Ishanashivagurudeva Paddhati Mantrasammlung

Aus Yogawiki

Mantras und Gebete der Ishanashivagurudeva Paddhati

Mantra erscheint in diesem Werk als Laut, Bedeutung, göttliche Gestalt und rituelle Handlung. Diese Sammlung macht ausgewählte ausgeschriebene Formeln mit ihrer Bedeutung zugänglich und weist anschließend weitere Mantrastellen und Gruppen mit Fundstellen nach. Sie ersetzt keine vollständige Ritualunterweisung.

Ein Bija ist ein Keimlaut; eine Wortübersetzung wäre dafür häufig irreführend. Eine Gayatri ist hier eine bestimmte Anrufungsform. Die Bezeichnung allein liefert noch keinen vollständigen Wortlaut. Chiffren benennen Laute mittelbar durch Gottheiten, Körperstellen oder andere Zuordnungen. Solche Bildungsanweisungen werden nicht als gesicherte Rezitationsformeln rekonstruiert. Sanskritlesungen einschließlich auffälliger Schreibungen bleiben erhalten.

Ein Zugang für dein Studium: Beginne bei einem ausgeschriebenen Gebet mit verständlicher Bedeutung und lies den verlinkten Kapitelzusammenhang. Achte darauf, wer spricht, an wen sich die Worte richten und welche Handlung sie begleiten. Gerade diese Genauigkeit kann die Hingabe vertiefen: Ein Wort wird persönlich bedeutsam, wenn sein Sinn und sein Ort in der Überlieferung deutlicher werden.

Weiterführende Lektüre: Soma Shambhu Paddhati bietet einen ergänzenden Zugang zu Japa und Darbringung; Netra Tantra lädt zum Vergleich von Anrufung und Schutz ein. Die jeweiligen Formeln werden dabei in ihrem eigenen Überlieferungszusammenhang gelesen und nicht zu neuen Mantras zusammengesetzt. Eine andere Mantrasammlung findest du unter Mantras und Gebete der Ishanashivagurudeva Paddhati.

Heutige Puja. Das Bild veranschaulicht Verehrung, nicht die historische Ausführung eines bestimmten Kapitels.

Ich bin Das

Kurze Identitätsformel im Zusammenhang der inneren Reinigung und Vergegenwärtigung des höchsten Selbst.

Fundstelle: Samanyapada 2-71 und 2-74 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

so'ham

Bedeutung: Ich bin Das.

Auflösung im Unbefleckten

Die Quelle nennt eine anschließende Kopf-Endung. Diese wird hier nicht aus einer anderen Überlieferung ergänzt.

Fundstelle: Samanyapada 2-120 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebener Formelteil; Endung nur bezeichnet

nirañjane layaṃ gaccha

Bedeutung: Gehe ein in die Auflösung im Unbefleckten.

Verehrung den Kühen

Teil der historischen morgendlichen Verehrung.

Fundstelle: Samanyapada 9-78 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

gobhyo namo

Bedeutung: Verehrung den Kühen.

Tvarita-Gayatri

Tvarita bezeichnet die rasch wirkende Göttin. Die gelieferte Form vidmahe und die Namensform Trotala werden bewahrt.

Fundstelle: Mantrapada 22, unnummeriert nach 22-10 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

tvaritāvidyāyai vidmahe trotalāvidyāyai dhīmahi, tannastūrṇā pracodayāt

Bedeutung: Wir erkennen die Tvarita-Vidya; über die Trotala-Vidya meditieren wir. Möge die Eilende uns anregen.

Shiva als Zeuge und Vollender

Abschluss der Pavitra-Verehrung. Die Formel wird in der Quelle durch iti angeschlossen; die so überlieferte Endform nama bleibt stehen.

Fundstelle: Kriyapada 21, unnummeriert nach 21-113 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

sarvatattvātmane sarvakarmasākṣiṇe sarvaparipūraṇāya sarvaphalapradāya sarvajñāya śivāya nama

Bedeutung: Verehrung Shiva, dem Selbst aller Wirklichkeitsprinzipien, dem Zeugen aller Handlungen, dem Vollender von allem, dem Geber aller Früchte und dem Allwissenden.

Ananga-Gayatri

Kama-Verehrung im Frühlingsritual. Klim ist ein Bija, ein ritueller Keimlaut; ihm wird keine erfundene Wortbedeutung zugeschrieben.

Fundstelle: Kriyapada 22, unnummeriert nach 22-31 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

oṃ klīṃ manmathāya vidmahe kāmadevāya dhīmahi tanno gandharvaḥ pracodayāt!

Bedeutung: Om, Klim. Wir erkennen Manmatha; über Kamadeva meditieren wir. Möge jener Gandharva uns anregen.

Die alles tragende Erde

Einladung der Erde im Zusammenhang der Gründungszeremonie. Ham und Hlam sind Keimlaute.

Fundstelle: Kriyapada 27, unnummeriert nach 27-103 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

oṃ hāṃ hlāṃ pṛthivyai sarvabhūtadhāriṇyai namaḥ

Bedeutung: Om, Ham, Hlam. Verehrung der Erde, die alle Wesen trägt.

Bitte um einen geeigneten Stein

Ritualgebet bei der Suche nach einem Stein für das Heiligtum. Die Schreibung triṇetrāya bleibt erhalten.

Fundstelle: Kriyapada 36-59 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

oṃ triṇetrāya rudrāya bhūtānāṃ pataye namaḥ |
śilāṃ darśaya deveśa ! prasanno vṛṣabhadhvaja !

Bedeutung: Om. Verehrung dem Dreiäugigen, Rudra, dem Herrn der Wesen. Zeige den Stein, Herr der Götter! Sei gnädig, du mit dem Stierbanner!

Shiva und Parvati als Begleitbild zur Beziehung von Bewusstsein und göttlicher Kraft.

Moderne Begleitung: Nyasa – Verehrung und Darbringung des Körpers

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.

Verzeihung vor der Arbeit am Linga

Vor dem Ausarbeiten der Kennlinien am Linga; der Erzählrahmen ist nicht Teil des Gebets.

Fundstelle: Kriyapada 38-20–21 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebenes Gebet

ajñānād vā mayā jñānāt tvayi yad duranuṣṭhitam || 20 ||

tat sarvamiha sarvātman ! kṣantumarhasi śaṅkara !

Bedeutung: Was ich an dir aus Unwissenheit oder wissentlich unrecht ausgeführt habe, all das vergib mir hier, du Selbst aller Wesen, Shankara!

Einladung an Rudras Gefolge

Bali bezeichnet hier die rituelle Darbringung an das Gefolge. Das gleiche Gebet wird nicht als zweite Auswahlstelle gezählt.

Fundstelle: Kriyapada 48-25 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

ye samastaṃ jagad vyāpya tiṣṭhanti balikāṅkṣiṇaḥ |
te rudrapārṣadāḥ sarve gṛhṇantu balimuttamam

Bedeutung: Alle Angehörigen von Rudras Gefolge, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen, mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!

Harasena-Gayatri

Anrufung des Gefolges. Die unterschiedlichen Quellformen vidmahe und dhīmahe bleiben erhalten.

Fundstelle: Kriyapada 48, unnummeriert nach Vers 32 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

oṃ harasenāya vidmahe mahābalāya dhīmahe tanno daśamūrtiḥ pracodayāt

Bedeutung: Om. Wir erkennen Harasena; über den sehr Kraftvollen meditieren wir. Möge jener Zehngestaltige uns anregen.

Ganesha-Gayatri

Die Quelle bietet an dieser Stelle kein vorangestelltes Om. Es wird nicht ergänzt.

Fundstelle: Kriyapada 52, Einschub innerhalb Vers 18 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

vināyakāya vidmahe gajavaktrāya dhīmahi |
tanno dantī pracodayāt

Bedeutung: Wir erkennen Vinayaka; über den Elefantengesichtigen meditieren wir. Möge jener mit dem Stoßzahn uns anregen.

Das Gefolge Ganeshas

Vighna bezeichnet im Zusammenhang den Herrn der Hindernisse. Die Formel gehört zur Bali-Darbringung.

Fundstelle: Kriyapada 52, Einschub innerhalb Vers 38 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

oṃ namaḥ sarvavighnapārṣadebhyastatpārṣadebhyo namaḥ

Bedeutung: Om. Verehrung allen Angehörigen von Vighnas Gefolge und deren Gefolgsleuten; Verehrung!

Die Maus als Reittier

Verehrung des Reittiers auf dem Festbanner. Mum ist der gelieferte Keimlaut.

Fundstelle: Kriyapada 52, Einschub innerhalb Vers 39 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

oṃ mūṃ mūṣikāya namaḥ

Bedeutung: Om, Mum. Verehrung der Maus.

Einladung an Durgas Gefolge

Das vorangestellte Om steht in der Quelle als eigene unnummerierte Zeile; die zitierte Formel beginnt mit ye.

Fundstelle: Kriyapada 55-69 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

ye samastaṃ jagad vyāpya caranti balikāṅkṣayā |
durgāpāriṣadāḥ sarve gṛhṇantūpahṛtaṃ balim

Bedeutung: Alle Angehörigen von Durgas Gefolge, die die ganze Welt durchdringend umherziehen und nach der Bali-Gabe verlangen, mögen die dargebrachte Gabe annehmen!

Einladung an Sarasvatis Gefolge

Ritualanrufung im Kapitel über die Göttin der Rede.

Fundstelle: Kriyapada 57-62 · IAST · Devanagari

Textart: Ausgeschriebene Formel

ye samastaṃ jagad vyāpya caranti balikāṅkṣayā |
sarasvatīpāriṣadā gṛhṇantūpahṛtaṃ balim

Bedeutung: Die Angehörigen von Sarasvatis Gefolge, die die ganze Welt durchdringend umherziehen und nach der Bali-Gabe verlangen, mögen die dargebrachte Gabe annehmen!

Puja in heutiger Praxis: eine Begleitabbildung zu Darbringung und Hingabe.

Moderne Begleitung: Kundalini – die kosmische Kraft

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.

Darbringung von Japa und Handlungen

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Mantrapada 15, Verse 91–94 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen


oṃ

guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavati me yena tvatprasādāt tvayi sthitā || 15-91 ||


yatkiñcit kurmahe deva! sadā sukṛtaduṣkṛtam |
tanme śivapadasthasya bhuṅkṣva kṣapaya śaṅkara ! || 15-92 ||


śivo dātā śivo bhoktā śivaḥ sarvamidaṃ jagat |
śivo jayati sarvatra yaḥ śivaḥ so'hameva tu || 15-93 ||


yeyaṃ pūjā kṛtā deva ! japahomānvitā mayā |
prasīda pratigṛhṇīṣva siddhimiṣṭāṃ prayaccha me || 15-94 ||

Bedeutung: 15-91. »Om. Du Hüter des Geheimsten der Geheimnisse, nimm unser Japa an. Durch deine Gnade möge mir daraus die Vollendung erwachsen, die in dir ruht.

15-92. Was immer wir, o Gott, stets tun, Gutes oder Schlechtes: Nimm es von mir, der in Shivas Zustand ruht, an und lasse es schwinden, Shankara!

15-93. Shiva ist der Gebende, Shiva der Genießende, Shiva ist diese ganze Welt. Shiva siegt überall. Was Shiva ist, das bin auch ich.

15-94. Diese Verehrung, o Gott, die ich mit Japa und Feueropfer vollzogen habe: Sei gnädig und nimm sie an; gewähre mir die erstrebte Vollendung.«

Bitte um Verzeihung und Vollendung

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Mantrapada 17, Verse 71–72 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen


kimaṅgapūjanāvidhāvajānatāthavā mayā tadaṅgamantrasādhanakriyādihīnamarcitā |
tvadaṅghriyugmapadmayostu bhakticoditena tat tvamamba! kheditādhunāsi durnayaṃ kṣamasva me || 17-71 ||


bhaktihīnaṃ kriyāhīnaṃ śraddhāhīnaṃ yadarcanam |
tadastu paripūrṇaṃ me tava devi! prasādataḥ || 17-72 ||

Bedeutung: 17-71. Vielleicht habe ich in Unkenntnis des Verfahrens deine Glieder verehrt und dabei Gliedermantras, Hilfsmittel oder Handlungen ausgelassen. Doch Hingabe an deine beiden Lotusfüße hat mich bewegt. Wenn ich dich dadurch, Mutter, nun ermüdet habe, verzeih mir mein ungeschicktes Vorgehen.

17-72. Was an meiner Verehrung ohne Hingabe, ohne rechte Handlung oder ohne Vertrauen blieb, möge durch deine Gnade, o Göttin, vollständig werden.

Darbringung an die höchste Herrin

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Mantrapada 18, Vers 35 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen


japaṃ ca yajanādikaṃ culukavārihasto'rpayet guhyātiguhyaguptātmamūrtistvaṃ parameśvari! |
gṛhāṇātmakṛtāṃ pūjāṃ japādyaṃ ca phalāptaye || 18-35 ||

Bedeutung: 18-35. Mit Wasser in der hohlen Hand bringt man Japa und Verehrung dar: »Du, höchste Herrin, deren eigene Gestalt im Geheimsten der Geheimnisse verborgen ist, nimm meine Verehrung, mein Japa und die weiteren Handlungen an, damit ihre Frucht erlangt werde.«

Verehrung des Wesens der Zeit

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Kriyapada 21, Vers 33 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen

tuṭyādirabdaparyantaḥ kālātmā viśvago vibhuḥ |

anādyantaśca yoḥ nityastasmai kālātmane namaḥ || 21-33 ||

Bedeutung: Kriyapada 21-33. „Dem Wesen der Zeit, das vom kleinsten Augenblick bis zum Jahr reicht, das allgegenwärtig und mächtig, anfanglos, endlos und ewig ist – diesem Wesen der Zeit Verehrung!“

Zuflucht und Vollendung der Verehrung

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Kriyapada 21, Verse 109–113 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen


tvaṃ gatiḥ sarvabhūtānāṃ saṃsthitastvaṃ carācare |

antaścāreṇa sarveṣāṃ draṣṭā tvaṃ parameśvara! || 21-109 ||


karmaṇā manasā vācā tvatto nānyā gatirmama |
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ dravyahīnaṃ ca yat kṛtam || 21-110 ||


japahomārcanāhīnaṃ kṛtaṃ nityaṃ mayā tava |
stutibhaktivihīnaṃ ca tat pūraya maheśvara! || 21-111 ||


supūtastvaṃ sureśāna! pavitraṃ pāpanāśanam |
tvayā pavitritaṃ sarvaṃ jagat sthāvarajaṅgamam || 21-112 ||


khaṇḍitaṃ yanmayā deva! vrataṃ vaikalyayogataḥ |
ekībhavatu tat sarvaṃ tvadājñāsūtrayojitam || 21-113 ||

Bedeutung: Kriyapada 21-109. „Du bist die Zuflucht aller Wesen; du bist im Beweglichen und Unbeweglichen gegenwärtig. Durch dein Wirken im Innern bist du der Schauende in allen, höchster Herr!

Kriyapada 21-110. In Tun, Denken und Sprechen habe ich keine andere Zuflucht als dich. Was ich ohne ausreichende Mantras, Handlungen oder Gaben vollzogen habe,

Kriyapada 21-111. was ich dir täglich unvollständig an Japa, Feueropfer und Verehrung dargebracht habe, was an Lobpreis und Hingabe fehlte: Das vollende, Maheshvara!

Kriyapada 21-112. Du bist vollkommen rein, Herr der Götter, das Reinigende, das Verfehlungen vernichtet. Durch dich ist die ganze bewegliche und unbewegliche Welt gereinigt.

Kriyapada 21-113. Welches Gelübde ich durch Unzulänglichkeit auch unterbrochen habe, Gott: Möge es ganz und eins werden, durch den Faden deines Gebots verbunden!“

Geben mit Hingabe

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Kriyapada 21, Vers 118 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen


p. 217) atha gurau sati śivavat tamabhipūjya vasanābharaṇadhanādibhiḥ paritoṣya pavitraṃ ca tasminnatiśobhanamāropya tadabhāve tatpādukādāvabhyarcyāropayet |
tataścādhyayanahomādiphalaṃ taistairudakapūrvaṃ svahaste gṛhītvā devapādābjayoḥ samarpya teṣāṃ dakṣiṇāśca sūtrāṇi ca dadyāt |
dīkṣitabrāhmaṇaliṅgināṃ bandhujanānāṃ ca sūtrāṇi pradāya dīkṣitabrāhmaṇaliṅgino hemavastrādibhiḥ paritoṣya dīnāndhakṛpaṇādibhyaścārthibhyo yathāśakti sarvebhyo hiraṇyādikaṃ dattvā sarvānapi bhojayitvā tadbhojanadānaphalamaśeṣamanena śive samarpayet |

oṃ,

vittaśāṭhyavihīnasya bhaktyā śaktyanurūpataḥ |
dānenānena dattena prīyatāṃ me sadāśivaḥ || 21-118 ||

Bedeutung: Kriyapada 21-118 mit vorangestelltem Pranava. „Möge Sadashiva an dieser Gabe Gefallen finden, die ich ohne Geiz und Verstellung in Vermögensfragen, mit Hingabe und nach meinen Kräften dargebracht habe!“

Ashoka: Bitte um Freiheit von Kummer

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Kriyapada 22, Vers 25 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen

aśokāya namastubhyaṃ kāmastrīśokanāśana! |
śokārtiṃ hara me nityamānandaṃ janayasvame || 22-25 ||

Bedeutung: Kriyapada 22-25. „Dir, Ashoka, Verehrung, du Vernichter des Kummers von Kamas Gattin! Nimm mir stets das Leid des Kummers und lass Freude in mir entstehen!“

Segen für Menschen und alle Wesen

Versmarken und gegebenenfalls kurze Einleitungen gehören zum Quellenzitat. Nur die als direkte Rede erkennbaren Anrufungen sind Gebetswortlaut.

Fundstelle: Kriyapada 49, Verse 95–99 · IAST · Devanagari

Textart: Vollständiger Werkvers beziehungsweise Gebetsabschnitt mit überliefertem Rahmen


p. 466)

svasti rājñe prajābhyaśca svasti rāṣṭrāya sarvadā |
svasti gobrāhmaṇebhyo'stu vaiśyebhyaḥ svastivardhatām || 95 ||


strīśūdrebhyo'pi ca svasti bhūtebhyaḥ svasti vardhatām |
svastyastu jaṅgamebhyaśca sthāvarebhyastathaiva ca || 96 ||


svasti cāstu ca mantrebhyaḥ karmaṇe svasti vardhatām |
svastyastu sarvadevebhyaḥ pitṛbhyaḥ svasti sarvadā || 97 ||


ṛṣibhyaḥ svasti bhavatu bhaumebhyaḥ svasti vardhatām |
svasti pātālavāsibhyo divyebhyaḥ svasti sarvadā || 98 ||


svastyastu cāntarikṣebhyaḥ sarvebhyaḥ svasti vardhatām |
utsave'smin maheśasya balibhiḥ svasti vardhatām || 99 ||

Bedeutung: „Kriyapada 49, Vers 95. Heil dem König und den Menschen, Heil dem Reich zu jeder Zeit! Heil den Kühen und Brahmanen; das Wohlergehen der Vaishyas möge wachsen!

Kriyapada 49, Vers 96. Auch Frauen und Shudras sei Heil! Das Wohlergehen aller Wesen möge wachsen! Heil sei den Beweglichen und ebenso den Unbeweglichen!

Kriyapada 49, Vers 97. Heil sei den Mantras; das Gelingen der Handlung möge wachsen! Heil allen Göttern, Heil den Ahnen zu jeder Zeit!

Kriyapada 49, Vers 98. Den Rishis sei Heil! Das Wohlergehen der irdischen Wesen möge wachsen! Heil den Bewohnern der Unterwelt und den himmlischen Wesen zu jeder Zeit!

Kriyapada 49, Vers 99. Heil den Wesen des Zwischenraums! Das Wohlergehen aller möge wachsen! Bei diesem Fest Maheshas möge durch die Bali-Gaben Wohlergehen wachsen!“

Wegweiser zu weiteren Mantrastellen

Dieser Wegweiser erschließt 91 weitere beziehungsweise wiederkehrende Stellen und Gruppen. Er unterscheidet ausgeschriebene Gebete, Formelteile und bloße Benennungen. Der verlinkte Kapiteltext enthält den vollständigen gelieferten Zusammenhang; insbesondere werden vedische Hymnen nicht aus ihren Anfangsworten ergänzt. Wiederkehrende Gebete bleiben in ihrem jeweiligen Ritualkontext auffindbar.

Samanyapada

Mantrapada

Kriyapada

Yogapada

  • Yogapada 3, Verse 19,28–29,43–52: Pranava, Hamsa und Hinweise auf Gayatri und Japa. Vers 51 bietet keine ausgeschriebene Gayatri; besondere Wirkungen werden als Aussagen der Quelle berichtet.

Schlussbetrachtung

Die Gebete zeigen eine Haltung des Anvertrauens: Das eigene Tun darf begrenzt bleiben und dennoch mit Sorgfalt geschehen. Beim Mantrastudium verbinden sich Vertrauen und Genauigkeit. Den Wortlaut beachten, nach seinem Zusammenhang fragen und eine unklare Lesung offenlassen sind Ausdruck eines respektvollen Umgangs mit der Überlieferung.

Nimm aus der Sammlung zunächst ein verständliches Gebet als Gegenstand der Besinnung mit. Lass seine Bedeutung nachklingen und frage, welche Haltung es in dir anspricht. Für deine vertraute Japa-Praxis bleibe bei der erhaltenen Unterweisung. Das Studium kann diese Praxis mit neuer Aufmerksamkeit begleiten und die Verbindung von Mantra, Bhakti und verantwortlichem Handeln vertiefen.


Verwandte Schriften und Siehe auch

Für den Vergleich bieten sich drei Fragen an: Wie beschreiben andere Agamas Shiva und die Bindung der Seele? Wie ordnen Ritualhandbücher Verehrung und Diksha? Wie führen Meditationstexte zur inneren Sammlung? Die folgenden Verweise dienen diesem Vergleich; sie behaupten weder identische Lehren noch eine direkte Abhängigkeit aller genannten Werke.

Quellen und Literatur

  • Muktabodha Indological Research Institute: īśānaśivagurudevapaddhati, vier elektronische Bände, jeweils IAST und Devanagari: M00016 (Samanyapada 1–14), M00017 (Mantrapada 15–52), M00018 (Kriyapada 1–30), M00233 (Kriyapada 31–64 und Yogapada 1–3). Herausgeber laut Dateiköpfen: Ganapati Shastri; elektronische Erfassung unter Aufsicht von Mark Dyczkowski. Dateiköpfe: Creative Commons BY-NC 4.0. Die gelieferte IAST-Fassung ist Übersetzungsgrundlage; örtlich wurde die getrennt gelieferte Devanagari-Fassung verglichen.
  • Bibliographische Angaben der Dateien: Band 1 nennt 1921, die weiteren Bände 1922. Druckausgabe, in den Köpfen genannter Verlag und elektronische Fassung sind zu unterscheiden; insbesondere bezeichnet der Beschreibungssatz von M00233 den Band abweichend als „Volume 3“. Die inhaltliche Fortsetzung und der Dateititel weisen ihn hier als Band 4 aus.
  • J. P. Prajith: Isanasivagurudeva Paddhati – study, 2008, Kapitel 2. Autor und Datierung. Nur zur historischen Einordnung, nicht als zusätzliche Sanskritgrundlage verwendet.
  • Moderne Begleitmedien: Yoga-Vidya-Wiki, Nyasa und Shiva-Shakti-Philosophie. Bilddateien auf dem Wiki und Videotitel beim Anbieter am 24. September 2026 geprüft. Bilder und Videos zeigen beziehungsweise erläutern heutige Praxis, keine historisch belegte Durchführung dieses konkreten Werkes.
  • Seminarverweise: Indische Schriften und Chakra; die vier eingebundenen Feeds wurden am 24. September 2026 abgerufen.


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Zur Textausgabe: Hauptartikel · Samanyapada auf Deutsch · Mantrapada auf Deutsch · Kriyapada 1 auf Deutsch · Kriyapada 2 auf Deutsch · Yogapada auf Deutsch

Sanskrit: Samanyapada IAST · Mantrapada IAST · Kriyapada 1 IAST · Kriyapada 2 IAST · Yogapada IAST · Samanyapada Devanagari · Mantrapada Devanagari · Kriyapada 1 Devanagari · Kriyapada 2 Devanagari · Yogapada Devanagari

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