṇaścāṣṭamaḥ smṛtaḥ |
asmin kumārīdvīpe tu devarṣīṇāṃ tu mukhyaśaḥ || 17-66 ||

sthānāni yāni tāni syuḥ saṃkṣepādatra tānyapi |
aptattvādiṣu vakṣyante ṣaṭpañcāśat purāṇyuta || 17-67 ||

amareśādisaṃjñābhirdṛśyante'trāpi tāni ha |

śambhoḥ sthānānīti yāvat |
atra

mahendre jāmadagnyaścāpyagastyo malayācale || 17-68 ||

sahye brahmaharīśānāḥ kumāraḥ śuktimadgirau |
ṛkṣe śivo nivasati pāriyātre nṛkesarī || 17-69 ||

vindhye durgā himavati naranārāyaṇāśramaḥ |
ketumāle narā nīlāḥ striyaścotpalasannibhāḥ || 17-70 ||

kṣīrānnabhojino rudrabhaktāste cāyutāyuṣaḥ |
ramye rajatasaṅkāśāḥ pañcasāhasrajīvinaḥ || 17-71 ||

madhvāśā brahmabhaktāste ramyāṅgāḥ sthirayauvanāḥ |
hiraṇyake hemavarṇā drākṣāśāścāyutāyuṣaḥ || 17-72 ||

sūryabhaktā narāstadvat kuruvarṣe suropamāḥ |
śyāmavarṇā mithunajāḥ kalpavṛkṣopajīvinaḥ || 17-73 ||

āyurdvādaśasāhasraṃ teṣāṃ pūjyau śivau smṛtau |
kailāse hemakūṭe ca himavatyuttare'pi ca || 17-74 ||

p. 157) triśṛṅge mandare nīle gandhamādanaparvate |
karṇikāravane caiva purāṇi puraśāsituḥ || 17-75 ||

hemaratnavimānāni prādhānyena bhavanti hi |
alakākhyā tu kailāse dhanadasya purī śubhā || 17-76 ||

vasudhāre vasūnāṃ ca ratnādhāre surarṣiṇām |
ekaśṛṅge brahmaṇastu jaigīṣavyasya cāśramaḥ || 17-77 ||

gajaśaile tu durgāyāṃ sunīle rakṣasāṃ purī |
sumeghe devarājasya śvetādrau garuḍasya ca || 17-78 ||

ṣaṇmukhasya ca tatraiva krauñce jārudhiparvate |
yakṣāṇāṃ śataśṛṅge tu triśṛṅgādrau tathā śriyaḥ || 17-79 ||

sahasraśikhare'drīndre vidyādharapurāṇi hi |
mahālakṣmyāḥ parijāte sarasvatyāḥ supārśvake || 17-80 ||

añjanādrāvapsarasāṃ gandharvāṇāṃ ca pāṇḍare |
kumudādrau tu rudrāṇāṃ jārudhau bhāskarasya ca || 17-81 ||

piñjarādrau gaṇapaterhaṃsakūṭe tu vedhasaḥ |
tatraiva sanakādīnāṃ daityānāṃ pañcaśailake || 17-82 ||

dakṣiṇe lavaṇāmbhodhau laṅkākhyā rakṣasāṃ purī |
aikṣavābdhau gaṇeśasya dvīpāḥ santi purāṇi ca || 17-83 ||

surābdhau bhadrakālyāśca bhairavāṇāṃ purāṇyapi |
vīrabhadrasya mātṝṇāṃ kṣetreśasyāpi tatra hi || 17-84 ||

ghṛtode'gneśca devānāṃ dadhyabdhau brahmaṇo hareḥ |
nārāyaṇasya kṣīrābdhau śvetadvīpo'tiśobhanaḥ || 17-85 ||

hemaratnavimānāḍhyaḥ pañcalakṣapravistṛtaḥ |
caturbhujaiḥ śvetavarṇaiḥ śaṅkhacakragadādharaiḥ || 17-86 ||

viṣṇusārūpyamuktaistu janaiḥ strībhiśca śobhitam |
tatra divye vimāne tu śete nārāyaṇo vibhuḥ || 17-87 ||

śeṣāhiśayane divye śrībhūmisahito virāṭ |
sevitaḥ kumudādyaiśca viṣvaksenādikairgaṇaiḥ || 17-88 ||

p. 158) tatrāpi ca gaṇāḥ kecid divyarūpāstrilocanāḥ |
bhasmacchannāstripuṇḍrāṅkāḥ santi rudrārcane ratāḥ || 17-89 ||

svādūdakābdhau svāśāsu lokeśānāṃ (purā)ṇyapi |
prajāpatīnāṃ ca pṛthag bhogavanti bhavanti hi || 17-90 ||

alamativistareṇa |
prastutameva prastūyate |

jambūḥ śākaḥ kuśaḥ krauñcaḥ śalmalaplakṣapuṣkarāḥ |
lavaṇakṣīradadhyājyagulamadyajalārṇavāḥ || 17-91 ||

iti * * * * * * * ntreṣvapi ca keṣucit |
madhvādikaḥ kramaḥ prokto dvipābdhīnāṃ vibhāgaśaḥ || 17-92 ||

jambūḥ plakṣaḥ śālmalaśca kuśaḥ krauñcastataḥ param |
śākaśca puṣkarākhyaśca dvīpāḥ saptārṇāvāvṛtāḥ || 17-93 ||

lavaṇekṣusurāsarpirdadhidugdhajalārṇavāḥ |
proktāḥ * * * * * * * * * * * pi sarvaśaḥ || 17-94 ||

mithovirodhinorevaṃ dvīpābdhikramapakṣayoḥ |
uttaraṃ matabahulyādatrāśritya nigadyate || 17-95 ||

jambūdvīpāllāvaṇo'bdhirdviguṇastasya bāhyataḥ |
lāvaṇād dviguṇo dvīpaḥ plakṣākhyo valayākṛtiḥ || 17-96 ||

tasmin saptaiva varṣāṇi santi sapta (ca) parvatāḥ |

tadyathā - śāntābhayaśiśirasukhodayānandaśivakṣemakadhruvasaṃjñāni varṣāṇi |
gomedacakrakanāradadundubhisomaka-ṛṣabhavaibhrājasaṃjñā varṣagirayo lavaṇekṣusamudrasparśinaḥ sarve sahasrayojanavistārocchrayāḥ |
tatra tu -

āryakāḥ kurarāścaiva vidaṃśā bhāvinastathā || 17-97 ||

varṇāścatvāra evaṃ syuryathātra brāhmaṇādayaḥ |
te ca pañcasahasrāyuḥsthirayauvanaśālinaḥ || 17-98 ||

somamūrtiṃ mahādevaṃ yajantaḥ sukhamāsate |
varṣanadyo'pi saptātrāpyanutaptā śivāmṛtā || 17-99 ||

p. 159) vipāpā tridivā nandā sukṛtā cāmalodakāḥ |
plakṣād dviguṇa ikṣūdo dviguṇo'smācca śālmalaḥ || 17-100 ||

dvīpastatra ca varṣaṇi sapta śailāśca nimnagāḥ |

yathāhuḥ -

harītajīmūtarohitavaidyutamānasahaṃsasuprabhasaṃjñāni varṣāṇi |
kumudakumudonnatavalāhakadroṇakaṅkamahiṣakakudmasaṃjñāḥ parvatā ṛjvāyatā ikṣūdasurodasparśinaḥ |

yonitoyā vitṛṣṇā ca candrā śuklā vimocanī || 17-101 ||

nivṛttiśca subhadrā ca sapta nadyastu śālmale |
kāpilā aruṇāḥ pītāḥ kṛṣṇākhyāśca dvijādayaḥ || 17-102 ||

tatrāyutāyuṣo martyā dhūmrā vāyuṃ yajanti te |
śālmalād dviguṇo vāhye surodo maṇḍalākṛtiḥ ||103 ||

dviguṇo'sya kuśadvīpastasmin varṣāṇi sapta vai |
udbhido veṇumāṃścaiva surayo lambano dhṛtiḥ || 17-104 ||

prabhākaraśca kapilo varṣāḥ sphītajanākulāḥ |
vidrumo dyutimān hemo hariḥ puṣṭaḥ kuśeśayaḥ || 17-105 ||

mandaraśceti girayaḥ surājyodadhisaṅgatāḥ |
hemābhāste ca varṣāṇāṃ saptasāhasrajīvinaḥ || 17-106 ||

kuśād ghṛtodād dviguṇo bāhye'smād dviguṇaḥ punaḥ |
krauñcadvīpo'sya varṣāṇi sapta nadyaśca parvatāḥ || 17-107 ||

kuśalamanoharoṣṇakapravarāndhakāramunidundubhisaṃjñāni varṣāṇi |
krauñcavāmanakāraṇḍakadivispṛgvividapuṇḍarīkadundubhisva-nasaṃjñāḥ parvatāḥ |

gaurī kumudvatī caiva sandhyā rātrirmanojavā |
khyātiśca puṇḍarīkā ca nadyaḥ prādhānyataḥ smṛtāḥ || 17-108 ||

puṣkarāḥ puṣkalā dhanyāstiṣyāśca brāhmaṇādayaḥ |
jīvantyaṣṭasahasrāṇi varṣāṇi śivapūjakāḥ || 17-109 ||

p. 160) krauñcāt tu dviguṇo bāhye dadhyabdhistasya bāhyataḥ |
śākadvīpo dvimāno'smāt tatra varṣāṇi sapta hi || 17-110 ||

jaladakumārasukumāramaṇicakakusumottaramodakamahādrumasaṃjñāni varṣāṇi |

udayo raivataścaiva śyāmāko'stagiristathā |
āmbikeyastathā ramyaḥ kesarī ceti parvatāḥ || 17-111 ||

sukumārī kumārī ca nandinī veṇukā tathā |
ikṣukā dhenukā caiva gabhastiḥ sapta nimnagāḥ || 17-112 ||

tatra varṇāśca catvāro nagā magadhavāmanāḥ |
nandakāścaiva pītābhāḥ saptasāhasrajīvinaḥ || 17-113 ||

te ca sūryamūrtiṃ yajante |

śākād bāhye tu dugdhābdhirdviguṇo'smācca puṣkaraḥ |
tatra varṣācalastveko mānasottarasaṃjñitaḥ || 17-114 ||

madhyena valayākāraḥ pañcāśadbhiḥ sahasrakaiḥ |
yojanānāṃ tu vistīrṇastāvaducco mahāgiriḥ || 17-115 ||

tasya cobhayato varṣe tathaivoparimaṇḍale |
abhyantare mahāvīto dhātakī ṣaṇḍako bahiḥ || 17-116 ||

tasmin na nadyo varṇā vā dvijaprāyo'khilo janaḥ |
ayutāyurhemavarṇo vāyumūrtiṃ yajatyasau || 17-117 ||

tasya mānasottarasya madhye triṣahasrayojanapramāṇo nyagrodhataruḥ, tasmin brahmā saparivāro nivasati |

tasyottareṇa haryardhatanoḥ śambhorniketanam |
vasatyasmin hariharaḥ pūjyamānaḥ surāsuraiḥ || 17-118 ||

puṣkarād dviguṇo bāhye svādūdaḥ sāgaro mahān |
tadbāhye daśakoṭyāsti yojanānāṃ hiraṇyabhūḥ || 17-119 ||

svādvabdhestu bahirhiraṇyadharaṇiḥ koṭyā daśāsyā bahi - rlokālokagiristu merusadṛśaścotsedhavistārataḥ |

p. 161) nirjīvaḥ khalu bāhyato'sya tu tamaḥ ṣaṭtriṃśatā koṭibhi - rbāhye cāṇḍakaṭāhataḥ sa ca ghanaḥ ṣaṭkoṭigavyūtibhiḥ || 17-120 ||

alamatiprasaṅgena |
atha bhuvarlokādayaḥ kathyante |
tad yathā -

bhūmerūrdhvaṃ yojanānāṃ lakṣe sūryagatiḥ smṛtā |
yojanairnavasāhasrairviṣkambho'rkarathasya tu || 17-121 ||

tatprabhāmaṇḍalaṃ tasmāt triguṇaṃ hi pramāṇataḥ |
sūryalokastu vijñeyo vimānaśatasaṅkulaḥ || 17-122 ||

udyānaiḥ sasabhai ramyaiḥ śobhitaḥ sajalāśayaiḥ |
sūryāllakṣe sthitaścandrastasmānnakṣatramaṇḍalam || 17-123 ||

tasmād dvilakṣe tu budho dvilakṣe'smācca bhārgavaḥ |
dvilakṣe bhārgavād bhaumastadvad bhaumād bṛhaspatiḥ || 17-124 ||

yojanānāṃ dvilakṣe tu guroḥ saurirvyavasthitaḥ |
rathastricakraḥ somasya kundagaurāśca vājinaḥ || 17-125 ||

daśa te ca vahantyenaṃ somalokastu sa smṛtaḥ |
raktāṣṭāśvo budhasyāpi ratho lokaḥ sa tasya hi || 17-126 ||

kusumbhasadṛśāṣṭāśvaḥ śukrasyāpi ratho mahān |
padmarāgāruṇāṣṭāśvo haimo bhaumasya vai rathaḥ || 17-127 ||

rathastu pāṇḍarāṣṭāśvo haimaḥ khyāto bṛhaspateḥ |
rathastu śabalāṣṭāśvaḥ śanerapi hiraṇmayaḥ || 17-128 ||

dhūmarastu ratho rāhornīlāṣṭāśvairalaṅkṛtaḥ |
aṣṭau dhūmrāruṇāḥ ketoraśvā yuktā rathe smṛtāḥ || 17-129 ||

tayorapi sthitiḥ khyātā hyadhastāt somasūryayoḥ |
eteṣāṃ tu pṛthag lokāsta eva parikīrtitāḥ || 17-130 ||

śanerupari lakṣe tu saptarṣīṇāṃ tu maṇḍalam |
teṣāmupari lakṣe tu medhībhūte dhruvaḥ sthitaḥ || 17-131 ||

grahanakṣatratārāṇāṃ prerako dhruva īritaḥ |
bhūmerūrdhvaṃ bhuvarlokastvā nakṣatrapathāt smṛtaḥ || 17-132 ||

p. 162) tadūrdhvamā dhruvapathāt svarlokaḥ svarga ucyate |
tatrāmarāvatī nāma śakrasya tu purī śubhā || 17-133 ||

devarṣīṇāṃ vimānāni tatra santi sahasraśaḥ |
ādityānāṃ ca rudrāṇāṃ vasūnāmaśvinorapi || 17-134 ||

marutāmapi sādhyānāṃ purāṇi bhuvanāni ca |
svadikṣu lokapālānāṃ rājarṣīṇāṃ ca mukhyaśaḥ || 17-135 ||

gandharvāṇāṃ pitṝṇāṃ ca vimānāni sahasraśaḥ |
anyeṣāṃ ca svargajitāmāvāsaḥ svari (taḥ ? ti)smṛtaḥ || 17-166 ||

te svapuṇyānurūpāṃstu bhogāṃstatraiva bhuñjate |
śiṃśumāro dhruvasyāpi syādādhāro dhruvopari || 17-137 ||

dhruvāt koṭyā maharloko vaimānikasurairvṛtaḥ |
koṭidvaye maharlokādūrdhvaṃ loko janaḥ smṛtaḥ || 17-138 ||

tatra siddhā vidhāneṣu mānasā brahmaṇaḥ sutāḥ |
nivasanti mahātmāno yogaiśvaryopabṛṃhitāḥ || 17-139 ||

ā brahmapralayāditi yāvat |

koṭitraye janādūrdhvaṃ tapolokaḥ pratiṣṭhitaḥ |
vairājā nāma ye devāstapoloke vasanti te || 17-140 ||

ā brahmapralayāt te'pi vasanti |

tapolokāt tu ṣaṭkoṭyāmūrdhvaṃ satyaṃ pratiṣṭhitam |
brahmalokastu sa jñeya ābrahmapralayā sthitiḥ || 17-141 ||

prajānāṃ patayaścaiva dakṣabhṛgvādayo'malāḥ |
brahmalokajito'nye ca yatayo brahmavādinaḥ || 17-142 ||

yatra yad brahmasadanaṃ na tad varṇayituṃ kṣamam |
satyalokāt tataḥ kiñcidūrdhvaṃ viṣṇupuraṃ mahat || 17-143 ||

tejomayamaparyantaṃ tanna varṇayituṃ kṣamam |
brāhme brahmā sadaivāste pūjyamānaḥ surādibhiḥ || 17-144 ||

p. 163) svaloke bhagavān viṣṇurāste'nantāsane vibhuḥ |
yogibhiḥ kumudādyaiśca viṣvaksenādibhirgaṇaiḥ || 17-145 ||

cakrādyaiścāyudhaiḥ sarvairmūrtimadbhirupasthitaḥ |
yojanānāṃ tathā koṭyāṃ viṣṇulokādathopari || 17-146 ||

rudralokaḥ sthitastasya prabhāvo nodituṃ kṣamaḥ |
jyotiḥprākārasaṃvītaḥ sūryakoṭisamaprabhaḥ || 17-147 ||

tatra divyavapurdevastriṇetraścandraśekharaḥ |
skandanandigaṇeśaiśca gaṇairdivyavapurdharaiḥ || 17-148 ||

upāsyamānaḥ sārūpyamuktairīśārcane rataiḥ |
āste divyavimāneṣu śaśvad devyā sahomayā || 17-149 ||

alaṃ varṇanayā |
bhūrādisatyānteṣu pṛthak pṛthag rudrāstadadhipatayaḥ sapta |

yathā mañjaryāṃ -

bhūmau subhadro divi vāyuvegaḥ svarge mahāvīryaparākramākhyaḥ |
rudro mahaḥstho vikaṭaḥ parastāt khyāto mahākālakavaidyutau ca || satyalokeśvaraḥ śvetastato brahmā tato hariḥ |
rudraḥ svayaṃ svalokeśo brahmāṇḍāntaritīritaḥ ||

atha brahmāṇḍād bāhyato daśadikṣu pratidiśaṃ daśa daśa rudrapurāṇi teṣāṃ nāmadheyāni kapālīśādiśatarudrāṇāṃ saṃjñāvedyāni |
atra pauṣkare -

lakṣayojanamānānāṃ tejiṣṭhānāṃ pṛthak pṛthak |
tatrāste rudraśaktiryā bhadrakālī svakairgaṇaiḥ ||

evaṃ kālāgnipūrvāṇi bhuvanāni pṛthak pṛthak |
bhadrakālīpurāntāni pṛthvītattve sthitāni hi ||

aṣṭottaraśataṃ bhuvanānīti yāvat |

ataḥ paraṃ ca bhuvanānyaptattvādisthitāni hi |
tāni cātiviśālāni tejiṣṭhāni mahānti ca || 17-150 ||

p. 164) svarūpato varṇayituṃ tāni varṣaśatairapi |
na śakyāni yato granthagauravād bhayamastyataḥ || 17-151 ||

samāsena pradarśyante bhuvanādhvaprasiddhaye |
pṛthvītattvādathāptattvaṃ jñeyaṃ daśaguṇaṃ tataḥ || 17-152 ||

tejastattvaṃ daśaguṇaṃ tato vāyustato viyat |

evamuttarottarapramāṇāni pṛthivyādimāyāntāni tattvāni vidyāt |
śuddhavidyeśvarasadāśivatattvāni kramāt sahasraguṇitāni |
śaktiśivatattvayoranādyantatvāt pari(māṇaṃ no)cyate |

athābādiṣu tattveṣu bhuvanānāṃ vyavasthitiḥ || 17-153 ||

kramāt pṛthag veditavyā deśikairadhvaśodhane |
guhyāṣṭakākhyamaptattve'pyamareśādikaṃ na * || 17-154 ||

vahnau guhyātiguhyākhyaṃ hariścandrādyamaṣṭakam |

  • * * * * vitrākhyamaṣṭakaṃ vāyutattvagam || 17-155 ||

vastrāpadādyaṃ bhīmākhyamaṣṭakaṃ vyomni saṃsthitam |
ahaṅkārāntakaṃ gandhatanmātrādyeṣu saptasu || 17-156 ||

tattveṣucchagalaṇḍādiśarvāṣṭakamavasthitam |
paiśācādyaṃ tathā buddhau devayonyaṣṭakaṃ sthitam || 17-157 ||

yonyaṣṭakādyaṃ prakṛtāvakṛtādyamiha sthitam |
sthaleśvarāṣṭakaṃ yat tu mahādevādikaṃ tu tat || 17-158 ||

kālatattve ca māyāyāṃ vijñeyaṃ syād vyavasthitam |
vāmājyeṣṭhādi navakaṃ śuddhavidyāhvaye sthitam || 17-159 ||

ananteśādisaṃjñābhirvidyeśabhuvanāṣṭakam |
sthitamīśvaratattve tu vijñeyaṃ deśikaiḥ kramāt || 17-160 ||

sadāśivākhyaṃ bhuvanaṃ sthitaṃ tattve sadāśive |
nivṛttyādikalāsaṃjñaṃ bindau bhuvanapañcakam || 17-161 ||

indhikādyaṃ pañcakaṃ tu sthitaṃ nāde tataḥ param |
vyāpinyādyaṃ pañcakaṃ yacchaktāveva vyavasthitam || 17-162 ||

p. 165) bhuvanānāṃ caturviṃśatyadhikaṃ yacchatadvayam |
saṃkṣepāt kathitaṃ vidyādevaṃ tattvādhvani sthitam || 17-163 ||

pūrṇānyetāni sarvāṇi bhuvanāni śarīribhiḥ |
pravartitaiḥ śivecchātaḥ kriyāśaktervijṛmbhaṇāt || 17-164 ||

bhūlokāntaṃ śarīrāṇi pārthivairdvyaṇukādibhiḥ |
prārabdhānyadhikairyasmāt pārthivāni bhavanti hi || 17-165 ||

bhuvarlokādilokeṣu devānāṃ tanavaḥ śubhāḥ |
āpyāśca taijasāḥ kāścid vāyavīyāḥ smṛtāḥ kvacit || 17-166 ||

sarvatragaṃ smṛtaṃ vyoma puryaṣṭakavimiśritam |
manaḥprabhṛti tattveṣu māyāntaṃ bhuvaneṣviha || 17-167 ||

tattattattvapradhānāḥ syurdehā māyāvijṛmbhaṇāt |
śuddhavidyādiśaktyantamaṇūnāṃ dehasaṅgrahaḥ || 17-168 ||

vidyāmayaḥ smṛtaḥ śuddhaḥ śuddhatattvopalambhanāt |
kintu nirvāṇadīkṣādau prākkarmāgāmikarmabhiḥ || 17-169 ||

bhuvaneṣveṣu sarveṣu paśuḥ śodhyaḥ śarīravān |

alamativistareṇa |

athādhvanāṃ kramādeṣāṃ vyāptiḥ samyaṅ nigadyate || 17-170 ||

pṛthvītattvaṃ kṣavarṇaśca mantrau hṛdayasadyakau |
kālāgnirapi kūśmāṇḍo hāṭakaṃ brāhmavaiṣṇave || 17-171 ||

raudraṃ ca bhuvanānyantarbrahmāṇḍasya bhavanti ṣaṭ |
aṇḍād bahiḥ śatarudrā daśadikṣu vyavasthitāḥ || 17-172 ||

kapālīśo hyajo buddho vajradehaḥ pramardanaḥ |
vibhūtiravyayaḥ śāstā pinākī tridaśādhipaḥ || 17-173 ||

agnī rudro hutāśaśca piṅgalaḥ khanako haraḥ |
jvalano dahano babhrurbhasmāntaśca kṣayāntakaḥ || 17-174 ||

p. 166) yamo mṛtyurharo dhātā vidhātā ca tathāparaḥ |
kartā caiva ca saṃyoktā viyoktā dharma eva ca || 17-175 ||

tadvad dharmapatistatra daśamo dakṣiṇe sthitaḥ |
nir-ṛtirmāraṇo hantā krūradṛṣṭirbhayānakaḥ || 17-176 ||

ūrdhvakeśo virūpākṣo dhūmralohitadaṃṣṭriṇaḥ |
balaścātibalaścaiva pāśahasto mahābalaḥ || 17-177 ||

śveto'tha jayabhadraśca dīrghahasto jalāntakaḥ |
meghanādaḥ sunādaśca vāruṇyāṃ daśa saṃsthitāḥ || 17-178 ||

śīghro vāyurvāyuvegaḥ sūkṣmastīkṣṇaḥ kṣayāntakaḥ |
pañcāntakaḥ pañcaśikhaḥ kapardī meghavāhanaḥ || 17-179 ||

rudrā daśaite vikhyātā vāyavyāṃ diśi saṃsthitāḥ |
nidhīśo rūpavān dhanyaḥ saumyadeho jaṭādharaḥ || 17-180 ||

lakṣmīdharo ratnadharaḥ śrīdharaśca prasādanaḥ |
prakāśo daśamaśceti kauberyāṃ diśi saṃsthitāḥ || 17-181 ||

vidyādhipeśasarvajñā jñānabhug vedapāragaḥ |
sureśaśarvajyeṣṭhāśca bhūtapālo balipriyaḥ || 17-182 ||

vṛṣo vṛṣadharo'nantaḥ krodhano mārutāśanaḥ |
grasanodumbarīśaśca phaṇīndro vajradaṃṣṭriṇau || 17-183 ||

śambhurvibhurguṇādhyakṣastridaśastridaśeśvaraḥ |
saṃvāhaśca vivāhaśca lipsurbrahmā trilocanaḥ || 17-184 ||

teṣāmupari rudrāṇāṃ vīrabhadro vyavasthitaḥ |
bhadrakālyāśca bhuvanamevamaṣṭādhikaṃ śatam || 17-185 ||

bhuvanāni kramoktāni rudrāṇāṃ svākhyayā pṛthak |

oṃ namo'nanta namaḥ śivāya oṃ namonamaḥ sarvada śarva śiva sūkṣma sūkṣma śabda śabda piṅga piṅga pataṅga pataṅga turuṅga turuṅga sākṣin sākṣin pūrvasthita asaṃstu(ta ? tā)saṃstuta anarcitā(na)rcita brahmaviṣṇurudrapara sarvasānnidhyakara

p. 167) sarvabhūtasukhaprada bhavodbhava bhava bhava sarva sarva prathama prathama muñca muñca yogādhipate mahātejaḥ sadbhāveśvara mahādeva |
thapra ¾¾ 28 ||

mantrāvasānikapadānmahādevapadāvadhi || 17-183 ||

vilomataḥ padāni syuraṣṭāviṃśatisaṃkhyayā |
ityadhvapañcakaṃ ṣaṣṭhyā nivṛttikalayā saman || 17-187 ||

vyāptaṃ sañcintanīyaṃ syādadhvaṣaṭkaṃ vibhāgataḥ |
āpo'gnirvāyurākāśo gandhaśca rasarūpake || 17-188 ||

sparśaḥ śabdaśca vākpādapāṇipāyubhagāni ca |
śrotraṃ tvakcakṣuṣī jihvā ghrāṇaścetīndriyāṇi ca || 17-189 ||

manohaṅkārabuddhyākhyaṃ tadantaḥkaraṇatrayam |
sarveṣāṃ triguṇātha syāt prakṛtiḥ kāraṇaṃ parā || 17-190 ||

trayoviṃśatitattvāni vilomāditi saṃkhyayā |
hasaṣāḥ śavalā ro yamabhabāḥ phapanā dhadau || 17-191 ||

yataṇā ḍhaḍaṭhā ṭaśca trayoviṃśativarṇakāḥ |
śiraśca vāmadevākhyau mantrau tadvat purāṇi tu || 17-192 ||

ṣaṭpañcāśat krameṇa syuramareśādināmabhiḥ |
amareśaḥ prabhāsaśca naimiśaḥ puṣkarāṣaḍhī || 17-193 ||

ḍiṇḍī muṇḍī bhārabhūtirityaṣṭāvambutattvake |
hariścandraśca śīśailo jalpīśāmrādakeśvarau || 17-194 ||

madhyameśo mahākālaḥ kedāro bhairavastathā |
bhuvanāṣṭakamityetat tejastattve vyavasthitam || 17-195 ||

gayā caiva kurukṣetraṃ nokhalaṃ kanakhālakam |
vimaleśo'ṭṭahāsaśca mahendro bhīmakeśvaraḥ || 17-196 ||

ityaṣṭau bhuvanāni syurvāyutattvagatāni tu |
vastrāpado rudrakoṭiravimukto mahālayaḥ || 17-197 ||

gokarṇabhadrakarṇau ca svarṇākṣaḥ sthāṇurityapi |
bhuvanāṣṭakamākāśasaṃjñe tattve vyavasthitam || 17-198 ||

p. 168) chagalaṇḍo dviraṇḍaśca mākoṭo maṇḍaleśvaraḥ |
kālañjaraḥ śaṅkukarṇaḥ sthūleśo'tha sthaleśvaraḥ || 17-199 ||

prārabhya gandhatanmātramahaṅkārāntamadhvani |
sthitāni bhuvanānyaṣṭāvetāni ca yathākramam || 17-200 ||

paiśācaṃ rākṣasaṃ yākṣaṃ gāndharvaṃ caindrasaumyake |
prājeśaṃ brāhmamityetad devayonyaṣṭakaṃ dhiyām || 17-201 ||

akṛtaṃ ca kṛtaṃ caiva bhairavaṃ brāhmavaiṣṇave |
kaumāramaumaṃ śrīkaṇṭhamiti yogāṣṭakaṃ sthitaṃ || 17-202 ||

guṇaprakṛtitattve tu sthitametat tu bhauvanam |
aṣṭakaiḥ saptabhistvevaṃ ṣaṭpañcāśad yathākramam || 17-203 ||

bhuvanāni sthitānyevaṃ padānyapyekaviṃśatiḥ |

maheśvara paramātman śarva śiva nidhanodbhava nidhana anidhana oṃ sva oṃ bhuvaḥ oṃ bhūḥ dhū dhū dhū nā nā nā anāde abhasma adhūma anagne arūpa jyoti jyoti teja teja prathama arūpin arūpin |
thana = 21 ||

maheśvarākhyāt prārabhya syādarūpipadāvadhi || 17-204 ||

evaṃ pañcavidhādhvā syāt pratiṣṭhākalayā samam |
ṣaṣṭhyā vyāptaṃ vicintyaṃ syāt ṣoḍhādhvavyāptirīdṛśī || 17-205 ||

atha vidyākalāyāṃ tu puruṣo rāga eva ca |
aśuddhavidyā ca kalā niyatiḥ kāla eva ca || 17-206 ||

māyā ca sapta tattvāni varṇasaptakasaṃyutam |
ñajhajāśchacaṅā ghaśca śikhāghorau ca mantrakau || 17-207 ||

vāmāni bhuvanāni syuḥ saptaviṃśatisaṃkhyayā |
vāmo bhīmastathaivogro bhavaśceśāna eva ca || 17-208 ||

ekavīraśca puruṣe ṣaḍete bhuvaneśvarāḥ |
pracaṇḍomāpatiścājo hyanantaścaikarudrakaḥ || 17-209 ||

rāgatattve sthitaṃ tvetad bhuvanānāṃ tu pañcakam |
krodhacaṇḍāvaśuddhāyāṃ vidyāyāṃ tu vyavasthitau || 17-210 ||

p. 211) niyatyāṃ jyotisaṃvartau tataḥ sukarasaṃjñitaḥ |
pañcāntakaikavīrau ca śivadaśca kalāgatāḥ || 17-211 ||

kāle ceti yāvat |

mahādevo vāmadeva udbhavaścaikapiṅgalaḥ |
ekanetrastatheśāno bhuvaneśastataḥ paraḥ || 17-212 ||

aṅguṣṭhamātra iti cāpyaṣṭāvete sthaleśvarāḥ |
kālatattvācca māyāyāṃ bhauvanī saptaviṃśatiḥ || 17-213 ||

vyapinvyāpin vyomnivyomni acetanācetana maheśvaraparāya jyotīrūpāya sarvayogādhipāya sarvavidyādhikṛtāya anidhanāya goptre guhyātiguhyāya oṃ namonamaḥ sadyojātamūtaye vāmadevaguhyāya aghorahṛdayāya tatpuruṣavaktrāya īśānamūrdhāya śivāya sarvaprabhave oṃ namaḥ śivāya dhyānāhārāya |

vyāpinniti samārabhya dhyānāhārapadāvadhi |
padānāṃ viṃśatiścātra syād vidyākalayākhilam || 17-214 || 17-

vyāptaṃ saṃcintayedevaṃ ṣaḍvidhādhvavyavasthitiḥ |
atha śāntikalāyāṃ syācchuddhavidyeśvarāvapi || 17-215 ||

sadāśivaśca tattvāni trīṇi tasyāṃ sthitāni hi |
varṇāstrayaḥ syurgakhakā mantrau kavacapūruṣau || 17-216 ||

aṣṭādaśaiva bhuvanānyatra vāmādisaṃjñayā |
vāmā jyeṣṭhā ca raudrī ca kālī kalavikaraṇī || 17-217 ||

balavikaraṇī caiva balapramathanī tathā |
sarvabhūtadamanyekā navamī tu manonmanī || 17-218 ||

śuddhavidyāhvaye tattve sthitānyevamanukramāt |
ananteśaśca sūkṣmaśca tataścāpi śivottamaḥ || 17-219 ||

ekanetraścaikarudrastrimūrtiśca tathāparaḥ |
śrīkaṇṭhaśca śikhaṇḍī ca bhuvanānīśvarāhvaye || 17-220 ||

sadāśivākhyaṃ bhuvanaṃ sthitaṃ tattve sadāśive |

p. 170) nityayogine yogapīṭhasaṃsthāya śāśvatāya dhruvāya anāśritāya anāthāya anantāya śivāya sarvavyāpine vyomarūpāya vyomavyāpine namaḥ |

padānyekādaśātraiva nityayogina-āditaḥ || 17-221 ||

vyomavyāpipadāntāni sthitānyevaṃ tu pañcadhā |
ṣaṣṭhyā tu śāntikalayā vyāptānyevaṃ vicakṣaṇaiḥ || 17-222 ||

ṣaḍvidhādhvamayī vyāptirboddhavyā kramaśo bhavet |
tathaiva śāntyatītāyāṃ śivatattvaṃ vyavasthitam || 17-223 ||

varṇāḥ ṣoḍaśa sargādyāḥ svarāḥ syuste vilomataḥ |
astreśānau tathā mūlaṃ trayo mantrā bhavanti hi || 17-224 ||

nivṛttyādīni bhuvanānyatra pañcadaśaiva hi |
nivṛttiśca pratiṣṭhā ca vidyā śāntistathaiva ca || 17-225 ||

śāntyatīteti hi kalāḥ syurbindau bhuvanāni hi |
indhikā dīpikā rocirmocikā cordhvagā tathā || 17-226 ||

bhuvanādīni pañca syustāni nādakalāḥ khalu |
vyāpinī vyomarūpā cāpyanantā cāpyanāthayā || 17-227 ||

anāśritā ceti kalāḥ śāktāḥ syurbhuvanānyapi |
mantrādyaṃ praṇavaṃ yat tad vilomenāntakaṃ tu tat || 17-228 ||

padamekaṃ bhavedevamadhvāyaṃ pañcadhoditaḥ |
śāntyatītakalāvyāptaṃ vidyādityadhvanāṃ kramāt || 17-229 ||

ṣaḍvidhā vyāptiruddiṣṭā śaivāgamavinirṇayāt |
bhuvanāni caturviṃśatyadhikaṃ tu śatadvayam || 17-230 ||

ṣaḍadhvajñānavān mucyenmocayecca bhavārṇavāt |

ekatrādhvā ṣaḍavidhaikādaśa syurmantrāstvekaṃ cāpyaśītiḥ padāni |
ṣaṭtriṃśaccāpyatra tattvāni varṇāḥ pañcāśat syuḥ pañcasaṃkhyāḥ kalāśca ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde ṣaḍadhvanirṇayapaṭalaḥ saptadaśaḥ || 17 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 18: Die Nirvana-Einweihung

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 18: Die Nirvana-Einweihung
Die Nirvana-Einweihung richtet sich auf die Lösung der Bindungen. Eine Schnur stellt dabei den Körper, seine innere Leitbahn und die zu reinigenden Fesseln dar. Das Kapitel führt die Betrachtung der sechs Wege aus dem vorherigen Abschnitt in einen ausführlichen Ritualablauf über. Träume und Vorzeichen werden in ihrem historischen Deutungshorizont wiedergegeben.

Kapiteleröffnung. Nun das achtzehnte Kapitel.

Kriyapada 18-1. Für die Nirvana-Einweihung hat der Guru die täglichen Handlungen vollzogen, die beschriebene innere Zurücknahme ausgeführt und seinen Leib rituell vervollständigt.

Kriyapada 18-2. Nach dem Ausstreuen der Schutzstoffe hat er Shiva-Krug und Waffen-Vardhani verehrt. In einem der Mandalas rufe er Shambhu an und verehre ihn wie zuvor.

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu nach 18-2. „Weder durch Blumen noch durch Duftstoffe, ungebrochene Reiskörner oder Wasser soll man die Anordnung der Farbpulver beschädigen.“

Kriyapada 18-3. Daher verehre man am Rand des Mandalas, wie bei einem gemalten Bild. Man verehre Shiva im Feuer der Grube und sättige ihn wie zuvor mit den vorgeschriebenen Gaben.

Kriyapada 18-4. Nach dem Ausstreuen von Bali lege der Lehrer den Pavitra-Ring ab, bewahre Schweigen, wasche Füße und Hände, vollziehe sorgfältig das Wasserschlürfen und kleide sich weiß.

Kriyapada 18-5. Mit Kopfbinde, Obertuch und Pavitra-Fingerring, den Leib rituell vervollständigt, vollziehe er mit gewöhnlichem Arghya wie zuvor

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-5. sämtliche in der Samaya-Einweihung beschriebenen Handlungen: Besprengen, Betrachten, Berühren mit Asche, Verbinden der Augen, Eintritt in die Halle, Reinigung des inneren Organs des Schülers, Werfen der Blumengabe, Verehrung Shivas im Krug und Feuer, Nadi-Verbindung nahe der Grube, Darbringung der Mantras und schließlich die volle Opfergabe.

Kriyapada 18-6. Danach entflamme er der Reihe nach Grund- und Glieder-Mantras, jeden gesondert umschlossen von dem mit Feuer verbundenen Haarspitzen-Keim.

Kriyapada 18-7. Man spreche die Laute der Grund- und Glieder-Mantras mit der heiligen Silbe voran und dem Waffenabschluss am Ende und opfere jeweils dreimal Ghee. Dies soll die Mantras zum Aufleuchten bringen.

Kriyapada 18-8. Für den aufrecht stehenden Schüler dient die aus neun Fäden gefertigte, körperlange Schnur zum Zusammenfassen der Fesseln.

Unnummerierte Schnuranordnung nach 18-8. Sie wird mit dem Waffen-Mantra besprengt, mit dem Panzer-Mantra geschützt und verehrt. Für Lebensgenuss bindet man sie bei einem Mann am Haarbüschel fest und lässt sie bis unter den rechten großen Zeh herabhängen, bei einer Frau bis unter den linken. Für Befreiung bindet man sie zuerst am großen Zeh und danach am Haarbüschel.

Man betrachte die Schnur als Sushumna des Schülers. Mit „Verehrung der Sushumna!“ nehme man durch die Zurücknahme-Geste die Sushumna aus seinem Leib auf und vereinige sie mit der Schnur. Man verehre die so zur Sushumna gewordene Schnur, umhülle sie mit dem Panzer-Mantra und opfere für die Herstellung der Gegenwart dreimal.

Kriyapada 18-9. Nach dem Besprengen berühre man seine Herzgegend mit der als Waffe betrachteten Blume. Unter gedehnter Aussprache des Schutzlautes gehe der Lehrer beim Ausatmen

Kriyapada 18-10. durch die innere Leitbahn in das Herz des Schülers ein, vergegenwärtige dessen Bewusstsein als funkelnden Stern und löse es mit dem Waffen-Mantra von seiner Grundlage.

Kriyapada 18-11. Er ziehe es zum Dvadashanta, betrachte es als durch Shivas Shakti gestärkt und vom Herz-Mantra umschlossen und nehme es mit der Zurücknahme-Geste auf.

Kriyapada 18-12. Mit der Schnur vereint betrachte er es als durchdringend, umhülle es mit dem Panzer-Mantra, verehre es und opfere danach drei Gaben mit dem Grundmantra.

Kriyapada 18-13. Berühren, Aufnehmen und die weiteren Handlungen vollziehe man an der Schnur, nicht am Körper. In dieser Schnur stelle man sich die Fesseln des gebundenen Wesens vor, beginnend mit Mala,

Kriyapada 18-14. die seine Erlebensfähigkeit, seine Erfahrungsgegenstände und seine Körper hervorbringen können. Dann lege man die Kalas von Shantyatita an in die Schnur.

Unnummerierte Einleitung. Im Einzelnen:

Kriyapada 18-15. Der Grundkeim ist der Keim Shantyatitas; ihr Ort wird am Scheitel angegeben. Der mit „sa“ bezeichnete Laut auf „Wind“, mit dem zwölften Vokal und dem Punkt,

Kriyapada 18-16. ist der Keim Shantis. Ihr Ort reicht von der Stirn bis zum Hals. Der auf „Feuer“ gesetzte Haarspitzen-Keim gilt als Vidyas Keim.

Kriyapada 18-17. Ihr Ort reicht vom Hals bis zum Nabel; dort liegt Vidya. Der mit „sa“ bezeichnete Laut auf „la“, mit dem vierten Vokal und dem Punkt,

Kriyapada 18-18. ist als Pratishthas Keim angegeben; ihr Bereich reicht vom Nabel bis zu den Fußknöcheln. Der mit „sa“ bezeichnete Laut, verbunden mit „Erde“, einem langen Vokal und dem Punkt als Krönung,

Kriyapada 18-19. bildet Nivrittis Keim. Ihr Ort reicht vom Knöchel bis zur Fußsohle. Man verbinde die Kala-Keime mit der heiligen Silbe voran und den Kala-Namen im Dativ.

Kriyapada 18-20. Beim rituellen Anschlagen schließen sie mit Schutz- und Waffenlaut, beim Niederlegen mit Verehrung, beim Feueropfer mit dem Opferabschluss. So lege man sie in die Schnur. [Hinweis: Die Lautchiffren werden als Anweisungen erhalten; eine daraus erschlossene Rezitationsfassung wird nicht hinzugefügt.]

Unnummerierte Ausführung nach 18-20. An den angegebenen Stellen vom Scheitel an berühre man mit der Blumenwaffe die Kalas von Shantyatita an, nehme sie mit der Zurücknahme-Geste auf und lege sie der Reihe nach an den entsprechenden Stellen der Schnur nieder.

Danach betrachte man das Verhältnis von Durchdrungenem und Durchdringendem. Prinzipien, Welten, Wörter, Laute und Mantras werden durchdrungen; Mala, Karma, Maya und Isha durchdringen sie. Diese wiederum werden durchdrungen, die Kalas von Shantyatita an durchdringen sie. Wenn die Durchdringenden erfasst werden, werden daher auch die Prinzipien und Mala samt den übrigen erfasst: Werden die Kalas gegenwärtig gemacht, sind auch jene gegenwärtig; werden sie gereinigt, sind auch jene rein. [Quellenhinweis: Die Aufzählung nennt hier zusätzlich Isha gegenüber der Dreiergruppe des vorigen Kapitels; keine Angleichung erfolgt.]

Kriyapada 18-21. Man verehre die in der Schnur befindlichen Fesseln mit ihren eigenen Mantras und entflamme sie nach der nun beschriebenen Ordnung.

Kriyapada 18-22. Heilige Silbe, Aghora, Kala-Keim und Kala-Name im Dativ, abgeschlossen mit Schutz- und Waffenlaut: So spreche man der Reihe nach und opfere drei Gaben.

Kriyapada 18-23. Dies ist das Entflammen der Kalas von Shantyatita an. Danach erfolgt das Festbinden der Fesseln in derselben Reihenfolge.

Unnummerierte Knotenformel nach 18-23. Wie zuvor berühre man mit der Blumenwaffe und spreche, mit der heiligen Silbe voran und vom Grundmantra umschlossen, die Kala-Keime von Shantyatita an: „Erhabener, binde, binde die Fessel der Shantyatita-Kala, welche Mala, Maya, Karma, Shakti sowie die Wege der Prinzipien, Welten, Mantras, Laute und Wörter durchdringt!“ Es folgen Schutz- und Waffenlaut. An Shantyatitas Stelle knüpfe man einen Knoten in die Schnur. So knüpfe man der Reihe nach bis Nivritti die Knoten zur Festlegung der Fesseln.

Kriyapada 18-24. Der Lehrer lege die Fesselschnur zwischen zwei Schalen, besprenge sie mit den Resten der Opfergaben ihres Mantras, bringe sie Shambhu im Mandala dar und verehre sie.

Unnummerierte Fortsetzung und Merkliste nach 18-24. Von dort trage man sie zum Schutz zum Shiva-Krug und bringe sie dort dar. Damit sind vierzehn Handlungen vollzogen: Entflammen der Mantras, Anbringen der Schnur, Verbindung mit Sushumna, Verbindung mit dem Schülerbewusstsein, Vorstellung von Mala und den weiteren Fesseln, Berühren der Kalas, Aufnehmen, Verbinden, Verehren, Darbringen, Entflammen, Festbinden, Besprengen mit Opferresten und Darbringung am Shiva-Krug.

Kriyapada 18-25. Danach lasse man den Schüler sich vor Krug, Shiva und Feuer verneigen.

Kriyapada 18-26. Außerhalb der Halle im Osten setze sich der Schüler der Reihe nach auf drei gesonderte Mandalas, nach Osten gewandt.

Kriyapada 18-27. Man gebe ihm die Mischung der fünf Kuhprodukte, einen Anteil Opferbrei und das Zahnreinigungsholz: Für Befreiung auf einem Palasha-Blatt, für Lebensgenuss auf einem Ashvattha-Blatt.

Unnummerierte abweichende Mengenangabe nach 18-27. Einige sagen, man lasse ihn nur acht Bissen Opferbrei essen, nicht mehr.

Kriyapada 18-28. An der Richtung, in die die Spitze des Zahnreinigungsholzes fällt, soll sein günstiges oder ungünstiges Vorzeichen erkannt werden. Norden, Osten und Nordosten gelten als günstig, die anderen Richtungen als ungünstig.

Kriyapada 18-29. Bei ungünstigem Zeichen vollziehe man ein befriedendes Feueropfer mit Grund-, Glieder- und dem südlichen Mantra. Auf gut bestrichenem Boden bereite man ein Darbha-Lager mit einer Decke.

Kriyapada 18-30. Das Lager liege im Osten und sei durch hundert Wiederholungen des Waffen-Mantras geweiht. Wer Lebensgenuss wünscht, schlafe mit dem Kopf nach Osten; ein Befreiungssuchender auf einem Aschenlager mit dem Kopf nach Süden.

Kriyapada 18-31. Mit dem Herz-Mantra berühre man ihn und binde damit seinen Haarbüschel. Mit dem Waffen-Mantra bedecke man ihn mit einem feinen weißen Tuch.

Kriyapada 18-32. Außerhalb des Lagers lege man mit Sesam und Senf drei schützende Kreise wie einen Wall an, unter dem Waffen-Mantra. Danach gebe man den Geistwesen Bali.

Kriyapada 18-33. Auch der Guru nehme die fünf Kuhprodukte und die weiteren Gaben zu sich, vollziehe das Wasserschlürfen und lege sich schlafen. Am Morgen stehe er auf, bade und vollziehe die täglichen Handlungen.

Kriyapada 18-34. Mit Shivas Zustimmung hole er den Schüler und befrage ihn nach seinen Träumen. Günstige Träume begrüße er; zur Befriedung ungünstiger

Kriyapada 18-35. opfere er hundertmal Sesam, Ghee, Opferbrei und weißen Senf mit der Mantra-Samhita, mit Aghora und dem Waffen-Mantra. Nach der Gabe von Spenden

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-35. an Brahmanen und Angehörige der religiösen Gemeinschaft lasse er sie sprechen: „Möge der Traum günstig sein!“

Unnummerierte Abschnittseinleitung. Nun werden ungünstige und günstige Träume erklärt. [Redaktioneller Hinweis: Die folgenden Deutungen sind historische Omenlehre. Träume begründen keine zuverlässige Krankheits-, Todes- oder Erfolgsprognose.]

Kriyapada 18-36. Ein Traum kann auf Gehörtem, Gesehenem, Erlebtem, Erwünschtem oder Erzähltem beruhen,

Kriyapada 18-37. ferner auf Zukünftigem oder auf einem Hinweiszeichen. So werden sieben Arten überliefert. Die ersten fünf haben nach dieser Lehre keine Vorhersagefrucht; nur die beiden letzten gelten als zukunftsweisend.

Kriyapada 18-38. Das Abfallen eigener Körperteile, Haare, Nägel und Zähne; das Einstürzen von Tempeln und Häusern; der Sturz von Götterbildern, Mond, Sonne und Bäumen sowie der eigene Fall aus der Höhe;

Kriyapada 18-39. Rasur, Einölen und Heirat; Bedrängnis durch gehörnte, bezahnte oder geflügelte Tiere; das Besteigen von Esel, Kamel, Pferd oder Schaukel;

Kriyapada 18-40. eine Reise nach Süden; Versinken in Grube, Schlamm oder Wasser, ohne wieder aufzustehen; der Weg eines Gestürzten;

Kriyapada 18-41. Verbindung mit verwitweten, geschorenen, verunstalteten, sehr dunklen oder überaus furchtbaren Frauen, die schwarze oder rote Gewänder und Eisenschmuck tragen,

Kriyapada 18-42. ihre Umarmung oder das von ihnen Fortgezogenwerden; das Austrocknen von Flüssen, Strömen und Meeren;

Kriyapada 18-43. das Erlöschen von Lampen, Feuer und Himmelslichtern; das Zerbrechen von Bildnissen und Lingas; das Tragen schwarzer Girlanden, Gewänder und Salben oder roter Kleidung;

Kriyapada 18-44. das Bestreichen mit Kurkuma, Dickwerden und Zerstückelung von Leib und Gliedern; der Erwerb von Baumwolle, Sesam, Ölkuchen, Gold, Pfeffer und Nahrung;

Kriyapada 18-45. Abführen, Ghee, Fisch und …; das Trinken von Honig, Öl, Zuckerrohrsaft und Buttermilch; Singen und Tanzen; [Quellenhinweis: Die Verbindung bei Ghee und Fisch ist mit „śāsanam (?)“ unklar; kein fehlendes Verb wird erschlossen.]

Kriyapada 18-46. Trennung von Geliebtem und Verbindung mit Unerwünschtem; Tadel, Schläge und ähnliche Behandlung durch Götter, Brahmanen, Ahnen oder religiöse Personen;

Kriyapada 18-47. das Essen von Kuchen, Mehl und trockener Speise; das Löschen einer Lampe und ähnlicher Lichter mit Wasser; das Herabfallen von Fußbekleidung;

Kriyapada 18-48. Anblick, Berührung und weitere Begegnung mit nackten, unfreundlichen, geschorenen, schwarz oder ockerfarben gekleideten Personen und mit Affen;

Kriyapada 18-49. das Reiten auf Eseln, Kamelen, Schweinen, Büffeln und ähnlichen Tieren oder ihren Wagen; das Eintauchen in oder Bestreichen mit Kuhdung; das Aufnehmen eines unheimlichen Kindes;

Kriyapada 18-50. Zusammenkünfte in Trinkgesellschaften und Ähnlichem, auch Umarmungen mit Toten: Solche Traumbilder gelten als Anzeichen von Untergang, Furcht und Leid.

Kriyapada 18-51. Selbst Gesunden sollen sie Krankheit oder Tod ankündigen. Nun werden günstige Träume beschrieben, die Vollendung anzeigen. [Die Bewertungen der Personen und Tätigkeiten in dieser Liste werden als historische Quellaussagen wiedergegeben.]

Kriyapada 18-52. Der Erwerb weißer Girlanden, Gewänder und Salben, von Lampen und Spiegeln; von Dickmilch, Milch, Ghee, Betel, Früchten, Reis und Kleidung,

Kriyapada 18-53. von unenthülstem Reis, Shali-Reis, Gerste, Muscheln und Perlen sowie die Begegnung mit schönen weiß gekleideten Frauen; das Benetztsein mit Blut;

Kriyapada 18-54. das Überqueren von Flüssen und Meeren, der Anblick lodernden Feuers, das Berühren von Mond, Sonne und Sternen, das Besteigen eines von Menschen getragenen Fahrzeugs;

Kriyapada 18-55. das Besteigen von Bäumen, Bergen, Elefanten, Tempeln, Frucht- und Milchsaftbäumen, Knochen und hohen Palästen, ebenso von Menschen und Rindern; [Quellenhinweis: Die Einordnung von „Knochen“ in die Aufstiegsreihe ist auffällig, wird aber nicht beseitigt.]

Kriyapada 18-56. Gunst durch angesehene religiöse Personen, Brahmanen, Herrscher, Ahnen und Götter; der Erwerb von Linga, Gebetskette, Bildnis und besonderen Waffen;

Kriyapada 18-57. nicht verlöschendes Feuer an den eigenen Gliedern, Gewändern und Häusern; Eingeweide, die sich darum winden, oder das Bestreichen des eigenen Leibes mit Kot;

Kriyapada 18-58. Tod oder Berührung eines Leichnams, das Essen frischen Fleisches, der Biss einer weißen Schlange in die rechte Hand;

Kriyapada 18-59. das Essen von Ghee und Milchreis aus einem Lotus- oder Goldgefäß, Essen von Dickmilch und Milch und Trinken von Maireya oder Nektar;

Kriyapada 18-60. der Erwerb eines damit gefüllten Kruges, die sexuelle Verbindung mit einer nach den Regeln unzugänglichen Frau, das Erlangen von Reiher, Henne, Kranich oder Gans, die Ankunft eines Sohnes;

Kriyapada 18-61. der Erwerb von Mantra, Buch, Wissen, Vina oder Heilmittel, von Schirmen und Wedeln sowie das Eintauchen an einem heiligen Badeort:

Kriyapada 18-62. Solche Traumbilder gelten als Anzeichen von Vollendung, Glück und Freude. Was Brahmanen, Götter, Ahnen und religiöse Personen

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-62. im Traum sagen, werde nach dieser Lehre genau so eintreten.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Die Behandlung der Träume.

Unnummerierte Rückkehr zum Einweihungsritual nach 18-62. Der Schüler hat gebadet, die Andacht zur Tageswende vollzogen und sich vor Shambhu, Krug und Shiva-Feuer verneigt und sie verehrt. Seine Fesselschnur ist wie zuvor angebracht. Mit Shivas Zustimmung führe man ihn in die Halle und lasse ihn bei der Grube Platz nehmen.

Mit „Verehrung der tragenden Shakti!“ rufe man sie im Feuer an und opfere mit demselben Mantra, nun mit Opferabschluss, dreimal Ghee.

Kriyapada 18-63. Auf diese tragende Shakti lege man die fünf Wege

Kriyapada 18-64. und die sie durchdringende Nivritti. Ihre Untergliederung wird nun erklärt: Erdprinzip, Laut „ksha“, Herz- und Sadya-Mantra,

Kriyapada 18-65. achtundzwanzig Wortgruppen vom Ende her in umgekehrter Reihenfolge und hundertacht Welten von Kalagni bis Kali.

Kriyapada 18-66. Mit ihrem eigenen Mantra nehme man Nivritti aus der Schnur zurück, bringe sie damit der Shakti im Feuer dar und verehre sie. Zur Herstellung der Gegenwart opfere man drei Gaben

Kriyapada 18-67. mit demselben Mantra und dem Feueropferabschluss. Dort betrachte man Mala, Karma und die mayaförmige Fessel des gebundenen Wesens,

Kriyapada 18-68. welche auf Shivas Willen hin Erlebensfähigkeit, Erfahrungskörper und Weiteres hervorbringen. In diesen Welten stelle man sich die unterschiedlichen, verkörperten Geburtsstätten vor,

Kriyapada 18-69. den jeweiligen Welten entsprechend und durch Karma entstanden. Die sie durchdringende Herrin der Rede rufe man an und verehre sie mit: „Verehrung der Vagishvari!“

Unnummerierte Verbindung mit allen Geburtsstätten nach 18-69. Mit demselben Mantra und Opferabschluss opfere man dreimal und bitte: „Erhabene Vagishvari, sei gegenwärtig, um diesem gebundenen Wesen Gnade zu erweisen!“ Man besprenge den Schüler mit Arghya-Wasser unter dem Waffen-Mantra und berühre sein Herz mit der Blumenwaffe. Beim Ausatmen gehe der Lehrer durch die Sushumna in das Herz des Schülers ein, löse dessen Bewusstsein mit dem Waffen-Mantra, erhebe es mit der Stachelstock-Geste und vereinige es durch den Grundmantra mit dem punktförmigen Dvadashanta.

Während er Hamsa, von der heiligen Silbe umschlossen, ausspricht, bringe er beim Einatmen das Schülerbewusstsein in den eigenen Herzlotus. Er vergegenwärtige den Grundmantra, halte den Atem und nehme das Bewusstsein damit auf. Beim Ausatmen führe er es zum Dvadashanta. Durch die Entstehungs-Geste verbinde er es gleichzeitig mit sämtlichen unzähligen zuvor beschriebenen Geburtsstätten: den im Mutterleib, im Ei, aus Feuchtigkeit, aus Keimen und im Geist entstehenden. Diese Verbindung bedeutet das Offenbarwerden durch Annahme der jeweiligen Körper.

Kriyapada 18-70. Die heilige Silbe, der Grundkeim, „Shiva“ im Dativ und der Feueropferabschluss bilden den siebensilbigen Mantra. Er ist für die Verbindung mit den Geburtsstätten, Empfängnis, Geburt und die weiteren Handlungen bestimmt.

Unnummerierte Formel und Ausführungsanweisung nach 18-70. Er ist beim Feueropfer zu verwenden; danach spreche man: „Erhabener, bewirke, bewirke für diesen Atman die gleichzeitige Verbindung mit allen Geburtsstätten!“

Nach „für diesen Atman“ setzt man anstelle der Verbindung mit allen Geburtsstätten jeweils die nachfolgend zu vollziehende Handlung ein: Ausbildung der Leibesfrucht, Geburt und die weiteren, unter ihrem eigenen Namen. Mit „Bewirke, bewirke!“ wird jede einzelne Handlung vollzogen. Überall opfert man drei Gaben mit dem Grundmantra, drei mit dem siebensilbigen und spricht dreimal die mit „Erhabener“ beginnende Bitte. So vollende man der Reihe nach Verbindung mit allen Geburtsstätten, Ausbildung sämtlicher Leibesfrüchte und Geburt daraus.

Kriyapada 18-71. Danach betrachte man das gleichzeitige Wachstum aller Körper von ihrem Beginn an,

Kriyapada 18-72. damit die Erfahrungen zustande kommen. Man vergegenwärtige früheres und künftiges Karma und den Erwerb von Erfahrung bewirkendem Karma in den Körpern aller Geburtsstätten.

Unnummerierte Ergänzung nach 18-72. Man opfere wie zuvor und spreche in der mit „Erhabener“ beginnenden Bitte: „Bewirke, bewirke den Erwerb des Karmas, das vielfältige Erfahrungen gibt!“ Bei der weltbezogenen Einweihung stelle man sich den Erwerb vergangenen und künftigen Karmas in Gestalt von Dharma und Adharma vor und opfere entsprechend.

Kriyapada 18-73. Auch bei der Sadhaka-Einweihung betrachte man früheres und künftiges Karma und opfere. Die durch Ort und Zeit bestimmten Körper, Gegenstände und Handlungen

Kriyapada 18-74. nehmen durch die Verschiedenheit vergangenen und künftigen Karmas vielerlei Formen an. Für diesen Atman, der von der Rolle des Erlebenden umfangen ist,

Kriyapada 18-75. besteht Erfahrung im Empfinden von Freude und Leid. Man betrachte ihre Abhängigkeit vom Haften an Gegenständen und opfere drei Gaben mit dem Grundmantra und dem vierlautigen Mantra. [Quellenhinweis: Die hier gelieferte Bezeichnung „vierlautig“ weicht von dem sonst verwendeten siebensilbigen Mantra ab; keine stillschweigende Korrektur erfolgt.]

Unnummerierte Bitte und abweichende Erläuterung nach 18-75. „Bewirke, bewirke für dieses gebundene Wesen die Vollendung sämtlicher Erfahrungen!“

Bhojaraja erklärt: Bei der weltbezogenen Einweihung betrachte man die vielfältigen Erfahrungen, die sich durch Unterschiede von Ort, Zeit, Körper und Gegenständen aus früherem und künftigem Dharma und Adharma ergeben, und bringe die Gaben dar. Bei der Sadhaka-Einweihung dagegen betrachte man die Erfahrungen, die durch diese Unterschiede allein aus früherem Karma entstanden sind, und opfere. [Die Einschränkung auf früheres Karma bleibt neben der weiter gefassten Versangabe erhalten.]

Kriyapada 18-76. Danach betrachte man das Aufgehen in den Erfahrungen, das durch höchste Befriedigung gekennzeichnet ist, und opfere wie zuvor, um dieses Aufgehen zu bewirken.

Unnummerierte Bitte nach 18-76. „Bewirke, bewirke das Aufgehen in den Erfahrungen in der Form höchster Befriedigung!“

Kriyapada 18-77. Zur Vollendung der Weihe von Geburt, Lebensdauer und Erfahrung opfere man hundertmal mit dem Herz-Mantra. Brahmashambhu erklärt ihren Zweck:

Unnummeriertes Zitat aus Brahmashambhu. „Wie eine Herbstwolke leicht wird, nachdem ihr Wasser verbraucht ist, so wird die Reinigung dieses Prinzips beschrieben, dessen Karma erschöpft ist. Dass es nicht wieder hervorbringt, heißt Sühnelösung. Dafür opfere man hundert Gaben mit dem Herz-Mantra.“

Unnummerierte Fortsetzung nach dem Zitat. Danach opfere man dreimal mit dem Grundmantra und mit dem siebensilbigen Mantra und bitte: „Erhabener, bewirke, bewirke durch Sühnelösung die Reinigung sämtlichen Karmas!“

Kriyapada 18-78. Man stelle sich das Ende der Erfahrungen und das Heraustreten aus Mayas Fessel vor. Zur Ablösung opfere man mit Grundmantra, siebensilbigem Mantra und den weiteren Anrufungen.

Kriyapada 18-79. Danach betrachte man seine Erlebensrolle, gekennzeichnet durch Haften an den Gegenständen, als Wirkung von Mala und opfere zu deren Reinigung zehn Gaben.

Kriyapada 18-80. Mit dem Grundmantra stelle man sich die Ablösung von Mala vor und opfere drei Gaben; zur Ablösung auch des gereinigten Karmas weitere drei,

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-80. mit Grundmantra, siebensilbigem Mantra und der Bitte: „Erhabener, bewirke, bewirke die Ablösung von den drei Fesseln Maya, Mala und Karma!“

Nach dieser Ablösung opfere man für die Fessel Nivrittis, welche Mala und die weiteren Bindungen sowie die Prinzipien durchdringt, je dreimal mit Waffen-, Grund- und siebensilbigem Mantra. Man bitte: „Erhabener, bewirke, bewirke das Durchtrennen der Nivritti-Fessel!“ und stelle sich deren Durchtrennung vor.

Kriyapada 18-81. Da alle Körper in allen Geburtsstätten vergangen sind, betrachte man den in ihnen befindlichen Atman

Kriyapada 18-82. als einen einzigen. Mit dem Grundmantra und Weihungsabschluss opfere man die volle Gabe. Dann rufe man mit heiliger Silbe und „Verehrung Brahma!“

Unnummerierte Fortsetzung und Formel nach 18-82. Brahma herbei und verehre ihn. Man opfere drei Gaben: „Brahma, nimm Klang und Berührung an! Die Opfergabe!“ Danach:

Kriyapada 18-83. „Herr der Ursachen, du darfst diesen, der zum leidlosen Zustand geht,

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-83. nicht aufhalten. Dies ist der Befehl des höchsten Herrn!“ So übermittle man Shivas Geheiß und entlasse Brahma, den ursächlichen Herrn der Nivritti-Fessel und des zugehörigen Bereichs.

Kriyapada 18-84. So betrachte man das Bewusstsein des Schülers als gereinigt, kristallhell

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-84. und frei von Nivrittis Fessel und vollziehe seine Erhebung. Nach den Opfergaben wie zuvor bitte man: „Erhabener, bewirke, bewirke die Erhebung aus der Fessel der Nivritti-Kala!“

Kriyapada 18-85. Mit der Zurücknahme-Geste erhebe der Guru dieses Bewusstsein und nehme es beim Einatmen

Kriyapada 18-86. in sich auf. Gleich darauf führe er es beim Ausatmen heraus und verbinde es mit dem Schnurleib des Schülers. Zur Festigung opfere er dreimal.

Kriyapada 18-87. Danach verehre man Vagishvari, opfere drei Gaben mit ihrem Mantra und entlasse sie. Dann verbinde man die gereinigte Kala mit der noch ungereinigten.

Kriyapada 18-88. Den Keim der gereinigten Nivritti spreche man kurz aus, den der reinen Pratishtha mit langem Ende, anschließend beide Namen in ihrer Reihenfolge. [Quellenhinweis: Hier lautet das Adjektiv „viśuddhāyāḥ“, „der reinen“; es steht in Spannung zur noch ungereinigten Kala in 18-87. Die gelieferte Lesung bleibt sichtbar.]

Kriyapada 18-89. Man verbinde sie im Dativ und verehre sie mit dem Verehrungsabschluss. Mit derselben Verbindung und dem Feueropferabschluss opfere man dreimal.

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-89. Man betrachte die gereinigte Nivritti als in Pratishtha aufgegangen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Die Reinigung der Nivritti-Kala.

Kriyapada 18-90. Nun wird die Reihenfolge der genannten Handlungen zusammenhängend aufgeführt,

Kriyapada 18-91. die ebenso für die Reinigung von Pratishtha und den folgenden Kalas gilt: tragende Shakti, Wirklichkeitsprinzip, Vagishvari als viele Geburtsstätten,

Kriyapada 18-92. Aufnehmen des Schüler-Atmans, Verbindung mit sämtlichen Geburtsstätten, Empfängnis und Geburt, danach Erwerb von Karma,

Kriyapada 18-93. Entfaltung des Vermögens, Vollendung der Erfahrung, Aufgehen darin, Sühnelösung, Ablösung von Mala und den übrigen Fesseln, Durchtrennung mit voller Opfergabe,

Kriyapada 18-94. Übergabe an den ursächlichen Herrn, Erhebung, Aufnahme und Vereinigung; danach Einsetzen in den Schnurleib und Entlassung Vagishvaris,

Kriyapada 18-95. Betrachtung der Einheit mit dem gereinigten Prinzip, Verbindung und Verehrung der Kalas. Diese Handlungsfolge ist auch bei Pratishtha und den weiteren Kalas dieselbe.

Unnummerierte Prosa nach 18-95: Reinigung der Pratishtha-Kala. Nun verehre man Shakti, rufe Pratishtha mit ihrem Mantra herbei, lasse sie gegenwärtig werden und verehre sie. Für ihre Gegenwart opfere man damit dreimal. Man betrachte die Gestalt der Fesseln von Mala, Karma und Maya, die das Erfahrendsein, den Erfahrungsleib und das Weitere hervorbringt, als von Pratishtha durchdrungen. Auf dem Weg der Wirklichkeitsprinzipien vom Wasser bis zur Prakriti stelle man sich sechsundfünfzig Welten, einundzwanzig Wörter, dreiundzwanzig Laute sowie den Haupt- und den Vama-Mantra als von Pratishtha durchdrungen vor. Mit dem Wurzelmantra und dem siebensilbigen Mantra opfere man dreimal und spreche: „Erhabener, bringe für diesen Atman die Wirklichkeitsprinzipien, Mala und die übrigen, in der Pratishtha-Kala zur Gegenwart, bringe sie zur Gegenwart!“

Dann stelle man sich in den sechsundfünfzig Welten die verschiedenartigen Geburtsstätten vor. Man rufe Vagishvari herbei, die sie durchdringt, lasse sie gegenwärtig werden, verehre sie und opfere für ihre Gegenwart dreimal. Besprengen, Anschlagen, Eintreten, Durchtrennen, Heranziehen und Aufnehmen sowie die weiteren Handlungen vollziehe man wie zuvor. Mit der Einatmung nehme man das Bewusstsein des Schülers in sich auf und halte den Atem an. Mit der Ausatmung führe man es zum Dvadashanta, dem oberen Zwölffingerpunkt, und nehme es dort auf. Wie zuvor bewirke man seine gleichzeitige Offenbarung in allen Geburtsstätten. Mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra opfere man dreimal. Mit der Anrede „Erhabener“ vollziehe man wie zuvor, jede Handlung für sich, die Verbindung mit allen Geburtsstätten, Empfängnis, Geburt, Erwerb von Karma, Erfahrung und Aufgehen darin.

Zur Sühnelösung opfere man mit dem Hauptmantra hundertmal und bewirke diese Lösung wie zuvor. Weil keine Erfahrung mehr verbleibt und das Bewusstsein aus der Maya-Fessel heraustritt, bewirke man mit den Opfergaben wie zuvor seine Ablösung. Man betrachte die Ablösung als das Heraustreten aus dem Erfahrendsein und den übrigen Wirkungen der Mala und vollziehe diese besondere Ablösung wiederum mit den Opfergaben wie zuvor. Ebenso bewirke man die Ablösung vom Karma.

„Vishnu, nimm den achtgliedrigen feinen Leib dieses Atmans an! Die Opfergabe!“ Mit dieser Formel opfere man dreimal. Mit den Worten „Herr der Ursachen, du …“ verkünde man den bereits genannten Befehl und entlasse ihn. Danach opfere man mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra wie zuvor und spreche mit der Anrede „Erhabener“: „Bewirke, bewirke die Erhebung aus der Pratishtha-Fessel!“ Man erhebe jenes Bewusstsein, nehme es wie zuvor in sich auf und lasse es in den Schnurleib eintreten. Nach Verehrung und Entlassung Vagishvaris verbinde man die Kalas Pratishtha und Vidya durch das Aussprechen ihrer Keimlaute und die weiteren Handlungen. Man verehre sie, opfere und betrachte Pratishtha als in Vidya aufgegangen.

Unnummerierte Prosa nach 18-95: Reinigung der Vidya-Kala. Um nun die Vidya-Kala zu reinigen, verehre man Shakti. Mit ihrem eigenen Mantra rufe man die Vidya-Kala herbei, lasse sie gegenwärtig werden, verehre sie, opfere damit dreimal und betrachte ihre Durchdringung: die sieben Wirklichkeitsprinzipien vom Purusha bis Maya, sieben Laute, siebenundzwanzig Welten, die beiden Mantras der Haarspitze und Aghoras, zwanzig Wörter und die Dreiheit von Mala und den übrigen Fesseln. Dies alles stelle man sich als von der Vidya-Kala durchdrungen vor.

Mit ihrem Mantra rufe man Vagishvari herbei, die alle Geburtsstätten durchdringt, lasse sie gegenwärtig werden und verehre sie. Für ihre Gegenwart opfere man dreimal. Besprengen und Anschlagen sowie sämtliche Handlungen von der Vorstellung aller Geburtsstätten und der Verbindung mit ihnen über Empfängnis, Geburt und Erfahrung bis zum Aufgehen darin vollziehe man wie zuvor. Dabei opfere man mit dem Wurzelmantra und dem siebensilbigen Mantra jeweils dreimal und verwende die Anrede „Erhabener“ entsprechend der jeweiligen Handlung. Zur Sühnelösung opfere man mit dem Haarspitzenmantra hundertmal. Mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra bewirke man die Sühnelösung wie zuvor: „Bewirke, bewirke durch die Sühnelösung die Reinigung von allen Fesseln!“ Ebenso vollziehe man wie zuvor Ablösung, Durchtrennung der Fesseln und die volle Opfergabe.

Dann rufe man mit „Verehrung Rudra!“ Rudra herbei, lasse ihn gegenwärtig werden, verehre ihn und opfere dreimal. „Rudra, nimm Gestalt und Geruch an! Die Opfergabe!“ Damit opfere man dreimal. Mit „Herr der Ursachen …“ verkünde man ihm den Befehl und entlasse ihn. Wie zuvor erhebe man das Bewusstsein aus der Vidya-Kala-Fessel, nehme es in sich auf und setze es vom Dvadashanta aus in den Schnurleib ein. Zur Festigung opfere man dreimal. Man verehre den Herrn der Rede, opfere und entlasse ihn. [Quellenhinweis: An dieser Stelle steht die männliche Form „vāgīśam“, während zuvor Vagishvari angerufen wird; die Abweichung bleibt erhalten.]

Wie zuvor verbinde man den kurzen Keimlaut Vidyas mit dem langen Keimlaut Shantis und bewirke ihre Gegenwart. Mit dem Wurzelmantra opfere man dreimal. Man betrachte Vidya als in der Shanti-Kala aufgegangen und reinige Shanti.

Kriyapada 18-96. Dann verehre man Shakti und opfere mit dem siebensilbigen Mantra. Mit ihrem eigenen Mantra rufe man Shanti herbei, lasse sie gegenwärtig werden, verehre sie und opfere.

Kriyapada 18-97. Für die Gegenwart opfere man mit dem Wurzelmantra und betrachte die fünf Wege: die Wirklichkeitsprinzipien bis zu Sadashiva, achtzehn Welten,

Kriyapada 18-98. elf Wörter, die Mantras des Panzers und Purushas sowie drei Laute. Diese sind jeweils als von Shanti durchdrungen zu erkennen.

Kriyapada 18-99. Dann vergegenwärtige man sich Vagishvari als Hervorbringerin mannigfaltiger Geburtsstätten, rufe sie herbei, verehre sie und bringe mit dem Wurzelmantra die Opfergaben wie zuvor dar.

Unnummerierte Prosa nach 18-99. Danach vollziehe man wie zuvor Besprengen, Anschlagen, Eintreten, Durchtrennen, Heranziehen, Aufnehmen und Verbinden, Empfängnis, Geburt, Erwerb von Karma, Entfaltung des Vermögens, Erfahrung und Aufgehen darin. Zur Sühnelösung opfere man mit dem Panzermantra hundertmal. Mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra sowie der Anrede „Erhabener“ schließe man ab: „Bewirke, bewirke durch die Sühnelösung die Reinigung von allen Fesseln!“

Kriyapada 18-100. Durch das Heraustreten aus der Erfahrung vollziehe man mit Wurzelmantra, siebensilbigem Mantra und den übrigen vorgeschriebenen Mitteln die Ablösung von sämtlichen Erfahrungen. Danach bringe man zur Ablösung von Mala und Karma

Kriyapada 18-101. die Opfergaben dar; ebenso zur Durchtrennung der Fesseln mit dem Waffenmantra. Man opfere mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra und spreche mit der Anrede „Erhabener“ für diesen Atman:

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-101. „Bewirke, bewirke die Durchtrennung dessen, was Mala, die übrigen Wirklichkeitsprinzipien und das Weitere durchdringt!“ So schließe man ab.

Kriyapada 18-102 mit eingeschobener Formel. Wie zuvor bringe man die volle Opfergabe dar, rufe mit „Verehrung Ishvara!“ Ishvara herbei und verehre ihn. Man opfere und spreche unter Nennung seines Namens: „Nimm Buddhi und Ahamkara an!“ – die unterscheidende Erkenntniskraft und das Ichbewusstsein.

Kriyapada 18-103. Man opfere dreimal, verkünde ihm mit „Herr der Ursachen …“ den Befehl und entlasse ihn. Den zu Ishvara gehörenden Schüler, der von den Shanti-Fesseln gelöst ist,

Kriyapada 18-104. erhebe man durch das Opfer mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra und mit der Anrede „Erhabener“ wie zuvor: „Bewirke, bewirke für diesen Atman die Erhebung aus der Fessel der Shanti-Kala!“

Kriyapada 18-105. Mit der Zurücknahme-Geste erhebe man ihn, verbinde ihn durch Einatmen mit sich und führe ihn beim Ausatmen in den Leib der Fesselschnur hinein.

Kriyapada 18-106. Nach seiner Festigung opfere man mit dem Wurzelmantra. Man verehre auch Vagishvari, opfere, entlasse sie und vollziehe die Verbindung der Kalas.

Kriyapada 18-107. Wie zuvor verwende man für Shanti und Shantyatita den kurzen beziehungsweise langen Laut, entsprechend der Unterscheidung zwischen gereinigt und noch ungereinigt. Man verehre und opfere wie zuvor.

Kriyapada 18-108. Man lasse Shanti in Shantyatita aufgehen und reinige diese. Man rufe Shantyatita herbei, lasse sie gegenwärtig werden, verehre sie und opfere.

Kriyapada 18-109. Wie zuvor betrachte man hier die mit Mala und Karma vermischte Durchdringung: den Weg bis zu Shakti, drei Mantras, sechzehn Laute,

Kriyapada 18-110. ein Wort und fünfzehn Welten. Diese in Bindu, Nada, Kala und Shakti offenbar werdenden Bereiche soll man als von Shantyatita

Kriyapada 18-111. durchdrungen betrachten. Für ihre Gegenwart opfere man mit dem Wurzelmantra dreimal. Dann rufe man Vagishvari herbei, die diese Welten durchdringt, und verehre sie.

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-111. Für ihre Gegenwart opfere man wie zuvor dreimal geklärte Butter.

Unnummerierte Prosa nach 18-111: Befreiung von den letzten Fesseln. Dann vollziehe man Besprengen, Anschlagen, Durchtrennen, Heranziehen, die Verbindung mit den Geburtsstätten, Empfängnis, Geburt, Karma, Entfaltung des Vermögens, Erfahrung und Aufgehen darin. Dabei opfere man jeweils drei Gaben mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra, richte die Absicht auf die jeweilige Handlung und spreche die mit „Erhabener“ beginnende Formel. Zur Sühnelösung opfere man mit dem Wurzelmantra hundertmal und spreche wie zuvor: „Bewirke, bewirke die Sühnelösung!“ Man betrachte die Ablösung als Heraustreten aus den Shantyatita-Fesseln und opfere mit dem Wurzelmantra dreimal. Für die Fessel Shantyatitas, die Mala und die übrigen Bereiche durchdringt, bringe man mit dem Pranava drei Opfergaben dar. Zu ihrer Durchtrennung spreche man mit Wurzelmantra und siebensilbigem Mantra: „Erhabener, bewirke, bewirke für diesen Atman die Durchtrennung der Shantyatita-Fessel!“ Mit dem Wurzelmantra opfere man die volle Gabe. Zur Reinigung der Kalas stelle man sich die Fessel der Verpflichtungen und ihrer Befolgung am zugehörigen Ort vor und reinige sie. [Örtlicher Hinweis: Die gelieferte Ortsangabe „sādeśe“ ist nicht sicher aufzulösen.]

„Verehrung den Scharen, die über die Fesseln der Verpflichtungen und ihrer Befolgung herrschen!“ Damit rufe man sie herbei, lasse sie gegenwärtig werden und verehre sie. Für ihre Gegenwart opfere man mit derselben Formel und dem Feueropferabschluss dreimal, ferner mit dem siebensilbigen Mantra. Dann beginne man mit Pranava und Wurzelmantra und spreche: „Sadashiva, nimm den Geist an, den Anteil am achtgliedrigen feinen Leib! Die Opfergabe!“ Damit opfere man dreimal. Mit „Herr der Ursachen …“ verkünde man den Befehl und entlasse ihn.

Mit der Shiva-Waffe, vom Pranava umschlossen, ziehe man beim Ausatmen das Bewusstsein aus der Shantyatita-Fessel zurück. Man lasse es vollkommen rein in sich selbst und im Schüler gegenwärtig sein und gebe einen Wassertropfen auf dessen Haupt. Dann verehre und sättige man Vagishvari und bitte: „Erhabene, durch die fünf Wirklichkeitsprinzipien bist du ermüdet. Gehe jetzt in deinen eigenen Bereich!“ Man entlasse sie und betrachte die Shantyatita-Kala als im Shakti-Prinzip aufgegangen. Nun stelle man das Atman-Prinzip bis hin zum Maya-Prinzip auf. Mit Pranava und Wurzelmantra beginne man die Formel „Verehrung dem Atman-Prinzip!“ und bewirke seine Gegenwart. Man spreche den siebensilbigen Mantra laut und opfere hundert Gaben. So werden Fehler in der Ausführung des Verfahrens bereinigt.

Dann rufe man mit seinem eigenen Mantra das Vidya-Prinzip bis hin zu Sadashiva herbei, stelle es auf und verehre es. Mit demselben Mantra, leise gesprochen, opfere man hundertachtmal; dadurch wird fehlerhafte Mantraaussprache bereinigt. Dann stelle man das Shiva-Prinzip bis hin zu Shakti auf, rufe es herbei, lasse es gegenwärtig werden und verehre es. Mit demselben Mantra, innerlich gesprochen, opfere man hundertachtmal; dadurch erfolgt Reinigung von Fehlern des Geistes und der Erkenntnis. Danach:

Kriyapada 18-112. Man betrachte Shakti, die den gesamten Weltenweg durchdringt und sich innerhalb dieses Weges befindet,

Kriyapada 18-113. als die Gestalt aller Ursachen. Vor ihr stelle sich der Guru die Person des Schülers wie ein vollkommen reines Juwel vor und verehre sie.

Kriyapada 18-114. Mit dem Haarspitzenmantra bespreche man die Schere. Bei einem nach weltlichem Erleben Strebenden schneide man den Haarschopf jenseits von zwölf Fingerbreiten ab, bei einem nach Befreiung Strebenden jenseits von acht Fingerbreiten.

Kriyapada 18-115. Nach dem Abschneiden des Haarschopfes mit dem Haarspitzenmantra bade der Schüler zur Reinigung. Auch der Guru wasche Hände und Füße, vollziehe die rituelle Mundspülung und reinige sich durch Besprengen.

Kriyapada 18-116. Dann trete der Guru mit dem Schüler ein und vollziehe die Ausstattung mit den Mantragliedern. Den Haarschopf samt der Fesselschnur, in eine Kugel aus Kuhdung eingeschlossen,

Kriyapada 18-117. lege er mittels des kleinen Opferlöffels in die große Opferkelle und opfere ihn nach Art einer vollen Opfergabe. Anschließend gehe er hinaus und wasche beide Opfergeräte

Kriyapada 18-118. sowie die Schere. Nach der rituellen Mundspülung verehre er Shiva besonders und bitte: „O Erhabener, auf deinen Befehl ist die Reinigung der Wege

Kriyapada 18-119. für diesen Atman vollzogen, o Gott; sein Fesselschopf ist abgeschnitten. Durch deine Gnade möge er das Shivasein, die höchste Stätte, erreichen!

Unnummerierte Fortsetzung nach 18-119. Gib mir die Erlaubnis, ihn mit den Eigenschaften des Shivaseins zu verbinden!“

Unnummerierte Prosa nach 18-119: Vereinigung mit Shiva. Vom Erhabenen durch „Vollziehe es so!“ ermächtigt, setze sich der erfreute Guru mit dem Arghya-Gefäß in der Hand und mit dem Schüler nahe beim Feuer nieder. Wie zuvor vollziehe er Besprengen, Anschlagen, das Hineinführen, die Ausstattung mit den Mantragliedern, die Verbindung der Nadis und die Sättigung der Mantras. Mit je einer Opfergabe zu jedem der zusammengehörigen Mantras reinige er die Ausstattung mit den Mantragliedern und verbinde das Bewusstsein des Schülers mit dem Shiva-Atman.

Dann befinde sich der Guru auf dem Sitz des Bindu-Prinzips, selbst am Ort des Vidya-Prinzips. [Quellenhinweis: Der Beginn dieser Ortsbeschreibung ist bereits in der IAST-Datei durch Klammerlesungen unsicher bezeichnet; die Wiedergabe des Sitzes bleibt entsprechend vorläufig.] Er stelle sich das Nach-außen-Führen vor: die Kalas der Nada-Shakti namens Entzündende, Erleuchtende, Strahlende, Befreiende, Aufwärtsgehende, Feine, Allerfeinste, Unsterbliche, Rechte und Shakti; sodann die Durchdringende, die Raumgestaltige, die Unendliche, die Herrinnenlose und die auf nichts Gestützte. [Die Benennungen geben die Namen Indhika bis Anashrita sinngemäß wieder; sie sind keine ergänzte Rezitationsformel.]

Durch das Hineinführen sei sein Atman-Prinzip gereinigt und sein Leib von den drei Wirklichkeitsprinzipien erfüllt. Nach Einatmung und Atemanhalten lege er die Zunge an den Gaumen, halte den Mund etwas geöffnet, ohne die Zähne aufeinanderzusetzen, und richte den Körper gerade auf. Er verbinde das Bewusstsein des Schülers mit sich. Mit dem Lebensatem vereinige er die anderen Nadis in der Sushumna. Den Atman des Schülers samt Mantra stelle er sich wie reinen Kristall vor. Während er Wurzelmantra und Hamsa ausspricht, überschreite er die ursächlichen Herren, Brahma und die weiteren, die sich in Herz, Kehle, Gaumen, Bindu und Scheitel befinden. Mit der vollen Opfergabe und dem äußeren Atemanhalten verbinde er den Atman des Schülers mit Shiva. Er betrachte den Schüler als Shiva geworden und übertrage ihm die sechs zu Shiva gehörenden Eigenschaften. Dies geschieht folgendermaßen:

„Atman, werde allwissend! Die Opfergabe!“ Mit dem Pranava und dem angegebenen Keimlaut beginne man diese Formel und opfere eine Gabe geklärter Butter. Ebenso opfere man jeweils eine Gabe mit den Eigenschaften: „Werde vollkommen erfüllt!“, „Werde von anfangloser Erkenntnis!“, „Werde unabhängig!“, „Werde von unverminderter Kraft!“ und „Werde von unendlicher Kraft!“ Man betrachte den Schüler als Shiva geworden und mit Allwissenheit und den weiteren Eigenschaften ausgestattet. Mit dem Wurzelmantra, dem Arghya-Wasser und den zusammengehörigen Mantras übergieße man ihn zur Weihe und erkläre ihm die acht Verpflichtungen. Sie lauten:

Kriyapada 18-120. Die Anhänger Maheshvaras, die Ausübenden seiner Lehrschriften, Verpflichtungen und Verhaltensregeln,

Kriyapada 18-121. Shiva, den Guru und ihre Verehrer soll man nicht schmähen: Dies ist die erste Verpflichtung. Die Schatten von Heiligtümern, Gurus und Lingas, ebenso von Zeichenträgern und Kühen

Kriyapada 18-122. soll man nicht überschreiten. Auch über bereits dargebrachte Opfergaben gehe man nicht hinweg; man esse nicht mit Ausgestoßenen und ihresgleichen. Nahrung, die eine menstruierende Frau, eine Wöchnerin oder eine rituell unreine Person berührt hat, soll man nicht essen, noch diese Personen berühren.

Unnummerierte Abschnittserklärung nach 18-122. Dies ist die zweite Verpflichtung. [Historische Einordnung: Die Vorschrift beschreibt die Reinheits- und Ausschlussregeln dieses Ritualsystems. Sie ist keine heutige Bewertung des Wertes dieser Menschen.]

Kriyapada 18-123. Die Verpflichtungen, ihre Verhaltensregeln, Mantras und Tantras lasse man Uneingeweihte weder aufschreiben noch hören. Dies ist die dritte Verpflichtung.

Kriyapada 18-124. Zweimal, dreimal oder einmal täglich verehre man Shiva und den Guru und esse erst danach. Dies ist die vierte Verpflichtung.

Kriyapada 18-125. Menschen, auf die Shakti nicht herabgekommen ist, Ausgestoßene, Leugner und Menschen mit verwerflicher Lebensführung soll man nicht einweihen. Dies gilt als fünfte Verpflichtung.

Kriyapada 18-126. Was Shiva, dem Feuer, dem Guru und der heiligen Lehre lieb ist und was neu gewonnen wurde – Nahrung, Blumen und anderes –, soll man nicht selbst verwenden, ohne es zuvor dargebracht zu haben.

Kriyapada 18-127. Ebenso sättige man Kinder, Frauen, Alte, Kranke, Leidende, Bedürftige und Gäste nach eigener Kraft mit Speise, Trank und anderem.

Kriyapada 18-128. Aus Mitgefühl gebe man auch Papageien, Krähen, Hunden und Chandalas Nahrung. Dies ist als sechste Gelübdeverpflichtung der Shaivas zu verstehen. [Chandala ist hier die historische Bezeichnung einer sozial ausgegrenzten Gruppe.]

Kriyapada 18-129. Am achten Mondtag, an den Mondwechseln und den Bhuta-Tagen verzichte man auf Geschlechtsverkehr, Rasur und Einölung. Essen und Trinken aus Bronzegefäßen, Fisch, Fleisch und alkoholische Getränke

Kriyapada 18-130. sind gänzlich und jederzeit zu meiden: Dies ist die siebte Verpflichtung. Die Yamas und Niyamas übe man auf angemessene Weise.

Kriyapada 18-131. Am vierzehnten und achten Mondtag, an Mondwechseln, Finsternissen, Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden sowie beim Pavitra-Fest, beim Chaitra-Fest und weiteren Anlässen verehre man nach den besonderen Vorschriften.

Kriyapada 18-132. Man fasse den Vorsatz, nur einmal zu essen, nachts oder tagsüber. Schutzsuchende, Kranke, Leidende, Reisende, Verängstigte und Hilflose,

Kriyapada 18-133. Shiva-Verehrer und auch andere gute Menschen, Kühe und Brahmanen sowie die zu Versorgenden, Diener und weitere, soll man nach eigener Kraft beschützen. Dies ist die achte

Kriyapada 18-134 ½. Verpflichtung, die hier dargelegt wurde; man bewahre sie sorgsam. Nachdem der Schüler vom Guru Unterweisung in den Verpflichtungen erhalten hat, erfreue er ihn mit den von ihm gewünschten Gaben und mit Bescheidenheit. Er verneige sich tief und verehre mit seiner Erlaubnis beständig Shambhu, dem zugewandt, was dem Guru lieb und heilsam ist.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das achtzehnte Kapitel über die Nirvana-Einweihung.

Befreiung und Verantwortung

Das Kapitel entfaltet Befreiung als Lösung von den Fesseln, die Bewusstsein an begrenzte Erfahrung binden. Sein Schluss führt zurück in den Alltag: Nahrung teilen, Schutz gewähren und die eigene Lebensführung üben. Heutige Yoga-Aspiranten können diese Fürsorge aufnehmen und zugleich die historischen Ausschlussregeln als Teil einer anderen sozialen Ordnung erkennen. Die aufwendigen Einweihungsriten gehören zum Zusammenhang einer überlieferten Lehrer-Schüler-Beziehung; ihre Bilder lassen sich mit Aufmerksamkeit lesen, ohne daraus eigene Vollzugsanweisungen abzuleiten.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 18: Die Nirvana-Einweihung
Die Nirvana-Einweihung richtet sich auf die Lösung der Bindungen. Eine Schnur stellt dabei den Körper, seine innere Leitbahn und die zu reinigenden Fesseln dar. Das Kapitel führt die Betrachtung der sechs Wege aus dem vorherigen Abschnitt in einen ausführlichen Ritualablauf über. Träume und Vorzeichen werden in ihrem historischen Deutungshorizont wiedergegeben.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athāṣṭādaśaḥ paṭalaḥ |

atha nirvāṇadīkṣārthaṃ kṛtanityakriyo guruḥ |
sahṛtoditasaṃhāraḥ sakalīkṛtavigrahaḥ || 18-1 ||

vikirakṣepapūrveṣṭaśivakumbhāstravardhaniḥ |
maṇḍale'nyatame śambhumāvāhyābhyarcya pūrvavat || 18-2 ||

atra brahmaśambhuḥ -

na puṣpairna ca gandhena nākṣataiḥ salilena vā |
rajasāṃ racanābhaṅgaṃ kuryāt

iti |

ta(syā ? smi)nmaṇḍalaparyante yajeccitrapaṭe yathā |
kuṇḍe'gnau śivamiṣṭvā tu prāgvat santarpya coditaiḥ || 18-3 ||

vikīrya ca baliṃ tyaktvā pavitraṃ vāgyato guruḥ |
kṣalitāṅghrikaraḥ samyagācānto dhavalāmbaraḥ || 18-4 ||

soṣṇīṣaḥ sottarīyaśca sapavitrāṅgulīyakaḥ |
sakalīkṛtadehastu sāmānyārghyeṇa pūrvavat || 18-5 ||

prokṣaṇanirīkṣaṇabhasitatāḍananetrabandhamaṇḍapapraveśa-śiṣyāntaḥkaraṇaśodhanapuṣpāñjalikṣepaśivakumbhāgnipūjanakuṇḍo-pāntanāḍīsandhānamantrasamarpaṇapurṇāhutyantaṃ karma sarvaṃ samayadīkṣoktaṃ kṛtvā

tato mūlāṅgamantrāṇāṃ kramāt kurvīta dīpanam |
agniyuktaśikhābījasampuṭāni pṛthak pṛthak || 18-6 ||

tārādīni phaḍantāni mūlāṅgārṇānyudīrya tu |
trivāraṃ juhuyādājyaṃ mantrasphūrtikaraṃ tu tat || 18-7 ||

athordhvakāyaśiṣyasya navaitantuvinirmitam |
dehāyataṃ tu yat sūtraṃ pāśasaṃyamanāya tat || 18-8 ||

astraprokṣitaṃ kavacāvaguṇṭhitamabhyarcitaṃ śiṣyaśikhāyāṃ baddhvā dakṣiṇapādāṅguṣṭhākrāntaṃ bhuktyarthaṃ lambayet puruṣasya |
striyo vāmāṅguṣṭhākrāntam |
mumukṣoḥ pādāṅguṣṭhe pūrvaṃ baddhvā paścāt śikhāyāṃ tatsūtraṃ śiṣyasuṣumnātmakaṃ dhyātvā oṃ huṃ suṣumnāyai namaḥ iti śiṣyadehāt suṣumnāṃ saṃhāriṇyā saṃgṛhya tatsūtre saṃyojya suṣumnātmakaṃ sūtraṃ sampūjya varmaṇāvaguṇṭhya sānnidhyārthaṃ trivāraṃ juhuyāt |

p. 172) samprokṣya hṛtpradeśe'sya santāḍya kusumāstrataḥ |
svayaṃ recakamārgeṇa huṅkāraṃ plutamuccaran || 18-9 ||

praviśya śiṣyahṛdayaṃ nāḍyā taccetanāṃ smaran |
sphurattārakasaṅkāśāmācchidyāstreṇa mūlataḥ || 18-10 ||

ākṛṣya dvādaśāntaḥsthāṃ śivaśaktyupabṛṃhitām |
hṛtsampuṭāṃ gṛhītvā tu saṃhāriṇyātha sūtrake || 18-11 ||

saṃyojya vyāpakaṃ dhyātvā kavacenāvaguṇṭhya tu |
sampūjya juhuyāt tisro mūlenaivāhutīstataḥ || 18-12 ||

tāḍanagrahaṇādīni sūtre kuryānna vigrahe |
malādipāśāṃstatsūtre paśorasya vibhāvayet || 18-13 ||

bhoktṛtvabhogaviṣayaśarīrajananakṣamān |
tataśca śāntyatītādyāḥ kalāḥ sūtre niyojayet || 18-14 ||

tad yathā -

bījamūlamatītāyāṃ mūrdhni sthānamudāhṛtam |
tathaiva sānto vāyustho dvādaśasvarabindumān || 18-15 ||

śāntibījaṃ lalāṭāt tatsthānaṃ kaṇṭhāvadhi smṛtam |
vahnyārūḍhaṃ śikhābījaṃ vidyābījamiti smṛtam || 18-16 ||

kaṇṭhādānābhi tatsthānaṃ vidyā tatra vyavasthitā |
sāntaṃ lāntasamārūḍhaṃ caturthasvarabindumat || 18-17 ||

bījamuktaṃ pratiṣṭhāyā nābherāgulphakasthitiḥ |
pṛthvīdīrghayutaṃ sāntaṃ nivṛttyā binduśekharam || 18-18 ||

bījaṃ syāt sthānamapyuktaṃ gulphāt pādatalāntakam |
tārādikaiḥ kalābījaiḥ kalākhyāḥ sacaturthikāḥ || 18-19 ||

tāḍane huṃphaḍantāḥ syurnamontāḥ syurniyojane |
svāhāntāścaiva home syurevaṃ sūtre niyojayet || 18-20 ||

p. 173) evaṃ mūrdhādiṣūktasthāneṣu puṣpāstreṇa santāḍyātītādyāḥ kalāḥ saṃhāriṇyā mudrayā saṃhṛtya tatra tatra sūtre krameṇa niyojayet |
tadanu vyāpyavyāpakabhāvaṃ vibhāvayet |
tatra tattvabhuvanapadavarṇamantrāḥ vyāpyāḥ malakarmamāyeśā vyāpakāḥ |
punarmalādayo vyāpyāḥ śāntyatītādayo vyāpakāḥ |
ata eva vyāpakānāṃ grahaṇāt tattvādyā malādayaśca saṅgṛhītā bhavantītyupasthāpitābhiḥ saṃnihitāḥ śodhitābhiḥ śuddhāḥ syuḥ |

atha sūtrasthitān pāśān svamantrādabhipūjya tu |
uddīpanaṃ vidhātavyaṃ vakṣyamāṇakrameṇa tu || 18-21 ||

tārāghorakalābījaiḥ kalānāma caturthiyuk |
huṃphaḍantaṃ kramāduktvā juhuyādāhutitrayam || 18-22 ||

atītādikalānāṃ syādevamuddīpanaṃ tataḥ |
pāśabandho vidhātavyastvatītādikalākramāt || 18-23 ||

tad yathā - prāgvat puṣpāstreṇa santāḍya praṇavapūrvaṃ mūlasampuṭānyatītādikalābījānyuccārya bhagavan ! śāntyatītakalā-pāśamalamāyākarmaśaktitattvabhuvanamantravarṇapadā(dhva)vyāpakaṃ bandha bandha huṃphaḍityatītādikalāsthāne sūtre granthiṃ kuryāt |
evaṃ śāntyatītādinivṛttyantaṃ krameṇa pāśabandhanāya granthiṃ kuryāt |
tadanu,

śarāvasampuṭe kṛtvā pāśāṃstanmantrahomataḥ |
sampātya maṇḍale śambhornivedyābhyarcya deśikaḥ || 18-24 ||

tasmācca nītvā rakṣārthaṃ śivakumbhe nivedayet |

atra mantradīpanasūtrāvalambanasuṣumnāsaṃyogaśiṣyacaitanya-yojanamalādisaṅkalpaśāntyatītāditāḍanagrahaṇasaṃyogapūjāsamar-paṇoddīpanapāśabandhanasampātaśivakumbhasamarpaṇāni caturdaśa karmaṇi vidhāya,

tataḥ kumbhaśivāgnīnāṃ pra(māṇaṃ ?ṇāmaṃ) kārayedamum || 18-25 ||

maṇḍapād bāhyataḥ prācyāṃ pṛthaṅmaṇḍalakatraye |
kramāt samupaviṣṭāya śiṣyāya prāṅmukhāya tu || 18-26 ||

p. 174) pañcagavyaṃ caroraṃśaṃ dantakāṣṭhaṃ ca dāpayet |
palāśapatre muktyarthaṃ bhuktaye'śvatthapatrake || 18-27 ||

tatrāṣṭagrāsamātraṃ caruṃ prāśayennādhikamiti kecit |

dantakāṣṭhāgrapātena jñeyamasya śubhāśubham |
somendreśāgrapātastu śubho'nyāśāsvaśobhanaḥ || 18-28 ||

aśubhe śāntihomaṃ tu kuryānmūlāṅgadakṣiṇaiḥ |
suliptāyāṃ kṣitau darbhasaṃstare sottaracchade || 18-29 ||

prācīne'straśatālabdhe bhuktaye prākchirāḥ svapet |
mumukṣurbhasmaśayyāyāṃ svaped dakṣiṇamastakaḥ || 18-30 ||

hṛnmantreṇālabhetainaṃ badhnīyāt tacchikhāṃ hṛdā |
astreṇācchādayeccainaṃ sitasūkṣmeṇa vāsasā || 18-31 ||

tilasarṣaparakṣābhiḥ śayyābāhye trivartulam |
prākāravad vilikhyāstrād dattvā bhūtabaliṃ tataḥ || 18-32 ||

svayaṃ ca pañcagavyādi prāśyācamya guruḥ svapet |
tatra prātaḥ samutthāya snātvānuṣṭhitanaityakaḥ || 18-33 ||

śivānujñātamānīya śiṣyaṃ svapnān vicārayet |
anumodya śubhe svapne tvaśubhe tasya śāntaye || 18-34 ||

tilājyacarusiddhārthairmantrasaṃhitayā śatam |
aghoreṇa tathāstreṇa hutvā datvā ca dakṣiṇām || 18-35 ||

dvijebhyaścaiva liṅgibhyaḥ susvapno'stviti vācayet |

athasvapnāstvaśubhāḥ śubhāśca kathyante |

śruto dṛṣṭo'nubhūtaśca prārthitaḥ kathitastathā || 18-36 ||

eṣyaṃśca sūcakaśceti svapnaḥ saptavidhaḥ smṛtaḥ |
pañcaiṣu viphalāḥ pūrve phaladau ceṣyasūcakau || 18-37 ||

svāṅgakeśanakhānāṃ ca dantaprāsādaveśmanām |
devacandrārkavṛkṣāṇāṃ pātaścoccāt tathātmanaḥ || 18-38 ||

p. 175) kṣaurābhyaṅgavivāhāśca śṛṅgibhirdaṃṣṭribhiḥ khagaiḥ |
pīḍanaṃ vā kharoṣṭrāśvaḍolārohaṇakāni ca || 18-39 ||

dakṣiṇābhimukhaṃ yātrā gartapaṅkāpsu majjanam |
anutthānaṃ tato mārgavidhānaṃ patitasya ca || 18-40 ||

raṇḍābhirvātha muṇḍābhirvikṛtābhirathāpi vā |
atikṛṣṇātiraudrābhiḥ kṛṣṇaraktāmbarāyasaiḥ || 18-41 ||

bhūṣitābhirasaumyābhiḥ strībhiḥ saṅgopagūhanam |
karṣaṇaṃ ca saritsindhusamudrāṇāṃ ca śoṣaṇam || 18-42 ||

dīpāgnijyotiṣāṃ nāśaḥ pratimāliṅgabhedanam |
kṛṣṇasragambarāleparaktavastrādidhāraṇam || 18-43 ||

haridrālepanaṃ sthaulyaṃ dehāṅgānāṃ ca khaṇḍanam |
kārpāsatilapiṇyākasuvarṇamaricāndhasām || 18-44 ||

lābho virecanaṃ caiva ghṛtaṃ matsyaṃ ca śāsanam (?) |
madhutailekṣutakrāṇāṃ pānaṃ gītaṃ ca nartanam || 18-45 ||

iṣṭairviyogo'niṣṭaiśca yogo devadvijanmabhiḥ |
pitṛbhirliṅginaścāpi bhartsanaṃ tāḍanādikam || 18-46 ||

apūpasaktuśuṣkānnabhakṣaṇaṃ salilādibhiḥ |
nirvāpaṇaṃ vā dīpādeḥ patanaṃ pādacarmaṇoḥ || 18-47 ||

digvāsasamāsaumyānāṃ muṇḍānāṃ kṛṣṇavāsasām |
kāṣāyiṇāṃ kapīnāṃ ca darśanasparśanādikam || 18-48 ||

kharoṣṭrakolamahiṣādyārohastadrathasya vā |
gomayonmajjanālepāvasaumyaśiśusaṅgrahaḥ || 18-49 ||

samājaḥ pānagoṣṭhyādau mṛtairapyupagūhanam |
ityevamādikaṃ svapne vināśabhayaduḥkhadam || 18-50 ||

svasthānāmapi rogāya maraṇāyāthavā bhavet |
ataḥparaṃ śubhāḥ svapnāḥ kathyante siddhisūcakāḥ || 18-51 ||

p. 176) śuklasragambarālepadīpadarpaṇasaṅgrahaḥ |
dadhikṣīrājyatāmbūlaphalataṇḍulavāsasām || 18-52 ||

brīhiśāliyavānāṃ ca śaṅkhamauktikayoṣitām |
surūpaśuklaveṣāṇāṃ lābhaśca rudhirārdratā || 18-53 ||

nadyabdhitoyataraṇaṃ prajvaladvahnidarśanam |
candrārkatārakāsparśo narayānādhirohaṇam || 18-54 ||

vṛkṣādrihastiprāsādaphalakṣīramahīruhām |
asthituṅgavimānānāmāroho nṛgavāmapi || 18-55 ||

viśiṣṭaliṅgiviprendrapitṛdevādyanugrahaḥ |
liṅgākṣasūtrapratimāviśiṣṭāyudhasaṅgrahaḥ || 18-56 ||

svāṅgavastragṛhādīnāmanirvāṇāgnidīpanam |
teṣvāntraveṣṭanaṃ vāpi viḍālepaḥ svavigrahe || 18-57 ||

mṛtirvā kuṇapasparśa ārdramāṃsasya bhakṣaṇam |
daṃśaḥ svadakṣiṇakare śuklavarṇena bhoginā || 18-58 ||

pauṣkare svarṇapātre vā ghṛtapāyasabhojanam |
dadhikṣīrāśanaṃ pānaṃ maireyasyāmṛtasya vā || 18-59 ||

tatpūrṇakumbhalābho vāpyagamyastrīniṣevaṇam |
balākākukkuṭīkrauñcīhaṃsīlābhaḥ sutāgamaḥ || 18-60 ||

mantrapustakavidyānāṃ vīṇāyāścauṣadhasya vā |
chatrāṇāṃ cāmurāṇāṃ ca lābhastīrthāvagāhanam || 18-61 ||

ityādidarśanaṃ svapne siddhiśrīsukhasūcakam |
brāhmaṇāścaiva devāśca pitaro liṅginastathā || 18-62 ||

yad yad vadanti hi svapne tat tathaiva bhaviṣyati |

iti svapnādhikāraḥ |

atha śiṣyaṃ snātaṃ nirvartitasandhyopāsanaṃ śambhukumbhaśivāgnīnāṃ kṛtapraṇāmārcanaṃ prāgvadālambitapāśasūtraṃ śivānujñayā maṇḍapaṃ praveśya kuṇḍāntika

p. 177) upaveśya oṃ hām ādhāraśaktaye namaḥ iti tāmagnāvāvāhya svāhāntena tenājyaṃ trivāraṃ juhuyāt |

tasyāmādhāraśaktau tu vinyasedadhvapañcakam || 18-63 ||

tadvyāpikāṃ nivṛttiṃ ca vibhāgo'syaiva kathyate |
pṛthvītattvaṃ kṣavarṇaśca mantrau hṛdayasadyakau || 18-64 ||

aṣṭāviṃśatisaṃkhyāni padānyantyād vilomataḥ |
kālāgnyādīni kālyantaṃ bhuvanāṣṭottaraṃ śatam || 18-65 ||

svamantreṇa nivṛttiṃ tu sūtrāt saṃhṛtya tena tu |
vahnau śaktau nivedyeṣṭvā sānnidhyāyāhutitrayam || 18-66 ||

tenaivāgnipriyāntena hutvā tatra vibhāvayet |
malaṃ karma ca tanmāyārūpapāśāt paśoḥ punaḥ || 18-67 ||

bhoktṛtvabhogadehādijanakaṃ ca śivecchayā |
saṅkalpya bhuvaneṣveṣu yonīrnānāśarīriṇīḥ || 18-68 ||

bhuvanānuguṇaṃ yāḥ syurantāḥ karmasambhavāḥ |
tadvyāpikāṃ ca vāgīśīṃ oṃ hāṃ vāgīśvaryai namaḥ anenāvāhya pūjayet || 18-69 ||

anenaiva svāhāntena trivāraṃ hutvā bhagavati ! vāgīśvari ! paśoranugrahāya sannihitā bhaveti samprārthyārghyāmbubhirastreṇa samprokṣya puṣpāstreṇa hṛdi santāḍya recakena svayaṃ śiṣyahṛdayaṃ suṣumnā praviśya taccaitanyamastreṇācchidyāṅkuśamudrayotkṛṣya mūlena dvādaśānte bindurūpe saṃyojya praṇavasaṃpuṭitaṃ haṃsaṃ samuccārayaṃstacchiṣyacaitanyaṃ pūrakeṇa svahṛdayapadmamānīya mūlamantraṃ smṛtvā kumbhakaṃ ca kṛtvā tato mūlena saṅgṛhya recakena dvādaśāntaṃ nītvā bhavamudrayā jarāyujāṇḍajasvedajodbhijjamānasīṣu sarvāsvanantāsu yoniṣu pūrvoktāsu taccharīragrahaṇavyaktirūpeṇa śiṣyacaitanyasya yugapat saṃyogaṃ kuryāt |
tadanu

tāramūlaṃ śivāyāgnerjāyāsaptākṣarastvayam |
yonisaṃyogagarbhāptijanmādau mantra īritaḥ || 18-70 ||

home prayojyastvasyānte bhagavan ! asyātmanaḥ sarvāsu yoniṣu yugapat saṃyogaṃ kuru kurviti |
imaṃ mantramudīrayet |

p. 178) tatrāsyātmanaḥpadādūrdhvaṃ sarvāsu yoniṣu saṃyogamityasmin sthāne garbhaniṣpattigarbhajanmādīni vakṣyamāṇāni karmāṇi tattannāmadheyena saṃyojya kurukurvityuccārya tattat karma niṣpādayet |
sarvatra mūlenāhutitrayaṃ hutvā saptākṣareṇa ca trivāraṃ hutvā bhagavannādikaṃ trivāramuccārya prārthayet |
tatra sarvayonisaṃyogaṃ garbhaniṣpattiṃ sarvagarbhajananaṃ ca kramānniṣpādya

tataḥ sarvaśarīrāṇāṃ yugapad vṛddhimāditaḥ || 18-71 ||

bhoganiṣpattaye smṛtvā prākkarmāgāmikarma ca |
sarvayoniśarīreṣu bhogakarmārjanaṃ smaret || 18-72 ||

tatra prāgvaddhutvā bhagavannādau nānābhogadāyakaṃ karmārjanaṃ kuru kurviti lokadharmikāyāṃ prākkarmāgāmikadharmādharmarūpakarmārjanaṃ vibhāvya hotavyam |

api sādhakadīkṣāyāṃ prākkarmāgāmikaṃ smaran |
hutvā taddeśakālāptaśarīraviṣayakriyāḥ || 18-73 ||

bhedena nānārūpāḍhyāḥ prāktanāgāmikarmaṇām |
bhoktṛtvāliṅgitasyāsya hyātmanaḥ sukhaduḥkhayoḥ || 18-74 ||

vedanādasya bhogasya viṣayāsaktinighnatām |
saṃsmṛtya tisro juhuyānmūlenābdhyarṇakena ca || 18-75 ||

tatra paśorasya sarvabhoganiṣpattiṃ kuru kurviti |
atra bhojarājaḥ - lokadharmikāyāṃ prāgāgāmikadharmādharmajanitadeśakālaśarīraviṣayabhedena nānārūpaṃ bhogaṃ sañcintyāhutīrdadyāt |
sādhakadīkṣāyāṃ prākkarmaṇaiva janitadeśakālaśarīraviṣayabhedena nānārūpaṃ bhogaṃ sañcintyāhutidānaṃ kartavyamiti |

tato layaṃ ca bhogeṣu paramaprītilakṣaṇam |
abhisandhāya juhuyāt prāgvat tallayakāraṇāt || 18-76 ||

bhogeṣu paramaprītirūpaṃ layaṃ kuru kurviti |
tadanu

jātyāyurbhogasaṃskārasiddhyarthaṃ hṛdayena tu |
śataṃ juhotu cātrāha brahmaśambhuḥ prayojanam || 18-77 ||

upayuktodakasyeva śaranmeghasya lāghavam |
śuddhirasya vinirdiṣṭā tattvasya kṣīṇakarmaṇaḥ ||

p. 179) apunaḥprasavitvaṃ ca niṣkṛtiśceti socyate |
hṛdayenāhutīnāṃ tu tadarthaṃ juhuyācchatam ||

iti |

tato mūlena trivāraṃ hutvā saptākṣareṇa ca bhagavannādinā niṣkṛtya sarvakarmaśuddhiṃ kuru kurviti prārthayet |

bhogābhāvaṃ ca saṅkalpya māyāpāśād bahirgataḥ |
tadviśleṣaṃ ca sañcintya mūlasaptākṣarādibhiḥ || 18-78 ||

hutvātha bhoktṛtāmasya viṣayāsaktilakṣaṇam |
malakāyaṃ vibhāvyāsya viśuddhyai juhuyād daśa || 18-79 ||

mūlena malaviśleṣaṃ saṅkalpya juhuyāt trayam |
karmaṇo'pi viśuddhasya viśleṣāyāhutitrayam || 18-80 ||

mūlasaptākṣarābhyāṃ tu bhagavannādinā punaḥ |

māyāmalakarmarūpasya pāśatrayasya viśleṣaṃ kuru kurviti pāśaviśleṣaṃ vidhāya malāditattvādivyāpakasya nivṛttipāśasyāstreṇa mūlena saptākṣareṇa ca trivāraṃ hutvā bhagavannādinā nivṛttipāśacchedaṃ kuru kurviti tatpāśacchedaṃ vibhāvya tadanu

sarvayoniśarīrāṇāṃ vināśāt tadgatātmanaḥ || 18-81 ||

ekatvaṃ paribhāvyātha vauṣaḍjātiyutena tu |
mūlena pūrṇāṃ hutvā tu satāraṃ brahmaṇe namaḥ || 18-82 ||

ityuktvāvāhya sampūjya

oṃ brahman śabdasparśau gṛhāṇa svāhā |
iti hutvāhutitrayam |

tadanu

kāraṇeśa tvayā nāsya yātuḥ padamanāmayam || 18-83 ||

pratibandho vidhātavya ājñaiṣā pārameśvarī |

evaṃ śivājñāṃ dattvā nivṛttikalāpāśādikāraṇeśaṃ brahmāṇaṃ visarjayet |

evaṃ tu śiṣyacaitanyaṃ viśuddhaṃ sphaṭikaprabham || 18-84 ||

nivṛttipāśanirmuktaṃ smṛtvoddhāraṃ samācaret |

p. 180) prāgvaddhutvā tu bhagavannādinā nivṛttikalāpāśāduddhāraṃ kuru kurviti |

saṃhāriṇyā taduddhṛtya caitanyaṃ pūrakeṇa tu || 18-85 ||

kṛtvātmasthaṃ guruḥ paścād recakenoddhṛtaṃ kṣaṇāt |
yojayet sūtradehe'sya sthairyārthaṃ trirjuhotu ca || 18-86 ||

tato vāgīśvarīmiṣṭvā trisro hutvā svamantrataḥ |
tāṃ visṛjyātha sandadhyāt kalāṃ śudhāmaśuddhayā || 18-87 ||

bījaṃ nivṛttyāḥ śuddhāyā hrasvamuccārayet tataḥ |
viśuddhāyāḥ pratiṣṭhāyā dīrghāntaṃ nāmanī kramāt || 18-88 ||

samasya tu caturthyantaṃ nama ityabhipūjya tu |
anenaivāgnijāyāntaṃ hutvā vāratrayaṃ tataḥ || 18-89 ||

līnāṃ nivṛttiṃ saṃśuddhāṃ pratiṣṭhāyāṃ vibhāvayet |

iti nivṛttikalāśodhanam |

uktānāṃ karmaṇāmatra kramapāṭho vidhīyate || 18-90 ||

pratiṣṭhādikalānāṃ ca ya eva syād viśodhane |
ādhāraśaktistattvaṃ ca vāgīśyā naikayonitā || 18-91 ||

śiṣyātmanaḥ samādānaṃ yojanaṃ sarvayoniṣu |
garbhaniṣpattijanane karmārjanamataḥparam || 18-92 ||

aiśvaryaṃ bhogasiddhiśca layo niṣkṛtireva ca |
viśleṣaśca malādīnāṃ pāśacchedaśca pūrṇayā || 18-93 ||

kāraṇeśārpaṇoddhāragrahaṇaikyānyataḥ param |
niyojanaṃ sūtradehe vāgīśvaryā visarjanam || 18-94 ||

śuddhatattvātmatālokaḥ kalāsandhānapūjane |
iti karmakramastulyaḥ pratiṣṭhādikalāsvapi || 18-95 ||

atha śaktiṃ samārādhya svamantreṇa pratiṣṭhāmāvāhya saṃsthāpyābhyarcya sānnidhyāya tena trivāraṃ hutvā malakarmamāyāpāśarūpaṃ bhoktṛtvabhogaśarīrādijanakaṃ

p. 181) pratiṣṭhayā vyāptaṃ sañcintyābādiprakṛtyante tattvādhvani ṣaṭpañcāśad bhuvanānyekaviṃśatipadāni varṇānāṃ trayoviṃśatiḥ śirovāmau pratiṣṭhayā vyāptāścintanīyāḥ |
mūlasaptākṣarābhyāṃ trivāraṃ hutvā bhagavannasyātmano malāditattvāni pratiṣṭhākalāyāṃ sannidhiṃ kuru kurviti |
tadanu ṣaṭpañcāśadbhuvaneṣu nānāvidhā yonīḥ saṅkalpya tadvyāpinīṃ vāgīśvarīmāvāhya saṃsthāpyābhyarcya sānnidhyāya trivāraṃ hutvā prokṣaṇatāḍanapraveśanacchedākarṣaṇa-grahaṇādīni pūrvavat kṛtvā pūrakeṇātmasthaṃ śiṣyacaitanyaṃ kumbhīkṛtya recakena dvādaśāntagataṃ saṅgṛhya pūrvavat sarvāsu yoniṣu yugapad vyaktimāpādya mūlasaptākṣarābhyāṃ trivāraṃ hutvā bhagavannādinā ca sarvayoniṣu saṃyogagarbhaniṣpattijananakarmārjana-bhogalayāṃśca pṛthak pṛthak prāgvanniṣpādya niṣkṛtau śirasā śataṃ hutvā niṣkṛtiṃ ca prāgvadāpādya bhogābhāvānmāyāpāśād bahirniṣkramaṇād viśleṣaṃ ca pūrvavaddhutvāpādya malakāryabhoktṛtvādibhyo bahirnirgamād viśleṣaṃ dhyātvā tadviśeṣaṃ ca pūrvavaddhutvāpādya karmaṇo viśleṣaṃ tathaivāpādayet |
oṃ viṣṇo ! asyātmanaḥ puryaṣṭakaṃ gṛhāṇa svāheti trivāraṃ hutvā kāraṇeśatvayetyādinājñāṃ viśrāvya visarjayet |
tato mūlasaptākṣarābhyāṃ prāgvaddhutvā bhagavannādinā pratiṣṭhāpāśāduddhāraṃ kuru kurvityuddhṛtya taccaitanyaṃ prāgvadātmasthaṃ kṛtvā sūtraśarīre praveśayet |
vāgīśvarīmiṣṭvā visṛjya kalāsandhānaṃ ca pratiṣṭhāvidyābhyāṃ svabījoccāraṇādinā vidhāya sampūjya hutvā pratiṣṭhāṃ vidyāyāṃ līnāṃ cintayet |
atha vidyākalāṃ śodhituṃ śaktimabhyarcya svamantreṇa vidyākalāmāvāhya saṃsthāpyābhyarcya tena trivāraṃ hutvā vyāptimavalokayet |
puruṣādimāyāntaṃ sapta tattvāni sapta varṇāḥ saptaviṃśatirbhuvanāni śikhāghorau mantrau padānāṃ viṃśatiśca malāditrayaṃ ca sarvaṃ vidyākalayā vyāptaṃ vibhāvya sarvayonivyāpikāṃ svamantreṇa vāgīśīmāvāhya saṃsthāpyābhyarcya tatsānnidhyāya trivāraṃ hutvā prokṣaṇatāḍanādikaṃ ca sarvayonisaṅkalpasaṃyogagarbhaniṣpattijanana-bhogalayāntaṃ karma sarvaṃ mūlena saptākṣareṇa trivāraṃ trivāraṃ hutvā bhagavannādinā ca yathāyogaṃ vidhāya niṣkṛtau śikhayā śataṃ hutvā mūlena saptākṣareṇa ca prāgvanniṣkṛtimāpādayet |
tatra niṣkṛtyā sarvāpāśaśuddhiṃ kuru kurviti tathaiva viśleṣapāśacchedapūrṇāhutīḥ prāgvad vidhāya tato rudrāya nama ityāvāhya saṃsthāpyābhyarcya trivāraṃ hutvā oṃ rudra ! rūpagandhau gṛhāṇa svāheti trirjuhoti |
tataḥ kāraṇeśetyādinājñāṃ śrāvayitvā taṃ visṛjyapūrvavad vidyākalāpāśāduddhṛtyātmasthaṃ kṛtvā dvādaśāntāt sūtre dehe niveśya

p. 182) sthirīkaraṇāya trivāraṃ hutvā vāgīśamabhyarcya hutvā visṛjya prāgvad vidyāśāntibīje hrasvadīrghe sandhāya sannidhīkṛtya mūlena trivāraṃ hutvā vidyāṃ śāntikalāyāṃ vilīnāṃ vibhāvya śāntiṃ śodhayet |

tataḥ śaktiṃ samabhyarcya hutvā saptākṣareṇa tu |
śāntiṃ svamantreṇāvāhya saṃsthāpyeṣṭvā juhoti ca || 18-96 ||

sannidhānāya mūlena hutvā dhyātvādhvapañcakam |
sadāśivāntaṃ tattvāni purāṇyaṣṭādaśaiva tu || 18-97 ||

ekādaśa padānyatra mantrau kavacapūruṣau |
trayo varṇāśca vijñeyāḥ śāntyā vyāptāḥ pṛthak pṛthak || 18-98 ||

tato vāgīśvarīṃ nānāyonisañjananīṃ smaran |
āvāhyābhyarcya hutvātha mūlena prāgvadāhutīḥ || 18-99 ||

tadanu prokṣaṇatāḍanapraveśacchedākarṣaṇagrahaṇayojanagarbha-janmakarmārjanaiśvaryabhogalayāṃśca pūrvavad vidhāya niṣkṛtau varmaṇā śataṃ hutvā mūlasaptākṣarābhyāṃ bhagavannādinā niṣkṛtya sarvapāśaśuddhiṃ kuru kurviti samāpya

bhogād bahirnirgamanānmūlasaptākṣarādibhiḥ |
viśleṣaṃ sarvabhogebhyaḥ kṛtvātha malakarmaṇoḥ || 18-100 ||

viśleṣāyāhutīrhutvā pāśacchede'stratastathā |
mūlāt saptākṣarāddhutvā bhagavannādinātmanaḥ || 18-101 ||

malāditattvādivyāpakasyacchedanaṃ kuru kurviti samāpya

prāgvat pūrṇāhutiṃ dattvā

oṃ īśvarāya nama iti

āvāhyābhyarcayedamum |

hutvā ca buddhyahaṅkārau gṛhāṇeti tadākhyayā || 18-102 ||

hutvā trivāraṃ saṃśrāvya kāraṇeśādinā tataḥ |
taṃ visṛjyaiśvaraṃ śiṣyaṃ śāntipāśairviyojitam || 18-103 ||

mūlasaptārṇahomena bhagavannādinātmanaḥ |
prāgvacchāntikalāpāśāduddhāraṃ kuru kurviti || 18-104 ||

p. 183) saṃhāriṇyā taduddhṛtya pūrakeṇātmayojitam |
recakenoddhṛtaṃ pāśasūtradehe praveśayet || 18-105 ||

sthirīkṛtya tu mūlena hutvā vāgīśvarīmapi |
sampūjya hutvā cotsṛjya kalāsandhānamācaret || 18-106 ||

prāgvadhrasvaṃ ca dīrghaṃ ca śuddhāśuddhavibhāgataḥ |
śāntyāśca śāntyatītāyāḥ prāgvadiṣṭvā juhotu ca || 18-107 ||

śāntiṃ līnāmatītāyāṃ kṛtvātītāṃ ca śodhayet |
śāntyatītāmathāvāhya saṃsthāpyeṣṭvā juhotu ca || 18-108 ||

prāgvad vyāptiṃ smaredatra malakarmavimiśritām |
śaktyanto'dhvā trayo mantrā varṇāḥ ṣoḍaśa vai padam || 18-109 ||

ekaṃ tu bhuvanānāṃ ca cintyaṃ pañcadaśaiva hi |
bindunādakalāśaktivyaktānyetānyatītayā || 18-110 ||

vyāptāni tatsannidhāne mūlena trirjuhotvatha |
vāgīśīṃ bhuvaneṣveṣu vyāptāmāvāhya cārcayet || 18-111 ||

tatsānnidhyāya juhuyāt trivāraṃ pūrvavad ghṛtam |

tadanu prokṣaṇatāḍanacchedākarṣaṇayonisaṃyogagarbhajanmaka-maiśvaryabhogalayāntaṃ tisṛbhistisṛbhirāhutibhirmūlasaptākṣarābhyāṃ hutvā bhagavannādinā tattatkarmābhisandhāya sampādya niṣkṛtau mūlena śataṃ hutvā prāgvanniṣkṛtiṃ kuru kurviti ca śāntyatītāpāśebhyo bahirnirgamād viśleṣaṃ dhyātvā mūlena trivāraṃ hutvātītāpāśasya malādivyāpakasya praṇavenāhutitrayaṃ hutvā tatpāśacchedāya mūlasaptākṣarābhyāṃ ca bhagavannasyātmanaḥ śāntyatītāpāśacchedaṃ kuru kurvityuktvā mūlena pūrṇāṃ hutvā kalānāṃ śuddhyarthaṃ samayasamayācārapāśaṃ sādeśe saṅkalpya śodhayet |
oṃ samayasamayācārapāśādhipebhyo gaṇebhyo nama ityāvāhya saṃsthāpyābhyarcyānena svāhāntena sannidhānāya trivāraṃ hutvā saptākṣareṇa ca tataḥ praṇavamūlādikaṃ sadāśivapūryaṣṭakāṃśaṃ manaḥ saṅgṛhāṇa svāheti trivāraṃ hutvā kāraṇeśetyādinā saṃśrāvya taṃ visarjayet |
tataḥ śivāstreṇa praṇavasampuṭena recakenātītāpāśāt saṃhṛtyātyantaṃ nirmalamātmasthaṃ śiṣyasthaṃ ca vidhāya tacchirasyudakabinduṃ

p. 184) dattvātha vāgīśīmabhyarcya santarpya vijñāpayet |
bhagavati ! pañcatattvakheditāsi gacchedānīṃ svaviṣayamiti visṛjya śāntyatītakalāṃ śaktitattve vilīnāṃ dhyātvā māyātattvāntamātmatattvamupasthāpayet |
praṇavamūlādikamātmatattvāya nama iti sannidhīkṛtya saptākṣareṇoccairuccārayannāhutiśataṃ hutvaivaṃ vidhivaikalyakarmaśuddhirbhavet |

tataḥ sadāśivāntaṃ vidyātattvaṃ svamantreṇāvāhya sthāpayitvābhyarcya tenaivopāṃśūccāraṇenāṣṭottaraśataṃ hutvā mantroccāraṇavaikalyaṃ śudhyati |
tataḥ śaktyantaṃ śivatattvamupasthāpyāvāhya sthāpayitvābhyarcya tenaiva mānasoccāraṇenāṣṭottaraśataṃ hutvā manovijñānavaikalyācchudhyati |
tatastu

viśvādhvavyāpikāṃ śaktimadhvāntaḥsthāṃ vibhāvayet || 18-112 ||

sarvakāraṇarūpāṃ ca tadagre śiṣyapudgalam |
viśuddhamaṇisaṅkāśaṃ vicintyābhyarcya taṃ guruḥ || 18-113 ||

kartarīṃ śikhayāmantrya bubhukṣordvādaśāṅgulāt |
paratastu śikhāṃ chindyānmokṣāyāṣṭāṅgulāt param || 18-114 ||

śikhayaiva śikhāṃ chittvā snāyācchiṣyo viśuddhaye |
guruśca dhautapāṇyaṅghrirācāntaḥ prokṣaṇācchuciḥ || 18-115 ||

tato guruḥ praviśyāntaḥ saśiṣyaḥ sakalīkṛtaḥ |
sapāśasūtrāṃ tu śikhāṃ channāṃ gomayagolake || 18-116 ||

sruci sruveṇa vihitāṃ kṛtvā pūrṇāhutiṃ yathā |
hutvā bahistato gatvā kṣālayet suksruvāvapi || 18-117 ||

kartarīṃ ca samācamya śivamiṣṭvā viśeṣataḥ |
vijñāpayed bho bhagavannadhvaśuddhistvadājñayā || 18-118 ||

asyātmanaḥ kṛtā deva ! lūnapāśaśikhā yataḥ |
śivatvaṃ ca paraṃ dhāma yātvayaṃ tvadanugrahāt || 18-119 ||

ājñā me dīyatāmasya śivatvaguṇayojane |

evaṃ kuruṣveti bhagavatānujñātaḥ prahṛṣṭo'rghyapātrahastaḥ śiṣyasahito'gnisamīpa upaviśya prāgvat prokṣaṇatāḍanāntaḥkaraṇa-sakalīkaraṇanādīsandhānamantratarpaṇāni

p. 185) vidhāya saṃhitāmantrāṇāmekaikāhutyā sakalīkaraṇaśodhanaṃ vidhāya śivātmani śiṣyacaitanyaṃ niyojayet |
tataḥ guru(vi ? rbi)ndutattvāsa(na ? ne) svayaṃ vidyātattvāspada indhikā dīpikā rocikā mocikā ūrdhvagāminī sūkṣmā susūkṣmā amṛtā ṛtā śaktiriti nādaśaktikalāstadvyāpinī vyomarūpā anantā anāthā anāśritā ceti bahiṣkaraṇaṃ vibhāvyāntaḥkaraṇaśuddhātmatattvastattvatrayāpūrṇa-tanuḥ pūrakakumbhakena kṛtvā tāluke jihvāṃ saṃyojya kiñcidvivṛtavaktro dantairdantānasaṃspṛśan ṛjukāyaḥ śiṣyacaitanyamātmani saṃyojya suṣumnāyāmanyanāḍīḥ prāṇavāyunaikīkṛtya śiṣyātmānaṃ samantraṃ śuddhasphaṭikanibhaṃ vicintya mūlamantraṃ haṃsaṃ coccārayan hṛtkaṇṭhatālubindumūrdhagatān brahmādikāraṇeśānatītya śiṣyātmānaṃ pūrṇāhutyā bahiḥ kumbhakena śive saṃyojya śiṣyaṃ śivībhūtaṃ dhyātvā tasmai śivaviṣayān ṣaḍaṅgaguṇānāpādayet |
tadyathā -

oṃ huṃ ātman ! sarvajño bhava svāhā ityājyāhutiṃ hutvā evamiva paritṛpta anādibuddha svatantra aluptaśakti anantaśakti ityekaikāhutiṃ hutvā śivībhūtaṃ sārvajñyādiguṇasampannaṃ śiṣyaṃ vibhāvya mūlenārghyajalena mantrasaṃhitayā tamabhiṣicyāṣṭau samayān jñāpayet |

tadyathā -

māheśvarāṃśca tacchāstrasamayācārasādhakān || 18-120 ||

śivaṃ guruṃ ca tadbhaktān na nindet prathamastvayam |
vimānaguruliṅgānāṃ (jā ? chā)yāṃ liṅgigavāmapi || 18-121 ||

na laṅghayecca nirmālyaṃ nāśnīyāt patitādibhiḥ |
puṣpikāsautikāśaucispṛṣṭaṃ nādyānna tān spṛśet || 18-122 ||

ayaṃ dvitīyaḥ samayaḥ |

samayān samayācārān mantratantrāṇyadīkṣitaiḥ |
na lekhayecchrāvayed vā tṛtīyaḥ samayastvayam || 18-123 ||

dvikālaṃ vā trikālaṃ vāpyekakālaṃ śivaṃ gurum |
pūjayitvaiva bhuñjīta caturthaḥ samayastvayam || 18-124 ||

p. 186) anāpatitaśaktīṃśca patitān vātha nāstikān |
na dīkṣayet pāpaśīlān samayaḥ pañcamaḥ smṛtaḥ || 18-125 ||

śivāgniguruvidyānāṃ yadiṣṭaṃ navameva ca |
annādyaṃ kusumādyaṃ vā nānivedya caret svayam || 18-126 ||

tadvad bālābalāvṛddharogārtakṛpaṇānapi |
atithīnannapānādyaistarpayitvā svaśaktitaḥ || 18-127 ||

śukakākaśvacaṇḍālebhyo'nnaṃ dadyānugrahāt |
iti ṣaṣṭhaṃ tu śaivānāṃ vijñeyaṃ samayavratam || 18-128 ||

aṣṭamīparvabhūtāsu strīkṣaurābhyaṅgavarjanam |
kāṃsyapātrāśanaṃ pānaṃ matsyaṃ māṃsaṃ madhūni ca || 18-129 ||

sarvathā sarvadā varjyaṃ samayastveṣa saptamaḥ |
yamānāṃ niyamānāṃ ca yathāyoganiṣevaṇam || 18-130 ||

caturdaśyaṣṭamīparvagrahaviṣvayanādiṣu |
pavitracaitrakādau ca viśeṣavidhipūjanam || 18-131 ||

kuryānnaktaṃ divā vāpi sakṛt saṅkalpya bhojanam |
śaraṇāgatarogārtapathikatrastavihvalān || 18-132 ||

śivabhaktānathāpyanyān sādhūn gobrāhmaṇānapi |
poṣyān bhṛtyādikāñ śaktyā pālayediti cāṣṭamaḥ || 18-133 ||

samayaḥ kathito hyeṣa pālanīyaḥ prayatnataḥ |
iti gurusamayānāṃ prāpya śikṣāṃ tu śiṣyo gurubhimatavittaiḥ praśrayaistoṣayitvā |
praṇatimatividhāyānujñayā tasya śaśvat priyahitaviniviṣṭaḥ śambhupūjāṃ vidadhyāt || 18-134 ½ ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde nirvāṇadīkṣāpaṭalo'ṣṭādaśaḥ || 18 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 19: Die Weihe des Sadhaka und des Acharya

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 19: Die Weihe des Sadhaka und des Acharya
Dieses Kapitel beschreibt zwei Formen geistlicher Beauftragung: die Weihe eines Sadhaka, der einen Mantra verwirklichen soll, und die Einsetzung eines Acharya, der lehren und einweihen darf. Äußere Zeichen der Würde stehen neben Anforderungen an Selbstbeherrschung, Wissen und Mitgefühl. Die beschriebenen Riten und Wirkungszusagen gehören zur historischen Überlieferung.

Kapiteleingang. Nun das neunzehnte Kapitel.

Kriyapada 19-1. Nun wird die Weihe des Sadhaka dargelegt, der durch die handlungsbezogene Einweihung eingeweiht worden ist und das Tantra richtig verstanden hat.

Unnummeriertes Brahmashambhu-Zitat nach 19-1. Hierzu Brahmashambhu: „Der Schüler, der die Sammlung mit ihren drei Gegenständen und vier Teilen versteht, aus der als Frucht Welterfahrung und Befreiung hervorgehen, ist der Weihe würdig.“

Unnummerierte Prosa nach 19-1: Vorbereitung der Weihe. An einem erwünschten Tag und zu einer geeigneten Stunde bereite man den Schüler ordnungsgemäß durch das Adhivasa vor und lasse ihn Krug, Mandala und Feuer verehren. Im Osten, Nordosten oder Norden errichte man einen quadratischen Pavillon von neun, sieben oder fünf Ellen Seitenlänge. Darin stehe ein quadratischer Altar, eine halbe Elle hoch und vier, drei oder zwei Ellen breit. Auf ihm bilde man mit ungebrochenem Reis oder Gerste ein viereckig angelegtes Svastika-Zeichen. Man stelle entweder neun Krüge auf, die von den Vidyeshvaras und Sadashiva bewohnt werden, oder fünf Krüge, die von den Brahma-Mantras und den Kalas Nivritti und den weiteren bewohnt werden.

Man fülle sie mit Wasser heiliger Badeplätze, dem die sämtlichen Edelsteine, Kräuter und Duftstoffe beigefügt sind, und bedecke sie mit zwei weißen Tüchern. In die Krugöffnungen lege man Kusha-Büschel, junge Ashvattha- und Mangozweige sowie Zitronatzitronen. In ihnen verehre man Shakti, Shiva und den zu verwirklichenden Mantra. Südlich auf dem Altar lasse man Shiva Platz nehmen. Weißen Senf, ungebrochenen Reis, Sesam, Durva-Gras, geklärte Butter und gekochte Opferspeise opfere man nacheinander mit dem zu verwirklichenden Mantra. Etwas von der beim Opfer aufgefangenen Butter gebe man in die Krüge. [Örtlicher Hinweis: Der gelieferte Satz zu dieser Zugabe ist elliptisch; die Mengenangabe lautet lediglich „ein wenig“.]

Auf dem bei der Nirvana-Einweihung beschriebenen Weg reinige man im Leib des Schülers zunächst die drei Kalas Nivritti und die folgenden. Dann reinige man Shantyatita. Man betrachte Sadashiva als Verkörperung der heiligen Erkenntnis, rufe ihn im Herzen des Schülers herbei, lasse ihn gegenwärtig werden, statte ihn mit den Mantragliedern aus und verehre ihn der Reihe nach, beginnend mit dem Sitz. Nach der vollen Opfergabe reinige man die Shanti-Kala. Danach:

Kriyapada 19-2. Man spreche den Pranava und dann den Wurzelmantra, verbunden mit der Anrede „Atman“. Nach dem Namen jeder Eigenschaft, Anima und der weiteren, setze man „soll dir zuteilwerden“ und den Feueropferabschluss.

Kriyapada 19-3. Die Eigenschaften Anima und die weiteren spreche man einzeln aus. Mit acht Opfergaben statte man den Schüler mit diesen acht Eigenschaften aus.

Kriyapada 19-4. Anima, das Kleinwerden, Mahima, das Großwerden, Laghima, die Leichtigkeit, Prapti, das Erreichen, Prakamya, die Erfüllung des Wollens, ferner Herrschaft und Verfügungsgewalt,

Kriyapada 19-5. und schließlich das Sichniederlassen, wo immer man es wünscht: Dies sind die acht Machtvollkommenheiten. Dann versehe man den Schüler mit dem zu verwirklichenden Mantra samt seinen Gliedern,

Kriyapada 19-6. sodass Shiva und Shakti seine Gestalt bewohnen. Man verehre ihn mit Duftstoffen und den weiteren Gaben, begleitet von Gesang und Instrumentalmusik.

Kriyapada 19-7. Mit reichlichen Lichtern vollziehe man das Lichterschwenken; dazu gehören farbiges Mehl, Tücher und in Gefäßen angeordnete Formen des Vajra und der übrigen Zeichen. Der Schüler blicke nach Osten, der Vollziehende nach Norden. [Örtliche Unsicherheit: Die Verbindung von Mehlformen, Tüchern und Lichtern ist im gelieferten Satz nicht ganz eindeutig.]

Unnummerierter Übergang. Danach:

Kriyapada 19-8. Mit saurer Milch, Kuhdung, weißem Senf, Durva-Gras, Sandel, Lotus, Erde vom Ameisenhügel und schützenden Stoffen, die mit Wasser benetzt sind, reinige man ihn durch Abstreichen.

Kriyapada 19-9. Man verehre ihn bis einschließlich der Räuchergabe und übergieße ihn mit den Krügen, der Reihe Ananta und die folgenden oder Nivritti und die folgenden entsprechend, jeweils mit den zugehörigen Mantras.

Kriyapada 19-10. Man stelle sich vor, wie der herabströmende Nektarguss einheitlich durch seine Sushumna fließt und die jeweilige Mantragestalt in ihn eintritt.

Kriyapada 19-11. Alle Unreinheit ist durch den Strom des höchsten Nektars abgewaschen. Man betrachte die Mantragestalt, die das Bewusstsein im Lotus seines Herzens durchdringt.

Unnummeriertes Brahmashambhu-Zitat nach 19-11. Hierzu Brahmashambhu: „Der Nektar ist das Wasser, die tragende Grundlage seine Kundalini-Shakti. Der Weihende ist als Shiva zu erkennen, der zu Weihende als die individuelle Person.“

Unnummerierte Prosa nach 19-11. Dann wechsle der Schüler sein weißes Gewand, wasche Hände und Füße und vollziehe die rituelle Mundspülung. Auf dem Altar südlich der Gottheit lasse man ihn nach Osten gewandt auf einem vorbereiteten Ananta-Sitz aus Shriparni-Holz oder einem anderen geeigneten Holz Platz nehmen. Man vollziehe die Reinigung der Elemente und schmücke ihn mit heiliger Schnur, Schmuck, Duftstoffen und Blumen. Man statte ihn mit den Mantragliedern aus, verehre ihn und schwenke die mit saurer Milch, Durva und ungebrochenem Reis geehrte Arati dreimal. Mit drei Handvoll kühlem Wasser und einer Verneigung lasse man ihn die acht Glücksstoffe berühren. Diese sind:

Kriyapada 19-12. Rochana, Sandel, Durva-Gras, Blumen, saure Milch, Milchreis, Gerste und weißer Senf: So werden die acht Glücksstoffe genannt.

Kriyapada 19-13. Dann verbinde man den Schüler mit seiner Befugnis und ihrer Ausstattung: Armreif, Obergewand, Schirm, Wedel und Sandalen,

Kriyapada 19-14. Buch, Gebetskette, Wasserkrug, Fahrzeuge und Reittiere sowie alle anderen königlichen Zeichen stehen dem Sadhaka zu.

Kriyapada 19-15. Der Acharya besitzt hinsichtlich dieser Ausstattung die gleiche Befugnis. Seine besonderen Zeichen sind Krone, Turban und Karani, das zugehörige Gerät. [Die genaue Gestalt und Verwendung der Karani wird hier nicht erläutert.]

Unnummerierte Prosa nach 19-15: Übergabe und Einsetzen des Mantras. Dann ergreife der Guru mit seiner linken Hand die rechte Hand des Schülers und trete durch das westliche Tor ein. Er lasse ihn Shiva im Krug und im Mandala dreimal rechtsläufig umschreiten und verehren. Der Schüler sinke zur Verneigung auf beide Knie. In seine zusammengelegten Hände gebe der Guru mit den eigenen zusammengelegten Händen duftendes Blumenwasser und übertrage ihm, den zu verwirklichenden Mantra aussprechend, den Mantra samt Unterweisung.

Der Schüler hebe seine zusammengelegten Hände zum eigenen Haupt und verneige sich vor dem Guru. Auf dem Weg der Sushumna führe er den Mantra in der Entfaltungsreihenfolge herab und setze ihn in den Lotus seines Herzens ein. Er überströme ihn mit dem Nektar des Dvadashanta und opfere mit den zusammengehörigen Mantras geklärte Butter. Südlich von Shiva, Krug und Feuer rufe er auf einem Lotussitz den zu verwirklichenden Mantra samt Gliedern herbei, lasse ihn gegenwärtig werden und verehre ihn wie Shiva. Von dort nehme der Sadhaka den Mantra auf, betrachte ihn in seinem eigenen Leib in der mit Shakti beginnenden Reihenfolge und setze ihn dort ein.

Unnummeriertes Brahmashambhu-Zitat nach 19-15. Wie Brahmashambhu sagt: „Aus Shiva die Shakti, daraus Bindu, aus Bindu Nada und aus Nada die Mondsichel; dann den Ha-Laut, als sechsten, und ebenso den ersten Vokal. Darunter das zweifüßige Brahman, den unvergänglichen Ursprung der Kalas, den nicht auszusprechenden Mantrakeim, die Ursache von Entfaltung und Zurücknahme.“ [Die neun Stationen werden erst in der anschließenden Prosa ausdrücklich gezählt; die knappe Lautbeschreibung wird nicht zu einer Rezitationsformel ergänzt.]

Unnummerierte Fortsetzung nach dem Zitat. Als die neun Knotenorte dieser Elemente sind zu erkennen: Dvadashanta, die Öffnung am Haarschopf auf dem Scheitel, Stirn, Brauenmitte, Gaumen, Kehle, Herz, Nabel und Blasengegend. Man betrachte die Reihenfolge in den Lotussen dieser Orte und überströme sie mit Nektar. Dann lasse der Guru ihn die Verpflichtungen und Verhaltensregeln annehmen. Für den Sadhaka gelten dieselben, die für den durch die Nirvana-Einweihung Eingeweihten genannt wurden. Zusammengefasst gehören dazu: das Dienstgelübde bewahren, ein besonderes Linga annehmen, reine Nahrung zu sich nehmen, Anhänglichkeit beziehungsweise Gesellschaft aufgeben, nicht nach Zwang und Begünstigung streben, Verbotenes meiden und vorgeschriebene Handlungen nicht aufgeben.

Kriyapada 19-16. Dann sättige man das Feuer mit den zusammengehörigen Mantras und entlasse es. Mit Erlaubnis Shivas führe man seine Gegenwart aus dem Mandala in den Shiva-Krug über.

Kriyapada 19-17. Den Wesen streue man mit ihren jeweiligen Mantras Bali-Gaben in die Himmelsrichtungen. Der Schüler nehme wie zuvor Platz und werde verehrt.

Kriyapada 19-18. Unter Glücksriten übergieße ihn der Guru mit dem Shiva-Krug. Nach eben diesem Verfahren kann man zur Erlangung von Herrschaft, Wohlstand und Sieg,

Kriyapada 19-19. zu langem Leben, Gesundheit, Glück, Söhnen, einer Gattin und Gedeihen auch einen König, andere Männer oder Frauen weihen.

Kriyapada 19-20. Als Shiva-Verehrer erlangt man mühelos das jeweilige Ziel; anders nicht. Hat der Sadhaka Weihe und Mantra empfangen und die Erlaubnis des Gurus erhalten,

Kriyapada 19-21. verwirkliche er den Mantra, um sichtbare und unsichtbare Früchte zu gewinnen. Unter einer günstigen Mondstation, an günstigem Mondtag und Wochentag, besonders wenn sie ihm entsprechen,

Kriyapada 19-22. begebe er sich an einen Shiva-Ort mit reichlich Blumen, Kusha-Gras und Wasser. Ein Linga mit südlichem oder nördlichem Zugang meide er sorgfältig.

Kriyapada 19-23. Ein Linga, das mit Brahma, Skanda, Indra, Nandisha, dem Stier, Vishnu, Ganeshvara, den Müttern, der Sonne und Durga verbunden ist, gilt als gebunden.

Unnummerierte Erklärung nach 19-23: Wahl des Verehrungsortes. Das bedeutet: Man soll es meiden. Ebenfalls zu meiden ist ein Linga, das ein anderer Sadhaka benutzt, das von Menschen aufgestellt wurde, das keine Verehrung erhält, das durch Menschen verunreinigt ist, die der Text als Fremde und Angehörige niedrigster Gruppen bezeichnet, oder das durch Verrücken, Bruch und ähnliche Fehler beeinträchtigt ist; auch ein Ort mit mehreren Lingas ist zu meiden. [Historische Einordnung: Die soziale Abwertung gehört zur Quellenvorschrift und wird hier nicht als heutiges Urteil übernommen.]

Am besten sind ein einzelnes Linga, ein westlicher Zugang und ein von selbst entstandenes Linga. Ein östlicher Zugang sowie ein von Göttern oder Rishis stammendes und ein Bana-Linga gelten als mittlere Wahl. Von Asuras, Rakshasas, Pishachas und ähnlichen Wesen aufgestellte gelten als geringste Wahl. Da diese Lingas allen Zwecken und Mantras gemeinsam dienen, liegt bei ihnen keine Vermischung der Mantras vor. Deshalb setze man den eigenen Mantra in sie ein und verehre sie.

Bei einem Linga, dessen Mantra unbekannt ist, setze man den Pranava oder die Lautmutter ein. Mit der Einatmung führe man diese in das eigene Herz, mit der Ausatmung zum Dvadashanta und lasse sie dort aufgehen. Nach dem Einsetzungsverfahren setze man den eigenen Mantra ein und verehre ihn. Falls die drei Arten von Lingas nicht verfügbar sind, darf man als vierte Möglichkeit auch ein Linga aufsuchen, das durch einen kraftvollen Guru, durch einen selbst oder durch einen anderen eingesetzt wurde und göttliche Gegenwart besitzt. Danach:

Kriyapada 19-24. Man vollziehe das Waffenopfer samt seinen Gliedern und opfere Butter und Sesam. Zuerst verehre man den Vastu; auf dem von der Vastu-Gottheit geschützten Platz

Kriyapada 19-25. vergrabe man in den Himmelsrichtungen acht eine Elle lange Gegenstände, die von den Waffen der Weltenhüter bewohnt werden, zum Schutz des Ortes, jeweils mit dem betreffenden Waffenmantra. [Quellenhinweis: Die IAST-Datei nennt hier „tilān“, Sesamkörner; das passt nicht zur Ellenlänge. Eine Korrektur zu Pflöcken wird nicht in den Sanskrittext eingesetzt.]

Kriyapada 19-26. Außen umschließe man ihn mit einer Schnur, die mit dem Panzermantra bestrichen beziehungsweise berührt wurde, unter Verwendung eines Pflocks. Mit der Hand streue man wiederum die sieben Saaten ringsum aus.

Kriyapada 19-27. Man ziehe auch eine Linie aus Asche sowie aus mit Gerste vermischtem Sesam. Man stelle sich dort eine Umfassungsmauer vor und bringe den Wesen die Bali-Gabe dar.

Kriyapada 19-28. Einmal täglich esse man maßvoll reine, leichte Nahrung von ungepflügtem Boden, ohne Lauge und Salz. Man widme sich dem Baden zu den drei Tageszeiten,

Kriyapada 19-29. beherrsche die Gesamtheit der Sinne und verwirkliche den gewünschten Mantra. Wenn der Mantra verwirklicht ist, verehre man dort Shiva erneut mit Hingabe.

Kriyapada 19-30. Man entlasse die Waffen der Weltenhüter aus den Pflöcken, verneige sich vor Shiva und bitte um Erlaubnis. Dann begebe man sich an einen gewünschten Ort oder bleibe dort wohnen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Einweihung des Sadhaka.

Kriyapada 19-31. Nun der zur Weihe geeignete Acharya: Er besitzt gute Lebensführung, guten Charakter und Reinheit, stammt aus einem anerkannten Land, ist gelehrt und trägt die genannten günstigen Merkmale.

Kriyapada 19-32. Er ist durch die Einweihung mit Keim ordnungsgemäß eingeweiht, hat seine Sinne besiegt und den Mantra richtig verwirklicht; er ist zu Zurückweisung und Begünstigung befähigt.

Kriyapada 19-33. Er kennt den gesamten Sinn der Tantras, ist großherzig und von Mitgefühl erfüllt, der Shiva-Verehrung hingegeben, friedvoll und ein Bewahrer der Verpflichtungen und Verhaltensregeln.

Kriyapada 19-34. Zuerst verlasse er sein Haus und vollziehe eine Pilgerfahrt, schrittweise entsprechend Ort, Zeit, Lebensalter, Kraft und Vermögen.

Kriyapada 19-35. Nach Abschluss des Besuchs heiliger Badeplätze übe er am Ufer der Ganga oder eines anderen Flusses, an einem Shiva-Ort oder auf einem Berg das Acharya-Gelübde.

Kriyapada 19-36. Wenn die Sonne ihren nördlichen Weg nimmt, in der hellen Monatshälfte, an einem glückverheißenden Tag verehre er Ganeshvara und den Guru und bringe Shiva besondere Verehrung dar.

Kriyapada 19-37. Er vollziehe das Waffenopfer und widme sich dem Baden zu den drei Tageszeiten. Auch mit Kuhurin bade er. Jeweils drei Tage lang

Kriyapada 19-38. lebe er von einer Mahlzeit, von nächtlichem Essen, von unerbetener Nahrung, ausschließlich von Panchagavya und dann von damit gekochter Opferspeise.

Kriyapada 19-39. Auch mit vollständigem Fasten verbringe er für sich drei Tage. Eine Monatshälfte esse er zu jeder vierten Essenszeit, ebenso zu jeder sechsten Essenszeit.

Kriyapada 19-40. Nach diesen beiden Monatshälften verbringe er weitere drei Tage. Ständig schlafe er auf Asche und Darbha-Gras und widme sich stets dem Aschebad.

Kriyapada 19-41. Nach der angegebenen Reihenfolge esse er Gerstennahrung ohne Lauge und Salz. Zum Abschluss erfreue er eingeweihte Brahmanen mit Speisen, Kleidung und weiteren Gaben,

Kriyapada 19-42. soweit seine Kraft reicht, und spreche: „Möge der Beauftragte erfreut sein!“ [Die gelieferte Benennung „sādeśaḥ“ ist unsicher.] Dann errichte man auf einem wie beschriebenen, reinen und von störenden Gegenständen befreiten Platz

Kriyapada 19-43. einen sehr schönen Pavillon, neun, sieben oder fünf Ellen groß und eine halbe Elle erhöht.

Kriyapada 19-44. Aus Banyan, Udumbara, Ashvattha und Plaksha fertige man die Torbögen, beginnend im Osten. Palasha, Amalaki, Madhuka und Bilva

Kriyapada 19-45. verwende man für die Torbögen in den Ecken, beginnend im Südosten. Zehn Fahnen sollen sich durch Farben und Waffen der Richtungshüter unterscheiden.

Kriyapada 19-46. Der Baldachin des Pavillons sei kunstvoll, weiß und rein, geschmückt mit Glocken, einem Netz kleiner Glöckchen und Perlenschnüren.

Kriyapada 19-47. Den Rand schmücke man mit Seidenstoffen, Juwelenkugeln und Wedeln; Schutzbänder aus feinem Gewebe und anderen Stoffen gehören dazu.

Kriyapada 19-48. Im Osten errichte man sein Feuerhaus und eine schöne Feuergrube. An seine Tore stelle man Krüge und Keimschalen.

Kriyapada 19-49. Nach der Vastu-Verehrung lasse man den glückverheißenden Tag ausrufen. Nach vorausgehendem Ausstreuen der Streustoffe verehre man Krug und Waffe.

Kriyapada 19-50. In den Himmelsrichtungen stelle man die Weltenhüter und die Waffen Vajra und die weiteren auf. Man bereite Panchagavya nach der für die fünf Felder angegebenen Reihenfolge.

Unnummerierte Prosa nach 19-50. In der durch die genannten achtzehn Sakramente bereiteten Feuergrube entzünde man das Shiva-Feuer und sättige es ordnungsgemäß. Darin rufe man Sadashiva wie angegeben herbei und verehre ihn. Mit Brennholz, Butter, gekochter Opferspeise und Sesam opfere man jeweils fünf Gaben und bringe die volle Opfergabe dar.

Kriyapada 19-51. In der Mitte zeichne man ein glückverheißendes Sarvatobhadra- oder Bhadraka-Mandala, für Brahmanen und die folgenden Gruppen jeweils fünf, vier, drei oder zwei Ellen groß,

Kriyapada 19-52. mit ebenso vielen verschiedenfarbigen Pulvern und einem weißen Lotus in der Mitte. Für Brahmanen und die folgenden Gruppen gilt das Haupttor in den Richtungen, beginnend mit Osten.

Kriyapada 19-53. Auf dem äußeren Umgang des Sockels zeichne man Ranken, Blätter und weitere Muster. Außerhalb des Mandalas zeichne man in den acht Richtungen reinweiße Muscheln.

Kriyapada 19-54. Ihre Namen sind Ananda, Sunanda, Nanda, Nandivardhana, Shrimukha, Vijaya,

Kriyapada 19-55. Tara und Sutara. Ihre Mantras bestehen aus drei Pranavas, den langen Vokalen von A an, jeweils mit Anusvara, und dem eigenen Namen,

Kriyapada 19-56. gefolgt von „dessen Wesen“ im Dativ und „Verehrung“. Damit rufe man sie herbei und verehre sie. Zwischen den Muscheln zeichne man acht Krüge,

Kriyapada 19-57. dem Mandala zugewandt, weiß und mit Farben bunt gestaltet. Subhadra, Vibhadra, Sunanda, Pushpanandaka,

Kriyapada 19-58. Jaya, Vijaya, Purna und Purnakumbha heißen sie der Reihe nach. Ihre Mantras bilde man mit den eigenen Namen wie die der Muscheln.

Kriyapada 19-59 mit eingeschobener Formel. Ebenso bilde man für die acht Torbögen jeweils eine Formel mit dem Namen des Weltenhüters. Hier gilt die Besonderheit: „Verehrung dem Torbogen des Götterherrn, dessen Wesen der Banyan ist!“ Vorausgehen der Pranava und die drei gelieferten langen Keimlaute. Ebenso werden die Mantras für Palasha und die anderen gebildet. [Die genaue Lautfolge bleibt in der getrennten Sanskritfassung; aus der Anweisung werden hier keine zusätzlichen Formeln rekonstruiert.]

Kriyapada 19-60. Auf dem äußeren Umgang des Sockels ordne man sechzehn Muscheln an. Außerhalb davon stelle man acht Krüge in den Haupt- und Zwischenrichtungen auf.

Kriyapada 19-61. Mit sämtlichen Edelsteinen, Kräutern, Saaten, Duftstoffen, Erden und Wasser fülle man diese Muscheln und Krüge, jeweils unter Verwendung ihrer Mantras.

Kriyapada 19-62. Ihre Hälse seien mit Tüchern und Blumenschnüren versehen, mit Sandel und ungebrochenem Reis geehrt; in ihren Öffnungen seien fünf Blattzweige und Zitronatzitronen.

Unnummerierte Prosa nach 19-62: Gefäße und ihre Füllung. Hier werden die Namen der sechzehn Muscheln und acht Krüge genannt. Eben diese Namen ergeben jeweils ihre Mantras: Zu Beginn stehen Pranava und die Dreiheit der langen Vokale, am Schluss „dessen Wesen“ im Dativ und „Verehrung“. Die sechzehn zu füllenden Muscheln sind: Ayata, Ananda, Nandyayata, Sunanda, Mahakukshi, Nandi, Sunabhi, Nandivardhana, Hrasvanabhi, Shrimukhanabhi, Mandali, Vijaya, Sughosha, Tara, Uttara und Sutara. Die Krüge sind Manthara, Subhadra, Prithuloshtha, Sudanta, Hrasvoshtha, Mantharagriva, Jaya und Vijaya. Jeden stelle man gesondert auf eine Unterlage aus Reis und Darbha-Gras.

Nun werden die Kräuter genannt: Jaya, Vijaya, Jayanti, Aparajita, Vishnukranta, Shankhapushpi, Hemapushpi, Nakuli, Vishala, Bala, Atibala, Gandhanakuli, Saha, Sahadeva, Varahi, Shatavari, Meda, Mahameda, Vriddhi, Riddhi und die Kakoli genannte Pflanze. Man nehme sie nach Verfügbarkeit. [Pflanzennamen bleiben als überlieferte Benennungen stehen; die gelieferte Worttrennung bei Saha/Sahadeva ist nicht durch botanische Identifikationen ersetzt.]

Die Edelsteine sind Rubin, Perle, Gomedaka, Smaragd, Pushyaraga, Diamant, blauer Saphir, Koralle und Kristall. Die sieben Saaten sind Reis, Gerste, Mungbohne, schwarze Urdbohne, Sesam, weißer Senf und Weizen. Die acht Duftstoffe sind Sandel, Safran, Adlerholz, Kampfer, Kushtha, Mamsi, Kachora und Ushira. Die acht Erden gewinnt man von der Spitze eines Ameisenhügels, einer duftenden Stelle, einem Berggipfel, einem Flussufer, dem Zusammenfluss großer Flüsse, einer Bilva-Wurzel, einem Elefantenstoßzahn und einem Kuhhorn. [Örtliche Unsicherheit: Die Wortverbindung bei Ameisenhügel, Duft und Berg ist nicht eindeutig; die angekündigte Achtzahl wird hier durch die erkennbare Aufzählung wiedergegeben, nicht durch eine weitere Erde ergänzt.]

Mit diesen vermischten Stoffen und Wasser heiliger Badeplätze fülle man Muscheln und Krüge. Die Muscheln fülle man nacheinander mit den sechzehn Vokalen, die Krüge mit den acht Lautklassen. In den Muscheln der acht Richtungen rufe man die acht Gestalten, Erde und die folgenden, herbei; in den Muscheln der Zwischenrichtungen die acht Shaktis, Vama und die folgenden; in den acht äußeren Krügen die acht Vidyeshvaras. Man lasse sie alle gegenwärtig werden und verehre sie nach Vorschrift.

In der Mitte, auf dem Fruchtboden des Lotus, stehe ein Krug aus Gold, Silber, Kupfer, Ton oder einem anderen Material, entsprechend den eigenen Mitteln. Er enthalte alle Kräuter, Saaten, Edelsteine, Duftstoffe und Blumen sowie Gold. Mit den zusammengehörigen Mantras fülle man ihn mit Wasser heiliger Badeplätze und vergegenwärtige dabei den Nektar des Dvadashanta. Man rufe die Shakti Manonmani sowie Sadashiva herbei, dessen Wurzelmantra mit Gestalt und Gliedern verbunden ist, und vollziehe die Verehrung ordnungsgemäß, beginnend mit dem Sitz. Überall lege man Grasbüschel, Blattzweige und Früchte hinein. Man umwickle die Gefäßhälse mit neuen Tüchern, schmücke sie mit Girlanden und verehre sie bis einschließlich der Speisedarbringung.

Unnummerierte Formeln nach 19-62: Einlegen der Stoffe. Nun werden die Mantras zum Einlegen der Edelsteine und der übrigen Stoffe genannt. Dem Pranava und den drei angegebenen langen Keimlauten folgen:

„Verehrung allen Edelsteinen, deren Wesen das All ist!“

Wie zuvor: „Verehrung allen Saaten, deren Wesen Indra ist!“

Wie zuvor: „Verehrung allen Kräutern, deren Wesen Soma ist!“

„Verehrung allen Duftstoffen, deren Wesen irdisch ist!“

„Verehrung allen Erden, deren Wesen die Erde ist!“

So lege man sie ein. Auf diese Weise bespreche, verehre und verwende man Krüge, Muscheln, Torbögen, Edelsteine und die weiteren Dinge.

Unnummerierte Prosa nach 19-62: Einzug und Übergießung. Der Schüler habe gefastet, gebadet und die täglichen Pflichten, die tägliche Shiva-Verehrung und das Feueropfer vollzogen. Er trage weiße Kleidung und habe Hände und Füße gewaschen. Man lasse ihn den Pavillon rechtsläufig umschreiten und die Tore der Shanti-Kala und der weiteren Kalas samt den Torbögen, im Osten beginnend, verehren. Durch das seiner sozialen Gruppe entsprechende Tor, im Osten beginnend, führe man ihn hinein. Er verehre Shiva, Krug, Waffe und Feuer und verneige sich. Der Guru selbst sättige das Shiva-Feuer mit je einer Opfergabe zu den zusammengehörigen Mantras und führe den Schüler herbei.

Auf einem südlich vom Pavillon gezeichneten Lotus stelle man einen Ehrensitz aus Udumbara- oder Shriparni-Holz auf, bedeckt mit einem passenden Tuch. Darauf lasse man den Schüler auf dem Ananta-Sitz Platz nehmen, dem Gayatri-Japa hingegeben. Glückverheißende Instrumente, Muscheln und Pauken, Gesänge und der von Brahmanen in den Richtungen vorgetragene Veda sollen alle anderen Geräusche übertönen. Der Guru sei von sechzehn oder acht Trägern der göttlichen Gestalten begleitet, die zur ersten sozialen Gruppe gehören und mit der Einweihung mit Keim eingeweiht sind.

Mit Saaten, Schalen, den als Chitramukha, Anjalikaraka und Nagakarna bezeichneten Geräten beziehungsweise Formen sowie einer Fackel mit unversehrter Hülle reinige er den Schüler durch Abstreichen. [Örtliche Unsicherheit: Diese zusammengezogene Geräteliste ist nicht sicher zu gliedern. Die benannten Gegenstände werden nicht durch erschlossene moderne Entsprechungen ersetzt.] Dann bestreiche er dessen ganzen Leib mit den zuvor genannten Erden unter Verwendung des zugehörigen Mantras; danach mit Panchagavya sowie Pulver von Bilva, Lotusstaubfäden und Priyangu. Mit dem in einem eigenen Krug befindlichen Wasser eines Absuds von Ashvattha, Udumbara, Plaksha, Banyan und Bilva vollziehe er zuerst die Übergießung. Er wasche den Schüler ab, verehre ihn bis zur Räuchergabe und statte ihn mit den Mantragliedern aus.

Dann übergieße er ihn mit den Vidyeshvara-Krügen unter den jeweiligen Mantras und verehre ihn bis zur Räuchergabe. Ebenso übergieße er ihn mit den sechzehn Muscheln und verehre ihn bis zur Räuchergabe. Anschließend übergieße er ihn mit dem Shiva-Krug, über dem die Mantras der Gestalt, der Glieder und der Wurzel gesprochen wurden. Dabei stelle er sich vor, wie Shiva in der Entfaltungsreihenfolge durch die Sushumna in das Herz des Schülers eintritt und es durchdringt: zusammen mit den Vidyas und Vidyeshvaras, mit Shakti, mit sämtlichen Mantras der Wurzel, Glieder und weiteren Formen, die in der mit Bindu beginnenden Reihenfolge entstehen, und mit den Eigenschaften wie Allwissenheit. [Die Quelle kennzeichnet die Verbindung der Eigenschaften durch eine fragliche Ergänzung.]

Dann bewirke er mit dem Waffengefäß ringsum Schutz und übergieße den Schüler ebenso noch mit dem Shiva-Krug. Dieser wechsle sein Gewand. Man gebe ihm die seiner sozialen Gruppe entsprechende Zahl heiliger Schnüre sowie die Würdezeichen Turban, Krone, Halskette, Spiegel, Fingerring, Schirm, Wedel, Elefant, Pferd, Sänfte, Wasserkrug, Sandalen und weitere. Man verehre ihn mit Duftstoffen und den übrigen Gaben. Mädchen und verheiratete Frauen tragen in goldenen und anderen Gefäßen Lichter herbei, deren Mehlformen die Waffen Vajra und die weiteren darstellen. Unter glückverheißender Instrumentalmusik vollziehe man damit das Lichterschwenken vor ihm.

Anschließend führe man ihn vor Shiva, lasse ihn mit rechtsläufigem Umschreiten eine Verneigung vollziehen und trage dem Gott vor:

Kriyapada 19-63. „Erhabener, durch deine Gnade und auf deinen Befehl hat dieser die große Weihe empfangen. Von heute an möge er Acharya sein!“

Kriyapada 19-64. So unterrichte man den Herrn der Götter. Nachdem Shiva „So sei es!“ gesprochen hat, entlasse man den Gott und das Feuer, die Krüge, Muscheln und Torbögen.

Kriyapada 19-65. Die Weltenhüter verehre man nach Vermögen und streue die Bali-Gabe aus. Dann entlasse man sie. Die Träger der göttlichen Gestalten, die Zeichenträger

Kriyapada 19-66. und die Brahmanen erfreue man mit Gold, Kleidern und Speisen, ebenso die Armen und Schutzlosen nach eigener Kraft. Den neuen Guru setze man in sein Amt ein:

Kriyapada 19-67. „Dieser Ort, diese Pflichten, diese Sammlungen von Büchern sowie diese Dienerinnen, Diener und die übrigen sind wie bisher zu bewahren und zu versorgen.

Kriyapada 19-68. Entsprechend deiner Befugnis weihe Menschen durch die Einweihungen ein und lasse die Folge der Handlungen vom Pflügen bis zur Einsetzung weitergehen.

Kriyapada 19-69. Den Eingeweihten sind die Lehrschriften zu erläutern, anderen nicht. Bewahre Verpflichtungen und Verhaltensregeln und widme dich dem Gewähren von Gnade!“

Unnummerierter Abschluss der Anweisung. So lautet die Weisung.

Kriyapada 19-70. Nachdem der bisherige Guru den neuen Guru so angewiesen hat, verehre er Shiva besonders und wiederhole den Wurzelmantra zehntausendmal.

Kriyapada 19-71. Nach demselben Verfahren weihe man einen nach Königsherrschaft Strebenden, damit er sie erlange, einen, der Herrschaft oder Sohn verloren hat, und eine Frau, damit sie Glück erlange.

Unnummerierte Fortsetzung nach 19-71. Zuvor weihe man sie ein; sie müssen Shiva ergeben sein. Anders vollziehe man es nicht.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die große Weihe des Acharya.

Kriyapada 19-72. Für jemanden, der dies nicht auszuführen vermag, aber Acharya werden möchte,

Kriyapada 19-73. der das Acharya-Gelübde vollzogen oder, falls er auch dazu nicht fähig ist, in angemessener Weise entsprechend seinen Kräften eine doppelte Gabe gespendet hat,

Kriyapada 19-74. zeichne man im Pavillon ein glückverheißendes Sarvatobhadra-Mandala. Im Nordosten stelle man nach dem Ausstreuen der Streustoffe Krug und Waffe auf und verehre sie.

Kriyapada 19-75. Im mittleren Lotus verehre man Shiva ordnungsgemäß. Außerhalb des Mandalas, in den mit Svastikas und anderen Zeichen geschmückten Richtungen,

Kriyapada 19-76. stelle man im Westen, Norden, Süden, Osten und Nordosten nach Vorschrift fünf Krüge auf. Mit Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum,

Kriyapada 19-77. mit den Kalas Nivritti und den folgenden, den Gliedern sowie Sadyojata und den weiteren Brahma-Mantras werden sie verehrt. Sie enthalten alle Edelsteine, Kräuter, Saaten, Erden, Duftstoffe und Blumen,

Kriyapada 19-78. ferner Goldplättchen und Grasbüschel, und sind mit den genannten Früchten und Blattzweigen, Tüchern, Girlanden und Schmuck geziert. Der Reihe nach, beginnend mit dem Sitz,

Kriyapada 19-79. vollziehe man die Handlungen bis zum Höchstmachen, rufe in ihnen nacheinander die Kalas herbei und verehre Gestalten und Glieder. Auch das Feuer in der Grube verehre man wie zuvor.

Kriyapada 19-80. Man bringe fünf Opfergaben dar, mit den eigenen Namen von Erde und den weiteren Elementen, den Kalas, Gliedern und Gestalten, denen Pranava, Herz- und Wurzelmantra vorausgehen.

Kriyapada 19-81. Man opfere Brennholz, Butter, gekochte Opferspeise, Puffreis und Sesam und streue die Bali-Gabe. Man verbinde Shiva und Feuer und bringe die volle Opfergabe wie angegeben dar.

Kriyapada 19-82. Danach bitte man Shiva um Erlaubnis. Der Schüler habe seine täglichen Pflichten erfüllt. Auf einem Lotus südlich des Mandalas, reich mit Svastikas und anderen Zeichen geehrt,

Kriyapada 19-83. verehre man ihn auf dem glückverheißenden Ananta-Sitz, nachdem man ihn wie zuvor mit den Mantragliedern ausgestattet hat. Mit weißem Senf, saurer Milch, Erde, Asche, Durva und Kuhdungkugeln

Kriyapada 19-84. reinige man ihn durch Abstreichen, wasche ihn mit Duftwasser, verehre und beräuchere ihn. Mit den Krügen, die jeweils hundertmal mit dem Wurzelmantra besprochen worden sind, und ihren eigenen Mantras

Kriyapada 19-85. übergieße man ihn. Nachdem er sein Gewand angelegt und wieder auf dem Ananta-Sitz Platz genommen hat, statte man ihn mit den Mantragliedern aus, verehre ihn und gebe ihm Turban und die übrige Ausstattung.

Kriyapada 19-86. Man zeige Shiva die Befugnis an und übertrage sie ihm. Nach Shivas Erlaubnis gehe man wieder zur Feuergrube.

Kriyapada 19-87. Für die Kalas opfere man jeweils fünf Gaben Butter und bringe die volle Opfergabe dar. Dann ergreife man seine rechte Hand

Kriyapada 19-88. und zeichne sie mit einem brennenden Darbha-Büschel und den fünf Gliedmantras, beginnend am kleinen Finger. Wie zuvor entlasse man Shiva, das Feuer sowie Krug und Waffe.

Kriyapada 19-89. Mit Gold, Kleidern, Speise, Trank und anderem erfreue man die Beteiligten. Die durch Shivas und des Gurus Befehl empfangene Befugnis übe man nun aus.

Kriyapada 19-90. So wurden hier die in den Tantras begründeten Einweihungen samt ihren Weihen in den Hauptzügen ordnungsgemäß dargelegt. Durch sie erlangt man das Ende aller Leiden, Welterfahrung und Machtvollkommenheiten und auch mühelos Befreiung.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das neunzehnte Kapitel über die Einweihung des Sadhaka und die Weihe des Acharya.

Geistliche Würde als Verantwortung

Die vielen Zeichen der Weihe machen eine übertragene Verantwortung sichtbar. Daneben nennt der Text eine innere Haltung: Frieden, Großherzigkeit und Mitgefühl. Für heutige Yoga-Aspiranten liegt darin eine verständliche Frage an jede Form des Lehrens: Trägt die eigene Praxis dazu bei, andere zu verstehen und zuverlässig für sie da zu sein? Diese Besinnung unterscheidet sich von den historischen Privilegien und rituellen Befugnissen, die das Kapitel beschreibt.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 19: Die Weihe des Sadhaka und des Acharya
Dieses Kapitel beschreibt zwei Formen geistlicher Beauftragung: die Weihe eines Sadhaka, der einen Mantra verwirklichen soll, und die Einsetzung eines Acharya, der lehren und einweihen darf. Äußere Zeichen der Würde stehen neben Anforderungen an Selbstbeherrschung, Wissen und Mitgefühl. Die beschriebenen Riten und Wirkungszusagen gehören zur historischen Überlieferung.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athaikonaviṃśaḥ paṭalaḥ |

athocyate kriyāvatyā dīkṣayā dīkṣitasya tu |
samyagvijñātatantrasya sādhakasyābhiṣecanam || 19-1 ||

atra brahmaśambhuḥ -

tripadārthāṃ catuṣpādāṃ bhuktimuktiphalodayām |
saṃhitāṃ yo vijānāti śiṣyo'sau sekamarhati ||

iti |
iṣṭadivasamuhūrtādau yathāvacchiṣyamadhivāsya kumbhamaṇḍalāgnī-nāṃ pūjāṃ kārayitvā prācyāmaiśānyāmudīcyāṃ vā navasaptapañcahastānyatame caturaśre maṇḍape ardhahastocchritacatustri-dvihastānyatamacaturaśravedikāyāmakṣatairyavairvā catuṣkoṇaviracitasvastikāyāṃ vidyeśvarasadāśivādhiṣṭhitaṃ kalaśanavakaṃ vā brahmabhirnivṛttyādikalābhiścādhiṣṭhitaṃ kalaśapañcakaṃ vā saṃsthāpya sarvaratnauṣadhigandhamiśrita tīrthajalairāpūrya sitavasanābhyāmācchādya kuśakūrcāśvatthacūtapallavabījapūraphalāni kalaśamukheṣu nidhāya śaktiṃ śivaṃ sādhyamantraṃ ca teṣu sampūjya vedyāṃ dakṣiṇataḥ śivamupaveśya siddhārthākṣatatiladūrvājyacarubhiḥ kramāt sādhyamantreṇa hutvātha sampātājyaṃ kalaśeṣu kiñcinnirvāṇadīkṣoktamārgeṇa nivṛttyādikalātrayaṃ śiṣyadehe saṃśodhya tataḥ śāntyatītāṃ śodhayitvā vidyādehaṃ sadāśivaṃ dhyātvā śiṣyahṛdaye samāvāhya saṃsthāpya sakalīkṛtyāsanādikrameṇābhyarcya pūrṇāṃ hutvā atha śāntikalāṃ śodhayet |
tadanu

praṇavaṃ ca tato mūlamātmañchabdena yojitam |
aṇimādiguṇākhyānte te bhavantyagnijāyayā || 19-2 ||

aṇimādiguṇānāṃ tu pṛthakpṛthagudīrya tu |
hutvā cāṣṭāhutīḥ śiṣyaṃ kuryādaṣṭaguṇairyutam || 19-3 ||

aṇimā mahimā caiva laghimā prāptireva ca |
prākāmyaṃ ca tatheśitvaṃ vaśitvaṃ ca tataḥ param || 19-4 ||

yatrakāmāvasāyitvamityaiśvaryaguṇāṣṭakam |
tataḥ śiṣyaṃ tu sāṅgena sādhyena sakalīkṛtam || 19-5 ||

śivena ca tathā śaktyā samadhiṣṭhitavigraham |
gandhādyairabhipūjyātha gītavādyasamanvitam || 19-6 ||

p. 188) varṇapiṣṭakṛtairvastraivajrādyaiḥ pātrayojitaiḥ |
prājyapradīpairnīrājya prāṅmukhaṃ tamudaṅmukhaḥ || 19-7 ||

tadanu

dadhigomayasiddhārthadūrvācandanapaṅkajaiḥ |
valmīkamṛtsnārakṣābhirnirmṛjya salilāplutaiḥ || 19-8 ||

dhūpāntamabhipūjyainaṃ kalaśairabhiṣecayet |
anantādinivṛttyādikramāt tanmantrayojitaiḥ || 19-9 ||

parisravatsudhādhārāmaikyenāsya suṣumnayā |
pātayaṃścintayet tattanmantramūrtipraveśanam || 19-10 ||

paramāmṛtaviṣyandakṣālitāśeṣakalmaṣam |
taddhṛdambhojacidvyāptāṃ mantramūrtiṃ ca bhāvayet || 19-11 ||

atra brahmaśambhuḥ -

amṛtaṃ toyamādhāraḥ śaktistasya tu kuṇḍalī |
abhiṣektā śivo jñeya abhiṣicyastu pudgalaḥ ||

iti |
tataḥ śiṣyaṃ parivartitaśuklāmbaraṃ prakṣālitapāṇipādamācāntaṃ devasya dakṣiṇavedyāṃ śrīparṇyādimaye parikalpitānantāsane prāṅmukhamupaveśya bhūtaśuddhiṃ vidhāyopavītabhūṣaṇagandha-puṣpairalaṅkṛtya sakalīkṛtyābhyarcyārātrikaṃ ca dadhidūrvākṣatārcitaṃ trivāramudbhrāmya śītāmbuculukatrayeṇa maṅgalāṣṭakaṃ savandanaṃ sparśayet |
tacca

rocanā candanaṃ dūrvāḥ sumanodadhipāyasam |
yavāḥ siddhārthakāśceti kathitaṃ maṅgalāṣṭakam || 19-12 ||

tataḥ saṃyojayecchiṣyamadhikāreṇa sādhanaiḥ |
kaṭakaṃ cottarīyaṃ ca chatraṃ cāmarapāduke || 19-13 ||

pustakaṃ cākṣasūtraṃ ca bhṛṅgāraṃ yānavāhane |
anyacca rājacihnaṃ yat sarvamarhati sādhakaḥ || 19-14 ||

ācāryasyāpi tulyo'yamadhikāraḥ paricchade |
viśeṣastasya makuṭa uṣṇīṣaṃ karaṇī tathā || 19-15 ||

p. 189) tadanu guruḥ svasavyahastena tasya dakṣiṇakaraṃ gṛhītvā paścimadvāreṇa praviśya śambhukumbhamaṇḍalaśivānāṃ pradakṣiṇatrayaṃ pūjāṃ ca kārayitvā jānubhyāṃ praṇāmenāvaniṃ gatasya śiṣyasyāñjalau sagandhakusumasalilaṃ sādhyamantramuccāryāñjalinā sopadeśaṃ mantraṃ dadyāt |
so'pi tamañjaliṃ svaśirasi nidhāya gurave namaskṛtya suṣumnāmārgeṇa sṛṣṭikrameṇānīya svahṛdayakamale niveśya dvādaśāntāmṛtenāplāvya mantrasaṃhitayājyena hutvā śivakumbhāgnīnāṃ dakṣiṇataḥ padmāsane sādhyamantraṃ sāṅgamāvāhya sthāpayitvā śivavat pūjayitvā tasmānmantramuddhṛtya sādhakaḥ svadehe śaktyādikrameṇa vicintya sthāpayet |

yathā brahmaśambhuḥ -

śivācchaktiṃ tato binduṃ bindornādaṃ ca nādataḥ |
ardhacandraṃ hakāraṃ ca ṣaṣṭhamādyasvaraṃ tathā || tadatho dvipadaṃ brahma kalākāraṇamakṣaram |
mantrabījamanuccāryaṃ sṛṣṭisaṃhārakāraṇam ||

iti |
eteṣāṃ nava granthisthānāni vijñeyāni dvādaśāntaśikhārandhra-lalāṭabhrūmadhyatālugalahṛdayanābhivastīni |
eteṣāṃ sthāneṣu padmeṣu kramaṃ dhyātvāmṛtenāplāvayet |
atha taṃ samayācārān gururgrāhayet |
te ca nirvāṇadīkṣitasyoditāḥ sādhakasyāpi samānā eva |
asyāpi sevāvratadhāraṇaṃ viśiṣṭaliṅgaparigraho viśuddhāhārasevā saṅgaparityāgo nigrahānugraheṣvanāsthā ca niṣiddhavarjanaṃ vihitānāṃ karmaṇāmaparityāgaśceti saṃkṣepaḥ |

athāgniṃ saṃhitāmantraiḥ santarpya ca visarjayet |
maṇḍalasthaṃ tadājñātaḥ śivakumbhe niyojayet || 19-16 ||

bhūtebhyo'tha baliṃ dikṣu vikīrya svasvamantrataḥ |
tataḥ śiṣyaṃ yathāpūrvamāsanasthaṃ tu pūjitam || 19-17 ||

maṅgalaiḥ śivakumbhena gurustamabhiṣecayet |
anenaiva vidhānena rājyaśrīvijāyāptaye || 19-18 ||

āyurārogyasaubhāgyaputrastrīpuṣṭaye'pi vā |
nṛpaṃ vāpi narānanyān striyaścāpyabhiṣecayet || 19-19 ||

p. 190) tattadāpnotyayatnena śivabhaktastu nānyathā |
prāptābhiṣekamantro'tha prāpyānujñāṃ gurostataḥ || 19-20 ||

sādhakaḥ sādhayenmantraṃ dṛṣṭādṛṣṭaphalāptaye |
śastarkṣatithivārādau svānukūle viśeṣataḥ || 19-21 ||

samabhyetya śivakṣetraṃ bhūripuṣpakuśāmbumat |
dakṣiṇottaradigdvāraṃ liṅgaṃ yatnena varjayet || 19-22 ||

brahmaskandendranandīśavṛṣaviṣṇugaṇeśvaraiḥ |
mātṛbhāskaradurgābhiryuktaṃ liṅgaṃ tu kīlatam || 19-23 ||

varjayedityarthaḥ |
apica sādhakāntarasevitaṃ mānuṣapratiṣṭhitaṃ pūjārahitaṃ mlecchāntyajananadūṣitaṃ calitabhinnādidoṣaduṣṭamaneka-liṅgaṃ ca varjyam |
ekaliṅgaṃ paścimadvāraṃ svayambhuliṅgaṃ ca śreṣṭham |
pūrvaṃ daivamārṣaṃ ca bāṇaṃ ca madhyamam |
asurarākṣasapiśācādipratiṣṭhitaṃ kaniṣṭham |
eteṣu liṅgeṣu sarvārthamantrasādhāraṇatayā mantrasaṅkaro nāstītyataḥ svamantrameṣu vinyasya pūjayet |
ajñātamantraliṅgeṣu praṇavaṃ mātṛkāṃ vāpi vinyasya svahṛdaye pūrakeṇa samānīya recakena dvādaśānte layaṃ nītvā pratiṣṭhāvidhānena svamantraṃ vinyasya pūjayet |
trividhaliṅgānāmasambhave śaktimastā guruṇā vātmanānyena vā pratiṣṭhitaṃ sānnidhyavalliṅgamapyāśrayaṇīyamiti caturthaḥ pakṣaḥ |
tadanu

sāṅgaṃ kṛtvāstrayāgaṃ tu hutvājyena tilairapi |
vāstupūjāṃ vidhāyādau vāstudevābhirakṣite || 19-24 ||

aṣṭau tilān hastamātrān lokeśāstrairadhiṣṭhitān |
dikṣu tatkṣetrarakṣārthaṃ nikhanet tattadastrataḥ || 19-25 ||

sūtreṇa varmālabhena śaṅkunā veṣṭayedbahiḥ |
hastena saptabījāni vikīrya paritaḥ punaḥ || 19-26 ||

rekhāṃ ca bhasmanā kuryād yavamiśraistilairapi |
prākāraṃ parikalpyātra dattvā bhūtabaliṃ tathā || 19-27 ||

akṛṣṭamannamakṣāralavaṇaṃ śuci yallaghu |
sakṛdaśnan parimitaṃ snāne triṣavaṇe rataḥ || 19-28 ||

p. 191) sanniyamyendriyagrāmaṃ sādhayenmantramīpsitam |
siddhamantraḥ punastasmiñchivamārādhya bhaktitaḥ || 19-29 ||

kīlalokādhipāstrāṇi visṛjya praṇataḥ śivam |
anujñāpya vrajediṣṭaṃ deśaṃ tatraiva vā vaset || 19-30 ||

sādhakadīkṣādhikāraḥ |

athācāryo'bhiṣekārho vṛttavāñchīlavāñchuciḥ |
praśastadeśajo vidvān praśastoditalakṣaṇaḥ || 19-31 ||

sabījadīkṣayā samyag dīkṣito vijitendriyaḥ |
samyak sādhitamantraśca nigrahānugrahakṣamaḥ || 19-32 ||

vijñātāśeṣatantrārtha udāraḥ karuṇārasaḥ |
śivapūjāparaḥ śāntaḥ samayācārapālakaḥ || 19-33 ||

sa nirgatya gṛhāt pūrvaṃ tīrthayātrāṃ samācaret |
deśakālavayaśśaktisāmarthyānuguṇaṃ kramāt || 19-34 ||

nirvartya tīrthasevāṃ tu gaṅgādeḥ saritastaṭe |
śivakṣetre'thavā śaile tatrācāryavrataṃ caret || 19-35 ||

udaṅmārgagate sūrye śuklapakṣe śubhe dine |
gaṇeśvaraṃ guruṃ ceṣṭvā saviśeṣaṃ yajecchivam || 19-36 ||

astrayāgaṃ ca nirvartya snāne triṣavaṇe rataḥ |
gomūtreṇa tathā snāyādatha tridinasaṃkhyayā || 19-37 ||

ekabhuktena naktena tathaivāyācitena ca |
kevalaṃ pañcagavyena tatsiddhacaruṇā punaḥ || 19-38 ||

upavāsena ca trīṇi dināni kṣapayet pṛthak |
pakṣaṃ caturthakālāśī ṣaṣṭhakālāśanastathā || 19-39 ||

evaṃ pakṣadvayādūrdhvaṃ kṣapayed divasatrayam |
bhasmadarbhaśayo nityaṃ bhasmasnānarataḥ sadā || 19-40 ||

p. 192) akṣāralavaṇaṃ yāvamannaṃ bhuktvoditakramāt |
samāptau dīkṣitān viprān bhojanāchādanādibhiḥ || 19-41 ||

paritoṣya yathāśaktyā sādeśaḥ prīyatāmiti |
tato yathodite deśe śuddhe sūddhṛtaśalyake || 19-42 ||

navahastaṃ tathā saptapañcahastamathāpi vā |
ardhahastochritaṃ kṛtvā maṇḍapaṃ sumanoramam || 19-43 ||

nyagrodhodumbarāśvatthaplakṣaiḥ pūrvāditoraṇam |
palāśāmalakau caiva madhūko bilva eva ca || 19-44 ||

āgneyādiṣu koṇeṣu toraṇāṃstaiḥ prakalpayet |
dhvajāṃśca daśa dikpālavarṇahetivilakṣaṇān || 19-45 ||

maṇḍapasya vitānaṃ ca vicitraṃ dhavalaṃ śuci |
ghaṇṭākiṅkiṇikājālamuktādāmavirājitam || 19-46 ||

paryantapaṭṭavasanamaṇikandukacāmaraiḥ |
alaṅkṛtaṃ dukūlādikṛtapratisarānvitam || 19-47 ||

prācyāmagnyālayaṃ tasya kuryāt kuṇḍaṃ ca śobhanam |
dvāreṣu kalaśāṃstasya nyaseccāṅkurapālikāḥ || 19-48 ||

vāstupūjāṃ ca nirvartya puṇyāhaṃ vācayet tataḥ |
vikirakṣepapūrvaṃ tu kumbhāstre cābhipūjya tu || 19-49 ||

dikṣu saṃsthāpya lokeśān vajrādīnyāyudhāni ca |
pañcagavyaṃ ca sampādya pañcakoṣṭhoditakramāt || 19-50 ||

proktāṣṭādaśasaṃskāraiḥ saṃskṛte kuṇḍe śivāgnimādhāya yathāvat santarpya tasmin yathoktaṃ sadāśivamāvāhyābhipūjya samidājyacarutilaiḥ pañcapañcāhutīrhutvā pūrṇāṃ ca vidhāya

madhye'sya sarvatobhadraṃ bhadrakaṃ vā likhecchubham |
viprādīnāṃ kramāt pañcacatustridvikarairmitam || 19-51 ||

p. 193) rajobhirapi tāvadbhistanmadhye'bjaṃ ca pāṇḍuram |
viprādīnāṃ smṛtaṃ mukhyaṃ dvāraṃ prāgādidiggatam || 19-52 ||

pīṭhasya bāhyavīthyāṃ tu vallīpatrādikaṃ likhet |
maṇḍalād bāhyadikṣvaṣṭau likhecchaṅkhān supāṇḍarān || 19-53 ||

teṣāṃ nāmāni cānandaḥ sunando nanda eva ca |
nandivardhananāmā ca śrīmukho vijayastathā || 19-54 ||

tāraḥ sutāraścaiteṣāṃ mantrāḥ syuḥ praṇavāstrayaḥ |
ākārādyāḥ svarā dīrghāḥ sānusvārāḥ svanāma ca || 19-55 ||

ātmanente namaḥ śabdastvebhirāvāhya pūjayet |
śaṅkhānāṃ madhyadeśeṣu vilikhet kalaśāṣṭakam || 19-56 ||

maṇḍalābhimukhaṃ tacca śuklaṃ citraṃ ca varṇakaiḥ |
subhadraśca vibhadraśca sunandaḥ puṣpanandakaḥ || 19-57 ||

jayo'tha vijayaḥ pūrṇaḥ pūrṇakumbhaśca te kramāt |
teṣāṃ ca mantrān svākhyābhiḥ śaṅakhānāmiva yojayet || 19-58 ||

toraṇānāṃ tathāṣṭānāṃ lokeśākhyānvitaṃ pṛthak |

tatrāyaṃ viśeṣaḥ - oṃ āṃ īṃ rūṃ nyagrodhātmane surādhipatoraṇāya namaḥ |

evameva palāśādiṣvapi mantrā bhavanti hi || 19-59 ||

tataḥ pīṭhād ba(li ? hi)rvīthyāṃ śaṅkhān ṣoḍaśa vinyaset |
tadbāhye kalaśānaṣṭau sthāpayed digvidiggatān || 19-60 ||

sarvartnauṣadhībījairgaṇḍairmṛdbhirjalairapi |
śaṅkhāṃśca kalaśānetān pūrayet svasvamantrataḥ || 19-61 ||

vastrasragdāmakaṇṭhāṃśca candanākṣatacarcitān |
pañcapallavavaktrāṃśca bījapūraphalānanān || 19-62 ||

atra ṣoḍaśaśaṅkhānāmaṣṭakalaśānāṃ ca nāmānyucyante - yānyeva praṇavadīrghasvaratrayādikāni ātmanenamaśśabdāntāni tattanmantrā bhavanti |
tad yathā -

p. 194) āyataḥ ānandaḥ nandyāyataḥ sunandaḥ mahākukṣiḥ nandī sunābhiḥ nandivardhanaḥ hrasvanābhiḥ śrīmukhanābhiḥ maṇḍalī vijayaḥ sughoṣaḥ tāraḥ uttāraḥ sutāraśca ṣoḍaśa śaṅkhāḥ pūraṇīyāḥ |
mantharaḥ subhadraḥ pṛthuloṣṭhaḥ sudantaḥ hrasvoṣṭhaḥ mantharagrīvaḥ jayo vijayaśca kalaśā ete pṛthak pṛthak śālidarbhaviṣṭareṣu sthāpyāḥ |
athauṣadhyaḥ kathyante - jayā vijayā jayantī aparājitā viṣṇukrāntā śaṅkhapuṣpī hemapuṣpī nākulī viśālā balā atibalā gandhanākulī sahā saha devā vārāhī śatāvarī medā mahāmedā vṛdhiścardhiḥ kākolīsaṃjñā yathālābhamoṣadhayo grāhyāḥ |
ratnāni māṇikyamuktāgomedakamarakatapuṣyarāgavajranīlapravālasphaṭikāni |
bījāni śāliyavamudgamāṣatilasidhārthagodhūmā iti sapta |
candanakuṅkumāgarukarpūrakuṣṭhamāṃsīkaccorośīrāṇyaṣṭau gandhāḥ |
valmīkāgragandhaparvatāgranadītīramahānadīsaṅgamabilvamūlagaja-dantagośṛṅgebhyo gṛhītā mṛdo'ṣṭau |
ityebhirdravyairmiśritaiḥ śaṅkhāṃśca kalaśāṃśca tīrthajalairāpūrya ṣoḍaśasvaraiḥ śaṅkhān krameṇāpūrayet |
aṣṭavargaiḥ kalaśān śaṅkheṣu pṛthivyādimūrtyaṣṭakamaṣṭadikṣu vidikcchaṅkheṣu vāmādiśaktyaṣṭakaṃ bahiḥ kalaśāṣṭake vidyeśvarāṣṭakaṃ ca sarvān samāvāhya saṃsthāpya vidhivadarcayet |
madhye padmakarṇikāyāṃ suvarṇarajatatāmramṛnmayādyanyatame śaktyanuguṇe kumbhe sarvauṣadhībījaratnagandhapuṣpānvite sahiraṇye tīrthajalaiḥ mantrasaṃhitayā dvādaśāntāmṛtaṃ smṛtvāpūrya manonmanīṃ śaktiṃ sāṅgamūrtimūlamantraṃ sadāśivamāsanādikrameṇa yathāvadāvāhya sarvatra kūrcāni pallavaphalāni ca nidhāyāhatavastrairāveṣṭitakaṇṭhamālābhiralaṅkṛtya yathāvannaivedyāntaṃ sampūjya, tatra ratnādīnāṃ prakṣepamantrā ucyante |
oṃ āṃ īṃ ūṃ sarvaratnebhyo viśvātmakebhyo namaḥ |
prāgvat sarvabījebhya indrātmakebhyo namaḥ |
prāgvat sarvauṣadhibhyaḥ somātmakebhyo namaḥ |
sarvagandhebhyaḥ pārthivātmakebhyo namaḥ, sarvamṛdbhyaḥ pṛthivyātmakebhyo namaḥ iti vinyaset |
evaṃ kalaśaśaṅkhatoraṇaratnādīnyabhimantrya sampūjya niyojayet |
tadanu śiṣyaṃ kṛtopavāsaṃ kṛtasnānanityavidhiṃ nirvartitanaityakaśivārcāgnikāryaṃ śuklāmbaraṃ prakṣālitapāṇipādaṃ maṇḍapasya pradakṣiṇaṃ kārayitvā prāgādi śāntikalādvārāṇāṃ toraṇānāṃ ca kṛtapūjaṃ prāgādisvarṇānuguṇadvāreṇa praveśya śivakumbhāstrāgnīnāṃ kṛtārcanapraṇāmaṃ svayaṃ mantrasaṃhitayā

p. 195) ekaikāhutyā santarpitaśivāgnimānīya maṇḍapād dakṣiṇataḥ kṛtapadme audumbaraṃ śrīparṇikaṃ vā bhadrāsanaṃ sadṛśena vastreṇāstīrṇaṃ vinyasya tasmin gāyatrījapaparaṃ tasminnanantāsana upaveśya śaṅkhapaṭahādimaṅgalavādyagītadhvanibhiryathā dikṣu brāhmaṇaiḥ paṭhyamānavedaghoṣaiśca tirohitānyadhvani sabījadīkṣādīkṣitaiḥ prathamavarṇaiḥ ṣoḍaśabhiraṣṭabhirvā mūrtidharaiḥ sahito gururbījaśarāvacitramukhāñjalikārakanāgakarṇābhinnapuṭolkābhiḥ śiṣyaṃ nirmathya tadanu pūrvoktābhiḥ mṛdbhistanmantreṇa sarvāṅgamālipya tataḥ pañcagavyabilvapadmakesarapriyaṅgucūrṇaiś-cāthāśvatthodumbaraplakṣavaṭabilvakvathitakaṣāyodakena pṛthakkalaśasthāpitena prathamamabhiṣicya prakṣālya dhūpāntamabhyarcya sakalīkṛtya vidyeśvarakalaśaistattanmantrairabhiṣicya dhūpāntamabhyarcya tataḥ ṣoḍaśaśaṅkhaistathaivābhiṣicya dhūpāntamabhyarcya, tataḥ śivakalaśena mūrtyaṅgamūlajapitenābhiṣiñcan savidyāvidyeśvarasya saśaktikasya bindvādikramotpadyamānamulāṅgādisamastamantrasahitasya sarvajñatvādiguṇa(yukta ?) sahitasya sṛṣṭikrameṇa suṣumnayā śiṣyahṛdaye praveśavyāptiṃ ca śivasya bhāvayet |

tataścāstravardhanyāsya parito rakṣāṃ vidhāya śivakumbhenāpi tadvadabhiṣecayet tato nivartitāmbarasya varṇasaṃkhyayā yajñopavītaṃ dattvoṣṇīṣamakuṭahāramukurāṅgulīyacchatracāmaragajāśvaśibikā-bhṛṅgārakapādukādīni cihnāni dattvā gajandhādibhirabhyarcya svarṇādipātranihitairvajrādyāyudhapiṣṭapradīpābhiḥ kanyābhirvadhūbhiścopanītairenaṃ maṅgalavādyaghoṣairnīrājayet |

tadanu śivābhimukhaṃ nītvā sadakṣiṇaṃ praṇāmaṃ kārayitvā deyaṃ vijñāpayet -

tvatprasādena bhagavan ! eṣa prāptastvadājñayā |
mahābhiṣekamācāryo bhavatvadyaprabhṛtyayam || 19-63 ||

iti vijñāptya deveśaṃ śivenoktastathāstviti |
visṛjya devamagniṃ ca kalaśān śaṅghatoraṇān || 19-64 ||

lokeśāṃśca yathākāmaṃ saṃpūjya tu baliṃ kṣipet |
visarjayet tatastvenān mūrtidhārāṃśca liṅginaḥ || 19-65 ||

p. 196) viprāṃśca hemavastrānnaiḥ dīnānāthāṃśca śaktitaḥ |
paritoṣya guruṃ tvenaṃ svādhikāre niyojayet || 19-66 ||

idaṃ sthānamime dharmāścaite pustakasañcayāḥ |
dāsīdāsādayaścaite paripālyā yathā purā || 19-67 ||

adhikārānurūpyeṇa dīkṣābhirdīkṣayejjanān |
karṣaṇādipratiṣṭhānaṃ karmacakraṃ pravartayan || 19-68 ||

vyākhyeyāni ca śāstrāṇi dīkṣitebhyo na cānyathā |
pālayan samayācārānanugrahaparo bhava || 19-69 ||

iti |

iti sandiśya taṃ pūrvo gururnavaguruṃ tataḥ |
śivamiṣṭavā viśeṣeṇa mūlamantrāyutaṃ japet || 19-70 ||

anenaiva vidhānena rājyakāmaṃ tadāptaye |
bhraṣṭaiśvaryaputraṃ ca striyaṃ saubhāgyasiddhaye || 19-71 ||

abhiṣiñcecchive bhaktān dīkṣayitvā na cānyathā |

ityācāryamahābhiṣekādhikāraḥ |

evaṃ kartumaśaktasyāpyācāryatvābhilāṣiṇaḥ || 19-72 ||

cīrṇācāryavratasyaivamasamarthasya tadvrate |
dattadviguṇadānasya yuktyā śaktyānurūpataḥ || 19-73 ||

maṇḍape sarvatobhadraṃ likhitvā maṇḍalaṃ śubham |
aiśānyāṃ vikirakṣepāt kumbhāstre ca nyased yajet || 19-74 ||

madhyapadme'sya tu śivaṃ yathāvadabhipūjayet |
maṇḍalād bāhyato dikṣu svastikādyairalaṅkṛte || 19-75 ||

paścimottarayāmyaindraśivadikṣu vidhānataḥ |
kalaśān pañca vinyasya bhūmyambvagnimarudviyat || 19-76 ||

nivṛttyādikalāṅgaiśca sadyādyaiścābhipūjitān |
sarvaratnauṣadhībījamṛdgandhakusumānvitān || 19-77 ||

p. 197) ssahemaphalakūrcoktaphalapallavaśobhitān |
savastramālābharaṇānāsanādikrameṇa tu || 19-78 ||

paramīkaraṇānteṣvābāhya tu kalāḥ kramāt |
mūrtyaṅgānyabhisampūjya kuṇḍe vahniṃ ca pūrvavat || 19-79 ||

iṣṭvā pañcāhutīrhutvā pṛthvyādīnāṃ svanāmabhiḥ |
kalānāmaṅgamūrtīnāṃ tārahṛnmūlapūrvakam || 19-80 ||

samidājyacarūn lājatilān hutvā baliṃ kṣipet |
śivamagniṃ ca sandhāya pūrṇāṃ hutvā yathoditām || 19-81 ||

anujñāpya śivaṃ paścānmaṇḍalād dakṣiṇe'mbuje |
kṛtanityavidhiṃ śiṣyaṃ svastikādyaiḥ suvarcite || 19-82 ||

bhadrānantāsane prāgvat sakalīkṛtya pūjayet |
sidhārthadadhimṛdbhasmadūrvāgomayagolakaiḥ || 19-83 ||

nirmathya gandhatoyena prakṣālyābhyarcya dhūpitam |
pṛthaṅmūlaśatālabdhaistaiḥ kumbhaiḥ svasvamantrataḥ || 19-84 ||

abhiṣicyāttavasanamanantāsanagataṃ punaḥ |
sakalīkṛtya sampūjya dattvoṣṇīṣādisādhanam || 19-85 ||

adhikāraṃ ca vijñāpya śivāyāsmai samarpayet |
anujñāpya śivaṃ paścād gatvā kuṇḍāntikaṃ punaḥ || 19-86 ||

pañca pañcāhutīrājyaṃ kalānāṃ ca juhotyatha |
pūrṇāṃ ca hutvā taddhastaṃ dakṣiṇaṃ parigṛhya tu || 19-87 ||

darbholmukena pañcāṅgaiḥ kaniṣṭhādiṣu lāñchayet |
prāgvacchivaṃ tathaivāgniṃ kumbhāstre ca visarjayet || 19-88 ||

hemavastrānnapānādyaiḥ paritoṣyātha tajjanam |
śivagurvājñayā labdhamadhikāraṃ pravartayet || 19-89 ||

itthaṃ dīkṣāḥ sābhiṣekā yathāvat prādhānyenātroditāstantrasidhāḥ |
yābhirviśvakleśahāniṃ ca vinded bhogaiśvaryāṇyapyayatnena mokṣam || 19-90 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde sādhakadīkṣācāryābhiṣekapaṭala ekonaviṃśaḥ || 19 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 20: Sühne und Ausgleich bei Regelverletzungen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 20: Sühne und Ausgleich bei Regelverletzungen
Das Kapitel behandelt Prayashchitta, rituelle Maßnahmen zum Ausgleich von Fehlern und Verstößen. Es verbindet den sorgfältigen Umgang mit Kultgegenständen mit historischen Reinheitsregeln und sozialen Abstufungen. Diese Vorschriften werden quellengetreu wiedergegeben, ohne ihre Abwertungen oder strengen Fastenpraktiken als heutige Empfehlungen zu übernehmen. Am Ende steht ein einfaches Bild: Besser, sich nicht mit Schlamm zu beschmutzen, als ihn nachher abwaschen zu müssen.

Kapiteleingang. Nun das zwanzigste Kapitel.

Kriyapada 20-1. Nun wird hier die Sühne dargelegt, um Fehler zu beruhigen, die aus Unachtsamkeit, Fehltritt, Vergessen und Versäumnis entstanden sind.

Kriyapada 20-2. Fällt das Linga aus der Hand oder wird es von anderen, Uneingeweihten berührt, so wiederhole man Aghora zehntausendmal. Durch besondere Verehrung wird man rein.

Unnummerierte Erklärung nach 20-2. „Besondere Verehrung“ bedeutet: Man verehre mit dem Bad aus Panchagavya und den fünf Nektarstoffen, einer großen Speisedarbringung und den weiteren Handlungen bis zum Feueropfer.

Kriyapada 20-3. Fällt es aus zwei Ellen Höhe, so wiederhole man nach dem Besprengen hunderttausendmal. Fällt es aus noch größerer Höhe, so wiederhole man zweihunderttausend-, dreihunderttausendmal und entsprechend weiter.

Kriyapada 20-4. Ist das Linga oder sein Sockel zerbrochen, gibt es keine Sühne. Deshalb soll man es mit größter Aufmerksamkeit und ohne Nachlässigkeit schützen.

Kriyapada 20-5. Dennoch wird man bei einem beschädigten Linga und ähnlichen Fällen zur Beruhigung der schweren Verfehlung durch zehnfache Sühne und das Kricchra-Gelübde rein. [Quellenhinweis: Die Einschränkung gegenüber der vorangehenden Aussage wird im Text nicht ausdrücklich erklärt.]

Kriyapada 20-6. Wird die Gottheit auf dem Erdfeld oder einem anderen Sitz gestört, bevor sie entlassen wurde, so wiederhole man Aghora fünftausendmal und bringe ein Zehntel davon als Feueropfer dar.

Kriyapada 20-7. Ist das Linga verloren, verbrannt, entfernt oder von Dieben und anderen fortgenommen worden, so wiederhole man hunderttausendmal. Wenn man es zurückerhalten kann, besprenge und verehre man es erneut.

Kriyapada 20-8. Ist es nicht wiederzuerlangen, setze man ein anderes Linga ein und verehre es. Versäumt ein Gesunder die Sandhya-Übung, so faste er und wiederhole hundertmal.

Kriyapada 20-9. Wurde ein Verehrungsgerät oder das Feuer mit dem Fuß berührt oder überschritten, so wiederhole man fünftausendmal und reinige das Betroffene durch Waschen.

Kriyapada 20-10. Blumen, Wasser, Duftstoffe, Tongefäße, Milch, Nahrung und Butter werfe man in diesem Fall weg. Unterblieb die Verehrung einen Tag, so faste man drei Nächte und wiederhole

Kriyapada 20-11. tausendmal. Bei zwei und mehr Tagen unterlassener Verehrung rechne man entsprechend weiter. Bei einem Versäumnis von mehr als fünf Tagen vollziehe man das Sechsfache davon

Kriyapada 20-12. und bringe tausend Feueropfer dar. Ebenso viele Wiederholungen der Brahma-Mantras sind vorgeschrieben. Bei unbeabsichtigten Vermischungen wiederhole man die Brahma-Mantras fünfhundertmal.

Kriyapada 20-13 mit vorangehendem Übergang. Fastend und rein nehme man Panchagavya ein und opfere ins Feuer. Dabei gilt: Kommt es zu einer Vermischung mit gebrauchten Opfergaben, so wiederhole man die fünf Brahma-Mantras hundertmal.

Kriyapada 20-14. Hat man davon unbeabsichtigt gegessen, so wiederhole man tausendfünfhundertmal. Bei absichtlichem Verzehr wird man durch das Ananta-Opfer und die Einweihung auf dem Weg der Wörter

Unnummerierte Fortsetzung nach 20-14. rein. Deshalb soll man gebrauchte Opfergaben weder essen noch auch nur berühren.

Unnummerierte Erklärung des Ananta-Opfers. Das Ananta-Opfer ist die Verehrung Shivas, umgeben von den Vidyeshvaras Anantesha und den folgenden, im Mandala der fünf Brahma-Mantras, die noch in diesem Kapitel dargelegt werden soll.

Kriyapada 20-15. Die verschiedenen Arten gebrauchter Opfergaben werden genannt. Es sind sechs; sie lauten:

Kriyapada 20-16. Göttergut, Göttereigentum, zur Darbringung bestimmte Speise, Dargebrachtes, Chanda-Gut und abgelegte Opfergabe. Ihre Merkmale werden nun erklärt.

Kriyapada 20-17. Kleidung, Schmuck, Duftstoffe und dergleichen gelten als Göttergut. Göttereigentum sind der Gottheit zugehörige Dörfer, Felder und andere Güter sowie Viehbesitz.

Kriyapada 20-18. Für die Gottheit bereitete Speisen und anderes heißen Naivedya, Darzubringendes. Bereits überlassene Gaben heißen Dargebrachtes; was an Chanda gelangt, heißt Chanda-Gut.

Kriyapada 20-19. Was aus dem inneren Heiligtum hinausgebracht wurde, heißt abgelegte Opfergabe; man soll es nicht berühren. Keine der sechs Arten solcher Opferreste darf man jemals für sich verwenden.

Unnummeriertes Bhojaraja-Zitat nach 20-19. Hierzu Bhojaraja: „An keiner der sechs Arten von Opferresten soll man riechen; man soll sie nicht überschreiten, essen oder verkaufen. Wer davon isst, wird ein Aasfresser; beim Überschreiten ein Matanga; beim Riechen entsteht Erfolglosigkeit; ein Wolf beim Berühren; ferner Weiblichkeit, dann ein Chandala; beim Verkauf ein Shavara.“ [Quellenhinweis: Die Zuordnung der Folgen in dieser gelieferten Satzreihe ist teilweise gestört. Insbesondere Wolf, Weiblichkeit und Chandala lassen sich nicht sicher jeweils einer Handlung zuordnen. Die soziale und geschlechtliche Abwertung ist Bestandteil des historischen Zitats.]

„Wie Shivas Opferreste sind auch die der Sonne zu behandeln; was Chanda übergeben wurde, ist noch strenger zu behandeln.

Bei Guru, Buch, Feuer, Yaksha, Naga, Yogin-Herrn, Ganas, Müttern und Gauri gilt jedoch nicht dasselbe wie bei Shivas Opferresten. Auch bei unbeweglichen Kultformen gibt es zehn Ausnahmen: während der Lehrdarlegung des Gurus, beim Shiva-Krug, beim rechtsläufigen Umschreiten der Gottheit und bei der Verehrung am Linga, auch nachdem die Gottheit entlassen wurde; beim beweglichen Linga, beim nicht zusammengefügten Linga, beim nur aufzustellenden Linga, bei einem gemalten oder aus Edelstein entstandenen, bei einem aus Gold und auch bei einem anderen, das eben erst eingesetzt wurde, bis zum Ritual des vierten Tages. Hier entsteht keine Eigenschaft als verbotener Opferrest.“ So Bhojaraja. [Die benannten Fälle folgen der gelieferten gedrängten Aufzählung; ihre Zählung als zehn sowie die Grenze zwischen Orts- und Situationsangaben bleiben unsicher.]

Kriyapada 20-20. Nimmt man bei der Verehrung den Geruch von Duftstoffen und Räucherwerk oder ihren Anblick unwillkürlich wahr,

Kriyapada 20-21. liegt kein Fehler vor, ebenso bei einer Berührung durch etwas, das die Strömung eines Flusses heranträgt. Hat ein Eingeweihter während der Geburts- oder Totenunreinheit gegessen,

Kriyapada 20-22. ohne es zu beabsichtigen, so faste er und wiederhole den Vamadeva-Mantra tausendmal. Bei absichtlichem Handeln ist zur Reinigung das Dreifache vorgeschrieben.

Kriyapada 20-23. Bei einer Unreinheit, die die eigene Familie betrifft, berühre man die betreffende Person nicht selbst. Man esse gesondert zubereitete Speise. Baden, Verehrung und weitere Handlungen

Kriyapada 20-24. vollziehe der Wissende, der die Nirvana-Einweihung empfangen hat, ohne Bedenken wie zuvor. Wer aber durch die Einweihung ohne Keim oder durch die Samaya-Einweihung eingeweiht ist,

Kriyapada 20-25. berühre das Linga nicht selbst und lasse auch das Feuer durch einen anderen verehren, nämlich durch einen eingeweihten Schüler, Sohn oder anderen Verwandten.

Kriyapada 20-26. Nachdem Verehrung, Feueropfer und die weiteren Riten vollzogen sind, habe er gebadet und halte Rede und Geist gesammelt. Die Mantras spreche er nur innerlich und vollziehe die Ausstattung mit den Mantragliedern und das Weitere.

Kriyapada 20-27. Auf einem angelegten Mandala verehre er Shiva durch das Darbringen von Blumen aus den zusammengelegten Händen. Er wiederhole den Mantra innerlich und verneige sich vor dem Feuer.

Kriyapada 20-28. Von gesondert gekochter Speise lebend verbringe er die Tage der Geburtsunreinheit und ähnlicher Zustände. Wer vollkommen erkennt, wird auch durch hundert solcher Geburtsunreinheiten nicht befleckt,

Kriyapada 20-29. wie ein loderndes Feuer, das von einem Haufen Gras und Holz bedeckt ist. Hat man aus Unachtsamkeit während der Geburtsunreinheit gegessen, so faste man einen Tag

Kriyapada 20-30. und wiederhole tausendmal. Nach absichtlichem Verzehr wird man durch das Dreifache rein. Wer während der Geburtsunreinheit isst, wird ebenso lange unrein wie die betreffende Person.

Kriyapada 20-31. Nach Ablauf ihrer Tage esse man ebenso viele Tage lang nachts Gerstenspeise, bade dreimal täglich und wiederhole jeden Tag dreihundertmal.

Kriyapada 20-32. Dieselbe Vorschrift gilt beim Verzehr verbotener Speisen. Geht nachts Samen ab, so wiederhole man den Purusha-Mantra tausendmal.

Kriyapada 20-33. Geschieht es tagsüber, so verdopple man dies und gebe Kühen Futter. Die Herren der sozialen Gruppen, beginnend mit den Brahmanen, sind Purusha und die folgenden.

Unnummerierte Prosa nach 20-33: Berührung und soziale Abstufungen. Berührt jemand, der selbst durch Speisereste unrein ist, einen ebenso unreinen Angehörigen derselben sozialen Gruppe, so wird er nach dem Baden durch hundert Wiederholungen des Herrn seiner eigenen Gruppe rein. Berührt er die Speiseunreinheit eines Uneingeweihten, wiederhole er zweihundertmal. Berührt er die Speiseunreinheit der unmittelbar unter ihm stehenden Gruppe, so faste er einen Tag und wiederhole hundertmal, wobei er den Herrn seiner eigenen Gruppe und den Herrn der berührten Gruppe miteinander verbindet.

Bei Berührung der Speiseunreinheit einer Gruppe mit einer dazwischenliegenden Gruppe faste er einen Tag und wiederhole hundertmal, wiederum die beiden Herren verbindend. Bei einer dazwischenliegenden Gruppe faste er zwei Nächte, bei zwei dazwischenliegenden drei Nächte und wiederhole wie zuvor. [Quellenhinweis: Die erste Regel für eine dazwischenliegende Gruppe wiederholt die unmittelbar vorherige Anweisung und weicht von der folgenden Zweinachtregel ab. Beide Angaben sind geliefert und bleiben stehen.]

Bei der Berührung Uneingeweihter dieser Gruppen verdopple man dies. Bei der Berührung der Speiseunreinheit höherer Gruppen sind Japa und Fasten entsprechend um ein Viertel beziehungsweise um die Hälfte vermindert auszuführen. Berührt jemand, der selbst durch Speisereste unrein ist, einen ebenso unreinen Angehörigen einer als Antyaja bezeichneten ausgegrenzten Gruppe, so faste er drei Nächte, bade und wiederhole den Herrn seiner eigenen Gruppe zehntausendmal.

Kriyapada 20-34. Ist nur einer von beiden durch Speisereste unrein, gilt die Hälfte; bei einer Anuloma-Verbindung wiederum die Hälfte davon. Als Antyajas gelten die Pratiloma-Gruppen, Schmiede, Wäscher und andere. [Anuloma und Pratiloma sind hier historische Kategorien sozialer Abstammung; ihre hierarchische Bewertung ist die des Quelltextes.]

Kriyapada 20-35. Bei Berührung der Speiseunreinheit eines Chandala vollziehe man das Kricchra-Gelübde an einem heiligen Badeplatz. Durch zehntausend Wiederholungen Aghoras und eine Gabe nach eigenem Vermögen wird man rein.

Unnummerierte Prosa nach 20-35: Weitere Sühnevorschriften. Ist man selbst nicht durch Speisereste unrein und berührt einen der genannten Unreinen, vollziehe man ein Viertel der genannten Sühne. Ist man selbst durch Speisereste unrein und berührt einen von ihnen, der nicht in diesem Zustand ist, vollziehe man die Hälfte. Oder: Hat man die Speisereste anderer gegessen, verehre man im Mandala der fünf Brahma-Mantras diese Brahma-Formen und lasse sich durch die Einweihung zur Wiederherstellung der sozialen Zugehörigkeit einweihen.

Dieses Mandala sei vier Ellen groß und habe vier Tore. Darin stelle man Purusha und die weiteren ihrer Richtung entsprechend auf, in der Mitte den Herrn der eigenen Gruppe und Ishana an dessen Platz. Man verehre sie ordnungsgemäß. Mit dem Mantra des Herrn der eigenen Gruppe, der mit dem Waffenabschluss endet, reinige man die soziale Zugehörigkeit und hebe sie heraus. Mit demselben Mantra, nun mit dem Feueropferabschluss, lege man sie in den im Mandala befindlichen Herrn der eigenen Gruppe. Man hebe sie wieder heraus, reinige sie und verbinde sie auf dieselbe Weise mit sich selbst. Nachdem man so die Zugehörigkeit herausgehoben hat, lasse man sich vom Guru durch die Samaya-Einweihung einweihen. Ist kein Guru anwesend, weihe man sich selbst ein.

Kann man auch dies nicht vollziehen, so faste man sechs Tage, lebe von Waldnahrung und wiederhole den Herrn der eigenen Gruppe hunderttausendmal. Hat man Speisereste eines Angehörigen derselben Gruppe gegessen, so faste man einen Tag und wiederhole hundertmal. Bei der unmittelbar folgenden Gruppe faste man zwei Tage und wiederhole tausendmal. Bei einer dazwischenliegenden Gruppe faste man drei Tage und wiederhole zweitausendmal. Bei zwei dazwischenliegenden gilt die doppelte Dauer und zehntausendfacher Japa. Hat ein Brahmane Speisereste eines Shudra gegessen, faste er fünf Nächte, empfange die Einweihung zur Wiederherstellung seiner Zugehörigkeit und wiederhole hunderttausendmal; durch das Kricchra-Gelübde wird er rein. Für Anuloma-Gruppen ist die Sühne entsprechend zu bestimmen.

Wer Speisereste eines Angehörigen einer Antyaja-Gruppe isst, fällt aus seinem Stand, da es dafür keine Sühne gibt. Daher soll man dies sorgfältig vermeiden. Ebenso wiederhole man beim Essen der Speise von Trägern anderer religiöser Zeichen den Herrn ihrer Gruppe zehntausendmal. Diese sind Arhatas, Shakyas, Pashupatas und Kapalikas. Ihre Herren sind Sadyojata und die folgenden. Beim Essen von Kapalika-Speise vollziehe man Kricchra und Chandrayana und wiederhole Ishana hunderttausendmal. Im Mandala der Gruppenherren verehre man den Herrn der anderen religiösen Zeichenträger. Nach der Einweihung zur Wiederherstellung der Zugehörigkeit wird man rein. Hat man Speise gegessen, die mit Angehörigen anderer religiöser Zeichentraditionen vermischt beziehungsweise durch sie berührt war, so vollziehe man dreihunderttausend Wiederholungen und Chandrayana. [Diese Vorschriften geben religiöse und soziale Abgrenzungen der historischen Quelle wieder, keine heutige Empfehlung für den Umgang mit Menschen anderer Traditionen.]

Kriyapada 20-36. Für einen Haushalter, der von anderen abhängig ist, ist die Wiederholungszahl doppelt so hoch wie für einen Selbstständigen. Für den Selbstständigen gilt das hier Genannte; so wird es für den Acharya angegeben. [Der Satzschluss besitzt schon in der Quelle eine unsichere Klammerlesung.]

Kriyapada 20-37. Für den Samayin ist die Hälfte vorgeschrieben, für den Putraka drei Viertel. Bei nicht ausdrücklich genannten Verfehlungen gilt: Was als Sühne für unbewusstes Handeln vorgesehen ist,

Unnummerierte Fortsetzung nach 20-37. ist bei bewusstem Handeln zu verdoppeln.

Unnummerierte Prosa nach 20-37: Kricchra und Chandrayana. Die einmalige tägliche Mahlzeit, das nächtliche Essen, das Leben von unerbetener Nahrung und vollständiges Fasten werden nacheinander jeweils dreimal vollzogen. Das ergibt das zwölftägige Kricchra-Gelübde.

Chandrayana beginnt am ersten Tag der hellen Monatshälfte. Man bade zu den drei Tageszeiten und beherrsche die Sinne. Beginnend mit einem Bissen, vermehre man die Nahrung täglich um einen Bissen, bis man am Vollmond fünfzehn Bissen isst. Ebenso beginne man am ersten Tag der anderen Monatshälfte und vermindere sie täglich um einen Bissen, sodass man am Neumond einen Bissen isst und das Gelübde abschließt. Dies heißt „in der Mitte wie ein Gerstenkorn“, also in der Mitte breit.

Beim umgekehrten Verlauf isst man am ersten Tag der hellen Monatshälfte fünfzehn Bissen und vermindert täglich um einen, bis man am Vollmond nur einen Bissen isst. Vom ersten Tag der dunklen Monatshälfte an steigert man die Bissenzahl, bis man am Neumond fünfzehn Bissen isst. Dies ist das Chandrayana „mit Ameisentaille“, also in der Mitte schmal.

Auch für alle nicht eigens genannten Verfehlungen sind zu ihrer jeweiligen Reinigung die im Dharmashastra vorgeschriebenen Sühnen auszuführen, entsprechend der Schwere des Fehlers: Gelübde, Fasten, Kricchra, Chandrayana, Japa, Feueropfer, Spenden, Besuch heiliger Badeplätze, Shiva-Verehrung und weitere. Aus Sorge, das Werk zu umfangreich zu machen, werden sie hier nicht niedergeschrieben. Wer bei den Sühnen wegen Krankheit oder sehr hohen Alters selbst nicht dazu fähig ist, lasse für sich Fasten, Japa und die weiteren Übungen durch Schüler, Söhne, Brüder, Mutter, Vater, Schwestersöhne oder andere ausführen.

Kriyapada 20-38½. Für die Fehler, zu deren Reinigung hier die Sühne beschrieben wurde, gilt: Der Verständige erkenne sie mit Einsicht und vermeide sie sorgsam. Denn den Schlamm gar nicht erst zu berühren ist besser, als ihn nachher abzuwaschen.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das zwanzigste Kapitel über die Sühne.

Achtsam mit Fehlern umgehen

Das Schlussbild lässt sich auch unabhängig von der historischen Reinheitsordnung verstehen: Aufmerksamkeit kann vermeidbaren Schaden verhindern. Für heutige Yoga-Aspiranten bedeutet das, die Folgen des eigenen Handelns wahrzunehmen, Fehler einzugestehen und sie angemessen zu berichtigen. Diese heutige Anregung ist von den sozialen Ausschlüssen und den besonderen Sühneriten des Kapitels zu unterscheiden.


Shiva in Meditation: eine moderne Begleitabbildung zum Thema innere Sammlung.

Moderne Begleitung: Nyasa – Verehrung und Darbringung des Körpers

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 20: Sühne und Ausgleich bei Regelverletzungen
Das Kapitel behandelt Prayashchitta, rituelle Maßnahmen zum Ausgleich von Fehlern und Verstößen. Es verbindet den sorgfältigen Umgang mit Kultgegenständen mit historischen Reinheitsregeln und sozialen Abstufungen. Diese Vorschriften werden quellengetreu wiedergegeben, ohne ihre Abwertungen oder strengen Fastenpraktiken als heutige Empfehlungen zu übernehmen. Am Ende steht ein einfaches Bild: Besser, sich nicht mit Schlamm zu beschmutzen, als ihn nachher abwaschen zu müssen.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha viṃśaḥ paṭalaḥ |

atha pramādaskhalitavismṛticyutajanmanām |
doṣāṇāṃ praśamāyātra prāyaścittaṃ nigadyate || 20-1 ||

hastānnipatite liṅge spṛṣṭe'nyairvāpyadīkṣitaiḥ |
aghorāyutajāpī syāt saviśeṣārcanācchuciḥ || 20-2 ||

viśeṣārcanaśabdena pañcagavyapañcāmṛtasnapanamahā-naivedyāgnikāryāntamarcayediti yāvat |

dvihastāt patite lakṣaṃ japet samprokṣaṇāt param |
dvitrilakṣādijāpī syādataścoccāt pated yadi || 20-3 ||

bhinne liṅge'thavā pīṭhe prāyaścittaṃ na vidyate |
tata evāpra(mo ? mā)dena rakṣaṇīyaṃ prayatnataḥ || 20-4 ||

tathā viśīrṇaliṅgādermahāpātakaśāntaye |
prāyaścittaṃ daśaguṇaṃ kṛtvā kṛcchreṇa śudhyati || 20-5 ||

avisarjita eveśe sthaṇḍilādāvupadrute |
aghorapañcasāhasraṃ japeddhutvā daśāṃśataḥ || 20-6 ||

naṣṭe dagdhe'thavā bhraṣṭe liṅge corādibhirhṛte |
lakṣaṃ japitvā samprokṣya labhyaṃ cet tad yajet punaḥ || 20-7 ||

tadalābhe'nyaliṅgaṃ vā pratiṣṭhāpyābhipūjayet |
sandhyālope tu nīrogaḥ sopavāsaḥ śataṃ japet || 20-8 ||

pūjopakaraṇe vāgnau pādaspṛṣṭe ca laṅghite |
japet pañcasahasraṃ tacchodhayet kṣālanena ca || 20-9 ||

puṣpāmbugandhamṛtpātrakṣīrānnājyaṃ parityajet |
ekāhamarcanālope trirātropoṣito japet || 20-10 ||

sahasraṃ dvidinādyarcālope'pyevaṃ samūhayet |
pañcāhādadhikabhraṃśe kṛtvāsmādapi ṣaḍguṇam || 20-11 ||

sahasraṃ juhuyājjāpastatsaṃkhyo brahmaṇāṃ smṛtaḥ |
akāmāt saṅkarāṇāṃ tu brahmapañcaśataṃ japet || 20-12 ||

p. 199) sopavāsaḥ śuciḥ pañcagavyaṃ prāśya juhoti ca |

tatra

nirmālyasaṅkare jāte pañcabrahmaśataṃ japet || 20-13 ||

akāmād bhakṣaṇe tasya sārdhasāhasrakaṃ japet |
kāmādanantayāgena dīkṣayā ca padādhvanaḥ || 20-14 ||

śudhyedatastu nirmālyaṃ nāśnīyānna spṛśedapi |

anantayāgo nāma ananteśādividyeśvaraparivṛtasya śivasya pañcabrahmamaṇḍale'sminneva paṭale vakṣyamāṇo yāgo nirdiṣṭaḥ |

nirmālyabhedāḥ kathyante ṣaḍvidhāste'pi tad yathā || 20-15 ||

devadravyaṃ ca devasvaṃ naivedyaṃ ca niveditam |
caṇḍadravyaṃ ca nirmālyaṃ teṣāṃ lakṣaṇamucyate || 20-16 ||

vastrabhūṣaṇagandhādyaṃ devadravyamiti smṛtam |
devasvaṃ devasambandhi grāmakṣetrādi godhanam || 20-17 ||

devārthaṃ kalpitānnādyaṃ naivedyaṃ nāma tat punaḥ |
niveditākhyamutsṛṣṭaṃ caṇḍadravyaṃ ca tadgatam || 20-18 ||

garbhāgārād bahiḥkṣiptaṃ nirmālyaṃ tanna saṃspṛśet |
ṣaḍvidhaṃ cāpi nirmālyaṃ nopayuñjyāt kadācana || 20-19 ||

atra bhojarājaḥ -

ṣaḍvidhamapi nirmālyaṃ na jighrenna laṅghayet nādyānna vikrīṇīyāt kravyādo bhavati bhuktvā mātaṅgo laṅghane'siddhirāghrāṇe vṛkaḥ sparśane strītvamatha caṇḍālo vikraye śavaraḥ iti |

śivanirmālyavat sauraṃ caṇḍe dattaṃ tato'dhikam |

gurupustakavahniyakṣanāgayogīndragaṇamātṛgaurīṣu śivanirmālyavad na bhavati |
acareṣvapi daśasthāneṣu guruvyākhyākāle śivakumbhe devapradakṣiṇe visarjite'pi deve liṅgasthā pūjā |
calaliṅge aghaṭitaliṅge āsthāpyaliṅge citraratnaje hemaje anyasminnapi sadyaḥ pratiṣṭheti caturthīkarmāvadhi nirmālyaṃ na bhavatīti bhojarājaḥ |

p. 200) pūjāyāṃ gandhadhūpāderavaśāghrāṇadarśane || 20-20 ||

nāsti doṣo nadīvegādāgatasparśanādiṣu |
dīkṣitaḥ sūtake vātha śāvāśauce ca bhuktavān || 20-21 ||

na kāmataḥ sopavāso vāmadevasahasrakam |
japet kāmakṛte tasmāt triguṇaṃ śuddhaye smṛtam || 20-22 ||

ātmasambandhike'śauce taṃ janaṃ na spṛśet svayam |
pṛthak pākamupāśnīyāt snānapūjādi karma ca || 20-23 ||

nirvāṇadīkṣito jñānī niśaṅkaḥ prāgvadācāret |
nirbījadīkṣayā cāpi sāmayyā dīkṣito'pi vā || 20-24 ||

svayaṃ na saṃspṛśelliṅgamagniṃ cānyena pūjayet |
dīkṣitenaiva śiṣyeṇa putrādyairvātha bandhubhiḥ || 20-25 ||

nirvartya pūjāhomādyaṃ snātaḥ saṃyatavāṅmanāḥ |
manasaivoccaran mantrān sakalīkaraṇādikam || 20-26 ||

kṛtvā puṣpāñjalikṣepaiḥ śivaṃ tu kṛtamaṇḍale |
sampūjya manasā mantraṃ japitvāgniṃ praṇamya ca || 20-27 ||

pṛthakpākena bhuñjānaḥ sūtakādidinaṃ nayet |
samyag jñānī na duṣyet tu sūtāśaucaśatairapi || 20-28 ||

tṛṇakāṣṭhacayacchanno yathā prajvālito'nalaḥ |
pramādāt sūtakāśauce bhuktvaikāhamupoṣitaḥ || 20-29 ||

japet sahasraṃ kāmena bhuktvā tattriguṇācchuciḥ |
bhuktvā tu sūtakāśauce tatsamo hyaśucirbhavet || 20-30 ||

taddinānte tu tāvanti dināni niśi yāvakam |
aśnaṃstrikālasnāyī syāt pratyahaṃ triśataṃ japet || 20-31 ||

pratiṣiddhānnabhuktāvapyayameva vidhiḥ smṛtaḥ |
retaḥ skanded yadi niśi sahasraṃ puruṣaṃ japet || 20-32 ||

divase dviguṇaṃ tasmād dadyācca yavasaṃ gavām |
varṇānāṃ brāhmaṇādīnāṃ jātīśāḥ puruṣādayaḥ || 20-33 ||

p. 201) atra svayamucchiṣṭasya samānajātīyocchiṣṭasparśe snātvā svajātīśvaraśatajapācchuddhirbhavet |
adīkṣitocchiṣṭasparśe dviśataṃ japet |
svasmādanantaravarṇocchiṣṭasparśe tvekāhamupoṣya svajātīśvaraṃ spṛṣṭavarṇeśvaraṃ cāpyekīkṛtya śataṃ japet |
tatraikāntaravarṇocchiṣṭasparśe tvekāhamupoṣya svajātīśvaraṃ spṛṣṭavarṇeśvaraṃ cāpyekīkṛtya śataṃ japet |
tatraikāntaravarṇocchiṣṭasparśe dvirātraṃ dvyantare trirātramupoṣya prāgvajjapet |
eteṣāmadīkṣitānāṃ sparśe dviguṇam |
tadvat svottaravarṇocchiṣṭasparśe'pi pādahīnamardhaṃ ca japopavāsau vidheyau |
ucchiṣṭaḥ svayamucchiṣṭamantyajaṃ spṛśed yadi trirātropoṣitaḥ snātaḥ svajātīśvarāyutaṃ japet |

ekocchiṣṭe tadardhaṃ syādanulome tadardhakam |
antyajāḥ pratilomāḥ syuḥ karmārarajakādayaḥ || 20-34 ||

caṇḍālocchiṣṭasaṃsparśe tīrthe kṛcchraṃ samāpya tu |
aghorasyāyutajapācchaktyā dattvā ca śudhyati || 20-35 ||

atra svayamanucchiṣṭaḥ proktānāmucchiṣṭānāṃ sparśe yathoktāt pādaṃ caret |
svayamucchiṣṭastveṣāmanucchiṣṭānāṃ sparśe ardhaṃ prāyaścittaṃ caret |
yadvā anyeṣāmucchiṣṭaṃ bhuktvā pañcabrahmamaṇḍale brahmāṇyabhipū(jya) jātyuddhāreṇa dīkṣayet |
tacca maṇḍalaṃ caturhastaṃ caturdvāraṃ vidheyam |
tasmin yathādiśaṃ puruṣādīn saṃsthāpya madhye svajātīśvaramīśānaṃ tatsthāne yathāvadabhipūjya svajātīśvaramantreṇa phaḍantena saṃśodhya jātimuddhṛtya svāhāntena tenaiva maṇḍalasthasvajātīśe prakṣipyoddhṛtya saṃsodhyātmani tathaiva saṃyojayet |
evaṃ jātimuddhṛtya sāmadhyā dīkṣayā guruṇā dīkṣayet |
asannihitaguruḥ svayamevātmānaṃ dīkṣayet |
evaṃ dīkṣayitumasāmarthye ṣaḍahānyupoṣya vanyāśanaḥ svajātīśvaralakṣaṃ japet |
atra sajātīyasyocchiṣṭaṃ bhuktvaikāhamupoṣya śataṃ japet |
anantarasya dvyahamupoṣya sahasraṃ japet |
ekāntarasya tryahaṃ dvisāhasraṃ ca |
dvyantarasya dviguṇamayutaṃ japaḥ |
brāhmaṇaḥ śūdrocchiṣṭaṃ bhuktvā pañcarātramupoṣya jātyuddhāradīkṣito lakṣaṃ japitvā kṛcchreṇa śuddhyati |
anulomānāmapyevamuhyaṃ prāyaścittam |
antyajocchiṣṭabhojane prāyaścittābhāvāt patatyeva |
tasmād yatnena tat pariharet |
evaṃ paraliṅgyannabhojane tajjātīśvarasyāyutaṃ japet |
te cārhataśākyapāśupatakāpālikāḥ |
eteṣāṃ sadyojātādayaḥ patayaḥ |
tatra ca kāpālikānnabhojane kṛccchracāndrāyaṇe kṛtvā īśānaṃ lakṣaṃ japitvā jātīśvaramaṇḍale'nyaliṅgeśvaramabhipūjya

p. 202) jātyuddhāradīkṣitaḥ śudhyati |
anyaliṅgisaṃsṛṣṭānnabhojane trilakṣajapaṃ cāndrāyaṇaṃ kuryāt |

parāyattagṛhasthasya svāyattād dviguṇo japaḥ |
svāyattasyaitadeva syādācārya(syaika ? syeti) sūcitam || 20-36 ||

ardhaṃ samayinaḥ proktaṃ tripādaṃ putrakasya tu |
anuktānāṃ ca pāpānāmabuddhikaraṇe tu yat || 20-37 ||

prāyaścittaṃ buddhipūrve tato'pi dviguṇaṃ smṛtam |

tatraikabhuktanaktānnāyācitopavāsānāṃ pṛthak pṛthak krameṇa triguṇānuṣṭhānaṃ kṛcchradvādaśarātramiti yāvat |
cāndrāyaṇaṃ ca śuklapratipadaṃ prārabhya triṣavaṇasnāyī niyatendriya ekagrāsātprabhṛti pratidivasaṃ grāsavṛddhyā paurṇamāsyāṃ pañcadaśa grāsān bhuktvā tadvadaparapakṣe pratipadaṃ prārabhya pratyahamekagrāsahrāsādamāvāsyāyāmekagrāsaṃ bhuktvā samāpya yavamadhyaṃ bhavati |
etadviparītena śuklapratipadi pañcadaśa grāsān bhuktvā pratidinaṃ grāsahrāsena paurṇamāsyāmekagrāsabhojī kṛṣṇapratipadaṃ prārabhya grāsavṛddhyāmāvāsyāyāṃ pañcadaśa grāsān bhuktvā pipīlikamadhyaṃ cāndrāyaṇaṃ bhavati |
sarveṣāṃ duṣkṛtānāmanuktānāmapi tattatpāpaśuddhyarthaṃ vratopavāsakṛcchra-cāndrāyaṇajapahutadānatīrthasevāśivārcanādiprāyaścitāni tattaddoṣagauravānuguṇaṃ dharmaśāstroktāni vidheyāni |
tānyatra granthagauravabhayānna likhyante |
prāyaścitteṣu rogapīḍayātivārddhakena vā svayamasamarthaḥ śiṣyaputrabhrātṛmātṛpitṛbhāgineyādibhirātma-no'rthamupavāsajapādikaṃ kārayet |

prāyaścittaṃ tvevamuktaṃ tu yeṣāṃ doṣāṇāṃ tacchuddhaye tān prayatnāt |
buddhyā buddhvā varjayedeva vidvān paṅkāsparśaḥ kṣālanād yad variṣṭhaḥ || 20-38½ ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau sidhāntasāre uparibhāge kriyāpāde prāyaścittapaṭalo viṃśaḥ || 20 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 21: Der jährliche Pavitra-Ritus

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 21: Der jährliche Pavitra-Ritus
Der Pavitra-Ritus soll die Lücken eines Jahres ritueller Praxis ausgleichen. Geweihte Fadenschmuckstücke verbinden dabei Zeit, göttliche Gegenwart und erneuerte Hingabe. Das Kapitel beschreibt Herstellung, Verehrung und Darbringung dieser Fäden sowie die begleitenden Gelübde. Für heutige Yoga-Aspiranten kann das jährliche Innehalten ein Anlass zur Besinnung sein; die konkrete Ausführung gehört zum historischen Ritualzusammenhang.

Kapiteleingang. Nun das einundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 21-1. Der Verständige vollziehe jedes Jahr das Auflegen der Pavitra-Fäden, das sämtliche Lücken, Versäumnisse und Fehltritte in den Verehrungsvorschriften ausgleicht.

Kriyapada 21-2. Wer aus Gleichgültigkeit oder Unwissenheit den Pavitra-Ritus nicht vollzieht, verliert das Erlangte und wird von Hindernissen überwältigt.

Kriyapada 21-3. Seine Frucht sind die Beseitigung von Hindernissen, Vollständigkeit und das Weitere. Deshalb sollen Lehrer, Sadhakas, Putrakas und andere den Pavitra-Ritus vollziehen.

Kriyapada 21-4. Weil er den Vollziehenden von Fehlern durch Versäumnis und Fehltritt bei Verehrung, Japa, Feueropfer und weiteren Handlungen reinigt, heißt er Pavitra, „das Reinigende“.

Kriyapada 21-5. Wer aus Verblendung oder Nachlässigkeit den Pavitra-Ritus nicht vollzieht, wiederhole den dunklen Mantra dreihunderttausendmal und opfere ein Zehntel davon mit Butter. [„Dunkel“ ist hier eine Mantrabenennung; eine ausgeschriebene Formel liefert der Vers nicht.]

Unnummeriertes Zitat aus dem Mohashurottara nach 21-5. „Eine Verehrung ohne Pavitra wird als tamasisch bezeichnet; ohne das Höchstmachen, o Indra, wird sie rajasisch.

Mit Blättchen, Blumen oder Kusha-Gras bereite man Shambhu täglich einen Pavitra-Schmuck, wenn man großes religiöses Verdienst gewinnen möchte.

Dies ist der tägliche Pavitra-Ritus. Nun wird der anlassbezogene beschrieben. In der hellen Hälfte des Monats Ashadha, in der hellen oder dunklen Hälfte Shravanas,

am siebten oder dreizehnten Mondtag vollziehe man den Duft-Pavitra-Ritus. Der Pavitra-Ritus selbst ist für den Bhuta-Tag in Ashadha festgesetzt.

Einweihung, Einsetzung und auch Pavitra sowie weitere Riten, o Indra, soll man in einem Schaltmonat nicht vollziehen, wenn man sein eigenes Heil wünscht.

Wo drei Mondwechsel vorkommen, ohne dass die Sonne in ein neues Zeichen eintritt, ist ein Schaltmonat zu erkennen; er ist von allen rituellen Handlungen ausgeschlossen.“

Kriyapada 21-6. Wo zwischen den Zeichenübergängen der Sonne zweimal Neumond eintritt, ist ein Schaltmonat zu erkennen; er ist von allen rituellen Handlungen ausgeschlossen.

Unnummeriertes Paushkara-Zitat nach 21-6. Auch im Paushkara heißt es: „In den drei Monaten von Ashadha an gilt die Frucht des Pavitra-Ritus der Reihe nach als höchste, mittlere und geringste. Eine andere Zeit ist dafür nicht erwünscht.“

Kriyapada 21-7. Wie die vedische Vorschrift „Im Frühling soll man opfern“ andere Zeiten ausschließt, so zeigt auch diese Regel den Ausschluss einer anderen Zeit: nicht zu einer anderen Zeit.

Unnummerierte Prosa nach 21-7. Deshalb ist Shambhus Pavitra-Ritus in den hellen oder dunklen Hälften der Monate Ashadha, Shravana und Bhadrapada am achten oder vierzehnten Mondtag zu vollziehen. Nach Befreiung Strebende vollziehen ihn in der dunklen, nach Welterfahrung Strebende in der hellen Monatshälfte. Auch für andere Gottheiten ist der Pavitra-Ritus an ihren jeweiligen Mondtagen auszuführen.

Kriyapada 21-8. Goldene, silberne und kupferne Fäden sind für die Zeitalter Krita und die folgenden genannt. Hier im Kali-Zeitalter wird ein neuer Baumwollfaden empfohlen.

Kriyapada 21-9. Weder allzu dick noch allzu dünn, ohne abstehende Fasern, weiß wie Schnee und von Brahmanentöchtern gesponnen: So ist der beste Faden für den Pavitra-Ritus.

Kriyapada 21-10. Von Kshatriya- oder Vaishya-Frauen gesponnener gilt als mittel, von Shudra-Frauen gesponnener als gering. Auch ein als gering eingestufter Faden ist nach den eigenen Möglichkeiten anzunehmen. [Diese Abstufung ist die historische soziale Wertung der Quelle.]

Kriyapada 21-11. Fehlt ein Faden, fertige man den Pavitra-Schmuck auch aus Darbha, Munja oder ähnlichen Gräsern. Den Pavitra-Ritus lasse man unter keinen Umständen ausfallen.

Kriyapada 21-12. Beim Duftfaden sei er zu einer Schnur gedreht, sonst bestehe er aus neun Einzelfäden. Man bereite dies vor; am siebten oder fünften Tag vor dem Festtag

Kriyapada 21-13. vollziehe man ordnungsgemäß das Säen der Keime und trage die erforderlichen Dinge zusammen. Man lasse einen schönen quadratischen Pavillon mit vier Toren errichten,

Kriyapada 21-14. im Maß der Brihati oder der Munis, oder als geringstes Maß fünf Ellen; er habe vier Torbögen und einen eine halbe Elle hohen Boden. [Die Zahlenchiffren Brihati und Munis werden hier nicht durch eine unsichere Zahlenzuweisung ersetzt.]

Kriyapada 21-15. Mit feinem Gewebe, Seide, Devanga-Stoffen oder weißen Tüchern versehe man ihn mit einem Baldachin und schmücke ihn mit Perlenschnüren.

Kriyapada 21-16. Verschiedenartige Früchte, Blumen und Girlanden sollen herabhängen. Der mit Kuhdungwasser bestrichene Boden sei glatt wie die Fläche eines Spiegels.

Kriyapada 21-17. Im Osten errichte man das Feuerhaus mit einer schönen Indra-Feuergrube, von Darbha-Girlanden umgeben. Große und kleine Opferkelle sollen die genannten Merkmale besitzen.

Kriyapada 21-18. Kalashas, Karaka, Kumbhas, Vardhani, Schüsseln und Ghadduka-Gefäße, neue fusselfreie Tücher und sämtliche Feueropfergeräte,

Kriyapada 21-19. Sandel, Adlerholz, Kampfer, Guggulu, Butter, Honig, Zucker, Puffreis, weißen Senf, Sesam, Reis, Gerste und Weiteres,

Kriyapada 21-20. weiße Reiskörner, Brennholz, Kusha-Gras und Früchte sowie alles andere, was für Lichter, Räucherwerk und Speisedarbringung gebraucht wird,

Kriyapada 21-21. beschaffe man und beauftrage Menschen mit diesen Arbeiten. Dann nehme man den Faden und begebe sich rein zu reichlich vorhandenem Wasser.

Kriyapada 21-22. Von reinen Brahmanen werde er mit Laugenwasser gründlich gereinigt und gewaschen. Unter Gesang und Instrumentalmusik lege man ihn auf einen Sockel und verehre ihn.

Kriyapada 21-23. Mit gewöhnlichem Arghya, Duftstoffen und weiteren Gaben verehre man Ganeshvara. Mit Sadyojata wasche man den Faden, mit Aghora trockne man ihn.

Kriyapada 21-24. Nach seiner Verehrung lege man ihn in ein goldenes oder anderes Gefäß, auch in einen Bambuskorb, und bringe ihn auf einen Elefanten oder ein anderes Fahrzeug, mit Schirm und Wedeln geschmückt.

Kriyapada 21-25. Unter dem Schall von Muscheln, Instrumenten und glückverheißendem Gesang, mit geschmückten Männern und Frauen und aufgerichteten Fahnen,

Kriyapada 21-26. umschreite man langsam rechtsläufig Dorf, Stadt oder einen anderen Ort. Am Tor des Opferhauses lasse man Brahmanen Glückwünsche sprechen.

Kriyapada 21-27. Man lege den Faden auf einen Sockel und lasse den glückverheißenden Tag ausrufen. Dann vergegenwärtige man sich die Gottheiten seiner neun Einzelfäden.

Kriyapada 21-28. Pranava, Mond, Feuer, Brahma, Nagas, Guha, Sonne, der Beauftragte und sämtliche Götter sind die neun Fadengottheiten. [Die Benennung „sādeśaḥ“, hier „der Beauftragte“, bleibt örtlich unklar.]

Kriyapada 21-29. Die acht Gestalten, Erde und die folgenden, sowie Shiva sind die übergeordneten Gottheiten. Als ihre Shaktis betrachte man die neun Shaktis, Vama und die folgenden.

Kriyapada 21-30. Mit deren Namen und dem Abschluss „Verehrung“ verehre man die Einzelfäden. Dann verehre man das Wesen der Zeit im Faden und seine neunfache Gliederung in den Einzelfäden:

Kriyapada 21-31. Tuti, Lava, Nimesha, Kashtha, Kala, Ghatika, Muhurta, Tag und Nacht.

Kriyapada 21-32. Auch Mondstationen, Mondtage, Wochentage, beide Monatshälften, Monate, Jahreszeiten und das Jahr verehre man der Reihe nach als in den Fäden gegenwärtig.

Unnummerierte Anleitung nach 21-32. Man verehre sie mit Pranava, Herzmantra und den weiteren Anfängen, ihren eigenen Namen und dem Abschluss „Verehrung“, und bete:

Kriyapada 21-33. „Dem Wesen der Zeit, das vom kleinsten Augenblick bis zum Jahr reicht, das allgegenwärtig und mächtig, anfanglos, endlos und ewig ist – diesem Wesen der Zeit Verehrung!“

Kriyapada 21-34. So verehre man im Faden den Gott Shiva als das Wesen des Zeitprinzips. Man vergegenwärtige sich seine Gegenwart darin, bis der Faden auf Shiva aufgelegt wird.

Unnummerierter Übergang. Danach:

Kriyapada 21-35. Zuerst vollziehe man die Shiva-Hand samt dem Höchstmachen. Dann fertige man die Pavitra-Fäden an, während man Vamadeva vergegenwärtigt und wiederholt.

Kriyapada 21-36. Der Duft-Pavitra besitze einen Knoten und wenige Einzelfäden. Einige nennen die geringste Zahl: Er werde aus drei Fäden gefertigt.

Kriyapada 21-37. Für Lingas von einer bis zu neun Ellen Größe fertige man den Pavitra mit achtundzwanzig bis hundertacht

Kriyapada 21-38. neunfachen Fadeneinheiten, jeweils in Zehnerschritten zunehmend. Dies ist eine mögliche Regel; nun wird die hauptsächliche Regel genannt.

Kriyapada 21-39. Für alle festen Lingas, besonders die nicht figürlich ausgeformten, und ebenso für bewegliche ist eine Zahl von hundertacht Fäden angegeben.

Kriyapada 21-40. Oder einundachtzig, danach fünfzig oder sechsunddreißig Fäden: Dies ist die höchste, mittlere und geringste Ausführung,

Kriyapada 21-41. wie sie für die kleinsten Lingas und für Personen mit geringem Vermögen zur Verehrung genannt wird. Daher fertige man den Pavitra nach den eigenen Kräften.

Kriyapada 21-42. Bei festen Lingas fertige man entsprechend dem Maß des Linga-Hauptes drei Kopf-Pavitras, welche die drei Wirklichkeitsprinzipien verkörpern.

Kriyapada 21-43. Als vierten fertige man den alle Prinzipien verkörpernden „Herabstieg der Ganga“. Er hänge vom Haupt des Lingas bis hinab zur Berührung des gesamten Sockels.

Kriyapada 21-44. Nun wird angegeben, wie breit die Pavitras für bewegliche Lingas und Erdfelder sein sollen, entsprechend der höchsten, mittleren und geringsten Verehrung.

Kriyapada 21-45. Zwölf, acht und vier Fingerbreiten breit sind der Reihe nach die höchsten, mittleren und geringsten Pavitras.

Unnummeriertes Bhojaraja-Zitat nach 21-45. „Zwölf Fingerbreiten, acht Fingerbreiten und vier Fingerbreiten“, so Bhojaraja.

Kriyapada 21-46. Die drei Kopf-Pavitras bestehen aus diesen drei Größen, der höchsten und den weiteren. Sie werden zusammen an einem einzigen Linga verwendet und haben die Form einer Krone.

Unnummerierte Fortsetzung nach 21-46. Den „Herabstieg der Ganga“ fertige man dabei in so vielen Fingerbreiten, wie es Wirklichkeitsprinzipien gibt.

Unnummeriertes Somashambhu-Zitat nach 21-46. Zum Maß der Pavitra-Knoten sagt Somashambhu: „Zehn Knoten sind zu fertigen oder so viele, wie es Wirklichkeitsprinzipien gibt. Der Abstand betrage nach schönem Maß eine, zwei oder vier Fingerbreiten. Auch mehr Knoten dürfen nach Wunsch gefertigt werden, aber sie sollen gleichmäßig sein.“

Auch die Namen der zehn Knoten nennt er: „Prakriti, Paurushi, Vira, als vierte Aparajita, als fünfte Jaya, als sechste Ajita, als siebte Kriya, Shiva, Manonmani und als zehnte Sarvatomukha.“

Kriyapada 21-47. Auch beim „Herabstieg der Ganga“ seien es zwölf Knoten oder

Kriyapada 21-48. ebenso viele wie seine Fäden; dabei soll eine schöne Gestalt entstehen. Für nicht figürlich ausgeformte Lingas fertige man vier Pavitras.

Kriyapada 21-49. Ebenso für Lingas mit Gesicht. Bei figürlichen Darstellungen genügt auch jeweils einer: an der eigenen Gestalt, an Ganadhipa, an der Reihe der Gurus und am Buch,

Kriyapada 21-50. am Shiva-Krug, am Waffengefäß, an den Richtungshütern, Waffen und am Stier sowie an den Torherren fertige man jeweils einen Pavitra.

Kriyapada 21-51. Bei figürlichen Darstellungen lasse man sie vom Hals bis zum Nabel herabhängen. Für Gauri, Mahalakshmi, Durga, die acht Mütter

Kriyapada 21-52 mit eingeschobener Erklärung. und Sarasvati fertige man jeweils drei Pavitras – das heißt ohne den „Herabstieg der Ganga“. Für Vishnu, Sonne, Feuer, Chandesha, Skanda und Brahma

Kriyapada 21-53. sind jeweils vier Pavitras genannt, ebenso wie für Shiva. Hat man die Pavitras auf diese Weise hergestellt, färbe man ihre Knoten.

Kriyapada 21-54. Kampfer, Safran, Kurkuma, Rochana, Adlerholz und roten Ocker zerreibe man nach Verfügbarkeit zu gleichen Teilen und färbe damit unter dem Purusha-Mantra.

Kriyapada 21-55. Die alten Gefäße aus Ton, Holz, Bambus und weiteren Materialien lege man ab. Alles, was zur Verehrung gebraucht wird, nehme man neu.

Unnummeriertes Paushkara-Zitat nach 21-55. „Auch eine alte große Opferkelle ist unbedenklich, wenn sie unbeschädigt ist; die kleine Opferkelle fertige man neu und gut.“ So im Paushkara.

Unnummeriertes Zitat aus dem Mohashurottara nach 21-55. „Mit Ausnahme der großen und kleinen Opferkelle, o Shakra, lege man alles Alte ab.“

Unnummerierte Prosa nach 21-55: Vorbereitung des Opferraums. Dann faste man am siebten oder dreizehnten Mondtag und vollziehe Bad und Sandhya. Auf dem im Badekapitel beschriebenen Weg bringe man die besondere Sättigung der Mantras und der weiteren Gottheiten dar. Man umschließe das gesamte Opferhaus und seinen Bereich mit einer dreifachen Schnur. Im Osten des so umgrenzten Platzes verehre man die Sonne ordnungsgemäß; danach verehre man Shiva und Feuer nach dem täglichen Verfahren.

Im Osten, Süden, Norden und Westen des Pavillons beauftrage man reine Brahmanen, die jeweils Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda kennen, mit dem Vortrag: „Ihr sollt als glückverheißenden Bestandteil des Pavitra-Auflegens die heiligen Texte rezitieren.“ Man ehre sie mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben und setze sie zum Vortrag ein. Nach dem Waschen von Händen und Füßen besprenge man zur besonderen Verehrung die Tore des Opferpavillons mit dem Waffenmantra. Im Osten verehre man das Tor der Shanti-Kala, im Süden Vidya, im Westen Nivritti und im Norden Pratishtha: Pranava, Herz- und Keimmantra bilden den Anfang; darauf folgen der Name der Kala, „dem Tor“ und der Abschluss „Verehrung“. Die jeweils an den beiden Torpfosten befindlichen Torwächter, Nandisha und die weiteren, verehre man mit ihren Namen und dem Abschluss „Verehrung“.

Kriyapada 21-56. Nandisha und Mahakala, Bhringisha und Gananayaka, Vrishabha und Shanmukha, Devi und Chanda verehre man, im Osten beginnend.

Kriyapada 21-57. Dann verehre man am Westtor die beim täglichen Ritual genannten Torwächter. Man verwende die Naracha-Waffe und vertreibe mit dreimaligem Fersenstampfen,

Kriyapada 21-58. Fingerschnippen und drohendem Zeigefinger die Hindernisse. Am rechten Türpfosten entlang trete man ins Haus. Wie zuvor setze man die Waffe

Kriyapada 21-59. in die Mitte der Schwelle ein. Rechtsläufig umhergehend verehre man den Vastu-Hüter und Brahma sowie den eigenen Sitz wie zuvor.

Unnummerierte Prosa nach 21-59. Auf dem Altar setze man sich nach Norden gewandt nieder. Nach der Selbstreinigung statte man sich mit den Mantragliedern aus und verehre das besondere Arghya. Mit dessen Wasser besprenge man unter dem Waffenmantra das eigene Haupt und die Verehrungsgeräte; mit dem Panzer verhülle man sie. Die Reinigung der Stoffe, des Ortes und der Mantras vollziehe man wie zuvor. Man trage die drei Aschestriche, ein Sandelzeichen und weiße Blumen, ein Obergewand und das Schwert der Erkenntnis.

In den fünf Feldern Supratishtha und den weiteren bereite man Panchagavya auf dem bei der Einweihung beschriebenen Weg. Betrachten, Besprengen, Anschlagen, Begießen, Graben, Ausstreuen, Auffüllen, Einebnen, Bewässern, Feststampfen, Fegen, Bestreichen und Vajra-Festmachen vollziehe man der Reihe nach mit Herz-, Waffen-, Panzer- und Wurzelmantra. Dann besprenge man mit Panchagavya. Hat man so den Pavillon bereitet, verehre man nach vorausgehendem Ausstreuen der Streustoffe Krug und Vardhani auf ihrem unbeweglichen beziehungsweise beweglichen Sitz, auf dem bei der Einweihung beschriebenen Weg.

Im Pavillon zeichne man in den jeweiligen Richtungen Mandalas. Auf Getreide darauf stelle man wassergefüllte Krüge, mit dreifachen Schnüren umwickelt und mit Mango- und anderen Blattzweigen, Früchten, Duftstoffen, ungebrochenem Reis, Blumen und Grasbüscheln ausgestattet. In ihnen rufe man die Weltenhüter herbei und verehre sie samt ihren Waffen. Ihnen verkünde man Shivas Befehl:

Kriyapada 21-60. „Höre, Shakra! Auf Shivas Befehl sollst du bis zum Abschluss des Opfers aufmerksam in deiner Richtung bleiben, um die Hindernisse zu beruhigen!“

Kriyapada 21-61. So lasse man es die Weltenhüter hören. Man trage Waffe und Krug ringsum, vergegenwärtige die Waffenfestung und verehre beide, nachdem sie wieder ihren festen Sitz eingenommen haben.

Kriyapada 21-62. Mit der zuvor verwendeten Mudra vergegenwärtige man ihre Verbindung. Das Schwert der Erkenntnis übergebe man dem Herrn im Krug und bitte Shiva:

Kriyapada 21-63 mit vorangestelltem Pranava. „Shambhu, bis zum Ende des Opfers sollst du hier bleiben, gemeinsam mit Shiva, der Göttin, mit deinem Sohn, mit den Scharen und mit dem Herrn des Yoga, o Shankara!“

Unnummerierte Prosa nach 21-63: Verbindung der Verehrungsformen. Nach dieser Bitte verehre man bis zur Speisedarbringung und halte die Gegenwart fest. Man setze sich an den vorgesehenen Ort. Beginnend mit der Reinigung des Lingas und den Handlungen der Herbeirufung bade man Shiva nach dem im Kapitel über die Darbringungen beschriebenen Verfahren mit Panchagavya, den fünf Nektarstoffen und Duftwasser. Mit Gewändern, Schmuck, Duftstoffen und den weiteren Gaben verehre man Shiva im Linga bis zur Speisedarbringung.

Dann verehre man Shiva auch in einem Bhadraka-, Lingodbhava- oder anderen Mandala in der Mitte, im Nordosten oder im Norden. Die Handlungen beginnen mit Sitz und Herbeirufung und reichen bis zur Speisedarbringung; nur das Bad entfällt. Auf dem im Feueropferkapitel beschriebenen Weg entzünde man in der östlichen Grube das Feuer, rufe Shiva herbei, verehre und sättige ihn ordnungsgemäß. Das Licht, das aus der Haarspitze Shivas im Mandala austritt, und das Licht aus dem Feuer an Shivas Nase im Feuer stelle man sich entlang der eigenen Nadi als ununterbrochene, blitzrankenförmige Verbindung vor. So verbinde man beide und verehre Shiva im Herzen des Feuers. Dann koche man die Opferspeise, und zwar so:

Kriyapada 21-64. Westlich oder südlich der Feuergrube bestreiche man den Herd, ritze ihn mit dem Waffenmantra, besprenge ihn und umhülle ihn mit dem Panzermantra.

Kriyapada 21-65. Nach Fegen und Bestreichen stelle man sich den Herd als Shakti vor, deren Arme Dharma und Adharma sind und deren gesamte Gestalt auf diese Weise vorgestellt wird.

Kriyapada 21-66. Man verehre sie mit Duftstoffen, Räucherwerk und weiteren Gaben. Das zuvor entnommene Feuer, durch fünf Sakramente bereitet, setze man in diesen Herd ein.

Kriyapada 21-67. Shiva als Feuer und diese Shakti verehre man beide nochmals. Einen unbeschädigten Kochtopf aus Udumbara-Holz oder Ton,

Kriyapada 21-68. mit dem Waffenmantra gewaschen, mit dem Panzer umhüllt und rituell betrachtet, besprenge und begieße man, schlage ihn an, bestreiche ihn mit Duftstoff und beräuchere ihn.

Kriyapada 21-69. Mit dem Panzer umwickle man seinen Hals mit einer Kusha-Girlande. Auf einem mit der Waffe besprengten, mit dem Panzer umschlossenen und mit dem Waffenmantra besprochenen Mandala

Kriyapada 21-70. stelle man ihn mit der Öffnung nach unten auf eine sechsfache Darbha-Unterlage. Darin verehre man Shiva samt Gliedern. Dann drehe man ihn nach oben und bestreiche ihn mit Butter.

Kriyapada 21-71. Man fülle ihn mit reiner, frisch gemolkener Kuhmilch und stelle ihn auf den Herd. Weiße Reiskörner,

Kriyapada 21-72. fünf Handvoll, gewaschen, gebe man in die Milch. Man setze sich südöstlich nieder und vollziehe nacheinander das Umrühren und Öffnen

Kriyapada 21-73. mit dem Kochlöffel und dem Waffenmantra jeweils einmal, während man den kurzen Prasada-Mantra ausspricht. Man koche die Speise und spreche mit den zusammengehörigen Mantras zu ihr:

Kriyapada 21-74. „Sei gut durchgekocht!“ Dann übergieße man sie mit Butter. Nach dieser heißen Übergießung nehme man sie herunter und stelle sie auf eine Darbha-Unterlage

Kriyapada 21-75. auf einem zweiten Mandala. Mit den zusammengehörigen Mantras spreche man erneut zur Speise: „Werde kühl!“ und vollziehe die kalte Butterübergießung.

Kriyapada 21-76. Mit Erde und Wasser reinige man den Topf außen, versehe ihn unter dem Waffenmantra mit dem Schutzzeichen der drei Striche und mache ihn durch die Mudra nektargleich.

Kriyapada 21-77. Etwas westlich der Feuergrube setze man ihn wie zuvor auf ein Mandala. Mit dem Herzmantra verehre man ihn und opfere mit den Gliedern Shivas jeweils einmal Butter.

Kriyapada 21-78. Die Tropfen lasse man in die Opferspeise fallen. Mit dem Wurzelmantra opfere man hundertachtmal und lasse die Tropfen ebenfalls hineinfallen. Danach teile man die Speise in drei Teile.

Kriyapada 21-79. Die Anteile für Shiva und das Feuer mische man mit Honig und Butter, den eigenen Anteil mit Butter. Shivas Anteil verehre man mit dem Herzmantra und stelle ihn bereit.

Unnummerierte Prosa nach 21-79: Begleitgaben. Dann gehe man zur Gottheit und bringe die acht Blumen dar. Im Osten lege man unter dem Purusha-Mantra Zahnholz und Betel hin; im Süden unter Aghora Asche, Gebetskette, Stab, Lendentuch und Bettelschale; im Westen unter Sadyojata Erde, Kusha-Gras, Wasser und Feueropferstoffe; im Norden unter Vamadeva Amalaki-Frucht, Rochana, Safran, Stäbchen, Kamm und Augenschwärze; im Nordosten unter Ishana Panchagavya, Sandalen, Schirm, Yogaband und Sitz. Man verehre sie.

Kriyapada 21-80. Was davon nicht verfügbar ist, stelle man sich innerlich vor. Den Speiseanteil der Gottheit besprenge man mit der Waffe und schütze ihn mit dem Panzer.

Kriyapada 21-81. Man verehre ihn mit dem Herzmantra, mache ihn nektargleich und bringe ihn mit den Brahma-Mantras dar. Dann nehme man die Pavitras und lege sie in ein Gefäß aus Gold, Rohrgeflecht oder anderem Material,

Kriyapada 21-82. das mit schwarzem Antilopenfell, feinem Gewebe oder anderem bedeckt ist, unter dem Herzmantra. Mit der Waffe besprenge man sie, mit den zusammengehörigen Mantras berühre und verehre man sie und vergegenwärtige

Kriyapada 21-83. Shambhu als Verkörperung des Jahres, als einzigen Zeugen sämtlichen Tuns, als unvergänglichen Hüter, der als Frucht alle Welterfahrung und Befreiung gewährt.

Kriyapada 21-84. Als Vollender der verrichteten, nicht verrichteten, aufgegebenen und mühsamen Handlungen betrachte man ihn in den Pavitras. Dann opfere man so oft, wie es Prakritis gibt,

Kriyapada 21-85. mit dem Wurzelmantra ins Feuer und lasse die Buttertropfen auf die Pavitras fallen. Die so durch Opfertropfen gereinigten Pavitras verehre man mit den zusammengehörigen Mantras.

Kriyapada 21-86. Der zuvor verehrten Sonne gebe man den Duft-Pavitra, gut beräuchert und mit Blumen, durch den Wurzelmantra und das Atemanhalten nektargleich gemacht.

Kriyapada 21-87. Beim Abschluss der Ausatmung verwende man den Wurzelmantra mit Pranava und dem Abschluss „dem Wesen von allem“. Dann vollziehe man das Lichterschwenken, die rituelle Mundspülung und die Ausstattung des eigenen Leibes mit den Mantragliedern.

Kriyapada 21-88. Mit einer dreifachen Schnur umschließe man den gesamten Tempel und ebenso den Pavillon. Unter dem Pranava umwickle man alle Verehrungsgeräte.

Kriyapada 21-89. Den Torwächtern Nandi und den folgenden, dem Vastu-Hüter und Brahma, den Weltenhütern und ihren Waffen gebe man den Duft-Pavitra.

Unnummerierte Prosa nach 21-89. Dann nehme man die im Gefäß befindlichen Pavitras von der Feuergrube, stelle sie vor den Shiva-Krug und übergebe sie mit folgender Bitte dem Shiva im Krug zum Schutz:

Kriyapada 21-90 mit vorangestelltem Pranava. „Erhabener, diese Pavitras sind hier nach Vorschrift bereitet. Ich übergebe sie dir. Beschütze sie, Shankara!“

Unnummerierte Prosa nach 21-90. So übergebe man sie. Dann nehme man daraus die Duft-Pavitras. Man lege sie dem Shiva-Krug, dem Waffengefäß, Ganapati und der Reihe der Gurus mit ihren jeweiligen Mantras und dem Abschluss „Verehrung dem Wesen aller Wirklichkeitsprinzipien“ auf und vollziehe jeweils das Lichterschwenken. Auf einem bereiteten Mandala setze man sich der Gottheit zugewandt nieder und lege sich selbst mit folgender Formel einen Pavitra an:

Kriyapada 21-91 mit vorangestelltem Pranava. „Beim Pavitra-Gelübde, das das Opfer des Jahres zur Vollständigkeit bringt, lege ich, dessen Wesen Reinheit ist, den reinigenden Faden an.“

Unnummerierte Prosa nach 21-91. Nach diesen Worten lege man ihn sich selbst mit Pranava, Wurzelmantra und „Verehrung Shiva“ an. Nach der rituellen Mundspülung setze man sich vor die Gottheit. Den für sie gefertigten Duft-Pavitra, mit Duftpaste gefärbt, gut beräuchert und mit Durva und ungebrochenem Reis versehen, nehme man in die zusammengelegten Hände. Mit den zusammengehörigen Mantras mache man ihn nektargleich, bespreche ihn mit den folgenden Worten und lege ihn auf:

Kriyapada 21-92 mit vorangestelltem Pranava. „Herr, der alle Lücken im Verfahren ausfüllt, heute lade ich dich zum Opfer ein, du Erfüller meines Wunsches! [Die Verbindung des Wortes für Opfer ist in der gelieferten Lesung gestört; der Sinn ergibt sich nur vorläufig aus dem folgenden Gebet.]

Kriyapada 21-93. Gewähre mir, dem Opfernden, dessen Gelingen, du Herr des Bewussten und Unbewussten! In jeder Weise und zu jeder Zeit sei dir Verehrung, Shambhu. Sei mir gnädig!“

Unnummerierte Prosa nach 21-93. Durch die Ausatmung mache man den Faden nektargleich. Unter Pranava, Wurzelmantra und dem Abschluss „Verehrung Shiva“ lege man dem Erhabenen den Duft-Pavitra auf. Dann vollziehe man das Lichterschwenken und bete:

Kriyapada 21-94 mit vorangestelltem Pranava. „Herr der Götter, du bist eingeladen, gemeinsam mit der Göttin, den Herren der Scharen, den Mantraherren, den Weltenhütern und deinem Gefolge.

Kriyapada 21-95. Morgen früh werde ich dir den Pavitra darbringen. Auf deinen Befehl, höchster Herr, werde ich auch das Gelübde befolgen.“

Unnummerierte Prosa nach 21-95: Abendlicher Abschluss. Nachdem man Shiva so gebeten hat, ermächtigt er mit „So sei es!“. Dann bringe man der Gottheit nach den eigenen Mitteln eine besondere Speisegabe dar und erfreue sie mit Betel, Mundduft und den weiteren Gaben sowie mit Gesang und Tanz. Mit der Erlaubnis des Erhabenen gehe man hinaus und lege auch dem Feuer auf der Umrandung einen Duft-Pavitra auf. Man opfere dessen Anteil an der gekochten Speise. Mit dem Rest lege man in seiner Nähe die zum Feueropfer gehörige Bali-Gabe nieder. Nach der Bitte um Erlaubnis gehe man hinaus. Mit Duft, Blumen, Wasser, Räucherwerk und Licht bringe man aus dem im Gefäß verbliebenen Essen unter den zusammengehörigen Mantras Bali in den zehn Richtungen dar, mit Formeln wie: „Indra, nimm an! Verehrung!“

Erneut streue man in den zehn Richtungen Bali aus: „Den Bewohnern der Richtungen, im Osten beginnend, den Richtungsherren, Wesen, Müttern, Scharen, Rudras, Feldhütern und den weiteren – die Opfergabe!“ Nach der rituellen Mundspülung vollziehe man die Sühne, welche Lücken ausgleicht: mit den Gliedmantras dreimal, mit den Gestaltmantras fünfmal, mit dem Wurzelmantra zehnmal und mit Aghora hundertachtmal, jeweils Sesam, weißen Senf, Puffreis und Butter opfernd. Danach bringe man die volle Opfergabe dar sowie Gaben mit den Weltrufen und an Feuer, Soma, Feuer und Soma zusammen und an das Feuer als Vollender des gut Geopferten.

Man verehre Shiva im Feuer und führe ihn mit den zusammengehörigen Mantras auf dem Nadi-Weg in Shiva im Mandala über. Man verehre die Gottheit. Auf dem Sitz der heiligen Erkenntnis, auf dem ein Siddhanta-Buch liegt, verehre man wie bei Shiva mit den Namen der Vidyas. Mit dem zehnsilbigen Vagishvari-Mantra sowie Pranava, Herz-, Wurzelmantra und dem Abschluss „Verehrung dem Wesen des Vidya-Prinzips“ lege man den Duft-Pavitra auf und vollziehe das Lichterschwenken.

Die großen Pavitras lege man in ein mit Waffen- und Panzermantra umschlossenes Gefäß. Man bespreche sie mit den zusammengehörigen Mantras, schütze sie durch Waffe und Panzer und verehre sie. Den Herrn im Krug bitte man um Schutz, verneige sich vor dem Erhabenen und übergebe die vollzogene Handlung: „Möge diese meine Handlung lückenlos sein!“ Mit der Erlaubnis des Erhabenen gehe man hinaus. Auf den drei östlichen Mandalas nehme man auf dem bei der Einweihung beschriebenen Weg Panchagavya, Opferspeise und Zahnholz zu sich beziehungsweise in Gebrauch.

Da Fasten vorgeschrieben und zugleich der Verzehr des Opferrestes vorgesehen ist, esse man von der Speise nur die fünf dem Lebensatem dargebrachten Bissen.

Unnummeriertes Paushkara-Zitat nach 21-95. „Wenn Fasten festgesetzt ist und zugleich der Verzehr des Opferrestes ansteht, beeinträchtigt es den Fastenden nicht, wenn er nur das Feueropfer für die Lebensatemkräfte zu sich nimmt.“

Unnummeriertes Zitat aus einem Shraddha-Abschnitt. Andernorts, im Abschnitt über die Ahnenverehrung, heißt es: „Wenn Fasten regelmäßig vorgeschrieben ist, die Ahnenverehrung aber aus besonderem Anlass stattfindet, soll man an der den Ahnen dargebrachten Speise riechen und dann das Fasten einhalten.“

Unnummerierte Fortsetzung. Nach der rituellen Mundspülung nehme der nach Welterfahrung Strebende auf einem Darbha-Lager Platz, das Haupt nach Osten; der nach Befreiung Strebende auf einem Aschelager.

Unnummeriertes Somashambhu-Zitat nach 21-95. „Nach der Mundspülung, mit Mantras gerüstet, halte man mit Gesang Nachtwache. Der nach Welterfahrung Strebende sitze auf einem Darbha-Lager und vergegenwärtige den Herrn. Auf dieselbe Weise nehme auch der nach Befreiung Strebende Platz, jedoch allein auf einem Aschelager, fastend und gesammelt.“

Unnummerierte Erläuterung. Weil es heißt „mit Gesang Nachtwache haltend“, soll man nicht schlafen.

Unnummeriertes Zitat aus dem Mohashurottara nach 21-95. „Nach der Übergabe der Handlung verbringe man die Nacht vor Shiva, Japa und Dhyana hingegeben oder Lobpreis und Gesang gewidmet.“

Unnummerierte Folgerung. Daher soll man fastend und wachend vor der Gottheit auf einer Darbha-Unterlage bleiben.

Kriyapada 21-96. Vor Sonnenaufgang bade man und vollende die Sandhya. Mit dem gewöhnlichen Arghya verehre man die Duftfäden der Reihe nach.

Kriyapada 21-97. Noch bevor der Herr entlassen wird, lege man sie auf ein Mandala im Nordosten. Dann entlasse man die Gottheit unter dem Vorbehalt ihrer erneuten Gegenwart und entferne die gebrauchten Opfergaben.

Kriyapada 21-98. Nach der rituellen Mundspülung vollziehe man wie zuvor die Reinigung des eigenen Selbst und der weiteren Bereiche. Man verehre die Sonne, dann die Tore, Weltenhüter und Waffen.

Kriyapada 21-99. Mit Panchagavya und den weiteren Gaben verehre man die Gottheit bis zum Abschluss des täglichen Verfahrens. Man verehre Krug, Waffe, Mandala-Herrn und Feuer, bringe die volle Opfergabe und Bali dar.

Unnummerierte Fortsetzung nach 21-99. Hat man so das tägliche Ritual abgeschlossen, beginne man das anlassbezogene.

Unnummerierte Prosa vor 21-100. Noch bevor Gottheit und Feuer entlassen sind, entferne man die gebrauchten Opfergaben. Mit Ausnahme der gekochten Opferspeise lege man Zahnholz und die übrigen Dinge an ihre jeweiligen Plätze. Mit Yantra-Linga, Goldkugeln, Seidenstoff, Girlanden, Duftstoffen und weiterem schmücke man die Gottheit nach den eigenen Mitteln. Man opfere als Sühne hundertachtmal mit Aghora und bringe die volle Opfergabe dar.

Dann lege man der Sonne mit ihrem eigenen Mantra die großen, beräucherten Pavitras auf, vollziehe das Lichterschwenken und die Mundspülung. Wie zuvor lege man sie den Torherren, dem Vastu-Hüter, Brahma, den Weltenhütern, Waffen, Ganapati und Gurus mit ihren eigenen Mantras auf. Sich selbst lege man mit der zuvor genannten Formel einen Pavitra an und vollziehe die Mundspülung. Selbst Sadashiva geworden, setze man sich der Gottheit gegenüber, gebe Arghya und verehre mit den acht Blumen. Man betrachte das Wesen der Zeit, dessen Gestalt Augenblick, Lava, Nimesha, Kashtha, Ghatika, Muhurta, Tag und Nacht, Monatshälfte, Monat, Jahreszeit, Halbjahr und Jahr sind; es ist die Ursache aller Vorgänge von Körpern, Sinnen und ihren Gegenständen,

Kriyapada 21-100. der einzige Zeuge verrichteter, nicht verrichteter, aufgegebener und mühsamer Handlungen,

Unnummerierte Fortsetzung nach 21-100. der Hüter des Feldes, Ishana, die Zuflucht. Mit reinem Geist vergegenwärtige man Shiva auf diese Weise, nehme den ersten Kopf-Pavitra und beräuchere ihn. Mit Blumen, ungebrochenem Reis und Durva-Spitzen versehen, lege man ihn auf, etwas dem Krug zugewandt, nachdem man Shiva Folgendes vorgetragen hat:

Kriyapada 21-101 mit vorangestelltem Pranava. „Gott, was du als das Wesen der Zeit in meinem rituellen Handeln gesehen hast,

Kriyapada 21-102. was von mir getan, verbunden, aufgegeben, bewahrt oder verborgen wurde: Ob mühsam oder ohne Mühe, möge es vollzogen, gestärkt und recht geehrt sein,

Unnummerierte Fortsetzung und Formeln nach 21-102. durch diesen Pavitra, dessen Wesen alles umfasst, Shambhu, nach deinem Willen! Vollende, vollende! Dem Herrn von Opfer, Gelübde und Selbstbindung die Opfergabe!“ [Die gelieferte Verbindung „maghavrata-“ ist unsicher; „Opfer“ bleibt eine kontextbezogene Deutung.]

Mit Pranava, Wurzelmantra und „Verehrung Shiva, dem Herrn des Shiva-Prinzips!“ lege man einen Pavitra auf. Ebenso lege man die beiden anderen mit „Verehrung dem Herrn des Vidya-Prinzips!“ und „Verehrung dem Herrn des Atman-Prinzips!“ auf.

Kriyapada 21-103. Im Shiva-Prinzip, das bis zu Shiva reicht und vom ursächlichen Rudra behütet wird,

Kriyapada 21-104. spreche man den Wurzelmantra mit Shiva am Schluss und lege den Pavitra auf. Im Vidya-Prinzip, das bis zu Vidya reicht und vom ursächlichen Vishnu behütet wird,

Kriyapada 21-105. spreche man Ishvara am Schluss und lege den zweiten auf. Im Atman-Prinzip, das bis zur Prakriti reicht und vom ursächlichen Brahma behütet wird,

Kriyapada 21-106. ende der Wurzelmantra mit Sadashiva; so lege man den dritten auf. Der alle Prinzipien umfassende, von sämtlichen Ursachen behütete Pavitra habe „Herr aller Wirklichkeitsprinzipien“ am Schluss.

Kriyapada 21-107. Man spreche den Wurzelmantra mit Shiva am Schluss und bringe den „Herabstieg der Ganga“ dar. So verfahre der nach Welterfahrung Strebende; zur Befreiung in umgekehrter Reihenfolge.

Kriyapada 21-108. Mit den Prinzipien Atman, Vidya und Shiva lege man dann die Pavitras auf. Nach dem Lichterschwenken trage der Verständige der Gottheit vor:

Kriyapada 21-109. „Du bist die Zuflucht aller Wesen; du bist im Beweglichen und Unbeweglichen gegenwärtig. Durch dein Wirken im Innern bist du der Schauende in allen, höchster Herr!

Kriyapada 21-110. In Tun, Denken und Sprechen habe ich keine andere Zuflucht als dich. Was ich ohne ausreichende Mantras, Handlungen oder Gaben vollzogen habe,

Kriyapada 21-111. was ich dir täglich unvollständig an Japa, Feueropfer und Verehrung dargebracht habe, was an Lobpreis und Hingabe fehlte: Das vollende, Maheshvara!

Kriyapada 21-112. Du bist vollkommen rein, Herr der Götter, das Reinigende, das Verfehlungen vernichtet. Durch dich ist die ganze bewegliche und unbewegliche Welt gereinigt.

Kriyapada 21-113. Welches Gelübde ich durch Unzulänglichkeit auch unterbrochen habe, Gott: Möge es ganz und eins werden, durch den Faden deines Gebots verbunden!“

Unnummerierte Formel und Handlung nach 21-113. Am Ende spreche man: „Verehrung Shiva, dem Wesen aller Wirklichkeitsprinzipien, dem Zeugen sämtlichen Handelns, dem Vollender von allem, dem Geber aller Früchte, dem Allwissenden!“ Mit Wasser und Blumen in den zusammengelegten Händen übergebe man die Pavitra-Verehrung und sich selbst den Lotusfüßen Shivas und verneige sich lang ausgestreckt.

Kriyapada 21-114. Vier, drei oder zwei Monate, einen Monat oder eine Monatshälfte, eine Woche, fünf Nächte, zwei Nächte oder eine Nacht

Kriyapada 21-115. gelobe man vor der Gottheit: „So lange werde ich dieses Gelübde vollziehen.“ Nachdem Shiva „So sei es!“ gesprochen hat, gehe man mit seiner Erlaubnis hinaus.

Kriyapada 21-116. Man verehre mit Pavitras die Weltenhüter, Waffen und Torwächter, Nandi und die weiteren, und lege auch dem Feuer und dem Sitz der heiligen Erkenntnis Pavitras auf.

Kriyapada 21-117. Dann opfere man mit den Weltrufen sowie für Feuer, Soma, Feuer und Soma zusammen und den Vollender des gut Geopferten. Wie zuvor lege man Bali nieder.

Unnummerierte Prosa nach 21-117: Guruverehrung und Spenden. Ist der Guru anwesend, verehre man ihn wie Shiva, erfreue ihn mit Kleidern, Schmuck, Geld und weiteren Gaben und lege ihm einen besonders schönen Pavitra auf. Ist er nicht da, verehre man seine Sandalen oder andere ihn vertretende Gegenstände und lege dort den Pavitra auf.

Die Frucht des Schriftvortrags, Feueropfers und der weiteren Handlungen lasse man sich von den jeweiligen Vollziehenden mit vorangehendem Wasser in die eigene Hand übertragen und übergebe sie den Lotusfüßen der Gottheit. Man gebe ihnen ihre Entlohnung und Fäden. Auch eingeweihten Brahmanen, Zeichenträgern und Verwandten gebe man Fäden; die eingeweihten Brahmanen und Zeichenträger erfreue man mit Gold, Kleidern und weiteren Gaben. Armen, Blinden, Bedürftigen und allen Bittenden gebe man nach eigener Kraft Gold oder andere Gaben und speise alle. Die gesamte Frucht dieser Speisung und Spende übergebe man Shiva mit folgenden Worten:

Kriyapada 21-118 mit vorangestelltem Pranava. „Möge Sadashiva an dieser Gabe Gefallen finden, die ich ohne Geiz und Verstellung in Vermögensfragen, mit Hingabe und nach meinen Kräften dargebracht habe!“

Unnummerierte Fortsetzung nach 21-118. So übergebe man Spende und die weiteren Handlungen den Lotusfüßen Shambhus. Bis zum Ende des Gelübdes verehre man ihn täglich auf diese Weise nach den eigenen Mitteln. Jeden Tag hebe man die Pavitras über der Gottheit am Ansatz des ersten Bindefadens empor und lasse sie dort hängen. Man entferne die gebrauchten Gaben, vollziehe das Bad und lege die Pavitras wieder auf. Am Ende des Gelübdes verehre man besonders und spreche:

Kriyapada 21-119 mit vorangestelltem Pranava. „Das Pavitra-Gelübde habe ich so vollzogen, wie ich es mir vorgenommen habe.

Kriyapada 21-120. Durch deine Gnade möge diese Handlung zur Erlangung ihrer Frucht dienen!“ So übergebe es der nach Welterfahrung Strebende. Der nach Befreiung Strebende aber

Unnummerierte Fortsetzung nach 21-120. trage es Shambhus Lotusfüßen dar: „Möge diese Handlung mich nicht binden!“ [Quellenhinweis: Die positive Bitte in 21-120 enthält die auffällige Lesung „gamāstu“. Ihre Deutung folgt dem Gegensatz zur anschließenden ausdrücklichen Bitte, nicht gebunden zu werden; keine Sanskritkorrektur.]

Unnummerierte Prosa nach 21-120. Danach vollziehe man die Handlungen bis zur Sättigung der Mantras, bringe die volle Opfergabe dar und verbinde den Erhabenen im Feuer auf dem Nadi-Weg mit Shiva.

Kriyapada 21-121. Ist ein Brahmane oder Kshatriya in der vedischen Tradition beheimatet, so opfere er mit den Jaya-Mantras und den folgenden ins Feuer,

Unnummerierte Fortsetzung nach 21-121. und ebenso mit vedischen Mantras der Sühne. Dann ziehe man die Mantras aus dem Feuer zurück, führe sie zum Dvadashanta und setze sie ins Herz ein. Auch das Feuer verbinde man mit dem Dvadashanta und entlasse die auf den Umlegehölzern und Unterlagen befindlichen Gottheiten. Nach der Mundspülung und der Ausstattung mit den Mantragliedern trete man ein. Man ziehe die Mantras aus Shiva-Krug und Waffengefäß zurück und verbinde den dort befindlichen Shiva mit Shiva im Linga. Auch die Richtungshüter und die übrigen entlasse man.

Ist Chanda vorhanden, lege man ihm mit dem siebensilbigen und seinem eigenen Mantra die Pavitras auf. Andernfalls rufe man ihn auf einem Erdfeld herbei, verehre ihn und übergebe Chandanatha sämtliche gebrauchten Opfergaben und das Weitere.

Unnummeriertes Somashambhu-Zitat nach 21-121. „Oder man verehre Chanda auf dem Erdfeld, auf seinem Sockel …“ [Die Auslassungszeichen stehen bereits in der Quelle; fehlende Wörter werden nicht ergänzt.]

Kriyapada 21-122 mit vorangestelltem Pranava. „Welche Handlungen des Jahres ich mit einem Zuwenig oder Zuviel auch vollzogen habe,

Kriyapada 21-123. all dies möge auf deinen Befehl vollständig sein, Chandanatha!“ So bitte man ihn und verehre ihn danach mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Kriyapada 21-124. Man bringe ihm Milchreis dar, verneige sich, preise und entlasse ihn. Alle seine gebrauchten Opfergaben und das Weitere werfe man in einen tiefen Brunnen oder in reichlich

Kriyapada 21-125. vorhandenes Wasser; besonders die Fäden zerschneide man nach Mantrawiederholung und gebe sie hinein. Dann reinige man den Boden mit kuh­dungvermischtem Wasser.

Kriyapada 21-126. Danach bade man die Gottheit mit hundertacht Krügen oder entsprechend den eigenen Kräften, auch mit neun, auf dem beschriebenen Weg.

Kriyapada 21-127½. Man verehre sie besonders und erlangt die ungeschmälerte Frucht. Wer so jedes Jahr mit Hingabe den Pavitra-Ritus vollzieht, der Fehltritte ausgleicht, erlangt die gesamte Frucht von Verehrung und den weiteren Handlungen und geht zu Shambhus unvergänglicher, heilvoller Stätte.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das einundzwanzigste Kapitel über das Auflegen der Pavitras.

Ein Jahr bewusst betrachten

Das Bild des Fadens verbindet die vielen einzelnen Handlungen eines Jahres. Die Gebete sprechen offen von dem, was unvollständig blieb, und bitten um Ganzheit. Als heutige Besinnung kann daraus ein stiller Jahresrückblick entstehen: Was wurde mit Hingabe getan, was blieb offen, wem gilt Dank, und wem kann eine Gabe helfen? Der Text selbst hält dabei zwei Ziele auseinander: die Frucht des Handelns zu empfangen und von seiner bindenden Wirkung frei zu werden.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 21: Der jährliche Pavitra-Ritus
Der Pavitra-Ritus soll die Lücken eines Jahres ritueller Praxis ausgleichen. Geweihte Fadenschmuckstücke verbinden dabei Zeit, göttliche Gegenwart und erneuerte Hingabe. Das Kapitel beschreibt Herstellung, Verehrung und Darbringung dieser Fäden sowie die begleitenden Gelübde. Für heutige Yoga-Aspiranten kann das jährliche Innehalten ein Anlass zur Besinnung sein; die konkrete Ausführung gehört zum historischen Ritualzusammenhang.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

Heutige Puja. Das Bild veranschaulicht Verehrung, nicht die historische Ausführung eines bestimmten Kapitels.

Moderne Begleitung: Nyasa – Verehrung und Darbringung des Körpers

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.


atha ekaviṃśaḥ paṭalaḥ |

sarvapūjāvidhicchidracyutaskhalitapūrtidam |
pavitrāropaṇaṃ kuryāt pratisaṃvatsaraṃ budhaḥ || 21-1 ||

upekṣayāthavājñānād yo na kuryāt pavitrakam |
sa siddhabhraṃśamāpnoti vighnaiśca paribhūyate || 21-2 ||

p. 203) vighnāpahārapūrṇādi phalamasyeti deśikaiḥ |
sādhakaiḥ putrakaiścānyaiḥ kartavyaṃ hi pavitrakam || 21-3 ||

pūjājapāgnikāryādeścyutaskhalitadoṣataḥ |
yat kṛtaṃ pāvayatyenaṃ tasmāduktaṃ pavitrakam || 21-4 ||

api mohāt pramādād vā pavitraṃ na karoti yaḥ |
sa trilakṣaṃ japet kṛṣṇaṃ daśāṃśaṃ juhuyād ghṛtam || 21-5 ||

atra mohaśūrottare -

pavitreṇa vinā pūjā tāmasī parikīrtitā |
rājasī ca bhavedindraparamīkaraṇaṃ vinā ||

patrikābhiḥ prasūnairvā kuśairvā parikalpayet |
pavitraṃ pratyahaṃ śambhormahāpuṇyajigīṣayā ||

iti nityapavitraṃ syāt naimittikamathocyate |
āṣāḍhasya site pakṣe śrāvaṇasya site'site ||

saptamyāṃ vā trayodaśyāṃ kuryād gandhapavitrakam |
pavitramatha bhūtāyāmāṣāḍhe niyataṃ smṛtam ||

dīkṣādisthāpanaṃ caiva pavitrādi śatakratoḥ |
adhimāse na kurvīta yadīcchecchubhamātmanaḥ ||

parvatrayaṃ bhaved yatra ravisaṅkrāntivarjitam |
adhimāsaḥ sa vijñeyaḥ sarvakarmabahiṣkṛtaḥ ||

iti |

sinīvālīdvayaṃ yatra ravisaṅkrāntimadhyataḥ |
adhimāsastu sa jñeyaḥ sarvakarmabahiṣkṛtaḥ || 21-6 ||

atha pauṣkare'pi -

āṣāḍhāditrimāseṣu śreṣṭhamadhyādhamaṃ kramāt |
pavitraphalamuddiṣṭaṃ nānyadā kāla iṣyate ||

iti |

vasanteṣu yajeteti yathāsau vaidiko vidhiḥ |
vyāvṛttimanyakālasya darśayatyeva nānyadā || 21-7 ||

p. 204) etasmādāṣāḍhaśrāvaṇabhādrapadānāṃ sitāsitapakṣeṣvaṣṭamyāṃ caturdaśyāṃ vā śambhoḥ pavitraṃ karaṇīyam |
tadapi mumukṣubhiḥ kṛṣṇapakṣe bubhukṣubhiḥ śuklapakṣe vidheyam |
anyeṣāmapi devānāṃ svāsveva tithiṣu pavitrakaṃ vidheyam |

sauvarṇaṃ rājataṃ tāmraṃ sūtramuktaṃ kṛtādiṣu |
yugeṣvatra kalau śastaṃ sūtraṃ kārpāsajaṃ navam || 21-8 ||

nātisthūlaṃ nātisūkṣmaṃ vikeśaṃ himapāṇḍaram |
kartitaṃ dvijakanyābhirmukhyaṃ sūtraṃ pavitrake || 21-9 ||

madhyaṃ kṣattriyavaiśyābhiḥ śūdrābhiradhamaṃ smṛtam |
adhamāṅkitasūtraṃ ca grāhyaṃ śaktyanukūlataḥ || 21-10 ||

darbhamuñjādibhirvāpi sūtrābhāve pavitrakam |
vidadhīta pavitraṃ tat sarvathā na vilopayet || 21-11 ||

sūtritaṃ gandhasūtre syādanyatra navatantukam |
sampādya taddināt pūrvaṃ saptame pañcame'hni vā || 21-12 ||

kṛtvāṅkurārpaṇaṃ samyak tatsambhārān samāharet |
caturaśraṃ caturdvāraṃ maṇḍapaṃ kārayecchubham || 21-13 ||

bṛhatīmunihastaṃ vā pañcahastamathādhamam |
catustoraṇasaṃyuktamardhahastocchritaṃ sthalam || 21-14 ||

dukūlapaṭṭadevāṅgairathavā vasanaiḥ sitaiḥ |
savitānaṃ tu tat kṛtvā muktādāmopaśobhitam || 21-15 ||

nānāvidhaiḥ phalaiḥ puṣpaiḥ mālābhiścāvalambitam |
viliptaṃ gomayāmbhobhirdarpaṇodarakuṭṭimam || 21-16 ||

agnyagāraṃ ca tatprācyāmaindrakuṇḍaṃ manoharam |
darbhamālāvṛtaṃ kuryāt sruksruvau coktalakṣaṇau || 21-17 ||

kalaśān karakaṃ kumbhān vardhanī(bha?bhā)ṇḍagaḍḍukān |
vikeśanavavāsāṃsi homapātrādikaṃ ca yat || 21-18 ||

candanāgarukarpūraguggulūṃśca ghṛtaṃ madhu |
śarkarālājasiddhārthatilaśālīyavādikam || 21-19 ||

p. 205) śālijāṃstaṇḍulān śuklān samitkuśaphalāni ca |
dīpadhūpanivedyādāvanyadapyupayogi yat || 21-20 ||

sampādya tatkarmakaraṃ janaṃ tatra niyojayet |
tataḥ sūtramupādāya gatvā bhūri jalaṃ śuciḥ || 21-21 ||

kṣārāmbuśodhitaṃ samyak kṣālitaṃ śucibhirdvijaiḥ |
gītavādyādisaṃyuktaṃ pīṭhe saṃsthāpya pūjayet || 21-22 ||

sāmānyārghyeṇa gandhādyairabhyarcya ca gaṇeśvaram |
sadyena kṣālayet sūtramaghoreṇa viśoṣayet || 21-23 ||

abhyarcya hemapātrādau vaiṇave vā nidhāya tat |
āropya gajayānādau chatracāmaraśobhite || 21-24 ||

śaṅkhatūryādinirghoṣaiḥ saṅgītadhvanimaṅgalaiḥ |
alaṅkṛtanarastrīkamucchritadhvajaśobhitam || 21-25 ||

grāmaṃ vā nagaraṃ vānyacchanaiḥ kṛtvā pradakṣiṇam |
gatvā yāgālayadvāraṃ brāhmaṇaiḥ svasti vācayet || 21-26 ||

saṃsthāpya pīṭhe sūtraṃ tu puṇyāhaṃ vācayet tataḥ |
sūtre tu navatantūnāṃ devatāśca vibhāvayet || 21-27 ||

praṇavaścandramā vahnirbrahmā nāgā guho raviḥ |
sādeśaḥ sarvadevāśca tantūnāṃ nava devatāḥ || 21-28 ||

pṛthivyādyā mūrtayo'ṣṭau śivaścāpyadhidevatāḥ |
vāmādyāḥ śaktayastveṣāṃ tāḥ śaktīrnava saṃsmaret || 21-29 ||

eteṣāṃ nāmabhistantūn namontairabhipūjayet |
kālātmānaṃ tataḥ sūtre navabhedaṃ ca tantuṣu || 21-30 ||

tuṭiṃ lavaṃ nimeṣaṃ ca kāṣṭhāṃ caiva kalāmapi |
ghaṭikāṃ ca muhūrtaṃ ca divasaṃ ca niśāṃ yajet || 21-31 ||

nakṣatratithivārāṃśca pakṣau māsānṛtūnapi |
saṃvatsaraṃ ca kramaśastantusaṃsthān prapūjayet || 21-32 ||

tārahṛdayādibhiḥ svanāmabhirnamontaiḥ pūjayet prārthayecca |

p. 206) tuṭyādirabdaparyantaḥ kālātmā viśvago vibhuḥ |
anādyantaśca yoḥ nityastasmai kālātmane namaḥ || 21-33 ||

iti sūtre yajed devaṃ kālatattvātmakaṃ śivam |
sānnidhyaṃ tasya saṃsmṛtya yāvadāropyate śive || 21-34 ||

tadanu

śivahastaṃ vidhāyāgre paramīkaraṇānvitam |
kuryāt pavitranirmāṇaṃ vāmadevaṃ smaran japan || 21-35 ||

tatra gandhapavitraṃ syādekagranthyalpatantukam |
kaniṣṭhasaṃkhyamityeke trisūtreṇa vinirmitam || 21-36 ||

hastādinavahastāntaliṅgānāṃ syāt pavitrakam |
aṣṭāviṃśatimārabhya yāvadaṣṭottaraṃ śatam || 21-37 ||

daśavṛddhikramāt kuryāt pavitraṃ navatantubhiḥ |
ayaṃ hi pākṣikaḥ kalpo mukhyapakṣo'bhidhīyate || 21-38 ||

sarveṣāṃ sthiraliṅgānāmavyaktānāṃ viśeṣataḥ |
calānāṃ ca yathā sūtrairaṣṭottaraśataiḥ smṛtaḥ || 21-39 ||

athaikāśītisaṃkhyairvā pañcāśadbhistataḥ param |
ṣaṭtriṃśatsaṃkhyasūtrairvā śreṣṭhamadhyādhamo vidhiḥ || 21-40 ||

proktaḥ kaniṣṭhaliṅgeṣu kaniṣṭhārcanaśaktiṣu |
tasmācchaktyanusāreṇa vidadhīta pavitrakam || 21-41 ||

sthirāṇāmiha liṅgānāṃ liṅgamastakamānataḥ |
śiraḥpavitratritayaṃ kuryāt tattvatrayātmakam || 21-42 ||

caturthaṃ sārvatattvaṃ tu kuryād gaṅgāvatārakam |
niśśeṣapiṇḍikāsparśālambitaṃ liṅgamastakāt || 21-43 ||

kathyate calaliṅgānāṃ sthaṇḍilānāṃ pavitrake |
uttamādyarcanābhedād vistāro hi yathā bhavet || 21-44 ||

dvādaśāṣṭacatuḥsaṃkhyairaṅgulairvistṛtāni tu |
śreṣṭhamadhyādhamāni syuḥ pavitrāṇi yathākramam || 21-45 ||

p. 207) dvādaśāṅgulānyaṣṭāṅgulāni caturaṅgulānīti bhojarājaḥ |

śiraḥpavitratritayamuttamāditrayaṃ bhavet |
ekasminneva liṅge tat prayojyaṃ makuṭākṛti || 21-46 ||

gaṅgāvatārakaṃ tatra kuryāt tattvāṅgulaiḥ samam |

atra pavitragranthiparimāṇe somaśambhuḥ -

granthayo daśa kartavyā athavā tattvasaṃkhyayā |
antaraṃ vā yathāśobhamekadvicaturaṅgulam |
adhikā vā yathākāmaṃ kartavyā granthayaḥ samāḥ ||

daśagranthīnāṃ nāmadheyāni cāha -

prakṛtiḥ pauruṣī vīrā caturthī tvaparājitā |
pañcamī tu jayā ṣaṣṭhī ajitā saptamī kriyā || śivā manonmanī caiva daśamī sarvatomukhā |

iti |

gaṅgāvatārakasyāpi granthayo dvādaśāthavā || 21-47 ||

tattantusaṃkhyayā vā syuryathāśobhaṃ ca tad bhavet |
kuryādavyaktaliṅgānāṃ pavitrāṇāṃ catuṣṭayam || 21-48 ||

tathaiva mukhaliṅgānāṃ vyakteṣvekaikameva vā |
svamūrtau ca gaṇādhīśe gurupaṅktau ca pustake || 21-49 ||

śivakumbhe'stravardhanyāṃ dikpālāstravṛṣeṣvapi |
dvāreśānāṃ tathaikaikaṃ pavitraṃ parikalpayet || 21-50 ||

kaṇṭhādānābhilambīni tāni vyakteṣu kalpayet |
gauryāścaiva mahālakṣmyā durgāyāścāṣṭamātṛṣu || 21-51 ||

sarasvatyāḥ pavitrāṇi trīṇi trīṇi prakalpayet |

gaṅgāvatārahīnānīti yāvat |

viṣṇubhāskaravahnināṃ caṇḍeśaskandavedhasām || 21-52 ||

p. 208) śivatulyaṃ pavitrāṇāṃ pṛthaguktaṃ catuṣṭayam |
evaṃ kṛtvā pavitrāṇi tadgranthīnatha rañjayet || 21-53 ||

karpūrakuṅkumaniśārocanāgarugairikaiḥ |
yathālābhaṃ samaṃ piṣṭvā puruṣeṇābhirañjayet || 21-54 ||

atha mṛddāruvaṃśādipātravrātaṃ purātanam |
parityajya navaṃ sarvaṃ grāhyaṃ pujopayogi yat || 21-55 ||

sruk purāṇāpyaduṣṭaiva sruvaṃ kuryānnavaṃ śubham |

iti pauṣkare |

vihāya sruksruvau śakra ! tyajet sarvaṃ purātanam

iti mohaśūrottare |

tadanu saptamyāṃ trayodaśyāṃ vā sopavāsaḥ kṛtasnānasandhyāvidhiḥ snānapaṭaloktamārgeṇa kṛtamantrādiviśeṣatarpaṇo yāgadhāmādikaṃ sarvaṃ trivṛtsūtreṇāveṣṭya parigṛhītabhūpradeśe prāgbhāge sūryaṃ yathāvadabhyarcya tadanantaraṃ nityavidhinā śivamagniṃ ca saṃpūjya maṇḍapasya prāgdakṣiṇottarapaścimeṣu ṛgyajuḥsāmātharvavido viśuddhān brāhmaṇān pavitrāropaṇamaṅgalāṅgatayā bhavadbhiradhyayanaṃ kartavyamiti gandhapuṣpādibhirabhyarcyādhyayane niyojya prakṣālitapāṇipādo naimittikapūjārthaṃ yāgamaṇḍapadvārāṇyastreṇa saṃprokṣya tatra prācyāṃ śāntikalādvāraṃ dakṣiṇe vidyāṃ paścime nivṛttimuttare pratiṣṭhāṃ ca tārahṛdbījādikaṃ tatkalānāmnā dvārāya namontaṃ saṃpūjya tattacchākhāśrayau dvārapālau ca nandīśādikau tannāmabhirnamontamarcayet |

nandīśaṃ ca mahākālaṃ bhṛṅgīśaṃ gaṇanāyakam |
vṛṣabhaṃ ṣaṇmukhaṃ devīṃ caṇḍaṃ pūrvādito yajet || 21-56 ||

tatastu paścime dvāre nityoktān dvārapān yajet |
nārācāstraṃ prayujyātha pārṣṇighātatrayeṇa ca || 21-57 ||

choṭikātarjanībhiśca vighnānutsārya dakṣiṇām |
śākhāmāśritya gehāntaḥ praviśyāstraṃ yathāpuram || 21-58 ||

vinyasya dehalīmadhye parikrāman pradakṣiṇam |
vāstupaṃ vedhasaṃ ceṣṭvā svāsana ca yathāpuram || 21-59 ||

p. 209) atha vedikāyāmudaṅmukha upaviśya kṛtātmaśuddhiḥ sakalīkṛtya viśeṣārghyamabhyarcya svaśiraśca pūjopakaraṇānyarghyajalairastreṇa samprokṣya varmaṇāvakuṇṭhya dravyāśrayamantraśuddhiṃ prāgvad vidhāya vidhṛtabhasmatripuṇḍracandanatilakasitakusumaḥ sottarīyo gṛhītajñānakhaḍgaḥ supratiṣṭhādipañcakoṣṭheṣu dīkṣoktamārgeṇa vihitapañcagavyo nirīkṣaṇaprokṣaṇatāḍanābhyukṣaṇakhananāvakiraṇa-pūraṇasamīkaraṇasecananikuṭṭanasaṃmārjanopalepanavajrīkaraṇāni hṛdayāstravarmamūlaiḥ krameṇa vidhāya pañcagavyena samprokṣyaivaṃ maṇḍapaṃ saṃskṛtya dīkṣoktamārgeṇa vikiraṇakṣepapūrvaṃ kumbhavardhanyau calācalāsanasthāvabhipūjya tadanu maṇḍapāntaryathādiśaṃ kṛtamaṇḍaladhānyopari trisūtraveṣṭitacūtādipallavaphalavidhānagandhākṣatapuṣpakūrcāḍhyeṣu salilapūrṇakumbheṣu lokapālānāvāhyābhyarcya tadastrāṇi ca teṣāṃ śivājñāḥ śrāvayet |

bho bho śakra! tvayā svasyāṃ diśi vighnapraśāntaye |
sthātavyaṃ sāvadhānena hyāyāgāntaṃ śivājñayā || 21-60 ||

iti saṃśrāvya lokeśān paribhramyāstrakumbhakau |
astradurgamanusmṛtya sthirāsanagatau yajet || 21-61 ||

saṃsmṛtya ca tayoryogaṃ mudrayā prāgupāttayā |
kumbheśe jñānakhaḍgaṃ taṃ samarpya prārthayecchivam || 21-62 ||

oṃ

āyāgāntaṃ tvayā śambho! sthātavyaṃ śivayā saha |
sasutena gaṇaiḥ sārdhaṃ yogādhyakṣeṇa śaṅkara! || 21-63 ||

iti vijñāpya nivedyāntamabhyarcya saṃnirodhya yathāsthānamupaveśya liṅgaśuddhiprabhṛtyāvāhanādibhiśca pañcagavyapañcāmṛtagandhajalābhiṣekairupacārapaṭaloktamārgeṇa saṃsnāpya vasanabhūṣaṇagandhādibhiśca liṅgasthaṃ śivaṃ nivedyāntamabhyarcyātha madhye vaiśānyāmuttare vā bhadrakaliṅgodbhavādyanyatame maṇḍale ca śivamāsanāvāhanādibhiḥ snapanavarjaṃ nivedyāntamabhipūjyāgnikāryapaṭaloktamārgeṇa prācyāṃ kuṇḍe'gnimādhāya śivamāvāhyābhyarcya yathāvat santarpya maṇḍalasthaśivaśikhānirgatajyotiṣā vahnisthaśivanāsāgninirgatajyotiḥ svanāḍīmārgeṇāvicchinnaṃ vidyullatāsaṃsthānaṃ sañcintya sandhāyāgnerhṛdaye śivamabhipūjyātha caruṃ śrapayet |

p. 210) tad yathā-

kuṇḍāt paścimataśculliṃ dakṣiṇe vopalipya tu |
astreṇollikhya cāvokṣya kavacenāvakuṇṭhayet || 21-64 ||

mārjayitvopalipyātha culliṃ śaktiṃ vibhāvayet |
dharmādharmabhujāmevaṃ kalpitāśeṣavigrahām || 21-65 ||

abhyarcya gandhadhūpādyaistato'gniṃ pūrvamuddhṛtam |
saṃskṛtaṃ pañcasaṃskāraistasyāṃ cullyāṃ niyojayet || 21-66 ||

śivamagniṃ ca tāṃ śaktimubhāvabhyarcayet punaḥ |
audumbarīṃ mṛnmayīṃ vā carusthālīṃ tu nirvraṇām || 21-67 ||

dhautāmastreṇa kavacenāvakuṇṭhya nirīkṣitām |
samprokṣyābhyukṣya santāḍya gandhenālipya dhūpayet || 21-68 ||

kuśadāmnā tu tatkaṇṭhe varmaṇāveṣṭya maṇḍale |
prokṣite'streṇa kavacenāvṛte'strābhimantrite || 21-69 ||

sthāpayet tāmadhovaktrāṃ ṣaḍutthe darbhaviṣṭare |
tasyāṃ sāṅgaṃ śivaṃ ceṣṭvā prottānāmājyarūṣitām || 21-70 ||

sadyodugdhena gavyena śuddhakṣīreṇa pūrayet |
sthālīmāropya taccullyāṃ dhavalāñśālitaṇḍulān || 21-71 ||

pañcaprasaramātrāṃstu dhautān kṣīre vinikṣipet |
āgneyyāmupaviśyātha cālanodghāṭanaṃ kramāt || 21-72 ||

darvyāstreṇa sakṛt kuryāddhrasvaprāsādamuccaran |
taṃ caruṃ śrapayitvātha mantrasaṃhitayā carau || 21-73 ||

susaṃsvinno bhavetyuktvā ghṛtenaivābhidhārayet |
taptābhighāraṃ kṛtvaivaṃ maṇḍale darbhaviṣṭare || 21-74 ||

avatārya dvitīye taṃ caruṃ saṃhitayā punaḥ |
śīto bhaveti ājyena kṛtvā śītābhighāraṇam || 21-75 ||

p. 211) mṛdambhobhirbahiḥ sthālīṃ saṃmṛjyāstreṇa rakṣayā |
tripuṇḍrāṅkāṃ vidhāyaināmamṛtīkṛtya mudrayā || 21-76 ||

kuṇḍasya paścime kiñcinmaṇḍale pūrvavannyaset |
hṛdābhyarcya ghṛtaṃ hutvā śivāṅgaistu sakṛt sakṛt || 21-77 ||

saṃpātayeccarau tasmin mūlenāṣṭottaraṃ śatam |
hutvā sampātya taṃ paścāt tribhāgaṃ vibhajeccarum || 21-78 ||

śivāgnyormadhusarpirbhyāmātmabhāgaṃ ghṛtena tu |
āyojya śivabhāgaṃ tu hṛdā saṃpūjya vinyaset || 21-79 ||

tadanu devasamīpaṃ gatvāṣṭapuṣpikāṃ dattvā dantakāṣṭhatāmbūle prācyāṃ puruṣeṇa bhasmākṣamālādaṇḍakaupīnabhikṣāpātrāṇi dakṣiṇe'ghoreṇa mṛtkuśāmbuhomadravyāṇi paścime sadyena dhātrīphalarocanākuṅkumaśalākākaṅkatakajjalānyuttare vāmena pañcagavyapādukāchatrayogapaṭṭāsanānyaiśānyāmīśānena vinyasyārcayet |

eteṣāṃ yadasampannaṃ manasā tat prakalpayet |
devāṃśaṃ tu caruṃ śastraprokṣitaṃ varmarakṣitam || 21-80 ||

hṛdābhyarcyāmṛtīkṛtya brahmabhistaṃ nivedayet |
tataḥ pavitrāṇyādāya hemavetrādipātrake || 21-81 ||

kṛṣṇājinadukūlādicchādite vinyaseddhṛdā |
prokṣyāstrāt saṃhitāmantrairālabhyābhyarcya saṃsmaret || 21-82 ||

saṃvatsarātmakaṃ śambhuṃ sarvakṛtyaikasākṣiṇam |
goptāramavyayaṃ viśvabhogamokṣaphalapradam || 21-83 ||

kṛtākṛtasamutsṛṣṭakṛṣṭakarmābhipūrakam |
vibhāvayet pavitreṣu tataḥ prakṛtisaṃkhyayā || 21-84 ||

hutvāgnau tatra mūlena teṣu saṃpātayed ghṛtam |
saṃpātaśodhitānyevamiṣṭvā saṃhitayā tataḥ || 21-85 ||

prāk pūjitāya sūryāya dadyād gandhapavitrakam |
sudhūpitaṃ sapuṣpaṃ tanmūlakumbhāmṛtīkṛtam || 21-86 ||

p. 212) recāntamūlamantreṇa tāraṃ sarvātmanentakam |
uttāryārātrikaṃ paścādācāntaḥ sakalītanuḥ || 21-87 ||

trisūtryā veṣṭayet sarvaṃ prāsādaṃ maṇḍapaṃ tathā |
pūjopakaraṇavrātṃ sarvaṃ tāreṇa veṣṭayet || 21-88 ||

nandyādidvārapālebhyo vāstupabrahmaṇorapi |
lokeśebhyastadastrebhyo dattvā gandhapavitrakam || 21-89 ||

tadanu kuṇḍasamīpāt pavitrāṇi pātrasthānyādāya śivakumbhāgre saṃsthāpya rakṣārthaṃ kumbhasthāya śivāyānena samarpayet |

oṃ

bhagavan! saṃskṛtānyatra pavitrāṇi yathāvidhi |
samarpayāmi tānīha tubhyaṃ rakṣasva śaṅkara ! || 21-90 ||

iti samarpayet |

tadanu tasmād gandhapavitrāṇi gṛhītvā śivakumbhāstravardhanī-gaṇapatigurupaṅktiṣu tattanmantraiḥ sarvatattvātmane namontairāropya pṛthagārātrikamuttārya kṛtamaṇḍalake devābhimukhaḥ svayamupaviśya svātmanyanena pavitramāropayet |

oṃ

sāṃvatsarasya yāgasya paripūrtikare vrate |
pavitrake pavitrātmā pavitraṃ dhārayāmyaham || 21-91 ||

ityuktvā tāramūlaśivāya namontamātmanyāropyācamya devābhimukha upaviśya tadarthaṃ nirmitaṃ gandhapavitrakaṃ gandhapaṅkānurañjitaṃ sudhūpitaṃ sadūrvākṣatamañjalinādāya mantrasaṃhitayāmṛtīkṛtyānenābhimantryāropayet |

oṃ samastavidhicchidrapūraṇeśamaghaṃ prati |
prabho'dyāmantrayāmi tvāṃ (tva?ma)dicchāvāptikāraka! || 21-92 ||

tatsiddhimanujānīhi yajataścidacitpate! |
sarvathā sarvadā śambho! namaste'stu prasīda me || 21-93 ||

iti recakeṇāmṛtīkṛtya tāramūlaṃ ca śivāya namontamuccārya bhagavate gandhapavitramāropayet |
anantaramārātrikamuttāryānena prārthayet |

p. 213) oṃ

āmantrito'si deveśa! saha devyā gaṇeśvaraiḥ |
mantreśairlokapālaiśca sahitaḥ parivārakaiḥ || 21-94 ||

nivedayāmyahaṃ tubhyaṃ prabhāte tu pavitrakam |
niyamaṃ ca kariṣyāmi parameśa! tavājñayā || 21-95 ||

iti śivaṃ prārthya tathāstviti śivenānujñātaḥ tadanu vibhavānuguṇaṃ viśeṣanaivedyaṃ devāya nivedya tāmbūlamukhavāsāntaṃ gītanṛttādibhirabhinandya bhagavatānujñātaḥ bahirnirgatyāgnaye ca mekhalāyāṃ gandhapavitramāropya caroraṃśamapi hutvā taccheṣeṇa tatsamīpe agnikāryabaliṃ nikṣipyānujñāpya bahirnirgatya sagandhakusumajaladhūpadīpaṃ pātraśeṣānnena saṃhitāmantrairdaśadikṣu baliṃ dadyāt |

omindrāya pratigṛhṇa nama ityādibhiḥ |
punaśca,

oṃ pūrvādidigvāsibhyo digīśvarabhūtamātṛgaṇarudrakṣetrapālādikebhyaḥ svāheti daśadikṣu baliṃ vikīrya samācamyacchidrapūraṇakaprāyaścittamaṅgaistriṣkṛtvo mūrtibhiḥ pañcakṛtvo mūlena daśakṛtvo'ghoreṇāṣṭottaraśataṃ tilasiddhārthalājaghṛtairhutvā pūrṇā cātha vyāhṛtībhiścāgnaye somāyāgnīṣomābhyāmagnaye sviṣṭakṛte ceti hutvābhyarcya vahnisthaśivaṃ saṃhitayā nāḍīmārgeṇa maṇḍalasthaśive saṃyojya devamabhipūjya siddhāntapustakādhiṣṭhite vidyāpīṭhe śivavad vidyānāmabhirabhyarcite daśākṣarīvāgīśvaryā praṇavahṛdayamūlavidyātattvātmane namontaṃ gandhapavitramāropyārātrikamuttāryāthāsnavarmasaṃpuṭe pātre mahāpavitrāṇi saṃsthāpya mantrasaṃhitayābhi mantryāstravarmabhyāṃ saṃrakṣyābhipūjya kumbhasthāya rakṣāṃ vijñāpya bhagavantaṃ praṇamya kriyāṃ samarpya niśchidraṃ karma me'stvidamiti bhagavatānujñāto bahirnirgatya prācīneṣu triṣu maṇḍaleṣu dīkṣoktamārgeṇa pañcagavyaṃ caruṃ dantadhāvanaṃ ca bhajet |
tatropavāsasya niyatatvāccaroḥ śeṣabhakṣaṇasya prāptatvācca prāṇāhutipañcakamātrameva prāśnīyāt |

atra pauṣkare-

upavāse tu niyate samprāpte śeṣabhakṣaṇe |
prāṇāgnihotramātrāśī sopavāso na duṣyati ||

iti |

p. 214) anyatrāpi śrāddhaprakaraṇe-

upavāso yadā nityaḥ śrāddhaṃ naimittikaṃ bhavet |
upavāsaṃ tadā kuryādāghrāya pitṛsevitam ||

iti |
athācamya darbhaśayyāyāṃ prācīnamastako bubhukṣuḥ mumukṣurbhasmaśayyāyāmupaviśet |

atra somaśambhuḥ-

ācānto mantrasannaddhaḥ kṛtasaṅgītajāgaraḥ |
āsītānusmarannīśaṃ bubhukṣurdarbhasaṃstare || anenaiva prakāreṇa mumukṣurapi saṃviśet |
kevalaṃ bhasmaśayyāyāṃ sopavāsaḥ samāhitaḥ |

iti |
kṛtasaṅgītajāgara ityuktatvāt svāpo na kartavyaḥ |

mohaśūrottare ca -

kriyāsamarpaṇaṃ kṛtvā śivāgre kṣapayenniśām |
japadhyānarato bhūtvā stutigītaparo'thavā ||

iti |
etasmād darbhaviṣṭarasthena devāgre sopavāsena jāgariṇā bhavitavyam |

atha sūryodayāt pūrvaṃ snātaḥ sandhyāṃ samāpya ca |
sāmānyārghyeṇa sampūjya gandhasūtrāṇyanukramāt || 21-96 ||

avisarjita eveśe aiśānyāṃ maṇḍale nyaset |
devaṃ visṛjya sāpekṣaṃ nirmālyamapanīya ca || 21-97 ||

samānacamya yathāpūrvaṃ kṛtvātmādiviśodhanam |
iṣṭvā sūryaṃ tato dvāralokeśāstrārcanādanu || 21-98 ||

pañcagavyādibhirdevaṃ yajennityavidhāntaḥ |
kumbhāstramaṇḍaleśāgnīniṣṭvā pūrṇāṃ baliṃ tathā || 21-99 ||

kṛtvā nityaṃ samāpyaivaṃ naimittikamupakramet |

p. 215) tatrāvisarjita eva deve agnau ca nirmālyamapanīya carubarjaṃ dantakāṣṭhādikaṃ ca yathāsthānaṃ vinyasya yantraliṅgahemagolakapaṭṭasraggandhādibhiryathāvibhavaṃ devamalaṅkṛtyāghorāṣṭaśataṃ prāyaścittaṃ hutvā pūrṇāṃ cātha sūryāya svamantreṇa mahāpavitrāṇi dhūpitānyāropyārātrikamuttāryācamya prāgvad dvāreśavāstupabrahmalokeśāstragaṇapatigurūṇāṃ svasvamantraiḥ prāgvadāropyātmani ca pūrvavanmantreṇa pavitramāropyācamya svayaṃ sadāśivātmā devābhimukhamupaviśyārghyaṃ dattvāṣṭapuṣpikayābhyarcya kālātmānaṃ truṭilavanimeṣakāṣṭhāghaṭikāmuhūrtāhorātrapakṣamāsartvayanasaṃvat-saravigrahaṃ sarvaśarīrendriyārthavyavahārakāraṇaṃ

kṛtākṛtasamutsṛṣṭakliṣṭakarmaikasākṣiṇam || 21-100 ||

kṣetragoptāramīśānaṃ śaraṇyaṃ śuddhamānasaḥ |

evambhūtaṃ śivamanusmaran śiraḥpavitraṃ prathamamādāya dhūpayitvā sapuṣpākṣatadūrvāgraṃ kiñcit kumbhābhimukhaśivamanena vijñāpyāropayet |

oṃ

kālātmanā tvayā deva ! yad dṛṣṭaṃ māmake vidhau || 21-101 ||

kṛtaṃ śliṣṭaṃ samutsṛṣṭaṃ dhṛtaṃ guptaṃ ca matkṛtam |
tadastu kliṣṭamakliṣṭaṃ kṛtaṃ puṣṭaṃ susatkṛtam || 21-102 ||

sarvātmanāmunā śambho ! pavitreṇa tvadicchayā |

oṃ pūraya pūraya maghavrataniyameśvarāya svāhā |
tāramūlaṃ śivatattvāyādhipataye śivāya namaḥ ityanenaikaṃ pavitramāropyānyat pavitradvayamapyevaṃ vidyātattvātmatattvādhipataye namaḥ ityāropayet |

śivatattve śivānte tu rudrakāraṇapālite || 21-103 ||

mūlaṃ śivāntamuccārya pavitramadhiropayet |
vidyātattve tu vidyānte viṣṇukāraṇapālite || 21-104 ||

īśvarāntaṃ samuccārya dvitīyamadhiropayet |
ātmatattve prakṛtyante brahmakāraṇapālite || 21-105 ||

mūlaṃ sadāśivāntaṃ syāt tṛtīyaṃ cādhiropayet |
sarvatattvādhipāntaṃ tat sarvakāraṇapālitam || 21-106 ||

p. 216) mūlaṃ śivāntamuccārya deyaṃ gaṅgāvatārakam |
bhuktikāmasya caivaṃ syād viparītaṃ hi muktaye || 21-107 ||

ātmavidyāśivaistattvaiḥ pavitrāṇyadhiropayet |
athārātrikamuttārya devaṃ vijñāpayet sudhīḥ || 21-108 ||

tvaṃ gatiḥ sarvabhūtānāṃ saṃsthitastvaṃ carācare |
antaścāreṇa sarveṣāṃ draṣṭā tvaṃ parameśvara! || 21-109 ||

karmaṇā manasā vācā tvatto nānyā gatirmama |
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ dravyahīnaṃ ca yat kṛtam || 21-110 ||

japahomārcanāhīnaṃ kṛtaṃ nityaṃ mayā tava |
stutibhaktivihīnaṃ ca tat pūraya maheśvara! || 21-111 ||

supūtastvaṃ sureśāna! pavitraṃ pāpanāśanam |
tvayā pavitritaṃ sarvaṃ jagat sthāvarajaṅgamam || 21-112 ||

khaṇḍitaṃ yanmayā deva! vrataṃ vaikalyayogataḥ |
ekībhavatu tat sarvaṃ tvadājñāsūtrayojitam || 21-113 ||

ityasyānte sarvatattvātmane sarvakarmasākṣiṇe sarvaparipūraṇāya sarvaphalapradāya sarvajñāya śivāya nama iti vijñāpya sajalena puṣpāñjalinā pavitrapūjāmātmānaṃ ca śivapādāmbujayoḥ samarpya daṇḍavat praṇamet |

caturastrīnatho māsān dvau māsaṃ pakṣameva vā |
saptāhaṃ pañcarātraṃ vā dvirātraṃ vaikarātrakam || 21-114 ||

vrataṃ saṅkalpya devāgre karomyetāvadityapi |
tathetyuktaḥ śivenāpi nirgatya tadanujñayā || 21-115 ||

lokapālāstranandyādidvāḥsthāniṣṭvā pavitrakaiḥ |
agnau ca vidyāpīṭhe ca pavitrāṇyadhiropayet || 21-116 ||

tato vyāhṛtibhiścāgniṃ somāgnīṣomayorapi |
hutvā sviṣṭakṛte caiva baliṃ prāgvad vinikṣipet || 21-117 ||

p. 217) atha gurau sati śivavat tamabhipūjya vasanābharaṇadhanādibhiḥ paritoṣya pavitraṃ ca tasminnatiśobhanamāropya tadabhāve tatpādukādāvabhyarcyāropayet |
tataścādhyayanahomādiphalaṃ taistairudakapūrvaṃ svahaste gṛhītvā devapādābjayoḥ samarpya teṣāṃ dakṣiṇāśca sūtrāṇi ca dadyāt |
dīkṣitabrāhmaṇaliṅgināṃ bandhujanānāṃ ca sūtrāṇi pradāya dīkṣitabrāhmaṇaliṅgino hemavastrādibhiḥ paritoṣya dīnāndhakṛpaṇādibhyaścārthibhyo yathāśakti sarvebhyo hiraṇyādikaṃ dattvā sarvānapi bhojayitvā tadbhojanadānaphalamaśeṣamanena śive samarpayet |

oṃ,

vittaśāṭhyavihīnasya bhaktyā śaktyanurūpataḥ |
dānenānena dattena prīyatāṃ me sadāśivaḥ || 21-118 ||

iti dānādikaṃ śambhoḥ pādāmbhoje samarpayet |

yāvadvratāntaṃ tāvannityamevaṃ savibhavamabhyarcya pratidinaṃ pavitrāṇi devasyopari prathamabandhanasūtramūle samuddhṛtya lambayitvā nirmālyamapanīya snadanaṃ vidhāya punaḥ pavitrāṇyāropayet |
atha vratānte saviśeṣamabhipūjya

oṃ,

pavitrakavrataṃ cīrṇaṃ yathāsaṅkalpitaṃ mayā || 21-119 ||

tvatprasādena karmedaṃ gamāstu phalasādhakam |
ityarpayed bhuktikāmo muktikāmo'pi śambhave || 21-120 ||

nivedayīta pādābje māstu me karma bandhakam |

iti |

tadanu mantratarpaṇāntaṃ karma kṛtvā pūrṇāṃ hutvā vahnisthaṃ bhagavantaṃ nāḍīmārgeṇa śive saṃyojayet |

brāhmaṇaḥ kṣatriyo vāpi vaidikaścejjayādibhiḥ || 21-121 ||

hutvāgniṃ vaidikairmantraiḥ prāyaścittairjuhoti ca |

tato'gnermantrān saṃhṛtya dvādaśāntaṃ nītvā hṛdi sanniveśya vahniṃ ca dvādaśānte saṃyojya paridhiviṣṭarasthānudvāsya samācamya kṛtasakalīkaraṇo'ntaḥ praviśya śivakumbhāstravardhanyormantrān saṃhṛtya tatrasthaṃ śivaṃ ca śive liṅgasthe saṃyojya dikpālādīnapi visṛjya sati caṇḍe pavitrāṇi saptākṣareṇa tanmantreṇāroyāsati

p. 218) sthaṇḍile samāvāhyābhyarcya tannirmālyādikamaśeṣaṃ caṇḍanāthāya samarpayet |

athavā sthaṇḍile caṇḍaṃ pīṭhasthaṃ * * pūjayet |

iti somaśambhuḥ |

oṃ,

yat kiñcid vārṣikaṃ karma kṛtaṃ nyūnādhikaṃ mayā || 21-122 ||

sarvaṃ tadastu sampūrṇaṃ caṇḍanātha! tavājñayā |
iti taṃ prārthayet paścād gandhādyairarcayedapi || 21-123 ||

pāyasaṃ ca nivedyāsmai natvā stutvā visarjayet |
tannirmālyādikaṃ sarvamandhakūpe'thavāmbhasi || 21-124 ||

prabhūte nikṣipet tantūñjaptvā chittvā viśeṣataḥ |
atha saṃśodhya bhūmiṃ tu salilairgomayāplutaiḥ || 21-125 ||

tatastvaṣṭottaraśataiḥ kalaśairvātha śaktitaḥ |
navakenāthavā devaṃ snapayeduktamārgataḥ || 21-126 ||

saviśeṣaṃ ca sampūjya prāpnotyavikalaṃ phalam |

pavitramevaṃ prativatsaraṃ tu yaḥ karoti bhaktyā skhalitābhipūraṇam |
avāpya pūjādiphalaṃ sa cākhilaṃ prayāti śambhoḥ padamavyayaṃ śivam || 21-127½ ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde pavitrāropaṇapaṭala ekaviṃśaḥ || 21 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 22: Das Frühlingsfest mit der Damana-Pflanze

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 22: Das Frühlingsfest mit der Damana-Pflanze
Eine Erzählung von Shiva, Parvati, Kama und Bhairava eröffnet dieses Kapitel. Sie erklärt den Ursprung der duftenden Damana-Pflanze und führt in ein Frühlingsfest über, bei dem Pflanzen, Musik und Verehrung zusammenkommen. Die mythologische Erzählung und die rituellen Wirkungszusagen werden als Aussagen des Werkes wiedergegeben.

Kapiteleingang. Nun das zweiundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 22-1. Nun wird die frühlingszeitliche Verehrung mit Damana beschrieben, die den Mondbekränzten erfreut. Einst lebte der Gott lange Zeit ohne die Göttin in einer Einsiedelei im Himalaya,

Kriyapada 22-2. zusammen mit Nandishvara und den anderen Herren der Scharen, verehrt von Gemeinschaften großer Weiser. Beständig schaute er sein Selbst im Selbst und entfaltete den Yoga mit Keim, den Samadhi.

Kriyapada 22-3. Zu jener Zeit besiegte der Asura-Herrscher namens Taraka Indra samt den Götterscharen. Überaus furchtbar wie die Sonne am Weltende bedrängte er sie schwer.

Kriyapada 22-4. Von den Göttern mit Indra an der Spitze und den großen Weisen um Hilfe gegen ihn gebeten, sprach Brahma zu den Göttern: „Bemüht euch, dass der selbstbeherrschte Herr des Berges an Gauri Gefallen findet!

Kriyapada 22-5. In der Welt gibt es kein anderes Mittel, die Macht dieses Daitya-Herrschers zu beruhigen, als die Kraft Shivas und Shivas, der Göttin. Dies ist die große Aufgabe.“ So unterwiesen, nahmen die Götter sie auf sich.

Kriyapada 22-6. Von sämtlichen Göttern mit Indra an der Spitze beauftragt, diese Aufgabe zu erfüllen, ging Kama mit seinem Freund Frühling zu Sthanus Einsiedelei im Himalaya.

Kriyapada 22-7. Während Kama sich bemühte, den Samadhi zu unterbrechen, unterstützte ihn auch der Frühling: durch blühende Wälder und sanfte, über Lotusse streichende Winde.

Kriyapada 22-8. Vor Gauris Augen bedachte der Herr des Berges kurz die Ursache der Veränderung seines Gemüts. Als er Kamas Anmaßung erkannte, wollte er seinen aufsteigenden Zorn nicht zurückhalten.

Kriyapada 22-9. Aus seinem dritten Auge brach ein gewaltiges Feuer hervor; daraus wurde Bhairava, dreiäugig, Dreizack und Schädelschale in den Händen. Er machte Kama zu nichts als Asche.

Kriyapada 22-10. Als alle diese schreckliche Tat Bhairavas sahen, der laut und furchtbar auflachte, erschraken und verzagten sie plötzlich. Götter, Asuras, Siddhas und Yakshas waren gezähmt.

Kriyapada 22-11. Auch Rudra, der Beste der Götter, sah Bhairava an und sprach erfreut: „Weil du heute, indem du Kama verbrannt hast, die drei Welten gezähmt hast, heißt du von nun an Damana, der Zähmende.“

Kriyapada 22-12. Die Götterfrauen waren mit Kamas Gattin herbeigekommen, um Gauri zu dienen. Als Rati die Vernichtung ihres Gatten erkannte, sank sie verstört nieder wie eine gefällte Bananenstaude.

Kriyapada 22-13. Parvati sah Rati in diesem Zustand und Manmatha in einem Augenblick körperlos geworden. Zornig verfluchte sie Bhairava im Geist: „Werde für lange Zeit eine auf der Erde wachsende Pflanze!“

Kriyapada 22-14. Von Ambika so verflucht, wurde er augenblicklich zur Pflanze namens Damana. Aus der Asche von Kamas Körper, von Ratis Tränen benetzt, erwuchs sie mit zarten Gliedern und lieblichem Duft.

Kriyapada 22-15. Shiva bemerkte ihren überaus erfreulichen Duft und die Zustimmung der Göttin. Lächelnd besänftigte der Verehrungswürdige ihren Zorn und gewährte der Damana-Pflanze einen Segen:

Kriyapada 22-16. „Die Menschen, die mich von heute an im Frühling zusammen mit Frühling und Manmatha durch Damana-Blätter und andere Teile deines Leibes verehren, sollen ihre ersehnten Wünsche erlangen.

Kriyapada 22-17. Noch einen zweiten Segen gebe ich dir, mein Lieber, wenn du mich zusammen mit Uma verehrst: Auch Hari, Brahma und die übrigen Gottheiten sollen, wenn sie mit dir verehrt werden, das Ersehnte gewähren.

Kriyapada 22-18. Wer aber im Frühling das Damana-Fest nicht vollzieht und damit mein Gebot übertritt, dessen gesamte Frucht aus dem Verdienst der Frühlingsverehrung nimm du an: Durch meine Gnade sei sie dir übertragen.“

Kriyapada 22-19. Nachdem der Stierbannerträger Damana so gesegnet hatte, legte er das Verfahren dazu fest. Es ist auch im Svacchanda-Tantra bekannt und wurde von Shaivas und anderen anerkannt.

Unnummeriertes Somashambhu-Zitat nach 22-19. „Obwohl dies im Svacchandabhairava-Tantra so dargelegt wurde, wird es hier doch in knapper Form auch im Siddhanta gelehrt.“

Unnummerierter Übergang. Das Verfahren lautet:

Kriyapada 22-20. Am achten oder vierzehnten Mondtag der hellen Monatshälften von Madhu und Madhava vollziehe man Shambhus Damana-Fest, das Welterfahrung und Befreiung gewährt.

Kriyapada 22-21. Sieben oder fünf Tage zuvor säe man die Keime aus und halte die vorgeschriebenen Materialien, den Pavillon und das Weitere bereit.

Kriyapada 22-22. Am siebten oder dreizehnten Mondtag vollziehe man das tägliche Verehrungsverfahren und schmücke das Opferhaus mit Baldachin, Girlanden, Früchten und weiterem.

Kriyapada 22-23. Dann gehe man in einen Damana-Garten, der mit einem Ashoka-Baum geschmückt ist, zu dessen schönem, geschmücktem Wurzelplatz.

Kriyapada 22-24. Fehlt ein solcher Ort, vollziehe man die Frühlingsverehrung im Verehrungshaus oder in einem eigens angelegten Garten, der Reihe nach mit diesen Mantras.

Unnummerierte Einleitung zu 22-25. Im Südwesten rufe man Ganapati, im Nordosten den Guru herbei und verehre sie. Dann beginne man mit dem Pranava:

Kriyapada 22-25. „Dir, Ashoka, Verehrung, du Vernichter des Kummers von Kamas Gattin! Nimm mir stets das Leid des Kummers und lass Freude in mir entstehen!“

Unnummerierter Übergang nach 22-25. Mit diesen Worten verehre man den Ashoka-Baum mit Duftstoffen und den übrigen Gaben bis zum Licht.

Kriyapada 22-26. „Dem, dessen Zeitgestalt vom kleinsten Augenblick bis zum Weltzeitalter reicht, dem Unvergänglichen, Allgegenwärtigen, Anfanglosen, der die Zeit bemisst – diesem Wesen der Zeit Verehrung!“

Unnummerierte Prosa nach 22-26: Verehrung des Frühlings. So rufe man das Wesen der Zeit am Fuß des Ashoka-Baumes herbei und verehre es. Dort zeichne man im Süden und Norden je ein Mandala. Auf Getreide stelle man zwei Krüge, mit Schnüren umwunden, beräuchert, mit Duftwasser und weiteren Stoffen gefüllt, versehen mit Gold, Grasbüscheln und Blumen, geschmückt mit Früchten, Tüchern, Girlanden und ungebrochenem Reis.

Im südlichen Krug verehre man den Frühling, im nördlichen Kama. Ihr Lotussitz besteht aus tragender Shakti, Ananta-Sitz, dem Sockel von Dharma und den weiteren Kräften sowie Rajas, Tamas und Sattva. Mit deren jeweiligen Namen verehre man ihn. „Verehrung dem Frühling!“ ist dessen Wurzelmantra, mit vorangestelltem Pranava. Die fünf Glieder bilde man mit dem angegebenen Va-Keim, den langen Vokalen und den jeweiligen rituellen Abschlüssen, beginnend mit „Verehrung dem Herzen!“

Auf den durch die Waffe gereinigten Händen setze man die Glieder von Herz an auf die Finger, vom Daumen bis zum kleinen Finger. Auf dem Leib setze man sie auf Haupt, Gesicht, Herz, Geschlechtsbereich und Füße sowie auf die eigenen Gliedorte, beginnend mit dem Herzen. Mit dem Wurzelmantra und Blumen in den zusammengelegten Händen vergegenwärtige man im verehrten Sitz des Kruges den Frühling: Er hält zwei Lotusse und zeigt die Gesten des Gebens und der Furchtlosigkeit. Golden ist seine Farbe; rote Gewänder, Duftstoffe und Girlanden, goldene Krone, Ohrringe, Halskette, Armreifen und weiterer Schmuck zieren den Jüngling.

Aus dem eigenen Herzen rufe man ihn herbei und vollziehe Aufstellung, Gegenwärtigmachen und das Weitere. Zu seiner Rechten rufe man Padmavati, zu seiner Linken Kusumavati herbei, die beiden rot beziehungsweise weiß gefärbten, reich geschmückten Göttinnen. Mit Arghya, Duftstoffen und weiteren Gaben verehre man sie bis zur Speisedarbringung mit dem Wurzelmantra.

Kriyapada 22-27 mit vorangestelltem Pranava. „Dir, Frühling, Verehrung, Freund der Bäume, Sträucher und Ranken! Du mit tausend Gesichtern Herbeiziehender, Verwandter Kamas, dir sei Verehrung!“ [Die Benennung „sahasramukhasaṃvāha“ ist in ihrem genauen Bild nicht sicher zu deuten.]

Unnummerierte Anleitung nach 22-27. Mit diesem Gebet und drei Blumengaben aus den zusammengelegten Händen verehre man den Frühling samt seinen beiden Göttinnen. An den Spitzen seiner Lotusblätter verehre man seine Shaktis, die Waldgöttinnen:

Kriyapada 22-28. Ahladini, Gandhavati, Surabhi, Malini, Madira, Madayanti, Rama und Pushpavati,

Kriyapada 22-29. und als neunte Vasanti, der Reihe nach mit ihren eigenen Namen. Alle tragen schöne Gewänder und Schmuck, haben anmutige Glieder und lächelnde Gesichter.

Unnummerierte Prosa nach 22-29: Verehrung der Damana-Pflanze. Dann verehre man die Damana-Pflanze im Garten. Darin vergegenwärtige man Bhairava mit Dreizack und Schädelschale in den Händen, von roter Farbe, geschmückt mit roten Duftstoffen, Girlanden und Gewändern. Er trägt eine Girlande frisch abgeschlagener Kriegerköpfe, klingende Fußringe und Glöckchen und schöne Sandalen an seinen Füßen. In seinen Händen sind Schwert, Dreizack, Trommel und Schlinge; sein Haupt ist mit reichlich gewachsenem Damana geziert. So betrachte man ihn und verehre ihn mit Arghya, Duftstoffen und den übrigen Gaben unter diesem Gebet:

Kriyapada 22-30 mit vorangestelltem Pranava. „Aus Kamas Asche Entstandener, mit Ratis Tränenwasser Benetzter, du Bezauberer von Rishis, Gandharvas, Göttern und anderen: Dir sei Verehrung!“

Unnummerierte Prosa nach 22-30: Verehrung Kamas. „Verehrung Damana!“ Mit dem Pranava und dem angegebenen Da-Keim verehre man so die Pflanze. Dann verehre man im Kama-Krug den Lotussitz von Shakti bis Sattva. Kamas Wurzelmantra lautet sinngemäß „Verehrung Kama!“, mit Pranava und dem angegebenen Kama-Keim. Mit den langen Vokalen und den entsprechenden rituellen Abschlüssen bilde man die Glieder, beginnend mit „Verehrung dem Herzen!“. Wie zuvor setze man sie auf die Finger, den Leib und die eigenen Gliedorte. Mit Blumen in den zusammengelegten Händen verehre man den Kama-Sitz: „Verehrung dem Sitz Kamas!“ Dann verehre man seine Shaktis an den Spitzen der Lotusblätter:

Kriyapada 22-31. Saubhagya, Hladini, Harsha, Dhriti, Priti, Unmada, Sangama und Nirvana sowie als neunte Rati in der Mitte.

Unnummerierte Ananga-Gayatri nach 22-31. „Wir erkennen Manmatha; wir meditieren über den Liebesgott. Jener Gandharva möge uns anregen!“ Pranava und der Kama-Keim stehen am Anfang. Dies ist die Ananga-Gayatri. Dann vergegenwärtige man den Körperlosen in den Blumen der zusammengelegten Hände und rufe ihn herbei.

Kriyapada 22-32. Rot ist er, trägt rote Kleidung, ist jung und besitzt glänzende Ohrringe. Halsketten, Oberarmreifen, Armringe, Krone, Ohrringe und Fußringe

Kriyapada 22-33. sowie anderer göttlicher Schmuck, Girlanden und Duftstoffe zieren ihn. Er hält Blumenbogen und Pfeile, Schlinge und Stachelhaken.

Kriyapada 22-34. Rati sitzt auf seinem linken Schoß; Scharen junger Frauen umgeben ihn. Gestaltschönheit, Anmut, Liebreiz und Zartheit schmücken ihn.

Kriyapada 22-35. So vergegenwärtige und verehre man Kama der Reihe nach mit Arghya, Duftstoffen und den weiteren Gaben, mit Wurzelmantra und Gayatri nach Vorschrift bis zur Speisedarbringung.

Kriyapada 22-36 mit vorangestelltem Pranava. „Verehrung dem mit Blumenpfeilen, der die Welt erfreut, dir, Manmatha, dem Führer der Welt, der Rati Freude schenkt!“

Kriyapada 22-37. Mit diesem Gebet und Blumengaben verehre man ihn und bitte ihn erneut. Außerhalb von Frühling, Kama und Ashoka verehre man die Weltenhüter

Kriyapada 22-38. samt ihren Waffen in ihren Richtungen. Diese Verehrung gewährt alle Wünsche. Dann nehme man Damana, verehre Frühling, Ashoka und Manmatha

Unnummerierte Fortsetzung zu 22-39. samt ihren genannten Umkreisen und spreche zur Damana-Pflanze:

Kriyapada 22-39 mit vorangestelltem Pranava. „Aus Haras Gnade Entstandener, hier habe ich dich herbeigerufen.

Unnummerierte Fortsetzung nach 22-39. Du sollst fortgetragen werden; sei auf Shivas Befehl bei der Shiva-Verehrung gegenwärtig!“ So spreche man Damana an.

Kriyapada 22-40 mit vorangestelltem Pranava. „Der du durch die Fülle der Frühlingsblumen der Welt lieb geworden bist,

Unnummerierte Fortsetzung nach 22-40. verehre mit Kama als Helfer den Gott zusammen mit Uma!“

Mit „Verehrung Frühling und Kama!“ samt Pranava und den beiden gelieferten Keimlauten spreche man beide gemeinsam an und bitte um Erlaubnis. Man richte dort den Schutz ein, gehe ins eigene Haus und esse.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Frühlingsverehrung.

Kriyapada 22-41. Am Morgen stehe man auf und vollziehe die täglichen Handlungen. Dann

Kriyapada 22-42. trage man am Abend die geeigneten Opfermaterialien zusammen, gehe in den Damana-Garten und nehme reichlich Damana.

Kriyapada 22-43. Einen kleinen Teil hebe man samt Wurzel aus und lege alles in Gefäße. Auch die Krüge von Frühling und Kama, deren Gottheiten noch nicht entlassen sind,

Kriyapada 22-44. hebe man an und lade alles auf einen Elefanten oder ein anderes Fahrzeug. Mit Tanz, Gesang, Instrumentalmusik, Glückszeichen, Schirmen und Wedeln

Kriyapada 22-45. geschmückt ziehe man durch Stadt, Dorf, Tempelbereich und andere Orte. Brahmanen lasse man Segenswünsche sprechen und trage alles in den Pavillon hinein.

Kriyapada 22-46. Zu beiden Seiten der Gottheit stelle man die beiden Krüge auf und verehre sie wie zuvor. Dann bade man, vollende die Sättigungsopfer wie zuvor und verehre die Sonne.

Kriyapada 22-47. Shanti, Vidya, Nivritti und Pratishtha verehre man in der Anordnung der Tore. Am Westtor verehre man die beim täglichen Ritual genannten Torgottheiten.

Kriyapada 22-48. Unter Fersenstampfen und den übrigen Schutzhandlungen sowie dem Werfen der Blumenwaffe trete man ein. Man setze die Waffe auf die Schwelle und verehre den Vastu-Herrn und Brahma.

Kriyapada 22-49. Man stelle die Weltenhüter in den Richtungen auf, verehre den Hindernisherrn und den Guru und vollziehe nach dem Ausstreuen der Streustoffe die Verehrung von Krug und Waffe.

Kriyapada 22-50. Nach ihrem Umhertragen verehre man beide, das Schwert der Erkenntnis haltend. Shiva verehre man besonders in Feuergrube, Mandala und Linga.

Unnummerierte Prosa nach 22-50: Vorbereitende Niederlegung. Wie zuvor vollziehe man die Nadi-Verbindung und dann das Adhivasa. Es geschieht so: Die Damana-Wurzel samt Erde lege man mit Sadyojata im Westen nieder; ihren Stängel und duftende Amalaki mit Vamadeva im Norden; ihre Blätter und Asche mit Aghora im Süden; ihre Blüten und Zahnholz mit Purusha im Osten; ihre Frucht und Duftpaste mit Ishana im Nordosten. Auch alle übrigen Opferstoffe ordne man nach dem verfügbaren Platz an. Man fülle die zusammengelegten Hände mit den fünf Teilen der Damana-Pflanze, bitte den Erhabenen mit dem folgenden Gebet und lege sie unter Pranava, Wurzelmantra und dem Abschluss „Verehrung Shiva!“ auf.

Kriyapada 22-51 mit vorangestelltem Pranava. „Herr der Götter, Allgegenwärtiger, ich lade dich für den frühen Morgen ein!

Kriyapada 22-52. Auf deinen Befehl soll ich das Damana-Fest nach meinen Kräften vollständig vollziehen.“ Dann vollziehe man das Lichterschwenken und die Verehrung bis zur Speisedarbringung.

Kriyapada 22-53. Nach dem Verfahren des Pavitra-Ritus opfere man und lasse die Buttertropfen in das mit Damana gefüllte Gefäß fallen. Man verehre es und schütze es durch die Waffe.

Kriyapada 22-54. Mit dem Panzer umhüllt, stelle man es vor den Herrn im Krug. Man bringe ihm Essbares dar und opfere hundert Gaben mit Aghora.

Kriyapada 22-55. Auch draußen streue man Bali aus, ohne die Gottheiten zu entlassen. Zur Welterfahrung esse man Opferspeise; zur Befreiung faste man.

Kriyapada 22-56. Mit Dhyana, Japa oder Gesang halte man nachts Wache. In der Morgendämmerung bade man; nach der Verehrung von Sonne und Toren

Kriyapada 22-57. entlasse man Shambhu unter dem Vorbehalt seiner erneuten Gegenwart. Mit den fünf Reinigungen beginnend, verehre man Shiva in Krug, Feuer, Linga und Bild wie beim täglichen Ritual.

Kriyapada 22-58. Ohne die Gottheit zu entlassen, entferne man die gebrauchten Gaben und vollziehe für Shambhu eine besondere Verehrung nach den eigenen Mitteln.

Kriyapada 22-59. Der Sonne lege man Damana mit ihrem eigenen Wurzelmantra und Ishvara am Schluss auf. Die Torherren, Brahma, den Vastu-Herrn, Krug, Waffe und Gananayaka

Kriyapada 22-60. sowie die Gurus verehre man mit Damana unter ihren eigenen Wurzelmantras, die mit Ishvara enden. Nach dem Lichterschwenken setze man sich selbst vor der Gottheit auf ein Mandala,

Kriyapada 22-61. statte sich mit den Mantragliedern aus und lege Damana auf das eigene Haupt. Man gehe hinaus, vollziehe die Mundspülung, trete wieder ein und nehme Platz.

Kriyapada 22-62. Beginnend mit dem Sitz verehre man Shambhu mit Damana-Sprossen. Die fünf Pflanzenteile lege man in der Reihenfolge Sadyojata und der weiteren Mantras auf Shiva.

Kriyapada 22-63. Danach verehre man mit den fünf zusammengefassten Pflanzenteilen unter den fünf Brahma-Mantras. Erneut fülle man mit den fünf Damana-Teilen, Duftstoff, Durva und ungebrochenem Reis

Kriyapada 22-64. die zusammengelegten Hände vollständig und vergegenwärtige den Gott Sadashiva. Mit den Prinzipien Shiva, Vidya und Atman, wie im Pavitra-Verfahren,

Kriyapada 22-65. lege man nacheinander drei Handvoll Damana auf Shambhu. Dann fülle man die Hände ein viertes Mal mit Damana und ungebrochenem Reis.

Unnummerierte Formel nach 22-65. „Dem Herrn des Opfers: Vollende, vollende das Opfer! Verehrung dem Dreizackträger!“ Der Pranava steht am Anfang. Danach lege man die Gabe unter Pranava und Wurzelmantra auf: „Verehrung Shiva, dem Herrn aller Wirklichkeitsprinzipien!“

Unnummerierte Prosa nach 22-65: Darbringung und Speisung. Nach dem Lichterschwenken bringe man eine große Speisegabe dar und opfere die Opferspeise ins Feuer. Mit Damana verehre man die auf Umlegehölzern und Unterlagen befindlichen Gottheiten. Auch dem Feuer lege man wie Shiva mittels der großen Opferkelle Damana auf, ebenso dem Sitz der heiligen Erkenntnis mit seinem eigenen Mantra.

Ist der eigene Guru anwesend, verehre man ihn mit Gewändern, Schmuck und Damana. Eingeweihten, Zeichenträgern, Brahmanen und Verwandten gebe man Damana und speise sie ihrer Stellung entsprechend. Mit Entlohnungen und Spenden erfreue man alle Bittenden. Mit Damana in den zusammengelegten Händen bitte man die Gottheit:

Kriyapada 22-66 mit vorangestelltem Pranava. „Gott der Götter, Herr der Welt, Herr, der die ersehnten Ziele gewährt: Erfülle die Wünsche in meinem Herzen, du Geliebter Kameshvaris!“

Unnummerierte Prosa nach 22-66. Mit Pranava, Wurzelmantra und „Verehrung dem milden Shiva!“ lege man diese wunscherfüllende Handgabe zu Shivas Lotusfüßen und übergebe ihm die Frucht der Damana-Verehrung. [Die Quelle versieht die Anweisung zum Auflegen selbst mit einem Fragezeichen.] Dann bitte man erneut:

Kriyapada 22-67. „Erhabener, was ich zu viel oder zu wenig vollzogen habe: All dies möge vollständig sein, dieses dein Damana-Fest, Allgegenwärtiger!“

Kriyapada 22-68. Nachdem man dies dem Herrn der Götter vorgetragen hat, verbinde man den im Feuer Gegenwärtigen mit Shiva im Mandala, diesen wiederum mit dem im Linga. Auch Sadashiva im Krug

Kriyapada 22-69. verbinde man mit dem Herzlotus des Feuers. Man verneige sich vor Maheshvara, preise ihn, falle nieder und spreche „Verzeihe!“. Wie zuvor entlasse man ihn. [Quellenhinweis: Die Verbindung mit dem „Herzlotus des Feuers“ steht hier nach der Zusammenführung ins Linga. Die gelieferte Ortsangabe wird nicht zu einer erwarteten Reihenfolge geändert.]

Kriyapada 22-70. Waffe, Torherren, Weltenhüter und die weiteren verbinde man mit ihren eigenen Orten. Nach dem Vollzug dieses Damana-Festes verehre man auch Chanda.

Kriyapada 22-71. Auf dem mit Kuhdungwasser bestrichenen Boden verehre man Shiva täglich. So wurde das im Frühling festgesetzte Damana-Fest mit der Verehrung des Frühlings bis zu seinem Abschluss beschrieben. Wie der Frühlingsschmuck die Blumen und den Geist erfreut, so lässt es hier die im Herzen ersehnten Wünsche Frucht tragen.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das zweiundzwanzigste Kapitel über die Vorschrift des Damana-Festes.

Blühen, Wünschen und Hingeben

Das Frühlingsfest verbindet Freude an Pflanzen, Duft und Musik mit der Bitte, auch unvollkommene Verehrung anzunehmen. Die Erzählung hält dabei gegensätzliche Erfahrungen nebeneinander: Sammlung und Begehren, Zorn und Trauer, Verwandlung und neuen Duft. Als heutige Besinnung kann das Kapitel dazu anregen, die Natur aufmerksam wahrzunehmen und die eigenen Wünsche bewusst zu betrachten, ohne aus dem rituellen Text ein Versprechen ihrer Erfüllung abzuleiten.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 22: Das Frühlingsfest mit der Damana-Pflanze
Eine Erzählung von Shiva, Parvati, Kama und Bhairava eröffnet dieses Kapitel. Sie erklärt den Ursprung der duftenden Damana-Pflanze und führt in ein Frühlingsfest über, bei dem Pflanzen, Musik und Verehrung zusammenkommen. Die mythologische Erzählung und die rituellen Wirkungszusagen werden als Aussagen des Werkes wiedergegeben.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha dvāviṃśaḥ paṭalaḥ |

athocyate dāmanakī tu pūjā vāsantikī tuṣṭikarīndumauleḥ |
yadāśramaṃ haimavataṃ tu devo devyā vihīnaściramadhyuvāsa || 22-1 ||

nandīśvarādyaiḥ sahito gaṇeśairupāsyamānaśca munīndravṛndaiḥ |
svātmānamātmanyavalokya śaśvat sabījayogaṃ prathayan samādhim || 22-2 ||

kāle'tha tasmin kila tārakākhyo jitvā surendraṃ saha devavṛndaiḥ |
santāpayāmāsa nitāntamugraḥ kalpāntasūryapratimo'surendraḥ || 22-3 ||

p. 219) athendramukhyaiśca surairmunīndrairabhyarthitastacchamanāya vedhāḥ |
provāca devān giriśāya gaurīṃ yatātmane rocayituṃ yatadhvam || 22-4 ||

nānyo'sti loke śivayoḥ prabhāvād daityendratejaḥpraśame'bhyupāyaḥ |
etaddhi kāryaṃ mahadevamuktairdevaistathā tat pratipannamāsīt || 22-5 ||

tatrendramukhyairakhilairmarudbhistatkarma sampādayituṃ niyuktaḥ |
sakhyā vasantena sahaiva kāmaḥ sthāṇvāśramaṃ haimavataṃ jagāma || 22-6 ||

samādhibhaṅgāya kṛtaprayatne kāme vasanto'pi sahāyakṛtyam |
samarthayāmāsa vanaiḥ praphullaiḥ paṅkeruhāṇāṃ pavanaiśca mandaiḥ || 22-7 ||

gaurīsamakṣaṃ giriśo'pi kiñcid vitarkayaṃścittavikārahetum |
smarasya tasyāvinayaṃ viditvā kopaṃ pravṛttaṃ na niyantumaicchat || 22-8 ||

athāsya netrānniragāt tṛtīyādagniḥ pracaṇḍaḥ sa ca bhairavo'bhūt |
trilocanaḥ śūlakapālapāṇirbhasmāvaśeṣaṃ sa cakāra kāmam || 22-9 ||

tad bhairavaṃ karma ca bhairavasya bhīmāṭṭahāsaṃ ravato vilokya |
bhītā viṣeduḥ sahasaiva sarve dāntāḥ sadevāsurasiddhayakṣāḥ || 22-10 ||

taṃ bhairavaṃ devavaro'pi rudraḥ prekṣya prasanno'bhyavadat tvayādya |
dāntāstrilokā dahataiva kāmaṃ yasmāt tvamasmād damano'si nāmnā || 22-11 ||

athātra gaurīparicaryayāgatāḥ smarasya patnyā saha devayoṣitaḥ |
ratiḥ svapatyurvilayaṃ vijajñuṣī papāta kṛttā kadalīva vihvalā || 22-12 ||

tathāgatāṃ tatra ratiṃ ca manmathaṃ kṣaṇādanaṅgaṃ samavekṣya pārvatī |
śaśāpa kopānmanasaiva bhairavaṃ cirāya vīrud bhava bhūmigocaraḥ || 22-13 ||

tathā sa śapto'mbikayā tathābhavat kṣaṇena vīruddamanāhvayastadā |
smarāṅgabhasmanyabhirāmasaurabhaḥ sukomalāṅgai ratibāṣpasekajaḥ || 22-14 ||

śivastadāmodamatīva modanaṃ vibhāvya devyā vihitānumodanam |
smayan sa tasyāḥ śamayan ruṣaṃ dadau varaṃ vareṇyo damanāya vīrudhe || 22-15 ||

vasantakāle savasantamanmathaṃ yajanti ye'dyaprabhṛtīha māṃ janāḥ |
tvadaṅgabhūtairdamanacchadādibhirbhajantu kāmānabhivāñchitāṃśca te || 22-16 ||

p. 220) tvayārcitenāṅga sahomayā mayā varaṃ dvitīyaṃ tava dīyate punaḥ |
tathā harirbrahmamukhāśca devatāstvayārcitāḥ santvabhivāñchitapradāḥ || 22-17 ||

na kurvate ye'pi ca parva dāmanaṃ narā vasante mama śāsanātigāḥ |
tadarcanāpuṇyaphalaṃ vasantajaṃ gṛhāṇa sarvaṃ madanugrahārpitam || 22-18 ||

itthaṃ vṛṣāṅko damanāya dattvā varaṃ tato'smin vidadhe vidhānam |
svacchandatantre tadapi prasiddhaṃ tatastu śaivairaparaiśca dṛṣṭam || 22-19 ||

atra somaśambhuḥ-

svacchandabhairave tantre yadyapītthamudāhṛtam |
tathāpīha samāsatvāt sidhānte'pyupadiśyate ||

iti |
tadyathā-

aṣṭamyāṃ vā caturdaśyāṃ madhumādhavamāsayoḥ |
śambhordāmanakaṃ pūrvapakṣayorbhuktimuktidam || 22-20 ||

tatpūrvameva saptāhāt pañcāhād vāṅkurārpaṇam |
kuryāccoditasambhārān maṇḍapādīṃśca sambhṛtān || 22-21 ||

saptamyāṃ vā trayodaśyāṃ kṛtanityārcanāvidhiḥ |
bhūṣayed yāgagehaṃ taṃ vitānasrakphalādibhiḥ || 22-22 ||

tato damanakārāmamaśokatarumaṇḍitam |
gatvāśokatarormūlaṃ ramaṇīyamalaṅkṛtam || 22-23 ||

tadabhāve'rcanāgāre kṛtakārāmake'pi vā |
kuryād vāsantikīṃ pūjāṃ mantrairebhiranukramāt || 22-24 ||

nair-ṛtyāṃ gaṇapatimaiśānyāṃ guruṃ cāvāhyābhyarcya tadanu oṃ aśokāya namastubhyaṃ kāmastrīśokanāśana! |
śokārtiṃ hara me nityamānandaṃ janayasvame || 22-25 ||

ityanenāśokataruṃ gandhādibhiḥ dīpāntaṃ saṃpūjya

truṭyādiyugaparyantaḥ kālarūpo'vyayo vibhuḥ |
kalate caiva yo'nādistasmai kālātmane namaḥ || 22-26 ||

p. 221) iti kālātmānamaśokamūle samāvāhyābhyarcya tatraiva dakṣiṇottarakṛtamaṇḍalayordhānyoparisūtritau dhūpitau kumbhau gandhajalādipūrṇau sahiraṇyakūrcakusumau phalavasanamālyākṣatālaṅ-kṛtau saṃsthāpya tayordakṣiṇe kumbhe vasantam uttare kāmaṃ cādhāraśaktyanantāsanadharmādipīṭharajastamassattvamayapadmaviṣṭare tattannāmabhirabhyarcya oṃ vasantāya namaḥ iti tanmūlamantraḥ |
oṃ vāṃ hṛdayāya namaḥ ityādibhiḥ dīrghasvaraiḥ pañcāṅgāni jātiyuktāni parikalpya astraśuddhakarayorjyeṣṭhādikaniṣṭhāntaṃ hṛdayādyaṅgāni vinyasya, śirovaktrahṛdguhyapādeṣu hṛdayādisvasthāneṣu cāṅgāni vinyasya mūlena kumbhe pūjitāsane puṣpāñjilinā padmadvayavaradābhayakaraṃ hemavarṇaṃ raktavasanagandhamālyahemakirīṭakuṇḍalahārāṅgadādibhiḥ samalaṅkṛtaṃ yuvānaṃ vasantaṃ dhyātvā svahṛdayādāvāhya sthāpanasānnidhyādikaṃ vidhāya tasya dakṣiṇataḥ padmāvatīṃ vāmataḥ kusumāvatīṃ ca raktaśuklavarṇe samalaṅkṛte devyau cāvāhyārghyādibhirgandhādibhiśca nivedyāntaṃ mūlamantreṇābhyarcya

oṃ

vasantāya namastubhyaṃ vṛkṣagulmalatāpriya! |
sahasramukhasaṃvāha! kāmabandho! namo'stu te || 22-27 ||

ityanena puṣpāñjalitrayeṇa devībhyāṃ sahitaṃ vasantamabhipūjya tatpadmadalāgreṣu tacchaktīrvanadevatāḥ pūjayet |

āhlādinīṃ gandhavatīṃ surabhīṃ caiva mālinīm |
madirāṃ madayantīṃ ca ramāṃ puṣpavatīṃ tathā || 22-28 ||

vāsantīṃ cāpi navamīṃ svanāmnābhyarcayet kramāt |
sarvāḥ suveṣābharaṇā lalitāṅgyaḥ smitānanāḥ || 22-29 ||

tadanu ārāmasthaṃ damanakamarcayet |
tatra bhairavaṃ śūlakapālahastaṃ raktavarṇaṃ raktagandhamālyāmbarālaṅkṛtaṃ sadyaḥkṛttasadbhaṭamuṇḍamālādharaṃ śiñjannūpurakiṅkiṇīkamākrāntakāntapādukaṃ khaḍgaśūlaḍamarukapāśahastaṃ virūḍhaprabhūtadamanakāṅkitaśirasaṃ dhyātvānenārghyādibhirgandhādībhiścārcayet |

oṃ

kāmabhasmasamudbhūta ! ratibāppajalāpluta! |
ṛṣigandharvadevādivimohana! namo'stu te || 22-30 ||

p. 222) oṃ daṃ damanakāya namaḥ iti damanakamabhyarcya tataḥ kāmakusbhe śaktyādisattvāntaṃ padmāsanamabhyarcya oṃ klīṃ kāmāya namaḥ iti mūlamantraḥ |
oṃ klāṃ hṛdayāya namaḥ ityādibhirdīrghasvaraiḥ jātiyuktānyaṅgāni prāgvat karaśākhāsu dehe ca sveṣu sthāneṣu cāṅgāni vinyasya puṣpāñjalinā kāmāsanāya namaḥ iti kāmāsanamabhyarcya dalāgrasthāstacchaktīḥ pūjayet |

saubhāgyāṃ hlādinīṃ harṣāṃ dhṛtiṃ prītiṃ tathonmadām |
saṅgamāṃ caiva nirvāṇāṃ navamīṃ madhyagāṃ ratim || 22-31 ||

oṃ klīṃ manmathāya vidmahe kāmadevāya dhīmahi tanno gandharvaḥ pracodayāt! ityanaṅgagāyatrī |
atha puṣpāñjalāvanaṅgaṃ dhyātvāvāhayet |

raktaṃ raktāmbaradharaṃ yuvānaṃ mṛṣṭakuṇḍalam |
hārakeyūrakaṭakamaulikuṇḍalanū puraiḥ || 22-32 ||

anyaiśca divyābharaṇairmālyairgandhaiśca bhūṣitam |
puṣpacāpaśarāṃścātha dadhataṃ pāśamaṅkuśam || 22-33 ||

vāmāṅkāropitaratiṃ yuvatīgaṇamadhyagam |
rūpalāvaṇyasaundaryasaukumāryavibhūṣitam || 22-34 ||

evaṃ dhyātvārcayet kāmamarghyagandhādibhiḥ kramāt |
mūlena caiva gāyatryā nivedyāntaṃ yathāvidhi || 22-35 ||

tadanu oṃ

namo'stu puṣpabāṇāya jagadāhlādakāriṇe |
manmathāya jagannetre ratiprītipradāya te || 22-36 ||

anena puṣpāñjalibhiriṣṭvā taṃ prārthayet punaḥ |
vasantakāmāśokānāṃ bāhye lokādhipān yajet || 22-37 ||

tadastrāṇi ca taddikṣu pūjeyaṃ sarvakāmadā |
tato damanamādāya vasantāśokamanmathān || 22-38 ||

proktairāvaraṇairiṣṭvā mantrayed damanaṃ tataḥ |

oṃ

haraprasādasambhūta! tvamātravāhito mayā || 22-39 ||

p. 223) naitavyaṃ kuru sānnidhyaṃ śivārcāyāṃ śivājñayā |

evaṃ damanakamāmantrya

oṃ

vasantakausumīsampatsampāditajagatpriya! || 22-40 ||

tvayā smarasahāyena sevyo devaḥ sahomayā |

oṃ vaṃ klīṃ vasantakāmābhyāṃ namaḥ iti sahitau tāvāmantryānujñāpya tatra rakṣāṃ vidhāya svabhavanaṃ gatvā bhuñjīta |

iti vasantapūjādhikāraḥ |

atha prātaḥ samutthāya kṛtvā nityakriyāṃ tataḥ || 22-41 ||

sāyāhne yāgavastūni samāhṛtyocitāni tu |
gatvā damanakārāmaṃ gṛhṇīyād damanaṃ bahu || 22-42 ||

samūlaṃ kiñciduddhṛtya pātreṣvādhāya cākhilam |
vasantasmarakumbhau cāpyavisarjitadaivatau || 22-43 ||

utthāpyāropayeccaiva gajayānādike'khilam |
sanṛttagītavāditramaṅgalacchatracāmaram || 22-44 ||

alaṅkṛtya pathā yāyāt puragrāmālayādikam |
vācayitvā dvijaiḥ svasti maṇḍapāntaḥ praveśya tu || 22-45 ||

devasyobhayataḥ kumbhau saṃsthāpyābhyarcya pūrvavat |
snātvātha tarpaṇaṃ prāgvat samāpyābhyarcya bhāskaram || 22-46 ||

śāntiṃ vidyāṃ nivṛttiṃ ca pratiṣṭhāṃ dvāravad yajet |
nityoktāḥ paścimadvāre sampūjya dvāradevatāḥ || 22-47 ||

pārṣṇighātādipuṣpāstrakṣepairantaḥ praviśya tu |
astraṃ vinyasya dehalyāmiṣṭvā vāstvīśavedhasau || 22-48 ||

vinyasya dikṣu lokeśāniṣṭvā vighnaṃ guruṃ tathā |
vikirakṣepapūrvaṃ tu kṛtvā kumbhāstrapūjanam || 22-49 ||

p. 224) tatparibhramaṇādūrdhvaṃ tāviṣṭvā jñānakhaḍgadhṛk |
kuṇḍe ca maṇḍale liṅge śivamiṣṭvā viśeṣataḥ || 22-50 ||

prāgvacca nāḍīsandhānaṃ kuryāccāthādhivāsanam |

tadyathā -

damanamūlaṃ mṛdā sahitaṃ paścime sadyena tannālaṃ gandhāmalakaṃ cottare vāmena tatpatraṃ bhasma ca dakṣiṇe'ghoreṇa tatpuṣpaṃ dantadhāvanaṃ ca prācyāṃ puruṣeṇa tatphalaṃ gandhapiṣṭaṃ caiśānyām īśānenānyadapi sarvaṃ yāgadravyaṃ yathāvakāśaṃ vinyasya damanapañcāṅgairañjalimāpūrya bhagavantaṃ prārthyānena tāramūlaśivāyanamontenāropayet |

oṃ

āmantrito'si deveśa! prātaḥkāle mayā vibho! || 22-51 ||

kartavyaṃ dāmanaṃ (pū ? pa)rva pūrṇaṃ śaktyā tavājñayā |
athārātrikamuttārya naivedyāntaṃ yajet tataḥ || 22-52 ||

pavitrakavidhānena hutvā sampātayed ghṛtam |
damanāpūrite pātre sampūjyāstrābhirakṣite || 22-53 ||

varmāvakuṇṭhitaṃ kṛtvā kumbheśāgre niveśya tu |
bhakṣyaṃ ca vinivedyāsmai hutvāghoraśatāhutīḥ || 22-54 ||

baliṃ vikīrya bāhye cāpyavisarjitadaivataḥ |
bhuñjītātha havirbhuktyai muktyai copavasedapi || 22-55 ||

dhyāyan japan vā saṅgītaiḥ kuryājjāgaraṇaṃ niśi |
tataḥ pratyuṣasi snātvā sūryadvārārcanādanu || 22-56 ||

śambhuṃ visṛjya sāpekṣaṃ pañcaśuddhipuraḥsaram |
kumbhāgniliṅgābimbeṣu nityavat pūjayecchivam || 22-57 ||

apanīya tu nirmālyamavisarjitadaivataḥ |
vibhavānuguṇaṃ śambhoḥ kṛtvā vaiśeṣikārcanam || 22-58 ||

sūrye damanamāropya svamūleneśvarāntakam |
dvāreśabrahmavāstvīśakumbhāstragaṇanāyakān || 22-59 ||

gurūṃśca damaneneṣṭvā svamūlairīśvarāntakaiḥ |
ārātrikaṃ tathottārtha devāgre maṇḍale svayam || 22-60 ||

p. 225) sakalīkṛtya damanaṃ svaśirasyadhiropayet |
nirgatya bahirācamya praviśyāthopaviśya tu || 22-61 ||

āsanādikramācchambhuṃ yajed damanakāṅkuraiḥ |
tatpañcāṅgaistu sadyādikrameṇāropayecchive || 22-62 ||

pañcāṅgaiḥ piṇḍitaiḥ paścāt pañcabrahmabhirarcayet |
punardamanapañcāṅgairgandhadūrvākṣatānvitam || 22-63 ||

añjaliṃ samyagāpūrya dhyāyed devaṃ sadāśivam |
śivavidyātmatattvaistu pavitrakavidhānavat || 22-64 ||

kramādāropayecchambhordamanasyāñjalitrayam |
punaścaturthaṃ cāpūrya sākṣataṃ damanāñjalim || 22-65 ||

oṃ makheśvarāya makhaṃ pūraya pūraya śūlapāṇaye namaḥ |

asyānte praṇavamūlābhyāṃ sarvatattvādhipataye śivāya namaḥ ityāropayet |
athārātrikamuttārya mahānivedyaṃ dattvāgnau havirhutvā damanakena paridhiviṣṭaragatānārādhyāgnāvapi śivavat srucā damanakamāropya vidyāpīṭhe ca svamantreṇa tadanu svagurau sati vasanavibhūṣaṇādibhirdamanakena ca tamārādhya dīkṣitaliṅgidvijabandhujanānāṃ damanakaṃ dattvā yathāyogyaṃ bhojayitvā dakṣiṇābhirdānena ca sarvamarthijanaṃ paritoṣyānena damanakāñjalirdevaṃ prārthayet |

oṃ

devadeva! jagannātha! vāñchitārthapradeśvara! |
hṛdisthān pūrayeḥ kāmān mama kāmeśvarīpriya! || 22-66 ||

praṇavamūlayutaṃ saumyāya śivāya namaḥ iti kāmyāñjaliṃ śivapādayoḥ pādāmbujeṣvāropya (?) dāmanakapūjāphalaṃ ca nivedya punarevaṃ prārthayet |

bhagavannatiriktaṃ vā hīnaṃ vā yanmayā kṛtam |
sarvaṃ tadastu sampūrṇaṃ dāmanaṃ parva te vibho! || 22-67 ||

iti vijñāpya deveśamagnisthaṃ maṇḍale śive |
saṃyojya taṃ ca liṅgasthe kumbhasthaṃ ca sadāśivam || 22-68 ||

āyojya vahnihṛtpadme natvā stutvā maheśvaram |
praṇipatya kṣamasveti yathāpūrvaṃ visarjayet || 22-69 ||

p. 226) astrādidvāralokeśān sveṣu sthāneṣu yojayet |
etad dāmanakaṃ parva kṛtvā caṇḍaṃ ca pūjayet || 22-70 ||

gomayāmbuviliptāyāṃ kṣitau nityaṃ yajecchivam |
itthaṃ vasantavihitaṃ savasantayāgaṃ proktaṃ tadantamiha dāmanakaṃ hi parva |
yadvad vasantatilakaṃ sumanobhirāmaṃ tadvanmanobhilaṣitān phalatīha kāmān || 22-71 ||

iti śrīmadīśānaśivagrudevapaddhatau sidhāntasāre uparibhāge kriyāpāde damanakaparvavidhipaṭalo dvāviṃśaḥ || 22 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 23: Die Beschaffenheit des Bodens

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 23: Die Beschaffenheit des Bodens
Mit diesem Kapitel wendet sich der Kriyapada der Wahl eines Ortes für Heiligtum und Verehrung zu. Boden, Wasser, Geländeform, Pflanzen und Umgebung werden untersucht. Praktische Beobachtungen stehen dabei neben überlieferten Wertungen, Vorzeichen und sozialen Zuordnungen; sie werden als unterschiedliche Bestandteile der historischen Lehre erkennbar belassen.

Kapiteleingang. Nun das dreiundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 23-1. Die Erde ist Lebensgrundlage und Unterkunft aller sozialen Gruppen. Auf ihr vollzieht sich die gesamte Folge der Handlungen von der Einsetzung an.

Kriyapada 23-2. Deshalb werden ihre Merkmale hier richtig und in Kürze beschrieben. Ein Land mit heiligen Stätten, Flüssen, Badeplätzen, Bergen und ähnlichen Orten

Kriyapada 23-3. gewährt besonderen Erfolg; darum suche der Verständige ein solches auf. Von Natur aus mit schwarzen Antilopen versehen, mit Kusha- und Kasha-Gras geschmückt,

Kriyapada 23-4. von vedakundigen Brahmanen bewohnt, von opfergeeigneten Bäumen umgeben, nach Osten und Norden geneigt, schön und mit reichlich Wasserreservoirs,

Kriyapada 23-5. ohne Hohlräume, wohlverbunden und feucht, mit Brennholz, Blumen und Früchten sowie mit eigenen Gärten und Rinderherden: Solcher Boden wird allgemein gepriesen.

Kriyapada 23-6. Vier Arten von Boden gibt es: Purna, Supadma, Bhadra und Dhumra. Ihre Merkmale werden der Reihe nach genannt.

Kriyapada 23-7. Mit Ankolas, Ashokas, Bakulas, Shimshapas, Nimbas und Kimshukas, mit Madhavi-Sträuchern und Nishpava-Pflanzen versehen, mit kleinen Wasserspeichern,

Kriyapada 23-8. an Bergen und feuchten Niederungen gelegen: Solcher Boden heißt Purna und spendet Gedeihen. Mit Sandel, Adlerholz, Kampferbaum, Kadamba, Arjuna, Kesara,

Kriyapada 23-9. Tilaka, Ketaki, Kunda und lotusreichen Gewässern im Norden versehen, nach Osten abfallend: Solcher Boden heißt Supadma.

Kriyapada 23-10. Nahe beim Meer oder einem Fluss, mit guten Badeplätzen und Wasserreservoirs, im Westen mit opfergeeigneten Bäumen und Obstbäumen geschmückt,

Kriyapada 23-11. im Süden mit Feldern: Das ist der glückspendende Bhadra-Boden. Mit Snuhi, Shleshmataka, Arka, Pilu, Bambus und Vibhitaka,

Kriyapada 23-12. salzhaltig und unfruchtbar, trocken, rau, voller Kies und Steine, von Falken, Geiern, Wildschweinen, Bären, Krähen und Schakalen bevölkert:

Kriyapada 23-13. Solcher Boden heißt Dhumra und gilt als verwerflich, Kummer, Leid und Furcht bringend. Dort setze man weder ein Linga ein noch übe man die Verwirklichung eines Mantras.

Kriyapada 23-14. Menschen der vier sozialen Gruppen sollen dort auch keine Wohnung wünschen. Boden in Form eines Schlangenmauls oder Dreizacks, mit vertiefter Mitte oder dreieckig,

Kriyapada 23-15. einem Worfelkorb oder Schildkrötenrücken gleich, sechseckig oder wasserlos, nach Süden, Südosten, Nordwesten oder Südwesten abfallend, stets schlammig,

Kriyapada 23-16. ständig heftigen Winden ausgesetzt, mit links herum wirbelndem Wasser, übelriechend, durch Haare, Ungeziefer, Knochen, Asche und Ameisenhügel verunreinigt:

Kriyapada 23-17. Solcher Boden heißt „vermischt“ und wird von allen sozialen Gruppen getadelt. Nun wird der Boden vierfach entsprechend den Gruppen, beginnend mit den Brahmanen, beschrieben.

Kriyapada 23-18. Weiß, nach Butter duftend, süß, mit Kusha- und Kasha-Gras geschmückt, nach Norden und Nordosten geneigt, feucht und mit Palasha und Udumbara bestanden,

Kriyapada 23-19. von quadratischer Gestalt: Dies heißt friedenspendender Brahmanenboden. Roter Boden, nach Blut riechend, zusammenziehend im Geschmack und nach Osten abfallend,

Kriyapada 23-20. mit Ashvattha bestanden und um ein Achtel länger als breit, heißt Kshatriya-Boden. Gelber Boden, stark nach Kuhurin riechend, bitter oder sauer im Geschmack,

Kriyapada 23-21. nach Osten abfallend, mit vielen Plaksha-Bäumen und verschiedenen Feldfrüchten, um ein Sechstel länger als breit, wird als Vaishya-Boden bezeichnet.

Kriyapada 23-22. Schwarzer Boden, nach Honig riechend, scharf im Geschmack, dessen Wasser nach Osten abfließt, gilt als der Shudra-Gruppe zugehörig; oder er fällt nach Westen ab. [Diese Einteilung nach sozialen Gruppen ist eine historische Vorschrift, keine heutige Eignungsprüfung von Menschen oder Wohnorten.]

Kriyapada 23-23. Nach Osten abfallender Boden heißt „Kuhweg“, nach Südosten vertiefter „Feuerweg“, nach Süden abfallender „Yama-Weg“, nach Südwesten „Naga-Weg“.

Kriyapada 23-24. Nach Westen abfallender heißt „Varuna-Weg“, nach Nordwesten „Weg der Wesen“, nach Norden vertiefter „Reichtumsweg“, nach Nordosten „Getreideweg“.

Kriyapada 23-25. Für Brahmanen und die übrigen Gruppen sowie für Gottheiten werden die nach Osten, Nordosten und Norden abfallenden Wege empfohlen. Die anderen sind zu meiden, weil sie als ungünstig gelten.

Kriyapada 23-26. So wurden die Merkmale des Bodens im Allgemeinen dargelegt. Nun wird weiter gesagt: Er sei mit Kusha-Gras, Felsen, besonderen Bergen, heiligen Badeplätzen, heiligen Stätten und Wald verbunden,

Kriyapada 23-27. rechtmäßig erworben, mit günstigem Gefälle, der sozialen Gruppe entsprechend und eben. Ist ein solcher nicht zu erlangen, so ist weißer, schöner Boden allen Gruppen zuträglich.

Kriyapada 23-28. Er sei ohne Vertiefungen und unfruchtbare Stellen, frei von Schlangen, Ameisenhügeln und Angehörigen ausgegrenzter Gruppen, ohne Verbrennungsstätte und Kohlenreste, mit wohlschmeckendem Wasser. [Die soziale Ausschließung steht hier neben Geländeangaben und wird als Aussage der Quelle kenntlich belassen.]

Kriyapada 23-29. Banyan, Udumbara, Ashvattha und Plaksha sind in den Richtungen, beginnend mit Osten, günstig. Überall sind Kesara, Mango, Punnaga, Naga und Granatapfel,

Kriyapada 23-30. Manasa, Champaka, Betelpalme und Kokospalme schön. Ein Berg im Osten ist dagegen verboten, denn sein Schatten bei Sonnenaufgang

Kriyapada 23-31. macht den Bereich, auf den er fällt, für ein Dorf und dergleichen nicht empfehlenswert. Wasser gilt bei der Stellung im Wassermann als am besten, in Fischen und Widder als mittel,

Kriyapada 23-32. in Steinbock und Stier als gering für ein Dorf oder Heiligtum. [Örtlicher Hinweis: Welcher Himmelskörper diese Zeichen einnimmt, wird hier nicht genannt; die zeitliche Deutung der Wasserangabe bleibt daher vorläufig.] Man stelle einen ungebrannten, mit Getreide gefüllten Krug auf und verehre ihn. Darauf stelle man

Kriyapada 23-33. eine ungebrannte Schale und gebe ein Kuduba Kuhbutter hinein. In den vier Richtungen lege man reine Dochte aus Baumwollstoff ein,

Kriyapada 23-34. vier gleichmäßig gedrehte, in Weiß, Rot, Gelb und Schwarz. Die Dochte im Osten, Süden, Norden und Westen gehören der Reihe nach den Brahmanen und den übrigen Gruppen.

Kriyapada 23-35. Man verbinde sie mit den ihrer Gruppe zugehörigen Formen Purusha und den weiteren, bespreche sie mit deren Mantras, fasse den Vorsatz, entzünde die Lichter und verehre sie mit Duftstoffen und den übrigen Gaben.

Kriyapada 23-36. Für die Dauer einer Nachtwache stelle man sie auf einen gut bestrichenen Boden. Brennt der Docht einer bestimmten sozialen Gruppe, so gilt dies für sie als glückbringend.

Kriyapada 23-37. Ist er erloschen, soll der Ort für den Bau eines Heiligtums und Ähnliches gemieden werden. Brennen alle, gilt dies für sämtliche Gruppen als glückbringend.

Kriyapada 23-38. Man grabe eine gleichmäßig bemessene Grube von einer Elle und fülle sie wieder mit ihrer Erde auf. Bleibt Erde übrig, ist der Boden am besten; reicht sie genau, ist er mittel.

Kriyapada 23-39. Ist es zu wenig, ist der Boden gering und zu meiden. So bestimme man die drei Arten. Oder man fülle die Grube mit Wasser, gehe hundert Schritte weit

Kriyapada 23-40. und kehre zurück. Ist sie noch ebenso voll wie zuvor, ist der Boden am besten. Ist der Stand um eine Gerstenkornbreite gesunken, ist er mittel; bei stärkerer Abnahme ist er zu meiden.

Kriyapada 23-41. So prüfe man die schöne Erde, frei von den genannten Mängeln und mit den empfohlenen Eigenschaften versehen. Auf ihr errichte man nach dem beschriebenen Weg Shivas Heiligtum und vollziehe seine Verehrung, die das erwünschte Ziel zur Reife bringt.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das dreiundzwanzigste Kapitel über die Merkmale des Bodens.

Den Ort aufmerksam wahrnehmen

Die sorgfältige Betrachtung von Wasser, Boden und Umgebung zeigt, dass ein heiliger Ort im Text nicht losgelöst von seiner Landschaft gedacht wird. Heutige Yoga-Aspiranten können darin eine Anregung finden, ihren Übungsort mit Aufmerksamkeit und Respekt zu wählen. Die beschriebenen Vorzeichen und sozialen Zuordnungen bleiben davon getrennte historische Bestandteile der Überlieferung.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 23: Die Beschaffenheit des Bodens
Mit diesem Kapitel wendet sich der Kriyapada der Wahl eines Ortes für Heiligtum und Verehrung zu. Boden, Wasser, Geländeform, Pflanzen und Umgebung werden untersucht. Praktische Beobachtungen stehen dabei neben überlieferten Wertungen, Vorzeichen und sozialen Zuordnungen; sie werden als unterschiedliche Bestandteile der historischen Lehre erkennbar belassen.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha trayoviṃśaḥ paṭalaḥ |

atha bhūḥ sarvavarṇānāmupajīvyā tathāśrayā |
pratiṣṭhādikriyācakraṃ yato yasyāṃ pravartate || 23-1 ||

tasmāt tallakṣaṇaṃ samyak saṃkṣepādiha kathyate |
puṇyakṣetranadītīrthaparvatādyanvitā mahī || 23-2 ||

prayacchatyadhikāṃ siddhiṃ yatastāmāśrayed budhaḥ |
svataḥ kṛṣṇamṛgairyuktā kuśakāśairalaṅkṛtā || 23-3 ||

vedavidbhirdvijairjuṣṭā yajñiyaistarubhirvṛtā |
prāgudakpravaṇā ramyā prabhūtasalilāśayā || 23-4 ||

nīrandhrā caiva susnigdhā samitpuṣpaphalānvitā |
svārāmagokulakulā bhūḥ sāmānyā praśasyate || 23-5 ||

pūrṇā supadmā bhadrā ca dhūmrā ceti caturvidhā |
bhūmiḥ syādānupūrvyeṇa tāsāṃ lakṣaṇamucyate || 23-6 ||

aṅkolāśokabakulaśiṃśapānimbakiṃśukaiḥ |
mādhavīgulmaniṣpāvaiḥ saṃyuktālpajalāśayā || 23-7 ||

pūrṇā(syāt) puṣṭidā bhūmiḥ parvatānūpaśāyinī |
candanāgarukarpūrakadambārjunakesaraiḥ || 23-8 ||

p. 227) tilakaiḥ ketakīkundaiḥ padmāḍhyaiśca jalāśayaiḥ |
kauberyāmanvitā bhūmiḥ supadmā prākplavā bhavet || 23-9 ||

abdheḥ samīpe vā nadyāḥ sūtīrthasalilāśayā |
yajñiyaiḥ phalavṛkṣaiśca paścimasthairalaṅkṛtā || 23-10 ||

kṣetrairdakṣiṇasaṃsthaiśca bhadrā bhūmiḥ sukhapradā |
snuhiśleṣmātakairarkaiḥ pīluveṇuvibhītakaiḥ || 23-11 ||

anvitā soṣarā rūkṣā paruṣā śarkaropalaiḥ |
śyenagṛdhravarāharkṣakākagomāyusaṃkulā || 23-12 ||

dhūmrā nāma mahī nindyā śokaduḥkhabhayāvahā |
na tatra sthāpayelliṅgaṃ na mantraṃ sādhayedapi || 23-13 ||

cāturvarṇyajanastatra na vāsamabhirocayet |
bhujaṅgavaktrā śūlābhā madhyanimnā trikoṇakā || 23-14 ||

śūrpābhā kūrmapṛṣṭhābhā ṣaḍaśrā nirjalāthavā |
yamavahnimarudrakṣodikplavā nityakardamā || 23-15 ||

caṇḍavātāhatā nityaṃ vāmāvartajalā ca yā |
durgandhā keśakīṭāsthibhasmavalmīkadūṣitā || 23-16 ||

saṅkīrṇā nāma sā bhūmiḥ sarvavarṇairvigarhitā |
viprādivarṇabhedena caturdhā bhūrathocyate || 23-17 ||

śvetājyagandhā madhurā kuśakāśairalaṅkṛtā |
saumyeśānaplavaiḥ snigdhā palāśaudumbarānvitā || 23-18 ||

caturaśrākṛtiḥ proktā viprabhūmistu śāntidā |
raktā rudhiragandhā yā kaṣāyā prākplavā mahī || 23-19 ||

sāśvatthā kṣatriyā proktā vyāsāṣṭāṃśādhikāyatā |
pītā gomūtragandhāḍhyā tiktāvāmlarasā ca yā || 23-20 ||

prākplavā plakṣavṛkṣāḍhyā ṣaḍaṃśādhikamāyatā |
vaiśyabhūmiḥ samuddiṣṭā nānāsasyavibhūṣitā || 23-21 ||

p. 228) kṛṣṇā yā madhugandhā bhūḥ kaṭukā prākplavodakā |
śūdrajātiriti jñeyā hyathavā paścimaplavā || 23-22 ||

govīthī prākplavā bhūmiragninimnā tathānalā |
yāmyā yamaplavā jñeyā nāgavīthistu nair-ṛte || 23-23 ||

paścātplavā vāruṇī syāt bhūtavīthirmarutplavā |
dhanavīthiḥ saumyanimnā dhānyavīthiḥ śivaplavā || 23-24 ||

viprādīnāṃ ca devānāṃ prāgaiśānyottaraplavāḥ |
śastāḥ syurvīthayaḥ śeṣā varjyāḥ syuraśubhā yataḥ || 23-25 ||

itthaṃ bhūmestu lakṣmoktaṃ sāmānyenātha kathyate |
kuśaśailaviśiṣṭādritīrthakṣetravanāśrayā || 23-26 ||

nyāyenaivārjitā śastaplavā varṇasamā samā |
alābhe dhavalā ramyā sarvavarṇahitāvahā || 23-27 ||

agarhānūṣarā sarpavalmīkāntyajavarjitā |
śmaśānāṅgārarahitā susvādusalilānvitā || 23-28 ||

nyagrodhodumbarāśvatthaplakṣāḥ pūrvādigāḥ śubhāḥ |
sarvatra kesarāścūtāḥ punnāgā nāgaḍāḍimāḥ || 23-29 ||

manasāścampakāḥ pūgā nālikerāśca śobhanā |
prācyāṃ niṣiddho hi giristacchāyā hyudaye raveḥ || 23-30 ||

yatrāpatati tatrāpi grāmādyaṃ na praśasyate |
ambhaḥ kumbhagataṃ śreṣṭhaṃ madhyamaṃ mīnameṣayoḥ || 23-31 ||

makare ca vṛṣe nīcaṃ grāmāderālayasya vā |
dhānyapūrṇāmakumbhaṃ tu nidhāyeṣṭvāsya copari || 23-32 ||

āme śarāve kuḍubaṃ gavyamājyaṃ vinikṣipet |
caturdikṣu kṣiped vartīḥ śuddhāḥ kārpāsavasrajāḥ || 23-33 ||

sitaraktapītakṛṣṇāścatasraḥ samavartitāḥ |
aindradakṣiṇasaumyāpyavartyo viprādikāḥ kramāt || 23-34 ||

p. 229) puruṣādyaistu jātīyairyuktāstanmantramantritāḥ |
saṅkalpya jvālayed dīpān gandhādyaiḥ pūjayedapi || 23-35 ||

yāmamātrāvadhiṃ kṛtvā sulipte bhūtale nyaset |
yasya varṇasya yā vartī sā jvalantī sukhāvahā || 23-36 ||

nirvāpitā ced varjyā syād vimānakaraṇādiṣu |
jvalanti yadi sarvāstāḥ sarvavarṇasukhāvahāḥ || 23-37 ||

hastamātraṃ samaṃ khātaṃ tanmṛdā pūrayet punaḥ |
mṛtsnayādhikayā śreṣṭhā samayā madhyamā hi bhūḥ || 23-38 ||

nyūnayā tvadhamā tyājyā tridhaivaṃ parikalpayet |
tatkhātaṃ vā jalāpūrṇaṃ kṛtvā padaśataṃ vrajet || 23-39 ||

punarāgacchataḥ prāgvat pūrṇaṃ ced bhūmiruttamā |
yavanyūnā madhyamā syāt tyājyā nyūnā tato'dhikam || 23-40 ||

evaṃ vicārya rahitāṃ kathitaiśca doṣaiḥ śastairguṇaiśca sahitāṃ dharaṇīṃ suramyām |
tasyāmabhiṣṭaphalasiddhikaraṃ vidadhyād yāgaṃ śivasya bhavanaṃ ca yathoktamārgāt || 23-41 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde bhūlakṣaṇapaṭalastrayoviṃśaḥ || 23 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 24: Schattenstab, Richtungen und Längenmaße

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 24: Schattenstab, Richtungen und Längenmaße
Für einen Bauplatz müssen Ebene, Himmelsrichtungen und Maße bestimmt werden. Das Kapitel erläutert dazu einen Schattenstab, geometrische Konstruktionen und verschiedene Körper- und Stabmaße. Es enthält außerdem eine astronomische Korrekturrechnung und abweichende Maßangaben. Wo die gelieferten Erläuterungen unsicher bleiben, wird keine neue technische Rekonstruktion als ursprünglicher Text ausgegeben.

Kapiteleingang. Nun das vierundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 24-1. Wenn die Sonne auf ihrem nördlichen Weg steht, grabe man am Morgen eines günstigen Tages den erworbenen Bauplatz auf, entferne störende Gegenstände im Boden und reinige ihn.

Kriyapada 24-2. Überall mache man die Fläche vollkommen eben wie einen Spiegel. In ihrer Mitte ebne man einen Bereich von einem Stabmaß anhand des Wasserstandes ein.

Unnummerierter Übergang. Dies geschieht so:

Kriyapada 24-3. Einen Krug mit einer Öffnung in der Mitte, gefüllt mit einer Bhara Wasser, stelle man auf eine Vorrichtung und setze ihn eben in die Mitte der Fläche.

Kriyapada 24-4. Wenn der Boden vom ausfließenden Wasser gleichmäßig benetzt ist, soll der Wasserstand erkennen lassen, wo weder Vertiefung noch Erhöhung vorliegt.

Unnummerierte Fortsetzung nach 24-4. In der Mitte der Fläche setze man einen Punkt und darauf den Schattenstab senkrecht auf.

Unnummeriertes Zitat anderer Lehrer nach 24-4. „Der Stab soll auf der Drehbank rund gefertigt sein, unten und oben gleich dick, aus Elefantenstoßzahn oder Kernholz. Nach dem Lot gleichmäßig und gerade, ohne Beschädigung, von sechsfachem Umfang, mit ebener Standfläche und zwölf Fingerbreiten hoch: Ein solcher Schattenstab wird hier empfohlen.“ [Örtliche Unsicherheit: „sechsfachem Umfang“ gibt die unklare Maßangabe „ṣaṭkavṛttaḥ“ wieder; ein konkreter Durchmesser wird nicht daraus ergänzt.]

Kriyapada 24-5. In der Mitte von Fuß und Spitze des Stabes befestige man zwei gleiche Metallnadeln, eine Gerstenkornbreite dick und lang,

Kriyapada 24-6. damit sich die Mitte seines Schattens bestimmen lässt. Eine Schnur von der Länge des Schattenstabes lege man an den genannten Punkt.

Kriyapada 24-7. Vom Punkt aus führe man sie ringsum und zeichne damit einen vollkommenen Kreis. In dessen Mittelpunkt stelle man den Stab bei Sonnenaufgang auf.

Kriyapada 24-8. Wenn am Vormittag die Spitze des kürzer werdenden Stabschattens die Kreislinie erreicht, markiere man dort die Schattenspitze. [Quellenhinweis: Die gelieferte Lesung „viṃśati“ ist in diesem Satz unklar. „Die Kreislinie erreicht“ ist eine kontextbezogene, nicht durch Sanskritkorrektur gewonnene Wiedergabe.]

Kriyapada 24-9. Ebenso markiere man am Nachmittag, wenn der Schatten aus dem Kreis hinaustritt und die Linie berührt, diese Stelle wie zuvor.

Kriyapada 24-10. Zwischen den beiden östlichen und westlichen Marken spanne man eine gerade Schnur. Dies ergibt Ost und West; diese Ostlinie heißt die brahmische.

Kriyapada 24-11. Die an der westlichen Marke befestigte Schnur versetze man südlich der östlichen Marke um die Hälfte des Rakshoghna-Maßes. Diese Richtung heißt die Indra-Richtung. [Das hier vorausgesetzte Rakshoghna-Maß wird nicht erklärt.]

Kriyapada 24-12. Entsprechend nördlich der östlichen Marke liegt die Ishana-Richtung. Einige sagen, beim Errichten von Shiva-Heiligtümern und ähnlichen Bauten sei diese die Ostlinie.

Kriyapada 24-13. Andere nennen die Indra-Richtung für die Errichtung von Wohnungen der Brahmanen und der übrigen Gruppen. Aufgrund der Zeugnisse mehrerer Tantras gilt aber die brahmische Richtung für alle.

Kriyapada 24-14. „Diese Richtungsbestimmung gilt an Orten ohne geographische Breite, etwa Lanka“, sagen einige. Deshalb wird nun die Besonderheit für Orte mit geographischer Breite beschrieben.

Unnummerierte Fortsetzung nach 24-14. Für Orte mit geographischer Breite besteht wegen der Abweichung der Sonne tatsächlich ein Unterschied.

Unnummeriertes astronomisches Zitat nach 24-14. Andere sagen: „Die Sonne bewegt sich auf dem Deklinationskreis fortwährend nach Süden und Norden. Deshalb erscheint jene Richtung nicht genau gerade. Durch die Sinusgröße der Deklination wird sie wieder gerade.“

Unnummerierte Erklärung. Auf der nördlichen Himmelshemisphäre bewegt sich die Sonne entlang des Deklinationskreises nach Norden, auf der südlichen nach Süden. Deshalb erscheint jene Richtung nicht genau gerade. Nun wird dargelegt, wie die Richtung mittels der Sinusgröße der Deklination berichtigt wird:

Unnummeriertes Rechenzitat nach 24-14. „Die Differenz der Sinusgrößen der Sonnendeklination zu den Zeiten des Austritts und Eintritts des Schattens, mit der zugehörigen Hypotenuse multipliziert und durch den Lambaka geteilt, ergibt den Wert in Fingerbreiten und kleineren Einheiten. Um diesen Wert versetze man den westlichen Punkt entgegen der Richtung des Sonnenhalbjahres. So erhält man die genaue Ost-West-Linie. Oder man verschiebe den östlichen Punkt in der Richtung des Sonnenhalbjahres.“

Unnummerierte Erklärung der Rechnung. Die verstrichenen Ghatikas, nach denen der Schatten des Stabes die Kreislinie berührt beziehungsweise aus dem Kreis austritt, bestimmen die Eintritts- und Austrittszeit. Die Differenz der Sinusgrößen der Sonnendeklination zu diesen beiden Zeiten bedeutet hier das Maß der Sonnen-Ghatikas. [Quellenhinweis: Diese Gleichsetzung von Zeitmaß und Deklinationsdifferenz in der gelieferten Erklärung ist fachlich nicht eindeutig; sie wird nicht rechnerisch ersetzt.]

Man multipliziere dies mit der eigenen Hypotenuse, nämlich der Hypotenuse des Schattens zur Eintritts- beziehungsweise Austrittszeit, und teile durch den Lambaka, das heißt durch die Lambajya. Das Ergebnis ergibt sich in Fingerbreiten. Um die so erhaltene Zahl von Fingerbreiten versetze man den westlichen Punkt entgegen dem Sonnenhalbjahr: während des nördlichen Sonnenweges nach Süden, während des südlichen nach Norden. Die so gespannte Schnur ergibt an einem Ort mit geographischer Breite die genaue Ostlinie. Nun folgt ein anderes Verfahren zur Richtungsbestimmung, auch ohne die solaren Lotgrößen:

Kriyapada 24-15. Wo die beiden Schnüre zusammentreffen, welche die Mitten der aus drei Schattenspitzen entstandenen Kreise berühren, ergibt sich in Richtung zum Schattenstab die Süd-Nord-Linie; ihre Zuordnung erfolgt entsprechend der nördlichen beziehungsweise südlichen Himmelshemisphäre.

Unnummerierte Prosa nach 24-15: Konstruktion mit drei Schattenpunkten. Man beobachte vormittags oder nachmittags drei Schattenspitzen. Zeichnet man mit ihnen drei Kreise, entstehen zwei Fischfiguren. Die zwei Schnüre entlang ihrer Köpfe und Schwänze treffen sich an einer Stelle. Von dort bis zum Fuß des Stabes spanne man eine Schnur; sie ergibt die Süd-Nord-Richtung. Steht die Sonne auf der nördlichen Himmelshemisphäre, liegt der Punkt südlich des Stabfußes, auf der südlichen nördlich davon.

Dies wird hier noch einmal genauer erklärt: Auf einer mit Wasser eingeebneten Fläche stelle man den Stab im angegebenen Maß auf. Vormittags oder nachmittags markiere man drei Punkte an drei nacheinander eingenommenen Stellen der Schattenspitze. Dann zeichne man um einen Punkt als Mittelpunkt einen Kreis mit frei gewähltem Radius. Mit demselben Radius zeichne man um den zweiten Punkt einen zweiten und um den dritten Punkt einen dritten Kreis. Alle Kreise haben somit dasselbe Maß. Man zeichne sie so, dass der Kreis um den mittleren Punkt sich mit den beiden Kreisen um die seitlichen Punkte überschneidet. Dadurch entstehen zwei Fischfiguren.

Auf der Seite, wo ihr Abstand groß ist, liegen die Köpfe; auf der Seite, wo sie einander nahekommen, die Schwänze. An den Köpfen setze man feine Pflöcke ein und befestige Schnüre. Man führe sie durch die Mitte der Schwänze weiter, jede in ihrer eigenen Richtung. Wo sich die den Kopf-Schwanz-Linien folgenden Schnüre treffen, liegt vom Stabfuß aus gesehen Süden, wenn die Sonne auf der nördlichen Himmelshemisphäre steht. Steht die Sonne auf der südlichen, liegt dieser Schnittpunkt vom Stabfuß aus im Norden. [Örtlicher Hinweis: Die Beschreibung der Köpfe und Schwänze ist bildhaft und nicht in jedem Konstruktionsschritt eindeutig; die Vorlage enthält zudem eine fragliche Klammerlesung bei der Richtungsangabe. Hier wird ihre Anweisung übersetzt, keine überprüfte Bauzeichnung daraus abgeleitet.]

Man spanne eine Schnur durch Stabfuß und Schnittpunkt und ziehe eine Linie: Dies ist die Süd-Nord-Richtung. Dann nehme man jeweils einen dieser Punkte als Mittelpunkt und erzeuge mit zwei Kreisen eine Fischfigur. Die durch deren Kopf und Schwanz laufende Schnur ergibt Ost und West. So wurde die Richtungsbestimmung für einen Ort mit geographischer Breite beschrieben.

An einem Ort ohne geographische Breite gilt die zuvor genannte Ost-West-Richtung. Vom Mittelpunkt ihrer Schnur aus markiere man auf ihr im Abstand von zehn Fingerbreiten je einen Punkt östlich und westlich. Eine Schnur von der Länge des Abstandes zwischen diesen Marken lege man an die Marken und schwenke sie nach Süden und Norden. Durch die so entstandenen Fischfiguren spanne man eine Schnur; sie ergibt die Süd-Nord-Richtung. Damit genug. Ferner:

Kriyapada 24-16. Die Abweichung der Sonne ist entsprechend dem Schatten des Stabes zu bestimmen.

Kriyapada 24-17. Man berechne sie nach Art von Bogen und Sinus und erkenne sie für beide Sonnenwege. Der abweichende Schatten beträgt bei Stier, Zwillinge und Jungfrau eine halbe Fingerbreite.

Kriyapada 24-18 mit vorangehender Erklärung. Bei Waage, Skorpion und Schütze nimmt er zu, bei Krebs, Steinbock und den weiteren ab – dies gilt täglich. Zwei, eins, null, null, eins, zwei, sodann in der Zahl von Augen, Feuer und heiligen Überlieferungen,

Kriyapada 24-19. in der Zahl von Veden, Feuer und zwei; zwei, eins, nichts; nichts, eins, Augen, Meere, Ramas, Augen, Zeitalter, Pfeile und Jahreszeiten,

Kriyapada 24-20. sechs, sieben, acht; acht, Rishis, Geschmacksarten; Jahreszeiten, Pfeile, heilige Überlieferungen; Veden, Feuer und Augen, der Reihe nach:

Kriyapada 24-21. In der Einheit eines halben halben Viertels ziehe man bei den zwölf Zeichen von Widder an für jeden Zehntagesabschnitt dieses Maß vom Stabschatten ab. [Quellenhinweis zu 24-18–21: Die Zahlenreihe wird teils ausdrücklich, teils durch Zahlwörter wie Augen, Veden und Jahreszeiten angegeben. „Halbes halbes Viertel“ folgt der gelieferten Maßformulierung. Eine vollständig berechnete astronomische Tabelle wäre eine Rekonstruktion und wird hier nicht ergänzt.]

Unnummerierter Übergang. Dazu:

Kriyapada 24-22. Man betrachte den Lauf der Sonne samt ihrem Tierkreiszeichen und ziehe sachgerecht das zuvor genannte Fingermaß ab. Dann bestimme man die Himmelsrichtung und spanne ihr entsprechend die Schnur, um den Bauplatz anzulegen.

Kriyapada 24-23. Die Ebenheit einer Fläche ergibt sich mittels Wasser, die Geradheit im Stehen mittels Lotschnur; gleiche Seiten erkennt man an den Diagonalen, die waagerechte Geradheit durch drei Stäbe.

Unnummerierte Fortsetzung nach 24-23. Aus der Ostschnur ergeben sich die anderen Richtungen des Quadrats.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über den Schatten des Stabes.

Kriyapada 24-24. Aus jeweils acht kleinsten Teilchen, Staubteilchen, Haarbreiten, Nissen, Läusen und Gerstenkörnern

Unnummerierte Fortsetzung nach 24-24. entstehen der Reihe nach die größeren Einheiten bis zum Maßfinger. Zwölf Fingerbreiten sind eine Spanne.

Kriyapada 24-25. Zwölf Maßfinger ergeben eine Spanne; zwei Spannen heißen Kishku und bilden eine Elle. Vier Ellen ergeben einen Bogen, der auch Stab genannt wird. [Die gelieferte Schreibweise der Benennung Kishku ist hier gestört; die anschließende Verwendung des Namens macht die Bezeichnung erkennbar.]

Kriyapada 24-26. Eine Länge von fünfzig Stäben wird als halbe Gavyuti bezeichnet.

Kriyapada 24-27. Das Doppelte ist eine Gavyuti, zwei davon heißen Krosha. Vier Kroshas sind ein Yojana, zwei Kroshas ein halbes Yojana.

Unnummeriertes Aryabhata-Zitat nach 24-27. „Eine Elle besteht aus vierundzwanzig Fingerbreiten; vier Ellen sind ein Stab. Zweitausend davon sind ein Krosha, vier Kroshas ein Yojana.“ [Quellenhinweis: Das zitierte Krosha-Maß weicht deutlich von 24-26–27 ab. Beide Angaben bleiben erhalten.]

Kriyapada 24-28. Die Prajapatya genannte Elle beträgt fünfundzwanzig Fingerbreiten. Sechsundzwanzig und siebenundzwanzig betragen Dhanurmushti und Dhanurgraha.

Kriyapada 24-29. Mit geballter Faust bis zum Gelenk gemessen heißt der Arm Ratni. Derselbe wird Aratni genannt, wenn der kleine Finger ausgestreckt ist.

Kriyapada 24-30. Von der Daumenspitze zu den ausgestreckten Fingern vom Zeigefinger bis zum kleinen Finger gemessen, heißen die Spannen der Reihe nach Pradesha, Tala, Gokarna und Vitasti.

Kriyapada 24-31. Die Länge des mittleren Gliedes des Mittelfingers bestimmt den längs gemessenen Matra-Finger. Dasselbe Glied quer gemessen ergibt den querliegenden Matra-Finger, auch Tata genannt.

Unnummerierte Fortsetzung nach 24-31. Der am Körper gewonnene Fingermaßstab ist nach den zugehörigen Maßverhältnissen bei Götterbildern zu verstehen.

Kriyapada 24-32. Acht Stäbe sind eine Messschnur; sie wird bei Grenzen und ähnlichen Aufgaben verwendet. Mit der Kishku-Elle bemisst man Fahrzeuge, Lagerstätten und weitere Geräte.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach 24-32. „Bei Fahrzeug und Bett gilt die Kishku-Elle, beim Heiligtum die Prajapatya-Elle, bei Bauplätzen Dhanurmushti, bei Dörfern und ähnlichen Anlagen Dhanurgraha. Oder für sämtliche Bauplätze kann die Kishku-Elle gelten.“

Kriyapada 24-33. Mit dem Stabmaß lege man Dörfer, Städte, befestigte Siedlungen und Marktflecken an. Für Häuser und Ähnliches ist das Ellenmaß genannt, für Kleines Fingerbreiten oder Gerstenkörner.

Kriyapada 24-34. Göttertempel, Häuser und andere Bauten errichte man nach dem Matra-Finger.

Kriyapada 24-35. Auch Feuergruben, Mandalas und die übrigen Anlagen sollen überall nach dem Matra-Finger hergestellt werden. So wurde hier ordnungsgemäß dargelegt, wie die verschiedenen besonderen Handlungen durch ihre jeweiligen Maße zustande kommen.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das vierundzwanzigste Kapitel namens „Vorschrift über Schattenstab, Fingermaße und weitere Maße“.

Genauigkeit als Teil der Vorbereitung

Die Aufmerksamkeit für Ebene, Richtung und Maß macht die Sorgfalt sichtbar, die der Text von einer heiligen Bauaufgabe erwartet. Die verschiedenen Lehrmeinungen und Maßsysteme zeigen zugleich, dass die Überlieferung Unterschiede bewahrt. Für die eigene Yoga-Praxis kann daraus eine schlichte Anregung erwachsen: Vor dem Handeln innehalten, die Voraussetzungen betrachten und sorgfältig mit dem arbeiten, was tatsächlich vorliegt.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 24: Schattenstab, Richtungen und Längenmaße
Für einen Bauplatz müssen Ebene, Himmelsrichtungen und Maße bestimmt werden. Das Kapitel erläutert dazu einen Schattenstab, geometrische Konstruktionen und verschiedene Körper- und Stabmaße. Es enthält außerdem eine astronomische Korrekturrechnung und abweichende Maßangaben. Wo die gelieferten Erläuterungen unsicher bleiben, wird keine neue technische Rekonstruktion als ursprünglicher Text ausgegeben.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha caturviṃśaḥ paṭalaḥ |

athottarāyaṇasthe'rke praśaste divasodaye |
gṛhītavāstuṃ khātvā tu śalyamudddhṛtya śodhayet || 24-1 ||

sarvataḥ susamaṃ kṛtvā sthalaṃ darpaṇasannibham |
tanmadhye daṇḍamātraṃ va jalāvasthānataḥ samam || 24-2 ||

tadyathā -

sacchidramadhyaṃ tu ghaṭaṃ bhārāmbuparipūritam |
yantrikādhāragaṃ kṛtvā sthalamadhye samaṃ nyaset || 24-3 ||

p. 230) tataḥ parisrutāmbhobhiḥ samaṃ sikte tu bhūtale |
anyūnādhikasaṃsthānaṃ yathā jñeyaṃ tadambhasām || 24-4 ||

binduṃ kṛtvā sthalaṃ madhye tasmin śaṅkuṃ samaṃ nyaset ||

tadyathoktaṃ cānyaiḥ -

bhramaviracitavṛttastulyamūlāgrabhāgo dviradadaśanajanmā sāradārūdbhavo vā |
samamṛjuravalambādavraṇaḥ ṣaṭkavṛttaḥ samatala iha śastaḥ śaṅkurarkāṅguloccaḥ ||

iti |

śaṅko pucchāgrayormadhye yavasthūlāyate same || 24-5 ||

lohaje ghaṭayet sūcyau tacchāyāmadhyasiddhaye |
śaṅkumānāyataṃ sūtraṃ bindau tasmin nidhāya tu || 24-6 ||

bhramayet paritastena bindau sthitvā suvartulam |
tanmadhyabindau taṃ śaṅkuṃ sthāpayedudaye raveḥ || 24-7 ||

tadbimbavṛttarekhāyāṃ śaṅkucchāyāśiro yadā |
hrāsād viṃśatipūrvāhṇe tatra cchāyāgramaṅkayet || 24-8 ||

tathāparāhṇe cchāyāyāṃ nirgacchantyāṃ tu maṇḍalāt |
saṃspṛśantyāṃ tu tadrekhāṃ prāgvat tatrāpi lāñchayet || 24-9 ||

tayorāsphālayet sūtramṛjuṃ pūrvāparāṅkayoḥ |
diśau prākpaścime syātāṃ brāhmī prācī smṛtā hi sā || 24-10 ||

pāścātyāṅkasthitaṃ sūtramardharakṣoghnamānataḥ |
prāgaṅkād dakṣiṇe nyasya sā digaindrīti kathyate || 24-11 ||

prāgaṅkāduttare tadvadaiśī kāṣṭhā tu sā bhavet |
śivālayādikaraṇeṣvaiśī prācīti kecana || 24-12 ||

viprādyāvāsakaraṇe syādaindrītyapare jaguḥ |
brāhmī digeva sarveṣāṃ naikatantranidarśanāt || 24-13 ||

nirakṣadeśe laṅkādau syādayaṃ digvinirṇayaḥ |
ityāhuḥ kecidityasmāt sākṣadeśasya kathyate || 24-14 ||

p. 231) viśeṣaḥ sākṣadeśānāmastyevārkāpasarpaṇāt |

uktaṃ cānyaiḥ -

yāti bhānurapamaṇḍalavṛttyā dakṣiṇottaradiśoranuvelam |
tena sā diganṛjuḥ pratibhāti syādṛjuḥ punarapakramamaurvyā ||

iti |
uttaragolastha uttarāṃ diśamapakramamaṇḍalena gacchati |
dakṣiṇagolastho dakṣiṇāṃ diśamapakramamaṇḍalena carati |
tasmāt sā diganṛjuḥ pratibhāti |
tasmādidānīmapakramajyayā digārjavaṃ pratipādayannāha -

chāyānirmanapraveśasamayārkākrāntijīvāntaraṃ kṣuṇṇaṃ saśravaṇena lambakahṛtaṃ syādaṅgulādyaṃ phalam |
paścād binduranena ravyayanataḥ sañcālayed vyatyayāt spaṣṭā prācyaparāthavāyanavaśāt prāgbindumutsārayet ||

iti |
yāvatībhirvṛttābhirghaṭikābhirvṛttarekhāṃ spṛśati śaṅkucchāyā yāvatībhiḥ vṛttānnirgacchati sa khalu cchāyānirgamanapraveśasamayaḥ |
tayoḥ kālayorarkākrāntijīvāntaraṃ nāmārkaghaṭikāmānamityarthaḥ |
tat svaśravaṇena praveśanirgamanakālacchāyāyāḥ karṇena guṇitaṃ lambakahṛtaṃ lambajyayā hṛtamaṅgulābhyāṃ phalaṃ bhavati |
tena phalena paścād binduṃ prāptāṅgulapramāṇena raverayanasya vyatyayāt sañcālayet |
ayanavyatyayaścottarāyaṇe dakṣiṇena dakṣiṇāyane tūttareṇa sañcālayedityarthaḥ |
tathāsphālitaṃ sūtraṃ sākṣadeśe spṛṣṭā prācī bhavati |
athārkāvalambakairvināpi prakārāntareṇa dikparijñānārthamucyate -

chāyātrayāgrodbhavavṛttamadhyaspṛksūtrayoryatra yutiḥ pradeśe |
yāmyottarā śaṅkudiśā kakup syāt krameṇa saumyetaragolayoḥ syāt || 24-15 ||

pūrvakapāle vāparakapāle cchāyātrayāgraṃ dṛṣṭvā tairvṛttatraye likhite yanmatsyadvayamutpadyate tayormukhapucchānusārisūtradvayaṃ yasmin pradeśe saṃyuktaṃ tiṣṭhati tata ārambhya śaṅkumūlaparyantaṃ sūtramāsphālayet |
sā dakṣiṇottarā dig bhavati |
ravāvuttaragolasthe śaṅkumūlād dakṣiṇā bhavati |
dakṣiṇagolasthe śaṅkumūlāduttarā bhavati |
atra punaḥ spaṣṭamucyate |
tad yathā- jalasamīkṛte sthale

p. 232) proktapramāṇaṃ śaṅkuṃ vinyasya pūrvāhṇe vāparāhṇe chāyāgreṣvabhiniviṣṭeṣu triṣu trayo bindavaḥ kāryāḥ |
tata ekaṃ binduṃ madhye kṛtveṣṭapramāṇena vṛttamālikhet |
tāvataiva dvitīyaṃ bindumavalambya dvitīyaṃ vṛttaṃ tadvat tṛtīyaṃ binduṃ madhye kṛtvā tṛtīyaṃ vṛttamālikhet |
tatastāvatpramāṇameva vṛttam |
tathācālikhed yathā madhyabinduvṛttaṃ pārśvadvayabinduvṛttadvayasya khaṇḍamutpādayati |
tathākṛte matsyadvayamutpadyate |
tayośca yasyāṃ diśi mahadantaraṃ te mukhe bhavataḥ |
tayoryasyāṃ diśi sannikarṣaste pucche bhavataḥ |
mukhayoḥ sūkṣmakīlakau vinyasya tayoḥ sūtre baddhvā pucchamadhyage niḥsārya svagatyaikaikaṃ nayet |
tayoḥ sūtrayormukhapucchagatyanusāreṇa yatra sannipātaḥ sā dakṣiṇā dig bhavati śaṅkutalā(nyu ? du)ttaragolasthe'rke tato dakṣiṇagolasthe savitari |
tathā madhyagatasūtrayoryuti binduḥ śaṅkumūlādevottarā dig bhavati |
evaṃ śaṅkumūlayuti bindvavagāhi sūtraṃ prasārya rekhāṃ kuryāt sā dakṣiṇottarā dig bhavati |
tata ekaikaṃ binduṃ madhye kṛtvā vṛttadvayena matsyamutpādayet |
tasya mukhapucchāvagāhisūtraṃ pūrvāparā dig bhavati |
evaṃ sākṣadeśe diksādhanamuktam |
nirakṣadeśe tu pūrvoktaiva pūrvāparā dig bhavati |
tatsūtrasya madhyabindau sthitvā daśāṅgulamānena sūtramadhye pūrvāparādaṅkau kṛtvā tayoraṅkayorantarasamānasūtramaṅkayornidhāya dakṣiṇottarayoḥ paribhramyotpannayormatsyayoḥ sūtramāsphālya dakṣiṇottarā dig bhavatītyalam |
api ca

naracchāyānusāreṇa kalpyaṃ cārkāpasarpaṇam || 24-16 ||

gaṇayitvā dhanurjyāvad jñeyaṃ syādarkamārgayoḥ |
ardhāṅgulamapacchāyā vṛṣayugmāṅganāsu ca || 24-17 ||

tulālicāpeṣvṛddhā syāddhīnā karkimṛgādiṣu |

tacca pratidinamiti yāvat |

dvayamekaṃ na naikaṃ dve netrāgniśrutisaṃkhyayā || 24-18 ||

vedāgnidvayamānena dvayamekaṃ na kiñcana |
naikanetrābdhirāmākṣiyugabāṇartusaṃkhyayā || 24-19 ||

ṣaṭsaptāṣṭakamānena cāṣṭarṣirasasaṃkhyayā |
ṛtubāṇaśrutisamaṃ vedāgnyakṣimitaṃ kramāt || 24-20 ||

p. 233) ardhārdhapādamānena meṣādidvādaśasvapi |
daśake daśake tvahnāṃ naracchāyāmitiṃ tyajet || 24-21 ||

atra

samīkṣya bhānorgamanaṃ sarāśikaṃ tyajet puroktāṅgulamatra yuktitaḥ |
tatastu kāṣṭhāmupagṛhya tadvaśād visṛjya sūtraṃ vidadhīta vastvalam || 24-22 ||

sthalaṃ samaṃ jalavaśāllambasūtrāt sthitārjavam |
bhujāsamatvaṃ syāt karṇaistrinarāt tiryagārjavam || 24-23 ||

prācīsūtrāt prasiddhyanti diśo'nyāścaturaśragāḥ |

śaṅkucchāyādhikāraḥ |

paramāṇurajoromalikṣāyūkāyavāṣṭakaiḥ || 24-24 ||

kramānmānāṅgulaṃ jñeyaṃ vitastirdvādaśāṅgulā |

mānāṅguladvādaśakaṃ vitastirvitastiyugmaṃ khalu sīkaṣkuṃjñam |
hasto bhaveddhastacatuṣṭayaṃ syāddhanuśca daṇḍo'pi sa eva nāmnā || 24-25 ||

daṇḍapañcāśatāyāmo gavyūtyardhaṃ nigadyate || 24-26 ||

dviguṇaṃ tat tu gavyūtistaddvayaṃ krośa ucyate |
yojanaṃ tu catuṣkrośaṃ dviṣkrośaṃ cārdhayojanam || 24-27 ||

atrāryabhaṭaḥ -

hasto'ṅgulaviṃśatyā caturuttarayā catuṣkaro daṇḍaḥ |
taddvisahasraṃ krośo yojanamekaṃ catuṣkrośam ||

iti |

prājāpatyākhyahastaḥ syāt pañcaviṃśatikāṅgulaḥ |
ṣaṭsaptādhikaviṃśatyā dhanurmuṣṭidhanurgrahau || 24-28 ||

ā sandherbaddhamuṣṭistu ratniḥ kara udāhṛtaḥ |
sa evāratniruddiṣṭā sṛṣṭā cet tatkaniṣṭhikā || 24-29 ||

prādeśatālagokarṇavitastyaḥ syuryathākramam |
tarjanyādikaniṣṭhāntamāṅguṣṭhāgrāt prasāritā || 24-30 ||

p. 234) yanmadhyamāmadhyamaparvadairghyānmānena mātrāṅgulamāyataṃ syāt |
tatparvamānena tadeva tiryaṅmātrāṅgulaṃ tacca tatābhidhānam || 24-31 ||

dehopalabdhāṅgulamiṣyate yat tanmānayuktyā pratimāsu vidyāt |

daṇḍānāmaṣṭakaṃ rajjuḥ sā ca sīmādiṣu smṛtā |
kiṣkuhastena yānādiśayanīyādisādhanam || 24-32 ||

atrāha mayaḥ -

yāne ca śayane kiṣkuḥ prājāpatyaṃ vimānake |
vāstūnāṃ tu dhanurmuṣṭirgrāmādīnāṃ dhanurgrahaḥ ||

sarveṣāmapi vāstūnāṃ kiṣkurhasto'thavā bhavet |

iti |

daṇḍena tu grāmaniveśanādyaṃ purāṇi kheṭaṃ nigamaṃ ca kuryāt |
hastena veśmādiṣu mānamuktaṃ svalpena caivāṅgulakairyavairvā || 24-33 ||

devālayagṛhādīni kuryānmātrāṅgulena hi || 24-34 ||

kuṇḍādikānāmapi maṇḍalānāṃ sarvatra mātrāṅgulamānataḥ syāt |
nirmāṇamityatra yathāvaduktā tattatkriyābhedaviśeṣasiddhiḥ || 24-35 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde śaṅkucchāyāṅgulādividhirnāma caturviṃśaḥ paṭalaḥ || 24 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 25: Raster, Dörfer und Städte

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 25: Raster, Dörfer und Städte
Dieses Kapitel erweitert den Blick vom einzelnen Bauplatz auf ganze Siedlungen. Es beschreibt quadratische Raster, Größenklassen, Straßen, Heiligtümer und Wohnbereiche. Die Raumordnung verbindet praktische Funktionen mit Gottheitenfeldern und der historischen sozialen Hierarchie. Zahlenabweichungen und nicht eindeutig auflösbare Fachwörter bleiben gekennzeichnet.

Kapiteleingang. Nun das fünfundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 25-1. Nun wird zur Verwirklichung der Bauanlage die Anordnung der Felder beschrieben: Sakala, Pechaka, Pitha, Mahapitha, Upapitha,

Kriyapada 25-2. Ugrapitha, Sthandila, Manduka, Parashayika und Asana – zehn Arten der Rasteranlage für Dörfer und andere Siedlungen.

Kriyapada 25-3. Innerhalb der vier äußeren Schnüre liegt das eine Feld des Sakala. Durch Hinzufügen je einer Schnur in östlicher und nördlicher Richtung entstehen vier Felder.

Kriyapada 25-4. So vermehre man schrittweise die nach Osten und Norden verlaufenden Feldreihen. Das Pechaka hat vier Felder, das Pitha neun.

Kriyapada 25-5. Mahapitha besitzt sechzehn, Upapitha fünfundzwanzig und Ugrapitha sechsunddreißig Felder.

Kriyapada 25-6. Sthandila hat neunundvierzig, Manduka acht mal acht. Das Paramashayika genannte Feld ist für seine einundachtzig Felder bekannt.

Kriyapada 25-7. Asana besteht aus hundert Feldern; auf diesen Rastern werden Dörfer und andere Anlagen verwirklicht. Ein quadratisches Grundstück von acht Stäben Seitenlänge ist eine Kakani; deren Vierfaches

Kriyapada 25-8. ist ein Masha. Viermal so viel heißt Vartanaka, dessen Fünffaches Vati, und viermal so viel ist ein Kuduba.

Kriyapada 25-9. So wurden die Bodenmaße genannt; nun werden die Stabmaße beschrieben. Die Grenze eines vorzüglichsten großen Dorfes umfasst hunderttausend Stäbe.

Kriyapada 25-10. Vermindert man dies jeweils um zwanzigtausend Stäbe, ergeben sich fünf Dorfmaße. So wurde die hauptsächliche Reihe genannt.

Kriyapada 25-11. Von zwanzigtausend Stäben an vermindere man die Dorfmaße jeweils um fünfhundert bis hinunter zu fünfhundert Stäben.

Kriyapada 25-12. So ergeben sich vierzig Unterarten der mittleren Größenklasse. Dies gilt als Grenzmaß des Dorfes samt Wohnbereich, Feldern und weiterem.

Kriyapada 25-13. Nun wird das Grenzmaß des Wohnbereichs innerhalb der Umwallung genannt: Dorf, Khetaka, Kharvata, Festung,

Kriyapada 25-14. Stadt, Residenzstadt, Hafenstadt, Dronikamukha, Feldlager, Heerlager, Grenzstation, Vidambaka,

Kriyapada 25-15. Marktflecken und Nebenstadt. Die Merkmale dieser vierzehn Arten werden einzeln dargelegt.

Kriyapada 25-16. Das kleinste der kleinen Dörfer ist vierundsechzig Stäbe breit. Die mittlere und höchste Form betragen das Doppelte und Dreifache.

Kriyapada 25-17. Für ein kleines Kheta gelten zweihundertsechsundfünfzig Stäbe, für ein mittleres dreihundertzwanzig und für ein großes dreihundertvierundachtzig.

Kriyapada 25-18. So wird Kheta dreifach angegeben. Vierhundertachtundvierzig Stäbe

Kriyapada 25-19. gelten für ein kleines Kharvata, fünfhundertzwölf für ein mittleres und fünfhundertsechsundsiebzig für ein großes.

Kriyapada 25-20. Die kleine Festung misst sechshundertvierzig Stäbe, die mittlere siebenhundertvier.

Kriyapada 25-21. Die große Festung misst siebenhundertachtundsechzig. Achthundertzweiunddreißig, achthundertsechsundneunzig

Kriyapada 25-22. und neunhundertsechs sind die drei unteren Stadtmaße. [Quellenhinweis: Die letzte Zahl lautet geliefert neunhundertsechs; sie wird nicht einer erwarteten regelmäßigen Reihe angepasst.] Tausend, tausendfünfhundert und zweitausend sind der Reihe nach

Kriyapada 25-23. die kleine, mittlere und große Stadt in der mittleren Dreiergruppe. Dreitausend, viertausend und fünftausend sind die Stadtmaße der oberen Dreiergruppe.

Kriyapada 25-24. Sechstausend, siebentausend und achttausend Stäbe ergeben der Reihe nach die drei Städte der allerhöchsten Gruppe.

Kriyapada 25-25. Durch Vermehrung um die Vikara-Zahl von Stäben ergeben sich für Dörfer und die weiteren Siedlungen jeweils wiederum neun Maße oberhalb der genannten. [Vikara ist eine Zahlenchiffre; ihr Wert wird hier nicht ausdrücklich erklärt.]

Kriyapada 25-26. Für Residenzstädte und die weiteren gelten die Maße wie für Städte. Diese Maße der Dörfer und übrigen Anlagen gelten nur bei Menschen.

Kriyapada 25-27. Die Maße der Städte von Göttern, Asuras und anderen sind den Menschen nicht bekannt. Gegenüber der Breite betrage die Verlängerung ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel, oder die Länge sei das Doppelte,

Kriyapada 25-28. bei den Anlagen vom Dorf bis zur Stadt. Ihre Breite und Länge sollen mit ungeraden Stabzahlen

Kriyapada 25-29. festgelegt werden. Der Rest dient als Garten- und Verkehrsfläche. Dörfer lege man an den südlichen und weiteren Ufern von Flüssen und anderen Gewässern an. [Die knappe Richtungsangabe „dakṣiṇādye“ bezeichnet hier keine vollständig ausgeführte Uferliste.]

Kriyapada 25-30. Ein Kheta liege zwischen zwei Dörfern, ein Kharvata in der Mitte eines Landes. Eine Festung liege in einem Berggebiet, im Wald, im Meer oder von Wasser umgeben.

Kriyapada 25-31. Sieben Arten von Festungen gibt es: Berg-, Wald-, Wasser-, Ödland-, göttliche, Wüsten- und künstlich angelegte Festung.

Kriyapada 25-32. Eine Stadt liegt in der Mitte eines Landes oder nahe einem Fluss. Dieselbe Anlage, durch Pfähle, Schlamm und ähnliche Hindernisse sowie Gräben schwer zugänglich,

Kriyapada 25-33. mit hoher Umwallung, Türmen, Torbauten, Wurfvorrichtungen, Hula-Geräten und Shataghni-Waffen ringsum sowie weit ausgedehnten hohen Wehrplattformen,

Kriyapada 25-34. mit einem, zwei, drei oder vier Toren, heißt Residenzstadt. Eine mit vielfältigen Waren und Reichtümern gefüllte, an einer Meeresniederung gelegene,

Kriyapada 25-35. von seefahrenden Kaufleuten bewohnte Siedlung nennt man Hafenstadt. Dieselbe an einem Zusammenfluss von Meer und Fluss, von Schiffen angelaufen

Kriyapada 25-36. und von Kaufleuten aus anderen Inseln beziehungsweise Ländern bewohnt, nennen die Kundigen Dronamukha. Im fremden oder eigenen Land mit dem viergliedrigen Heer ausgestattet,

Kriyapada 25-37. heißt die Niederlassung eines nach Sieg strebenden Herrschers Feldlager. Dasselbe, nicht allzu weit entfernt, wenn zwei Könige miteinander Krieg führen,

Kriyapada 25-38. als gesonderte Niederlassung des Heeres, heißt Heerlager. An der Seite eines Berges oder Flusses, mit königlichen Truppen besetzt,

Kriyapada 25-39. an der Landesgrenze mit einem Grenzhüter versehen: Das nennen die Kundigen Grenzstation. Eine Wohnstätte von Bauern und anderen am Dorfrand heißt Vidambaka.

Kriyapada 25-40. Mit Menschen der vier sozialen Gruppen, Handwerkern und Angehörigen verschiedener Erwerbszweige sowie mit Waren, Geld, Getreide und anderem ausgestattet, heißt eine Siedlung Marktflecken.

Kriyapada 25-41. Im Wald oder am Stadtrand, von Stadtbewohnern bewohnt und mit Feldern, Gärten und ergiebigen Lagerstätten versehen, gilt sie als Nebenstadt.

Kriyapada 25-42. Mit so vielen Tausenden von Zweimalgeborenen wie Jagati, Pankti und Vasus zählen, entsteht das höchste, mittlere und geringste Dorf der höchsten Klasse. [Die ersten beiden Zahlen sind durch Versmaßnamen bezeichnet; die Quelle schreibt hier keine Ziffern aus.]

Kriyapada 25-43. Mit siebentausend, sechstausend und fünftausend entstehen die höchste, mittlere und geringste Form der mittleren Klasse; mit viertausend, dreitausend und zweitausend die drei Formen der unteren Klasse.

Kriyapada 25-44. Mit tausend, siebenhundert und fünfhundert Brahmanen entstehen die höchste und die weiteren Formen der noch niedrigeren Klasse. Dann folgen die kleinen Dörfer, auch sie in elf Arten.

Kriyapada 25-45. Mit vierhundert, dreihundert, zweihundert, achthundert und vierundachtzig; ferner vierundsechzig, fünfzig, zweiunddreißig und drei mal acht,

Kriyapada 25-46. mit der Vikara- und der Aditya-Zahl angesiedelter Brahmanen. [Quellenhinweis zu 25-45–46: Die gelieferte Zahl „achthundert“ steht in einer ansonsten kleiner werdenden Reihe. Sie wird nicht stillschweigend zu einer vermuteten anderen Zahl geändert; auch die Gliederung der Elfzahl bleibt dadurch unsicher.] Von einem bis zu zehn Brahmanen reichen zehn Formen, Ein-Besitz und die folgenden genannt.

Kriyapada 25-47. Bei den Dorfrastern von Sakala bis Asana liegen die Straßen bei gerader Teilungszahl auf den Schnurlinien, bei ungerader in den Feldreihen.

Kriyapada 25-48. Man soll beide nicht vermischen; eine Vermischung gilt als verderbenbringend. Dandaka, Svastika, Prastara, Prakirnaka,

Kriyapada 25-49. Nandyavarta, Paraga, Padma und Shripratishthita: So sind die allgemeinen Anordnungen der Dörfer und übrigen Siedlungen achtfach.

Kriyapada 25-50. Die Straße um den Dorfrand heißt Mangala-Straße. In der Stadt heißt sie Jana-Straße, bei Khetakas und den weiteren Ratha-Straße.

Kriyapada 25-51. Die Straßenbreite betrage einen, zwei, drei, vier oder fünf Stäbe. Zwei nach Osten und Norden verlaufende Straßen verbinden die Mitte in kreuzartiger Form. [Die genaue Bedeutung des gelieferten Formwortes „kakarī“ bleibt unsicher.]

Kriyapada 25-52. Mit vier Toren und einer umgebenden Umwallung heißt die Anlage Dandaka. Auch eine Anlage mit nur einer nach Osten verlaufenden Straße heißt Dandaka.

Kriyapada 25-53. In einem Dorf mit fünfundzwanzig Rasterfeldern lasse man vom Mittelfeld aus in den vier Richtungen, im Osten beginnend, jeweils zwei Felder frei.

Kriyapada 25-54. Von dort lasse man nach außen jeweils zwei weitere Felder rechtsläufig frei, wiederum im Osten beginnend. So ergibt sich deutlich eine Anordnung in Svastika-Form.

Kriyapada 25-55. Beim Prastara sind drei von Osten nach Westen verlaufende Straßen und drei nördlich gerichtete genannt, oder vier, fünf, sechs oder sieben.

Kriyapada 25-56. Beim Prakirnaka gibt es vier östlich gerichtete und zwölf nördlich gerichtete Straßen; oder letztere entsprechen den Zahlen der Rudras, Richtungen, Nandas und Vasus.

Kriyapada 25-57. Fünf Straßen verlaufen von Osten nach Westen und dreizehn nach Norden; oder die nördlichen entsprechen den Versmaßzahlen Shakvari, Atishakvari, Ashti und Atyashti.

Kriyapada 25-58. So entstehen die Straßen beim Nandyavarta-Raster eines Dorfes und anderer Anlagen. Wo es sechs östlich gerichtete Straßen gibt und nördliche in den Versmaßzahlen von Dhriti

Kriyapada 25-59. bis Akriti, heißt die Anlage Paraga. Sieben östlich gerichtete Straßen und, bei dreiundzwanzig beginnend,

Kriyapada 25-60. bis siebenundzwanzig nördliche gelten für die Padma-Anordnung. [Die Quelle enthält vor der Obergrenze unvermittelt den Pranava; er wird nicht als Teil einer zusätzlichen Mantraformel gedeutet.] Acht östlich gerichtete Straßen und, bei achtundzwanzig beginnend,

Kriyapada 25-61. bis zweiunddreißig nördliche gibt es bei Shripratishthita. In den Feldern Mahendra, Griharaksha, Bhallata und Pushpadanta

Kriyapada 25-62. liegen die großen Tore. Falls Nebentore vorhanden sind, liegen sie bei Bhrisha, Pushan, Bhringa, Dauvara, Shosha und Naga,

Kriyapada 25-63. ferner Diti und Parjanya. Wasserwege werden vom Indra-Bereich bis zum Bereich von Isha und Argala empfohlen, sodass das Gefälle nach Osten und Norden führt.

Kriyapada 25-64. Im Surya-Feld steht die Sonne, bei Bhrisha Vishnu, bei Agni Kali, bei Yama Guha. Vishnu befindet sich in der Mitte und bei Varuna; bei Sugriva liegt ein Heiligtum des Sugata, des Buddha.

Kriyapada 25-65. Bei Bhringa liegt das Heiligtum des Jina, bei Vayu das der Jyeshtha, bei Mukhya das der Chandi. Kubera, Mahakali und die Mütter befinden sich im Mondbereich.

Kriyapada 25-66. Bei Aditi liegt Vastu-Chamundi. Für Shiva ist der Ishana-Bereich günstig. Im Nirriti- oder Jayanta-Bereich liege das Haus des Hindernisherrn.

Kriyapada 25-67. Andere haben die Anordnung der Gottheiten auch so beschrieben: In der Mitte von Dörfern, Städten und Ländern liege das Haus Brahmas.

Kriyapada 25-68. Vishnus Heiligtum liege im Osten oder Westen und blicke auf Dorf oder Stadt. Ein von Menschen errichtetes Shiva-Heiligtum liege im Nordosten und blicke davon weg.

Kriyapada 25-69. Ein von selbst entstandenes, göttliches oder von Rishis stammendes Heiligtum kann dagegen überall stehen, ohne dass daraus ein Fehler entsteht. Doch wer Heil sucht, soll auch hier den Bereich unmittelbar davor meiden.

Kriyapada 25-70. Im Osten, Nordosten oder in der Mitte liegen die Heiligtümer Gauris, der Sonne und Shris; im Süden das der Mütter, im Südwesten die von Shasta und Kali.

Kriyapada 25-71. Shanmukhas Heiligtum liegt im Westen, das der Jyeshtha anschließend; Durgas im Nordwesten und Norden. Die Weltenhüter befinden sich in ihren jeweiligen Richtungsbereichen.

Kriyapada 25-72. Das Haus des Feldhüters liege im Osten, Nordosten, Norden oder in der Mitte. So bringt die Anordnung Ländern, Dörfern und Städten Gedeihen.

Kriyapada 25-73. Der Kuhstall liegt im Süden oder Osten, ein Wasserbecken im Nordosten und Norden. Wasser ist auch überall günstig. Im Norden liegt der Blumengarten.

Kriyapada 25-74. Im Süden liegt das Viertel der Kurtisanen, ringsum die Wohnbereiche der Shudras. Vaishyas und Kaufleute wohnen im Osten, in der Mitte liege der königliche Markt.

Kriyapada 25-75. Im Osten und Norden liegen die Häuser der Töpfer und auch der Barbiere, im Nordwesten die der Netzfischer, im Westen die der Schlachter.

Kriyapada 25-76. Ölhändler wohnen im Norden; Zimmerleute im Nordwesten oder Südosten; weitere Handwerker im Nordwesten, Weber im Westen.

Kriyapada 25-77. Ein oder zwei Kroshas außerhalb liege die Chandala-Siedlung. Der Bestattungsplatz liege einen Krosha außerhalb nach Osten und Norden. [Die räumliche Ausgrenzung gehört zur historischen sozialen Ordnung der Quelle.]

Kriyapada 25-78. Für die übrigen, nicht genannten Gruppen ordne man die Wohnungen sachgerecht an. In der Residenzstadt liege die Königswohnung westlich des Brahma-Feldes.

Kriyapada 25-79. Östlich davon liege ein äußerer Umgang mit Indra-Kosha und Versammlungshalle. [Der bauliche Fachausdruck Indra-Kosha wird hier nicht näher erklärt.] Die Küche liegt bei Antariksha und Agni, der Schlafraum bei Griharakshaka.

Kriyapada 25-80. Das Waffenhaus liegt bei Nirriti, der Speiseraum bei Varuna, der Erholungsraum bei Vayu, die Schatzkammer bei Bhallata.

Kriyapada 25-81. Der Getreidespeicher liegt im Norden, der Übungsraum bei Argala, das Badehaus bei Parjanya; Räume für Feueropfer und Verehrung liegen im Nordosten.

Kriyapada 25-82. Der Tanzsaal liegt im Gandharva-Feld, der Elefantenstall bei Pushan. Die Pferde stehen bei Diti und Aditi; die Frauenräume liegen im Norden und Westen.

Kriyapada 25-83. In der Mitte lasse man einen Trinkwasserplatz oder Pavillon und sachgerecht auch Weiteres errichten. Für Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und auch wohlhabende Shudras

Kriyapada 25-84. sind die noch zu beschreibenden gruppenspezifischen Prachtbauten Stätten des Wohlstands. Für weniger Vermögende genügen Hallenhäuser, jeweils nach dem passenden Verfahren errichtet.

Kriyapada 25-85. So wurden sämtliche Maße und Merkmale von Dörfern, Städten und weiteren Siedlungen genannt, wie sie von Brahma, Agastya, Purandara, Tvashtar und Maya gelehrt wurden. Erkennt man dies und errichtet die Heiligtümer nach Vorschrift, so wird darin der Gott, Mridanis Gatte, von allen Göttern, von Weisen und ebenso von Menschen verehrt.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das fünfundzwanzigste Kapitel namens „Rasteranordnung und Merkmale von Dörfern und Städten“.

Heilige Orte im gemeinsamen Lebensraum

Die Siedlung erscheint hier als ein Gefüge aus Wohnen, Arbeit, Wasser, Handel, Schutz und Verehrung. Auch Heiligtümer verschiedener religiöser Traditionen werden genannt. Zugleich enthält die Ordnung soziale Ausschlüsse, die nicht als zeitlose spirituelle Werte behandelt werden dürfen. Eine heutige Besinnung kann fragen, wie Orte der Praxis in einen gemeinsamen Lebensraum eingebettet sind und zu einem achtsamen Miteinander beitragen.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 25: Raster, Dörfer und Städte
Dieses Kapitel erweitert den Blick vom einzelnen Bauplatz auf ganze Siedlungen. Es beschreibt quadratische Raster, Größenklassen, Straßen, Heiligtümer und Wohnbereiche. Die Raumordnung verbindet praktische Funktionen mit Gottheitenfeldern und der historischen sozialen Hierarchie. Zahlenabweichungen und nicht eindeutig auflösbare Fachwörter bleiben gekennzeichnet.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha pañcaviṃśaḥ paṭalaḥ |

athātaḥ padavinyāsaḥ kathyate vastusiddhaye |
sakalaṃ pecakaṃ pīṭhaṃ mahāpīṭhopapīṭhake || 25-1 ||

ugrapīṭhaṃ sthaṇḍilaṃ ca maṇḍūkaṃ paraśāyikam |
āsanaṃ ceti daśadhā grāmādinyāsacaṇḍitam || 25-2 ||

prāntasūtracatuṣkāntarekaṃ syāt sakalaṃ padam |
prācyodīcyaikasūtrādivṛddhyā tat syāccatuṣpadam || 25-3 ||

evaṃ prāguttarapadapaṅktivṛddhiṃ kramānnayet |
catuṣpadaṃ pecakaṃ syāt pīṭhaṃ navapadaṃ smṛtam || 25-4 ||

p. 235) mahāpīṭhaṃ ṣoḍaśabhiḥ pañcaviṃśatibhiḥ padaiḥ |
upapīṭhaṃ tu ṣaṭtriṃśatpadaiḥ syādugrapīṭhakam || 25-5 ||

sthaṇḍilaṃ hyūnapañcāśanmaṇḍūkaṃ cāṣṭakāṣṭakaiḥ |
ekāśītipadaiḥ khyātaṃ kṣetraṃ paramaśāyikam || 25-6 ||

āsanaṃ śatakoṣṭhaiḥ syād grāmādyaṃ tveṣuṃ siddhyati |
caturaśrāṣṭadaṇḍā bhūḥ kākaṇī taccaturguṇaḥ || 25-7 ||

māṣo vedaguṇaṃ tasmād bhaved vartanakāhvayam |
tatpañcaguṇitā vāṭī kuḍubaṃ taccaturguṇam || 25-8 ||

bhūmānamevaṃ kathitaṃ daṇḍamānaṃ tu kathyate |
mahāgrāmasyottamasya paryanto lakṣadaṇḍavān || 25-9 ||

tasmād viṃśatisāhasradaṇḍahrāsāt krameṇa tu |
grāmāṇāṃ pañcadhā mānaṃ mukhyaṃ tvevamudīritam || 25-10 ||

daṇḍaviṃśatisāhasrād daṇḍapañcaśatasya tu |
kramahrāsād grāmamānānyā pañcaśatadaṇḍataḥ || 25-11 ||

catvāriṃśatprabhedāni madhyamāne bhavanti hi |
grāmādhivāsakṣetrādeḥ sīmāmānamidaṃ smṛtam || 25-12 ||

prākārāntarathāvāsasīmāmānamihocyate |
grāmaśca kheṭakaścātha kharvaṭaṃ durgameva ca || 25-13 ||

nagaraṃ rājadhānī ca pattanaṃ droṇikāmukham |
śibiraṃ skandhavāraśca sthānīyaṃ ca viḍambakam || 25-14 ||

nigamaścātha nirdiṣṭaḥ syācchākhānagaraṃ tataḥ |
eṣāṃ caturdaśānāṃ ca lakṣaṇaṃ pṛthagucyate || 25-15 ||

aṣṭāṣṭadaṇḍavistāro grāmaḥ syādadhamādhamaḥ |
dviguṇatriguṇau tasmād grāmau madhyottamau smṛtau || 25-16 ||

ṣaṭpañcāśacca dviśataṃ daṇḍāḥ kheṭe'dhame smṛtāḥ |
viṃśatyā triśatairdaṇḍairmadhyaścaturaśītibhiḥ || 25-17 ||

p. 236) tribhiḥ śataiścottamaḥ syāt kheṭastvevaṃ tridhā smṛtaḥ |
aṣṭau ca catvāriṃśacca daṇḍāstadvaccatuḥśatam || 25-18 ||

hīne tu kharvaṭe jñeyā madhye pañcaśatādhikam |
dvādaśaivottame ṣaḍbhiḥ saptatyā pañcabhiḥ śataiḥ || 25-19 ||

hīnadurgaṃ ṣaṭśataiśca catvāriṃśadbhiranvitam |
caturdaṇḍottaraiḥ saptaśatairdurgaṃ tu madhyamam || 25-20 ||

aṣṭaṣaṣṭiyutaiḥ saptaśatairdurgamihottamam |
sadvātriṃśadvasuśataiḥ ṣaṇṇavatyāṣṭabhiḥ śataiḥ || 25-21 ||

ṣaḍuttarairnavaśatairnīcatrinagarāṇi vai |
sahasreṇa ca sārdhena dvisahasreṇa ca kramāt || 25-22 ||

nīcaṃ madhyaṃ tathā śreṣṭhaṃ nagaraṃ madhyamatraye |
tricatuṣpañcasāhasrairnagarāṇyuttamatraye || 25-23 ||

ṣaṭsaptāṣṭasahasraistu daṇḍaiḥ syuścottamottame |
nagarāṇāṃ traye tāni nagarāṇi yathākramam || 25-24 ||

vikāradaṇḍavṛddhyā tu pratyekaṃ navadhā punaḥ |
grāmādīnāṃ pramāṇāni proktādūrdhvaṃ bhavanti hi || 25-25 ||

rājadhānyādikānāṃ tu māna nagaravad bhavet |
etāvanmānuṣeṣveva mānaṃ grāmādiṣu smṛtam || 25-26 ||

devāsurapurādīnāṃ mānaṃ na jñāyate naraiḥ |
vistārāt pādamardhaṃ vā tripādadviguṇaṃ tu vā || 25-27 ||

mukhāyāmo bhavedeṣāṃ grāmādinagarāntakam |
eteṣāṃ vipulāyāmāvayugmaireva daṇḍakaiḥ || 25-28 ||

vidhātavyāvataḥ śeṣaṃ vāṭīsañcārabhūmikā |
nadyāderdakṣiṇādye tu tīre grāmān niveśayet || 25-29 ||

grāmayorantare kheṭaṃ rāṣṭramadhye tu kharvaṭam |
parvatāntarvane vābdhau durgaṃ syād vā jalāvṛtam || 25-30 ||

p. 237) durgaṃ tu pārvataṃ vanyamaudakaṃ cairiṇaṃ tathā |
daivikaṃ dhānvanaṃ caiva kṛtakaṃ ceti saptadhā || 25-31 ||

rāṣṭrasya madhye nadyā vā samīpe nagaraṃ smṛtam |
tadeva śaṅkupaṅkādyaiḥ parikhābhirdurāsadam || 25-32 ||

uccaprākārakāṭṭālagopurakṣepaṇīhulaiḥ |
śataghnībhiśca paritaḥ paristīrṇocchritāṭṭakam || 25-33 ||

ekadvitricaturdvāraṃ rājadhānīti kathyate |
nānāpaṇyadhanākīrṇaṃ sāgarānūpasaṃśritam || 25-34 ||

sāṃyānikavaṇigjuṣṭaṃ pattanaṃ paricakṣate |
tadevābdheśca nadyāśca saṅgamāgatapotakam || 25-35 ||

dvīpāntaravaṇigjuṣṭaṃ vidurdroṇamukhaṃ budhāḥ |
pararāṣṭre svadeśe vā caturvidhabalānvitam || 25-36 ||

vijigīṣoḥ sanniveśaṃ śibiraṃ tat pracakṣate |
nātidūre tadeva syānnṛpayoryudhyatormithaḥ || 25-37 ||

senāniveśastu pṛthak skandhāvāra iti smṛtaḥ |
parvatasyāthavā nadyāḥ pārśve rājabalānvitam || 25-38 ||

rāṣṭrānte sāntapālaṃ yat tat sthānīyaṃ vidurbudhāḥ |
kṛṣīvalādikāvāso grāmopānte viḍambakam || 25-39 ||

cāturvarṇaiḥ karmakārairnānākarmopajīvibhiḥ |
paṇyaiśca dhanadhānyādyairyuktastu nigamaḥ smṛtaḥ || 25-40 ||

vane vā nagaropānte nāgaraistu janairvṛtam |
kṣetrārāmākaropetaṃ śākhānagaramiṣyate || 25-41 ||

sahasrairjagatīpaṅtivasusaṃkhyairdvijanmanām |
śreṣṭhottamaḥ śreṣṭhamadhyo grāmaḥ śreṣṭhādhamastathā || 25-42 ||

saptaṣaṭpañcasāhasrairgrāmā madhyottamādayaḥ |
catustridvisahasraistu grāmāḥ syuradhame trayaḥ || 25-43 ||

p. 238) viprāṇāṃ daśasapteṣuśatairnīcottamādayaḥ |
grāmā bhavantyatha kṣudrāste'pyekādaśadhā smṛtāḥ || 25-44 ||

catustridviśatairaṣṭaśataiścaturaśītikaiḥ |
sacatuṣṣaṣṭipañcāśaddvātriṃśattryaṣṭakairapi || 25-45 ||

vikārādityasaṃkhyaiśca brāhmaṇaistu niveśitaiḥ |
ekadvijādyādaśāntāstvekabhogādikā daśa || 25-46 ||

sakalādyāsanānte tu grāmādinyāsacaṇḍite |
yugme sūtre tu vithyaḥ syurayugme padapaṅktiṣu || 25-47 ||

dvayorna saṅkaraṃ kuryāt saṅkaraśced vināśakṛt |
daṇḍakaḥ svastikaścaiva prastaraśca prakīrṇakaḥ || 25-48 ||

nandyāvartaḥ parāgaśca padmākhyaḥ śrīpratiṣṭhitaḥ |
grāmādīnāṃ tu sāmānyād vinyāsāstvevamaṣṭadhā || 25-49 ||

grāmaparyantavīthistu khyātā maṅgalavīthikā |
nagare janavīthī syād rathyākhyā kheṭakādiṣu || 25-50 ||

ekadvitricatuṣpañcadaṇḍaiḥ syād vīthivistṛtiḥ |
prāguttarābhyāṃ vīthībhyāṃ kakarībaddhamadhyamam || 25-51 ||

sacaturdvāraparyantavaprāḍhyo daṇḍakāhvayaḥ |
yasminnekaiva vīthī syāt prācīnā so'pi daṇḍakaḥ || 25-52 ||

padānāṃ pañcaviṃśatyā grāme tanmadhyakoṣṭhakāt |
prāgādiṣu caturdikṣu pṛthag lumpet padadvayam || 25-53 ||

tasmāt padadvayaṃ bāhye prāgādyaṃ tu pradakṣiṇam |
vilopya svastikākāro vinyāsaḥ siddhyati sphuṭam || 25-54 ||

prākpratyagāyatāstisraḥ saumyāstisro'tha vīthayaḥ |
catasraḥ pañca vā ṣaḍ vā sapta vā prastare smṛtā || 25-55 ||

catasro vīthayaḥ prācyāḥ saumyāḥ dvādaśa vīthayaḥ |
rudradiṅnandavasubhirmitāḥ syurvā prakīrṇake || 25-56 ||

p. 239) prāk pratyagvīthayaḥ pañca saumyāśca syustrayodaśa |
śakvaryā cātiśakvaryā cāṣṭyātyaṣṭyā ca sammitāḥ || 25-57 ||

nandyāvarte tu vinyāse grāmādeḥ prabhavanti hi |
prācyāḥ ṣaḍ vīthayo yasmin saumyā dhṛtyādisaṃkhyayā || 25-58 ||

ākṛtyantaṃ samā yatra parāgaḥ so'bhidhīyate |
prācīnā vīthayaḥ sapta trayoviṃśāditaḥ kramāt || 25-59 ||

oṃ saptaviṃśateḥ saumyā vinyāse padmake smṛtāḥ |
prācīnā vīthayo'ṣṭau syuraṣṭaviṃśatimāditaḥ || 25-60 ||

ādvātriṃśamudīcyāḥ syurvinyāse śrīpratiṣṭhite |
mahendre gṛharakṣe ca bhallāṭe puṣpadantake || 25-61 ||

mahādvārāṇi caiva syurupadvārāṇi santi cet |
bhṛśe pūṣaṇi bhṛṅgākhye dauvāre śoṣanāgayoḥ || 25-62 ||

ditāvapi ca parjanye jalamārgāstvathaindrataḥ |
īśārgalāntaṃ śastāḥ syuḥ prāgudīcīplavo yathā || 25-63 ||

sūrye sūryo bhṛśe viṣṇuragnau kālī yame guhaḥ |
viṣṇormadhye ca varuṇe sugrīve sugatālayaḥ || 25-64 ||

bhṛṅge jinasya jyeṣṭhāyā vāyau cāṇḍyāstu mukhyake |
kuberasya mahākālyā mātṝṇāṃ ca niśākare || 25-65 ||

aditau vāstucāmuṇḍyāḥ śasta aiśe śivālayaḥ |
nir-ṛtau vā jayante vā vighneśasya gṛhaṃ bhavet || 25-66 ||

athavā devatānāṃ tu vinyāsamapare jaguḥ |
tadgrāmapurarāṣṭrāṇāṃ syānmadhye brāhmaṇo gṛham || 25-67 ||

prācyāṃ vā paścime viṣṇorgrāmādīnāṃ ca sammukham |
parāṅmukhaṃ syādaiśānyāṃ mānuṣaṃ śivamandiram || 25-68 ||

svayambhudaivikaṃ cārṣaṃ yatra tatra sthitaṃ tu vā |
na doṣāya bhavet tasyāpyagraṃ varjyaṃ śubhārthibhiḥ || 25-69 ||

p. 240) prācyāmaiśe'thavā madhye gauryāḥ sūryasya ca śriyaḥ |
mātṝṇāṃ dakṣiṇe dhāma śāstuḥ kālyāśca nair-ṛte || 25-70 ||

ṣaṇmukhasya tu vāruṇyāṃ jyeṣṭhāyāstadanantaram |
vāyau saumye ca durgāyā lokeśānāṃ svagocare || 25-71 ||

indreśasomamadhye vā kṣetrapālaniketanam |
deśagrāmapurādīnāmevamṛddhikaraṃ bhavet || 25-72 ||

gośālā dakṣiṇe prācyā vāpī tvaiśe tathottare |
sarvatra vā jalaṃ śastamuttare puṣpavāṭikā || 25-73 ||

dakṣiṇe gaṇikāvāṭaḥ paritaḥ śūdrajanmanām |
vaiśyānāṃ vaṇijāṃ prācyāṃ madhye rājāpaṇo bhavet || 25-74 ||

prāgudīcyoḥ kulālānāṃ nāpitānāṃ ca tatra hi |
jālikānāṃ ca vāyavye sūnānāṃ paścime gṛham || 25-75 ||

tailavikrayiṇāṃ saumye takṣṇāṃ vāpyanile'nale |
vāyavye kārukādīnāṃ kuvindānāṃ tu paścime || 25-76 ||

krośadvaye vā krośe vā bahiścaṇḍālapakkaṇam |
prāguttareṇa tu krośād bahiḥ pitṛvanaṃ bhavet || 25-77 ||

anuktānāṃ tathānyeṣāṃ yuktyā vāsaṃ prakalpayet |
rājadhānyāṃ nṛpāvāso brahmāṃśādaparāṃśake || 25-78 ||

tasya prācyāṃ tu bāhyālirindrakośasabhānvitaḥ |
pākaśālāntarikṣe'gnau śayanaṃ gṛharakṣake || 25-79 ||

astraśālā ca nir-ṛtau varuṇe bhojanālayaḥ |
vihāraśālā vāyau syād bhallāṭe kośasañcayaḥ || 25-80 ||

koṣṭhāgāraṃ tathā saumye vyāyāmo'pyargale smṛtaḥ |
parjanye snānabhavanamaiśe homārcanāgṛhe || 25-81 ||

nṛttaśālā tu gāndharve gajaśālā tu pūṣaṇi |
dityadityosturaṅgāṇāṃ strīṇāṃ saumye ca paścime || 25-82 ||

p. 241) madhye prapāṃ maṇḍapaṃ vā yuktyānyaccāpi kārayet |
brāhmaṇakṣatriyaviśāṃ śūdrāṇāṃ dhanināmapi || 25-83 ||

vakṣyamāṇāstu ye jātiprāsādāḥ sampadāṃ padam |
aśaktānāṃ tu śālāḥ syustattadyuktyā vinirmitāḥ || 25-84 ||

itthaṃ grāmapurādimānamakhilaṃ proktaṃ tathā lakṣaṇaṃ brahmāgastyapurandarairapi yathā tvaṣṭrā mayenoditam |
yad vijñāya niveśiteṣu vidhinā dhāmasvaśeṣāmaraiḥ sampūjyo munibhistathaiva manujairdevo mṛḍānīpatiḥ || 25-85 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde padavinyāsagrāmapuralakṣaṇaṃ nāma pañviṃśaḥ paṭalaḥ || 25 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 26: Vorbereitung von Tempelbau und Linga-Einsetzung

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 26: Vorbereitung von Tempelbau und Linga-Einsetzung
Ort, Zeit, Auftraggeber und ausführende Personen werden in diesem Kapitel auf die Errichtung eines Heiligtums ausgerichtet. Ausführliche astrologische Zeitregeln stehen vor der Verehrung von Shivas acht Gestalten und den praktischen Vorbereitungen des Bauplatzes. Die astrologischen Angaben sind historische Vorschriften; ihre teils verschlüsselten Tabellen werden nicht zu heutigen Handlungsempfehlungen umgearbeitet.

Kapiteleingang. Nun das sechsundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 26-1. Für die Einsetzung des Lingas und den Bau des Heiligtums ist die Folge der Handlungen vom Pflügen an zu kennen. Sie wird nun niedergeschrieben.

Kriyapada 26-2. Besonders ist dabei auf einen geeigneten Ort und eine geeignete Zeit zu achten. Ein Same, auf gutem Feld zur angegebenen Zeit ausgesät, keimt auf,

Kriyapada 26-3. und durch Bewässerung und weitere Maßnahmen trägt er die erwünschte Frucht. In einem durch Pflügen und die weiteren Handlungen vorbereiteten, mit den vorgeschriebenen Merkmalen versehenen Heiligtum,

Kriyapada 26-4. an einem besonderen Ort und zu geeigneter Zeit, in einem vorschriftsmäßig eingesetzten Linga wird Shiva gegenwärtig, auch zum Gedeihen des Ausführenden.

Kriyapada 26-5. Für Pflügen und die weiteren Handlungen ist hier die Zeit des nördlichen Sonnenweges festgesetzt. Die Monate seien keine Schaltmonate, die Monatshälfte sei hell, die Mondtage günstig,

Kriyapada 26-6. ausgenommen Mondwechsel, Rikta-Tage, der achte Mondtag, Vishti und der erste Mondtag. Unter den Karanas sind, außer Vishti, Shakuni und Chatushpada,

Kriyapada 26-7. und nach Ausschluss von Naga und Kimstughna, die übrigen günstig und glückbringend. Die Wochentage, Dekane und Teilabschnitte von Mond, Merkur, Jupiter und Venus

Kriyapada 26-8. sind günstig, ebenso Stundenherrschaften, Aufgänge und Aspekte von Jupiter, Merkur und Venus. Teilabschnitte, Tage, Dekane, Aufgänge und Aspekte der ungünstigen Planeten

Kriyapada 26-9. sowie ihre Stundenherrschaften sind nicht günstig. Alle Planeten im elften Haus sind günstig; ungünstige Planeten gelten im dritten, sechsten und elften Haus als günstig, andernorts nicht.

Kriyapada 26-10. Venus im sechsten, siebten und zehnten Haus ist nicht erwünscht, andernorts glückbringend. Alle Planeten im achten Haus sind unerwünscht; Venus ist selbst dort günstig.

Kriyapada 26-11. Der Mond im zweiten und fünften Haus, Merkur im siebten, neunten und fünften, Jupiter im zweiten, siebten, fünften und neunten: Diese sind glückbringend.

Kriyapada 26-12. Die Mondstationen Mrigashirsha, Punarvasu, Ashvini, Pushya, Hasta, Revati, die drei Uttaras, Rohini, Shravana, Svati und Anuradha sind erwünscht.

Unnummerierte Fortsetzung nach 26-12. Eine von einem Planeten verlassene, von ihm besetzte oder von ihm angestrebte Mondstation soll man meiden.

Unnummerierte astrologische Liste nach 26-12. Zum Beispiel: Meteorfall; in der zehnten Mondstation von der Sonne aus Erdbeben; in der siebten der Brahma-Stab; in der fünfzehnten Erfolglosigkeit; in der einundzwanzigsten …; in der siebten Mondstation von Venus aus Tod, ebenso in der elften von Rahu aus. [Quellenhinweis: Der Beginn dieser Liste ist elliptisch; der einundzwanzigsten Position ist keine eindeutige eigene Bezeichnung zugeordnet. Die Auslassung in der Übersetzung kennzeichnet dieses örtliche Satzproblem, keinen ergänzten Befund.]

Von der mit Saturn verbundenen Mondstation aus sind die zehnte, sechste und zwanzigste als „abgebrochene“ Mondstationen zu meiden. Von Merkur aus gelten die achte, achtzehnte, vierundzwanzigste und dritte als „großer Dorn“. Von Mars aus die fünfte, siebte, neunte, vierzehnte und dritte als „Flammenfeuer“; die neunte von Jupiter aus heißt „Krankheit“ und ist ebenfalls zu meiden. Ferner:

Kriyapada 26-13. Bei Ashvini, Chitra, Rohini, Dhanishtha und Uttara,

Kriyapada 26-14. ebenso Jyeshtha und Revati heißt die Verbindung mit den Wochentagen von Sonntag an „verbrannt“. Ebenso der zwölfte, elfte, fünfte und zweite,

Kriyapada 26-15. sechste, achte und neunte Mondtag: In Verbindung mit Sonntag und den folgenden heißen sie „verbrannt“. Anuradha, Uttarashadha, Shatabhishaj, Ashvini, Mrigashirsha und Ashlesha

Kriyapada 26-16. sowie Hasta ergeben mit Sonntag und den folgenden die Todesverbindungen. Magha, Vishakha, Ardra, Mula, Shatabhishaj,

Kriyapada 26-17. Rohini und Uttarashadha ergeben mit Sonntag und den folgenden die Giftverbindungen. Am Sonntag Krittika mit dem fünften Mondtag, am Montag Chitra mit dem zweiten,

Kriyapada 26-18. am Dienstag Rohini mit Vollmond, am Mittwoch Bharani mit dem siebten, am Donnerstag Jyeshtha mit dem ersten, am Freitag Shravana mit dem sechsten,

Kriyapada 26-19. am Samstag Revati mit dem achten: Dies sind Todesverbindungen; man soll sie meiden. Rohini am dritten, Mrigashirsha am sechsten, Pushya

Kriyapada 26-20. am zehnten, Anuradha am zwölften, Shravana am fünften, Revati am siebten und Bharani am achten Mondtag heißen „heftig“.

Kriyapada 26-21. Chitra, Vishakha, Krittika, Purvabhadrapada, Shravana, Shatabhishaj, Uttarabhadrapada, Ashvini und Bharani,

Kriyapada 26-22. Rohini, Ardra sowie die Stationen von Aditi und Isha: Dies sind die „leeren“ Mondstationen in den Monaten von Widder an. Diese zwölf Stationen sind der Reihe nach zu meiden. [Quellenhinweis: Die gelieferte Aufzählung ist mit der abschließenden Zwölfzahl nicht eindeutig in Einklang zu bringen; insbesondere die letzte Wortverbindung wird nicht stillschweigend umgeteilt.]

Kriyapada 26-23. Bei den Yogas Vishkambha, Shula, Ganda, Atiganda, Vajra und Vyaghata scheide man jeweils drei, fünf, sechs, sechs,

Kriyapada 26-24. neun und neun Ghatikas aus; die übrigen sind glückbringend. Bei Vishkambha und Shula liegen diese am Anfang, bei Ganda und Atiganda in der Mitte,

Kriyapada 26-25. bei Vyaghata und Vajra am Ende. Die genannten Nadikas soll man meiden; Vyatipata, Parigha und Vaidhriti dagegen ganz.

Kriyapada 26-26. So weit von Sonne und Mars bis Mula gezählt wird, so viele Mondstationen zähle man von Mula weiter. Die als Verbrannt, Dorn und Pfeiler bezeichneten Stationen meide man bei Einsetzung und den weiteren Handlungen. [Der gedrängte Satz legt die Zuordnung der drei Benennungen nicht vollständig offen.]

Kriyapada 26-27. Ashlesha und Ashvini, Magha und Revati, Jyeshtha und Mula stehen einander gegenüber; ebenso Bharani, Uttarabhadrapada und Anuradha sowie Pushya, Purva und die Wasser-Station.

Kriyapada 26-28. Shravana, Rohini, Shatabhishaj, Hasta, Ardra und Svati stehen ebenfalls in gegenseitiger Beziehung. Eine Viertel-Station wird von einer Viertel-Station getroffen, eine Halb-Station von einer Halb-Station.

Kriyapada 26-29. Man erkenne die Durchkreuzung durch die in ihnen stehenden Planeten und meide sie. Man verbinde die verschiedenen Yogas der Zahl nach mit den Mondtagen beider Monatshälften

Kriyapada 26-30. und teile durch die Zahl der Weisen; daraus sind die Tage Shri und die folgenden zu erkennen: Shri-Tag, Streit-Tag, Nandi-Tag, Kalakarni,

Kriyapada 26-31. Sieges-Tag, Tötungs-Tag und Reichtumsmeer – diese sieben. Streit, Kalakarni und der Tötung genannte sind ausgeschlossen. [Quellenhinweis zu 26-27–31: Die Paarbildung in der Stationsliste und die Ausgangsgröße der Tagesrechnung bleiben in der gelieferten Wortfolge teilweise unklar; es wird keine zusätzliche astrologische Tabelle erschlossen.]

Kriyapada 26-32. Der Zahlenfolge „Yama, Schlange, Sana, jenseitiges Ufer, Übeltäter“ entsprechend meide man bei Nanda und den folgenden Mondtagsgruppen die so bezeichneten Nadikas. [Dies ist eine verschlüsselte Zahlenfolge; „Sana“ ist als Chiffrenwort belassen. Eine nicht gesicherte Zahlenauflösung wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 26-33. Die Chiffrenwörter lauten: Entführer, Gipfel, Maya, Auge, Sohn, Schweigender, Affe, Geschickter, Hara, Entführer, Mensch, Benennung, Ehrwürdiger, Tod, Geschickter, Nari.

Kriyapada 26-34. Weiter: Nackte, Heer, Maya, Standort, Geeignete, Benennung, der Bittenden, Erden, in der Ferne, Alter, Weiser. Auch die dadurch bezeichneten Stationsabschnitte soll man meiden. [Örtliche Ausnahme zu 26-33–34: Die Sanskritwörter dienen als Zahlenchiffren; ihre Wortgrenzen sind in der gelieferten Folge teilweise unsicher. Hier werden die erkennbaren Wortbedeutungen beziehungsweise unklaren Chiffrennamen wiedergegeben, keine als gesichert ausgegebene vollständige Zahlentabelle. Die originale Lautfolge bleibt in beiden Sanskritfassungen erhalten.]

Unnummerierte Erklärung vor 26-35. Bei den Mondstationen von Ashvini an sind nach Ablauf der durch die Merksprüche bezeichneten Ghatika-Zahl jeweils zwei Ghatikas zu meiden.

Kriyapada 26-35. Am Ende einer Mondstation meide man zwei Ghatikas, am Tagesende fünf Nadikas, am Monatsende zwei Tage, am Ende eines Sonnenhalbjahres drei Tage.

Kriyapada 26-36. Am Jahresende meide man eine Monatshälfte bei Einsetzung und den weiteren Handlungen. Die Chiffrenfolge lautet: Schlange, Nabel, Bester, Zorn, Blau, Wasser, Berg, Berg,

Kriyapada 26-37. Ara, Mitgefühl, Esel, Grausamer, Böses, wiederum, Führung, Furcht, Frau, Geliebte, Mann, Nipra, Nara, Zugebendes, Zweifaches, Furcht,

Kriyapada 26-38. Wochentag, Richtung, Bester. Damit sind die Gift-Nadikas bezeichnet. Bei Krittika und den folgenden meide man nach der im Merkspruch genannten Zahl vier Nadikas. [Örtliche Ausnahme zu 26-36–38: Auch diese Reihe ist als Zahlencode gemeint. Ihre erkennbaren Wörter sind übertragen; unklare Chiffrennamen bleiben benannt. Eine sichere Entschlüsselung sämtlicher Werte ist hier nicht erreicht.]

Kriyapada 26-39. Ardhaprahara erkenne man durch die Merkwörter Vesara, Manda und Gita; Yamakanthaka durch Shambhu, Guru, Weg und Menschen; Gulika durch die Wörter „unmittelbar Shiva, Guru“, entsprechend den Achteln der Tage von Sonntag an. [Örtliche Unsicherheit: Es handelt sich um weitere numerisch verwendete Wortfolgen; die genaue Abtrennung und Zahlenauflösung bleibt offen.]

Kriyapada 26-40. Die Yoginis von Brahmani an sind durch die Merkwörter Partha, Rambha, Wasser und Friedensspender zu bestimmen, für die Richtungen von Osten an, die Wochentage von Sonntag an und die Mondtage von Feuer und Durga an. [Diese verdichtete Chiffrenanweisung wird nicht um eine erschlossene Yogini-Tabelle erweitert.]

Kriyapada 26-41. Beim Aufbruch zum Erwerb von Boden, zum Übernehmen eines Steines und ähnlichen Aufgaben vermeide man stets, der Yogini entgegenzureisen.

Kriyapada 26-42. In den drei Zehnergruppen der Mondtage von Neumond an gehören die Tage in der Nanda- und Richtungszahl dem Himmel und der Unterwelt.

Kriyapada 26-43. Bei der Zuordnung zu Himmel und Unterwelt soll man keine glückverheißende Handlung vollziehen. Diese und andere im Jyotisha festgelegte Fehler,

Kriyapada 26-44. die fünf Fehler, den Halbkreis und den Anfang der Sechsundachtzig, ferner Finsternisse, Tagundnachtgleichen, Zeichenübergänge und Sonnenwenden soll man meiden. [Mehrere technische Benennungen dieser Reihe sind ohne weitere Erläuterung gegeben; ihre Zuordnung bleibt offen.]

Kriyapada 26-45. Ein von allen Fehlern freier Tag oder Aszendent ist von sich aus nicht leicht zu finden. Daher wähle man einen mit vielen Vorzügen und wenigen Mängeln.

Kriyapada 26-46. Jupiter im Aszendenten beruhigt hunderttausend Fehler, Venus fünftausend und Merkur fünfhundert.

Kriyapada 26-47. Deshalb vollziehe man Pflügen und die weiteren Handlungen, wenn ein günstiger Planet stark im Aszendenten steht, zum Gedeihen des Ortes, des Ausführenden und des Auftraggebers.

Unnummerierte Einleitung zu 26-48. Wenn günstige Verbindungen möglich sind, vollziehe man Einsetzung und die weiteren Handlungen unter ihnen. Zum Beispiel:

Kriyapada 26-48. Mula und der zweite Mondtag am Sonntag, Shravana und der erste am Montag,

Kriyapada 26-49. Uttarabhadrapada und der dritte am Dienstag, Krittika und der achte am Mittwoch, Punarvasu und der fünfte am Donnerstag, Phalguni und der vierte am Freitag,

Kriyapada 26-50. Svati und der siebte am Samstag: Dies sind günstige Nektarverbindungen. Hasta, Mrigashirsha, Ashvini, Anuradha, Pushya, Revati und Rohini

Unnummerierte Fortsetzung nach 26-50. gelten mit Sonntag und den folgenden Wochentagen als günstige Erfolgsverbindungen.

Unnummeriertes Zitat anderer Lehrer nach 26-50. „Wenn je eine der Stationen Feuer, Wind, Chitra, Revati, Varuna, Schlange, Hara und Nirriti der Reihe nach mit Sonne oder Mars und einem Nanda-Tag zusammentrifft, entsteht eine höchste Verbindung, die das Gelingen der Handlungen bewirkt.“ [Die Wortfolge nennt die Zuordnung nur gedrängt; eine fehlende Verteilung der Stationen auf die beiden Tage wird nicht ergänzt.]

Unnummerierte Schlussfolgerung. Deshalb vollziehe man die Handlungen vom Pflügen bis zur Einsetzung zu einer geeigneten Zeit, wenn die genannten Monate, Monatshälften, Mondtage, Karanas, Mondstationen, Wochentage, Tagesverbindungen, günstigen Planeten, Teilabschnitte, Stundenherrschaften, Dekane, Aspekte und Aufgänge nach Möglichkeit sämtlich oder teilweise günstig sind.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über Ort und Zeit.

Kriyapada 26-51. Ein mit guten Eigenschaften versehener Auftraggeber, der die Einsetzung eines Shiva-Lingas wünscht,

Kriyapada 26-52. verfüge über durch rechtmäßigen Erwerb gereinigtes Geld, Getreide und weitere Mittel. Einen Acharya von reiner Gesinnung, mit den genannten Merkmalen geschmückt,

Kriyapada 26-53. verehre er mit Gold, Kleidern, Duftstoffen, Girlanden und Früchten und bestelle ihn an einem für ihn günstigen Tagesbeginn zur Einsetzung.

Kriyapada 26-54. In einem Götterhaus oder an einem schönen Flussufer lasse er ihn Platz nehmen, begleitet von Sadhakas oder Eingeweihten mit den vorzüglichsten Merkmalen,

Kriyapada 26-55. acht reinen Brahmanen als Trägern der göttlichen Gestalten. Mit Fußwasser und den weiteren Gaben bis zum Räucherwerk verehre er sie unter diesen Mantras.

Unnummeriertes Manjari-Zitat nach 26-55. „Man betrachte sie als die acht Gestalten und ihre Hüter und verehre sie der Reihe nach. Mit diesen Mantras, nach vorangehender Verneigung, erfreue man sie mit Gewändern, Schmuck und weiteren Gaben.“

Kriyapada 26-56 mit vorangestelltem Pranava. „Die Erde trägt die Welten; die Welten gelten als aus Erde bestehend. Allgegenwärtig ist die Erdgestalt. Du Verkörperung der Erde, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-57 mit vorangestelltem Pranava. „Das Feuer trägt die Welten; die Welten gelten als aus Feuer bestehend. Allgegenwärtig ist deine Feuergestalt. Du Verkörperung des Feuers, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-58 mit vorangestelltem Pranava. „Der Atman opfert durch Opferhandlungen; die Welten gelten als aus Opfer bestehend. Allgegenwärtig ist deine Opfergestalt. Du Verkörperung des Opfers, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-59 mit vorangestelltem Pranava. „Die Sonne trägt die Welten; die Welten gelten als aus Sonne bestehend. Allgegenwärtig ist deine Sonnengestalt. Du Verkörperung der Sonne, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-60 mit vorangestelltem Pranava. „Das Wasser trägt die Welten; die Welten gelten als aus Wasser bestehend. Allgegenwärtig ist deine Wassergestalt. Du Verkörperung des Wassers, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-61 mit vorangestelltem Pranava. „Der Wind trägt die Welten; die Welten gelten als aus Wind bestehend. Allgegenwärtig ist deine Windgestalt. Du Verkörperung des Windes, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-62 mit vorangestelltem Pranava. „Soma trägt die Welten; die Welten gelten als aus Soma bestehend. Allgegenwärtig ist deine Soma-Gestalt. Du Verkörperung Somas, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-63 mit vorangestelltem Pranava. „Der Raum trägt die Welten; die Welten gelten als aus Raum bestehend. Allgegenwärtig ist deine Raumgestalt. Du Verkörperung des Raumes, dir sei Verehrung!“

Kriyapada 26-64. So heißen Shivas acht Gestalten Erde, Feuer, Atman, Sonne, Wasser, Wind, Mond und Raum. Sie setzen das Gefüge der Welt in Bewegung.

Kriyapada 26-65. Sharva, Rudra, Pashupati, Ishana, Bhava, Ugra, Mahadeva und Bhima sind die acht Hüter dieser Gestalten.

Kriyapada 26-66. So verehre man die acht Brahmanen als Verkörperungen der Gestalten Erde und der weiteren sowie ihrer Herren Sharva und der weiteren, mit Duftstoffen, Blumen, Kleidern und anderem.

Kriyapada 26-67. Besonders verehre man den Acharya und verneige sich vor ihm. Dann bestelle der Auftraggeber sie mit freudigem Herzen:

Kriyapada 26-68. „Zur Einsetzung des Shiva-Lingas wähle ich dich als Acharya, zusammen mit diesen Trägern der göttlichen Gestalten. Sei mir gnädig, Herr!“

Kriyapada 26-69. So spreche der Auftraggeber, verneige sich vor ihnen und bestelle sie. Gemeinsam mit dem Acharya sollen sie dem Auftraggeber antworten: „So sei es!“

Kriyapada 26-70. Dann bestimme man am vorgesehenen Ort, an einem geeigneten Tag und zu günstiger Zeit, die Grenze bis zur Umwallung und vollziehe die Übernahme des Bodens.

Unnummerierter Übergang. Das Verfahren lautet:

Kriyapada 26-71. Nordöstlich des inneren Heiligtums errichte man einen quadratischen Pavillon von vier Ellen mit vier Pfosten und eine schöne Feuergrube.

Kriyapada 26-72. Nach Verehrung der Tore trete man ein und entzünde das Feuer in der Grube. Man opfere Butter mit den zusammengehörigen Mantras sowie den Namen der Weltenhüter und ihrer Waffen,

Unnummerierte Fortsetzung nach 26-72. oder wiederum mit der Aghora-Waffe tausendmal oder hundertmal.

Unnummerierte Prosa nach 26-72: Übernahme und Umgrenzung des Bodens. In den fünf Feldern in der Mitte des Pavillons zeichne man in der Mitte einen Lotus, in den Richtungen vier Svastikas. Darauf stelle man auf die sieben Saaten fünf Krüge und fülle sie nach Vorschrift mit Wasser heiliger Badeplätze. Man gebe Gold, Edelsteine, Duftstoffe, Blumen, ungebrochenen Reis und anerkannte Kräuter hinein. In ihren Öffnungen seien fünf Blattzweige von Bilva, Ashvattha und weiteren Bäumen, Kusha-Büschel und Früchte; ihre Hälse seien mit Gewändern und Girlanden geschmückt. Mit Glied- und Wurzelmantra und den Handlungen vom Sitz an rufe man Shiva in ihnen herbei und verehre ihn ordnungsgemäß.

Nordöstlich davon zeichne man einen Mandala-Sockel mit Lotus. Auf den sieben Saaten stelle man dort den Shiva-Krug auf, fülle und schmücke ihn nach Vorschrift. Auch darin rufe man Shiva samt Gliedern auf dem beweglichen und unbeweglichen Sitz herbei und verehre ihn. Shiva im Feuer samt seinen Gliedern führe man in das Wasser der Krüge über. Mit Krugwasser und Ishana benetze man die Mitte des inneren Heiligtums. Die östliche, südliche, westliche und nördliche Grenze des Heiligtums benetze man mit den Wassern der Krüge aus den entsprechenden Richtungen und den Mantras Purusha und den folgenden.

Im Agni-Feld des übernommenen Bauplatzes lasse man einen nach Norden blickenden Handwerker mit der Hacke graben. Mit einem Korb aus Bambus, Rohrgeflecht oder anderem Material trage man die Erde heraus und werfe sie siebenmal ins Nirriti-Feld. Mit dem verbliebenen Krugwasser fülle man die Grube; mit dem übrigen Wasser bade man Hacke und weitere Geräte.

Ein Brahmane habe gebadet und trage ein neues Gewand. Man hebe den Shiva-Krug auf sein Haupt oder seine Schulter. Vor zahlreichen Zeugen, unter Gesang, Instrumentalmusik und Veda-Rezitation, trage man den Krug an die östliche Grenze der Umwallung und halte dort kurz inne. Von dort trage man ihn rechtsläufig über Südosten und die weiteren Richtungen bis Nordosten. In die vier Grenzecken setze man vier Pflöcke. Nachts streue man mit dem Bhutakrura-Mantra Bali für die Wesen in den Richtungen aus. Der Acharya entlasse die dort wohnenden Wesen mit den folgenden Worten an einen anderen Wohnort:

Kriyapada 26-73 mit vorangestelltem Pranava. „Bhutas, Rakshasas, Yakshas, Pishachas und Brahmarakshasas,

Kriyapada 26-74. und alle anderen, die hier wohnen: Sie alle mögen von hier anderswohin gehen! Denn von heute an gehört dieser Ort dem Gott mit dem Dreizack.“

Unnummerierte Fortsetzung nach 26-74. Mit Pranava, den beiden gelieferten Keimlauten und dem Waffenabschluss schicke man die Schar der Wesen fort. Für die Aufbrechenden streue man noch einmal Bali aus. Wenn die Nacht vorüber ist, vollziehe man zu günstiger Stunde das Pflügen. Dies geschieht so:

Kriyapada 26-75. Mit kräftigen, günstige Merkmale tragenden braunen oder weißen Stieren, unter Jochen aus milchsaftführendem Holz, mit Pflügen aus Khadira oder Asana,

Kriyapada 26-76. durch Männer, die gebadet haben und neue Kleidung tragen, alle geschmückt: Der Guru berühre den Pflug und bespreche ihn mit Ajata. [Die gelieferte Mantrabenennung lautet hier Ajata; sie wird nicht stillschweigend zu Sadyojata vereinheitlicht.]

Kriyapada 26-77. Dann lasse er sie in nach Osten gerichteten Furchen pflügen. Mit Vamadeva spreche er den Mantra und lasse die sieben Saaten säen.

Kriyapada 26-78. Mit Aghora bewässere man sie, mit Isha richte man Schutz ein. Wenn die Pflanzen reif sind, lasse man Kühe sie unmittelbar mit dem Maul abweiden.

Unnummeriertes Manjari-Zitat nach 26-78. „Dann richte man dort nochmals einen Aufenthaltsort für Kühe ein und lasse ein Jahr vergehen. Wiederum säe man dort Mungbohnen und die anderen Saaten nach dem früheren Verfahren. Wieder lasse man die Tiere sie abweiden. Zu einer reinen Stunde grabe man danach die Erde um, entferne störende Gegenstände im Boden und mache sie erneut sehr fest.“

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über das Pflügen.

Kriyapada 26-79. Bis zur Grenze des Heiligtums mache man den Boden eben, glatt wie die Fläche eines Spiegels und mit Kuhdungwasser bestrichen.

Kriyapada 26-80. Mit dem Schattenstab bestimme man die Richtungen nach dem hier genannten Verfahren. Aus Punnaga, Naga und anderen festen, empfohlenen Hölzern fertige man Pflöcke,

Kriyapada 26-81. eine Elle lang und mit einem Viertel davon als Umfang, vollkommen rund, neun an der Zahl. Man verehre sie mit Duftstoffen und den weiteren Gaben und setze zuerst den mittleren,

Kriyapada 26-82. dann acht in die Richtungen, im Osten beginnend; einige sagen: im Südosten beginnend. Nachdem die Pflöcke an den Grenzen des Heiligtums eingesetzt sind, schlage der Guru sie zuerst

Kriyapada 26-83. gleichmäßig mit einem Eisenhammer oder Schlegel ein. Weder mit Stein noch mit Holz soll er schlagen, weil dies als fehlerbringend gilt.

Kriyapada 26-84. Nach Osten gewandt schlage er genau achtmal, damit die acht Glückszeichen wirksam werden. Danach darf der Handwerker die Pflöcke mit dem Hammer nach Bedarf einschlagen.

Kriyapada 26-85. Dringt ein Pflock plötzlich ein oder überhaupt nicht, gilt dies als Hindernis. Dringt der gerade Pflock langsam ein, sage man das Gelingen der Handlung voraus.

Kriyapada 26-86. Ist er gespalten, zerfallen oder gebrochen, bedeutet dies den Tod des Auftraggebers oder seines Sohnes. Neigt er sich in die Richtungen von Osten an, sage man Reichtum, Feuergefahr, Tod,

Kriyapada 26-87. Vermögensverlust, Furcht, Krankheit, Gedeihen und Glück voraus. Bleibt seine Spitze unbeschädigt und aufgerichtet, sage man das Wachstum des Ortes voraus. [Diese Deutungen sind die historischen Vorzeichenregeln des Textes.]

Kriyapada 26-88. Empfohlen wird eine feste, gleichmäßige Schnur aus Baumwolle, Hanf, Kusha oder Munja. Mit ihr spanne man die Messlinien.

Kriyapada 26-89. Der Schnur folgend ziehe man deutlich eine Linie mit einem goldenen oder silbernen Stäbchen, oder auch mit saurer Milch oder ungebrochenem Reis, entsprechend der Richtung.

Kriyapada 26-90. Bleiben der mit dem Schnurspannen Beauftragte und der Auftraggeber oder eine andere beteiligte Person ohne auffällige Regung, so erkläre man den Boden für frei von störenden Gegenständen.

Kriyapada 26-91. Bei auffälligen Regungen wie Kratzen erkläre man, dass ein störender Gegenstand vorhanden sei. Sieht man plötzlich Hunde, Schakale, Ziegen, Kühe, Pferde oder andere Tiere herankommen,

Unnummerierte Fortsetzung nach 26-91. erkläre man, dass dort darunter ein störender Gegenstand liege. Im Einzelnen:

Unnummerierte Prosa nach 26-91: Körperregungen und Bodenzeichen. Beim Kratzen des Kopfes liege ein Schädelknochen zwei Talas tief; beim Berühren des Gesichts Holz oder eine Scherbe zwei Ellen tief; am Hals eine Eisenkette drei Ellen tief; an Schultern oder Oberarmen ein Knochen dieses Körperteils zweieinhalb Ellen tief; an den Unterarmen ein Bettfuß, eine Scherbe oder ein Knochen in Knietiefe. Beim Berühren der Hüfte liege Eisen in Hüfttiefe; bei den Schenkeln ein Knochen oder Holz in entsprechender Tiefe; bei Brust und Herz ein Knochen des betreffenden Bereichs in dieser Tiefe; bei den Knien ein Pfosten eine Elle tief; bei den Unterschenkeln ein Barbiergerät oder ein Unterschenkelknochen; bei den Füßen ein Elefantenknochen; am großen Zeh ein kleines Gefäß oder Messing; an den übrigen Zehen ein Pferdefuß oder Bronze anderthalb Talas tief. Bei gemischten Bewegungen nenne man auch gemischte Gegenstände.

Überspringt eine Katze die Schnur, liege ein Rabhasa-Knochen in der entsprechenden Tiefe. [Schon die Quelle versieht diese Bezeichnung mit einem Fragezeichen; das Tier beziehungsweise die Knochenart ist nicht sicher zu bestimmen.] Bei einem Hund ein Rinderknochen, bei einer Ziege ein Ziegen- oder Hundeknochen, bei einem Pferd ein Büffelknochen, bei einem Büffel ein Schakalknochen, bei einem Schakal ein Schweineknochen, bei einem Schwein ein Tigerknochen, bei einem Tiger ein Elefantenknochen, bei einem Elefanten ein Menschenknochen, bei einem Menschen ein Eselsknochen, bei einem Esel ein Ziegenknochen. So deute man das Überspringen der Schnur, das Betreten des Feldes, den Anblick oder auch die Erwähnung des betreffenden Wesens. Aus dem Einfliegen von Vögeln erschließe man Asche, Spelzen, Kohlen und Ähnliches.

Errichtet man ein Götterhaus, Wohnhaus oder eine andere Anlage, ohne solche störenden Gegenstände zu entfernen, entstehen nach der Lehre des Textes Mängel: Die Gegenwart der Gottheit geht verloren; der Ausführende und seine Nachkommen erfahren mangelndes Gedeihen, Unglück, Krankheit, Aufenthalt in der Fremde, Mangel an Getreide, Vernichtung und Bedrängnis. [Die Wortfolge bei Getreidemangel und Vernichtung ist beschädigt; diese beiden Folgen sind nur vorläufig getrennt.] Aus Sorge, das Werk zu umfangreich zu machen, werden sie nicht einzeln erläutert.

Es gibt jedoch auch günstige Bodenfunde. Dazu sagt Brahmashambhu:

Unnummeriertes Brahmashambhu-Zitat nach 26-91. „Ein lebender Fisch bringt Getreidegewinn, eine Schildkröte günstige Verbindung, ein Frosch beständigen Wohlstand, eine Maus rechtschaffene Lebensführung.“

Kriyapada 26-92. Fische, Frösche und Schildkröten, Gold, Quecksilber und Edelsteine soll man nicht aus der Grube entfernen. Entfernt man sie doch, bringt dies Unheil.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über das Entfernen störender Gegenstände.

Kriyapada 26-93. Nachdem man hier die störenden Gegenstände entfernt hat, beginne man die Vastu-Verehrung.

Unnummeriertes Brahmashambhu-Zitat nach 26-93. „Vastu ist ein Daitya, dessen Leib der Baugrund ist, aus dem Zorn des Ratgebers der Daityas entstanden. So hört man es in den Vastu-Lehren und ebenso im Shiva-Agama.“

Kriyapada 26-94. Einst im Krieg zwischen Göttern und Asuras wurden die Asuras von den Göttern unter Indras Führung allein durch Vishnus große Macht geschlagen und vernichtet.

Kriyapada 26-95. Ihr Guru, der Sohn Bhrigus, wurde in seiner Erregung sehr zornig. Er opferte Opfergaben und einen Ziegenbock mit günstigen Merkmalen ins Feuer.

Kriyapada 26-96. Der Schweiß, der während seines Opferns ins Feuer fiel, verlieh dem Bock Kraft: Er wurde zu einem Asura mit Ziegengesicht.

Kriyapada 26-97. Mit seinem furchtbaren, gewaltigen Leib bedeckte er Erde und Himmel. Er erhob sich und sprach zum vorzüglichen Weisen: „Was soll ich tun?“

Kriyapada 26-98. Bhrigus Sohn sprach zu dem sich ausdehnenden, Furchterregenden: „Vertreibe die Götter, deren Einsicht unverständig ist, aus dem Himmel!“

Kriyapada 26-99. So beauftragt, zog er unter drohenden Rufen aus. Mit dem Feuer seines Mundes schien er die drei Welten zu rösten und stürzte auf die Unsterblichen los.

Kriyapada 26-100. Auch die Götter, von Furcht vor ihm ergriffen und ihrer eigenen Macht beraubt, suchten den allmächtigen Shambhu auf, die Furchtlosigkeit, den Aschegeschmückten. [Quellenhinweis: Die Bezeichnung der Götter am Versanfang ist durch eine Klammerlesung unsicher; die Zuordnung folgt dem Zusammenhang.]

Kriyapada 26-101. Bhava, der ihnen Furchtlosigkeit gibt, wollte den durch den Angriff des Bhargava schwer Geschlagenen zum Gedeihen verhelfen. Dem Feuer, das aus seinem dritten Auge aufstieg,

Kriyapada 26-102. in der Gestalt eines Wesens, befahl er: „Schlage Bhrigus Sohn und verbrenne dann den grausamen, groß gewordenen Ziegen-Asura!“

Kriyapada 26-103. So beauftragt, stürzte das nirgends aufgehaltene Feuer auf Bhargava zu. Dieser floh aus Furcht und irrte durch die drei Welten.

Kriyapada 26-104. Er fand niemanden, der ihm Furchtlosigkeit gewährte, außer dem Aschegeschmückten. Deshalb verkleinerte er seinen Leib durch die Kraft des Yoga

Kriyapada 26-105. und trat durch Shambhus Ohr in dessen heilvollen Körper ein, um Schutz zu finden. Er gelangte in den wohltuenden Bauch Shankaras,

Kriyapada 26-106. sah dort die ganze Welt und fasste Vertrauen und Zuversicht. Auch der Gott mit göttlicher Schau bemerkte den Zufluchtsuchenden.

Kriyapada 26-107. Ohne Verwunderung sprach der Dreiäugige lächelnd zum Yogin: „Fürchte dich nicht, Bhargava! Deine kluge Vorgehensweise erfreut mich.

Kriyapada 26-108. Weil du hier gewohnt hast, bist du mein Sohn. Gehe nun nach deinem Willen heraus! Die vorzügliche Stellung eines Planeten ist dir verliehen; groß sei deine Macht.

Kriyapada 26-109. Gute und schlechte Führung, Regen und Ausbleiben des Regens sollst du in den drei Welten beständig bewirken.“ So sprach der Dreiäugige

Kriyapada 26-110. und ließ ihn durch den Samenweg austreten. Daher erhielt er den Namen Shukra. Shukra verneigte sich vor dem Herrn, erkannte dessen Wohlwollen und sprach:

Kriyapada 26-111. „Mein Ziel ist erreicht, Gnade ist mir zuteilgeworden. Wer wäre glücklicher als ich, da mich der Gott der Götter durch seine Gnade so begünstigt hat?“

Kriyapada 26-112. Als Shukra so sprach und sich verneigte, sagte der Allgegenwärtige mit der Mondsichel im Haar erfreut zu dem Brahmanen: „Wähle einen weiteren Segen!“

Kriyapada 26-113. Da ließ dieser den zuvor erschrockenen Ziegen-Asura zu den Füßen des Städtezerstörers niederfallen und erbat für dessen Wohlergehen Furchtlosigkeit.

Kriyapada 26-114. Zum Daitya, der mit dem Gesicht nach unten lang ausgestreckt auf der Erde lag, sprach der erfreute Herr: „Furchtlosigkeit sei dir gewährt und ebenso der Segen,

Kriyapada 26-115. den du wünschst, Ziegen-Asura!“ So von Shambhu angesprochen, bat der Asura: „Herr, was ich aus Unwissenheit schlecht vollzogen habe,

Kriyapada 26-116. mögest du mir verzeihen. Durch deine Gnade möchte ich auf der Erde wohnen, ohne den Göttern zu widerstreiten. Diesen Segen gewähre mir!

Kriyapada 26-117. Brahma und die übrigen Götter mögen in mir wohnen und verehrt werden.“ Als der Dreizackträger dies hörte, sprach er: „Weil du von mir als Segen das Wohnen

Kriyapada 26-118. erbeten hast, heißt du Vastu-Hüter. So sei es dir gewährt! Vom Verbalstamm für Wohnen her bewohne du die Erde.

Kriyapada 26-119. Zufrieden mögen Brahma und die übrigen Gottheiten in dir wohnen. Von heute an sollen die Menschen auf Erden, wenn sie einen göttlichen oder menschlichen

Kriyapada 26-120. Wohn- oder Bauort errichten, zuerst dich verehren: mit Blumen, Räucherwerk, Lichtern und verschiedenartigen Bali-Gaben.

Kriyapada 26-121. Du und die in deinem Leib gegenwärtigen Gottheiten sollen der Reihe nach verehrt werden. Diejenigen, die die Vastu-Verehrung so vollziehen, wie ich sie angeordnet habe,

Kriyapada 26-122. mögen in ihrem Heiligtum, Haus und den übrigen Bauten Wohlstand erfahren. Was aber an Tempeln, Häusern und anderen Bauten ohne Vastu-Verehrung

Kriyapada 26-123. errichtet wird, sei ganz den Asuras zugehörig, ebenso alles, was dort getan wird.“ Nachdem der Gott Shukra und dem Vastu-Hüter jeweils ihren Segen verliehen hatte,

Kriyapada 26-124. wies er die Götter an, in diesem zu wohnen, und verschwand an eben diesem Ort. In der Lage und Richtung, in der Shukra den Asura zur Verneigung vor Shambhu hatte niederfallen lassen,

Kriyapada 26-125. wurde er durch den Segen des Allmächtigen sogleich von den Göttern bewohnt. So liegt Vastu noch heute mit dem Gesicht nach unten, den Kopf im Nordosten,

Kriyapada 26-126½. die Füße nach Südwesten ausgestreckt, auf der Erde. So erlangte der Herr des Baugrundes einst vom Herrn den gewünschten Segen. Darum ist seine Verehrung beim Errichten von Heiligtümern und anderen Bauten erwünscht, bei Göttern wie bei Menschen.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das sechsundzwanzigste Kapitel über Ort und Zeit, Pflügen, Entfernen störender Gegenstände und die Entstehung des Vastu.

Sorgfalt und ein tragender Grund

Die Saat am Anfang des Kapitels verbindet gute Voraussetzungen mit fortgesetzter Pflege. Nicht nur der Beginn, auch das weitere Handeln trägt zur Reife bei. Die Erzählung des Vastu führt von Furcht und Gewalt zu einem Platz im geordneten Zusammenleben der Gottheiten. Als heutige spirituelle Besinnung kann daraus die Frage entstehen, welche Voraussetzungen die eigene Praxis braucht und wie man sie geduldig pflegt. Die astrologischen und omenbezogenen Vorschriften bleiben dabei historische Aussagen des Werkes.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 26: Vorbereitung von Tempelbau und Linga-Einsetzung
Ort, Zeit, Auftraggeber und ausführende Personen werden in diesem Kapitel auf die Errichtung eines Heiligtums ausgerichtet. Ausführliche astrologische Zeitregeln stehen vor der Verehrung von Shivas acht Gestalten und den praktischen Vorbereitungen des Bauplatzes. Die astrologischen Angaben sind historische Vorschriften; ihre teils verschlüsselten Tabellen werden nicht zu heutigen Handlungsempfehlungen umgearbeitet.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ṣaḍviṃśaḥ paṭalaḥ |

atha liṅgapratiṣṭhāyai prāsādakaraṇaṃ prati |
karṣaṇādikriyācakraṃ jñeyaṃ tallikhyate'dhunā || 26-1 ||

guṇavaddeśakālāptiravekṣyāsmin viśeṣataḥ |
sukṣetre codite kāle bījamuptaṃ hi rohati || 26-2 ||

jalasekādibhiḥ kṛtyairabhīṣṭaphaladaṃ ca tat |
karṣaṇādikriyāsiddhe prāsāde lakṣaṇānvite || 26-3 ||

viśiṣṭadeśe kāle ca vidhinaiva pratiṣṭhite |
liṅge karoti sānnidhyaṃ śivaḥ kartuśca bhūtaye || 26-4 ||

atrottarayaṇaḥ kālo niyataḥ karṣaṇādike |
māsāścānadhikāḥ pakṣaḥ śuklastu tithayaḥ śubhāḥ || 26-5 ||

parvariktāṣṭamīviṣṭipratipadvarjitāstu yāḥ |
karaṇāni vinā viṣṭiṃ śakuniṃ ca catuṣpadam || 26-6 ||

nāgakiṃstughnakau hitvā śastāni sukhadāni ca |
candrajñaguruśukrāṇāṃ vāradrekkāṇakāṃśakāḥ || 26-7 ||

p. 242) śastā gurujñakāvyānāṃ horāścodayadṛṣṭayaḥ |
pāpānāmaṃśadivasadrekkāṇodayadṛṣṭayaḥ || 26-8 ||

horāścāśobhanāḥ sarve grahā(stvo?stvā)ya gatāḥ śubhāḥ |
triṣaṣṭhāyagatāḥ pāpāḥ śastā neṣṭāstato'nyataḥ || 26-9 ||

ṣaṭsaptadaśagaḥ śukro neṣṭo'nyatra śubhāvahaḥ |
sarve'pyaṣṭamagā neṣṭāḥ śukrastatrāpi śobhanaḥ || 26-10 ||

dvitīyapañcagaścandro jñaḥ saptanavapañcagaḥ |
dvisaptapañcanavame guruścaite śubhāvahāḥ || 26-11 ||

saumyādityāśvitiṣyāṇi hastapauṣṇe triruttarāḥ |
rohiṇī śravaṇaṃ svātī maitraṃ ceṣṭāni bhāni vai || 26-12 ||

grahamuktaṃ grahayutaṃ graheṇākāṅkṣitaṃ tyajet |

tadyathā-

ulkāpātaṃ sūryād daśame nakṣatre bhūkampaḥ |
saptame brahmadaṇḍaḥ |
pañcadaśe mogham |
ekaviṃśatike śukrāt saptame nakṣatre mṛtyuḥ rāhorekādaśame ca |
śanaiścarayuktanakṣatrād daśamaṣaṣṭhaviṃśati(khā?bhā)ni ca khaṇḍanakṣatrāṇi varjyāni |
budhādaṣṭamamaṣṭādaśakaṃ caturviṃśe trikaṃ ca mahākaṇṭhakākhyāni |
bhaumāt pañcamasaptamanavamacaturdaśatrikabhāni jvālāgnigurornavamaṃ rogākhyaṃ ca varjyam |
api ca

aśve citre ca rohiṇyāṃ ghaniṣṭhāyāṃ tathottare || 26-13 ||

arkādiyogo dagdhākhyo jyeṣṭhāyāṃ cāpi pūṣabhe |
dvādaśyekādaśī tadvat pañcamī ca dvitīyayā || 26-14 ||

ṣaṣṭhyaṣṭamī ca navamī dagdhāḥ sūryādibhiryutāḥ |
anurādhā vaiśvadevaṃ śatabhāśvīndusarpabham || 26-15 ||

hastaṃ cārkādisaṃyogānmṛtyuyogā bhavanti hi |
makhā viśākhāthārdrā ca mūlā śatabhiṣak tathā || 26-16 ||

rohiṇī cottarāṣāḍhā viṣayogāstvinādibhiḥ |
arke'gnipañcamīyogaḥ some citrādvitīyayā || 26-17 ||

p. 243) bhaume ca rohiṇī pūrṇā budhe yāmyena saptamī |
gurau jyeṣṭhā pratipadaṃ śukre ṣaṣṭhī ca vaiṣṇavam || 26-18 ||

śanau pauṣṇāṣṭamīyogo mṛtayogastyajedimān |
prājāpatyaṃ tṛtīyāyāṃ saumyaṃ ṣaṣṭhyāṃ tu tiṣyabham || 26-19 ||

daśamyāṃ dvādaśī maitraṃ pañcamyāṃ śravaṇaṃ tathā |
saptamyāṃ pauṣṇa(bhā?bhaṃ) yāmyamaṣṭabhyāṃ cograsaṃjñitāḥ || 26-20 ||

citrā viśākhā cāgneyamajaikapadavaiṣṇave |
śatoḍumaccāhirbudhnyamaśvinā bharaṇī tathā || 26-21 ||

rohiṇyārdrāditīśāni śūnyānyṛkṣāṇyajādiṣu |
māseṣvetāni varjyāni kramād dvādaśa bhānyapi || 26-22 ||

viṣkambhaśūlagaṇḍāścāpyatigaṇḍo'tha vajrakam |
vyāghātaścaiṣu yogeṣu tripañcarturasairmitam || 26-23 ||

navāpi nava hitvaiṣāṃ ghaṭikāḥ śubhadāḥ parāḥ |
viṣkambhaśūlayorādau madhye gaṇḍātigaṇḍayoḥ || 26-24 ||

vyāghātavajrayorante tyajeduktāstu nāḍikāḥ |
vyatīpātaṃ ca parighaṃ vaidhṛtiṃ cākhilaṃ tyajet || 26-25 ||

yāvadarkārayormūlaṃ mūlāt tatsaṃkhyatārakam |
dagdhaṃ ca kaṇṭakaṃ sthūṇaṃ pratiṣṭhādiṣu varjayet || 26-26 ||

sarpāśvipitryapauṣṇāni jyeṣṭhā mūlaṃ parasparam |
yāmyāhirbudhnimaitrāṇi puṣpapūrvāpyabhānyapi || 26-27 ||

śroṇāprajeśaśatabhahastārdrāsvātayo mithaḥ |
pādabhaṃ pādabhāviddhamardharkṣaṃ cārdhabhāhatam || 26-28 ||

grahaireṣu sthitaireṣāṃ vedhaṃ jñātvā vivarjayet |
nānā(rā ? yo)ge yathāsaṃkhyaṃ pakṣayostithiyojite || 26-29 ||

munisaṃkhyāvibhakte'smiñ jñeyāḥ śrīdivasādayaḥ |
śrīdivasaḥ kalidivaso nandīdivasaśca kālakarṇī ca || 26-30 ||

jayadivaso vadhadivaso dhanārṇavaścaiva saptaite |

p. 244) kaliśca kālakarṇī ca vadhasaṃjñaśca varjitaḥ || 26-31 ||

yamo nāgaḥ sanaḥ pāraṃ khalaśceti prasaṃkhyayā |
nandādiṣu kramānnāḍīstithirūpāhvayāstyajet || 26-32 ||

hārī sānurmayo netraṃ sūnurmaunī kapiḥ paṭuḥ |
haro hārī naraḥ saṃjñā mānyo mṛtyuḥ paṭurnariḥ || 26-33 ||

nagnā senāmayāstheyaṃ yogyā saṃjñārthināṃ mṛdaḥ |
dūre jarāmuniśceti ṛkṣarūpāṃśca varjayet || 26-34 ||

aśvinyādiṣu nakṣatreṣu vākyasaṃkhyaghaṭikānte ghaṭikādvayaṃ varjyam |
ghaṭikādvayamṛkṣānte dinānte pañca nāḍikāḥ |
māsānte dvidinaṃ tyājyamayanānte dinatrayam || 26-35 ||

pakṣaṃ saṃvatsarānte ca pratiṣṭhādiṣu varjayet |
nāgo nābhirvaraḥ kopo nīlo nīraṃ nago nagaḥ || 26-36 ||

araṃ dayā kharaḥ krūraḥ pāpo bhūyo nayo bhayam |
nārī priyā naro nīpraṃ nāraṃ deyaṃ dvayo bhayam || 26-37 ||

vāraṃ diśā varaśceti proktāḥ syurviṣanāḍikāḥ |
kṛttikādiṣu vākyānte catasro nāḍikāstyajet || 26-38 ||

ardhaprahāramapi vesaramandagītaiḥ śambhurguruḥ pathi janairyamakaṇṭakaṃ ca |
sākṣācchivaṃ gurupadairgulikaṃ ca vidyāt sūryādivāradivasāṣṭamabhāgayuktyā || 26-39 ||

brahmāṇyādyāstu yoginyaḥ pārtharambhāmbuśāntidaiḥ |
vedyāḥ prāgādiravyādivahnidurgādikaṃ tithau || 26-40 ||

bhūparigrahayātrādau śilāsvīkaraṇādiṣu |
yoginyabhimukhaṃ yātrāṃ parihṛtya vrajet sadā || 26-41 ||

amāvāsyādikānāṃ tu tithīnāṃ daśakatrike |
tithayo nandadiksaṃkhyāstvākāśaṃ ca rasātalam || 26-42 ||

ākāśe cāpi pātāle śubhakarma na kārayet |
doṣonetāṃstathānyāṃśca jyotiḥśāstraviniścitān || 26-43 ||

p. 245) pañca doṣāṃśca cakrārdhaṃ ṣaḍaśītimukhaṃ tathā |
grahaṇe viṣuve tadvat saṃkrāntīścāyane tyajet || 26-44 ||

sarvadoṣaviyuktaṃ tu svato na sulabhaṃ dinam |
lagnaṃ vāto bahuguṇaṃ svalpadoṣaṃ samāśrayet || 26-45 ||

doṣāṇāṃ śatasāhasraṃ lagnasthaḥ śamayed guruḥ |
śukraḥ pañcasahasrāṇi budhaḥ pañcaśatāni ca || 26-46 ||

tasmācchubhe balavati lagnasthe karṣaṇādikam |
kuryāt sthānavivṛddhyarthaṃ kartuḥ kārayitustathā || 26-47 ||

sambhave śubhayogānāṃ kurvīta sthāpanādikam |

tadyathā-

mūlaṃ dvitīyā cārkeṇa śroṇā pratipadindunā || 26-48 ||

kuje tṛtīyāhirbudhnyaṃ kṛttikāsu budhe'ṣṭamī |
gurāvaditipañcamyau caturthyāṃ bhṛguphalgunī || 26-49 ||

śaniḥ svātiśca saptamyāṃ yogāḥ syuramṛtāḥ śubhāḥ |
hastasaumyāśvimaitrāṇi puṣyaṃ pauṣṇaṃ ca rohiṇī || 26-50 ||

sūryādivārasaṃyuktāḥ siddhayogāḥ śubhāḥ smṛtāḥ ||

uktaṃ cānyaiḥ -

jvalanapavanacitrārevatīvāruṇānāṃ phaṇiharanir-ṛtīnāmekamekaṃ krameṇa |
yadi ravikujayorvā yogamabhyeti nandā sa bhavati parayogaḥ karmaṇāṃ siddhihetuḥ ||

iti |
tasmāccoditamāsapakṣatithikaraṇanakṣatravārādivasayogaśubha-grahāṃśakahorādrekkāṇanirīkṣaṇodayānāṃ samastānāṃ vyastānāṃ vā yathāsambhavaṃ guṇavati kāle karṣaṇādīni pratiṣṭhāntaṃ karmāṇi vidadhyāt |

iti deśakālādhikāraḥ |

liṅgapratiṣṭhāmanvicchan yajamāno guṇānvitaḥ || 26-51 ||

p. 246) nyāyopārjanasaṃśuddhadhanadhānyādisādhanaḥ |
viśuddhāśayamācāryaṃ proktalakṣaṇabhūṣaṇam || 26-52 ||

sampūjya hemavasanairgandhairmālyaiḥ phalairapi |
varayet taṃ pratiṣṭhārthaṃ svānukūladinodaye || 26-53 ||

devāgāre'thavā ramye nadītīre niveśya tam |
sādhakairdīkṣitairvāpi śreṣṭhalakṣaṇalakṣitaiḥ || 26-54 ||

aṣṭasaṃkhyairmūrtidharaiḥ śuddhairvipraiḥ samanvitam |
pādyādibhistu dhūpāntaṃ mantrairebhistu pūjayet || 26-55 ||

atra mañjaryāṃ -

tānaṣṭamūrtīnatha mūrtipāṃśca saṅkalpya sampūjya yathākrameṇa |
mantrairamībhiḥ praṇipātapūrvaṃ santoṣayedaṃśukabhūṣaṇādyaiḥ ||

iti |
oṃ

pṛthvī dhārayate lokān lokāḥ pṛthvīmayāḥ smṛtāḥ |
sarvagaṃ pṛthivīrūpaṃ pṛthvīmūrte ! namo'stu te || 26-56 ||

oṃ

agnirdhārayate lokān lokā agnimayāḥ smṛtāḥ |
sarvagaṃ cāgnirūpaṃ te agnimūrte ! namo'stu te || 26-57 ||

oṃ

ātmā yajati vai yajñairlokā yajñamayāḥ smṛtāḥ |
sarvagaṃ yajñarūpaṃ te yajñamūrte ! namo'stu te || 26-58 ||

oṃ

sūryo dhārayate lokān lokāḥ sūryamayāḥ smṛtāḥ |
sarvagaṃ sūryarūpaṃ te sūryamūrte! namo'stu te || 26-59 ||

oṃ

jalaṃ dhārayate lokān lokā jalamayāḥ smṛtāḥ |
sarvagaṃ jalarūpaṃ te jalamūrte! namo'stu te || 26-60 ||

p. 247) oṃ

vāyurdhārayate lokān lokā vāyumayāḥ smṛtāḥ |
sarvagaṃ vāyurūpaṃ te vāyumūrte! namo'stu te || 26-61 ||

oṃ

somo dhārayate lokān lokāḥ somamayā smṛtāḥ |
sarvagaṃ somarūpaṃ te somamūrte! namo'stute || 26-62 ||

oṃ

vyoma dhārayate lokān lokā vyomamayāḥ smṛtāḥ |
sarvagaṃ vyomarūpaṃ te vyomamūrte! namo'stu te || 26-63 ||

evaṃ kṣmāgnyātmasūryāmbuvāyvinduvyomasaṃjñitāḥ |
mūrtayo'ṣṭau śivasyoktā jagadyantrapravartikāḥ || 26-64 ||

śarvo rudraḥ paśupatirīśānaśca tathā bhavaḥ |
ugraścaiva mahādevo bhīmaścetyaṣṭa mūrtipāḥ || 26-65 ||

evaṃ kṣityādiśarvādimūrtimūrtīśvarātmakān |
abhyarcya brāhmaṇānaṣṭau gandhapuṣpāmbarādibhiḥ || 26-66 ||

ācāryaṃ ca viśeṣeṇa sampūjyābhipraṇamya ca |
tatastu varayedetān yajamānaḥ prasannadhīḥ || 26-67 ||

śivaliṅgapratiṣṭhārthamācāryaṃ tvāmahaṃ vṛṇe |
ebhirmūrtidharaiḥ sārdhaṃ prasādaṃ kuru me vibho ! || 26-68 ||

ityuktvā yajamānastān praṇamya varayecca te |
ācāryasahitā brūyuryajamānaṃ tathāstviti || 26-69 ||

tataḥ saṅkalpite deśe svānukūladinādike |
bhūmeḥ prākārasīmāntaṃ jñātvā kuryāt parigraham || 26-70 ||

tadyathā-

caturaśraṃ caturhastaṃ catuḥstambhaṃ tu maṇṭapam |
prāsādagarbhādaiśānyāṃ kṛtvā kuṇḍaṃ ca śobhanam || 26-71 ||

dvārāṇīṣṭvā praviśyāntaḥ kuṇḍe tvādhāya pāvakam |
hutvājyaṃ saṃhitāmantrairlokeśāstrāhvayairapi || 26-72 ||

p. 248) aghorāstreṇa nva punaḥ sahasraṃ śatameva vā |

atha maṇḍapamadhye pañcakoṣṭheṣu madhye padmaṃ dikṣu svastikacatuṣṭaya cālikhya teṣu pañca kumbhān saptadhānyopari saṃsthāpya yathāvidhi tīrthajalairāpūrya teṣu hiraṇyaratnagandhapuṣpākṣatapraśastauṣadhīrnikṣipya bilvāśvatthādipañcapallavakuśa kūrcaphalavadanān savasanamālyālaṅkṛtakaṇṭhān sāṅgamūlāsanādikrameṇāvāhitaśivān yathāvadabhipūjya teṣāmaiśānyāṃ kṛtamaṇḍalapīṭhapaṅkaje saptadhānyopari śivakumbhaṃ vidhivat pratiṣṭhāpyāpūryālaṅkṛtya tasminnapi sāṅgaṃ śivaṃ calācalāsanamāvāhyābhyarcya vahnisthaṃ śivaṃ sāṅgaṃ kumbhajaleṣvāyojya prāsādagarbhamadhye kmbhajalairīśānenāplāvya pūrvadakṣiṇapaścimottaraprāsādasīmāsu pūrvādikumbhajalaiḥ puruṣādibhirāplāvya svīkṛtavāstoragnipadasthānamudaṅmukhena śilpinā kundālena khānayitvā tanmṛdaṃ veṇuvetrādipiṭakenoddhṛtya nair-ṛtapade saptakṛtvaḥ prakṣipya kumbhāvaśiṣṭāmbhasā khātamāpūrya śiṣṭajalena khanitrādikaṃ saṃsnāpya snātasyāhatāmbarasya viprasya śirasi skandhe vā śivakumbhamuddhṛtya nidhāyānekajanasākṣikaṃ gītavādyavedaghoṣapurassaraṃ prākārapūrvasīmāntaṃ kumbhaṃ nītvā tatra kṣaṇamātraṃ sthitvā tasmādāgneyādidikṣu pradakṣiṇavṛttyā kramādīśāntaṃ kumbhaṃ paribhramya sīmākoṇacatuṣṭaye śaṅkucatuṣṭayaṃ saṃsthāpya rātrau bhūtakrūreṇa bhūtebhyo baliṃ dikṣu vikīryācāryastatrasthāni bhūtānyanyatra nivāsāyānena prasthāpayet |

oṃ bhūtarākṣasā yakṣāḥ piśācā brahmarākṣasāḥ || 26-73 ||

ye cānye'trāvatiṣṭhante sarve te'nyatra yāntvataḥ |
adyaprabhṛti yat sthānamidaṃ devasya śūlinaḥ || 26-74 ||

oṃ haḥ huṃ phaḍ iti bhūtavargaṃ prasthāpya pratiṣṭhamānānāṃ teṣāṃ baliṃ punarvikīrya prabhātāyāṃ rajanyāṃ sumuhūrte karṣaṇaṃ vidadhyāt |
tadyathā-

kapilairvā vṛṣaiḥ śuklairbalibhirlakṣaṇānvitaiḥ |
kṣīravṛkṣayugairyuktaiḥ khadirāsanalāṅgalaiḥ || 26-75 ||

snātairnavāmbaraiḥ puṃbhistaiśca sarvairalaṅkṛtaiḥ |
gurustallāṅgalaṃ spṛṣṭvā tvajātenābhimantrayet || 26-76 ||

tataḥ prācīnarekhābhiḥ karṣaṇaṃ taiḥ pravartayet |
japitvā vāmadevena sapta dhānyāni vāpayet || 26-77 ||

p. 249) jalairaghoreṇāsicya rakṣāmīśena kalpayet |
tāni sasyāni pakvāni gobhirvaktreṇa ghāsayet || 26-78 ||

athātra mañjaryāṃ -

bhūyastatra nidhāya gonivasanaṃ nītvā ca saṃvatsaraṃ mudgādīni punaśca tatra nivapeddhānyāni pūrvakramāt |
bhūyastānyatha bhakṣayecca paśubhiḥ śuddhe muhūrte tataḥ khātvā śalyavimocitāmatidṛḍhāṃ bhūyo vidadhyānmahīm ||

iti |

karṣaṇādhikāraḥ |

yāvat prāsādasīmāntaṃ tāvat kṛtvā samaṃ bhuvam |
darpaṇodarasaṃkāśāṃ viliptāṃ gomayāmbubhiḥ || 26-79 ||

śaṅkunā dikparicchedaṃ vidhāyātroditakramāt |
śaṅkūn punnāganāgādidṛḍhaśastatarūdbhavān || 26-80 ||

hastāyatāṃścaturthāṃśapariṇāhān suvartulān |
navasaṃkhyāṃstu gandhādyaiḥ pūjitān madhyamāditaḥ || 26-81 ||

nyasedaindrādidikṣvaṣṭāvagnyādiṣviti kecana |
śaṅkūn prāsādasīmāsu vinyasya prathamaṃ guruḥ || 26-82 ||

tāḍayellohakūṭena mudgareṇāthavā samam |
nāśmanā na ca kāṣṭhena tāḍayed doṣakṛd yataḥ || 26-83 ||

aṣṭamaṅgalasaṃsiddhyai prāṅmukhoṣṭaiva tāḍayet |
tataḥ śilpī yatheṣṭaṃ tu śaṅkūn kūṭena tāḍayet || 26-84 ||

sahasā praviśecchaṅkurna viśed vātra vighnakṛt |
śanairviśedṛjuḥ śaṅkuḥ karmasiddhiṃ tadā vadet || 26-85 ||

bhinne śīrṇe'thavā rugṇe tasya putrasya vā mṛtiḥ |
pūrvādidikṣu praṇate dhanaṃ cāgnibhayaṃ mṛtim || 26-86 ||

dhanakṣayaṃ bhayaṃ rogamṛddhiṃ saukhyaṃ ca nirdiśet |
aviśīrṇocchritaśikhe sthānavṛddhiṃ samādiśet || 26-87 ||

p. 250) kārpāsasūtrarajjuḥ syāt praśastā sudṛḍhā samā |
śāṇī kauśyathavā mauñjī tayā sūtraṃ prasārayet || 26-88 ||

rekhā sūtrānugā kāryā sphuṭaṃ hemaśalākayā |
rājatyāpyathavā dadhnāpyakṣatairvā yathādiśam || 26-89 ||

niyuktaḥ sūtrapāte yo yajamāno'thavā paraḥ |
nirvikārau yadā syātāṃ niḥśalyāṃ bhuvamādiśet || 26-90 ||

kaṇḍūyanādivikṛtau śalyamastīti nirdiśet |
śvasṛgālājagośvādīn sahasaiva tadāgatān || 26-91 ||

yadi paśyedadhastatra śalyamastīti nirdiśet |

tadyathā -

śiraḥkaṇḍūyane śiraso'sthi tāladvayakhāte, mukhasparśe kāṣṭhaṃ kapālaṃ vā dvihaste, grīvāyāṃ lohaśṛṅkhalā karatraye, asayorbāhvorvā sārdhahastadvaye tadasthi, prakoṣṭhayorjānumātre khaṭvāpādaḥ kapālamasthi vā, kaṭimātre kaṭisparśe loham, ūrvorasthi dāru vā tanmātre, urohṛdayābhyāṃ tāvati tadasthi, jānvorhastamātre stambhaḥ, jaṅghayornāpitopaskaraṃ jaṅghāsthi vā, padbhyāṃ kuñjarāsthi, aṅguṣṭhe ghaṭikā rītikā vā, aṅguliṣvaśvapādaḥ sārdhatāle kāṃsyaṃ vā, miśraceṣṭābhiḥ śalyamapi vimiśraṃ brūyāt |
mārjāralaṅghane rabhasāsthi(?) tatpramāṇe, śunā gavāsthi, ajenājaṃ śaunaṃ vāsthi, aśvena māhiṣaṃ, māhiṣeṇa jāmbukaṃ, jāmbukena vārāhaṃ, vārāheṇa vaiyāghraṃ, vaiyāghreṇaibham, ibhena nāraṃ, nāreṇa gārdabhaṃ, gārdabhenājaṃ, sūtralaṅghanena kṣetrapraveśena vā darśanena tatkīrtanena cāpyevaṃ brūyāt |
bhasmatuṣāṅgārādīni pakṣiṇāṃ praveśānnirdiśet |
evamādiśalyeṣvanuddhṛteṣveva devālayagṛhādikaṃ yadi kuryāt tatra devatāyāḥ sānnidhyahāniḥ kartuśca tadvaṃśyānāmanabhyudayātyayarogapravāsanairdhānyāvinā śaparikleśādayo doṣā bhavanti |
tāni granthagauravabhayānna vivicyocyante atha śobhanāni ca śalyāni bhavanti |
atra yathā brahmaśambhuḥ -

jīvanmatsyastu dhānyāptiṃ kūrmo yogaṃ pravartayet |
nityaṃ śriyaṃ ca maṇḍūko mūṣiko dharmaśīlatām ||

p. 251) api ca

matsyamaṇḍūkakūrmāṃśca suvarṇaṃ pārataṃ maṇīn |
khātānnābhyuddharet tasmāduddhareccedanarthakṛt || 26-92 ||

iti śalyoddhārādhikāraḥ |

athātra śalyamuddhṛtya vāstupūjāṃ pravartayet || 26-93 ||

atra brahmaśambhuḥ -

vāsturvastutanurdaityaḥ kopajo daityamantriṇaḥ |
śrūyate vāstuvidyāsu tathāpi ca śivāgame ||

iti |

purā surāsure yuddhe purandaramukhaiḥ suraiḥ |
viṣṇo prabhāvabhūmnaiva bhagnā neśuḥ purāsurāḥ || 26-94 ||

gururbhṛgusutasteṣāṃ saṃrambhād bhṛśakopanaḥ |
juhāva havyaṃ havyāśe chāgaṃ caikaṃ salakṣaṇam || 26-95 ||

svedāmho juhvatastasya yat papāta havirbhuji |
tattejasā sa tu cchāgaśchāgavaktro'suro'bhavat || 26-96 ||

bhūmiṃ divaṃ ca sañchādya bhairavābhogavarṣmaṇā |
udatiṣṭhanmuniśreṣṭhaṃ kiṃ karomīti cābravīt || 26-97 ||

tamābabhāṣe bhṛgujo jṛmbhamāṇaṃ bhayānakam |
vibudhānabudhaprajñān bhraṃśayethāstriviṣṭapāt || 26-98 ||

ityuktastarjayan nādairnirgacchan svamukhānalaiḥ |
bharjayanniva lokāṃstrīn nirjarānabhyadhāvata || 26-99 ||

ṛ(ṣabho ? bhavo)'pi bhayāt tasya vibhāvairbhraṃśitaiḥ svakaiḥ |
abhijagmurvibhuṃ śambhumabhayaṃ bhūtibhūṣaṇam || 26-100 ||

bhavo'pyabhayadasteṣāṃ bhārgavāmibhavād bhṛśam |
bhagnānāṃ bhūtaye'thākṣṇastṛtīyādagnimutthitam || 26-101 ||

ādiśad bhūtarūpaṃ tad bhagnīkṛtya bhṛgoḥ sutam |
tataśchāgāsuraṃ kruraṃ pravṛddhaṃ dagdhumarhasi || 26-102 ||

ityuktaḥ kvāpyasakto'gnirabhidudrāva bhārgavam |
vipradruto bhayāt so'pi babhrāma bhuvanatrayam || 26-103 ||

p. 252) na lebhe'bhayadaṃ kañcidṛte bhasitabhūṣaṇāt |
tatastanīyasīṃ kṛtvā tanuṃ svāṃ yogaśaktitaḥ || 26-104 ||

viveśa śarmaṇe śambhoḥ śravaṇena śivāṃ tanum |
sa tasyodaramāviśya śaṅkarasya śivaṅkaram || 26-105 ||

dadṛśe ca jagadviśvaṃ viśvastaṃ ca samāśvasat |
devo'pi divyadarśī taṃ niśamya śaraṇāgatam || 26-106 ||

avismayaḥ smayannāhāyugākṣastu yoginam |
mā bhairbhārgava! tuṣṭo'haṃ nayabuddhyānayā tava || 26-107 ||

atroṣito'si putro me nirgaccha svecchayā hyataḥ |
agryaṃ grahapadaṃ dattaṃ tadaiśvaryaṃ mahat tava || 26-108 ||

nayānayau tathā varṣamavarṣaṃ ca jagattraye |
pravartayethāḥ satatamityuktvā taṃ trilocanaḥ || 26-109 ||

asṛjacchuklamārgeṇa śukro'bhūnnāmatastataḥ |
atha śukraḥ praṇamyeśaṃ vijñāyeṣṭaṃ vyajijñapat || 26-110 ||

kṛtārtho'nugṛhīto'smi dhanyaḥ ko'nyataro mayā |
yadevaṃ devadevena prasādādabhinanditaḥ || 26-111 ||

ityuktvā praṇataṃ prītaḥ śukraṃ vakrenduśekharaḥ |
varamanyaṃ vṛṇīṣveti so'bravīd brāhmaṇaṃ vibhuḥ || 26-112 ||

so'pi vavre varaṃ tatra trastaṃ chāgāsuraṃ purā |
purāreḥ pātayan padbhyāmabhayaṃ tasya bhūtaye || 26-113 ||

athādhovadanaṃ daityaṃ daṇḍavat patitaṃ kṣitau |
prāha prasannaḥ sannaṃte'bhayaṃ dagni? varaṃ ca yat || 26-114 ||

vāñchitaṃ chāga! tat tubhyamityuktaḥ śambhunāsuraḥ |
vyajijñapad yadajñānānmayeśa! duranuṣṭhitam || 26-115 ||

kṣantumarhasi tat kṣmāyāṃ vaseyaṃ tvatprasādataḥ |
avirodhena devānāṃ varametat prayaccha me || 26-116 ||

p. 253) mayi brahmādayo devā vasantaḥ santu pūjitāḥ |
śrutvaitacchūlahasto'pi prāha vastuṃ varaṃ tvayā || 26-117 ||

vṛto'haṃ yat tato nāmnā vāstupo'si tathāstu te |
vaserdhātornivāsārthādāvasa tvaṃ vasundharām || 26-118 ||

vasantu ca tvayi prītāḥ śatānandādidevatāḥ |
adyaprabhṛti bhūloke daivaṃ vānyacca mānuṣam || 26-119 ||

kurvate vāstu vāsārthaṃ prathamaṃ tvāṃ yajantu te |
puṣpaiśca dhūpadīpaiśca balibhiśca vilakṣaṇaiḥ || 26-120 ||

tvaṃ ca tvaddehasaṃsthāśca pūjyāḥ syurdevatāḥ kramāt |
evaṃ mayaiva vihitaṃ kurvatāṃ vāstupūjanam || 26-121 ||

tadāyatanaveśmādau vasatāṃ santu sampadaḥ |
akṛtvā vāstuyajanaṃ prāsādabhavanādikam || 26-122 ||

kṛtaṃ tadāsuraṃ sarvaṃ bhūyāt tatra ca yat kṛtam |
iti dattvā varaṃ devaḥ śukravāstupayoḥ pṛthak || 26-123 ||

vastuṃ devān niyujyāsmiṃstatraivāntaradhīyata |
yaddeśadiṅmukhaṃ śambhoḥ praṇataḥ pātito'suraḥ || 26-124 ||

śukreṇa devairuṣitaṃ tadaivābhūd vibhorvarāt |
tathaivādhomukho'dyāpi vāsturīśānadikchirāḥ || 26-125 ||

prasārya pādau nair-ṛtyāmadhiśete sma kāśyapīm |

itthaṃ hi vāstoṣpatinā pureśāllabdhaṃ varaṃ tad yadabhūdabhīṣṭam |
iṣṭo vimānādividhāvatastadyajñaḥ surāṇāmapi mānavānām || 26-126½ ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde deśakālakarṣaṇaśalyoddhāravāstūtpattividhipaṭalaḥ ṣaḍviṃśaḥ || 26 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 27: Vastu-Verehrung, erste Ziegel und Grundsteinbeigabe

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 27: Vastu-Verehrung, erste Ziegel und Grundsteinbeigabe
Das Kapitel beschreibt den Baugrund als Leib des Vastu-Purusha, in dem zahlreiche Gottheiten ihren Platz haben. Auf ihre Verehrung folgen Bodenarbeiten, das Setzen der ersten Ziegel und eine symbolische Grundsteinbeigabe, die als Keim des Heiligtums gilt. Die langen Listen von Feldern und Gaben bleiben vollständig erhalten; sie gehören zur historischen Bau- und Rituallehre.

Kapiteleingang. Nun das siebenundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 27-1. Auf dem Baugrund vollziehe man die Verehrung des Vastu-Herrn und der in ihm befindlichen Gottheiten mit ihren Namen. Mit den noch zu nennenden Stoffen streue man ordnungsgemäß Bali aus.

Kriyapada 27-2. Am bezeichneten Ort, mit frischem Kuhdungwasser benetzt und bestrichen, lege man zuerst ein Quadrat an und teile es achtfach. So entsteht das genannte Raster mit vierundsechzig Feldern.

Kriyapada 27-3. Teilt man es neunfach, indem man mit Reismehl versehene Schnüre spannt, entsteht das Raster mit einundachtzig Feldern, genannt für Götterhäuser und auch für Könige.

Kriyapada 27-4. Hat man das Raster mit vierundsechzig Feldern angelegt, spanne man darin die beiden Diagonalschnüre. In den vier Mittelfeldern verehre man Brahma; anschließend

Kriyapada 27-5. in den zwei östlichen Feldern Marichi, im Süden Vivasvat, im Westen Mitra und in den beiden nördlichen Feldern Mahidhara. Nun nenne ich die Gottheiten in den Paaren halber Eckfelder:

Kriyapada 27-6. Im Südosten liegen Savitra und Savitar je in einem halben Feld, im Südwesten Indra und Indrajaya, im Nordwesten Rudra und Rudrajaya, im Nordosten Apa und Apavatsa. Nun werde ich noch die acht Gottheiten außerhalb in den vier Ecken nennen.

Kriyapada 27-7. Sharva, Skanda, Aryaman, Jambhaka, Pilipinjaka, Charaki, Vidari, Putana und Paparakshasi. [Quellenhinweis: Die Ankündigung nennt acht, die gelieferte Namensreihe lässt neun Benennungen erkennen. Eine Tilgung oder Zusammenziehung wird nicht vorgenommen.]

Kriyapada 27-8. Nun sind die Gottheiten der zweiunddreißig äußeren Felder in den vier Randreihen zu kennen, der Reihe nach von Osten an, in vier Gruppen für die vier Richtungen.

Kriyapada 27-9. Im Osten sind rechtsläufig die acht Gottheiten Ishana, Parjanya, Jayanta, Indra, Sonne, Satya, Bhrisha und Antariksha.

Kriyapada 27-10. Im Süden Agni, Pushan, Vitatha, Yama, Griharakshaka, Gandharva, Bhringaraja und Mriga.

Kriyapada 27-11. Im Westen Nirriti, Dauvarika, Sugriva, Varuna, Pushpadanta, Asura, Shosha und Papayakshman.

Kriyapada 27-12. Im Norden Maruta, Naga, Mukhya, Bhallata, Mond, Argala, Diti und Aditi.

Kriyapada 27-13. Das Haupt des Vastu-Herrn liegt im Nordosten, seine beiden Hände im Nordwesten und Südosten, beide Füße im Südwesten. Parjanya liegt am Auge, Aditi am Gesicht, Apa und Apavatsa am Hals; am Ohr Diti; an den Schultern Indra und Argala zusammen mit Jayanta. [Die Zuordnung der letzten drei Namen zu den zwei Schultern ist in der gelieferten Formulierung nicht eindeutig.]

Kriyapada 27-14. Sonne und Mond liegen an den Oberarmen, zusammen mit Bhallata, Satya und den weiteren. Savitra und Rudra stehen an seinen Seiten. Im Nabel ist der Viergesichtige, an den Brüsten Mahidhara und Marichi, im Bauch Mitra und Vivasvat, im Geschlechtsbereich ein weiterer Indra.

Kriyapada 27-15. An seinen Schenkeln und Unterschenkeln liegen die drei von Gandharva an sowie Dauvara, Sugala und Varuna; die übrigen stehen seitlich. Deshalb lege man die Grundsteinbeigabe nicht in Vastus Glieder. Geschieht es aus Unwissenheit doch, bringt dies völligen Untergang. [Die Benennung Sugala wird hier nicht zu Sugriva vereinheitlicht.]

Kriyapada 27-16. Ishana verehre man mit Butter, ungebrochenem Reis und Wasser, Parjanya mit Utpala-Blumen und Duftwasser. Jayanta erhält eine gelbe Fahne; Mahendra verehre man mit roter Speise und Lichtern.

Kriyapada 27-17. Die Sonne erhält gelbe Speise und einen Baldachin, Satya gekochten Reis mit Butter. Bhrisha verehre man mit Weizenspeise, Antariksha mit Fleisch und Urdbohnen.

Kriyapada 27-18. Agni verehre man mit einer Opferkelle und Puffreis, Pushan ebenso, Vitatha mit Gold; Griharakshaka mit Honig und gekochtem Reis, Yama mit Fleisch und gekochtem Reis. [Die Zuordnung des Puffreises zu Agni oder Pushan ist im gedrängten Satz nicht völlig eindeutig.]

Kriyapada 27-19. Gandharva verehre man mit duftenden Blumen, Bhringaraja mit einer Vogelzunge, Mriga mit Sesam oder Gerste. Für Nirriti koche man ordnungsgemäß Krisara, eine Getreide-Hülsenfrucht-Speise.

Kriyapada 27-20. Dauvarika verehre man mit schönen Zahnhölzern, Sugriva mit Gerste und Räucherwerk, Pushpadanta mit Kusha-Büscheln, den Wasserherrn mit weißen Lotussen.

Kriyapada 27-21. Asura erhält Honig und ungebrochenen Reis; Shosha Speise mit Butter; Papayakshman Wildreisspeise; Vayu Fladen mit Butter.

Kriyapada 27-22. Naga verehre man mit Naga-Blüten, Mukhya mit Modaka-Süßigkeiten. Bhallata erhält Speise mit Mungbohnen, König Soma Honig, Milchreis und Butter.

Kriyapada 27-23. Argala verehre man mit ungebrochenem Reis, Diti mit rotem Reis und Butter, Aditi ordnungsgemäß mit Urdbohnenspeise und Gebäck. So verehre man die zweiunddreißig der Reihe nach.

Kriyapada 27-24. Apa verehre man mit Milch, Apavatsa mit saurer Milch und Butterbällchen. Savitra verehre man mit Kusha-Gras, Savitar mit Reis und unraffiniertem Zucker.

Kriyapada 27-25. Indra erhält gelben, mit Kurkuma bereiteten Reis mit Butter; für Indrajaya wird reine Speise empfohlen. Rudra ist gekochtes Fleisch vorgeschrieben, Rudrajaya ungekochtes.

Kriyapada 27-26. Marichi und die folgenden verehre man der Reihe nach an ihren jeweiligen Orten mit süßen Bällchen, rotem und weißem Reis sowie Urdbohnen mit Butter.

Kriyapada 27-27. Brahma verehre man mit Butter, ungebrochenem Reis, Panchagavya, duftenden Blumen, gekochter Opferspeise und Sesam. Im Osten verehre man den Sharva genannten Skanda mit Milchreis und Butter. [Quellenhinweis: Hier erscheint Sharva als Benennung Skandas; die frühere Aufzählung in 27-7 lässt beide getrennt erkennen.]

Kriyapada 27-28. Im Süden gebe man Aryaman Fleisch mit Butter. Im Westen gebe man Jambhaka eine gelbe Girlande und Fleisch, im Norden Pilipinja

Kriyapada 27-29. kräftig rote Blumen und Speise. So lasse man Bali darbringen. Charakis Bali im Nordosten besteht aus Fleisch, gekochtem Reis und Buttergebäck.

Kriyapada 27-30. Außen im Südosten besteht Vidaris Bali aus Galle und Fleisch. Putana erhält im Südwesten saure Milch und rote Speise.

Kriyapada 27-31. Im Nordwesten suche man die Rakshasi auf und verehre sie mit Milch, Galle, Knochen und roter Speise. Alle verehre man mit ihren eigenen Namen, dem Abschluss „Verehrung“ und den Darbringungen.

Kriyapada 27-32. Außen bringe man den acht Arten von Wesen Bali dar. Sind die jeweils genannten Stoffe nicht verfügbar, so gilt als Ersatz eine Bali-Gabe aus Blumen, ungebrochenem Reis,

Kriyapada 27-33. wohlriechendem Räucherwerk, Lichtern und reiner Speise. Man verehre sie mit den eigenen Namen, mit Pranava am Anfang und „Verehrung“ am Ende, und mit den fünf Darbringungen. Nachts, in weißer Kleidung und mit reiner Gesinnung, gebe man Bali.

Kriyapada 27-34. Die so ordnungsgemäß verehrten Gottheiten im Leib des Vastu

Unnummerierte Fortsetzung nach 27-34. gewähren das Gelingen der jeweiligen Handlungen und Frieden.

Kriyapada 27-35. Im einundachtzigfeldrigen Raster setze man den Vastu-Herrn wie zuvor ein. Brahma verehre man in seinen neun Mittelfeldern. Außerhalb davon befinden sich an den Ecken in jeweils zwei Feldern die Gottheiten von Savitra an; zwischen ihnen die vier Gottheiten von Marichi an, der Reihe nach.

Kriyapada 27-36. In den Richtungen von Osten an stehen im äußeren Ring die zweiunddreißig Gottheiten von Isha an jeweils in einem Feld und werden wie zuvor der Reihe nach verehrt. Die anderen außerhalb haben keine eigenen Rasterfelder: Charaki im Nordosten, Vidari im Südosten, Putana im Südwesten, die Rakshasi im Nordwesten.

Kriyapada 27-37. Die vier von Sharva-Skanda an stehen ebenfalls außerhalb, ohne eigenes Feld.

Kriyapada 27-38. Man verehre sie der Reihe nach im Osten, Süden, Westen und Norden. Nach einem dieser beiden Verfahren rufe man den Vastu-Hüter herbei

Unnummerierte Fortsetzung nach 27-38. und verehre der Reihe nach die Gottheiten in den Feldern seiner Glieder.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Vastu-Verehrung.

Kriyapada 27-39. Nachdem man den Vastu-Herrn so verehrt hat, speise man dort Brahmanen,

Kriyapada 27-40. Zeichenträger sowie Handwerker und Arbeiter nach den eigenen Kräften. Dann grabe man die gesamte Fläche bis zur Grenze des Heiligtums

Kriyapada 27-41. so tief aus, wie ein Mensch mit erhobenen Armen hoch ist, und trage die Erde fort. Einige sagen, man solle bis zum Wasser oder bis zur Kiesschicht graben.

Unnummeriertes Zitat aus der Pratishthapaddhati nach 27-41. „Beim Götterhaus grabe man bis zur Kiesschicht oder bis zum Wasser, beim Wohnhaus für menschliche Zwecke, oder so weit, bis der Boden rein ist.“ [Die grammatische Verbindung von „puruṣārtham“ und Wohnhaus bleibt in der gelieferten Form knapp; eine zusätzliche Tiefenangabe wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 27-42. Man besprenge die Grube mit dem Waffenmantra und fülle sie zuerst acht Fingerbreiten hoch mit reiner, nicht verfärbter Erde, frei von Klumpen und anderen Mängeln.

Kriyapada 27-43. Dann lege man schrittweise runde Steine mit Erde und Wasser dazwischen eine Elle hoch hinein, anschließend Sand und erneut Erde.

Kriyapada 27-44. Man durchtränke die Fläche mit Wasser und lasse Elefanten darübertreten. Mit festen, aus empfohlenem Holz gefertigten „Elefantenfüßen“, also Stampfern,

Kriyapada 27-45. klopfe und reibe man sie gleichmäßig fest und baue die Fläche sehr solide auf. Wenn ein Viertel der Grube frei bleibt, setze man die ersten Ziegel.

Kriyapada 27-46. Nördlich des Heiligtums errichte man einen quadratischen Pavillon mit vier Toren, vier Pfosten und vier Torbögen.

Kriyapada 27-47. Der Guru habe gebadet und die täglichen Handlungen vollzogen. Zusammen mit den Trägern der göttlichen Gestalten und mit gewöhnlichem Arghya in der Hand verehre er am Westtor die Torherren.

Kriyapada 27-48. Nach dem Werfen der Waffe trete er ein und lasse den glückverheißenden Tag ausrufen. Selbst, Ort und Mantras seien gereinigt; der Guru trage das Schwert der Erkenntnis.

Kriyapada 27-49. Mit Panchagavya und besonderem Arghya besprenge er Tore und Pavillon. In der Mitte verehre er den Vastu-Herrn und Brahma, im Osten Lakshmi, im Süden Ganeshvara,

Kriyapada 27-50. im Westen Durga und im Norden den Feldherrn. Nach dem Ausstreuen der Streustoffe und der Verehrung von Krug und Waffe

Kriyapada 27-51. setze man die Weltenhüter in die Krüge und die Waffen auf die Fahnen. Mit der Formel „Höre, Shakra …“ lasse man sie Shivas Befehl hören.

Kriyapada 27-52. Nach dem Umhertragen von Waffe und Krug verehre man beide auf ihren festen Plätzen. Man berühre sie mit der Mudra und übergebe dem Krug das Schwert der Erkenntnis.

Kriyapada 27-53. In der quadratischen Feuergrube im Osten rufe man Shiva im Feuer herbei und opfere Butter mit den zusammengehörigen Mantras, Brennholz mit dem fünfsilbigen.

Kriyapada 27-54. Mit dem Pranava opfere man Grundlage und Butteranteile, dann mit den fünf Silben einzeln, mit Pranava am Anfang und Feueropferabschluss am Ende, jeweils dreimal Butter.

Kriyapada 27-55. Brennholz, Butter, gekochte Opferspeise und Puffreis opfere man mit den fünf Brahma-Mantras jeweils hundertmal; mit den Weltrufen hundertmal Butter.

Kriyapada 27-56. Mit den Mantras der Weltenhüter und Waffen jeweils zwei Opfergaben; für die Mondstationen, Wesen und Nagas jeweils einmal,

Kriyapada 27-57. ebenso für die Vishvedevas und sämtliche Gottheiten, mit ihren eigenen Namen und den Abschlüssen „Verehrung“ und „Opfergabe“. Erneut opfere man mit dem fünfsilbigen Mantra,

Kriyapada 27-58. den Weltrufen und die volle Buttergabe, der die Gabe an Svishtakrit vorausgeht. Dann streue man Bali und wiederhole den elffachen Mantra

Kriyapada 27-59. sowie den fünfsilbigen in derselben Anzahl. Auf dem quadratischen Grund des Heiligtums, in vier Felder geteilt, spanne man die Diagonalschnüre.

Kriyapada 27-60. Man lege dort ein Raster mit einundachtzig Feldern an und bestimme empfindliche Stellen, Leitungen und Glieder des Vastu. Auf sie lege man keine Steine.

Kriyapada 27-61. Auch den ersten Pfosten setze man nicht auf empfindliche Stellen und die weiteren genannten Bereiche. Die Ostschnur heißt aufrechter Stamm; die Diagonalschnüre heißen Stämme.

Kriyapada 27-62. Die Nordschnur ist der seitliche Stamm; die Schnüre gelten als seine Adern. Ihre Verbindungen sind empfindliche Stellen. Oder die Glieder werden nach den zuvor genannten Angaben vorgestellt.

Unnummerierte Prosa nach 27-62: Die Glieder des Vastu. Beim Setzen der ersten Ziegel und den folgenden Arbeiten müssen diese Stellen gemieden werden; deshalb werden die Glieder des Vastu-Herrn noch einmal genannt. Im Nordosten liegt sein Haupt, im Südosten und Nordwesten seine beiden Hände. Parjanya und Diti sind die Augen, Apa das Gesicht, Apavatsa der Hals, Aditi befindet sich an den Ohren. Jayanta und Argala sind die Schultern; Sonne, Mond und die weiteren bilden die Arme. Rudra ist am Rücken; Savitra, Savitar, Roga und Shosha befinden sich an den Unterarmen. Brahma liegt am Nabel, Bhubhrit und Aryaman an den Brüsten, Mitra und Vivasvat am Bauch, Indra und Indrajaya im Geschlechtsbereich, beide Füße im Südwesten.

Darum setze man die ersten Ziegel unter Vermeidung dieser Gottheiten, die Glieder des Vastu-Purusha sind, sowie der Adern und empfindlichen Stellen. Ebenso setze man den ersten Pfosten bei Pavillons, Häusern und anderen Bauten. [Quellenhinweis: Einige Zuordnungen und Namen weichen von 27-13–15 ab, etwa Mund, Augen und Brustbereich. Die wiederholte Liste wird nicht mit der früheren vereinheitlicht.]

Unnummeriertes Zitat aus dem Vishvakarmiya nach 27-62. „Setzt man aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit einen Stein auf ein Glied des Vastu, so entstehen die Zerstörung des Ortes, Leid für den Ausführenden oder gar Tod.“

Kriyapada 27-63. Deshalb setze man die ersten Ziegel südlich des Tores, zwischen Arm und Stamm, in die Grube, von der noch ein Viertel frei ist.

Kriyapada 27-64. Kopf, Rücken und die übrigen Seiten seien unterscheidbar; die Ziegel seien fehlerlos und von günstigen Merkmalen, eine Elle lang, halb so breit und acht Fingerbreiten hoch.

Kriyapada 27-65. Sie seien gut gebrannt, rot glänzend, ohne Bruch, Risse und andere Mängel. Neun oder fünf erste Ziegel sollen gefertigt werden.

Kriyapada 27-66. Diese Ziegelvorschrift gilt für ein allerhöchstes Heiligtum mit einem allerhöchsten Linga. Nun wird sie für die höchste und die weiteren Klassen genannt.

Kriyapada 27-67. Ihre Länge in Fingerbreiten entspricht den Zahlen der Versmaße Jagati, Pankti und Anushtubh, der Reihe nach. Die Breite ist die halbe Länge, die Höhe die halbe Breite.

Kriyapada 27-68. So sind die ersten Ziegel für Heiligtümer der höchsten und der weiteren Klassen angegeben. Ein an der Basis dicker Ziegel ist weiblich, ein an der Spitze dicker geschlechtslos.

Kriyapada 27-69. Ein überall gleich breiter und gleich dicker Ziegel ist männlich. Für männliche Gottheiten sei ein männlicher, für weibliche ein weiblicher Ziegel günstig, sagen einige.

Kriyapada 27-70. Der männliche Ziegel allein erfüllt bei allen sämtliche Absichten. Bei einem steinernen Götterhaus sollen auch die ersten Ziegel aus Stein sein.

Kriyapada 27-71. In der Mitte des Pavillons bereite man aus Reis ein Erdfeld und darauf mit Darbha unter dem Pranava einen Sitz. Auf ihn lege man die Ziegel.

Unnummerierte Prosa nach 27-71: Reinigung und Verehrung der Ziegel. Mit gewöhnlichem Arghya besprenge man die Ziegel, mit der Waffe schlage man sie an, mit dem Panzer ritze man sie. Man wasche sie mit Erde und bade sie mit Kuhdung, Kuhurin, Panchagavya, den fünf Nektarstoffen sowie Gold-, Edelstein-, Frucht- und Duftwasser, jeweils unterbrochen durch Wasser und Räucherung. Mit Duftstoffen bestreiche man sie. Jeden binde man mit Gold und einer Schutzschnur, bedecke sie mit neuen Tüchern und lege sie nach den Richtungen auf das genannte Feld. In ihnen stelle man sich drei Abschnitte vor.

Darin rufe man den achtgliedrigen feinen Leib von Buddhi bis Geruch, die acht Gestalten von Erde bis Raum und die acht Gestalthüter von Sharva bis Bhima herbei, zusammen mit den Prinzipien Shiva, Vidya und Atman sowie den ursächlichen Herren Rudra, Vishnu und Brahma, der Reihe nach. Auf den acht Ziegeln verehre man sie einzeln an Basis, Mitte und Spitze mit ihren Namen im Dativ, mit Pranava am Anfang und „Verehrung“ am Schluss.

An den Basen, den ersten Abschnitten, beginne man mit „Verehrung der Buddhi!“ bis zum Geruch; ferner „Verehrung dem Shiva-Prinzip!“ und „Verehrung Rudra, dem Herrn des Shiva-Prinzips!“. In den Mitten die acht Gestalten von „Verehrung der Erdgestalt!“ bis zum Raum, ferner „Verehrung dem Vidya-Prinzip!“ und „Verehrung Vishnu, dem Herrn des Vidya-Prinzips!“. An den Spitzen „Verehrung Sharva, dem Herrn der Erdgestalt!“ bis Bhima sowie „Verehrung dem Atman-Prinzip!“ und „Verehrung Brahma, dem Herrn des Atman-Prinzips!“

So berühre man Basis, Mitte und Spitze der Ziegel mit der Kusha-Waffe. Im mittleren Ziegel setze man ein und verehre: „Verehrung Shiva, dem Herrn aller Wirklichkeitsprinzipien, aller Gestalten und Gestaltherren sowie der drei Prinzipien!“

Mit schützender Asche, Darbha und Sesam richte man ringsum Schutz ein. Dann setze man sich vor die Feuergrube. Buddhi und die folgenden, Erde und die folgenden, Sharva und die folgenden, die drei Prinzipien und ihre Herren sättige man mit ihren eigenen Namen im Dativ, Pranava am Anfang und Feueropferabschluss am Ende, jeweils durch drei Buttergaben. Den Rest lasse man in ein Gefäß tropfen und gieße ihn auf die drei Abschnitte der Ziegel.

Unnummerierte Verbindungsformeln nach 27-71. Zur Gegenwart vollziehe man die Verbindung der Prinzipien: „Verehrung dem Atman-Prinzip und dem Vidya-Prinzip!“ sowie „Verehrung dem Vidya-Prinzip und dem Shiva-Prinzip!“, jeweils mit Pranava und den beiden in der Quelle genannten Keimlauten.

Unnummerierte Prosa nach 27-71: Schatzkrüge. Dann bereite man ebenso viele kupferne Schatzkrüge wie Ziegel, neun oder fünf, gefüllt mit den drei Süßstoffen. Bei neun Krügen rufe man in den acht namens Subhadra, Vibhadra, Sunanda, Pushpadanta, Jaya, Vijaya, Jayanta und Purna die acht Schätze Padma, Mahapadma, Makara, Kacchapa, Mukunda, Ananta, Nila und Shankha herbei. Im mittleren Ananta-Krug, der Shakti und Schatz enthält, verehre man unten Ananta und oben Brahma mit dem Wurzelmantra, der auf Lavana gesetzt ist. [Die Mantrachiffre „auf Lavana gesetzt“ ist hier nicht näher erklärt und wird nicht zu einer Formel ergänzt.] In diesen Schätzen rufe man die acht Weltenhüter von Indra an herbei und verehre sie.

Bei fünf Krügen tragen diese die Namen Dharma, Jnana, Vairagya, Aishvarya und Sarvasiddhi und sind mit den Mondtagsgruppen Nanda, Bhadra, Jaya, Rikta und Purna verbunden. In ihnen rufe man die fünf Schätze Padma, Mahapadma, Makara, Shankha und Samudra herbei. In den fünf Schätzen rufe man die fünf ursächlichen Herren von Brahma an herbei und verehre sie richtig.

In alle Krüge lege man neun Edelsteine; bei der Fünferform werden neun, acht beziehungsweise fünf Edelsteine genannt. [Örtliche Unsicherheit: Die gelieferte Folge „navavasupañcaratnāni“ legt die Verteilung dieser Zahlen auf die Krüge nicht eindeutig fest.] Man setze die Krüge ihrer Richtung entsprechend bis zur Öffnung in die Gruben ein und verehre die Schätze sowie die Weltenhüter oder ursächlichen Herren mit Arghya und den weiteren Gaben.

Unnummerierte Prosa nach 27-71: Setzen der ersten Ziegel. Dann bringe man die Ziegel der Reihe nach vom Feld herbei. Zur bestimmten Stunde setze man sie auf die Öffnungen der Schatzkrüge, mit den Namen des jeweiligen Schatzes und Weltenhüters, Pranava am Anfang und „Verehrung“ am Schluss. Ihre Spitzen weisen nach Osten und Norden. Rechtsläufig verfahre man von Osten bis Nordosten und zur Mitte; bei der Fünferform von Osten bis Norden und zur Mitte. Alle setze man vollkommen eben, ohne Vertiefungen und Erhöhungen. Ungleich gesetzte Ziegel bringen nach dem Text dem Land Gefahr, dem Ausführenden und dem Ort Leid.

Darum stelle man sie genau eben auf, bade sie mit dem Wasser des Shiva-Kruges und fülle die Grube mit Duftwasser. Mit dem Pranava werfe man eine einzelne Blume hinein und beobachte sie. Dreht sie sich rechtsläufig, gilt dies als günstig; bei Linksdrehung vollziehe man Beruhigung durch Feueropfer, Japa und Spenden.

Dann schichte man den Baugrund wie angegeben aus Steinen oder Ziegeln bis zur festgesetzten Höhe in Ellen und mache die Oberfläche eben. Man verehre Acharya, Gestaltträger und Handwerker. Nachts schlafe man auf einem Darbha-Lager und beachte den Traum. Bei einem ungünstigen Traum vollziehe man Beruhigung; bei einem günstigen vollziehe man nochmals das Vastu-Opfer und dann das Niederlegen der Grundsteinbeigabe.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die ersten Ziegel.

Kriyapada 27-72. Nun vollziehe man bei Heiligtümern und anderen Bauten das Einsetzen des Garbha, der Grundsteinbeigabe. Sie ist deren Keim und Urgrund und bringt Gedeihen.

Kriyapada 27-73. Zwischen Indra- und Agni-Bereich, südlich des Tores, sollen alle sozialen Gruppen die Grundsteinbeigabe zum Gedeihen in die Erde einsetzen.

Kriyapada 27-74. Einige sagen: bei Brahmanen über der Prati-Schicht, bei Königen über dem Upana-Sockelglied, bei Vaishyas und der vierten Gruppe im Boden.

Unnummerierte Fortsetzung nach 27-74. Man fertige als Behälter der Grundsteinbeigabe eine feste kupferne Kassette.

Unnummeriertes Manjari-Zitat nach 27-74. „Sie sei acht Fingerbreiten groß und halb so hoch; ihre Höhe werde darüber um ein Viertel vermindert festgesetzt. Ein Gefäß von einer Elle Länge gilt als höchstes; die Höhe bestimme man durch Verhältnisrechnung.“ [Örtliche Unsicherheit: Die zweite Höhenangabe ist in der gelieferten Formulierung nicht eindeutig auf die erste zu beziehen; eine neue Maßzeichnung wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 27-75. Man versehe sie mit einem Deckel; ihre Wandstärke betrage ein Zwanzigstel.

Kriyapada 27-76. Die Höhe der Fachwände betrage ein Viertel ihrer Breite. Einige nennen ein Gefäß mit gleicher Länge und Höhe das höchste.

Kriyapada 27-77. Das mittlere sei um drei Viertel vermindert, das geringste halb so hoch. Der Deckel betrage ein Drittel; überall sei er eben und fest. [Quellenhinweis: Die Höhenfolge ist so geliefert und in ihrer Rangfolge nicht schlüssig. „Um drei Viertel vermindert“ wird nicht stillschweigend in „drei Viertel hoch“ geändert.]

Kriyapada 27-78. Das Gefäß wasche man mit Panchagavya. Die Grube bestreiche man unter dem Herzmantra mit Kuhdung und lasse den glückverheißenden Tag ausrufen.

Kriyapada 27-79. Mit Mehl zeichne man den Naga Ananta und setze das Garbha-Gefäß auf seine Haube. Außen errichte man aus Reis ein vier Fingerbreiten hohes Feld.

Kriyapada 27-80. Darauf zeichne man mit Meereserde die Erde mit ihren sieben Inselkontinenten, Meeren und Bergen.

Kriyapada 27-81. Am inneren Boden des Garbha-Gefäßes lege man Fächer in der Abhikriti-Zahl an. Brahma befindet sich im Mittelfach; in den acht Fächern außen darum

Kriyapada 27-82. liegen Marichi, Savitra, Vivasvat, Shakra, Mitra, Rudra, Prithvidhara und Apavatsa.

Kriyapada 27-83. Außerhalb davon stehen sechzehn Gottheiten in den sechzehn Fächern. Es sind: im Osten Ishana, Jayanta, Sonne und Bhrisha,

Kriyapada 27-84. im Süden Agni, Vitatha, Yama und Bhringaraja, im Westen Nirriti, Sugriva, Varuna und Shosha,

Kriyapada 27-85. im Norden Vayu, Mukhya, Soma und Aditi. Diamant, Perle, Vaidurya, Muschel, Smaragd,

Kriyapada 27-86. Kristall, großen blauen Edelstein und Koralle lege man der Reihe nach in die acht Fächer von Marichi an; Rubin lege man in Brahmas Fach.

Kriyapada 27-87. Im Osten lege man Gerste, Realgar, Reis und Auripigment nieder; im Süden Wildreis, Augenschwärze, Tuvara und Priyangu.

Unnummerierte Erklärung nach 27-87. „Im Süden niederlegen“ ist bei den zuletzt genannten Stoffen mitzudenken.

Kriyapada 27-88. Im Westen lege man Shyamaka-Hirse, Blei, Urdbohnen und Saurashtra nieder; im Norden Kulattha, Rochana, Nishpava und roten Ocker. [Saurashtra ist hier eine Stoffbenennung; eine eindeutige moderne Mineralzuordnung wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 27-89. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Schildkröte, Lotus und Dreizack lege man als acht Dinge der Reihe nach in die Haupt- und Zwischenrichtungen.

Kriyapada 27-90. Goldene Darstellungen von Khatvanga-Stab, Halbmond, Stier, Pinaka-Bogen, Lotus, Axt, Antilope und Diskus lege man der Reihe nach im Brahma-Bereich nieder.

Kriyapada 27-91. Erde von Berg, heiligem Badeplatz, Fluss und tiefem Gewässer lege man in die Richtungen von Osten an. Dann Erde aus einem Krebsloch,

Kriyapada 27-92. vom Ameisenhügel, vom Meeresufer, vom Stierhorn und vom Elefantenstoßzahn in die Ecken von Südosten an.

Kriyapada 27-93. Die Erde vom Stierhorn und Elefantenstoßzahn lege man in die Mitte. Die Wurzeln von Lotus, blauem Wasserlotus, Kumuda, Utpala

Kriyapada 27-94. und Tagara lege man in die Richtungen und die Mitte. Dann opfern die Gestalthüter in den Richtungen mit Sadyojata und den folgenden Brennholz, Butter, gekochte Opferspeise und Sesam,

Kriyapada 27-95. jeweils zu zweit; andere wiederholen die Mantras gemäß der Aufteilung. Im Feuer der Grube südlich des Pavillons, in dem Shiva herbeigerufen wurde,

Kriyapada 27-96. opfere der Acharya mit den zusammengehörigen Mantras jeweils drei Buttergaben, dann getrennt jeweils elf Gaben Brennholz, Butter, gekochte Opferspeise und Puffreis.

Kriyapada 27-97. Auch mit dem fünfsilbigen Mantra, dem zehnsilbigen Vyomavyapin, den achtunddreißig Kalas und den Brahma-Mantras opfere er jeweils einmal Butter.

Kriyapada 27-98. Dann opfere er jeweils einmal für Edelsteine, Saaten, Kräuter, Metalle beziehungsweise Mineralien, Wurzeln und Erden,

Kriyapada 27-99. für Weltenhüter und Waffen, Inselkontinente und Meere, Richtungen, Unterwelten und Nagas, dem jeweiligen Namen das Wort „alle“ voranstellend,

Kriyapada 27-100. mit Pranava am Anfang, dem eigenen Namen im Dativ und dem Feueropferabschluss. Die Butterreste aller Opfergaben sammle man in einem Gefäß.

Kriyapada 27-101. Mit dem Pranava gieße man diese Butter in die Grundsteinbeigabe. Man betrachte sie als Verkörperung der Erde, verehre sie mit Duftstoffen und den weiteren Gaben, berühre sie und wiederhole den fünfsilbigen Mantra.

Kriyapada 27-102. Nachts, unter einer unversehrten Mondstation und einem günstigen festen Tierkreiszeichen, betrachte man die Kassette als die Göttin Erde mit ihren sieben Inselkontinenten und Meeren,

Kriyapada 27-103. mit den vier Arten von Lebewesen, beweglichen und unbeweglichen, als Keim und Schoß des vorgesehenen Heiligtums und der weiteren Bauten.

Unnummerierte Formel nach 27-103. „Verehrung der Erde, die alle Wesen trägt!“ Pranava und die beiden gelieferten Keimlaute stehen am Anfang.

Kriyapada 27-104. Damit rufe man sie herbei, mit Sadyojata stelle man sie auf, mit dem nördlichen Mantra bewirke man ihre Gegenwart, mit Aghora halte man sie fest und mit dem Gesichtsmantra verehre man sie.

Unnummerierte Fortsetzung vor 27-105. Mit Ishana umhülle man sie und verehre sie nochmals mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Kriyapada 27-105 mit vorangestelltem Pranava. „Du Trägerin aller Wesen, Liebliche, mit Bergen als Brüsten geschmückt,

Unnummerierte Fortsetzung nach 27-105. du mit den Meeren als Gewand, Göttin, Erde: Nimm in der Grundsteinbeigabe Wohnung!“ Mit diesen Worten und dem zuvor genannten Mantra am Schluss bespreche man die feste, in der Kassette befindliche Erde.

Unnummeriertes Manjari-Zitat nach 27-105. „Nachdem man diesen Mantra wiederholt ausgesprochen und den Erdkreis vergegenwärtigt hat, lege man die Grundsteinbeigabe nach Vorschrift in die mit Kuhurin benetzte Grube. So vollziehe man das Einsetzen des Keimes ordnungsgemäß und erfreue den Guru mit Geld. Danach lasse man durch die Handwerker das Heiligtum sehr fest und mit den vorgeschriebenen Merkmalen errichten.“

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das siebenundzwanzigste Kapitel über Vastu-Verehrung, erste Ziegel und das Niederlegen der Grundsteinbeigabe.

Die Erde als tragende Gegenwart

Die Grundsteinbeigabe fasst die Welt symbolisch zusammen: Erde, Wasser, Pflanzen, Steine und Lebewesen finden darin einen Platz. Das Schlussgebet spricht die Erde als Trägerin aller Wesen an. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dieses Bild Dankbarkeit für den Boden und die Lebensgrundlagen wecken. Die konkreten Stofflisten und Bauvorschriften bleiben zugleich Teil eines historischen Rituals und sind von dieser heutigen Besinnung zu unterscheiden.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 27: Vastu-Verehrung, erste Ziegel und Grundsteinbeigabe
Das Kapitel beschreibt den Baugrund als Leib des Vastu-Purusha, in dem zahlreiche Gottheiten ihren Platz haben. Auf ihre Verehrung folgen Bodenarbeiten, das Setzen der ersten Ziegel und eine symbolische Grundsteinbeigabe, die als Keim des Heiligtums gilt. Die langen Listen von Feldern und Gaben bleiben vollständig erhalten; sie gehören zur historischen Bau- und Rituallehre.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha saptaviṃśaḥ paṭalaḥ |

atrāsya pūjāṃ vidadhīta vāstau vāstoṣpatestadgatadevatānām |
tannāmabhiścāpyatha vakṣyamāṇairdravyairyathāvacca baliṃ vikīrya || 27-1 ||

uddiṣṭadeśe navagomayāmbhassekopalipte caturaśramādau |
kṛtvāṣṭadhā tad vibhajedathaivamuktaṃ catuṣṣaṣṭipadaṃ tu tat syāt || 27-2 ||

tasmin vibhakte navadhā tu sūtrāṇyāsphālya śālīyakapiṣṭamiśram |
ekottarāśītipadaṃ taduktaṃ devālayānāmapi bhūmipānām || 27-3 ||

kṛtvā catuṣṣaṣṭipadaṃ tu tasya koṇeṣu sūtre viniveśya tasmin |
madhye padānāṃ hi catuṣṭaye syād brahmābhipūjyastadanantaraṃ ca || 27-4 ||

prāk koṣṭhayugme sa marīcināmā yāmye vivasvān varuṇe ca mitraḥ |
mahīdharaḥ saumyapadadvayasthaḥ koṇārdhayugmeṣu vadāmi devān || 27-5 ||

sāvitraḥ savitā ca vahnihariti syātāṃ padārdhe gatā - vindraścendrajayaśca rākṣasadiśi khyātāvatho mārute |
rudro rudajayastatheśadiśi cāpyāpāpavatsāhvayau bāhye koṇacatuṣṭaye'pi ca punarvakṣyāmi devāṣṭakam || 27-6 ||

śarvaḥ skando'ryamāhvaśca jambhakaḥ pilipiñjakaḥ |
carakī ca vidārī ca pūtanā pāparākṣasī || 27-7 ||

atha prāntacatuṣpādīdvātriṃśatkoṣṭhadevatāḥ |
prāgādikramaśo jñeyāścaturdhaiva caturdiśam || 27-8 ||

prācyāmīśānaparjanyajayantendrārkasatyakāḥ |
bhṛśāntarikṣācityaṣṭau devatāḥ syuḥ pradakṣiṇam || 27-9 ||

agniḥ pūṣātha vitatho yamaśca gṛharakṣakaḥ |
gandharvabhṛṅgarājau ca mṛgākhyo'pi ca dakṣiṇe || 27-10 ||

nir-ṛtirdauvārikaśca sugrīvavaruṇāvapi |
puṣpadantāsurau śoṣaḥ pāpayakṣmā ca paścime || 27-11 ||

māruto nāgamukhyau ca bhallāṭaśca niśākaraḥ |
argalaśca ditistadvadaditiścottarasthitāḥ || 27-12 ||

p. 255) īśāne'sya śiro niveśitamabhūd vāstoṣpatermārute vahnau cāpi karadvayaṃ padayugaṃ naktañcare sthāpitam |
parjanyo nayane'ditiśca vadane'syāpāpavatsau gale karṇe cāpi ditirjayantasahitāvindrārgalāvaṃsayoḥ || 27-13 ||

sūryaścāpi niśākaraśca bhujayorbhallāṭasatyādibhiḥ sāvitraśca tathaiva rudrasahitastatpārśvayoḥ saṃsthitau |
nābhau syāccaturānano'sya kucayorbhūbhṛnmarīcistathā mitraścāpi vivasvatā tadudare guhyendrakaścāparaḥ || 27-14 ||

ūrvorasya tu jaṅghayośca nihitā gandharvapūrvāstrayo dauvāraḥ sugalastathaiva varuṇaḥ śiṣṭāstu pārśvasthitāḥ |
etasmād garbhavinyāsaṃ vāstvaṅgeṣu na kārayet ajñānād vā yadā kuryāt tadā sarvavināśakṛt || 27-15 ||

īśānapūjā tu ghṛtākṣatādbhiḥ parjanyakasyotpalagandhatoyaiḥ |
pītā jayantasya bhavet patākā raktānnadīpaiśca yajenmahendram || 27-16 ||

sūryasya pītānnavitānakābhyāṃ satyasya sājyena tathaudanena |
godhūmakānnena bhṛśasya pūjā kartyāntarikṣasya tu māṃsamāṣaiḥ || 27-17 ||

agniṃ srucābhyarcya tathaiva lājaiḥ pūṣākhyamiṣṭvā vitathaṃ ca hemnā |
madhvodanābhyāṃ gṛharakṣakākhyaṃ māṃsaudanābhyāṃ yamamarcayecca || 27-18 ||

gandharvamiṣṭvā kusumaiḥ sagandhaiḥ syāt pakṣijihvā tvatha bhṛṅgarāje |
pūjā mṛgasyāpi tilairyavairvā siddhaṃ nir-ṛtyai kṛsaraṃ yathāvat || 27-19 ||

dauvārikaṃ śobhanadantakāṣṭhaiḥ sugrīvamiṣṭvā tu yavaiḥ sadhūpaiḥ |
stambaiḥ kuśānāmapi puṣpadantaṃ tadvajjaleśaṃ sitapuṇḍarīkaiḥ || 27-20 ||

madhvakṣatābhyāmasurāya pūjā śoṣāya cāmnaṃ ghṛtamiśritaṃ syāt |
nīvārakānnaṃ tvatha pāpayakṣmaṇyājyena vāyorapi maṇḍakāḥ syuḥ || 27-21 ||

nāgaprasūnairapi nāgapūjāṃ kuryāt tu mukhyāya tu modakaiśca |
bhallāṭasaṃjñasya samudgamannaṃ somāya rājñe madhupāyasājyam || 27-22 ||

p. 256) śālyakṣatairargalamarcayitvā saṃraktaśālyannaghṛtairditi ca |
māṣānnabhakṣyairaditiṃ yathāvad dvātriṃśaditthaṃ kramaśo'rcayitvā || 27-23 ||

āpāstu dugdhena tathāpavatsaḥ pūjyastu daghnā ghṛtalaḍḍukaiśca |
sāvitramiṣṭvā tu kuśairgulānnaistathā savitre yajanaṃ vidadhyāt || 27-24 ||

hāridramannaṃ saghṛtaṃ tathendre śuddhānnamevendrajayāya śastam |
rudrāya māṃsaṃ vihitaṃ tu pakvaṃ māṃsaṃ tathā rudrajaye tvapakvam || 27-25 ||

athābhipūjyāḥ samarīcikādyāste laḍḍukālohitaśuklabhaktaiḥ |
tathaiva māṣaiḥ saghṛtairyathāvat svasvapradeśe vidhivat krameṇa || 27-26 ||

brahmāṇamājyākṣatapañcagavyaiḥ puṣpaiḥ sagandhaiścaruṇā tilaiśca |
sampūjya tu prāg ghṛtapāyasena śarvāhvayaṃ skandamatho yajet || 27-27 ||

yāmye'ryamṇe samāṃsājyaṃ tataḥ pītasragāmiṣe |
jambhakāya tu vāruṇyāṃ pilipiñjāya cottare || 27-28 ||

sāndralohitapuṣpānnairbalimitthaṃ pradāpayet |
māṃsaudanaghṛtāpūpairaiśānyāṃ carakībaliḥ || 27-29 ||

bāhye pittena māṃsena vidāryai vahnidigbaliḥ |
pūtanāyāstu rākṣasyāṃ dadhiraktodanairdiśi || 27-30 ||

kṣīrapittāsthiraktānnairvāyavyāṃ prāpya rākṣasīm |
yajet sarvān svanāmnaiva namontaṃ sopacārakam || 27-31 ||

bāhye tvaṣṭavidhebhyo'tha bhūtebhyo balimāharet |
pratyekamuktadravyāṇāmalābhe kusumākṣataiḥ || 27-32 ||

sugandhadhūpadīpaiśca śuddhānnena smṛto baliḥ |
svairnāmabhistu praṇavādiyuktairnamontakairarcanameṣu kṛtvā |
pañcopacārairniśi śuklavāsā viśuddhabhāvastu baliṃ pradadyāt || 27-33 ||

itthaṃ vāstuśarīrasthā devatāḥ samyagarcitāḥ || 27-34 ||

tattatkarmasu saṃsiddhiṃ prayacchanti ca śāntikam |

ekāśītipadeṣu pūrvavadamuṃ vinyasya vāstoṣpatiṃ madhye tasya tu vedhasaṃ navapadeṣvabhyarcya tadbāhyataḥ |

p. 257) koṇeṣvatra padadvayeṣvadhigatāḥ sāvitrapūrvāḥ surā- stanmadhye samarīcapūrvakasurāścatvāra uktāḥ kramāt || 27-35 ||

pūrvādyāsu diśāsu bāhyavṛtikā ekaikakoṣṭhasthitā dvātriṃśat pṛthagīśapūrvakasurāḥ pūjyāḥ purovat kramāt |
bāhye'nyāḥ padavarjitāstu carakī caiśe vidāryānale koṇe rakṣasi pūtanātha pavanasyāśāgatā rākṣasī || 27-36 ||

śarvaskandādicatvāraḥ padava(rjyaṃ ? rjaṃ) bahiḥsthitāḥ || 27-37 ||

prāgyāmyavaruṇāśāsu kauberyāṃ ca kramād yajet |
anayormārgayorekamāśrityābāhya vāstupam || 27-38 ||

tadaṅgapadagāścāpi devatāḥ kramaśo'rcayet |

vāstupūjādhikāraḥ |

itthaṃ sampūjya vāstvīśaṃ brāhmaṇāṃstatra bhojayet || 27-39 ||

liṅginaśca yathāśakti śilpikarmakarānapi |
tataḥ prāsādasīmāntaṃ sthalaṃ yat tadaśeṣataḥ || 27-40 ||

udbāhunaramātraṃ tu khātvoddhṛtya tyajenmṛdam |
jalāntaṃ śarkarāntaṃ vā khānayediti kecana || 27-41 ||

atra pratiṣṭhāpaddhatau-

śarkarāntaṃ jalāntaṃ vā khānayed devasadmani |
puruṣārthaṃ gṛhe vātha yāvad bhūmirviśudhyati ||

iti |

khātaṃ samprokṣya cāstreṇa pūrvamaṣṭāṅgulaṃ mṛdā |
loṣṭādyaduṣṭayāpūrya śuddhayā cāvivarṇayā || 27-42 ||

tatastu vṛttapāṣāṇairmṛjjalāntaritaṃ kramāt |
hastapramāṇamāstīrya sikatābhirmṛdā punaḥ || 27-43 ||

āplāvya salilenātha gajairākrāmayet sthalam |
praśastatarusambhūtairhastipādairdṛḍhaiḥ samam || 27-44 ||

p. 258) ākkoṭyāgharsayeccaiva sudṛḍhaṃ cinuyāt sthalam |
vedāṃśaśeṣite khāte sthāpayet prathameṣṭakam || 27-45 ||

prāsādāduttare kṛtvā maṇḍapaṃ caturaśrakam |
caturdvāraṃ catustambhaṃ catustoraṇabhūṣitam || 27-46 ||

kṛtanityakriyaḥ snāto gururmūrtidharairyutaḥ |
sāmānyārghyakaraḥ paścād dvāre dvādhipān yajet || 27-47 ||

astraṃ kṣiptvā praviśyāntaḥ punyāhaṃ tatra vācayet |
śuddhātmasthānamantrastu jñānakhaḍgadharo guruḥ || 27-48 ||

pañcagavyaviśeṣārghyaprokṣitadvāmaṇḍapaḥ |
vāstvīśapadmajau madhye prācyāṃ lakṣmīṃ gaṇeśvaram || 27-49 ||

dakṣiṇe paścime durgāṃ kṣetreśaṃ cottare yajet |
vikirakṣepapūrvaṃ tu kumbhāstrayajanādanu || 27-50 ||

kumbheṣu lokapālāṃśca dhvajeṣvastrāṇi ca nyaset |
śivājñā śrāvayet teṣāṃ bhomoḥśakrādimantrataḥ || 27-51 ||

astrakumbhabhramādūrdhvaṃ sthire kumbhāstrake yajet |
saṃspṛśya mudrayā kumbhe jñānakhaḍgaṃ samarṣayet || 27-52 ||

prācyāṃ vedāśrakuṇḍe'gnāvāvāhitaśive ghṛtam |
hutvā tu saṃhitāmantrairighmaṃ pañcākṣareṇa ca || 27-53 ||

tārādādhārājyabhāgau punaḥ pañcākṣaraiḥ pṛthak |
svāhāntaistārapūrvaistu hutvājyaṃ tristrirāhutīḥ || 27-54 ||

samidājyacarūllāṃjān brahmabhiḥ pañcabhiḥ pṛthak |
śataṃ śataṃ pṛthagdhutvā śataṃ vyāhṛtibhirghṛtam || 27-55 ||

lokapālāstramantraiśca pratyekaṃ tvāhutidvayam |
nakṣatrebhyo'tha bhūtebhyo nāgebhyo'pi sakṛt sakṛt || 27-56 ||

viśvebhyaścāpi sarvābhyo daivatābhyaḥ svanāmabhiḥ |
namaḥsvāhāntakaṃ hutvā punaḥ pañcākṣareṇa tu || 27-57 ||

p. 259) hutvā vyāgṛtibhiḥ pūrṇāṃ sviṣṭakṛtpūrvikāṃ ghṛtam |
hutvā caliṃ vikīryātra japedekādaśātmakam || 27-58 ||

pañcākṣaraṃ ca tatsaṃkhyaṃ tataḥ prāsādabhūtale |
caturaśre catuṣkoṣṭhe koṇasūtre prasārya tu || 27-59 ||

ekāśītipadaṃ tatra kṛtvā marmāṇi kalpayet |
sirāśca vāstoraṅgāni teṣu na sthāpayecchilāḥ || 27-60 ||

stambhaṃ prāthamikaṃ vāpi marmādiṣu na vinyaset |
prāksūtramūrdhvavaṃśākhyaṃ vaṃśāḥ koṇarajjavaḥ || 27-61 ||

pārśvavaṃśa udaksūtraṃ sūtrāṇyasya sirā matāḥ |
sandhayastatra marmāṇi pūrvoktairvāṅgakalpanā || 27-62 ||

prathameṣṭakādivinyāse tāni pariharaṇīyānītyato'ṅgāni vāstvīśasya punarapyucyante |
tadyathā- īśāne śiraḥ prāṇidvayamagnimārutayoḥ parjanyaditī nayane mukhamāpe āpavatse kaṇṭhaḥ karṇayoraditiḥ jayantārgalayoraṃsau sūryasomādayo bhujau rudraḥ pṛṣṭhe sāvitrasavitārau rogaśoṣau ca prakoṣṭhayoḥ brahmā nābhau tanayorbhūbhṛdaryamaṇau mitravivasvantāvudare indrendrajayau guhye pādadvayaṃ nir-ṛtāvityetasmād vāstupuruṣasyāṅgabhūtānetān devāṃśca sirā marmāṇi ca parihṛtya prathameṣṭakāḥ sthāpayet |
tadvat prathamastambhaṃ maṇḍapagṛhādiṣu sthāpayet |
atra viśvakarmīye-

yadyajñānāt pramādād vā vāstvaṅge sthāpayecchilām |
sthānanāśo karturduḥkhaṃ maraṇameva vā ||

iti |

dvārād dakṣiṇatastasmādantarā bhujavaṃśayoḥ |
pādāvaśiṣṭe khāte tu sthāpayet prathameṣṭakāḥ || 27-63 ||

p. 260) śiraḥpṛṣṭhavibhaktāṅgyo nirdoṣāḥ śubhalakṣaṇāḥ |
karāyatāstadardhaṃ ca vistṛtāṣṭāṅgulocchritāḥ || 27-64 ||

supakvā lohitarucaḥ khṇḍasphoṭādivarjitāḥ |
navasaṃkhyāstu vā pañca kāryāḥ syuḥ prathameṣṭakāḥ || 27-65 ||

uttamottamaliṅgasya prāsāde cottamottame |
aiṣṭako'yaṃ vidhiḥ prokta uttamādiṣvathocyate || 27-66 ||

aṅgulaiḥ saṃkhyayā dīrghāḥ jagatīpaṅktyanuṣṭubhām |
kramāt tadardhavistārā vistārārdhasamucchrayāḥ || 27-67 ||

uttamādivimānānāṃ nirdiṣṭāḥ prathameṣṭakāḥ |
sthūlamūleṣṭakā strī syādagrasthūlā napuṃsakam || 27-68 ||

sarvatra samavistārasthaulyā syāt puruṣeṣṭakā |
puṃsāṃ pumiṣṭakā śastā strī strīṇāmiti kecana || 27-69 ||

pumiṣṭakaiva sarveṣāṃ sarvābhiprāyasiddhidā |
śaile devālaye vā syuḥ śaileyāḥ prathameṣṭakāḥ || 27-70 ||

atha maṇḍapamadhye tu sthaṇḍile śālibhiḥ kṛte |
darbhaistārāsane kḷpte vinyasediṣṭakāstu tāḥ || 27-71 ||

tatra sāmānyārghyeṇeṣṭakāḥ saṃprokṣyāstreṇa santāḍya kavacenollikhya mṛdbhiḥ prakṣalya gomayagomutrapañcagavyapañcāmṛta-suvarṇaratnaphalagandhāmbubhirjaladhūpāntaritaiḥ saṃsnāpya gandhairvilipya pratyekaṃ hemakautukasūtrābhyāṃ baddhvā ahatavastrairācchādya proktasthaṇḍile yathādiśaṃ saṃsthāpya trikhaṇḍaṃ tāsu bhāvayet |
tatra bhuddhyādigandhāntaṃ puryaṣṭakaṃ ca pṛthivyādivyomāntaṃ mūrtyaṣṭakaṃ ca śarvādibhīmāntaṃ mūrtipāṣṭakaṃ ca śivavidyātmatattvaiśca rudraviṣṇubrahmakāraṇeśvaraiḥ krameṇa sahitaṃ tattannāmabhiḥ pratyekaṃ praṇavādinamontaiḥ svanāmabhiḥ sacaturthikairiṣṭakāsvaṣṭāsu mūlamadhyāgreṣvāvāhya vibhāvyārcayed oṃ buddhaye nama ityādigandhāntam |
oṃ śivatattvāya namaḥ oṃ śivatattvādhipataye rudrāya namaḥ iti prathamakhaṇḍamūleṣu oṃ pṛthivīmūrtaye namaḥ ityādi vyomāntamaṣṭau oṃ vidyātattvāya namaḥ vidyātattvādhipataye viṣṇave nama iti madhyeṣu oṃ pṛthivīmūrtyadhipataye śarvāya nama iti bhīmāntam oṃ

p. 261) ātmatattvāya namaḥ om ātmatattvādhipataye brahmaṇe nama ityagreṣu evamiṣṭakāmūlamadhyāgrāṇi kuśāstreṇa spṛṣṭvātha madhyeṣṭakāyāṃ sarvatattvasarvamūrtimūrtīśvaratritattvādhipāya śivāya nama iti vinyasyārcayet |
rakṣādarbhatilaiḥ parito rakṣāṃ vidhāyātha kuṇḍāgra upaviśya buddhyādipṛthivyādiśarvāditattvatrayaṃ patreśvarān svanāmabhistārādisacaturthikasvāhāntairājyena pratyāṃhutitrayeṇa santarpya taccheṣaṃ pātre sampātya iṣṭakāsu trikhaṇḍe tu sampātayet |
atha sānnidhyārthaṃ tattvasandhānaṃ kuryāt |
om ām īm ātmatattvavidyātattvābhyāṃ namaḥ |
om īm ūm vidyātattvaśivatattvābhyaṃ nama iti sandhāyātheṣṭakāsaṃkhyātulyān nava vā pañca vā tāmramayān nidhikumbhāṃstrimadhurāpūrṇān navapakṣe subhadravibhadrasunandapuṣpadantajayavijayajayantapūrṇasaṃ-jñeṣvaṣṭasu kumbheṣu padmamahāpadmamakarakacchapamukundānanta-nīlaśaṅkhākhyānaṣṭau nidhīnāavāhya madhye'nantakumbhe śaktinidhiyukte lavaṇārūḍhamūlenādho'nantamupari brahmāṇaṃ cārcayet |
eteṣu nidhiṣu aṣṭau lokapālānindrādīnāvāhyābhyarcayet |
atha pañcapakṣe dharmajñāna vairāgyaiśvaryasarvasiddhisaṃjñakumbheṣu nandābhadrājayāriktāpūrṇākhyatithimatsu padmamahāpadmamakaraśaṅkhasamudrasaṃjñapañcanidhīnāvāhya brahmādipañcakāraṇeśān pañcanidhiṣvāvāhya samyagabhyarcya sarveṣvapi kumbheṣu navaratnāni navavasupañcaratnāni ca pañcapakṣe prakṣipya yathādiśaṃ garteṣvāmukhāt pratiṣṭhāpyārghyādibhirnidhīṃśca lokapālān vā kāraṇeśān vārcayet |
atheṣṭakāḥ sthaṇḍilagatāḥ kramādānīyoddiṣṭamuhūrte nidhikumbhānāṃ mukheṣu tattannidhilokapālanāmabhistārādinamontaiḥ pūrvāgramuttarāgraṃ ca saṃsthāpayet |
prādakṣiṇyena pūrvādīśāntaṃ madhye ca pañcapakṣe pūrvāduttarāntaṃ madhye ca sarvāśca nimnonnatavivarjitāḥ susamāścinuyāt |
asamāsu rāṣṭrabhayaṃ kartuḥ sthānasya ca duḥkhamāvahet |
ityetasmāt samameva saṃsthāpya śivakumbhāmbhasā tāḥ saṃsnāpya gandhodakena gartamāpūrya praṇavenaikaṃ puṣpaṃ prakṣipya tat paśyet |
pradakṣiṇāvartaṃ cecchobhanaṃ vāmāvarte homajapadānaiḥ śāntiṃ kuryāt |
atha yathoddiṣṭaṃ śilābhiḥ iṣṭakābhirvā sthalasya cayanamuddiṣṭahastāntamucchritaṃ kṛtvā samatalaṃ vidhāyācāryamūrtidharaśilpinaḥ sampūjya niśi darbhaśayyāyāṃ svapnaṃ dṛṣṭvāśubhasvapne śāntiṃ kuryāt |
śubhasvapne punaśca vāstuyāgaṃ kṛtvā garbhanyāsaṃ kuryāt |

iti prathameṣṭakādhikāraḥ |

p. 262) atha garbhasya vinyāsaṃ kuryādāyatanādiṣu |
bījabhūto hi yastasya prakṛtiśca samṛddhidaḥ || 27-72 ||

indrapāvakayormadhye dvārād dakṣiṇato bhuvi |
kurvīran garbhavinyāsaṃ sarve varṇāḥ samṛddhaye || 27-73 ||

praterupari viprāṇāmupānopari bhūbhujām |
viśāṃ cātha caturthānāṃ bhūmāvityapi kecana || 27-74 ||

dṛḍhāṃ tāmramayīṃ phelāṃ kuryād garbhasya bhājanam |

atra mañjaryām-

aṣṭāṅgulaṃ cārdhasamucchrayaṃ tatpādonamūrdhve vihitocchrayaṃ ca |
hastāyataṃ pātramathottamaṃ syāt trairāśikenocchrayamatra kalpyam ||

iti |

sapidhānaṃ tu tat kuryād ghanaṃ viṃśatibhāgataḥ || 27-75 ||

vistāro'sya caturthāṃśāducchrayaḥ koṣṭhabhittiṣu |
athāyāmasamotsedhamuttamaṃ tviti kecana || 27-76 ||

tripādahīnaṃ madhyaṃ syādadhamaṃ cārdhamucchritam |
tṛtīyāṃśaṃ pidhānaṃ syāt sarvatra ca samaṃ dṛḍham || 27-77 ||

prakṣālya pañcagavyena pātraṃ tatrāvaṭaṃ hṛdā |
gomayenopalipyātha puṇyāhamapi vācayet || 27-78 ||

anantanāgamālikhya piṣṭenāsya phaṇopari |
vinyasya garbhapātraṃ tad bāhyataścaturaṅgulam || 27-79 ||

śālibhiḥ sthaṇḍilaṃ kṛtvā tasmin sāgaramṛtsnayā |
saptadvīpārṇavavatīṃ likhed bhūmiṃ saparvatām || 27-80 ||

garbhapātrasya mūle'ntaḥkḷptābhikṛtikoṣṭhake |
madhyakoṣṭhe sthito brahmā vasukoṣṭheṣu tadbahiḥ || 27-81 ||

samarīcakasāvitravivasvacchakramitrakāḥ |
rudrapṛthvīdharau tadvadāpavatsaśca koṣṭhagāḥ || 27-82 ||

p. 263) tadbāhye svarakoṣṭheṣu sthitāḥ ṣoḍaśa devatāḥ |

te ca -

īśānaśca jayantaśca prācyāṃ sūryo bhṛśastathā || 27-83 ||

agnirvitathakīnāśabhṛṅgarājāśca dakṣiṇe |
paścānnir-ṛtisugrīvavaruṇāḥ śoṣa eva ca || 27-84 ||

vāyurmukhyaśca somaścāpyaditiścottare sthitāḥ |
vajramauktikavaiḍūryaśaṅkhān maratakaṃ tathā || 27-85 ||

sphaṭikaṃ ca mahānīlaṃ pravālaṃ ca nyaset kramāt |
samarīcādikeṣvaṣṭau māṇikyaṃ brahmaṇi nyaset || 27-86 ||

yavān manaḥśilāṃ śālīharitāle ca pūrvataḥ |
nīvāramañjanaṃ caiva tuvaraṃ ca priyaṅgubhiḥ || 27-87 ||

dakṣiṇe nyasediti yāvat |

śyāmākaṃ sīsakaṃ māṣān saurāṣṭraṃ paścime nyaset |
kulasthaṃ rocanāṃ saumye niṣpāvaṃ gairikaṃ nyaset || 27-88 ||

suvarṇaṃ tāratāmrāyastrapukūrmāmbujāni ca |
śūlaṃ ca dikṣu koṇeṣu tathāṣṭau vinyaset kramāt || 27-89 ||

khaṭvāṅgārdhenduvṛṣabhapinākābjaparaśvadhān |
sauvarṇān hariṇaṃ cakraṃ brahmasthāne kramānnyaset || 27-90 ||

giritīrthanadīnāṃ ca mṛdastadvaddhradasya ca |
pūrvādidikṣu vinyasya tataḥ kārkaṭakād bilāt || 27-91 ||

valmīkādambudheḥ pārād vṛṣaśṛṅgācca mṛttikāḥ |
gajadantācca vahnyādikoṇeṣu vinidhāya tu || 27-92 ||

vṛṣaśṛṅgebhadantotthe mṛdau madhye tu vinyaset |
sarojanīlotpalayoḥ kumudasyotpalasya ca || 27-93 ||

tagarasya ca mūlāni dikṣu madhye ca vinyaset |
atha sadyādibhirdikṣu samidājyacarūṃstilān || 27-94 ||

p. 264) mūrtipā juhuyurdvau dvau japeyuśca vibhāgaśaḥ |
maṇḍapād dakṣiṇe kuṇḍe tvāvāhitaśive'nale || 27-95 ||

mantrasaṃhitayācāryo hutvājyaṃ tristrirāhutīḥ |
samidājyacarūllā/jān pṛthagekādaśāhutīḥ || 27-96 ||

hutvā pañcākṣareṇāpi vyomavyāpidaśākṣarāt |
aṣṭātriṃśatkalābhiśca brahmabhiśca sakṛt sakṛt || 27-97 ||

hutvājyamatha ratnānāṃ bījānāṃ ca sakṛt sakṛt |
oṣadhīnāṃ ca dhātūnāṃ mūlānāṃ ca mṛdāmapi || 27-98 ||

lokeśānāṃ tathāstrāṇāṃ dīpābdhīnāṃ diśāmapi |
pātālānāṃ ca nāgānāṃ sarvaśabdapuraḥsaram || 27-99 ||

tārādyairnāmabhiḥ svaiḥ svaiḥ svāhāntaiḥ sacaturthikaiḥ |
sarvāhutīnāṃ śeṣājyaṃ pātre sampātya tad ghṛtam || 27-100 ||

tāreṇa garbhe prakṣipya taṃ dhyātvā pṛthivīmayam |
gandhādibhirathābhyarcya spṛṣṭvā pañcākṣaraṃ japet || 27-101 ||

rātrāvakhaṇḍanakṣatre sthirarāśau guṇānvite |
tāṃ phelāṃ pṛthivīṃ devīṃ saptadvīpārṇavānvitām || 27-102 ||

caturvidhairbhūtavargairjaṅgamājaṅgamairyutām |
uddiṣṭāyatanādestu bījagarbhātmikāṃ smaret || 27-103 ||

oṃ hāṃ hlāṃ pṛthivyai sarvabhūtadhāriṇyai namaḥ |

anenāvāhya sadyena sthāpayet sottareṇa tu |
sāghoreṇa nirudhyaināṃ savaktreṇābhipūjya tu || 27-104 ||

seśānenāvaguṇṭhyātha gandhādyaiḥ punararcayet |

oṃ

sarvabhūtadhare! kānte! parvatastanamaṇḍite! || 27-105 ||

samudravasane ! devi ! vasudhe ! garbhamāśraya |

anena pūrvoktamantrāntena pṛthivīṃ sthirāṃ phelagatāmabhimantrayet |
atra mañjaryām-

p. 265) uccāryaivamimaṃ ca mantramasakṛd dhyātvā mahīmaṇḍalaṃ gomūtreṇa pariplute tu vidhivad garbhaṃ nidhāyāvaṭe |
garbhādhānamimaṃ prakalpya vidhivat santoṣya vittairguruṃ prāsādaṃ sudṛḍhaṃ ca lakṣaṇayutaṃ kuryāt tataḥ śilpibhiḥ ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde vāstupūjāprathameṣṭakāgarbhanyāsapaṭalaḥ saptaviṃśaḥ || 27 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 28: Die Hauptformen der Heiligtümer

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 28: Die Hauptformen der Heiligtümer
Dieses Kapitel nennt zahlreiche Bauformen und beschreibt die wichtigsten Heiligtümer mit ihren Proportionen und Schmuckgliedern. Die Sprache ist die einer historischen Architekturlehre. Wiederkehrende Fachbegriffe wie Kuta, Koshtha und Nasika bezeichnen bestimmte Bauglieder; sie bleiben dort als Namen stehen, wo ein deutsches Alltagswort ihre Form nicht zuverlässig wiedergibt. Beschädigte Maßbeschreibungen werden örtlich kenntlich gemacht.

Kapiteleingang. Nun das achtundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 28-1. Nun werden hier die Merkmale der Prasadas kurz beschrieben. Weil in ihnen die Herzen von Göttern und anderen Wesen sowie von Menschen durch ihre Schönheit lange Zeit

Kriyapada 28-2. heiter werden, heißen sie Prasadas. Wegen der vielfältigen Anordnung der Maße heißt der nach der Lehre gefertigte Bau auch Vimana.

Kriyapada 28-3. Wie einst der Großvater Brahma, die Weisen und Maya die vorzüglichen und weiteren Vimanas der Reihe nach beschrieben haben,

Kriyapada 28-4. so werden sie hier für Götter und andere kurz genannt. Für die Hauptgottheiten Isha, Brahma und Vishnu gibt es zwanzig Hauptformen.

Kriyapada 28-5. Zweiunddreißig weitere, nicht gruppenspezifische Formen dienen ebenfalls allen Gottheiten. Unter den gruppenspezifischen Vimanas gibt es zwölf für Zweimalgeborene,

Kriyapada 28-6. für Könige die Sankriti-Zahl und acht für Vaishyas und Shudras. Bei mangelnden Mitteln sind für alle die „klein“ und „sehr klein“ genannten Formen vorgesehen.

Unnummerierte Einleitung nach 28-6. Nun folgen die Namen der sechsundneunzig Vimanas, beginnend mit den Hauptformen. Sie lauten:

Kriyapada 28-7. Nalina, Pralina, Svastika, Chaturmukha, Sarvatobhadra, Hastiprishtha, Samujjvala,

Kriyapada 28-8. Shricchanda, Vrittabhadra, Shrikanta, Shripratishthita, Shivabhadra, Shivacchanda, Ashtanga, Padmakakriti,

Kriyapada 28-9. Vishnucchanda, Saubhadra, Kailasacchanda, Rudracchanda und Lalitabhadra: Dies sind zwanzig Vimanas.

Kriyapada 28-10. Meru, Mandara, Kailasa, Jayanga, Vimalakriti, Kumbha, Vimalanga, Vrishacchanda, Sudarshana,

Kriyapada 28-11. Hamsacchanda, Padmakanta, Garudacchanda, Bhogicchanda, Padmabhadra, Kailasakanta,

Kriyapada 28-12. Rudrakanta, Skandakanta, Yogabhadra, Mangala, Vindhyacchanda, Merukuta, Mahendra, Chitrakuta,

Kriyapada 28-13. Shrimandana, Saumukhya, Nila, Nishadha, Lalitakanta, Vijaya, Shrikara,

Kriyapada 28-14. Shrivishala und Jayamangala: Dies sind die zweiunddreißig nicht gruppenspezifischen Vimanas für die Himmelsbewohner.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Zweiunddreißig göttliche Vimanas.

Kriyapada 28-15. Nagacchanda, Abhagacchanda, Kudyavarta, Trikuta, Shrivardhana, Padmagriha, Prekshagrihamukha,

Kriyapada 28-16. Atyantakanta, Bhanukanta, Chandrakanta, Kratuvardhana und Vritta: Dies sind zwölf Vimanas für Zweimalgeborene. [Die Trennung der ersten beiden Namen in 28-15 folgt der Zwölfzahl und bleibt wegen der gedrängten Wortverbindung vorläufig.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Zwölf Brahmanen-Vimanas.

Kriyapada 28-17. Chatushkuta, Mantraputa, Avantya, Mahisha, Tantrikanta, Karnabhadra, Vijayanga, Vishalaka,

Kriyapada 28-18. Vishalabhadra, Ganikavishala, Karnashalaka, Padmasana, Indrakanta, Sarvalalita,

Kriyapada 28-19. Yogakanta, Pratyantakanta, Utpalapatraka, Maharajacchanda, Malagriha,

Kriyapada 28-20. Prithivivijaya, Nandivishala, Sarvangasundara, Chayagriha

Kriyapada 28-21 mit eingeschobener Abschnittsmarke. und Rativardhana: So gelten sie als vierundzwanzig. – Vierundzwanzig Kshatriya-Vimanas. – Vishalalaya, Chatushpadika,

Kriyapada 28-22. Turangavadana, Ganikapindika, Shyenacchanda, Utpalagra und Kukkutapucchaka,

Unnummerierter, in der Quelle eingeklammerter Vers nach 28-22. „und danach das Vimana namens Mundaprasadaka“:

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsmarke nach 28-22. Dies sind die acht gruppenspezifischen Wohnbauten für Vaishyas und Shudras. – Acht Vaishya- und Shudra-Vimanas.

Kriyapada 28-23. Nun wird die Ausgestaltung der genannten Vimanas beschrieben.

Kriyapada 28-24. Zuerst zum Nalina genannten Bau: Sein Unterbau sei gleichmäßig quadratisch und schön. Ein Drittel davon bilde das innere Heiligtum; die Hälfte davon

Kriyapada 28-25. bilde die Ardharika und die Hara, die umlaufende Reihe kleiner Bauglieder. Das innere Heiligtum sei um ein Neuntel verlängert und gerundet; sein Dachaufsatz trage drei Bekrönungen. [Örtliche Unsicherheit: Der genaue Bezug der Verlängerung auf das zuvor genannte quadratische Maß ist in der knappen Beschreibung nicht eindeutig.]

Kriyapada 28-26. Der Halsbereich habe dieselbe Form wie der Dachaufsatz. Der Vorsprung des mittleren Bild- beziehungsweise Baugliedes betrage ein Viertel des Ardharika-Maßes. Vor dem inneren Heiligtum

Kriyapada 28-27. liege ein runder Vorsprung, ein Viertel davon hervortretend. Eine breite Nasika, ein vorspringendes giebelartiges Bauglied, habe die doppelte Breite und Ausladung.

Kriyapada 28-28. Vorn und an beiden Seiten seien sechzehn kleine Nasikas. Hinten liege eine einzelne Nasika mit halb so großer Breite und Ausladung.

Kriyapada 28-29. An den seitlichen Koshtha-Baugliedern setze man oben zwei Nasikas mit Innenraum an, deren Vorsprung die Hälfte der Ardharika-Breite und deren Länge das Doppelte beträgt.

Kriyapada 28-30. Im Innern verborgen, von der Hälfte der Gebäudemasse ausgehend, führe für jedes Geschoss eine Treppe rechtsläufig nach oben.

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-30. Der Baukörper besitze acht Nasikas und die Ausgestaltung mit einer großen Hara. [Die Quelle bietet bei „große Hara“ eine Klammerlesung.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach 28-30. „Unterhalb der Gebäudemasse gliedere man den Bau mit Kutas, Koshthas, Panjaras, Elefantenrückenformen, runden Vorsprüngen, kleinen Hallen, Hara-Reihen, Torbögen, Pfeilern, Torbogenkrügen, Ranken und weiteren Formen. Vom oberen Bau bis zum untersten Geschoss verbinde man sie in angemessenen Anteilen.“

Kriyapada 28-31. Der Pavillon vor dem Heiligtum sei gleich groß, drei Viertel oder halb so groß,

Kriyapada 28-32. innerhalb der genannten Maße, und habe drei, zwei oder ein Geschoss. Man schmücke ihn mit derselben Ausgestaltung und entsprechenden Gliedern wie das Heiligtum.

Kriyapada 28-33. Das Heiligtum selbst schmücke man nach Wunsch mit drei und mehr Geschossen. An Ecken, Mitten und Zwischenräumen der Wand, außen von der Messlinie

Kriyapada 28-34. im vorgeschriebenen Maß hervortretend, versehe man es mit Kutas, Koshthas, Panjaras, Elefantenrückenformen und den übrigen genannten Gliedern.

Kriyapada 28-35. Ein oberhalb des Halses quadratisches, rundes oder achteckiges, an einer Ecke gelegenes Bauglied, mit einer mittleren Nasika und Bekrönung,

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-35. nennen die Kundigen Kuta, einen Teil des Heiligtums.

Kriyapada 28-36. Ein längliches Glied mit Stirnband, teilweise hervortretenden Enden und mittlerer Nasika, mit Shakti … und Fahne, dreigesichtig, seitlich mit vielen Bekrönungen: Das ist ein Koshtha. [Örtliche Ausnahme: Der Vers enthält eine ausdrücklich markierte Lücke und eine unsichere Klammerlesung. Die erkennbaren Bauglieder sind übersetzt; der genaue Zusammenhang der Ausladungen und des Shakti-Gliedes bleibt unentschieden.]

Unnummerierte Erklärung nach 28-36. Das Wort „Spitze“ bezeichnet hier eine Bekrönung.

Kriyapada 28-37. Mit einer Hallenfront an der Vorderseite und einer Bekrönung nach Art eines Elefantenrückens:

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-37. Dies heißt Panjara. Hierzu sagt Parashara:

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach 28-37. „Dasselbe mit einer schlingenartigen Front heißt Elefantenrüssel; ein zwischen Kuta und Koshtha angeordnetes Glied heißt kleines Koshtha. Zwischen Kuta und Koshtha ist eine Hara von einem oder einem halben Anteil anzulegen. Auch der runde Vorsprung ist wie ein Panjara, jedoch in runder Form um die Hälfte vorspringend.“

Kriyapada 28-38. Überall seien Hals, Dachaufsatz und Bekrönung einander entsprechend.

Kriyapada 28-39. Dies ist in Kürze die ursprüngliche Anordnungsweise der Heiligtümer. Ein Koshtha an der Ecke, ein Kuta in der Mitte und Panjara und andere Glieder dazwischen,

Kriyapada 28-40. verbunden mit einem inneren Gebälk, heißt die Variante. Eine Mischung derselben Glieder heißt Abhasa. Alles sei ringsum gleichmäßig.

Kriyapada 28-41. Die Schönheit der Tempelfront gestalte man wie den im Wasser stehenden Mond. Die Verschiedenheit der Vimanas entsteht aus der Verschiedenheit ihrer Gestalt.

Kriyapada 28-42. Insbesondere nach dem Dachaufsatz bestimme man die Unterschiede aller Formen. Alles andere gilt, angemessen und schön ausgeführt, als gemeinsam.

Kriyapada 28-43. Luftwege ordne man schön und zweckmäßig an. An jeder Front und an beiden Flanken sei der Bau mit einer großen Nasika versehen.

Kriyapada 28-44. Durch die beiden halben Koshthas gleicht er einem Vogel, der im Himmel schwebt. Dieses Nalina-Vimana wird als Shiva lieb beschrieben.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Nalina.

Kriyapada 28-45. Der Unterbau des Pralina sei gleichmäßig quadratisch. Teilt man seine Breite in acht, so nimmt das innere Heiligtum drei Teile ein.

Kriyapada 28-46. Inneres Heiligtum und Dachaufsatz sind quadratisch. Vorn liege eine große Nasika, deren Ausladung und Länge die Hälfte des inneren Heiligtums betragen; an den Seiten kleine Nasikas,

Kriyapada 28-47. vier an der Zahl, hinten eine einzige große. Zwei Koshthas mit einem Viertel der Heiligtumsbreite und der doppelten Länge

Kriyapada 28-48. befinden sich an den Seiten oben. Vom inneren Heiligtum aus erstreckt sich um den Rama-Anteil ein gegliederter Oberbau; dessen entsprechendes Maß und die doppelte Länge gelten für beide. [Örtliche Ausnahme: Die Maßbezüge des zweiten Halbverses sind nicht sicher zu verbinden. Die erkennbare Verhältnisangabe bleibt erhalten, ohne daraus einen Grundriss zu rekonstruieren.]

Kriyapada 28-49. Eine innen verborgene Treppe steigt von der Hälfte des Baukörpers aus auf. Innerhalb zwischen Ardharika und Hara liegt ein Innenraum, dem Vorsprung entsprechend.

Kriyapada 28-50. Auf einer Seite sei eine Lagerstätte, auf drei Seiten ein Wasserraum; die Wand gestalte man schön, das Übrige wie zuvor. [Die gelieferte Benennung „aptala“ ist hier nur vorläufig als Wasserraum wiedergegeben.]

Kriyapada 28-51. An beiden Seiten des Unterbaus liegen Treppen in Elefantenrüsselform. Seitenverband, schirmförmiger Kopf und Gebäudemasse erhalten die große Ausgestaltung. [Der letzte Fachausdruck ist bereits in der Quelle fraglich markiert; sein genauer baulicher Sinn bleibt offen.]

Kriyapada 28-52. Darauf liegen acht kleine Nasikas, alle mit Svastikas versehen. Der Unterbau hat einen Pratibandha-Verband; die Pfeiler sind quadratisch.

Kriyapada 28-53. Die Form gleicht einem schwebenden Vogel, der Beute ergreift. Mit Kutas und den anderen Gliedern schmücke man sie sachgerecht wie zuvor.

Kriyapada 28-54. Mit halben Koshthas an beiden Seiten und sechs Nasikas oben steht der Bau wie ein schwebender, Beute greifender Vogel da.

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-54. Mit einem oder mehreren Geschossen versehen, ist dies das Shiva-Heiligtum Pralina.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Pralina.

Kriyapada 28-55. Auch der Unterbau des Svastika ist um ein Viertel seiner Breite verlängert.

Kriyapada 28-56. Er ist viereckig. Teilt man seine Breite der Reihe nach in acht oder neun Teile, so nimmt das innere Heiligtum zwei oder drei ein. Gebäudemasse und die weiteren Glieder sind wie zuvor.

Kriyapada 28-57. Der Dachaufsatz ist länglich viereckig. Vorn springt eine große Nasika um die Hälfte des Heiligtumsmaßes vor, an den Seiten eine Nasika um die Hälfte davon.

Kriyapada 28-58. Am Dachaufsatz liegen acht kleine Nasikas; alle Nasikas besitzen Bhadra-Vorsprünge. Die Koshthas und gegliederten Oberbauten ordne man in Svastika-Form an.

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-58. Kutas, Koshthas und alle übrigen Glieder lasse man wie zuvor herstellen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Svastika.

Kriyapada 28-59. Beim Chaturmukha ist der Bau vom Unterbau bis zum Dachaufsatz gleichmäßig rund.

Kriyapada 28-60. Inneres Heiligtum, Ardharika und weitere Teile haben die beim Svastika genannten Maße. In den vier Richtungen liegen vier große Nasikas, die um ein Viertel des inneren Heiligtums vorspringen.

Kriyapada 28-61. Dazwischen befinden sich am Dachaufsatz kleine Nasikas mit der Hälfte dieses Maßes. Die Gebäudemasse sei so breit wie das innere Heiligtum und springe um einen entsprechenden Anteil vor.

Kriyapada 28-62. Man ordne sie in den vier Richtungen und in der Mitte an. Vier gleiche Eckhallen mit gleichen Bhadra-Vorsprüngen sind anzulegen.

Kriyapada 28-63. Kutas, Koshthas und die weiteren Teile füge man wie zuvor schön zusammen. Mit gesichtsartigen Bhadras in den vier Richtungen versehen, ist dies Chaturmukha, der Viergesichtige.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Chaturmukha.

Kriyapada 28-64. Der Unterbau des Sarvatobhadra ist quadratisch. Teilt man ihn in zehn, neun oder acht Teile, so nimmt das innere Heiligtum vier, drei oder zwei ein.

Kriyapada 28-65. Gebäudemasse und weitere Teile sind wie zuvor; an der Gebäudemasse liegen sechzehn Saushthika-Glieder. Hals und Dachaufsatz sind achteckig, mit acht Nasikas.

Kriyapada 28-66. In jedem Geschoss liegt in der Mitte jeder der vier Richtungen ein Bhadra. Zur Anordnung von fünf göttlichen Gestalten, entsprechend der Breite des inneren Heiligtums,

Kriyapada 28-67. füge man in dessen Richtungen dreifrontige Eck-Kutas an. Dort liegen vier Hallen; Kutas, Koshthas und die übrigen Glieder sind wie zuvor.

Kriyapada 28-68. Kutas und weitere Teile samt Bhadras füge man mit der Hälfte der jeweiligen Breite an. Oder man setze in den acht Richtungen und in der Mitte neun Lingas ein.

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-68. Sarvatobhadra ist für nicht figürliche und figürlich ausgeformte Lingas genannt.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Sarvatobhadra.

Kriyapada 28-69. Auch der Unterbau des Hastiprishtha ist viereckig und um ein Viertel seiner Breite verlängert.

Kriyapada 28-70. Gebäudemasse und die weiteren Teile sind wie zuvor angegeben. Kutas, Koshthas und alle übrigen Glieder bestimme man entsprechend dem bereits Gesagten.

Kriyapada 28-71. Der Dachaufsatz ist hinten rund und vorn mit zwei Ecken versehen, gleichmäßig und schön, in der Form eines stehenden Elefanten, mit einer hallenartigen Front. [Örtliche Unsicherheit: Die gelieferte Verbindung „śikharamagnaṃ dvyaśram“ ist gestört; die Wiedergabe der Vorderseite folgt dem baulichen Zusammenhang.]

Kriyapada 28-72. An beiden Seiten und hinten liegen jeweils drei Nasikas, ein Viertel des inneren Heiligtums breit und um die Hälfte davon vorspringend.

Kriyapada 28-73. Mit Brahma-Toren, Fahnen, Kapota-Gesimsen und weiteren Gliedern schmücke man den Bau. Mit einem oder mehreren Geschossen ist er ein Heiligtum für Brahma, Vishnu oder Isha.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Hastiprishtha, Elefantenrücken.

Kriyapada 28-74. Der Unterbau des Samujjvala ist gleichmäßig quadratisch. Das innere Heiligtum beträgt ein Drittel davon; die Gebäudemasse die Hälfte eines Drittels seines Maßes.

Kriyapada 28-75. Auch Umgang und Hara-Reihe ordne man nach diesem Maß an. Vier Nasikas seien ein Drittel des inneren Heiligtums breit und halb so weit vorspringend.

Kriyapada 28-76. Ebenso viele kleine Nasikas besitzen die Hälfte dieses Maßes. Die Form des Dachaufsatzes ist rund; an der Gebäudemasse liegen sechzehn Nasikas.

Kriyapada 28-77. Unterhalb der Gebäudemasse schmücke man das Grundgeschoss einzeln mit Kutas und anderen Gliedern und in den vier Richtungen mit großen Koshthas.

Kriyapada 28-78. In jedem Geschoss liege ein mit Saushthika-Spitzen gefasster Bereich; den Hauptpavillon richte man nach innen. Das Übrige führe man wie zuvor aus. [Der genaue Bauzusammenhang des ersten Halbverses bleibt örtlich unsicher.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach 28-78. „Dieses Samujjvala ist ein Heiligtum für sämtliche Herren, mit schön rundem Saushthika-Abschluss, Haupt und Hals, mit Bhadra-Hallen und allen Gliedern geschmückt, Sieg, Gedeihen, Ruhm und Glanz spendend, den Geist erfreuend.“

Unnummerierte Abschnittsmarke. Samujjvala.

Kriyapada 28-79. Auch der Unterbau des Shricchanda ist gleichmäßig quadratisch. Dachaufsatz und Hals sind achteckig und mit acht Nasikas versehen.

Kriyapada 28-80. Der Saushthika-Abschluss ist achteckig und mit einer Shuka-Nasika versehen. Das Übrige führe man wie beim Samujjvala aus. Dieser Bau ist Shiva lieb.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shricchanda.

Kriyapada 28-81. Beim Vrittabhadra ist alles vom Unterbau bis zum Dachaufsatz rund. In der Mitte liegt das runde innere Heiligtum; darum in den vier Richtungen

Kriyapada 28-82. Koshthas mit gleichartigen Bhadras sowie ein nach den Maßen bestimmter Bau. Zwischen beiden schmücke man mit Gliedern gleicher Breite und Ausladung. [Welche beiden Baukörper „beide“ genau bezeichnet, bleibt in der gedrängten Maßbeschreibung offen.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach 28-82. „Zwischen ihnen ist bei großen Anlagen ringsum mit Elefantenrückenformen, kleinen Koshthas und weiteren Gliedern zu schmücken. Ihr vorderer Pavillon habe Bhadras, liege auf derselben Messlinie und besitze viele Querbalken. Er wird für alle Gottheiten empfohlen.“

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vrittabhadra.

Kriyapada 28-83. Der Unterbau des Shrikanta gilt als gleichmäßig quadratisch. Bei einer Breite von acht oder neun Teilen nimmt das innere Heiligtum zwei oder drei Teile ein.

Kriyapada 28-84. Ardharika und halbe Hara erhalten jeweils halbe oder ganze Anteile. Das innere Heiligtum ist quadratisch; am Dachaufsatz beträgt die Ausladung die Hälfte. [Die genaue Verteilung der erstgenannten Anteile ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 28-85. Am Dachaufsatz seien vier Nasikas und ebenso viele kleine, an der Gebäudemasse sechzehn Nasikas. Die vier Eck-Kutas

Kriyapada 28-86. seien quadratisch, achteckig oder rund; dazwischen liegen Koshthas. In der Mitte der vier Richtungen füge man vorspringende Panjaras an.

Kriyapada 28-87. Mit kleinen Koshthas, Elefantenrüsselformen, halben Panjaras, Gitterfenstern, Torbögen, Treppen und Sockelgliedern

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-87. schmücke man den Shrikanta sachgerecht; er gehört allen Gottheiten.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shrikanta.

Kriyapada 28-88. Beim Shripratishthita ist der Bau vom Unterbau bis zum Dachaufsatz rund.

Kriyapada 28-89. Von drei oder vier Teilen der Breite nimmt das innere Heiligtum einen ein. Gebäudemasse, Umgang und Hara setze man jeweils mit einem Anteil an.

Kriyapada 28-90. Vier Nasikas mit Bhadras haben ein Viertel der Breite des inneren Heiligtums. An der Gebäudemasse liegen sechzehn kleine Nasikas wie zuvor.

Kriyapada 28-91. Die äußere Anlage ist viereckig, der Aufgang im Innern verborgen. In den vier Richtungen liegen Koshthas, deren Breite und Ausladung die Hälfte des inneren Heiligtums betragen.

Kriyapada 28-92. Die maßgerecht bestimmten Bauglieder füge man bis zum Saushthika-Abschluss an. Das Vimana namens Shripratishthita ist ein Vishnu-Heiligtum.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shripratishthita.

Kriyapada 28-93. Der Unterbau des Shivabhadra ist quadratisch. Von acht oder neun Teilen seiner Breite nimmt das innere Heiligtum zwei oder drei ein.

Kriyapada 28-94. Das innere Heiligtum ist quadratisch, der Dachaufsatz rund, mit vier Nasikas. Die Nasikas sind ein Viertel des inneren Heiligtums breit und springen um die Hälfte davon vor.

Kriyapada 28-95. Die drei Teile von der Gebäudemasse an bemesse man nach einem Drittel der Hälfte des inneren Heiligtums. Ringsum schmücke man mit gegliederten Oberbauten und Kuta-Abschlüssen.

Kriyapada 28-96. An der Gebäudemasse liegen sechzehn Prana-Glieder, mit Tilaka- und Svastika-Zeichen versehen. Die Geschosse schmücke man mit verschiedenen Unterbauten, Pfeilern und weiteren Teilen. [Die Benennung „prāṇaṣoḍaśakam“ ist baulich nicht sicher bestimmt.]

Kriyapada 28-97. Eck-Kutas mit vier- oder achteckigem oder rundem Abschluss füge man an; Koshthas von zwei oder drei Stäben, mit gleichen Bhadras.

Kriyapada 28-98. Im Innern verborgen liege die „Elefant“ genannte Treppe. Vorn stehe ein Pavillon, dessen Glieder denen des Heiligtums entsprechen.

Kriyapada 28-99. Der Bau habe ein oder mehrere Geschosse, mit Vor- und Rücksprüngen. Auch einen gegliederten Oberbau errichte man so. Dies heißt Shivabhadra.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shivabhadra.

Kriyapada 28-100. Beim Shivacchanda sind Unterbau und weitere Teile wie zuvor. Die Koshthas besitzen jedoch keine Bhadras; in der Mitte sind sie mit Panjara-Bhadras

Kriyapada 28-101. verbunden. Mit vielen Geschossen füge man die genannten Teile sachgerecht zusammen. Das Shivacchanda gehört allein Shiva und besitzt sämtliche Verzierungen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shivacchanda.

Kriyapada 28-102. Auch beim Ashtanga sei der Unterbau wie beim Shivabhadra, ebenso das innere Heiligtum und die weiteren Teile. Die Besonderheit wird nun genannt.

Kriyapada 28-103. Es besitzt sechzehn Bhadra-Glieder mit Kapota und Panjara, dazu jeweils zwei schlichte Nasikas. Oberhalb des Halses ist der Kopf

Kriyapada 28-104. in Form einer Amalaki-Frucht gestaltet. Dort liegen acht gleiche Nasikas, ein Viertel des inneren Heiligtums breit und halb so weit vorspringend.

Kriyapada 28-105. Ebenso gibt es acht kleine Nasikas; die Mitte ist quadratisch. Gebäudemasse und die weiteren Teile sind wie zuvor. Vorn steigt an beiden Flanken

Kriyapada 28-106. die Treppenanlage empor, an beiden Ecken mit Elefantenrüsseln geschmückt. Das mittlere Tor versehe man mit einem Torbogen und den acht Glückszeichen.

Kriyapada 28-107. Eine größere Treppe ordne man im Innern verborgen an. Mit verschiedenen Sockeln, Pfeilern, Brüstungen und Luftöffnungen

Kriyapada 28-108. sowie achteckigen Saushthika-Abschlüssen an den Ecken gestalte man die oberen Teile. Mit kleinen und großen Ausführungen und mit drei oder mehr Geschossen versehen,

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-108. ist dieses an allen Gliedern geschmückte Götterhaus das Ashtanga.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Ashtanga.

Kriyapada 28-109. Der Unterbau ist viereckig und um ein Viertel seiner Breite verlängert.

Kriyapada 28-110. Bei einer Teilung in acht oder neun nimmt das innere Heiligtum zwei oder drei Teile ein. Auch dieses ist länglich gerundet; die Ardharika ist wie zuvor verlängert.

Kriyapada 28-111. Die Gebäudemassen liegen in den vier Richtungen, mit Nasikas an den Fuß-Bhadras. Der Dachaufsatz ist länglich rund. Darauf liegen nach dem halben Maß des inneren Heiligtums

Kriyapada 28-112. große Nasikas mit Bhadras; Kutas und die weiteren Teile sind wie zuvor. An der Gebäudemasse befinden sich sechzehn kleine Nasikas am Kapota-Gesims.

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-112. Mit Eck-Kutas und den weiteren Teilen schmücke man die Lotusform wie zuvor.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Padmakriti, Lotusform.

Kriyapada 28-113. Auch beim Vishnucchanda ist der Unterbau wie zuvor verlängert.

Kriyapada 28-114. Das innere Heiligtum bemesse man nach dem Viertel- und Rama-Anteil der Breite; es ist sechseckig. Der Unterbau hat einen Lotusverband, oben einen viereckigen Saushthika-Abschluss. [Örtliche Unsicherheit: Die Verbindung der beiden Verhältnisangaben für das innere Heiligtum ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 28-115. Gebäudemasse und weitere Teile sind wie zuvor. Der Dachaufsatz ist sechseckig und hat sechs Nasikas; auch der Hals ist sechseckig.

Kriyapada 28-116. Der gegliederte Oberbau samt Saushthika springt um die Hälfte seiner eigenen Breite vor. Er ist von Brahma-Toren und Fahnen bedeckt und mit verborgenen Ausführungen versehen.

Kriyapada 28-117. Auch am Kapota-Gesims sind ringsum Nasikas mit gleichen Bhadras. Der Bau besitzt Nutzgeschosse und ist mit Holzarbeiten geschmückt.

Kriyapada 28-118. An den vier Ecken und in der Mitte werden fünf göttliche Gestalten angeordnet. An den vier Ecken liegen Saushthika-Glieder mit länglich gerundeten Köpfen.

Kriyapada 28-119. Dieses an allen Gliedern geschmückte Vishnucchanda gehört Vishnu. In jedem Geschoss ist der Dachaufsatz der Kutas länglich rund.

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-119. Reich an Ziegel- und Holzarbeiten ist der Bau an allen Gliedern geschmückt.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vishnucchanda.

Kriyapada 28-120. Auch der Unterbau des Saubhadra ist gleichmäßig quadratisch.

Kriyapada 28-121. Ein Viertel oder ein Drittel bestimmt die Breite des inneren Heiligtums. Die Teile von der Gebäudemasse an erhalten der Reihe nach einen Anteil aus zwei oder drei Teilen.

Kriyapada 28-122. Der Dachaufsatz ist quadratisch, in den vier Richtungen hallenförmig. Vier Nasikas mit Fuß-Bhadras sind ein Viertel des inneren Heiligtums breit.

Kriyapada 28-123. Dazu kommen acht kleine Nasikas; alle besitzen Svastika-Bhadras. Kutas, Koshthas und sämtliche weiteren Teile haben Bhadras von einem Viertel, einer Hälfte oder einem Drittel.

Kriyapada 28-124. Die Pfeiler sind der Geschossfolge nach vier-, acht-, sechzehneckig und rund. Wasserraum und gegliederter Oberbau tragen die genannten Verzierungen. [Die bauliche Bedeutung von „aptala“ bleibt wie bei 28-50 vorläufig.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Saubhadra.

Kriyapada 28-125. Auch beim Kailasacchanda ist der Sockel quadratisch. Von acht Teilen der Breite nimmt das innere Heiligtum ringsum drei ein.

Kriyapada 28-126. Die übrigen Teile erhalten Gebäudemasse und die folgenden Glieder. Das innere Heiligtum ist quadratisch; oberhalb des Halses ist der Bau achteckig und mit acht einzelnen kleinen Nasikas versehen.

Kriyapada 28-127. An der Gebäudemasse sei die Zahl doppelt. Die Saushthikas an den Eckspitzen sind in jedem Geschoss vier-, achteckig oder rund und mit Nasikas versehen.

Kriyapada 28-128. Der mittlere Schmuckteil hat einen Anteil Breite und springt um die Hälfte seiner Breite vor. Man schmücke mit dem Shribandha genannten Sockel und dazwischen

Kriyapada 28-129. mit großen Panjaras, kleinen Hallen, Elefantenfronten, verschiedenen Sockeln, Pfeilern, Brüstungen, Gittern und Torbögen.

Kriyapada 28-130. Mit den Gliedern wie zuvor schmücke man den gegliederten Oberbau angemessen. Vom ersten Geschoss an aufwärts ordne man jeweils kleinere Formen an,

Kriyapada 28-131. mit Brahma-Toren, Fahnen, Kutas, Koshthas und weiteren Teilen. Vorn liege, durch einen Zwischenraum verbunden und mit Gliedern wie das Heiligtum,

Kriyapada 28-132. ein schöner mehrgeschossiger Pavillon mit innen verborgenem Aufgang. Sämtliche Glieder seien nach den Ordnungen Jati, Chhanda, Vikalpa und den weiteren zusammengefügt.

Kriyapada 28-133. Mit höheren und niedrigeren Kutas und Koshthas, mittleren Bhadras und verschieden geformten Dachaufsätzen gleicht der Bau dem Berg Kailasa.

Kriyapada 28-134. Dieses heilbringende Kailasacchanda gehört allein Shiva. – Kailasacchanda. – Der Unterbau des Rudracchanda ist wie zuvor quadratisch.

Kriyapada 28-135. Inneres Heiligtum und weitere Teile sind wie zuvor. An Ecken, Mitten und Zwischenstellen füge man Kutas, Koshthas und weitere Glieder an, die um ein Viertel ihrer Breite vorspringen.

Kriyapada 28-136. Das Brahma-Tor sei einen Anteil breit und an die Gebäudemasse angeschlossen. Sein oberer Schmuckteil sei hoch; mit verschiedenen Gliedern schmücke man den Bau.

Kriyapada 28-137. Unterbau, Pfeiler, Brüstungen, Gitter, Torbögen und die weiteren Glieder gehören dazu. Vom Grundgeschoss an seien die Geschosse der Reihe nach quadratisch, achteckig und rund.

Kriyapada 28-138. Hals und Dachaufsatz sind rund. Vorn und an den Seiten liegen drei Nasikas, je ein Drittel des inneren Heiligtums breit. Hinten

Kriyapada 28-139. liegen zwei Nasikas von halbem Maß, an beiden Seiten jeweils drei, mit Tilaka-Schmuck. Das Übrige des Rudracchanda füge man entsprechend an.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Rudracchanda.

Kriyapada 28-140. Für Lalitabhadra ist ein quadratischer Unterbau genannt. Bei acht oder neun Teilen seiner Breite nimmt das innere Heiligtum zwei oder drei ein.

Kriyapada 28-141. Die übrigen Teile erhalten Gebäudemasse und weitere Glieder, auch diese quadratisch. Der Dachaufsatz ist achteckig, mit acht kleinen und großen Nasikas.

Kriyapada 28-142. In den vier Richtungen liegen Koshthas mit einer Ausladung gleich ihrer Breite. In deren Mitte springen dreifrontige Hallen um ein Drittel vor.

Kriyapada 28-143. Das mittlere Bhadra ist ein Drittel des Eckheiligtums breit und springt um die Hälfte der Hälfte dieses Maßes vor. Dazwischen

Kriyapada 28-144. ordne man Löwen-Panjaras, kleine Koshthas und weitere Glieder an. Mit den Saushthika-Abschlüssen an den Ecken habe der Bau achteckige Gestalt.

Kriyapada 28-145. In jedem Geschoss ordne man Tilaka-Nasikas in Svastika-Form an. Gebäudemasse und weitere Teile sind wie zuvor; mit Kutas und den weiteren Gliedern schmücke man sie.

Unnummerierte Fortsetzung nach 28-145. Die Elefantentreppe ist im Innern verborgen. Dies ist Lalitabhadra.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Lalitabhadra.

Unnummerierter Schlussvers. So wurden die mit Verzierungen versehenen Formen Nalina und die weiteren kurz beschrieben: die geeigneten Haupt-Vimanas für Shambhu, den Lotusgeborenen Brahma und Hari.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das achtundzwanzigste Kapitel über die Merkmale der Haupt-Vimanas und der weiteren Formen.

Schönheit und genaue Gestalt

Der Kapitelanfang erklärt den Namen des Heiligtums durch die Heiterkeit, die seine Schönheit im Herzen hervorruft. Danach entfaltet der Text diese Schönheit in vielen einzelnen Proportionen und Baugliedern. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin eine Verbindung von Sammlung und sorgfältiger Gestaltung sichtbar werden: Ein Raum kann Aufmerksamkeit unterstützen, wenn seine Teile bewusst aufeinander bezogen sind. Die historische Architekturlehre bleibt dabei in ihren eigenen Begriffen und Grenzen erkennbar.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 28: Die Hauptformen der Heiligtümer
Dieses Kapitel nennt zahlreiche Bauformen und beschreibt die wichtigsten Heiligtümer mit ihren Proportionen und Schmuckgliedern. Die Sprache ist die einer historischen Architekturlehre. Wiederkehrende Fachbegriffe wie Kuta, Koshtha und Nasika bezeichnen bestimmte Bauglieder; sie bleiben dort als Namen stehen, wo ein deutsches Alltagswort ihre Form nicht zuverlässig wiedergibt. Beschädigte Maßbeschreibungen werden örtlich kenntlich gemacht.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha aṣṭāviṃśaḥ paṭalaḥ |

athātra likhyate lakṣma prāsādānāṃ samāsataḥ |
devādīnāṃ narāṇāṃ ca yeṣu ramyatayā ciram || 28-1 ||

manāṃsi ca prasīdanti prāsādāstena kīrtitāḥ |
nānāmānavidhānatvād vimānaṃ śāstrataḥ kṛtam || 28-2 ||

pitāmahena munibhirmayena ca yathā purā |
mukhyādīni vimānāni kathitānyanupūrvaśaḥ || 28-3 ||

yāni tānyatra kathyante devādīnāṃ samāsataḥ |
tatreśabrahmaviṣṇūnāṃ mukhyānāṃ mukhyaviṃśatiḥ || 28-4 ||

jātītarāṇi dvātriṃśat sārvadevāni tānyapi |
atha jātivimānānāṃ dvādaśaiva dvijanmanām || 28-5 ||

rājñāṃ saṅkṛtisaṅkhyāni tathāṣṭau vaiśyaśūdrayoḥ |
kṣudrālpākhyānyasāmarthye sarveṣāṃ vihitāni hi || 28-6 ||

tatra mukhyādiṣaṇṇavativimānānāṃ nāmāni bhavanti |

tadyathā-

nalinaṃ ca pralīnaṃ ca svastikaṃ ca caturmukham |
tataḥ syāt sarvatobhadraṃ hastipṛṣṭhaṃ samujjavalam || 28-7 ||

p. 266) śrīcchandaṃ vṛttabhadraṃ ca śrīkāntaṃ śrīpratiṣṭhitam |
śivabhadraṃ śivacchandamaṣṭāṅgaṃ padmakākṛti || 28-8 ||

viṣṇucchandaṃ ca saubhadraṃ chande kailāsarudrayoḥ |
tato lalitabhadrākhyaṃ vimānaṃ ceti viṃśatiḥ || 28-9 ||

merumandarakailāsā jayāṅgavimalākṛtī |
kumbhākhyāṃ vimalāṅgaṃ ca vṛṣacchandaṃ sudarśanam || 28-10 ||

haṃsacchandaṃ padmakāntaṃ garuḍacchandameva ca |
bhogicchandaṃ padmabhadraṃ tataḥ kailāsakāntakam || 28-11 ||

rudrakāntaṃ skandakāntaṃ yogabhadraṃ ca maṅgalam |
vindhyacchandaṃ merukūṭaṃ mahendraṃ citrakūṭakam || 28-12 ||

śrīmaṇḍanaṃ ca saumukhyaṃ nīlaṃ niṣadhasaṃjñitam |
tato lalitakāntākhyaṃ vijayaṃ śrīkaraṃ tathā || 28-13 ||

śrīviśālaṃ ca kathitaṃ tathaiva jayamaṅgalam |
jātītarāṇi dvātriṃśad vimānāni divaukasām || 28-14 ||

dvātriṃśad devikavimānāni |

nāgābhāgāhvayacchande kuḍyāvartaṃ trikūṭakam |
śrīvardhanaṃ padmagṛhaṃ prekṣāgṛhamukhaṃ tathā || 28-15 ||

atyantabhānucandrāṇāṃ kāntāni kratuvardhanam |
vṛttaṃ ca dvādaśaitāni vimānāni dvijanmanām || 28-16 ||

brāhmaṇavimānāni dvādaśa |

catuṣkuṭaṃ mantrapūtamāvantyaṃ māhiṣaṃ tathā |
tantrīkāntaṃ karṇabhadraṃ vijayāṅgaṃ viśālakam || 28-17 ||

viśālabhadraṃ gaṇikāviśālaṃ karṇaśālakam |
padmāsanaṃ cendrakāntaṃ syāt sarvalalitaṃ tataḥ || 28-18 ||

yogapratyantakāntākhye tataścotpalapatrakam |
mahārājāhvayacchandaṃ mālāgṛhamataḥparam || 28-19 ||

pṛthivīvijaya cātha bhavennandiviśālakam |
sarvāṅgasundaraṃ cāpi chāyāgṛhamataḥparam || 28-20 ||

p. 267) rativardhanamityevaṃ caturviṃśatikaṃ smṛtam |

caturviṃśatirvimānāni kṣatriyāṇām |

viśālālayasaṃjñaṃ ca catuṣpādikameva ca || 28-21 ||

turaṅgavadanaṃ tadvad gaṇikāpiṇḍikaṃ tathā |
śyenacchandaṃ cotpalāgraṃ tataḥ kukkuṭapucchakam || 28-22 ||

(muṇḍaprāsādakābhikhyaṃ vimānaṃ tu tataḥ param |
)

ityaṣṭau jātiharmyāṇi vāsārthaṃ vaiśyaśūdrayoḥ |

viṭśūdravimānānyaṣṭau |

uktānāṃ tu vimānānāmalaṅkāro nigadyate || 28-23 ||

ādau nalinakākhyasya caturaśraṃ samaṃ śubham |
adhiṣṭhānaṃ tattribhāgād garbhāgāraṃ tadardhataḥ || 28-24 ||

ardhārikā ca hārā syādatha garbhaṃ navāṃśataḥ |
adhikāyatavṛttaṃ syāt stūpibhiḥ śikharaṃ tribhiḥ || 28-25 ||

kaṇṭhaśca śikharābhaḥ syād vedāṃśārdhārikāṃśataḥ |
nirgamo madhyabimbasya syāt tato garbhasadmanaḥ || 28-26 ||

puro vṛttasphuṭitakaṃ taccaturbhāganirgatam |
tato dviguṇavistāranirgamā pṛthunāsikā || 28-27 ||

purastādatha pārśvābhyāṃ ṣoḍaśaivālpanāsikāḥ |
tadardhavyāsaniryāṇā paścimasthaikanāsikā || 28-28 ||

ardhārikāvyāsato'rdhanirgate dviguṇāyate |
sodare nāsike pārśvakoṣṭhake mūrdhni cārpayet || 28-29 ||

gṛhapiṇḍyardhataścāntarlīnamūrdhvādhirohaṇam |
prādakṣiṇyena sopānaṃ bhavet pratitalaṃ kramāt || 28-30 ||

gṛhapiṇḍiḥ sāṣṭanāsā mahā(pā ? hā)rakriyānvitā |

atra parāśaraḥ - gṛhapiṇḍeradhastāt kūṭakoṣṭhapañjaragajavṛttasphuṭita-kṣudraśālāhārātoraṇastambhatoraṇakumbhalatādibhirharmyaṃ, harmyāt prabhṛtyāmūlatalaṃ yathocitabhāgena yojayediti |

p. 268) samaṃ tripādamardhaṃ vā prāsādasya tu maṇḍapam || 28-31 ||

purastāduktamānāntaṃ tridvyekatalakaṃ tu vā |
prāsādatulyālaṅkāraṃ tatsamāṅgaṃ ca maṇḍayet || 28-32 ||

tritalādi yathecchātaḥ prāsādaṃ bhūṣayet talaiḥ |
karṇe madhye'ntare bhitterbāhye vā mānasūtrataḥ || 28-33 ||

nirgatairuktamānena kūṭakoṣṭhakapañjaraiḥ |
gajapṛṣṭhādibhiścoktaiḥ kuryādavayavairyutam || 28-34 ||

galādupari vedāśraṃ vṛttamaṣṭāśrakaṃ tu vā |
karṇāśritaṃ madhyamaikanāsikāstūpikānvitam || 28-35 ||

prāsādāvayavaṃ prājñāḥ kūṭaṃ nāma pracakṣate |

sāyataṃ samukhapaṭṭikamardha(vispaṣṭavi?)spaṣṭakoṭiyutamadhyamanāsam |
śakti * dhvajamapi trimukhaṃ tat pārśvayorbahuśikhaṃ khalu koṣṭham || 28-36 ||

śikhāśabdena stūpikocyate |

mukhe śālāmukhaṃ caiva stūpikaṃ hastipṛṣṭhavat || 28-37 ||

pañjaraṃ nāma tat proktamatra prāha parāśaraḥ |

tadeva pāśamukhaṃ hastituṇḍaṃ kūṭakoṣṭhayorantare vihitaṃ kṣudrakoṣṭhaṃ ca |
kūṭakoṣṭhayorantare hārā bhāgena bhāgārdhena vā kāryā |
vṛttasphuṭitakamapi pañjaramiva tadardhanirgatavṛttarūpaṃ syāt iti |

samānakaṇṭhaśikharastūpikaṃ sarvameva hi || 28-38 ||

jātikramo'yaṃ bhavati prāsādānāṃ samāsataḥ |
karṇe koṣṭhaṃ madhyakūṭamantare pañjarādikam || 28-39 ||

sāntaḥprastarakaṃ yat tad vikalpamabhidhīyate |
taireva miśra ābhāsaḥ sarvataḥ samameva hi || 28-40 ||

prāsādamukhaśobhāṃ tu jalāvasthitacandravat |
yojayet tu vimānānāṃ bhedaḥ saṃsthānabhedataḥ || 28-41 ||

p. 269) śikharasya tu bhedena sarveṣāṃ bhedamuddiśet |
yathārhaṃ tu yathāśobhaṃ sarvamanyat samaṃ smṛtam || 28-42 ||

marutpathaṃ yojayecca yathāśobhaṃ yathocitam |
mukhe mukhe mahānāsyā yuktaṃ tat syāddhi pakṣayoḥ || 28-43 ||

ardhakoṣṭhadvayād vyomni plavamānavihaṅgavat |
vimānaṃ nalinaṃ tvetat kathitaṃ śivavallabham || 28-44 ||

nalinakam |

pralīnakasyādhiṣṭhānaṃ samānacaturaśrakam |
tadvyāse'ṣṭāṃśake bhāgaistribhirgarbhagṛhaṃ bhavet || 28-45 ||

vedāśre garbhaśikhare garbhārdhaṃ nirgatāyatā |
syāt purastānmahānāsī pārśvayoścālpanāsikāḥ || 28-46 ||

catasraścāpare bhāge mahatyekaiva nāsikā |
garbhapādāṃśavistāre koṣṭhake dviguṇāyate || 28-47 ||

pārśvayormūrdhni ca syātāṃ garbhād rāmāṃśatastatam |
khaṇḍaharmyaṃ ca tattulyaṃ dviguṇaṃ drāghimā tayoḥ || 28-48 ||

antarlīnaṃ tu sopānaṃ gṛhapiṇḍyardharohaṇam |
ardhārihā(ri ? ra)madhye'ntargṛhaṃ nirvyūhataḥ samam || 28-49 ||

ekatra pakṣe talpaṃ syāt tripakṣe tvaptalaṃ bhavet |
kuṇḍyaṃ caiva yathāśobhaṃ śeṣaṃ prāgiva yojayet || 28-50 ||

tadadhiṣṭhānapārśvābhyāṃ sopāne hastituṇḍake |
pakṣabandhaṃ chatraśīrṣaṃ gṛhapiṇḍiṃ mahākriyā(?) || 28-51 ||

tasyāmaṣṭau cālpanāsyaḥ sarvāstāḥ svastikānvitāḥ |
pratibandhamadhiṣṭhānaṃ stambhāḥ syuścaturaśrakāḥ || 28-52 ||

plavamānāmiṣagrāhivihaṅgasadṛśākṛti |
kūṭakādyairavayavaiḥ prāgvad yuktyā vibhūṣayet || 28-53 ||

p. 270) pārśvayorardhakoṣṭhābhyāṃ nāsīṣaṭkeṇa mūrdhani |
plavamānāmiṣagrāhivihaṅgavadavasthitam || 28-54 ||

ekāditalasampannaṃ pralīnaṃ śivamandiram |

pralīnakam |

svastikasyāpyadhiṣṭhānaṃ vyāsapādāṃśamāyatam || 28-55 ||

caturaśraṃ tu tadvyāsādaṣṭanandāṃśataḥ kramāt |
dvitryaṃśaṃ syād garbhagṛhaṃ gṛhapiṇḍyādi pūrvavat || 28-56 ||

śikharaṃ dīrghavedāśraṃ purā garbhārdhamānataḥ |
nirgatā syānmahānāsistadardhāt pārśvanāsikā || 28-57 ||

śikhare cālpanāsyo'ṣṭau sarvā nāsyaḥ sabhadrakāḥ |
koṣṭhāni khaṇḍaharmyāṇi svastikābhāni yojayet || 28-58 ||

kūṭakoṣṭhādyavayavaṃ prāgvat sarvaṃ tu kārayet |

svastikam |

adhiṣṭhānādiśikharāt samavṛttaṃ caturmukham || 28-59 ||

nālīgṛhārdhārikādyaṃ svastikoktapramāṇataḥ |
dikṣu vedamahānāsyo garbhapādāṃśanirgatāḥ || 28-60 ||

śikhare madhyatastāsāṃ tadardhenālpanāsikāḥ |
nālīgṛhavyāsasamāṃ samāṃśakāṃśanirgamām || 28-61 ||

gṛhapiṇḍiṃ caturdikṣu madhye ca parikalpayet |
samabhadrāḥ karṇasabhāścatasraḥ kalpayet samāḥ || 28-62 ||

kūṭakoṣṭhādikaṃ prāgvad yathāśobhaṃ tu yojayet |
caturdikṣu mukhākārairbhadrairyuktaṃ caturmukham || 28-63 ||

caturmukham |

caturaśramidhiṣṭhānaṃ sarvatobhadrakasya tu |
taddiṅnandāṣṭabhāgaiḥ syād garbhaṃ vedāgninetrataḥ || 28-64 ||

p. 271) gṛhapiṇḍyādikaṃ prāgvat piṇḍiḥ ṣoḍaśa sauṣṭhikāḥ |
aṣṭāśre kaṇṭhaśikhare syātāṃ tatrāṣṭanāsikāḥ || 28-65 ||

tale tale caturdikṣu madhyaṃ bhadrānvitaṃ bhavet |
pañcamūrtividhānārthaṃ garbhavistāramānataḥ || 28-66 ||

taddikṣu karṇakūṭāni trimukhābhāni yojayet |
catasrastatra śālāḥ syuḥ kūṭakoṣṭhādi pūrvavat || 28-67 ||

tvavyāsārdhāt sabhadrāṇi kūṭādīnyasya yojayet |
tasyāṣṭadikṣu vā madhye nava liṅgāni vā nyaset || 28-68 ||

avyaktavyaktaliṅgānāṃ sarvatobhadramīritam |

sarvatobhadram |

vedāśraṃ hastipṛṣṭhasyāpyadhiṣṭhānaṃ tadāyatam || 28-69 ||

vyāsapādāṃśataḥ prāgvad gṛhapiṇḍyādikaṃ smṛtam |
kūṭakoṣṭhādyavayavaṃ prāgvat sarvaṃ samūhayet || 28-70 ||

vṛttaṃ pṛṣṭhe tu śikharamagnaṃ dvyaśraṃ samaṃ śubham |
sthitahastisamākāraṃ śālākāramukhaṃ ca tat || 28-71 ||

pārśvayoḥ pṛṣṭhato'pi syustisrastisraśca nāsikāḥ |
garbhavedāṃśavistārāstadardhaṃ ca vinirgatāḥ || 28-72 ||

brahmadvārapatākābhiḥ kapotādyaiśca bhūṣayet |
ekānekatalaṃ vaitad brahmaviṣṇvīśamandiram || 28-73 ||

hastipṛṣṭham |

samujjvalasyādhiṣṭhānaṃ samavedāśrakaṃ smṛtam |
tattṛtīyāṃśato garbhaṃ tattribhāgārdhapiṇḍikam || 28-74 ||

alindaṃ caiva hāraṃ ca tanmānenaiva yojayet |
garbhatribhāgavistārā ardhanīprāśca nāsikāḥ || 28-75 ||

catasraḥ syustadardhena tāvatyaḥ kṣudranāsikāḥ |
vṛttaṃ śikharasaṃsthānaṃ piṇḍyāṃ nāsyastu ṣoḍaśa || 28-76 ||

p. 272) gṛhapiṇḍeradho mūlatalaṃ kūṭādibhiḥ pṛthak |
alaṅkṛtya caturdikṣu mahākoṣṭhairvibhūṣayet || 28-77 ||

tale tale sauṣṭhikāgramaṇḍalaṃ mukhyamaṇḍapam |
antarmukhaṃ hi tat kuryāccheṣaṃ pūrvavadācaret || 28-78 ||

atra parāśaraḥ-

samujjvalaṃ tat sakaleśamandiraṃ suvṛttasauṣṭhyagraśirogalānvitam |
sabhadraśālaṃ sakalāṅgamaṇḍitaṃ jayarddhikīrtidyutidaṃ manoharam ||

samujjvalam |

śrīcchandasyāpyadhiṣṭhānaṃ samānacaturaśrakam |
aṣṭāśraṃ śikhare sāṣṭanāsikaṃ syād gale'pi ca || 28-79 ||

aṣṭāśrasuṣṭhikāgraṃ ca śukanāsikayānvitam |
śeṣaṃ samujjvalasyeva kuryādetacchivapriyam || 28-80 ||

śrīcchandam |

adhiṣṭhānādāśikharād vṛttabhadre tu vartulam |
madhye nāligṛhaṃ vṛttaṃ tanmadhye ca caturdiśam || 28-81 ||

koṣṭhāni samabhadrāṇi pramāṇabhavanaṃ tathā |
samavistāraniryāṇaṃ tayormadhye vibhūṣayet || 28-82 ||

atra parāśaraḥ - tayorantare hastipṛṣṭhakṣudrakoṣṭhādibhirmahāvinyāseṣu parito maṇḍanīyaṃ tanmukhamaṇḍapaṃ sabhadraṃ samasūtraṃ bahutulaṃ sarvadevānāṃ praśastameva iti |

vṛttabhadram |

śrīkāntasyāpyadhiṣṭhānaṃ samavedāśrakaṃ smṛtam |
vistāre'ṣṭanavāṃśe tu dvitryaṃśād garbhamandiram || 28-83 ||

p. 273) ardhārikārdhahārā vā bhāgārdhāḥ syuśca bhāgataḥ |
vedāśraṃ garbhabhavanaṃ śikhare cārdhanirgamam || 28-84 ||

śikhare vedanāsyaḥ syustāvatyaścālpanāsikāḥ |
gṛhapiṇḍyāṃ dvyaṣṭanāsyaḥ karṇakūṭacatuṣṭayam || 28-85 ||

caturaśrāṣṭavṛttaṃ syāt tadantaḥ koṣṭhakāni ca |
nirgataiḥ pañjarairmadhye caturdikṣu niyojayet || 28-86 ||

kṣudrakoṣṭhairhastituṇḍaiḥ sārdhapañjarajālakaiḥ |
toraṇairapi sopānairadhiṣṭhānapadairapi || 28-87 ||

bhūṣayed yuktitastvetacchrīkāntaṃ sārvadaivatam |

śrīkāntam |

adhiṣṭhā(di?dā)śikharaṃ vṛttaṃ syācchrāpratiṣṭhite || 28-88 ||

vistāratricaturbhāgād bhāgo garbhagṛhaṃ bhavet |
gṛhapiṇḍyalindahārāścaikaikāṃśena kalpayet || 28-89 ||

garbhavedāṃśavistārāḥ sabhadrā vedanāsikāḥ |
gṛhapiṇḍyāṃ ṣoḍaśa syuḥ kṣudranāsyastu pūrvavat || 28-90 ||

vedāśraṃ bāhyasaṃsthānamantarlīnaprarohaṇam |
caturdikṣvapi garbhārdhavyāsanirgamakoṣṭhakaiḥ || 28-91 ||

pramāṇabhavanāṅgāni sauṣṭhikāntāni yoajayet |
śripratiṣṭhitakaṃ nāmnā vimānaṃ viṣṇumandiram || 28-92 ||

śrīpratiṣṭhitam |

caturaśramadhiṣṭhānaṃ śivabhadrasya tasya tu |
vistāre'ṣṭanavāṃśe tu dvitryaṃśaṃ garbhamandiram || 28-93 ||

garbhaṃ vedāśrakṃ vṛttaṃ śikharaṃ vedanāsikam |
kuryād garbhacaturthāṃśaṃ vyāsanāsyo'rdhanirgamāḥ || 28-94 ||

garbhārdhatryaṃśabhāgena gṛhapiṇḍyādayastrayaḥ |
khaṇḍaharmyaiśca kūṭāgraiḥ paribhūṣya samantataḥ || 28-95 ||

p. 274) prāṇaṣoḍaśakaṃ piṇḍyāṃ tilakasvastikāṅkitam |
nānādhiṣṭhānapādādyairalaṅkṛtya talāni tu || 28-96 ||

vedavasvaśravṛttāgrakarṇakūṭāni yojayet |
dvitridaṇḍāni koṣṭhāni samabhadrāṇi yojayet || 28-97 ||

antarlīnaṃ hastisaṃjñaṃ sopānamatha tasya tu |
prāsādāṅgasamopetaṃ maṇḍapaṃ pramukhe bhavet || 28-98 ||

ekanānātalaṃ vā syādūhapratyūhasaṃyutam |
khaṇḍaharmyaṃ tathā kuryācchiva bhadramidaṃ smṛtam || 28-99 ||

śivabhadram |

śivacchandasya tu prāgvadadhiṣṭhānādikaṃ bhavet |
abhadrāṇyeva koṣṭhāni madhye pañjarabhadrakaiḥ || 28-100 ||

yuktāni syurbahutalaiḥ proktaṃ yuktyā niyojayet |
śivasyaiva śivacchandaṃ sarvālaṅkārasaṃyutam || 28-101 ||

śivacchandam |

aṣṭāṅgasyāpyadhiṣṭhānaṃ śivabhadrasamaṃ bhavet |
garbhagehādikaṃ tadvad viśeṣo'tra nigadyate || 28-102 ||

kapotapañjaropetabhadrāṅgānyeva ṣoḍaśa |
muṇḍanāsyau tathā dve dve galādupari śīrṣakam || 28-103 ||

bhavedāmalakākāraṃ tatrāṣṭau nāsayaḥ samāḥ |
garbhavedāṃśavistārāstadardhasamanirgamāḥ || 28-104 ||

alpanāsyastathaivāṣṭau madhye syāccaturaśrakam |
gṛhīpiṇyādikaṃ prāgvat puraḥ pakṣadvayordhvagam || 28-105 ||

sopānakarmakoṇābhyāṃ hastituṇḍavibhūṣitam |
sāṣṭamaṅgalaṃ kuryānmadhyadvāraṃ satoraṇam || 28-106 ||

p. 275) vṛddhasopānamapyantarlīnamatra niyojayet |
nānāmasūrakastambhavedikādimarutpathaiḥ || 28-107 ||

aṣṭāśrasauṣṭhikaṃ karṇe mastakānyatra yojayet |
alpānalpakriyopetaṃ tritalāditalānvitam || 28-108 ||

sarvāṅgālaṅkṛtaṃ hyetadaṣṭāṅgaṃ devamandiram |

aṣṭāṅgam |

caturaśramadhiṣṭhānaṃ vyāsavedāṃśakāyatam || 28-109 ||

vasunandāṃśake dvitribhāgānnālīgṛhaṃ smṛtam |
tadapyāyatavṛttaṃ syāt prāgvadardhārikāyatam || 28-110 ||

gṛhapiṇḍyaścaturdikṣu pādabhadrakanāsikāḥ |
pṛttāyataṃ tu śikharaṃ tasmin garbhārdhabhāgataḥ || 28-111 ||

sabhadrakā mahānāsyaḥ prāgvat kūṭādikaṃ smṛtam |
gṛhapiṇyāṃ ṣoḍaśaiva kapote tilanāsikāḥ || 28-112 ||

karṇakūṭādikaiḥ prāgvad bhūṣayet padmakākṛtau |

padmākṛti |

viṣṇucchandasya ca prāgvadadhiṣṭhānaṃ tadāyatam || 28-113 ||

vyāsavedāṃśarāmāṃśagarbhāgāraṃ ṣaḍaśrakam |
padmabandhamadhiṣṭhānamūrdhvavedāśrasauṣṭhikam || 28-114 ||

gṛhapiṇ.yādikaṃ prāgvacchikharaṃ ca ṣaḍaśrakam |
ṣaḍeva nāsayastasmin kaṇṭhaścāpi ṣaḍaśrakaḥ || 28-115 ||

svavistārārdhaniṣkrāntaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca sauṣṭhikam |
brahmadvārapatākābhirgūḍhaṃ gūḍhakriyānvitam || 28-116 ||

kapote'pi ca nāsyaḥ syuḥ samabhadrāśca sarvataḥ |
bhogabhūmiyutaṃ dārukriyānirmāṇaśobhitam || 28-117 ||

p. 276) catuṣkoṇeṣu madhye ca pañcamūrtividhānataḥ |
catuṣkoṇe sauṣṭhikāni vṛttāyataśirāṃsi ca || 28-118 ||

sarvāṅgālaṅkṛtaṃ hyetad viṣṇucchandaṃ hi vaiṣṇavam |
tale tale ca kūṭānāṃ śikharaṃ vṛttamāyatam || 28-119 ||

iṣṭakādārukarmāḍhyaṃ sarvāṅgaparimaṇḍitam |

viṣṇucchandam |

saubhadrasyāpyadhiṣṭhānaṃ samānacaturaśrakam || 28-120 ||

catustryaṃśaikabhāgena garbhavyāsastato'pi ca |
dvitribhāgaikabhāgaiḥ syurgṛhapiṇḍyādayaḥ kramāt || 28-121 ||

śikharaṃ caturaśraṃ tu sabhākāraṃ caturdiśam |
garbhavedāṃśavisṛtāḥ pādabhadrakanāsayaḥ || 28-122 ||

catasro'lpāśca nāsyo'ṣṭau sarvāḥ sasvastibhadrakāḥ |
kūṭakoṣṭhādikaṃ sarvaṃ pādārdhatryaṃśabhadravat || 28-123 ||

vedāṣṭaṣoḍaśāśrāḥ syurvṛttāḥ stambhāstalakramāt |
aptalaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca proktālaṅkārabhūṣitam || 28-124 ||

saubhadram |

kailāsacchandakasyāpi caturaśraṃ masūrakam |
vyāsāṣṭāṃśe tribhāgena garbhāgāraṃ samantataḥ || 28-125 ||

śeṣaiḥ syurgṛhapiṇḍyādyā vedāśraṃ garbhamandiram |
aṣṭāśraṃ syād galādūrdhvaṃ pṛthak svalpāṣṭanāsikam || 28-126 ||

dviguṇaṃ gṛhapiṇḍyāṃ syādatha karṇāgrasauṣṭhikam |
caturaṣṭāśravṛttābhaṃ nāsīyuktaṃ tale tale || 28-127 ||

madhyamaṇḍanamaṃśena vistārārdhaviniṣkramam |
śrībandhākhyamasūreṇa tvalaṅkṛtya tadantare || 28-128 ||

mahāpañjarakakṣudraśālāgajamukhairapi |
nānāmasūrakastambhavedikājālatoraṇaiḥ || 28-129 ||

p. 277) prāgvadaṅgairalaṅkṛtya khaṇḍaharmyaṃ yathārhataḥ |
ekāditalavṛddhyā tu hīne hīne niyojayet || 28-130 ||

brahmadvārapatākābhiḥ kūṭakoṣṭhādibhistathā |
purastāt sāntarālaṃ tu prāsādāṅgopamaṃ punaḥ || 28-131 ||

sanmaṇḍapaṃ naikatalamantarlīnādhirohaṇam |
jāticchandavikalpādikramasarvāṅgayojitam || 28-132 ||

unnatāvanataiḥ kūṭakoṣṭhairmadhyamabhadrakaiḥ |
nānāśikharasaṃsthānaiḥ kailāsagirisannibham || 28-133 ||

kailāsacchandamuddiṣṭaṃ śivasyaiva śivaṅkaram |

kailāsacchandam |

caturaśramadhiṣṭhānaṃ rudracchandasya pūrvavat || 28-134 ||

nālīgṛhādikaṃ prāgvat karṇe madhye'ntare tathā |
kūṭakoṣṭhādayo yojyā vyāsapādāṃśanirgamāḥ || 28-135 ||

brahmadvāraṃ tu bhāgena visṛtaṃ piṇḍisaṃśritam |
alaṅkāroccaśīrṣaṃ syānnānāṅgaratha bhūṣayet || 28-136 ||

adhiṣṭhānastambhavedījālatoraṇapūrvakaiḥ |
caturaṣṭāśravṛttāḥ syuḥ kramānmūlādibhūmayaḥ || 28-137 ||

galaṃ ca śikharaṃ vṛttaṃ puraḥ pārśve ca nāsikāḥ |
garbhatryaṃśaikavistārāstisraḥ syuratha paścime || 28-138 ||

tanmānārdhena nāsī dve tisrastisraśca pārśvayoḥ |
tilakairanvitāḥ śeṣaṃ rudracchandasya yojayet || 28-139 ||

rudracchandam |

caturaśramadhiṣṭhānamuktaṃ lalitamadrake |
tadvistāre'ṣṭanandāṃśe dvitryaṃśairgarbhamandiram || 28-140 ||

gṛhapiṇḍyādayaḥ śeṣairbhāgairvedāśrakāṇi ca |
aṣṭāśramasya śikharamalpānalpāṣṭanāsikam || 28-141 ||

p. 278) svavyāsasamaniryūhakoṣṭhakāni caturdiśam |
madhye teṣāṃ tṛtīyāṃśaṃ sṛtāḥ śālāstribhirmukhaiḥ || 28-142 ||

karṇaprāsādavipulatryaṃśaikāṃśena vistṛtam |
madhyabhadraṃ tadardhārdhanirgamaṃ syāt tadantare || 28-143 ||

siṃhapañjarakakṣudrakoṣṭhādīnapi yojayet |
sakarṇasauṣṭhikāgraṃ tadaṣṭāśrapratimaṃ bhavet || 28-144 ||

tale tale svastikābhā yojyāstilakanāsayaḥ |
gṛhapiṇḍyādikaṃ prāgvat kūṭādyairbhūṣayedapi || 28-145 ||

hastisopānamevāntarlīnaṃ lalitabhadrakam |

lalitabhadram |

itthaṃ samāsānnalinādikāni proktānyalaṅkārayutāni tāni |
śambhorvimānānyucitāni mukhyānyambhojagarbhasya hareśca tāni ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde mukhyavimānādilakṣaṇapaṭalo'ṣṭaviṃśaḥ || 28 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 29: Weitere Vimanas und ihre Ausgestaltung

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 29: Weitere Vimanas und ihre Ausgestaltung
Dieses Kapitel setzt die Architekturlehre mit allgemeinen und gruppenspezifischen Bauformen fort. Viele Varianten entstehen durch Änderungen an Dach, Hals, Vorsprüngen und Geschossen. Die Bauformnamen werden einheitlich als Eigennamen wiedergegeben, abweichende Benennungen der Quelle jedoch nicht stillschweigend vereinheitlicht. Die historischen sozialen Zuordnungen beschreiben die Ordnung des Textes.

Kapiteleingang. Nun das neunundzwanzigste Kapitel.

Kriyapada 29-1. Nun werden die Merkmale der nicht gruppenspezifischen Vimanas von Meru an genannt, welche die Verwirklichung der jeweiligen Form ermöglichen.

Kriyapada 29-2. Beim Meru genannten Bau ist der Unterbau quadratisch, Hals und Dachaufsatz sind rund und mit vier Nasikas versehen.

Kriyapada 29-3. Eine große Nasika an der Vorderseite springt um die Hälfte des inneren Heiligtums vor. Von dreizehn Teilen der Breite nimmt das innere Heiligtum fünf ein.

Kriyapada 29-4. Gebäudemasse, Umgang und Hara-Reihe erhalten der Reihe nach jeweils einen Anteil. Ein Kuta nimmt einen Anteil ein, ein Koshtha drei, ein Nida

Kriyapada 29-5. einen Anteil; der Rest ist der Hara-Anteil auf derselben Linie wie Kuta und die weiteren Glieder. Die Nasikas sind in Svastika-Verbindung angeordnet; der Bau hat drei, vier oder fünf Geschosse.

Kriyapada 29-6. Mit verschiedenen Unterbauten, Pfeilern, Brüstungen, Gittern, Torbögen, runden Vorsprüngen, Nidas und weiteren Gliedern schmücke man Meru sorgfältig.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Meru-Vimana.

Unnummerierter Vers nach 29-6. Derselbe Bau mit quadratischem Hals und Dachaufsatz heißt Mandara.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Mandara.

Kriyapada 29-7. Derselbe mit achteckigem Hals und Dachaufsatz, acht Nasikas

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-7. und acht Panjara-Kutas gilt unter dem Namen Kailasa.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Kailasa.

Kriyapada 29-8. Derselbe mit einem inneren Heiligtum von viereckiger, achteckiger oder runder Gestalt,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-8. mit Bhadra-Nasikas versehen, ist als Vimana namens Kumbha bekannt.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Kumbha-Vimana.

Kriyapada 29-9. Mit quadratischem innerem Heiligtum und Bhadras heißt derselbe Jayanga.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Jayanga.

Unnummerierter Vers nach 29-9. Derselbe heißt Vishalanga, wenn Dachaufsatz und Hals rund sind. [Quellenhinweis: Hier steht Vishalanga; die frühere Liste nennt Vimalanga. Die Namen bleiben als gelieferte Varianten erhalten.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vishalanga.

Kriyapada 29-10. Lässt man bei demselben in der Mitte einen Anteil frei und versieht ihn auf zwei Anteilen mit Koshthas,

Kriyapada 29-11. mit achteckigem Dachaufsatz und Hals, acht Nasikas am Hals, acht Panjara-Kutas und zweiundsechzig Tilakas,

Kriyapada 29-12. mit oder ohne Umfassung und mit drei, vier oder fünf Geschossen, so heißt dieses wunderbare Vimana Vimalakriti.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vimalakriti.

Kriyapada 29-13. Bei demselben springen sämtliche Koshthas um die Hälfte ihrer Breite vor. In jedem Geschoss befinden sich zwei große Nasikas an den Flanken, wie halbe Koshthas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-13. Dieses überaus schöne Vimana heißt Hamsacchanda.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Hamsacchanda.

Kriyapada 29-14. Derselbe Bau mit quadratischem Hals und quadratischem Haupt,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-14. im Übrigen ganz wie zuvor beschrieben, gilt als Vrishacchanda.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vrishacchanda.

Kriyapada 29-15. Nun wird das daraus hervorgehende Garudacchanda-Vimana beschrieben.

Kriyapada 29-16. Vorn besitzt es eine Bhadra-Nasika, an den Flanken halbe Koshthas, an beiden Seiten jeweils zwei Nasikas und einen Hals mit rundem Vorsprung.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-16. Das Übrige hat die Gestalt des Meru. Dies ist Garudacchanda.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Garudacchanda.

Kriyapada 29-17. Hat derselbe Bau einen achteckigen Hals, einen achteckigen Dachaufsatz

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-17. und einen lotusgleichen Kopf, so heißt er Padmanga, ein Brahma-Heiligtum. [Die frühere Namensliste nennt Padmakanta; hier wird Padmanga nicht daran angeglichen.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Padmanga.

Kriyapada 29-18. Derselbe mit mittleren Koshthas in den vier Richtungen, die um ihre Breite vorspringen,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-18. und mit einem Kopf wie eine Lotusknospe gilt als Padmabhadra.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Padmabhadra.

Kriyapada 29-19. Ist derselbe an Hals und Dachaufsatz rund, mit breiten Nasikas,

Kriyapada 29-20. mit drei gleichen Nasikas an jeder Front und beiden Flanken, in jedem Geschoss mit Bhadra-Gliedern und überall mit Tilakas versehen,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-20. mit oder ohne Tor, heißt er Yoga-Kailasakanta. [Die zusammengesetzte Benennung ist so geliefert; die Abschnittsmarke nennt nur Kailasakanta.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Kailasakanta.

Kriyapada 29-21. Elf Ellen breit, in sieben, acht oder neun Teile geteilt,

Kriyapada 29-22. nimmt das innere Heiligtum ringsum drei, vier oder fünf Teile ein. Das Übrige schmücke man mit Hara-Reihen, Kutas, Koshthas und den weiteren Gliedern.

Kriyapada 29-23. Der Dachaufsatz ist rund, mit Bhadras und vier Nasikas; der Bau ist zweigeschossig, mit vier Kutas, vier Hallen und ringsum Tilakas,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-23. mit schön runden Eck-Kuta-Abschlüssen: Dies ist das Vimana Rudrakanta.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Rudrakanta.

Kriyapada 29-24. Derselbe Bau mit Bhadra-Koshtha-Gliedern wird Yogabhadra genannt.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Yogabhadra.

Kriyapada 29-25. Derselbe mit quadratischem Haupt, geschmücktem Saushthika-Abschluss und acht kleinen Nasikas am Dachaufsatz heißt Bhogicchanda.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Bhogicchanda.

Kriyapada 29-26. Ist derselbe an Hals und Dachaufsatz sechseckig, heißt er Sudarshana. Man nennt ihn das Heiligtum Sudarshanas oder Vishnus.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Sudarshana.

Kriyapada 29-27. Derselbe, mit sechs Nasikas geschmückt und mit den passenden Gliedern versehen, ist Skandakanta, ein dem Sechsgesichtigen liebes Vimana.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Skandakanta.

Kriyapada 29-28. Derselbe mit durchgehend achteckigen Eck-Kutas, Haupt und Hals, mit Bhadra-Gliedern, vier Nasikas und zwei Geschossen ist Vindhyacchanda.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vindhyacchanda.

Kriyapada 29-29. Neun oder sieben Ellen breit, in sieben oder sechs Teile gegliedert, mit vier Kutas und vier Hallen und rundem Haupt und Hals,

Kriyapada 29-30. mit vier kleinen und großen Nasikas, acht Panjaras und Torbögen, mittleren Bhadras, Tilakas, Sockeln und Pfeilern,

Kriyapada 29-31. mit Unterbau samt Zusatzsockel, schön durch verschiedenartige Glieder und mit Kutas und den weiteren Teilen geschmückt: Dies heißt Merukuta-Vimana.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Merukuta.

Kriyapada 29-32. Ohne mittleres Bhadra sei dort ein Kakara-Koshtha; das Übrige schmücke man wie zuvor. Dies ist das Hari liebe Chitrakuta. [Der gelieferte Fachausdruck „kakara“ ist nicht sicher bestimmt.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Chitrakuta.

Kriyapada 29-33. Derselbe mit acht Saushthikas und acht Nasikas ist Shrimandana, ein Wohlstand bringendes Vimana für alle Gottheiten.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shrimandana.

Unnummerierter Vers nach 29-33. Derselbe mit acht Kutas und acht Hallen ist Saumukhya.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Saumukhya.

Kriyapada 29-34. Derselbe mit viereckigem Dachaufsatz heißt Jayamangala.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Jayamangala.

Unnummerierter Vers nach 29-34. Derselbe mit achteckigem Dachaufsatz trägt den Namen Nilaparvata.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Nilaparvata.

Kriyapada 29-35. Derselbe ohne Kutas und Hallen, jedoch mit acht Panjaras,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-35. und mit einer nach Wunsch gewählten Dachform gilt als Prasada Nishadha.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Nishadha.

Kriyapada 29-36. Mit länglich viereckigem Unterbau und einem hallenförmigen Kopf,

Kriyapada 29-37. mit Kutas, Koshthas, Vorsprüngen und sämtlichen Gliedern geschmückt, reich an verschiedenartigen Unterbauten und Pfeilern, ist das Vimana namens Mangala. [Die Benennung der Unterbauten ist im gelieferten Text beschädigt; die Wiedergabe folgt dem erkennbaren baulichen Zusammenhang.]

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-37. Es ist Shri, Shridhara, Dhara, Durga, Gauri und der Schar der Mütter lieb.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Mangala.

Kriyapada 29-38. Mit quadratischem Unterbau, Bhadras und rundem Haupt,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-38. eingeschossig und mit vier Nasikas, heißt der Hari liebe Bau Vijaya.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vijaya.

Kriyapada 29-39. Derselbe mit Saushthikas und achteckigem Hals und Haupt,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-39. mit allen Gliedern versehen, heißt Lalitakanta und gehört allen Gottheiten.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Lalitakanta.

Kriyapada 29-40. Derselbe mit rundem Dachaufsatz ist Shrikara, dem Shridhara lieb.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shrikara.

Kriyapada 29-41. Derselbe mit quadratischem Dachabschluss, acht Panjaras und ohne Eck-Kutas ist Shrivishala, Shiva lieb.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shrivishala.

Kriyapada 29-42. So wurden die zweiunddreißig allgemeinen, nicht gruppenspezifischen Vimanas für alle Himmelsbewohner im Einzelnen beschrieben. [Quellenhinweis: Die angekündigte Zweiunddreißigzahl und die wechselnden Namen werden als Aussagen der Quelle bewahrt; nicht eigens ausgeführte Beschreibungen werden nicht ergänzt.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach 29-42. „Mit eben diesen Ausgestaltungen verfahre man auch bei den kleinen und sehr kleinen Formen. Auch ihre Namen werden entsprechend der jeweiligen Verschiedenheit des Schmucks genannt.“

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-42. Diese kleinen und sehr kleinen Vimanas werden später beschrieben.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Ausgestaltung der nicht gruppenspezifischen Vimanas.

Kriyapada 29-43. Die Ausgestaltung der gruppenspezifischen Vimanas wird nun genannt: Beim Somacchanda ist der Unterbau quadratisch.

Kriyapada 29-44. Ein Drittel davon bildet das innere Heiligtum; die Gebäudemasse beträgt dessen Hälfte. Zusammen mit ihr ordne man ringsum den Wasserbereich an; aus dem Rest

Kriyapada 29-45. entstehen ringsum gegliederter Oberbau und oberster Aufbau. Eine größere Treppe liegt im Innern verborgen. Die Glieder sind wie zuvor

Kriyapada 29-46. anzufügen. Der Dachaufsatz ist hallenförmig und hat zweiundfünfzig gleiche Nasikas; vorn liegt ein Pavillon. [Die Gleichheitsangabe ist bereits in der Quelle mit einem Fragezeichen versehen.]

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-46. Mit einem oder mehreren Geschossen versehen, ist dieses Somacchanda für Zweimalgeborene geeignet.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Somacchanda.

Kriyapada 29-47. Der Sockel des Nagacchanda ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-48. Ein Drittel oder Viertel davon bestimmt die Breite des inneren Heiligtums. Von diesem aus bemesse man die Gebäudemasse ringsum mit einem Drittel.

Kriyapada 29-49. Ein entsprechender Pavillon reiche bis zum gegliederten Oberbau des Prasada. Die Treppe beginnt auf halber Höhe des gegliederten Oberbaus. Der Dachaufsatz ist länglich rund,

Kriyapada 29-50. vorn hallenförmig, mit einer breiten Nasika im halben Maß des inneren Heiligtums. Ringsum liegen Nasikas mit der Hälfte davon, alle gleichmäßig und schlangenähnlich.

Kriyapada 29-51. An der vorderen Nasika liegt ein runder Vorsprung, im Grundgeschoss und darüber. Die Pfeiler sind acht- und viereckig. Das Übrige führe man wie zuvor aus.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Nagacchanda.

Kriyapada 29-52. Beim Kudyavarta ordne man Unterbau und weitere Teile wie zuvor an. Das Übrige schmücke man sorgfältig mit Brahma-Toren und Fahnen.

Kriyapada 29-53. Im Innern verborgen liegt die Elefantentreppe. Der Dachaufsatz ist hallenförmig; seine Nasikas entsprechen der Sankriti-Zahl.

Kriyapada 29-54. An jeder Front sind große Nasikas, an den Seiten Tilaka-Nasikas anzufügen. Dies heißt Kudyavarta und ist für Zweimalgeborene geeignet.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Kudyavarta.

Kriyapada 29-55. Auch beim Dvikuta sind Unterbau und inneres Heiligtum wie zuvor. Der übrige Wasser- und Bodenbereich ist mit gegliedertem Oberbau, Kutas und weiteren Teilen geschmückt. [Die vorangehende Gesamtliste nennt Trikuta; hier steht durchgehend Dvikuta.]

Kriyapada 29-56. Vor dem Vimana liege ein Pavillon im Maß des inneren Heiligtums. An beiden Seiten befinden sich hallenförmige Bauten, vier Hallen in der Mitte.

Kriyapada 29-57. Eine Nasika besitzt einen Dachaufsatz; an der Gebäudemasse sind sechzehn Nasikas. Der Dachaufsatz hat Versammlungs- beziehungsweise Hallenform, mit vier Nasikas.

Kriyapada 29-58. Der Unterbau hat einen Padabandha-Verband, alle Pfeiler sind Variantenformen. Mit Vor- und Rücksprüngen und einer Elefantentreppe versehen,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-58. mit Gitterfenstern und weiteren Teilen geschmückt, ist dies das Dvikuta-Vimana.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Dvikuta.

Kriyapada 29-59. Auch beim Shrivardhana sind Unterbau und weitere Teile gleichmäßig wie zuvor.

Kriyapada 29-60. Der Dachaufsatz ist länglich und hallenförmig. Vorn und hinten liegt je eine Nasika, an beiden Seiten jeweils zwei.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-60. Mit Brüstungen, Panjaras und weiteren Teilen schmücke man ihn sachgerecht.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shrivardhana.

Kriyapada 29-61. Der Unterbau des Padmagriha ist als länglich rund beschrieben.

Kriyapada 29-62. Von acht oder neun Teilen seiner Breite nimmt das innere Heiligtum zwei oder drei ein. Das Übrige füge man wie zuvor an; es gibt sechzehn Nasikas.

Kriyapada 29-63. Der Dachaufsatz ist länglich rund und hat vier Nasikas. Dazu kommen acht kleine Nasikas und vier mit Tilaka-Schmuck.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Padmagriha.

Kriyapada 29-64. Auch beim Prekshagrihamukha ist der Unterbau länglich. Die Hälfte der Breite des Vierecks bildet das innere Heiligtum.

Kriyapada 29-65. Vier seitliche Pavillons besitzen die Breite des inneren Heiligtums. Der Dachaufsatz hat Koshtha-Form und sechs Nasikas.

Kriyapada 29-66. Am Kapota-Gesims sind zwölf Nasikas. Das Übrige ordne man wie zuvor an; Brüstungen, Gitter und Luftöffnungen dienen der Ausgestaltung.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Prekshagriha.

Kriyapada 29-67. Auch der Unterbau des Kratuvardhana ist ein Viereck, um die Hälfte seiner Breite verlängert. Ein Drittel seiner Breite bildet das innere Heiligtum.

Kriyapada 29-68. Ringsum beträgt die Ardharika ein Drittel des inneren Heiligtums. Der Rest besteht aus Wasserbereich und oberem Aufbau mit befestigtem Boden.

Kriyapada 29-69. An jeder Front des Vimanas liege ein Pavillon im Maß des inneren Heiligtums. Außen ist die Fläche wie beim Prasada angelegt und mit einem oberen Aufbau versehen.

Kriyapada 29-70. Vier Eck-Kutas sind vorhanden; der Dachaufsatz ist ein großes Koshtha. Dort liegen vier Halb-Hallen und Kutas des inneren Heiligtums an der Front.

Kriyapada 29-71. Vorn und hinten liegen eine Halle, ein Mattavarana und ein Pavillon. Vier angegliederte Hallen sind anzulegen; die übrigen Glieder wie zuvor.

Kriyapada 29-72. Außen liegen offene Pfeiler und ringsum Gitter. Mit einer innen verborgenen Treppe versehen, ist dies Kratuvardhana.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Kratuvardhana.

Kriyapada 29-73. Der Unterbau des Vrittagriha ist rund und verlängert, ebenso der Dachaufsatz. Dort liegen vier breite Nasikas

Kriyapada 29-74. und ebenso viele kleine. Gebäudemasse und weitere Teile sind wie zuvor. Hinten entspricht der Bereich dem Maß des inneren Heiligtums; an der Gebäudemasse liegt ein halbes Bhadra.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-74. Vierundzwanzig Nasikas sind anzufügen; an der Front liegt ein Mandigriha. [Diese Raumbezeichnung ist bereits in der Quelle fraglich markiert.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vrittagriha.

Kriyapada 29-75. Der Unterbau des Bhanukanta ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-76. Die Hälfte seiner Breite bildet das innere Heiligtum, den Rest bilden Gebäudemasse, Wasserbereich und gegliederter Oberbau. Der Dachaufsatz ist zwölfeckig.

Kriyapada 29-77. Daran liegen zwölf Nasikas. An der Gebäudemasse befinden sich sechzehn Hallen, dazwischen vier große Koshthas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-77. Eine größere Treppe liegt beim Bhanukanta im Innern verborgen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Bhanukanta.

Kriyapada 29-78. Der Unterbau des Atyantakanta ist quadratisch.

Kriyapada 29-79. Ein Drittel davon bildet das innere Heiligtum; die Hälfte des Dachaufsatzes ist hallenförmig. Ardharika, Wasserbereich und Hara erhalten zwei Anteile. An den Ecken

Kriyapada 29-80. liegen vier Hallen im Maß des inneren Heiligtums und dazwischen große Koshthas. Ringsum am Kapota-Gesims liegen sechzehn Tilaka-Nasikas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-80. Das Übrige schmücke man angemessen. Dies ist Atyantakanta.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Atyantakanta.

Kriyapada 29-81. Auch der Sockel des Chandrakanta ist länglich rund.

Kriyapada 29-82. Die Hälfte der Breite bildet das innere Heiligtum; den Rest bilden Gebäudemasse und die weiteren Teile. Der Dachaufsatz ist länglich rund und hat acht breite Nasikas

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-82. sowie ebenso viele kleine. Das Übrige schmücke man wie zuvor.

Unnummerierte Abschnittsmarken. Chandrakanta. – Der Abschnitt über die Brahmanen-Vimanas.

Kriyapada 29-83. Der Unterbau des Chatushphuta ist wie zuvor länglich. [Die Gesamtliste nennt Chatushkuta; die hier gelieferte Form Chatushphuta bleibt unterscheidbar.]

Kriyapada 29-84. Ein Viertel der Breite bildet das innere Heiligtum, dessen Hälfte die Gebäudemasse. Mit dem Rest lege man Wasserbereich, oberen und gegliederten Aufbau an.

Kriyapada 29-85. Der Dachaufsatz hat Koshtha-Form; die mittlere Nasika beträgt die Hälfte des inneren Heiligtums. An beiden Seiten liegen jeweils zwei große Nasikas. Kutas, Koshthas und die übrigen Teile sind wie zuvor.

Kriyapada 29-86. In jedem Geschoss befinden sich an den Pfeilern Brüstungen, Gitter und weitere Glieder. Vorn liegt ein entsprechender Pavillon mit Innenpfeilern; außerhalb davon

Kriyapada 29-87. schmücke man eine pflugförmige Wand schön. Mit drei oder mehr Geschossen ist dieser mehrgeschossige Bau Chatushphuta.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Chatushphuta.

Kriyapada 29-88. Der Sockel des Mantraputa ist länglich viereckig. Die halbe Breite bildet das innere Heiligtum; der Rest Gebäudemasse, Wasser- und Bodenbereich

Kriyapada 29-89. sowie Hara-Reihe. Sein Dachaufsatz ist hallenförmig. Innen liegen Pfeiler, außen ist die Wand mit verschiedenen Gittern geschmückt.

Kriyapada 29-90. Mit Kutas, Koshthas und den weiteren Teilen schmücke man die Haupt- und Zwischenrichtungen. Am Dachaufsatz liegen sechzehn Nasikas, am Kapota-Gesims hängende Nasikas,

Kriyapada 29-91. vierundzwanzig an der Zahl, sowie Tore in den vier Richtungen. Vorn liege ein Pavillon im Maß des inneren Heiligtums; außen eine Wand,

Kriyapada 29-92. ein Umgang und ein gegliederter Oberbau. An den Ecken liegen Hallen im Maß des inneren Heiligtums. Dazwischen schmücke man mit großen Koshthas, Kutas und weiteren Gliedern.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Mantraputa.

Kriyapada 29-93. Auch der Unterbau des Avantya ist ein Viereck, um die Hälfte seiner Breite verlängert. Von acht Teilen nimmt das innere Heiligtum zwei ein; mit weiteren Anteilen bemesse man die drei Teile von der Gebäudemasse an. [Die gelieferte Lesung „aṣṭāṃśāṃśau“ macht die Zuweisung der zwei Teile nicht völlig sicher.]

Kriyapada 29-94. An den vier Ecken der Gebäudemasse liegen pflugförmige Wände; dazwischen zahlreiche Pfeiler der zuvor genannten Form. Der Dachaufsatz

Kriyapada 29-95. ist hallenförmig und hat vier Nasikas; die Front ist mit einer Bhadra-Halle versehen. An den Flanken liegen kleine Nasikas, dazwischen breite.

Kriyapada, originale Versmarke 29-8\96. Eine rankenförmig gewundene Treppe ordne man im Innern verborgen an. Mit sichtbaren und verborgenen Ausführungen, Wänden und Pfeilern vielfach ausgestattet,

Unnummerierte Fortsetzung nach der Marke 29-8\96. schmücke man den mehrgeschossigen Bau mit Stützen, Brüstungen, Gittern und weiteren Teilen. [Die beschädigte Versmarke der gelieferten IAST-Datei bleibt unverändert erkennbar; sie steht an der Position zwischen 29-95 und 29-97.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Avantya.

Kriyapada 29-97. Der Unterbau des Mahisha sei länglich viereckig.

Kriyapada 29-98. Ein Drittel seiner Breite bildet das innere Heiligtum, den Rest die drei Teile von der Gebäudemasse an. Davor und dahinter liegen zwei Pavillons mit mittlerem Aufführungsbereich,

Kriyapada 29-99. ringsum ein gegliederter Oberbau mit schönen Kutas und Gittern. Zwischen dem Grundpavillon und dem Hals liegt die Elefantentreppe.

Kriyapada 29-100. Vorn ist der Bau svastikaartig, hinten hat er die Form einer langen Halle. Am Dachaufsatz liegen neun Nasikas; die Front ist hallenförmig wie ein Büffelgesicht.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-100. Das Übrige schmücke man wie zuvor mit Brüstungen, Gittern und weiteren Teilen: Dies ist Mahisha.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Mahisha.

Kriyapada 29-101. Der Sockel des Tantrikanta ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-102. Die Hälfte seiner Breite bildet das innere Heiligtum; den Rest bilden Gebäudemasse, Wasserbereich und gegliederter Oberbau. Der Dachaufsatz ist ein Koshtha.

Kriyapada 29-103. Vorn liegt eine Hallenfront, hinten eine große Nasika. Dort befinden sich sechzehn Nasikas und acht Tilaka-Nasikas.

Kriyapada 29-104. Am großen Tor liegen der Reihe nach zehn Löwen-Panjaras. Unterhalb des Kapota-Gesimses erhebt sich an den vier Ecken eine pflugförmige Halle.

Kriyapada 29-105. In der Mitte liegen vier große Nasikas mit Hallenfronten, die nach Geschmack um die Breite des bemessenen Raumes vorspringen.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-105. Mit seinen Kutas und den weiteren eigenen Gliedern geschmückt, heißt der Bau Tantrikanta.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Tantrikanta.

Kriyapada 29-106. Der Unterbau des Vijayanga ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-107. Ein Drittel seiner Breite bildet das innere Heiligtum, den Rest Gebäudemasse, Wasserbereich und weitere Teile. Der Dachaufsatz besitzt acht Nasikas und ein Kakara-Koshtha.

Kriyapada 29-108. Am Kapota-Gesims liegen vierundzwanzig kleine Nasikas. Die Treppe ist innen verborgen; in jedem Geschoss befindet sich ein Pavillon

Kriyapada 29-109. im Maß des inneren Heiligtums, außen eine Reihe gegliederter Oberbauten. Das Übrige schmücke man sachgerecht mit den Gliedern. Dies gilt als Vijayanga.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vijayanga.

Kriyapada 29-110. Der Unterbau des Vishalabhadra ist wie zuvor. Von zehn Teilen seiner Breite entfallen zwei auf die Breite des inneren Heiligtums. Aus dem Rest lege man Gebäudemasse,

Kriyapada 29-111. Brahma-Tor, oberen Aufbau und gegliederten Oberbau an. Vorn liege ein quadratischer Pavillon von der Länge des inneren Heiligtums.

Kriyapada 29-112. Ringsum auf dem halben Maß liegen Wand, Wasserbereich und gegliederter Oberbau, ferner obere Eckbauten. Die Spitze ist ein Kakara-Koshtha.

Kriyapada 29-113. Die Gebäudemasse hat Kapota-Hallenform. Aus ihr springt als mittlerer Schmuckteil eine angefügte Hallenform hervor.

Kriyapada 29-114. Sie besitzt die Breite des inneren Heiligtums und die anderthalb- oder zweifache Länge. Hara, Panjara und die weiteren Glieder bilden die Hallengestalt des vorspringenden Teils.

Kriyapada 29-115. An der Vorderseite des Tempelpavillons und hinten ist sie mit seitlichen Blattgliedern versehen. Der Dachaufsatz besitzt acht Nasikas und sechzehn Tilakas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-115. Über dem Pavillon liegt eine Aufführungsfläche; der Bau ist mit einem oder mehreren Geschossen versehen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vishalabhadra.

Kriyapada 29-116. Der Unterbau ist viereckig und um vier Anteile verlängert

Kriyapada 29-117. beim Ganikavishala und den entsprechenden Formen. Das Übrige bilden Ardharika, Wasserbereich und gegliederter Oberbau. Bei Eckbauten und Mittelteil

Kriyapada 29-118. liegen wie zuvor Schmuckvorsprünge; an Ecken, Mitten und Zwischenstellen befinden sich Pfeiler der Gebäudemasse. Vorn liegt ein Pavillon,

Kriyapada 29-119. dessen Länge der des inneren Raumes entspricht; in seiner Mitte liegt eine Aufführungsfläche. Die übrige Fläche des Baus ist außen mit befestigtem Boden und Gittern versehen.

Kriyapada 29-120. Die Gebäudemasse hat Kapota-Gitterform und sechzehn Nasikas. Der Dachaufsatz ist ein Koshtha, vorn liegt ein Kakara-Bhadra.

Kriyapada 29-121. Dort befinden sich acht Nasikas. Seitlich ist der Bau mit oder ohne Bhadra. Mit einem oder mehr gewünschten Geschossen ist er ein Wohnsitz königlicher Frauen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Ganikavishala.

Kriyapada 29-122. Auch beim Karnabhadra sind Unterbau und weitere Teile wie zuvor. Der Dachaufsatz ist hallenförmig und hat vier Frontnasikas.

Kriyapada 29-123. Zwölf Nasikas liegen nach innen versetzt zwischen Gebäudemasse und Wasserbereich. Die Treppen sind zwischen den Pfeilern verborgen; mit dem Kapota besitzt der Teil eine Nasika.

Kriyapada 29-124. Die Eckbauten des oberen Aufbaus sind so lang wie der innere Raum. Mit Kapota-Panjaras, Löwen-Panjaras, hängenden Nasikas,

Kriyapada 29-125. sichtbaren und verborgenen Ausführungen, Pfeilern, Wänden, Toren und Torbögen versehen, trägt er Bhadras an den vier Ecken und Bhadra-Hallen in den Richtungen.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-125. Mit Svastika-Bhadras, Gittern und weiteren Teilen geschmückt, ist dies Karnabhadra.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Karnabhadra.

Kriyapada 29-126. Auch beim Karnashala sind Unterbau und weitere Teile wie zuvor beschrieben.

Kriyapada 29-127. An den vier Ecken liegen Bhadra-Hallen, in der Mitte vorspringende Hallen. Die Zwischenanordnung der Lastglieder setze man nach Vorschrift ein.

Kriyapada 29-128. An die Gebäudemasse schließt sich ein im Innern verborgener Umgang an. Die Gebäudemasse hat Kapota-Hallenform; an den Ecken liegen pflugförmige Wände.

Kriyapada 29-129. Dazwischen stelle man Pfeiler, an die Wand acht Nasikas. Hals und Dachaufsatz des oberen Geschosses gestalte man hallenförmig.

Kriyapada 29-130. Mit einem Kakari-Bhadra als Frontglied und passenden Toren nach Geschmack, drei- oder siebengeschossig, mit zwölf kleinen eingefassten Nasikas,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-130. mit Brüstungen, Gittern und den gewünschten weiteren Gliedern versehen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Karnashala.

Kriyapada 29-131. Der Unterbau des Padmasana ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-132. Ein Fünftel bildet der innere Raum, seine Hälfte die Gebäudemasse. Mit dem Rest lege man Wasserbereich, oberen Aufbau und gegliederten Oberbau entsprechend dem inneren Raum an.

Kriyapada 29-133. In den Richtungen stehen, mit dem mittleren Wohnraum verbunden und nach dem Eckmaß bemessen, vier Bauten, jeder mit eigenem Pavillon.

Kriyapada 29-134. Der Aufführungsbereich besitzt verschiedene Pfeiler; außen liegt eine Wand mit Gittern, Brüstung und Tor. Die gegliederten Oberbauten liegen außen,

Kriyapada 29-135. mit gleichen Vorsprungsanteilen. An den vier Ecken stehen gesonderte Kutas, zwischen ihnen Koshthas.

Kriyapada 29-136. Der mittlere Wohnraum ist an den vier Ecken von pflugförmigen Wänden umgeben. Innen stehen Pfeiler der zuvor genannten Form; der Umgang ist nach innen versetzt.

Kriyapada 29-137. Der hallenförmige Dachaufsatz besitzt vier große und zwölf kleine Nasikas. Von den äußeren Ecken aus liegen ringsum Fronthallen.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-137. Mit angemessenen Gliedern versehen, ist dies Padmavasantaka. [Die Beschreibung beginnt mit Padmasana, endet aber mit Padmavasantaka; beide Benennungen bleiben erhalten.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Padmavasantaka.

Kriyapada 29-138. Der befestigte Unterbau des Indrakanta ist viereckig und um ein Drittel seiner Breite verlängert.

Kriyapada 29-139. Ein Drittel davon bildet der innere Raum; den Rest Gebäudemasse und weitere Teile. Vier Bhadra-Hallen liegen in den Richtungen, Nasikas an den vier Ecken.

Kriyapada 29-140. An den Kapota-Hallenvorsprüngen befinden sich Frontnasikas, sechzehn an der Gebäudemasse. Der Dachaufsatz ist hallenförmig.

Kriyapada 29-141. Zwischen seinen pflugförmigen Eckwänden liegen Pfeilervorsprünge. Acht kleine Nasikas schmücken die Front. Das Übrige schmücke man wie zuvor.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Indrakanta.

Kriyapada 29-142. Auch der Unterbau des Yogakanta ist länglich viereckig, darüber länglich gerundet. Ein Achtel der Breite bildet der innere Raum.

Kriyapada 29-143. Mit der Hälfte bemesse man Ardharika, Hara und die Reihe gegliederter Oberbauten. Der Dachaufsatz ist länglich rund, vorn liegen zwei Nasikas.

Kriyapada 29-144. Hinten liegt eine von halbem Maß, ringsum vierundsiebzig kleine Nasikas. Eine hinten aufsteigende Treppe

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-144. liegt im Innern verborgen. Dies ist Yogakanta, für Könige geeignet.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Yogakanta.

Kriyapada 29-145. Auch der Sockel des Sarvalalita ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-146. Ein Drittel der Breite bildet der innere Raum, dessen Hälfte die Gebäudemasse. An den Ecken errichte man Kapota-Hallen und Bhadra-Hallen.

Kriyapada 29-147. Dazwischen liegen nach Wunsch nach innen versetzte Hallen. Vorn und hinten befinden sich zwei Pavillons mit Aufführungsflächen.

Kriyapada 29-148. Der Dachaufsatz ist hallenförmig, mit Bhadras und vier Nasikas. Mit den übrigen großen und kleinen Gliedern schmücke man ihn.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Sarvalalita.

Kriyapada 29-149. Der Unterbau des Pratyantakanta ist gleichmäßig quadratisch. Ein Viertel in der Mitte ist von Pfeilern umgeben; die Hälfte davon

Kriyapada 29-150. bildet seine Gebäudemasse. An den Ecken liegen pflugförmige Wände, Wasserbereich und gegliederter Oberbau. An den Eckspitzen liegen Hallen mit den genannten Anteilen. [Der gelieferte Ausdruck „gābhābhyām“ ist beschädigt; ein genaues Maß lässt sich daraus nicht sicher gewinnen.]

Kriyapada 29-151. Zwischen ihnen liegen vier Bhadra-Hallen. In den Zwischenräumen der Hara schmücke man mit Panjaras, Gittern und weiteren Teilen.

Kriyapada 29-152. Die Mitte der Anlage ist hallenförmig und mit einer Fronthalle verbunden. Der Dachaufsatz besitzt acht kleine Nasikas; man schmücke ihn mit Bhadra-Kutas.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Pratyantakanta.

Kriyapada 29-153. Der Unterbau des Vishala ist länglich viereckig. Ein Drittel seiner Breite bildet der innere Raum, den Rest der Wasserbereich

Kriyapada 29-154. sowie oberer und gegliederter Aufbau. Der Dachaufsatz hat Koshtha-Form. An jeder Front füge man Nasikas nach der Sechs-und-Augen-Zahl an. [Örtliche Unsicherheit: Die gelieferte Zahlenverbindung „ṣaṇṇetre“ ist nicht eindeutig zu gliedern.]

Kriyapada 29-155. An der Gebäudemasse liegen sechzehn. An Ecken und Mitten schmücke man mit breiten, gleichen Bhadras, Kutas und weiteren Gliedern.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vishala.

Kriyapada 29-156. Der Sockel des Utpalapatra ist länglich viereckig. Ein Drittel bildet der innere Raum, den übrigen Anteil die Gebäudemasse

Kriyapada 29-157. in Kapota-Hallenform. Außen liegen Wasserbereich und weitere Teile. Der Dachaufsatz ist hallenförmig und hat drei Nasikas.

Kriyapada 29-158. Ringsum am Kapota-Gesims sind achtunddreißig kleine Nasikas. Man schmücke mit Brüstungen, Gittern, Treppen, Torbögen und weiteren Teilen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Utpalapatra.

Kriyapada 29-159. Auch der Unterbau des Maharajacchanda ist länglich viereckig. Ein Viertel der Breite bildet der innere Raum, den Rest Gebäudemasse, Wasserbereich und weitere Teile.

Kriyapada 29-160. Der Dachaufsatz ist ein Koshtha, so breit wie der innere Raum und halb so weit vorspringend. Vorn und hinten besitzt er die Form einer Hallenfront.

Kriyapada 29-161. An Gebäudemasse und halber Hara liegen vier kleine Nasikas. In den vier Richtungen sind große Hallen, an den Ecken Hallen im Maß des inneren Raumes.

Kriyapada 29-162. Sie springen um einen Anteil vor; der Aufgang liegt innen verborgen. Mit der Hälfte des Vorsprungs und mit höheren und niedrigeren Koshthas

Kriyapada 29-163. fertige man ebenso Panjaras. Die Nasikas gleichen Svastikas. Vier Treppen, Elefant und die weiteren Formen, verlaufen rechtsläufig.

Kriyapada 29-164. Im unteren Geschoss stehen Pfeiler namens Shrikhanda und Chitrakhanda, in den oberen Geschossen Pfeiler mit Lotus-, Pindi- und Pada-Basen.

Kriyapada 29-165. Nandyavarta-, Elefantenaugen- und Kuhaugen-Luftöffnungen verwende man in jedem Geschoss, ebenso dreifache obere Querbalken.

Kriyapada 29-166. Auch die Prati-Glieder sind dreifach; dazu kommen Torbögen und Brüstungen. Reich an sämtlichen Haupt- und Nebenkörpern, mit allen Gliedern geschmückt,

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-166. ist das Maharajacchanda ein Wohnsitz von Weltherrschern.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Maharajacchanda.

Kriyapada 29-167. Der Unterbau des Maligriha gilt als länglich viereckig.

Kriyapada 29-168. Ein Viertel bildet der innere Raum, dessen Hälfte die Gebäudemasse. Den Rest bilden Wasserbereich, oberer Aufbau und gegliederter Oberbau.

Kriyapada 29-169. Der Dachaufsatz ist eine lange Halle, vorn mit zwei Nasikas, hinten mit einer. An der Gebäudemasse liegen sechzehn angemessen angeordnete Nasikas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-169. Der mehrgeschossige Bau ist mit vorspringenden Kutas und weiteren Gliedern versehen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Maligriha.

Kriyapada 29-170. Der Unterbau des Nandivishala ist ein längliches Viereck, um ein Drittel verlängert.

Kriyapada 29-171. Ein Drittel der Breite bildet den inneren Raum; den Rest Ardharika, Wasserbereich, oberen und gegliederten Aufbau, mit Kutas, Koshthas und den weiteren Gliedern.

Kriyapada 29-172. Vor dem gegliederten Oberbau liegt ein Eckbau im Maß des inneren Raumes. An beiden Seiten befinden sich Elefantenrüsselformen an seiner Gebäudemasse.

Kriyapada 29-173 mit vorangestellter unnummerierter Vershälfte. Am Dachaufsatz liegen achtundzwanzig Nasikas. Der Dachaufsatz ist ein Koshtha; alles schmücke man mit Kutas und den weiteren Gliedern.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Nandivishala.

Kriyapada 29-174. Beim Prithivijaya ist der befestigte Unterbau länglich viereckig. Ein Viertel bildet den inneren Raum, dessen Hälfte die Gebäudemasse.

Kriyapada 29-175. Der Dachaufsatz ist ein Koshtha; in der Mitte liegt eine Aufführungsfläche im Maß des inneren Raumes. An jeder Front befindet sich ein Pavillon; das Übrige bilden Oberbau, Wasserbereich und weitere Teile.

Kriyapada 29-176. Im Osten und Westen liegen zwei Koshthas, die entsprechend der Gebäudemasse vorspringen. An den Seiten und oben befinden sich Nasikas mit Tilaka-Schmuck.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-176. Dieser Bau gilt als mehrgeschossig, mit Vor- und Rücksprüngen versehen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Prithivijaya.

Kriyapada 29-177. Auch der Sockel des Sarvangasundara ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-178. Ein Drittel seines Maßes bildet den inneren Raum, dessen Hälfte die Gebäudemasse. Den Rest bilden Wasserbereich sowie die Reihe des oberen und gegliederten Aufbaus.

Kriyapada 29-179. Vier Bauten liegen nach dem Eckmaß; dazwischen füge man vier Koshthas an, deren Länge das Doppelte ihrer Breite beträgt.

Kriyapada 29-180. Am länglich viereckigen Dachaufsatz liegen sechs große Nasikas, ringsum achtundvierzig kleine.

Kriyapada 29-181. Vorn befindet sich ein Pavillon, mit Kutas in zwei Abteilungen und den weiteren Teilen geschmückt. Die Koshthas haben Hallenfronten; die Treppe gleichmäßige Abschnitte.

Kriyapada 29-182. Mit drei oder mehr Geschossen, mit Brüstungen und Gittern geschmückt und mit allen genannten und nicht genannten Gliedern versehen, ist dies Sarvangasundara, „an allen Gliedern schön“.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Sarvangasundara.

Kriyapada 29-183. Der Unterbau des Chayagriha ist länglich viereckig. Seine Hälfte bildet den inneren Raum, nach Art eines Pavillons, mit einem oberen Aufbau.

Kriyapada 29-184. Die Gebäudemasse beträgt die Hälfte des inneren Raumes. Mit Kutas, Brüstungen, Gittern und den weiteren Gliedern geschmückt, gilt dies als Chayagriha.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Chayagriha.

Kriyapada 29-185. Der Unterbau des Rativardhana ist länglich viereckig. Die Hälfte der Breite bildet den inneren Raum; den Rest Ardharika, Wasserbereich,

Kriyapada 29-186. oberen und gegliederten Aufbau. An Ecken, Mitten und Zwischenstellen schmücke man mit Kutas, Brüstungen und sämtlichen weiteren Gliedern.

Kriyapada 29-187. Der Dachaufsatz ist ein in Kakari-Form gestaltetes Koshtha mit acht Nasikas. Vorn liegt ein Pavillon, dessen Länge der Breite des inneren Raumes entspricht.

Kriyapada 29-188. Er ist mit gegliederten Oberbauten und weiteren Teilen versehen und mit vielen Pfeilern geschmückt. An der Gebäudemasse liegen vierundzwanzig Nasikas mit Tilakas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-188. Reich an Schmuck der Haupt- und Nebenkörper ist dies Rativardhana.

Unnummerierte Abschnittsmarken. Rativardhana. – Vierundzwanzig Kshatriya-Vimanas.

Kriyapada 29-189. Der breite, längliche Unterbau ist viereckig und um ein Viertel seiner Breite verlängert.

Kriyapada 29-190. Zwei von acht Teilen der Breite bilden den inneren Raum; seine Hälfte bildet die Ardharika. Brahma-Tor, Zierglieder und Fahnen gehören dazu.

Kriyapada 29-191. Der Dachaufsatz ist länglich rund, vorn liegen drei Nasikas, ringsum achtundzwanzig mit gleicher Ausladung.

Kriyapada 29-192. Kutas und Koshthas springen ringsum um ihre Breite vor. Das Übrige schmücke man mit Tilaka-Nasikas, Hara-Reihen, Panjaras und weiteren Gliedern.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-192. Mit einem, zwei oder drei Geschossen trägt dieser Bau den Namen Vishalalaya.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Vishalalaya.

Kriyapada 29-193. Der Unterbau des Chatushpadika ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-194. Die Länge übersteigt die Breite um ein Drittel; ein Drittel bildet der innere Raum. Der Dachaufsatz ist viereckig, hallenförmig und mit neun Nasikas versehen.

Kriyapada 29-195. Die Koshthas an beiden Seiten sind doppelt so lang wie breit. Aus dem Rest entstehen Wasserbereich und gegliederter Oberbau. Vorn

Kriyapada 29-196. und hinten liegt ein Pavillon mit offenen Pfeilern und einer Aufführungsfläche. Der gegliederte Oberbau springt entsprechend vor. An seinen Eckspitzen

Kriyapada 29-197. liegen vier pflugförmige Hallen nach den Anteilen von Breite und Länge. Zwischen den Eck-Kutas liegen acht stabförmige Hallen.

Kriyapada 29-198. Außen und innen hat das Vimana vierzehn Koshthas. Den Rest schmücke man angemessen. Dieser Bau dient Vaishyas und der vierten sozialen Gruppe.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Chatushpadika.

Kriyapada 29-199. Der Unterbau des Turangavadana ist länglich viereckig. Ein Drittel der Breite bildet den inneren Raum, dessen Hälfte die Ardharika.

Kriyapada 29-200. Wasserbereich und gegliederter Oberbau entstehen aus dem übrigen Anteil. In den Richtungen liegen Hallen des inneren Raumes, dazwischen Eck-Kutas und weitere Glieder.

Kriyapada 29-201. Koshthas gehören dazu; der Dachaufsatz ist hallenförmig. Vorn liegt eine Halle in Pferdegesichtform, an ihrer Vorderseite vier Nasikas.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-201. Die Treppe liegt innen verborgen. Die Glieder füge man wie zuvor an.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Turangavadana, Pferdegesicht.

Kriyapada 29-202. Beim Ganikapindika sind Unterbau und weitere Teile wie zuvor.

Kriyapada 29-203. Die Gebäudemasse beträgt die Hälfte des inneren Raumes; den Rest bilden Wasserbereich und weitere Teile. In der Mitte der vier Richtungen liegen Hallen im Maß des inneren Raumes.

Kriyapada 29-204. Außen liegen Kuta und Koshtha mit den gewünschten Bhadra-Hallen. Die Treppe ist innen verborgen; vier breite Nasikas sind vorhanden.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-204. Im Osten liegt ein Pavillon im Maß des inneren Raumes; der Dachaufsatz hat Koshtha-Form.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Ganikapindika.

Kriyapada 29-205. Der Unterbau des Shyenacchanda hat eine verlängerte Rückseite.

Kriyapada 29-206. Ein Viertel der Breite bilde den inneren Raum, dessen Hälfte die Gebäudemasse. Aus dem Rest entstehen ringsum Wasserbereich und gegliederter Oberbau.

Kriyapada 29-207. An der Vorderseite des Dachaufsatzes fertige man zwei Nasikas in Falkenform. Am Dachaufsatz liegen achtundzwanzig kleine Nasikas.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shyenacchanda.

Kriyapada 29-208. Auch beim Kukkutapuccha ist der Unterbau wie zuvor. Ein Drittel seiner Breite bildet den inneren Raum, dessen Hälfte die Gebäudemasse.

Kriyapada 29-209. Wasserbereich und oberer Aufbau gehören dazu; der Dachaufsatz ist hallenförmig. Die Treppe ist innen verborgen; achtundzwanzig Nasikas sind vorhanden.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-209. Mit Kutas und den übrigen zuvor genannten Gliedern versehen, ist dies Kukkutapuccha, Hahnschwanz.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Kukkutapuccha.

Kriyapada 29-210. Auch der Unterbau des Utpala ist viereckig und um die Hälfte seiner Breite verlängert.

Kriyapada 29-211. Ein Viertel bildet den inneren Raum, den Rest die Gebäudemasse. Die Pfeiler stehen offen; der Dachaufsatz besitzt acht Nasikas.

Kriyapada 29-212. Am Kapota-Gesims liegen sechzehn Nasikas. Vorn liegt eine quadratische Halle, in der Mitte eine Tanzfläche; den Rest bilden Wasserbereich und weitere Teile.

Unnummerierte Fortsetzung nach 29-212. Mit Kutas, Brüstungen und den weiteren Gliedern versehen, heißt dieser Bau Utpala.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Utpala.

Kriyapada 29-213. Der Unterbau des Mundaprasadaka ist länglich viereckig.

Kriyapada 29-214. Ein Drittel der Breite bildet den inneren Raum, dessen Hälfte die Gebäudemasse. Vorn liegt ein quadratischer Pavillon im Maß des inneren Raumes.

Kriyapada 29-215. Der Dachaufsatz ist ein Koshtha, ringsum mit zwölf Nasikas. Das Übrige hat Kapota-Hallenform, verbunden mit oberem Aufbau und weiteren Gliedern.

Kriyapada 29-216. Mit einem, zwei oder drei Geschossen und Luftöffnungen heißt dieses Wohnhaus für Vaishyas und Shudras Mundaprasada.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Mundaprasada.

Kriyapada 29-217. So wurde in Kürze die Ausgestaltung der nicht gruppenspezifischen und der gruppenspezifischen Bauten dargelegt, der für Gottheiten und der für Menschen geeigneten.

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das neunundzwanzigste Kapitel über die Ausgestaltung der nicht gruppenspezifischen und der gruppenspezifischen Bauten.

Vielfalt einer Bauüberlieferung

Die vielen Namen und Varianten zeigen den Reichtum der überlieferten Raumgestaltung. Wiederkehrende Grundformen werden durch einzelne Änderungen neu geordnet. Für heutige Leser kann dies eine Einladung sein, bei einem Tempelbesuch genauer hinzusehen: auf Übergänge, Lichtöffnungen, Säulen und die Verbindung von Innenraum und Außenform. Die historischen Rangordnungen der Bewohner bleiben dabei von der Wertschätzung der Baukunst zu unterscheiden.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 29: Weitere Vimanas und ihre Ausgestaltung
Dieses Kapitel setzt die Architekturlehre mit allgemeinen und gruppenspezifischen Bauformen fort. Viele Varianten entstehen durch Änderungen an Dach, Hals, Vorsprüngen und Geschossen. Die Bauformnamen werden einheitlich als Eigennamen wiedergegeben, abweichende Benennungen der Quelle jedoch nicht stillschweigend vereinheitlicht. Die historischen sozialen Zuordnungen beschreiben die Ordnung des Textes.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ekonatriṃśaḥ paṭalaḥ |

atha jātītarākhyānāṃ vimānānāṃ nigadyate |
lakṣaṇaṃ merupūrvāṇāṃ tattanniṣpattisiddhidam || 29-1 ||

merusaṃjñasya vedāśramadhiṣṭhānaṃ tu vartulam |
galaṃ ca śikhare tacca caturnāsībhiranvitam || 29-2 ||

mukhanāsī mahatyekā garbhārdhasamanirgamā |
vyāse trayodaśāṃśe tu pañcāṃśaṃ garbhamandiram || 29-3 ||

gṛhapiṇḍyalindahārāḥ pṛthagekāṃśataḥ kramāt |
kūṭamekāṃśataḥ koṣṭhaṃ tribhiraṃśairathāṃśataḥ || 29-4 ||

p. 279) nīḍaṃ śeṣaṃ hi hārāṃśaṃ kūṭādisamasūtrakam |
svastikābandhavannāsyastricatuḥpañcabhūmikam || 29-5 ||

nānādhiṣṭhānakastambhavedikājālatoraṇaiḥ |
vṛttasphuṭitanīḍādyairbhūṣayenmerumādarāt || 29-6 ||

meruvimānam |

tadeva kaṇṭhe śikhare caturaśraṃ tu mandaram |

mandaram |

tadeva vasvaśragalaśikharaṃ vasunāsikam || 29-7 ||

aṣṭapañjarakūṭaṃ ca nāmnā kailāsamiṣyate |

kailāsam |

vedavasvaśravṛttābhagarbhagehaṃ tadeva hi || 29-8 ||

sabhadranāsikaṃ khyātaṃ vimānaṃ kumbhasaṃjñitam |

kumbhavimānam |

vedāśragarbhagehaṃ tajjayāṅgākhyaṃ sabhadrakam || 29-9 ||

jayāṅgam |

viśālāṅgaṃ tadeva syād vṛttaṃ śikharakaṇṭhayoḥ |

viśālāṅgam |

tadeva madhye hitvāṃśaṃ koṣṭhayuktaṃ dvibhāgataḥ || 29-10 ||

aṣṭāśraśikharagrīvaṃ tathāṣṭagalanāsikam |
aṣṭapañjarakūṭaṃ ca dviṣaṣṭitilakānvitam || 29-11 ||

sāvāraṃ vā nirāvāraṃ tricatuḥpañcabhūmikam |
vimalākṛtisaṃjñaṃ hi vimānamidamadbhutam || 29-12 ||

vimalākṛti |

p. 280) tadeva koṣṭhakaṃ sarvaṃ svavistārārdhanirgatam |
tale tale mahānāsyau pakṣayorardhakoṣṭhavat || 29-13 ||

haṃsacchandamidaṃ proktaṃ vimānamatisundaram |

haṃsacchandam |

etadeva hi vedāśrakaṇṭhaṃ vedāśramastakam || 29-14 ||

śeṣaṃ prāguktavat sarvaṃ vṛṣacchandamidaṃ smṛtam |

vṛṣacchandam |

tadeva garuḍacchandaṃ vimānamatha kathyate || 29-15 ||

mukhe bhadrāṅganāsaṃ tu pakṣayorardhakoṣṭhavat |
pārśvayordvidvināsaṃ ca savṛttasphuṭitaṃ galam || 29-16 ||

śeṣaṃ merusamākāraṃ garuḍacchandameva tat |

garuḍacchandam |

tadevāṣṭāśrakaṇṭhaṃ cedaṣṭāśraśikharaṃ punaḥ || 29-17 ||

padmasaṅkāśaśīrṣaṃ ca padmāṅgaṃ brahmamandiram |

padmāṅgam |

tadeva vyāsaniṣkrāntaṃ madhyakoṣṭhaṃ caturdiśam || 29-18 ||

padmakuṭmalaśirṣaṃ tu padmabhadramidaṃ smṛtam |

padmabhadram |

tadeva kaṇṭhe śikhare vṛttaṃ cet pṛthunāsikam || 29-19 ||

mukhe mukhe dvipakṣe tu tisro nāsyaḥ samānikāḥ |
talaṃ prati sabhadrāṅgaṃ sarvatra tilakairyutam || 29-20 ||

sadvāraṃ vāpi cādvāraṃ yogakailāsakāntakam |

kailāsakāntakam |

p. 281) ekādaśakaravyāsaṃ saptāṣṭanavabhāgavat || 29-21 ||

tricatuṣpañcabhāgena nālīgehaṃ samantataḥ |
śeṣaṃ hārāvalīkūṭakoṣṭhādyairbhūṣayedapi || 29-22 ||

sabhadraṃ śikharaṃ vṛttaṃ caturnāsaṃ dvibhūmikam |
catuṣkūṭaṃ catuśśālaṃ samantāt tilakairyutam || 29-23 ||

suvṛttakarṇakūṭāgraṃ vimānaṃ rudrakāntakam |

rudrakāntam |

tadeva bhadrakoṣṭhāṅgaṃ yogabhadraṃ pacakṣate || 29-24 ||

yogabhadram |

tadeva vedāśraśiraḥsauṣṭhikāgramalaṅkṛtam |
śikhare'ṣṭālpanāsaṃ ca bhogicchandāhvayaṃ bhavet || 29-25 ||

bhogicchandam |

tadeva kaṇṭhe śikhare ṣaḍaśraṃ cet sudarśanam |
sudarśanasya viṣṇorvā bhavanaṃ tat pracakṣate || 29-26 ||

sudarśanam |

tadeva skandakāntaṃ syāt ṣaṇṇāsībhiralaṅkṛtam |
yathocitāṅgasampannaṃ vimānaṃ ṣaṇmukhapriyam || 29-27 ||

skandakāntam |

tadevākhilamaṣṭāśraṃ karṇakūṭaśirogalam |
sabhadrāṅgaṃ caturnāsaṃ vindhyacchandaṃ dvibhūmikam || 29-28 ||

vindhyacchandam |

navasaptakaravyāsaṃ saptaṣaḍbhāgayānvitam |
catuṣkūṭacatuḥśālāyuktaṃ vṛttaśirogalam || 29-29 ||

alpānalpacaturnāsamaṣṭapañjaratoraṇam |
samadhyabhadratilakairmasūrastambhakairyutam || 29-30 ||

p. 282) sopapīṭhamadhiṣṭhānaṃ nānāvayavasundaram |
vimānaṃ merukūṭākhyaṃ kūṭādyaṅgaiśca maṇḍitam || 29-31 ||

merukūṭam |

madhyabhadraṃ vinā tatra koṣṭhakaṃ kakara bhavet |
śeṣaṃ pūrvavadābhūṣya citrakūṭaṃ haripriyam || 29-32 ||

citrakūṭam |

tadeva sauṣṭhikairyuktamaṣṭābhiḥ sāṣṭanāsikam |
śrīmaṇḍanaṃ vimānaṃ syācchrīkaraṃ sārvadaivatam || 29-33 ||

śrīmaṇḍanam |

tadeva khalu saumukhyamaṣṭakūṭāṣṭaśālakam |

saumukhyam |

tadeva caturaśrābhaśikharaṃ jayamaṅgalam || 29-34 ||

jayamaṅgalam |

tadevāṣṭāśraśikharaṃ nīlaparvatasaṃjñitam |

nīlaparvatam |

tadeva kūṭaśālābhirvihīnaḥ so'ṣṭapañjaraḥ || 29-35 ||

yatheṣṭaśikharacchandaḥ prāsādo niṣadhaḥ smṛtaḥ |

niṣadhaḥ |

vedāśradīrghādhiṣṭhānaṃ śālākāraśironvitam || 29-36 ||

kūṭakoṣṭhakanīprādyaiḥ sarvāṅgairapi maṇḍitam |
nānādhidā?napādāḍhyaṃ vimānaṃ maṅgalāhvayam || 29-37 ||

śrī śrīdharadharādurgāgaurīmātṛgaṇapriyam |

maṅgalam |

p. 283) caturaśramadhiṣṭhānaṃ sabhadraṃ vṛttaśīrṣakam || 29-38 ||

ekabhaumaṃ caturnāsaṃ vijayākhyaṃ haripriyam |

vijayam |

tadeva sauṣṭhikopetamaṣṭāśragalaśīrṣakam || 29-39 ||

yuktaṃ lalitakāntākhyaṃ sarvāṅgaiḥ sārvadaivatam |

lalitakāntam |

tadeva vṛttaśikharaṃ śrīkaraṃ śrīdharapriyam || 29-40 ||

śrīkaram |

tadeva caturaśrāgraśikharaṃ sāṣṭapañjaram |
karṇakūṭavihīnaṃ tu śrīviśālaṃ śivapriyam || 29-41 ||

śrīviśālam |

itthaṃ dvātriṃśaduktāni sāmānyāni viśeṣataḥ |
jātītarāṇi sarveṣāṃ vimānāni divaukasām || 29-42 ||

atra parāśaraḥ -

ebhirevāpyalaṅkāraiḥ syāt kaniṣṭhālpakeṣvapi |
nāmānyapi ca tānyāhustattanmaṇḍanabhedataḥ ||

iti |
tāni ca kṣudrālpavimānāni parataḥ kathyante |

jātītaravimānālaṅkārādhikāraḥ |

atha jātivimānānāmalaṅkāro nigadyate |
somacchandasya vedāśramadhiṣṭhānamathāsya tu || 29-43 ||

rāmāṃśād garbhagehaṃ syād garbhārdhād gṛhapiṇḍikā |
piṇḍyā sahaivāmbutalaṃ paritaḥ śeṣato'pi ca || 29-44 ||

p. 284) khaṇḍaharmyaṃ bhaveccūḍaharmyaṃ cāpi samantataḥ |
vṛddhasopānamevāntarlīnamaṅgāni pūrvavat || 29-45 ||

prayojyāni sabhākāraṃ śikharaṃ tatra nāsayaḥ |
dvipañcāśat samānyevaṃ(?) purastānmaṇḍapānvitam || 29-46 ||

ekānekatalaṃ hyetat somacchandaṃ dvijocitam |

somacchandam |

caturaśrāyataṃ tu syānnāgacchandamasūrakam || 29-47 ||

tattrivedāṃśatoṃ'śena garbhavyāsastatopi ca |
tṛtīyāṃśena parito gṛhapiṇḍiṃ prakalpayet || 29-48 ||

prāsādakhaṇḍaharmyāntaṃ maṇḍapaṃ syācca tādṛśam |
sopānaṃ khaṇḍaharmyārdhācchikharaṃ vṛttamāyatam || 29-49 ||

sabhākāraṃ tu tasyāgre garbhārdhāt pṛthunāsikā |
tadardhāt parito nāsyaḥ sarvā nāgopamāḥ samāḥ || 29-50 ||

vṛttasphuṭaṃ puronāsyāṃ mūlabhūmau tathopari |
vasuvedāśrakāḥ stambhāḥ śeṣaṃ pūrvavadācaret || 29-51 ||

nāgacchandam |

adhiṣṭhānādikaṃ prāgvat kuḍyāvartasya yojayet |
brahmadvārapatākābhyāṃ śeṣamābhūṣya yatnataḥ || 29-52 ||

antarlīnaṃ hastisaṃjñaṃ sopānaṃ śikharaṃ tathā |
śālākāraṃ bhavet tatra nāsyaḥ saṅkṛtisaṅkhyayā || 29-53 ||

mukhe mukhe mahānāsyaḥ pārśve tilakanāsikāḥ |
prayojyāstadidaṃ proktaṃ kuḍyāvartaṃ dvijocitam || 29-54 ||

kuḍyāvartam |

dvikuṭasyāpyadhiṣṭhānaṃ garbhāgāraṃ ca pūrvavat |
śeṣaṃ jalasthalaṃ khaṇḍaharmyakūṭādibhūṣitam || 29-55 ||

p. 285) vimānasya purastāt tu garbhamānena maṇḍapam |
pārśvayośca sabhārūpā vedaśālāstu madhyataḥ || 29-56 ||

nāsī syācchikharopetā piṇḍyāṃ nāsyastu ṣoḍaśa |
sabhāśālābhaśikharaṃ catasrastatra nāsikāḥ || 29-57 ||

pādabandhamadhiṣṭhānaṃ stambhāḥ sarve vikalpakāḥ |
ūhapratyūhasaṃyuktaṃ hastisopānasaṃyutam || 29-58 ||

jālakādyaiḥ samābhūṣya vimānaṃ syād dvikūṭakam |

dvikūṭakam |

śrīvardhanasya ca prāgvadadhiṣṭhānādikaṃ samam || 29-59 ||

śikharaṃ syāt sabhākāramāyataṃ tasya cāgrataḥ |
pṛṣṭhe ca nāsikaikā syād dve dve syātāṃ ca pārśvayoḥ || 29-60 ||

vedikāpañjarādyaiśca yathāyuktyā vibhūṣayet |

śrīvardhanam |

vṛttāyatamadhiṣṭhānamuktaṃ padmagṛhasya tu || 29-61 ||

tadvyāse vasunandāṃśe dvitryaṃśairgarbhamandiram |
śeṣaṃ prāgiva yojyaṃ syānnāsikāḥ ṣoḍaśaiva tu || 29-62 ||

vṛttāyataṃ ca śikharaṃ catasrastatra nāsikāḥ |
alpāśca nāsayo'trāṣṭau catasrastilakānvitāḥ || 29-63 ||

padmagṛham |

prekṣāgṛhamukhasyāpi syādadhiṣṭhānamāyatam |
caturaśrasya vistārādardhaṃ garbhagṛhaṃ bhavet || 29-64 ||

garbhavyāsena tatpārśvamaṇḍapānāṃ catuṣṭayam |
śikharaṃ koṣṭhakākāraṃ tatra nāsyaḥ ṣaḍeva hi || 29-65 ||

kapote cārkasaṃkhyāstāḥ śeṣaṃ prāgvanniyojayet |
alaṅkāraśca kartavyo vedījālamarutpathaiḥ || 29-66 ||

prekṣāgṛham |

p. 286) kratuvardhanakasyāpi svavyāsārdhāyatāśrakam |
adhiṣṭhānaṃ tu tadvyāsatribhāgād garbhamandiram || 29-67 ||

samantād garbharāmāṃśabhāgādardhārikā bhavet |
śeṣamaptalacūḍīkaharmyaṃ kuṭṭimasaṃyutam || 29-68 ||

mukhemukhe vimānasya maṇḍapaṃ garbhasammitam |
prāsādavat sthalaṃ bāhye cūḍaharmyānvitaṃ tu tat || 29-69 ||

karṇakūṭāni catvāri śikharaṃ koṣṭhakaṃ mahat |
catasrastatrārdhasabhā garbhakūṭāni vai mukhe || 29-70 ||

puraḥ pṛṣṭhe sabhā mattavāraṇaṃ maṇḍapo bhavet |
catasro'ṅgasabhāḥ kāryāḥ śeṣāṇyaṅgāni pūrvavat || 29-71 ||

vivṛtastambhakairbāhye jālaṃ syāt parito'pi ca |
antarlīnaṃ hi sopāna(mu?yu)ktaṃ syāt kratuvardhanam || 29-72 ||

kratuvardhanam |

vṛttaṃ vṛttagṛhasya syādadhiṣṭhānaṃ tadāyatam |
tādṛśaṃ śikharaṃ tatra catasraḥ pṛthunāsikāḥ || 29-73 ||

alpāstāvatya evāsya gṛhapiṇḍyādi pūrvavat |
pṛṣṭhe garbhapramāṇaṃ tadardhabhadraṃ tu piṇḍike || 29-74 ||

triraṣṭau nāsikā yojyā mukhe maṇḍigṛho (?) bhavet |

vṛttagṛham |

āyatāśramadhiṣṭhānaṃ bhānukāntasya tasya tu || 29-75 ||

vyāsārdhād garbhagehaṃ syāccheṣeṇa gṛhapiṇḍikā |
aptalaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca śikharaṃ dvādaśāśrakam || 29-76 ||

nāsayo dvādaśaivāsmin gṛhapiṇḍyāmatho sabhāḥ |
ṣoḍaśa syuśca tanmadhye mahākoṣṭhacatuṣṭayam || 29-77 ||

p. 287) vṛddhasopānamevāntarlīnaṃ syād bhānukāntake |

bhānukāntam |

atyantakāntādhiṣṭhānaṃ caturaśraṃ hi tasya tu || 29-78 ||

tṛtīyāṃśād garbhagṛhaṃ śikharārdhaṃ sabhākṛti |
ardhāryaptalahārāścāpyaṃśābhyāṃ karṇakeṣvatha || 29-79 ||

garbhatulyā vedasabhā mahākoṣṭhāni cāntare |
kapote paritaścāpi dvyaṣṭau tilakanāsikāḥ || 29-80 ||

yathārhaṃ bhūṣayeccheṣametadatyantakāntakam |

atyantakāntam |

masūraṃ candrakāntasyāpyāyataṃ maṇḍalākṛti || 29-81 ||

vyāsārdhād garbhagehaṃ syāccheṣaṃ piṇḍyādikaṃ bhavet |
dīrghavṛttaṃ ca śikharaṃ tatrāṣṭau pṛthunāsikāḥ || 29-82 ||

alpanāsyaśca tāvatyaḥ śeṣaṃ prāgiva bhūṣayet |

candrakāntam |

brāhmaṇavimānādhikāraḥ ||

catuḥsphuṭasyādhiṣṭhānaṃ prāgvad dīrghāyataṃ bhavet || 29-83 ||

vyāsapādād garbhagṛhaṃ garbhārdhaṃ gṛhapiṇḍikā |
śiṣṭenāptalakaṃ cūḍākhaṇḍaharmye ca kalpayet || 29-84 ||

śikharaṃ koṣṭhakākāraṃ garbhārdhānmadhyanāsikā |
pārśve dve dve mahānāsyau kūṭakoṣṭhādi pūrvavat || 29-85 ||

taletale tu stambheṣu vedikājālakādikam |
purastānmaṇḍapaṃ tulyamantaḥstambhaṃ tu tadbahiḥ || 29-86 ||

lāṅgalākṛti kuḍyaṃ tu yathāśobhaṃ vibhūṣayet |
tritalādiyutaṃ naikatalametaccatuḥsphuṭam || 29-87 ||

catuḥsphuṭam |

p. 288) mantrapūtasya vedāśramāyataṃ syānmasūrakam |
vistārārdhena garbhākhyaṃ śeṣāt piṇḍī jalasthale || 29-88 ||

hārāvalī ca syāt tasya śikharaṃ tu sabhākṛti |
antaḥstambhaṃ bahiḥ kuṇḍye nānājālakaśobhitam || 29-89 ||

kūṭakoṣṭhādikairdikṣu vidikṣu ca vibhūṣayet |
dvyaṣṭanāsyastu śikhare kapote lambanāsikāḥ || 29-90 ||

caturviṃśatisaṃkhyāḥ syurdvārāṇyapi caturdiśam |
purastānmaṇḍapaṃ garbhasamaṃ bāhye ca kuḍyakam || 29-91 ||

alindaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca karṇe garbhamitāḥ sabhāḥ |
tadantare mahākoṣṭhaiḥ kūṭādyaiśca vibhūṣayet || 29-92 ||

mantrapūtam |

āvantyasyāpyadhiṣṭhānaṃ svavyāsārdhāyatāśrakam |
aṣṭāṃśāṃśau garbhagṛhaṃ bhāgaiḥ piṇḍyādikaṃ trayam || 29-93 ||

piṇḍyāścāpi catuṣkarṇe lāṅglākārabhittikam |
tadantare ca pūrvāśrastambhāḍhyaṃ śikharaṃ tu tat || 29-94 ||

sabhākāraṃ caturnāsaṃ mukhe bhadrasabhānvite |
pakṣayoralpanāsyaḥ syurantare pṛthunāsikāḥ || 29-95 ||

vallīmaṇḍalasopānamantarlīnaṃ prayojayet |
guhyāguhyakriyākuḍyastambhayuktaṃ tu naikadhā || 29-8\96 ||

pādaiśca vedījālādyairbhūṣayed bahubhūmikam |

āvantyam |

mahiṣasyāyatāśraṃ syādadhiṣṭhānaṃ tu tattatāt || 29-97 ||

tṛtīyāṃśād garbhagṛhaṃ śeṣāt piṇḍyādikaṃ trayam |
tatpurastācca pṛṣṭhe ca madhyaraṅge tu maṇḍape || 29-98 ||

p. 289) syātāṃ ca paritaḥ khaṇḍaharmyaṃ satkūṭajālakam |
mūlamaṇḍapakaṇṭhābhyāṃ hastisopānamantare || 29-99 ||

puraḥ svastikavad vaṃśasabhākāramathāpare |
navanāsaṃ tu śikhare śālāvanmahiṣānanam || 29-100 ||

vedījālādibhiḥ śeṣaṃ prāgvadābhūṣya māhiṣam |

māhiṣam |

tantrīkāntamasūraṃ ca caturaśrāyataṃ bhavet || 29-101 ||

tadvyāsārdhaṃ garbhagṛhaṃ śeṣaṃ syād gṛhapiṇḍikā |
aptalaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca śikharaṃ koṣṭhameva hi || 29-102 ||

sabhāmukhaṃ purastāt syānmahānāsī ca pṛṣṭhataḥ |
tatra ṣoḍaśa nāsyaḥ syuraṣṭau tilakanāsikāḥ || 29-103 ||

mahādvāre kramāt siṃhapañjarāṇi daśaiva tu |
kapotādho vedakarṇalāṅgalākhyasabhodgamam || 29-104 ||

madhyaṃ sabhāmukhopetamahānāsīcatuṣṭayam |
pramāṇagehavipulanirgataṃ syād yathāruci || 29-105 ||

kūṭādyairbhūṣitaṃ svāṅgaistantrīkāntaṃ pracakṣate |

tantrīkāntam |

āyatāśramadhiṣṭhānaṃ vijayāṅgasya tasya tu || 29-106 ||

vyāsatribhāgād garbhākhyaṃ śeṣaṃ piṇḍyaptalādikam |
aṣṭanāsaṃ tu śikharaṃ bhavet kakarakoṣṭhakam || 29-107 ||

kapote tilanāsyaḥ syuścaturviṃśatisaṃkhyayā |
sopānamantarlīnaṃ syād bhūmau bhūmau ca maṇḍapam || 29-108 ||

garbhapramāṇaṃ tadbāhye khaṇḍaharmyāvalī bhavet |
yuktyāṅgaiḥ śeṣamābhūṣya vijayāṅgamiti smṛtam || 29-109 ||

vijayāṅgam |

p. 290) viśālabhadrādhiṣṭhānaṃ prāgvad vyāse daśāṃśake |
dvibhāgo garbhavistāraḥ śeṣeṇa gṛhapiṇḍikām || 29-110 ||

brahmadvāraṃ cūḍaharmyaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca kalpayet |
purastād garbhadīrghaṃ tu vedāśraṃ maṇḍapaṃ bhavet || 29-111 ||

abhito'rdhena kuḍyaṃ cāpyaptalaṃ khaṇḍaharmyakam |
cūḍīkakarṇaprāsādaḥ śṛṅgaṃ kakarakoṣṭhakam || 29-112 ||

kapotaśālā piṇḍiḥ syādatha piṇḍyāstu nirgatam |
samarpitasabhārūpaṃ madhyamaṃ maṇḍanaṃ bhavet || 29-113 ||

garbhavyāsaṃ tadadhyardhadviguṇāyāmamānataḥ |
hārāpañjarapūrvāṅgairniṣkrāntasya sabhākṛtiḥ || 29-114 ||

prāsādamaṇḍapāgre ca pṛṣṭhe tatpārśvapatrayuk |
śikharaṃ cāṣṭanāsaṃ syāt tilakānyatha ṣoḍaśa || 29-115 ||

maṇḍapopari raṅgaṃ syādekānekatalānvitam |

viśālabhadram |

ādhaṣṭhānaṃ tu vedāśraṃ caturaṃśādhikāyatam || 29-116 ||

gaṇikādiviśālasya śeṣamardhārikāptale |
khaṇḍaharmyaṃ ca bhavati karṇaprāsādamadhyame || 29-117 ||

prāgvanmaṇḍananiryūhakarṇamadhye tathāntare |
stambhāḥ syurgṛhapiṇḍyāśca purastānmaṇḍapaṃ bhavet || 29-118 ||

nālīgṛhāyāmasamaṃ madhye raṅgaṃ ca tasya tu |
śeṣaṃ harmyasthalaṃ bāhye kuṭṭimaṃ jālakānvitam || 29-119 ||

piṇḍiḥ kapotajālā syāt tasyāṃ ṣoḍaśa nāsikāḥ |
śikharaṃ koṣṭhakaṃ tu syāt pure kakarabhadrakam || 29-120 ||

p. 291) tatrāṣṭau nāsayaḥ pārśve (su?sa)bhadraṃ vā vibhadrakam |
ekādyabhīṣṭatalakaṃ rājastrīṇāṃ niketanam || 29-121 ||

gaṇikāviśālam |

karṇabhadrasya ca prāgvadadhiṣṭhānādikaṃ bhavet |
śikharaṃ ca sabhākāraṃ sacaturmukhanāsikam || 29-122 ||

antarlīnārkanāsāḥ syurgṛhapiṇḍyaptalāntare |
stambhāntarlīnasopānāḥ kapotenaikanāsikam || 29-123 ||

karṇaprāsādakāścūḍaharmye garbhasamāyatāḥ |
kapotapañjaraiḥ siṃhapañjarairlambanāsikaiḥ || 29-124 ||

gūḍhāgūḍhakriyāstambhabhittidvāraiśca toraṇaiḥ |
catuṣkoṇe bhadrayuktaṃ dikṣu bhadrasabhānvitam || 29-125 ||

svastibhadrakajālādyairbhūṣitaṃ karṇabhadrakam |

karṇabhadrakam |

karṇaśālasya ca prāgvadadhiṣṭhānādikaṃ smṛtam || 29-126 ||

catuṣkarṇe bhadraśālā madhyaniryūhakāḥ sabhāḥ |
bhārāntaraprayogaṃ ca yathāvidhi niveśayet || 29-127 ||

gṛhapiṇḍyā samāśliṣṭamantarlīnamalindakam |
piṇḍiḥ kapotaśālā syāt kaṇa lāṅgalabhittikam || 29-128 ||

antare sthāpayet stambhaṃ tadbhittāvaṣṭanāsikāḥ |
ūrdhvabhūkaṇṭhaśikharaṃ sabhākāraṃ prayojayet || 29-129 ||

kakarībhadravaktrāṅgaṃ yugyadvāraṃ yathāruci |
tribhaumaṃ saptabhaumaṃ vā āvṛtālpārkanāsikam || 29-130 ||

vedījālādibhiścāpi yatheṣṭāvayavairyutam |

kaṇaśālam |

p. 292) padmāsanasyādhiṣṭhānamāyataṃ caturaśrakam || 29-131 ||

pañcamāṃśād garbhagṛhaṃ garbhārdhād gṛhapiṇḍikāḥ |
śeṣeṇāptalacūḍīkakhaṇḍaharmyāṇi garbhavat || 29-132 ||

saṃśliṣṭamadhyavāsena dikṣu karṇapramāṇataḥ |
prāsādāstatra catvāraḥ pṛthaṅmaṇḍapasaṃyutāḥ || 29-133 ||

vividhastambhavad raṅgaṃ tadbahiḥ kuḍyakaṃ bhavet |
jālavedīdvārayutaṃ khaṇḍaharmyāṇi bāhyataḥ || 29-134 ||

samāṃśaniṣkramāḍhyāni catuṣkarṇeṣu vai pṛthak |
kūṭāni syuśca tanmadhye koṣṭhakāni ca yojayet || 29-135 ||

madhyāvāsāvṛtacatuṣkarṇalāṅgalakuḍyakam |
antaḥpūrvāśrakastambhamantarlīnamalindakam || 29-136 ||

sabhābhaśikhare vedamahānāsāḥ syuralpakāḥ |
dvādaśaiva bahiṣkarṇānmukhaśālāḥ samantataḥ || 29-137 ||

yathārhāvayavairyuktametat padmavasantakam |

padmavasantakam |

vyāsatribhāgadīrghāśramindrakāntasya kuṭṭimam || 29-138 ||

tadrāmāṃśād garbhagṛhaṃ gṛhapiṇḍyādi śeṣataḥ |
vedabhadrasabhā dikṣu catuṣkarṇeṣu nāsikāḥ || 29-139 ||

kapotaśālāniryūhamukhanāsyo bhavanti ca |
gṛhapiṇḍyāṃ ṣoḍaśaiva śikharaṃ ca sabhākṛti || 29-140 ||

tatkarṇahalabhitteḥ syāt stambhaniryūhamantare |
mukhaśobhālpanāsyo'ṣṭau prāgvaccheṣaṃ vibhūsayet || 29-141 ||

indrakāntam |

dīrghāśraṃ yogakāntasyāpyadhiṣṣthānamathopari |
parivṛttāyataṃ vyāsādaṣṭāṃśād garbhamandiram || 29-142 ||

p. 293) ardhenārdhārikā hārā khaṇḍaharmyāvalī bhavet |
śikharaṃ dīrghavṛttaṃ purastānnāsikādvayam || 29-143 ||

tadardhāt pṛṣṭhatastvekā paritaścālpanāsikāḥ |
catuḥsaptatisaṅkhyāḥ syuḥ sopānaṃ pṛṣṭharohi ca || 29-144 ||

antarlīnaṃ bhavedetad yogakāntaṃ nṛpocitam |

yogakāntam |

syāt sarvalalitasyāpi dīrghāśraṃ hi masūrakam || 29-145 ||

vyāsatryaṃśād garbhagṛhaṃ tadardhād gṛhapiṇḍikā |
kapotaśālāḥ karṇeṣu kuryād bhadrasabhāḥ punaḥ || 29-146 ||

tadantare ca śālāḥ syurantarlīnaṃ yatheṣṭataḥ |
saraṅge maṇḍape syātāṃ purastāccāsya pṛṣṭhataḥ || 29-147 ||

śikharaṃ ca sabhākāraṃ sabhadraṃ vedanāsikam |
śeṣairaṅgairanalpaiścāpyalpairapi ca bhūṣayet || 29-148 ||

sarvalalitam |

pratyantakāntādhiṣṭhānaṃ samānacaturaśrakam |
madhye vedāṃśataḥ stambhairāvṛtaṃ syāt tadardhataḥ || 29-149 ||

gṛhapiṇḍirbhavet tasya karṇeṣu halakuḍyakam |
aptalaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca gābhābhyāṃ karṇakoṭiṣu || 29-150 ||

sabhāḥ syurmadhyatastāsāṃ bhadraśālacatuṣṭayam |
syāt pañjarādyairjālādyairhārāmadhyeṣu bhūṣayet || 29-151 ||

vastumadhyaṃ sabhākāraṃ mukhaśālānvitaṃ bhavet |
śikhare kṣudranāsyo'ṣtau bhadrakūṭaiśca bhūṣayet || 29-152 ||

pratyantakāntam |

adhiṣṭhānaṃ viśālasya dīrghāśraṃ tasya vistṛteḥ |
tribhāgād garbhagehaṃ syāccheṣeṇāmbutalaṃ bhavet || 29-153 ||

p. 294) cūḍikākhaṇḍaharmye ca śikharaṃ koṣṭhakākṛti |
pure pure ca ṣaṇṇetre nāsyau tatra niyojayet || 29-154 ||

gṛhapiṇḍyāṃ dviraṣṭau syuḥ karṇeṣvapi ca madhyataḥ |
viśālasamabhadraiśca kūṭādyairapi bhūṣayet || 29-155 ||

viśālam |

bhavedutpalapatrasya dīrghāśraṃ tu masūrakam |
nālīgṛhaṃ tṛtīyāṃśāccheṣāṃśād gṛhapiṇḍikā || 29-156 ||

kapotaśālāsadṛśī syāt tadbāhye'ptalādikam |
śikharaṃ ca sabhākāraṃ tatra nāsītrayaṃ bhavet || 29-157 ||

kapote parito'lpāḥ syuraṣṭātriṃśat tu nāsayaḥ |
vedikājālasopānatoraṇādyaiśca bhūṣayet || 29-158 ||

utpalapatram |

adhiṣṭhānaṃ mahārājacchandasyāpyāyatāśrakam |
nālīgṛhaṃ vyāsapādāccheṣaṃ piṇḍyaptalādikam || 29-159 ||

koṣṭhakaṃ śikharaṃ garbhasamavyāsārdhanirgatam |
śālāmukhasya saṃsthānaṃ purastādapi pṛṭhataḥ || 29-160 ||

gṛhapiṇḍyāṃ cārdhahāre catasraḥ svalpanāsikāḥ |
caturdiśaṃ mahāśālā garbhamānāstu karṇagāḥ || 29-161 ||

sabhāḥ syurbhāganiṣkrāntāścāntarlīnādhirohaṇam |
niryūhārdhena tatrāpi sonnatānatakoṣṭhakaiḥ || 29-162 ||

pañjarāṇi tathā kuryānnāsayaḥ svastikopamāḥ |
hastyādikāni catvāri sopānāni pradakṣiṇam || 29-163 ||

śrīkhaṇḍacitrakhaṇḍākhyau stambhau syātāmadhastale |
padmāsanapiṇḍipādastambhāścoparibhūmiṣu || 29-164 ||

nandyāvartaṃ gajākṣaṃ ca gavākṣaṃ ca marutpatham |
tale tale prayuñjīyāduttaraṃ trividhaṃ tathā || 29-165 ||

p. 295) pratayastrividhāstadvat toraṇāni ca vedikāḥ |
sarvakāyānukāyāḍhyaṃ sarvāṅgairapi maṇḍitam || 29-166 ||

mahārājāhvayacchandamāvāsaścakravartinām |

mahārājacchandam |

mālīgṛhasyādhiṣṭhānaṃ caturaśrāyataṃ smṛtam || 29-167 ||

syād vedāṃśād garbhagṛhaṃ garbhārdhād gṛhapiṇḍikā |
jalasthalaṃ cūḍaharmyaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca śeṣataḥ || 29-168 ||

śikharaṃ syād dīrghasabhā purastānnāsikādvayam |
paścādekā gehapiṇḍyāṃ dvyaṣṭau nāsyo yathārhataḥ || 29-169 ||

niṣkramopetakūṭādyairupetaṃ naikabhūmikam |

mālīgṛham |

nandīviśālādhiṣṭhānaṃ tryaṃśodriktāyatāśrakam || 29-170 ||

garbhākhyaṃ vyāsarāmāṃśāccheṣeṇārdhārikāptalam |
cūḍīkakhaṇḍaharmye ca kūṭakoṣṭhādibhiryutam || 29-171 ||

khaṇḍaharmyāgrato garbhāt karṇaprāsādakaḥ samaḥ |
pārśvayorhastituṇḍe ca syātāṃ tadgṛhapiṇḍike || 29-172 ||

śikhare cāpi nāsyo'ṣṭau viṃśatiśca bhavanti hi |

śikharaṃ koṣṭhakaṃ sarvaṃ kūṭādyaṅgaiśca bhūṣayet || 29-173 ||

nandīviśālam |

pṛthivījayasaṃjñasya vedāśrāyatakuṭṭimam |
garbhagehaṃ ca vedāṃśād gṛhapiṇḍistadardhataḥ || 29-174 ||

śikharaṃ koṣṭhakaṃ madhye raṅgaṃ syād garbhamānataḥ |
mukhe mukhe maṇḍapaṃ syāccheṣaṃ harmyāptalādikam || 29-175 ||

gṛhapiṇḍīsamodgīrṇe koṣṭhe pūrvāparasthite |
pārśvayośca tathā mūrdhni nāsikāstilakānvitāḥ || 29-176 ||

p. 296) ūhapratyūhasahitaṃ naikabhaumamidaṃ smṛtam |

pṛthivījayam |

sarvāṅgasundarasyāpi dīrghāśraṃ syānmasūrakam || 29-177 ||

nālīgṛhaṃ svarāmāṃśāt tadardhād gṛhapiṇḍikā |
śeṣaṃ jalasthalaṃ cūḍākhaṇḍaharmyāvalī tathā || 29-178 ||

karṇapramāṇaprāsādāścatvāraḥ syustadantare |
tadvyāsadviguṇāyāmavedakoṣṭhāni yojayet || 29-179 ||

āyatāśre tu śikhare mahānāsyaḥ ṣaḍeva hi |
svalpāstatparitaścāṣṭau catvāriṃśacca nāsayaḥ || 29-180 ||

pramukhe maṇḍapaṃ bhaktidvayakūṭādiśobhitam |
śālāmukhāni koṣṭhāni sopānaṃ samakhaṇḍakam || 29-181 ||

tritalāditalairyuktaṃ vedījālādiśobhitam |
uktānuktaiśca sarvāṅgairyuktaṃ sarvāṅgasundaram || 29-182 ||

sarvāṅgasundaram |

chāyāgṛhasyādhiṣṭhānamāyatāśraṃ tadardhataḥ |
nālīgṛhaṃ maṇḍapavat tacchiroharmyasaṃyutam || 29-183 ||

garbhārdhaṃ gṛhapiṇḍī syāt kūṭādyaṅgaiśca bhūṣitam |
vedikājālakādyaiścacchāyāgṛhamidaṃ smṛtam || 29-184 ||

chāyāgṛham |

adhiṣṭhānaṃ cāyatāśraṃ rativardhanakasya tu |
vyāsārdhād garbhagehaṃ syāccheṣeṇārdhārikāptalam || 29-185 ||

cūḍīkakhaṇḍaharmye ca karṇe madhye'ntare punaḥ |
kūṭādyairvedikādyaiśca sarvāṅgairapi bhūṣayet || 29-186 ||

kakarīkṛtakoṣṭhaṃ syācchikharaṃ sāṣṭanāsikam |
purastānmaṇḍapaṃ tasya garbhavyāsāyataṃ bhavet || 29-187 ||

p. 297) khaṇḍaharmyādibhiryuktaṃ naikastambhairalaṅkṛtam |
piṇḍyāṃ tilakasaṃyuktāścaturviṃśatināsikāḥ || 29-188 ||

kāyānukāyabhūṣāḍhyaṃ rativardhanakaṃ bhavet |

rativardhanam |

kṣattriyavimānāni caturviṃśatiḥ |

svavyāsapādadīrghāśraṃ viśālāyatakuṭṭimam || 29-189 ||

vyāsāṣṭāṃśadvibhāgena garbhagehaṃ tadardhataḥ |
ardhārikaṃ bhaved brahmadvāraśobhādhvajādibhiḥ || 29-190 ||

śikharaṃ dīrghavṛttaṃ syāt purastānnāsikātrayam |
parito'ṣṭau viṃśatiśca nāsikāḥ samanirgamāḥ || 29-191 ||

vyāsanirgatakūṭāni koṣṭhāni paritastahā |
śeṣaṃ tilakanāsādihārāpañjarakādibhiḥ || 29-192 ||

ekadvitritalaṃ hyetad viśālālayasaṃjñitam |

viśālālayaḥ |

āyatāśramadhiṣṭhānaṃ syāccatuṣpādikasya tu || 29-193 ||

vyāsarāmāṃśato dīrghaṃ garbhaṃ rāmaikabhāgataḥ |
vedāśraṃ tu sabhākāraṃ śikharaṃ navanāsikam || 29-194 ||

vyāsadviguṇakāyāmau pārśvayoḥ koṣṭhakau tathā |
śeṣeṇāptalakhaṇḍākhyaharmye syātāṃ ca tatpuraḥ || 29-195 ||

pṛṣṭhe ca vivṛtastambhaṃ saraṅgaṃ maṇḍapaṃ bhavet |
tadvaśānnirgataṃ khaṇḍaharmyaṃ tatkarṇakoṭiṣu || 29-196 ||

halaśālāścatasraḥ syurvyāsāyāmavibhāgake |
karṇakūṭāntareṣ.vaṣṭau daṇḍaśālā bhavanti hi || 29-197 ||

bahirantaśca koṣṭhāni vimānasya caturdaśa |
śeṣaṃ yathārhamābhūṣya vimānaṃ viṭcaturthayoḥ || 29-198 ||

catuṣpādikam |

p. 298) adhiṣṭhānaṃ cāyatāśraṃ turaṅgavadanasya tu |
vyāsatryaṃśād garbhagṛhaṃ tadardhārdhārikā bhavet || 29-199 ||

aptalaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca syātāṃ śeṣavibhāgataḥ |
dikṣu garbhasabhā cāntaḥ karṇakūṭādimadhyataḥ || 29-200 ||

koṣṭhāni syuśca śikharaṃ sabhākāraṃ tu tatpuraḥ |
aśvānanasabhākāraṃ purastād vedanāsikam || 29-201 ||

sopānamantarlīnaṃ syāt prāgvadaṅgāni yojayet |

turaṅgavadanam |

adhiṣṭhānādikaṃ prāgvad gaṇikāpiṇḍikasya tu || 29-202 ||

garbhārdhaṃ gṛhapiṇḍiḥ syāccheṣaṃ toyasthalādikam |
madhye caturdiśaṃ garbhasabhāḥ syurgarbhamānataḥ || 29-203 ||

bāhye kūṭaṃ koṣṭhakaṃ ca sveṣṭabhadrasabhānvitam |
antarlīnaṃ hi sopānaṃ catasraḥ pṛthunāsikāḥ || 29-204 ||

maṇḍapaṃ prāggarbhamitaṃ śikharaṃ koṣṭhakākṛti |

gaṇikāpiṇḍikam |

dīrghapṛṣṭhamadhiṣṭhānaṃ śyenacchandasya tasya tu || 29-205 ||

vyāsavedāṃśato garbhaṃ kuryāccārdhena piṇḍikām |
śeṣeṇāptalakaṃ khaṇḍaharmyaṃ ca parito bhavet || 29-206 ||

śyenākāre tathā nāsyau kuryāt tu śikharāgrataḥ |
śikhare nāsayo'lpāḥ syuraṣṭāviṃśatisaṃkhyayā || 29-207 ||

śyenacchandam |

prāgvat kukkuṭapucchasyāpyadhiṣṭhānaṃ tu tattateḥ |
tṛtīyāṃśād garbhagṛhaṃ tadardhād gṛhapiṇḍikā || 29-208 ||

p. 299) aptalaṃ cūḍaharmyaṃ ca śikharaṃ ca sabhākṛti |
sopānamantarlīnaṃ syādaṣṭāviṃśatināsayaḥ || 29-209 ||

kūṭādibhiḥ puroktāṅgairyuktaṃ kukkuṭapucchakam |

kukkuṭapucchakam |

utpalasyāpyadhiṣṭhānaṃ vyāsārdhenāyatāśrakam || 29-210 ||

tatpādāṃśād garbhagṛhaṃ śeṣeṇa gṛhapiṇḍikā |
stambhāḥ syurvivṛtāstasya śikharaṃ cāṣṭanāsikam || 29-211 ||

kapote nāsayo dvyaṣṭau prāgvedāśrasabhā bhavet |
nṛttaraṅgaṃ ca madhye syāccheṣeṇāmbutalādikam || 29-212 ||

kūṭādyairvedikādyaṅgairyuktaṃ syādutpalāhvayam |

utpalam |

adhiṣṭhānaṃ tvāyatāśraṃ muṇḍaprāsādakasya tu || 29-213 ||

vyāsatribhāgānnālīkaṃ tadardhād gṛhapiṇḍikā |
purastāccaturaśraṃ syānmaṇḍapaṃ garbhasammitam || 29-214 ||

śikharaṃ koṣṭhakaṃ nāsyo dvādaśaiva samantataḥ |
śeṣaṃ kapotaśālā syāccūḍaharmyādibhiryutam || 29-215 ||

ekadvitritalaṃ nāma marutpathasamanvitam |
muṇḍaprāsādasaṃjñaṃ tu bhavanaṃ vaiśyaśūdrayoḥ || 29-216 ||

muṇḍaprāsādam |

evaṃ tu jātītarasaṃjñitānāṃ jātyāhvayānāmapi cālayānām |
devocitānāṃ ca narocitānāṃ prokto hyalaṅkāravidhiḥ samāsāt || 29-217 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde jātītarajātyalaṅkāravidhipaṭala ekonatriṃśaḥ || 29 ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 30: Geschossmaße und Zusatzsockel

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 30: Geschossmaße und Zusatzsockel
Zum Abschluss des dritten Druckbandes behandelt das Werk die Höhe und Breite von Vimanas, ihre Geschosszahl, Haupt- und Nebenglieder sowie den Aufbau zusätzlicher Sockel. Mehrere Maßsysteme werden nebeneinander genannt. Die Übersetzung bewahrt abweichende Zahlen und unklare Bruchangaben, ohne daraus eine vereinheitlichte Bauanleitung zu machen.

Kapiteleingang. Nun das dreißigste Kapitel.

Kriyapada 30-1. Für die genannten Vimanas von zwölf Geschossen bis hinunter zu drei werden nach der höchsten und den weiteren Klassen

Kriyapada 30-2. Höhe und Breite hier jeweils in Ellen angegeben. Der höchste zwölfgeschossige Bau sei hundert Ellen hoch

Kriyapada 30-3. und siebzig Ellen breit. Dies ist die hauptsächliche Jati-Form. Der Reihe nach folgt ein dreiundsechzig Ellen breiter und dreiundneunzig Ellen hoher Bau;

Kriyapada 30-4. nach dem höchsten Maß hat er elf Geschosse. Ebenso ist ein vierundachtzig Ellen hoher und siebenundfünfzig breiter Bau

Kriyapada 30-5. ein schönes zehngeschossiges Heiligtum nach dem höchsten Maß. Ein fünfundsiebzig hoher und einundfünfzig breiter

Kriyapada 30-6. ist die sachgerecht angeordnete Hauptform mit neun Geschossen. Sechsundsechzig Ellen hoch und fünfundvierzig

Kriyapada 30-7. Ellen breit ist das schöne achtgeschossige Heiligtum. Siebenundfünfzig Ellen hoch und neununddreißig

Kriyapada 30-8. Ellen breit wird das siebengeschossige genannt. Ein dreiunddreißig Ellen breiter und vierzig plus neun Ellen

Kriyapada 30-9. hoher Bau besitzt fünf Geschosse. Dreißig Ellen Höhe und einundzwanzig Breite besitzt der viergeschossige. [Quellenhinweis: Die Reihe springt hier von sieben zu fünf Geschossen; ein Maß für sechs Geschosse wird an dieser Stelle nicht ergänzt. Die Höhe des fünfgeschossigen lautet geliefert neunundvierzig.]

Kriyapada 30-10. Der dreigeschossige hat in Höhe und Breite die Prakriti- beziehungsweise Atishakvari-Zahl. So vermindere man vom dreigeschossigen bis zum zwölfgeschossigen

Kriyapada 30-11. die genannten Maße für jede Geschosszahl um jeweils zwei Ellen. Dadurch entstehen der Reihe nach die zehn mittleren Vimanas.

Kriyapada 30-12. Ebenso vermindere man die mittleren Vimanas jeweils um zwei Ellen. So ergeben sich die geringsten und weiteren Formen bis zum zwölfgeschossigen.

Kriyapada 30-13. Oder es entstehen die Vimanas von der Jati-Form an durch gerade Ellenmaße, beginnend mit der Vikara-Zahl bis zur siebten Stufe.

Unnummerierte Fortsetzung nach 30-13. Auch diese reichen von drei bis zu zwölf Geschossen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Jati-Vimanas.

Kriyapada 30-14. Beginnend mit der Atyashti-Zahl von Ellen bis zu dreiundsechzig Ellen Breite

Kriyapada 30-15. reichen die Chhanda-Formen von fünf bis zwölf Geschossen. Bei Zunahme um jeweils zwei Ellen ergeben sich drei Achtergruppen, beginnend mit der geringsten Klasse.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Chhanda-Vimanas.

Kriyapada 30-16. Von dreizehn bis fünfundfünfzig Ellen Breite, durch Zunahme um zwei Ellen wie zuvor, ergeben sich einundzwanzig Vikalpa-Formen. [Quellenhinweis: Die inklusive Zweierschrittfolge ergäbe zweiundzwanzig Werte; die gelieferte Einundzwanzigzahl bleibt erhalten.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Die Vikalpa-Vimanas.

Kriyapada 30-17. Von elf bis siebenundvierzig Ellen Breite, durch Zunahme um zwei Ellen wie zuvor, neunzehn an der Zahl,

Unnummerierte Fortsetzung nach 30-17. reichen die Abhasa genannten Formen von vier bis zwölf Geschossen.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Die Abhasa-Vimanas.

Kriyapada 30-18. Mit geraden und ungeraden Ellenmaßen, der Reihe nach bei zehn und neun beginnend,

Kriyapada 30-19. ferner acht, sieben, sechs und fünf Ellen, besitzen die höchsten und weiteren kleinen Formen der Reihe nach vier, drei und zwei Geschosse.

Kriyapada 30-20. Oder man ordne bei kleinen Heiligtümern von drei oder vier Ellen Breite sachgerecht ein oder zwei Geschosse an.

Unnummerierte Fortsetzung nach 30-20. Durch Zunahme um jeweils zwei Ellen bestimme man die geringsten und weiteren Formen.

Unnummeriertes Zitat des Großvaters Brahma nach 30-20. „Zehn oder neun Ellen breit ist hier die höchste eingeschossige Form; die mittlere misst acht oder sieben Ellen, die geringste sechs oder fünf. So bestehen drei Klassen eingeschossiger Bauten.“

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die kleinen Vimanas.

Kriyapada 30-21. Oder kurz für Vimanas aller Arten:

Kriyapada 30-22. Ihre Höhe sei das Doppelte der eigenen Breite oder um ein Achtel mehr. Oder bei den sehr kleinen und geringsten Formen teile man die Breite in sieben;

Kriyapada 30-23. ihre Höhe übersteigt sie um sechs Teile, bei mittleren um fünf, bei höchsten um drei. Dies ist hier die Höhe der Heiligtümer.

Kriyapada 30-24. Gemäß der jeweiligen Berechtigung bringen die Heiligtümer Göttern und anderen Gedeihen. Für Brahma, Vishnu und Shiva sowie für Weltherrscher

Kriyapada 30-25. wird der höchste zwölfgeschossige Bau empfohlen; für andere ist er nicht vorgesehen. Für die dreiunddreißig Götter, Yakshas, Naga-Herrscher und Brahma

Kriyapada 30-26. wird ein elfgeschossiger empfohlen; für Mond und Sonne ein zweigeschossiger. Für große Könige und Oberkönige gilt das neungeschossige Vimana.

Kriyapada 30-27. Das achtgeschossige eignet sich für Gandharvas, Siddhas und Vidyadharas; das siebengeschossige bringt vorzüglichen Brahmanen und Königen Gedeihen.

Kriyapada 30-28. Das sechsgeschossige gehört Gebietsherrschern, das fünfgeschossige Kronprinzen, das viergeschossige wird Vasallen und Stadtherren empfohlen.

Kriyapada 30-29. Wohlhabenden Vaishyas und Shudras sowie Heerführern gilt das dreigeschossige. Zwei- und eingeschossige eignen sich für alle Götter und Menschen.

Unnummerierte Einleitung. Dazu:

Kriyapada 30-30. „Welche Geschosszahl für Zweimalgeborene und andere genannt wurde, ist insgesamt auch für Himmelsbewohner erwünscht. Was für vorzügliche Brahmanen genannt wurde, gilt auch für Könige,

Kriyapada 30-31. was für Vaishyas genannt wurde, auch für Shudras; für Brahmanen kann alles gelten. Niedriger Eingestuften steht das für Höhere Genannte nicht zu.“ So sprach Parashara. [Diese Zuordnung ist die historische soziale Hierarchie des Textes.]

Kriyapada 30-32. Im Kali-Zeitalter ist kein Vimana höher als hundert Ellen vorgesehen. Ist es höher, wird es durch heftige Winde und andere Einwirkungen bedrängt.

Kriyapada 30-33. Wo nichts Besonderes angegeben ist, beträgt der innere Raum die Hälfte der eigenen Breite. Ein Neuntel der Vimana-Breite bestimmt die Breite der Kutas und Hallen.

Kriyapada 30-34. Bei geraden und ungeraden Anlagen sind Koshthas doppelt so lang wie breit. Panjara und Umgang sind gleich; die Ardharika hat einen halben Anteil.

Unnummerierte Fortsetzung nach 30-34. Oder der Umgang beträgt fünf beziehungsweise drei Teile, Gebäudemasse und die weiteren Teile den Rest. [Der Bezug dieser alternativen Teilzahlen wird nicht näher bestimmt.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Geschossgliederung.

Kriyapada 30-35. Die Glieder des Heiligtums gelten als zweifach: Hauptkörper und Nebenkörper.

Kriyapada 30-36. Unterbau, Pfeiler, Wand, Krugglied, Mandika, Potika-Konsole, Lastbalken, Querbalken und Jayanti-Balken,

Kriyapada 30-37. sowie die Anumarga-Glieder bilden der Reihe nach den Hauptkörper. Nun wird der Nebenkörper genannt: oberer Balken, Vajana-Leiste, Stufenreihe, Balika, Eckblatt,

Kriyapada 30-38. Verbindungen, Tore, Türflügel, Fügungen, Abdeckungen, Krugranken, Torbögen mit Faustverbänden und den acht Glückszeichen,

Kriyapada 30-39. kleine Röhren, Stäbe, Naprihara-Glieder, Nasikas, Bänder, Valabhi, Verbände, Brüstungen und Gitter,

Kriyapada 30-40. Eck-Kutas, weitere Kutas, Nidas, Koshthas und andere Teile, die Anordnung oberer Abdeckungen, Mörtel, Erdklumpen, Ziegel und weiteres:

Kriyapada 30-41. Dies sind die allgemeinen als Nebenkörper bezeichneten Glieder. Kleine und sehr kleine Vimanas entsprechen den örtlichen Gegebenheiten. [Einige Fachnamen der Gliederliste, besonders „naprihāra“, sind in der gelieferten Lesung nicht eindeutig zu bestimmen.]

Kriyapada 30-42. Drei Formen gelten: Nagara, Dravila und Vesara. Einen quadratischen oder länglich viereckigen Bau nennt man Nagara.

Kriyapada 30-43. Ein sechs- oder achteckiger, gleichmäßig oder länglich gestalteter Bau heißt Dravila. Auch ein unterhalb des Halses viereckiger,

Kriyapada 30-44. darüber achteckiger gilt als Dravila. Ein runder, länglich runder oder runder mit zwei Ecken,

Kriyapada 30-45. oder ein unterhalb des Halses viereckiger und darüber runder heißt Vesara-Vimana. Die drei gelten als den drei Gunas zugehörig.

Kriyapada 30-46. Nagara ist sattvisch, Dravila rajasisch, Vesara tamasisch; ihre Gottheiten sind der Reihe nach Brahma und die weiteren.

Kriyapada 30-47. Ebenso gelten sie der Reihe nach als den drei Zeitaltern, drei sozialen Gruppen und drei Wirklichkeitsprinzipien zugehörig. Als Land des Nagara gilt das Gebiet zwischen Himalaya und Vindhya.

Kriyapada 30-48. Für Dravila ist das Dravida-Land geeignet, kein anderes. Das Gebiet zwischen Agastya und Vindhya gilt als für Vesara passend.

Kriyapada 30-49. Einige sagen aber, alle Formen seien in allen Ländern möglich. Nun folgt hier kurz die allgemeine Geschossgestaltung.

Kriyapada 30-50. Drei, fünf, sieben oder neun Ellen gelten für einen eingeschossigen Bau; die Rudra- oder Atijagati-Zahl von Ellen für einen zweigeschossigen.

Kriyapada 30-51. Einen dreigeschossigen errichte man mit fünfzehn oder siebzehn Ellen. Darüber vermehre man für jedes Geschoss um fünf Ellen

Kriyapada 30-52. und bestimme so ordnungsgemäß die Maße bis zum zwölfgeschossigen Heiligtum. Bei der höchsten der kleinen Formen beträgt die Höhe das Doppelte der Breite.

Kriyapada 30-53. Bei der mittleren kleinen Form ist die Höhe um ein Siebtel geringer als das Doppelte; bei der geringsten kleinen Form ist sie davon um einen halben Anteil vermindert. [Der Bezugswert des letzten halben Anteils bleibt unklar.]

Kriyapada 30-54, mit beschädigtem Schlusszeichen in der Quelle. Wird die Breite in die Abhikriti-Zahl von Feldern geteilt, liegt der Sockel im Mittelfeld. Die Reihe von acht Feldern außen darum bildet den inneren Raum.

Kriyapada 30-55. Eine äußere Feldreihe bildet die Wand, ein Feld darin das Tor. Dies heißt ein eingeschossiges Götterhaus mit einer Wandumfassung.

Kriyapada 30-56. Ebenso liegt bei einem Vimana-Raster von einundachtzig Feldern in den neun Mittelfeldern das innere Heiligtum mit seinem Sockel.

Kriyapada 30-57. Mit der äußeren Feldreihe lege man Wand und Tor an; mit der nächsten äußeren Reihe ringsum den mittleren Umgang.

Kriyapada 30-58. Mit der äußeren Reihe füge man die Tempelwand und das Tor an. Im Osten oder Westen nehmen die Tore in den beiden Wänden jeweils ein Feld ein.

Kriyapada 30-59. So sind die kleinen Vimanas nach Wunsch zu verstehen. Nach den eigenen Mitteln errichte man sie eingeschossig oder bis zu zwei Geschossen.

Kriyapada 30-60. Ihre Höhe ist das Doppelte der angenommenen Breite. Teilt man die Höhe in acht, so erhält der Unterbau einen Teil,

Kriyapada 30-61. die Pfeilerhöhe zwei, das Gebälk einen, der Hals einen, der Dachaufsatz zwei und die Bekrönung einen.

Kriyapada 30-62. So bestimme man das ein- und zweigeschossige Heiligtum. Die Höhe des Unterbaus teile man in drei.

Kriyapada 30-63. Mit einem Teil fertige man die Jagati-Platte, mit einem das Kumuda-Wulstglied. Den verbleibenden Teil teile man in vier; ein Anteil davon bildet die Pattika-Leiste,

Kriyapada 30-64. ein Anteil den Zwischenraum, die beiden übrigen das Pratimukha-Glied. Dies ist der Unterbau kleiner und sehr kleiner Vimanas.

Kriyapada 30-65. Nun wird für die Hauptformen, die nicht gruppenspezifischen und die gruppenspezifischen Vimanas der jeweils passende Unterbau samt Zusatzsockel genannt.

Kriyapada 30-66. Masuraka, Adhishthana, tragende Baugrundlage, Kuttima, Tala und erstes Glied sind gleichbedeutende Benennungen.

Kriyapada 30-67. Das feste, aus Stein und anderen Stoffen gefügte Bauteil, auf dem das Heiligtum mit seinen eigenen Gliedern ständig steht, heißt Adhishthana, Unterbau.

Kriyapada 30-68. Nachdem die Fläche auf die zuvor beschriebene Weise sehr fest aufgebaut und zuerst die Grundsteinbeigabe niedergelegt wurde, füge man den Zusatzsockel an.

Kriyapada 30-69. Ist ein Zusatzsockel vorhanden, liegt er unter dem Unterbau: zur Erhöhung, zur Schönheit und besonders zum Schutz.

Kriyapada 30-70. Drei Formen gelten: Vedibhadra, Pratibhadra und Subhadra. Teilt man die Höhe des Zusatzsockels in zwölf, nimmt die Fußleiste zwei Teile ein, der Lotus einen,

Kriyapada 30-71. das Kshepana einen halben, der Hals fünf, die Leiste darüber einen halben; der obere Lotus einen, das Vajana-Glied

Kriyapada 30-72. und die obere Leiste die verbleibenden Anteile. So ist der Zusatzsockel achtgliedrig. Oder man fertige ihn sechsgliedrig, ohne den oberen und unteren Lotus.

Kriyapada 30-73. Dies ist Vedibhadra, in beiden Formen für alle Bauten geeignet. Mit Anteilen in der Zahl von Ashvins, Augen und Shiva sowie einem Anteil aus den Sonnenanteilen,

Kriyapada 30-74. mit Rama-Anteilen und Einzelanteilen, ferner zwei und einem Anteil füge man die Glieder vom Fuß bis zum Vajana an, wenn die Höhe in drei mal neun Teile geteilt ist. [Örtliche Ausnahme: Die verdichtete Chiffren- und Bruchreihe in 30-73–74 erlaubt keine sichere vollständige Zuweisung zu den folgenden Gliedern. Ihre erkennbaren Angaben sind übersetzt; eine normalisierte Maßtabelle wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 30-75. Fuß, Lotus, Leiste, Hals, oberer Balken, Lotus, Kapota, Alinga und die weiteren Glieder bis zu Prati und Vajana werden genannt.

Kriyapada 30-76. Dies heißt Pratibhadra, mit sämtlichem Schmuck versehen. Teilt man die Höhe in die Prakriti-Zahl, so nehmen Fuß und Lotus zwei Anteile ein,

Kriyapada 30-77. Hals einen halben, Lotus einen halben, Vajana zwei, Lotus einen halben und ebenso die Leiste; der Hals acht, der obere Balken einen Anteil.

Kriyapada 30-78. Der Lotus erhält einen halben, das Gopana drei; darüber liegt eine Leiste. Dieser Zusatzsockel wird Subhadra genannt. [Quellenhinweis zu 30-76–78: Die Maßreihe bleibt in ihrer Summe und in der wiederholten Halsbenennung unklar. Die Zahlen sind nicht einer vermuteten Gesamthöhe angepasst.]

Kriyapada 30-79. Mit Löwen, Elefanten, Makaras, Fabelwesen, Bhutas, Blättern und weiterem sei er geschmückt. Jede Front habe ein Fischmaul; auf dem Kopf sitze ein Kind. [Die genaue figürliche Verbindung der letzten Angabe bleibt unbestimmt.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach 30-79. „Im Verhältnis zur angenommenen Höhe des Unterbaus sei der Zusatzsockel doppelt, gleich, anderthalbfach, halb oder dreiviertel hoch, oder nach fünf, zwei oder drei Anteilen: in drei, zwei oder einem Maß. Mit seinen Nebengliedern gleichmäßig ausgerichtet und mit einem großen Vajana versehen, füge man bei allen Heiligtümern unten einen festen, passenden Zusatzsockel an.“ [Örtliche Ausnahme: Die erste Vershälfte enthält eine gedrängte Reihe von Verhältnisgrößen, deren genaue Rechenbezüge nicht sicher aufzulösen sind. Alle erkennbaren Maßangaben sind wiedergegeben; eine rekonstruierte Tabelle ersetzt den Vers nicht.]

Kolophon. So endet in der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada, das dreißigste Kapitel über die Gliederung der Jati- und weiteren Vimanas und das Verfahren der Zusatzsockel.

Unnummerierte Segensformel am Ende des gelieferten dritten Bandes. Möge Heil sein!

Was einen Bau trägt

Der Unterbau verbindet im Text Festigkeit, Schutz und Schönheit. Er trägt, was darüber sichtbar wird. Als heutige Besinnung kann dieses Bild an die unscheinbaren Grundlagen der Yoga-Praxis erinnern: Regelmäßigkeit, Aufmerksamkeit und ein tragfähiger Alltag. Die Maßlehre selbst bleibt eine historische Fachlehre mit mehreren Systemen und örtlichen Unsicherheiten; ihre Unterschiede werden nicht geglättet.


Schlussbetrachtung

Dieser Werkabschnitt stellt Erkenntnis und Handeln nebeneinander. Das Bild vom Samen auf gutem Boden erinnert daran, dass Einsicht Pflege braucht. Studium, verlässliche Begleitung und Mitgefühl geben einer Praxis Halt. Wer über Einweihung und heilige Handlungen liest, begegnet deshalb auch der Frage nach der eigenen Bereitschaft zu lernen.

Als heutige Besinnung kannst du am Ende eines Studientages fragen: Welche Einsicht möchte ich in meinem Verhalten sichtbar werden lassen? Vielleicht ist es mehr Geduld, eine ehrliche Rückfrage oder eine Handlung der Fürsorge. So kann das Lesen eine beständige Sadhana begleiten. Der anschließende zweite Kriyapada-Teil erweitert den Blick auf Bildwerke, Weihe, Feste und die Pflege des Heiligtums.


Verwandte Schriften und Siehe auch

Für den Vergleich bieten sich drei Fragen an: Wie beschreiben andere Agamas Shiva und die Bindung der Seele? Wie ordnen Ritualhandbücher Verehrung und Diksha? Wie führen Meditationstexte zur inneren Sammlung? Die folgenden Verweise dienen diesem Vergleich; sie behaupten weder identische Lehren noch eine direkte Abhängigkeit aller genannten Werke.

Quellen und Literatur

  • Muktabodha Indological Research Institute: īśānaśivagurudevapaddhati, vier elektronische Bände, jeweils IAST und Devanagari: M00016 (Samanyapada 1–14), M00017 (Mantrapada 15–52), M00018 (Kriyapada 1–30), M00233 (Kriyapada 31–64 und Yogapada 1–3). Herausgeber laut Dateiköpfen: Ganapati Shastri; elektronische Erfassung unter Aufsicht von Mark Dyczkowski. Dateiköpfe: Creative Commons BY-NC 4.0. Die gelieferte IAST-Fassung ist Übersetzungsgrundlage; örtlich wurde die getrennt gelieferte Devanagari-Fassung verglichen.
  • Bibliographische Angaben der Dateien: Band 1 nennt 1921, die weiteren Bände 1922. Druckausgabe, in den Köpfen genannter Verlag und elektronische Fassung sind zu unterscheiden; insbesondere bezeichnet der Beschreibungssatz von M00233 den Band abweichend als „Volume 3“. Die inhaltliche Fortsetzung und der Dateititel weisen ihn hier als Band 4 aus.
  • J. P. Prajith: Isanasivagurudeva Paddhati – study, 2008, Kapitel 2. Autor und Datierung. Nur zur historischen Einordnung, nicht als zusätzliche Sanskritgrundlage verwendet.
  • Moderne Begleitmedien: Yoga-Vidya-Wiki, Nyasa und Shiva-Shakti-Philosophie. Bilddateien auf dem Wiki und Videotitel beim Anbieter am 24. September 2026 geprüft. Bilder und Videos zeigen beziehungsweise erläutern heutige Praxis, keine historisch belegte Durchführung dieses konkreten Werkes.
  • Seminarverweise: Indische Schriften und Chakra; die vier eingebundenen Feeds wurden am 24. September 2026 abgerufen.


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Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 30: Geschossmaße und Zusatzsockel
Zum Abschluss des dritten Druckbandes behandelt das Werk die Höhe und Breite von Vimanas, ihre Geschosszahl, Haupt- und Nebenglieder sowie den Aufbau zusätzlicher Sockel. Mehrere Maßsysteme werden nebeneinander genannt. Die Übersetzung bewahrt abweichende Zahlen und unklare Bruchangaben, ohne daraus eine vereinheitlichte Bauanleitung zu machen.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha triṃśaḥ paṭalaḥ |

atha dvādaśabhaumādi yāvat tu tritalaṃ bhavet |
proktānāṃ ca vimānānāmuttamādiprabhedataḥ || 30-1 ||

utsedhavyāsamānaṃ tu hastaiḥ pṛthagihocyate |
tatrādityatalaṃ śreṣṭhaṃ śatahastocchritaṃ bhavet || 30-2 ||

hastasaptativistāraṃ mukhyaṃ jātyapi ca kramāt |
triṣaṣṭihastavistāraṃ trinavatyunnataṃ tu yat || 30-3 ||

uttamena tu mānena syādekādaśabhūmikam |
tathā caturaśītyuccaṃ saptapañcāśatā tatam || 30-4 ||

daśabhaumaṃ smṛtaṃ dhāma śreṣṭhamānena śobhanam |
pañcasaptatituṅgaṃ yadekapañcāśatā tatam || 30-5 ||

navabhaumaṃ tu tanmukhyaṃ yathāyukti niyojitam |
uccaṃ ṣaḍadhikaṃ ṣaṣṭyā catvāriṃśacca pañca ca || 30-6 ||

karāṇāṃ vistṛtaṃ dhāma bhavedaṣṭatalaṃ śubham |
saptapañcāśaduttuṅgaṃ triṃśatā navakena ca || 30-7 ||

karāṇāṃ vistṛtaṃ dhāma saptabhaumaṃ prakīrtitam |
trayastriṃśatkaravyāsaṃ catvāriṃśatkarairapi || 30-8 ||

nandahastaiśca yattuṅgaṃ pañcabhaumaṃ tu tadbhavet |
triṃśatā caikaviṃśatyā tuṅgavyāsaṃ catustalam || 30-9 ||

prakṛtyā cātiśakvaryā tribhaumaṃ tuṅgavistṛtam |
evaṃ tritalamārabhya yāvad dvādaśabhūmikam || 30-10 ||

uktamānāt pratitalaṃ hrāsayed dvikaraṃ kramāt |
madhyamāni vimānāni bhavantīha daśa kramāt || 30-11 ||

tadvanmadhyavimānānāṃ hrāsena dvikaraṃ pṛthak |
kaniṣṭhādivimānāni siddhyantyā jagatītalāt || 30-12 ||

athavā yugmahastaistu vikārakaramāditaḥ |
saptamyantaṃ vimānāni jātyādi prabhavanti hi || 30-13 ||

p. 301) tānyapi tritalādīni bhavantyarkatalāntakam |

jātivimānādhikāraḥ |

atyaṣṭihastādārabhya ātriṣaṣṭikarātatāt || 30-14 ||

chandāni pañcabhaumādi bhavantyārkatalādiha |
dvidvihastavivṛddhānāṃ kaniṣṭhādyaṣṭakatrayam || 30-15 ||

chandavimānādhikāraḥ |

trayodaśakaravyāsāt pañcapañcāśadātateḥ |
dvihastavardhanāt prāgvad vikalpānyekaviṃśatiḥ || 30-16 ||

vikalpavimānāni |

ekādaśakarāt saptacatvāriṃśatkarātateḥ |
dvihastavardhanāt prāgvadūnaviṃśatisaṃkhyayā || 30-17 ||

caturbhaumādyārkabhaumādābhāsākhyāni tāni vai |

ābhāsavimānāni |

yugmāyugmakaraiḥ paṅktinavahastāditaṃ kramāt || 30-18 ||

aṣṭasaptakaṣaṭpañcakaraiḥ śreṣṭhādikāni tu |
catustridvitalāni syuḥ kṣudrākhyāni yathākramam || 30-19 ||

athavā tricaturhastavyāsāt kṣudreṣu dhāmasu |
ekabhaumaṃ dvibhaumaṃ ca yathāyukti niyojayet || 30-20 ||

dvidvihastavivṛddhyā tu nīcādīni samūhayet |

atra pitāmahaḥ -

paṅktihastaistataṃ nandakaravyāsamihottamam |
bhavedekatalaṃ hastairmadhyaṃ vasvṛṣisammitaiḥ || kaniṣṭhamṛtubāṇaiḥ syādevamekatalatrayam |

iti |

kṣudravimānādhikāraḥ |

athavā sarvajātyānāṃ vimānānāṃ samāsataḥ || 30-21 ||

p. 302) svavyāsadviguṇāduccamaṣṭāṃśaṃ vādhikaṃ bhavet |
athavālpakaniṣṭhānāṃ vyāse saptavibhāgake || 30-22 ||

ṣaḍaṅgādhikamuccaṃ syānmadhyānāṃ pañca cādhikam |
tryaṃśādhikaṃ cottamānāṃ prāsādānāmihonnatiḥ || 30-23 ||

yathādhikāraṃ prasādā devādīnāṃ samṛddhidāḥ |
brahmaviṣṇuśivānāṃ cāpyuttamaṃ cakravartinām || 30-24 ||

śastaṃ dvādaśabhaumaṃ syānnānyeṣāṃ tad vidhīyate |
trayastriṃśatsurāṇāṃ ca yakṣanāgendravedhasām || 30-25 ||

ekādaśatalaṃ śastaṃ dvitalaṃ śaśisūryayoḥ |
mahārājādhirājānāṃ vimānaṃ navabhūmikam || 30-26 ||

aṣṭabhaumaṃ tu gandharvasiddhavidyādharocitam |
saptabhaumaṃ dvijendrāṇāṃ nṛpāṇāṃ ca samṛddhidam || 30-27 ||

ṣaḍbhaumaṃ maṇḍalendrāṇāṃ pañca syuryauvarājakam |
sāmantānāṃ caturbhaumaṃ pureśānāṃ ca śasyate || 30-28 ||

śrīmatāṃ vaiśyaśūdrāṇāṃ seneśānāṃ tribhaumakam |
dvitalaṃ caikabhaumaṃ ca sarvadevanarocitam || 30-29 ||

atra -

yaduktaṃ tu dvijātīnāmanyeṣāṃ talasaṃkhyakam |
tat sarvaṃ dyusadāmiṣṭaṃ dvijendroktaṃ ca bhūbhujām || 30-30 ||

vaiśyoktaṃ caiva śūdrāṇāṃ dvijānāṃ sarvameva vā |
hīnānāṃ nādhikoktaṃ syāditi prāha parāśaraḥ || 30-31 ||

vimānācchatahastoccādadhikaṃ na kalau smṛtam |
mahāvātādipīḍābhiḥ pīḍyate yadyato'dhikam || 30-32 ||

svavyāsārdhād garbhagṛhamaviśeṣodite bhavet |
vimānavyāsanandāṃśāt kūṭaśālāviśālatā || 30-33 ||

p. 303) vistāradviguṇāyāmo yugmāyugme ca koṣṭhake |
pañjarālindake tulye bhāgārdhārdhāriko bhavet || 30-34 ||

pañcatryaṃśamalindaṃ vā gṛhapiṇḍyādi śeṣataḥ |

talavibhāgādhikāraḥ |

kāyaścāpyanukāyaśca prāsādāṅgaṃ dvidhā smṛtam || 30-35 ||

adhiṣṭhānaṃ tathā stambho bhittiḥ kumbhaśca maṇḍikāḥ |
potikā syād bhāratulā jayantaya iti kramāt || 30-36 ||

anumārgāśca kāyaḥ syādanukāyo'tha kathyate |
uttaraṃ vājanaṃ śreṇī balīkaṃ karṇapatrikā || 30-37 ||

sandhidvārakapāṭāni yogaḥ pracchādanāni ca |
kumbhavallī toraṇāni muṣṭibandhāṣṭamaṅgalaiḥ || 30-38 ||

mṛṇālikā daṇḍikā ca naprihārāśca nāsikāḥ |
paṭṭikā valabhī bandhavedikā jālakāni ca || 30-39 ||

karṇakūṭāstathā kūṭā nīḍakoṣṭhādayo'pi ca |
ūrdhvapracchādavinyāsasudhāloṣṭeṣṭakādayaḥ || 30-40 ||

anukāyābhidhānāni sāmānyāni bhavanti hi |
deśocitāni kṣudrālpavimānāni bhavanti hi || 30-41 ||

nāgaraṃ drāvilaṃ caiva vesaraṃ ca tridhā matam |
caturaśraṃ vāyatāśraṃ nāgaraṃ tat pracakṣate || 30-42 ||

ṣaḍaśraṃ vāthavāṣṭāśraṃ samaṃ vā dīrghameva vā |
drāvilaṃ saudhamuddiṣṭaṃ vedāśraṃ vā galādadhaḥ || 30-43 ||

kaṇṭhādupari cāṣṭāśraṃ tadapi drāvilaṃ smṛtam |
vṛttaṃ vṛttāyataṃ vāpi dvyaśraṃ vṛttamathāpi vā || 30-44 ||

kaṇṭhādadhastād vedāśraṃ tadūrdhvaṃ vartulaṃ ca yat |
vimānaṃ vesarākhyaṃ syāt trayaṃ tattriguṇaṃ smṛtam || 30-45 ||

p. 304) sāttvikaṃ nāgaraṃ tat syād rājasaṃ drāvilaṃ smṛtam |
tāmasaṃ vesaraṃ ceti trayaṃ brahmādidaivatam || 30-46 ||

triyugaṃ tat trivarṇaṃ ca tritattvaṃ ca kramāt smṛtam |
nāgarasya smṛto deśo himavadvindhyamadhyagaḥ || 30-47 ||

drāvilasyocito deśo drāviḍaḥ syānna cānyathā |
āgastyavindhyamadhyastho deśo vesarasammataḥ || 30-48 ||

sarvāṇi sarvadeśeṣu bhavantītyapi kecana |
samāsādatra sāmānyaṃ talanirmāṇamiṣyate || 30-49 ||

tripañcasaptanavabhiḥ karairekatalaṃ smṛtam |
rudrātijagatīsaṃkhyairhastaiḥ syād dvitalaṃ punaḥ || 30-50 ||

tritalaṃ pañcadaśabhiḥ kuryāt saptadaśaiva tu |
ata ūrdhvaṃ pratitalaṃ pañcahastavivardhanāt || 30-51 ||

ādvādaśatalaṃ dhāmnāṃ yathāvanmānamūhayet |
alpottamavimānānāṃ vyāsād dviguṇa ucchrayaḥ || 30-52 ||

dviguṇāt saptamāṃśonamalpamadhyeṣu tuṅgatā |
tasmādardhāṃśahīnaḥ syādutsedho'lpādhamasya tu || 30-53 ||

vyāse'bhikṛtikoṣṭhe syāt pīṭhaṃ koṣṭhena madhyataḥ |
tadbahirvasukoṣṭhānāṃ paṅktyā garbhagṛhaṃ bhavet || 30-54 |
\

koṣṭhapaṅktyā bahirbhittistatra dvāraṃ tu koṣṭhataḥ |
ekabhityekatalakaṃ daivaṃ dhāmedamīritam || 30-55 ||

tadvat prāsādavistārasyaikāśītipadasya tu |
madhyasthanavakoṣṭhe syāt sapīṭhaṃ garbhamandiram || 30-56 ||

tadbāhye koṣṭhapaṅktyā tu bhittiṃ dvāraṃ ca kalpayet |
tadbāhyapaṅktyā paritaḥ kalpayenmadhyanāḍikām || 30-57 ||

prāsādabhittiṃ tadbāhye paṅktyā dvāraṃ ca yojayet |
prācyāṃ vā paścime bhittyordvāramekaikakoṣṭhataḥ || 30-58 ||

evaṃ cālpavimānāni vijñeyāni yathāruci |
ekabhaumāni vā kuryād dvitalāntāni śaktitaḥ || 30-59 ||

p. 305) eteṣāmāttavistārād dviguṇaḥ syādihocchrayaḥ |
ucchraye cāṣṭadhā bhakte syādadhiṣṭhānamaṃśataḥ || 30-60 ||

stambhotsedhastu bhāgābhyāṃ prastaraścaikabhāgikaḥ |
kaṇṭhaścāṃśena śikharaṃ dvābhyāṃ sthūpistathāṃśataḥ || 30-61 ||

evaṃ dhāmaikatalakaṃ dvitalaṃ ca samūhayet |
tatrādhiṣṭhānatuṅgasya tridhā bhaktasya bhāgaśaḥ || 30-62 ||

bhāgena jagatīṃ kuryādaṃśena kumudaṃ tathā |
śiṣṭabhāge tu vedāṃśe kuryādaṃśena paṭṭikām || 30-63 ||

syādaṃśenāntaraṃ śeṣāvaṃśau pratimukhaṃ bhavet |
alpakṣudravimānānāmadhiṣṭhānamidaṃ bhavet || 30-64 ||

mukhyajātītarāṇāṃ ca jātyānāṃ ca yathocitam |
vimānānāmadhiṣṭhānaṃ sopapīṭhaṃ nigadyate || 30-65 ||

masūrakaṃ cādhiṣṭhānaṃ vastvādhāraṃ ca kuṭṭimam |
talaṃ cādyāṅgamiti ca śabdāḥ paryāyavācakāḥ || 30-66 ||

prāsādastu nijairaṅgairadhitiṣṭhati yaṃ sadā |
dṛḍhaṃ śilādighaṭitaṃ tadadhiṣṭhānasaṃjñitam || 30-67 ||

pūrvamuktaprakāreṇa sthale dṛḍhataraṃ cite |
garbhanyāsaṃ ca kṛtvādāvupapīṭhaṃ tu yojayet || 30-68 ||

adho'dhiṣṭhānakānāṃ syādupapīṭhaṃ bhaved yadi |
unnatyarthaṃ ca śobhārthaṃ rakṣārthaṃ ca viśeṣataḥ || 30-69 ||

vedībhadraṃ prātibhadraṃ subhadraṃ ca tridhā matam |
arkāṃśe tūpapīṭhoccairupānadvyaṃśamaṃśataḥ || 30-70 ||

padmaṃ kṣepaṇamardhāṃśād grīvā pañcāṃśato bhavet |
ardhena kampastasyordhvamabjaṃ cāṃśena vājanam || 30-71 ||

p. 306) śiṣṭāṃśenordhvakampaścetyaṣṭāṅgamupapīṭhakam |
ṣaḍaṅgaṃ vā vidhātavyamūrdhvādhaḥ paṅkajaṃ vinā || 30-72 ||

vedībhadramidaṃ proktaṃ sarvaharmyocitaṃ dvidhā |
aśvidṛkcchivabhāgaistu bhānubhāgāṃśakāṃśakaiḥ || 30-73 ||

rāmāṃśāṃśakabhāgaistu dvābhyāmaṃśena yojayet |
janmano vājanāntaṃ tattuṅge trinavabhāgike || 30-74 ||

pādukaṃ paṅkajaṃ kampaḥ kaṇṭhamuttaramambujam |
kapotāliṅgakāntādi prativājanamucyate || 30-75 ||

prātibhadrāhvayaṃ tvetat sarvālaṅkārasaṃyutam |
prakṛtyaṃśe tadutsedhe bhāgābhyāṃ janma cāmbujam || 30-76 ||

ardhena galamardhane padmaṃ dvyaṃśaṃ tu vājanam |
ardhenābjaṃ tathā kampamaṣṭau kaṇṭhoṃ'śamuttaram || 30-77 ||

ardhenābjaṃ tu gopānaṃ tribhiḥ syāt kampamūrdhvataḥ |
subhadrakamidaṃ nāmnā kathitaṃ hyupapīṭhakam || 30-78 ||

siṃhebhamakaravyālabhūtapatrādyalaṅkṛtam |
prativaktrajhaṣāsyaṃ syād bālenārūḍhamastakam || 30-79 ||

atra mayaḥ -

āttādhiṣṭhānatuṅgād dviguṇamatha samaṃ sārdhamardhatripādaṃ pañcāṃśaṃ dvyaṃśakaṃ vānalasamamiti tridvyekamātropapīṭham |
sapratyaṅgaṃ samañcaṃ tadapi ca mahatā vājanenopayuktaṃ sarveṣāṃ cāpi dhāmnāṃ dṛḍhamucitamadho yojayet tūpapīṭham ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau sidhāntasāre uparibhāge kriyāpāde jātyādivimānavibhāgopapīṭhavidhipaṭalastriṃśaḥ || 30 ||


śubhaṃ bhūyāt |

Schlussbetrachtung

Dieser Werkabschnitt stellt Erkenntnis und Handeln nebeneinander. Das Bild vom Samen auf gutem Boden erinnert daran, dass Einsicht Pflege braucht. Studium, verlässliche Begleitung und Mitgefühl geben einer Praxis Halt. Wer über Einweihung und heilige Handlungen liest, begegnet deshalb auch der Frage nach der eigenen Bereitschaft zu lernen.

Als heutige Besinnung kannst du am Ende eines Studientages fragen: Welche Einsicht möchte ich in meinem Verhalten sichtbar werden lassen? Vielleicht ist es mehr Geduld, eine ehrliche Rückfrage oder eine Handlung der Fürsorge. So kann das Lesen eine beständige Sadhana begleiten. Der anschließende zweite Kriyapada-Teil erweitert den Blick auf Bildwerke, Weihe, Feste und die Pflege des Heiligtums.

Beim erneuten Lesen kann bereits eine kurze Sanskritzeile zum Gegenstand konzentrierten Studiums werden. Vergleiche Wortlaut und Übersetzung in Ruhe; aus sorgfältigem Verstehen wächst ein tragfähiger Zugang zum Text.


Verwandte Schriften und Siehe auch

Für den Vergleich bieten sich drei Fragen an: Wie beschreiben andere Agamas Shiva und die Bindung der Seele? Wie ordnen Ritualhandbücher Verehrung und Diksha? Wie führen Meditationstexte zur inneren Sammlung? Die folgenden Verweise dienen diesem Vergleich; sie behaupten weder identische Lehren noch eine direkte Abhängigkeit aller genannten Werke.

Quellen und Literatur

  • Muktabodha Indological Research Institute: īśānaśivagurudevapaddhati, vier elektronische Bände, jeweils IAST und Devanagari: M00016 (Samanyapada 1–14), M00017 (Mantrapada 15–52), M00018 (Kriyapada 1–30), M00233 (Kriyapada 31–64 und Yogapada 1–3). Herausgeber laut Dateiköpfen: Ganapati Shastri; elektronische Erfassung unter Aufsicht von Mark Dyczkowski. Dateiköpfe: Creative Commons BY-NC 4.0. Die gelieferte IAST-Fassung ist Übersetzungsgrundlage; örtlich wurde die getrennt gelieferte Devanagari-Fassung verglichen.
  • Bibliographische Angaben der Dateien: Band 1 nennt 1921, die weiteren Bände 1922. Druckausgabe, in den Köpfen genannter Verlag und elektronische Fassung sind zu unterscheiden; insbesondere bezeichnet der Beschreibungssatz von M00233 den Band abweichend als „Volume 3“. Die inhaltliche Fortsetzung und der Dateititel weisen ihn hier als Band 4 aus.
  • J. P. Prajith: Isanasivagurudeva Paddhati – study, 2008, Kapitel 2. Autor und Datierung. Nur zur historischen Einordnung, nicht als zusätzliche Sanskritgrundlage verwendet.
  • Moderne Begleitmedien: Yoga-Vidya-Wiki, Nyasa und Shiva-Shakti-Philosophie. Bilddateien auf dem Wiki und Videotitel beim Anbieter am 24. September 2026 geprüft. Bilder und Videos zeigen beziehungsweise erläutern heutige Praxis, keine historisch belegte Durchführung dieses konkreten Werkes.
  • Seminarverweise: Indische Schriften und Chakra; die vier eingebundenen Feeds wurden am 24. September 2026 abgerufen.


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Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.


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Textgrundlage
Grundlage sind die vollständigen Projektfassungen des Kriyāpāda der Īśānāśivagurudeva Paddhati: Kapitel 1–30 nach M00018 und Kapitel 31–64 nach M00233, jeweils mit deutscher Übersetzung und IAST. Originale Kapitelzählung, Lesarten, Maße und Ritualreihenfolgen werden beibehalten.

Siehe auch

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Swami Nirgunananda, Rukmini Keilbar

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