Ishanashivagurudeva Paddhati Kriyapada 2

Aus Yogawiki

Ishanashivagurudeva Paddhati – Kriyapada 2

Der zweite Abschnitt des Kriyapada führt von Unterbauten und Bildwerken über Weihe und Fest bis zu Göttinnenverehrung, Bestattung und Erneuerung des Heiligtums. So erscheint religiöse Praxis als Sorge für einen ganzen Lebenszusammenhang: für Räume, Gemeinschaft, Übergänge und Erinnerung.

Dieser Artikel enthält Kriyapada, Kapitel 31–64. Die Unterteilung des Kriyapada in zwei Artikel folgt den Druckbänden; sie ist kein zusätzlicher Werkteil. Übersetzungsgrundlage ist die gelieferte IAST-Fassung. Quellenunsicherheiten sind örtlich bezeichnet. Historische Ritualvorschriften und Wirkungsbehauptungen werden als Aussagen des Werkes wiedergegeben.

Ein Zugang für dein Studium: Achte neben den Einzelvorschriften auf den großen Zusammenhang: Ein heiliger Ort wird gestaltet, eingeweiht, im Fest belebt und bei Beschädigung erneuert. Welche Formen der Fürsorge tragen diese Praxis? Diese Frage verbindet die Lektüre mit dem eigenen Umgang mit einem Meditationsraum, einem Ashram oder einer spirituellen Gemeinschaft, ohne deren heutige Ordnung mit den historischen Vorschriften gleichzusetzen.

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Weiterführende Lektüre: Vergleiche diesen Werkteil mit Soma Shambhu Paddhati: Wie werden Weihe, Lebensübergänge und Erneuerung in ein religiöses Leben eingeordnet? Der anschließende Yogapada und Vijnana Bhairava Tantra laden zu einer anderen Lesefrage ein: Wie wird innere Sammlung beschrieben?

Puja in heutiger Praxis: eine Begleitabbildung zu Darbringung und Hingabe.

Kriyapada, Kapitel 31: Unterbauten, Pfeiler und Bauglieder

Der vierte Druckband setzt die Architekturlehre des Kriyapada fort. Dieses Kapitel behandelt Unterbauten, Pfeiler, Brüstungen und tragende Glieder. Die Vorlage zählt die Verse innerhalb des Kapitels mit einfachen Zahlen; die deutschen Fundstellen verbinden diese Originalzahlen mit Werkteil und Kapitel. Eingeklammerte Variantenzeichen der Quelldatei bleiben in den getrennten Sanskritfassungen bewahrt und werden nicht als zusätzlicher Werktext übersetzt.

Unnummerierter Bandeingang. Heil! Ishanashivagurudeva Paddhati, verfasst vom ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Mishra. Kriyapada. Nun das einunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 31, Vers 1. Maya nannte vierzehn verschiedene Unterbauten. Parashara nannte zwei Arten, andere drei.

Kriyapada 31, Vers 2. Die beiden von Parashara genannten sind Padabandha und Pratikrama. Da jeder vier Unterarten hat, spricht man von acht Arten.

Unnummerierter Übergang. Im Einzelnen:

Kriyapada 31, Vers 3. Teilt man die Höhe des Unterbaus in drei, so bildet ein Teil die Jagati-Platte, ein Teil das Kumuda-Wulstglied. Den Rest teile man in acht.

Kriyapada 31, Vers 4. Ein Anteil bildet die Pattika-Leiste, einer die Kampa-Leiste, einer den Hals, einer die obere Leiste; drei Anteile bilden das Vajana-Glied.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 4. Dies ist als Padabandha zu erkennen, genannt für die Haupt-, Jati- und weiteren Formen. [Quellenhinweis: Die ausdrücklich genannten Anteile des letzten Drittels ergeben sieben statt der angekündigten acht; kein zusätzliches Glied wird ergänzt.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Padabandha.

Kriyapada 31, Vers 5. Wird die angenommene Höhe des Unterbaus in vierundzwanzig Teile geteilt,

Kriyapada 31, Vers 6. so erhält die Jagati acht, das Kumuda sieben; Lotus, Pattika und Kampa je einen, der Hals zwei.

Kriyapada 31, Vers 7. Die obere Leiste erhält einen, Vajana drei. Dies heißt Viprabandha. Nun wird Charubandha beschrieben.

Kriyapada 31, Vers 8. Jagati erhält sieben, Kumuda sechs, Lotus einen, Band und Leiste je einen, Hals zwei und Lotus einen.

Kriyapada 31, Vers 9. Vajana erhält zwei, ein weiterer Lotus einen und das obere Band zwei. Dies ist der Unterbau Charubandha, in die Sankriti-Zahl geteilt.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Charubandha.

Kriyapada 31, Vers 10. Wie zuvor erhält Jagati fünf Anteile, Lotus einen, das tragende Glied einen, der obere Lotus vier; das Übrige wie zuvor. Dies ist Pushkala.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Pushkala.

Unnummerierte Parashara-Prosa nach Vers 10. Hier sind Jagati und Kumuda gleich. Alinga erhält anderthalb, der Zwischenraum ebenso; Prati drei Anteile, der obere Lotus einen, dazu Vajana. Dies heißt Pratikrama und wird für Götter, Brahmanen und Könige empfohlen, für andere nicht. Wenn aber die Front in Kakari-Form mit Makara-Maul gestaltet und mit Reihen von Fabelwesen, Wildtieren und Elefanten geschmückt ist, ist sie für alle nicht empfohlen – so Parashara. [Quellenhinweis: Die Negation „für alle nicht empfohlen“ steht im gelieferten Haupttext; sie wird nicht dem möglicherweise erwarteten Sinn angepasst.]

Kriyapada 31, Vers 11. Man gestalte den Unterbau ebenflächig, mit Kakari-Form, Bhutas, Makaras und Gesichtern von Wildtieren, Fabelwesen und Elefanten sowie ausgedehnter Ausarbeitung. Dies ist Pratibandha. [Der gelieferte Ausdruck für die Ausarbeitung besitzt eine abweichende Klammerlesung; die genaue technische Bedeutung bleibt unsicher.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Pratibandha.

Kriyapada 31, Vers 12. Derselbe heißt Nagabandha, wenn er mit Naga-Gesichtern verbunden ist. Bei derselben Grundform ersetze man die Jagati durch einen großen Lotus von acht Anteilen.

Kriyapada 31, Vers 13. Der Hals erhält einen, der Lotus einen, Kumuda fünf, der obere Lotus einen, Alinga und Zwischenraum drei.

Kriyapada 31, Vers 14. Das emporstehende Prati sei gleich groß; der Rest ist Vajana. Dies heißt Shribandha und ist für Götter, Brahmanen und Könige geeignet.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shribandha.

Kriyapada 31, Vers 15. Bei einer in neunundzwanzig Teile geteilten Unterbauhöhe gelten Lotus, Kumuda, Kampa und Vajana wie zuvor.

Kriyapada 31, Vers 16. Der obere Lotus erhält einen Anteil, das Kapota anderthalb; Alinga und Zwischenraum jeweils einen beziehungsweise zwei; das emporstehende Prati einen.

Kriyapada 31, Vers 17. Vajana erhält anderthalb. Dies heißt Kapotabandha. Durch Vermehrung um zwei oder vier Gerstenkörner, einen Viertel-, halben oder Dreiviertelanteil

Kriyapada 31, Vers 18. oder entsprechende Verminderung gestalte man Haupt- und Nebenglieder nach Geschmack schön. Über der Fußleiste ordne man eine weitere Fußleiste mit Lotus und Kampa an,

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 18. viereckig und schön, an den Unterbauten. [Örtlicher Hinweis zu Vers 15–17: Die knappe Zuordnung der Bruchteile ist nicht durchgehend eindeutig; sie wird nicht zu einer bereinigten Summenrechnung ergänzt.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 18. „Für die Götter vier Ellen, für Zweimalgeborene dreieinhalb, für Könige drei; für Kronprinzen anderthalb beziehungsweise zwei Ellen. Für Kaufleute zwei Ellen, für einen Shudra eine Elle.“ [Die gelieferte Verbindung der Maße beim Kronprinzen ist nicht eindeutig. Die soziale Abstufung ist diejenige der historischen Quelle.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Unterbauten.

Kriyapada 31, Vers 19. Stambha, Sthuna, Pada, Kumbha, Kampa und Anghri

Kriyapada 31, Vers 20. sind gleichbedeutende Benennungen des Pfeilers. Nun werden seine Merkmale genannt. Von unten bis oben viereckig, mit Krugglied und Mandika versehen,

Kriyapada 31, Vers 21. heißt ein Pfeiler aus Stein oder Holz Brahmakanta. Achteckig heißt er Vishnukanta, sechseckig Skandakanta.

Kriyapada 31, Vers 22. Derselbe heißt auch Indra-Pfeiler. Zwölfeckig ist er Bhanukanta, sechzehneckig Chandrakanta, rund Ishakantaka.

Kriyapada 31, Vers 23. Ist er in den drei Abschnitten seiner Höhe viereckig, achteckig und rund, mit Krugglied, Mandika und den weiteren Teilen, nennt man ihn Rudrakanta.

Kriyapada 31, Vers 24. Mit Lotussitz an der Basis, mit Chakravaka-Vögeln geschmückt, mit Bhadra im mittleren Abschnitt und zwei Mandikas ist er Bhadrakanta.

Kriyapada 31, Vers 25. Ist er an der Basis mit Fabelwesen, Elefanten, Löwen oder Bhutas geschmückt und darüber in gewünschter Form gestaltet, erhält er den entsprechenden Kanta-Namen.

Kriyapada 31, Vers 26. Ein runder, entlang seiner Länge mit einer Rüsselform gegliederter heißt Shundupada; ist er mit Perlenmustern geschmückt, heißt er Bhindipada. [Die Quelle bietet bei der Grundform und Benennung Varianten; diese bleiben in den Sanskritfassungen sichtbar.]

Kriyapada 31, Vers 27. An der Basis viereckig, darüber sechzehneckig oder anders geschmückt, heißt er Mulachaturashra. Er kann mit oder ohne Lotussitz versehen sein.

Kriyapada 31, Vers 28. Unten und oben viereckig, in der Mitte achteckig gestaltet, ist er als Vajrakanta zu erkennen. Mit Perlen versehen heißt er Perlenpfeiler.

Kriyapada 31, Vers 29. Nach dem Edelstein, mit dem ein Pfeiler geschmückt ist, erhält er dessen Namen. Mit Lotussitz an der Basis und sechzehneckigem Mittelteil,

Kriyapada 31, Vers 30. oben viereckig, heißt er Chitrakhanda. Derselbe mit achteckiger Mitte ist Shrikhanda, mit einem Bandverband versehen.

Kriyapada 31, Vers 31. In der Mitte sechzehneckig und mit einem Band umschlossen heißt er Shrivajra. Viereckig und mit drei Bändern trägt er den Namen Pattakshepana.

Kriyapada 31, Vers 32. Unten und oben breit, in der Mitte um ein Drittel schmaler und rund heißt er Dandapada; sechzehneckig Vajrapada.

Kriyapada 31, Vers 33. Mit einem mörserförmigen Sitz an der Basis heißt er Ulukhalapada. Der Vorsprung von Wandpfeilern beträgt ein Viertel, die Hälfte oder ein Drittel,

Kriyapada 31, Vers 34. der Reihe nach bei viereckigen, achteckigen und runden Formen. Die Breite der Pfeiler im Grundgeschoss beträgt achtundzwanzig Fingerbreiten.

Kriyapada 31, Vers 35. In jedem folgenden Geschoss vermindere man die Breite um zwei Fingerbreiten. Die Pfeilerhöhe gilt als das Doppelte der angenommenen Unterbauhöhe.

Kriyapada 31, Vers 36. In jedem Geschoss vermindere man den Pfeiler um einen Anteil aus elf, zehn, neun oder acht. So werden Breite an Basis und Spitze sowie Höhe von Pfeilern und Wänden bestimmt.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 36. „Die Breite am oberen Ende von Wand und Pfeiler heißt Stabmaß. Nach diesem Maß sind sämtliche Glieder der Vimanas zu bemessen.“

Kriyapada 31, Vers 37. An Basis und Spitze der Pfeiler fertige man Zapfen entsprechend einem Drittel, Viertel oder Fünftel des Maßes. Alle sollen so in Steine eingesetzt werden.

Kriyapada 31, Vers 38. Aus demselben Material fertige man an der Basis der Pfeiler eine Brüstung beziehungsweise einen Sockel. Ihre Höhe betrage ein Neuntel oder Achtel der Pfeilerhöhe.

Kriyapada 31, Vers 39. Ebenso groß sei die Breite. Diese Vedi hat vier Arten: Pushpakhanda, Chitrakhanda, Shaivala und Chitrashaivala.

Kriyapada 31, Vers 40. Mit Kampa, Nidra und weiterer Kampa, gleichmäßig blütenartig gegliedert, als Schmuck der Pfeilerbasis: Eine solche Vedi heißt Pushpakhanda.

Kriyapada 31, Vers 41. Dieselbe, mit Nidra, Kampa, Band und Lotusblättern mannigfach geschmückt, an den Pfeilern und zwischen ihnen bunt gestaltet, heißt Chitrakhanda.

Kriyapada 31, Vers 42. Mit Pfeilern, Kampa, Lotus und Band versehen, auf dem Band mit Wasserpflanzenmustern geschmückt, oben und unten mit Lotusblättern, an den Pfeilern und dazwischen

Kriyapada 31, Vers 43. mit Männern, Frauen und Blättern gestaltet, heißt die Vedi Shaivala. Dieselbe, an unterem und oberem Lotus mit je zwei reizvollen Rundstäben,

Kriyapada 31, Vers 44. und sonst wie zuvor mannigfach geschmückt, ist Chitrashaivala. Für ein Gitter soll man die Vedi nicht durchschneiden, außer bei einem Torbogen.

Kriyapada 31, Vers 45. Auch an einer vorgesehenen Tür ist eine Unterbrechung der Vedi nicht fehlerhaft. Für Menschen gelten die beiden Formen Pushpakhanda und Chitrakhanda.

Kriyapada 31, Vers 46. Bei Götterhäusern sind alle vier Vedi-Formen an Pfeilern und weiteren Stellen anerkannt. Teilt man die Pfeilerlänge in drei, so ist der unterste Anteil viereckig,

Kriyapada 31, Vers 47. der mittlere achteckig, sechzehneckig oder rund; bei einigen Pfeilern ist auch der oberste Anteil viereckig.

Kriyapada 31, Vers 48. Teilt man die Basisbreite in fünf, ist der Pfeiler in der Mitte um zwei Teile schmaler. Sein oberer Teil ist gegenüber der Basisbreite um ein Siebtel vermindert.

Kriyapada 31, Vers 49. Die Krugglieder können so breit wie der Pfeiler, um ein Viertel breiter, anderthalbfach, um ein Viertel geringer oder doppelt so breit sein.

Kriyapada 31, Vers 50. Shrikara, Chandrakanta, Saumukhya und Priyadarshana: So sind die Krugglieder vierfach. Bei runden Pfeilern steht Shrikara.

Kriyapada 31, Vers 51. Bei achteckigen Chandrakanta, bei sechzehneckigen Shrikara; bei viereckigen Pfeilern gilt das Krugglied Saumukhya als erwünscht.

Kriyapada 31, Vers 52. Bei den übrigen und bei sehr stark belasteten steht Priyadarshana. Teilt man den Krugabschnitt in neun, wird mit einem Anteil das tragende Glied angelegt,

Kriyapada 31, Vers 53. mit vier der Krug selbst, mit einem der Hals, mit einem die Öffnung. Die übrigen zwei Teile teile man in drei; einer bildet den Lotus,

Kriyapada 31, Vers 54. einer das runde Glied; der Rest bildet oben am Hals zwei getrennte Glieder. Entlang der Diagonale des Pfeilerkopfes ist die Schulter gleichmäßig breit.

Kriyapada 31, Vers 55. Über dem Virakanda setze man die Potika-Konsole auf. Das Dreifache oder Vierfache der Pfeilerbreite

Kriyapada 31, Vers 56. gilt als Länge der Mandi. Ihre Höhe entspricht dem Pfeilerkopf oder einem Anteil aus der angegebenen Fünf- und Meereszahl; ebenso hoch ist das Virakanda. [Örtliche Unsicherheit: Die gelieferte Maßverbindung „veṣvabdhibhāgataḥ“ ist beschädigt; der alternative Höhenwert bleibt unentscheidbar.]

Kriyapada 31, Vers 57. Ihre Breite ist ein Stabmaß. Von fünf Teilen der Mandi beträgt die Dicke der Platte anderthalb; ebenso weit ragt der Rundstab vor.

Kriyapada 31, Vers 58. Die Mandi habe die Form eines Utpala-Blattes, eines Randes oder Lotusblattes, mit der Schönheit eines Betelblattes, dem Auftraggeber Glück bringend.

Kriyapada 31, Vers 59. Das Verkehrte und Ungestalte ist zu meiden, da es als ungünstig gilt. Oder es gibt ein anderes Verfahren: tragendes Glied, Hals und Fußbreite … [Der Satzübergang ist in der gelieferten Lesung nicht sicher aufzulösen; eine Verbindung zur folgenden Liste bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 60. Potika, Khanda, Mandi, Krug, knoblauchförmiges Basalglied, Lotus und Girlandenort füge man der Reihe nach am Pfeilerkopf an.

Kriyapada 31, Vers 61. Das Knoblauchglied ist an der Spitze schmaler, an der Basis höher und breiter. Der Lotus ist um ein Achtel höher, halb oder dreiviertel hoch. [Die Bezugsgröße der Höhenalternativen bleibt im Vers unausgesprochen.]

Kriyapada 31, Vers 62. Breite und Höhe des Girlandenortes setze man mit einem Stabmaß an. Die Länge der Mandi ist das Dreifache oder Vierfache des Pfeilers.

Kriyapada 31, Vers 63. Die Mandi-Höhe ist gleich dem Pfeilerkopf oder um ein Fünftel geringer, oder beträgt drei Anteile beziehungsweise drei Viertel. Das Virakanda ist ebenso hoch.

Kriyapada 31, Vers 64. Teilt man die Mandi-Höhe in fünf, erhält die Platte anderthalb Teile; ebenso der Rundstab. So ergibt sich die Höhe der Mandi.

Kriyapada 31, Vers 65. Sie ist dreifach: randförmig, lotusgleich oder einem Naga-Blatt ähnlich. Darüber setze man die Potika; ihre Merkmale werden nun genannt.

Kriyapada 31, Vers 66. Ihre Länge beträgt das Dreifache, Vierfache oder Fünffache der Pfeilerbreite; dies sind die geringste, mittlere und höchste Form.

Kriyapada 31, Vers 67. Nagavritta, Patrachitra und Samudrormi heißen die drei Arten der Potika. Ihre Merkmale werden nun beschrieben.

Kriyapada 31, Vers 68. Die beste Potika-Konsole ist so hoch und breit wie der Pfeilerdurchmesser. Die mittlere ist um ein Fünftel kleiner, die kleinste um zwei Anteile.

Kriyapada 31, Vers 69. Mit Geistergestalten, Elefanten, Makaras, Fabeltieren und Juwelenbändern geschmückt und mit Ranken am vorderen Band versehen heißt sie Citrapotika, die bildgeschmückte Konsole.

Kriyapada 31, Vers 70. Ist sie lediglich mit Blättern und Ranken verziert, heißt sie Patrapotika. Trägt sie nur Wellenmuster, heißt sie Tarangini, die wellengeschmückte Konsole.

Kriyapada 31, Vers 71. Die Wellen sind auf beiden Seiten gleich zahlreich anzubringen, in der Mitte durch ein Band bedeckt. Ihre Anzahl wird durch die Zahlwörter „Veden, Jahreszeiten, va, Raum, Richtungen, Sonnen“ bezeichnet. [Die Zeichenfolge „vakhāśā“ ist nicht sicher aufzugliedern; deshalb bleibt die Zahlenreihe teilweise unaufgelöst.]

Kriyapada 31, Vers 72. Bei einer in drei Teile geteilten Konsolenhöhe erhält das vordere Band anderthalb Teile; darunter erhält es jeweils ein halbes Viertel davon, mit schützendem Schattenvorsprung. [Die Quelle selbst stellt für die erste Maßangabe eine fragliche Lesung bereit; die Bedeutung des letzten Bauausdrucks bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 73. Man bemesse es auf die Hälfte seiner Höhe, auf drei oder auf zwei Anteile. Den Stirnschmuck führe man mit der Hälfte oder drei Vierteln seiner Breite aus. [Der Bezug der Anteile und das Wort für den Stirnschmuck sind örtlich unsicher.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 73. Hier sagt Parashara: „Bei Tempeln und Hallen billigen die Weisen Pfeiler von vielerlei Gestalt. Für Langbauten, Versammlungshallen und Wohnhäuser bringen viereckige und runde Pfeiler Gedeihen; andere haben die entgegengesetzte Wirkung.“

Kriyapada 31, Vers 74. In Götterhäusern gelten sowohl gemischte als auch ungemischte Pfeilerformen als gut; in Menschenhäusern gelten allein ungemischte als glückbringend.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Der Pfeilerschmuck.

Kriyapada 31, Vers 75. Darüber lege man den oberen Tragbalken. Auch dieser gilt als dreifach: Khandottara, Patrabandha und Rupottara.

Kriyapada 31, Vers 76. Der Khandottara ist so breit wie der Pfeiler und entsprechend dem Pfeilertyp erhöht. Der Patrabandha ist um ein Viertel geringer.

Kriyapada 31, Vers 77. Der Rupottara ist so hoch wie der Pfeilerdurchmesser und halb so breit wie hoch; oder diese Maße sind vertauscht, wobei er niedriger wird.

Kriyapada 31, Vers 78. Von der in drei Teile geteilten Balkenhöhe erhält die Platte einen Teil; darüber ist mit zwei Teilen die Lotusplatte zu fertigen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des oberen Tragbalkens.

Kriyapada 31, Vers 79. Darüber folgt das Gebälk. Wird es in sieben Teile geteilt, erhält das Kapota-Gesims zwei Teile und denselben Vorsprung wie die Upana am Sockel.

Kriyapada 31, Vers 80. Die Platte erhält einen Teil, das Karna-Glied ebenfalls einen. Das Kampaka fertige man mit zwei Teilen, die obere Platte mit dem Rest.

Kriyapada 31, Vers 81. Auf dem Tragbalken fertige man das Vajana-Glied. Seine Länge gilt mit drei, vier oder fünf Stabmaßen als angemessen.

Kriyapada 31, Vers 82. Seine Höhe beträgt ein Viertel oder drei Viertel der Pfeilerbreite. Über dem Vajana bringe man die Reihe der lasttragenden Balken an.

Kriyapada 31, Vers 83. Diese Balkenreihe ist ein Drittel des Pfeilerdurchmessers hoch und halb so breit wie hoch. Über ihr bringe man die Jayantika-Querhölzer an.

Kriyapada 31, Vers 84. Die Jayantis sind so hoch wie die Balken breit und erhalten die verfügbare Breite. Darüber liegt die dicht gefügte Anumarga-Lage, ein halbes Stabmaß stark.

Kriyapada 31, Vers 85. Ihre Höhe beträgt anderthalb. Dann folgen seitlich verlaufende Tragbalken und Vajana-Glieder; ferner solche, die den Balken beziehungsweise Türen folgen. [Das Bezugsmaß von „anderthalb“ und die Verbindung „Balken–Türen“ bleiben in dieser Lesung unsicher.]

Unnummerierte Fortsetzung und Parashara-Zitat nach Vers 85. Die Jayantis folgen dem First; die Anumarga-Hölzer entsprechen den Balken. Hier sagt Parashara: „Das Gebälk hat den Pfeilerdurchmesser; zweieinhalb Stabmaße … Der Abstand der Dhavalika-Balken beträgt zwei oder drei Stabmaße; der Abstand der Jayantis zwei, jener der Anumargas ein Stabmaß. Darüber decke man mit Brettern aus Kernholz, deren Breite und Stärke der erforderlichen Tragfähigkeit entsprechen, oder mit Ziegeln und ähnlichem. Über den Brettern ist wie beim Vajana eine Schmuckleiste einzusetzen.“ [Der erste Maßsatz ist syntaktisch beschädigt; die wiedergegebenen Zahlen werden keiner ergänzten Konstruktion zugewiesen.]

Kriyapada 31, Vers 86. Bei einem Steinbau ist über dem Vajana mit Steinplatten zu decken.

Kriyapada 31, Vers 87. Auch über dem Vasantaka decke man auf diese Weise entsprechend der Tragfähigkeit. Eine Reihe von Schwänen oder Geistergestalten oder ein Nidra-Glied ist ein Stabmaß hoch.

Kriyapada 31, Vers 88. Oder die Höhe beträgt drei Viertel. Über dem Vajana … Über dem Tragbalken liegen Vajana, Nidra und Schmuckband; auch der Balkenfuß gehört dorthin. [Der erste Satzanschluss ist in der Vorlage unklar.]

Kriyapada 31, Vers 89. Über dem Vajana fertige man die Kapota-Reihe mit anderthalb Stabmaßen; ihren Vorsprung mit zwei oder drei, ihre Höhe nach Art eines gespaltenen Bambus.

Kriyapada 31, Vers 90. Darüber liegen, mit vorderem Band, Karna und mittlere Palika. Die Abstützung des Kapota beträgt wiederum ein halbes oder drei Viertel Stabmaß.

Kriyapada 31, Vers 91. Oberhalb des Vajana, vom Tragbalken aus gerechnet, gibt es neun Glieder. Vom Tragbalken bis unter die Potika reicht die Aufhängung der Dachsparren.

Kriyapada 31, Vers 92. Ihr Abstand richtet sich nach dem Balkenmaß, ihre Höhe beträgt ein halbes Stabmaß. Oder man füge die Kampa-Leisten in gleichen Abständen mit drei Anteilen Stärke ein. [Die Teilungsgrundlage dieser drei Anteile ist hier nicht genannt.]

Kriyapada 31, Vers 93. Man decke mit goldenen, silbernen oder kupfernen Platten oder mit gebrannten Tonziegeln. Danach richtet sich die Bemessung der kleinen Stäbe nach der Hälfte des Sparrens. [Das Bezugswort vor „Hälfte“ ist nicht sicher lesbar.]

Kriyapada 31, Vers 94. Breite und Stärke des Stäbchens betragen die Hälfte des Pfeilerdurchmessers. Man fertige es länglich-rechteckig und verbinde es mit dem Anumarga.

Kriyapada 31, Vers 95. Die untere Mandi mit Rinne erhält die Stärke der Stäbchenöffnung. Die faustförmige Verbindung ist ein Stabmaß groß und befindet sich gesondert über dem Vajana. [Die technischen Bezüge dieses Verses bleiben vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 96. Darüber folgt Schmuck aus Fabeltieren, Löwen, Elefanten und tanzenden Geistergestalten. Über dem Kapota steht die Geisterreihe; sie springt um ein Viertel des Pfeilers vor.

Kriyapada 31, Vers 97. Das Prati-Glied setze man so hoch wie den Pfeilerdurchmesser, halb so hoch oder zu drei Vierteln davon an; sein Vorsprung beträgt ein Drittel oder Viertel seiner Höhe.

Kriyapada 31, Vers 98. Das Vajana soll eben liegen; erhöht ist es nicht schön. Das Prati bildet die Grenze zwischen der oberen und unteren Geschossebene.

Kriyapada 31, Vers 99. Bei Göttern, Brahmanen und Königen hat die Stirn des Prati ein Makara-Gesicht; bei Göttern auch ein Svastika, bei Vaishyas und Shudras einen Halbmond.

Kriyapada 31, Vers 100. Für die übrigen ist die runde Schlangenform vorgesehen. So entscheide man jeweils angemessen. Seitlich liegt das Prati mit Bekrönung; vorne und hinten sind zwei Prati-Glieder.

Kriyapada 31, Vers 101. Vorsprung und Erhebung an seinem Sitz sind gleich, je anderthalb Stabmaße. Der Kundige soll die Tür überall über dem Prati anordnen.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 101. Niemals führe man eine Tür so aus, dass sie das Prati durchschneidet.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Gebälk und weitere Bauteile.

Kriyapada 31, Verse 102–103. Teilt man die Pfeilerhöhe der Reihe nach in zehn, neun, acht oder sieben Teile, bemesse man die Türhöhe mit neun, acht, sieben beziehungsweise sechs Teilen. Bei Götterhäusern ist die Tür halb so breit wie hoch.

Kriyapada 31, Vers 104 und unnummerierte Fortsetzung. Ebenso nach einem Drittel der Breite des Nali-Raumes; die Hälfte; oder fünf Teile bei einer Neunteilung, drei bei einer Fünfteilung: Daraus ergibt sich die Türhöhe. Ihre Breite soll die Hälfte davon betragen. [Die ersten Alternativen sind in der gelieferten Satzfügung nicht eindeutig miteinander verbunden. „Nali-Raum“ bleibt als technischer Raumname stehen.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Dies sind die Türen der Göttertempel.

Kriyapada 31, Vers 105 und erster Halbvers von 106. Bei Menschenbauten teile man die ermittelte Höhe in zehn, neun, acht oder sieben Teile. Die Türbreite beträgt dann sieben, sechs, fünf beziehungsweise vier Teile.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Tür für Menschenbauten.

Kriyapada 31, zweiter Halbvers von 106 und Vers 107. Auf beiden Seiten der Tür stelle man außen zum Schmuck zwei reich verzierte Halbpfeiler auf. Die gesamte Breite und Höhe der Tür ist ohne Bruchteile eines Fingermaßes anzusetzen.

Kriyapada 31, Vers 108. Man rechne sie in Fingermaße um, vervielfache mit acht und nehme den Rest bei Teilung durch zwölf: Dies ist der Gewinnwert. Mit drei vervielfacht und durch vierzehn geteilt ergibt sich der Verlustwert.

Kriyapada 31, Vers 109. Dreifach genommen und durch acht geteilt ergibt sich die Yoni; bei Teilung durch die Zahl der Mondhäuser das Mondhaus. Beim Umfang ergibt die Teilung durch dreißig den Mondtag, durch sieben den Wochentag. [Gemeint sind die jeweiligen Restwerte; der Wechsel der Ausgangsgröße wird im Vers nur knapp bezeichnet.]

Kriyapada 31, Vers 110. Eine Tür und ebenso ein Haus gelten als vorzüglich, wenn der Gewinn überwiegt und das Mondhaus günstig ist. Ungünstig ist eine Ausrichtung, bei der Weg, Gestalt, Baum, Pfeiler oder Ecke die Tür treffen.

Kriyapada 31, Verse 111–112. Dies gilt besonders für die Haupttür von Götter- und Menschenbauten. Den verbleibenden Teil der Türhöhe teile man in fünf: Zwei Teile liegen unten, drei oben. Die Platte wird bebildert: in der Mitte die acht Glückszeichen, an den Seiten Makara-Ranken.

Kriyapada 31, Vers 113. Die Stärke der Türblätter beträgt ein Viertel, ein Sechstel oder ein Achtel eines Stabmaßes. Dies gilt in allen Bauten der Reihe nach als beste, mittlere und geringste Ausführung.

Kriyapada 31, Vers 114. Der Talpa-Stab ist halb so breit wie das Türblatt stark, oder um ein Viertel geringer. Seine Stärke beträgt die Hälfte seiner Breite. [Die zweite Maßformulierung ist in der Quelle auffällig geschrieben; die Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 115 und Beginn von 116. Die Stäbe zählen drei, fünf, sieben, neun oder elf. Ihre Enden forme man wie Bodhi-Blätter, wie eine Pferdeschulter oder in Svastika-Gestalt. [Das Wortgefüge beim zweiten Formtyp bleibt unsicher.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat innerhalb von Vers 116. Hier sagt Parashara: „Die Teile namens Shrimukha, Sandhipala-Blatt, kurzer Stab, Ring, Horn, Knöchel, innerer Riegel, Stoßzahn, Valahaka, Pinjari, Büschel, Vanaka und Halbmond sowie weitere Bestandteile fertige man aus hochwertigen Metallen oder Eisen besonders fest.“ [Einige Werkstücknamen sind im gelieferten Kompositum nicht sicher abgrenzbar; die Aufzählung wird nicht zu einer ergänzten technischen Zeichnung umgestaltet.]

Kriyapada 31, Schluss von Vers 116 und Vers 117. Türblatt und Rahmen aus derselben Holzart bringen Gedeihen; aus verschiedenen Arten führen sie zum Gegenteil. Auch schlechtes Verhalten der Frauen werde dadurch bewirkt. Daher lasse man keine Mischung ausführen. [Der letzte Zusammenhang ist eine historische Zuschreibung des Textes, keine belegte Wirkung von Baustoffen.]

Kriyapada 31, Vers 118. Die Außenseite des Holzes soll nach außen, seine Innenseite nach innen zeigen. Türverschlüsse sind vierfach: paarig, ungepaart,

Kriyapada 31, Verse 119–120. einschiebbar und verschiebbar. Ihre Merkmale werden einzeln erklärt. Wo zwei Türflügel links und rechts mit Schulterleisten stehen, spricht man von der paarigen Tür. Ein einzelner, links befindlicher Flügel heißt ungepaart.

Kriyapada 31, Vers 121. Ein Türblatt, das verborgen in den Pfeiler oder oberen Balken eintritt und wieder hervortritt, heißt Samhara, einschiebbar. Das in der Wand verborgene heißt Dhavana, verschiebbar.

Kriyapada 31, Vers 122. Für Götter, Brahmanen und Könige gelten paarige und ungepaarte Türen als gut; für andere dienen die ungepaarten und die weiteren Arten. [Das Wort für „ungepaart“ ist hier auffällig überliefert.]

Kriyapada 31, Vers 123. In Götterhäusern bestehen die Türflügel aus einer ungeraden oder geraden Zahl von Brettern; bei Menschen sollen es nur ungerade viele sein.

Kriyapada 31, Vers 124. Die Fuge des Türblattes liegt innerhalb des Stabes, unter Aussparung eines Drittels oder Viertels; auch die Mitte ist zu meiden. Nun wird die Schulterleiste beschrieben. [Die Maßbezüge des Fugensatzes sind nicht eindeutig.]

Kriyapada 31, Vers 125. Sie ist doppelt so breit wie der Talpa, ihr Vorsprung beträgt drei Viertel. Sie ist viereckig, unbeschädigt und mit vielerlei Gestalten und Ranken verziert.

Kriyapada 31, Vers 126. Mit achtkantigen Bandgliedern und Lotusverzierungen an den Seiten steht diese Schulterleiste bei der paarigen Eingangstür rechts.

Kriyapada 31, Verse 127–128. Ein Drittel oder Viertel der Rahmenhöhe spare man unten aus. Den verbleibenden oberen Teil der Tür und ihrer Glieder schmücke man nach Belieben mit Blütenrispen, Lotussen, Ranken, Blättern, Männern, Frauen, Geistergestalten, Schwänen, Elefanten, Löwen und weiteren Fabeltieren.

Kriyapada 31, Vers 129. Der obere Zapfen ist tief in den Rahmen einzufügen. Bei der ungepaarten Tür hat der Riegel die Länge der Diagonale der Talpa-Breite. [Die Wörter vor „oberer Zapfen“ sind in der gelieferten Lesung nicht sicher verständlich.]

Kriyapada 31, Vers 130. So ist der Riegel zu bemessen; sein Umfang beträgt ein Viertel oder ein Achtel. Die Höhe der beiden Riegelstützen beträgt das Doppelte seiner Länge. [Die Bezugsgröße des Umfangs bleibt ungenannt; das auffällige Verhältnis wird nicht berichtigt.]

Kriyapada 31, Originalmarke n131. Die beiden Riegelstützen sind halb oder ein Drittel so stark und breit wie der Stabdurchmesser. Man bohre sie entsprechend ihrer Tragfähigkeit durch und versehe sie mit Anschlägen. [Die Quelle selbst markiert das Wort „durchbohren“ als unsicher.]

Kriyapada 31, Vers 132. Der Riegel einer einzelnen Tür ist viereckig, drei Viertel der Stablänge breit und ein Drittel oder Viertel stark.

Kriyapada 31, Vers 133. Mit einem Eisenstab befestige man die beiden Enden, wobei man von der Rahmenmitte einen halben Finger frei lässt, sodass alles sehr fest sitzt. [Die Bezeichnung der beiden zu befestigenden Teile ist örtlich unsicher.]

Kriyapada 31, Vers 134. Der Durchmesser des zur Ghatika gehörigen Längsstabes ist um ein Viertel vermindert. Er sei länglich, viereckig oder rund, entsprechend der nötigen Festigkeit.

Kriyapada 31, Vers 135. Er ist drei oder vier Stabmaße lang, hat ein Viertel als Durchmesser beziehungsweise Umfang und außen ein fünfgesichtiges Zierstück; die beiden Hälse sind passend zu bemessen. [Die Unterscheidung von Durchmesser und Umfang ist in dieser Satzfügung nicht sicher.]

Kriyapada 31, Vers 136. Der längliche Eisenstift trägt zwei Ghatikas. Bei einer zweiflügeligen Tür bringe man zwei gleiche Riegel an.

Kriyapada 31, Vers 137. Das obere Auflageglied ist so breit wie die Pfeilerdiagonale und springt um die Hälfte seiner Breite vor. Es ist mit Stäben und deren Unterlagen verbunden. [Die Benennung des Auflagegliedes bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Verse 138–139. Nachdem man es mit eisernen Ösen, Stiften und ähnlichem versehen hat, hebe man den Talpa drei Finger hoch und setze ihn ein. Von der in zwölf Teile geteilten Wandbreite liegt die Mitte der Türverbindung, von außen beziehungsweise innen gerechnet, innerhalb von fünf beziehungsweise drei Teilen; ihre Mitte ist die Wandmitte. [Die überlieferte Maßfolge lässt sich nicht widerspruchsfrei zu einem einzigen Einbauplan verbinden.]

Kriyapada 31, Vers 140. Oder man teile die Wand in sieben oder fünf Teile: Der Rahmen ist bei zwei beziehungsweise drei Teilen anzusetzen; oder bei fünf beziehungsweise zwei Teilen, weiter nach innen. [Auch diese alternativen Einbaumaße sind syntaktisch nicht eindeutig zugeordnet.]

Kriyapada 31, Vers 141. Bei Göttern und Menschen wird die Tür mittig angeordnet; bei den übrigen nahe der Mitte. Über der Tür befinden sich die acht Glückszeichen.

Kriyapada 31, Vers 142. Für Götter, Brahmanen und die weiteren Stände bringe man über der Tür als Torana eine Platte mit Makara, Dreizack und den acht Glückszeichen an.

Kriyapada 31, Vers 143. Die beiden Torana-Pfosten sind rund, gleich und drei Viertel breit. Als ihre Breite gelten auch eineinviertel oder anderthalb. [Das gemeinsame Maß ist im Vers nicht ausdrücklich wiederholt.]

Kriyapada 31, Vers 144. Ihre Spitze ist um ein Zehntel, Neuntel oder Achtel schmaler. Die Bekrönung darüber erreicht die Höhe eines halben oder dreiviertel oberen Stabmaßes.

Kriyapada 31, Vers 145. Seitlich springt sie gleich weit vor; ihre Stärke beträgt ein Drittel oder Viertel. Darüber ist die Platte anderthalb oder eineinviertel Stabmaße hoch.

Kriyapada 31, Vers 146. Auf ihr befinden sich die acht Glückszeichen; darüber drei Bekrönungen. Diese sind fünfgesichtig und in der Mitte zwei Stabmaße hoch.

Kriyapada 31, Vers 147. Die seitlichen Blätter reichen gleichmäßig bis zu drei Vierteln der Breite. Für die Ausladung der Blätter gelten angemessen zwei, drei oder vier Finger.

Kriyapada 31, Vers 148. Die Stärke der Blätter beträgt ein Achtel oder Neuntel ihrer Höhe. Die Steinplatte soll fest eingelassen und mit seitlichen Blättern geschmückt sein. [Die Zahlwortfügung ist auffällig; die Maße bleiben als vorläufige Lesart stehen.]

Kriyapada 31, Vers 149. Die acht Glückszeichen, die beim Einlegen der Gründungsdeponierung einzeln genannt wurden, fertige man auch hier für die Götter und die Angehörigen der Stände.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Türen.

Kriyapada 31, Vers 150. So wurden die zahlreichen Sockelarten der Tempel, die Pfeiler, Haupt- und Nebenkörper, die verschiedenen Konsolen und oberen Tragbalken, die Tür und ihr Schmuck beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das einunddreißigste Kapitel über die Ausführung vom Sockel bis zur Tür.

Besinnung zu Kapitel 31

Ein Eingang verbindet das geschützte Innere mit der Welt. Die ausführlichen Baumaße erinnern daran, wie viel sorgfältige Arbeit ein solcher Übergang verlangt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann die Tür ein Bild bewusster Sammlung sein: einen Augenblick innehalten, bevor die Praxis beginnt. Diese Besinnung ist eine heutige Anregung; die technischen und gesellschaftlichen Vorschriften des Kapitels gehören in ihren historischen Zusammenhang.


Kriyapada, Kapitel 32: Torbögen, Bildschmuck, Dächer und Hallen

Dieses Kapitel beschreibt, wie Tempelarchitektur durch Torbögen, Götterbilder, Fenster, Treppen und Hallen gegliedert wird. Die Formen verbinden praktische Bauaufgaben mit religiöser Bedeutung. Maßfolgen und überlieferte Fachnamen bleiben sichtbar, auch wenn einzelne Zuordnungen unsicher sind.

Kapiteleingang. Nun das zweiunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 32, Vers 1. Man unterscheide drei Torana-Arten: Makara-, Bilder- und Blättertorbogen. Für Götter, Brahmanen und Könige ist der Makara-Torbogen günstig.

Kriyapada 32, Vers 2. Für Vaishyas dient der Bildertorbogen, für Shudras der Blättertorbogen. Auch an den Seiten und an der Rückwand bringe man Wandtorbögen an.

Kriyapada 32, Verse 3–4. Die Toranahöhe reicht vom Prati bis zur Grenze des oberen Tragbalkens; seine Breite beträgt die Hälfte davon. Teilt man die Breite in fünf, erhalten die beiden Makaras drei Teile, die beiden Stützen zusammen zwei. Der dazwischenliegende Nischeneingang werde so gestaltet, dass er schön wirkt.

Kriyapada 32, Vers 5. Der Blättertorbogen ist mit halbmondförmigen Blättern geschmückt. An den Mündern der beiden Makaras schließt sich das mittlere Füllstück an und bildet den Schmuck

Kriyapada 32, Verse 6–7. des sogenannten Bildertorbogens. Der Makara-Torbogen trägt auf beiden Seiten des mittleren Füllstücks herabhängende Geistergestalten, Vidyadharas, Fabeltiere und Löwen mit reitenden Kindern; diese halten die aus dem Makara hervorgehenden Juwelengirlanden. [Die grammatische Verbindung der Girlanden mit den Figuren ist in der gelieferten Lesung nicht ganz eindeutig.]

Kriyapada 32, Vers 8. In die Nischen der Torbögen setze man passende Bildgestalten; auch Frauen, Männer und weitere Figuren ordne man schön und abwechslungsreich an.

Kriyapada 32, Vers 9. Wandtorbögen können an den Schmuckreihen, in der Mitte der Dachzone oder am maßgerecht errichteten Gebäude angebracht werden. Die betreffende Wand gilt als fünffach. [„Balabhi“ bezeichnet hier einen oberen Baubereich; seine genaue Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 10. Es gibt der Reihe nach Wände aus Stein, aus Ziegeln, als Gitterwerk, aus Brettern und außerdem aus Lehm.

Kriyapada 32, Vers 11. Die Steinwand besteht aus Steinen und erhält angemessene Breite und Höhe. Die Gitterwand wird aus verschiedenen Gittern gefertigt.

Kriyapada 32, Vers 12. Eine Brettwand hat passend angeordnete Stützen aus geeignetem Holz; der Zwischenraum wird mit Brettern geschlossen.

Kriyapada 32, Vers 13. Eine Lehmwand wird aus geeignetem Lehm geschichtet, der mit zusammenziehenden Pflanzensuden, Wasser und ähnlichem durchgeknetet und durchfeuchtet wurde. [Die Quelle kennzeichnet beim Wort „geschichtet“ eine unsichere Lesung.]

Kriyapada 32, Vers 14. Auf die Wand setze man eine rechteckige Platte oder eine mit vorderem Lotus, deren Stärke ein Drittel der Wandbreite beträgt. [Die Zahlwortfügung lässt auch eine andere Gliederung zu; das Verhältnis bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 15. Der Stützenabstand reicht von zwei bis fünf Ellen und wächst jeweils um eine Spanne. Dazwischen ist dreifacher Wandrankenschmuck auszuführen.

Kriyapada 32, Vers 16. Unten fertige man einen Lotussitz, doppelt so breit wie der Wandpfeiler und halb so hoch. Darüber gestalte man nach Belieben

Kriyapada 32, Vers 17. einen hervortretenden, erhöhten Krug. Beiderseits schmücke man ihn mit Blättern, die aus seiner Öffnung hervorwachsen, sodass ein schöner Eindruck entsteht.

Kriyapada 32, Vers 18. Darüber fertige man einen ungeteilten Kalasha-Krug mit Fuß und Lotussitz, dem Wandpfeiler entsprechend, verbunden mit Lotus-Krug-Ranken.

Kriyapada 32, Vers 19. Diese Form heißt Kumbhalata, Krugranke. Wird sie schrittweise über dem Khanda-Glied wie ein Makara-Torbogen angeordnet, gilt sie als Stambhakumbhalata, Pfeilerkrugranke.

Kriyapada 32, Vers 20. Dieselbe Ranke, mit Krug und Lotussitz sowie allen Rankenformen versehen, heißt Padmakumbhalata, Lotuskrugranke.

Kriyapada 32, Vers 21. In jedem Tempelgeschoss ordne man Bildgestalten in den Himmelsrichtungen an. Als Hüter des Osttores setze man Nandishvara und Mahakala ein.

Kriyapada 32, Vers 22. Im Süden steht Dakshinamurti, im Westen der aus dem Linga hervorgehende Shiva oder Vishnu, im Norden Durga oder Brahma.

Kriyapada 32, Vers 23. In der Halle, am mittleren Blattfeld, im Süden Vinayaka; im Norden die Tanzgestalt; im Nordosten den Hüter des heiligen Bezirks. [Die Verbindung des mittleren Blattfeldes mit den Richtungsangaben bleibt knapp und mehrdeutig.]

Kriyapada 32, Vers 24. Ringsum an der Hauptwand bringe man Darstellungen der Erzählungen von Rudras Erscheinungsformen, seinen Spielen und weiteren Taten nach den genannten Merkmalen an.

Kriyapada 32, Vers 25. Im darüberliegenden Geschoss steht im Osten Indra oder der sechsgesichtige Skanda, im Süden Dakshinamurti oder Virabhadra.

Kriyapada 32, Vers 26. Im Westen steht Narasimha, im Norden der Wohlstand gewährende Brahma. So verfahre man im zweiten Geschoss; im dritten stehen die Scharen der Maruts.

Kriyapada 32, Verse 27–28. In jedem Geschoss bringe man Götter, Siddhas, Yakshas, Vidyadharas, Gandharvas, Apsaras, Siddhas, Nagas, Weise, Pramathas, Daityas und weitere Wesen sowie sechzehn Bildgestalten an. Unterhalb des Halses und oberhalb des Prati setze man an jede Ecke einen Stier. [Siddhas werden in der Vorlage zweimal genannt; die Wiederholung bleibt erhalten.]

Kriyapada 32, Vers 29. Bei allen Gottheiten bringe man ihr jeweiliges Reittier an jeder Ecke an: unter dem Hals, im obersten Geschoss und an Umfassungsmauern und ähnlichen Bauteilen.

Kriyapada 32, Vers 30. Ein derart ausgestatteter Tempel gilt als Ort des Gedeihens. In allen vier Richtungen liegen große Nasika-Dachausbauten, halb so breit wie der innere Heiligtumsraum.

Kriyapada 32, Vers 31. Ihr Vorsprung beträgt die Hälfte oder drei Viertel davon. Die kleinen Nasikas fertige man mit der Hälfte oder einem Drittel dieses Maßes.

Kriyapada 32, Verse 32–33. Die Alten nennen acht Ausführungen der Nasikas: zuerst Simhapanjara, dann Panjara, Ardhapanjara, Niryuhapanjara, Lambanasika, Simhashrotra, Khandaniryuha und Jhashapanjara.

Kriyapada 32, Verse 34–36. Das Simhapanjara ist zwei bis vier Stabmaße breit, mit einem langgestreckten Dachbau und zwei schlanken Stützen versehen. Es hat einen an die Umfassung angeschlossenen Vorsprung und die sechs Bauglieder; oder sein Vorsprung entspricht seiner Breite. Es trägt ein Shakti-Banner, eine vordere Platte, Vedika, Gitterwerk und Pfeiler. Das folgende Glied ragt um die Hälfte seines eigenen, an den Tempelvorsprung angeschlossenen Vorsprungs hervor.

Kriyapada 32, Verse 37–38. Es besitzt Sockel, Pfeiler, Gebälk, Hals und ebenso eine Bekrönung, Shakti-Banner, vordere Platte, Vedika, Gitter und Karna-Glieder. Es heißt Ardhapanjara. Das Übrige ist wie zuvor; sein Vorsprung beträgt ein Viertel der Breite. [Die überlieferte Beschreibung verbindet zwei verschiedene Vorsprungsangaben, ohne ihren Bezug eindeutig zu erläutern.]

Kriyapada 32, Vers 39. Ein um ein Drittel der Breite hervortretendes, mit rundem, geöffnetem Formwerk versehenes Glied heißt Panjara. Dann folgt eines mit entsprechendem Bekrönungsabschluss,

Kriyapada 32, Vers 40. angeschlossenem Vorsprung, Gliedern und Karna sowie Kapota und weiteren Bauteilen: Dies ist das Niryuhapanjara. Nun wird die Lambanasika beschrieben. [Der Satzanschluss erlaubt auch die Bezeichnung Lambanasika für das vorangehende Glied.]

Kriyapada 32, Vers 41. Die Lambanasika besitzt angeschlossene Vorsprünge, Karna und Stützen, ausgeführte Nagablätter und weiteren Schmuck sowie einen Vorbau und alle zugehörigen Glieder.

Kriyapada 32, Vers 42. Dieselbe Form mit Löwenohr-Bekrönung, Stützen und einem an den Vorsprung anschließenden Karna-Teil heißt Simhashrotra, Löwenohr.

Kriyapada 32, Vers 43. Das Khandaniryuha besitzt einen Vorsprung von zwei Fünfteln seiner Breite und unterhalb der Nische Kapota und weitere Glieder.

Kriyapada 32, Verse 44–45. Ein Glied mit einem Stabmaß oder einem halben Stabmaß Vorsprung, darunter und darüber mit Kapota und weiteren Teilen und einem Torana über dem Hals, heißt Jhashapanjara. Nun werden Kuta und weitere Formen beschrieben: Das Kuta erhält einen Teil der in sechs geteilten Tempelbreite, die Shala zwei. [Der letzte Zahlenausdruck ist in der Vorlage verkürzt.]

Kriyapada 32, Vers 46. Die Höhe des Panjara wächst von der Befestigung über dem Kapota des Tempels beziehungsweise seiner Geschosse aus. Ihre Teilung wird nun genannt. [Die Wortfolge beim Geschossbezug ist nicht sicher.]

Kriyapada 32, Vers 47. Bei fünf Teilen Panjara-Höhe beträgt die Pfeilerhöhe eineinviertel Teile. Das Gebälk erhält die Hälfte davon, das Karna dieselbe Höhe.

Kriyapada 32, Vers 48. Aus dem Rest ergibt sich das halbe Karna; darüber liegt die Kopfhöhe. Der Sockel erhält die halbe Pfeilerhöhe, der Untersockel den Rest. [Die mehrfach verwendete Restgröße lässt sich ohne ergänzte Annahmen nicht eindeutig zu einer Maßtafel verbinden.]

Kriyapada 32, Vers 49. So ist hier die Höhe aller Panjara-Formen angegeben. Beim Torana-Langbau beträgt dagegen die Sockelhöhe die Hälfte des Hauptsockels.

Kriyapada 32, Vers 50. Der Pfeiler gilt als doppelt so hoch. Gebälk und Hals sind jeweils um ein Achtel niedriger als der Sockel.

Kriyapada 32, Vers 51. Aus dem Rest ergibt sich die Höhe des Torana; oder man gestalte es wie eine Shala. Ein Panjara liegt zwischen Shala und Kuta oder in der Mitte der Shala.

Kriyapada 32, Vers 52. Oben fertige man eine große Nasika, ein Panjara und Shukanasikas. Niemals setze man jedoch eine Nasika unmittelbar über eine andere Nasika.

Kriyapada 32, Vers 53. Alle Nasikas sollen von Pfeilern getragen sein. Über dem Prati liegt die Vedika; deren Höhe bemesse man auf anderthalb, zwei oder drei Stabmaße.

Kriyapada 32, Vers 54. Der Wandschmuck an Pfeilern und anderen Teilen ist vierfach: Blütenglied, Bildglied, Shaivala und bildgeschmücktes Shaivala. Man verziere ihn wie zuvor.

Kriyapada 32, Vers 55. Über dem Prati liegt der Halsschmuck, über der Vedika das Gitter. Seine Höhe bis zum oberen Balken beträgt drei, vier oder fünf Stabmaße.

Kriyapada 32, Verse 56–57. Die Gitterbreite ist um ein Drittel oder Viertel geringer als die Höhe. Die sieben Gitterarten heißen Riju, Gavaksha, Gajaksha, Gulika, Gomutra, Patraka und Nandyavarta. Ihre Merkmale werden einzeln genannt.

Kriyapada 32, Vers 58. Ein Gitter aus geraden, schlanken Stäben heißt Riju, gerades Gitter. Ein länglich-viereckiges mit oberen Eckgliedern heißt Gavaksha, Kuhauge.

Kriyapada 32, Vers 59. Das Gajaksha, Elefantenauge, hat Öffnungen, die aus den Ecken von Quadraten entstehen. Das folgende hat Kügelchen an Basis, Spitze und Mitte und wird in gerade Wandzwischenräume eingesetzt.

Kriyapada 32, Vers 60. Dieses Gitter mit durch Figurenschmuck unterbrochenen Öffnungen heißt Gulika, Kugelgitter. Das Gomutra hat schräg und gebogen verlaufende Öffnungen, entsprechend seiner Bezeichnung „Kuhharnspur“.

Kriyapada 32, Verse 61–62. Beim Blattgitter werden die Öffnungen durch vielfältige Blätter unterbrochen. Ein Gitter, dessen Öffnungen zwischen fünf Linien rechtsläufig in Nandyavarta-Form angeordnet sind, heißt Nandyavarta-Gitter. Die Halshöhe beträgt das Doppelte, Anderthalbfache oder Einfache der Vedika-Höhe.

Kriyapada 32, Vers 63. Der Rücksprung der Vedika beträgt ein Drittel der Wandbreite. Der Rücksprung des Halses darüber ist gleich groß oder um ein Fünftel vermindert.

Kriyapada 32, Vers 64. Man schmücke den Hals mit Lotusstängeln, gekrümmten Füßen, Geistergestalten, Schwänen, Tieren, Fabelwesen sowie Tanz- und Erzählungsszenen.

Kriyapada 32, Vers 65. Mit dem halben Halsmaß runde man das Shikhara gleichmäßig aus. Gegenüber dem Hals springt das Shikhara zwei Stabmaße vor.

Kriyapada 32, Vers 66. Vom Vorsprung aus führe man die Rundung außen über zwei Stabmaße weiter und fertige die Stupi samt Krug entsprechend der Gestalt des Shikhara. [Die genaue Richtung des zweiten Maßes bleibt in der Lesung unsicher.]

Kriyapada 32, Verse 67–68. Die Gestalt des Shikhara ist achtfach: quadratisch, länglich-rechteckig, rund, länglich-rund, langhausförmig, sechseckig, achteckig und sechzehneckig. So lauten die acht Formen. Nun wird über sie weiter gesprochen.

Unnummerierte technische Prosa nach Vers 68. Für Halbkrone, Hallenspitze, vordere Platte, Gebälk, Schirm, Kopfbau, Pindi, Elefantenrüssel und weitere Formen gibt es acht Dachprofile, angefangen mit Panchala. Bei der Breite des oberen Stäbchenbalkens lautet die Folge: fünf, zwei, sieben, drei, vier, elf, fünf, dreizehn, sechs, fünfzehn, siebzehn, acht; von der Breite aus ergeben sich halbe Höhen und weitere Maße. Der Reihe nach heißen sie Panchala, Vaideha, Magadha, Kaurava, Kausala, Shaurasena, Gandhara und Avantika. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Der überlieferte Bauwort- und Zahlenkomplex ist auch in der Quelle mit einem Fragezeichen versehen. Die erkennbaren Wörter und Zahlen sind wiedergegeben; ihre Verknüpfung zu acht Profilverhältnissen ist nicht gesichert. Die erste Bauformenliste ist teilweise unsicher abgegrenzt.]

Kriyapada 32, Vers 69. Das Avantya-Profil ist halb so hoch wie breit; die gemischte Form wird eigens benannt. Teilt man diese beiden jeweils zweifach und fügt einen, zwei oder drei Anteile hinzu,

Kriyapada 32, Vers 70. oder der Reihe nach vier, fünf, sechs und sieben Anteile, ergeben sich sieben Namen für die Shikhara-Höhen. [Die Ausgangsgrößen dieser Ableitung sind im Anschluss an die beschädigte Prosa nicht eindeutig.]

Kriyapada 32, Vers 71. Die sieben Shikharas heißen Kalinga, Kashya, Varata, Kollaka, Shaundika, Kashmira und Gangeya.

Kriyapada 32, Vers 72. Diese sind für Göttersitze bestimmt; eine halbe Durchdringung beziehungsweise die andere Form für Menschen. Überall sind auch Pfeiler, Hasta-Glieder, Firste und Balken

Kriyapada 32, Vers 73. sowie Stupikas bei Götterbauten in ungerader Anzahl schön; in Menschenbauten gilt die gerade Anzahl überall als gut. [Die Wendung „halbe Durchdringung“ in Vers 72 bleibt als nicht sicher verstandener Fachausdruck kenntlich.]

Kriyapada 32, Vers 74 und Beginn von 75. Die Lotushöhe beträgt ein Viertel oder Fünftel der Shikhara-Höhe. Die Stupi-Höhe ist um ein Viertel oder drei Achtel größer. Ihre Einsetzung wird später beschrieben.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des Shikhara.

Kriyapada 32, Schluss von Vers 75 und Vers 76. Vordere Treppen werden verborgen oder offen ausgeführt. Ihre Grundform ist dreifach: quadratisch, länglich-rechteckig oder rund. Vier Ausführungen gibt es: dreiteilig, muschelförmig,

Kriyapada 32, Vers 77. halb nach der Kuhharnspur und rankenförmig. Eine Treppe, die aus drei Teilstücken aufgebaut ist, heißt Trikhanda, dreiteilig.

Kriyapada 32, Vers 78. Eine Treppe, die sich vom Anfang zur Spitze schrittweise verengt, heißt Shankhamandala, Muschelform. Ist diese zweigeteilt, heißt sie halbe Kuhharnspur.

Kriyapada 32, Verse 79–80. Die Gestalt einer am Baum emporkletternden Ranke heißt Ranken-Treppe. Die einzelnen Stufen fertige man gleich, mit Höhen von einem Viertel, einer Hälfte oder drei Vierteln der waagerechten Breite. Der Zwischenraum der Handläufe beträgt zwei oder anderthalb Stabmaße. [Die technische Deutung von „Hastabila“ als Zwischenraum der Handläufe bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 81. Der Hasta-Vorsprung beträgt drei Viertel oder ein halbes Maß. Stehende und liegende Teile sind entsprechend ihrer Tragfähigkeit einzulassen.

Kriyapada 32, Vers 82. Die Treppenbreite reicht über zwei, drei, vier, fünf, sechs und sieben Stabmaße. Am Ashvapadaka beträgt sie zwei, drei oder vier Stabmaße. [Ashvapadaka ist ein hier nicht genauer erklärtes Bauteil, wörtlich „Pferdefüßchen“.]

Kriyapada 32, Vers 83. Dessen Gestalt lege man halbmondförmig an. Es sei eine Elle oder drei Viertel davon stark; darüber

Kriyapada 32, Vers 84. stehe man auf jeder Ebene und steige in günstiger Rechtswendung auf. Auch die Stufenzahl soll ungerade sein, ob im Tempel oder in der Halle.

Kriyapada 32, Vers 85. Bei Langbauten, Bühnen und ähnlichen Gebäuden liegt die Treppe vorne. Anderswo gestalte man die Eingangstreppe an beiden Seiten.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Treppe.

Kriyapada 32, Vers 86. Bei allen Bauten gibt es die Arten Sanchita, Asanchita und Upasanchita, denen männliches, weibliches und neutrales Geschlecht zugeordnet wird.

Kriyapada 32, Vers 87. Ein aus Steinen oder Ziegeln gefertigter, massiver Bau mit Kapota und Dach heißt Sanchita und gilt als männlich.

Kriyapada 32, Vers 88. Ein aus Ziegeln oder Holz errichteter Tempel, dessen Glieder Nutzgeschosse bilden, wird Asanchita genannt und als weiblich bezeichnet.

Kriyapada 32, Vers 89. Ein aus Ziegeln und Holz gemischter Bau, teils nicht massiv und teils massiv, mit nutzbaren und nicht nutzbaren Gliedern, heißt Upasanchita und gilt als geschlechtsneutral.

Kriyapada 32, Vers 90. Zu beiden Seiten der Tür kann sich eine Nische für den Torhüter befinden. Man fertige unten und oben eine Öffnung und bringe außen eine Abflussrinne an.

Kriyapada 32, Vers 91. Die Rinnenlänge beginnt bei zwölf Fingermaßen und wächst jeweils um drei bis auf vierundzwanzig; so ergeben sich fünf Maße. [Die Grenzzahlen werden durch die Namen der Versmaße Jagati und Sankriti ausgedrückt.]

Kriyapada 32, Vers 92. Maya nennt ebenfalls fünf Maße: angefangen bei acht Fingern, in Schritten von zwei bis zu sechzehn.

Kriyapada 32, Vers 93. Die mittlere Öffnung ist gleich groß, drei Viertel oder halb so groß. Die Breite beträgt drei, vier oder fünf dieser Maße, die Tiefe dasselbe. [Das anfängliche Bezugsmaß ist nicht eindeutig bezeichnet.]

Kriyapada 32, Vers 94. Die Spitze beträgt drei Fünftel der Basis und ist mit Rinnen versehen. Sie wird als Löwenmaul ausgeführt und neigt sich von der Basis aus rasch abwärts.

Kriyapada 32, Vers 95 und erster Halbvers von 96. So lege man die Abflussrinne in der Mitte der Nordseite des Tempels an. Oder man bemesse die äußere Rinne in Breite und Länge wie die Rinne des inneren Sockels und schmücke sie angemessen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Rinne.

Kriyapada 32, zweiter Halbvers von 96 und Vers 97. Der Sockel einer Mandapa-Halle entspricht dem beim Tempel beschriebenen. Ihre Pfeiler sind die bereits genannten; auch das Gebälk ist wie zuvor. Man fertige auch den Weg mit der Breite des oberen Stabendes. [Der letzte bautechnische Satz bleibt in dieser Lesung nicht eindeutig.]

Kriyapada 32, Vers 98. Eine quadratische Halle mit vier Pfeilern heißt Nandyavarta; mit acht heißt sie Svastika, mit zwölf Virasana.

Kriyapada 32, Verse 99–100. Eine Halle mit sechzehn Pfeilern heißt Shripratishthita, mit zweiunddreißig Jayabhadra, mit sechsunddreißig Manibhadra und mit hundert Vishala. Auch Hallen mit noch mehr Pfeilern heißen Vishala, weiträumig.

Kriyapada 32, Vers 101. Eine Götter- oder Menschenhalle fertige man länglich-rechteckig; ihre Länge kann um ein Viertel größer, anderthalbfach, doppelt oder noch größer als ihre Breite sein.

Kriyapada 32, Vers 102. Die Pfeilerabstände setze man angemessen mit zwei, drei oder vier Ellen an, entsprechend Last, Umfang und Tragbalken.

Kriyapada 32, Vers 103. Man errichte Hallen passend gegenüber dem Tempel, in Gärten, heiligen Bezirken und ähnlichen Orten sowie inmitten von Dörfern, Wohnanlagen und weiteren Siedlungen,

Kriyapada 32, Verse 104–105. für Einweihung, Weihebegießung, Opfer und Tanz. Der Pfeilerabstand beginnt mit anderthalb Ellen und wächst jeweils um sechs Finger bis zu fünf Ellen. Teilt man den Abstand zwischen den Feldern in eins, zwei, drei, vier oder fünf,

Kriyapada 32, Verse 106–107. so wächst die Länge gegenüber der eigenen Breite um einen solchen Teil. Die Breite des eigenen Feldes wird in Schritten von drei Fingern bis zu einer Elle erweitert: So werden acht Längenmaße genannt. Man verwende diese Maße; auch alle entsprechenden länglichen Formen tragen denselben Namen. [Die Verbindung der beiden Maßreihen bleibt örtlich unsicher.]

Kriyapada 32, Vers 108. Die Pfeilerhöhe beginnt bei zweieinhalb Ellen und steigt jeweils um sechs Finger bis zu acht Ellen; dies ergibt dreiundzwanzig Maße.

Kriyapada 32, Verse 109–110. Oder die Pfeilerhöhe wächst jeweils um zwei oder drei Finger. Die Breite beginnt bei acht Fingern und steigt jeweils um einen Viertelfinger bis zu neunzehn Fingern; ihre Anzahl ist wie zuvor. Teilt man die Pfeilerhöhe in elf, zehn, neun oder acht Teile,

Kriyapada 32, Vers 111. so erhält die Breite am Fuß einen Teil; an der Spitze ist sie um den entsprechenden Anteil vermindert. Oder bei fünf Teilen Pfeilerhöhe ist die Talaka-Ebene zwei Teile hoch. [Die Reihe „acht bis neunzehn“ ergibt in Viertelfingerschritten nicht die zuvor genannte Zahl von dreiundzwanzig Maßen. Die abweichende Angabe bleibt erhalten.]

Kriyapada 32, Vers 112. Der Masuraka-Sockel beträgt ein Drittel der Pfeilerhöhe. Man fertige den Sockel mit Untersockel oder den Masuraka allein. [Die Wortfügung zur Höhe ist auffällig überliefert.]

Kriyapada 32, Vers 113. Über dem Sockel stehen die Pfeiler, darüber ein Gebälk mit drei Bändern, Kapota und Prati. Dies gilt als gewöhnliche Halle.

Kriyapada 32, Vers 114. Eine quadratische Halle oder ein Schutzpavillon mit vier Pfeilern und acht Nasika-Auskragungen heißt Brahmasana.

Kriyapada 32, Verse 115–116. Eine Halle oder ein Pavillon mit drei Feldern, sechzehn Pfeilern, einer Bühne, sechzehn Nasikas, gegebenenfalls Kuta-Dächern, vier Türen und vier Torbögen heißt Siddha. Sie ist für Götter, Brahmanen und Könige geeignet und gilt bei allen Verrichtungen als gut.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Mandapa-Halle.

Kriyapada 32, Verse 117–118. Nun werden allgemein die Merkmale der Prapa-Pavillons beschrieben. Die Pfeilerlänge ist wie zuvor angegeben; die Pfeilerbreite beträgt vier, sechs, acht oder zehn Finger. Die Pfeiler bestehen aus Kernholz oder Bambus; ebenso die oberen First- und Tragbalken.

Kriyapada 32, Vers 119. Den Pavillon mit Längs- und Querfirst decke man passend mit Kokospalmblättern oder anderen geeigneten Blättern.

Kriyapada 32, Vers 120. Teilt man die Pfeilerhöhe in zehn, neun, acht, sieben, sechs oder fünf, erhält die Vedika einen Teil. In der Mitte lege man die Bühne an.

Kriyapada 32, Vers 121. Bei einer Vierteilung der Pfeilerhöhe erhält der Sockel der Plattform einen Teil; der Talima ist zwei Teile hoch, sein Gebälk einen. [Der als „Länge“ überlieferte Ausdruck bei Talima ist hier im Zusammenhang einer vertikalen Gliederung wiedergegeben; diese Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 122. Bei geraden beziehungsweise ungeraden Anordnungen beträgt die Breite zwei Felder oder ein Feld. Es gibt Ausführungen mit vier, acht oder sechzehn Pfeilern.

Kriyapada 32, Vers 123. Der Pavillon kann alle Glieder besitzen und aus gemischten Baustoffen bestehen. In der Mitte von Langbauten, Versammlungshallen, Schutzpavillons oder Mandapas

Kriyapada 32, Originalmarke 124-1/2. heißt der auf vier Standpunkten gegründete, dreifach bemessene Bereich Ranga, Bühne. So wurden hier die Torbögen, Wände und Abflussrinnen, die Treppen, Panjaras, besonderen Fenster und Halsglieder, die Bildgestalten in jedem Geschoss und die Dachbekrönungen ordnungsgemäß beschrieben, ebenso die Pavillons zusammen mit den besonderen Hallenformen. [„Dreifach bemessen“ bleibt als knappe technische Bezeichnung ohne ergänzte Maßtafel stehen.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das zweiunddreißigste Kapitel über die Merkmale der Torbögen und weiterer Bauteile.

Besinnung zu Kapitel 32

Die Halle bietet Raum für Einweihung, Verehrung und Tanz. Ihre Gestaltung erinnert daran, dass spirituelle Praxis Menschen zusammenführt und zugleich geordnete Freiräume braucht. Wer heute einen Übungsraum vorbereitet, kann daraus eine einfache Anregung mitnehmen: Licht, Bewegungsfreiheit und eine ruhige Atmosphäre aufmerksam zu gestalten. Das ist eine heutige Anwendung; sie ersetzt nicht die historischen Bedeutungen der genannten Tempelformen.


Kriyapada, Kapitel 33: Holz, Ziegel, Mörtel und Bauteilverbindungen

Der Text wendet sich nun den Baustoffen zu: ihrer Auswahl, rituellen Gewinnung, Verarbeitung und Verbindung. Handwerkliche Anweisungen stehen neben historischen Vorzeichenlehren. Beides wird unterschieden, ohne die religiöse Bedeutung der Arbeit für die damalige Tradition auszublenden.

Kapiteleingang. Nun das dreiunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 33, Vers 1. Die Baustoffe für Tempel und andere Gebäude werden sechsfach genannt: Stein, Holz, Ziegel, Dachziegel, Lehm und Kalkmörtel.

Kriyapada 33, Vers 2. Die Merkmale des Steins werden später beschrieben. Zuerst wird die Beschaffung der fünf anderen Stoffe, angefangen beim Holz, erläutert.

Kriyapada 33, Vers 3. Zunächst werden die Bäume genannt, die zu meiden sind: solche mit Höhlungen, mit eigenen Ranken, von Kletterpflanzen umschlungen, von Insekten befallen oder mit Dornen versehen;

Kriyapada 33, Vers 4. solche, die ständig reich an Blüten und Früchten sind, Menschen, Kühen oder Gottheiten als Aufenthalt dienen, vielen Vögeln und Wildtieren Lebensraum bieten oder an Heiligtümern, Wegen und Leichenstätten wachsen;

Kriyapada 33, Vers 5. krumme, vertrocknete, gebrochene und solche, die verschiedensten Wesen als Zuflucht dienen. Ferner Palasha, Kutaja, Lodhra, Bilva, Pilu und Shirisha,

Kriyapada 33, Vers 6. Shleshmataka, Kadamba, Kovidara, Kimshuka, Pathya, Aksha, Amalaka, Partha, Snuhi, Snug und Varana,

Kriyapada 33, Vers 7. Ambashtha, Saptaparna, Karaskara, Vikankata, Nyagrodha, Udumbara, Ashvattha, Plaksha, Shalmali und Tinduka,

Kriyapada 33, Vers 8. Nandyavarta, Badara, Karavira, Kapittha, Sarpamara, Arimeda, Putrajiva und Dunduka,

Kriyapada 33, Vers 9. Tintrini, Patala, Ashoka, Karpura, Agaru, Grinjana und Arka: Diese sind für Götter- und Menschenbauten zu meiden. [Die Pflanzennamen bleiben als traditionelle Bezeichnungen erhalten; eine sichere moderne Artbestimmung wird hier nicht behauptet.]

Kriyapada 33, Vers 10. Gerade, kernholzreiche, feste und langlebige Bäume, die Regen, Wind und Hitze sowie Wasser und trockenen Boden vertragen,

Kriyapada 33, Vers 11. sind, sofern sie dem jeweiligen Land entsprechen und als gut gelten, für günstige Bauten zu nehmen. Milchsaftbäume sind im Allgemeinen nicht für Menschenhäuser geeignet.

Kriyapada 33, Vers 12. Für Götterhäuser eignen sie sich; Likucha ist für alle günstig. Ein von unten bis oben runder, stark verzweigter, fester und langer Baum

Kriyapada 33, Vers 13. gilt als männlich. Ein Baum mit breitem Fuß und schmaler Spitze gilt als weiblich; unten und oben schmal und in der Mitte breit gilt als geschlechtsneutral.

Kriyapada 33, Vers 14. Den zum günstigen Zeitpunkt gesetzten Pfeiler, den inneren Hauptpfeiler und ähnliche Teile fertige man allein aus einem männlich eingestuften Baum. Für alle übrigen Arbeiten werden Bäume aller drei Geschlechter gebilligt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Regeln für das Holz.

Kriyapada 33, Vers 15. In der hellen Monatshälfte, bei günstigem Mondhaus und weiteren guten Voraussetzungen, soll der Auftraggeber gemeinsam mit dem Baumeister, gebadet, weiß gekleidet und mit weißer Salbe bestrichen, mit angelegtem Schutzband und vollzogenen Glücksriten,

Kriyapada 33, Vers 16. von Brahmanen Segensworte sprechen lassen. Unter Vorantritt aller Instrumente gehe er zu dem bezeichneten Ort, an dem die ausgewählten Bäume stehen.

Kriyapada 33, Vers 17. Beim Aufbruch vergewissere er sich anhand der günstigen Vorzeichen des guten Gelingens. Im Schatten des vorgesehenen Baumes bestreiche er einen kreisförmigen Platz,

Kriyapada 33, Vers 18. verehre Ganesha mit Duftstoffen, Blüten, festen und weichen Speisen und ebenso den Hüter des Ortes, den Herrn der Pflanzen und die Waldgottheiten.

Kriyapada 33, Vers 19. Nachdem er sie mit Duftstoffen, gekochter Opferspeise, Früchten, Milchreis und süßen Klößen verehrt hat, gebe er den Wesen eine Bali-Gabe aus ihrer Speise, Hülsenfruchtbrei und gekochtem Reis.

Kriyapada 33, Verse 20–22. Der Baumeister bade, halte sein Beil und spreche diese beiden Mantras: „Die Wesen und Gottheiten samt den Guhyakas mögen weichen! Euch werde eine gute Opfergabe zuteil. Soma möge die Bäume freigeben.“ – „Heil sei euch, Söhne der Erde, und auch uns allezeit! Ich werde diese Arbeit ausführen; nehmt bitte einen anderen Aufenthalt.“ Nachdem er dies gesagt hat, verneige er sich mit heiterem Geist vor den Bäumen. [Die Quelle kündigt zwei Mantras an; die Grenze zwischen ihnen ist redaktionell nach dem Satzsinn gesetzt.]

Kriyapada 33, Vers 23. Östlich des zu fällenden Baumes trinke der Baumeister nachts Kuhmilch und schlafe auf Darbha-Gras. Nach guten Träumen stehe er morgens auf.

Kriyapada 33, Vers 24. Der besonnene Baumeister bade, schmücke sich und bestreiche zur günstigen Stunde schweigend die Schneide des Beils mit den fünf Kuhprodukten.

Kriyapada 33, Vers 25. Unter Instrumentenklang und Segensworten, nach Osten oder Norden gewandt, lasse er am Baumfuß ein Kishku-Maß stehen und fälle den Baum darüber.

Kriyapada 33, Vers 26. Milchsaft beim Schnitt gilt als Zeichen für Wohlstand, austretendes Wasser für Glück; Blut gilt als Zeichen des Untergangs des Auftraggebers. Einen solchen Baum fälle man nicht.

Kriyapada 33, Vers 27. Laute wie von Löwen, Elefanten oder Stieren gelten beim Fallen als günstig; Lachen, Schreien, Weinen und klagendes Rufen als ungünstig.

Kriyapada 33, Vers 28. Einen solchen Baum gebe man auf und nehme einen anderen mit günstigen Merkmalen. Ein Fall nach Osten, Nordosten oder Norden, mit der Spitze in diese Richtung, wird gebilligt.

Kriyapada 33, Vers 29. Fällt er anders, ist er aufzugeben; ein Bruch gilt überall als schlecht. Auch das Hängenbleiben an einem anderen Baum oder ähnlichem gilt als ungünstig und als Ursache von Hindernissen und Mühe.

Kriyapada 33, Vers 30. Den günstig geschnittenen und mit der Spitze günstig gefallenen Baum schneide man an Basis und Spitze entsprechend dem gewünschten Maß gleichmäßig ab und behaue ihn viereckig.

Kriyapada 33, Vers 31. Bestimme man ihn zum Pfeiler für den günstigen Baubeginn, hülle man ihn in ein weißes Tuch, lade ihn auf einen Wagen oder ein anderes Transportmittel und bringe ihn an den vorgesehenen Ort.

Kriyapada 33, Vers 32. Für Götter, Brahmanen, Könige und Vaishyas gilt Holztransport mit Wagen oder Elefanten als angemessen; für die übrigen lasse man es von Menschen herbeitragen.

Kriyapada 33, Vers 33. Durch einen günstigen Eingang bringe man es zum Werkplatz und lege das Holz mit der Spitze nach Osten auf einen Sandhaufen.

Kriyapada 33, Vers 34 und Beginn von 35. Acht, fünf oder drei Monate lang wende man es nicht. So beschaffe man das Holz nach der Vorschrift für den Bau. Die Übernahme aller Hölzer soll auf diese rituelle Weise geschehen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Übernahme des Holzes.

Kriyapada 33, Schluss von Vers 35 und Vers 36. Nun werden die Herstellung der Ziegel und der Kalkmörtel beschrieben. Glatter, weißlicher und salzhaltiger Lehm werden verworfen. Als vierte Sorte gilt kupferrot blühender Lehm als zur Arbeit geeignet.

Kriyapada 33, Vers 37. Kupferroter Lehm mit feinem Sand, frei von Spelzen, Kohle, Knochen, Steinen, Holz, Kies und Klumpen, eignet sich für Ziegel.

Kriyapada 33, Vers 38. Man gebe diesen Lehm in eine Grube und füge knietief Wasser hinzu. Man rühre ihn um, bewege ihn mit den Füßen und knete ihn immer wieder.

Kriyapada 33, Vers 39. Dann lasse man ihn einen Monat lang von kundigen Arbeitern mit einem Rindensud aus Milchsaftbäumen und Shirisha sowie Triphala-Wasser durchkneten.

Kriyapada 33, Vers 40. Die Ziegel forme man zwölf Finger lang, halb so breit und ein Drittel der Breite hoch.

Kriyapada 33, Vers 41. Oder sie sind um drei Viertel geringer. Man trockne sie in der Hitze. Bei einem ungeteilten Mondhaus und günstiger Aszendentenstellung errichte man einen Brennofen in Windrichtung. [Die Formulierung zur Verkleinerung ist auffällig; „auf drei Viertel“ wird nicht stillschweigend eingesetzt.]

Kriyapada 33, Vers 42. Dort schichte man die Ziegel der Reihe nach mit Zwischenräumen. Holz, Strohbündel und ähnliches sollen die Zwischenräume vollständig ausfüllen.

Kriyapada 33, Vers 43. Außen decke man alles sorgfältig zu und bestreiche es mit Lehm. Man entzünde an den Öffnungen Feuer und brenne zehn Tage oder eine Monatshälfte lang.

Kriyapada 33, Vers 44. Ist das Feuer erloschen, nehme man die Ziegel heraus und lege sie ein Jahr, acht oder sechs Monate in Wasser.

Kriyapada 33, erster Halbvers von 45. Danach nehme man sie heraus; dann eignen sie sich zum Bau von Tempeln und anderen Gebäuden.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Ziegel.

Kriyapada 33, zweiter Halbvers von 45 und Vers 46. Auch die Herstellung der Dachziegel erfolgt aus dem für Ziegel beschriebenen Lehm. Die beste, mittlere und geringste Art ist jeweils zwölf, zehn oder acht Finger lang.

Kriyapada 33, Vers 47. Die Breite beträgt die Hälfte der eigenen Länge oder zwei Fünftel. Teilt man die Breite in drei, vier oder fünf, beträgt die Höhe des Ziegels einen Teil.

Kriyapada 33, Vers 48. So lautet die Vorschrift für die beste und die weiteren Arten von Dachziegeln. Ziegel aus Gold, Silber und Kupfer erbringen der Reihe nach die beste und die weiteren Wirkungen

Kriyapada 33, Vers 49. beim Götterhaus und ähnlichen Bauten; tönerne gelten als die geringsten. Die Maße der Metallziegel richten sich nach den verfügbaren Mitteln.

Kriyapada 33, Verse 50–51. Alle sind gleichmäßig auszuführen. Es gibt sieben Arten: zweikantige, mit zwei Ecken an der Spitze, Seitenziegel, runde, Eckziegel, gebogene und als siebte Lotusziegel. Man verlege sie sachgemäß in geordneten Reihen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Herstellung von Mauer- und Dachziegeln.

Kriyapada 33, Vers 52. Karala, Mudga, Gulmasa, Kalka und Cikkana heißen die fünf Grundbestandteile beziehungsweise Zubereitungen des Kalkmörtels, für die Kalkpulver verwendet wird.

Kriyapada 33, Vers 53. Kiesel von der Größe eines Abhaya- oder Aksha-Samens heißen Karala. Mudga sind mungbohnengroß; Mudgi sind kleine Kiesel.

Kriyapada 33, Vers 54. Pulver aus Kalkstein und Muschelschalen, mit anderthalb, drei Vierteln und der doppelten Menge feinem Sand vermischt, heißt Gulmasa. [Die drei Mengenangaben sind in der gelieferten Wortfolge nicht eindeutig den Bestandteilen zuzuordnen.]

Kriyapada 33, Vers 55. Ein zerstoßener Ansatz aus Kichererbsen und Kalkpulver, verbunden mit Karala, Mudga und Sand nach dem zuvor angegebenen Maß, gilt als Kalka.

Kriyapada 33, Vers 56. Cikkana ist zweifach: mit einfachem Wasser oder mit Bindewasser. Zunächst zerstoße man die zuvor genannten Stoffe dreimal mit einfachem Wasser.

Kriyapada 33, Verse 57–58. Man mische Wasser aus den Rinden von Milchsaftbäumen, Amala, Aksha, Kadamba und Abhaya mit Triphala-Wasser und der gleichen Menge Urdbohnensud. In diesem Grubenwasser verbinde man das Pulver aus Kalkstein und Muschelschalen, stampfe es mit einem Hufwerkzeug und lasse es durch ein Tuch ablaufen.

Kriyapada 33, Verse 59–60. Damit bereite man das Cikkana. Nun das Bindewasser: Man bereite es sorgfältig aus Dickmilch, Milch, Urdbohnensud, Rohzucker, geklärter Butter, Bananen sowie Kokoswasser und Mangosaft. Dieses Bindewasser füge man zu gleichen Teilen hinzu.

Kriyapada 33, Verse 61–63. Das gewonnene Kalkpulver setze man mit hundert Teilen an, Honig mit zwei. Geklärte Butter, reife Banane, Kokoswasser, Urdbohnensud, Rindensud von Milchsaftbäumen, Milch, Dickmilch, Rohzucker, Schleimstoff und Triphala-Wasser füge man mit drei Teilen beginnend jeweils um einen Teil zunehmend hinzu, außerdem nach Möglichkeit Saft reifer Mangos. Man vereinige alles und gebe fest zerstoßenes Karala hinzu.

Kriyapada 33, Vers 64. Nach einem Tag bearbeite man die Mischung wiederholt mit Stäben aus Kokospalmzweigen und ähnlichem, bis sie dicht wird.

Kriyapada 33, Vers 65. Nach zehn Nächten ergibt sie, mit Mudgi, Gulmasa und Kalka verbunden und sachgerecht gründlich gestampft, guten Kalkmörtel.

Unnummerierte Überleitung. Ferner:

Kriyapada 33, Vers 66. Zuerst zwei Teile Karala; Honig, geklärte Butter, Banane, Kokoswasser, Urdbohnensud, Baumrindensud, Milch, Dickmilch, Rohzucker und Triphala-Wasser jeweils um einen Teil zunehmend; dazu hundert Teile des strahlend mondweißen Kalkpulvers. Alles richtig zerstoßen ergibt vorzüglichen Mörtel, dessen Verbindung so fest wie ein Vajra ist. [Diese Wiederholung weicht bei der anfänglichen Zuteilung der zwei Teile von Vers 61 ab. Beide Angaben bleiben erhalten; „Vajra“ ist das Härtebild des Textes.]

Kriyapada 33, Vers 67. Vier, drei oder zwei Monate gelagerter und angemessen gekneteter Kalkmörtel gilt als bester, mittlerer oder geringster Mörtel zum Verbinden von Prachtbauten und anderen Gebäuden.

Kriyapada 33, Vers 68. Trockene, fugenfreie, gleichmäßige und glatte Wände oder andere Flächen wasche man zunächst mit reinem Wasser ab. Dann bestreiche man sie mit Bindewasser, das Dickmilch, Milch und Rohzucker enthält.

Kriyapada 33, Vers 69. Nach einem Tag bringe man den Kalkputz sachgerecht an, so wie es am jeweiligen Ort angemessen ist.

Kriyapada 33, Vers 70. Auf die Wände und anderen Flächen male man vielfältige Bilder: Gottheiten nach dem eigenen Agama und Erzählungen aus den Puranas.

Kriyapada 33, Vers 71. Die Bilder sollen farbig und anmutig sein, nirgends zu wenig oder zu viel enthalten und jeweils angemessene Gestalt, Stimmung, Empfindung und Handlung zeigen.

Kriyapada 33, Vers 72 und erster Halbvers von 73. Solche Bilder gewähren Auftraggeber und Ausführendem stets vielfältige Früchte. Andere, ungünstige Bilder bewirken das Gegenteil. Wer Glück in beiden Welten wünscht, lasse solche Bilder weder malen noch male er sie selbst.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Kalkmörtel.

Kriyapada 33, zweiter Halbvers von 73 und Vers 74. Nun wird die Verbindung der Werkstücke und Hölzer beschrieben, um Festigkeit, Länge und weitere Erfordernisse zu erreichen, sowohl bei stehenden als auch bei liegenden Teilen: außen, innen, seitlich, unten und oben.

Kriyapada 33, Vers 75. Auch an jedem anderen gewünschten Ort verbinde man sie angemessen. Alle Hölzer lege man mit der Spitze nach Osten oder Norden.

Kriyapada 33, Vers 76. Das gilt als günstig; eine entgegengesetzte Richtung als ungünstig. Man verbinde nicht Basis mit Basis und nicht Spitze mit Spitze.

Kriyapada 33, Vers 77. Die Verbindung von Basis und Spitze der Werkstücke gilt als Grundlage des Gedeihens. In der Mitte des Bauplatzes, an der Tür, auf Götterfeldern und an den Ecken

Kriyapada 33, Vers 78. vermeide man Verbindungen, die als Ursache der Zerstörung des Ortes und des Untergangs der Familie gelten. Die Verbindungsarten heißen Meshayuddha, Trikhanda, Saumadra und Ardhapanika,

Kriyapada 33, Vers 79. ferner Manavritta: So gibt es fünf Pfeilerverbindungen. Bei liegenden Teilen folgen Shatshikha, Jhashadanta, Sukaraghrana,

Kriyapada 33, Vers 80. Sankirnakila und Vajra als fünf Verbindungsarten. Bei der Meshayuddha-Verbindung befindet sich in der Mitte ein Zapfen von einem Drittel der Pfeilerbreite.

Kriyapada 33, Vers 81. Meshayuddha, „Widderkampf“, ist svastikaförmig; Trikhanda hat drei Spitzen. Mit vier seitlich ansetzenden Zapfen heißt sie Saubhadra. [Der Name steht hier anders als „Saumadra“ in Vers 78; die Abweichung wird nicht vereinheitlicht.]

Kriyapada 33, Vers 82. Wenn man an Basis und Spitze jeweils die Hälfte der festgelegten Stärke ausnimmt und die Teile lückenlos ineinanderfügt, heißt die Verbindung Ardhapanika, „halbe Hand“.

Kriyapada 33, Vers 83. Mit einem runden Zapfen in der Mitte, der die halbe eigene Breite hat, heißt sie Manavrittaka. Bei einer rund ausgeführten Form verbinde man die Teile auf die beschriebene Weise. [Die Quelle erwägt bei diesem Namen zuvor auch „Mahavritta“.]

Kriyapada 33, Vers 84. Bei zwei Halbhandausschnitten sind die Zapfen pflugscharförmig. Befindet sich außerdem ein Stift in der Mitte, heißt die Verbindung Shatshikha, sechszapfig.

Kriyapada 33, Vers 85. Jhashadanta, Fischzahn, hat quer zur eigenen Länge verlaufende Armzapfen. Tragender und getragener Teil werden mit ihrer Belastung entsprechenden Zapfen verbunden. [Die Wortfolge zum querlaufenden Zapfen ist örtlich beschädigt.]

Kriyapada 33, Vers 86. Bei der Sukaraghrana-Verbindung werden sie wie eine Eberschnauze zusammengefügt. Mit verschiedenen, passend angeordneten spitzen Stiften

Kriyapada 33, Vers 87. heißt sie Sankirnakila, gemischte Stiftverbindung; vajraförmig heißt sie Vajracudaka. Bei einem stehenden Werkstück beträgt die Verbindungslänge anderthalb Diagonalen seiner Breite.

Kriyapada 33, Vers 88. In der Mitte eines Pfeilers verbinde man nicht; eine mittige Verbindung gilt als zerstörerisch. Rechts wie links liegt die Fugenmitte innerhalb des Pfeilerkopfes.

Kriyapada 33, Vers 89. So angeordnet gilt sie als Grundlage des Gedeihens. Den Zapfenstift bohre man nicht so, dass er die Verbindung des anderen Teils durchstößt.

Kriyapada 33, Vers 90. Ein Zapfen genau in der Mitte der Werkstückbreite gilt als wohlstandszerstörend; nach Süden oder Norden versetzt gilt er als wohlstandsbringend.

Kriyapada 33, Vers 91. Teilt man die angenommene Pfeilerbreite in acht, sieben oder sechs, beträgt die Breite des Zapfens und auch des Stiftes einen Teil.

Kriyapada 33, Vers 92. Bei Pfeilern in einer Reihe sollen die Verbindungen dieselbe Form haben. Gemischte Verbindungen gelten als zerstörerisch; deshalb vermeide man die Mischung.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Pfeilerverbindungen.

Kriyapada 33, Vers 93. Verbindungen aus kurzen und langen Werkstücken … innen ist innen einzusetzen, rechts ebenso rechts. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Wörter nach „Verbindungen“ sind in IAST und Devanagari gleichartig beschädigt und nicht sicher verständlich. Der Satz ist daher nur in seinen erkennbaren Teilen übertragen.]

Kriyapada 33, Vers 94. Bei liegenden Werkstücken verbinde man ein entsprechend langes Mittelstück mit kurzen Seitenteilen; manchmal können auch alle drei gleich sein.

Kriyapada 33, Vers 95. Die Verzierungen an Basis und Spitze spare man bei allen Verbindungen aus. Bei Verbindungen liegender Werkstücke liegt die Basis innen und die Spitze außen.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 95. Hier sagt Parashara: „Im Südwesten verbindet man Basis mit Basis, im Nordosten Spitze mit Spitze; bei liegenden Teilen im Südosten und Nordwesten Basis mit Spitze. Neues verbinde man nur mit Neuem, Altes mit Altem, Holz mit Holz und Bambus mit Bambus. Gleichartige Stoffe verbinde man miteinander, keine verschiedenartigen; Stein mit Stein und ebenso Ziegel mit Ziegeln. Das Gegenteil gilt als zerstörerisch; die vorgeschriebene Ausführung bringt Wohlergehen.“ [Die Richtungsregel dieses Zitats unterscheidet sich von der allgemeinen Regel in Vers 76; beide bleiben erhalten.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 95. Auch Maya sagt: „Mallakila, Brahmaraja, Venuparvaka, Kramuka, Devasandhi und als sechste Dandaka werden genannt.“

Kriyapada 33, Vers 96. Die Verbindung zweier Werkstücke an einer Stelle heißt Mallakilaka, diejenige dreier Brahmaraja, diejenige von vier oder fünf Venuparva.

Kriyapada 33, Vers 97. Bei sechs oder sieben Werkstücken heißt sie Kramuka, bei neun oder acht Devasandhi. Die vielfache Verbindung vieler Werkstücke heißt Dandika-Verbindung.

Kriyapada 33, Vers 98. Ferner gibt es Verbindungen in Svastika-, Vardhamana-, Nandyavarta- und Sarvatobhadra-Gestalt, jeweils nach der betreffenden Form.

Kriyapada 33, Vers 99. Bei seitlichen Werkstücken ist die Basis innen und die Spitze außen günstig. Das Gegenteil gilt als zerstörerisch; daher führe man es nicht aus.

Kriyapada 33, Vers 100. Wie es die Alten in den Lehrwerken Pitamahas und anderer Autoritäten vorgefunden haben, so führe man jede einzelne Arbeit aus, um Wohlergehen und Lebensdauer zu mehren.

Kriyapada 33, Vers 101. So wurden die besonderen Arten von Holz, Mauerziegeln, Dachziegeln und Kalkmörtel mit ihren Merkmalen und Verwendungen beschrieben. Die vielfältigen Verbindungen stehender und liegender Teile wurden ordnungsgemäß gezeigt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das dreiunddreißigste Kapitel über die Merkmale von Holz und weiteren Baustoffen.

Besinnung zu Kapitel 33

Vor dem Fällen steht hier die Anrede an die Wesen des Waldes. Die Arbeit wird als Eingriff in einen bewohnten Lebensraum verstanden. Für heutige Yoga-Aspiranten liegt darin eine Anregung zu Achtsamkeit gegenüber Material, Herkunft und Mitwelt. Auch die Geduld bei der Vorbereitung und die Sorgfalt jeder Verbindung lassen sich als Bilder einer verlässlichen Praxis lesen. Die historischen Vorzeichen und Wirkungszuschreibungen werden dadurch nicht zu heutigen Gewissheiten.


Kriyapada, Kapitel 34: Dachbekrönung, Tempelweihe und Einsetzung des Herzens

Mit der Vollendung des Baus beginnt seine rituelle Belebung. Das Kapitel verbindet die Verantwortung der Handwerker mit der Arbeit des Acharya, beschreibt die Weihe der Dachspitze und deutet den Tempel als von Bewusstsein erfüllten Körper. Die Segensgebete sprechen auch Gesundheit, Frieden und das Wohlergehen der Bevölkerung an.

Kapiteleingang. Nun das vierunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 34, Vers 1. Bei jedem Baubeginn wähle man zuerst einen Baumeister, der Breite, Höhe und Proportionen kennt und in der Baukunst erfahren ist.

Kriyapada 34, Vers 2. Ebenso wähle der Auftraggeber einen Einsetzungspriester, der die Shiva-Lehrwerke kennt und die Eigenschaften eines Acharya besitzt. Dann führe er das Bauwerk aus.

Kriyapada 34, Vers 3. Ein Tempel oder ein anderer Bau, den diese beiden begonnen haben, soll von ihnen selbst bis zur Vollendung geführt werden, nicht von anderen.

Kriyapada 34, Vers 4. Sind sie nicht mehr verfügbar, übernehmen ihre Söhne oder Schüler die weitere Arbeit bis zum Abschluss nach der Weisung des Lehrers. [Die Verbindung „citrastha“ vor „Lehrer“ ist nicht sicher verständlich.]

Unnummeriertes Zitat nach Vers 4. Hier ein Ausspruch Pitamahas und weiterer Autoritäten: „Wie jemand die vorgeschriebene Arbeit zuerst begonnen hat, so soll er sie bis zur Vollendung fortführen. Wird aber von einem anderen beendet, was ein anderer begonnen hat, gilt dies als ungünstig für den Besitzer, den König und die Bewohner des Landes.“ [Der erste Satz ist in der Vorlage mit abweichenden Lesungen versehen; seine Wiedergabe folgt dem erkennbaren Gesamtsinn.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Bindung der Ausführenden vom Baubeginn bis zur Vollendung.

Kriyapada 34, Vers 5. Auf dem fertiggestellten Tempel setze man Stupi und Krug ein. Zuvor bereite man vier Ziegel durch die vorgeschriebene rituelle Lagerung wie oben beschrieben vor.

Kriyapada 34, Verse 6–7. In der Mitte der Dachspitze fertige man fünf Vertiefungen. Edelsteine, Heilpflanzen, Samen, Metalle, mineralische Stoffe, Säfte und vorzügliche Duftstoffe bespräche man mit dem Wurzelmantra, Ishana und dem Waffenmantra und lege sie rechtsläufig in die mittlere Vertiefung.

Kriyapada 34, Vers 8. Mit den vier Elementprinzipien, angefangen bei Erde, den Mantras von Sadyojata an und den Gliedermantras von Herz an lege man die vier Ziegel an den Ecken, beginnend im Südosten, nieder.

Kriyapada 34, Vers 9. Den Befestigungsstift der Stupika fertige man aus Metall oder Holz, lingaförmig, mit nadelfeiner Spitze oder in der Gestalt des Shikhara.

Kriyapada 34, Vers 10. Er ist so lang wie der Pfeiler des oberen Geschosses und entsprechend dem Pfeilermaß breit. Nach oben verjünge er sich allmählich bis auf einen Finger Breite.

Kriyapada 34, Vers 11. Teilt man seine Länge in drei, ist er unten viereckig, im mittleren Drittel rund und im letzten wie ein Pfauenfuß gestaltet.

Kriyapada 34, Verse 12–13. Unter Segensverkündung und Instrumentenklang setze man den Stift bei günstiger Aszendentenstellung in die zuvor genannte mittlere Grube ein. Von der in fünf Teile geteilten Stupi-Länge sollen drei unsichtbar und die oberen zwei sichtbar sein. Ringsum befestige man ihn fest mit Steinen oder Ziegeln.

Kriyapada 34, Vers 14. Besteht der Bau aus einem, zwei oder drei Baustoffen, soll auch die Verkleidung rings um die Stupi auf dem Dach aus diesem einen, diesen beiden oder diesen drei Stoffen bestehen.

Kriyapada 34, Vers 15. Nachdem man sie mit Mörtel befestigt hat, fertige man einen achtblättrigen Lotus mit Ranken nach den angegebenen Merkmalen und schmücke damit die Stupika.

Kriyapada 34, Vers 16. Aus neuen Leinen- oder Baumwolltüchern fertige man eine große Fahne von gleichmäßiger Breite, die vom unteren Geschoss bis zum Stupi-Ende reicht.

Kriyapada 34, Vers 17. Man befestige die Fahne an der Stupi-Spitze und lasse sie nach Norden herab. Berührt sie zuerst den Boden im Norden, Nordosten oder Osten,

Kriyapada 34, Vers 18. gilt dies als günstig. Andernfalls opfere man zur Befriedung tausendmal Sesam mit den Samhita-Mantras sowie geklärte Butter und gekochte Opferspeise.

Kriyapada 34, Vers 19 und Beginn von 20. Man vollziehe das Vastu-Feueropfer und gebe nachts die Vastu-Bali-Gabe. Baumeister und Acharya erfreue man mit Gold, Gewändern und weiteren Gaben, ebenso die Brahmanen, die übrigen Holzhandwerker und die Arbeiter.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Einsetzung der Stupi.

Kriyapada 34, Schluss von Vers 20 und Vers 21. Nun nehme man einen nach den Merkmalen gefertigten Krug aus Gold, Silber, Kupfer, Kalkmaterial oder Ton. An einem günstigen Tag, bei gutem Mondhaus und günstiger Stunde bade der besonnene Baumeister.

Kriyapada 34, Vers 22. Mit Gewändern, Gold und anderem geschmückt und nach Osten oder Norden gewandt lege er Gold, Edelsteine, Heilpflanzen und Säfte in den Krugsockel.

Kriyapada 34, Vers 23. Dann setze er den die Stupika umhüllenden Krug ein, dessen Spitze der Stupi-Form entspricht: einen, drei oder fünf, in gerader Reihe angeordnet.

Kriyapada 34, Vers 24. Entsprechend setze er mit Mantras eine oder mehrere Göttergestalten ein. Bei einem Krug ist es Shiva allein; bei dreien Brahma, Vishnu und Ishvara.

Kriyapada 34, Vers 25 und erster Halbvers von 26. Bei fünf Krügen sind Brahma und die folgenden bis Sadesha einzusetzen. Ringsum befestige man den Krugfuß mit Mörtel, Metall und ähnlichem so fest und fugenlos, dass eine glatte Fläche entsteht. [Der abschließende Name Sadesha bleibt in der gelieferten Form stehen.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Einsetzung des Kruges.

Kriyapada 34, zweiter Halbvers von 26 und Vers 27. Nun wird die Weihe des vollendeten Tempels beschrieben. Während des nördlichen Sonnenlaufs, zu einer mit günstigen Eigenschaften versehenen Stunde, vollziehe man zunächst die Aussaat der Keimlinge und errichte im Nordosten eine Halle.

Kriyapada 34, Vers 28. Sie ist quadratisch, neun, sieben oder fünf Ellen groß als beste, mittlere oder geringste Form, mit zwölf, acht oder vier Pfeilern, mit Baldachinen und weiterem Schmuck.

Kriyapada 34, Vers 29. In ihrer Mitte fertige man aus unenthülstem und enthülstem Reis einen quadratischen Opferplatz von zwei Ellen, eine Spanne hoch, mit vierundsechzig Feldern.

Kriyapada 34, Verse 30–31. Darauf verehre man die Vastu-Gottheiten von Brahma an nach der Vorschrift und stelle fünfundzwanzig wassergefüllte Krüge mit Gold, Gewändern und weiteren Beigaben auf, verbunden mit den Gottheiten des Untersockels. Der Baumeister sei gebadet und mit weißem Gewand und weiterem Schmuck versehen.

Kriyapada 34, Vers 32. Nördlich davon schlafe er nachts auf ausgebreitetem Kusha-Gras, nachdem er Milch getrunken hat. Morgens bereite man östlich des Tempels eine quadratische Halle wie zuvor,

Kriyapada 34, Vers 33. mit Baldachinen und weiteren Zierden sowie vier Torbögen an den Eingängen. Darin fertige man eine quadratische Plattform, in Breite, Höhe und Länge jeweils ein Drittel der Hallenbreite.

Kriyapada 34, Vers 34. Um sie lege man in den vier Hauptrichtungen quadratische Feuergruben an, in den Zwischenrichtungen solche in Form eines Ashvattha-Blattes.

Kriyapada 34, Verse 35–36. Zwischen Osten und Nordosten errichte man eine achteckige Feuergrube. Im Shiva-Feuer opfere der Acharya zusammen mit den Hütern der Göttergestalten: in den vier Hauptrichtungen mit den Gestaltmantras, an den Ecken mit den Gliedermantras, im Achteck mit Samhita- und Waffenmantra. Die Gestalthüter opfern in den Richtungen, der Acharya in der achteckigen Grube.

Kriyapada 34, Vers 37. Auf dem Opferplatz der Plattform verehre man im Krug Shiva mit dem Wurzelmantra samt Gliedern. In runden Feuergruben an den vier Seiten des Tempels opfere man mit den Gestaltmantras.

Kriyapada 34, Verse 38–39. Überall opfere man Brennhölzer, geklärte Butter, gekochten Reis und Sesam. Den Tempel umwinde man vom untersten Bauglied bis zur Stupi mit neuen Gewändern, Darbha-Girlanden und Blumengirlanden. Mit vierfarbigem Reis, Gerste, Hülsenfruchtbrei und Milchreis,

Kriyapada 34, Verse 40–41. Dickmilch, Milch, Rohzucker, Honig, Edelsteinen, Gold, Früchten und unversehrten Körnern fülle man eine goldene Schale und gebe nachts die Bali-Gabe für Vastu und die Wesen. Am Morgen vollziehen Baumeister und Einsetzungspriester die Handlungen von Bad an und steigen auf den Tempel.

Kriyapada 34, Vers 42. Zusammen mit den Gestalthütern begieße der Einsetzungspriester den Tempel der Reihe nach mit jenen Krügen und verehre ihn anschließend mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Kriyapada 34, Vers 43. An der Vorderseite des Shikhara zeichne er mit goldener Nadel die Felder der beiden Augen ein und vollziehe deren Öffnung.

Kriyapada 34, Vers 44. Nachdem er sie mit ungetragenem Tuch bedeckt und dieses wieder entfernt hat, zeige er ihnen eine Kuh mit Kalb, Brahmanen, einen Getreidehaufen und Gold.

Kriyapada 34, Vers 45. Dann lasse der aufmerksame Baumeister unter dem Klang von Muschelhörnern und Instrumenten die Fahne wie zuvor herab, mit ihrem Ende an der Stupi-Spitze befestigt.

Kriyapada 34, Verse 46–47. Er prüfe günstige und ungünstige Zeichen wie zuvor und vollziehe bei ungünstigen die Befriedung. Danach besprenge er den Tempel ringsum mit Kusha-Wasser aus dem Krug auf der Plattform und wiederhole den Bhuvaneshvari-Mantra. Der Baumeister steige vom Tempel herab, von den Holzhandwerkern umgeben.

Kriyapada 34, Vers 48. Er besprenge den Göttersitz samt innerem Heiligtumsraum und Halle nacheinander mit Kusha- und Duftwasser und streue überall die acht Getreidearten aus.

Kriyapada 34, Vers 49. Vorne stehend, die gefalteten Hände mit Blüten, Duftstoffen, unversehrten Körnern und Wasser gefüllt, spreche der Baumeister diese Verse und vergegenwärtige sich die Gottheiten:

Kriyapada 34, Vers 50. „Vor Schäden durch Regenwasser, vor Blitzschlag, heftigem Wind und Feuersbrunst, vor Dieben und dem Angriff fremder Heere mögen Götter, Asuras und die anderen Wesen dieses Haus schützen!

Kriyapada 34, Vers 51. Mögen die Menschen lange frei von Krankheit, wohlhabend, glücklich und durch guten Ruf bekannt sein! Möge der tugendhafte König siegreich die ganze Erde schützen, reich an Vieh und Feldfrüchten!

Kriyapada 34, Vers 52. Brahma, Vishnu, Shankara, Mond und Sonne, Nandi, Lakshmi, die Göttin der Rede, die Gemahlin, Skanda, Indra, die Erde, die Götter und die Weisen mögen den Menschen Wohlstand, glückliches Gedeihen, Gesundheit und Lebensgenuss gewähren!“ [Die Folge bei „Göttin der Rede, Gemahlin“ ist bereits in der Quelle als fraglich bezeichnet; eine bestimmte Göttin wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 34, Vers 53. Nachdem der Baumeister so gesprochen hat, schließe er seine vollendete Arbeit ab. Auch der Einsetzungspriester bringe nun seine Arbeit zum Abschluss.

Kriyapada 34, Vers 54. Zuerst lasse er die Segensverkündung sprechen und besprenge den ganzen Tempel der Reihe nach mit Krugwasser, Kusha-Wasser und den fünf Kuhprodukten.

Kriyapada 34, Vers 55. Dann setze er die Gestalt des Tempels ein und vergegenwärtige sie sich in all ihren Teilen. Den Tempel-Keimlaut, mit dem Hamsa-Mantra verbunden und aus dem Dvadashanta hervorgegangen,

Kriyapada 34, Vers 56. führe er herbei und setze ihn als Bewusstseinswesen in diese Gestalt des Göttersitzes ein. Dann verehre er den Tempel der Reihe nach mit Arghya und weiteren Gaben, Duftstoffen und allem übrigen,

Kriyapada 34, Vers 57. bis zur Darbringung der Speise, mit heiterem Geist. Danach verehre der Opferherr mit Gold, Gewändern, Schmuck und weiteren Gaben

Kriyapada 34, Verse 58–59. nach seinen Mitteln den Einsetzungspriester und den Baumeister. Er empfange vom Handwerker den gesamten religiösen Verdienst, der aus den Mühen des Tempelbaus erwachsen ist, mittels einer Goldgabe. Dabei übertrage ihn der Baumeister selbst durch einen Wasserstrom. [„Goldstrom“ bezeichnet hier die Übergabe auf Seiten des Auftraggebers; das genaue Verfahren bleibt knapp beschrieben.]

Kriyapada 34, Vers 60. Erneut erfreue der Opferherr ihn mit Gold, Gewändern und weiteren Gaben. Nähme er aus Unverstand diesen Verdienst nicht auf diese Weise aus der Hand des Handwerkers entgegen,

Kriyapada 34, Vers 61. wäre sein Werk ohne Frucht. Deshalb ist er unbedingt von ihm zu empfangen. Dann erfreue der Auftraggeber auch die übrigen Holzhandwerker und Arbeiter

Kriyapada 34, Vers 62. mit angemessenen Gaben, ebenso die Gestalthüter und Brahmanen. Kuh, Getreide, Fahne, Gewänder und alles weitere gebe er dem Baumeister.

Kriyapada 34, Vers 63. Er bewirte die Brahmanen und anderen Teilnehmer und erfreue sie mit Ehrengaben. Der Baumeister ist unmittelbar Brahma, der Opferherr selbst Vishnu.

Kriyapada 34, Vers 64. Der Acharya ist der erhabene Rudra. Was von diesen dreien vollendet wird, gilt als dauerhaft und gewährt sichtbare und unsichtbare Früchte.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über die Tempelweihe.

Kriyapada 34, Vers 65. Am vollständig vollendeten Götterhaus ist nun die Einsetzung des Herzens zu vollziehen. Man schmücke die Halle mit vier Eingängen und weiteren Einrichtungen wie zuvor.

Kriyapada 34, Vers 66. Beginnend mit dem Ausstreuen der Streugabe, dem Waffenkrug, der Feuerbereitung und den weiteren Vorhandlungen vollziehe man die Handlungen bis zur Sättigung der Mantras wie bei der Diksha.

Kriyapada 34, Vers 67. Nach den eigenen Mitteln fertige man aus Gold den Tempel-Purusha. Außen auf der nördlichen Plattform bade man ihn und hülle ihn in ein Gewand.

Kriyapada 34, Vers 68. Man stelle ihn auf, verehre ihn mit Duftstoffen und weiteren Gaben und bringe ihn in die Halle. Auf dem Lager auf der Plattform lege man den Purusha als Pralayakala nieder, als ein Wesen im Zustand der Weltauflösung.

Kriyapada 34, Vers 69. Dann erwecke man ihn durch die Worte von Shivas Gebot und mache ihn bewusst. Man bilde den Hamsa-Mantra, von dem heiligen Urlaut und dem Herzmantra umschlossen, und füge die Bezeichnung Atman hinzu.

Kriyapada 34, Vers 70. „Auf Shivas Gebot sollst du in diesem Körper wohnen“, spreche man. Dann fülle man die gefalteten Hände mit Blüten und führe vom Dvadashanta aus

Kriyapada 34, Vers 71. das sternförmige Bewusstsein in die Blütenhände. Durch den Nadi-Weg verbinde man es mit dem Herzlotus des goldenen Menschen.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 71. Dann stelle man sich in ihm den Körper aus Kala und den weiteren Prinzipien vor und setze ihn ein.

Unnummerierte Formeln vor Vers 72. Nämlich: „Mit dem heiligen Urlaut und dem zugehörigen Keimlaut: Verehrung der Kala! Verehrung dem Herrn der Kala! Lass die Handlungsfähigkeit des Herrn der Kala hervortreten, lass sie hervortreten!“ [Kala bezeichnet hier ein begrenzendes beziehungsweise befähigendes Prinzip der gebundenen Seele. Der nicht lexikalisch übersetzbare Keimlaut ist in den Sanskritfassungen bewahrt.]

Kriyapada 34, Vers 72. Auf dieselbe Weise auch Vidya, Raga und die weiteren Prinzipien.

Kriyapada 34, Vers 73. Ahamkara und die übrigen Prinzipien setze man ein, indem man jedes einzeln ausspricht. Bei Vidya und den folgenden wird jeweils eine andere, besondere Tätigkeit genannt.

Unnummerierte Prosa nach Vers 73. Nämlich: beim Herrn der Vidya das Hervortreten der Erkenntnis; beim Herrn des Raga die Zuneigung zu den Sinnesgegenständen; beim Herrn der Prakriti das Handeln im eigenen Wirkungsbereich; beim Herrn der Buddhi das Verstehen; beim Herrn des Ahamkara das Ich-Beziehen. Überall füge man am Ende „Bewirke es, bewirke es!“ hinzu.

Unnummerierte Überleitung zu Vers 74. Geist und zehn Sinnesvermögen haben jeweils eigene Herren. Nämlich:

Kriyapada 34, Verse 74–75. Mond, Himmelsrichtungen, Wind, Sonne, Varuna und die beiden Ashvins sind hier die Herren des Geistes und der Erkenntnissinne vom Gehör an. Agni, Indra, Vishnu, Mitra und Brahma sind der Reihe nach

Kriyapada 34, Vers 76. die fünf Herren der Handlungsorgane von der Rede an. Als Tätigkeit des Geistes gelten Entwerfen und Unterscheiden.

Kriyapada 34, Vers 77. Für Gehör und die anderen Erkenntnissinne gilt jeweils das Erfassen von Klang und den folgenden Sinnesgegenständen. Bei den Tätigkeiten des Sprechens, Ergreifens, Gehens, Ausscheidens und Lustempfindens

Kriyapada 34, Vers 78. ist das jeweilige Vermögen der Rede und der anderen Handlungsorgane einzeln auszusprechen. Dann nenne man die fünf Sinnesgegenstände vom Klang an, mit heiligem Urlaut und Herz-Keimlaut voraus,

Kriyapada 34, Vers 79. jeweils im Dativ und mit „Verehrung“ am Ende. Danach nenne man die fünf Elemente vom Raum an ebenso, mit „Verehrung“ am Ende.

Kriyapada 34, Vers 80. Sadashiva und die folgenden bis Brahma sind ihre Herren, bei den fünf Elementen vom Raum an. Auch sie sind wie zuvor im Dativ mit abschließendem „Verehrung“ zu nennen.

Kriyapada 34, Vers 81. Nachdem man so die Prinzipien eingesetzt hat, setze man die zehn Nadis ein, ebenso mit Urlaut und Herzmantra voraus und dem Dativ samt „Verehrung“ am Ende:

Kriyapada 34, Vers 82. Ida, Pinga, Sushumna, Gandhari, Hastijihvika, Suyasha, Alambusha, Pusha, Kuhu und Shankhini.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Namen der zehn Nadis.

Kriyapada 34, Vers 83. Ebenso Prana, Apana, Dhyana, Udana, Samana, Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya.

Kriyapada 34, Vers 84. Diese zehn Lebenskräfte setze man ebenfalls wie zuvor mit abschließendem „Verehrung“ ein. Dabei vergegenwärtige man sich Maya als Voraussetzung ihres jeweiligen Wirkungsbereichs. [Die Quelle nennt in Vers 83 „Dhyana“; es wird nicht stillschweigend durch den üblichen Namen Vyana ersetzt.]

Kriyapada 34, Vers 85. Kala, die Zeit, und den Regulator denke man als bindend; mit den Mantras, die mit „daumengroß“ beginnen, vergegenwärtige man sich entsprechend das Antreiben.

Kriyapada 34, Vers 86. Den erhabenen Purusha setze man als alles durchdringend ein. Mit der Nishthura-Mudra binde man dann den dreigeteilten Weg fest.

Kriyapada 34, Vers 87. Man meditiere ihn mit Maya, Sadesha und Rudra als Grenzen und bewirke Schutz mit dem Waffenmantra. Dann gehe man zur Feuergrube und setze die Adhara genannte tragende Shakti

Kriyapada 34, Vers 88. und wie zuvor die Prinzipien von Kala an ins Feuer ein, mit Urlaut und Herz-Keimlaut voraus und „Verehrung“ am Ende. Danach opfere man erneut geklärte Butter,

Kriyapada 34, Vers 89 mit eingeschobener Formel. wiederhole den Mantra in entsprechender Anzahl und lasse Shivas Gebot hören: „Mit dem heiligen Urlaut und dem zugehörigen Keimlaut: Herr der Kala, du sollst zusammen mit deinem eigenen Prinzip auf Shivas Gebot hier bleiben, solange der Tempel besteht!“ So binde man jedes einzeln fest, von Vidya bis zur tragenden Shakti. [Die Formel nennt „kālādhipa“, während die vorangehende Einsetzung mit „kalā“ beginnt; die unterschiedliche Sanskritlesung bleibt in den getrennten Quellfassungen erhalten.]

Kriyapada 34, Vers 90. Dann stelle man oberhalb des inneren Heiligtumsraums und über der Shukanasa auf ein Bettgestell mit bereitetem Lager einen Krug aus Gold oder einem der anderen vorgesehenen Stoffe.

Kriyapada 34, Vers 91. Er ist mit geklärter Butter und Honig gefüllt, mit Edelsteinen und weiteren Beigaben versehen und mit zwei feinen Tüchern bedeckt. Man verehre ihn der Reihe nach mit Duftstoffen und den weiteren Gaben.

Kriyapada 34, Vers 92. In ihn setze man den goldenen Menschen ein und verehre erneut. Mit dem Aghora-Mantra vollziehe man ein sühnendes Feueropfer und gebe dann dem Acharya seine Ehrengabe.

Kriyapada 34, Vers 93. Auch den Gestalthütern und Brahmanen gebe man nach den eigenen Mitteln. Den Erhabenen und das Feuer entlasse man wie zuvor.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über die Einsetzung des Herzens.

Kriyapada 34, Vers 94. So wurden hier die Einsetzung von Stupi und Krug, die in den Tantras gelehrte Tempelweihe und die Einsetzung des Herzens beschrieben. Durch sie ist der Tempel als Mahesha fest gegründet.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierunddreißigste Kapitel über die Merkmale der Stupi und weiterer Einrichtungen.

Besinnung zu Kapitel 34

Der Tempel wird als ein Körper mit einem Herzen betrachtet. Die Segenswünsche gelten zugleich dem Bau, den Menschen und dem Land. Für die heutige Praxis kann daraus die Frage erwachsen, wie äußere Sorgfalt und innere Zuwendung zusammenfinden. Ebenso erinnert die Ehrung der Handwerker daran, den Beitrag anderer wahrzunehmen und angemessen zu würdigen. Diese Besinnung steht neben der historischen Weiheordnung und ersetzt sie nicht.


Kriyapada, Kapitel 35: Erneuerung, Befriedungsriten und Tempelumfassungen

Das Kapitel beschreibt die Erhaltung und Wiederherstellung heiliger Bauten. Es folgen historische Deutungen ungewöhnlicher Erscheinungen sowie die Anordnung von Umfassungen, Nebenheiligtümern, Opferpodesten und Torbauten. Die vorausgesagten Wirkungen sind Aussagen der überlieferten Ritual- und Baulehre.

Kapiteleingang. Nun das fünfunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 35, Vers 1. Nun ist die Erneuerungsarbeit an Gebäuden zu erklären. Ist durch den Lauf der Zeit ein Tempelteil herabgefallen, verrutscht oder verfallen,

Kriyapada 35, Vers 2. stelle man ihn mit den entsprechenden Baustoffen, Stein und anderem, wie zuvor wieder her. Gestalt, Schmuck und die weiteren Merkmale bleiben wie vorher.

Kriyapada 35, Vers 3. Weder Verminderung noch Vermehrung von Breite und Höhe wird gebilligt. Die Maße der Bauklassen, Grundformen und Varianten sollen wie zuvor sein.

Kriyapada 35, Vers 4. Ist jedoch ein alter, selbstentstandener, göttlich begründeter oder von Rishis gestifteter Tempel klein, verfallen oder eingestürzt, bringt seine Vergrößerung keinen Fehler mit sich.

Kriyapada 35, Vers 5. Stehen Tür, Umfassung, Sockel oder Begleitgottheiten an einem nicht vorgeschriebenen Ort, bringe man sie mit den richtigen Merkmalen an den vorgeschriebenen Platz.

Kriyapada 35, Vers 6. Einen alten göttlichen Bau mit unzureichenden Maßen und fehlenden Merkmalen führe man mit den richtigen Merkmalen aus, schön in seiner bisherigen Grundgestalt.

Kriyapada 35, Vers 7. Ein selbstentstandenes, von Rishis oder Göttern begründetes Linga, sei es ohne oder mit gegliederter Gestalt, versetze man nicht. Es verdient, an seinem ursprünglichen Ort zu bleiben.

Kriyapada 35, Vers 8. Wurde es durch Fluss- oder Meerwasser, Wind oder andere Ursachen fortgerissen oder verschoben, stelle man es an einem sicheren Ort innerhalb von tausend Stabmaßen wieder auf.

Kriyapada 35, Vers 9. Man nehme dasselbe; ist es nicht mehr vorhanden, ein neues, dem alten entsprechendes Linga. Nach einem Sühneritus setze man es in einem dem früheren entsprechenden Tempel ein.

Kriyapada 35, Vers 10. Dies soll Gedeihen und das Wohl von König, Reich und Bevölkerung fördern. Dabei meide man vom ursprünglichen Tempel aus Südwesten, Süden, Südosten und Nordwesten.

Kriyapada 35, Vers 11. In einer anderen Richtung setze man es nach Wunsch und Vorschrift ein. Im Süden droht dem Besitzer und König Unglück, im Nordwesten, Südwesten und Südosten Untergang.

Kriyapada 35, Vers 12. Deshalb ist die Wiederaufstellung des versetzten Lingas unter Meidung dieser Richtungen günstig. Bei den Grundformen gilt gegenüber dem früheren Heiligtum eine Vergrößerung nach Osten, Norden oder ringsum

Kriyapada 35, Vers 13. in Breite, Höhe, Proportionen und Geschosszahl als gut. Ein Ort mit geringeren Maßen als zuvor gilt als schädlich für Auftraggeber und König.

Kriyapada 35, Vers 14. Auch die Verkleinerung von Türen, Wänden, Höfen und weiteren Teilen gilt als zerstörerisch. Die Gründungsdeponierung des zerstörten Baus gebe man auf und lege eine neue ein.

Kriyapada 35, Vers 15. Sockel, Pfeiler und alle weiteren Teile fertige man wie zuvor. Soll das Haus oder ein anderes Gebäude mit altem Material ausgeführt werden,

Kriyapada 35, Vers 16. beginne man zunächst mit neuem und füge dann das alte hinzu. Neue Verbindungen sind bei neuen Teilen erwünscht, alte bei alten.

Kriyapada 35, Vers 17. Gemischte Verbindungen gelten als zerstörerisch; deshalb führe man solche nicht aus. Städte, Dörfer, Heiligtümer und weitere Anlagen errichte man in Übereinstimmung mit dem bestehenden Bau.

Kriyapada 35, Vers 18. Einen Bau, der ihn beeinträchtigt und damit als Ursache des Familienuntergangs gilt, vermeide man. Außerhalb des Hauptbaus, vom inneren Umgang aus, errichte man kleine Linga-Heiligtümer und ähnliche Bauten,

Kriyapada 35, Vers 19. oder innerhalb der Umfassung, sodass sie den Hauptbau nicht beeinträchtigen. Ein Nebenheiligtum gleich groß wie der Haupttempel oder größer wird nicht gebilligt.

Kriyapada 35, Vers 20. Günstig sind die Hälfte, drei Viertel oder drei Fünftel seines Maßes. Ein Shiva-Heiligtum, vom Hauptbau aus in den Richtungen von Osten bis Nordwesten errichtet,

Kriyapada 35, Vers 21. zerstört der Reihe nach den Ort, den Auftraggeber, die Königslinie, das Reich, den Reichtum und die Feldfrüchte. Deshalb ist dies zu vermeiden.

Kriyapada 35, Vers 22. Entsprechendes gilt bei Dörfern, Städten und dem eigenen Haus. Daher setze man im Norden, von Mukhya an bis Parjanya nach Osten,

Kriyapada 35, Vers 23. ein von Menschen gefertigtes Shiva-Linga ein; dies ist günstig. Ein nach Osten oder Westen blickender Shiva gilt als heilsam für die Menschen.

Kriyapada 35, Vers 24. Ausgenommen sind Aghora, der Herr des Tanzes und der Herr des Südens sowie die linke Richtung. Überall gelten friedvolle Gottheiten, den Menschen zugewandt, als günstig. [Die Richtungs- und Ausnahmeformulierung im ersten Halbvers ist nicht eindeutig aufzulösen.]

Kriyapada 35, Vers 25. Furchterregende Gottheiten werden in Städten, Dörfern und Häusern mit abgewandtem Gesicht gebilligt. Ein Menschenhaus soll nicht höher als das Götterhaus gebaut werden.

Kriyapada 35, Vers 26. Besonders in dessen Nähe ist auch eine größere Geschosszahl unerwünscht. Ein Menschenhaus gilt als günstig, wenn es niedriger als der Götterbau oder gleich hoch ist.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Vorschrift der Erneuerung.

Kriyapada 35, Vers 27. Schönheit vom Sockel bis zur Stupi-Spitze gilt als glückbringend. Missgestalt, Unterschreitung oder Überschreitung der Maße an Tempelteilen werden verworfen.

Kriyapada 35, Vers 28. Löcher, Beschädigungen, Risse, Vertiefungen und andere Mängel gelten als ungünstig und als Ursache des Untergangs von Land, Landesherr, Ort, Ausführendem und Besitzer.

Unnummerierte Überleitung. Ferner:

Kriyapada 35, Vers 29. Missgestalt am Sockel zerstört demnach die Nachkommenschaft, am Prati die Frauen; am Pfeiler führt sie zur Niederlage des Königs.

Kriyapada 35, Vers 30. Am Gebälk droht Untergang der Brahmanen, am Hals der Kaufleute; an den Nasikas Schädigung der eigenen Anhänger, am Shikhara Verwirrung des Königs.

Kriyapada 35, Vers 31. Missgestalt an Stupi und Krug bringt den Menschen des Reiches Untergang. Falsch platzierte Türen und Treppen gelten für alle als ungünstig.

Kriyapada 35, Vers 32. Wände und Pfeiler am falschen Ort, missgestaltete, nicht vorgeschriebene Glieder, nicht gebilligter Schmuck und weitere Abweichungen bringen unerwünschtes Leid.

Kriyapada 35, Vers 33. Die Unterbrechung der Verehrung, ihrer Gaben und der Bali-Darbringung verursacht nach dieser Lehre ausbleibenden Regen. Deshalb fertige man den Götterbau in allen Teilen schön und nach den vorgeschriebenen Merkmalen.

Kriyapada 35, Vers 34. Ein Riss in den Richtungen von Osten an bewirkt Untergang, Leid, Tod, Gedeihen, Familienzuwachs, Familienuntergang, Reichtum, Glück und Armut. [Neun Folgen stehen einer von Osten ausgehenden Richtungsreihe gegenüber; eine fehlende Ortszuordnung wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 35, Verse 35–36. Ein Termitenhügel in Gebäuden, vom Brahma-Platz aus über die Richtungen bis Nordosten gerechnet, bringt der Reihe nach Tod, Krankheit, Feuergefahr, Verlust von Verwandten, Reichtum, einen Sohn, das Eintreffen von Freunden, Gedeihen und Untergang. Blitzschlag und das Ansetzen von Honig gelten überall als ungünstig.

Kriyapada 35, Verse 37–38. Eine rote Jungfrau bringt der Reihe nach Vermögenszuwachs, Vermögensverlust, Gewinn von Freunden, Glück, Wohlstand, Regen, das Eintreffen einer Tochter, einen Sohn und Streit, vom Brahma-Platz über Osten bis Nordosten gerechnet. An anderen, dazwischenliegenden Orten oder an der Tür bringt sie Streit und weitere

Kriyapada 35, Vers 39. Nachteile; zu deren Befriedung opfere man geklärte Butter. Eulen, Geier, Falken und Waldtauben,

Kriyapada 35, Vers 40. Pingala-Vögel und Cakoras gelten im Haus als unheilbringend. Bei Götter- und Menschenhäusern, Klöstern, Viehställen, Versammlungshallen und weiteren Bauten

Kriyapada 35, Vers 41. wird nun die Befriedung der Fehler solcher ungewöhnlichen Erscheinungen wie Termitenhügel erklärt. Man entferne sie durch Ausgraben und weitere geeignete Arbeiten und bestreiche den Ort neu.

Kriyapada 35, Vers 42. Nachdem Kühe sich dort aufgehalten haben, vollziehe man das Feueropfer zur Befriedung ungewöhnlicher Erscheinungen, das abwehrende Opfer und das Vastu-Feueropfer. Dann gebe man die Vastu-Bali-Gabe.

Kriyapada 35, Vers 43. Man bewirte Brahmanen und lasse erneut die Segensverkündung sprechen. Danach bewohne man den Ort wieder ordnungsgemäß; dies soll alles Gedeihen fördern.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Befriedung ungewöhnlicher Erscheinungen.

Kriyapada 35, Vers 44. Zum Schutz und Schmuck von Tempeln und anderen Gebäuden errichte man Umfassungen in einer Anzahl von fünf, drei, zwei oder einer.

Kriyapada 35, Vers 45. Die erste heißt Antarmandala, innerer Bezirk; außerhalb folgen Antarhara, innerer Umgang, Madhyahara, mittlerer Umgang, Maryada, Grenze, und Mahamaryada, große Grenze.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 45. Hier sagt Maya: „Bei sehr kleinen und kleinen Gebäuden bemesse man den inneren Bezirk auf die Hälfte der eigenen Breite. Der zweite erhält dasselbe Maß zuzüglich drei Ellen; der dritte gegenüber diesem fünf Ellen mehr. Der vierte erhält dessen Maß zuzüglich sieben, der fünfte wiederum das vorige Maß zuzüglich neun Ellen.“

Kriyapada 35, Verse 46–47. Bei mittelgroßen Bauten beträgt der innere Bezirk die Hälfte des Hauptbaus. Danach betragen die Zwischenräume der fünf Umfassungen der Reihe nach fünf, sieben, neun und elf Ellen. Bei den größten Bauten beträgt der erste ebenfalls die Hälfte des Hauptbaus; dann folgen sieben,

Kriyapada 35, Vers 48. neun, elf und dreizehn Ellen für die Umgänge. Die Wand des inneren Bezirks ist anderthalb Ellen stark.

Kriyapada 35, Vers 49 und Beginn von 50. Die weiteren Umfassungswände wachsen jeweils um zwei oder drei Finger. Ihre Höhe beträgt das Drei- oder Vierfache ihrer jeweiligen Stärke; die Stärke ihres Abschlusses ein Achtel ihrer Höhe.

Unnummeriertes Maya-Zitat innerhalb von Vers 50. Hier sagt Maya: „Die Wand kann bis zum oberen Tragbalken oder bis zum Krug- und Mandi-Glied reichen. Sie besitzt die Bauglieder vom Masuraka-Sockel an und ist mit kleinen Dachbauten und weiterem Schmuck versehen. Ihr Abschluss kann blasenförmig, halbmondförmig oder gerade sein.“

Kriyapada 35, Schluss von Vers 50 und Vers 51. Bei sehr kleinen und kleinen Bauten beginnt die Wandstärke mit einer Elle und wächst wie zuvor jeweils um zwei oder drei Finger bis auf anderthalb Ellen. Die Wände besitzen oberen Tragbalken, Vajana und Schirmabschluss.

Kriyapada 35, Vers 52. Auf allen Umfassungen eines Shiva-Tempels bringe man ringsum eine besonders anmutige Reihe von Stieren an.

Kriyapada 35, Vers 53. Die unterste Ebene des Hauptbaus ist eine Elle hoch. Von der innersten Umfassung aus liegt die zweite um sechs Finger niedriger; so verfahre man nacheinander bei jeder Umfassung.

Kriyapada 35, Vers 54. Oder die Fußansatzhöhe beträgt eine halbe Elle und nimmt von da an jeweils um zwei oder drei Finger bis zur äußersten Umfassungsmauer ab.

Kriyapada 35, Vers 55. Bei kleinen Bauten beträgt sie achtzehn Finger; bei mittleren das Maß der Basis des Hauptbaus. Dieses vermindere man jeweils um vier Finger bis zur fünften Umfassung. [Der Anfangssatz mit den unterschiedlichen Baugrößen bleibt knapp und nicht völlig eindeutig.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Umfassung.

Kriyapada 35, Vers 56. Vorne befindet sich der Platz des Stieres, im Südosten die Küche, nahe dem Süden der Platz der Müttergöttinnen und im Südwesten derjenige des Elefantengesichtigen.

Kriyapada 35, Vers 57. Im Westen liegt Vasudevas Heiligtum, danach Skandas; im Nordwesten oder Nordosten das Heiligtum von Uma-Durga.

Kriyapada 35, Vers 58. Im Norden steht das Heiligtum des Reichtumspenders, im Nordosten der Speicher. Zwischen Nordosten und Osten liegt Brahmas Ort; der Tanzplatz im Nordosten oder vorne.

Kriyapada 35, Vers 59. Manche setzen den Getreidespeicher zwischen Südosten und Torbau. Zwischen Südosten und dem Platz der Müttergöttinnen liegt das Haus für das Wasser der rituellen Waschung.

Kriyapada 35, Vers 60. Das Kloster liegt außen im Süden, das Blumenhaus zwischen dem Süden und Ganeshas Platz, das Waffenhaus zwischen Südwesten und Westen, der Kuhstall außen im Westen.

Kriyapada 35, Vers 61. Innen im Westen liegt der Schlafraum; Jyeshtha steht südlich des Nordwestplatzes. Der Lehrsitz befindet sich im Mukhya-Feld, der Hüter des Bezirks im Parjanya-Feld.

Kriyapada 35, Vers 62. Innen im Nordosten steht Candanatha; die Adityas stehen außerhalb von Brahmas Ort, die Welthüter in ihren jeweiligen Richtungen, die Ashvins zwischen Osten und Südosten.

Kriyapada 35, Vers 63. Im äußeren zweiten Umgang stehen die Vishvedevas zwischen Süden und Südwesten; Shasta liegt im Südwestbereich, ebenso Bhadrakali außen.

Kriyapada 35, Vers 64. Zwischen Südwesten und Westen befindet sich das Heiligtum des Schlangenherrn Shesha, zwischen Westen und Nordwesten das der Vastus, zwischen Nordwesten und Norden das der Weisen. [Die Quelle liest „vastūnām“; eine Änderung zu den Vasus wird nicht vorgenommen.]

Kriyapada 35, Vers 65. Zwischen Norden und Nordosten ordne man die Rudras an. So verfahre man der Reihe nach. Für die Tempel der Begleitgottheiten nehme man die Hälfte des inneren Heiligtumsmaßes,

Kriyapada 35, Vers 66. bei kleinen Bauten ein Drittel oder ein Viertel. Bei einem kleinen Tempel genügt eine Umfassung und eine Gruppe von acht Begleitgottheiten.

Kriyapada 35, Vers 67. Der Stier, Ganapati, Brahma, die Mütter, Guha, Vishnu, Durga und Candeshvara werden als die acht Begleiter genannt.

Kriyapada 35, Vers 68. Oder es sind die zehn Welthüter, Canda im Inneren und die Mütter: Diese zwölf sind bei einem kleinen oder mittleren Tempel vorgesehen.

Kriyapada 35, Vers 69. Diese zwölf zusammen mit Ganesha, Guha, Durga und Vishnu bilden die sechzehn Begleiter in ihren jeweiligen Richtungen bei einem mittleren Tempel.

Kriyapada 35, Vers 70 und unnummerierte Fortsetzung. Bei den größten Tempeln stelle man alle Begleiter auf, außerdem die zweiunddreißig Vastu-Gottheiten von Ishana an, im mittleren Umgang auf ihren jeweiligen Feldern.

Unnummeriertes Parashara-Zitat vor Vers 71. „Die beste Höhe eines Begleitbildes beträgt das Doppelte der Höhe des Verehrungsteils, die mittlere das Anderthalbfache, die geringste dasselbe Maß“, sagt Parashara.

Kriyapada 35, Vers 71. „Steht die Hauptgottheit, so stehen auch die Begleiter; sitzt sie, so sitzen sie; auch bei einer liegenden Gottheit sitzen sie“, sagt Pitamaha.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 71. Hier sagt Maya: „Der Stier blickt nach Osten oder Westen, der Gottheit zugewandt oder auch nicht. Alle übrigen Begleiter sollen stets der Gottheit zugewandt sein.“

Kriyapada 35, Vers 72. In welche Richtung die Gottheit blickt, dort vor ihr stehe das Reittier beziehungsweise das zugehörige Banner. Die Welthüter verehre man rechtsläufig, mit Indra beginnend.

Kriyapada 35, Vers 73. Den Empfänger abgelegter Opfergaben setze man im Nordosten ein, die Mütter im Süden. So ordne man überall die Gottheit an; der Abfluss liegt im Norden.

Kriyapada 35, Vers 74. Außerhalb des Torbaus errichte man ein Opferpodest nach den vorgeschriebenen Merkmalen. Der Abstand beträgt drei Viertel oder die Hälfte des Tempelmaßes.

Kriyapada 35, Vers 75. Das Podest ist halb so breit wie der Heiligtumsraum, um drei Viertel vermindert oder diesem gleich. Seine Höhe beträgt bei der besten, mittleren und geringsten Form drei, zwei oder eine Elle. [Die mittlere Breitenangabe ist auffällig und wird nicht zu einer anderen Maßreihe verbessert.]

Kriyapada 35, Vers 76. Bei sechzehn Teilen Gesamthöhe erhält das unterste Glied einen, die Jagati drei, das Kumuda vier, die Platte einen und der Hals drei Teile.

Kriyapada 35, Vers 77. Die Kampa erhält einen, das Vajana zwei und die obere Platte einen Teil. Bei zehn Teilen Breite ist der obere Lotus um zwei Teile schmaler,

Kriyapada 35, Vers 78. oder bei acht Teilen um einen. Seine Höhe beträgt zwei Teile, die des Lotusknaufs ein Drittel davon.

Kriyapada 35, Vers 79. Der Opfersitz kann einen Bhadra-Vorsprung besitzen oder ohne ihn sein, mit Untersockel ausgeführt und mit dem für Tempel beschriebenen Schmuck versehen werden.

Kriyapada 35, Vers 80. Im mittleren Umgang oder an der Maryada-Umfassung stelle man östlich außerhalb des Opferpodests den Fahnenmast auf.

Kriyapada 35, Vers 81. Jenseits des Fahnenmastes errichte man das Stierhaus mit vier Türen. Der beste Stier entspricht dem Tür- beziehungsweise Lingamaß, der mittlere ist um ein Viertel kleiner.

Kriyapada 35, Vers 82. Der kleinste ist halb so groß und besitzt die vorgeschriebenen Merkmale. Oder seine Höhe beträgt gegenüber der Tür das Anderthalbfache, Eineinviertelfache oder Doppelte.

Kriyapada 35, Vers 83. Der sitzende Stier soll besonders anmutig gestaltet sein. Nun werden die Merkmale der Gopura-Torbauten ordnungsgemäß beschrieben.

Unnummerierte Vorschrift nach Vers 83. An jeder Umfassung ist an jedem Tor ein Gopura zu errichten.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 83. Hier sagt Maya: „Bei sehr kleinen, kleinen, mittleren und großen Heiligtümern richte sich das Maß nach dem jeweiligen Hauptbau. Teilt man die Breite des Haupttempels in sieben, acht, neun, zehn oder elf, erhält das Gopura jeweils einen Teil weniger. So ergeben sich der Reihe nach die Breiten von Dvarashobha und den folgenden Torbauten. Diese Maße gelten wie angegeben für die sehr kleinen und kleinen Tempel. Bei mittleren teile man die Haupttempelbreite in vier, fünf, sechs, sieben oder acht; jedes Gopura ist um einen Teil kleiner. Bei den größten betragen die Breiten von Dvarashobha und den folgenden ein Drittel, die Hälfte, zwei Drittel, drei Viertel und vier Fünftel. Die Höhen der Gopuras betragen elf Teile bei sieben Teilen Breite, sechs bei vier, sieben bei fünf, sieben bei vier, neun bei fünf oder das Doppelte; so werden die Höhen der Torhäuser der Reihe nach bestimmt. Ihr Vorsprung außerhalb der Umfassungsmauer beträgt ein Drittel oder Viertel der Gopurabreite oder zwei Fünftel. Die Türbreiten werden kurz mit anderthalb, eindreiviertel oder zweieinhalb Ellen angegeben, vom Grundmaß aus gerechnet.“ [Die letzte Verbindung zum „Grundmaß“ bleibt in der gelieferten Fassung knapp und unsicher.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 83. Hier sagt Parashara: „Mit Zuwächsen von sechs, neun oder zwölf Fingern, bis zu fünf, sieben oder neun Ellen, ergibt sich die Tür in jeweils fünfzehn Größen für kleine, mittlere und große Bauten.“ [Der Anfangswert ist hier nicht erneut genannt; die Anzahl wird unverändert bewahrt.]

Kriyapada 35, Verse 84–85. Die Türhöhe wird aus der Breite auf fünf Arten bestimmt: sieben Teile bei fünf Teilen Breite, zehn bei sieben, das Doppelte, um die Hälfte mehr oder um ein Viertel mehr.

Kriyapada 35, Verse 86–87. Bei den fünf Umfassungen lasse man der Reihe nach einen, drei, fünf, sieben oder neun Finger frei, rechts beziehungsweise links, und setze die Tür unter Berücksichtigung des Hauptbauplatzes ein. Die Höhe von Pfeiler und Sockel bestimme man mit Teilungen in vier, fünf, sieben, acht,

Kriyapada 35, Vers 88. neun, zehn und zwölf; vom Hauptmaß jeweils um einen Teil vermindert ergibt sich die Pfeilerhöhe samt Sockel, der Rest ist der Untersockel. [Die überlieferte Zahlwortfolge zwischen zehn und zwölf ist beschädigt; eine fehlende Zahl wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 35, Vers 89. Padabandha- und Masuraka-Sockel fertige man ordnungsgemäß. Die Maße der Plattenglieder, des Sockels und der Pfeiler entsprechen denen des Hauptbaus.

Kriyapada 35, Vers 90. Die Gopura-Pfeilerhöhe ist um ein Achtel, Neuntel oder Zehntel geringer. Den eingegrabenen Pfeilerfuß bis zum Homa-Glied … dann setze man den Sockel. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Der zweite Halbvers ist schon in der Quelle mit einem Fragezeichen versehen. Die erkennbaren Bauglieder sind wiedergegeben; der Arbeitsvorgang lässt sich nicht sicher übersetzen.]

Kriyapada 35, Vers 91. Die Breite beträgt das Maß bis zum oberen Tragbalken oder dessen Hälfte. Rechts vom Eingang lege man bei bereits errichteter Wand die Gründungsdeponierung ein.

Kriyapada 35, Vers 92. Die Höhe der gemischten Form übersteigt die Höhe von Pfeiler und Sockel. Die Türhöhe ist bei Städten, Dörfern, Hauptstädten und ähnlichen Anlagen angegeben. [„Gemischte Form“ ist hier nicht näher erläutert.]

Kriyapada 35, Vers 93. An der Vorderseite der Gopurawand setze man den angeschlossenen Rahmen der Türflügel ein. Seine Grenze reiche bis zum Ende der Umfassung; in der Mitte liegt das Götterhaus.

Kriyapada 35, Vers 94. Die Gopuras kleiner Bauten haben ein bis fünf Geschosse, diejenigen mittlerer zwei bis sechs.

Unnummerierte Fortsetzung und Maya-Zitat vor Vers 95. Bei den größten reicht das Gopura bis zu sieben Geschossen. [Die Anfangszahl ist in der Quelle durch „dvitatut?“ gestört und bleibt offen.] Dazu sagt Maya: „Sockel samt Untersockel, Pfeilerhöhe bis zum oberen Balken und der Rest bis zur Stupi werden durch Teilmaße bestimmt.“

Kriyapada 35, Vers 95. Vom oberen Tragbalken bis zur Stupi teile man das Gopura in sechs.

Kriyapada 35, Vers 96. Die Manca-Höhe beträgt eineinviertel Teile, das Gebälk einen, der Hals einen und der Kopf eindreiviertel Teile.

Kriyapada 35, Vers 97. Der Rest ist die Höhe der Spitze. Dies gilt für das eingeschossige Gopura. Bei zwei und mehr Geschossen verfahre man entsprechend den zusätzlichen Geschossteilungen.

Kriyapada 35, Vers 98. Bis zu zwölf Geschossen führe man dies der Reihe nach durch sachgemäße Ableitung aus. Bei einer in fünf geteilten Gopurabreite erhält der Innenraum drei Teile,

Kriyapada 35, Vers 99. die Wandstärke zwei, bei einem eingeschossigen Bau. Bei sieben Teilen Gopurabreite erhält der Innenraum vier,

Kriyapada 35, Vers 100. die Wände die übrigen drei. Bei neun Teilen Höhe erhält das Kuta einen Teil als Breite und das Kosthaka drei Teile.

Kriyapada 35, Vers 101. Den Zwischenraum zwischen Kuta und Kosthaka schmücke man auf fünf Teilen mit Panjaras und weiteren Gliedern schön aus. So entsteht das zweigeschossige Gopura. [Der Übergang von „Höhe“ in Vers 100 zu Breitenanteilen bleibt in der Quelle auffällig.]

Kriyapada 35, Vers 102 und unnummerierte Fortsetzung. Bei neun Teilen Breite entsteht ein dreigeschossiges, bei zehn ein viergeschossiges, bei elf ein fünfgeschossiges, bei zwölf ein sechsgeschossiges und bei dreizehn ein siebengeschossiges Gopura; man verfahre sachgemäß wie zuvor.

Unnummeriertes Parashara-Zitat vor Vers 103. Hier sagt Parashara: „Alle Gopuras von einem bis sieben Geschossen sind mit Veranden, Dachbauten, Kutas, Shalas, Stirnpanjaras, Nasikas, elefantenrückenförmigen Dächern, Seitenhallen, Sockeln, Pfeilern, Vedikas, Gittern und Torbögen zu schmücken.“

Kriyapada 35, Verse 103–104. Die Türen der oberen Geschosse fertige man um ein Viertel oder Fünftel schmaler als die Haupttür. Im Innenraum ordne man die Treppe von Ebene zu Ebene an.

Kriyapada 35, Vers 105. Treppen an den vier Ecken des Untersockels werden gebilligt. Die Kundigen ordnen sie entsprechend der Zweckmäßigkeit und Schönheit an.

Kriyapada 35, Vers 106. Den Schmuck, die Gestalt und Schönheit der Gopuras richte man nach dem Hauptbau, sei es Tempel, Wohnbau oder ein anderes Gebäude.

Kriyapada 35, Verse 107–109. Ein anmutiges großes Tor mit Sockel und Untersockel, Pfeilerschmuck, zwei oder mehr Geschossen, Rechtsumgang, Aufstiegstreppe, innerem Gebälk, schönen Vor- und Rücksprüngen, vierzehn Stirnplatten und länglichem oberen Aufbau heißt Shrimandira.

Kriyapada 35, Vers 110. Dieselbe Form heißt Shriniketana, wenn man seitlich am Kopf das zuvor beschriebene Geschoss weglässt und die Vorderseite mit sechs Platten versieht. Mit einem einzigen Götterhallendach und sechs großen Nasikas

Kriyapada 35, Vers 111. heißt sie Sumangala. Nun Vishala: Die zuvor genannte Form wird ringsum um einen Anteil vergrößert, erhält einen Gandima-Unterbau

Kriyapada 35, Vers 112. und einen bekrönenden Dachbau. Dieses prächtige Gopura heißt Vishala. Dieselbe Form, ringsum mit einem weiteren Feld versehen, heißt Bhavya.

Kriyapada 35, Vers 113. Dieselbe anmutige längliche Form mit rundem Shikhara und rund abschließenden Kutas an den Ecken heißt Paushtika.

Kriyapada 35, Vers 114. Dieselbe Form mit einer Halle an der Vorderseite von der Hälfte eines Viertelanteils, mit kleinen Dachbauten und Fahnen geschmückt, heißt Sumanda. [Die Maßangabe der Halle ist nicht eindeutig auf eine Gesamtgröße bezogen.]

Kriyapada 35, Vers 115. Mit einer Kapota-Shala verbunden heißt sie Parikutaka. Dies sind acht Gopuras entsprechend reiner oder gemischter Bauausführung.

Kriyapada 35, Vers 116. Eine Form mit drei oder mehr Geschossen, einhundertzwanzig Nasikas, Sockel, Pfeilern, Kuta-Shalas und Torbögen,

Kriyapada 35, Vers 117. mit Panjaras an der Shala und verborgenen wie offenen Aufstiegen, geeignet für Götter und höchste Könige, heißt Subhadra.

Kriyapada 35, Vers 118. Eine zweigeschossige Form mit seitlicher Gliederung am Innenraum, quadratisch, mit vier Nasikas und schön in allen Gliedern,

Kriyapada 35, Vers 119. heißt Bhadrakalyana. Besitzt dieselbe Form am Shikhara achteckige Kutas und Shalas, heißt sie Bhadrasundara.

Kriyapada 35, Vers 120 und unnummerierte Fortsetzung. Dieselbe Form mit hervortretender Hallenfront an jeder Seite, ringsum um ein Feld erweitert und mit sieben Geschossen versehen, heißt Shrikara, ein besonders anmutiges Gopura.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Damit die Vorschrift für Gopuras.

Unnummerierter Schlussvers. So wurde zuerst die Erneuerungsarbeit beschrieben, dann ordnungsgemäß die Befriedung ungewöhnlicher Erscheinungen. Die Merkmale der Umfassung und des Stieres wurden genannt, ebenso die gesamte Vorschrift für Torbauten in gedrängter Form.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das fünfunddreißigste Kapitel über die Merkmale der Erneuerung und weiterer Arbeiten.

Besinnung zu Kapitel 35

Erhaltung verlangt Aufmerksamkeit für das bereits Vorhandene. Das Kapitel unterscheidet zwischen bewahrender Reparatur und begründeter Veränderung. Für eine heutige spirituelle Praxis kann darin die Anregung liegen, Gewachsenes zu achten und zugleich Schäden nicht zu übersehen. Seine Vorzeichenlehre bleibt eine historische Deutung; der Wert sorgfältiger Pflege lässt sich davon unterscheiden.


Kriyapada, Kapitel 36: Formen des Lingas und Auswahl des Steins

Das Linga kann als ungegliederte Form, als Bildgestalt oder als Verbindung beider erscheinen. Dieses Kapitel behandelt seine Materialien, kurzlebige Formen für die Verehrung und die rituelle Gewinnung des Steins. Die überlieferten Materialwirkungen, Vorzeichen und gesellschaftlichen Wertungen werden als historische Aussagen wiedergegeben.

Kapiteleingang. Nun das sechsunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 36, Vers 1. Man unterscheide drei Linga-Arten: Nishkala, ohne gegliederte Gestalt; Sakala, mit gegliederter Gestalt; und die gemischte Form. Außerdem ist das Linga zweifach: unbeweglich oder beweglich.

Kriyapada 36, Vers 2. Das einfache Linga heißt Nishkala, das Bildnis Sakala. Die gemischte Form ist das Gesichtslinga, das Merkmale beider verbindet.

Kriyapada 36, Vers 3. Das Nishkala-Linga ist nach seinem Stoff sechsfach: aus Stein, Edelstein, Metall, Holz, Ton oder nur für kurze Zeit gefertigt.

Kriyapada 36, Vers 4. Den Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und Shudras werden weiße, rote, gelbe und schwarze Steine zugeordnet. Aus ihnen fertige man entsprechend die Lingas.

Kriyapada 36, Vers 5. Manche sagen dagegen, alle Steine seien für alle geeignet. Weiße und die folgenden Steine sollen der Reihe nach Befreiung, Sieg, Reichtum und Getreide gewähren.

Kriyapada 36, Vers 6. Bergkristall, Rubin, Diamant, Saphir, der goldfarbene Stein, Vaidurya, Koralle und Pushya: So ist das Edelstein-Linga achtfach. [Die mineralogische Zuordnung der letzten traditionellen Steinnamen bleibt offen.]

Kriyapada 36, Vers 7. Beim Kristall selbst gibt es drei Arten: Kristall, Sonnenstein und Mondstein. Sie gewähren der Reihe nach Wunscherfüllung, Befreiung und Wohlstand.

Kriyapada 36, Vers 8. Durch die Verehrung der Lingas aus Rubin und den folgenden Stoffen erlangt man der Reihe nach Wohlstand, Wünsche, Gesundheit, Gedeihen, Söhne, Sieg und Glück.

Kriyapada 36, Verse 9–10. Allgemein gibt es bei allen Edelsteinen neun Fehler: Linie, Punkt, Fleck, Krähenfußzeichnung, Verletzung, Staubigkeit, frostige Trübung, Riss und Loch. Diese meide man sorgfältig. Aus Gold, Silber, Kupfer, Messing, Bronze oder Eisen,

Kriyapada 36, Vers 11. aus Blei oder Zinn besteht das achtfache Metall-Linga. Das goldene Linga gewährt Genuss und Befreiung, das silberne Gedeihen.

Kriyapada 36, Vers 12. Das kupferne gewährt Söhne, das bronzene Glück, das messingene Lebensdauer und Gesundheit; das eiserne gilt als todbringend.

Kriyapada 36, Vers 13. Blei und Zinn dienen der Entzweiung, Vertreibung und Tötung. Die vier hauptsächlichen Metalle, Gold und die folgenden, gelten als günstig.

Kriyapada 36, Vers 14. Die übrigen von Bronze an sind „Pishacha-Metalle“ und sollen gemieden werden. Sandelholz, Devadaru, Shami, Pippala und Shimshapa,

Kriyapada 36, Vers 15. Khadira, Asana, Malura, Madhuka, Bakula, Padmaka und Karnikara sind, jeweils zu dritt, den Brahmanen und den weiteren Ständen

Kriyapada 36, Vers 16. der Reihe nach als günstige Hölzer für hölzerne Lingas zugeordnet. Lehm von Pilgerstätten, heiligen Bezirken, Bergen, Gärten und verdienstvollen Orten,

Kriyapada 36, Vers 17. weiß, rot, gelb oder schwarz, nehme man und pulverisiere ihn. Pulver von Gerste, Weizen, Urdbohnen und Guggulu-Harz,

Kriyapada 36, Vers 18. von Lackharz, Shriveshtaka, Shyama und Sarja nehme man zu gleichen Teilen, dazu einen Teil Kundurushka. Das Lehmpulver entspricht der gesamten Menge dieser Zusätze.

Kriyapada 36, Vers 19. Man knete alles mit den fünf Produkten einer braunen Kuh und mit Öl. Den eine Monatshälfte gekneteten Lehm lasse man einen Monat ruhen.

Kriyapada 36, Vers 20. Daraus fertige man ein Linga samt Sockel nach dem gewünschten Maß und trockne es einen Monat in der Wärme. Dies ist das ungebrannte tönerne Linga. [Die Quelle liest beim Trocknungsort „dharme“; die Wiedergabe als Wärme folgt dem Zusammenhang und ist örtlich unsicher.]

Kriyapada 36, Verse 21–22. Oder man nehme nur geeigneten, pulverisierten Lehm, knete ihn mit dem Wasser der fünf Kuhprodukte und lasse ihn ebenfalls einen Monat ruhen. Daraus lasse man ein Linga samt Sockel nach den Merkmalen fertigen und von Kundigen im Feuer brennen. Dies ist das gebrannte Linga.

Kriyapada 36, Vers 23. Aus Sand, Kuhdung, Teig, Amla, Rohzucker, Früchten oder frischer Butter bestehen die sieben kurzlebigen Lingas. [„Amla“ ist hier nicht sicher als ein bestimmter Fruchtstoff aufzulösen.]

Kriyapada 36, Vers 24. Denjenigen, die sie täglich verehren, gewähren diese kurzlebigen Lingas der Reihe nach Befreiung, Gesundheit, Reichtum, Nahrung, Gedeihen, Wohlstand und das Gewinnen von Einfluss.

Kriyapada 36, Vers 25. Für sie fertige man keinen eigenen Sockel; man forme das Linga auf seinem Sitz. Bei ihnen gibt es weder die Dreiteilung noch verbindliche Maße oder die Rundung des Kopfes und ähnliche Arbeiten.

Kriyapada 36, Vers 26. Für sie gelten weder besondere Zeiten und Stunden noch die vorbereitende Lagerung und weitere entsprechende Riten. Man fertige das Linga, rufe sogleich Shiva hinein und verehre ihn.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 26. Nach der Entlassung gebe man das Linga ohne weitere Bindung ins Wasser.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Vorschrift für kurzlebige Lingas.

Kriyapada 36, Vers 27. Bei Lingas aus Stein und den übrigen Stoffen soll der fehlerfreie Sockel aus demselben Material bestehen.

Kriyapada 36, Vers 28. Ist dies nicht möglich, kann der Sockel beim Stein-Linga aus Ziegeln bestehen, bei Edelstein-Lingas aus Gold, Silber oder Kupfer als beste, mittlere oder geringste Ausführung.

Unnummerierter erster Halbvers von 29. Bei Metall-Lingas verwende man das jeweilige eigene Metall, bei Holz-Lingas Ziegel.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über die Materialien von Linga und Sockel.

Kriyapada 36, zweiter Halbvers von 29 und Vers 30. Die Gewinnung von Stein und weiteren Materialien soll während des nördlichen Sonnenlaufs in der hellen Monatshälfte erfolgen, bei günstigem Mondtag, Wochentag und Mondhaus. Zuerst bewirte man Brahmanen und lasse Segensworte sprechen.

Kriyapada 36, Vers 31. Man verehre den Herrn der Götter samt Gliedern, vollziehe das Waffenopfer und breche nach Osten oder Norden auf, wobei man auf Vorzeichen achtet.

Kriyapada 36, Vers 32. Flammendes Feuer, Leuchten, Elefanten, Stiere, Kurtisanen, junge Mädchen, Blüten, Speisen, volle Krüge, geklärte Butter, Muschelhörner, Milch und Dickmilch,

Kriyapada 36, Vers 33. Reiskörner, Edelreis, Fleisch, Honig, Schirme, Yakhaarfächer, Frauen mit glückverheißenden Merkmalen, der König, Fahnen und gespannte Bogen,

Kriyapada 36, Vers 34. eine Milchkuh und ein Pferd gelten, wenn sie einem entgegenkommend sichtbar werden, als Zeichen der Erfüllung des Reisevorhabens; besonders günstig, wenn sie rechts herum vorbeigehen.

Kriyapada 36, Vers 35. Gecko- und Krähenrufe sind beim Aufbruch links günstig, beim Betreten rechts. Niesen gleich zu Beginn ist ungünstig.

Kriyapada 36, Vers 36. Sonst gilt es hinten oder links als günstig, ebenso menschliche Rufe. Laute der Bharata-Vögel und weiterer Arten sind links günstig; rechts dagegen

Kriyapada 36, Vers 37. Gesang aus einer friedvollen Himmelsrichtung. Bei Pingala-Vögeln sind beide Seiten günstig. Schakale, Krähen, Tiger, Cakoras und junge Reiher,

Kriyapada 36, Vers 38. die von links nach rechts gehen, gelten als günstig. Eine Haubenschlange wird überall verworfen. Hasen, Eulen, Geier, Falken, Wildtiere und Dundubha-Schlangen,

Kriyapada 36, Vers 39. die von rechts nach links gehen, sind günstig. Gute Worte bringen Gutes. Esels- und Kuhlaute sind links günstig, ihr Gang rechts.

Kriyapada 36, Vers 40. Blitzschlag, schlechtes Wetter, Regen, widrige Worte, Venus und Merkur in Gegenstellung, Wirbelwind und Streit werden verworfen.

Kriyapada 36, Vers 41. Ebenso ein Anstoßen des Kopfes oder anderer Glieder, besonders des rechten Fußes; eine ungünstige Beschaffenheit von Farbe, Reittier, Kleidung, Gemüt, Waffen und Himmelsrichtungen;

Kriyapada 36, Vers 42. brennend rote Himmelsrichtungen, Lichtringe, Schakalgeheul, Nebensonnen, Finsternisse, Meteore, Erdbeben und Regenbogen;

Kriyapada 36, Vers 43. Bruch von Bäumen, Fahnen, Waffen, Schirmen oder Fahrzeugen. Als ungünstige Begegnungen gelten ferner Cakrin-Asketen, Kshapanaka-Asketen, Nackte, Kahlgeschorene und als unheilvoll eingestufte Frauen,

Kriyapada 36, Vers 44. Viras, Büßer, Vratyas, Wanderasketen, Kleinwüchsige und andere, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, Netzträger, Schlächter, Andersgläubige und Stabträger,

Kriyapada 36, Vers 45. Kapalikas, Holzträger, Menschen mit offenem Haar, Leidende und Menschen in nassen Gewändern, wenn sie entgegenkommen. [Diese abwertende Vorzeichenliste spiegelt historische soziale und religiöse Ausschlüsse. Sie wird als Quelleninhalt wiedergegeben, nicht als heutige Bewertung von Menschen.]

Kriyapada 36, Vers 46. Bei ungünstigen Zeichen warte man einen Monat und breche bei günstigen zu dem vorgesehenen Steinlager auf, im Gebirge, heiligen Bezirk, Wald oder anderswo.

Kriyapada 36, Vers 47. Himalaya, Vindhya, Shrishaila, Pariyatra, Shuktiman, Mahendra, Sahya, Malaya, Kalasha und Vedaparvata,

Kriyapada 36, Vers 48. Riksha und Kumarashaila werden als die vorzüglichen Steinlager genannt. Flüsse wie die Ganga und heilige Bezirke wie Amaresha

Kriyapada 36, Vers 49. gelten als mittlere Lager, andere als geringste für die Gewinnung von Stein und Holz. Man beginne mit der Steingewinnung entsprechend dem Verfügbaren.

Kriyapada 36, Vers 50. Das Land ist vierfach: Varuna-, Indra-, Agni- und Vayu-Land. Die dort vorkommenden Steine tragen die entsprechenden Namen.

Kriyapada 36, Vers 51. Land mit weichen Baumgruppen, von selbst blühenden Wäldern und überall vorhandenen Wasserstellen gilt als Varuna-Land.

Kriyapada 36, Vers 52. Land mit vielen Milchsaftbäumen, einem großen Gewässer im Norden und Reisfeldern im Süden gilt als Indra-Land.

Kriyapada 36, Vers 53. Land mit Geiern, Reihern, Wildschweinen, Bären, Falken, Schakalen und Krähen, dessen Trinkwasser weit entfernt liegt, heißt Agni-Land und wird verworfen.

Kriyapada 36, Vers 54. Wasserloses Land mit Aksha, Snuhi, Kulingaksha, Pilu, Shleshmataka und Dornen heißt Vayu-Land und gilt als ungünstig.

Kriyapada 36, Vers 55. Steine aus Agni- und Vayu-Land sind für Lingas ausgeschlossen; solche aus Varuna- und Indra-Land gewähren alle Vollendungen.

Kriyapada 36, Vers 56. Als ungeeignet gelten Land und Steine, wenn das Land durch Candalas, Pulkasas, Jäger, Pulindas und andere nach dieser Lehre „verunreinigt“ ist oder viele Termitenhügel, Schlangen und Leichenstätten besitzt. [Die erste Aussage ist eine historische Kastenausgrenzung.]

Kriyapada 36, Vers 57. Land mit den bei der Übernahme des Bauplatzes zuvor genannten günstigen Merkmalen wird auch für die Steingewinnung gebilligt; das verworfene meide man.

Kriyapada 36, Vers 58. Hat der Guru zusammen mit den Handwerkern geeignetes Land erreicht, suche er dort den Stein und spreche diesen Mantra:

Kriyapada 36, Vers 59. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem dreiäugigen Rudra, dem Herrn der Wesen! Zeige den Stein, Herr der Götter; sei gnädig, du mit dem Stier im Banner!“

Kriyapada 36, Vers 60. Danach baden Guru und Baumeister samt Schülern. Mit weißen Duftstoffen, Girlanden und Salben versehen und geschmückt, von Handwerkern umgeben,

Kriyapada 36, Vers 61. begeben sie sich zum Stein. Der Guru spreche die Wesen an: „Die Wesen und die Gottheiten samt den Guhyakas mögen weichen!

Kriyapada 36, Vers 62. Euch werde eine gute Opfergabe zuteil. Die Erde möge mir den Stein freigeben! Ich werde diese Arbeit ausführen; nehmt bitte einen anderen Aufenthalt!“

Unnummerierte Ritualprosa nach Vers 62. So spreche er sie an. Bei der Holzgewinnung lautet die besondere Wendung: „Soma möge die Bäume freigeben.“ Dann verehre man mit Duftstoffen und weiteren Gaben und bringe den Wesen und Waldgottheiten Bali dar: fünffarbigen Reis, Dickmilch, Milch, Honig, geklärte Butter, Früchte, Speisen, Ersatzgaben für Fleisch und Blut sowie die Bali-Gaben für Wesen und furchterregende Mächte. Auf einem bereiteten Kreis stelle man einen Krug auf. Nach Osten oder Norden gewandt grabe man die Erde auf und lege den darin verborgenen, von Sonnenstrahlen unberührten Stein frei. Man begieße ihn mit Krugwasser, besprenge ihn mit den fünf Kuhprodukten unter den Pavamana-Mantras und verehre ihn mit den fünf Brahmamantras bis zur Speisegabe. Man bedecke ihn mit ungetragenem Tuch und Darbha-Gras, bereite nördlich davon das Feuer und opfere mit Herz-, Ishana- und Aghora-Mantra einhundertachtmal Brennholz, geklärte Butter und gekochte Opferspeise. Mit den Vyahritis und dem Svishtakrit-Opfer führe man die Handlung bis zum abschließenden Umsprengen aus.

Kriyapada 36, Vers 63. Dann stelle man acht Krüge in den Richtungen auf, deren Gottheiten die Welthüter sind. Man verehre sie und begieße den Stein erneut mit ihrem Wasser.

Kriyapada 36, Vers 64. In den Richtungen bringe man eine Bali-Gabe aus Honig, geklärter Butter, Zucker, bitterem Stoff und Milchreis dar. Man bedecke den Stein und opfere im westlichen Feuer. [Die Verbindung „tiktapāyasa“ kann auch bitteren Milchreis bezeichnen; die Zubereitung ist nicht genauer erläutert.]

Kriyapada 36, Vers 65. Mit den Mantras Shivas, der Elf, der Welthüter und der Waffe opfere man gekochte Speise und geklärte Butter; dann opfere man hundertmal erneut geklärte Butter mit dem Pashupata-Waffenmantra. [„Die Elf“ bleibt als knappe Gruppenbezeichnung der Quelle stehen.]

Kriyapada 36, Vers 66. Die zum Schneiden geeigneten Werkzeuge bade man mit dem Waffenmantra und lege sie nieder. Mit demselben verehre man sie. Nachts schlafe man dort auf Darbha-Gras und wiederhole dieses Gebet:

Kriyapada 36, Vers 67. „Verehrung, Shambhu, dem Dreiäugigen, Rudra, dem Gabenspender! Verehrung Shiva, dessen Gestalt die ganze Welt ist, dem Herrn der Träume!

Kriyapada 36, Vers 68. Herr der Herren der Götter, ich habe Zuflucht bei dir gesucht. Zeige mir im Traum alle Vorhaben, die ich im Herzen trage!“

Unnummerierte Mantra-Fortsetzung nach Vers 68. „Dem Dreizackträger – [zweifache rituelle Lautfolge ohne sichere lexikalische Übersetzung] – als Opferanrufung!“ Dies ist der Mantra namens Svapnamanavaka. [Die ausgeschriebene Lautfolge und der Opferabschluss bleiben in IAST und Devanagari bewahrt. Hier wird keine vermeintliche Wortbedeutung erfunden.]

Kriyapada 36, Vers 69. Sieht man im Traum einen leuchtenden Stein, die eigene Gottheit oder ein anderes günstiges Zeichen, darf der Stein für die Linga-Herstellung genommen werden.

Kriyapada 36, Vers 70. Ist der Traum ungünstig, ist dieser Stein aufzugeben und ein anderer zu nehmen. Morgens baden Acharya und Baumeister und verehren den Herrn.

Kriyapada 36, Vers 71. Den ersten Schnitt vollziehe man mit goldener Nadel und Hammer unter dem Waffenmantra. Die Unterseite ist seine Vorderseite, die Oberseite der Rücken; der Kopf liegt nach Osten

Kriyapada 36, Vers 72. oder Norden. Beim Schnitt soll ein Glockenklang entstehen und es sollen Funken auftreten. Ein Stein mit eckigem Kopf ist zu verwerfen, weil er dem Besitzer Leid bringt.

Kriyapada 36, Vers 73. Man schneide ihn auf das gewünschte Maß, viereckig, eben und günstig, kennzeichne Vorderseite, Basis, Kopf und Rücken und hülle ihn in ein Tuch.

Kriyapada 36, Vers 74. Auch mit Darbha-Gras bedeckt lade man ihn auf einen Wagen und bringe ihn zum Heiligtum. Ein weicher Stein, der das Werkzeug nicht verträgt, gilt als „Kind“ und wird verworfen.

Kriyapada 36, Vers 75. Ein schwach klingender, übermäßig rauer, brüchiger Stein gilt als „alt“ und ist zu meiden. Ein vielfarbiger, mit haarfeinen Linien durchzogener wird abwertend „Candali“ genannt und ebenfalls ausgeschlossen.

Kriyapada 36, Vers 76. Ein glockenklingender, fester und glatter Stein gilt als „jugendlich“ und geeignet. Ein männlich eingestufter Stein eignet sich für das Linga; er ist rund oder länglich-rund.

Kriyapada 36, Vers 77. Ein quadratischer oder länglich-rechteckiger Stein gilt als weiblich und eignet sich für den Sockel. Ein dreieckiger oder länglich-dreieckiger gilt als geschlechtsneutral und eignet sich als Grundstein.

Kriyapada 36, Vers 78. Wird das Linga aus einem weiblichen Stein gefertigt, gehen Reich und König nicht zugrunde; ebenso bei einem männlichen Stein als Linga-Sockel und einem geschlechtsneutralen für Linga und Sockel. [Die Quelle enthält ausdrücklich die Verneinung „nicht“, obwohl der Zusammenhang eher eine Warnung erwarten ließe. Sie bleibt unverändert.]

Kriyapada 36, Vers 79. Wird die Bodenplatte aus einem weiblichen oder männlichen Stein gefertigt, kommt es nach dieser Lehre zum Untergang des Reiches. So gibt es drei Arten von Stein für Grundstein, Sockel und Linga.

Kriyapada 36, Vers 80. Man bringe ihn mit einem Wagen oder anderem Fahrzeug herbei und lege ihn in einer Halle im Norden auf zwei Hölzer. Dann lasse man das Linga daraus fertigen.

Unnummerierter Schlussvers. Lingas aus Metall, Edelstein, gewöhnlichem Stein, Holz und Ton sowie kurzlebige Lingas, Vogelzeichen und andere Vorzeichen, ferner die Gewinnung weiblicher, männlicher und geschlechtsneutraler Steine: Dies wurde hier nach den Shiva-Lehrwerken dargelegt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das sechsunddreißigste Kapitel über die besonderen Arten des Lingas.

Besinnung zu Kapitel 36

Neben kostbaren, dauerhaft aufgestellten Formen kennt der Text einfache Lingas, die nur für eine kurze Verehrung bestehen. Darin wird die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen sichtbar. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies daran erinnern, dass bewusste Hinwendung auch in schlichter Form Raum findet. Die konkreten Materialwirkungen und Vorzeichen bleiben Teil der historischen Lehre und werden nicht als gesicherte heutige Wirkungen ausgegeben.


Kriyapada, Kapitel 37: Steinmerkmale und Proportionen des Lingas

Das Kapitel untersucht zunächst sichtbare Zeichen, aus denen die historische Steinlehre verborgene Einschlüsse erschließt. Danach erläutert es Größen und Proportionen des Lingas sowie das Verhältnis zu Sockel und Tempelraum. Die Vorschriften zur Materialprüfung und die Vorzeichen werden als historische Aussagen übersetzt; unklare Zahlenchiffren bleiben kenntlich.

Redaktioneller Hinweis: Die gelieferte Fassung beginnt dieses Kapitel unmittelbar mit dem folgenden Vers, ohne eigene Kapitel-Eingangsüberschrift.

Kriyapada 37, Vers 1. Nun werden die inneren Einschlüsse beschrieben. Ein Linga mit solchen Einschlüssen gebe man auf. Man prüfe die Einschlüsse; ist das Linga davon betroffen, verwerfe man es.

Kriyapada 37, Vers 2. Mit gleichen Teilen Giftstoff, Eisenvitriol und Rötel, in Milch zerrieben, bestreiche man das Linga vollständig und lasse es eine Nacht ruhen.

Kriyapada 37, Vers 3. Nach dem Abwaschen erkenne man Einschlüsse und Fehler an den dortigen kreisförmigen Flecken. Oder man zerreibe Brahmi, Vishnu, Isha und Vaishnavi,

Kriyapada 37, Vers 4. vermische sie mit gleichen Mengen Milch, geklärter Butter und Honig und bestreiche den Stein damit. Wo er nach drei Nächten feucht erscheint,

Kriyapada 37, Vers 5. erkläre man, es befinde sich darin eine Schlange, eine Waraneidechse oder ein Skorpion. Oder man bestreiche den Stein mit Eisenvitriol und Cora, in Kuhmilch zerrieben.

Kriyapada 37, Vers 6. Wird er nach drei Nächten rot, befindet sich darin nach dieser Lehre eine Schildkröte oder ein Frosch. Man zerreibe Mamsi, Kushtha, Haya, Ratri und Triphala mit Varida-Wasser,

Kriyapada 37, Vers 7. befeuchte die Masse mit Muttermilch und streiche sie auf. Zeigt sich nach drei Nächten eine Veränderung, bestimme man darin einen Einschluss des Giftes Kalakuta.

Kriyapada 37, Vers 8. Seine Berührung soll Tod verursachen; deshalb berühre man es nicht. Durch den zuvor genannten Anstrich aus Giftstoff, Eisenvitriol, Rötel und Milch

Unnummerierter Beginn von Vers 9. bestimme man nach einem, zwei oder drei Tagen die Einschlüsse anhand der Flecken. Nämlich:

Kriyapada 37, Vers 9. Bei einem krappfarbenen Fleck ist es ein Frosch, bei einem gelben ein Waran, bei einem bräunlichen eine Maus. Bei Schwarz eine Schlange; manche nennen auch Weiß. Bei Taubengrau eine kleine Eidechse oder ein Skorpion. [Diese Zuschreibungen sind Bestandteil der historischen Steinlehre. Die Identität mehrerer Pflanzenstoffe der vorangehenden Rezepte bleibt offen.]

Kriyapada 37, Vers 10. Bei Rot eine Baumeidechse, bei Honigfarbe ein Leuchtkäfer.

Kriyapada 37, Vers 11. Bei Mischfarbe ein Ameiseneinschluss, bei „Waffenfarbe“ Wasser, bei Grau ein Stein. Bei heller Farbe Vimala, bei Rauchfarbe ein Insekt oder Sand. [„Waffenfarbe“ und der Mineralname Vimala sind hier nicht sicher zu deuten.]

Kriyapada 37, Vers 12. Bei Blaugelb ist es eine Schildkröte. Nun nenne ich die Nachteile der Einschlüsse: Wasser und Frosch bringen dem Auftraggeber und dem König Furcht.

Kriyapada 37, Vers 13. Ein Waran bringt Untergang des Reiches, eine Schlange Untergang der Familie des Auftraggebers. Bei Krebsen, Bienen und fliegenden Insekten entstehen Krankheiten, Leid und ähnliches.

Kriyapada 37, Vers 14. Bei Vimala drohen stets Diebstahl oder Furcht vor fremden Heeren. Ameisen führen zum Leben in der Fremde; Vimala zerstört den Ort. [Vimala wird mit zwei unterschiedlichen Folgen genannt; die Wiederholung bleibt erhalten.]

Kriyapada 37, Vers 15. Eine Schildkröte verursacht Armut; Edelsteineinschlüsse bringen Gedeihen. Auch die Linien am Linga prüfe man, günstige wie ungünstige.

Kriyapada 37, Vers 16. Die Farben von Stein, Werkzeug und Linien gelten der Reihe nach für die gesellschaftlichen Stände. Regenbogenartige Linien werden gebilligt, ebenso muschel- und lotusförmige. [Der erste Halbvers ist in seiner Wortgliederung unsicher.]

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 16. Vielfarbige, dünne, dicke und raue Linien werden dagegen verworfen.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 16. Dort heißt es: „Linien wie Nandyavarta, Berge, Pferde, Shrivatsa, Schildkröten, Muscheln, Svastikas, Elefanten, Kühe, Stiere, Räder, Mond und Sonne, Schirme, Girlanden, Fahnen, Lingas, Torbögen, Wildtiere, Tempel, Lotusse, Vajras, kleine Fische und Schnecken gelten als günstig. Alle schriftzeichenförmigen Linien am Linga gelten als gut und glückbringend, ausgenommen der Keimlaut des Feuers, der des Windes und die geschlechtsneutral genannten Vokale. Linien wie Krähen, Falken, Wölfe, Kamele, Affen, Katzen, Geier, Schlangen, Eulen, Schakale, Insekten, Wildschweine und Frösche sowie alle querliegenden und weitere fehlerbringende Linien sind aufzugeben. Man nehme einen guten Stein und fertige daraus das Linga. Menschen, Daityas und Götter sollen Lingas von einer bis neun Ellen anfertigen. Für Menschen reichen sie, nach den Unterschieden der Stände, von einer bis fünf Ellen; für Daityas sechs oder sieben, für Götter acht oder neun.“

Kriyapada 37, Verse 17–18. Beginnend bei einer Elle Höhe und zunehmend um Viertel-Ellen bis zu drei Ellen ergeben sich neun Lingas der kleinsten Größenklasse. Von vier Ellen Länge an,

Kriyapada 37, Vers 19. wiederum in Viertel-Ellen-Schritten bis zu sechs Ellen, fertige man neun mittlere Lingas. Von sieben Ellen Höhe an, wie zuvor in Viertel-Ellen-Schritten,

Kriyapada 37, Vers 20. bis zu neun Ellen ergeben sich neun der größten Klasse. Zwischen drei und vier Ellen liegen entsprechend noch drei Lingas.

Kriyapada 37, Vers 21. Ebenso gibt es drei zwischen sechs und sieben Ellen. So werden dreiunddreißig anerkannte Lingagrößen genannt.

Kriyapada 37, Vers 22. Oder die Linga-Länge beträgt ein Viertel, Fünftel oder Sechstel des Tempelmaßes. Eine weitere Weise wird genannt:

Kriyapada 37, Vers 23. Bei fünf Teilen des inneren Heiligtumsraums ist das Linga drei Teile hoch; bei neun Teilen ist es fünf Teile lang.

Kriyapada 37, Vers 24 mit eingeschobener Erläuterung. Oder es erhält ein Drittel oder die Hälfte des inneren Heiligtumsmaßes. Damit ist die Länge des Lingas gemeint. Bei einem Linga von einer Elle ist der Tempel vier Ellen breit,

Kriyapada 37, Vers 25. oder fünf- oder sechsmal so breit wie das Linga. Ein Tempel, dessen Höhe die doppelte Breite beträgt, heißt Nagara; bei dreifacher Höhe

Kriyapada 37, Vers 26. heißt er Bhumija. Ist das Shikhara doppelt so hoch wie dieses, ergibt sich ein Nagara-Tempel namens Valabhi. [Der Bezug von „dieses“ ist in der überlieferten Formulierung nicht eindeutig.]

Kriyapada 37, Vers 27. Bei einer durch „Vikara“ bezeichneten Teilung der Linga-Länge heißen die Formen mit fünf, vier oder drei Teilen Breite im Nagara-Bau Jayada, siegbringend, Paushtika, gedeihensfördernd, und Sarvakamika, alle Wünsche erfüllend. [Die Zahlchiffre Vikara bleibt hier unaufgelöst.]

Kriyapada 37, Vers 28. Bei einundzwanzig Teilen des inneren Raums erhält das kleinste Linga im Dravida-Bau zehn Teile, das größte dreizehn. Bei einer Achtteilung des Zwischenraums verfahre man wie zuvor. [Die letzte Teilung ist syntaktisch nur knapp angeschlossen.]

Kriyapada 37, Vers 29. Bei einundzwanzig Teilen eigener Länge betragen die Breiten sechs, fünf oder vier Teile. So entstehen im Dravida-Bau Jayada, Paushtika und Sarvakamika.

Kriyapada 37, Vers 30. Bei einer mit „Abhikriti“ bezeichneten Teilung des inneren Raums erhält das größte sechzehn, das kleinste dreizehn Teile. Teilt man den Zwischenraum in acht,

Kriyapada 37, Vers 31. ergeben sich neun Lingas; diese fertige man im Vesara-Bau. Bei fünfundzwanzig Teilen Länge und acht, sieben oder sechs Teilen Breite

Kriyapada 37, Vers 32. unterscheide man auch im Vesara-Bau die Formen Jayada und die folgenden wie zuvor. Bei feststehenden Lingas sind nun Basis, Mitte und Spitze Brahma, Vishnu und Ishvara zugeordnet.

Kriyapada 37, Vers 33. Sie sind viereckig, achteckig und rund. So ist die Dreiteilung zu verstehen; ihre Varianten werden nun beschrieben.

Kriyapada 37, Vers 34. Das Linga ist vierfach: Sarvatobhadra, Vardhamana, Shivadhika und Svastika. Ihre Merkmale werden einzeln erklärt.

Kriyapada 37, Vers 35. Für Brahmanen ist Sarvatobhadra vorgesehen, für Könige Vardhamana, für Vaishyas Shivadhika und für Shudras Svastika.

Kriyapada 37, Vers 36. Zur Erreichung des Gewünschten ist das für den eigenen Stand vorgeschriebene Linga einzusetzen. Ein für einen anderen Stand genanntes gilt als schädlich für die Ziele in dieser und der anderen Welt. [Dies ist eine historische Kastenvorschrift.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 36. Hier sagt Maya: „Das erste ist Sarvatobhadra, das zweite Vardhamana, das dritte Shivadhika, das vierte Svastika. Für die Götter auf Erden, die Brahmanen, ist Sarvatobhadra erwünscht; Königen bringt Vardhamana Glück und Wachstum. Den Vaishyas verleiht hier dasjenige mit größerem Shambhu-Anteil Reichtum; den anderen, den Shudras, bringt Svastika Gutes.“

Unnummerierter Kommentar zum Maya-Zitat. Weil es heißt „auch den anderen“, ist auch für die aus Anuloma- und Pratiloma-Verbindungen und weiteren Gruppen Hervorgegangenen allein das Svastika-Linga erwünscht. [Der Kommentar erläutert die historische Einordnung von Verbindungen zwischen gesellschaftlichen Ständen; er ist nicht mit dem zitierten Vers gleichzusetzen.]

Kriyapada 37, Vers 37. Ein Drittel des inneren Heiligtumsraums ist das Sockelmaß. Teilt man den Sockel in drei, erhält die Linga-Breite einen Teil. Der sich daraus ergebende Umfang

Kriyapada 37, Vers 38. entspricht der Linga-Höhe. Teilt man die Länge des Lingas in drei gleiche Teile, sind Brahma-, Vishnu- und Ishvara-Anteil bei der allseits gleichen Form gleich.

Kriyapada 37, Vers 39. Der Brahma-Anteil liegt im Grundstein, der Vishnu-Anteil entspricht dem Sockel; der Shiva-Anteil ist sichtbar und zu verehren. Diese Vorschrift gilt für alle Lingas.

Unnummeriertes Zitat aus dem Pingala-Mata nach Vers 39. Dort heißt es: „Die Plattform soll das gleiche Maß haben, sodass sie das Linga umschließt.“

Kriyapada 37, Vers 40. Das bedeutet: Mit dem Wort „Linga“ ist hier allein der Verehrungsanteil bezeichnet. Dies gilt bei einem allseits gleichen Linga mit quadratischem Sockel.

Kriyapada 37, Vers 41. Die Breite bei den vier Brahma-Linien um den Umfang des Lingas soll genau gleich sein; sonst entsteht der sogenannte Schattenfehler. [Die geometrische Zuordnung der vier Linien ist hier nicht vollständig ausgeführt.]

Kriyapada 37, Vers 42. Deshalb soll der Sockel dem Linga entsprechen und so vom Schattenfehler frei sein. Bei runden und anderen Sockeln ist gegenüber der Fläche des quadratischen Sockels

Kriyapada 37, Vers 43. die bis zum Umfang reichende Ausdehnung dem Linga gleichzusetzen. Erkennt man bei schlanken Lingas, dass die Sockelbreite größer ist,

Kriyapada 37, Vers 44. vergrößere man den Shiva-Anteil so, dass Gleichheit entsteht. Um so viel, wie man den Shiva-Anteil vergrößert, vermindere man den Brahma-Anteil.

Kriyapada 37, Vers 45. Ebenso verkürze man bei dicken Lingas den Verehrungsanteil um den entsprechenden Betrag, wenn man erkennt, dass die Sockelbreite kleiner ist.

Unnummerierter Beginn von Vers 46. Den Brahma-Anteil vergrößere man entsprechend; am Vishnu-Anteil gibt es weder Vergrößerung noch Verminderung.

Unnummeriertes Zitat aus dem Brihat-Tantra innerhalb von Vers 46. Wie es dort heißt: „Bei schlanken Lingas vergrößere man den Rudra-Anteil, bei dicken vermindere man ihn. Den Brahma-Anteil vermindere oder vergrößere man entsprechend; bei Vishnu gibt es weder Zuwachs noch Abnahme.“

Kriyapada 37, Schluss von Vers 46 und Vers 47. Diese Prüfung des Schattenfehlers gilt für das allseits gleiche Linga. Manche sagen, sie gelte nicht für Vardhamana und die anderen Formen. Ebenso besteht diese Bindung nicht bei bildhaft dargestellten, gemischten oder aus Edelstein gefertigten Lingas,

Kriyapada 37, Vers 48. bei selbstentstandenen, Bana-Lingas oder von Rishis gestifteten. Für die drei Formen Vardhamana und die anderen gilt jedoch ebenfalls diese Vorschrift,

Kriyapada 37, Vers 49. wie im Lehrwerk Mayas erklärt, damit der Schattenfehler vermieden wird. Dort beginnt die Erläuterung der Sockelbreite mit „Die Längenmaße des Lingas …“.

Unnummerierte Erläuterung und Zitat vor Vers 50. Die Sockelbreite ist gleich dem Shiva-Anteil auszuführen. Auch im Sangraha wird dies erläutert: „So lang das Linga ist, so breit ist der Sockel.“

Kriyapada 37, Verse 50–51. Bei einer mit Sankriti bezeichneten Teilung der Linga-Höhe erhalten bei Vardhamana Brahma, Vishnu und Ishana der Reihe nach sieben, acht und neun Teile. Bei einer mit Prakriti bezeichneten Teilung der Linga-Länge erhalten sie sechs, sieben und acht Teile.

Kriyapada 37, Vers 52. So werden die Anteile von Brahma an der Reihe nach bei Vardhamana bestimmt. Oder sie betragen fünf, sechs und sieben beziehungsweise vier, fünf und sechs Teile.

Kriyapada 37, Vers 53. So entsteht das Vardhamana-Linga der Reihe nach als größte, mittlere und kleinste Form. Bei zehn Teilen Länge erhalten beim Shivadhika-Linga

Kriyapada 37, Vers 54. die Anteile von Brahma an der Reihe nach drei, drei und vier Teile. Bei neun Teilen Linga-Höhe werden sechs, sieben und acht Teile

Kriyapada 37, Vers 55. als Umfänge des Brahma-, Vishnu- und Ishvara-Anteils genannt. Dies heißt Trairashika beim allseits gleichen Linga.

Kriyapada 37, Vers 56. Ein Svastika-, Shivadhika- oder Vardhamana-Linga, dessen Breite ein Viertel seiner eigenen Länge beträgt, heißt Suraganarcita, von den Götterscharen verehrt.

Kriyapada 37, Vers 57. Es gilt als überall geeignet und für alle Stände günstig. Was im Paushkara und im Karana genannten Lehrwerk gesagt ist, wird nun wiedergegeben.

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 37, Vers 58. Mit vier Teilen beginnend ist es für Brahmanen vorgesehen, mit fünf für Könige, mit sechs für Vaishyas und mit sieben für Shudras.

Unnummerierte Fortsetzung und Überleitung vor Vers 59. So ist Vardhamana vierfach und entsprechend der Reihenfolge der Stände günstig. Nun Shivadhika:

Kriyapada 37, Verse 59–60. Bei einer durch Akriti bezeichneten Teilung der Linga-Höhe erhält der Brahma-Anteil sieben, der Vishnu-Anteil sieben und der Shiva-Anteil acht Teile; dieses Shivadhika ist für Brahmanen erwünscht. Bei dreizehn Teilen Höhe erhalten die Anteile vier, vier und fünf Teile.

Kriyapada 37, Vers 61. Bei sechzehn Teilen Linga-Höhe erhalten Brahma und die folgenden fünf, fünf und sechs Teile: Dieses Shivadhika ist für Kshatriyas geeignet.

Kriyapada 37, Vers 62. Mit den Anteilen von Brahma an ist das Shivadhika für Vaishyas genannt. Bei zehn Teilen Höhe erhalten die Anteile drei, drei und vier Teile.

Kriyapada 37, Vers 63. So ist das Shivadhika für Shudras erwünscht. Am zuvor beschriebenen gleichteiligen Linga kann als Variante ein Dhara-Linga mit Längsrippen ausgeführt werden. [Der Satzanschluss der Vaishya-Zuordnung in Vers 62 an die vorangehenden Maßreihen ist unklar; keine neue Maßreihe wird ergänzt.]

Kriyapada 37, Vers 64. Die Basis fertige man viereckig oder sechzehneckig; im Vishnu- und Shiva-Anteil verdopple man jeweils die Rippenzahl.

Kriyapada 37, erster Halbvers von 65 und Maya-Zitat. Für alle Stände gilt das Dhara-Linga als dreifach. Maya sagt: „An der Basis achteckig, sechzehneckig oder viereckig; darüber verdoppeln sich jeweils die Rippen.“

Kriyapada 37, zweiter Halbvers von 65 und Vers 66. Ein Sarvatobhadra-Linga soll fünfundzwanzig Rippen besitzen, wie Blätter des Saptaparna, alle gleich und in gleichen Abständen. Auf jeder Rippe fertige man vierzig

Kriyapada 37, erster Halbvers von 67. gleiche Lingas; dies ist das Tausend-Linga.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Linga-Varianten.

Kriyapada 37, zweiter Halbvers von 67 und Vers 68. Um die Anteile von Brahma an herzustellen, fertige man das gesamte Linga nach dem genannten Verfahren zunächst viereckig. Oberhalb des Brahma-Anteils markiere man am Viereck die halben Ecken mit Linien,

Kriyapada 37, Vers 69. trage von diesen Markierungen aus die Ecken ab und mache es achteckig, um den Vishnu-Anteil herzustellen. Oder man teile die Linga-Breite gleichmäßig in sieben.

Kriyapada 37, Vers 70. Man lasse in der Mitte drei Teile stehen und nehme an den Seiten jeweils zwei weg. So entsteht ein gleichmäßiges Achteck. Nun wird der Kreis beschrieben.

Kriyapada 37, Vers 71. Auf die Mitte des Kopfes des viereckigen Lingas setze man eine Schnur und führe sie mit dem Maß bis zum seitlichen Ende herum, um den Kreis zu bilden.

Kriyapada 37, Vers 72 und unnummerierte Fortsetzung. Bei allen Lingas wird eine Rundung des Kopfes gewünscht: schirmförmig, gurkenförmig, hühnereiförmig, halbmondförmig und als fünfte blasenförmig.

Unnummerierter Kommentar vor Vers 73. Würde man bei Sarvatobhadra, Vardhamana und den anderen Lingas den bereits maßgerecht bemessenen Kopf einfach abrunden, verringerte sich die Länge des Verehrungsanteils. Damit wäre wegen des Verstoßes gegen das jeweilige Maß ein Fehler gegeben. Deshalb ist der Linga-Kopf durch Rundung ausschließlich oberhalb der Augenlinie des maßgerecht bemessenen Lingas herzustellen, so wie bei einer Bildgestalt Krone und weiterer Kopfschmuck.

Unnummeriertes Maya-Zitat vor Vers 73. Hier sagt Maya: „Diese Regeln gelten allgemein für alle Lingas. Zur eigenen Höhe füge man ein Drittel des Anteils für die Kopfrundung hinzu. Bei einer Linga-Länge aus sechs mal sechs Teilen wird das Kopfmaß einschließlich dieses Zusatzes beim kleinsten, mittleren und größten Linga der Reihe nach mit einem, zwei und drei Teilen angegeben.“ [Die Beziehung des Drittelzusatzes zur folgenden Gesamtteilung ist in diesem gedrängten Zitat nicht ganz eindeutig.]

Kriyapada 37, Verse 73–74. Das heißt: Von der in Tattva-Anteile geteilten Länge des Verehrungsabschnitts füge man beim kleinsten, mittleren und größten Linga jeweils einen, zwei oder drei Teile oberhalb der Augenlinie hinzu, um den Kopf herzustellen. [Tattva verweist hier im Anschluss an das Zitat auf die sechs mal sechs Teile.]

Kriyapada 37, Vers 75. Über die genannten Rundungsanteile füge man noch ein Drittel davon als Steinzugabe hinzu und bestimme in ihrer Mitte den vorgeschriebenen Punkt.

Kriyapada 37, Vers 76. Dort setze man die Schnur an und führe nach der gleich folgenden Reihenfolge die Kopfrundung aus, um Schirmform und die übrigen Formen herzustellen.

Kriyapada 37, Vers 77. Von einer Sechzehntelteilung der Linga-Breite aus füge man einen, zwei oder drei gerstenkorngroße Anteile hinzu und lasse die Schnur im Raum an beiden Seiten des Lingas herabhängen. [Die Maßfügung von Sechzehnteln und Gerstenkornanteilen ist nicht sicher aufzulösen.]

Kriyapada 37, Vers 78. Durch das Abrunden entstehen dort vier schirmartige Formen. Die erste und zweite verwende man beim gleichteiligen Linga,

Kriyapada 37, Vers 79. die dritte bei Shivadhika, die vierte bei Vardhamana. Man vermische die Rundungsarten nicht, da dies als ungünstig gilt.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 79. Maya sagt: „Auch die gegenseitige Vermischung der Rundungsarten ist ungünstig.“

Kriyapada 37, Vers 80. Bei sechs Teilen Linga-Breite ergibt eine Rundung mit zweieinhalb Teilen den gurkenförmigen Kopf, mit drei Teilen den hühnereiförmigen.

Kriyapada 37, Vers 81. Durch Rundung mit einem Drittel der Linga-Breite entsteht die Halbmondform. Bei einer Achtteilung der Breite und einer Rundung mit dreieinhalb Teilen

Kriyapada 37, Vers 82. entsteht der schöne blasenförmige Kopf. Gurkenform und die folgenden Rundungsarten sind bei allen Lingas allgemein zulässig.

Kriyapada 37, Originalmarke 82 1/2. Die genannten Unterschiede der Schirmform sind dagegen den einzelnen Linga-Arten fest zugeordnet.

Unnummeriertes Zitat aus Manjari und Maya nach Vers 82 1/2. Dort wird das Rundungsverfahren so beschrieben: „Am Kopf des Lingas lasse man das gewünschte Maß an beiden Seiten herabhängen und konstruiere zwei Fischfiguren. An den beiden Linien, die aus deren Mund und Hinterteil hervorgehen, bestimme der Kundige den Schnittpunkt. Mit den drei Punkten versehen ist dann die jeweilige Rundung auszuführen. Hier hat der Herr auf vielerlei Weise das Verfahren gelehrt.“ [Gemeint ist eine geometrische Hilfskonstruktion. Die überlieferte Kurzbeschreibung genügt nicht zur sicheren Rekonstruktion aller Einzelschritte; es wird keine ergänzte Zeichnung als Quellenaussage ausgegeben.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das siebenunddreißigste Kapitel über die Merkmale des von Menschen gefertigten Stein-Lingas.

Besinnung zu Kapitel 37

Die Sorgfalt der Formgebung soll ein stimmiges Ganzes entstehen lassen. Zugleich bewahrt das Kapitel unterschiedliche Lehrmeinungen zum selben Maßproblem. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin ein Hinweis liegen, genau hinzusehen und verschiedene überlieferte Antworten nicht vorschnell gleichzusetzen. Die historische Lehre von Einschlüssen und ihren Wirkungen bleibt davon getrennt.


Kriyapada, Kapitel 38: Überlieferte Naturformen und Kennlinien des Lingas

Das Kapitel unterscheidet von Rishis gestiftete, selbstentstandene und natürlich vorgefundene Lingas von handwerklich bearbeiteten Formen. Danach beschreibt es das Polieren und Einzeichnen der Kennlinien. Ein Gebet um Vergebung begleitet den Übergang von der Herstellung zur Verehrung.

Kapiteleingang. Nun das achtunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 38, Vers 1. Das von Rishis gestiftete Linga ist nach Maya vierfach: mit breiter Basis, breiter Mitte, schlank oder mit breitem Kopf.

Kriyapada 38, Vers 2. Teilt man die Linga-Breite in acht, ergeben ein Teil mehr oder weniger an Basis, Mitte oder Spitze die Formen mit breiter Basis und die weiteren.

Kriyapada 38, Vers 3. Bei den Rishi-Lingas gelten Brahma- und Vishnu-Anteil als viereckig; der Shiva-Anteil ist rund. Eine Rundung des Kopfes kann auch unterbleiben.

Kriyapada 38, Vers 4. Selbstentstandene Lingas können brüchig, schlank, kurz, sehr lang oder einer Platte ähnlich sein,

Kriyapada 38, Vers 5. mit vielen Spitzen, wie ein Kuhohr oder eine Zitronatzitrone, mit sechs, fünf, drei oder zehn Spitzen, ohne Bindung an Breiten- und Höhenmaße,

Kriyapada 38, Vers 6. mit hornartigen Spitzen, gekrümmt, von vielerlei Farben und Gestalten, mit oder ohne Sockel, in einem Tempel oder ohne Haus,

Kriyapada 38, Vers 7. in Wäldern, Bergen, Flüssen, am Meer, an Pilgerstätten und in heiligen Bezirken. Ihr Anblick, ihre Berührung und Verehrung gewähren nach dem Text höchste Vollendung.

Kriyapada 38, Vers 8. Als selbstentstandene Lingas erkenne man diejenigen, in denen Shiva stets gegenwärtig ist. Ihre Basis untersuche beziehungsweise bereinige man nicht; eine solche Bearbeitung gilt als Ursache völligen Untergangs.

Kriyapada 38, Vers 9. Sie sollen nicht kritisch vermessen werden, sondern sind so zu verehren, wie sie bestehen. Bei ihnen gibt es keine Aufteilung der Göttergestalten und keine Vermischung der Mantras.

Unnummerierter erster Halbvers von 10. Nur bei von Menschen gefertigten Lingas kann eine fehlerhafte Vermischung von Mantra, Göttergestalt und weiteren Bestimmungen auftreten.

Unnummeriertes Maya-Zitat innerhalb von Vers 10. Hier sagt Maya: „Auch das aufzustellende Linga soll im Verehrungsanteil dem Sockelanteil entsprechen. Ob rund oder gerippt: Den Verehrungsanteil verehre man zur Befreiung.“

Kriyapada 38, zweiter Halbvers von 10. Jedes Bana-Linga setze man so ein, wie es entstanden ist.

Kriyapada 38, Vers 11. Die Hälfte, ein Drittel oder zwei Fünftel seiner Höhe setze man in einen günstigen, nach den Merkmalen gefertigten Sockel aus Stein oder Kalkmaterial ein.

Unnummeriertes Zitat aus dem Yogashiviya nach Vers 11. „Drei Koti befinden sich am Linga-Berg, drei am Shri-Berg, drei in der Kalika-Grube und drei in Amareshvara. Je eine Koti liegt in Kanyatirtha, am Mahendra, in Nepal und im Kanyakashrama: So sind es sechzehn Koti. Ob mit oder ohne Sockel, in jedem Tempel und auf jedem Sockel, frei von allen Vermischungsfehlern, gewährt es allen Genuss und Befreiung. Dieses Bana-Linga soll man nach vorschriftsmäßiger Einsetzung verehren. Auch andere, nicht künstlich gefertigte, ausgezeichnete Lingas aus Flüssen, Meer oder Bergen sind wie Bana-Lingas zu verehren. Ist der Kopf des Lingas verletzt, bringt dies König und Auftraggeber Untergang. Ein Loch schädigt die Ehefrau, an der Schläfe den Sohn, an der Vorderseite den Handwerker. In der Mitte bringt es Leid und Hungersnot; eine Höhlung verursacht ausbleibenden Regen. Ein übermäßig langes, kurzes, schlankes oder dickes Linga bringt den König zu Fall.“ [Koti bezeichnet zehn Millionen. Die späteren Fehlerfolgen stehen hier im Anschluss an die Anerkennung natürlicher Formen; ihr Anwendungsbereich wird im Zitat nicht eigens abgegrenzt.]

Unnummerierte Überleitung vor Vers 12. Nun wird das Herausarbeiten der Kennzeichen erklärt.

Kriyapada 38, Vers 12. Das fertig bearbeitete Linga glätte man mit Schleifsteinen, Sand und Seilen aus Kuhhaar, bis es gleichmäßig und unbeschädigt ist,

Kriyapada 38, Vers 13. glatt wie die Fläche eines Spiegels, mit sichtbarer Spiegelung und gut gerundet. Dann wasche man es mit reinem Wasser, Kuhmilch, Kokoswasser und Zuckerrohrsaft,

Kriyapada 38, Vers 14. ferner mit Wasser aus heiligen Badeorten, und prüfe die genannten Zeichen. Befinden sich darauf goldene Pünktchen von Staub- bis Senfkorngröße,

Kriyapada 38, Vers 15. am Linga oder am Sockel, gelten sie für alle Stände als günstig. Ein Linga oder Sockel mit auch nur geringem Fehler ist dagegen aufzugeben.

Kriyapada 38, Vers 16. Man beschaffe eine andere, fehlerfreie Form und arbeite die Kennzeichen heraus. Bei günstigem Mondtag, Mondhaus, Karana, Augenblick und weiteren Voraussetzungen

Kriyapada 38, Vers 17. errichte man östlich oder nördlich des Hauptbaus eine quadratische Halle mit Baldachin, vier Eingängen, Leuchten und anderem Schmuck.

Kriyapada 38, Vers 18. In ihrer Mitte bereite man aus unenthülstem und weißem enthülstem Reis einen Opferplatz. Auf ihm lege man zwei weiße Tücher aus und bette das Linga darauf.

Kriyapada 38, Vers 19. Acharya und Baumeister sollen beide gründlich gebadet und geschmückt sein. Sie verneigen sich vor dem Linga, dessen Kopf nach Osten liegt, und verehren es.

Kriyapada 38, Verse 20–21. Man meditiere darin den subtilen Shiva und stimme ihn mit diesem Gebet gnädig: „Was ich an dir aus Unwissenheit oder wissentlich unrecht ausgeführt habe, all das vergib mir hier, du Selbst aller Wesen, Shankara!“ Nachdem man so die Zustimmung des Herrn der Götter erbeten hat, arbeite man die Kennzeichen am Linga heraus.

Kriyapada 38, Vers 22. Zuerst zeichne der Acharya, den Augenmantra vergegenwärtigend, die mittlere Brahma-Linie ein; die beiden Seitenlinien mit Shivas Waffenmantra.

Kriyapada 38, Vers 23. Dann arbeite der Baumeister mit leichter Hand, goldenem und kleinem Werkzeug die Linien gleichmäßig und deutlich nach unten aus.

Kriyapada 38, Vers 24 und unnummerierte Fortsetzung. Man bestreiche sie mit Honig, geklärter Butter und Milch, bedecke das Linga mit ungetragenem Tuch und zeige ihm eine Kuh mit Kalb, einen Brahmanen, Gold, ein Mädchen und einen Getreidehaufen. Man verehre es mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Unnummeriertes Maya-Zitat vor Vers 25. Hier sagt Maya: „Beim ersten, dem Nagara-Linga, teile man die Shiva-Länge in sechzehn. Oben spare man bei der kleinsten und den weiteren Formen sechs, fünf oder vier Teile aus. Nachdem man so die drei Höhen bestimmt hat, lasse man bei allen von drei Teilen aus die beiden Seitenlinien zum Vishnu-Anteil hin herab. Ihr Zusammentreffen auf der Rückseite liegt bei der kleinen Form bei vier, drei und zwei; bei der mittleren bei fünf, ‚Wald‘, Feuer und Schlinge; bei der größten bei sechs, fünf, ‚Wald‘, Feuer und Schlinge. Bei ihnen erhält der Hals einen Teil; die Linienbreite drei beziehungsweise zwei Anteile. Man führe sie gleichmäßig bis hinab zum Vishnu-Anteil nach der genannten Höhe. So hat Maya die Linien des Nagara-Lingas ordnungsgemäß beschrieben.“ [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Zahlen- und Bildwortfolgen für die rückseitigen Schnittpunkte sind nicht sicher zuzuordnen. Die erkennbaren Angaben bleiben ohne ergänzte geometrische Konstruktion stehen.]

Kriyapada 38, Vers 25. Die Breite der Brahma-Linie beträgt drei Viertel oder die Hälfte eines Teils.

Kriyapada 38, Vers 26. Die Brahma-Linie reicht bis zum Vishnu-Anteil. Die Seitenlinie ist halb so breit; die mittlere Linie ist ein Gerstenkorn tief. [Das Wort „tief“ ist aus dem Zusammenhang der Bearbeitung erschlossen; die Vorlage nennt hier nur das Gerstenkornmaß.]

Kriyapada 38, Vers 27. Ebenso werden bei fünfzehn Teilen der Dravida-Linga-Höhe neun, zehn oder elf Teile als die Höhe der kleinsten und der weiteren Formen angegeben.

Kriyapada 38, Vers 28. Von sieben, acht oder neun Teilen aus lasse man die Linien der Reihe nach herab. Ihr Zusammentreffen liegt bei der kleinsten Form bei vier, drei und zwei Teilen, bei der mittleren bei fünf, vier und drei,

Kriyapada 38, Vers 29. bei der größten bei sechs, fünf, vier und drei. Im Dravida-Typ beträgt die Linienbreite die Hälfte des eigenen Teils. [Die Verteilung der mehreren Schnittpunktmaße auf die beiden Linien bleibt unklar.]

Unnummerierte Fortsetzung und Überleitung vor Vers 30. Die Breite der Seitenlinien beträgt die Hälfte davon, die Tiefe ist wie zuvor. Eine andere Ausführung des Dravida-Typs wird beschrieben:

Kriyapada 38, Vers 30. Bei sechzehn Teilen Shiva-Länge beträgt die Linienlänge zehn Teile.

Kriyapada 38, Vers 31. Oben bleiben vier Teile, unten zwei. Von einer knospenförmigen Spitze aus lasse man die beiden Seitenlinien herab.

Kriyapada 38, Vers 32. Ihr Zusammentreffen auf der Rückseite liegt mit zwei Teilen Abstand. Oder man spare bei sechzehn Teilen unten einen und oben vier Teile aus.

Kriyapada 38, Vers 33. Dann ist die Linie elf Teile hoch; ihr Zusammentreffen erfolgt wie zuvor. So wird das Herausarbeiten der Kennzeichen am Dravida-Linga beschrieben.

Kriyapada 38, Vers 34. Beim Vesara-Linga teile man die Shiva-Höhe in fünfzehn. Der Stängel der Kennlinie ist zehn Teile lang; von acht Teilen an

Kriyapada 38, Vers 35. lasse man die beiden Linien herab. Bei der größten Form liegt ihr Zusammentreffen bei fünf, vier und drei Teilen. Die Breite erhält eine Sechzehntelteilung.

Kriyapada 38, Vers 36. Bei der mittleren Form, mit acht Teilen Höhe, ist der Stängel vier Teile hoch, darüber liegen drei und darunter ein Teil. Von drei Teilen aus nach unten

Kriyapada 38, Vers 37. lasse man die beiden Linien herab; sie treffen bei drei und zwei Teilen zusammen. Teilt man den angenommenen Anteil in drei, beträgt die Breite zwei davon.

Kriyapada 38, Vers 38. So ist die mittlere Form des Vesara-Lingas beschrieben. Bei der kleinsten Vesara-Form teile man die Shiva-Höhe in zwölf.

Kriyapada 38, Vers 39. Unten bleibt ein Teil, oben bleiben Teile; die Linienlänge beträgt neun Teile. Ihr Zusammentreffen ist wie zuvor zu verstehen. Bei sechzehn Teilen Breite

Kriyapada 38, Vers 40. beträgt die Linienbreite einen Teil, die Breite der beiden Seitenlinien die Hälfte davon. So wird das Herausarbeiten der Kennzeichen beim kleinsten Vesara beschrieben. [Vers 39 nennt keine eindeutige Anzahl der oberen Teile; sie wird nicht still aus der Gesamtsumme ergänzt.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 40. Hier sagt Maya: „Teilt man den angenommenen Anteil in neun, erhält die Linie einen Teil als Breite und Tiefe; bei allen Lingas soll sie nicht rau sein. Man nehme acht Gerstenkörner und teile dieses Maß gleichmäßig in neun. Einen Teil davon verwende man bei einem eine Elle hohen Linga. Jeweils um einen Teil zunehmend bis zu neun Ellen wird die Linie schließlich acht Gerstenkörner tief. Oder man beginnt mit einem halben Gerstenkorn und vergrößert die Linie wie zuvor jeweils um ein halbes; bei der größten Form ist sie viereinhalb Gerstenkörner breit und tief. Die beiden Seitenlinien sind jeweils halb so breit wie die mittlere. Bei allen Linien sollen Breite und Tiefe gleich sein.“

Kriyapada 38, Vers 41. Nun werden gemeinsame Linienmerkmale für Nagara und die weiteren Formen genannt. Bei einer durch Dhriti bezeichneten Teilung der Shiva-Länge spare man oben vier Teile aus.

Kriyapada 38, Vers 42. Der Stängel erhält elf Teile, die Knospe einen, der untere Abstand zwei. Hinten erfolgt das Zusammentreffen in zwei Teilen Abstand.

Kriyapada 38, Vers 43. Oder bei sechzehn Teilen Höhe bleiben oben und unten die Anteile wie zuvor; der Stängel samt Spitze erhält zehn Teile, das seitliche Zusammentreffen liegt bei acht Teilen.

Kriyapada 38, Vers 44. Hinten erfolgt das Zusammentreffen wie zuvor bei fünf, sechs oder sieben Teilen. Das Herausarbeiten der Kennzeichen soll ohne Unterbrechung, sehr glatt, ohne Brüche und ohne Verwirrung erfolgen.

Kriyapada 38, Vers 45. Das Gegenteil ist zu vermeiden. Zuerst schlage man die Linie mit einer Schnur und Asche an; dann zeichne man die Knospe mit der Spitze des Ghatika-Werkzeugs ein und danach die Seitenlinien.

Unnummerierte Überleitung vor Vers 46. Nun werden die Merkmale der Linienspitze genannt.

Kriyapada 38, Vers 46. Bei einem Linga mit schirmförmigem Kopf ist die Linienspitze wie ein Elefantenauge.

Kriyapada 38, Vers 47. Bei halbmondförmigem Kopf ist sie blasenförmig; bei gurkenförmigem Linga-Kopf gleicht sie einem Hühnerei.

Kriyapada 38, Vers 48. Bei hühnereiförmigem Linga-Kopf ist die Linienspitze schirmförmig. Nun werden allgemein zulässige Linienspitzen genannt:

Kriyapada 38, Vers 49. Wie eine Bananenknospe, wie eine Lotusknospe, wie ein Ashvattha-Blatt oder wie ein Gerstenkorn; diese Formen gelten allgemein.

Kriyapada 38, Vers 50. Bei einer durch Atyashti bezeichneten Teilung des Linga-Umfangs teile man einen Anteil in drei. Die mittlere Linie ist zwei davon breit, die beiden Seitenlinien jeweils halb so breit.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über das Herausarbeiten der Kennzeichen.

Kriyapada 38, Vers 51. Man rechne die gewählte Höhe in Maßfinger um. Bei der Vergrößerung vermeide man Bruchteile eines Fingers und ergänze zum ganzen Finger.

Kriyapada 38, Vers 52. Man vervielfache mit acht und teile durch die Anzahl der Mondhäuser. Die Reste ergeben der Reihe nach die Mondhäuser von Ashvini an.

Kriyapada 38, Vers 53. Vierfach genommen und durch neun geteilt ergeben sich die Anteile von „Dieb“ an: Dieb, Nahrung, Kraft, Reichtum, König, Geschlechtsneutralität,

Kriyapada 38, Vers 54. Unglück, Gift und Gedeihen. So lauten die neun Anteile der Reihe nach. Dieb, Unglück, Geschlechtsneutralität und Unglück werden verworfen; die anderen sind günstig. [Der zweite Halbvers nennt „Unglück“ zweimal. Es wird nicht stillschweigend durch „Gift“ ersetzt.]

Kriyapada 38, Vers 55. Man vervielfache die Linga-Höhe mit acht, neun beziehungsweise drei und teile durch zwölf, zehn beziehungsweise acht. Die Reste sind der Reihe nach Vermögen, Schuld und Yoni.

Kriyapada 38, Vers 56. Überwiegendes Vermögen und geringe Schuld gelten als günstig für Ausführenden und Besitzer. Die Yonis Fahne, Löwe, Stier und Elefant sind günstig, die übrigen ungünstig.

Kriyapada 38, Vers 57. Die Shiva-Höhe, mit neun vervielfacht und durch sieben geteilt, ergibt die Wochentage von Sonntag an. Die günstigen Tage bringen Gutes, die strengen gelten als ungünstig.

Kriyapada 38, Vers 58. Ein Linga, dessen Mondhaus nicht demjenigen des Dorfes, des Auftraggebers, des Königs oder des Landes widerspricht, gilt als Grundlage des Gedeihens.

Kriyapada 38, Vers 59. Die von Rishis gestifteten Lingas mit ihren eigenen Merkmalen und die selbstentstandenen wurden beschrieben. Ebenso wurde das Verfahren zum Herausarbeiten der Kennzeichen an den zuvor genannten, von Menschen gefertigten Lingas dargelegt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das achtunddreißigste Kapitel über die Merkmale der von Rishis gestifteten und weiteren Lingas.

Besinnung zu Kapitel 38

Das Gebet vor dem Einzeichnen der Linien erkennt an, dass auch sorgfältige Arbeit Fehler enthalten kann. Diese Haltung verbindet Verantwortung mit der Bitte um Vergebung. Für heutige Yoga-Aspiranten kann sie ein Anlass sein, die eigene Übung aufmerksam fortzuführen, ohne Unfehlbarkeit zu erwarten. Zugleich zeigt die Achtung vor natürlich vorgefundenen Formen, dass nicht alles Heilige erst durch menschliche Bearbeitung entstehen muss.


Kriyapada, Kapitel 39: Sockel, Abfluss und Grundstein

Der Sockel trägt das Linga und nimmt das bei der Verehrung verwendete Wasser auf. Das Kapitel beschreibt zahlreiche Formen und ihre Glieder, die Abflussrinne, die Steinverbindungen und den Grundstein. Die teilweise sehr gedrängten Maßfolgen werden einzeln wiedergegeben; wo ihre Zuordnung unsicher ist, wird dies vermerkt.

Kapiteleingang. Nun das neununddreißigste Kapitel.

Kriyapada 39, Vers 1. Nun werden die Sockel mit ihren jeweils besonderen Merkmalen beschrieben. Ihre Verbindung mit den Lingas nennen die Kundigen Pratishtha, feste Einsetzung.

Kriyapada 39, Vers 2. Sockel und Linga sollen aus derselben Stoffart bestehen, nicht aus verschiedenen. Ist bei einem steinernen oder hölzernen Linga derselbe Stoff nicht verfügbar,

Kriyapada 39, Vers 3. kann man einen Sockel aus Ziegeln mit Mörtelbindung nach den Merkmalen fertigen. Der Grundstein soll aus einem als geschlechtsneutral eingestuften Stein bestehen, der Sockel aus einem weiblich eingestuften.

Kriyapada 39, Vers 4. Das Linga fertige man aus einem männlich eingestuften Stein: So lautet die Festlegung des Lehrwerks. Die geringste Sockelbreite beträgt das Doppelte des Verehrungsanteils, die größte entspricht der gesamten Linga-Höhe.

Kriyapada 39, Vers 5. Teilt man den Zwischenraum in acht, ergeben sich neun Sockelbreiten. Die geringste Höhe beträgt die Hälfte der Breite, die größte zwei Drittel davon.

Kriyapada 39, Vers 6. Oder die Breite beträgt das Dreifache des Linga-Durchmessers oder entspricht seinem Umfang; oder ein Drittel beziehungsweise ein Viertel der Breite des inneren Heiligtumsraums.

Kriyapada 39, Vers 7. Oder man fertige den Sockel doppelt oder dreimal so breit wie die Diagonale des Durchmessers. Seine Höhe soll stets dem Vishnu-Anteil entsprechen. [Der Ausdruck „Diagonale des Durchmessers“ bezieht sich offenbar auf das zugrunde liegende Viereck; dies bleibt eine geometrische Deutung.]

Kriyapada 39, Vers 8. Für den Schmuck füge man ein Achtel seiner eigenen Breite hinzu. Bei allen Sockeln wird die Grundbreite bis zum Janma-Glied gemessen.

Unnummerierter erster Halbvers von 9. Die obere Sockelbreite reicht bis zur großen Platte.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Allgemeine Sockelvorschrift.

Kriyapada 39, zweiter Halbvers von 9. Nun werden die Sockelmerkmale der drei Formen von Nagara an beschrieben.

Kriyapada 39, Vers 10. Der größte Sockel ist so breit wie die Länge des dreigeteilten Lingas; der kleinste erhält zwei Anteile. Teilt man den Zwischenraum in acht,

Kriyapada 39, Vers 11. ergeben sich neun Sockelbreiten. Bei drei Teilen Breite ist der größte Sockel zwei Teile hoch, der kleinste halb so hoch wie breit.

Kriyapada 39, Vers 12. Acht Zwischenabschnitte ergeben wiederum neun Sockelhöhen. Auch beim Dravida-Typ entspricht die größte Breite dem gesamten dreigeteilten Linga.

Kriyapada 39, Vers 13. Bei neun Teilen Linga-Länge beträgt die geringste Breite sieben Teile. Acht Abschnitte dazwischen ergeben neun Sockelbreiten.

Kriyapada 39, Vers 14. Teilt man Brahma- und Vishnu-Anteil zusammen in acht, spare man unten drei, zwei oder einen Teil aus. Die verbleibenden Teile bilden beim Dravida-Typ die kleinste und die weiteren Sockelhöhen.

Kriyapada 39, Vers 15. Beim Vesara-Linga teile man den Umfang in sechzehn. Die größte Sockelbreite entspricht dem ganzen Maß, die geringste zwölf Teilen.

Kriyapada 39, Vers 16. Seine Höhe entspricht dem Vishnu-Anteil oder ist um ein Viertel größer. Bei allen Lingas liegt der nach Abzug der Sockelhöhe verbleibende

Kriyapada 39, Vers 17. Brahma-Anteil an der Linga-Basis im Grundstein. Die obere Sockelbreite ist gegenüber der Grundbreite um ein Achtel, Neuntel oder Zehntel vermindert,

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 17. bei der kleinsten, mittleren beziehungsweise größten Form.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung und Überleitung. Sockel der drei Formen von Nagara an. Nun werden die Sockelgestalten beschrieben.

Kriyapada 39, Verse 18–19. Es gibt drei Grundgestalten: quadratisch, achteckig und rund. Ihre benannten Formen beginnen mit Merusundara; als zweite folgt Vardhamana, danach Lakshmisundara,

Kriyapada 39, Vers 20. Vishnusammilana, Padmabhadra, Samangabhadra und Rudrakanta,

Kriyapada 39, Vers 21. Somakanta, Sarvangabhadra, Shrikara, Pushtivardhana und Sarvasaumya.

Kriyapada 39, Vers 22. So werden die Merkmale von zwölf Sockelarten erläutert. Der Sockel eines Nishkala-Lingas ist nach allen Seiten gleich.

Kriyapada 39, Vers 23. Für Bildgestalten ist er länglich, bei einer gegliederten Gestalt auch halbmondförmig. Bei vierzehn Teilen Sockelhöhe erhält die Grundplatte einen Teil.

Kriyapada 39, Vers 24. Der Lotus erhält drei Teile, das tragende Glied einen halben, der folgende Lotus ebenfalls einen halben, der Rundstab zwei, der nächste Lotus einen halben und die Kampa-Leiste einen halben.

Kriyapada 39, Vers 25. Der Hals erhält zweieinhalb Teile, der obere Lotus einen halben, die Kampa einen halben und die obere Platte zwei Teile.

Kriyapada 39, Vers 26. Die Kampa mit dem Auffangglied für geklärte Butter erhält einen halben Teil. So entsteht Merusundara. Bei achtzehn Teilen Sockelhöhe erhält das unterste Glied zwei Teile.

Kriyapada 39, Vers 27. Die Jagati fertige man mit vier Teilen, das Kumuda mit drei, die Kampa mit einem, den Hals mit drei, die nächste Kampa mit einem,

Kriyapada 39, Vers 28. die Platte mit drei und das Vajana mit einem Teil: dies bei Vardhamana. Bei einer mit Sankriti bezeichneten Teilung der Sockelhöhe erhält das Janma anderthalb Teile.

Kriyapada 39, Vers 29. Der Lotus erhält einen, die Kampa einen halben, das Vapra fünf, das Blatt einen, das tragende Glied einen und der nächste Lotus einen Teil. [Die Wortfolge „dhṛtyaṃśād“ ist in dieser Maßliste nicht eindeutig; die Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 39, Vers 30. Der Rundstab erhält vier Teile, der Lotus einen, die Kampa einen halben, der Hals drei, das Vajana einen und die Nidra einen Teil.

Kriyapada 39, Vers 31. Die Platte erhält zwei Teile; Lotus und Auffangglied einen halben. So entsteht der Sockel namens Lakshmisundara.

Kriyapada 39, Verse 32–33. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe fertige man bei Vishnusammilana der Reihe nach Jagati, Lotus, Rundstab, Lotus, Platte und Auffangglied mit zwei, fünf, zwei, vier, zwei und einem Teil. Bei achtzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Khura anderthalb Teile.

Kriyapada 39, Vers 34. Die Jagati erhält dreieinhalb, der Lotus anderthalb, das tragende Glied einen halben; Platte und Unterplatte je einen halben, der Hals darüber drei Teile.

Kriyapada 39, Vers 35. Die Unterplatte erhält einen halben, die darüberliegende Platte ebenfalls einen halben, das Vajana zwei und die Platte mit Auffangglied einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 36. Dieser besonders schöne Sockel heißt Padmabhadra. Bei einer Dhriti-Teilung der Sockelhöhe erhält das Auffangglied einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 37. Die Kampa erhält einen halben, das Vajana zweieinhalb, Platte und Unterplatte je einen halben, der Hals zwei und die Platte einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 38. Die Unterplatte erhält einen halben, der achteckige Krug vier, die Jagati fünf und das Khura anderthalb Teile.

Kriyapada 39, Vers 39. Dieser schöne Sockel heißt Samangabhadra. Bei einer Atyashti-Teilung der Höhe erhält das Khura einen, das Vapra vier Teile.

Kriyapada 39, Vers 40. Das Blatt erhält anderthalb Teile, die Kampa einen halben, das tragende Glied einen, die Kampa einen halben, der Lotus einen halben, der Rundstab zwei und das Blatt einen halben.

Kriyapada 39, Vers 41. Die Platte erhält einen halben Teil, der Hals einen, die Kampa einen halben, der Lotus einen halben, das Vajana zwei, der Lotus einen halben und das Kshepana einen halben.

Kriyapada 39, Vers 42. Dieser sehr schöne Sockel heißt Rudrakanta. Bei einer Atidhriti-Teilung der Sockelhöhe liegt ein Teil im Boden, zwei Teile erhält das Vapra.

Kriyapada 39, Vers 43. Der große Lotus erhält vier Teile, das tragende Glied einen halben, der Rundstab einen, der Hals einen halben, der Lotus einen halben und das Rundglied anderthalb.

Kriyapada 39, Vers 44. Das obere Blatt erhält einen halben, der Rundstab einen, das tragende Glied einen halben, der weitere Rundstab einen und der obere Lotus dreieinhalb Teile.

Kriyapada 39, erster Halbvers von 45. Das Auffangglied erhält anderthalb Teile. Dies heißt Somakanta.

Unnummerierter Kommentar innerhalb von Vers 45. Dies gilt gleichermaßen für die drei Formen von Nagara an.

Kriyapada 39, zweiter Halbvers von 45 und Vers 46. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhält die Grundplatte zwei, der große Lotus vier, das tragende Glied einen halben, der Hals einen, der Lotus einen halben, der Rundstab einen und der nächste Lotus einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 47. Das tragende Glied erhält einen halben, der obere Lotus vier, die Platte zwei Teile; so ist das Auffangglied genannt. Dies ist Sarvangabhadra. [Die Zuordnung der letzten Maßangabe zwischen Platte und Auffangglied ist in der Vorlage mehrdeutig.]

Unnummerierter Kommentar nach Vers 47. Dies gilt gleichermaßen für alle Lingas.

Kriyapada 39, Verse 48–49. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhalten bei Shrikara Jagati, Lotus, tragendes Glied, Rundstab, tragendes Glied, Lotus, Platte und Auffangglied der Reihe nach zwei, fünf, einen halben, einen, einen halben, vier, zwei und einen Teil. Bei derselben Form erhält die Jagati anderthalb und die Kampa einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 50. Unter der Platte liegt bei Pushtivardhana ein Viertel des eigenen Maßes mit Kampa. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Khura zwei Teile, das Kshepana einen halben.

Kriyapada 39, Vers 51. Der Lotus erhält viereinhalb Teile, die Kampa einen halben, das tragende Glied einen halben, das Vajra einen und der obere Lotus vier Teile.

Kriyapada 39, Vers 52. Das Kshepana erhält einen halben, die Platte zwei und das Auffangglied einen halben Teil. So ist der Saumya-Sockel beschrieben, allgemein für Nagara und die weiteren Formen. [Die Maßsummen einiger Sockellisten stimmen nicht eindeutig mit den angekündigten Gesamtteilungen überein. Sie werden nicht rechnerisch berichtigt.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die zwölf Sockel.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 52. „Bei allen Sockeln bemesse man Rücksprung und Vorsprung ihrer Glieder gleich der jeweiligen Stärke, auf drei Viertel oder die Hälfte davon, nach Schönheit und Festigkeit“, sagt Parashara.

Kriyapada 39, Vers 53. Die Breite der Rinnenbasis beträgt ein Drittel oder Viertel der Sockelbreite; ihre Länge dasselbe. Durch Verminderung um ein Drittel oder Viertel davon

Kriyapada 39, Vers 54. bestimme man die Breite der Rinnenspitze; sie sei erhöht und unbeschädigt. Die Höhlung erhält ein Drittel der Rinnenbreite, ihre Höhe entspricht der Breite. [Die Bezüge von Höhlung und Höhe sind nicht völlig eindeutig.]

Kriyapada 39, Vers 55. Andere setzen die Rinne so in der Mitte des Sockels nach Norden an. Sie sei so stark wie die obere Platte oder um ein Viertel stärker.

Kriyapada 39, Vers 56. Oder um drei Achtel; dies ist die Breite des Auffanggliedes. Die Höhlung am Ansatz entspricht ihr. Bis zum Anschluss an die Linga-Basis steige sie allmählich an. [Die Lesung „ardhyardham“ lässt das betreffende Größenverhältnis nicht sicher erkennen.]

Kriyapada 39, Vers 57. Beim Sockelstein soll wenigstens der obere Schmuckteil aus einem einzigen Stück bestehen. Der untere Schmuckteil kann einteilig oder sachgemäß aus mehreren Teilen ausgeführt sein.

Kriyapada 39, Vers 58. Dort füge man die Verbindung, unter Meidung der Mitte, an einer Ecke schön zusammen. Der Ansatz nach oben liegt am Ende eines Gliedes; darüber führe man den Aufbau fort. [Diese Eckverbindung steht neben der späteren Warnung vor einer Eckfuge in der zweiten Marke 86; die Aussagen bleiben nebeneinander erhalten.]

Kriyapada 39, Vers 59 und unnummerierte Fortsetzung. Maya nennt vierzehn Grundformen der Sockel: vier-, sechs-, acht-, zwölf- und sechzehneckig sowie rund; dazu die sechs länglichen Varianten, ferner dreieckig und halbmondförmig. Dies sind vierzehn.

Unnummeriertes weiteres Maya-Zitat vor Vers 60. „Bhadrapitha, Padma, Vajrapitha, Mahambuja, Shrikara, Pithapadma, Mahavajra, Saumyaka und Shrikamya: So gibt es neun Sockelarten.“

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 39, Vers 60. Bei fünfzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Janma zwei Teile, das Vapra vier.

Kriyapada 39, Vers 61 und unnummerierte Fortsetzung. Der Lotus erhält anderthalb, das tragende Glied einen halben, der Krug zwei, das Kshepana einen halben, der Hals anderthalb, das nächste Kshepana einen halben, die Platte zwei und das Auffangglied einen halben Teil. So ist Bhadrapitha beschaffen.

Unnummerierter Kommentar nach Vers 61. Dies gilt allgemein für alle Lingas.

Kriyapada 39, Vers 62. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhalten Platte, Lotus, Rundglied, schönes Blatt, Platte und Auffangglied der Reihe nach zwei, fünf, zwei, vier, zwei und einen Teil. Dies ist Padmapitha.

Kriyapada 39, Vers 63. Bei vierzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Janma anderthalb, die Vertiefung einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 64. Der Lotus erhält dreieinhalb, Platte und Vertiefung je einen halben, das Vajra einen, die Vertiefung einen halben, die Kampa einen halben und der Lotus drei Teile.

Kriyapada 39, Vers 65. Die Vertiefung erhält einen halben Teil, die Platte anderthalb und das Auffangglied einen halben. Der Vajrapadma genannte Sockel gilt gleichermaßen für alle Lingas. [Der Name lautet hier Vajrapadma, in der vorangestellten Liste Vajrapitha.]

Kriyapada 39, Vers 66. Bei einer Dhriti-Teilung der Sockelhöhe erhält das Janma zweieinhalb Teile, der Lotus vier, die Platte einen halben, die Vertiefung einen halben, der folgende Lotus anderthalb.

Kriyapada 39, Vers 67. Das Rundglied erhält zweieinhalb Teile, Lotus und Vertiefung je einen halben, der obere Lotus drei, die Platte einen halben, der nächste Lotus anderthalb.

Unnummerierter Beginn von Vers 68. Shri-Platte und Auffangglied erhalten einen halben Teil. Dies heißt Mahapadma.

Unnummerierter Kommentar innerhalb von Vers 68. Dies gilt gleichermaßen für von Menschen und von Rishis gestiftete Lingas.

Kriyapada 39, Schluss von Vers 68 und Vers 69. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhalten Janma, Vapra und Lotus einen, drei und vier Teile, das tragende Glied einen halben, das Rundglied zwei, das tragende Glied einen halben, der Lotus drei und die Platte anderthalb.

Kriyapada 39, Vers 70. Das Auffangglied erhält einen halben Teil; die Höhlung ebenso. Die Rinne erhält drei Teile, ihre Breite und ihr Vorsprung je drei, ebenso die Spitze. Dies heißt Shrikara. [Die Bezugsgröße der Rinnenmaße wird nicht erneut genannt.]

Kriyapada 39, Vers 71. Bei zehn Teilen Höhe lautet die Maßfolge: anderthalb, ein halbes, zwei, ein halbes, drei halbe, zweieinhalb. Damit werden beim Abjapitha Khura, Vertiefung, Lotus, Platte, Vertiefung, Platte, Lotus, Vertiefung, Platte und Vertiefung bezeichnet. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die verschmolzene Zahlwortfolge ist nicht sicher in die zehn Glieder aufzulösen. Die erkennbaren Maßwörter und alle Gliedernamen sind wiedergegeben; eine vervollständigte Tabelle wird nicht behauptet.]

Kriyapada 39, Verse 72–73. Bei fünfzehn Teilen Höhe lautet die überlieferte Maßfolge: zweieinhalb, anderthalb, halb, eins; halb, anderthalb, eins, halb, anderthalb, zwei; anderthalb und halb. Die Glieder heißen der Reihe nach Janma, Vertiefung, Lotus, Platte, tragendes Glied, Vajra, tragendes Glied, Kshepana, Lotus, Platte und Vertiefung. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Lesung der ersten Zahlwörter ist gestört; auch Anzahl und Zuordnung der Maße zu den elf Gliedern bleiben unsicher.]

Kriyapada 39, Vers 74. Dieser Sockel heißt Mahavajra; mit rundem Vajra-Glied heißt er Saumyaka. Bei zwölf Teilen Sockelhöhe beginnt die Maßfolge mit einem, zwei und einem halben Teil,

Kriyapada 39, Vers 75. dann anderthalb, einem halben, einem halben, anderthalb, vier halben, anderthalb und einem halben. Die Glieder sind Janma, Lotus und Vertiefung,

Kriyapada 39, Vers 76. Lotus, tragendes Glied, Blatt, Rundglied, Lotus, tragendes Glied, Lotus, Platte, Vertiefung und Platte, der Reihe nach bei Shrikamya. [Die vollständige Folge der Gliedernamen ist erhalten. Die Zahlwortteilung und die Zuordnung bleiben örtlich unsicher.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 76. „Auch die bei den Gebäuden genannten Sockelformen sind hier sachgemäß zur Ausschmückung zu verwenden“, sagt Maya.

Kriyapada 39, Vers 77. Rücksprünge und Vorsprünge der Sockelglieder bestimme man nach Festigkeit, Schönheit und sachgerechter Ausführung.

Kriyapada 39, Vers 78. Der Vorsprung der Abflussrinne beträgt ein Drittel oder Viertel der Sockelbreite; ebenso ihre Breite am Ansatz.

Kriyapada 39, Vers 79. Die Rinnenspitze ist halb oder ein Drittel so breit wie der Ansatz. Sie kann wie eine Elefantenlippe oder ein Kuhmaul geformt sein.

Kriyapada 39, Vers 80. Die Höhlung ist an Basis und Spitze jeweils ein Drittel der dortigen Breite tief beziehungsweise weit. Bei Lingas mit beliebiger Blickrichtung ist die Rinne von der Sockelmitte aus

Kriyapada 39, Vers 81. links anzuordnen, nach Wunsch mit einer Stütze. Die Breite der vorderen Platte bemesse man gleich ihrer Höhe,

Kriyapada 39, Vers 82. oder eineinviertel-, anderthalb- oder eindreiviertelfach, entsprechend der Festigkeit. Die Höhlung beginnt am Ansatz auf gleicher Höhe mit der Platte.

Kriyapada 39, Vers 83. Von dort führe man sie allmählich ansteigend bis zum Linga-Anschluss. Bei einem halbmondförmigen Sockel zeigt die gerade Sehnenseite zur Tür.

Kriyapada 39, Vers 84. Bei einem dreieckigen Sockel richte man keine Ecke auf die Tür. Dass eine Sockelecke die Türmittellinie trifft, wird nicht gebilligt.

Kriyapada 39, Vers 85. Der Shiva-Anteil soll auch nicht ein wenig unter die Sockeloberfläche hinabreichen oder darüber abgehoben sein; beides gilt als Fehler und ist zu vermeiden.

Kriyapada 39, Vers 86, erstes Vorkommen. Ein fugenloser Sockel aus einem einzigen Stein ist vorzüglich. Ist dies nicht möglich, fertige man wenigstens den oberen Schmuckteil aus einem Stück.

Kriyapada 39, Vers 86, zweites Vorkommen. Bei übereinanderliegenden Sockelteilen liegt die Fuge am Ende eines Gliedes. In der Rinnenmitte, in der Mitte und an der Ecke wird keine Fuge gebilligt. [Die originale Versnummer 86 steht zweimal. Beide Vorkommen bleiben getrennt bezeichnet.]

Kriyapada 39, Vers 87. Rechts und links verbinde man der Reihe nach lange und kurze Teile. Den unteren Bereich fertige man sachgerecht dreiteilig oder mehrteilig.

Kriyapada 39, Vers 88. Der größte Brahma-Grundstein ist so breit wie die Linga-Länge, der kleinste doppelt so breit wie der Verehrungsanteil. Bei acht Abschnitten dazwischen

Kriyapada 39, Vers 89. ergeben sich wie zuvor neun günstige Brahma-Grundsteine. Der größte ist halb so hoch wie breit, der kleinste ein Viertel seiner Breite stark.

Kriyapada 39, Vers 90. Acht Zwischenabschnitte ergeben neun Stärken des Brahma-Steins. Oder seine größte Stärke beträgt das Doppelte der Linga-Breite,

Kriyapada 39, Vers 91. die kleinste das Anderthalbfache. In der Mitte des Brahma-Steins befindet sich eine Aussparung entsprechend dem Brahma-Anteil.

Kriyapada 39, Vers 92. Der Brahma-Anteil soll lückenlos hineinpassen. Die Aussparung enthält die Edelsteindeponierung und schließt eng an die Linga-Basis an.

Kriyapada 39, Vers 93. Zwischen Sockel und Brahma-Stein füge man vier Steine rechtsläufig in Nandyavarta-Anordnung ein.

Kriyapada 39, Vers 94. Bei stehenden und sitzenden Bildgestalten erhöhen sich die jeweiligen Maße um einen, zwei, drei, vier, fünf oder sechs Finger. [Die Ausgangsmaße sind hier nicht ausdrücklich bezeichnet.]

Kriyapada 39, Vers 95. Die Länge der Sitze übersteigt ihre Breite um ein Achtel und kann bis zum Doppelten reichen. Ihr Schmuck entspricht dem der Linga-Sockel.

Kriyapada 39, Vers 96. Bei liegenden, sitzenden und stehenden Bildgestalten beträgt die Höhe des Sitzes der Reihe nach ein Drittel, Viertel oder Fünftel der Bildlänge.

Kriyapada 39, Vers 97. Bei liegenden Gestalten sind Länge und Breite nach der Angemessenheit zu bemessen. Die Sitze von Brahma, Vishnu, Shiva sowie Gauri und weiteren Gottheiten

Kriyapada 39, Vers 98. besitzen einen Untersockel und Löwen an den Nischenfüßen und heißen Löwenthrone. Bei göttlichen, von Rishis gestifteten, Bana- und selbstentstandenen Lingas

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 98. lasse der Kundige nach Wunsch einen tempelförmigen oder anderen Sockel fertigen.

Unnummerierte Überleitung vor Vers 99. Nun werden die Grundsteine der drei Formen von Nagara an beschrieben.

Kriyapada 39, Verse 99–100. Beim Nagara-Linga ist der Grundstein doppelt so breit wie das Linga und ein Viertel oder drei Viertel seiner Breite hoch. Der größte längliche Grundstein hat ein Viertel der Heiligtumsdiagonale als Breite. [Die beiden Höhenangaben im ersten Satz stehen auffällig nebeneinander; ihre Alternativität ist eine vorläufige Deutung.]

Kriyapada 39, Vers 101. Der kleinste ist um ein Viertel der Breite geringer. Acht Zwischenabschnitte ergeben neun Brahma-Grundsteine für den Dravida-Shiva.

Kriyapada 39, Vers 102. Die Höhe reicht von der halben Breite bis zu einem um drei Viertel verminderten Maß. Acht Zwischenabschnitte ergeben neun Höhen des Dravida-Grundsteins. [Ob sich die Verminderung auf die ganze oder halbe Breite bezieht, bleibt offen.]

Kriyapada 39, Vers 103. Dann bemesse man die Breite auf die Hälfte, ein Drittel oder Viertel des inneren Heiligtumsraums; die Höhe auf die Hälfte oder ein Viertel der Breite. Acht Zwischenabschnitte ergeben wie zuvor

Kriyapada 39, Vers 104. neun Brahma-Steine. Die Aussparung ist zwei Gerstenkörner breiter als der Brahma-Anteil des Lingas; genannt wird auch ein Achtel der Breite.

Kriyapada 39, Vers 105. Am Grund entspricht sie der Vertiefung, ist mit Edelsteinen versehen und durchzieht den Vesara-Bereich. So wurde hier die vielfältige Sockelordnung mit ihren Merkmalen und Verzierungen beschrieben, zur Freude der Kenner der Handwerkskunst. [Die technische Aussage des ersten Satzes ist in der gelieferten Wortfolge nicht sicher verständlich; besonders der Bezug von „vaisaravyāpi“ bleibt offen.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das neununddreißigste Kapitel über die Merkmale der Sockelgestaltung.

Besinnung zu Kapitel 39

Ein sichtbares Zeichen braucht einen tragfähigen Grund. Die vielen Sockelbeschreibungen lenken den Blick auf das, was eine Verehrung trägt und ihre Gaben aufnimmt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies ein Bild dafür sein, der eigenen Praxis verlässliche Grundlagen zu geben: einen geeigneten Ort, regelmäßige Zeit und Aufmerksamkeit für das Wesentliche. Diese heutige Besinnung ergänzt die historische Baulehre, ohne ihre Maßangaben umzudeuten.


Kriyapada, Kapitel 40: Gesichtslingas, Kristall und weitere Materialien

Die Gesichter Shivas geben dem Linga eine bildhafte Dimension. Das Kapitel beschreibt ihre Farben und Ausdrücke, danach die Größen von Kristall-, Edelstein-, Metall- und Holz-Lingas. Am Ende wird die Wahl ausdrücklich mit persönlichem Vertrauen und verfügbaren Mitteln verbunden.

Kapiteleingang. Nun das vierzigste Kapitel.

Kriyapada 40, Vers 1. Beim beschriebenen ungegliederten Linga teile man den Shiva-Anteil in zehn. Schultern, Hals und Gesicht erhalten zwei, zwei und drei Teile.

Kriyapada 40, Vers 2. Der Ushnisha erhält einen Teil, die Krone zwei; darüber einen Teil. Die Gesichtsbreite beträgt einen Teil und ist wie das obere Linga erweitert. [Die zusätzlichen Maßangaben lassen sich nicht eindeutig mit der angekündigten Zehnteilung verbinden.]

Kriyapada 40, Vers 3. Stirn, Ohren, Brauen, Augen, Nase, Wangen, Mund und die weiteren Einzelheiten werden nach Breite, Höhe und Proportion wie bei einer vollständigen Bildgestalt ausgeführt.

Kriyapada 40, Vers 4. Beim gemischten Linga sind Brahma- und Vishnu-Anteil wie bei den Rishi-Lingas viereckig. Nun werden die Merkmale der Gesichter von Tatpurusha an beschrieben.

Kriyapada 40, Vers 5. Das Tatpurusha-Gesicht im Osten ist safranfarben, mit großen Augen, drei Augen, Makara-Ohrringen und einem Flechtenknoten, den der Mond zeichnet.

Kriyapada 40, Vers 6. Das folgende gleicht zerbrochenem schwarzem Augenschminkstein, hat drei löwengleiche Augen und eine Löwennase, furchtbare Fangzähne, eine gebissene Lippe und eine leuchtend hervortretende, leckende Zunge.

Kriyapada 40, Vers 7. Mit braunrotem Bart und Flechtenknoten, einer auf Schlangen gereihten Kopfgirlande, Mondsichel und gekrümmten Brauen erscheint Aghora im Süden.

Kriyapada 40, Vers 8. Das nächste Gesicht ist rot wie die Bandhujiva-Blüte, anmutig und mit weiblicher Anmut geschmückt, mit schön geschwungenen Brauen, lieblichem Stirnzeichen und Juwelenohrringen.

Kriyapada 40, Vers 9. Mit einer am Haarknoten befestigten Krone und dunklen Locken fertige man im Norden dieses anmutige Gesicht namens Vamadeva.

Kriyapada 40, Vers 10. Sadyojata im Westen ist weiß wie Vollmond und Jasmin, freundlich, mit Juwelenohrringen und einem vom Mond gezeichneten Flechtenknoten.

Kriyapada 40, Vers 11. In einem Shiva-Tempel mit einer Tür kann das Linga ein oder drei Gesichter haben. Das Gesicht blickt zur Tür; bei drei Gesichtern liegen die weiteren an den Seiten.

Kriyapada 40, Vers 12. Ein zweigesichtiges Linga fertige man nicht; diese Form wird für schädigende Riten gebilligt. In einem Gebäude mit vier Türen fertige man ein viergesichtiges Linga.

Kriyapada 40, Vers 13. Ein fünf- oder zweigesichtiges Linga kann ein König zur Vernichtung von Feinden und zum Sieg auf einem Berg an der Reichsgrenze aufstellen.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 13. Hier sagt Parashara: „An einem Ort in Dörfern und ähnlichen Siedlungen setze man ein viergesichtiges ein; ein zweigesichtiges auf einem Berg, im Wald oder nahe dem fremden Reich. Es bewirkt die Vernichtung der Feinde und den eigenen Schutz.“

Unnummeriertes Zitat aus der Yogashiva-Paddhati nach Vers 13. „Es gibt der Reihe nach Lingas mit fünf, vier, drei, zwei oder einem Gesicht. Vier-, drei- und eingesichtige dienen dem Gedeihen; fünfgesichtige dem schädigenden Ritual. Zweigesichtige sind zur Feindvernichtung in Bergen, Wäldern und ähnlichen Orten aufzustellen. Weiß, aufwärtsgewandt, dreiäugig, mit Krone und Ohrringen geschmückt erscheint Ishana auf dem Kopf des Lingas, mit dem Gesicht nach oben.“

Kriyapada 40, Vers 14. Sockel und weitere Teile fertige man wie beim ungegliederten Linga. Ein Linga aus Lehm, Holz oder Stein gewährt nach dem Text stets alle Vollendungen.

Kriyapada 40, Vers 15. Beim tönernen setze man Gold, Edelsteine und weitere Gaben in die Mitte ein und forme es darum. Bei allen Gesichtslingas treten die Gesichter jeweils gesondert hervor.

Kriyapada 40, Vers 16. Der Hals ist zurückgesetzt und liegt über dem Vishnu-Anteil. Gesichtslingas fertige man von einer bis fünf Ellen.

Unnummerierter Beginn von Vers 17. Wer Gutes wünscht, fertige kein größeres gemischtes Linga.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung und Überleitung. Vorschrift für Gesichtslingas. Nun wird das Kristall-Linga beschrieben.

Kriyapada 40, Schluss von Vers 17 und Vers 18. Beginnend bei einem Finger und in Schritten von einem Finger bis zu sechs ergeben sich sechs kleine Kristall-Lingas. Die mittlere Reihe reicht von sieben bis zwölf Fingern.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 18. Gemeint sind wiederum sechs Lingas.

Kriyapada 40, Vers 19. Von dreizehn bis achtzehn Fingern reichen die größten. Hier wird mit dem Matra-Fingermaß gemessen.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 19. Hier sagt Maya: „Vom jeweils kleinsten Maß an ergeben sich mit Zuwächsen um einen halben Finger jeweils elf Höhen in der größten, mittleren und kleinsten Klasse, zusammen dreiunddreißig. Beim Kristall-Linga ist der eingelassene Anteil halb oder ein Drittel so groß wie der Verehrungsanteil. Die Breite beträgt die ganze, drei Viertel oder halbe Höhe des Verehrungsanteils. Das Kristall-Linga ist gerippt oder rund günstig; der Kopf wird wie zuvor gerundet. Eine Brahma-Linie kann vorhanden sein oder fehlen. Auch ohne Brahma-Linie gewährt dieser leuchtende Stoff Segen.“

Kriyapada 40, Vers 20. Das geringste, mittlere und größte Sockel- beziehungsweise Rinnenmaß beträgt das Doppelte, Zweieinhalbfache oder Dreifache der eigenen Breite, wie zuvor. [IAST liest „pīṭhanālam“, eine mitgelieferte Variante nur „Sockel“. Der Bezug bleibt deshalb kenntlich offen.]

Kriyapada 40, Vers 21. Die Sockelhöhe entspricht der Höhe des Verehrungsanteils, der Hälfte oder drei Vierteln davon. Auch Kristallsockel tragen den für Nishkala-Lingas genannten Schmuck.

Kriyapada 40, Vers 22. Am besten ist ein Linga samt Sockel aus einem einzigen Kristallstein derselben Herkunft. Mittlere Güte hat ein Linga mit Sockel aus einem anderen Kristallstein, ebenfalls derselben Stoffart.

Kriyapada 40, Vers 23. Ist derselbe Stoff nicht verfügbar, kann der Sockel aus Gold, Silber oder Kupfer bestehen. Diese Klasse ist geringer; innerhalb ihrer gilt Gold als beste, Silber als mittlere und Kupfer als geringste Form.

Kriyapada 40, Vers 24. Der Kundige vermeide die Fehler der Edelsteine von Kristall an. Weil ein fehlerhafter Stein als Ursache völligen Untergangs gilt, verehre man ihn nicht.

Kriyapada 40, Vers 25. Zwölf Fehler werden bei Kristall und weiteren Steinen genannt: Linie, Punkt, Fleck, Riss, Krähenfußzeichnung, Verletzung,

Kriyapada 40, Vers 26. Leuchtkäfereinschluss, Fliegenschatten, Spaltung, Fuge, spelzenartige Gestalt und ein eingesunkener Kopf. Diese Edelsteinfehler sind zu meiden.

Kriyapada 40, Vers 27. Auch bei Rubin und den weiteren Edelsteinen vermeide man diese Fehler. Der beste Sockel für Rubin- und andere Edelstein-Lingas besteht aus derselben Stoffart.

Kriyapada 40, Vers 28. Fehlt diese, dienen Sockel aus Gold und den folgenden Metallen als beste und weitere Ausführungen. Von einem Finger an, mit Zuwächsen um zwei Gerstenkörner bis zu sechs Fingern,

Kriyapada 40, Vers 29. fertige man hier neun mittlere Edelstein-Lingas. Von sieben Fingern an, mit Zuwächsen um zwei Gerstenkörner bis zu neun Fingern,

Kriyapada 40, Vers 30. ergeben sich neun größte Edelstein-Lingas. Die kleinsten und mittleren Lingas aus Edelstein oder Kristall

Kriyapada 40, Vers 31. sind beweglich und werden zu Hause verehrt; die größten sind feststehend. Man setze sie im Heiligtum ein und verehre sie als feststehende Lingas. [Die erste Maßreihe in Vers 28–29 ergibt mit dem üblichen Gerstenkornmaß nicht die behaupteten neun Größen; die gelieferte Angabe bleibt unverändert.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Edelstein-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 32. Ein Metall-Linga von drei bis sechzehn Fingern gilt als beweglich; größere Formen sind feststehend.

Kriyapada 40, Vers 33. Von acht Fingern an, jeweils um acht zunehmend bis zu drei Ellen, fertige man neun Metall-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 34. Ebenso ergeben sich von acht Fingern an in Zweifingerschritten bis zu drei Ellen dreiunddreißig Lingas.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Metall-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 35. Holz-Lingas beginnen bei sechzehn Fingern und wachsen jeweils um sechzehn bis zu sechs Ellen; so ergeben sich neun.

Kriyapada 40, Vers 36. Von sechzehn Fingern an in Vierfingerschritten bis zu sechs Ellen ergeben sich dreiunddreißig Holz-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 37. Je nachdem, welcher Form jemand vertraut und welche Mittel er besitzt, soll er sich beständig an das entsprechende Linga halten.

Kriyapada 40, Vers 38. So wurden hier die Vorschriften für gemischte Lingas, Edelstein-Lingas, Metall-Lingas aus Gold und weiteren Stoffen sowie für Holz-Lingas nach der maßgeblichen Lehre der Shiva-Tantras erklärt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierzigste Kapitel über die Vorschrift für gemischte und Edelstein-Lingas.

Besinnung zu Kapitel 40

Der Schlussvers verbindet die Wahl einer Verehrungsform mit Vertrauen und den eigenen Möglichkeiten. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies eine Einladung zu einer passenden, beständigen Praxis sein. Kostbarkeit und Größe sind dabei nicht das einzige Thema: Entscheidend ist im Vers auch die persönliche Hinwendung. Die zuvor beschriebenen schädigenden Riten gehören zur historischen Quelle und werden nicht zu heutigen spirituellen Anregungen umgedeutet.


Kriyapada, Kapitel 41: Maße und Proportionen vollständiger Bildgestalten

Das Kapitel behandelt die Gestaltung ganzer Götterbilder: ihre Materialien, Maßsysteme, Körperproportionen und Einzelmerkmale. Die Finger- und Gerstenkornmaße sind hier Einheiten einer traditionellen Bildhauerkunst. Sie beschreiben ein überliefertes Idealbild und sind keine allgemeine Norm für menschliche Körper.

Kapiteleingang. Nun das einundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 41, Vers 1. Nun werden die Merkmale der Sakala-Lingas, der vollständigen Bildgestalten, genau erklärt. Sie sind dreifach: unbeweglich, beweglich und beweglich-unbeweglich.

Kriyapada 41, Vers 2. Aus Kalkmaterial, Erde und Kiesmaterial gefertigte gelten als feststehend; die drei Arten aus Edelstein, Holz und Metall als beweglich.

Kriyapada 41, Vers 3. Mit Mineralfarben und weiteren Stoffen gemalte Bildgestalten gelten als beweglich-unbeweglich. Alle werden außerdem dreifach unterschieden: Vollbild, Halbbild und Bilderscheinung.

Kriyapada 41, Vers 4. Ein Vollbild ist von allen Seiten sichtbar; beim Halbbild ist nur die Hälfte sichtbar. Auf Tuch, Wand oder andere Flächen Gemaltes heißt Bilderscheinung.

Kriyapada 41, Vers 5. Die Wirkungen der Bildgestalten vom Vollbild an gelten der Reihe nach als höchste, mittlere und geringste. Ihre Maße werden nach Linga, innerem Heiligtumsraum, Tür, Pfeiler, Sockel und Kishku-Maß,

Kriyapada 41, Vers 6. nach Tala, Grundbild-Fingermaß, Matra-Fingermaß, Maßfinger und Höhe des Opferherrn bestimmt: So gibt es elf Arten.

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 41, Vers 7. Man teile Höhe, Umfang und Breite des Verehrungsanteils jeweils in sechzehn. Das Bildmaß nach dem Linga ist um drei, fünf, sieben, neun oder elf Teile kleiner oder größer oder gleich. Nach diesen drei Maßarten ergeben sich dreiunddreißig Varianten. Auch neun Arten werden genannt, wenn der innere Heiligtumsraum in neun geteilt wird. [Die Ableitung der neun Raummaße ist im Vers nicht weiter ausgeführt.]

Kriyapada 41, Vers 8. Nach Tür, Sockel und Pfeiler kann das Bildmaß gleich, um ein Viertel größer oder um ein Viertel kleiner sein. Teilt man die beiden Zwischenräume jeweils in vier,

Kriyapada 41, Vers 9. ergeben sich bei jedem neun Maße. Von einer bis neun Ellen werden ebenfalls neun Maße genannt.

Kriyapada 41, Vers 10. Von einem bis neun Tala wird das Tala-Maß angegeben. Teilt man die Höhe des Verehrungsanteils in einhundertvierundzwanzig,

Kriyapada 41, Vers 11. so ist ein Teil das Grundbild-Fingermaß. Damit bestimme man die Bildhöhe. Bei einer so bemessenen Bildgestalt berechne man mit deren eigenen Fingermaßen

Kriyapada 41, Vers 12. Yoni, Anteile und weitere Werte; eine andere Rechnung gilt als zerstörerisch. Sechs, sieben oder acht quergelegte Gerstenkornbreiten

Kriyapada 41, Vers 13. bilden jeweils das kleinste, mittlere und größte Maßfingermaß. Ebenso kann man drei, dreieinhalb oder vier Reiskornlängen

Kriyapada 41, Vers 14. als kleinsten und die weiteren Maßfinger ansetzen. Am rechten Mittelfinger des Besitzers dient das mittlere Fingerglied

Kriyapada 41, Vers 15. mit seiner Länge als größtes Matra-Fingermaß, mit seiner Breite als kleinstes. Das Bild kann dem Opferherrn an Gesamthöhe entsprechen oder bis zu seinen Augen, seinem Mund, Kinn, seinen Schultern,

Kriyapada 41, Vers 16. seiner Brust oder seinem Herzen reichen: So sind es sieben Maße. Bei einem von Menschen gefertigten Nishkala-Linga nehme man die Höhe des Verehrungsanteils ohne Kopf

Kriyapada 41, Vers 17. zur Bestimmung der Bildhöhe. Ist bei einem selbstentstandenen Linga das Kopfmaß nicht gesondert bestimmbar,

Kriyapada 41, Vers 18. reicht die Höhe bis zum Kopfende; der Umfang wird an der dicksten Stelle genommen, ebenso die Breite. Bei Rishi-Lingas und weiteren, deren Kopfbreite nicht gesondert angesetzt wird,

Kriyapada 41, Vers 19. bestimme man die Bildhöhe entsprechend aus Höhe, Umfang und Breite. Bei der Bemessung eines Bildes in Fingern beginnt man mit sieben Fingern

Kriyapada 41, Vers 20. und steigert die einzelnen Bildhöhen um jeweils zwei bis zu einhundertvierundzwanzig der genannten Finger. [Die ungerade Folge ab sieben erreicht den genannten geraden Endwert nicht genau; die Vorlage wird nicht berichtigt.]

Kriyapada 41, Vers 21. Für Hausverehrungsbilder gilt allein das Matra-Fingermaß, kein anderes. Auch dabei ist das Fingermaß des Opferherrn vorgeschrieben.

Kriyapada 41, Vers 22. Bei den drei Arten des Fingermaßes füge man keinen Standesanteil hinzu. Yoni und weitere Werte der Bilder berechne man mit den jeweils eigenen Fingermaßen.

Kriyapada 41, Verse 23–24. Bei den übrigen Maßen, vom Linga-Maß an, wird das Hinzufügen eines Standesanteils gelehrt: Bei einer Teilung der Höhe in vierundachtzig, zweiundsechzig, Sankriti- oder Vikara-Anteile füge man für Brahmanen und die weiteren Stände der Reihe nach einen Teil hinzu. Dies heißt Hinzufügen des Standesanteils. [Die ungewöhnliche Folge und die beiden Zahlchiffren bleiben in der gelieferten Form erhalten.]

Kriyapada 41, Vers 25. Teilt man die genannten Maße der Brahmanen und weiteren Stände durch acht, sieben, sechs beziehungsweise fünf, bestimmt der Rest der Reihe nach ihr Mondhaus. [Diese Zahlen folgen der von der Quelle selbst vorgeschlagenen fraglichen Lesung; der Hauptwortlaut ist beschädigt.]

Kriyapada 41, Vers 26. Von dem Mondhaus des Opferherrn aus gerechnet gelten das neunte, achte, sechste, vierte und zweite als günstig, die anderen nicht.

Kriyapada 41, Vers 27. Man vervielfache das Maß der Reihe nach mit drei, acht, neun, acht, neun und vier und teile durch acht, die Zahl der Mondhäuser, sieben, zwölf, zehn und neun. Die Reste ergeben Yoni, Mondhaus, Wochentag, Vermögen, Schuld und den Neuntelanteil. [Die technische Deutung der letzten Bezeichnungen folgt der anschließenden Erläuterung.]

Kriyapada 41, Vers 28. Als günstige Yonis gelten Fahne, Löwe, Stier und Elefant. Die ungünstigen Rauch, Hund, Esel und Krähe sind zu meiden.

Kriyapada 41, Vers 29. Die Mondhäuser beginnen mit Ashvini. Vom Geburtsmondhaus des Opferherrn aus heißen die Stellen Geburt, Gedeihen, Gefahr, Sicherheit, Hindernis, Vollbringung, Tötung,

Kriyapada 41, Vers 30. Freundschaft und höchste Freundschaft; dann beginnt dieselbe Folge erneut mit Geburt. Gedeihen, Vollbringung, Freundschaft, Sicherheit, höchste Freundschaft

Kriyapada 41, Vers 31. und auch Geburt sind günstig, die übrigen ungünstig. Die Wochentage von Mond, Merkur, Jupiter und Venus werden gebilligt, die übrigen nicht.

Kriyapada 41, Vers 32. Überwiegendes Vermögen und geringe Schuld gelten als am besten; bei Gleichheit ist das Ergebnis mittel. Überwiegt die Schuld, ist es zu verwerfen. Bei den Anteilen werden Gefahr, Dieb und Geschlechtsneutralität

Kriyapada 41, Vers 33. verworfen; alle anderen sind vorzüglich und anzunehmen. Die neun Anteile heißen der Reihe nach Dieb, Genuss, Kraft, Reichtum, König, Geschlechtsneutralität,

Kriyapada 41, Vers 34. Furchtlosigkeit, Gefahr und Gedeihen. Für Dorf, Bauplatz, König und weitere Bezugsgrößen sowie für den Opferherrn

Kriyapada 41, Vers 35. bestimme man die Übereinstimmung von Yoni und weiteren Werten anhand der genannten Maßteilungen. Die Höhe des beabsichtigten Bildes teile der Kundige in Abschnitte von dreißig an

Kriyapada 41, Vers 36. bis zu hundert Teilen. Mit einer dieser Teilungen richte er die Übereinstimmung von Yoni, Stern und weiteren Werten so ein, dass sie günstig ist.

Kriyapada 41, Vers 37. Die einzelnen Maße der Götter und anderer Bildgestalten heißen Mana, Pramana, Unmana, Parimana,

Kriyapada 41, Vers 38. Upamana und Lambamana: So sind es sechs Maßarten. Mana ist die Bildlänge, Pramana das quer angelegte Maß.

Kriyapada 41, Vers 39. Unmana ist dessen Wölbung, Parimana der Umfang, Upamana die Vertiefung und Erhöhung, Lambamana das herabhängende Lotmaß.

Kriyapada 41, Vers 40. Shiva, Vishnu und Brahma fertige man nach dem größten Zehn-Tala-System; Gauri, Lakshmi und Sarasvati nach dem mittleren.

Kriyapada 41, Vers 41. Auch Durga und die Müttergöttinnen fertige man nach dem mittleren. Oder man führe die drei Hauptgottheiten nach dem mittleren Zehn-Tala-System aus;

Kriyapada 41, Vers 42. dann erhalten ihre Göttinnen das kleinste Zehn-Tala-Maß. Sonne, Indra, Skanda, Mond, Canda, Bezirkswächter und Nandin,

Kriyapada 41, Vers 43. die Rishis, die Ashvins und Shasta erhalten das kleinste Zehn-Tala-Maß. Die Welthüter, die Herren der acht Gestalten, die Vidyeshvaras, Vasus und Nagas,

Kriyapada 41, Vers 44. ebenso die Rudras erhalten das größte Neun-Tala-Maß. Die Marut-Scharen, Apsaras, Waffengestalten und Guhyakas

Kriyapada 41, Vers 45. fertige man nach dem mittleren Neun-Tala-Maß; Vidyadharas, Ahnen, Siddhas, Asuras und Gandharvas nach dem kleinsten.

Kriyapada 41, Vers 46. Ganesha und Vamana erhalten das Fünf-Tala-Maß, Bhutas vier Tala, Yakshas und Kinnaras drei.

Kriyapada 41, Vers 47. Kushmanda erhält zwei Tala, Vishnu in Schildkrötengestalt ein Tala. Die Bildherstellung erfolgt mit dem jeweils aus dem Körpermaß gewonnenen Fingermaß. [Die Lesung vor der Schildkrötengestalt ist auffällig; „ein Tala“ ist nach dem absteigenden Zusammenhang erschlossen.]

Kriyapada 41, Vers 48. Zuerst wird das größte Zehn-Tala-System erklärt. Teilt man seine Höhe in einhundertvierundzwanzig,

Kriyapada 41, Vers 49. so ist ein Teil das körpergewonnene Fingermaß. Ein Achtel davon ist ein Gerstenkornmaß; entsprechend auch bei den weiteren Systemen.

Kriyapada 41, Vers 50. Beim mittleren Zehn-Tala-System wird die Höhe in einhundertzwanzig geteilt; beim kleinsten in hundert zuzüglich der durch Vikara bezeichneten Teile.

Kriyapada 41, Vers 51. Beim größten Neun-Tala-System ist ein Finger ein Hundertachtel, beim mittleren ein Hundertviertel der Höhe.

Kriyapada 41, Vers 52. Beim kleinsten Neun-Tala-System ist ein Finger ein Hundertstel, beim größten Acht-Tala-System ein Sechsundneunzigstel.

Kriyapada 41, Vers 53. Durch jeweilige Verminderung um vier Finger ergeben sich das mittlere und kleinste Acht-Tala-System. Entsprechend bestimme man bei sieben Tala und den weiteren absteigenden Systemen

Kriyapada 41, Vers 54. bis zu einem Tala jeweils das aus dem Körper gewonnene Fingermaß. „Mond“, „Raum“, Anteil, Matra und Finger gelten als gleichbedeutende Maße.

Kriyapada 41, Vers 55. Kolaka, Kala und Bhaga bedeuten zwei, drei und vier Finger. Auge, Kugel und Flügel bezeichnen jeweils zwei Finger.

Unnummerierter erster Halbvers von 56. Gesicht, Tala und Spanne bezeichnen zwölf Finger.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Gleichbedeutende Maßnamen.

Kriyapada 41, zweiter Halbvers von 56. Nun werden die Bildmaße nach dem größten Zehn-Tala-System genannt.

Kriyapada 41, Vers 57. Der Ushnisha erhält einen Finger und drei Gerstenkörner; bis zum Haaransatz folgen drei Finger. Von dort bis zur Augenlinie sind es vier Finger und drei Gerstenkörner.

Kriyapada 41, Vers 58. Dasselbe Maß reicht bis zum Ende der Nasenflügel und nochmals bis zum Kinn. Von dort beträgt der Kehlabschnitt vier Gerstenkörner, der folgende Halsabschnitt sieben Gerstenkörner

Kriyapada 41, Vers 59. und drei Finger. Von dort bis zum Herzen sind es dreizehn Finger und drei Gerstenkörner, von dort bis zum Nabel dieselbe Fingerzahl.

Kriyapada 41, Vers 60. Vom Nabel bis zum Geschlechtsorgan ist es wiederum dasselbe Maß. Die Oberschenkellänge beträgt siebenundzwanzig Finger, das Knie danach ein Bhaga-Maß, vier Finger.

Kriyapada 41, Vers 61. Die Unterschenkel sind so lang wie die Oberschenkel, das Fußhöhenmaß beträgt vier Finger. Von der großen Zehe bis zur Ferse ist die Sohle siebzehn Finger lang.

Kriyapada 41, Vers 62. Von der Schlüsselbeinlinie nach unten messen die Oberarme siebenundzwanzig Finger; der Ellenbogen zwei, der Unterarm einundzwanzig.

Kriyapada 41, Vers 63. Die Hand bis zur Mittelfingerspitze misst dreizehneinhalb Finger. Die quer gemessene Gesichtsbreite bis zu den Ohren beträgt zwölf Finger.

Kriyapada 41, Vers 64. Die Halsbreite beträgt unten neuneinhalb, oben neun Finger. Die Breite samt Armen beträgt die Hälfte von einundachtzig Fingern, also vierzigeinhalb.

Kriyapada 41, Vers 65. Oberarmansatz und Knie bemesse man jeweils auf neuneinhalb Finger Breite. Zwischen den Achseln beträgt die Breite zweiundzwanzig Finger.

Kriyapada 41, Vers 66. Zwischen den Brüsten beträgt die Breite zwanzigeinhalb Finger, auf Herzhöhe achtzehneinhalb.

Kriyapada 41, Vers 67. Die Taille ist sechzehn Finger breit, die Hüftregion achtzehneinhalb, die Beckenbreite zwanzig.

Kriyapada 41, Vers 68. Der Oberschenkelansatz ist dreizehneinhalb Finger breit, die Oberschenkelmitte zwölf, der Unterschenkelansatz acht.

Kriyapada 41, Vers 69. Die Unterschenkelmitte misst sechseinhalb Finger, der Nalaka-Abschnitt anderthalb. Bis zu den Knöcheln beträgt die Breite fünf Finger und ein Gerstenkorn. [Der anatomische Bezug des Nalaka-Maßes bleibt vorläufig.]

Kriyapada 41, Vers 70. Die Ferse ist viereinhalb Finger breit und ebenso hoch. Der Vorderfuß ist sechs Finger breit, die vordere Sohle sechs Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 41, Vers 71. Die große Zehe ist vier Finger und zwei Gerstenkörner lang, halb so breit; der Nagel ist halb so breit wie die Zehe.

Kriyapada 41, Vers 72. Die Nagellänge ist um ein Viertel geringer; die Spitze ist gerundet und leicht erhöht. Die folgenden Zehen erhalten vier, drei, drei und zwei Finger,

Kriyapada 41, Vers 73. dazu drei, sechs und vier Gerstenkörner, als Längen von der zweiten bis zur kleinsten Zehe. Ihre Breiten betragen der Reihe nach neun, siebeneinhalb,

Kriyapada 41, Vers 74. sieben und sechs Gerstenkörner. Die Nägel sind jeweils halb so breit. Die Oberarmmitte und der Ellenbogen sind achteinviertel beziehungsweise sieben Finger breit. [In Vers 72–73 stehen nur drei Zusatzwerte für vier Zehen; eine vollständige Zuordnung wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 41, Vers 75. Unterarm und Handgelenk sind fünfeinhalb beziehungsweise dreieinhalb Finger breit. Die Handfläche ist sieben Finger lang, der Mittelfinger sechseinhalb.

Kriyapada 41, Vers 76. [Quellenlücke] … Zeigefinger; der Daumen ist vier Finger lang, der Ringfinger fünfeinviertel und der kleine Finger viereinviertel. [Die Vorlage enthält vor dem Zeigefinger ausdrücklich Sternchen als Lückenmarkierung. Sein Längenmaß wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 41, Vers 77. Die Fingerbreiten vom Daumen bis zum kleinen Finger betragen eineinviertel Finger, einen Finger mit einem Gerstenkorn, einen Finger, einen Finger und sechs Gerstenkörner. [Die gedrängte Zahlwortfügung bei den mittleren Werten bleibt örtlich unsicher.]

Kriyapada 41, Vers 78. Teilt man die jeweilige Breite am Ansatz in Vikara-Anteile, wird an der Spitze ein Teil abgezogen. Bei einer Dreiteilung der Fingerendbreite sind die Nägel jeweils zwei Teile breit.

Kriyapada 41, Vers 79. Die Nägel sind jeweils um ein Viertel ihrer Breite verlängert. Das Endglied beträgt jeweils das Doppelte der eigenen Nagellänge.

Kriyapada 41, Vers 80. Das Grundglied des Daumens ist zweieinviertel Finger lang, das von Zeige- und Ringfinger zwei, das des Mittelfingers zweidreiviertel,

Kriyapada 41, Vers 81. das des kleinen Fingers einen Finger und fünf Gerstenkörner. Das mittlere Glied ergibt sich aus dem Rest zwischen Grund- und Endglied.

Kriyapada 41, Vers 82. Der Daumen besitzt zwei, die übrigen Finger drei Glieder. Die Handflächenbreite beträgt sechseinhalb, sechs und fünfeinhalb Finger,

Kriyapada 41, Vers 83. am Ansatz, in der Mitte und am vorderen Ende. Vom Daumenansatz bis zum Zeigefingeransatz sind es drei Finger; vom Daumenansatz

Kriyapada 41, Vers 84. bis zum Handgelenk ist die „Papageienbauch“ genannte Wölbung vier Finger lang und zweieinhalb stark. Der Handballen ist drei Finger stark.

Kriyapada 41, Vers 85. Sein vorderes Ende ist um ein Sechzehntel geringer. Das fleischige Vorderende der Handfläche misst anderthalb Kolaka-Maße, also drei Finger; der Ballen ist hier einen Finger breit. [Der letzte Bezug des Ballenmaßes ist nicht sicher.]

Kriyapada 41, Vers 86. Der Papageienbauch ist zwei Finger breit; der Rest der Handfläche wird vertieft. Die Handfläche trägt Rad, Muschel, Lotus, Makara, Svastika und weitere Zeichen.

Kriyapada 41, Vers 87. Oberhalb der Ohren beträgt der Kopfumfang achtunddreißig Finger. Der vordere Bogen zwischen den Ohren misst zweiundzwanzig.

Kriyapada 41, Vers 88. Der hintere Bogen misst zwölf Finger; jedes Ohr zwei. Von der Kopfmitte bis zum Haaransatz werden neun Finger angegeben.

Kriyapada 41, Vers 89. Seitlich gilt dasselbe Maß. Zwischen Haar- und Augenlinie fertige man die beiden schönen Brauen, gebogen wie ein gespannter Bogen.

Kriyapada 41, Vers 90. Die Linie über den Ohren liegt auf Brauenhöhe. Von dort beträgt die Senkung der Brauen einen Finger. Zwischen den Brauen liegt ein halber Finger, ihre Länge beträgt fünf. [Die Vorlage versieht den Satz zur Brauensenkung mit einem Fragezeichen.]

Kriyapada 41, Vers 91. In der Mitte sind die Brauen zwei Gerstenkörner breit und werden zu den Enden hin schmal. Der innere Augenbereich ist drei Finger lang und breit; danach folgen sechs Gerstenkörner

Kriyapada 41, Vers 92. für das Weiße und den dunklen Kreis, ebenso für das Weiße am äußeren Ende. Das Auge ist sechs Gerstenkörner hoch; sein rötlicher äußerer Winkel misst ein halbes. [„Kaninika“ in Vers 91 kann die Pupille oder den Augenwinkel bezeichnen; die große Maßangabe lässt den gemeinten Bereich hier unsicher.]

Kriyapada 41, Vers 93. Die dunkle Pupille ist lausgroß, der leuchtende Kreis ein Gerstenkorn groß. Ober- und Unterlid sind ein beziehungsweise ein halbes Gerstenkorn breit.

Kriyapada 41, Vers 94. Der Augenabstand beträgt zwei Finger und zwei Gerstenkörner. Für die Breite am unteren Nasenende bis zur Grenzlinie werden Viertelanteil und „Flügel“-Maß genannt. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Der zweite Halbvers ist in seiner Maßzuordnung nicht sicher verständlich.]

Kriyapada 41, Vers 95. Die mittlere Breite beträgt die Hälfte davon, darüber nochmals die Hälfte. Vom Ansatz des Philtrums steht die Nasenspitze zwei Finger vor, von der Oberseite der Nasenflügel aus

Kriyapada 41, Vers 96. einen Finger und ein Gerstenkorn breit. Die Nasenflügel sind ein Gerstenkorn stark; die Nasenöffnungen fünf Gerstenkörner hoch und sieben breit. [Der Übergang zwischen den beiden Versen ist syntaktisch unsicher.]

Kriyapada 41, Vers 97. Die beiden Nasenflügel gleichen Sesamblüten, die Öffnungen Bohnen. Die mittlere Trennwand ist einen Finger hoch und ein halbes Gerstenkorn breit.

Kriyapada 41, Vers 98. Die Nasenspitze hängt anderthalb Gerstenkörner unter die Nasenflügellinie hinab. Das Philtrum ist viereinhalb Gerstenkörner lang und halb so breit.

Kriyapada 41, Vers 99. Die Oberlippe ist eineinviertel Finger lang. Ihr Rand ist ein Gerstenkorn breit, ihre Breite wird mit dreieinhalb Gerstenkörnern angegeben. [Die Bezeichnungen für Länge und Breite lassen den Verlauf des ersten Maßes offen.]

Kriyapada 41, Vers 100. Bis zu den Mundwinkeln verlängert, wird sie allmählich schmaler. Der Lippenrand ist dreifach gebogen; die Mundlänge entspricht ihm.

Kriyapada 41, Vers 101. Die Unterlippe ist neun Gerstenkörner breit, achtzehn lang und drei hoch. Ihr unterer Rand misst anderthalb Gerstenkörner.

Kriyapada 41, Vers 102. Unterhalb der Unterlippe liegt das Kinn mit achteinhalb Gerstenkörnern Maß. Entsprechend wird die Kinnvertiefung bemessen; die Kieferpartie tritt drei Gerstenkörner hervor.

Kriyapada 41, Vers 103. Der Kiefer ist halb so lang, gerundet und dreieinhalb Finger breit. Vom Ohransatz bis zur Kiefermitte werden zehn Finger genannt.

Kriyapada 41, Vers 104. Der Kehlrücksprung vom Kiefer beträgt eineinviertel Finger; vom Kehlbereich aus dessen Doppeltes. Der Ohransatz liegt vom äußeren Augenwinkel sieben Finger entfernt. [Der Bezug des verdoppelten Maßes ist unklar.]

Kriyapada 41, Vers 105. Die Ohrbreite entspricht der Augenlänge, ebenso seine Erhebung über die Augenlinie. Darunter ist der Ohransatz zwei Finger und ein Gerstenkorn lang.

Kriyapada 41, Vers 106. Vorderer und hinterer Ohrsteg sind viereinhalb Finger lang, einen beziehungsweise einen halben Finger breit und anderthalb Finger stark.

Kriyapada 41, Vers 107. Die Öffnung im Ohrsteg misst sechs Gerstenkörner. Das Pippali-Glied ist einen Finger lang und halb so breit; die Pincushi drei Finger lang,

Kriyapada 41, Vers 108. einen Finger breit. Die Öffnung liegt vier Gerstenkörner unter der Augenlinie. Der Ohrrand ist vier Gerstenkörner lang und anderthalb stark. [Pippali und Pincushi sind hier traditionelle Bezeichnungen von Ohrteilen; ihre genaue anatomische Zuordnung bleibt offen.]

Kriyapada 41, Vers 109. Dahinter beträgt das Maß anderthalb Finger; der hintere Ohrbogen ebenso. Hinten am oberen Hals, am Haaransatz, ist die Nackengrube einen halben Finger tief.

Kriyapada 41, Vers 110. An der Nackengrube ist der Hals acht Finger breit, darunter achteinhalb, an der Schultergrenze zehn.

Kriyapada 41, Vers 111. Hinten ist der Hals vier Finger und drei Gerstenkörner lang. Das Schultergelenk liegt vier Finger oberhalb der Schlüsselbeinlinie.

Kriyapada 41, Vers 112. Die Schultern sinken bis zur Schlüsselbeinlinie ab und sind sieben Finger stark. Hinten, einen Finger unter dem Hals, liegt die obere Rückenwölbung; von dort abwärts

Kriyapada 41, Vers 113. beträgt die Wirbelsäulenlänge bis zur Hüftverbindung siebenundzwanzig Finger. Vier Finger unter der oberen Rückenwölbung liegen die Achseln. [Die Quelle erwägt beim Absinken der Schultern in Vers 112 eine Verneinung; die Hauptlesung wird beibehalten.]

Kriyapada 41, Vers 114. Hinten beträgt die Breite zwischen den Achseln siebenundzwanzig Finger. Die Arme erheben sich über die Achseln um sechs Finger und Gerstenkörner. [Die Anzahl der zusätzlich genannten Gerstenkörner ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 41, Vers 115. Vom Schultergelenk aus misst die Schulterfläche fünfeinhalb Finger. Hinten bis zur Brustlinie misst die Schulterblattfläche zwölf Finger.

Kriyapada 41, Vers 116. Unter der oberen Rückenwölbung beträgt die Breite zwischen den Schulterblättern zehn Finger. Darunter ist die Wirbelsäulenrinne drei Finger breit und zwei tief.

Kriyapada 41, Vers 117. Seitlich der Wirbelsäule liegt die breite Schulterfläche mit sieben Fingermaßen. Zwischen den beiden breiten Flächen bis zur Brust beträgt die Körperstärke sechzehn Finger.

Kriyapada 41, Vers 118. Unter dieser breiten Fläche bis zur Hüfte beträgt die Länge sieben Finger; die Stärke wird mit Vikara-Anteilen angegeben, darunter mit Atyashti-Fingermaßen. [Die beiden Zahlchiffren werden hier nicht still aufgelöst.]

Kriyapada 41, Vers 119. Der Zwischenraum der Hüftabschnitte beträgt dreizehneinhalb Finger. Die Breite des Hüftbandes ist ein um einen halben Finger vermindertes Kriti-Maß.

Kriyapada 41, Vers 120. Die beiden gut gerundeten Gesäßhälften sind neuneinhalb Finger breit. Gegenüber dem Oberschenkelansatz treten sie viereinhalb Finger hervor.

Kriyapada 41, Vers 121. Sie hängen viereinhalb Finger unter die Linie des Geschlechtsorgans hinab. Der Hals ist rund und an seinem Umfang mit zwei Linien versehen.

Kriyapada 41, Vers 122. Die Abstände zwischen den Brüsten, von der Schlüsselbeingrube und der Achselverbindung betragen dreizehneinhalb Finger; ebenso wird die Ausdehnung von der Achsel zum Achselunterrand genannt. [Die vier Bezugspunkte der gedrängten Maßfolge sind nicht sicher auseinanderzuhalten.]

Kriyapada 41, Vers 123. Zweieinviertel und anderthalb Finger werden von der Herzvertiefung aus angesetzt; die Brustfläche erhebt sich zwei Finger, der runde Brustbereich misst zusätzlich ein Gerstenkorn. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Höhen- und Breitenbezüge dieser Maßgruppe sind nicht sicher übersetzbar; die erkennbaren Maße bleiben ohne ergänzte Anatomie stehen.]

Kriyapada 41, Vers 124. Die schöne runde Brustwarze ist zwei Gerstenkörner hoch und breit. Die Schlüsselbeingrube ist zwei Gerstenkörner tief; das Kniepaar erhält zwei Finger. [Der unvermittelte Kniebezug wird nicht korrigiert.]

Kriyapada 41, Vers 125. Der anmutige, rechtsläufige Nabel ist sechs Gerstenkörner breit und tief. Vom Nabel aus beträgt das Hüftmaß fünf Finger und ein Gerstenkorn, seitlich sechs Finger.

Kriyapada 41, Vers 126. Die Taille liegt dreieinhalb Finger von der Hüfte entfernt; der Rest bildet den Schambereich. Das Geschlechtsorgan ist fünf Finger und zwei Gerstenkörner lang und im Rundmaß um ein Gerstenkorn erweitert.

Kriyapada 41, Vers 127. Das Herabhängen der Hoden beträgt vier Finger und zwei Gerstenkörner, ihre Breite dasselbe. Oberhalb des Geschlechtsorgans befindet sich der Oberschenkelanschluss.

Kriyapada 41, Vers 128. Er ist drei Finger groß und drei Gerstenkörner erhöht. Die Knierundung misst vier Finger, ihre Stärke viereinhalb, die seitliche Verbindung vier.

Kriyapada 41, Vers 129. Hinten ist das Knie zweieinhalb Finger hoch und vier breit. Weitere Erhöhungen, Vertiefungen und andere Maße leite man daraus angemessen ab.

Kriyapada 41, Vers 130. So fertige man nach dem größten Zehn-Tala-System ein schönes Bild, in allen Gliedern vollständig und in Länge, Breite und den weiteren Maßen ausgewogen.

Kriyapada 41, Vers 131. Damit wurde hier das für ein männliches Bild geeignete Maß nach dem größten Zehn-Tala-System mit seinen Merkmalen vollständig beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das einundvierzigste Kapitel über die Vorschrift des männlichen Körpermaßes nach dem größten Zehn-Tala-System.

Besinnung zu Kapitel 41

Die Bildgestalt entsteht aus dem Verhältnis ihrer Teile. In dieser handwerklichen Aufmerksamkeit kann eine heutige Betrachterin oder ein heutiger Betrachter eine Einladung zu Sammlung entdecken: wahrnehmen, wie Details zusammenwirken, ohne den Blick für das Ganze zu verlieren. Die traditionellen Körpermaße sind Regeln dieser Bildkunst; sie bewerten keine wirklichen Menschen und ihre unterschiedlichen Körper.


Kriyapada, Kapitel 42: Weitere Proportionssysteme für weibliche und männliche Bildgestalten

Dieses Kapitel ergänzt die Maßlehre um das mittlere Zehn-Tala-System für weibliche und männliche Bilder sowie das kleinste Zehn-Tala-System für weibliche Bilder. Wie im vorigen Kapitel bezeichnen Finger und Gerstenkörner relative Werkmaße. Einzelne ungewöhnliche oder beschädigte Angaben werden erhalten und erläutert.

Kapiteleingang. Nun das zweiundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 42, Vers 1. Nun wird das weibliche Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System beschrieben. Vom Ushnisha bis zum Haaransatz sind es vier Finger; von dort bis zu den Augen vier Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 2. Bis zum Ende der Nasenflügel sind es vier Finger und vier Gerstenkörner, von dort bis zum Kinn drei Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 3. Vom Kinn bis zum Halsende sind es vier Finger; von dort bis zum Herzen, dann zum Nabel und zum Geschlecht jeweils dreizehn. Die Oberschenkel sind sechsundzwanzig Finger lang. [Die Quelle setzt ein Fragezeichen bei der ersten Maßangabe.]

Kriyapada 42, Vers 4. Das Knie misst vier Finger, die Unterschenkel sechsundzwanzig. Die Fußhöhe und die Sohlenlänge bemesse man auf jeweils vier Finger. [Die sehr kurze Sohlenlänge wird nicht stillschweigend verbessert.]

Kriyapada 42, Vers 5. Große und zweite Zehe sind jeweils vier Finger lang; die übrigen sind nacheinander jeweils um einen halben Finger kürzer.

Kriyapada 42, Vers 6. Die große Zehe ist zwei Finger breit, die zweite einen; die mittlere siebeneinhalb Gerstenkörner, die vierte sieben.

Kriyapada 42, Vers 7. Die kleine Zehe ist sechs Gerstenkörner breit. Die Nägel sind halb so breit wie die jeweilige Zehe und an der Spitze ein wenig erhöht. Die Ferse ist vier Finger breit

Kriyapada 42, Vers 8. und ebenso hoch. Die Sohlenbreite beträgt fünf Finger, am vorderen Ende sechs; die beiden Knöchel messen fünf Finger.

Kriyapada 42, Vers 9. Der Nalaka-Abschnitt ist vier Finger breit, der Unterschenkel sechs, das Knie sieben, der Oberschenkel zwölf.

Kriyapada 42, Vers 10. Die Beckenbreite beträgt zwei Tala, also vierundzwanzig Finger. Der Schambereich ist oben sieben und unten vier Finger breit und hat die Form eines Ashvattha-Blattes.

Kriyapada 42, Vers 11. Er sei voll und schön. Die Hüfte ist ein Kriti-Maß breit. Der Nabel ist sechs Gerstenkörner breit und tief; die Mitte bleibt am schmalsten,

Kriyapada 42, Vers 12. elf Finger breit und mit einer feinen Haarlinie geschmückt. Unter der Brust beträgt die Breite ein Atijagati-Maß; jede Brust misst neun Finger.

Kriyapada 42, Vers 13. Der Brustwarzenhof misst drei Finger; die Brüste sind anderthalb Bhaga-Maße, also sechs Finger, erhöht. Die Brustwarze misst einen halben Finger und ist zwei Gerstenkörner hoch.

Kriyapada 42, Vers 14. Zwischen den Achseln beträgt die Breite siebzehn Finger; einschließlich der Arme einunddreißig.

Kriyapada 42, Vers 15. Der Oberarm ist ein Utkriti-Maß lang, der Ellenbogen drei Finger, der Unterarm ein Dhriti-Maß, die Handfläche sieben Finger.

Kriyapada 42, Vers 16. Die Fingerlängen betragen der Reihe nach vier, fünf, sechs, fünf und vier Finger; ihre Breiten neun, sieben, acht, sieben und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 17. Bei sechs Teilen der Fingerendbreite ist der Nagel vier Teile breit. Seine Länge übersteigt dies um ein Gerstenkorn. Die Handflächenbreite beträgt sechs Finger.

Kriyapada 42, Vers 18. Handgelenk, Ellenbogen, Oberarmmitte und Oberarmansatz sind der Reihe nach drei, fünf, sechs und sieben Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 19. Der Hals ist sieben Finger breit, das Gesicht elf. Das Gesicht ist länglich-rund. Die Brauen liegen ein Kala-Maß und anderthalb Finger

Kriyapada 42, Vers 20. unter dem Haaransatz; ihre Länge beträgt ein Kala-Maß und zwei Gerstenkörner. Von den Nasenflügeln bis zum Mund ist es ein Finger und ein Gerstenkorn; das Philtrum ist halb so lang. [Die Maßfügung zur Brauenlage ist örtlich nicht eindeutig.]

Kriyapada 42, Vers 21. Der Lippenrand ist ein Gerstenkorn breit; der Rest bildet die Oberlippe. Ihre Länge beträgt vier Finger, der obere Rand ist dreifach gebogen.

Kriyapada 42, Vers 22. Die Mundlänge ist ebenso groß. Die Unterlippe ist einen Finger und ein Gerstenkorn breit; ihr Rand ein Gerstenkorn, ihre Länge vier Finger und zwei Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 23. Ihre Höhe beträgt sechs Gerstenkörner. Von dort liegt der Kiefer anderthalb Finger entfernt; das Kinn misst dort zwei Gerstenkörner. Der Halsrücksprung vom Kiefer

Kriyapada 42, Vers 24. beträgt dreieinhalb Finger. Das Ohr ist drei Finger breit, vier Finger und zwei Gerstenkörner lang; der herabhängende Ohrteil fünf Finger.

Kriyapada 42, Vers 25. Man versehe ihn mit Schmuck. Die Arme seien schön wie ein Kuhschweif, die Oberschenkel wie Elefantenrüssel; der ganze Körper sei schön gestaltet.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Nicht genannte Maße, etwa am Kopf, leite der Kundige wie zuvor ab. Weibliches Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System.

Kriyapada 42, Vers 26. Nun wird das männliche Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System beschrieben.

Kriyapada 42, Vers 27. Kopf, Hals, Fuß und Knie erhalten jeweils vier Finger und zwei Gerstenkörner Höhe. Vom Haaransatz bis zur Augenlinie, dann bis zum Ende der Nasenflügel

Kriyapada 42, Vers 28. und bis zum Kinn gilt jeweils das genannte Maß. Am Hals misst die Kehle einen halben Finger. Von der Schlüsselbeingrube bis zum Herzen sind es zwölf Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 29. Von dort bis zum Nabel und weiter zum Geschlechtsorgan sind es jeweils zwölf Finger mit einem zusätzlichen Finger. Die Oberschenkellänge beträgt ein Abhikriti-Maß und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 30. Die Unterschenkel sind ebenso lang; die Sohlenlänge beträgt ein Atyashti-Maß, die Oberarmlänge ein Utkriti-Maß, der Ellenbogen drei Finger.

Kriyapada 42, Vers 31. Der Unterarm misst zwanzig Finger, die Hand bis zur Mittelfingerspitze dreizehn. Die Breite einschließlich der Arme

Kriyapada 42, Vers 32. beträgt neununddreißig Finger, die Gesichtsbreite elfeinhalb. Für Hals- und Oberarmansätze sowie beide Kniemitten gilt unten das entsprechende Maß. [Der letzte Halbvers ist elliptisch; eine Maßzahl wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 42, Vers 33. Von der Schlüsselbeinlinie bis zum Achselende sind es jeweils neun Finger; der Achselunterrand erhält drei, die Brustbreite ein Prakriti-Maß.

Kriyapada 42, Vers 34. Der Brustabstand, der Abstand von Brust zur Schlüsselbeingrube und von dort zur Achsel beträgt jeweils dreizehn Finger. Die Bauchmitte ist fünfzehneinhalb Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 35. Die Hüfte ist drei Finger breiter, die Beckenbreite nochmals drei. Die Oberschenkelansätze sind dreizehn Finger breit,

Kriyapada 42, Vers 36. ihre Mitten elf, die Unterschenkel sieben. Der Nalaka-Abschnitt ist vier Finger breit; die beiden Knöchel messen fünfeinviertel.

Kriyapada 42, Vers 37. Breite und Höhe der Ferse betragen vier Finger und zwei Gerstenkörner, die Fußmitte fünfeinviertel Finger.

Kriyapada 42, Vers 38. Das vordere Fußende ist sechseinhalb Finger breit. Die große Zehe misst viereinviertel Finger, die zweite ein Gerstenkorn mehr.

Kriyapada 42, Vers 39. Die mittlere Zehe ist dreieinhalb Finger lang, die vierte drei, die kleine zweieinhalb. Die Breiten betragen der Reihe nach

Kriyapada 42, Vers 40. drei Finger, einen Finger und ein Gerstenkorn, einen Finger, sieben Gerstenkörner und sechs. Die Nagelbreiten betragen acht, fünf, vier,

Kriyapada 42, Vers 41. dreieinhalb und drei Gerstenkörner; ihre Längen die Hälfte ihrer jeweiligen Breite. Oberarm und Ellenbogen sind acht und sieben Finger breit,

Kriyapada 42, Vers 42. Unterarm und Handgelenk fünfeinhalb und dreieinhalb. Vom Handgelenk aus ist die Handfläche sieben Finger lang, der Mittelfinger sechs.

Kriyapada 42, Vers 43. Zeige- und Ringfinger messen fünfeinviertel, kleiner Finger und Daumen viereinviertel Finger.

Kriyapada 42, Vers 44. Die Handfläche ist zweieinhalb Finger breit und zweieinhalb stark. Die Fingerbreiten vom Daumen an betragen zwölf, acht, neun,

Kriyapada 42, Vers 45. acht und sechs Gerstenkörner. Bei drei Teilen Fingerendbreite ist der Nagel zwei Teile breit.

Kriyapada 42, Vers 46. Die Nagellänge übersteigt die jeweilige Breite um zwei Gerstenkörner. Das Geschlechtsorgan ist fünf Finger lang und zwei breit.

Kriyapada 42, Vers 47. Hodenbreite und -höhe betragen vier Finger. Die Stirn ist neun Finger lang, der hintere Abstand zwischen den Ohren dreizehn.

Kriyapada 42, Vers 48. Augenlänge und Augenabstand betragen zweieinviertel Finger. Die Augenhöhe misst sechs Gerstenkörner, ebenso der dunkle Kreis.

Kriyapada 42, Vers 49. Die weißen Bereiche zu seinen Seiten sind jeweils fünf Gerstenkörner lang; in der Mitte des dunklen Kreises liegt der leuchtende Punkt mit einem Gerstenkornmaß.

Kriyapada 42, Vers 50. Die Pupille ist lausgroß, der innere Augenwinkel ein Gerstenkorn groß. Die rötlichen äußeren Winkel messen je ein halbes, das Oberlid zwei Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 51. Das Unterlid misst ein halbes Gerstenkorn. Die Mitte der Braue liegt dreieinviertel Finger über der Augenlinie; ebenso hoch reicht das Ohr.

Kriyapada 42, Vers 52. Die Brauen sind fünf Finger lang, in der Mitte zwei Gerstenkörner breit und einen halben Finger voneinander entfernt. Ihre Senkung beträgt einen Finger.

Kriyapada 42, Vers 53. Die Brauen sind bogenförmig, die Ohren vier Finger und zwei Gerstenkörner lang. Der herabhängende Teil ist ebenso lang, mit Schmuck um mehr als einen Finger verlängert.

Kriyapada 42, Vers 54. Der vordere Ohrsteg ist einen Finger breit, der hintere halb so breit; ihre Stärke beträgt einen halben Finger. Der Ohransatz liegt vom äußeren Augenwinkel

Kriyapada 42, Vers 55. sieben Finger entfernt. Vom Philtrumansatz bis zur Nasenspitze beträgt die Höhe drei Finger weniger ein Gerstenkorn. Der Pushkara-Bereich ist sechs Gerstenkörner hoch,

Kriyapada 42, Vers 56. seine Breite ein Gerstenkorn geringer. Der obere Nasenabschnitt ist einen Finger breit; die Nasenflügel jeweils einen halben und ein Gerstenkorn stark. [Pushkara ist hier ein nicht sicher anatomisch zugeordnetes Nasenglied.]

Kriyapada 42, Vers 57. Das Philtrum ist einen halben Finger lang und zwei Gerstenkörner breit. Die Oberlippe ist einen halben Finger breit, ihr Rand ein Gerstenkorn.

Kriyapada 42, Vers 58. Ihre Länge beträgt vier Finger und ein Gerstenkorn. Die Unterlippe ist einen Finger und ein Gerstenkorn breit und doppelt so lang; ihr Rand misst ein Gerstenkorn.

Kriyapada 42, Vers 59. Sie ist sechs Gerstenkörner hoch; der Rest ist das Kinn. Vom Kiefer bis zur Kehle ist es ein Finger und anderthalb Gerstenkörner; von dort beträgt der Halsrücksprung zweieinhalb Finger.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Das Übrige leiten die Kundigen wie zuvor ab. Männliches Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System.

Kriyapada 42, Vers 60. Nun wird das weibliche Maß nach dem kleinsten Zehn-Tala-System genannt.

Kriyapada 42, Vers 61. Die Gesichtslänge wird mit „anderthalb Anteilen“ bezeichnet. Vom Haaransatz bis zur Augenlinie sind es vier Finger, von dort bis zum Ende der Nasenflügel vier Finger und ein Gerstenkorn. [Der erste Ausdruck ist auffällig verkürzt; eine vermutete ausgefallene Zahl wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 42, Vers 62. Von dort bis zum Kinn ist es dasselbe Maß, ebenso vom Kinn bis zum Halsende. Vom Hals zum Herzen und vom Herzen zum Nabel sind es jeweils zwölfeinhalb Finger.

Kriyapada 42, Vers 63. Das Bild wird gleichmäßig in einhundertsechzehn Finger geteilt. Ushnisha, Achselabschnitt, Knie und Fußhöhe erhalten vier Finger.

Kriyapada 42, Vers 64. Wiederum wird die Gesichtslänge mit „anderthalb Anteilen“ bezeichnet. Vom Haaransatz bis zur Augenlinie sind es viereinviertel Finger, von dort bis zum Ende der Nasenflügel vier Finger und ein Gerstenkorn.

Kriyapada 42, Vers 65. Von dort reicht es bis zum Kinn; vom Hals zum Herzen, vom Herzen zum Nabel und von dort zum Geschlecht sind es jeweils zwölfeinhalb Finger. [Die wiederholten Anfangsmaße in Vers 61–65 unterscheiden sich bei der Augenlinie; beide Fassungen bleiben erhalten.]

Kriyapada 42, Vers 66. Die Oberschenkel messen ein Abhikriti-Maß, die Unterschenkel gleich viel. Der Fuß ist sechzehn Finger lang, die Oberarme ebenso lang wie die Oberschenkel.

Kriyapada 42, Vers 67. Die Ellenbogen sind drei Finger lang, die Unterarme achtzehn, die Handfläche sechseinhalb, der Mittelfinger sechs.

Kriyapada 42, Vers 68. Zeige- und Ringfinger messen fünf, Daumen und kleiner Finger vier Finger. Die Breiten vom Daumen an betragen neun, sieben, acht, sieben und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 69. Bei drei Teilen Fingerendbreite ist der Nagel zwei Teile breit; seine Länge übersteigt dies um ein Gerstenkorn. Die Handfläche ist sechs Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 70. Die Handfläche ist drei Finger stark. Handgelenk, Unterarmmitte, Ellenbogen und Oberarm sind drei, vier, fünf und sechs Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 71. Das Gesicht ist elf Finger breit, der Hals sieben. Oberarmansatz und Knie sind jeweils sieben Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 72. Der Achselabstand beträgt ein Atyashti-Maß, die Brustbreite neun Finger. Die Brusthöhe ist halb so groß; der Warzenhof misst drei Finger.

Kriyapada 42, Vers 73. Die Brustwarze misst einen halben Finger und ist zwei Gerstenkörner hoch. Unter der Brust beträgt die Breite ein Atijagati-Maß, in der Körpermitte elf Finger.

Kriyapada 42, Vers 74. Die Hüfte ist ein Kriti-Maß breit, das Becken ein Sankriti-Maß. Die Oberschenkel sind zwölf Finger breit, die Unterschenkelmitten sechs.

Kriyapada 42, Vers 75. Der Nalaka-Abschnitt ist vier Finger breit, die beiden Knöchel messen fünf. Fersenbreite und -höhe betragen vier Finger.

Kriyapada 42, Vers 76. Die Fußmitte ist fünf, das Vorderende sechs Finger breit. Die große Zehe ist vier Finger lang, die zweite ebenso, die mittlere dreieinhalb.

Kriyapada 42, Vers 77. Die vierte Zehe misst drei Finger, die kleine zweieinhalb. Von der kleinsten aus betragen die Breiten sechs, sieben, siebeneinhalb, acht und eine durch Vikara bezeichnete Anzahl von Gerstenkörnern.

Kriyapada 42, Vers 78. Die Nägel sind halb so breit wie die jeweilige Zehe, um ein Viertel kürzer als breit, gerundet und an den Spitzen etwas erhöht.

Kriyapada 42, Vers 79. Die Brauenlinie liegt dreieinviertel Finger unter dem Haaransatz. Der Mund liegt einen Finger unter den Nasenflügeln, das Philtrum ist halb so lang.

Kriyapada 42, Vers 80. Der Mund ist vier Finger breit; sein oberer Lippenrand dreifach gebogen. Die Unterlippe ist drei Finger lang und halb so breit.

Kriyapada 42, Vers 81. Ihr Rand misst ein Gerstenkorn; der übrige Teil gleicht einer Bimba-Frucht. Das Auge ist zwei Finger und ein Gerstenkorn lang und sechs Gerstenkörner hoch.

Kriyapada 42, Vers 82. Der Halsrücksprung vom Kiefer beträgt dreieinhalb Finger. Vom Philtrumansatz aus ist die Nase einen Finger und sechs Gerstenkörner hoch.

Kriyapada 42, Vers 83. Das Ohr ist vier Finger lang und dreieinviertel breit; der herabhängende Teil misst vier Finger. Das Übrige ist wie zuvor abzuleiten.

Kriyapada 42, Vers 84. Damit wurden hier die Merkmale des weiblichen und männlichen Maßes nach dem mittleren Zehn-Tala-System sowie des weiblichen Maßes nach dem kleinsten Zehn-Tala-System genannt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das zweiundvierzigste Kapitel über die Merkmale weiblicher und männlicher Maße und weiterer Bestimmungen.

Besinnung zu Kapitel 42

Die Maßreihen gehören zu einer Bildkunst, die religiöse Gegenwart durch sorgfältige Gestaltung ausdrücken möchte. Eine heutige Betrachtung kann den Sinn für Form und Aufmerksamkeit vertiefen. Dabei bleibt wesentlich, diese kunstgeschichtlichen Proportionsregeln von einem Urteil über wirkliche Körper zu unterscheiden. Die Vielfalt menschlicher Gestalten braucht keine Übereinstimmung mit einem Bildhauerschema.


Shiva in Meditation: eine moderne Begleitabbildung zum Thema innere Sammlung.

Moderne Begleitung: Nyasa – Verehrung und Darbringung des Körpers

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.

Kriyapada, Kapitel 43: Sechzehn Bildformen und ihre Merkmale

Das Kapitel führt von den Körpermaßen zur erkennbaren Gestalt: Shiva mit Uma und Skanda, Shiva als Tänzer, Lehrer, Bräutigam und in weiteren Erscheinungsformen. Auch Stier, Dreizack, Khatvanga-Stab und Ganesha werden beschrieben. Die Haltungen und Attribute gehören zur historischen Bildlehre; die geometrischen Angaben bleiben als solche sichtbar.

Kapiteleingang. Nun das dreiundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 43, Vers 1. Nun werden Gestalt und weitere Merkmale der sechzehn Formen genannt. Zuerst die Merkmale Shambhus zusammen mit Uma und Skanda.

Kriyapada 43, Vers 2. Er ist gerade nach vorne gewandt, in einer von Rajas geprägten Haltung, halb im Paryanka-Sitz. Den linken Fuß lege man auf den Sitz, den rechten lasse man herabhängen. [Die Vorlage kennzeichnet den ersten Halbvers als unsicher.]

Kriyapada 43, Verse 3–4. Vom Sitzende bis zum Haaransatz und bis zum Knieende gelten gleiche Maße; ebenso an den Außenseiten der Knie, vom Knieende bis zur Armseite und zwischen den Handgelenken der beiden hinteren Hände. All dies bemesse man der Reihe nach entsprechend der Oberkörperhöhe. [Die Verbindung der einzelnen Messstrecken ist nicht völlig eindeutig.]

Kriyapada 43, Vers 5. Die Mittellinie lasse man von der Kronenspitze bis zwischen die Knöchel herab. Das rechte Knie liegt zwei oder drei Finger nach innen versetzt von der Linie.

Kriyapada 43, Vers 6. Von der Mittellinie bis zum Nalaka-Abschnitt dieses Beins sind es zwölf Finger; bis zur Mitte der rechten Hand vierzehn.

Kriyapada 43, Vers 7. Die linke Handfläche liegt fünfzehn Finger von der Linie entfernt. Die Mittelfingerspitze der rechten Hand liegt auf Höhe der Brustlinie.

Kriyapada 43, Vers 8. Zwischen linkem Oberschenkel und linker Hand sind zwei oder drei Finger. Die Spitzen der beiden Hände in Scherenhaltung liegen auf Höhe der Schlüsselbeinlinie.

Kriyapada 43, Vers 9. Zwischen Hüfte und Ellenbogen sind fünf oder sechs Finger; ebenso zwischen Geschlechtsorgan und Augenpunkt. Die Nasenlinie berührt den Bauch. [Die zweite Messstrecke und die Nasenlinie bleiben in der gelieferten Lesung unsicher.]

Kriyapada 43, Vers 10. Von der Mittellinie aus liegen Kronenspitze und die beiden Scherenhände bei vierzehn, dreizehn und zwölf Fingern; die Hände zeigen nach innen oder außen. [Die Zuordnung der drei Abstände ist nur vorläufig.]

Kriyapada 43, Vers 11. Rechts halte er das Beil, links die Gazelle. Die rechte vordere Hand zeige die Furchtlosigkeitsgeste, die linke die Kataka-Geste.

Kriyapada 43, Vers 12. Links und rechts trage er Muschelblatt- beziehungsweise goldene Ohrgehänge. Vom Haaransatz aus beträgt die Kronenhöhe zweidreiviertel Tala,

Kriyapada 43, Vers 13. oder zweieinhalb beziehungsweise zwei Tala. Man fertige sie nach ihren Merkmalen. Zur Linken des Gottes stelle man die mit ihm sitzende Parvati dar.

Kriyapada 43, Vers 14. Ihr linker Fuß hängt herab, ihr rechter liegt auf dem Sitz. Sie lehnt sich ein wenig zum Gott, ihr Gesicht ist geneigt, und sie trägt ihren Schmuck.

Kriyapada 43, Vers 15. Ihre linke und rechte Hand zeigen Gnadengeste beziehungsweise blauen Lotus. Oder die linke Hand ruht außerhalb des linken Oberschenkels auf dem Sitz.

Kriyapada 43, Vers 16. Zwischen beiden steht Skanda nach den Maßen „vier, Utkriti, weiß“. Seine Höhe teile man nach dem Fünf-Tala-System und fertige danach die Glieder. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Maßchiffre des ersten Halbverses ist nicht sicher verständlich; es wird keine konkrete Skanda-Höhe ergänzt.]

Kriyapada 43, Vers 17. Das Kopfmaß beträgt einen Finger; vom Haaransatz bis zur Augenlinie sind es dreieinhalb Finger und ebenso bis zum Ende der Nasenflügel.

Kriyapada 43, Vers 18. Von dort bis zum Kinn sind es drei Finger, ebenso für den Hals. Von der Schlüsselbeingrube zum Herzen, von dort zum Nabel und vom Nabel zum Geschlechtsorgan sind es neun, acht und vier Finger.

Kriyapada 43, Vers 19. Die Oberschenkel sind zwölf Finger lang, die Knie drei, die Unterschenkel elf, die Fußhöhe drei und die Sohlenlänge zehn Finger.

Kriyapada 43, Vers 20. Die Oberarme sind vierzehn Finger lang, die Unterarme zehn, die Handflächen vier und der Mittelfinger ebenfalls vier.

Kriyapada 43, Vers 21. Zeige- und Ringfinger sind dreieinhalb Finger lang, kleiner Finger und Daumen drei. Beide Hände tragen blaue Lotusse.

Kriyapada 43, Vers 22. Man stelle ihn stehend mit beiden Füßen angezogen und mit den beschriebenen Merkmalen dar. Nun die Merkmale Candrashekharas: Er steht auf beiden Füßen gleichmäßig.

Kriyapada 43, Vers 23. Das Lot führe man durch Ushnisha, Stirn, Nasenspitze, Kinnmitte, Schlüsselbeingrube, Herz, Geschlecht, Brust und die Mitte zwischen den Füßen. [Die Brust wird in der Quelle nach dem Geschlecht genannt; die Reihenfolge bleibt erhalten.]

Kriyapada 43, Vers 24. Die Spitze der Scherenhand liegt auf Schlüsselbeinhöhe, die der Furchtlosigkeitshand auf Brusthöhe. Die Gnadenhand reicht bis zum Nabel oder zur Hüfte.

Kriyapada 43, Vers 25. Von der Mittellinie bis zur Mitte der Furchtlosigkeitshand beträgt die Breite fünfzehn Finger, bis zum Ende der hinteren Hand zwölf oder zehn.

Kriyapada 43, Vers 26. Bis zur Ellenbogenmitte sind es ein Atyashti- oder Dhriti-Maß. Am Oberschenkelansatz ist es ein Finger, zur Kniemitte vier.

Kriyapada 43, Vers 27. Zwischen den Unterschenkelmitten liegen fünf Finger, zwischen den Fersen vier. Die beiden oberen Scherenhände tragen Axt und Gazelle.

Kriyapada 43, Vers 28. Links am Flechtenkranz trägt er die junge Mondsichel, als Schmuck Schlangen. Candrashekhara sei gerade nach vorne gewandt und korallenfarben.

Kriyapada 43, Vers 29. Der Stierträger kann in gleichmäßiger oder stark geschwungener Haltung stehen. Sein rechter Fuß steht gerade, der linke ist angezogen.

Kriyapada 43, Vers 30. Oder Fuß und Unterschenkel verlaufen schräg. Für das Lot gilt: Vom Ushnisha durch die linke Stirn, das linke Auge und das Ende der Nasenflügel,

Kriyapada 43, Vers 31. durch die linke Brust, Nabel, Oberschenkel und Fersenmitte. Der schräg verlaufende Unterschenkel gehört zur stark geschwungenen Haltung, nicht zur anderen.

Kriyapada 43, Vers 32. Das Lot führe man links am Nabel, durch die Mitte des linken Oberschenkels und zum rechten Knöchel. Oberhalb des Nabels gilt auch hier die vorige Führung.

Kriyapada 43, Vers 33. Die Neigung des Gottes beträgt fünf Finger. Sein linker Ellenbogen liegt auf dem Kopf des Stieres, achtzehn Finger von der Schlüsselbeingrube entfernt.

Kriyapada 43, Vers 34. Die Stierhöhe reicht vom Sitz bis unter den Ellenbogen. Oder die linke Hand hängt zur Hüftgegend herab.

Kriyapada 43, Vers 35. Hintere Hände und alles Weitere entsprechen Candrashekhara. Die Göttin steht in gleichmäßiger Haltung mit herabhängender linker Hand.

Unnummerierter erster Halbvers von 36. Ihre rechte Hand trägt einen blauen Lotus; der Arm reicht zur Brusthöhe des Herrn.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des Somaskanda-Shiva. [Diese Abschnittsbezeichnung steht in der gelieferten Fassung erst nach den zusätzlichen Gestaltbeschreibungen.]

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 36. Nateshvara, der Herr des Tanzes, ist vierarmig, dreiäugig und trägt die Mondsichel.

Kriyapada 43, Vers 37. Das angenommene Schultermaß wird halbiert; die Neigung beträgt zehn oder zwölf Finger. Nun wird die Lotführung beschrieben.

Kriyapada 43, Vers 38. Vom Ushnisha führe man sie durch die linke Stirn, den linken Nasenflügel, die Kinnmitte, Schlüsselbeingrube, Nabelmitte und den linken Knöchel.

Kriyapada 43, Vers 39. Das Ende des ausgestreckten Arms liegt um ein Vikara-Maß entfernt, das Ende der hinteren Hand um vier Finger; genannt werden achtundfünfzig Finger. [Die Zuordnung der letzten Maßangabe setzt sich im folgenden Vers fort und bleibt in der Satzfügung unsicher.]

Kriyapada 43, Vers 40. Von der Linie bis zur feuertragenden Hand gilt dieses Maß; bis zur Damaru-Spitze sind es achtundvierzig Finger, auf Höhe der Ohrgrenze.

Kriyapada 43, Vers 41. Rechts beträgt der Abstand von der Linie bis zur Achsel zwölf Finger. Seine Flechten sind ausgebreitet, sein Gesicht lächelt leicht.

Kriyapada 43, Vers 42. Er trägt ein Tigerfellgewand und steht auf Apasmara. Umgeben ist er von Ganas, Göttern, Rishis, Yakshas und weiteren Wesen, Ganesha, Skanda und den Müttern,

Kriyapada 43, Vers 43. Bhringisha, Mahakali, Parvati und dem Stier. Nandin sitzt gut gegründet, vierarmig, und spielt die Mridanga-Trommel.

Unnummerierter Beginn von Vers 44. Seine Hand zeigt die Hala-Pallava-Geste; eine Verehrende begleitet ihn. [Der Bezug der letzten weiblichen Bezeichnung bleibt in der Lesung offen.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des schlangenerschreckenden Tanzes.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 44. Die folgende Gestalt steht auf dem rechten Fuß; der andere Lotusfuß ist angezogen.

Kriyapada 43, Vers 45. Vom Ushnisha durch die rechte Stirn, den rechten Nasenflügel und die Schlüsselbeingrube führe man das Lot; an der Nabelgegend verläuft es zwei Finger rechts davon,

Kriyapada 43, Vers 46. dann durch den Ansatz des Geschlechtsorgans bis zwischen die Fersen. Der Körper ist seitwärts gewandt, die linke Schulter geneigt und ausgedehnt. [Der letzte Ausdruck ist in der Quelle als fraglich markiert.]

Kriyapada 43, Vers 47. Unten zeigt die rechte Hand die Gnadengeste; die obere rechte Scherenhand trägt Ganga, die obere linke die Gazelle.

Kriyapada 43, Vers 48. Mit der unteren linken Hand umarmt er Uma, die in gleichmäßiger Haltung steht. Bhagiratha und edle Weise verehren ihn.

Unnummerierter Beginn von Vers 49 und Abschnittsbezeichnung. So fertige man Gangadhara; das Übrige ist wie zuvor abzuleiten. Merkmale Gangadharas.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 49. Tripurantaka steht in der Vaishakha-Stellung mit gespreizten Beinen.

Kriyapada 43, Vers 50. Er kann leicht, gleichmäßig oder stark geschwungen sein. Die Neigung beträgt in den drei Formen der Reihe nach drei, vier oder fünf Finger.

Kriyapada 43, Vers 51. Zwischen den großen Zehen liegen entsprechend Vikara-, Dhriti- oder Kriti-Anteile. Die linke Hand mit dem Pinaka-Bogen reicht bis zur Achselhöhe; die andere Hand

Kriyapada 43, Vers 52. hält den Pfeil. Die beiden hinteren Hände tragen Beil und junge Gazelle. Wie zuvor steht die Göttin an seiner linken Seite.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Tripurantakas.

Kriyapada 43, Verse 53–54. Bei Kalyanasundara führt das Lot vom Ushnisha durch die linke Stirn, das linke Auge, das Ende der Nasenflügel und die Schlüsselbeingrube; am Nabel verläuft es drei oder vier Finger rechts und dann zur Knöchelmitte. Der Gott ist im Begriff, das Feuer rechtsläufig zu umschreiten.

Kriyapada 43, Vers 55. Seine rechte Hand hält die Hand der Göttin; die linke zeigt die Gnadengeste. Die beiden hinteren Hände sind wie zuvor.

Kriyapada 43, Vers 56. Die Göttin trägt einen blauen Lotus, ihr Körper ist dreifach geschwungen und geschmückt. Von Shri und Bhumi begleitet folgt Gauri dem Gott.

Kriyapada 43, Vers 57. Brahma ist der Opferpriester; Vishnu vollzieht die Übergabe der Braut und spendet mit einem Krug Wasser. Alle Götter, Rishis, Gandharvas, Yakshas und weiteren Wesen verehren ihn.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Kalyanasundaras.

Kriyapada 43, Vers 58. Bei Ardhanarishvara verläuft das Lot wie bei gleichmäßiger Haltung. Er besitzt vier oder zwei Arme; sein rechter Fuß steht fest.

Kriyapada 43, Vers 59. Der linke Fuß ist angezogen, seine linke Hälfte ist Parvati. Alles Weitere gestalte man durch Ableitung wie zuvor.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Ardhanarishvaras.

Kriyapada 43, Vers 60. Pashupata steht wie Candrashekhara. Er ist dreiäugig, vierarmig, furchterregend, mit aufgerichtetem Haar und großem Körper.

Unnummerierter erster Halbvers von 61. Die oberen Hände tragen Gebetskette und Dreizack, die anderen zeigen Gnade und Furchtlosigkeit.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Pashupatas.

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 61. Kankala ist zum Gehen bereit und tritt in juwelenbesetzten Sandalen auf.

Kriyapada 43, Vers 62. Sein Gesicht ist halb nach vorne gewandt; zwei Hände sind zum Schlagen der Dhakka-Trommel erhoben. Mit der anderen rechten Hand berührt er das Gesicht einer jungen Gazelle.

Kriyapada 43, Vers 63. Links trägt er einen Dreizack, auf den das Knochengerüst eines Toten aufgespießt ist. Vor ihm geht ein Bhuta, der die Bettelschale auf dem Kopf trägt.

Kriyapada 43, Vers 64. Auch die von Liebessehnsucht verwirrten Frauen der Weisen stelle man dar, ferner seine nachfolgenden Ganas mit Schirm und Yakhaarfächern.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Kankalas.

Kriyapada 43, Vers 65. Die Halb-Vishnu-Gestalt ist gerade nach vorne gewandt und steht gleichmäßig auf beiden Füßen. Die linke Hand liegt am Oberschenkel, die rechte zeigt Furchtlosigkeit.

Kriyapada 43, Vers 66. Die beiden hinteren Hände tragen Beil und Muschel. Links befindet sich eine halbe Krone, rechts ein halber Flechtenknoten.

Kriyapada 43, Vers 67. Die linke Hälfte entspricht Vishnus Körper, die rechte Shivas. So fertige man die eine anmutige Gestalt von Hari und Ishvara.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Hariharas.

Kriyapada 43, Vers 68. Bei Bhikshatana verläuft das Lot wie bei gleichmäßiger Haltung. Seine Flechten sind ausgebreitet; er trägt die Himmelsrichtungen als Gewand und ist zum Gehen bereit.

Kriyapada 43, Vers 69. Die rechte Hand hängt herab und berührt das Gesicht der Gazelle; die linke trägt eine Schädelschale. Von den beiden oberen Händen

Kriyapada 43, Vers 70. hält die rechte die Damaru-Trommel, die andere eine Federgirlande. Schlangen schmücken ihn als Halskette, heilige Schnur und Hüftband.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Alles Übrige leite man auch hier von Kankala ab. Merkmale Bhikshatanas.

Kriyapada 43, Vers 71. Die nächste Gestalt, die Canda Gnade gewährt, fertige man wie Shiva zusammen mit Uma.

Kriyapada 43, Vers 72. Die rechte Hand zeigt die Gnadengeste, die andere liegt auf Candeshas Kopf. Canda sitzt mit gefalteten Händen unterhalb von Shivas Sitz.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Gnadengewährung an Candesha.

Kriyapada 43, Vers 73. Ebenso sitzt Dakshinamurti auf dem Shiva-Sitz, sein Gesicht halb nach vorne gewandt, mit schönem Flechtenknoten geschmückt.

Kriyapada 43, Vers 74. Mondsichel, Ganga, Dhurdhura-Blüte, Schädel und Schlange schmücken sein Haupt. Seine Hände tragen Gebetskette und Feuer; von den unteren Händen

Kriyapada 43, Vers 75. zeigt die rechte die leuchtende Erkenntnisgeste, die linke ruht auf dem Knie. Sein linker Fuß liegt auf dem rechten Oberschenkel, der andere Lotusfuß hängt herab.

Kriyapada 43, Vers 76. Mit diesem tritt er auf Apasmara. Von Scharen von Weisen verehrt stelle man den Herrn unter einem Banyanbaum dar, während er die Lehre erklärt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Dakshinamurtis.

Kriyapada 43, Vers 77. Kalakala, der Tod des Todes, zeigt eine angemessene tänzerische Gebärde. Der rechte Arm mit dem Dreizack ist bis zum Ohr erhoben.

Kriyapada 43, Vers 78. Die andere rechte Hand zeigt Gnade, eine linke die Zeigegeste; die andere linke reicht mit der Hala-Pallava-Geste vom Nabelbereich

Kriyapada 43, Vers 79. bis zur Ushnisha-Grenze. Der rechte Fuß steht fest; das linke Knie ist bis zum Nabel erhoben, der linke Fuß liegt auf Kalas Brust. [Die erste Handmaßverbindung über die Versgrenze ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 43, Vers 80. Er trägt Flechtenknoten und Mondsichel, hat drei Augen und furchterregendes Aussehen. Mit Tigerfellgewand und Schlangenschmuck ist er darzustellen.

Kriyapada 43, Vers 81. Kala selbst ist dunkelblau und rücklings zu Boden gestürzt, hält eine Schlinge, hat verdrehte Augen und einen weit geöffneten, furchterregenden Mund.

Unnummerierter Beginn von Vers 82. Mit Fangzähnen und braunrotem aufgerichtetem Haar wird er von Haras großer Zehe niedergedrückt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Kalakalas.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 82. Lingodbhava steht in der Mitte des Lingas wie Candrashekhara.

Kriyapada 43, Vers 83. Seine beiden Füße unterhalb des Nalaka-Bereichs sind in der Linga-Basis verborgen. Rechts stelle man Brahma als aufwärts fliegenden Schwan dar.

Unnummerierter erster Halbvers von 84. Links erscheint Vishnu als Eber, mit gefalteten Händen und nach unten gewandt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Lingodbhavas.

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 84 und Vers 85. Der größte Stier ist so hoch wie Tür beziehungsweise Linga, der mittlere um ein Viertel niedriger, der kleinste halb so hoch. Er besitzt die vorgeschriebenen Merkmale. Oder er ist anderthalb-, eineinviertel- oder doppelt so hoch wie die Tür.

Kriyapada 43, Vers 86. Von einer bis neun Ellen reichen die drei Klassen klein, mittel und groß. Teilt man die Stierhöhe in fünfzig, heißt ein Teil ein Finger.

Kriyapada 43, Vers 87. Die Länge des Stieres beträgt ein Fünftel seiner Höhe. Vom Kopf bis zum Kehlende sind es zehn Finger, der Hals ist acht Finger lang. [Das erste Verhältnis ist auffällig und wird nicht in eine vermutete Verlängerung um ein Fünftel geändert.]

Kriyapada 43, Vers 88. Vom Hals bis zur Brust sind es Vikara-Anteile; die Oberschenkel sind sechs Finger lang, die Knie zwei, die Unterschenkel sechs, die Hufe zwei hoch.

Kriyapada 43, Vers 89. Der Hornabstand beträgt acht Finger, die Hornhöhe vier, die Stirnbreite neun, die Maulbreite fünf.

Kriyapada 43, Vers 90. Das Maul ist fünf Finger hoch. Die Augenlänge beträgt zwei Finger, die Augenbreite anderthalb; darüber werden vier Finger Höhe genannt. [Der letzte Maßbezug ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 43, Vers 91. Der Abstand zwischen Auge und Ohr ist ebenso groß; das Ohr ist fünf Finger lang. Die Nase ist anderthalb Finger lang; Breite und Höhlung betragen einen Finger.

Kriyapada 43, Vers 92. Die Unterlippenmaße betragen zwei und drei Finger. Die Zunge ist drei lang, zwei breit und einen hoch. Der Höcker wird mit sechs und vier Anteilen an Körper und Erhebung bemessen. [Der letzte Halbvers ist bereits in der Quelle fraglich; die Zuordnung bleibt offen.]

Kriyapada 43, Vers 93. Die hinteren Oberschenkel haben der Reihe nach zehn, acht und vier Finger Breite; ihre Länge beträgt fünf, das Knie zwei Finger.

Kriyapada 43, Vers 94. Die Unterschenkel sind drei Finger breit und fünf lang, die Hufe drei hoch. Der Schweif reicht bis zum Ende der Unterschenkel; am Ansatz ist er drei Finger breit.

Kriyapada 43, Vers 95. Die Schweifspitze misst anderthalb Finger, die Hodenbreite drei, ihre Länge zwei, die Länge des Geschlechtsorgans drei Finger.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Das Übrige gestalte man sachgemäß durch Ableitung, ob der Stier liegt oder steht. Abschnitt über die Merkmale des Stieres.

Kriyapada 43, Vers 96. Nun der Dreizack: Seine Höhe entspricht der Tür- oder Pfeilerhöhe.

Kriyapada 43, Vers 97. Bei neun Teilen dieser Höhe ist die mittlere Form um einen, die kleinste um zwei Teile geringer. Oder die drei Formen groß, mittel und klein messen vier, drei und zwei Ellen.

Kriyapada 43, Vers 98. Bei einer Fünfteilung der Dreizackhöhe beträgt die Blatthöhe einen Teil; die Vorlage nennt dabei zusätzlich „zehn“. Das mittlere Blatt ist einen halben Teil hoch und hat die Gestalt eines dreigliedrigen Vajra. [Die Zahlwortfügung des ersten Halbverses ist nicht sicher aufzulösen.]

Kriyapada 43, Vers 99. Bei acht Teilen Blatthöhe erhält die Blattbreite einen Teil. Das mittlere Glied des Mittelblattes ist zwei Gerstenkörner größer.

Kriyapada 43, Vers 100. Bei fünf Teilen Blatthöhe beträgt die Länge des unteren Stiels einen Teil. Der Stiel gleicht einem aufgerichteten Lotus; über ihm liegen die Seitenblätter.

Kriyapada 43, Vers 101. Von zweieinhalb Teilen am Mittelblatt aus führe man auf beiden Seiten eine Rundung, von der Dreizackspitze bis zum Lotusende, um die Seitenblätter zu formen.

Kriyapada 43, Vers 102. Dann setze man rechts beziehungsweise seitlich am Mittelblatt an und runde gleichmäßig bis zu den inneren Begrenzungen der Seitenblätter. [Die Vorlage markiert den Ansatzpunkt als unsicher; die Konstruktion bleibt vorläufig.]

Kriyapada 43, Vers 103. Die Basis des Mittelblattes ist halb so breit wie die Blattbreite, die Spitze um ein Viertel schmaler als das Blatt. Die Stärke beträgt drei Viertel oder die Hälfte.

Kriyapada 43, Vers 104. Die Blätter fertige man mit geschärften Rändern und scharfen Schneiden. In der Mitte des Mittelblattes befindet sich ein Lotus, an anderer Stelle Blattwerk.

Kriyapada 43, Vers 105. Die Mittelblattspitze ist ein Viertelteil breit und knospenförmig. Die Spitzen der Seitenblätter gleichen Bambusblättern; das Mittelblatt … [Der Schluss ist in der Quelle fraglich und syntaktisch unvollständig.]

Kriyapada 43, Vers 106. Ihren Zwischenraum von einem halben Teil runde man sorgfältig aus. Bei fünfundzwanzig Teilen eigener Länge erhält die Stabbreite einen Teil.

Kriyapada 43, Vers 107. Der Stab sei gut gerundet, unbeschädigt und schön, unter dem Stiel mit einer Platte versehen. Darunter befinden sich Mandi, Krug und weiterer Schmuck wie an einem Pfeiler.

Kriyapada 43, Vers 108. Die Stabbasis trägt einen Lotus von dreifacher Stabbreite. Überall gestalte man durch sachgemäßes Abwägen von Möglichkeiten und Gegenmöglichkeiten Schönheit.

Unnummerierter erster Halbvers von 109. Nach den eigenen Mitteln kann er aus Gold, Silber, Kupfer oder Eisen bestehen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des gerundeten Dreizacks.

Unnummeriertes Zitat aus dem Svayambhuva innerhalb von Vers 109. „Der Dreizack ist dreifach: gerundet, dreifach gebogen und Vetala. Diese Formen dienen der Reihe nach der Befriedung, dem Gedeihen und dem schädigenden Ritual.“

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 109. Die gerundete Form wurde erklärt; die gemeinsamen Merkmale gelten für alle drei.

Kriyapada 43, Vers 110. Das Besondere der dreifach gebogenen Form besteht darin, dass die Mitte der beiden Seitenblätter um die Hälfte der Rundung nach innen gebogen ist.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Der dreifach gebogene Dreizack.

Kriyapada 43, Vers 111. Bei der Vetala-Form haben die Blätter gerade Spitzen nach einem Achtelmaß. An der Stielbasis ist ein Vetala mit einem Fünftelmaß aufgespießt. [Die Bezugsgrößen der beiden Teilmaße bleiben unausgesprochen.]

Unnummerierter erster Halbvers von 112. An den vier Ecken der Platte sind vier Glocken angebracht.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des Vetala-Dreizacks.

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 112. Auch den Khatvanga fertige man in allen Teilen wie den Vetala-Dreizack.

Kriyapada 43, Vers 113. Am Mittelblatt und den weiteren Teilen befindet sich ein Schädel, wie zuvor verbunden mit einem Vetala. An der Basis liegt eine Platte, reich mit einem Kranz aus Pfauenfedern versehen.

Kriyapada 43, Vers 114. Wie zuvor trägt er acht oder vier Glocken. Sein Stab ist viereckig und brettförmig wie die Längsstange eines Bettgestells.

Unnummerierter Beginn von Vers 115 und Abschnittsbezeichnung. Er ist durch sachgemäßes Abwägen mit Ranken, Blättern und weiteren Bildern geschmückt. Abschnitt über den Khatvanga.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 115. Ganesha erhält das Fünf-Tala-Maß und kann sitzend oder stehend dargestellt werden.

Kriyapada 43, Vers 116. Unter dem Ushnisha misst sein Gesicht ein Tala; die Arme anderthalb. Der Hals ist gebeugt und verborgen. Er ist elefantengesichtig und dreiäugig.

Kriyapada 43, Vers 117. Unterhalb des Halses bis zur Hüftlinie sind es zweieinhalb Tala. Die Beine sind anderthalb Tala lang; sein Körper ist überall füllig.

Kriyapada 43, Vers 118. Damit wurden die Maße der vollständigen Bildgestalten der Reihe nach klar beschrieben. Die Merkmale der sechzehn Formen wurden hier einzeln und insgesamt in gedrängter Form genannt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das dreiundvierzigste Kapitel namens „Merkmale der sechzehn Formen“.

Besinnung zu Kapitel 43

Die Bildformen zeigen unterschiedliche Beziehungen zum Göttlichen: Lernen bei Dakshinamurti, Verbundenheit in Somaskanda, Vereinigung in Ardhanarishvara und Bewegung im Tanz Shivas. Für heutige Yoga-Aspiranten können solche Gestalten Betrachtungsbilder sein. Ihre jeweilige historische Bedeutung bleibt dabei von einer persönlichen heutigen Deutung zu unterscheiden; auch die furchterregenden Formen gehören zum Quellenbestand.


Kriyapada, Kapitel 44: Abwehrendes Feueropfer und Vastu-Opfer

Vor der Linga-Weihe stehen Riten zur Reinigung und Befriedung des Tempelraums. Das Kapitel beschreibt zwei Feueropfer und nennt zahlreiche vedische Mantras nur mit ihren Anfangsworten. Diese Verweise werden als Verweise übersetzt; die nicht mitgelieferten vollständigen Hymnen werden nicht ergänzt.

Kapiteleingang. Nun das vierundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 44, Vers 1. Ist der Tempel vollendet und das Linga zur Weihe geeignet, übernehme man den mit drei Schnüren umwundenen Tempel aus der Hand des Handwerkers. Ringsum umwinde man ihn zusätzlich mit einer Kusha-Girlande, streue überall Getreide und unversehrte Körner aus und stelle in der Mitte einen vollen Krug und eine Leuchte auf.

Kriyapada 44, Vers 2. Dann wiederhole man die ganze Hymne, die mit „Mache …“ beginnt, und füge nach jedem Halbvers den Halbvers mit dem Anfang „Verbrenne die Verwünschung …“ an. So ist das abwehrende Verfahren bei Japa und weiteren Handlungen auszuführen.

Kriyapada 44, Vers 3. Danach bereite man im Südosten einen Opferplatz, setze dort nach der Vorschrift Feuer ein und vollziehe zunächst die Feuereröffnung. Dann opfere man mit den beiden Anrufungen, deren Anfangsworte „den Abwehrer …“ und „den Kraftvollen …“ lauten.

Kriyapada 44, Vers 4. Anschließend opfere man der Reihe nach geklärte Butter mit den Mantras von „Mache …“ an. Ebenso mit fünf gesonderten Mantras und mit vier, die „Welche Götter …“ beginnen. [Die Verteilung der fünf beziehungsweise vier Mantras bleibt in der knappen Quellenanweisung nicht vollständig erläutert.]

Kriyapada 44, Vers 5. Ebenso mit den Anfängen „Für Nahrung dich …“, „Agni preise ich …“, „Agni, komm …“ und „Zum Heil mögen uns die göttlichen …“.

Kriyapada 44, Vers 6. Dann opfere man mit den fünf im Veda genannten Durga-Versen. Der mit „Dem Jatavedas …“ beginnende Vers ist der erste.

Kriyapada 44, Vers 7. „Jene Feuerfarbene …“ ist der zweite; „Agni, du führe uns aufs Neue hinüber …“ der dritte.

Kriyapada 44, Vers 8. „Alle Schwierigkeiten für uns …“ heißt der vierte; „Den Schlachtenbezwinger …“ der fünfte Mantra.

Kriyapada 44, Vers 9. Mit diesen fünf Durga-Versen opfere man einzeln geklärte Butter, danach ebenso mit den Vyahritis und nochmals mit dem Aghora-Waffenmantra.

Kriyapada 44, Vers 10. Danach opfere man mit diesem Mantra einhundertachtmal Apamarga-Brennhölzer und geklärte Butter. Anschließend vollziehe man das Svishtakrit-Opfer und nehme die übrige Butter und das restliche Wasser.

Kriyapada 44, Vers 11. Man füge die Asche hinzu und mische alles in einem Gefäß mit Apamarga-Saft. Damit besprenge man mit Darbha-Gras das ganze Gebäude beziehungsweise Heiligtum ringsum.

Kriyapada 44, Vers 12. Man nehme dieses Feuer, setze es im Nordosten oder an einem Kreuzweg ab und entlasse es. In den Richtungen gebe man Bali aus rotem Wasser und Speiseklößen und schließe die Handlung so ab.

Kriyapada 44, Vers 13. Dort vollziehe man auch die Befriedung des Vastu. Im Nordosten der Halle setze man in der Mitte eines Opferplatzes Feuer ein, lege Darbha-Gras aus und verehre vorschriftsmäßig.

Kriyapada 44, Vers 14. Östlich des Feuers bereite man einen Kreis auf dem Boden, bestreue ihn gleichmäßig mit unenthülstem Reis, lege ein Tuch darauf und enthülsten Reis darüber; auch diesen bedecke man mit einem Tuch.

Kriyapada 44, Vers 15. Darauf streue man Shami-Sprossen und weiteres und stelle mit unversehrten Körnern gefüllte Krüge auf. Einen weiteren Krug fülle man mit Wasser, dazu Gold, Gewand, unversehrte Körner, Duftstoffe und Blüten.

Unnummerierte Anweisung vor Vers 16. Mit dem Mantra „Zum Heil mögen uns die göttlichen …“ vergegenwärtige man Frieden und wiederhole ihn.

Kriyapada 44, Vers 16. Man setze das Feuer nach der Vorschrift des eigenen häuslichen Rituallehrwerks ein und vollziehe die Feuereröffnung. In Kuhmilch gekochte und mit geklärter Butter übergossene Opferspeise opfere man der Reihe nach mit diesen Mantras.

Kriyapada 44, Vers 17. Als vorangehenden Einladungsvers spreche man „Herr des Wohnplatzes, erkenne uns an …“, als Opferbegleitvers „Herr des Wohnplatzes, mit beruhigender Versammlung dein …“ und opfere. [Der zweite Mantraanfang ist in der gelieferten Fassung sprachlich auffällig; er wird nicht nach einer anderen Ausgabe vervollständigt oder berichtigt.]

Kriyapada 44, Vers 18. Danach mit „Herr des Wohnplatzes, fest sei die Säule …“, dann mit dem häuslichen Mantra, der „Furcht …“ beginnt.

Kriyapada 44, Vers 19. Ebenso mit den Anfängen „Augenzucken …“, „Schlechter Traum …“ und „Herr des Wohnplatzes, sei uns ein Hinüberführer …“.

Kriyapada 44, Vers 20. Man opfere auch mit „Krankheit vertreibend, Herr des Wohnplatzes …“. Mit den fünf Brahmamantras und den „Heil uns …“-Gruppen opfere man geklärte Butter.

Kriyapada 44, Vers 21. Dann opfere man Shami-Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Opferspeise und einhundertacht Durva-Halme, die mit den fünf Kuhprodukten benetzt sind,

Kriyapada 44, Vers 22. unter dem Mantra „Zum Heil mögen uns die göttlichen …“. Danach opfere man mit den Jaya-Mantras und den weiteren. Nach dem Svishtakrit-Opfer bestreiche man den Boden.

Kriyapada 44, Vers 23. Vor dem Feuer breite man Darbha-Gras aus und lege die Opferreste darauf, mit dem Mantra, der „Verehrung Rudra, dem Herrn des Wohnplatzes …“ beginnt.

Kriyapada 44, Vers 24. Mit demselben Mantra spüle man den Kochtopf aus und gieße das Spülwasser in ein Gefäß, zusammen mit der übrigen geklärten Butter und dem übrigen Wasser.

Kriyapada 44, Vers 25. Man vereinige alles und verwende unter dem Mantra einen Udumbara- oder Palasha-Zweig oder ein Bündel Darbha-Gras.

Kriyapada 44, Vers 26. Damit besprengend umschreite man Tempel, Halle und die weiteren Bereiche überall dreimal rechtsläufig. Danach verehre man die Brahmanen

Kriyapada 44, Vers 27. und bewirte sie unter dem Mantra „Du bist der Weise, du bist der Seher …“. Zuerst lasse man Segensworte sprechen, dann „Heil sei dem Wohnplatz!“

Kriyapada 44, Vers 28. Zur Befriedung und Reinigung des Tempels sollen das abwehrende Feueropfer und das Vastu-Feueropfer vor der Linga-Weihe vollzogen werden. So wurden sie hier ordnungsgemäß beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das vierundvierzigste Kapitel über das abwehrende Feueropfer und das Vastu-Feueropfer.

Besinnung zu Kapitel 44

Der Übergang zu einer neuen Aufgabe erhält hier eine eigene Vorbereitung: Der Ort wird gereinigt, umschritten und unter Segensworte gestellt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies eine Anregung sein, eine Praxis bewusst zu beginnen und ihr einen ruhigen Rahmen zu geben. Die beschriebenen Feueropfer bleiben konkrete historische Riten; die heutige Anregung besteht in der Aufmerksamkeit für den Anfang.


Kriyapada, Kapitel 45: Vorbereitung der Linga-Weihe und rituelle Wasserlagerung

Die Weihe wird als geordnete Folge von Vorbereitungen beschrieben: Wahl der Zeit, Errichtung der Hallen, Bereitstellung der Gaben, Schutz des Ortes, Reinigung und feierliche Überführung des Lingas. Das Kapitel bewahrt sowohl konkrete Handlungen als auch Mantraverweise und kurze Anrufungen.

Kapiteleingang. Nun das fünfundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 45, Verse 1–2. Die Einsetzung von Nishkala- und anderen Lingas gilt als fünffach: Pratishtha, Sthapana, Sthitasthapana, Utthapana und Asthapana. Ihre Merkmale werden einzeln erklärt. Wo man zuerst das Linga in den Brahma-Grundstein setzt

Kriyapada 45, Vers 3. und danach mit dem Sockel verbindet, spricht man von Pratishtha. Sthapana gilt für Bana-Lingas, von Rishis gestiftete und selbstentstandene Lingas.

Kriyapada 45, Vers 4. Bei Lingas aus Edelstein, Gold und weiteren Stoffen mit einem einheitlichen Sockel spricht man von Sthitasthapana; bei Verfall von Utthapana, Wiederaufrichtung.

Kriyapada 45, Vers 5. Asthapana gilt für bildhafte Gestalten, auch von Vishnu und anderen. Die Weihe vollziehe man während des nördlichen Sonnenlaufs in der hellen Monatshälfte und bei günstigem Aszendenten,

Kriyapada 45, Vers 6. an einem allgemein gebilligten Tag mit günstigem Mondtag, Mondhaus, Wochentag und Yoga, frei von den zuvor genannten Fehlern und mit den genannten Vorzügen versehen.

Kriyapada 45, Vers 7. Die Zeit soll auch dem Opferherrn entsprechen. Vor dem Tempel errichte man eine quadratische Halle,

Kriyapada 45, Verse 8–9. aus geeigneten neuen Hölzern, Bambus und weiteren Stoffen, sehr anmutig. Für Lingas von einer bis neun Ellen misst sie bei der ersten Dreiergruppe acht, neun oder zehn Ellen, bei der zweiten zwölf, vierzehn oder sechzehn, bei der dritten Dhriti-, Kriti- oder Utkriti-Ellen.

Kriyapada 45, Vers 10. Sie besitzt Randwände und vier schöne Eingänge in den Hauptrichtungen. Bei einer Einteilung in einundachtzig Felder bilden die mittleren neun

Kriyapada 45, Vers 11. die schöne Plattform, sechs, zwölf oder sechzehn Finger hoch. Acht Feuergruben lege man in den Richtungen von Osten an der Reihe nach an.

Kriyapada 45, Vers 12. Ihre Formen sind quadratisch, yoniförmig, halbmondförmig, dreieckig, rund, sechseckig, lotusförmig und achteckig; die neunte ist quadratisch.

Kriyapada 45, Vers 13. Bei einem nach Osten blickenden Linga liegt die neunte zwischen Osten und Nordosten; bei einem nach Westen blickenden zwischen Südwesten und Westen.

Kriyapada 45, Vers 14. Manche nennen für alle Gruben die quadratische oder runde Form. Für die drei Lingaklassen von der kleinsten an gelten Ratni-, Aratni- und Kara-Maße,

Kriyapada 45, Vers 15. entsprechend den kleinsten und weiteren Feuergruben; oder ihre Größe richtet sich nach der Zahl der Opfergaben. Beim System der fünf Gestalten gibt es fünf Gruben.

Kriyapada 45, Vers 16. Sie sind quadratisch und liegen in den vier Richtungen, die fünfte zwischen Nordosten und Osten. Bei geringen Mitteln oder der kleinsten Form genügt eine einzige Grube im Osten.

Kriyapada 45, Vers 17. Nordöstlich oder nördlich der Halle für die vorbereitende Lagerung errichte man eine entsprechende Waschhalle mit halbem Maß.

Kriyapada 45, Vers 18. Unter Aussparung einer äußeren Feldreihe ringsum errichte man die Waschplattform sechs Finger hoch. Ringsum erhält sie eine schöne Einfassung,

Kriyapada 45, Vers 19. ebenfalls sechs Finger hoch und breit. Nach Norden liegt eine geeignete Rinne zum Wasserabfluss.

Kriyapada 45, Vers 20. Opferlöffel und weitere Geräte stelle man jeweils in der Anzahl der Feuergruben bereit; ferner Schlafkrug, Friedenskrüge, Shiva-Krug und Waffen-Vardhani,

Kriyapada 45, Vers 21. die Krüge der Vidyeshvaras, Welthüter oder Torbogengottheiten, ein Salbgefäß, Gewänder und die acht Glückszeichen,

Kriyapada 45, Vers 22. enthülsten Reis, Kochtöpfe für die Opferspeise, Krüge, die fünf Kuhprodukte, neun Edelsteine, Gold sowie reichlich Honig und geklärte Butter;

Kriyapada 45, Vers 23. Erde von Berggipfel, Flussufer, Krebsteich, heiliger Badestätte, von Stier- und Elefantenhorn, Termitenhügel und Seeufer;

Kriyapada 45, Vers 24. Wasser aus acht Meeren, Flüssen und Pilgerstätten; dann Rinde und junge Blätter von Milchsaftbäumen, Jambu und Mango;

Kriyapada 45, Vers 25. zwei silberne Gefäße, zwei goldene Stäbchen, einen Bhadrapitha-Sitz, alle Heilpflanzen, mineralischen Stoffe, Samen, Metalle, Mörserstößel und weitere Geräte.

Kriyapada 45, Vers 26. Auch nicht eigens genannte Haushaltsgeräte beschaffe man: Gefäße, Vorrichtungen und Stützen, Rohzuckerstücke und Guggulu-Harz,

Kriyapada 45, Vers 27. Sandelholz, Agaru, Kampfer, Safran, ein Yogaband, Betelblätter, Arekanüsse, Öl und ein neues Bettgestell oder Brett,

Kriyapada 45, Vers 28. neue Decken, Devanga- und Seidenstoffe sowie andere geeignete Betttextilien. All dies lege man auf der nördlichen Plattform der Halle zum Herausarbeiten der Kennzeichen

Kriyapada 45, Vers 29. der Reihe nach in neun Felder, beginnend beim Shiva-Feld. In der Mitte ist Shiva; in den acht Richtungen von Osten an

Kriyapada 45, Vers 30. liegen die Felder von Sadesha, Ishvara, Vidya, Maya, Kala, Niyamika, Purusha und Prakriti; so reichen sie durch die Prinzipien. [Die Benennungen Sadesha und Niyamika werden in der gelieferten Form beibehalten.]

Kriyapada 45, Vers 31. Milch und die übrigen fünf Kuhprodukte stehen in der Mitte und den Richtungsfeldern. Wasser, Opfergeräte, Gewänder und Räucherstoffe

Kriyapada 45, Vers 32. stehen im Südosten; Leuchten und Geräte zum Schwenken des Lichts im Südwesten, Rindensude und weiteres im Nordwesten, Sandelholz und ähnliches im Nordosten.

Kriyapada 45, Vers 33. Die übrigen Gerätegruppen lege man an die jeweils vorgesehenen Orte. Die Torbögen bestehen aus Plaksha-, Udumbara-, Ashvattha- und Nyagrodha-Holz.

Kriyapada 45, Vers 34. Von Osten an heißen sie Shanti, Frieden, Bhuti, Gedeihen, Bala, Kraft, und Arogya, Gesundheit. Für die drei Lingaklassen von der kleinsten an sind sie fünf, sechs oder sieben Kishku hoch.

Kriyapada 45, Vers 35. Ihre lichte Breite ist halb so groß. Die Dreizackaufsätze sind der Reihe nach neun, elf oder dreizehn Finger hoch,

Kriyapada 45, Vers 36. ihr innerer Abstand acht, zehn oder zwölf. Ihre Gottheiten sind Aryaman, Mitra, Tvashtar, Bhaga, Purandara,

Kriyapada 45, Vers 37. Parjanya, Vishnu, Savitar, Dhatr, Isha, Varuna und Pushan, jeweils drei in den Richtungen von Osten an.

Kriyapada 45, Vers 38. Bei den Torbögen stelle man jeweils zwei Bananenstämme mit Wurzeln, Früchten und Blättern auf, dazu Wasserbehälter mit Sand. [Die Verbindung „sālāvālujalān“ ist beschädigt; der Bezug auf die Behälter bleibt vorläufig.]

Kriyapada 45, Vers 39. Dann schmücke man die Lagerungshalle oben schön mit neuen Dukula-, Devanga-, Seiden- und anderen Stoffen.

Kriyapada 45, Vers 40. Die Pfeiler hülle man in ungetragene, gewaschene weiße Tücher. Herabhängende Perlenketten, Girlanden, Arekablüten und weiterer Schmuck zieren die Halle.

Kriyapada 45, Vers 41. Ringsum umwinde man sie mit einer Darbha-Girlande, während man den Waffenmantra vergegenwärtigt. Mit einem Besen aus Darbha und Palasha-Blättern

Kriyapada 45, Vers 42. reinige man sie rechtsläufig von Osten bis Nordosten. Unter der Gayatri bestreiche man innen mit gefiltertem Wasser und Kuhdung.

Kriyapada 45, Vers 43. Mit dem Mantraanfang „Die Wasser mögen reinigen …“ besprenge man sie mit Duftwasser. Unter „Für Nahrung dich …“ streue man Darbha-Gras, unversehrte Körner und weiße Blüten,

Kriyapada 45, Vers 44. oder unter dem Waffenmantra; ringsum auf dem Boden streue man Senfsamen mit dem Waffenmantra aus. Danach vollziehe der Acharya zusammen mit den Gestalthütern die vorbereitende Lagerung.

Kriyapada 45, Vers 45. Diese sollen Veda-Studium, Wissen und Gelübde abgeschlossen haben, aus angesehener Familie stammen, günstige Merkmale besitzen, weder zu jung noch zu alt und durch Gelehrsamkeit und Lebensführung ausgezeichnet sein.

Kriyapada 45, Vers 46. Mit den zuvor genannten Mantras wähle und verehre man acht von ihnen; beim Fünfersystem fünf, mit den entsprechenden fünf Mantras.

Kriyapada 45, Vers 47. Nach den eigenen Mitteln schmücke man sie mit Gewändern, Fingerringen und Armreifen. Sieben oder fünf Tage zuvor vollziehe man die Aussaat der Keimlinge.

Kriyapada 45, Vers 48. Der Acharya, vom Opferherrn wie zuvor gebeten und geehrt, verrichte seine täglichen Riten, bade und halte nahe der Halle Schweigen.

Kriyapada 45, Vers 49. Er wasche Hände und Füße, vollziehe Achamana und verehre mit heiterem Geist Ganesha sorgfältig auf einem Opferplatz außerhalb der Halle.

Kriyapada 45, Vers 50. Mit Girlanden, Duftstoffen, Räucherwerk, Licht, Früchten, Modakas und Laddus verehre er ihn und bitte um einen ungehinderten Ablauf. Nachdem der Guru Zustimmung erhalten hat,

Kriyapada 45, Vers 51. verbinde er die Torbögen der Reihe nach mit dem Mantraanfang „Bei jeder Verbindung …“ oder mit dem Wurzelmantra. Mit „Des Gottes …“ oder den eigenen Gliedermantras verbinde er sie auch mit den Dreizacken. [Der erste Mantraanfang ist in der Quelle als fraglich markiert.]

Kriyapada 45, Vers 52. Man bedecke sie mit ungetragenen Tüchern sowie Mango- und Ashvattha-Blättern und setze sie unter dem Mantraanfang „Erhebe dich, Brahman …“ von Osten an ein.

Kriyapada 45, Vers 53. Man fülle die Gruben, verdichte sie und bestreiche die Ansätze mit Kuhdung. In den Richtungen und in der Mitte stelle man Banner mit den Waffen der Welthüter auf,

Kriyapada 45, Vers 54. weiß, regenbogenfarben, rot, schwarz, dunkelgrün, rauchfarben, gelb, lotusrot, blass, Tamala-dunkel und strahlend weiß. [Die Farbfolge enthält mehr Einzelbezeichnungen als die später genannten zehn Bannerherren; keine Zuordnung wird ergänzt.]

Kriyapada 45, Vers 55. In der Mitte setze man sie mit dem Pashupata- und Aghora-Waffenmantra ein. Alle Banner mit ihren Wimpeln sind anderthalbmal so hoch wie die Torbögen.

Kriyapada 45, Vers 56. Die Bannerherren heißen Bhringin, Mahasena, Vrisha, Nandisha, Mahakala, Kumbhodara, Mahodara,

Kriyapada 45, Vers 57. Virabhadra, Brahma und Vastvisha. Danach lasse der Guru mit den Brahmanen, welche die Göttergestalten tragen, in der Mitte der Plattform

Kriyapada 45, Vers 58. zuerst die nach dem eigenen Veda vorgeschriebene Segensverkündung ausführen. Brahmanen von guter Familie, guter Lebensführung, Gelehrsamkeit und rechtem Verhalten, mit günstigen Merkmalen,

Kriyapada 45, Vers 59. zweiunddreißig, sechzehn oder acht, im Veda bewandert, durch Kricchra- und weitere Gelübde gereinigt, seien bereits zuvor ausgewählt und geehrt.

Kriyapada 45, Vers 60. Fest in ihren Gelübden sitzen sie im Osten, Süden, Norden und Westen und vollziehen zu Beginn der Rezitation das in ihrer jeweiligen Veda-Schule für die Richtung Vorgesehene.

Kriyapada 45, Vers 61. Als Bestandteil der Weihe verrichten sie die Segensverkündung nach Rigveda und den übrigen Überlieferungen. Mit deren geweihtem Wasser besprenge der Guru das Halleninnere rechtsläufig

Kriyapada 45, Vers 62. mit einem Darbha-Pinsel, ebenso außen die Torbögen und weiteren Einrichtungen. Gleichzeitig beginnen die Brahmanen die Rezitation in ihrer jeweiligen Richtung.

Kriyapada 45, Vers 63. Danach bereite man das gewöhnliche Arghya und verehre zuerst die Banner mit Duftstoffen, Blüten, unversehrten Körnern und weiteren Gaben. Die Anrufung beginnt mit dem heiligen Urlaut, nennt ihren jeweiligen Namen und endet mit „Verehrung“.

Kriyapada 45, Vers 64. Ebenso verehre man die Torbögen von Shanti an und unter ihren Namen die Sonnengottheiten auf den Dreizacken. Dann verehre man in den Krügen am Fuß der Torpfosten

Kriyapada 45, Vers 65. Mahodara, Mahakaya, Mahakantha, Mahodara, Agninetra, Agnijihva und im Norden Virupaksha

Kriyapada 45, Vers 66. und Vishalaksha: diese acht Gana-Herren der Reihe nach von Osten an. Sahasravici, Vimala, Shatadhara und Pramodini

Kriyapada 45, Vers 67. verehre man als Torgottheiten in den nördlichen Krügen der Eingänge. Kumbhakarna, Bhadrakarna, Shvetakarna

Kriyapada 45, Vers 68. und Gokarna verehre man unter ihren Namen in den südlichen Krügen der Tore von Osten an. Dann vertreibe man durch dreimaliges Klatschen, Fingerschnippen, Fersenstampfen und Blicken

Kriyapada 45, Vers 69. die himmlischen, lufträumlichen und irdischen Hindernisse an den Toren. Am Westtor wende man die Naraca-Waffe an. [Dies ist eine rituelle Waffenhandlung beziehungsweise Mantraanwendung, keine hier ausgeschriebene Formel.]

Kriyapada 45, Vers 70. Ohne die Schwelle zu berühren trete man am linken Türpfosten ein. Man setze den Waffenmantra auf der Schwelle ein und umschreite den Raum rechtsläufig.

Kriyapada 45, Vers 71. Im Südwesten stehend und nach Osten gewandt verehre man Vastvisha auf dem Boden, den Herrn der Vastu-Gottheiten, in der Mitte Brahma und ebenso den eigenen Sitz.

Kriyapada 45, Vers 72. Dann setze man sich nach Norden gewandt mit heiterem Geist nieder, vollziehe zuerst die Reinigung der Elemente und danach Sakalikarana, die Ausstattung mit den Mantragliedern.

Kriyapada 45, Vers 73. Mit dem Zeigefinger errichte man außerhalb der Halle unter dem Waffenmantra eine Schutzumfassung. Man trage Turban und Obergewand, die mit dem Wurzelmantra besprochen wurden.

Kriyapada 45, Vers 74. Man bereite das besondere Arghya und besprenge damit den Kopf. In der mit Sandelpaste bestrichenen rechten Hand bilde man die Shiva-Hand.

Kriyapada 45, Vers 75. Shiva vergegenwärtige man als Lichtgestalt bis zum Shanti-Bereich, unter entsprechender Mantraaussprache. Man lege diese Hand auf den eigenen Scheitel und betrachte: „Ich bin Shiva.“

Kriyapada 45, Vers 76. Mit dem Blick auf die Wirklichkeit betrachte man die ganze Halle und ihre Einrichtungen. Das Erkenntnisschwert in der Hand bereite man wie zuvor in fünf Feldern vorschriftsmäßig

Kriyapada 45, Vers 77. die fünf Kuhprodukte. Im Südwesten der Halle stehend werfe man die Streugaben nach Nordosten und fülle Shiva-Krug und Waffen-Vardhani auf einem beweglichen Sitz.

Kriyapada 45, Vers 78. Shiva und Shakti nehmen in ihnen Platz, mit Stier und Löwe als Reittieren. Man verehre sie mit Duftstoffen, Blüten und weiteren Gaben.

Kriyapada 45, Vers 79. Danach stelle man an den Toren paarweise die Gefäße namens Prashanta, Shishira, Parjanya, Ashoka, Sanjivana, Amrita, Arthesha und Kusma auf.

Kriyapada 45, Vers 80. Auf beiden Seiten verehre man darin die Torhüter von Nandin an: Nandisha, Mahakala, Bhringisha, Gajanana,

Kriyapada 45, Vers 81. Vrishabha, Shanmukha, Devi und Canda, der Reihe nach von Osten an. Die zehn Richtungshüter von Indra an rufe man in die Krüge ihrer jeweiligen Richtungen.

Kriyapada 45, Vers 82. Man verehre sie und umtrage den Krug wie zuvor rechtsläufig mit der Vardhani. Dann setze man den Krug nieder und bereite aus den mit Darbha zusammengetragenen

Kriyapada 45, Vers 83. Streugaben einen Sitz für die Vardhani. Danach lasse man die Welthüter von Indra an der Reihe nach Shivas Gebot hören:

Kriyapada 45, Vers 84. „Mit dem heiligen Urlaut: Höre, höre, Indra! Auf Shivas Gebot sollst du in deiner Richtung aufmerksam bis zum Ende des Opfers bleiben, um die Hindernisse zu befrieden!“

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 84. Auf diese Weise lasse man es bis zu Brahma und Ananta mit den jeweiligen Namen hören.

Kriyapada 45, Vers 85. Danach verehre man Krug und Vardhani sorgfältig mit Duftstoffen und allen weiteren Gaben bis zur Speisegabe. Ihm übergebe man das Erkenntnisschwert.

Unnummerierte Überleitung. Auch bitte man mit diesem Wortlaut:

Kriyapada 45, Vers 86. „Mit dem heiligen Urlaut: Shambhu, du sollst bis zum Ende des Opfers hier bleiben, zusammen mit deiner Schar, deinem Sohn und der Mutter, als Vorsteher des Opfers, Shankara!“

Unnummerierte Antwort vor Vers 87. Shiva antwortet: „So sei es.“

Kriyapada 45, Vers 87. Man stelle Arghya vor den Krug und stelle sich vor, dass die Streugaben aus der Opferhalle,

Kriyapada 45, Vers 88. die selbst die flammende Waffe sind, die Hindernisse weit fortgetrieben haben. Dann setze man sich vorschriftsmäßig vor die mittlere Feuergrube.

Kriyapada 45, Vers 89. In die ordnungsgemäß vorbereitete Grube setze der Guru das Shiva-Feuer ein, vollziehe die fünf Läuterungsriten bis zur Namengebung und verehre es.

Kriyapada 45, Vers 90. Man teile es in neun, Mitte und acht Richtungen, oder in fünf. Die jeweiligen Richtungsanteile des Feuers setze man in die entsprechenden Gruben ein.

Kriyapada 45, Vers 91. Dann rufe der Lehrer Shiva in das Feuer der mittleren Grube und vollziehe die Sättigung der Mantras. Der Wurzelmantra erhält die Bezeichnung Shiva am Ende,

Kriyapada 45, Vers 92. im Dativ und mit dem Feueropferabschluss. Damit opfere man einhundertachtmal; mit den Brahma- und Gliedermantras jeweils ein Zehntel davon.

Kriyapada 45, Vers 93. Bei jeder Grube stelle man Friedenskrüge mit Shivas Waffenmantra auf und weihe sie durch die hineingelangenden Opfertropfen. Der Guru vollziehe zusammen mit den Gestalthütern

Kriyapada 45, Vers 94. das Vollopfer und gehe zur Halle für das Herausarbeiten der Kennzeichen. Diese liegt nördlich oder nordöstlich der Halle für die vorbereitende Lagerung.

Kriyapada 45, Vers 95. Die Kennzeichenhalle besitzt drei Plattformen. Auf der südlichen lege man das Linga auf einen Sitz.

Kriyapada 45, Vers 96. Den Sockel lege man südlich davon hin und vollziehe die Reinigung des Materials mit den zuvor genannten acht Erdarten und den der Reihe nach beschriebenen Pflanzensuden,

Kriyapada 45, Vers 97. mit Kuhurin und Kuhdung sowie Blüten-, Räucher- und anderem Wasser. Nach dem Baden lege man es auf die zweite Plattform oder einen bereiteten Opferplatz

Kriyapada 45, Vers 98. aus unenthülstem und enthülstem Reis. Dort arbeite man am Linga die Kennzeichen nach dem zuvor genannten Verfahren heraus.

Kriyapada 45, Vers 99. Acht oder vier Frauen mit glückverheißenden Merkmalen sollen das Linga mit Darbha-Gras berühren und das Licht schwenken.

Kriyapada 45, Vers 100. Mit dem Waffenmantra und Arghya-Wasser vollziehe man das rituelle Antippen, hülle es mit dem Schutzmantra ein und verehre es mit seinem eigenen oder dem allgemeinen Mantra.

Kriyapada 45, Vers 101. Man begieße es einzeln mit Kuhurin, Kuhdung, Milch, Dickmilch, geklärter Butter und Honig, ferner mit den fünf Kuhprodukten, Kusha-Wasser und Duftwasser.

Kriyapada 45, Vers 102. Dann verehre man es mit Gewändern, Duftstoffen, Girlanden, Räucherwerk, Licht und Gaben und lade es auf einen Wagen oder ein anderes Fahrzeug. Unter dem Klang von Bheri-, Pataha- und Dindima-Trommeln,

Kriyapada 45, Vers 103. Jhallari, Timila, Muschelhorn, Zimbeln, Mardala, Kahala, Flöte, Madduka, Vina und weiteren glückverheißenden Instrumenten,

Kriyapada 45, Vers 104. mit Gesang, Tanz, Siegesrufen, Segensworten, Leuchten, Schirmen, Yakhaarfächern, Darbietungen, Fahnen und weiterem Schmuck umschreite man das Dorf oder den betreffenden Ort rechtsläufig.

Kriyapada 45, Vers 105. Zur Wasserlagerung gehe man zu einem Fluss, einer heiligen Badestelle, einem See oder ähnlichen Gewässer. Am sorgfältig bestrichenen Ufer stelle man den Gott auf und verehre ihn.

Kriyapada 45, Vers 106. Zuvor errichte man im Wasser einen vierstützigen Pavillon in Nabeltiefe. In seiner Mitte lege man Shiva auf einen Sockel oder eine andere Unterlage.

Kriyapada 45, Vers 107. Er ist mit Tuch und Darbha-Gras umwunden, der Kopf liegt nach Osten, die Kennlinie nach oben. Daneben lege man den mit Darbha, Tüchern und weiterem geschmückten Sockel.

Kriyapada 45, Vers 108. Zum Schutz stelle man acht Krüge mit den Welthütern als Gottheiten in den Richtungen auf und verehre sie; ringsum seien auch Wächter.

Kriyapada 45, Vers 109. Nach fünf, drei, zwei oder einer Nacht, nach einem halben Tag oder einem Yama hole man das Linga heraus, stelle es am Ufer auf und verehre es.

Kriyapada 45, Vers 110. Man bade es mit den fünf Kuhprodukten und weiteren Stoffen sowie mit neun Krügen, bestreiche es mit Duftpaste und hülle es in rote Seide.

Kriyapada 45, Vers 111. Man schmücke es mit goldenen Girlanden, verehre es und lade es auf den Wagen oder das Fahrzeug. Mit Tanz, Gesang und weiteren glückverheißenden Handlungen,

Kriyapada 45, Vers 112. Lobgesängen und Veda-Rezitation lasse man das Linga rechtsläufig um das Dorf oder den betreffenden Ort führen. Dabei streuen beziehungsweise verteilen der Opferherr und die anderen Gold, Gewänder,

Kriyapada 45, Vers 113. Kaurimuscheln, Arekanüsse, Betel, Silber, Puffreis, unversehrte Körner und weiteres sowie reiche Blütenregen.

Kriyapada 45, Vers 114. Der Guru gehe vor dem Gott, der Opferherr hinter ihm. Die Gestalthüter besprengen den Weg mit gewöhnlichem Arghya-Wasser.

Kriyapada 45, Vers 115. An der Waschhalle angekommen umschreite man sie rechtsläufig und nehme den Gott am westlichen Halleneingang vom Fahrzeug herab.

Kriyapada 45, Vers 116. Nach Arghya an den Füßen führe man ihn in die Halle. In der Mitte setze man Shiva in die Öffnung des Bhadrapitha-Sitzes.

Kriyapada 45, Originalmarke 117 1/2. Den Sockel stelle man im Süden auf und verehre ihn mit Duftstoffen und den weiteren Gaben. So wurden nach Prüfung vieler Shiva-Tantra-Handbücher die Weihevorschrift, die Hallen und Geräte, die Reinigung des Materials und die Wasserlagerung ordnungsgemäß beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das fünfundvierzigste Kapitel über die Merkmale der Weihevorschrift.

Besinnung zu Kapitel 45

Die Weihe verlangt viele zusammenwirkende Aufgaben: sorgfältige Vorbereitung, geordnete Wege, Musik, Gaben und die Aufmerksamkeit der Beteiligten. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin die Bedeutung einer bewusst getragenen Gemeinschaft sichtbar werden. Auch eine persönliche Praxis gewinnt durch Vorbereitung und verlässliche Abläufe; sie muss dafür nicht die historische Weiheordnung nachbilden.


Kriyapada, Kapitel 46: Waschung, Lagerung und Einsetzung der Prinzipien

Die vorbereitende Weihe verbindet das Baden des Lingas mit der Betrachtung seiner drei Bereiche als Träger von Prinzipien und Gottheiten. Das Kapitel enthält verschiedene Zuordnungen je nach Ziel und Gottheit der Einsetzung. Die Mantrabenennungen, abgekürzten Formeln und ausgeschriebenen Anrufungen werden unterschieden.

Kapiteleingang. Nun das sechsundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 46, Vers 1. Der Acharya bade mit den Gestalthütern, sei heiteren Geistes, wasche die Füße, vollziehe Achamana und trete in die Waschhalle ein.

Kriyapada 46, Vers 2. Zuerst lasse er die Segensverkündung sprechen und verehre Ganesha im Süden. Er vollziehe das Auswerfen der Streugaben, stelle Shiva-Krug und Vardhani auf

Kriyapada 46, Vers 3. und verehre sie. Nachdem durch ihre Umtragung die Halle geschützt ist, ordne er im Osten neunundvierzig Krüge an.

Kriyapada 46, Vers 4. Mit je zehn nach Osten und Norden verlaufenden Schnüren entstehen in der Mitte neun Felder; in den Richtungen werden zwei Reihen zu drei angegeben. [Die Rasterbeschreibung ist in der gelieferten Lesung und ihrer Variante unterschiedlich gefasst.]

Kriyapada 46, Vers 5. Die Reihen werden so bereinigt, dass vier Wege entstehen; in den Richtungen jeweils sechs Felder, an jeder Ecke vier. [Die Quelle selbst kennzeichnet den Satz zur Weganlage als fraglich.]

Kriyapada 46, Vers 6. In der mittleren Neunergruppe fülle man die Krüge von Osten an mit Pflanzensud, Kuhurin, den fünf Kuhprodukten, Milch,

Kriyapada 46, Vers 7. Asche, Dickmilch, Erde und Kusha-Wasser. Man vergegenwärtige in ihnen die sieben Meere und im achten den Garbha-Ozean.

Kriyapada 46, Vers 8. Den Brahma-Krug in der Mitte fülle man mit Duftwasser. Im zweiten Kreis stehen geklärte Butter, Kuhdung, Honig und Zuckerrohrsaft,

Kriyapada 46, Vers 9. Edelsteinwasser, Kokoswasser, Zitronatzitrone, Granatapfel, Banane, Zitrone, Jackfrucht und Bilva,

Kriyapada 46, Vers 10. ferner Sandel-, Agaru-, Kampfer- und Safranwasser: sechzehn Krüge. Den dritten Kreis aus einer durch Sankriti bezeichneten Krugzahl

Kriyapada 46, Vers 11. fülle man unter Vergegenwärtigung der heiligen Gewässer von Ganga an: Ganga, Shatadru, Yamuna, Narmada, Sarasvati,

Kriyapada 46, Vers 12. Gomati, Sarayu, Sindhu, Shona, Tapi, Parushni, Godavari, Krishnaveni, Nanda, Bhimarathi,

Kriyapada 46, Vers 13. Tungabhadra, Vegavati, Kaveri, Tamraparni, Prabhasa, Naimisha, Gokarna und Tripushkara,

Kriyapada 46, Vers 14. dazu Kedara. Diese vergegenwärtige man der Reihe nach in den Krügen von Osten an. Die mittlere Neunergruppe setze man mit den Brahma- und Gliedermantras in den jeweiligen Richtungen ein und verehre sie.

Kriyapada 46, Vers 15. Die Krüge des zweiten Kreises verehre man mit den Vidyeshvaras und den acht Gestalten; die des dritten mit den Prinzipien von Shakti bis Erde,

Kriyapada 46, Vers 16. ausgenommen die zehn Sinnesvermögen und den Geist. Die Anrufungen beginnen mit dem heiligen Urlaut, nennen den jeweiligen Namen und enden mit „Verehrung“. Damit verehre man die Krüge, die Darbha-Pinsel tragen und mit Schnur umwunden sind.

Kriyapada 46, Vers 17. Sie enthalten Gold und Edelsteine, tragen Gewänder, Sandelpaste und Girlanden, Mango- und Ashvattha-Blätter, Deckel, Früchte und unversehrte Körner.

Kriyapada 46, Vers 18. Man fülle die Krüge ordnungsgemäß und verehre sie mit Duftstoffen und weiteren Gaben. Dann bereite man im Westen neun Felder,

Kriyapada 46, Vers 19. stelle neun Krüge auf, mit den acht Gestaltherren ringsum und Shiva in der Mitte. Der Lehrer fülle und verehre sie.

Kriyapada 46, Vers 20. In fünf Feldern im Nordosten fülle man fünf Krüge der Reihe nach mit den fünf Nektarstoffen unter den fünf Brahmamantras und verehre sie mit goldenen Pinseln.

Kriyapada 46, Vers 21. Im Osten setze man auf einem Opferplatz das Feuer nach der Vorschrift ein, rufe Shiva samt Gliedern hinein und opfere Brennhölzer, geklärte Butter, Sesam und gekochte Opferspeise

Kriyapada 46, Vers 22. mit der Mantra-Samhita. Mit dem Wurzelmantra opfere man einhundertachtmal, mit den Brahma- und Gliedermantras ein Zehntel davon. Die herabgefallene geklärte Butter

Kriyapada 46, Vers 23. gebe man mit einer Kusha-Spitze in den Brahma-Krug. Dann vollziehe man das Bad, gebe Arghya, berühre den Kopf mit dem Herzmantra und entferne Blüten und weiteres.

Kriyapada 46, Vers 24. Zuerst mit den Mantraanfängen „Ihr Wasser seid …“, dann mit den Nektarstoffen unter den Brahmamantras; zwischen den Waschungen mit Wasser und Räucherwerk. Blüten sollen dafür sorgen, dass der Kopf nicht leer bleibt.

Kriyapada 46, Vers 25. So begieße man ihn, vollziehe das Vollopfer und verehre Shankara. Dann folge die Waschung mit den neunundvierzig Krügen in ihrer Aufstellungsreihenfolge.

Kriyapada 46, Vers 26. Mit Pflanzensud, den fünf Kuhprodukten, Asche und Erde unter der Vyomavidya; mit Kuhurin unter der Gayatri und mit Milch unter „Schwelle an …“.

Kriyapada 46, Vers 27. Mit Dickmilch unter „Den Dadhikravan …“, mit Kusha-Wasser unter „Des Gottes …“. Im zweiten Kreis ebenso mit geklärter Butter unter „Glanz bist du …“.

Kriyapada 46, Vers 28. Mit Honig unter „Süß wehen die Winde …“, mit Kuhdung unter „Die durch Duft Zugängliche …“, mit Zuckerrohrsaft unter dem Wurzelmantra, mit Edelsteinwasser unter „Durch den dunklen …“.

Kriyapada 46, Vers 29. Mit Fruchtwasser unter den Brahmamantras, mit Sandelwasser und weiterem unter dem Shri-Sukta. Dazwischen verehre man mit Wasser und Räucherwerk. Mit den Krügen des dritten Kreises

Kriyapada 46, Vers 30. bade man Shiva unter den elf Abschnitten des Rudra. Mit Duftstoffen und weiteren Gaben bis zur Speisegabe verehre man ihn; unter Instrumentenklang

Kriyapada 46, Vers 31. schwenke man das Licht. Dann begieße man den Herrn der Götter mit dem Wasser des Brahma-Krugs unter dem Wurzelmantra, der mit dem Fünfsilbigen endet.

Kriyapada 46, Vers 32. Wieder verehre man mit Duftstoffen und den weiteren Gaben, bade ihn mit der westlichen Neunergruppe unter den Pavamani-Mantras und mit dem mittleren Krug nochmals unter den Brahmamantras.

Kriyapada 46, Vers 33. Erneut verehre man Shankara bis zur Speisegabe. Nach der Zustimmung von Shiva und Shakti im Krug

Kriyapada 46, Vers 34. begieße man den Sockel aus der Vardhani mit Gauris eigenem Mantra, umschlossen vom Urlaut und ihrem Keimlaut. Dann bade man Shiva aus dem Shiva-Krug

Kriyapada 46, Vers 35. mit der Mantra-Samhita bis zur Vyomavidya. Unter Aghora bestreiche man Linga und Sockel mit Duftpaste. [Die Quelle markiert den Abschluss mit Vyomavidya als fraglich.]

Kriyapada 46, Vers 36. Unter Vamadeva schmücke man mit Gewändern und weiteren Gaben, unter Isha verehre man mit Blüten, unter Tatpurusha bringe man Räucherwerk, Licht und Speise dar.

Kriyapada 46, Vers 37. Mit der duftbestrichenen Shiva-Hand und der Gayatri berühre man das Linga in den vier Richtungen und in seinen drei Teilen, jeweils unter Vergegenwärtigung des Zugehörigen.

Kriyapada 46, Vers 38. Mit weißen duftenden Blüten, Girlanden, Räucherwerk, geschwenktem Licht und Teigleuchten verehre man es und lasse die Segensverkündung sprechen.

Kriyapada 46, Vers 39. Man bedecke das Linga mit zwei Tüchern und lasse es durch Brahmanen unter dem Mantraanfang „Erhebe dich, Brahmanaspati …“ und glückverheißendem Instrumentenspiel aufheben.

Kriyapada 46, Vers 40. Mit Gesang und Tanz bringe man den Herrn zur Lagerungshalle, nehme ihn am Westtor unter dem genannten Mantraanfang herab und verehre ihn. [Die Mantrabezeichnung und das folgende Verb sind in der gelieferten Lesung beschädigt; eine vollständige Formel wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 46, Vers 41. Zuvor stelle man auf der Schlafplattform, auf einem svastikaförmigen Opferplatz aus unenthülstem und enthülstem Reis, ein elfenbeinernes Bettgestell oder ein festes neues Brett auf.

Kriyapada 46, Vers 42. Mit Decken, Wolle, Seide und weiteren Stoffen bereite man darauf ein schönes Lager mit Kissen und oberem Tuch.

Kriyapada 46, Vers 43. In den Richtungen lege man die acht Glückszeichen nieder: Muschel, Rad, Fahne, Spiegel, Stier, Elefantenhaken, Yakhaarfächer und Fischpaar.

Kriyapada 46, Vers 44. Dann bringe der Acharya mit den Gestalthütern das Linga hinein und lege es unter dem Kopfmantra auf das Bett; mit dem Shikha-Mantra gebe er das Kissen.

Unnummerierter Beginn von Vers 45. Mit dem Schutzmantra decke er es zu und verehre bis zur Speisegabe.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari innerhalb von Vers 45. „Man lege es auf dem Bett mit dem Gesicht zum Tempel nieder und verbinde es unter dem Vama-Mantra vorschriftsmäßig mit dem höchsten Bewusstsein. Nach der Schöpfungsfolge stelle man sich darin die vollständige Gestalt vor: mit den sechs Wegen, leuchtend durch die fünf Brahmamantras, in der Gestalt des Vyomavyapin-Mantras, gegliedert durch die drei Prinzipien.“

Kriyapada 46, Schluss von Vers 45. Man bringe alle häuslichen Gerätschaften herbei und lege sie bereit.

Kriyapada 46, Vers 46. An den Füßen stelle man eine silberne Schale mit Honig und geklärter Butter auf. Man verehre unter Mrityunjaya samt Herzmantra und unter „Ihr Wasser seid …“.

Kriyapada 46, Vers 47. Nahe dem Kopf fülle man unter dem Waffenmantra den Schlafkrug. Auch Shiva-Krug und Waffen-Vardhani fülle und verehre man dort.

Kriyapada 46, Vers 48. Die Krüge der Vidyeshvaras stehen rings um das Linga an ihren jeweiligen Orten. Mit Girlanden markiere man die Grenzen, um die Prinzipien von Atman an erkennbar zu machen.

Kriyapada 46, Vers 49. An die Eingänge stelle man jeweils zwei kleine Krüge, an die Ecken Keimschalen und an die Torbögen je zwei Schüsseln mit glückverheißenden Keimlingen.

Kriyapada 46, Vers 50 und unnummerierte Erläuterung. Außerhalb des Schlafkrugs und der Vidyeshvara-Krüge fertige man drei Schutzumfassungen aus Asche, Kusha-Gras und Sesam und setze darin die Welthüter ein; gemeint sind auch ihre Waffen.

Kriyapada 46, Vers 51. Die Rezitierenden tragen die Veden in den Richtungen von Osten an vor; an den Ecken Rudra, Kadrudra, Bharunda und Camaka.

Kriyapada 46, Vers 52. Dann setze sich der Acharya mit den Gestalthütern nach Osten oder Norden gewandt auf einen Sitz und vergegenwärtige die drei Teile des Lingas.

Kriyapada 46, Vers 53. In Brahma-, Vishnu- und Ishvara-Anteil setze er die Prinzipien von Atman an bis zu ihren jeweiligen Grenzen ein, zusammen mit ihren Herren, Gestalten und Gestaltherren.

Kriyapada 46, Vers 54. Das Atma-Prinzip bis einschließlich Maya setze er in den Brahma-Anteil ein: mit Urlaut und Herz-Keimlaut, der Bezeichnung „Atma-Prinzip“ und abschließendem „Verehrung“.

Kriyapada 46, Vers 55. Ebenso: „Verehrung Brahma, dem Herrn des Atma-Prinzips!“ Nachdem man Brahma eingesetzt hat, folgen Urlaut und Kopfmantra.

Kriyapada 46, Vers 56. Das Vidya-Prinzip bis Sadesha setze man im Dativ mit abschließendem „Verehrung“ ein. Dann spreche man mit Urlaut und Kopfmantra: „Dem Herrn des Vidya-Prinzips,

Kriyapada 46, Vers 57. Vishnu, Verehrung!“ und setze ihn in den Vishnu-Anteil ein. Das Shiva-Prinzip bis Shiva setze man mit Urlaut und Shikha-Mantra voraus,

Kriyapada 46, Vers 58. im Dativ und mit dem Abschluss „Verehrung Rudra, dem Herrn des Shiva-Prinzips!“ in den Rudra-Anteil ein. [Die Wortfolge vor dem Herrennamen ist in der Quelle beschädigt und mit einer fraglichen Variante versehen. Keine sichere vollständige Sanskritformel wird daraus rekonstruiert.]

Kriyapada 46, Vers 59. Die acht Gestalten heißen Erde, Feuer, Opferherr, Sonne, Wasser, Wind, Mond und Raum. Man setze sie jeweils in den drei Gliedern ein.

Kriyapada 46, Vers 60. Die acht Gestalthüter heißen Sharva, Pashupati, Ugra, Rudra, Bhava, Ishana, Mahadeva und Bhima.

Kriyapada 46, Vers 61. Beim Achtersystem setze man sie der Reihe nach von Osten bis Nordosten mit Urlaut und Herz-Keimlaut voraus, ihrem jeweiligen Namen und abschließendem „Verehrung“ ein.

Kriyapada 46, Vers 62. Mit der Nishthura-Mudra binde man sie fest und verehre sie mit Duftstoffen und weiteren Gaben. Bei Shivas Einsetzung im Fünfersystem heißen die Gestalten

Kriyapada 46, Vers 63. Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum; ihre Herren sind Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva.

Kriyapada 46, Vers 64. Wird die Einsetzung für einen nach Befreiung Strebenden im Fünfersystem vollzogen, sind die fünf Kalas von Nivritti an die Gestalten, ihre Hüter

Kriyapada 46, Vers 65. die fünf von Sadyojata an, in ihren Richtungen von Westen an. Danach setze man in den nördlich des Lingas befindlichen Sockel, der wie das Linga gebadet,

Kriyapada 46, Vers 66. in der Mitte seiner Öffnung mit dem Yoni-Zeichen versehen und vorschriftsmäßig verehrt wurde, ebenso in den Brahma-Stein an der Linga-Basis,

Kriyapada 46, Vers 67. die jeweiligen Prinzipienherren, Gestalten und Gestaltherren ein. Dort setze man die Herrinnen der Prinzipien von Atman an zusammen mit Handeln, Erkennen und Wollen ein,

Kriyapada 46, Vers 68. ferner die Gestalten von Erde an und ihre Herrinnen von Dharika an: Dharika, Diptimati, Ugra, Jyotsna, Cetana,

Kriyapada 46, Vers 69. Balotkata, Dhatri und Vibhu sind die acht Gestaltherrinnen. Bei der Einsetzung für einen Sadhaka, der Genuss anstrebt, auf dem reinen Weg

Kriyapada 46, Vers 70. von Shuddhavidya bis Shakti gelten die Vidyeshvaras als Gestalthüter. Ihre Herrinnen auf dem Sockel heißen der Reihe nach Ananta und die folgenden,

Kriyapada 46, Vers 71. mit weiblichen Namensformen. Ebenso beim Fünfersystem: Vama, Jyeshtha, Kriya, Jnana und Iccha; diese werden als sechs genannt. [Die Vorlage nennt nur fünf Namen, bezeichnet sie jedoch als sechs. Keine weitere Göttin wird ergänzt.]

Kriyapada 46, Vers 72. Bei der Einsetzung von Gottheiten, die auf dem rein-unreinen Weg von Purusha bis Maya angesiedelt sind, gibt es die folgenden Gestalthüter.

Kriyapada 46, Vers 73. Angushthamana, Bhuvanesha, Isha, Ekapinga, Ikshanakrit, Bhava, Bhava, Mahadeva und Mahadyuti werden bei wunschbezogenen Einsetzungen als Gestalthüter genannt. [Die Namenfolge ist in der gelieferten Wortfügung nicht sicher zu trennen; Bhava erscheint zweimal. Eine normierte Achterliste wird nicht hergestellt.]

Kriyapada 46, Vers 74. Bei der Einsetzung von Gottheiten auf dem unreinen Weg, von Erde bis Prakriti, sind Kapalisha und die folgenden die Gestalthüter:

Kriyapada 46, Vers 75. Kapalisha, Agnirudra, Yama, Nirriti, Bala, Shighra, Nidhisha und als achter Vidyadhipati.

Kriyapada 46, Vers 76. Bei der Einsetzung von Vasus, Adityas, Rudras, Yakshas, Schlangenherren, Rakshasas, Menschen und weiteren Gestalten gelten Indra und die folgenden als Gestalthüter.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 76. Gemeint sind die acht Welthüter von Indra an.

Kriyapada 46, Vers 77. Wird eine Einsetzung zum Zweck niederer schädigender Riten oder ähnlicher Ziele vorgenommen, sind die acht Bhairavas von Asitanga an die Gestalthüter.

Kriyapada 46, Vers 78. Asitanga, Ruru, Canda, Krodhana, Unmatta-Bhairava, Kapalin, Bhishana und als achter Samhara.

Kriyapada 46, Vers 79. Bei Einsetzungen furchterregender Bildgestalten sind Tama und die folgenden die Gestaltherrinnen: Tama, Moha, Kshaya, Nishtha und Mrityu,

Kriyapada 46, Vers 80. Maya, Maya und Jvara. Die Gestalten sind weiterhin Erde und die folgenden. Beim Fünfersystem der furchterregenden Formen sind es Tama, Moha, Ghora,

Kriyapada 46, Vers 81. Arati und Jvara als Gestaltherrinnen, der Reihe nach. Bei der Einsetzung von Bildgestalten gilt dieselbe Vorschrift. [Maya wird in der Achterliste zweimal genannt; die Lesung bleibt erhalten.]

Kriyapada 46, Vers 82. Die drei Bereiche werden dabei bis zu Knie, Hals und Kopf vergegenwärtigt. Bei weiblichen Bildgestalten setze man die Handlungskraft auf den Sockel

Unnummerierter Beginn von Vers 83 und Abschnittsbezeichnung. und die Erkenntniskraft in den Körper; das Übrige vollziehe man wie beim Sockel. Abschnitt über die Einsetzung der Prinzipien, Prinzipienherren, Gestalten und Gestaltherren.

Kriyapada 46, Schluss von Vers 83 und Vers 84. Nachdem man so Prinzipien, ihre Herren, Gestalten und Gestalthüter eingesetzt hat, verehre man sie mit Urlaut, jeweiligem Namen und abschließendem „Verehrung“. Man betrachte die Prinzipien und die übrigen als im Linga und den weiteren Trägern gegenwärtig.

Kriyapada 46, Vers 85. Dann gehe man zu den Feuergruben, rufe Prinzipien, Prinzipienherren und weitere der Reihe nach hinein und opfere ihnen einzeln geklärte Butter.

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 46, Vers 86. Mit Urlaut und Herzmantra voraus setze man die tragende Shakti ins Feuer ein, verehre sie und opfere dreimal. Dann setze man das Atma-Prinzip ein.

Kriyapada 46, Vers 87. Mit „Dem Herrn des Atma-Prinzips, Brahma, Verehrung!“ rufe man ihn herbei und verehre ihn. Ebenso rufe man die Gestalten von Erde an und ihre Herren

Kriyapada 46, Vers 88. der Reihe nach und verehre sie. Für Prinzipien und die weiteren opfere man einhundertachtmal geklärte Butter, halb so oft oder ein Viertel davon.

Kriyapada 46, Vers 89. So opfern die Gestalthüter jeweils mit ihren eigenen Gestaltmantras. Danach gehen Acharya und die übrigen gemeinsam zum Linga.

Kriyapada 46, Vers 90. Mit den Wurzelenden des Kusha-Grases berühren sie ihre jeweiligen Gestaltbereiche und wiederholen die Gestalt- und Gestaltherrenmantras so oft, wie Opfergaben dargebracht wurden.

Kriyapada 46, Vers 91 und Formelanfang. Brahma als Prinzipienherrn lasse man eigens Shivas Gebot hören: „Mit dem heiligen Urlaut: Herr des Atma-Prinzips, Brahma! Solange dieses Linga auf Erden

Kriyapada 46, Vers 92 mit Formelfortsetzung. fehlerfrei und fest gegründet bleibt, sollst du auf Shivas Gebot hier bleiben. Verehrung Brahma!“ Mit dem Wurzelmantra berühren sie die Gestaltbereiche mit den Kusha-Wurzelenden.

Kriyapada 46, Vers 93 mit eingeschobener Formel. Die Linga-Basis besprengen sie einzeln mit Wasser aus den Friedenskrügen. Dann gehen sie wieder zur Feuergrube und vergegenwärtigen die beiden Prinzipien: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Atma- und dem Vidya-Prinzip!“

Kriyapada 46, Vers 94. Man verbinde den reinen und unreinen Bereich und setze das Vidya-Prinzip ein, wie zuvor mit Urlaut und Herzmantra voraus und abschließendem „Verehrung“.

Kriyapada 46, Vers 95. Mit „Dem Herrn des Vidya-Prinzips, Vishnu, Verehrung!“ verehre man ihn und opfere geklärte Butter. Ebenso rufe man Gestalten und Gestaltherren

Kriyapada 46, Vers 96. und opfere wie zuvor. Wieder zum Linga gegangen, berühren sie dessen Mitte mit der Mitte der Kusha-Halme und wiederholen

Kriyapada 46, Vers 97. die Gestalt- und Gestalthütermantras. Dann lasse man eigens Shivas Gebot hören: „Herr des Vidya-Prinzips, höre, Vishnu! Solange dieses Linga auf Erden

Kriyapada 46, Vers 98 mit Formelfortsetzung. fehlerfrei und fest gegründet bleibt, sollst du auf Shivas Gebot hier bleiben. Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Vishnu!“ Wie zuvor besprengen sie mit dem Wasser der Friedenskrüge unter dem Wurzelmantra.

Kriyapada 46, Vers 99. Wieder gehe man zur Feuergrube, vergegenwärtige den reinen und unreinen Bereich und verbinde die Prinzipien namens Vidya und Shiva mit abschließendem „Verehrung“.

Kriyapada 46, Vers 100. Man stelle das Shiva-Prinzip gegenwärtig, verehre und opfere wie zuvor. Auch die Gestalten und Gestaltherren setze man ein und opfere ihnen einzeln wie zuvor.

Kriyapada 46, Vers 101. Dann gehe man zum Linga, berühre den Rudra-Anteil mit den Kusha-Spitzen und wiederhole die Wurzelmantras entsprechend der Opferzahl.

Kriyapada 46, Vers 102. Man besprenge mit dem Wasser der Friedenskrüge und lasse Shivas Gebot hören: „Mit dem heiligen Urlaut: Herr des Shiva-Prinzips, höre, Rudra! Solange dieses Linga auf Erden

Kriyapada 46, Vers 103 mit Formelfortsetzung. fehlerfrei und fest gegründet bleibt, sollst du auf Shivas Gebot hier bleiben. Verehrung Rudra!“ Ebenso setze man auf dem Sockel als Shakti die Prinzipien und weiteren mit den jeweiligen Gestalten ein.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 103. Man reinige durch Berührung und lasse auch dort Shivas Gebot hören. Dann opfere man mit den Brahmamantras von Sadyojata an und den Gliedermantras in ihren Richtungen tausend-, fünfhundert- oder hundertmal geklärte Butter, ebenso mit den Vyahritis.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 103. „Mit den einzeln gesprochenen Vyahritis opfere man jeweils tausend Palasha-, Udumbara- und Ashvattha-Brennhölzer, oder solche, die in Milch, geklärte Butter und Honig getaucht sind. Ebenso opfere man Sesam. Mit den Mantras der acht Gestalten, der Gestaltenherren, der Gana-Herren, der Richtungshüter und der Waffen von Vajra an opfere der Guru der Reihe nach mit Hingabe geklärte Butter.“

Kriyapada 46, Verse 104–105. Gekochte Opferspeise, Puffreis, geröstetes Mehl, Senfsamen, Sesam, Gerste und Reis opfere man in den jeweiligen Richtungen mit den Mantras wie zuvor. Mit allen Stoffen zusammen vollziehe man unter dem eigenen Wurzelmantra das Vollopfer.

Kriyapada 46, Vers 106. Dann erhebe sich der Guru und spreche am rechten Ohr des Gottes, mit Urlaut und Herzmantra voraus, die Erkenntniskraft und die Bezeichnung „dem Selbst aus Klang“.

Kriyapada 46, Vers 107. Mit „Verehrung Shiva!“ übergebe er die vollzogene Handlung: „Mit dem heiligen Urlaut: Erhabener, in allen drei Teilen habe ich die Handlung ausgeführt.

Kriyapada 46, Vers 108. Durch deine Gnade möge sie ganz vollkommen werden, Herr!“ So übergebe man sie, binde mit der Nishthura-Mudra fest und verehre mit Duftstoffen und weiteren Gaben

Kriyapada 46, Vers 109. bis zur Speisegabe. Man gebe vorschriftsmäßig eine kleine Bali-Gabe in den Richtungen und verbringe die Nacht wach mit Tanz, Gesang, Unterhaltung und weiteren Darbietungen.

Unnummerierter Schlussvers. So wurden im Zusammenhang mit Shambhus Weihe die anfängliche Waschung und die weiteren Handlungen sowie das gesamte Verfahren zur Einsetzung der Prinzipien beschrieben, durch das die vorbereitende Lagerung vollendet wird.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das sechsundvierzigste Kapitel über die vorbereitende Lagerung.

Besinnung zu Kapitel 46

Das abschließende Gebet verbindet geleistete Arbeit mit Offenheit: Die Handlung ist ausgeführt, ihre Vollkommenheit wird erbeten. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin eine Haltung liegen, sorgfältig zu üben und zugleich die Begrenztheit des eigenen Tuns anzuerkennen. Die vielschichtige Einsetzung von Prinzipien bleibt ein bestimmter historischer Ritus; die Besinnung daraus ist eine heutige Anregung.


Kriyapada, Kapitel 47: Die Einsetzung des Linga

Dieses Kapitel beschreibt die eigentliche Pratishtha, die rituelle Einsetzung des Shiva-Linga. Räumliche Ausrichtung, materieller Halt und innere Meditation bilden darin eine zusammenhängende Handlung. Die abschließenden Tage gelten der Verehrung, dem Ausgleich möglicher Fehler und der Versorgung aller Beteiligten.

Kriyapada 47, Vers 1. Am nächsten Morgen baden der Acharya und die Träger der Gottesgestalten gemeinsam; ebenso badet der Auftraggeber mit seinen Söhnen und weiteren Angehörigen, noch vor dem für die Einsetzung bestimmten Zeitpunkt.

Kriyapada 47, Vers 2. Der Lehrer erreicht den Tempel, spricht Shivas Waffenmantra, vertreibt durch seinen Blick die Hindernisse und betritt das Gotteshaus.

Kriyapada 47, Vers 3 mit unnummerierter Einleitung. Er bestimme Shivas Mittelpunkt und lege dort den Brahma-Stein nieder. Das geschieht so: Im inneren Heiligtum bestimme er nach allen vier Richtungen den auf die Tür bezogenen Bereich.

Kriyapada 47, Vers 4. Diesen teile er durch zweiundzwanzig nach Osten und nach Norden verlaufende Schnüre. Das dabei entstehende mittlere Feld heißt Brahmas Feld.

Kriyapada 47, Vers 5. Dieses teile er mit östlich und nördlich verlaufenden Schnüren jeweils sechsfach. So entstehen sechsunddreißig Felder. In ihrer Mitte

Kriyapada 47, Vers 6. liegt der Schnittpunkt der östlichen und nördlichen Schnur, Brahmas Stelle. Gerade diesen Mittelpunkt vermeide man bei der Einsetzung Shivas und der anderen Gottheiten.

Kriyapada 47, Vers 7. Würde jemand aus Verblendung oder Nachlässigkeit das Linga oder ein anderes Bild in Brahmas Mittelpunkt einsetzen, so brächte dies nach der hier gelehrten Deutung dem Reich, dem Auftraggeber und dem König Verderben.

Kriyapada 47, Vers 8. Das Feld nordöstlich von Brahmas Stelle hat in seiner nordöstlichen Ecke einen Schnurschnittpunkt. Bei der Einsetzung soll die Mitte des Linga genau dorthin kommen.

Kriyapada 47, Vers 9. So erkenne man Shivas Mittelpunkt und setze Shiva dort ein. Den Innenraum des Heiligtums teile man in sieben mal sieben Felder.

Kriyapada 47, Vers 10. Das mittlere Feld ist das Brahma-Feld. Die acht Felder darum sind der göttliche Bereich. Die nächste Umfassung mit sechzehn Feldern

Kriyapada 47, Vers 11. heißt der menschliche Bereich. Die äußere Umfassung mit der Sankriti-Zahl von Feldern heißt der Bereich der Pishachas. Nun wird die Einsetzung in diesen Bereichen erklärt. [Die nachfolgende Maya-Stelle nennt für Sankriti ausdrücklich vierundzwanzig.]

Kriyapada 47, Vers 12. Im Brahma-Bereich erfolgt Shivas Einsetzung, im göttlichen Bereich diejenige Vishnus. Im menschlichen Bereich können alle Götter stehen, im Pishacha-Bereich die Mütter und Rakshasas.

Unnummerierte Fortsetzung zu Vers 12. Auch für göttliche Wesen, Gandharvas, Yakshas, Nagas und weitere Wesen wird dieser Bereich empfohlen.

Unnummeriertes Zitat Mayas vor Vers 13. „Im Heiligtum mit sieben mal sieben Anteilen ist das mittlere Feld Brahmas Bereich; der göttliche Bereich umfasst acht Anteile. Der menschliche Bereich hat sechzehn Anteile, der äußere Pishacha-Bereich vierundzwanzig. Shiva gehört in Brahmas Bereich, Vishnu in den göttlichen. Alle Götter können im menschlichen Bereich aufgestellt werden. Im Pishacha-Bereich stehen die Mütter, Asuras und weitere Wesen, Rakshasas, Yakshas, Gandharvas und Nagas.“

Kriyapada 47, Verse 13–14. Südlich von Shivas Mittelpunkt und nördlich von Brahmas Schnur spanne man eine östlich gerichtete Schnur gleichmäßig durch die Mitte der Felder. Darauf setze man Vishnu und die weiteren Gottheiten der Reihe nach jeweils in die Mitte ihres eigenen Feldes.

Kriyapada 47, Vers 15. In den östlichen Feldern stelle man die Götter mit dem Gesicht nach Westen auf, in den westlichen nach Osten, in den südlichen nach Norden,

Kriyapada 47, Vers 16, erster Teil. in den nördlichen nach Süden: Vishnu und die anderen jeweils sachgemäß der Reihe nach.

Abschnittsabschluss. Die Bestimmung von Shivas Mittelpunkt.

Kriyapada 47, Vers 16, zweiter Teil, und Vers 17. Nun schaffe man im Brahma-Stein passende Vertiefungen in den jeweiligen Richtungen und in der Mitte, damit die Edelsteine und weiteren Stoffe eingelegt werden können. Die Mitte des Steins soll dabei mit Shivas zuvor bestimmtem Mittelpunkt übereinstimmen.

Kriyapada 47, Vers 18. Unter reichem Instrumentenklang und Veda-Rezitation setze der Guru ihn zusammen mit den Gestaltträgern ein, nach Norden oder Osten gewandt.

Kriyapada 47, Vers 19. Er spreche den heiligen Urlaut und „Verehrung, du Allgegenwärtige! Du Feste, Unbewegliche, Beständige!“, sodann den Erdkeim mit abschließendem Bindu, die Hrillekha und die Opferendung, die als Gattin des Feuers bezeichnet wird.

Kriyapada 47, Vers 20. Ebenso spreche er den Urlaut, den Herzkeim, „der tragenden Shakti“ mit abschließender Verehrung, sowie „der unendlichen Shakti“, ebenfalls mit Verehrung.

Kriyapada 47, Vers 21 mit Formeleingang. Nachdem er den Brahma-Stein aufgestellt hat, berühre und bespräche er ihn so: „Mit dem heiligen Urlaut: Du selbst bist die höchste Shakti, du selbst trägst den Sitz.

Kriyapada 47, Vers 22. Göttin, auf Shivas Gebot sollst du hier immer bleiben!“ In ihr vergegenwärtige er den gesamten Wirklichkeitsweg bis zu Shuddhavidya.

Kriyapada 47, Vers 23. Dann lege er die fünf Stoffgruppen von den Edelsteinen an der Reihe nach ein: Diamant, Sonnenstein, Nila, Mahanila, Perle,

Kriyapada 47, Vers 24. Pushyaraga, Mastaka, Vaidurya und Padmaraga, von Indras bis zu Ishanas Richtung. Manikya ist für die Mitte vorgesehen. [Die gelieferte Reihe nennt vor dem Mittelstein neun Namen für acht Richtungen; keine Zuordnung wird ergänzt.]

Kriyapada 47, Vers 25. Kupfer, Eisen, Zinn, Silber, Messing, Bronze, Blei, Devaloha und Gold folgen von Osten bis zur Mitte.

Kriyapada 47, Vers 26. Tala, Shila, Torika, Makshika, Hemamakshika, roter Ocker, Schwefel, Glimmer und als neunter Stoff Quecksilber sind vorgesehen. [Mehrere Mineralnamen bleiben ohne gesicherte moderne Stoffgleichsetzung.]

Kriyapada 47, Vers 27. Als Pflanzenstoffe lege man Ushira, Harikranta, rotes Sandelholz, Agaru, Shariba, Utpala, Maleya, Ruk und Shankhakusuma ein. [Die letzten Namen stehen in einer schwer trennbaren Folge; ihre botanische Bestimmung bleibt offen.]

Kriyapada 47, Vers 28. Danach lege man Reis, Weizen, Sesam, Masha-Bohnen, Mungbohnen, Gerste, Shyama und Shali-Reis von Indras Richtung an ein.

Kriyapada 47, Verse 29–30. Bei verkürzter Weihe oder wenn die Edelsteine und anderen Stoffe nicht verfügbar sind, lege man aus den fünf Gruppen Diamant, Gold, Quecksilber, Harikranta und Gerste in die mittlere Vertiefung. Die einzelnen Stoffgruppen lege man mit den Kalas von Sadyojata an ein,

Kriyapada 47, Vers 31. in der Mitte mit den Brahmamantras von Sadyojata an oder mit den Namen der Weltenhüter. In die mittlere Vertiefung lege man eine goldene Schildkröte oder einen goldenen Stier

Kriyapada 47, Vers 32. unter dem Ananta-Mantra. In Osten, Süden, Westen und Norden lege man einen goldenen Stier, eine Axt, eine Gebetskette und einen Dreizack

Kriyapada 47, Vers 33. unter den Kalas von Nivritti an. Man bestreiche den Stein mit Milchreis und bedecke ihn unter dem Schutzmantra mit einem neuen, reinen Tuch.

Kriyapada 47, Vers 34. Man verehre ihn mit Duftstoffen und weiteren Gaben bis zur Speisegabe. Als Bali in den Richtungen gebe man der Reihe nach Krisara, Kuchen, Puffreis, Wasser, geröstetes Getreide, Kurkumamehl

Kriyapada 47, Vers 35 mit Formeleingang. sowie Zuckerrohrsaft und Speise unter den Namen der Richtungshüter: „Mit dem heiligen Urlaut: Indem ihr den Gott Rudra voranstellt, nehmt diese Bali-Gabe an!

Kriyapada 47, Vers 36 mit Formelfortsetzung. Alle Wesen bis hin zu den Pishachas verehren wir hier. Verehrung allen Wesen, die in sämtlichen Richtungen wohnen!“ Nachdem er so in jeder Richtung gegeben hat, bade er, nehme den rituellen Wasserschluck und sei heiteren Sinnes.

Kriyapada 47, Vers 37. Mit dem Waffenmantra bringe er hundert Opfer dar, um Fehler am Stein, an den Schnüren und anderen Dingen zu tilgen. Dann hebe er das Linga mit dem Herzmantra auf und bringe mit dem Kopfmantra das Ehrenwasser dar.

Kriyapada 47, Vers 38. Er preise es mit Worten und Glücksrufen wie „Sieg!“, unter Gesang, Instrumentenklang und weiteren Darbietungen. Gold, Edelsteine, Gewänder und andere Gaben

Kriyapada 47, Vers 39. werfen der Auftraggeber und die anderen aus, während sie den Gott rechtsherum führen. Mit den Gestalthütern lasse der Acharya ihn am Eingang nieder,

Kriyapada 47, Vers 40. setze ihn auf den glückverheißenden Sockel und spreche: „Mögest du fest stehen!“ Bei einem noch nicht mit dem oberen Aufbau versehenen Eingang bringe man

Kriyapada 47, Vers 41. Linga und Sockel hinein, ohne Türpfosten oder weitere Bauteile zu berühren. Berühren Linga oder Sockel die Schwelle, einen Pfosten, die Wand oder den oberen Türbalken,

Kriyapada 47, Vers 42. so gilt dies als schwerer Fehler. Zu seinem Ausgleich opfere man mit den Brahma-, Wurzel- und Gliedermantras und gebe eine Opfergabe an die Priester.

Kriyapada 47, Vers 43. Dann bringe man das Linga hinein, ohne die Pfosten oder andere Bauteile zu berühren. Wenn die Wand noch nicht begonnen und die Tür noch nicht errichtet ist,

Kriyapada 47, Vers 44. bringe man den Gott durch die für die Tür vorgesehene Stelle hinein. Dann verehre man den Brahma-Stein und entferne mit dem Waffenmantra sein bedeckendes Tuch.

Kriyapada 47, Vers 45. Das Linga werde so mit einer geeigneten Vorrichtung ausgerichtet, dass es mühelos in die Vertiefung des Steins eingeführt werden kann.

Kriyapada 47, Vers 46. Wenn die genau bestimmte günstige Zeit gekommen ist, vollziehe der Acharya dies mit den Gestaltträgern und vergegenwärtige sich: „Ich bin Shiva.“

Kriyapada 47, Vers 47. Er meditiere die Einheit von Shiva und Shakti und erkenne im Stein die Shakti. Er überschreite Herz, Kehle, Gaumen, Brauenmitte und Brahmarandhra,

Kriyapada 47, Vers 48. lasse dabei die Ursachenmächte von Brahma an zurück und meditiere seinen eigenen Mantra bis zum Ungegliederten. Ihn sprechend setze er das Linga mit heiterem Sinn ein.

Kriyapada 47, Vers 49. Auf dem Weg der Entfaltung, in der Reihenfolge Ishana, Purusha und so fort, vergegenwärtige er im Linga den Wirklichkeitsweg der Prinzipien von Shakti an.

Kriyapada 47, Vers 50. Mit reinem Sand fülle er die Öffnung des Steins aus und verdichte sie immer wieder mit einem goldenen Stab.

Kriyapada 47, Vers 51. Den Sockel führe man an hängenden Seilen bis über die Spitze des Linga und senke ihn zur genau bestimmten günstigen Zeit langsam über das Linga herab.

Kriyapada 47, Vers 52. Dabei vergegenwärtige man in der Reihenfolge der Entfaltung den Mantra aus Urlaut, Shakti-Keim, der Wendung „der Kraft des Handelns“ und dem Schluss „Verehrung Uma!“

Kriyapada 47, Vers 53. Diesen sprechend verbinde man den Sockel mit dem Linga. Werden Linga oder Sockel während der Aufstellung verschoben,

Kriyapada 47, Vers 54. so vollziehe man die Befriedung mit dem Mantra des Hüters jener Richtung, in die sie gerückt sind. Mit Schnüren sichere man sie an ihrem eigenen Platz.

Kriyapada 47, Vers 55. Man opfere zweihundert- oder dreihundertmal geklärte Butter und Sesam und gebe dem Einsetzer die rituelle Vergütung: für die Richtungen von Osten an einen Elefanten, auch einen aus Gold,

Kriyapada 47, Vers 56. Gold, einen Büffel, einen Ziegenbock, eine Perlenkette, Messing, eine Milchkuh und Silber, jeweils in der genannten Reihenfolge.

Kriyapada 47, Vers 57. Nachdem er sich vor dem zur Einheit gelangten Linga und Sockel verneigt hat, opfere der Acharya hundertmal geklärte Butter mit den Brahma- und Wurzelmantras sowie den weiteren Mantras.

Kriyapada 47, Vers 58. Wieder zum Herrn der Götter tretend, verneige sich der Guru und bitte um Fehlerlosigkeit: „Sei gnädig bei diesem Werk; verzeih die Verfehlung, o Herr!“

Kriyapada 47, Vers 59. Dann fülle er die Öffnung noch ein wenig mit Sand und schließe sie vollständig, ohne Zwischenraum, mit der achtteiligen Bindemasse.

Kriyapada 47, Vers 60. Lackharz, Sarja-Harz, Muschelschale, Sand, Triphala-Saft und Kundurushka werden zusammen zerrieben: Dies heißt „diamantfester Mörtel“.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 60. Das bedeutet: ungekocht. Oder man verwende Folgendes.

Kriyapada 47, Vers 61. Lackharz, Sarja-Harz, Wachs, Zuckerpulver, Guggulu, roter Ocker, Rohzucker und Öl heißen die achtteilige Bindemasse.

Kriyapada 47, Vers 62 mit Prosaübergang. Vom letzten Bestandteil aus sollen die Anteile zunehmen; die gekochte Masse werde klebrig. Ferner: Lackharz, Rohzucker, Bienenwachs und Guggulu nehme man zu gleichen Anteilen.

Kriyapada 47, Vers 63. Sarja-Pulver komme in gleicher Menge hinzu, roter Ocker in der halben Menge davon. Zur rechten Zeit gebe man Öl im halben Maß sämtlicher Stoffe hinzu.

Kriyapada 47, Vers 64. In einem eisernen Gefäß koche man alles über mildem Feuer und rühre mit einem eisernen Löffel. Auch hier muss der Kundige den klebrigen Kochzustand erkennen.

Kriyapada 47, Vers 65. Eine dieser Bindemassen bringe man ein und mache die Verbindung von Linga und Sockel fest und fugenlos, sodass kein Wasser eindringt.

Kriyapada 47, Vers 66. Oder man schließe die Zwischenräume mit Bleiblechen. Nachdem man durch sachgemäßes Erwägen und Gegenprüfen vorgegangen ist, wasche man das Linga.

Kriyapada 47, Vers 67. Man übergieße es mit dem Wasser des Schlafkruges, auch mit etwas Friedenswasser, Ehrenwasser und den fünf Nektaren, jeweils mit Wasser und Räucherung dazwischen.

Kriyapada 47, Vers 68. Man reibe es mit Gersten- und Weizenmehl sowie weiteren Stoffen ab und übergieße es. Dann hole man den Shiva-Krug und die Vardhani vom Lageraltar herbei.

Kriyapada 47, Vers 69. Mit ihnen übergieße man den Herrn, danach mit den Krügen der Vidyeshvaras. Ebenso übergieße man unterhalb des Sockels in den jeweiligen Richtungen der Reihe nach.

Kriyapada 47, Vers 70. Die Friedenskrüge stelle man wieder an ihre eigenen Plätze. Man bringe Ehrenwasser dar, verehre und gebe die Bali-Gabe … [Die Vorlage markiert hier selbst eine Lücke durch Sternchen; der Satzschluss lässt sich nicht vollständig übersetzen.]

Kriyapada 47, Vers 71. Mit der Faust berühre man den Sockel, mit der Daumenspitze Shiva. Im Linga vergegenwärtige man Shiva und im Sockel Parvati.

Kriyapada 47, Vers 72. Shivas Mantra besteht aus dem Urlaut, dem Wurzelmantra und dem Schluss „Verehrung Shiva!“ Der andere besteht aus Urlaut, Shakti-Keim und „Verehrung der Kraft des Handelns, Uma!“

Kriyapada 47, Vers 73. Für jemanden, der Genuss wünscht, verbinde man die beiden Mantras in dieser Reihenfolge; zur Befreiung verbinde man sie umgekehrt. Dann setze man in die drei Teile, beginnend mit dem als „Ka“ bezeichneten,

Kriyapada 47, Vers 74. wie zuvor der Reihe nach die Prinzipien vom Atman an und ihre Herren ein. In den Sockel setze man die tragende Kraft, Ananta, Dharma und die weiteren sowie Vama und die anderen Kräfte ein.

Kriyapada 47, Vers 75. In das Linga setze man die Mantras der Gestalt und des Wissensleibes mit vorausgehendem Urlaut und Herzmantra ein. Gestalt und Wissensleib vergegenwärtige man mit den fünf Kalas und den sechs Wirklichkeitswegen,

Kriyapada 47, Vers 76. alles als Durchdrungenes und Durchdringendes betrachtend, und verbinde es. Die Gestalt umfasst die Prinzipien bis zu Shakti; die zehn Richtungen sind der Kreis ihrer Arme.

Kriyapada 47, Vers 77. Ihre Gesichter sind die fünf Offenbarungsströme; ihr göttlicher Leib besteht aus den fünf Mantras. Nivritti bildet Füße, Unterschenkel und Oberschenkel, Pratishtha Hüfte und die anschließenden Körperbereiche.

Kriyapada 47, Vers 78. Vidya bildet Herz, Brust und Schultern; Shanti ist ihr Lotusgesicht. Die Kala Shantyatita ist ihr Haupt, der Weltenweg ihre Körperbehaarung.

Kriyapada 47, Vers 79. Der Weg der Laute und Mantras ist ihr Blut; der Weg der Wörter bildet Fleisch, Gefäße und weitere Körperteile. Der Prinzipienweg bildet Mark, Samen und Knochen. So gilt sie als Verkörperung aller Wirklichkeitswege.

Kriyapada 47, Vers 80. Aus dem Lotus des eigenen Herzens vergegenwärtige man den Wurzelmantra, mit Shiva am Dvadashanta verbunden, als verdichtetes Bewusstsein, höchstes, unversehrtes Licht.

Kriyapada 47, Vers 81. Von dort führe man ihn in die zusammengelegten, mit Blumen gefüllten Hände, weiter zum Haupt des Herrn und durch den Kanalweg ins Innere des Linga, in den Herzlotus der Gestalt.

Kriyapada 47, Vers 82. Dort setze man ihn ein, sodann überall in die Gestalt und die Glieder in diese Gestalt. Man bilde den Laut, der als Ende der mit „Sha“ bezeichneten Folge bestimmt ist, mit dem sechsten Vokal und Bindu, dazu „Verehrung der Bewusstseinskraft!“ [Die Lautchiffre wird nicht zu einer vermeintlich gesicherten Rezitationsformel ergänzt.]

Kriyapada 47, Vers 83. Diesen mit vorangestelltem Urlaut sprechend, setze man ihn das ganze Linga durchdringend ein und halte ihn wie zuvor fest. Dann reibe man Shiva mit den aus Teig und weiteren Stoffen geformten

Kriyapada 47, Vers 84. Waffen der Weltenhüter unter ihren jeweiligen Mantras ab, ebenso mit Nandyavarta, blauem Lotus, Wasserlotus, Shrivatsa, Svastika und Lotus,

Kriyapada 47, Vers 85. mit Spiegel und Fliegenwedel. Diese Teigformen werden mit dem Aghorastra besprochen. Nach dem Abreiben bade man Shiva vorschriftsmäßig mit duftendem Wasser. [Die Lotusbezeichnungen wiederholen sich in der Quelle; keine Form wird gestrichen.]

Kriyapada 47, Vers 86. Mit Gewändern, Schmuck, Duftstoffen und den vorgeschriebenen Diensten verehre man den Gott bis zur Speisegabe und wiederhole den Mantra hundertachtmal.

Kriyapada 47, Vers 87. Man gebe ihm einen Namen, der mit dem Namen des Auftraggebers beginnt und mit der Bezeichnung des Herrseins endet, und bitte: „Sei in diesem stets gegenwärtig!“

Kriyapada 47, Vers 88. Nachdem der Gott mit „So sei es“ zugestimmt hat, trete der Guru zur Feuergrube und opfere mit dem Wurzelmantra und Umas Mantra geklärte Butter und Milchreis.

Kriyapada 47, Vers 89. Im Osten setze er den Stier ein, im Süden Lakulishvara, im Südwesten Ganesha und die Weltenhüter jeweils in ihren eigenen Richtungen.

Kriyapada 47, Vers 90. Die Mütter stelle er westlich von Yamas Platz auf, Shasta auf Mrigas Feld und Guha auf Bhallatas Feld. Dann sollen die Gestalthüter in den acht Richtungen von Osten an

Kriyapada 47, Vers 91. auf den Opferflächen Feuer anlegen und jeweils gesondert opfern: im Osten mit dem Mantraanfang „Indra, die Tatkraft uns …“, im Südosten mit „Agni als Boten …“,

Kriyapada 47, Vers 92. im Süden mit „Am Himmelsgewölbe der schön Geflügelte …“, im Südwesten mit „Nicht uns hinweg …“, im Westen mit „Den sie beschützen …“, im Nordwesten mit „Vayu, komm her …“,

Kriyapada 47, Vers 93. im Norden mit „Soma, den König …“, im Nordosten mit „Den Dreiäugigen …“. Als Brennhölzer dienen Palasha, Khadira, Ashvattha, Plaksha, Nyagrodha, Bilva,

Kriyapada 47, Vers 94. Udumbara und Kashmarya, diese acht in der genannten Reihenfolge. In der Mitte opfere man alle Stoffe mit den Glieder-, Brahma- und Wurzelmantras.

Kriyapada 47, Vers 95. Mit denselben Stoffen opfere man unter den Mantras der Weltenhüter in den Richtungen. Nachts gebe man den Ganas die Bali-Gabe, der Reihe nach von Osten an.

Abschnittsabschluss. Der erste Tag.

Kriyapada 47, Vers 96. Am zweiten Tag bade der Guru gemeinsam mit den Gestaltträgern und verehre Shiva nach der täglichen Vorschrift ordnungsgemäß.

Kriyapada 47, Vers 97. Um das Werk lückenlos zu machen, opfere man in den Feuergruben des Ostens, Südens, Westens und Nordens der Reihe nach geklärte Butter mit Shivas Waffenmantra, Aghoras Waffenmantra,

Kriyapada 47, Vers 98. dem Pashupata-Waffenmantra und dem Wurzelmantra. In den Gruben vom Südosten an opfere man mit Aghorastra, Savitri, Shivas Gebot

Kriyapada 47, Vers 99. und Gayatri beziehungsweise Gauris Gayatri tausendmal. Zu den drei Tageszeiten verehre man den Gott und gebe nachts den Wesen die Bali-Gabe. [Die Mantrareihe und ihre Verteilung sind im gelieferten Satz nicht eindeutig gegliedert; keine zusätzliche Richtungszuordnung wird erfunden.]

Kriyapada 47, Vers 100. Auch am dritten Tag verehre man den Gott wie zuvor nach der Vorschrift und opfere zur Befriedung der Richtungen geklärte Butter in den Gruben von Osten an.

Kriyapada 47, Vers 101. Mit den Brahma- und Gliedermantras und den jeweils eigenen Mantras opfere man in jeder Grube tausendmal, gekochte Opferspeise im Umfang eines Zehntels davon. Die Bali-Gabe gebe man wie zuvor.

Kriyapada 47, Vers 102. Am vierten Tag verehre man Shiva mit besonderem Aufwand. Man bade den Gott ordnungsgemäß mit einer Anzahl von Krügen bis zu hundertacht,

Kriyapada 47, Vers 103. oder mit einundachtzig, neunundvierzig, fünfundzwanzig oder neun, nach dem eigenen Vermögen und entsprechend dem jeweiligen Linga.

Kriyapada 47, Vers 104. Die Waschung geschehe so, wie später im Kapitel über das Baden erklärt wird. Die große Speisegabe soll dem Umfang der Waschung entsprechen.

Kriyapada 47, Vers 105. In jeder Grube opfere man mit Vagishvari tausendmal geklärte Butter, mit den Brahma- und Gliedermantras wie zuvor. Im Shiva-Feuer koche man die Opferspeise.

Kriyapada 47, Vers 106, erstes Vorkommen. Nachdem man dem Gott Ehrenwasser dargebracht hat, teile man den Rest in neun Teile. Guru und Gestalthüter opfern nach Vermögen in jeder Grube.

Kriyapada 47, Vers 106, zweites Vorkommen. Mit den acht am zweiten Tag genannten Mantras, beginnend mit Shivas Waffenmantra, opfere man nach Vermögen geklärte Butter und bringe jeweils gesondert das Vollopfer dar. [Die Quelle nummeriert beide Verse mit 106; eine Marke 107 fehlt.]

Kriyapada 47, Vers 108. Man entferne die gebrauchten Opfergaben, bade den Gott, lege die acht Blumen auf und gebe die Bali-Gabe in den Richtungen. Sodann lockere man den eigenen Mantra in der Gestalt, unter Wahrung seiner Beziehung zu ihr,

Kriyapada 47, Vers 109. und verehre Canda im Linga: blau, viergesichtig und in jedem Gesicht dreiäugig,

Kriyapada 47, Vers 110. vierarmig, mit leuchtenden Gesichtern, dem Mond auf dem Haarknoten, Gebetskette, Dreizack, Beil und Wassergefäß tragend,

Kriyapada 47, Vers 111. mit Schlangen als heiliger Schnur und Armreifen sowie mit rotem Gewand geschmückt. So meditiere man ihn, hole ihn aus dem Linga und setze ihn in den Lotus des eigenen Herzens.

Kriyapada 47, Vers 112. Man stelle Candas Bild im Shiva-Heiligtum an seinem eigenen Platz im Nordosten auf den Lotussitz der tragenden Shakti. In sein Herz

Kriyapada 47, Vers 113. führe man Canda aus dem eigenen Herzen durch den Kanalweg ein. Man verehre ihn mit den hauptsächlichen Diensten, der Reihe nach von Sitz und Ehrenwasser an.

Unnummerierter Übergang. Dies geschieht folgendermaßen.

Kriyapada 47, Vers 114. Der Sitzmantra lautet dem Sinn nach „Verehrung Candas Sitz!“, der Gestaltmantra entsprechend für Candas Gestalt. Der Wurzelmantra beginnt mit der als Dhuni bezeichneten Lautform, danach folgt Candeshvara

Kriyapada 47, Vers 115. im Dativ, der Haarschopf-Keim, die schneidende Waffenlautfolge und die Verehrungsendung. Die Gliedermantras beginnen mit dem Wort Canda, danach folgen der Reihe nach Herz und die weiteren Glieder

Kriyapada 47, Vers 116. im Dativ, die beiden Waffenlaute und die Verehrungsendung: so die fünf Formeln. Mit ihnen verehre man in der Reihenfolge von Sitz und weiteren Gaben, mit Waschung und den übrigen Diensten.

Kriyapada 47, Vers 117. Man bringe ihm Speise und die von Shivas Verehrung stammenden Blumen und weiteren Gaben dar. Dann bade man das Linga und entfache die Mantras erneut wie zuvor.

Kriyapada 47, Vers 118. Nach der Verehrung mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben und der Darbringung der Speise gebe der Acharya sieben Opfer in die mittlere Grube.

Unnummerierter Übergang. Nämlich so.

Kriyapada 47, Vers 119. „Fest“, „allgegenwärtig“, „unermesslich“, „anfangslos erwacht“, „ewig“, „unvergänglich“

Kriyapada 47, Vers 120. und „stets erfüllt“: An diese sieben Bezeichnungen wird jeweils „Sei es! Svaha!“ angefügt. Das sind die Mantras. Mit ihnen opfere man geklärte Butter und berühre unter denselben Formeln Shiva.

Kriyapada 47, Vers 121. Tausendmal, halb so oft oder hundertmal opfere man geklärte Butter mit Aghorastra und den Vyahritis; dann bringe man erneut das Vollopfer dar.

Kriyapada 47, Vers 122. Die jeweiligen Mantra-Feuer entlasse man aus den Gruben in den Lotus des eigenen Herzens. Ebenso entlasse man Shiva-Krug und Waffenmacht, die Weltenhüter und die Türgottheiten

Kriyapada 47, Vers 123. sowie die Gottheiten in Torbögen, Bannern und Krügen. Nachts gebe man den Wesen die Bali-Gabe und bade zusammen mit den Gestaltträgern.

Kriyapada 47, Vers 124. Man umschreite Shiva rechtsherum, verneige sich und bitte um seine Gunst. Dann erfreue man zunächst den Acharya mit Gold, Gewändern, Land, Schmuck und Fahrzeugen,

Kriyapada 47, Vers 125. ohne sein Vermögen geizig zu verbergen. Die Gestalthüter bedenke man mit einem Zehntel davon, die Veda-Rezitierenden mit der Hälfte dieses Anteils,

Kriyapada 47, Vers 126. die Mantrawiederholenden wiederum mit der Hälfte davon und die Helfenden mit der Hälfte dieses Anteils. Brahmanen, Träger religiöser Kennzeichen, Gläubige, Arme, Blinde und andere Bedürftige

Kriyapada 47, Vers 127. sowie weitere Menschen erfreue man nach Vermögen mit Gold und anderen Gaben. Mit seinem ganzen Vermögen, der Hälfte oder einem Drittel davon

Kriyapada 47, Vers 128. soll der Auftraggeber die Einsetzung des Linga voller Hingabe durchführen. Wer dazu imstande ist, sie aber aus Geiz vollzieht,

Kriyapada 47, Vers 129. erlangt ihre Frucht nicht, weil sein Sinn von Habgier besetzt ist. Danach sollen der Acharya und die anderen dem Auftraggeber die Frucht ihrer jeweiligen Handlung übergeben,

Kriyapada 47, Vers 130. mit Wasser und Blumen in den Händen. Anschließend soll der Auftraggeber, umgeben von seinen Söhnen und weiteren Angehörigen,

Kriyapada 47, Vers 131. dort die Mittel für die fortdauernde tägliche Verehrung und die weiteren Dienste bereitstellen. Wer so voller Hingabe und nach seinem Vermögen, mit dem Tempelbau beginnend,

Kriyapada 47, Vers 132. die Einsetzung des Linga vollzieht, erlangt in jener Welt seine ersehnten Freuden gemeinsam mit Söhnen, Freunden und anderen. Am Ende erreicht er die gewünschten Welten.

Kriyapada 47, Vers 133. So viele feinste Teilchen jener Tempelbau und seine weiteren Teile enthalten, so viele Tausende von Jahren genießt er Freuden und gelangt danach zu Shiva. [Dies ist die religiöse Verheißung des Textes, keine überprüfbare Wirkungszusage der Redaktion.]

Kriyapada 47, Vers 134. So ist die Einsetzung des Mondgekrönten ordnungsgemäß beschrieben, passend für Lingas der größten und der weiteren Größenklassen, nachdem die vorzüglichen, von Shiva verkündeten Tantras in ihren vielfältigen Formen bis zum Äußersten durchdacht wurden.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das siebenundvierzigste Kapitel über die Einsetzung.

Besinnung zu Kapitel 47

Am Ende steht nicht allein ein feierlicher Augenblick. Der Text fordert Mittel für die tägliche Verehrung und berücksichtigt auch die Helfenden und Bedürftigen. Für heutige Yoga-Aspiranten liegt darin eine verständliche Anregung: Ein guter Anfang gewinnt durch beständige Pflege und durch Aufmerksamkeit für die Menschen, die ihn mittragen. Die überlieferten Vermögensvorgaben gehören zum historischen Stiftungsritual; sie sind keine heutige Empfehlung, die eigene Lebensgrundlage aufzugeben.


Kriyapada, Kapitel 48: Tägliches Fest, Fahrzeuge und Sitze

Das tägliche Tempelfest führt die Verehrung in eine gemeinsame Bewegung aus Musik, Umzug und Gaben über. Anschließend beschreibt das Kapitel Sänften, Wagen, Liegen und Sitze für größere Feste. Zahlreiche Stellen dieses Kapitels sind bereits in der gelieferten Quelle durch Sternchen als lückenhaft bezeichnet. Die erhaltenen Aussagen werden übersetzt, fehlende Wörter nicht ergänzt.

Kriyapada 48, Vers 1. Nun vollziehe man Shambhus tägliches Fest, das seine Gegenwart herbeiführt. Dadurch kommen nach dem Text widrige Einflüsse zur Ruhe und die Vorzüge zur Erfüllung. [Die gelieferte Lesung lautet „Vorzüge“; eine Änderung zu „Ganas“ wird nicht vorgenommen.]

Kriyapada 48, Vers 2. Nachdem man den Herrn zu den drei Übergangszeiten bis zur Speisegabe und zum Feueropfer verehrt hat, gebe man Rudras Gefolge ordnungsgemäß die Bali-Gabe.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 2. „Man vollziehe die tägliche Bali-Gabe zu den drei Übergangszeiten wie vorgeschrieben. Dafür koche man Opferspeise: Man wasche die Reiskörner mit Wasser unter dem Herzmantra und koche sie im Feuer. Mit demselben Mantra beträufle man sie mit geklärter Butter; beim Garwerden verwende man den Wurzelmantra. Mit diesem nehme man sie auch vom Feuer und forme daraus ein glückverheißendes Linga.“

Unnummerierter Übergang. Das geschieht so.

Kriyapada 48, Vers 3. In ein goldenes, silbernes oder kupfernes Gefäß von sechzehn Fingerbreiten Weite, das gewaschen und mit geklärter Butter bestrichen ist,

Kriyapada 48, Vers 4. gebe man die fertige Opferspeise und beträufle sie unter dem Herzmantra. Mit dem Wurzelmantra forme man ein Linga von zwölf, zehn oder acht Fingerbreiten Höhe,

Kriyapada 48, Vers 5. für die größte und die folgenden Klassen. Man bestreiche es überall mit geklärter Butter und Dickmilch, lege eine goldene Blume auf sein Haupt und rufe mit dem Wurzelmantra

Kriyapada 48, Vers 6. Shiva auf dem beweglichen Sitz hinein. Man verehre ihn der Reihe nach mit Duftstoffen und weiteren Gaben. Bheri, Panava, Govaktra, Dhakka, Jhallarika und Anaka,

Kriyapada 48, Vers 7. Timila, Madduka, Ambhoja, Tala, Kahala und Mardala sowie Flöten, Vinas und Metallinstrumente sollen den Bali-Umzug ankündigen.

Kriyapada 48, Vers 8. Die Musiker spielen in mittlerem Tempo mit sechzig Zeiteinheiten. Dann nehme man einen gebadeten, reinen, schweigsamen, dienstbereiten Schüler aus den Zweimalgeborenen,

Kriyapada 48, Vers 9. mit weißem Turban und Obergewand sowie Armreifen und weiterem Schmuck. Man besprenge ihn und meditiere ihn als Stier. Das im Gefäß befindliche Linga

Kriyapada 48, Vers 10. setze der Guru ihm auf den Kopf und lege Blumen darauf. Ein anderer Zweimalgeborener trage ebenso das gegliederte Bild aus Gold oder einem anderen Stoff,

Kriyapada 48, Vers 11. in das Shiva gerufen wurde, auf dem Kopf voran; oder es wird auf einem Wagen, in einer Sänfte oder auf einem Elefanten geführt, den ein Zweimalgeborener besteigt.

Kriyapada 48, Vers 12. Ebenso tragen reine, gebadete, schweigende Brahmanen Schirme, Baldachin, Glocke und Blumenwedel,

Kriyapada 48, Vers 13. gesammelt im Geist auch Kränze, Duftstoffe, Blumen und Räucherwerk. Andere tragen Lampen, Krüge, Spiegel und goldene Sandalen.

Kriyapada 48, Vers 14. … oder … in schöner Kleidung und reich geschmückt. Der Guru geht vor dem Gott und trägt das allgemeine Ehrenwasser. [Am Anfang fehlt die Bezeichnung weiterer Beteiligter.]

Kriyapada 48, Vers 15. Er verehre mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben und streue den Ganas die Bali-Gabe aus. Vor dem Gott sollen schöne, geschmückte Frauen

Kriyapada 48, Vers 16. singen und tanzen; andere … Wer vorangeht, sich verneigt und Lob spricht, … [Zwei in der Quelle markierte Lücken unterbrechen die Aussage.]

Kriyapada 48, Vers 17. wer tanzt oder singt, wird nach der Verheißung von allen Verfehlungen frei. In den vier Richtungen des Tempelbaus verehre man von Osten an die Türhüter,

Kriyapada 48, Vers 18. Nandin, Mahakala, Bhringisha, den Gana-Führer, den Stier, den Sechsgesichtigen und die Göttin … [Der Versschluss fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 19 mit Einschub. Am südlichen Eingang Dakshinamurti … [Lücke.] „… und …“, sagen einige. [Auch diese Zwischenbemerkung ist verstümmelt und mit Fragezeichen versehen.] In ihren jeweiligen Richtungen verehre man die Weltenhüter von Indra an mit dem Urlaut und ihren eigenen Namen,

Kriyapada 48, Vers 20. mit abschließender Verehrungsendung, und streue ihnen Bali aus. Östlich von Indra … [Der zweite Versteil ist lückenhaft.]

Kriyapada 48, Vers 21. Für Satyaka, seinen Sohn, und für Prabha zu seiner Linken, für Skanda östlich von Vayu und für Durga östlich von Skanda,

Kriyapada 48, Vers 22. für Kubera östlich von Soma und für Candesha an seinem eigenen Ort streue man Bali aus, im Bereich … mit den hauptsächlichen … [Der Bezug zu Vers 21 und die letzten Angaben sind durch Textverlust unvollständig.]

Kriyapada 48, Vers 23. Dann streue man am inneren Torturmeingang rechts für den Türhüter Tikshnanetra und links für Mrigasya die Bali-Gabe aus.

Kriyapada 48, Vers 24. Man trete aus dem Torturm und gehe rechtsherum. Am Bali-Sockel … stehe man ihm zugewandt. [Eine Ortsangabe fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 25. „Alle Angehörigen von Rudras Gefolge, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen, mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“

Kriyapada 48, Vers 26. Nachdem der Guru Shambhus Ganas dies hat hören lassen, gehe er zwischen die mittleren Umfassungen … und streue Bali aus. [Der Mittelteil des Satzes ist lückenhaft.]

Kriyapada 48, Vers 27. Acht Gana-Herren von Nandin an herrschen über zahllose Scharen: Nandisha, Mahakala, Bhutanatha, Mahidhara,

Kriyapada 48, Vers 28. Parvatesha, Guhesha, Kalapasha und Kapalin. Von Osten an streue man ihnen der Reihe nach unter ihren eigenen Namen die Gabe aus.

Kriyapada 48, Vers 29. Danach verehre man Bhutida und die anderen auf den Nebensockeln rings um den Bali-Sockel, von Osten an, und streue ihnen Bali aus.

Kriyapada 48, Vers 30. Bhutida, Durniriksha, Bhimarupa, Sulocana, Sumukha, Trishikha, Tribhuja und Trishiras,

Kriyapada 48, Vers 31. Pingala und Harasena: Das sind diese zehn Führer der Wesen. Pingala verehre man am Kumuda-Glied jenes Sockels, Harasena darüber,

Kriyapada 48, Vers 32. mitten auf dem Sockellotus, jeweils mit eigenem Namen und Verehrungsendung. Harasena verehre man mit seinem Namen und seiner Gayatri.

Unnummerierte Gayatri nach Vers 32. „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen Harasena erkennen; wir meditieren den von großer Kraft. Möge jener Zehngestaltige uns anregen!“

Kriyapada 48, Vers 33. Mit der gesamten Speise gebe man Bali, streue alle übrigen Blumen und weiteren Gaben aus, verneige sich und betrete das Gotteshaus.

Kriyapada 48, Vers 34. Dann führe man die zweite Umkreisung aus, geschmückt durch einsetzende Musik, anmutigen Tanz und Tandava, in langsamem Tempo.

Kriyapada 48, Vers 35. Die dritte Umkreisung führe man schnell unter Gesang und Instrumentenklang aus und bringe den Gott wieder in den Tempel hinein.

Kriyapada 48, Vers 36. Im inneren Bezirk gehe man wie zuvor rechtsherum, wasche die Füße und trete in die Halle oder Vorhalle.

Kriyapada 48, Vers 37. Man setze das Bild auf einen Sockel, verehre es, verneige sich und bitte um Gunst. Den im Speise-Linga gegenwärtigen Gott führe man in das Hauptlinga zurück.

Kriyapada 48, Vers 38. In das Speise-Linga rufe man Candesha, verehre und entlasse ihn. Dieses nur vorübergehend geschaffene Linga gebe man in tiefes Wasser.

Kriyapada 48, Vers 39, erster Teil. Oder man gebe es täglich den Kühen. Deshalb heißt dies das tägliche Fest.

Abschnittsabschluss. Das tägliche Fest.

Kriyapada 48, Vers 39, zweiter Teil, und Vers 40. Nun wird Shambhus großes Fest beschrieben. Durch seine Gaben werden die Ganas samt ihren Führern erfreut und spenden den Menschen umfassenden Frieden. Jedes Jahr oder alle sechs Monate

Kriyapada 48, Vers 41. vollziehe man Shivas Prozessionsfest ordnungsgemäß, um alle Anliegen zu erfüllen. Die Fahrt erfolgt auf einem Wagen oder in einer Sänfte und ähnlichen Fahrzeugen.

Kriyapada 48, Vers 42. Der Dienst entspricht dem für einen Weltherrscher. Deshalb werden nun seine Merkmale erklärt: Fahrzeuge wie Sänfte und Wagen sowie Liegestätten und ähnliche Gegenstände,

Kriyapada 48, Vers 43. die unter „Lager und Sitze“ zusammengefasst werden. Ihre Merkmale werden einzeln genannt. Sänften sind dreierlei: Paithi, Shaikhari und Maundi.

Kriyapada 48, Vers 44. Die Paithi reicht bis zur Seitenwand, die Shaikhari besitzt einen bekrönenden Aufbau. Die Maundi reicht bis zu den oberen Säulenbalken und hat ein Hallendach.

Kriyapada 48, Vers 45. Breite, Länge und die weiteren Grundmaße sind bei ihnen gleich. Sie werden nun genannt: Die kleinste ist drei Spannen breit und fünf Spannen lang.

Kriyapada 48, Vers 46. Mittlere und größte übertreffen sie um drei beziehungsweise sechs Fingerbreiten. Oder die Länge beträgt das Anderthalbfache der Breite oder entspricht der Diagonale ihrer Breite.

Kriyapada 48, Vers 47. Bei der größten entspricht die Wandhöhe der halben Breite. Bei mittlerer und kleinster ist die Höhe um die als Murti bezeichnete Fingerzahl vermindert, der Reihenfolge größter, mittlerer und kleinster entsprechend. [Der Bezug der Verminderung bleibt in der Vorlage unklar.]

Kriyapada 48, Vers 48. Die Breite der Ishika-Leiste beträgt fünfeinhalb, fünf oder vier Anteile. Ihre Höhe ist die Hälfte ihrer Breite. Sie wird aus Elfenbein, Holz oder anderen Stoffen hergestellt.

Kriyapada 48, Vers 49. Stab, Lotus, Kehle, Kumuda, eine weitere Kehle und eine kleine Platte bilden die Verzierung dieser Leiste.

Kriyapada 48, Vers 50. Über der Wand ist der Handlauf bei der kleinsten Form anderthalb Finger breit, bei mittlerer und größter zweieinhalb beziehungsweise drei Anteile.

Kriyapada 48, Vers 51. Die Höhe des Handlaufs beträgt drei Viertel oder die Hälfte seiner Breite. Er hat die Form einer Halbkugel, eines halben Rohrstabes oder eines Schirmes und besteht aus Elfenbein oder anderen Stoffen.

Kriyapada 48, Vers 52. Den Raum zwischen Ishika-Leiste und Handlauf teile man in drei Teile. In der Mitte des unteren und oberen Teils sowie am Anfang und Ende liegen vier Stäbe.

Kriyapada 48, Vers 53. Für größte, mittlere und kleinste Form betragen die Stäbe zweieinhalb, zwei und anderthalb Fingerbreiten … die beiden Teile sind mit Halsglied und Platte versehen. [Die Verbindung beider Aussagen fehlt in der Quelle.]

Kriyapada 48, Vers 54. Ebenso bleiben im mittleren Teil ein oberer und unterer Stab. Man schmücke sie sachgemäß mit Männern, Frauen, Tanzszenen und weiteren Darstellungen.

Kriyapada 48, Vers 55. Zwischen Ishika-Leiste und Handlauf stehen außen an den Ecken Vyalas. An den Knoten der Leiste … [Der weitere Versteil fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 56. Der Griffansatz springt um das Diagonalmaß seiner eigenen Breite vor. Oder der Vorsprung hat die Form eines Makara-Mauls; seine Gliederung folgt Breite und Länge. [Die letzte Maßbestimmung ist bereits in der Quelle mit Fragezeichen versehen.]

Kriyapada 48, Vers 57. Man fertige sie in den Zahlen neun und elf oder fünf und sieben. Dicke und Breite der Säulen gelten als gleich denen der Stäbe. [Worauf die Zahlen im ersten Satz genau bezogen sind, ist wegen des vorangehenden Textverlusts nicht gesichert.]

Kriyapada 48, Vers 58. … drei oder vier Fingerbreiten breit und sechs, sieben oder acht Fingerbreiten hoch. [Das zu messende Bauteil fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 59. Die unteren Füße besitzen Verbindungen und kantige oder runde Topfglieder. Mit kupfernen und eisernen Stiften und Bändern macht man alles ringsum sachgemäß fest.

Kriyapada 48, Vers 60. „Der Deichseln …“ [Fast der ganze Vers ist durch Sternchen ersetzt; eine weitergehende Übersetzung ist nicht möglich.]

Kriyapada 48, Vers 61. So ist die Paithi-Sänfte beschrieben. Shaikhari und Maundi fertige man nach demselben Verfahren; nun wird ihre Besonderheit erklärt.

Kriyapada 48, Vers 62. Die oberen Stützen sind so hoch wie ihre eigene Breite … mit Gitterwänden umgeben. [Die verbindenden Baubeschreibungen fehlen.]

Kriyapada 48, Vers 63. Sachgemäß besitzt sie ein Dach mit bekrönendem Aufbau und eine Tür. Bei den Sänften wird das Maß von der Mitte der Säulen aus bestimmt.

Unnummerierter Rest vor Vers 64. Madhuka-, Shaka-, Timisha- und Panasa-Holz … [Der Satzschluss fehlt.]

Abschnittsabschluss. Die Sänfte.

Kriyapada 48, Vers 64. Der Wagen … sechs, sieben oder acht Spannen. [Der Zusammenhang zwischen Gegenstand und Maß ist beschädigt.]

Kriyapada 48, Vers 65. Dies ist seine Breite und ebenso die Achslänge. Die Länge des Balkens über der Achse reicht bis zu den Naben. Die Länge des Wagenkastens soll das Anderthalbfache seiner Breite betragen.

Kriyapada 48, Vers 66. Am Wagen … neun oder sieben oder fünf, sachgemäß oberhalb des Achsbalkens befestigt. [Die gezählten Bauteile sind nicht erhalten.]

Kriyapada 48, Vers 67. Mit ebenso vielen Querstäben und eisernen Stiften wird er gefestigt. Der mittlere Lastbalken vor der Achse gilt als Deichselstange.

Kriyapada 48, Vers 68. Das darüberliegende gebogene Holz … heißt Kubara. Seine Länge beträgt drei Ellen. [Eine Beschreibung des Holzes fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 69. Der abwärts gebogene Kubara gleicht vorne einer Lotusknospe. Über den tragenden Hölzern lege man sachgemäß Bretter auf.

Kriyapada 48, Vers 70. Der Boden werde mit Bändern, Stiften und weiteren Mitteln sehr fest und eben. Der vordere Vorsprung des Wagenkastens beträgt ein Viertel seiner Länge.

Kriyapada 48, Vers 71. Er ist als Sitz für den Wagenlenker und andere vorgesehen. Der Durchmesser der Räder entspricht der Länge des Achsbalkens.

Kriyapada 48, Vers 72. Die Naben in ihrer Mitte sind zehn Fingerbreiten hoch; ebenso groß ist ihre Breite ringsum.

Kriyapada 48, Vers 73. Die Räder haben … zweiunddreißig oder halb so viele Speichen. Diese sind in der Mitte wie ein Ameisenleib verengt oder wie ein Gerstenkorn geformt. [Ein kleines Wortstück der ersten Zeile fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 74. Oder sie gleichen dem Blatt eines blauen Lotus oder einer Zitronenfrucht. Ihre Länge reicht von der Nabe bis zur Grenze der Felge.

Kriyapada 48, Vers 75. Die Felgenbreite beträgt bei kleinster und folgenden Formen vier, fünf oder sechs Fingerbreiten. Man schmücke sie mit Blumen, Svastikas, Mondsicheln, Fischen und weiteren Formen.

Kriyapada 48, Vers 76. Vier Säulen sollen halb so lang wie das Radmaß sein. Unten haben sie vier, oben drei Fingerbreiten Durchmesser.

Kriyapada 48, Vers 77. Auch sie müssen fest sein und die Merkmale guter Säulen besitzen. Die Wandhöhe beträgt ein Drittel der Säulenhöhe.

Kriyapada 48, Vers 78. Von der unteren Leiste bis zum Handlauf schmücke man mit Stäben, Lotusgliedern und weiteren Formen, mit Wesen, Vyalas, Elefanten und Tanzdarstellungen.

Kriyapada 48, Vers 79. Überall befestige man das Werk sachgemäß mit festen Stiften sowie kupfernen und eisernen Bändern. Oberhalb der Säulen folge der Reihe nach

Kriyapada 48, Vers 80. der Aufbau mit Konsolen und oberen Balken, geschmückt mit Kapota und weiteren Gliedern. Er sei schön, mit bekrönendem Aufbau, in Gestalt einer Tempelhalle.

Kriyapada 48, Vers 81. Ebenso fertige man den Ranga genannten Wagen, jedoch ohne Bekrönung. Der Kriegswagen ist zweirädrig, ohne Bekrönung und Säulen.

Kriyapada 48, Vers 82. Er hat eine Wand von einer Spanne Höhe, Deichselstange und Kubara. Auch der Lastwagen hat zwei Räder, aber keine Wand, Säulen oder ähnliche Aufbauten.

Kriyapada 48, Vers 83. Breite und Länge einer Liege entsprechen denen der Sänfte. Ihre Rahmenleisten haben dieselbe Form und sind mit Stäben, Lotusgliedern und weiteren Formen geschmückt.

Kriyapada 48, Vers 84. Die Füße einschließlich Rahmen sind bei der größten Liege achtzehn Fingerbreiten hoch, bei der mittleren fünfzehn, bei der kleinsten zwölf.

Kriyapada 48, Vers 85. Die Breite der Füße wird aus ihrer Höhe … für größte und folgende Formen bestimmt. Die besten Füße gleichen Vyalas oder Löwen; danach kommen die mittleren und kleinsten. [Die Maßchiffre der ersten Vershälfte ist beschädigt und schon in der Quelle fraglich.]

Kriyapada 48, Vers 86. Gerade, schlichte Füße aus einem einzigen Stoff seien gleichmäßig und schön. Auch die Rahmenleisten seien untereinander gleich, schön und aus Holz oder anderen Stoffen hergestellt.

Kriyapada 48, Vers 87. Goldene, elfenbeinerne und hölzerne Füße und Rahmen entsprechen der größten und den folgenden Klassen. Die beste und mittlere Liegefläche bestehen aus Leinen- beziehungsweise Baumwollbändern.

Kriyapada 48, Vers 88. Die einfachste besteht aus Brettern und den Hölzern des Rahmens. Liegen mit Löwen- und Vyala-Füßen sind für Brahmanen und Kshatriyas vorgesehen.

Kriyapada 48, Vers 89. Für die anderen dienen gerade Füße; oder alle verwenden gerade Füße. Mit neun, sieben oder fünf zu zwanzig hinzugezählten Fingerbreiten

Kriyapada 48, Vers 90. erhält man den größten, mittleren und kleinsten Sitz: quadratisch und ebenso hoch wie breit. Seine Füße sind wie bei der Liege dreierlei, beginnend mit Vyala-Formen.

Kriyapada 48, Vers 91. Durch Verlängerung, beginnend mit einem Achtel der Breite bis zur doppelten Länge, ergeben sich sieben Sitzformen mit Elefanten-, Wesen-, Löwen- oder Stierfüßen. [Die genannte Siebenzahl lässt sich aus den erhaltenen Maßangaben nicht eindeutig ableiten.]

Kriyapada 48, Vers 92. Die Füße sollen zwölf Fingerbreiten hoch sein. Der Sitz eignet sich für Götter, Brahmanen und Könige. Er besitzt obere Leiste, Lotus und Kapota,

Kriyapada 48, Vers 93. sowie Alinga, Zwischenraum und die weiteren einem Untersockel entsprechenden Glieder, und ist mit Löwenfüßen geschmückt. Darüber, auf der hinteren Hälfte,

Kriyapada 48, Vers 94. fertige man einen mit Gold und Edelsteinen verzierten Wunschbaum mit Makara-Torbogen. Dies ist der Löwenthron für Götter und Könige; die Füße sind fünf Anteile hoch.

Kriyapada 48, Vers 95. Der erste Verehrungssockel für Götter ist sechs Fingerbreiten breit. Durch Zunahme um jeweils zwei Fingerbreiten bis zu einer Elle entstehen zehn Breiten.

Kriyapada 48, Vers 96. Seine Form ist quadratisch, rund oder sachgemäß länglich. Die Höhe seiner Füße beträgt drei, fünf, sechs oder acht Anteile.

Kriyapada 48, Vers 97. Mit erwogenen, vielfältigen Verzierungen ist er für die häusliche Verehrung und ähnliche Zwecke vorgesehen. Ein Sockel in der Form einer Pindika, aus Gold, Silber oder anderen Stoffen

Kriyapada 48, Vers 98. oder aus Holz, heißt bei der häuslichen Verehrung Bhadrapitha. Derselbe Sockel mit Abfluss ist für die rituelle Waschung geeignet.

Kriyapada 48, Vers 99. Derselbe mit einer mittleren Vertiefung wird bei Einsetzungen und verwandten Riten verwendet. Ein Schildkrötensitz ist eine Kishku-Einheit, drei Viertel oder eine halbe davon breit.

Kriyapada 48, Vers 100. Die Höhen der größten und folgenden Formen sind fünf, vier und drei Fingerbreiten. Von der eigenen Breite werden bei größter und folgenden Formen sechs, neun oder zwölf Fingerbreiten abgezogen,

Kriyapada 48, Vers 101. um die Länge des röhrenartigen Stiels zu bestimmen. Die Stielbreite beträgt ein Sechstel der Breite … und wird allmählich geringer. [Ein Teil der Konstruktionsbeschreibung fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 102. Der Stiel soll rund sein und unten aus der Mitte herausragen. Dort ist ein Lotuszeichen oder eine ähnliche Form; sein Ende ist eben abgeschnitten.

Kriyapada 48, Vers 103. Der Schildkrötensitz wird rund oder quadratisch empfohlen. Der Brettsitz hat eine Dicke von einem Viertel seiner Höhe.

Kriyapada 48, Vers 104. Stab, Lotus … So ist seine untere Wand um ein Sechstel seines eigenen Maßes nach innen versetzt. [Die übrige Profilbeschreibung fehlt.]

Kriyapada 48, Vers 105. Unten ist sie einen Anteil dick, oben eine Fingerbreite. Sie ist ein Drittel der Sitzhöhe hoch, rund und schön.

Kriyapada 48, Vers 106. Für Gelübdehaltende und Eingeweihte bei Verehrung, Japa, Feueropfer und weiteren Handlungen … für Könige sei ein runder Schildkrötensitz vorgesehen. [Der Übergang zwischen den Personengruppen ist lückenhaft.]

Kriyapada 48, originale Marke 107 1/2 mit vorausgehendem Schluss. Ein quadratischer Sitz soll nur bei Verehrung und ähnlichen Handlungen verwendet werden, nicht sonst. Hier wurden das tägliche Fest und, für das große Fest des höchsten Herrn, Fahrzeuge und die weiteren Gegenstände beschrieben. … [Die letzten beiden Verszeilen fehlen weitgehend. Die gelieferte Abschlussmarke 107 1/2 wird unverändert als Fundstelle bewahrt.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das achtundvierzigste Kapitel über das tägliche Fest, Fahrzeuge, Lager und weitere Gegenstände.

Besinnung zu Kapitel 48

Gemeinsames Singen, achtsames Tragen und die Rückkehr zum stillen Heiligtum geben dem Fest einen Rhythmus. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies daran erinnern, dass Sammlung und gemeinschaftliche Freude einander ergänzen können. Der historische Text ordnet dafür bestimmte Menschen, Gegenstände und Räume; seine erhaltenen Beschreibungen verdienen ebenso Aufmerksamkeit wie die Grenzen seiner lückenhaften Überlieferung.


Kriyapada, Kapitel 49: Das große Fest und seine Anrufungen

Das große Fest verbindet die Aufrichtung des Banners, die Einladung der göttlichen Scharen und den festlichen Umzug. Breiten Raum nehmen Segenswünsche und die Anrufungen der Hüter ein. Die Formeln gehören in diesen historischen Tempelritus; verschlüsselte Keimsilben werden nicht zu eigenständigen Übungsanweisungen ergänzt.

Kriyapada 49, Vers 1. Das große Fest nach drei, vier oder sechs Monaten … [Der zweite Versteil fehlt weitgehend; die genaue zeitliche Anweisung bleibt unvollständig.]

Kriyapada 49, Vers 2. In den Monaten von Caitra an, an den hellen Mondfesttagen … lege man den Termin für das abschließende Festbad fest und beginne schon zuvor

Kriyapada 49, Vers 3. Shambhus Prozession, streue den Ganas Bali aus und vollziehe eine besondere Verehrung, acht … [Der Schluss ist lückenhaft.]

Kriyapada 49, Vers 4. … oder zwölf Tage für das größte, mittlere und kleinste Fest. Oder die größten und folgenden Feste dauern elf, neun oder sieben Tage. [Die vorausgehende Zeitreihe ist nur bruchstückhaft erhalten.]

Kriyapada 49, Vers 5. Drei kleine Feste dauern fünf, drei oder einen Tag. Mit vorausgehender Banneraufrichtung vollziehe man … [Der Satzschluss fehlt.]

Kriyapada 49, Vers 6. Bei diesen drei Festen von fünf Tagen an wird keine Banneraufrichtung empfohlen. Bei den größten und folgenden Festen erfolgt sie drei-, zwei- oder einfach an Tagen zuvor … [Die gelieferte Zeitformel ist fraglich; die genaue Berechnung bleibt offen.]

Kriyapada 49, Vers 7. Zu einem günstigen Zeitpunkt richte man das Banner zuvor auf. In der Nacht desselben Tages soll die große Trommel erklingen.

Kriyapada 49, Vers 8. Jedes große Fest umfasst drei Keimsaaten: Die erste ist die Bannersaat, die zweite die Festsaat,

Kriyapada 49, Vers 9. die dritte gilt dem Abschlussbad. Alle werden vorher angelegt. Der Bannerpfosten bestehe aus Arekapalme, Bambus oder Shaka,

Kriyapada 49, Vers 10. oder aus Sala, Campaka, Raktasara oder Asana. Er sei ohne Hohlräume und Schäden, gerade, ohne Knoten und ähnliche Mängel.

Kriyapada 49, Vers 11. Bambus und Arekapalme behalten ihre äußere Hülle, alle anderen werden entrindet. Unten und oben seien sie eben abgeschnitten, gut gerundet und schön.

Kriyapada 49, Vers 12. Die Höhe des Bannerpfostens ist von der Türhöhe aus zu bestimmen: Die größte beträgt das Fünfundzwanzigfache, die mittlere die mit Atyashti bezeichnete Anzahl,

Kriyapada 49, Vers 13. die kleinste das Zehnfache. Oder die größte reicht bis zur Tempelspitze, die mittlere bis zum Hals des Aufbaus und die kleinste bis zur Stierebene. [Die stark unterschiedlichen Maßsysteme werden nicht vereinheitlicht.]

Kriyapada 49, Vers 14. Manche bestimmen sie als das Drei-, Zwei- oder Einfache des Tempelbaus. Vierzig, sechsunddreißig oder dreißig Fingerbreiten

Kriyapada 49, Vers 15. sind die drei Umfänge für den größten und die folgenden Bannerpfosten. Das Holz des zusätzlichen Stabes soll von derselben Art wie der Bannerpfosten sein.

Kriyapada 49, Vers 16. Der Nebenstab ist ein Viertel, ein Fünftel oder ein Sechstel des Bannerpfostens hoch. Sein Umfang beträgt zwölf Fingerbreiten.

Kriyapada 49, Vers 17. Drei Querarme haben die Längen Vikara, vierzehn und zwölf Anteile; sie sind anderthalb breit. Ihre Enden sind durchbohrt, und der Nebenstab wird durch diese Löcher gesteckt. [Die Chiffre Vikara bleibt ohne erschlossene Zahl.]

Kriyapada 49, Vers 18. Oben am Bannerpfosten werden sie sachgemäß in gleichen Abständen eingesetzt. Der Nebenstab ragt eine Tala-Einheit über den Bannerpfosten hinaus.

Kriyapada 49, Vers 19. Eine Tala-Einheit unter seinem Ende sitzt ein eiserner Ring, durch den das Befestigungsseil des Banners läuft. [Die Vorlage versieht diese Abstandsangabe mit einem Fragezeichen.]

Kriyapada 49, Vers 20. Das Zugseil besteht aus Baumwolle, ist so dick wie ein Mittelfinger und doppelt so lang wie der Bannerpfosten hoch. Es sei gewaschen und gut gereinigt.

Kriyapada 49, Vers 21. Das Banner steht vor dem Stier oder vor dem Bali-Sockel, in der mittleren Umfassung oder in der Mitte des Grenzbereichs.

Kriyapada 49, Vers 22. Man lasse vor der Eingangstür einen Abstand vom Zwölffachen ihrer Höhe und grabe eine ausgestrichene Vertiefung, der Reihe nach nabel-, hüft- oder oberschenkeltief.

Kriyapada 49, Vers 23. Darin lege man eine goldene Schildkröte nieder und verehre sie. Zu einem günstigen Zeitpunkt am Tage richte man den Bannerpfosten auf, geschmückt mit Darbha-Girlanden und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 24. Unter Muschelhorn- und Instrumentenklang setze man ihn freudig ein. Der Altar an seinem Fuß sei zwei Ellen breit und eine Elle hoch.

Kriyapada 49, Vers 25. Oder seine Breite beträgt zwei Drittel, seine Höhe ein Drittel der Türhöhe. Aus Stein, Ziegeln oder Erde entstehen der Reihe nach die größte und die folgenden Altarklassen.

Kriyapada 49, Vers 26. Die Bannerlänge beträgt neun, acht oder sieben Kishku-Einheiten. Die Breite ist ein Fünftel der Länge, die Spitze halb so groß wie die Breite.

Kriyapada 49, Vers 27. Es hat drei oder zwei Schwanzstreifen, länger als die Breite und allmählich schmaler. In der Mitte male man einen Stier in einem Fünftel seiner Länge.

Kriyapada 49, Vers 28. Der Stier ist weiß, mit roten Hufen, roten Ohren und Hörnern, großen weißschwarzen Augen, schönem Hals und schön geformtem Gesicht.

Kriyapada 49, Vers 29. Er besitzt einen schönen Schweif, schöne Beine und Schenkel sowie einen kräftigen, hohen Höcker. Er liege oder stehe und besitze die zuvor genannten Merkmale des Stiers.

Kriyapada 49, Vers 30. Am Tag vor der Banneraufrichtung, in der vorausgehenden Nacht, vollziehe man die vorbereitende Lagerung und eine besondere Verehrung für Shiva und den Stier.

Kriyapada 49, Vers 31. Dem Stier bringe man Mungbohnenreis dar und verneige sich. Vor ihm schaffe man aus ungeschältem und geschältem Reis eine Opferfläche.

Kriyapada 49, Vers 32. Darauf bilde man neun Felder und stelle neun Krüge auf, gefüllt mit reinem Wasser und versehen mit Grasbüscheln, Gold und Gewändern.

Kriyapada 49, Vers 33. Man schmücke sie, rufe den Stier in die Mitte und die acht Richtungshüter ringsum und verehre sie ordnungsgemäß mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 34 mit eingeschobenen Formeln. Den Stier verehre man mit seinem mit dem Urlaut beginnenden Mantra und seiner Gayatri: „Verehrung dem Stier! Verehrung dem Kraftvollen! Verehrung Haras Reittier! Verehrung dem Sohn der Surabhi! Wir wollen den Scharfgehörnten erkennen; wir meditieren den, dessen Füße die Veden sind. Möge jener Stier uns anregen!“ [Jede Anrufung beginnt im Sanskrit mit dem Urlaut. Die gelieferte Variante ersetzt innerhalb der Gayatri die Bezeichnung der Veda-Füße durch einen auf Mahadeva bezogenen Wortlaut; sie wird in der Sanskritfassung bewahrt.] Die acht Weltenhüter verehre man mit ihren eigenen Mantras. Davor auf einer weiteren Opferfläche

Kriyapada 49, Vers 35. lege man das Banner nieder und verehre es mit dem Stiermantra. Zwei Ellen davon entfernt schaffe man ein quadratisches Mandala.

Kriyapada 49, Vers 36. Dort lege man das Feuer ordnungsgemäß an und vollziehe die Handlungen im Shiva-Feuer. Der Lehrer opfere Palasha-Brennhölzer unter dem Stiermantra,

Kriyapada 49, Vers 37. ebenso Sesam, geklärte Butter und gekochte Opferspeise jeweils hundertachtmal. Nach Vollopfer und Svishtakrit-Opfer entlasse er das Feuer.

Kriyapada 49, Vers 38. Nach Ablauf der Nacht vollziehe der Guru seine täglichen Handlungen. Am Vormittag, Mittag oder frühen Abend, zu einem günstigen Zeitpunkt,

Kriyapada 49, Vers 39. lasse er reine, dienstbereite Zweimalgeborene mit Turban und Obergewand das Banner mittels einer Vorrichtung heben oder auf dem Kopf tragen.

Kriyapada 49, Vers 40. Unter Muschelhorn-, Trommel- und weiterem Instrumentenklang umschreite man das Dorf rechtsherum, trete wieder hinein und lege es am bestimmten Bannerplatz nieder.

Kriyapada 49, Vers 41. Man lasse die Glückstagsformel sprechen und wasche das Banner mit ihrem Wasser. Am Fuß, in der Mitte und an der Spitze des Stabes verehre man Stier, Sechsgesichtigen und Windgott

Kriyapada 49, Vers 42. mit ihren jeweiligen Mantras, unter Gesang, Instrumentenklang und weiteren glückverheißenden Darbietungen. Den Stierkrug bringe man herbei und stelle ihn neben das Banner.

Kriyapada 49, Vers 43. Die im Krug gegenwärtigen Stiermantras setze man in das Herz des gemalten Stiers auf dem Banner ein. Man schmücke ordnungsgemäß mit glückverheißenden Keimlingen, Lampen und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 44. Mit dem am Banner befestigten Seil ziehe man es unter der Gayatri des Stiers richtig auf und winde das Seil um den Pfosten.

Kriyapada 49, Vers 45. Mit den Krügen, in denen die Weltenhüter gegenwärtig sind, übergieße man den Bannerfuß. Dort verehre man das Banner ordnungsgemäß bis zur Speisegabe.

Kriyapada 49, Vers 46. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung sei dir, dem Dreiäugigen! Verehrung dem Herrn des Banners! Verehrung sei dir, Nandin, zur gelungenen Durchführung des Festes!“

Kriyapada 49, Vers 47. Vor dem Banner schaffe man eine Opferfläche aus ungeschältem und geschältem Reis. Darauf lege man die mit einem Tuch geschmückte große Trommel.

Kriyapada 49, Vers 48. Rechts an der Trommel verehre man Rudra, links Janardana, in der Mitte Brahma. Am Trommelschlägel verehre man Guha.

Kriyapada 49, Vers 49. Davor zeichne man auf der Opferfläche einen Lotus mit schöner Mitte, setze dort den Dreizack ein und verehre ihn vorschriftsmäßig.

Kriyapada 49, Vers 50. Zuerst schlage der Guru die Trommel mit dem Schlägel unter dem Mantraanfang „Den Dreiäugigen …“, dann unter „Dies Vishnu …“.

Kriyapada 49, Vers 51. Beim dritten Mal schlage er unter dem Mantra „Das entstandene Brahman …“. Dann rufe er den gebadeten Musiker herbei, mit weißem Gewand und weiterem Schmuck versehen,

Kriyapada 49, Vers 52. und lasse ihn im Wechsel der drei Spielweisen spielen. Danach hebe man das Speise-Linga auf und ziehe unter Muschelhorn- und Trommelklang,

Kriyapada 49, Vers 53. Gesang, Tanz sowie den Glückszeichen von Schirm und Wedel rechtsherum um das Dorf. Brahma, Indra und die weiteren Richtungsherren

Kriyapada 49, Vers 54. verehre man in den Richtungen und an den Übergängen mit ihren eigenen Mantras, Versen und Lobgesängen. Man rufe sie herbei, preise sie und streue reine Speise als Bali aus. [Ein kleines Wortstück des Verbs ist in der Vorlage ausgefallen.]

Kriyapada 49, Vers 55. Mit Formeln, die beginnen „O Brahma, du sollst …“, lasse man sie Shivas Gebot hören. Dann kehre man zum Tempel zurück und stehe vor dem Banner.

Kriyapada 49, Vers 56. Rudras, Adityas, Vasus, Soma, die beiden Ashvins, Marut-Scharen, Ahnen, Rishis, Gandharvas, Yakshas, Vidyadharas und Asuras,

Kriyapada 49, Vers 57. Nagas, Kinnaras, Rakshasas, Pishachas, Wesenführer, Meere, Apsaras, Siddhas, Flüsse, Berge und Bäume

Kriyapada 49, Vers 58. lade man zum Dienst am Fest mit ihren eigenen Namen und vorausgehendem Urlaut ein. Man spreche „Sie mögen kommen!“ und lasse sie Shivas Gebot hören.

Kriyapada 49, Vers 59. „Mit dem heiligen Urlaut: Hört, ihr Rudra-Scharen! Mit euren jeweiligen Ausstattungen und Scharen sollt ihr, ganz zufrieden, diesem Fest Shambhus auf Shivas Gebot dienen!“

Kriyapada 49, Vers 60 mit anschließendem Urlaut. Mit dem heiligen Urlaut und solchen Formeln lasse man die Götter und die anderen, jeweils mit ihrem Namen, das Gebot hören. Nachts streue man unter Muschelhorn- und Trommelklang Bali aus.

Kriyapada 49, Vers 61, erster Teil. Täglich bestreiche und verehre man das Banner bis zur Speisegabe.

Abschnittsabschluss. Die Banneraufrichtung.

Kriyapada 49, Vers 61, zweiter Teil, und Vers 62, erster Teil. Wenn der Festtag gekommen ist, reinige man überall die Straßen bei Shiva-Tempeln, in Dörfern, Städten und Hafenorten.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari innerhalb Vers 62. „Man fege die Dorfstraßen in allen Richtungen und besprenge sie ringsum mit Duftwasser. Dann bestreue man sie mit frisch erblühten Blumen von herrlichem Duft. Für die Bali-Gaben errichte man Sitze in den jeweiligen Richtungen am Dorfrand, auf den Plätzen im Dorf, an jedem Götterhaus, an den Eingängen und am Fuß der Heiligtümer.“

Kriyapada 49, Vers 62, zweiter Teil, und Vers 63. An Türen, Tortürmen, Umfassungen und inneren Straßen pflanze man überall Kokospalmen, Zuckerrohr, Bananen, Arekapalmen und blühende Bäume schon vorher; wenn das nicht geschehen ist, verwende man an diesen Tagen das Verfügbare.

Kriyapada 49, Vers 64. Man schmücke mit nicht verwelkten Bananen- und Arekapflanzen samt Wurzeln, mit Torbögen, bunten Bannern und herabhängenden Blumengirlanden,

Kriyapada 49, Vers 65. mit Lampentürmen, Lampenbäumen und weiteren Dingen an passenden Stellen, ebenso mit Schaukeln, Baldachinen und Vorrichtungen, alles vorschriftsmäßig.

Kriyapada 49, Vers 66. An den Festtagen vollziehe man Shambhus besondere anlassbezogene Verehrung nach dem Umfang des eigenen Vermögens, ohne geizige Verheimlichung.

Kriyapada 49, Vers 67. Mit den fünf Nektaren, den fünf Kuhprodukten, Wasser und kühlem Duftwasser übergieße man Maheshvara ordnungsgemäß.

Kriyapada 49, Vers 68. Während Muschelhörner, Bheri, Timila, Panava, Anaka und Flöten ertönen, vollziehe man die Lichtschwenkung mit Teiglampen und weiteren Mitteln nach der Vorschrift.

Kriyapada 49, Vers 69. Man bade ihn der Reihe nach mit den Brahmamantras, den reinigenden Hymnen, dem Mantraanfang „Was dem Rudra …“ sowie Rudra-, Shri- und Purusha-Hymnen.

Kriyapada 49, Vers 70. Mit sehr feinen weißen Gewändern und verschiedenfarbigen Seidenstoffen, mit fein verriebenem Sandelholz, Agaru, Kampfer und Safran

Kriyapada 49, Vers 71. bekleide und bestreiche man Linga und Sockel. Mit goldenen Blumen und weiteren Gaben, losen Blumen, Kränzen, Goldbändern und Schmuck

Kriyapada 49, Vers 72. schmücke man sie und auch den Tempel als vielfältige Blumenhalle. Man erfülle ihn mit Sandelholz-, Agaru-, Kampfer- und Blumenräucherung.

Kriyapada 49, Vers 73. Mit Lampen, deren Dochte Kampfer enthalten und die mit duftendem Öl gefüllt sind, verehre man Shiva innen und außen am Tempel bis zur Speisegabe.

Kriyapada 49, Vers 74. Täglich bringe man nach Vermögen eine Speisegabe vom Vier-, Drei- oder Zweifachen der gewöhnlichen dar, entsprechend größtem und folgenden Festen.

Kriyapada 49, Vers 75. Nach dem Verfahren der Verehrungsdienste gebe man sechs Arten reiner Speise mit Suppe, Beilagen, Kuchen, Süßkugeln und Früchten.

Kriyapada 49, Vers 76. Morgens Milchreis und Krisara, mittags Reis mit Rohzucker und reinen Reis, am Abend Dickmilchreis mit Kurkuma,

Kriyapada 49, Vers 77. um Mitternacht Mungbohnenreis, alles mit Honig und geklärter Butter darüber. Oder zu allen Übergangszeiten Milchreis und die folgenden Speisen der Reihe nach

Kriyapada 49, Vers 78. für die Gesichter von Ishana an; reinen Reis gebe man nochmals. Nachts verehre man Shiva mit Linga-Vorrichtungen und ähnlichen Gegenständen, ausgeschnittenen Blattformen

Kriyapada 49, Vers 79. und weiteren bunten, sehenswerten Gebilden. [Eine Gegenstandsbezeichnung ist in der Quelle variierend und unklar überliefert.] Prozessionen werden am Vormittag, Mittag, Nachmittag und nachts empfohlen.

Kriyapada 49, Vers 80. Beim größten Fest finden sie viermal statt, bei den anderen drei- oder zweimal. Wagen, Ranga-Wagen und Sänften dienen der Reihe nach

Kriyapada 49, Vers 81. den größten und folgenden Prozessionen; wenn möglich verwende man alle Fahrzeuge. Das Fahrzeug sei geschmückt und mit Goldbändern, Gewändern und weiteren Dingen bedeckt,

Kriyapada 49, Vers 82. mit goldenen und edelsteinbesetzten Girlanden sowie Bannern geziert, mit bunten Stoffen ausgelegt und mit Blumenhaufen geschmückt.

Kriyapada 49, Vers 83. Darauf setze man das Gottesbild aus Gold oder einem anderen Stoff entsprechend der größten und den folgenden Klassen und sichere seinen Sockel sehr fest.

Unnummeriertes Zitat aus dem Samhita-Kommentar nach Vers 83. „Für die Prozessionen des täglichen Festes und der weiteren Feste eignet sich ein Bild aus Gold oder anderen Stoffen. Es sei die Gestalt Candrashekhara, die täglich sorgfältig verehrt wird.“

Kriyapada 49, Vers 84. Oder man verwende eine der sechzehn Gestalten, ausgenommen den bettelnd Umherziehenden, den halb mit Uma und den halb mit Hari vereinten sowie Kankala.

Kriyapada 49, Vers 85. Mit den so genannten zwölf Gestalten kann das große Fest stattfinden. Man schmücke die Gestalt sorgfältig mit Kränzen, Gewändern und Schmuck,

Kriyapada 49, Vers 86. rufe Shiva hinein und verehre sie mit Duftstoffen und weiteren Gaben, den Geist in Hingabe geneigt. Dann beginne man die Prozession unter den Glückszeichen von Musik, Gesang, Tanz und weiteren Darbietungen.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 86. „Trommel, Stier, Elefant, Wedel, Löwe, Krug, Banner und Lampen: Man nehme diese acht glückverheißenden Zeichen, aus gutem Metall gefertigt, und ziehe damit aus.“

Kriyapada 49, Vers 87. Dann lassen vedakundige Brahmanen, die die Glückshymnen und weitere Texte rezitieren, vorne Segensworte erklingen und sprechen zum Wohlergehen folgenden Lobpreis.

Kriyapada 49, Vers 88. „Vishnu sei stets zum Wohlergehen da! Der Viergesichtige sei zum Wohlergehen da! Rudra sei stets zum Wohlergehen da! Der Hundertopferer sei zum Wohlergehen da!

Kriyapada 49, Vers 89. Das Feuer sei stets zum Wohlergehen da! Yama sei hier zum Wohlergehen da! Nirriti sei zum Wohlergehen da! Varuna sei hier zum Wohlergehen da!

Kriyapada 49, Vers 90. Vayu sei stets zum Wohlergehen da! Der Herr des Reichtums sei zum Wohlergehen da! Ishana sei stets zum Wohlergehen da! Die Marut-Schar sei zum Wohlergehen da!

Kriyapada 49, Vers 91. Die Vasus mögen zum Wohlergehen da sein, ebenso die Rudras! Die Adityas mögen zum Wohlergehen da sein, ebenso die Kinnaras!

Kriyapada 49, Vers 92. Die Nagas und die Schlangenwesen mögen zum Wohlergehen da sein! Die Herren des Wissens und die Apsaras mögen hier zum Wohlergehen da sein!

Kriyapada 49, Vers 93. Flüsse, Gandharvas und Ströme mögen zum Wohlergehen da sein! Die Meere und ebenso die Berge mögen zum Wohlergehen da sein!

Kriyapada 49, Vers 94. Die Mütter mögen zum Wohlergehen da sein, die Ahnen immerdar! Das gesamte göttliche Gefolge möge stets zu unserem Wohlergehen da sein!

Kriyapada 49, Vers 95. Heil dem König und den Menschen, Heil dem Reich zu jeder Zeit! Heil den Kühen und Brahmanen; das Wohlergehen der Vaishyas möge wachsen!

Kriyapada 49, Vers 96. Auch Frauen und Shudras sei Heil! Das Wohlergehen aller Wesen möge wachsen! Heil sei den Beweglichen und ebenso den Unbeweglichen!

Kriyapada 49, Vers 97. Heil sei den Mantras; das Gelingen der Handlung möge wachsen! Heil allen Göttern, Heil den Ahnen zu jeder Zeit!

Kriyapada 49, Vers 98. Den Rishis sei Heil! Das Wohlergehen der irdischen Wesen möge wachsen! Heil den Bewohnern der Unterwelt und den himmlischen Wesen zu jeder Zeit!

Kriyapada 49, Vers 99. Heil den Wesen des Zwischenraums! Das Wohlergehen aller möge wachsen! Bei diesem Fest Maheshas möge durch die Bali-Gaben Wohlergehen wachsen!“

Kriyapada 49, Vers 100. Nun werden der Reihe nach die Bali-Mantras für Türhüter, Weltenhüter und Stier, für Vighna, Virabhadra, die Mütter und Shasta,

Kriyapada 49, Vers 101. für den Sechsgesichtigen, Durga, Kubera und den Mondträger, für Canda und den Herrn des Bereichs sowie Tikshnanetra und Mrigasya,

Kriyapada 49, Vers 102. für die Gana-Herren von Nandisha an außerhalb der mittleren Umfassung sowie für die auf den Sockeln gegenwärtigen Wesenherren,

Kriyapada 49, Vers 103. für die zwanzig Gana-Herren in den Richtungen, jeweils einzeln niedergeschrieben, um gerade sie zu erfreuen.

Unnummerierte Formeln vor Vers 104. „Mit dem heiligen Urlaut: Leuchte auf! Sprenge auf! [Waffenkeim.] Dem Dreiäugigen: Svaha!“ Ferner: „Mit dem heiligen Urlaut und den angegebenen Keimsilben: Schädelträger, Verehrung!“ [Die nicht lexikalischen Lautfolgen bleiben in der Sanskritfassung vollständig erhalten.]

Kriyapada 49, Vers 104. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Einsichtigen mit dem Dreizack in der Hand, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Nandisha, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 105. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst und die Axt bereit in der Hand hältst, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Mahakala, dir Verehrung!“

Unnummerierte Anweisung nach Vers 105. Mit diesen beiden Formeln verehre man Nandin und Mahakala. Es folgen, jeweils mit Urlaut und eigenem Keim, „Verehrung Bhringisha!“ und „Verehrung Ganapati!“

Kriyapada 49, Vers 106. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, Bhringisha von schlanker Gestalt, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 107. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Elefantengesichtigen, dessen Wesen der Raum ist, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte Anweisung nach Vers 107. Mit diesen beiden Formeln verehre man Bhringisha und Vinayaka. So verehre man überall mit den jeweiligen Anrufungsmantras. Mit Urlaut und eigenem Keim folgen „Verehrung dem Stier!“ und „Verehrung Subrahmanya!“

Kriyapada 49, Vers 108. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Dharma in Stiergestalt, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, dem Sohn der Surabhi, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 109. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem Sechsgesichtigen, dessen Wesen Shiva ist, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte Formeln nach Vers 109. Mit Urlaut und eigenem Keim: „Verehrung Durga!“ und „Verehrung Candeshvara!“

Kriyapada 49, Vers 110. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, die du am Tor in Shankaras Heiligtum deinen Dienst versiehst, Durga, die mit ihrem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, Göttin, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 111. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir, der du am Tor deinen Dienst versiehst, dem großherzigen Candesha, der mit seinem Blick die Daityas erschlagen hat! Dir, der zu Shankara gehört, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte Formel nach Vers 111. „Verehrung Indra, dem Herrn der Götter, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“ [Die grammatische Form für Rudras Gefolge ist auffällig; sie wird nicht im Sanskrit korrigiert.]

Kriyapada 49, Vers 112. „Mit dem heiligen Urlaut: Dem Vernichter des Stolzes der Daityas, dem einsichtigen Tausendäugigen, der den Donnerkeil bereit in der Hand hält, sei Verehrung! Dir, Hundertopferer, Verehrung!“

Unnummerierte Formeln nach Vers 112: die östlichen Scharen. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken, den guten und den nicht guten, allen Scharen: Verehrung, Verehrung, Svaha!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, weiß, weißäugig, weiß und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die vorne wohnen, nachts umhergehen, Rudra zugehören, gut und nicht gut sind, missgestaltet, vielgestaltig, riesengestaltig, schrecklich, mit Tiermäulern und Vogelgesichtern, Gedeihen oder Nichtgedeihen bewirken, Wünsche gewähren und die Bali-Gabe wünschen: Ihnen bringe ich die Gabe. Allen jenen großen Rudra-Wesen Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Agni-Anrufung vor Vers 113. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Agni, dem Herrn der Glut, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 113. „Mit dem heiligen Urlaut: Der Mund aller Götter ist er, durch ihn wird die Opfergabe getragen, durch ihn kommt alles in Gang: Ihm, dem Opferverzehrer, Verehrung!“

Unnummerierte südöstliche Anrufung nach Vers 113. „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Südosten, mit Speeren in den Händen, rot, rotäugig, von rotem Blut, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ [Die wiederkehrenden Farbverbindungen mit „rot/Blut“ sind in der Quelle nicht eindeutig; beide Bedeutungen werden nicht zu einer neuen Symbolik ausgebaut.]

Unnummerierte Yama-Anrufung vor Vers 114. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Yama, dem Herrn der Verstorbenen, mit Waffen und Reittier, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 114. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch dich wird alles eingezogen, durch dich wird alles beschützt; vor dir fürchtet sich diese Welt. Herr der Verstorbenen, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte südliche Formeln nach Vers 114. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Süden, mit Stäben in den Händen, schwarz, schwarzäugig, schwarz und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu die Formel mit dem Anfang „Die Wesen, die im Süden wohnen …“.

Unnummerierte Nirriti-Anrufung vor Vers 115. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Nirriti, dem Herrn der Rakshasas, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 115. „Mit dem heiligen Urlaut: Der Herr der Rakshasas, Yatudhanas und Pishachas ist er. Diesem Nirriti, dem Herrn der Rakshasas, sei beständig Verehrung!“

Unnummerierte südwestliche Formeln nach Vers 115. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Südwesten, mit Schwertern in den Händen, dunkel, dunkeläugig, dunkel und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Varuna-Anrufung vor Vers 116. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Varuna, dem Herrn des Wassers, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 116. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch dich wird alles hervorgebracht, in dir löst sich alles auf. Varuna, Herr der Wasser mit der Schlinge in der Hand, dir Verehrung!“

Unnummerierte westliche Formeln nach Vers 116. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Westen, mit Schlingen in den Händen, gefleckt, mit gefleckten Augen, gefleckt und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die im Westen wohnen …“ beginnende Formel.

Unnummerierte Vayu-Anrufung vor Vers 117. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Vayu, dem Herrn der Lebenskräfte, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 117. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch ihn werden die Winde von Prana an in allen Wesen hier erfüllt und in Bewegung gesetzt. Diesem Windgott sei Verehrung!“

Unnummerierte nordwestliche Formeln nach Vers 117. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Nordwesten, mit Elefantenhaken in den Händen, gelb, gelbäugig, gelb und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Kubera-Anrufung vor Vers 118. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Kubera, dem Herrn der Yakshas, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 118. „Mit dem heiligen Urlaut: Durch seine Gunst wird die ganze Welt mit Reichtum erfüllt. Diesem Herrn der Guhyakas, dem Herrn des Reichtums, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte Soma-Anrufung vor Vers 119. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Soma, dem Herrn der Gestirne, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 119. „Mit dem heiligen Urlaut: Herr des Mondlichts, dir Verehrung! Herr der Himmelslichter, dir Verehrung! Geliebter Rohinis, dir Verehrung! Krug des Nektars, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte nördliche Formeln nach Vers 119. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva in Kuberas Richtung, mit Stäben in den Händen, weiß, weißäugig, weiß und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die im Norden wohnen …“.

Unnummerierte Ishana-Anrufung vor Vers 120. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Ishana, dem Herrn des Wissens, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 120. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dir mit dem Dreizack in der Hand, zum Schutz der Welt! Dir, dem Herrn der Wissensformen, Ishana, Verehrung, Verehrung!“

Unnummerierte nordöstliche Formeln nach Vers 120. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva im Nordosten, mit Dreizacken in den Händen, gelbbraun, gelbbraunäugig, gelbbraun und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Brahma-Anrufung vor Vers 121. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Brahma, dem Herrn aller Welten, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 121. „Mit dem heiligen Urlaut: Brahma, Herr aller Welten, Ursache der Schöpfung, Leiter des Opfers, Ordner, Viergesichtiger: Dir Verehrung!“

Unnummerierte obere Formeln nach Vers 121. „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen jenen Purusha erkennen; wir meditieren den Urvater. Möge jener Brahma uns anregen!“ Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva in der oberen Richtung, mit Lotussen in den Händen, fein, feinäugig, fein und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die Unheil bringen …“.

Unnummerierte Ananta-Anrufung vor Vers 122. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Ananta, dem Herrn der Unterwelt, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Rudras Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“

Kriyapada 49, Vers 122. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Tausendköpfigen, der die Erde auf seinem Haupt trägt, dem Herrn der unteren Welt! Ananta, dir sei Verehrung!“

Unnummerierte untere Formeln nach Vers 122. Dazu die mit „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung den Wesen, die Unheil bewirken …“ beginnende Formel. – „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen des erhabenen Shiva in der unteren Richtung, mit Wurfscheiben in den Händen, rauchfarben, rauchfarbenäugig, rauchfarben und rot, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnend: Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“ Dazu „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen, die unten wohnen …“.

Unnummerierte Stierformeln vor Vers 123. Jeweils mit dem heiligen Urlaut: „Verehrung dem Stier! Verehrung Haras Reittier! Verehrung dem Kraftvollen! Verehrung dem Sohn der Surabhi!“

Kriyapada 49, Vers 123. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Shambhus Reittier! Du tönst tief wie der aufgewühlte Ozean. Stier, dir Verehrung, damit dieses Fest gedeihe!“

Unnummerierte Anrufungen nach Vers 123: Virabhadra und Ganapati. Mit Urlaut und Keim: „Verehrung Virabhadra!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen Virabhadra erkennen; wir meditieren den Herrn der Scharen. Möge jener Friedvolle uns anregen!“ Mit Urlaut und Keim: „Verehrung Ganapati!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen den mit einem Stoßzahn erkennen; wir meditieren Bhavas Sohn. Möge jener Zahntragende uns anregen!“

Unnummerierte Anrufungen nach Vers 123: die Mütter. Jede Namensanrufung beginnt mit dem Urlaut und dem gelieferten Keim, jede folgende Gayatri mit dem Urlaut.

„Verehrung Brahmani! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Brahma ist; wir meditieren die mit Kusha-Gras in der Hand. Möge jene Brahmani uns anregen!“

„Verehrung Maheshvari! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Rudra ist; wir meditieren die mit dem Dreizack in der Hand. Möge jene Maheshvari uns anregen!“

„Verehrung Kaumari! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Skanda ist; wir meditieren die mit dem Speer in der Hand. Möge jene Kaumari uns anregen!“

„Verehrung Vaishnavi! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Vishnu ist; wir meditieren die mit der Wurfscheibe in der Hand. Möge jene Vaishnavi uns anregen!“

„Verehrung Varahi! Wir wollen die zu Prajapati Gehörende erkennen; wir meditieren die mit der Keule in der Hand. Möge jene Varahi uns anregen!“

„Verehrung Indrani! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Indra ist; wir meditieren die mit dem Donnerkeil in der Hand. Möge jene Indrani uns anregen!“

„Verehrung Mahakali! Wir wollen die erkennen, deren Wesen Rudra ist; wir meditieren die mit dem Dreizack in der Hand. Möge jene Camundi uns anregen!“ [Die Namensänderung zwischen Anrufung und Gayatri steht so in der Quelle.]

Unnummerierte Alternative aus dem Svacchanda nach den Mütterformeln. Oder: „Der als Ende der mit Sa bezeichneten Reihe bestimmte Laut, der Reihe nach durch die langen Vokale unterschieden und vor den eigenen Namen gestellt, bildet hier die Keime der acht Mütter; bei der Siebenergruppe sind es sieben.“ So im Svacchanda. [Dies beschreibt eine Mantrakonstruktion; es ist keine ausgeschriebene Lautreihe.]

Unnummerierte gemeinsame Mütteranrufung. Jeweils mit dem heiligen Urlaut: „Verehrung den Müttern! Verehrung den Müttern aller Welten! Verehrung den Scharen der Mütter aller …!“ [Die dritte Formel hat die auffällige Lesung sarvakoka; „Welten“ wird an dieser Stelle nicht still eingesetzt.] – „Mit dem heiligen Urlaut: Die vielgestaltigen Mütter, die in jeder Richtung ihren Platz haben, im Himmel, Zwischenraum, auf Erden und in der Unterwelt wohnen, mögen auf Shivas Gebot hierherkommen und uns ihre Gunst erweisen [gelieferte Alternative: unsere Verehrung annehmen]. Den Müttern, die freundliche Gestalten annehmen, Verehrung, Verehrung, Svaha!“

Unnummerierte Shasta-Anrufungen. Mit dem heiligen Urlaut, teilweise auch mit ausdrücklich genannten Keimsilben: „Verehrung Shasta! Verehrung Prashasta! Verehrung Mahashasta! Verehrung Kumara! Verehrung dem, dessen Reittiere Elefant und Pferd sind! Verehrung Rudras Sohn!“ – „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen den Herrn der Wesen erkennen; wir meditieren Bhavas Sohn. Möge jener Shasta uns anregen!“ [„Bhavas Sohn“ ist in der Quelle eingeklammert.] – „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Prabha!“ So verehre man seine Göttin links von Shasta. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Satyaka!“ So verehre man seinen Sohn rechts von Shasta.

Kriyapada 49, Vers 124. „Mit dem heiligen Urlaut: Die Scharen von Shamba und den anderen, deren Herren zahllose Scharen führen, mögen alle ganz erfreut sein. Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 49, Vers 125. Westlich von Shasta bringe man mit dieser Formel Shamba und den anderen Bali dar. Die Wendung „Vacat“ mit vorausgehendem Urlaut und abschließender Verehrung sowie die Wendung „Bhuve“

Kriyapada 49, Vers 126, erster Teil. bilden die beiden Skanda-Mantras, die bei Bali zu sprechen sind; beim Feueropfer enden sie mit Svaha. [Die ungewöhnliche Wortform Vacat wird nicht zu einem anderen Mantra korrigiert.]

Unnummerierte Skanda-Formeln innerhalb Vers 126. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Karttikeya! Verehrung Devasena!“ Letzteres gilt seiner Göttin links von ihm. „Mit dem heiligen Urlaut: Wir wollen den Sechsgesichtigen erkennen; wir meditieren den mit dem großen Heer. Möge jener Skanda uns anregen!“

Kriyapada 49, Vers 126, zweiter Teil, und Vers 127, erster Teil. Die als „Dhana“ bezeichneten beiden Laute, mit dem fünften und dritten Vokal verbunden, danach das Wort Canda: Mit vorausgehendem Urlaut und den beiden Waffenlauten als Schluss gilt dies als Candeshvara-Mantra. [Die Lautchiffre wird ohne Ergänzung einer Rezitationsfassung beschrieben.]

Unnummerierte Canda- und Kshetrapala-Formeln innerhalb Vers 127. Jeweils mit dem heiligen Urlaut: „Verehrung Canda! Verehrung Candeshvara! Wir wollen Candeshvara erkennen; wir meditieren den mit dem großen Heer. Möge jener Canda uns anregen!“ Mit Urlaut und drei angegebenen Keimen: „Verehrung Kshetrapala!“ Sodann: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Herrn Vatuka!“

Kriyapada 49, Vers 127, zweiter Teil, und Vers 128. „Mit dem heiligen Urlaut: Dem Herrn des gesamten Bereichs, der umfassende Vollendung gewährt, der sich dem Schutz des Alls widmet, dir, Kshetrapala, Verehrung!“ Dann verehre man am inneren Torturmeingang Tikshnanetra und Mrigasya.

Unnummerierte Formeln nach Vers 128. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Tikshnanetra! Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Mrigasya!“

Kriyapada 49, Vers 129. Man trete aus dem Torturm hinaus, stehe östlich des äußeren Bali-Sockels und spreche das gesamte Gefolge mit dieser Formel an.

Kriyapada 49, Vers 130. „Mit dem heiligen Urlaut: Alle Angehörigen von Rudras Gefolge, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen, mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“

Kriyapada 49, Vers 131. Nachdem man die Scharen so angerufen hat, bringe man Nandin und den anderen Bali dar: Nandisha, Mahakala, Bhutanatha, Mahidhara,

Kriyapada 49, Vers 132. Parvatesha, Guhesha, Kalapasha und Kapalin verehre man und streue ihnen unter ihren eigenen Namen mit Verehrungsendung die Gabe aus.

Kriyapada 49, Vers 133. Dann folgen jeweils zwanzig Herren zahlloser Scharen in jeder Richtung. Unter ihren eigenen Namen bringe man ihnen Bali dar.

Unnummerierter Übergang. Nämlich diese.

Kriyapada 49, Vers 134. Mahakala, Vidhata, Vajrapani, Kratu, Prabhu, Daksha, Shatakratutanu, Aprameya und Viryavan,

Kriyapada 49, Vers 135. Nitya, Vidyutprabha, Shulahasta, Trilocana, Svangadipa, Tamoghna, Srishtikrit und Uruvikrama,

Kriyapada 49, Vers 136, erster Teil. Mandhata, Mahavirya, Nityayoga und Prasadana: Dies sind die Gana-Herren im Osten. [Die Liste enthält in der gelieferten Fassung einundzwanzig Namen statt der angekündigten zwanzig; keiner wird gestrichen.]

Kriyapada 49, Vers 136, zweiter Teil. Agni, Agnisamana, Jvalamalin und Vishvabhuj,

Kriyapada 49, Vers 137. Hutasha, Murtiman, Vyapin, Kapila, Raktalocana, Ugra, Raktavapus, Dhumra, Saptarcis und Vishvabheshaja,

Kriyapada 49, Vers 138. Sutapas, Vegavan, Bhasmacchanna, Marutsakha, Yogapriya und Daruka sind die Herren zahlloser Scharen im Südosten.

Kriyapada 49, Vers 139. Yama, Vaivasvata, Dhata, Daityaghatin, Prajantaka, Mrityu, Pretadhipa, Dharma, Krishna und Krishnaksha,

Kriyapada 49, Vers 140. Nityayogin, Kala, Ashukarin, Paretapa, Mayarupin, Kritanta, Satyasatyapriya und Suhrid,

Kriyapada 49, Vers 141, erster Teil. Pitrinatha und Kinasha: Das sind die zwanzig im Süden.

Kriyapada 49, Vers 141, zweiter Teil. Rakshasa, Asura, Kravyad, Virahan und Nirriti,

Kriyapada 49, Vers 142. Tikshnanetra, Yatughana, Yajnahanta, Nishacara, Mahamurti, Kaikaseya, Krura und Kruravapus,

Kriyapada 49, Vers 143. Rakshas, Kaunapaka, Dhumra, Dhumraksha, Bhishana, Virupaksha und Bhasmanga: Das sind die zwanzig im Südwesten. [Ungewöhnliche Namensformen werden nicht durch geläufigere ersetzt.]

Kriyapada 49, Vers 144. Varuna, Shabala, Ambhodhi, Praceta, Nimnagapati, Yadonatha, Pashapani, Ananda, Ambupati und Shiva,

Kriyapada 49, Vers 145. Kapardin, Pranada, Shveta, Shyamanetra, Sanatana, Pratyannivasa, Jalada, Jivana und Nakravahana,

Kriyapada 49, Vers 146, erster Teil. Payodhinilaya: Dies sind die zwanzig Scharenherren des Westens.

Kriyapada 49, Vers 146, zweiter Teil. Vayu, Gandhavaha, Sukshma, Sparshana und Prabhanjana,

Kriyapada 49, Vers 147. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya,

Kriyapada 49, Vers 148. Dhvajapani, Pavana, Shvasana, Maruta und Marut: Das sind die zwanzig Gana-Herren zahlloser Scharen im Nordwesten.

Kriyapada 49, Vers 149. Rakshesha, Rayiman, Soma, Manibhadra, Guhyaka, Celamalin, Kubera, Jambhala und Shibikundalin,

Kriyapada 49, Vers 150. Kinnaresha, Cailibili, Dhanada, Dhanadhipa, Rajaraja, Shrida, Jyeshtha, Maladhara und Dhanin,

Kriyapada 49, Vers 151. Uttarashanivasa und Ekakundala: Diese zwanzig Scharenherren haben in Kuberas Richtung ihren Sitz.

Kriyapada 49, Vers 152. Ishana, Ishvara, Shambhu, Shulahasta, Trilocana, Anadinidhana, Yogin, Kapila und Pingalocana,

Kriyapada 49, Vers 153. Rudra, Raudraganadhisha, Vishvabharta, Digambara, Nilagriva, Kapardisha, Vrishavaha und Vrishadhvaja,

Kriyapada 49, Vers 154, erstes Vorkommen, erster Teil. Hara, Sharva und Vishvabhuja: Dies sind die zwanzig im Nordosten.

Kriyapada 49, Vers 154, erstes Vorkommen, zweiter Teil. Mahabala, Mahanada, Brahmamurti und Caturmukha,

Kriyapada 49, Vers 154, zweites Vorkommen. Srishtikrit, Vijaya, Dhata, Aghoraghora, Aghora, Langalin, Manyu, Angara und Shikhibhushana,

Kriyapada 49, Vers 155. Jimuta, Murtibhrit, Kundin, Mantrisha und Tripurantaka: Diese heißen die zwanzig Pramatha-Herren zahlloser Scharen in der oberen Richtung. [Die Quelle wiederholt die Versnummer 154. Die Namenszahl stimmt bei dieser Trennung nicht mit zwanzig überein; keine Namen werden ergänzt.]

Kriyapada 49, Vers 156. Buddhi, Pramardana, Shuddha, Kalarupa, Ugradamshtrin, Dirghabahu, Prakama, Bharta, Harta und Vicakshana,

Kriyapada 49, Vers 157. Kalagni, Raurava, Aghora, Naraka, Sharva, Naga, Ghora, Kimpuru, Danuja und Kshamin:

Unnummerierter Abschluss der Liste nach Vers 157. So wurden die zwanzig Herren zahlloser Scharen in der unteren Richtung genannt.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 157. „Jeder von ihnen hat hundert Dienerscharen; diese wiederum haben einzeln Tausende und Zehntausende von Dienern. Für jeden von diesen ist wiederum ein Gefolge von hunderttausend genannt, und für jene sind Millionen bekannt. Daher können diese Gefolgsleute nicht jeder einzeln benannt werden.“

Kriyapada 49, Vers 158. Mit ihren einzelnen Namen, jeweils mit vorausgehendem Urlaut und abschließender Verehrung,

Kriyapada 49, Vers 159. streue man ihnen der Reihe nach in den Richtungen Bali aus, mit Duftstoffen, Blumen, Wasser und der zur jeweiligen Nacht passenden Speise; oder nachts mit der Bhutakrura genannten Speise.

Kriyapada 49, Vers 160. Zu Beginn und am Ende der Bali-Gabe gebe man mit dem Grasbüschel allgemeines Ehrenwasser. Dann trete man zum Bali-Sockel und verehre Bhutida und die anderen der Reihe nach.

Kriyapada 49, Vers 161. Ihnen streue man die Gabe aus wie beim täglichen Fest. Hier besteht folgende Besonderheit: Nach dem Geben der Bali bade man.

Kriyapada 49, Vers 162. Der Acharya trete mit seinen Schülern wie zuvor hinein, nehme den Gott vom Fahrzeug herab und stelle ihn auf den Sockel.

Kriyapada 49, Vers 163. Er verehre ihn wie zuvor und nochmals an seinem eigenen Platz. Nun sind die Nächte der Festtage der Reihe nach zu unterscheiden,

Kriyapada 49, Vers 164. entsprechend den Bali empfangenden Scharen, die darin samt ihren Herren verehrt werden: die Nächte Brahmas, der Wesen, Indras, der Gandharvas, Yakshas und Rakshasas,

Kriyapada 49, Vers 165. danach die Pishacha-Nacht, wenn es sieben sind. Bei neun Nächten heißt die achte Vishnus Nacht,

Kriyapada 49, Vers 166. die neunte Prajapatis Nacht. In ihnen streue man jeweils die passende Gabe aus. In Brahmas Nacht besteht sie aus reiner Speise mit Blumen und Kusha-Gras.

Kriyapada 49, Vers 167. Speise mit Dickmilch, Kurkumapulver, Puffreis, geröstetem Mehl und Wasser heißt Bhutakrura. Sie lasse man in der Nacht der Wesen geben.

Kriyapada 49, Vers 168. Speise mit Indravalli-Saft, geröstetem Mehl, Milch und Dickmilch gebe der Lehrer in der dritten, Indra gewidmeten Nacht als Bali.

Kriyapada 49, Vers 169. In der vierten, den Gandharvas gewidmeten Nacht dient Bambusreis mit Milch. In der fünften, der Yaksha-Nacht, besteht die Gabe aus Blumen, Speise, geklärter Butter und Wasser.

Kriyapada 49, Vers 170. In der sechsten, den Rakshasas gewidmeten Nacht gebe man rote Speise mit Hülsen und Erde. In der siebten, der Pishacha-Nacht, Masha-Reis, Krisara und Honig,

Kriyapada 49, Vers 171. reichlich Kurkumapulver und Öl sowie Masha-Bohnen. In der achten streue man Milchreis mit geklärter Butter aus, in der neunten wiederum

Kriyapada 49, Vers 172. Krisara mit geklärter Butter und Milch: Dies ist die Bali-Gabe für Prajapati. Manche Lehrer nennen die sieben Scharen anders.

Kriyapada 49, Vers 173. Es sind die Scharen der Wesen, Ahnen, Yakshas, Nagas, Brahmas, Ishas und Vishnus. Bei neun kommen die Scharen Skandas und der Mütter hinzu.

Kriyapada 49, Vers 174. In der ersten, der Nacht der Wesen, gebe man Bhutakrura; in der zweiten, der Ahnennacht, Sesam mit Reiskörnern.

Kriyapada 49, Vers 175. In der dritten, der Yaksha-Nacht, Kokoswasser und Shali-Reis; in der vierten, der Naga-Nacht, Milch, Mehl, geröstetes Mehl und Wasser.

Kriyapada 49, Vers 176. In der fünften, Brahmas Nacht, Speise mit Lotussamen und geklärter Butter; in der sechsten, Shivas Nacht, Speise mit Kuchen und geklärter Butter.

Kriyapada 49, Vers 177. In der siebten, Vishnus Nacht, gebe man Reis mit Rohzucker und geklärter Butter als Bali; in Skandas Nacht Rohzuckerreis, in der Nacht der Mütter Dickmilchreis,

Kriyapada 49, Vers 178. mit geklärter Butter und Kokoswasser, durch Kurkumapulver rasch rötlich gefärbt. Wenn die größten und folgenden Feste mehr Tage umfassen,

Kriyapada 49, Vers 179. werden diese Bali empfangenden Scharen der Reihe nach dreifach, zweifach oder einfach berücksichtigt. Einundzwanzig Einheiten, als Shiva-Maße, Adhaka oder Prastha bezeichnet,

Kriyapada 49, Vers 180. ergeben die größte, mittlere und kleinste Gabe für die Wesen. [Die erste Maßeinheit ist in der gelieferten Lesung nicht sicher bestimmbar.] Aus weißen Reiskörnern einer der Sorten von Shali an gekochte Speise

Kriyapada 49, Vers 181. soll ganz rein und als Bali geeignet sein; andernfalls bringt sie nach dem Text einen Fehler. Zweimalgeborene mit gereinigten Zähnen, gebadet und in weißen Gewändern,

Kriyapada 49, Vers 182. sollen die Bali-Speise zubereiten und gut beherrscht tragen. Oder in allen Nächten Speise mit geklärter Butter und Bananenfrüchten,

Kriyapada 49, Vers 183. geröstetem Mehl, Dickmilch und Milch: So wird die Gabe für die Wesen bestimmt. Nachdem man die vorgeschriebenen Festtage auf diese Weise verbracht hat,

Kriyapada 49, Vers 184. binde man in der Nacht vor dem Abschlussbad das Schutzband. Man lasse die Glückstagsformel sprechen und verehre zu günstiger Zeit den Gana-Führer.

Kriyapada 49, Vers 185. Auch das Prozessionsbild und den Dreizack verehre man. Ein neunfaches Seidenband, golden und mit Perlen versehen,

Kriyapada 49, Vers 186. von zwölf Fingerbreiten Länge lege man auf unversehrte Reiskörner. Man verehre es mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben und bespreche es sowie die Asche mit dem Waffenmantra.

Kriyapada 49, Vers 187. Dann binde man das Schutzband mit dem Tryambaka- und Herzmantra an die rechte Hand des Gottes und ebenso an die Dreizackwaffe.

Kriyapada 49, Vers 188. Mit Daumen und Ringfinger beider Hände binde man es dort fest. Man setze das Schutzzeichen auf die Stirn und schwenke das abendliche Licht.

Kriyapada 49, Vers 189. Die Nacht verbringe man wach mit Gesang, Instrumentenklang und weiteren Darbietungen. Morgens bade man und vollende die tägliche Verehrung wie zuvor.

Kriyapada 49, Vers 190. Das Prozessionsbild stelle man in die äußere Halle, den Dreizack davor. Östlich oder nördlich davon

Kriyapada 49, Vers 191. bestreiche man ein quadratisches Mandala mit Kuhmistwasser und schmücke es mit Baldachin, Schirm, Krügen, Lampen, Spiegel und Wedeln,

Kriyapada 49, Vers 192. mit Pflanzschalen und Muschelhörnern ringsum. Den gewaschenen Stößel und Mörser umhülle man mit einem Tuch,

Kriyapada 49, Vers 193. bedecke sie mit Darbha-Gras und verehre sie. Darin werde das Pulver bereitet. Gebadete, schön geschmückte Mädchen, die mit süßen Stimmen singen,

Kriyapada 49, Vers 194. bereiten dort aus Kurkuma dieses glückverheißende Pulver. Dickmilch, unversehrte Reiskörner, geklärte Butter, Durva-Spitzen, Duftstoffe und gekeimte Samen, diese sechs,

Kriyapada 49, Vers 195. legen die Mädchen auf Stößel und Mörser. Das dort bereitete Pulver gebe man dann in ein goldenes oder anderes geeignetes Gefäß.

Kriyapada 49, Vers 196. Man bespreche es mit dem Herzmantra. Die sechs glückverheißenden Berührungsgaben von Dickmilch an lege man unter dem Wurzelmantra auf das Haupt des Gottes.

Kriyapada 49, Vers 197. Man salbe Gott und Waffenbild mit Duftöl, reibe sie mit Gersten-, Masha- und weiterem Mehl ab und wische sie mit einem Tuch.

Kriyapada 49, Vers 198. Mit dem glückverheißenden Pulver, dem Goldpulver beigegeben ist, reibe man Gott und Waffe ab. Den Rest lege man den Gläubigen auf den Kopf,

Kriyapada 49, Vers 199. zum Wohlergehen und, nach der religiösen Deutung, zur Reinigung aller Befleckung. Dann bade man den Gott und schmücke ihn mit Gewand, Schmuck, Duftstoffen und Blumen. Mit den Mantras des Wissens, der Glieder und der Gestalt sowie Shivas Glieder- und Wurzelmantras vollziehe man an Shivas Bild die Vergegenwärtigung der gegliederten Gestalt.

Kriyapada 49, Vers 200. Für den Gang zum heiligen Badeplatz lege man nun auf der Opferfläche Feuer an.

Kriyapada 49, Vers 201. Man rufe Shiva hinein und opfere mit der Mantrasammlung geklärte Butter. Mit dem Gesichtsmantra opfere man Gekochtes, Palasha-Brennhölzer, geklärte Butter und Opferspeise,

Kriyapada 49, Vers 202. jedes achthundertmal. Mit dem als Krishna bezeichneten Mantra opfere man hundertachtmal Sesam und geklärte Butter zur Sühne und bringe mit dem Wurzelmantra das Vollopfer dar.

Kriyapada 49, Vers 203. Mit den sechs Mantras vom Anfang „Laut rufend …“ an opfere man geklärte Butter, ebenso mit der Glückshymne und den Mantras von Jaya an.

Kriyapada 49, Vers 204. Nach dem Svishtakrit-Opfer entlasse man das Feuer in den Herzlotus, setze den Gott auf einen Wagen oder ein anderes Fahrzeug und ziehe zum heiligen Bad aus.

Kriyapada 49, Vers 205. Unter Muschelhorn- und Trommelklang, Gesang, Tanz und weiteren glückverheißenden Darbietungen gehe die Dreizackwaffe voraus; die Badegeräte werden mitgeführt,

Kriyapada 49, Vers 206. ebenso hohe und niedrige Banner, Schirme, Wedel, Fächer, Lampen, Räucherwerk, Krüge und die acht Glückszeichen.

Kriyapada 49, Vers 207. Man gehe vom Tempel aus rechtsherum bis zu einer Entfernung von einem Yojana, zu einem geeigneten Strom, Fluss, Meer oder anderen heiligen Badeplatz mit reichlich Wasser.

Kriyapada 49, Vers 208. Man gehe in mittlerem Tempo, weder schnell noch langsam. Dabei rezitieren die vorzüglichen Zweimalgeborenen den genannten Segenslobpreis, die glückverheißende Svasti-Hymne,

Kriyapada 49, Vers 209. die Shakuna-Hymne und das Camaka, während Gesang, Instrumente und Siegesrufe anschwellen.

Kriyapada 49, Vers 210. Am Ufer des Badeplatzes, geschmückt mit einer Halle und Torbögen, stelle man den Gott auf einen mit Baldachin und weiteren Dingen geschmückten Sockel.

Kriyapada 49, Vers 211. Man verehre mit Duftstoffen und weiteren Gaben und bespreche den Badeplatz mit dem Anfang „Dies von mir, Ganga, Yamuna, Sarasvati …“

Kriyapada 49, Vers 212. oder mit der Mantrasammlung. Nach der Verehrung mit Blumen und weiteren Gaben tauche man zuerst die Waffe, dann den Gott dreimal langsam unter.

Kriyapada 49, Vers 213. Der Guru bade gemeinsam mit den Schülern und verehre den Gott am Ufer bis zur Speisegabe. Dann lege er auf einer Opferfläche das Shiva-Feuer an.

Kriyapada 49, Vers 214. Mit dem Wurzelmantra opfere er achthundertmal, mit den Brahma- und Gliedermantras ein Zehntel davon. Er opfere gekochte Speise und das Vollopfer, rufe die heiligen Badeorte herbei und verehre sie.

Kriyapada 49, Vers 215. Mit „Dies von mir, Ganga, Yamuna …“ opfere er geklärte Butter. Nach den Jaya- und Svishtakrit-Opfern rufe er den Herrn der Wasser in den Badeplatz,

Kriyapada 49, Vers 216. verehre ihn und die heiligen Wasser von Ganga an. Nach dem Sprechen der Glückstagsformel führe man den Gott in den Badeplatz hinein.

Kriyapada 49, Vers 217. Man tauche ihn dort unter und stelle ihn dann auf einen Sockel. Mit Duftstoffen, Amalaki, Kurkuma, Sandelholz, Agaru und Safran

Kriyapada 49, Vers 218. reibe man ihn der Reihe nach einzeln ab, jeweils mit Wasser, Blumen und Räucherung dazwischen, unter Muschelhorn- und Trommelklang sowie Veda-Rezitation in allen vier Richtungen.

Kriyapada 49, Vers 219. Dann führe man den auf seinem Sockel befindlichen Herrn herbei und vollziehe die Tilgung des Übels. Man rezitiere die mit „Der Goldgehörnte …“ beginnende Hymne vollständig bis zum Ende.

Kriyapada 49, Vers 220. Frauen oder Männer, die dann an diesem heiligen Ort baden, ja auch Tiere, werden nach der Verheißung des Textes von sämtlichen Verfehlungen frei.

Kriyapada 49, Vers 221. Man löse das Schutzband, lege es ab und hebe den Gott aus dem Wasser. Auf einem Sockel in der Halle schmücke man ihn mit Gewändern und weiteren Gaben.

Kriyapada 49, Vers 222. Mit Duftstoffen und weiteren Diensten verehre man ihn bis zur Speisegabe, begrüße ihn mit glückverheißender Musik und setze ihn langsam wie zuvor auf das Fahrzeug.

Kriyapada 49, Vers 223. Man kehre zum Tempel zurück, führe ihn rechtsherum, stelle den Herrn in die Halle und verehre ihn; auch die Waffe verehre man.

Kriyapada 49, Vers 224. Prozessionsbild und Waffe stelle man an ihre jeweiligen Plätze. Dann verehre man Shambhu im Hauptlinga mit besonderem Aufwand.

Kriyapada 49, Vers 225. Man bringe die vier Arten von Speise und weitere Gaben dar und vollende nachts die tägliche Verehrung. Dann verehre man das Banner mit Duftstoffen und weiteren Gaben und lasse es herab.

Kriyapada 49, Vers 226. Die zuvor eingeladenen Scharen, Götter und weiteren Wesen entlasse man der Reihe nach: „Begebt euch nach Wohlgefallen in eure eigenen Wohnstätten!“

Kriyapada 49, Vers 227. Den Stier auf dem Banner verehre man mit seinen eigenen Mantras, vereinige ihn mit dem Hauptstier und verehre diesen besonders.

Kriyapada 49, Vers 228. Nach der großen Bali-Gabe für die Wesen gehe der Guru schweigend, von Menschen umgeben, hinaus: lautlos, ohne sämtliche Instrumente und ohne Lampen.

Kriyapada 49, Vers 229. Die an den Übergängen gegenwärtigen Weltenhüter von Brahma an verehre und entlasse man.

Kriyapada 49, Vers 230, erster Teil. Dann bade man, trete wieder hinein und verehre den Herrn des Bereichs.

Abschnittsabschluss. Das Abschlussbad des Festes.

Kriyapada 49, Vers 230, zweiter Teil. Am nächsten Morgen richte man die tägliche Verehrung wie zuvor aus.

Kriyapada 49, Vers 231. Nach dem Ausstreuen der Streugaben und dem Umtragen von Krug und Waffenmacht bade man den Gott mit neun bis tausend Krügen, je nach den verfügbaren Mitteln.

Kriyapada 49, Vers 232. Nach dieser besonderen Waschung beginne man die große Verehrung. Dem Acharya und seinen Schülern gebe man Gold, Gewänder,

Kriyapada 49, Vers 233. Schmuck und weitere Gaben, alles Geschuldete nach Vermögen. Träger religiöser Kennzeichen, Helfer, Brahmanen und Gelübdehaltende,

Kriyapada 49, Vers 234. Tempeldiener und Tempeldienerinnen, Schauspieler, Tänzer, Bedienstete, Arbeiter und andere sowie Arme, Schutzlose und Bittende

Kriyapada 49, Vers 235. erfreue man mit Speise, Gold, Gewändern und weiteren Gaben. An allen Tagen vom Aufrichten des Banners bis zur abschließenden Waschung

Kriyapada 49, Vers 236. gebe man den Bittenden, Brahmanen und weiteren Menschen sowie den Trägern religiöser Kennzeichen nach Möglichkeit Speise und Trank mit guten Beilagen und wohlschmeckenden Säften.

Kriyapada 49, Vers 237. Wer Shambhus Fest so ausrichten lässt, wer es vollzieht und wer es schaut: Alle werden nach der religiösen Verheißung zu Führern der Scharen.

Kriyapada 49, Vers 238. So ist die Ordnung von Shivas Fest beschrieben, beginnend mit dem Banner und endend mit der Waschung, mit der Unterscheidung der größten und folgenden Formen. Dadurch wird der Mondgekrönte, begleitet von der Tochter des Königs der Berge und den Scharenführern, zu höchster Gunst bewegt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das neunundvierzigste Kapitel über die Ordnung des großen Festes.

Besinnung zu Kapitel 49

Die langen Segenswünsche lassen das Fest über seinen unmittelbaren Teilnehmerkreis hinausweisen. Zugleich nennt der Schluss ganz konkrete Menschen: Dienende, Arbeitende, Kunstschaffende und Bedürftige sollen versorgt werden. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies eine Anregung sein, Freude mit Fürsorge zu verbinden. Die historische Ritualordnung und ihre religiösen Verheißungen bleiben dabei vom heutigen persönlichen Verständnis unterscheidbar.


Kriyapada, Kapitel 50: Die feierlichen Waschungen

Dieses Kapitel entfaltet die rituelle Waschung vom kleinen Aufbau mit neun Krügen bis zu großen, vielfach gegliederten Anordnungen. Raster, Stoffe, Gottheiten und Mantras bilden dabei einen gemeinsamen Ritus. Zahlreiche Bauangaben fehlen bereits in der überlieferten Textfassung. Die erhaltenen Aussagen werden übersetzt; fehlende Pläne werden nicht erschlossen.

Kriyapada 50, Vers 1. Zuerst die kleine Waschung, dann die drei unteren, die drei mittleren und die drei höchsten Waschungen.

Kriyapada 50, Vers 2. Sie erfolgen mit neun, fünfundzwanzig, darüber neunundvierzig, einundachtzig, hundertacht und zweihundert

Kriyapada 50, Vers 3. zweiundfünfzig Krügen; danach mit dreihundert, fünfhundert und siebenhundert,

Kriyapada 50, Vers 4. vermehrt um die Kriti-Zahl, sodann mit tausend Krügen oder mit tausendacht; danach mit tausend Krügen,

Kriyapada 50, Vers 5. ordnungsgemäß gefüllt, erfolgt die allerhöchste Waschung. Bei den Formen von hundertacht an … [Der Satzschluss fehlt. Die Eingangszahlen werden im weiteren Kapitel teilweise anders präzisiert; keine stille Angleichung.]

Kriyapada 50, Vers 6. In der Mitte steht der Brahma-Krug, in dem Shiva gegenwärtig ist. Als erste gilt die kleine Waschung mit neun Krügen.

Kriyapada 50, Vers 7. Mit Krugzahlen von Abhikriti an erfolgen die drei unteren Waschungen, mit hundertacht und weiteren … [Die Fortsetzung fehlt; Abhikriti bleibt als gelieferte Zahlbezeichnung erhalten.]

Kriyapada 50, Vers 8. … drei Waschungen. [Der Anfang fehlt.] Für diese Waschungen werden der Reihe nach jeweils eigene Hallen vorgesehen.

Kriyapada 50, Vers 9. Ihre Maße in Ellen sind drei, fünf, sieben, neun, elf sowie die Zahlen Atijagati, Atishakvari, Atyashti und Atidhriti,

Kriyapada 50, Vers 10. schließlich einundzwanzig: So gibt es zehn Waschhallen. Für die Tausendkrug-Waschung … die kleinste … [Der Übergang zur folgenden Maßreihe ist lückenhaft.]

Kriyapada 50, Vers 11. Sie ist fünfundzwanzig Ellen groß; die mittlere misst neunundzwanzig, die größte dreiunddreißig Ellen.

Kriyapada 50, Vers 12. Die Anzahl der Säulen ist jeweils um eins größer als die Ellenzahl der betreffenden Halle. Alle seien gleichmäßig und aus derselben Holzart.

Kriyapada 50, Vers 13. Bei der kleinen Waschung sind die Säulen neun Tala-Einheiten hoch, bei den unteren und folgenden der Reihe nach entsprechend den Zahlen elf, Atijagati und Atishakvari,

Kriyapada 50, Vers 14. gerechnet in Tala über dem Hallenboden. Ihr Umfang beträgt bei der kleinen Form zwölf Fingerbreiten, dann das Zwei-, Drei- und Vierfache

Kriyapada 50, Vers 15. für die drei Klassen von der unteren an. Sparren, Längsbalken, Nebenbalken und die obere Bedachung

Kriyapada 50, Vers 16. fertige man bei den Hallen sachgemäß nach Verfügbarkeit aus geeignetem Holz, Arekapalme und weiteren Stoffen sowie Kokosblättern und ähnlichem Material.

Kriyapada 50, Vers 17. Alle Hallen seien quadratisch, mit vier Türen, ohne mittlere Säulen und mit glückverheißender Yoni-Proportion.

Kriyapada 50, Vers 18. Die Hallenfläche ist bei größter und folgenden Formen zwölf, acht oder sechs Fingerbreiten hoch. Ringsum wird der Boden mit Ziegeln, Holz oder Erde befestigt.

Kriyapada 50, Vers 19. Dort gebe man die Vastu-Bali-Gabe, entlasse die Zimmerleute, lasse die Glückstagsformel sprechen und das Vastu-Feueropfer vollziehen.

Kriyapada 50, Vers 20. So viele Brahmanen wie Krüge vorgesehen sind, speise man dort; bei mangelnden Mitteln die Hälfte oder nochmals die Hälfte, nach der Vorschrift.

Kriyapada 50, Vers 21. Die Halle sei mit Darbha-Girlanden umgeben, mit Baldachin und Torbögen versehen. Ihre Säulen sind mit guten Gewändern umhüllt, Perlenschnüre hängen herab.

Kriyapada 50, Vers 22. Ihr Boden ist schön bestrichen; sie ist anmutig, durchräuchert und mit Sandelwasser besprengt. An den Türen stehen Krüge, an den Vordächern hängen verschiedene Früchte.

Kriyapada 50, Vers 23. So schmücke man die Waschhalle schön und nach Vermögen. Am siebten oder fünften Tag vor dem Tag der Waschung bereite man alles vor,

Kriyapada 50, Vers 24. lege ordnungsgemäß die Keimsaat an und lasse die Glückstagsformel sprechen. Man bestreiche mit den Kuhprodukten, besprenge und vollziehe die weiteren Reinigungen.

Kriyapada 50, Vers 25. Mit den als Dhriti bezeichneten Vorbereitungen heilige man den Ort, beginnend mit dem Ausstreuen der Streugaben; danach verehre und umrunde man Krug, Waffenmacht und Vardhani.

Kriyapada 50, Vers 26. Man schaffe den Schutz durch die Waffe und lege mit mehlbestäubten Schnüren, gleichmäßig nach Osten und Norden gespannt, die Felder an.

Kriyapada 50, Vers 27. Die quadratischen Felder der unteren und folgenden Formen sind zwölf, vierzehn oder die als Vikara bezeichnete Anzahl Fingerbreiten groß.

Unnummerierter Übergang. Nämlich so.

Kriyapada 50, Vers 28. Ein Quadrat von zwei Ellen teile man mit Schnüren in neun Felder. Dort richte man das mittlere Feld her: Damit erfolgt die als klein bezeichnete Waschung.

Abschnittsabschluss. Die Felder der kleinen Waschung.

Kriyapada 50, Vers 29. In einem Raster von sieben mal sieben Feldern belasse man in der Mitte neun Felder. Ringsum lösche man in den Richtungen jeweils eine Reihe aus,

Kriyapada 50, Vers 30. um Wege zu schaffen. Zwischen den Wegen liegen in den Richtungen jeweils drei Felder, in den Ecken jeweils … [Der übrige Versteil fehlt.]

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 30. … zeichne man einen Lotus. [Der Anfang der Anweisung fehlt.]

Abschnittsabschluss. Die fünfunddreißig Krüge. [Die gelieferte Überschrift nennt fünfunddreißig, obwohl am Kapitelanfang fünfundzwanzig genannt wurden; keine Änderung.]

Kriyapada 50, Vers 31. In einem Raster von elf mal elf liegt in der Mitte eine Gruppe aus neun Feldern.

Kriyapada 50, Vers 32. In deren mittlerem Feld ist ein Lotus. Außerhalb der Neunergruppe lösche man ringsum … [Der Satzschluss fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 33. … Neunergruppen. Innerhalb dieser lösche man drei Felder und das mittlere Feld aus. [Der vorausgehende Zusammenhang fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 34. In den vier Richtungen und an den Ecken entferne man jeweils die inneren vier Felder, sodass die Ecken klar hervortreten wie beim Sieben-mal-sieben-Raster.

Kriyapada 50, Vers 35. … außerhalb der mittleren neun Felder. [Fast der gesamte Vers fehlt; eine vollständige Konstruktionsanweisung ist nicht möglich.]

Kriyapada 50, Vers 36. Durch Entfernen von Reihen entstehen ringsum vier deutliche Wege. In den acht Richtungen liegen acht Neunergruppen; in der mittleren Neunergruppe

Kriyapada 50, Vers 37. zeichne man im mittleren Feld einen Lotus. So ein … [Lücke.] Im mittleren Raster, auf den neun mittleren Feldern, liegt ein Lotus.

Kriyapada 50, Vers 38. Außerhalb davon entferne man vier Reihen, die nach Osten und Norden verlaufen. Außerhalb der Wege belasse man in den vier Richtungen eine Reihe.

Kriyapada 50, Vers 39. … durch Entfernen je eines inneren Eckfeldes in den … Neunergruppen. [Die erste Hälfte und der genaue Bezug fehlen.]

Kriyapada 50, Vers 40. So entstehen hundertacht Felder und ein Lotus in der Mitte. Man belasse nach den vier Richtungen eine Reihe und außen eine einzelne Reihe.

Kriyapada 50, Vers 41. Ringsum … durch Entfernen je eines Eckfeldes entstehen hundertacht Felder und ein Lotus in der Mitte. [Eine Anweisung im ersten Halbvers fehlt; die Wiederholung bleibt erhalten.]

Unnummerierter Übergang. Zu den hundertacht. Ferner:

Kriyapada 50, Vers 42. In einem Raster von fünfzehn mal fünfzehn schaffe man wie zuvor vier Wege … [Der übrige Vers fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 43. Man belasse ringsum eine Reihe und entferne eine weitere. Zwischen den Wegen lösche man in den vier Richtungen Neunergruppen aus,

Kriyapada 50, Vers 44, erster Teil, mit Übergang. um Türen zu schaffen. In den Ecken bleiben jeweils einundzwanzig Felder. Nochmals zu den hundert:

Kriyapada 50, Vers 44, zweiter Teil, und Vers 45. Wie zuvor belasse man in einem Fünfzehn-mal-fünfzehn-Raster in der Mitte sieben mal sieben Felder und lösche ringsum vier Wege aus. In der Mitte belasse man eine Neunergruppe und entferne darum eine Reihe.

Kriyapada 50, Vers 46. … die Felder ergeben sich so wie zuvor. [Der beschreibende Hauptteil fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 47. In den Richtungen entferne man bei den ursprünglichen Feldern an den beiden inneren Ecken jeweils vier Felder und auch das mittlere Feld.

Kriyapada 50, Vers 48, erster Teil. So zwölf Felder … [Der Schluss der Anweisung fehlt.]

Abschnittsabschluss. Die drei Arten der Kruganordnung mit acht zusätzlich. [So die verkürzte gelieferte Bezeichnung im Zusammenhang der hundertacht.]

Kriyapada 50, Vers 48, zweiter Teil. In einem Raster von einundzwanzig mal einundzwanzig liegt auf den neun mittleren Feldern ein Lotus.

Kriyapada 50, Vers 49. Ringsum laufen vier Wege vollständig durch. Außerhalb davon liegen acht Neunergruppen; außerhalb dieser … [Der Schluss fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 50. … ebenso lösche man ringsum die Wegenden aus. So ergeben sich deutlich zweihundertzweiundfünfzig Felder. [Der Anfang ist beschädigt.]

Abschnittsabschluss. Die zweihundertzweiundfünfzig Krüge.

Unnummerierte Einleitung. Bei dreihundert Krügen:

Kriyapada 50, Vers 51. … acht Krüge … Man lösche ringsum eine Reihe aus; außerhalb davon überspringe man eine Reihe. [Der Anfang fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 52. In den Richtungen ist eine Reihe zu entfernen; außerhalb von drei Feldern ringsum … [Die weitere Anweisung fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 53. … die Reihe bis zur Ecke verbinde man mit dem äußeren Weg. So entstehen in jeder Richtung sechs Wege, die sich entsprechend erstrecken. [Der Anfang ist lückenhaft.]

Kriyapada 50, Vers 54. Die vier inneren Ecken der sechzehn Eckfelder … [Der restliche Vers fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 55. So gelten dreihundert Felder für die Dreihundertkrug-Waschung. Auf dem Lotus im mittleren Brahma-Feld steht außerdem der Shiva genannte Krug.

Abschnittsabschluss. Die dreihundert Krüge.

Kriyapada 50, Vers 56. In einem Raster von einunddreißig … ringsum für den Weg vollständig entfernen. [Die verbindenden Baubestimmungen fehlen.]

Kriyapada 50, Vers 57. Auch außerhalb der äußeren Reihe entferne man eine Reihe ebenso. Danach ringsum außerhalb von drei Feldern und wiederum außerhalb dreier Felder

Kriyapada 50, Vers 58. Wege … so entstehen in jeder Richtung acht Wege. [Die mittlere Anweisung fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 59. Darin liegen insgesamt achtundvierzig Neunergruppen und achtundzwanzig Dreiergruppen.

Kriyapada 50, Vers 60. Dazu vier einzelne Felder und in der Mitte ein schöner Lotus … [Der zweite Halbvers fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 61. … zur Ausbildung jener Ecken sind auch diese zwölf. Darauf stehen entsprechend viele Krüge, dazu in der Mitte ein weiterer Shiva-Krug. [Der Satzanfang ist beschädigt.]

Kriyapada 50, Vers 62, erster Teil. So ergeben sich fünfhundertvier Felder.

Abschnittsabschluss. Die fünfhundertvier Krüge.

Kriyapada 50, Vers 62, zweiter Teil. … durch Überspringen … [Die nächste Anordnung beginnt mit einer weitgehend verlorenen Zeile.]

Kriyapada 50, Vers 63. Man entferne einzeln nach Osten und Norden verlaufende Reihen. So entstehen dort in jeder Richtung acht Wege.

Kriyapada 50, Vers 64. In der Mitte und in den acht Richtungen liegen jeweils einundachtzig Felder: insgesamt neun gesonderte Gruppen. In der mittleren Gruppe

Kriyapada 50, Vers 65. lösche man die mittleren neun Felder aus und zeichne dort einen achtblättrigen Lotus. So werden siebenhundertzwanzig Felder bestimmt.

Kriyapada 50, Vers 66, erster Teil. Auf dem mittleren Lotus steht ein zusätzlicher Krug namens Shiva.

Abschnittsabschluss. Die siebenhundertzwanzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 66, zweiter Teil, und Vers 67. Auf einer gleichmäßig in fünfundvierzig mal fünfundvierzig Felder geteilten Fläche steht auf dem mittleren Lotus aus fünf mal fünf Feldern der Shiva-Krug. Die Reihe außen herum entferne man für einen Weg.

Kriyapada 50, Vers 68. Außerhalb belasse man eine, drei und zwei Reihen und entferne zwischen ihnen der Reihe nach ringsum Reihen für drei Wege.

Kriyapada 50, Vers 69. Außerhalb davon lasse man vier Reihen stehen und entferne wieder ringsum eine Reihe für einen Weg. Nochmals außerhalb zweier Reihen

Kriyapada 50, Vers 70. bilde eine Reihe einen umlaufenden Weg. Vom Lotus aus entferne man nach den vier Richtungen jeweils zwei Reihen als Türwege, in der betreffenden Richtung verlaufend.

Kriyapada 50, Vers 71. An den sechzehn Kreuzungen der vier großen Wege bewahre man die mittleren Felder zur Aufstellung der als Vikara bezeichneten Krüge.

Kriyapada 50, Vers 72. Türen, Hauptverzierungen, Nebenverzierungen und Ecken entstehen der Reihe nach. Für die Tür entferne man innen drei und außen fünf Felder.

Kriyapada 50, Vers 73. Für die Hauptverzierungen entferne man innen drei und außen ein Feld. Für die Nebenverzierungen gehe man umgekehrt vor.

Kriyapada 50, Vers 74. So gibt es vier Türen, zweiunddreißig Hauptverzierungen und ebenso viele Nebenverzierungen bei der sogenannten fünffachen Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 75, erster Teil. Bei dieser Tausendkrug-Anordnung ist dies durch genaue Zählung zu bestimmen.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit fünf Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 75, zweiter Teil, und Vers 76. In einem Raster von neunundvierzig mal neunundvierzig zeichne man auf den neun mittleren Feldern einen Lotus. Zwei äußere Reihen bilden den umlaufenden Weg. In der äußeren Reihe lösche man in den Richtungen jeweils ein Feld nach innen aus,

Kriyapada 50, Vers 77. verbinde es mit dem Weg und entferne an den vier Ecken jeweils die drei inneren Felder. Außerhalb des mittleren Lotus

Kriyapada 50, Vers 78. entferne man vollständig eine nach Osten und eine nach Norden verlaufende Reihe für Wege. Außerhalb davon, ringsum und jeweils mit drei Feldern Zwischenraum,

Kriyapada 50, Vers 79. entferne man nach Osten und Norden verlaufende Reihen für jeweils zwölf Wege. In der mittleren Gruppe ergeben sich Fünfergruppen,

Kriyapada 50, Vers 80. außerhalb davon jeweils zwölf Neunergruppen in allen vier Richtungen. An den vier Ecken liegen jeweils die mit Vikara bezeichneten Neunergruppen.

Kriyapada 50, Vers 81. So entstehen hundertzwölf Neunergruppen. Nun entferne man in den vier Richtungen jeweils eine äußere Neunergruppe,

Kriyapada 50, Vers 82. um Türen zu schaffen … das einzelne letzte Eckfeld in der Mitte der Ecke entferne man. [Ein Teil der Anweisung fehlt.] So ergeben sich tausend

Kriyapada 50, Vers 83. und acht Felder und in der Mitte ein einzelner Lotus. Außerhalb liegt ein Weg; in den beiden übrigen äußeren Reihen

Kriyapada 50, Vers 84. für Türen, Haupt- und Nebenverzierungen … entstehen die Krüge nach der Akriti-Zahl … auf ihren Feldern. [Der Satz ist durch Lücken nicht vollständig verständlich.]

Kriyapada 50, Vers 85, erster Teil. Es sind tausendacht Krüge und außerdem der Shiva-Krug auf dem Lotus.

Abschnittsabschluss. Die tausendacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 85, zweiter Teil. In einem Raster von dreiundfünfzig mal dreiundfünfzig liegt auf den neun mittleren Feldern ein Lotus.

Kriyapada 50, Vers 86. Mit der äußeren Reihe ringsum … außen … In der Reihe entferne man in den Richtungen jeweils ein Feld, um Türen zu schaffen. [Die erste Anweisung ist unvollständig.]

Kriyapada 50, Vers 87. In den vier Ecken liegen jeweils fünf Felder. Außerhalb entferne man ringsum eine Reihe für einen Weg.

Kriyapada 50, Vers 88. Für Türen und ihre Verzierungen belasse man … zwei … Dazwischen entferne man ringsum eine Reihe für einen Weg. [Die gezählte Einheit fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 89. Vom inneren Weg an entferne man in den Richtungen jeweils drei Reihen für die Türwege und verbinde sie mit dem äußeren Weg.

Kriyapada 50, Vers 90. Nach sechs Reihen innerhalb des äußeren Weges entferne man innen ringsum drei Reihen für den großen Weg.

Kriyapada 50, Vers 91. Darin bewahre man in der mittleren Reihe in den acht Richtungen die acht mittleren Felder. Darauf stelle man die Verbindungskrüge.

Kriyapada 50, Vers 92. Zwischen äußerem und großem Weg, inmitten der sechs Reihen, belasse man Felder in der Tattva-Zahl und entferne der Reihe nach zwei Reihen.

Kriyapada 50, Vers 93. So liegen ringsum Gruppen von sechsunddreißig Feldern in der Kriti-Zahl. Ihre inneren neun Felder entferne man.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 93. Das heißt: an den Ecken.

Kriyapada 50, Vers 94. Um im Inneren der vier inneren Eckgruppen eine weitere Gruppe auszubilden, lasse man drei Reihen stehen und entferne außen eine Reihe.

Kriyapada 50, Vers 95. Innerhalb davon liegen in den vier Ecken achthundert Felder. Vom dritten Weg an entferne man der Reihe nach jeweils eine Reihe

Kriyapada 50, Vers 96. in der Mitte bis dorthin, wo sie den großen Weg erreicht. Dadurch entstehen hier zwölf Gruppen von Feldern in der Tattva-Zahl.

Kriyapada 50, Vers 97. An deren inneren Ecken entferne man die neun Felder. In der inneren Gruppe stehen Krüge in der Kriti-Zahl, in der zweiten hundertacht. [Der Ausdruck für die innere Gruppe und die Krugform sind in der Quelle ausdrücklich fraglich.]

Kriyapada 50, Vers 98. In der dritten stehen dreihundert Krüge, vermehrt um die Sankriti-Zahl; an den Verbindungen acht. In der vierten vierzig zusätzlich zu

Kriyapada 50, Vers 99. fünfhundert Krügen. So sind bei vier Umfassungen tausend Krüge zu verstehen, mit einem zusätzlichen Shiva-Krug in der Mitte. [Die Zahlen und die vorherige Angabe „achthundert“ werden nicht rechnerisch korrigiert.]

Kriyapada 50, Vers 100. In den beiden äußeren Reihen liegen wie zuvor vier Türen in den Richtungen, zweiundvierzig Hauptverzierungen und ebenso viele Nebenverzierungen.

Kriyapada 50, Vers 101. Die Ecken bestehen aus je vierzehn Feldern; auch sie bearbeite man wie zuvor. In allen Gruppen gestalte man die Ecken in Pflugform.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit vier Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 102. In einem gleichmäßig mit Schnüren angelegten Raster von fünfundfünfzig mal fünfundfünfzig belasse man in der Mitte einundachtzig Felder in neun Unterteilungen.

Kriyapada 50, Vers 103. Nach Osten und Norden entferne man jeweils sechs Wege. So entstehen fünfundzwanzig Gruppen zu einundachtzig Feldern.

Kriyapada 50, Vers 104. In den beiden Reihen außerhalb des Randweges schaffe man wie zuvor vier Türen in den Richtungen sowie Haupt- und Nebenverzierungen,

Kriyapada 50, Vers 105. jeweils vierzig, und Ecken mit je vierzehn Feldern. Auf den mittleren neun Feldern der mittleren Gruppe zeichne man einen Lotus.

Kriyapada 50, Vers 106. Auch darum entferne man zwei Reihen für einen Weg. Außerhalb davon entferne man in den vier Richtungen je drei Felder für Türen.

Kriyapada 50, Vers 107. An den Türecken bleiben jeweils fünf Felder. Außerhalb der mittleren Gruppe lösche man in den Richtungen jeweils eine ganze Gruppe aus.

Kriyapada 50, Vers 108. Dort vollziehe man vorschriftsmäßig das Feueropfer. Außerhalb liegen die Gruppen in der Kriti-Zahl. In jeder belasse man ein mittleres Feld

Kriyapada 50, Vers 109. und entferne ringsum zwei Reihen für einen Weg. Außerhalb davon lösche man in den vier Richtungen in den Reihen jeweils ein Feld aus,

Kriyapada 50, Vers 110. um Türen zu schaffen und sie mit dem jeweiligen äußeren Weg zu verbinden. So entstehen in jeder der Kriti-Gruppen neunundvierzig Felder,

Kriyapada 50, Vers 111. in der mittleren Gruppe zwanzig und ein Krug auf dem Lotus. So werden bei einundzwanzig Gruppen tausend Krüge bestimmt.

Kriyapada 50, Vers 112, erster Teil. An Brahmas Stelle auf dem Lotus steht zusätzlich der Shiva genannte Krug.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge in einundzwanzig Gruppen.

Kriyapada 50, Vers 112, zweiter Teil, und Vers 113. Nachdem man die Felder so angelegt und ringsum den Boden bestrichen hat, bedecke man die Felder lückenlos mit weißem Pulver. Man streue ein Adhaka ungeschälten Shali-Reis aus, oder die Hälfte, ein Prastha oder dessen Viertel.

Kriyapada 50, Vers 114. Darüber streue man jeweils die Hälfte geschälten Reis, dann Sesam und Puffreis und bilde so eine Opferfläche; oder man verwende ausschließlich ungeschälten Shali-Reis.

Kriyapada 50, Vers 115. Auf jedes Feld lege man Darbha-Gras als Unterlage. Darauf stelle man die genannten Krüge, mit Fäden umwickelt und mit Deckeln versehen,

Kriyapada 50, Vers 116. gewaschen, durchräuchert und auf Grasbüscheln ruhend, jeden einzeln. Dann bade der Acharya mit seinen Schülern und schmücke sich mit weißen Gewändern

Kriyapada 50, Vers 117. sowie Ringen und weiterem Schmuck. Er wasche Füße und Hände, nehme den rituellen Wasserschluck, setze sich richtig hin und vollziehe die Reinigung der Elemente.

Kriyapada 50, Vers 118. Südlich der Halle verehre er Vighnesha sorgfältig und vergegenwärtige wie zuvor die vollständig gegliederte Gestalt. [Die Tätigkeitsform in der Quelle ist fraglich.]

Kriyapada 50, Vers 119. … herstellend, mit dem allgemeinen Ehrenwasser in der Hand, verehre er der Reihe nach wie zuvor die Türen mit den Kalas von Shanti an durch Blumen und weitere Gaben. [Der Versanfang fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 120. Nach der Verehrung lasse er den Naraca-Pfeil los, trete wie zuvor ein und setze die Waffenmacht auf die Schwelle. Den Vastu-Hüter … [Der Schluss fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 121. Er verehre seinen eigenen Sitz, wende sich nach Osten oder Norden und besprenge die vorgeschriebenen Krüge der Reihe nach mit Ehrenwasser.

Kriyapada 50, Vers 122. Die Grasbüschel richte er nach Norden, selbst in Sadashivas Gestalt. Die tragende Shakti, den Krug … [Der Satzschluss fehlt; auch die Ausrichtung ist im Original fraglich markiert.]

Kriyapada 50, Vers 123. Das Wasser und die weiteren Stoffe stelle er sich als Nektar vor, der aus dem Mond im Lotus am Dvadashanta entspringt. Dabei spreche er den Urlaut der Reihe nach im Entfaltungsablauf.

Kriyapada 50, Vers 124. So fülle er die Krüge mit den vorgeschriebenen Stoffen, mit Gold, Duftstoffen und Blumen, jeden mit weißem Tuch umhüllt,

Kriyapada 50, Vers 125. mit Girlanden geschmückt, mit den genannten Bilva- und Ashvattha- … und Gerstenbestandteilen versehen. Ihre Deckel tragen ungeschälten und geschälten Reis sowie eine vollständige Frucht. [Ein Teil der Stoffliste fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 126. Nach dem Besprengen setze man jeweils Mantra und Gottheit hinein, verehre die Krüge mit den fünf Diensten und vollziehe das Feueropfer nach der Vorschrift.

Kriyapada 50, Vers 127. Bei den Waschungen von der kleinen bis zu der mit hundertacht Krügen opfere man nur in einem Feuer, in der östlichen Grube oder auf einer Opferfläche.

Kriyapada 50, Vers 128. Danach bis zur Form mit siebenhundert wird das Opfer in den vier Richtungen bestimmt. Bei tausendacht und bei tausend Krügen

Kriyapada 50, Vers 129. lege man wie zuvor in den acht Richtungen die bei der Einsetzung genannten Gruben an und verteile ordnungsgemäß das Shiva-Feuer aus dem mittleren Feuer.

Kriyapada 50, Vers 130. Guru und Gestalthüter opfern in ihren jeweiligen Richtungen mit den Brahma- und Gliedermantras. Bei der Tausendkrug-Form mit einundzwanzig Gruppen

Kriyapada 50, Vers 131. opfere man ebenso in den acht Richtungsgruben und innen in den vier ausgeräumten Gruppen der Reihe nach mit den Brahmamantras.

Kriyapada 50, Vers 132. Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Speise, Puffreis, Senfsamen, Sesam und Gerste opfere man entsprechend der Zahl der jeweiligen Krüge, oder halb oder ein Viertel so oft.

Kriyapada 50, Vers 133. Nach dem Opfer mit dem Wurzelmantra opfere man mit den Gestalt- und Gliedermantras ein Zehntel davon. Alle dabei gesammelte geklärte Butter vereinige man und gebe mit einer Kusha-Spitze

Kriyapada 50, Vers 134. ein wenig davon in die Krüge. Dann verehre man erneut bis zur Speisegabe. Damit sind die allen Waschungen gemeinsamen Handlungen erklärt.

Abschnittsabschluss. Die gemeinsamen Handlungen.

Kriyapada 50, Vers 135. Nun werden der Reihe nach die Stoffe, Gottheiten und Mantras der Waschungen von der Neunerform an niedergeschrieben, wie die Shiva-Tantras sie lehren.

Kriyapada 50, Vers 136. Manikya, Perle, Diamant, Koralle, grüner Edelstein, Pushyaraga, Vaidurya, Nila und Gomedaka,

Kriyapada 50, Vers 137. diese Edelsteine gebe man der Reihe nach in die Krüge der Mitte, des Ostens, Südens, Westens, Nordens, Südostens, Südwestens, Nordwestens und Nordostens, dazu Duftstoffe, Blumen, Kusha-Gras und Wasser.

Kriyapada 50, Vers 138. Mit den Brahmamantras von Ishana an und den Gliedermantras fülle und übergieße man. Beim Füllen beginnt man in der Mitte; beim Übergeben des Badewassers beginnt man im Osten und endet in der Mitte.

Kriyapada 50, Vers 139. Die Waffenmacht verehre man in der Waffen-Vardhani neben dem Shiva-Krug. Nach jeder Vierergruppe lasse man Blumen, Wasser und Räucherung folgen,

Kriyapada 50, Vers 140, erster Teil. oder verwende den Mantraanfang „Die Wasser, den König …“; mit dem mittleren Krug die Vyomavidya, den Mantra des alldurchdringenden Raumes.

Abschnittsabschluss. Die Neunerform.

Kriyapada 50, Vers 140, zweiter Teil, und Vers 141. Auch bei der Fünfundzwanzigerform fülle man in der Mitte den Brahma-Krug, in dem Shiva gegenwärtig ist, mit Wasser und den fünf Edelsteinen. In die vier Richtungen kommen Fußwasser, Wasser zum rituellen Mundspülen, Ehrenwasser und die fünf Kuhprodukte.

Kriyapada 50, Vers 142. In die Felder vom Südosten an kommen geklärte Butter, Honig, Milch und Dickmilch. In die östliche Dreiergruppe Zuckerrohrsaft, Rindensud und Fruchtwasser.

Kriyapada 50, Vers 143. Der Sud wird aus den Rinden der vier Milchsaftbäume und des Bilva bereitet. In die südliche Dreiergruppe kommen Puffreiswasser, Duftwasser und Blumenwasser,

Kriyapada 50, Vers 144. in die westliche Goldwasser, Padmaraga-Wasser und Perlenwasser; in die nördliche Gerstenwasser, Korallenwasser und Sesamwasser.

Kriyapada 50, Vers 145. Durva-, Utpala-, Kusha- und Shali-Wasser stehen vom Südosten an. In der Mitte sind Wurzel-, Brahma- und Gliedermantras die Mantras und Gottheiten.

Kriyapada 50, Vers 146. In den Krügen in der Mitte der Dreiergruppen von Osten an und in den Eckkrügen sind die acht Gestalten von der Erde an die Gottheiten. Ihre Mantras enden mit der Verehrungsendung.

Kriyapada 50, Vers 147. Die Gottheiten der seitlichen Krüge von Osten an sind Angushthamatraka, Bhuvaneshana, Ishana, Ekapingekshana,

Kriyapada 50, Vers 148. Udbhava, Bhava, Mahadeva und Mahadyuti. Beim Füllen und den folgenden Handlungen beginnt man die Dreiergruppen mit dem westlich vom mittleren Krug stehenden Krug. [Die genaue Bezugnahme der letzten Richtungsangabe bleibt unsicher.]

Kriyapada 50, Vers 149. Beim Fußwasser spreche man „Dies Vishnu …“, danach „Ihr Wasser seid …“. Beim Ehrenwasser „Die Wasser mögen reinigen …“, bei den Kuhprodukten „Agni preise ich …“.

Kriyapada 50, Vers 150. Bei geklärter Butter „Dich zur Stärkung …“, beim Honig „Süß wehen die Winde …“, bei der Milch „Schwelle an …“, bei Dickmilch „Dadhikravan …“.

Unnummerierte Anweisung vor Vers 151. In der östlichen Dreiergruppe mit Zuckerrohrwasser „Zu dir, Agni …“, mit Fruchtwasser „Nicht unser Kind …“, mit dem Sud „Die Pferdereiche …“. Dann in der südlichen Dreiergruppe:

Kriyapada 50, Vers 151. … mit „Gute Freunde seien uns …“ das Puffreiswasser. [Die erste Vershälfte fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 152. Mit Duftwasser „Agni, komm her …“, mit Blumenwasser „Die Blumenreiche …“. „Die Goldfarbenen, Reinen …“ und „Das entstandene Brahman …“,

Kriyapada 50, Vers 153. danach „Die mit dem Meer als Ältestem …“ gelten für die westliche Dreiergruppe. „Die Rakshasas erschlagend …“, „Herr der Wohnstätte …“ und „Zum Heil uns die göttlichen …“

Kriyapada 50, Vers 154. gelten im Norden für Gersten-, Korallen- und Sesamwasser. Mit Durva-Wasser „In deinem Gang …“, mit Utpala-Wasser „Aus Shri geboren …“.

Kriyapada 50, Vers 155. Mit einer Trishtubh-Strophe und Kusha-Wasser, dann mit Shali-Wasser und dem Anfang „Rasch, schärfend …“ bade man Parvatis Gemahl.

Kriyapada 50, Vers 156. Mit den neun mittleren Krügen bade man unter der großen Vyomavidya; oder unter den Brahma- und Gliedermantras und der Shiva genannten Gayatri,

Kriyapada 50, Vers 157, erster Teil. mit Savitri, den Gestaltmantras und Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die fünfundzwanzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 157, zweiter Teil, und Vers 158. Bei den neunundvierzig Krügen fülle man den mittleren mit Gold, Edelsteinen und Duftstoffen. Fußwasser, Mundspülwasser, Ehrenwasser, Kuhprodukte, geklärte Butter, Honig, Milch und Dickmilch

Kriyapada 50, Vers 159. dienen zum Füllen der acht Krüge in der Mitte. Die östliche Fünfergruppe fülle man mit Sandel-, Agaru-, Kampfer-, Safran- und Ushira-Wasser.

Kriyapada 50, Vers 160. In der südöstlichen Fünfergruppe werden die fünf Getreidearten empfohlen, im Südwesten ebenso. Mit Blumen, Utpala, Kalhara, Lotus und weißem Utpala

Kriyapada 50, Vers 161. fülle man die nordwestliche Fünfergruppe; im Nordosten mit Mallika, Jati, Campaka, Patala und Karavira. [Die erhaltene Stoffverteilung nennt nicht alle acht Richtungen vollständig und lässt den Bezug der fünf Getreidearten offen.]

Kriyapada 50, Vers 162. In der mittleren Neunergruppe sind Shiva sowie die Herren der Brahma- und Gliedermantras gegenwärtig. In den Mitten der acht Richtungen von Osten an … die Gestalten. [Eine Wortgruppe fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 163. In den acht Feldern rechts von den Mittelfeldern sind entsprechend die Shaktis von Vama an, in denen nördlich der Mittelfelder die acht Gestalthüter von Sharva an.

Kriyapada 50, Vers 164. Die folgenden Felder beherrscht die Achtergruppe von Vama und Bhima an; über die übrigen acht Felder herrschen der Reihe nach die Vidyeshvaras.

Kriyapada 50, Vers 165. Ihre Mantras haben den Urlaut und das Herz … [Der Wortlaut ist lückenhaft.] Mit der mittleren Achtergruppe übergieße man unter den Brahma- und Gliedermantras.

Kriyapada 50, Vers 166. Mit den Fünfergruppen der Hauptrichtungen von Osten an bade man Shiva unter dem Camaka, mit den vier Eckgruppen unter den reinigenden Hymnen von „Gold …“ an.

Kriyapada 50, Vers 167, erster Teil. Mit dem mittleren Shiva-Krug bade man unter Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die neunundvierzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 167, zweiter Teil, und Vers 168. Bei einundachtzig Krügen sind im mittleren die fünf Edelsteine und Gold mit heiligem Wasser vorgesehen. In die äußeren acht Krüge kommen Fußwasser, Mundspülwasser, Ehrenwasser, Kuhprodukte, geklärte Butter, Honig, Milch und Dickmilch.

Kriyapada 50, Vers 169. In die östliche Neunergruppe kommen, von der Mitte an, Sandelholz, Rocana, Maru, Kampfer, Safran, Kushtha, Mamsi, Granthi und Mura.

Kriyapada 50, Vers 170. In die südliche kommen Erde vom Stierhorn, vom Elefantenzahn, vom Feld, Fluss, Teich, Berg, Ameisenhügel, Krebsloch und See.

Kriyapada 50, Vers 171. In die westliche Neunergruppe kommen der Reihe nach gute Rinden der vier Milchsaftbäume, von Bilva, Mango, Madhuka, Ashoka und Jambu.

Kriyapada 50, Vers 172. Banane, Panasa, Mango, Matulunga, Granatapfel, Jambira, Likuca, Kokosnuss und Jambu

Kriyapada 50, Vers 173. sind die Früchte der nördlichen Neunergruppe. Im Südosten Wasser aus Meer, Fluss, Teich, See und gutem Brunnen,

Kriyapada 50, Vers 174. dazu Kurkuma-, Puffreis-, Asche- und Kusumbha-Wasser: neun insgesamt. Nivara, Mungbohnen, Masha-Bohnen, Senfsamen, Gerste, Shali-Reis,

Kriyapada 50, Vers 175. Sesam, Priyangu und Shyamaka sind für die südwestliche Neunergruppe vorgesehen. Lakshmi, Devi, Harikranta, Musali, Bhringaraja,

Kriyapada 50, Vers 176. Sadabhadra, Shakravalli, Bhita und der einblättrige Lotus bilden der Reihe nach die Stoffe der nordwestlichen Neunergruppe. [Pflanzennamen bleiben ohne ungesicherte botanische Gleichsetzungen.]

Kriyapada 50, Vers 177. Zwei Lotusarten, zwei Kumuda-Arten, drei Utpala-Arten, Indivara und Kalhara gebe man in die nordöstliche Neunergruppe.

Kriyapada 50, Vers 178. Mit Fußwasser und den weiteren Stoffen bade man unter den Brahma- und Gliedermantras sowie den Formeln von „Dies Vishnu …“ an. Nämlich: „Dies hat Vishnu durchschritten …“, „Ihr Wasser seid Erquickung …“,

Kriyapada 50, Vers 179. „Agni preise ich, den vorangestellten Priester …“, „Dich zur Stärkung …“, „Geklärte Butter hat sich gemischt …“, „Süß wehen die Winde dem Wahrhaftigen …“,

Kriyapada 50, Vers 180. „Schwelle an, zusammen mögen dir …“, „Dadhikravan habe ich …“. Mit der östlichen Neunergruppe bade man unter der Hymne „Die Wasser, den König …“,

Kriyapada 50, Vers 181. mit der südlichen unter der Purusha-Hymne, mit der westlichen unter „Was dem Rudra …“, mit der nördlichen unter „Dieses dem Rudra, durch Glut …“.

Kriyapada 50, Vers 182. Mit der südöstlichen Neunergruppe unter „Dieses dem Rudra mit festem Bogen …“, mit dem Abschnitt von „Die Goldfarbenen, Reinen, Läuternden …“ an

Kriyapada 50, Vers 183. unter Verwendung der südwestlichen Neunergruppe; mit der nordwestlichen unter dem ganzen Abschnitt von „Der Goldgehörnte …“ an, jeweils der Reihe nach.

Kriyapada 50, Vers 184. Im Nordosten übergieße man mit der Neunergruppe unter „Zum Heil uns Indra …“, danach mit dem mittleren Shiva-Krug unter der großen Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die einundachtzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 185. Bei hundertacht fülle man in der Mitte den Shiva-Krug mit Edelsteinen, Gold, Kusha-Gras und Wasser. In die äußeren Dreiergruppen kommen

Kriyapada 50, Vers 186. Stoffe von Nyagrodha, Udumbara, Ashvattha, Plaksha, Jambu, Palasha, Shirisha, Bilva, Madhuka, Saptaparna, Asana und Arjuna.

Kriyapada 50, Vers 187. Vom Südosten an Zuckerrohrsaft, Honig, Sesam und die fünf Kuhprodukte. In die östliche Neunergruppe kommen, von der Mitte an, Kusha-Wurzeln und die acht Erden.

Kriyapada 50, Vers 188. Shaka, Priyangu, Masha, Gerste, Weizen, Senf, Mungbohnen, Sesam und Nishpava füllen im Süden die neun Plätze von der Mitte an.

Kriyapada 50, Vers 189. Im Westen fülle man die neun Krüge mit Campaka, Unmattaka, Drona, Ashoka, Kumuda, Utpala, Karavira, Lotus und Jati.

Kriyapada 50, Vers 190. Im Norden fülle man neun mit Bilva, Mango, Badari, Areka, Kokosnuss, Granatapfel, Banane, Panasa und Jambu.

Kriyapada 50, Vers 191. Fluss-, See-, Teich-, Meer- und gutes Brunnenwasser, Safran, Kurkuma, Reismehl und Asche stehen in der südöstlichen Achtergruppe. [Die Liste enthält neun Stoffe für die bezeichnete Achtergruppe.]

Kriyapada 50, Vers 192. Lakshmi, Devi, Harikranta, Saha, einblättriger Lotus, Shakravalli, Sadabhadra und Musali kommen in die südwestliche Achtergruppe.

Kriyapada 50, Vers 193. Zwei Tulasi-Arten, Apamarga, Bhringaraja, Aparajita, Bhita, Damanaka und Durva sind für die nordwestliche Achtergruppe genannt.

Kriyapada 50, Vers 194. Die nordöstliche Achtergruppe fülle man mit den acht Duftstoffen von Sandelholz an. In den Dreiergruppen folgen Shriparni, Shami und Khadira,

Kriyapada 50, Vers 195. Saptacchada, Kakubha, Asana, Kadamba, rotes Sandelholz, Lodhra, Sarala und Sarja,

Kriyapada 50, Vers 196. Bakula, Karnikara, Patala, Aravatha, Tamala, Bilva, Dhatri und die vier Milchsaftbäume,

Kriyapada 50, Vers 197. Rudraksha und Putrajiva: Damit fülle man die Dreiergruppen der Reihe nach. In der Mitte und in den vier Dreiergruppen, von Osten an,

Kriyapada 50, Vers 198. dienen Wurzel-, Brahma- und Gliedermantras als Mantras und Gottheiten. Für die vier Eckfelder sind die vier Gestalten von der Erde an

Kriyapada 50, Vers 199. die Gottheiten; ihre Namen mit Verehrungsendung bilden die Mantras. Im Osten „Die Wasser, den König …“, im Süden die Purusha-Hymne,

Kriyapada 50, Vers 200. im Westen „Was dem Rudra …“, im Norden „Dieses dem Rudra …“: Dies sind die Mantras der Neunergruppen. Die Gottheiten der ersten beiden Hymnen sind Wasser und Vishnu,

Kriyapada 50, Vers 201. die der übrigen beiden ist Rudra. Für die südöstliche Achtergruppe gilt „Dieses dem Rudra mit festem Bogen …“,

Kriyapada 50, Vers 202. für die südwestliche „Die Goldfarbenen, Reinen …“, für die acht nordwestlichen Krüge „Der Goldgehörnte …“.

Kriyapada 50, Vers 203. Für die nordöstliche Achtergruppe gilt die Hymne „Zum Heil uns Indra …“. Rudra, die Wasser, Varuna sowie Indra und Agni sind jeweils die Gottheiten.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 203. Das bedeutet: Mit diesen soll man den Gott übergießen.

Kriyapada 50, Vers 204. Für die acht Dreiergruppen, beginnend mit der Gruppe zwischen Indra und Agni, gelten Angushthamatra und der Bhuvaneshvara Genannte,

Kriyapada 50, Vers 205. Ishana, Ekapingaksha, Udbhava, Bhava, Mahadeva und Mahatejas als Mantras und Gottheiten.

Unnummerierte Erläuterung vor Vers 206. Das heißt: Ihre jeweiligen Namen mit vorausgehendem Urlaut und abschließender Verehrung sind die Mantras.

Kriyapada 50, Vers 206. Dazu „Dies Vishnu …“ und die drei mit „Dadhikravan …“ beginnenden Formeln,

Kriyapada 50, Vers 207. die Rig-Strophe „Agni preise ich …“, „Dich zur Stärkung …“, „Geklärte Butter hat sich gemischt …“ und „Süß wehen die Winde dem Wahrhaftigen …“.

Kriyapada 50, Vers 208. Dies sind die Mantras. Als Gottheit der ersten wird Vishnu genannt; die der drei von Dickmilch an sind die Wasser, die des Rigveda-Anfangs ist Agni.

Kriyapada 50, Vers 209. Bei „Dich zur Stärkung …“ ist es Savitri, bei der Butterformel Agni, bei der Honigformel die Ahnen und bei „Schwelle an …“ der Mond.

Kriyapada 50, Vers 210. Raum, Sonne, Mond und Auftraggeber sind die Gottheiten. Die Mantras sind wie zuvor der in Pankti-Silbenzahl bestimmte, der alldurchdringende Raummantra und der sechssilbige,

Kriyapada 50, Vers 211, erster Teil. Aghorastra und das Waffenmantra. Ihre Gottheit ist Shiva. [Die Zuordnung der letzten Mantras zur vorausgehenden Gottheitenreihe bleibt nicht vollständig eindeutig.]

Unnummerierte Erläuterung innerhalb Vers 211. Das bedeutet: Mit diesen soll man der Reihe nach übergießen.

Kriyapada 50, Vers 211, zweiter Teil, und Vers 212, erster Teil. Mit dem mittleren Shiva-Krug übergieße man Mahadeva unter der großen Vyomavidya. Deren Gottheit ist Shiva selbst.

Abschnittsabschluss. Die hundertacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 212, zweiter Teil, und Vers 213. Bei der Waschung mit zweihundertzweiundfünfzig Krügen fülle man den mittleren wie zuvor mit Gold, Edelsteinen, Kusha-Gras und Wasser. Die acht Neunergruppen in den Richtungen und außerhalb davon

Kriyapada 50, Vers 214. die Neunergruppen in den vier Ecken ergeben hundertacht. Man fülle sie mit den für die Hundertachtform genannten Stoffen,

Kriyapada 50, Vers 215. mit denselben Gottheiten und Mantras. Dann fülle man die Zwölfergruppen in den vier Richtungen der Reihe nach mit folgenden Stoffen und Wasser:

Kriyapada 50, Vers 216. Nandyavarta, Dhurdhura, Kapittha, Kadamba, Malyanga, Bhadra, Dravana und Bilvaka,

Kriyapada 50, Vers 217. Maruka, Padmatulasi, Mundi, Kuravaka und Arjaka in der mittleren Zwölfergruppe im Osten. [Die Worttrennung ergibt mehr als zwölf Namen; keine Streichung.] Soma, Karpuravallika,

Kriyapada 50, Vers 218. Kubjaka, Shatapatra, Karnikara, Baka, weißer Arka, rote Agasti-Blüte, Kancanara,

Kriyapada 50, Vers 219. die beiden Mallika-Arten und roter Karavira kommen in den Süden. Tamala, Madhavi, weißer Mandara und die beiden Patala-Arten,

Kriyapada 50, Vers 220. Gokshura, Bhukadamba, ein Ankola-Spross, die Blüte von Bijapura und ein Lavanga-Spross,

Kriyapada 50, Vers 221. Rajarka und goldene Yuthi kommen in die westliche Zwölfergruppe. Zwei weiße Spross- und Blütenstoffe, weiße Durva, Mahamari,

Kriyapada 50, Vers 222. Kaccora, Ushira, Musta, Palasha-Blüte, weiße und schwarze Unmatta-Blüten, Shephali und Brihati

Kriyapada 50, Vers 223. sind der Reihe nach die Stoffe der mittleren Zwölfergruppe im Norden. Die acht seitlichen Zwölfergruppen fülle man mit klarem Wasser.

Kriyapada 50, Vers 224. Man gebe Sandelholz, Gold und Blumen hinein. Mit den Neunergruppen bade man der Reihe nach unter den Mantras der Hundertachtform.

Kriyapada 50, Vers 225 mit unnummerierter Fortsetzung. Mit den elf Abschnitten des Rudra-Textes bade man Shiva aus den Zwölfergruppen von Osten an, mit der übrigen Zwölfergruppe unter den Brahmamantras; mit dem mittleren Krug unter der großen Vyomavidya.

Abschnittsabschluss. Die zweihundertzweiundfünfzig Krüge.

Kriyapada 50, Verse 226–227. Auch bei dreihundert Krügen fülle man den mittleren mit Gold, Edelsteinen, Kusha-Gras und Wasser. Die acht äußeren fülle man mit den acht Edelsteinen und heiligem Wasser.

Kriyapada 50, Vers 228. Außerhalb davon fülle man ebenso mit den Stoffen der Hundertachtform unter den Mantras. Die vier inneren Felder der Neunergruppen an den Ecken

Kriyapada 50, Vers 229. fülle man mit reinem Wasser. Von der äußeren pflugförmigen Ecke an verwende man Stoffe, Mantras und Gottheiten wie bei zweihundertzweiundfünfzig.

Kriyapada 50, Vers 230. Nach diesem Füllen fülle man die mittleren Neuner- und Dreiergruppen, zwölf beziehungsweise acht an Zahl, mit Goldwasser.

Abschnittsabschluss. Die dreihundert Krüge.

Kriyapada 50, Vers 231. Bei fünfhundertacht fülle man den mittleren Krug ordnungsgemäß wie zuvor mit den fünf Edelsteinen, Gold und Wasser. [Die hier gelieferte Zahl fünfhundertacht weicht von fünfhundertvier in der Rasterbeschreibung ab.]

Kriyapada 50, Vers 232. Die äußeren Krüge in der Vikara-Zahl, die acht Neunergruppen außen und die acht mittleren Dreiergruppen, hundertzwölf Krüge,

Kriyapada 50, Vers 233. fülle man mit den hundertacht Stoffen und vier weiteren. [Die Gesamtzahl ist in der Quelle fraglich markiert.] Außerhalb davon liegen ringsum in zwei Neunergruppen-Umfassungen

Kriyapada 50, Vers 234. vierzig Neunergruppen. In deren mittlere Krüge gebe man ebenso viele Stoffe.

Kriyapada 50, Vers 235. Mit den vier übrigen Stoffen fülle man die Eckkrüge; alle übrigen Krüge fülle man mit reinem Wasser,

Kriyapada 50, Vers 236. dazu Gold, Duftstoffe und Blumen, ordnungsgemäß unter dem Wurzelmantra. Mit den Krügen der mittleren Umfassung übergieße man unter dem Rudra-Text.

Kriyapada 50, Vers 237. Mit allen äußeren Neunergruppen übergieße man der Reihe nach unter den im Narayana-Text genannten Abschnitten … [Die Bezeichnung vor „Abschnitten“ ist beschädigt und bereits fraglich markiert.]

Kriyapada 50, Vers 238. Mit den neun mittleren Krügen bade man unter Vyomavidya. Oder mit allen Krügen unter den Mantras der Sammlung der Reihe nach,

Kriyapada 50, Vers 239. den Brahmamantras, Shiva-Gayatri, Savitri und Vyomavidya. So übergieße der Guru den Gott; die jeweiligen Hymnen sollen der Reihe nach

Kriyapada 50, Vers 240. acht Brahmanen als Gestaltträger ringsum stehend rezitieren, während sie mit Kusha-Büscheln die Krüge und Shiva berühren.

Abschnittsabschluss. Die fünfhundertacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 241. Bei siebenhundertzwanzig fülle man den mittleren Krug mit Gold, Edelsteinen und reinem Wasser unter Rezitation der Mantrasammlung.

Kriyapada 50, Vers 242. Die zweiundsiebzig Krüge in den acht äußeren Neunergruppen fülle man der Reihe nach mit ebenso vielen Stoffen und den Mantras der Hundertachtform.

Kriyapada 50, Vers 243. Außen liegen in drei Umfassungen zweiundsiebzig Gruppen. Ebenso viele sind die Krüge in der Mitte ihrer Neunergruppen.

Kriyapada 50, Vers 244. In diese gebe man einzeln der Reihe nach ebenso viele Stoffe. Die übrigen zwölf Stoffe gebe man an den Ecken der drei Umfassungen

Kriyapada 50, Vers 245. der Reihe nach in zwölf Krüge, bis zur Richtung Sharvas. In die Gruppen von der mittleren an, einundachtzig an Zahl,

Kriyapada 50, Vers 246. setze man der Reihe nach ebenso viele Wörter der Vyomavyapi-Formel ein und verbinde damit die jeweils bezeichneten sechs Wirklichkeitswege.

Kriyapada 50, Vers 247. Nach vorschriftsmäßiger Verehrung übergieße der Guru den Gott unter der großen Vyomavidya, dem Rudra-Text und den Brahmamantras.

Kriyapada 50, Vers 248. Wie zuvor rezitieren die Brahmanen als Gestaltträger mit Grasbüscheln in den Händen „Was dem Rudra …“, die Purusha- und Shri-Hymne sowie die reinigenden Hymnen.

Abschnittsabschluss. Die siebenhundertzwanzig Krüge.

Kriyapada 50, Vers 249. Bei der Tausendkrug-Waschung mit fünf Umfassungen fülle man den mittleren Shiva-Krug mit Duftstoffen, Gold, Edelsteinen, Kusha-Gras und heiligem Wasser.

Kriyapada 50, Vers 250. Von den zwanzig Krügen darum fülle man die Eckkrüge vom Südosten an mit Fußwasser, Mundspülwasser, Ehrenwasser und Kuhprodukten.

Kriyapada 50, Vers 251. Die übrigen fülle man mit Milch, geklärter Butter, Honig, Dickmilch, Zuckerrohrsaft, Fruchtwasser, Sud, Kuhurin, Blumen, Kuhmist und Gold,

Kriyapada 50, Vers 252, erster Teil. sowie einzeln mit den fünf Bestandteilen des Bilva, jeweils mit Wasser.

Abschnittsabschluss. Die erste Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 252, zweiter Teil, und Vers 253. In der zweiten Umfassung folgen Durva-, Gersten- und Sesamwasser, Shali- und Wasser von drei Utpala-Arten, Sprosse der vier Milchsaftbäume, Jambu, Shirisha, Palasha, Saptaparna, Asana und Arjuna,

Kriyapada 50, Vers 254. Priyangu, Masha, Weizen, Mungbohnen, Senf, Bambusreis, Nishpava, Mahavrihi, Shyamaka, Anu und Gavithuka,

Kriyapada 50, Vers 255. Masuraka, Kulastha, Adhaki, Jartila, Siddhartha und Nivara: Damit fülle man ordnungsgemäß.

Kriyapada 50, Vers 256. Danach folgen Erden von Fluss, Ameisenhügel und heiligem Badeort in reiner Gegend, von Stier- und Elefanten- sowie Bergspitzen, von Krebsloch und Feld. [Der Wortlaut verbindet die Tier- und Bergangaben undeutlich; die Varianten bleiben in der Sanskritfassung erhalten.]

Kriyapada 50, Vers 257. Erden von den Wurzeln des Palasha, Kusha, Bilva und der Milchsaftbäume, vom Altar, von einem Wildschwein aufgewühlte Erde und Erde vom Gotteshaus,

Kriyapada 50, Vers 258. ferner je Erde von Kumuda-, Utpala- und Lotuswurzeln. Zwei Campaka-Arten, drei Unmatta-Arten, Patala, Gerste,

Kriyapada 50, Vers 259. Ashoka- und Drona-Blüten, vier Karavira-Arten, zwei Lotusarten, zwei Kumuda-Arten und zwei Tuladi-Arten,

Kriyapada 50, Vers 260. Shatapatra, Kubjaka, Madhavi, zwei Mallika-Arten, Saptakala, Nara, Punnaga- und Naga-Blüten,

Kriyapada 50, Vers 261. Rajarka, weißer Arka, Kalhara, Indivara, weißer und roter Mandara, Karnikara, Mahamari,

Kriyapada 50, Vers 262. Arti, Kusumbha-Blüte, weiße und schwarze Aparajita, Palasha-Blüte, Bakula, Nandyavarta und Kadamba,

Kriyapada 50, Vers 263. Damana, Padmatulasi, Mundi, Kuravaka, Hiribera, Maruvaka, Musta, Granthi und Ushira,

Kriyapada 50, Vers 264. Brihati, Aragvadha, Jambu- und Mangosprosse, rote Agasti-Blüte, Mangoblüte und Coraka,

Kriyapada 50, Vers 265. Shephali-Blüte, Lakshmi, Sahadevi, Kritanjali, Bhita, Indravalli, Musali, Bhadra und zwei Durva-Arten,

Kriyapada 50, Vers 266. Harikranta, zwei Bhringaraja-Arten, einblättriger Lotus und Bhukadamba: Dies sind hundertundzweiunddreißig. [Die Pflanzen- und Stoffnamen werden in der gelieferten Abfolge erhalten; unklare Namen werden nicht botanisch präzisiert oder zwecks Summenangleichung verändert.]

Abschnittsabschluss. Die zweite Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 267. In der dritten Umfassung folgen Malyanga, Shami-Blüte und -Blatt, Apamarga, Shankhapushpa, Tapincha und Tamala,

Kriyapada 50, Vers 268. Brahmi, Rudrajata, Suryavartini, Suvarcala, Vanamala, Shyama, Patti und Ravanabilvaka,

Kriyapada 50, Vers 269. Karpuravallika, Somavalli, Dhatri-Spross, die beiden Blüten von Durva und Asana, Baka-Blüte und Arjaka,

Kriyapada 50, Vers 270. Kutaja, Sarala, Kushtha, Sandelholz, rotes Sandelholz, Safran, Mura, Bhamsi, Kampfer und zwei Agaru-Arten,

Kriyapada 50, Vers 271. Jati-Frucht, Manjishtha, Devadaru, Rocana, Khasha, Cashala, Lotussamen, duftende Amalaki und Schwefel,

Kriyapada 50, Vers 272. Kardamom, Gewürznelke, Takkola, Haritala, Manahshila, roter Ocker, Makshika, Kakshi, Sindura, Darada und Shikha,

Kriyapada 50, Vers 273. Eisen, scharfes Eisen, Magnetstein, Kupfer, Zinn, Messing, Blei, Silber, Gold, Vaikranta und drei Glimmerarten,

Kriyapada 50, Vers 274. Sonnen- und Mondstein, Kristall, Loha, Tuttha und Bronze; Kokosnuss, Mango, Panasa, Banane, Likuca und Granatapfel,

Kriyapada 50, Vers 275. Matulunga, Jambira, Bilva- und Atundika-Frucht, Arekanuss, Badara, Trauben, Orange und Amalaki,

Kriyapada 50, Vers 276. Madhuka, Brahmavriksha, Shriparni, Khadira, Padmaka, Sarja, Lodhra, Rohitaka und Vikankata,

Kriyapada 50, Vers 277. Bilva, Aragvadha, Shaka, Dhatri, Haritaki und Jambu: Von diesen verwende man das Kernholz. Dazu einzeln die neun Edelsteine

Kriyapada 50, Vers 278. von Diamant an der Reihe nach und die zehn goldenen Waffen. Kurkuma-, Gersten-, Weizen- und Shali-Reispulver sowie Asche,

Kriyapada 50, Vers 279. Mehle von Mung-, Masha- und Kulastha-Bohnen, geröstetes Mehl, geröstetes Getreide, Karamba-Speise, Udumba, Bala und Atibala,

Kriyapada 50, Vers 280. Wasser aus Meer, Strom, heiligem Badeort, Stufenbrunnen, Brunnen, Teich, See und Wasserfall sowie Rudraksha, jeweils der Reihe nach.

Kriyapada 50, Vers 281. So fülle man in der dritten Umfassung hundertvierundvierzig Krüge mit den genannten Stoffen.

Abschnittsabschluss. Die dritte Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 282. In der vierten Umfassung fülle man vierhundert Krüge, vermehrt um … Krüge, mit Gold, Kampfer und Safran. [Die zusätzliche Zahl fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 283, erstes Vorkommen, erster Teil. Dazu Flusswasser unter der Shiva genannten Gayatri.

Abschnittsabschluss. Die vierte Umfassung.

Kriyapada 50, Vers 283, erstes Vorkommen, zweiter Teil, und Vers 284. In der fünften Umfassung sind ebenso zweihundertzweiundsiebzig Krüge. Man fülle sie ordnungsgemäß rechtsherum mit Wasser, Kampfer, Sandelholz und Agaru unter Shivas Savitri.

Kriyapada 50, Vers 285. Danach fülle man die Krüge an den Verbindungen mit heiligem Wasser unter dem Tryambaka-Mantra und gebe Duftstoff und Gold hinein.

Kriyapada 50, Vers 283, zweites Vorkommen. Überall beginne man beim Füllen und Verehren der Krüge der Umfassungen im Osten und ende bei Ishana. Dies gilt auch für die Waschung. [Die Quelle wiederholt 283; eine Marke 286 fehlt.]

Kriyapada 50, Vers 287. Die Gruppen von neun und mehr fülle man in der Folge Osten, Süden, Westen, Norden, dann Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten; ebenso übergieße man.

Kriyapada 50, Vers 288. Ishana bis Sadyojata sind die Herren der Umfassungen von der Mitte an; ebenso Sadashiva und die folgenden und die Kalas von Shantyatita an.

Kriyapada 50, Vers 289. Auch die Wirklichkeitswege befinden sich der Reihe nach in diesen Bereichen von der Mitte an. Im mittleren Shiva-Krug und in sämtlichen Krügen

Kriyapada 50, Vers 290. vergegenwärtige man die sechs Wirklichkeitswege sowohl in ihrer Gesamtheit als auch einzeln. Überall gebe man Gold im Gewicht eines Masha in die Krüge,

Kriyapada 50, Vers 291. oder die Hälfte oder nochmals die Hälfte, entsprechend größter, mittlerer und kleinster Form. In den mittleren Shiva-Krug gebe man drei, zwei oder einen Nishka Gold.

Kriyapada 50, Vers 292. Für alle Krüge gilt gemeinsam: Füllen mit reinem Wasser, ausgenommen die mit Kuhprodukten, Honig und Zuckerrohrsaft; dazu Tuch, Grasbüschel und Gold.

Kriyapada 50, Vers 293, erster Teil. Sprosse und Deckel sind auch bei den Krügen mit Kuhprodukten und den weiteren Stoffen gleich.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit fünf Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 293, zweiter Teil, und Vers 294. Bei tausendacht fülle man den Shiva-Krug ordnungsgemäß wie zuvor mit Wasser, Edelsteinen, Gold und Duftstoffen. In den Fünfergruppen der Hauptrichtungen von Osten an fülle man der Reihe nach die zwanzig Stoffe ein,

Kriyapada 50, Vers 295. unter den Mantras wie zuvor. Die Fünfergruppen vom Südosten an fülle man mit reinem Wasser, Kampfer und Blumen.

Abschnittsabschluss. Die mittlere Gruppe.

Kriyapada 50, Vers 296. In der äußeren zweiten Gruppe fülle man die Neunergruppen in der Vikara-Zahl mit den für die dritte Umfassung genannten Stoffen von Malyanga an.

Abschnittsabschluss. Die zweite Gruppe.

Kriyapada 50, Vers 297. In der dritten Gruppe fülle man die Neunergruppen der vier Hauptrichtungen mit den für die zweite Umfassung genannten Stoffen von Durva bis Nivara,

Kriyapada 50, Vers 298. außerdem mit Lotussamen und Rudraksha, zusammen in der Tattva-Zahl. Bei den übrigen achtzig Neunergruppen fülle man der Reihe nach

Kriyapada 50, Vers 299. die mittleren Krüge mit ebenso vielen Stoffen der zweiten Umfassung von Flusserde an unter Vyomavidya.

Kriyapada 50, Vers 300. Mit den acht übrigen Stoffen fülle man die Türkrüge wie zuvor unter den acht Mantras der Gestaltherren.

Abschnittsabschluss. Die tausendacht Krüge.

Kriyapada 50, Vers 301. Auch bei vier Gruppen fülle man den mittleren Krug wie zuvor. Danach die Krüge in den Richtungen bis zu den Ecken der drei Gruppen,

Kriyapada 50, Vers 302. in den pflugförmigen Gruppen und an den Verbindungen, der Reihe nach wie zuvor mit den genannten Stoffen und Mantras.

Kriyapada 50, Vers 303, erster Teil. Alle Gottheiten, Wirklichkeitswege und weiteren Zuordnungen gelten wie bei den fünf Umfassungen.

Abschnittsabschluss. Die tausend Krüge mit vier Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 303, zweiter Teil, und Vers 304. Bei einundzwanzig Gruppen fülle man den mittleren Krug und die zwanzig um ihn in der mittleren Gruppe mit den Stoffen wie zuvor. Danach fülle man die mittleren Krüge der zwanzig äußeren Gruppen

Kriyapada 50, Vers 305. mit den zwanzig Stoffen von Durva bis Weizen. Die Krüge der äußeren Umfassung der Gruppen in den acht Richtungen,

Kriyapada 50, Vers 306. achtundzwanzig in jeder Gruppe, fülle man der Reihe nach mit ebenso vielen genannten Stoffen von Mungbohnen an.

Kriyapada 50, Vers 307. Die Krüge der vier inneren Gruppen fülle man mit Safranwasser und Gold. Die acht seitlichen äußeren Gruppen fülle man

Kriyapada 50, Vers 308. der Reihe nach mit Kuhurin, Kuhmist, Milch, Dickmilch, geklärter Butter, Zuckerrohrsaft, Honig und Kokoswasser.

Kriyapada 50, Vers 309. Die Krüge in den vier Ecken innerhalb der jeweils zwanzig Felder der Gruppen in den acht Richtungen fülle man mit den übrigen Stoffen.

Abschnittsabschluss. Die einundzwanzig Gruppen.

Kriyapada 50, Vers 310. Nun werden die Gottheiten und Mantras der tausend Krüge einzeln nach den Umfassungen der Reihe nach erklärt.

Kriyapada 50, Vers 311. Auch bei den Anordnungen mit neun und weiteren Gruppen sind die Umfassungen jeweils fünffach zu bestimmen, wie bei den fünf Umfassungen.

Kriyapada 50, Vers 312. Die Gottheit des mittleren Shiva-Kruges ist Sadashiva. Brahma-, Glieder- und Wurzelmantras sowie Vyomavidya sind seine Mantras.

Kriyapada 50, Vers 313. Die Gottheiten der innersten Umfassung sind die acht Gestalten, die der zweiten die Shaktis von Vama an.

Kriyapada 50, Vers 314. Die Gottheiten der dritten sind die Gestaltherren von Sharva an. In der vierten folgen Angushthamatraka,

Kriyapada 50, Vers 315. Bhuvaneshana, Ishana, Ekapingekshana, Udbhava, Bhava, Mahadeva und Mahadyuti.

Kriyapada 50, Vers 316. In der fünften Umfassung sind es die zu den zehn Richtungen gehörenden hundert Rudras. Kapalisha, Agnirudra, Yamya und der Nirriti Genannte,

Kriyapada 50, Vers 317. Bala, Shighra, Nidhisha und als achter Vidyadhipati gelten der Reihe nach als Oberherren der Gruppen in den acht Richtungen.

Kriyapada 50, Vers 318. An Türen, Haupt- und Nebenverzierungen stehen die Vidyeshvaras als Beschützer. Mit Fußwasser bade man unter „Dies Vishnu …“, danach unter „Ihr Wasser seid …“.

Kriyapada 50, Vers 319. Mit Ehrenwasser unter „Die Wasser mögen reinigen …“, mit Kuhprodukten unter „Agni preise ich …“, mit geklärter Butter unter „Dich zur Stärkung …“, mit Honig unter „Süß wehen die Winde …“.

Kriyapada 50, Vers 320. Mit Milch unter „Schwelle an …“, mit Dickmilch unter „Dadhikravan …“, mit Zuckerrohrsaft unter „Zu dir, Agni …“, mit Karamba unter „Nicht unser Kind …“.

Kriyapada 50, Vers 321. Mit Sud unter „Die Pferdereiche …“, mit Puffreis unter „Gute Freunde seien uns …“, mit geröstetem Getreide unter „Agni, komm her …“, mit Blumen unter „Die Blumenreiche …“.

Kriyapada 50, Vers 322. Unter „Die mit dem Meer als Ältestem …“ und „Das entstandene Brahman …“ übergieße man Maheshvara mit Kurkuma- beziehungsweise Mehlwasser.

Kriyapada 50, Vers 323. Unter „Die Rakshasas erschlagend …“ mit Senfsamen, unter „Zum Heil uns die göttlichen …“ mit Sesamwasser, unter „Herr der Wohnstätte …“ mit Shali-Wasser, unter „In deinem Gang …“ mit Durva-Wasser.

Kriyapada 50, Vers 324. Mit Lotuswasser unter „Aus Shri geboren …“, mit Utpala-Wasser unter einer Trishtubh-Strophe, mit Erdwasser unter „Rasch, schärfend …“.

Kriyapada 50, Vers 325. Unter der Shri-Hymne mit Duftwasser, unter „Was dem Rudra …“ mit Fruchtwasser, unter Camaka mit Getreidewasser und unter der Purusha-Hymne mit Kernholzwasser.

Kriyapada 50, Vers 326. Unter „Die Wasser, den König …“ bade man mit Edelsteinwasser, unter Tryambaka mit Aschewasser, unter „Dieses dem Rudra …“ mit Brunnenwasser.

Kriyapada 50, Vers 327. Unter „Laut rufend …“ mit Metallwasser, unter Ishana mit Wasserfallwasser, unter Purusha mit Teichwasser, unter Aghora mit Meerwasser.

Kriyapada 50, Vers 328. Unter Vamadeva mit Flusswasser, unter Ajata mit Seewasser, unter „Dies von mir, Ganga …“ mit heiligem Wasser, unter „Duft als Tor …“ mit Kuhmist.

Kriyapada 50, Vers 329. Unter Rudra mit Kräuterwasser, unter den Svasti-Formeln mit Sprosswasser, unter den reinigenden Hymnen mit Safranwasser, unter Savitri mit Kampferwasser.

Kriyapada 50, Vers 330. Unter „Die Goldfarbenen, Reinen …“ mit Kusha-Wasser, unter „Deren König …“ mit Wasser und den fünf Bestandteilen des Bilva.

Kriyapada 50, Vers 331. Mit Kuhurin übergieße man unter „Deren Gott …“, mit Sprosswasser unter „Mit friedvollem Auge mich …“.

Kriyapada 50, Vers 332. Mit Mineralwasser bade man unter „Der Läuternde, das Himmelslicht erzeugend …“, und der Reihe nach mit den Formeln von „Jatavedas, das Reinigungsmittel …“ bis zum Ende des Abschnitts.

Kriyapada 50, Vers 333. Mit Gersten-, Masha- und weiteren Pulvern bade und reibe man ab. Mit dem Wasser der goldenen Waffen unter „Im unermesslichen Wasser …“

Kriyapada 50, Vers 334. und mit Rudraksha-Wasser unter „Der Hinüberführende, sich erfreuend …“ übergieße man Mahadeva, jeweils mit Blumen, Räucherung und Wasser dazwischen. [Die hier angeführten Hymnen sind überwiegend nur durch ihre Anfänge bezeichnet, keine vollständigen Rezitationstexte.]

Kriyapada 50, Vers 335. Von der innersten bis zur äußersten Umfassung bade man Shiva mit den Krügen der Reihe nach entsprechend Haupt- und Zwischenrichtungen.

Kriyapada 50, Vers 336. Nach jeder Waschung aus einer Umfassung, Gruppe oder Neunergruppe bade man unter Shivas Gayatri mit kaltem Wasser und Blumen.

Kriyapada 50, Vers 337. Nach der Verehrung mit Blumen und Räucherung bade man immer wieder, bis alle Krüge in der genannten Reihenfolge verwendet sind.

Kriyapada 50, Vers 338. Dann reibe man unter Ishana mit den vorgeschriebenen Abreibestoffen: Brahmi, Vaishnavi, Raudri, Vimala, Kritanjali,

Kriyapada 50, Vers 339. Kurkuma, Sahadevi, Shirisha, Suryavartini, Sadabhadra und Kusha-Spitzen; damit zusammen reibe man Shiva ab.

Kriyapada 50, Vers 340. Mit einem Büschel aus fünfzig Darbha-Halmen besprenge man ihn unter „Zum Heil uns Indra …“, bade ihn mit Wasser und vollziehe dann die Lichtschwenkung.

Kriyapada 50, Vers 341. Mit den aus Reismehl und weiteren Stoffen gefertigten acht Glückszeichen des Gottes in goldenen oder anderen Gefäßen sowie weiteren Zeichen und den Waffen der Weltenhüter,

Kriyapada 50, Vers 342. mit hohen Teiglampen, mit Durva, Senfsamen, Lotus, Dickmilch und unversehrtem Reis, schön angeordnet, schwenke man das Licht vor dem Allgegenwärtigen unter dem Purusha-Mantra.

Kriyapada 50, Vers 343. Dabei ertönen ununterbrochen Gesang, Tanz und Instrumente: Muschelhorn, Kahala, Gomukha, Timila, Anaka, Bheri und weitere.

Kriyapada 50, Vers 344. Unter anschwellender Veda-Rezitation und Glücksrufen wie „Sieg!“ schwenke man das Licht und bade erneut ebenso. Dann übergieße man mit dem mittleren Krug.

Kriyapada 50, Vers 345. Anschließend trockne man mit einem reinen Tuch. Mit sehr feinen, neuen Woll- oder Baumwollgewändern

Kriyapada 50, Vers 346. bekleide man den Gott unter dem Wurzelmantra und gebe Fußwasser unter Ishana. Mit dem Herzmantra bringe man den Gesichtern Ehrenwasser und mit dem Augenmantra Mundspülwasser dar.

Kriyapada 50, Vers 347. Dann schmücke man mit goldenen, von verschiedenen Edelsteinen verzierten Schmuckstücken, von der Krone bis zum Schmuck des Sockels, wie es schön erscheint.

Kriyapada 50, Vers 348. Unter dem Gesichtsmantra schmücke man und reiche auch mit dem gestalttragenden Mantra Mundspülwasser. [Der letzte Ausdruck und sein Bezug sind in der Quelle fraglich.] Mit fein verriebenem Sandelholz, Kampfer und kaltem Wasser,

Kriyapada 50, Vers 349. gemischt mit Safran und Agaru, bestreiche man unter Vamadeva. Mit Blumen und Kränzen schmücke man unter Ajata.

Kriyapada 50, Vers 350. Mit schwarzem Agaru und reichlich Kampfer, zusammen mit Zucker, räuchere man Shambhu unter dem Haarschopfmantra; das Licht gebe man unter dem Schutzmantra.

Kriyapada 50, Vers 351. Mit Lampen, die kampferhaltige Dochte und duftende Brennstoffe haben, schwenke man das Abendlicht unter dem Waffenmantra und setze es ab.

Kriyapada 50, Vers 352. Die wohlschmeckende Speisegabe bereite man aus ebenso vielen Prastha Shali-Reiskörnern, wie Krüge vorhanden sind; oder der Hälfte beziehungsweise nochmals der Hälfte.

Kriyapada 50, Vers 353. So ergeben sich größte und folgende Speisegaben, reichlich mit passender geklärter Butter übergossen. Gut bereiteten Milchreis, Dickmilchreis mit Kurkuma,

Kriyapada 50, Vers 354. Krisara-Reis, Rohzuckerreis und Mungbohnenreis bringe man der Reihe nach vor den Gesichtern von Ishana an dar, reichlich mit geklärter Butter versehen.

Kriyapada 50, Vers 355. Überall kommen Dickmilch, Honig, geklärte Butter, Kristallzucker und Saft hinzu, ebenso Suppe, gute Beilagen, Wurzeln, Früchte und Süßkugeln.

Kriyapada 50, Vers 356. Dies bringe man Sharva dar, dazu kühles, duftendes Wasser mit Gewürznelken, Jati, Takkola, Kampfer und Kardamom.

Kriyapada 50, Vers 357. Man gebe Wasser zum Waschen der Hände und zum Mundspülen. Betel mit Jati-Frucht, Takkola, Kampfer und Arekanuss

Kriyapada 50, Vers 358. bringe man dar, preise den Gott und verneige sich voller Hingabe. Man umschreite Shiva rechtsherum und fasse das Feuer der Reihe nach zurück.

Kriyapada 50, Vers 359. Shiva aus dem Feuer vereinige man mit dem Krug, Shiva aus dem Krug mit dem Herzen. Nach der Entlassung von Tür- und Weltenhütern speise man Guru und Gestalthüter,

Kriyapada 50, Vers 360. Rezitierende, Helfer, Brahmanen, Träger religiöser Kennzeichen, Arme, Blinde, Bedrängte und andere nach Speise verlangende Menschen.

Kriyapada 50, Vers 361. Man erfreue sie mit guter Speise und geklärter Butter und bedenke sie nach der bei der Einsetzung genannten Reihenfolge mit Vergütungen, Gewändern, Schmuck und weiteren Gaben.

Kriyapada 50, Vers 362. Nach Gaben von Kühen, Dörfern, Elefanten, Pferden und weiteren Gütern trete der Auftraggeber heiteren Sinnes mit dem Acharya ein; Füße, Hände und Gesicht sind gewaschen.

Kriyapada 50, Vers 363. Nach dem rituellen Wasserschluck verneige er sich drinnen vor dem Herrn und bitte um Gunst. Er nehme Wasser mit Duftstoff, Durva und Blumen in die Hand

Kriyapada 50, Vers 364. und übergebe die Frucht von Waschung, Verehrung, Geben und allen weiteren Handlungen restlos Sharva zu Füßen, mit folgenden Versen.

Kriyapada 50, Vers 365. „Mit dem heiligen Urlaut: Ohne geizige Verheimlichung, voller Hingabe und nach meinem Vermögen habe ich dich gebadet und verehrt und gegeben, was zu geben war.

Kriyapada 50, Vers 366. All dies von mir, Herr der Götter, nimm gnädig an, zusammen mit der Mutter! Möge dies mir die Frucht erwirken!“

Kriyapada 50, Vers 367. So übergebe es, wer Genuss wünscht. Wer Befreiung wünscht, spreche entsprechend: „Durch deine Gnade, Herr, möge diese Handlung mich nicht binden!“

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 367. So übergebe man die Handlung den beiden Lotusfüßen des Gottes.

Kriyapada 50, originale Marke 368 1/2. Damit ist die im Shaiva-Siddhanta gegründete, großzügige Ordnung der Waschung des ehrwürdigen Mondgekrönten erklärt, von tausend Krügen bis hinab zu neun: ein Wunschbaum für die Bitte um die ersehnten menschlichen Lebensziele.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das fünfzigste Kapitel über die Waschung.

Besinnung zu Kapitel 50

Nach allen Maßen, Stoffen und Handlungen endet das Kapitel mit einer inneren Unterscheidung: Wird die Frucht des Tuns begehrt, oder wird um Freiheit von seiner Bindung gebeten? Für heutige Yoga-Aspiranten kann gerade diese Frage hilfreich sein. Sorgfalt im Handeln und das Loslassen des Anspruchs auf seine Früchte lassen sich miteinander üben. Die beschriebenen Tempelwaschungen bleiben ein eigener überlieferter Ritus; die Frage nach der Haltung beim Tun reicht auch in den Alltag.


Kriyapada, Kapitel 51: Die Weihe des Sonnengottes

Die Verehrung von Surya, dem Sonnengott, wird hier in die bereits erklärte Tempelordnung eingeordnet. Besondere Namen, Gestalten und Mantras treten an die Stelle der Shiva zugeordneten Formen. Licht und Bewusstsein werden dabei rituell verbunden, ohne dass der Text die Unterschiede zwischen den einzelnen Gottheiten aufhebt.

Kriyapada 51, Vers 1. Die Einsetzung der Gottheiten von Surya an wurde bereits bei der Einsetzung des Shiva-Linga kurz dargestellt.

Kriyapada 51, Vers 2. Die dort vom Pflügen bis zum Fest gelehrten Handlungen gelten hier ebenso. Die Reihenfolge der Einsetzung von Prinzipien, Gestalten und weiteren Zuordnungen ist überall gleich.

Kriyapada 51, Vers 3. Surya, Vighneshvara, Skanda, Hara-Narayana, Durga, Gauri, Sarasvati, Shasta, Kali und die Mütter

Kriyapada 51, Vers 4. sowie Kshetrapala sollen alle in ihren Heiligtümern als Glieder Shivas oder selbstständig eingesetzt und jeweils gesondert verehrt werden.

Kriyapada 51, Vers 5. Entsprechend den Unterschieden ihrer Gestalten, Gestaltherren, Mantras und Umfassungen werden nun Einsetzung und weitere Handlungen kurz und ordnungsgemäß erklärt.

Kriyapada 51, Vers 6. Suryas Mantras und Verehrung wurden bereits genannt. Bei seiner Einsetzung soll das Hauptbild nach dem Zehn-Tala-Maß hergestellt sein,

Kriyapada 51, Vers 7. mit den bei den Bildmerkmalen genannten Höhen, Breiten und weiteren Maßen. Es kann als Vollbild oder in den anderen Formen aus Gold und weiteren Metallen, Edelstein oder Stein bestehen.

Kriyapada 51, Vers 8. Bei seiner vorbereitenden Lagerung heißen die Torbögen der Halle wie zuvor, von Osten an, Vibhuti, Vimala, Tara und Aradhya.

Kriyapada 51, Vers 9. Pratyusha, Prabhasa, Pradyota, Dyotana, Dandin, Pingala, Canda und Tivra sind die Türhüter.

Kriyapada 51, Vers 10. Je zwei verehre man in Krügen an Ost-, Süd-, West- und Nordtür. Die Banner sind mit den Waffen der Weltenhüter bezeichnet; diese sind ihre zu verehrenden Gottheiten.

Kriyapada 51, Vers 11. Durch Ausstreuen der Streugaben und Umtragen des Surya-Kruges und der Waffenmacht nehme man die Halle in rituellen Besitz. Die Weltenhüter verehre man in ihren Krügen.

Kriyapada 51, Vers 12. Wie zuvor reinige man die Bildgestalt und vollziehe die Öffnung der Augen mit seinem Wurzel- und seinen Gliedermantras; danach die Lagerung im Wasser.

Kriyapada 51, Vers 13. Nach der Rechtsumkreisung des Dorfes bade man ihn in der Halle der Vergegenwärtigung wie zuvor mit neunundvierzig entsprechend gefüllten Krügen. [Die gelieferte Bezeichnung bhāvanamaṇḍapa wird nicht still in „Waschhalle“ geändert.]

Kriyapada 51, Vers 14. Dabei verwende man die Aghamarshana-Hymne, dann „Mit dem Wahren …“, „Heute aufgehend …“ und die reinigenden Hymnen der Reihe nach.

Kriyapada 51, Vers 15. Dann mit Khashokti, Wurzel- und Gliedermantras, mit Savitri und dem achtsilbigen Mantra; mit dem mittleren Krug unter der Gayatri mit zehn Urlauten. [Die Benennung Khashokti steht hier anders als Khashotka in den folgenden Versen.]

Kriyapada 51, Vers 16. Man verehre den Gott, bringe ihn in die Halle der vorbereitenden Lagerung, lege ihn wie zuvor auf das Lager und stelle den Schlafkrug auf.

Kriyapada 51, Vers 17. Im Nordosten stehen Surya-Krug und Waffenmacht, in den vier Richtungen die Gottheitskrüge. Die Prinzipien vom Atman an setze man bis zu Knien, Kehle und Haupt ein,

Kriyapada 51, Vers 18. in die Teile von Brahmas Teil an, verbunden mit den Eigenschaften von Rig-, Yajur- und Samaveda. Scheibe, Purusha und Strahlen setze man der Reihe nach in die drei Teile ein.

Kriyapada 51, Vers 19. Auch die zwölf Gestalten setze man in diese drei Teile ein. Nämlich: Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Denken, Ichbewusstsein und Unterscheidungsvermögen,

Kriyapada 51, Vers 20. Prakriti, Purusha, Zeit und höchster Atman sind die Gestalten. Dhata, Aryaman, Mitra, Varuna, Asha und Bhaga,

Kriyapada 51, Vers 21. Pushan, Vivasvan, Parjanya, Savitri, Indra und Vishnu sind ihre zwölf Hüter. Nun die Shaktis:

Kriyapada 51, Vers 22. Dipta, Sukshma, Jaya, Bhadra, Vibhuti, Vimala, Amogha, Vidyuta und die genannte Sarvatomukhi,

Kriyapada 51, Vers 23. Prabha, Sandhya und Samjna: Diese Shaktis setze man ein. Mit den eigenen Glieder-, Wurzel- und Khashotka-Mantras, mit Savitri, Gestalt- und Gestalthütermantras

Kriyapada 51, Vers 24. und den Shakti-Mantras opfern die Gestalthüter wie zuvor in den Gruben Palasha- und Arka-Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Speise, Puffreis, Sesam und unversehrten Reis,

Kriyapada 51, Vers 25. Senfsamen und alle Getreidearten. Danach opfern sie nochmals hundertmal geklärte Butter. Mit der gesammelten Opferbutter und dem Wasser der Friedenskrüge

Kriyapada 51, Vers 26. besprengen Guru und Gestalthüter die drei Teile und berühren sie. Im Sockel vergegenwärtige man die Kraft des Handelns und setze sie ein.

Kriyapada 51, Vers 27. Alles nicht eigens Erwähnte vollziehe man wie zuvor und lasse den Gott rituell ruhen. Morgens bade man, vollziehe die weiteren Handlungen und betrete das innere Heiligtum.

Kriyapada 51, Vers 28. Zum günstigen Zeitpunkt lege man den Schildkrötenstein nieder, setze die fünf Stoffgruppen von den Edelsteinen an in der früheren Reihenfolge ein, verehre und bespreche ihn.

Kriyapada 51, Vers 29. Innerlich wiederhole der Guru den mit „Urlaut, Verehrung, du Allgegenwärtige …“ beginnenden Mantra, rufe die tragende Shakti herbei und verehre sie ordnungsgemäß.

Kriyapada 51, Vers 30. Darüber setze man den Sockel als Verkörperung der Kraft des Handelns. Wenn der bestimmte Zeitpunkt gekommen ist, setze der Einsetzer mit den Gestalthütern

Kriyapada 51, Vers 31. Suryas Bild unter dem Urlaut auf den Sockel als Kraft des Handelns. Dabei meditiere er das Bild als Erkenntniskraft und setze es unter dem Urlaut-Mantra ein.

Kriyapada 51, Vers 32. Wurzelmantra mit Gliedern, Khashotka und Hamsa setze man in sein Herz ein. Man bespreche es mit der Gayatri mit zehn Urlauten und mit Savitri.

Kriyapada 51, Vers 33. Das Bild befestige man mit der achtteiligen Bindemasse, wasche es mit Wasser und übergieße es mit dem Schlafkrug und etwas Friedenswasser,

Kriyapada 51, Vers 34. mit Ehrenwasser und den fünf Nektaren, jeweils mit Wasser und Räucherung dazwischen. Man reinige es mit Gerstenmehl und weiteren Stoffen, dann mit dem Wasser von Krug und Waffenmacht.

Kriyapada 51, Vers 35. Mit den vier Krügen übergieße man und stelle den Friedenskrug auf. Die übrigen Handlungen vollende man wie zuvor mit dem eigenen Mantra.

Kriyapada 51, Vers 36. Die Prinzipien vom Atman an setze man wie zuvor in die Gestalt ein. Der Sockel sei der Sitz der Herrschaft; Vibhuti, Vimala und die weiteren

Kriyapada 51, Vers 37. bilden seine vier Füße. In der Mitte meditiere man Prabodhini. Man verehre die Shaktis von Dipta an und meditiere Surya als Purusha in der Sonnenscheibe.

Kriyapada 51, Vers 38. Nach dem Einsetzen von Wurzel- und Gliedermantras setze man ebenso die Wirklichkeitswege ein. Wurzelmantra, Gliedermantras, Khashotka und

Kriyapada 51, Vers 39. Gayatri mit zehn Urlauten sowie Savitri bilden den Mantraweg Suryas. Die Wörter der Gayatri mit zehn Urlauten, in der Tattva-Zahl,

Kriyapada 51, Vers 40. bilden seinen Wörterweg. Die übrigen Wirklichkeitswege gelten wie zuvor. So vergegenwärtige man alles in seiner Gestalt und setze Hamsa mit Urlaut in das Herz ein.

Kriyapada 51, Vers 41. Man verehre den Gott mit Ehrenwasser und den weiteren Diensten. Dann opfere der Acharya in seiner Feuergrube geklärte Butter mit folgenden Formeln.

Kriyapada 51, Vers 42. „Fest“, „allgegenwärtig“, „unermesslich“, „anfangslos erwacht“, „ewig“, „hinausgehend“,

Kriyapada 51, Vers 43. „stets erfüllt“: An diese sieben füge man jeweils „Sei es! Svaha!“ an. Dies sind die Mantras. Mit ihnen opfere man geklärte Butter und berühre dann den Gott. [Die gelieferte sechste Bezeichnung niścara weicht von der Parallelform „unvergänglich“ in Kriyapada 47 ab; keine Angleichung.]

Kriyapada 51, Vers 44. Tausendmal, halb so oft oder hundertmal opfere man geklärte Butter mit Glieder-, Wurzel-, Khashotka- und weiteren Mantras sowie den Vyahritis.

Kriyapada 51, Vers 45. Nach dem Vollopfer verehre man, vollziehe die Lichtschwenkung mit den Waffen der Weltenhüter und weiteren Zeichen, bade wie zuvor und verehre bis zur Speisegabe.

Kriyapada 51, Vers 46. Man vergegenwärtige den Gott in seinem Bild, bitte mit dem Mantra um seine Gegenwart und gebe nachts den Wesen Bali. So verbringe man drei Tage wie zuvor.

Kriyapada 51, Vers 47. Am vierten Tag opfere man in den Feuern mit seinem Mantra, mit Savitri und Gayatri jeweils hundertachtmal.

Kriyapada 51, Vers 48 mit unnummeriertem Einschub. Mit geklärter Butter opfere man die Jaya-Formeln und die Sühneopfer, ferner das Vollopfer unter dem mit „Träger der Opfergabe …“ beginnenden Mantra. Das heißt: Nachdem man „Träger der Opfergabe …“ gesprochen hat, opfert man mit der Opferstrophe „Gut geopfert, Agni …“. … [Eine weitere Anweisung fehlt.] Danach führe man die Feuer in den eigenen Herzlotus zurück.

Kriyapada 51, Vers 49. Tejascanda verehre man im Nordosten mit den gebrauchten Opfergaben: dreiäugig, mit gelbbraunen Augen, rot und in rotem Gewand,

Kriyapada 51, Vers 50. vierarmig, mit Lotus sowie den Gesten des Gewährens und der Furchtlosigkeit. [Die Lotusbezeichnung ist im gelieferten Wortlaut auffällig.] Danach übergieße man den Gott mit Krügen nach dem genannten Verfahren.

Kriyapada 51, Vers 51. Man gebe Vergütungen und geschuldete Gaben in der zuvor genannten Reihenfolge und richte danach die tägliche Verehrung nach dem Umfang der Mittel ein,

Kriyapada 51, Vers 52, erstes Vorkommen. ordnungsgemäß zu den drei Übergangszeiten und mit allen Verehrungsdiensten.

Abschnittsabschluss. Die Einsetzung Suryas.

Kriyapada 51, Vers 52, zweites Vorkommen. Beim täglichen Fest Suryas sind Canda und Pingala die Türhüter. [Die Quelle wiederholt die Nummer 52; beide Halbverse bleiben gesondert bezeichnet.]

Kriyapada 51, Vers 53. An den Plätzen der Weltenhüter stehen der Reihe nach die acht Planeten von Soma an. Die Mütter, Durga und Tejascanda stehen in ihren jeweiligen Richtungen.

Kriyapada 51, Vers 54. Vor der Halle steht Aruna, dazu die sieben als Versmaße verstandenen Pferde. Sie sind mit ihren eigenen Namen zu verehren: Gayatri, Ushnih, Anushtubh,

Kriyapada 51, Vers 55. Brihati, Pankti, Trishtubh und Jagati der Reihe nach. Innen am Torturm verehre man die helle und die dunkle Monatshälfte als Türhüter.

Kriyapada 51, Vers 56. Außen ebenso den südlichen und nördlichen Sonnenlauf. Man streue ihnen Bali aus. Außerhalb des Bali-Sockels stehend,

Kriyapada 51, Vers 57. lade der Guru alle Bali empfangenden Sonnengefolgsleute ein: „Alle, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen,

Kriyapada 51, Vers 58 mit Formelfortsetzung. alle Angehörigen von Suryas Gefolge, mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“ Dann gebe man den zwölf Tierkreiszeichen an ihren Plätzen rechtsherum

Kriyapada 51, Vers 59. von Widder an Bali, gemeinsam mit den Monaten: Madhu, Madhava, Shukra, Shuci und Nabhas,

Kriyapada 51, Vers 60. Nabhasya, Isha, Urja, Sahas, Sahasya, Tapas und Tapasya streue man die Gabe aus.

Kriyapada 51, Vers 61. Danach streue man rings um den Bali-Sockel in den acht Richtungen den acht Scharen die Gabe aus, mit ihrem eigenen Namen, dem Wort „Schar“ und abschließender Verehrung.

Kriyapada 51, Vers 62. Es sind Gandharvas, Asura-Scharen, Ahnen- und Rakshasa-Scharen, Nagas, Marut-, Yaksha- und Wesenscharen.

Kriyapada 51, Vers 63. Auf dem Lotusblatt stehen die Rishi-Scharen … [Die Ortsangabe ist unvollständig.] Man verehre sie mit ihren eigenen Namen und streue ihnen Bali aus.

Abschnittsabschluss. Die Ordnung des täglichen Festes.

Kriyapada 51, Vers 64. Beim großen Fest richte man das Banner nach dem für Shiva gelehrten Verfahren auf. Es trage Aruna und Pferde als Zeichen. Die Scharen rufe man wie zuvor herbei,

Kriyapada 51, Vers 65. ebenso die Gottheiten an den Übergängen. Mit vorausgehender Keimsaat lasse man das Fest wie zuvor in der größten und den folgenden Formen ausrichten.

Kriyapada 51, Vers 66. Mit den Bali-Mantras von „Die Wesen …“ an, deren Schluss Suryas Gefolge nennt, verehre man sie wie zuvor und streue ihnen die Gabe aus.

Kriyapada 51, Vers 67. Nach der Ordnung des täglichen Festes streue man ringsum Bali aus. Nach dem besonderen Verfahren gebe man außerhalb der Tierkreiszeichen Bali

Kriyapada 51, Vers 68. den Weltenhütern von Indra an und außerhalb ihren Waffen. „Die Scharen im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, von großer Kraft …“,

Kriyapada 51, Vers 69. mit diesen und den weiteren Richtungsformeln streue man ringsum Bali aus. Danach gebe man den Scharen auf dem Bali-Sockel die Gabe wie zuvor,

Kriyapada 51, Vers 70. bade und bringe den Gott wie zuvor hinein. Man vollziehe das Binden des Schutzbandes und die weiteren Handlungen sowie den Gang zum heiligen Badeort wie zuvor.

Kriyapada 51, originale Marke 71-1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Mit den eigenen Mantras vollziehe man alles ordnungsgemäß und schließe mit der Waschung ab. So wurden hier in Kürze die vom Sonnen-Tantra gelehrten Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest dargestellt. Wie sie in den Tantras von Bimba an genannt sind, ist alles nach dem für Shiva gelehrten Verfahren zu bestimmen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das einundfünfzigste Kapitel über das Sonnen-Tantra.

Besinnung zu Kapitel 51

Die Sonnenscheibe wird zum Ort der bewussten Vergegenwärtigung; zugleich gliedern Tageszeiten, Monate und Sonnenläufe die Verehrung. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies ein Anstoß sein, der eigenen Praxis einen verlässlichen zeitlichen Rhythmus zu geben. Diese Anregung unterscheidet sich von der hier beschriebenen förmlichen Einsetzung eines Gottesbildes und ihren besonderen Mantras.


Kriyapada, Kapitel 52: Ganeshas Weihe und Fest

Ganesha wird als Herr der Scharen und Überwinder von Hindernissen verehrt. Dieses Kapitel beschreibt die Einsetzung seines Bildes, die Zuordnung seiner Kräfte und das tägliche wie das große Fest. Es knüpft ausdrücklich an die zuvor erklärte Ritualordnung an und nennt die Besonderheiten der Ganesha-Verehrung.

Kriyapada 52, Vers 1. Vighneshvaras Bild soll nach dem Fünf-Tala-Maß gestaltet sein. Seine Mantras sind die bereits genannten; die Einsetzung erfolgt wie bei Shiva.

Kriyapada 52, Vers 2. Der bei Suryas Einsetzung vorgeschriebene Handlungsablauf gilt größtenteils ebenso bei der Einsetzung Vighneshas und der weiteren Gottheiten.

Kriyapada 52, Vers 3. Nun werden die jeweils einzeln zu erkennenden Besonderheiten genannt: Torbögen, Türhüter, Gestalten, Gestaltherren und Shaktis,

Kriyapada 52, Vers 4. Mantras, Gefolge sowie Wörter- und Mantraweg. Supurna, Purnabhadra, Prashanta und Vijaya

Kriyapada 52, Vers 5. heißen die Torbögen von Osten an. Die Banner tragen die Waffen der Weltenhüter. Im Osten sind Kundodara und Kumbhodara die Türhüter,

Kriyapada 52, Vers 6. im Süden Vikata und Vamana, im Westen Jaya und Vijaya, an der nördlichen Tür Meghanada und Mahodara.

Kriyapada 52, Vers 7. Türhüter und Weltenhüter verehre man in Krügen. Im Nordosten verehre man Ganeshas Krug und seine Waffenmacht; durch deren Umtragen

Kriyapada 52, Vers 8. nehme man die Hallen für Lagerung und Waschung der Reihe nach in rituellen Besitz. Die Elefantenhaken-Waffe verehre man als weibliche Gestalt. [Die Quelle enthält bei der Waffenbezeichnung eine fragliche Zusatzlesung.]

Kriyapada 52, Vers 9. Nach der Reinigung der Hände vollziehe man die Augenöffnung und die Lagerung im Wasser. Man umschreite die Stadt oder den betreffenden Ort rechtsherum,

Kriyapada 52, Vers 10. bade das Bild, bringe es hinein, bette es und lasse es rituell ruhen. Die fünf Elemente von der Erde an, Denken, Ichbewusstsein und Unterscheidungsvermögen

Kriyapada 52, Vers 11. bilden Ganeshas acht Gestalten; ihre Herren beginnen mit Vighnesha: Vighna, Vinayaka, Vira, Shura und Hastimukha,

Kriyapada 52, Vers 12. Ekadanta, Kshipraprasada und Ganeshvara. Tivra, Jvalini, Nanda, Bhogada, Kamarupini,

Kriyapada 52, Vers 13. Ugra, Tejovati, Sandhya und als neunte Vighnanashini sind die Shaktis. Diese setze man in die drei Teile der Gestalten von der Erde an ein.

Kriyapada 52, Vers 14. Die Kraft des Handelns setze man an seiner Seite in seinen Sockel ein und verehre sie. Auf dem Altar im Nordosten stehen Krug und Waffenmacht, in den Richtungen die Gestaltherren in ihren Krügen.

Kriyapada 52, Vers 15. Den Schlafkrug stelle man am Kopfpolster auf und opfere diesen Mächten. Dann betrete man das innere Heiligtum und lege den Schildkrötenstein als Shakti nieder.

Kriyapada 52, Vers 16. Man setze Edelsteine und weitere Stoffe, Sockel und Bild ein. Das feine, allgegenwärtige Bewusstsein, in der Gestalt verkörpert, seinen Keim vom Hamsa-Mantra umschlossen,

Kriyapada 52, Vers 17. führe man aus dem Lotus im Raum des eigenen Herzens herbei und setze es in den Herzlotus des Bildes ein. Auch seinen Gestaltmantra, die Gliedermantras und „Dich, den Herrn der Scharen …“

Kriyapada 52, Vers 18 mit eingeschobener Gayatri. sowie Ganeshas Gayatri setze man als Mantraweg ein: „Wir wollen Vinayaka erkennen; wir meditieren den Elefantengesichtigen. Möge jener Zahntragende uns anregen!“ Die Wörter von Vighnas Gayatri sind der Wörterweg; die anderen Wege gelten wie zuvor.

Kriyapada 52, Vers 19. Nachdem man die sechs Wirklichkeitswege vergegenwärtigt hat, bade und verehre man wie zuvor. Die Mantras Vighneshvaras, die im Mantrapada gelehrt wurden,

Kriyapada 52, Vers 20. und seine im Ritualtext genannten Gestalten sollen von ihren jeweiligen Verehrern ordnungsgemäß mit den betreffenden Mantras, Umfassungen und weiteren Zuordnungen eingesetzt werden.

Kriyapada 52, Vers 21. Shakti, Schildkröte, der Ananta genannte Sitz, Dharma und die weiteren Kräfte, die drei Gunas, die Herren der Scheiben von der Sonne an sowie Brahma, Vishnu und Isha auf dem Lotus [sind zu verehren]. [Die Reihung am Versende bleibt elliptisch; keine zusätzliche Sitzfolge wird ergänzt.]

Kriyapada 52, Vers 22. Die erste Umfassung bilde man mit seinen Gliedern, die zweite mit den Shaktis von Tivra an, die dritte mit den Gestalthütern; die vierte

Kriyapada 52, Vers 23. mit den an ihren Plätzen befindlichen, die fünfte mit den Weltenhütern und Waffen. [Die vierte Gruppe ist hier nicht eigens benannt.] An den jeweiligen Namen füge man „dem Angehörigen von Vighnas Gefolge“

Kriyapada 52, Vers 24. sowie „ihrem Gefolge“ mit abschließender Verehrung an. Nachdem man den Herrn der Scharen so verehrt hat, opfere man mit den sieben Formeln von „Fest …“ an,

Kriyapada 52, Vers 25. berühre ihn wie zuvor und vollziehe die Sühne mit dem Wurzelmantra, den Gliedermantras, Ganeshas Gayatri und „Dich, den Herrn der Scharen …“.

Kriyapada 52, Vers 26. Mit den Mantras der Gestalten und Weltenhüter opfere man wie zuvor Brennhölzer und weitere Stoffe in allen Feuern von der Mitte an und verbringe drei Tage so.

Kriyapada 52, Vers 27. Am vierten Tag vollziehe man wie zuvor mit Gayatri und den Jaya-Formeln die Sühne und die Handlungen bis zum abschließenden Umgießen des Feuers.

Kriyapada 52, Vers 28. Man verehre Ganacanda, nehme die Feuer in sich zurück und entlasse Krüge, Weltenhüter, Türhüter, Torbögen und Banner.

Kriyapada 52, Vers 29. Nach Ganeshas Verehrung durch Waschung gebe man die Vergütungen und weiteren Gaben. Nachts streue man Bali aus und bestimme eine dem Vermögen entsprechende Verehrung.

Kriyapada 52, Vers 30, erster Teil. Nachdem der Auftraggeber die tägliche Verehrung festgelegt hat, erlangt er nach der Verheißung sein ersehntes Ziel.

Abschnittsabschluss. Ganeshas Einsetzung.

Kriyapada 52, Vers 30, zweiter Teil. Beim täglichen Fest Ganeshas sind Kundodara und die weiteren die Türhüter.

Kriyapada 52, Vers 31. Die Weltenhüter, sein Reittier, die Maus, und die Mütter stehen in ihren Richtungen. Bhringisha steht im Westen, Tara im Nordwesten und Candika auf Nagas Feld.

Kriyapada 52, Vers 32. Auf Bhallatas Feld steht Guha, auf Somas Feld die Göttin Shri, im Nordosten Ankushin und Ganacanda. Man verehre sie und streue Bali aus.

Kriyapada 52, Vers 33. Am Torturmeingang stehen unten rechts und links Canda und Pracanda, oben Ganga und Yamuna und darüber in der Mitte die Tür-Shri.

Kriyapada 52, Vers 34. Diese Gottheiten verehre man und streue ihnen Bali aus. Dann folgen in der mittleren Umfassung die Gana-Herren in den acht Richtungen:

Kriyapada 52, Vers 35. Vajradanta, Gajasya, Bhima, Mahishanana, Meghanada, Virupaksha, Vikata und Bahubhakshyabhuj.

Kriyapada 52, Vers 36, erster Teil. Diese Herren zahlloser Scharen verehre man und streue ihnen Bali aus.

Unnummerierter Übergang. Nun am Bali-Sockel:

Kriyapada 52, Vers 36, zweiter Teil, und Vers 37. Von Osten an Gajavaktra, Vighnesha, Gananayaka, Candavikramakrit, Vighnakara, Bhujagamekhala, Shurpakarna, Nagadanta und der aus Rudras Gesicht Hervorgegangene,

Kriyapada 52, Vers 38 mit Prosaeinschub. als zehnter Ganasena: Ihnen streue man am Sockel Bali aus. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem gesamten Gefolge Vighnas! Verehrung dessen Gefolge!“ So streue man in der Mitte auf dem Sockel die ganze übrige Speise mit Wasser und Blumen aus. Die Ordnung des täglichen Festes ist dieselbe; ebenso gilt sie beim großen Fest.

Kriyapada 52, Vers 39 mit eingeschobener Formel. Die Besonderheit: Auf dem Banner wird die Maus mit ihrem eigenen Mantra verehrt, dem heiligen Urlaut, ihrem Keim und „Verehrung der Maus!“ Alle Scharen rufe man wie zuvor herbei und streue Bali aus.

Kriyapada 52, Vers 40. Dabei verwende man Ganeshas Gefolgsbezeichnung als Abschluss. Außerhalb von Vajradanta und den anderen, in den zehn Richtungen,

Kriyapada 52, Vers 41. verehre man Airavata, Pundarika, Kumuda, Anjana, Vamana, Pushpadanta, Sarvabhauma und Supratika in der Richtungsfolge. [Es werden acht Elefantennamen nach der Angabe von zehn Richtungen genannt; keine Namen werden ergänzt.]

Kriyapada 52, Vers 42. Ihre Namen erhalten wie zuvor den Urlaut am Anfang und Verehrung am Ende. „Die Scharen im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, von großer Kraft …“,

Kriyapada 52, Vers 43. mit diesen und den folgenden Mantras der Reihe nach, die am Ende Vighnas Gefolge und Verehrung nennen, streue man nachts Bhutakrura-Speise als Bali aus.

Kriyapada 52, Vers 44. Das heilige Bad und die Waschung lasse man wie zuvor ausführen. Bei der Waschung gelten die für Shiva gelehrten Mantras, dazu seine eigenen Glieder- und Wurzelmantras.

Kriyapada 52, Vers 45. Mit dem mittleren Krug übergieße man den Herrn der Scharen unter Gayatri und „Dich, den Herrn der Scharen …“ und verehre mit den genannten Diensten.

Kriyapada 52, originale Marke 46-1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Der Auftraggeber und die anderen erlangen die zuvor genannte Frucht. So ist Ganeshas Tantra hier in Kürze dargestellt, nachdem die Lehren anderer Tantras sorgfältig erwogen wurden: die Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest. Man vollziehe sie entsprechend dem für Shiva Gelehrten.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das zweiundfünfzigste Kapitel über Ganeshas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 52

Ganeshas Verehrung verbindet hier die Sammlung im Herzen mit einer geordneten gemeinsamen Feier. Für heutige Yoga-Aspiranten kann daraus die Anregung entstehen, einen Beginn bewusst zu gestalten: sich sammeln, die eigene Absicht klären und die nötigen nächsten Schritte sorgfältig ausführen. Die besondere Einsetzungszeremonie und ihre Mantras gehören dabei zu der im Werk vorausgesetzten Ritualtradition.


Kriyapada, Kapitel 53: Skandas Weihe und Fest

Skanda, auch Subrahmanya oder Guha genannt, erscheint als jugendlicher Heerführer, dessen Verehrung Schutz, Sammlung und festliche Gemeinschaft verbindet. Das Kapitel beschreibt seine Bildgestalten, die Einsetzung des Bewusstseins in das Bild und die zugehörigen Feste. Es unterscheidet zahlreiche Gestalten und Kräfte, deren Namen ihren Platz im historischen Ritus behalten.

Kriyapada 53, Vers 1. Bei Skandas Einsetzung und den weiteren Handlungen gilt die gleiche Ordnung wie bei Shiva. Die vom Tantra gelehrten Besonderheiten werden nun niedergeschrieben.

Kriyapada 53, Vers 2. Skandas Bild wird nach dem kleineren Zehn-Tala-Maß bestimmt. Wie zuvor kann es ein Vollbild oder eine andere Bildform sein, aus Stein oder Metall,

Kriyapada 53, Vers 3. Erde oder Edelstein, stehend oder sitzend, auch auf dem Pfau reitend. Die Gestalt des Sechsgesichtigen besitzt sechs Gesichter.

Kriyapada 53, Vers 4. Sanatkumara, Skanda und die weiteren Gestalten fertige man mit einem Gesicht, mit vier oder zwei Armen und zwei Augen.

Kriyapada 53, Vers 5. Der Sechsgesichtige hat zwölf Arme und zwölf Augen und ist schön geschmückt; oder sechs oder vier Arme, auf dem Pfau oder stehend.

Kriyapada 53, Vers 6. In den rechten Händen zeigt oder trägt er Furchtlosigkeit, Speer, Dreizack, Pfeil, Donnerkeil und Elefantenhaken; links die die Hüfte berührende und zugleich gewährende Hand,

Kriyapada 53, Vers 7. Stab, Wurfspeer, Bogen, Glocke und Schlinge, von der untersten Hand aufwärts. So ist der zwölfarmige Herr. [Die Verbindung von Hüftberührung und Gewährgeste bleibt im Text eng zusammengezogen.]

Kriyapada 53, Vers 8. Die sechsarmige Gestalt trägt rechts Furchtlosigkeitsgeste, Lotus und Speer, links Gewährgeste, Wurfspeer und Donnerkeil. So gestalte man den sechsgesichtigen Herrn.

Kriyapada 53, Vers 9. Die vierarmige Gestalt trägt rechts Lotus und Speer, links Matulunga-Frucht und Schlinge. Sie kann sechs Gesichter oder eines haben.

Kriyapada 53, Vers 10. Ist Guha zweiarmig, trägt er den Speer und berührt mit gewährender Hand die Hüfte; oder er trägt Speer und Donnerkeil, oder Stab und Speer.

Kriyapada 53, Vers 11. Skandas Gestalten haben freundliche Gesichter, sind rot und mit rotem Schmuck geziert, mit Krone, Ohrringen, Halsketten und weiteren Schmuckstücken.

Kriyapada 53, Vers 12. Bei einem einzelnen Bild wird eine Gestalt eingesetzt; bei mehreren Bildern setzt man sechs oder zwölf Gestalten ein.

Kriyapada 53, Vers 13. Varada, Yashoda, Pushtida und Shripada heißen die Torbögen von Osten an. Die Banner tragen die Waffen der Weltenhüter.

Kriyapada 53, Vers 14. Virasena, Mahasena, Bhadrasena, Sushena, Carusena, Senani, Purnasena

Kriyapada 53, Vers 15. und Citrasena sind in den Krügen jeweils zu zweit die Türhüter, von Osten an. An jeder Tür stelle man zwei Krüge mit Puffreis und zwei Krüge mit gekeimten Samen auf.

Kriyapada 53, Vers 16. Nach dem Ausstreuen der Streugaben verehre man Krug und Waffenmacht. Durva, Kusha-Spitzen, Masha-Bohnen, ungeschälter und geschälter Reis, Sesam,

Kriyapada 53, Vers 17. Senfsamen und Tulasi sind Skandas Streugaben. Im Krug verehre man Skanda auf dem Pfau, die Waffenmacht auf dem Hahn in der Vardhani.

Kriyapada 53, Vers 18. Nach der Verehrung umrunde man wie zuvor und nehme die Halle in rituellen Besitz. Man reinige das Bild, öffne die Augen und lagere es im Wasser.

Kriyapada 53, Vers 19. Nach dem Gang um das Dorf, der Waschung und der Bettung stelle man auf den Altar Kumaras Krug und Waffenmacht sowie sechs Gestaltkrüge.

Kriyapada 53, Vers 20. Den Schlafkrug stelle man am Kopfpolster auf, verehre und lasse das Bild ruhen. In die Bereiche der Prinzipien vom Atman an setze man Brahma und die weiteren, mit den drei Gunas verbundenen Herren ein.

Kriyapada 53, Vers 21. Die fünf Elemente von der Erde an und das Ichbewusstsein sind Guhas sechs Gestalten. Sanatkumara, Skanda, Vishakha, Shanmukha,

Kriyapada 53, Vers 22. Naigamesha und Hemacuda sind ihre sechs Hüter. Devasena, Devayani, Shashthi, Vidya, Kukkuta

Kriyapada 53, Vers 23. und Vijaya sind der Reihe nach die sechs Shaktis dieser Gestalten. Gestalten, Gestaltherren und Shaktis setze man in die drei Teile ein.

Kriyapada 53, Vers 24. In der mittleren und den sechs weiteren Feuergruben opfern Guru und Gestaltträger mit Wurzel-, Glieder-, Gestalt- und Shakti-Mantras.

Kriyapada 53, Vers 25. Gekochte Speise opfern sie mit Skandas Gayatri, Wurzel- und Gliedermantras jeweils hundertmal. Der Wurzelmantra wurde bereits bei der Darstellung der Mantras gezeigt.

Kriyapada 53, Vers 26. Mit ihm werden auch die Glieder gebildet. Nun die Gayatri: „Dem Mahasena“ im Dativ, danach „wir wollen erkennen“;

Kriyapada 53, Vers 27. „dem mit dem Speer in der Hand“ im Dativ, danach „wir meditieren“, sodann „uns“, „Skanda“ und die Wendung „möge anregen“, mit vorangestelltem Urlaut. [Sinngemäß: „Wir wollen den mit dem großen Heer erkennen; wir meditieren den Speerträger. Möge Skanda uns anregen!“ Die Quelle erklärt hier den Aufbau.]

Kriyapada 53, Vers 28. Mit den Shaktis, Gestalten und dann den zwölf Gestalten opfere man: Bana, Shakha, Bhadrasena, Senani, Bhavatmaja,

Kriyapada 53, Vers 29. Subrahmanya, Karttikeya, Guha, Kukkutadhvaja, Mayuravahana, Gangeya

Kriyapada 53, Vers 30. und Devasenapati sind die zwölf genannten Gestalten. Ihre eigenen Namen mit Urlaut am Anfang und Verehrung am Ende bilden ihre Mantras.

Kriyapada 53, Vers 31. Beim Opfer enden sie mit Svaha; der Name steht stets im Dativ. Mayura-, Khadira-, Ashvattha-, Plaksha-, Udumbara- und Rohini-Holz

Kriyapada 53, Vers 32. dienen als Brennhölzer für die sechs Feuer, Palasha für das mittlere. Geklärte Butter, gekochte Speise, Gerste, Reis, Puffreis, Siddhartha und Senf

Kriyapada 53, Vers 33. sowie Mayura-Brennhölzer opfere man überall der Reihe nach. Mit der im Opfer gesammelten geklärten Butter und dem Wasser der Friedenskrüge

Kriyapada 53, Vers 34. besprengen Guru und Gestalthüter die Teile unter Skandas Gayatri. Außerhalb der Halle opfern sie in den Richtungen unter Mantras, deren Gottheiten die Weltenhüter sind,

Kriyapada 53, Vers 35. jeweils Brennhölzer, geklärte Butter, Sesam, Puffreis und gekochte Speise. Im Südwesten und Nordwesten dienen Bilva- beziehungsweise Kashmarya-Holz

Kriyapada 53, Vers 36. als Brennhölzer. Unter dem Waffenmantra opfere man auch gekochte Speise hundertachtmal. Links vom Bild setze man die Kraft des Handelns in den Sockel ein.

Kriyapada 53, Vers 37. Nach der vorbereitenden Lagerung vollziehe der Guru morgens seine täglichen Handlungen, betrete das innere Heiligtum und lege zum günstigen Zeitpunkt den Schildkrötenstein nieder.

Kriyapada 53, Vers 38. Dort verehre er die tragende Shakti und lege die fünf Stoffgruppen von Edelsteinen an in die Vertiefungen der Mitte und der Richtungen von Osten an.

Kriyapada 53, Vers 39. Einen goldenen Elefanten, Pfau, Speer, Donnerkeil, Hahn und Lotus sowie Rasa und Manikya lege er von der Mitte nach außen der Reihe nach ein. [Rasa kann hier einen mineralischen Stoff bezeichnen; eine eindeutige Gleichsetzung wird nicht behauptet.]

Kriyapada 53, Vers 40. Darüber setze er im Sockel die Kraft des Handelns ein, bedecke beide mit Gewändern und gehe hinaus.

Kriyapada 53, Vers 41. Er bringe das Bild hinein und stelle es mit den Gestaltträgern zur günstigen Zeit fest auf den Sockel unter dem Anfang „Fest der Himmel …“.

Kriyapada 53, Vers 42. Er meditiere es als Erkenntniskraft, setze die sechsgesichtige Gestalt ein und rufe den Gott mit folgenden Mantras der Reihe nach hinein.

Kriyapada 53, Vers 43. „Mit dem heiligen Urlaut: Komm her, Skanda! Heil sei dir, Kumara, aus Shiva Entstandener! Du auf dem Pfau Reitender, Allgegenwärtiger, hier auf dem Elefanten Reitender!

Kriyapada 53, Vers 44. Subrahmanya, dir sei Verehrung! Karttikeya, Herr der Götter! Führer des Götterheeres, Gott, Zermalmer der Asura-Herrscher!

Kriyapada 53, Vers 45. Träger von Speer und Donnerkeil, der Stab und trefflichen Haken hält, mit Wurfscheibe und Wurfspeer, Allgegenwärtiger, Zermalmer der Asura-Herrscher!

Kriyapada 53, Vers 46. Ich rufe dich herbei, Gott!“ Dies spreche man am Ende zusammen mit Wurzel- und Gliedermantras. Das höchste Licht in Guhas Wesen führe man aus dem eigenen Herzlotus

Kriyapada 53, Vers 47. zur Einheit mit dem Licht mitten im Raumlotus. Von dort nehme man es bis zum Ungegliederten auf und spreche Wurzelmantra und Hamsa.

Kriyapada 53, Vers 48. Durch den Kanalweg führe man es herbei und setze es in den Herzlotus der Gestalt ein. Den Raumlotus überflute man mit Nektarwasser und meditiere die Gestalt als bewusst belebt.

Kriyapada 53, Vers 49. In ihren Herzlotus setze man den Mantraweg ein. Er besteht aus Wurzel- und Gliedermantras, Gayatri und Gestaltmantras.

Kriyapada 53, Vers 50. Die Wörter von Skandas Gayatri bilden den Wörterweg; die übrigen Wege gelten wie zuvor. In Herz, Gesicht, Haupt, Nabel, Geheimstelle und Füße

Kriyapada 53, Vers 51. setze man die sechs Wirklichkeitswege ordnungsgemäß ein und vergegenwärtige sie der Reihe nach. Mit Gestaltherrenkrügen, Schlafkrug und Waffenwasser bade und verehre man.

Unnummerierter Übergang. Das geschieht so.

Kriyapada 53, Vers 52. Gebadet vergegenwärtige man die gegliederte Gestalt, verehre Vighna und die Tür, lasse die Waffenmacht los, trete ein und setze sie auf die Schwelle.

Kriyapada 53, Vers 53. Nach Verehrung von Vastu, Brahma und Sitz nehme man Platz, vergegenwärtige die gegliederte Gestalt mit Glieder- und Gestaltmantras, bereite das Ehrenwasser und vollziehe die fünf Reinigungen.

Kriyapada 53, Vers 54. Mit den drei Aschestreifen, Stirnzeichen und Blumen auf dem Haupt verehre man die tragende Shakti, Ananta und die im Pfauensitz verkörperten Kräfte,

Kriyapada 53, Vers 55. Dharma und die weiteren, die Herren der Scheiben von der Sonne an, von Brahma an; in den Staubfäden und in der Mitte die Wissens-Shaktis.

Kriyapada 53, Vers 56. Vidya, Shanti, Smriti, Medha, Prajna, Kanti, Dyuti, Dhriti und Vyapini, von Osten an, von anmutiger Gestalt.

Kriyapada 53, Vers 57. Die Göttinnen Devasena und Devayani verehre man rechts und links, wie Granatapfelblüten leuchtend, mit göttlichen Gewändern und weiteren Gaben.

Kriyapada 53, Vers 58. Sitz, Skandas Gestalt, Mantraleib und Guha selbst rufe man der Reihe nach herbei, durch Gestalt-, Glieder- und Shakti-Mantras vollständig gegliedert.

Kriyapada 53, Vers 59. Mit Ehrenwasser und den weiteren Diensten bis zur Speisegabe verehre man. Auf den Blättern bildet man die Umfassung mit seinen Gliedern, an den Blattspitzen mit Gestalten und Gestalthütern,

Kriyapada 53, Vers 60. am Sockelrand mit den zwölf Gestalten die dritte. Mit Türhütern die vierte, mit Weltenhütern die fünfte und mit ihren Waffen

Kriyapada 53, Vers 61. die sechste Umfassung. Man verehre mit fünf Diensten. Dann opfere man mit den sieben Mantras von „Fest …“ an und berühre Guha.

Kriyapada 53, Vers 62. Drei Tage verehre und opfere man im Feuer wie zuvor. Am vierten Tag verehre man Dhurtasena im Bild,

Kriyapada 53, Vers 63. setze ihn im Nordosten ein, Speer und Beil in den Händen, rot und rot geschmückt, und verehre ihn mit den gebrauchten Opfergaben.

Kriyapada 53, Vers 64. Zur Sühne opfere man mit Wurzel-, Glieder-, Gestalt- und Shakti-Mantras. Mit Skandas Gayatri opfere man Sesam und geklärte Butter gesondert,

Kriyapada 53, Vers 65. tausend-, fünfhundert- oder hundertmal. Nach Jaya-, Sühne- und Svishtakrit-Opfern nehme man die Feuer in das Herz zurück.

Kriyapada 53, Vers 66. Dann bade man je nach verfügbaren Mitteln mit einer besonderen Waschung der größten oder einer anderen Klasse, unter den für Shiva genannten Mantras der Reihe nach.

Kriyapada 53, Vers 67. Man vollziehe die große Verehrung, gebe nachts den Wesen Bali und überreiche nach Vermögen die Vergütungen und geschuldeten Gaben wie zuvor.

Kriyapada 53, Vers 68. Durch Dörfer, Land, Geld und weitere Mittel sichere der Auftraggeber die ununterbrochene tägliche Verehrung. Dann erlangt er nach der Verheißung die zuvor genannte reiche Frucht.

Abschnittsabschluss. Skandas Einsetzung.

Kriyapada 53, Vers 69. Beim täglichen Fest Skandas sind vorne die beiden Träger von Donnerkeil und Speer die Türhüter, dann Vighna und Vishveshvara, Virasena und Sushena,

Kriyapada 53, Vers 70. Vajrasena und Senani, jeweils von Osten an. Die Weltenhüter stehen in ihren Richtungen; ihre Anrufungen schließen mit „Skandas Gefolge“.

Kriyapada 53, Vers 71. Den Pfau in der Halle, die Mütter an ihren Plätzen, den Mond am Riegel und Dhurtasena im Nordosten verehre man und gebe ihnen Bali.

Kriyapada 53, Vers 72. Am Torturmeingang verehre man Agniketu und Suryaketu. Dann trete man hinaus und stehe vor dem Bali-Sockel.

Kriyapada 53, Vers 73. „Mit dem heiligen Urlaut: Die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangen … alle mögen diese vorzügliche Gabe annehmen!“ [Die Bezeichnung des Gefolges fehlt hier im gelieferten Vers; sie wird nicht aus Parallelstellen ergänzt.]

Kriyapada 53, Vers 74. Damit lade man alle Scharen Skandas ein. Dann verehre man in der äußeren Umfassung die Gana-Herren von Unmatha an,

Kriyapada 53, Vers 75. die Herren zahlloser Scharen, und streue ihnen Bali aus: Unmatha, Pramatha, Subhasa, Bhasvara, Mani,

Kriyapada 53, Vers 76. Sumani, Jyotis und als achter Jvalajihva. Dann streue man den zehn Gestalten am Bali-Sockel die Gabe aus:

Kriyapada 53, Vers 77. Parigha, Vikata, Bhima, Utkrosha, Vajra und Valkala, die beiden mit Stäben in den Händen, Vardhana, Kumuda und Nandana,

Kriyapada 53, Vers 78. als zehnter Skandasena mitten auf dem Lotus des Sockels. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; sie gilt ebenso beim großen Fest.

Kriyapada 53, Vers 79 mit eingeschobenen Formeln. Dessen Besonderheit wird nun genannt: Auf dem Banner verehre man den Pfau. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Pfau! Verehrung Skandas Reittier!“ Dann rufe der Guru alle Scharen Skandas wie zuvor herbei.

Kriyapada 53, Vers 80. „Mit dem heiligen Urlaut: Die Wesen von Skandasena an, die Herren von Skandas Gefolge, mögen gesättigt werden und Freude erlangen. Ihnen allen, männlichen und weiblichen Wesen, Verehrung, Verehrung!“

Kriyapada 53, Vers 81. So rufe man Skandas Scharen herbei. In den acht Richtungen von Osten an befinden sich zweiunddreißig Gana-Herren, Herren zahlloser Scharen.

Kriyapada 53, Vers 82. Kumuda, Kundara, Dambara und Adambara im Osten; Vakra, Anuvakra, Sumukha und Suvrata im Südosten.

Kriyapada 53, Vers 83. Satyasandha, Suprabha, Shubhakarma und Langalin im Süden; Kala, Bala, Atibala und Alasa im Südwesten.

Kriyapada 53, Vers 84. Suvarcas, Ativarcas, Kancana und Atighana im Westen; im Nordwesten Meghamalin, Sthira,

Kriyapada 53, Vers 85. Atisthira und Ucchrita, als vierter Atithipriya? Im Norden Meghanada, Samgraha, Unmatha und Vigraha. [Die nordwestliche Liste nennt mit dem fraglichen Zusatz fünf Namen und bezeichnet dennoch einen als vierten; keine Streichung.]

Kriyapada 53, Vers 86. Im Nordosten Pushpadanta, Shankukarna, Jaya und Mahajaya: vier Herren zahlloser Scharen.

Kriyapada 53, Vers 87. Ihnen und danach ihrem Gefolge gebe man Bali mit dem Schluss „Skandas Gefolge“ und der Opferendung Svaha.

Kriyapada 53, Vers 88. Am Ende der bestimmten Festtage vollziehe man, mit dem Anlegen des Schutzbandes beginnend, den Gang zum heiligen Badeort wie zuvor und lade den Gott ein.

Kriyapada 53, Vers 89. „Mit dem heiligen Urlaut: Gott, Herr der Götter, morgen sollst du den Gang zum heiligen Badeort unternehmen. Erlaube dafür den Beginn des Anlegens des Schutzbandes!“

Kriyapada 53, Vers 90. So spreche man den Gott Guha an, vollziehe den Gang zum heiligen Badeort mit seinen eigenen Mantras nach Shivas Festordnung und kehre zurück.

Kriyapada 53, Vers 91. Man bringe den Sechsgesichtigen hinein, verehre ihn besonders und gebe nachts den Wesen Bali. Mit einer der Waschungen von der höchsten an

Kriyapada 53, Vers 92. bade man ihn nach den verfügbaren Mitteln unter den für Shivas Waschung gelehrten Mantras und vollziehe ordnungsgemäß die große Verehrung.

Kriyapada 53, originale Marke 93 1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Man erlangt die zuvor genannte Frucht: So sprach der Gott Shiva selbst. Damit ist das Tantra des Sechsgesichtigen von der Einsetzung bis zum Fest ordnungsgemäß dargestellt, wie es in den Texten von Brihattantra an zu finden ist. Man verstehe es entsprechend der genannten Shiva-Lehre.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das dreiundfünfzigste Kapitel über Skandas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 53

Inmitten der ausführlichen Festordnung steht die Vergegenwärtigung eines bewussten, lichtvollen Herzens. Für heutige Yoga-Aspiranten kann sie eine Einladung sein, äußere Formen mit wacher innerer Teilnahme zu verbinden. Auch die Sorge für eine beständige Verehrung gehört zum Kapitel: Sammlung gewinnt Tiefe durch Kontinuität, während die konkrete rituelle Einsetzung dem hier beschriebenen Traditionszusammenhang angehört.


Heutige Puja. Das Bild veranschaulicht Verehrung, nicht die historische Ausführung eines bestimmten Kapitels.

Moderne Begleitung: Kundalini – die kosmische Kraft

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.

Kriyapada, Kapitel 54: Die Weihe von Shankara-Narayana

Shankara Narayana verbindet Shiva und Vishnu in einer Gestalt. Das Kapitel ordnet beiden Seiten besondere Mantras, Kräfte und Bildmerkmale zu und führt sie in einer gemeinsamen Verehrung zusammen. Die Einheit wird so durch die bewahrten Unterschiede sichtbar.

Kriyapada 54, Vers 1. Nun wird die Einsetzung Hara-Narayanas und das Weitere erklärt. Der Mantra beginnt mit dem als Ende der Va-Reihe bezeichneten Laut mit Bindu, dann Brahma, Feuer und dem Ende der fünften Reihe,

Kriyapada 54, Vers 2. mit langem Vokal; Feuer mit langem Vokal, Wind und der Anfang der Ta-Reihe mit langem Vokal. Mit Verehrung am Ende hat er zehn Silben; Urlaut und Shakti-Laut stehen davor.

Kriyapada 54, Vers 3. So hat er dreizehn Silben. Sein Versmaß gilt als Atijagati, sein Seher ist Brahma, seine Gottheit der Gott Hara-Hari selbst. [Die Lautchiffren werden beschrieben, nicht zu einer vermeintlich gesicherten Formel aufgelöst. Die beiden genannten Silbenzahlen bleiben erhalten.]

Kriyapada 54, Vers 4. Den Shakti-Keim verbinde man mit den langen Vokalen, Namen und den jeweiligen Schlussformen. Damit bilde man die sechs Glieder vom Herzen bis zur Waffe.

Kriyapada 54, Vers 5. Diese setze man nach der für Shiva gelehrten Reihenfolge auf die Finger. Mit dem Wurzelmantra vollziehe man die Durchdringung und setze Herz und weitere Glieder an ihre jeweiligen Orte.

Kriyapada 54, Vers 6. Der Urlaut, dann „Shankara“, „wir wollen erkennen“, „Narayana“, „wir meditieren“, danach „uns“,

Kriyapada 54, Vers 7. „Purusha“ und „möge anregen“ bilden Hara-Narayanas zur Verehrung geeignete Gayatri. [Sinngemäß: „Wir wollen Shankara erkennen; wir meditieren Narayana. Möge der Purusha uns anregen!“ Der Text erklärt die Zusammensetzung.]

Kriyapada 54, Vers 8. Man stelle die Keime von Shakti, Shri und Kama vor den Wurzelmantra und füge am Ende „Verehrung dem Selbst aller Wesen!“ an. Dies ist der Mantra zur Verehrung.

Kriyapada 54, Vers 9. Die Brahmamantras von Ishana an setze man vom Haupt bis zu den Füßen an den jeweiligen Stellen der Hara-Hälfte ein. Auf der anderen Seite Vasudeva,

Kriyapada 54, Vers 10. Samkarshana, Pradyumna, Aniruddha und Keshava der Reihe nach auf Haupt, Gesicht, Herz, Geheimstelle und Füße der Hari-Hälfte.

Kriyapada 54, Vers 11. Der für Shiva gelehrte Handlungsablauf gilt auch hier größtenteils. Nun die Besonderheiten in der Halle der vorbereitenden Lagerung.

Kriyapada 54, Vers 12. Die Torbögen von Osten an verehre man mit Shiva- und Vishnu-Namen. Shanti, Bhuti, Bala und Arogya stehen in der rechten Hälfte der Torbögen,

Kriyapada 54, Vers 13. Sushobhana, Subhradra, Supurna und Purna in deren linker Hälfte. Sie sind unter ihren eigenen Namen zu verehren.

Kriyapada 54, Vers 14. An jeder Tür stehen vier Türhüter in Krügen: im Osten Nandisha und Purna sowie Mahakala und Pushkara,

Kriyapada 54, Vers 15. im Süden Bhringisha und Nandana sowie Vighnesha und Nandana; im Westen Stier und Virasena sowie Shanmukha und Sushena. [Die Wiederholung von Nandana bleibt erhalten.]

Kriyapada 54, Vers 16. Im Norden Durga und Sambhava sowie Canda und Prabhava. Nach dem Ausstreuen der Streugaben verehre man Hara-Hari im Krug.

Kriyapada 54, Vers 17. Dreizack und Wurfscheibe verehre man in der Vardhani, nehme die Halle in rituellen Besitz und teile das mittlere Grubenfeuer wie zuvor neunfach auf.

Kriyapada 54, Vers 18. Guru und Gestalthüter opfern mit den früher genannten Stoffen und den eigenen Wurzel- und Gliedermantras. Nach der Sättigung der Mantras reinige man die Bildgestalt.

Kriyapada 54, Vers 19. Augenöffnung, Wasserlagerung, Rechtsumkreisung des Dorfes, Waschung und Bettung in der Halle erfolgen wie zuvor.

Kriyapada 54, Vers 20. Auf dem Altar verehre man die Krüge für Gott, Waffenmacht, Vidyeshvaras und die acht Gestalten. Nämlich Erde mit Ananta, Wasser mit Sukshma, Shivottama

Kriyapada 54, Vers 21. mit Feuer, Ekaksha mit Wind, dann Raum mit Shikhandin, Shrikantha mit Denken, Trimurti mit Unterscheidungsvermögen

Kriyapada 54, Vers 22. und Ekarudra mit Ichbewusstsein, nach der für Shiva gelehrten Reihenfolge. Nach dieser Krugverehrung setze man Prinzipien und weitere Zuordnungen ein.

Kriyapada 54, Vers 23. Die drei Prinzipien vom Atman an reichen bis Knie, Kehle und Haupt. Brahma und die weiteren Prinzipienherren sowie die Gestalten von der Erde an, Sonne,

Kriyapada 54, Vers 24. Mond, Auftraggeber, Denken, Ichbewusstsein, Unterscheidungsvermögen und Prakriti setze man als zwölf Gestalten in die Teile ein. [Die Verbindung der genannten Reihe mit der Zwölfzahl bleibt in der Quelle nicht eindeutig.]

Kriyapada 54, Vers 25. Ebenso die acht Gestaltherren von Sharva an und die von Vasudeva an. Vidyeshvari, Shiva, Sukshma, Shankari, Harivallabha,

Kriyapada 54, Vers 26. Vaishnavi, Mahalakshmi, Kshama und Narayani sind die gemeinsamen Shaktis Hara-Narayanas.

Kriyapada 54, Vers 27. Auch die neun Shaktis von Vama an und die von Vimala an setze man ein: Vimala, Utkarshini, Jnana, Kriya, Yoga,

Kriyapada 54, Vers 28. Satya, Prithvi, Ishana und als neunte Anugraha. Nach ihrer Einsetzung und Verehrung meditiere man den Herrn mit all seinen Gliedern.

Kriyapada 54, Vers 29. Ebenso setze man die Kraft des Handelns in den Sockel ein und verehre sie. Dort verehre man auch die acht Shaktis von Dharika an.

Kriyapada 54, Vers 30. In den neun Gruben opfere man so mit Prinzipien, Prinzipienherren und den weiteren Zuordnungen, mit Wurzel- und Gliedermantras sowie Gayatri in der für Shiva gelehrten Reihenfolge.

Kriyapada 54, Vers 31. Nach der Sättigung der Mantras lasse man die Opferbutter in die Friedenskrüge tropfen. Acharya und Gestalthüter berühren der Reihe nach die drei Teile.

Kriyapada 54, Vers 32. Alle Stoffe, Mantras und Handlungen sind hier von den Lehrern vollständig entsprechend der Shiva-Einsetzung zu bestimmen.

Kriyapada 54, Vers 33. Zur günstigen Zeit trete man hinein und lege wie zuvor den Schildkrötenstein nieder. Darauf setze man die tragende Shakti mit Prinzipien, Prinzipienherren und den weiteren Mächten,

Kriyapada 54, Vers 34. die fünf Stoffgruppen von Edelsteinen an und darüber wie zuvor den Sockel mit der darin gegenwärtigen Kraft des Handelns und den Shaktis ein.

Kriyapada 54, Vers 35. Zur günstigen Zeit setze man den Gott als Erkenntniskraft ein. Mit dem Wurzelmantra rufe man seine Gestalt herbei und vergegenwärtige den Mantraleib.

Kriyapada 54, Vers 36. Ebenso das reine Licht in seinem Herzlotus: Den Hamsa-Mantra, von den drei genannten Keimen umschlossen, führe man aus dem eigenen Herzlotus herbei,

Kriyapada 54, Vers 37. verbinde ihn mit dem Bewusstsein im Raumlotus und setze ihn in den Herzlotus der Gestalt ein. Danach wasche und bade man mit dem Wasser der Krüge und Waffenmacht auf dem Altar,

Kriyapada 54, Vers 38. sowie den acht Krügen von Ananta an. Dann setze man die sechs Wirklichkeitswege ein. Eigene Wurzel- und Gliedermantras, eigene Gayatri, Brahmamantras sowie die mit dem Urlaut beginnenden

Kriyapada 54, Vers 39. Namen von Vasudeva an, im Dativ und mit „Verehrung dem Erhabenen“ verbunden, bilden den Mantraweg.

Kriyapada 54, Vers 40. Die Wörter der Gayatri bilden den Wörterweg; die übrigen Wege gelten wie zuvor. Dann opfere man mit den Mantras von „Fest …“ an, berühre und verehre den Gott.

Kriyapada 54, Vers 41. Die genannten Dienste folgen der Reihe nach von der Sitzgabe an. Nämlich: Man verehre Vidyeshvara und Guru und vergegenwärtige die gegliederte Gestalt.

Kriyapada 54, Vers 42. Mit dem allgemeinen Ehrenwasser in der Hand verehre man an den Seiten des oberen Türbalkens Vighna, Sarasvati, Ganga und Yamuna, in der Mitte Shri.

Kriyapada 54, Vers 43. Nandisha und Canda verehre man als Türhüter nördlich der Tür, Mahakala und Pracanda südlich davon.

Kriyapada 54, Vers 44. Man lasse die Naraca-Waffe los, trete hinein, setze die Waffenmacht ein und verehre Vastvisha, Brahma in der Mitte und den Ananta-Sitz.

Kriyapada 54, Vers 45. Nach den fünf Reinigungen, mit Stirnzeichen und Blumen auf dem Haupt, bereite man unter Wurzel- und Gliedermantras Ehrenwasser aus Wasser, Milch, Kusha-Gras, unversehrtem Reis,

Kriyapada 54, Vers 46. Gerste, Sandelholz, Senfsamen und Blumen und verehre. Damit besprenge man sich, die Stoffe und die weiteren Gegenstände, geschützt durch die Mauer der Waffenmacht.

Kriyapada 54, Vers 47. Man verehre die tragende Shakti, Schildkröte und Ananta-Sitz, Dharma und die weiteren sowie ihre Gegensätze von Adharma an, Maya, Vidya und die drei Gunas,

Kriyapada 54, Vers 48. die Sonnenscheibe und die weiteren Scheiben, die Blätter und weitere Teile durchdringen, den achtblättrigen Lotus und jeweils zwei Shaktis, Vama und Vimala und die folgenden, auf den Staubfäden.

Unnummerierte Formel nach Vers 48. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Vama und Vimala!“ So beginnt man bei den Staubfäden des östlichen Blattes.

Kriyapada 54, Vers 49. Man gehe von Osten an vor; in der Mitte stehen Manonmani und Anugraha. [Die Endungen dieser Paarangabe sind in der Quelle fraglich.] Auf dem Fruchtboden verehre man seine Gestalt und den Leib aus Wissensmantras.

Kriyapada 54, Vers 50. Wie zuvor führe man aus dem Herzlotus das Brahman-Licht, dessen Wesen Shiva ist, herbei. Man vollziehe Herbeirufung, Einsetzung, Gegenwärtigmachung und Zusammenführung,

Kriyapada 54, Vers 51. Erleuchtung, Nektarwerdung und Verhüllung. Mit Wurzel- und Gliedermantras sowie Gayatri vergegenwärtige man der Reihe nach die gegliederte Gestalt.

Kriyapada 54, Vers 52. Man meditiere den vierarmigen Gott Hara-Narayana, rechts Dreizack und Beil tragend, links Muschelhorn und Wurfscheibe,

Kriyapada 54, Vers 53. oder rechts Schädelschale und Dreizack, links Lotus und Sudarshana. Rechts trägt er Tigerfell, auf der anderen Seite gelbes Gewand.

Kriyapada 54, Vers 54. Zahlreiche Schlangen auf der einen Hälfte und anmutige Halsketten schmücken ihn, ebenso Schlangen- und Makara-Ohrringe. Sein Gesicht ist schön.

Kriyapada 54, Vers 55. Er trägt Haarknoten und Krone, Mond und Scheiteljuwel, Kränze aus Bilva-Blättern, blauem Lotus, Lotus und Tulasi.

Kriyapada 54, Vers 56. Seine Ringe, Armbänder und Oberarmreifen sind reich an Schlangen und Edelsteinen. Eine Hälfte seines Halses glänzt blau; vielerlei Schlangen- und Edelsteinschmuck ziert ihn.

Kriyapada 54, Vers 57. Schlangen und Gold bilden den Gürtel um Leib und Hüfte sowie den Fußschmuck. Er leuchtet durch Aschesalbung und ist mit hellem Sandelholz bestrichen.

Kriyapada 54, Vers 58. Seine Gestalt ist zugleich furchterregend und lieblich, eine Fülle aller Schönheit und Strahlkraft. Rechts steht Parvati, auf der anderen Seite Shri.

Kriyapada 54, Vers 59. So verehre man Hara-Hari der Reihe nach mit den Diensten, seinen Gliedern, den Shaktis, den acht Gestaltherren und den Türhütern,

Kriyapada 54, Vers 60. danach den genannten Weltenhütern, insgesamt fünf Umfassungen. Nach dieser Verehrung Hara-Haris opfere man Brennhölzer und die weiteren Stoffe.

Kriyapada 54, Vers 61. Auch am zweiten und dritten Tag opfere man mit Tryambaka, „Vishnus nun …“, Wurzel- und Gliedermantras sowie den weiteren der Reihe nach.

Kriyapada 54, Vers 62. Am vierten Tag vollziehe man die Sühne mit Aghorastra und Sudarshana, mit Palasha-Brennhölzern und geklärter Butter der Reihe nach.

Kriyapada 54, Vers 63. Candasena verehre man wie zuvor. Nach Jaya- und Sühneopfern bringe man Vollopfer und Svishtakrit dar.

Kriyapada 54, Vers 64. Die Feuer führe man in den eigenen Herzlotus zurück und entlasse die Gottheiten in Torbögen, Bannern, Weltenhüter- und Türkrügen.

Kriyapada 54, Vers 65. Dann bade man mit hundertacht Krügen, verehre besonders und gebe die Vergütungen und weiteren Gaben.

Kriyapada 54, Vers 66. Nachts gebe man den Wesen Bali und stelle voller Hingabe die Mittel für die tägliche Verehrung und weitere Dienste bereit. Nach der Verheißung erlangt man die gewünschte Frucht.

Abschnittsabschluss. Die Einsetzung Shankara-Narayanas.

Kriyapada 54, Vers 67. Beim täglichen Fest stehen an der Osttür Nandisha und Canda, Mahakala und Pracanda; im Süden Bhringin und Vighna.

Kriyapada 54, Vers 68. Im Westen Stier und Ananta, im Norden die beiden als Candasena Bezeichneten. [Die letzte Paarbezeichnung ist in der Quelle fraglich.] Den Weltenhütern in ihren Richtungen streue man mit den jeweiligen Mantras Bali aus.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 68. Hier besteht folgende Besonderheit: „Verehrung Indra, dem Herrn der Götter, mit Waffen, Reittier und Gefolge, in Shankara-Narayanas Gefolge! Verehrung seinem Gefolge!“ So streue man beim täglichen Fest in allen Richtungen Bali unter Mantras aus, die Shankara-Narayanas Gefolge nennen. Beim großen Fest gebe man die Gabe mit den beim großen Shiva-Fest genannten Formeln von „Dem Vernichter des Stolzes der Daityas …“ und „Die Wesen, die vorne wohnen …“ an, hier mit der Bezeichnung „des erhabenen Shankara-Narayana“ und entsprechend angepassten Wendungen.

Kriyapada 54, Vers 69. Den zur Hälfte Stier, zur Hälfte Garuda darstellenden Träger in der Halle verehre man und streue Bali aus. Ganesha, Virabhadra, die Mütter und Shasta,

Kriyapada 54, Vers 70. Durga und Soma in ihren Richtungen sowie Candasena verehre man. Diesem, mit Dreizack, Wurfscheibe, Gewähr- und Furchtlosigkeitsgeste, gebe man nach der Verehrung Bali.

Kriyapada 54, Vers 71. Mrigasya, Pancajanya, Tikshnanetra und Sudarshana verehre man als vier Hüter am Torturmeingang und gebe ihnen Bali.

Kriyapada 54, Vers 72. Östlich des Bali-Sockels stehend rufe man mit dieser Formel die Scharen herbei: „Mit dem heiligen Urlaut: Alle Angehörigen von Shankaras und Vishnus Gefolge mögen kommen,

Kriyapada 54, Vers 73. die die ganze Welt durchdringen! Sie mögen diese vorzügliche Bali-Gabe annehmen!“ Danach gebe man Nandisha und den folgenden sowie Kumuda und den folgenden

Kriyapada 54, Vers 74. jeweils paarweise in den Richtungen auf den Mandalas Bali. Nämlich: Nandisha, Mahakala, Bhutanatha, Mahidhara,

Kriyapada 54, Vers 75. Parvatesha, Guhesha, Kalapasha und Kapalin; Kumuda, Kumudaksha, Pundarika und Vamana,

Kriyapada 54, Vers 76 mit Prosaeinschub. Shankukarna, Shankunetra, Sumukha und Supratishthita. Im Osten: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Nandisha und Kumuda, den Angehörigen von Shankara-Narayanas Gefolge!“ Entsprechend streue man im Südosten und den weiteren Richtungen Bali aus. Dann gebe man am Bali-Sockel Bhutida und den weiteren,

Kriyapada 54, Vers 77. Shankhin, Cakrin, Gadin, Sharngin, Padmin, Musalin, Pashin und Ankushin,

Kriyapada 54, Vers 78. oberhalb des Kumuda-Gliedes Nandakin und auf dem Fruchtboden des Sockellotus Haris und Haras Heer die Gabe mit „Verehrung …“. [Die Quelle gibt die letzte Anrufung als Zusammensetzungsanweisung.]

Kriyapada 54, Vers 79 mit Prosaeinschub. Auch hier gebe man wie zuvor in den Richtungen jeweils zwei die Gabe. Die paarweise Formel lautet beispielsweise: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Bhutida und Cakrin, den Angehörigen von Shankara-Narayanas Gefolge!“ Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; sie gilt ebenso beim großen Fest.

Kriyapada 54, Vers 80. Nun die Besonderheit: Auf dem Banner male man die halb aus Stier, halb aus Garuda bestehende Gestalt, verehre sie unter ihrem eigenen Namen und streue Bali aus.

Kriyapada 54, Vers 81. In der dritten Umfassung verehre man in Richtungsfolge die verschiedenen Shiva und Vishnu zugehörigen Wesenherren mit ihren eigenen Namensmantras.

Kriyapada 54, Vers 82. In jeder Richtung sind zwanzig Shiva und fünfzig Vishnu zugehörige Scharen vorgesehen. Nämlich: Mahakala, Vidhata, Vajrapani, Kratu und Prabhu,

Kriyapada 54, Vers 83. Daksha, Shatakratu, Aprameya, Viryavan, Nitya, Vidyutprabha, Shulahasta und Trilocana,

Kriyapada 54, Vers 84. Svangadipa, Tamoghna, Srishtikrit, Uruvikrama, Mandhata, Mahavirya, Nityayoga und Prasadana,

Kriyapada 54, Vers 85. Utkuta, Prakata, Unmukha, Dvimukha, Hari, Ashvagriva, Ashvavadana, Ashvajihva und Ashvalocana,

Kriyapada 54, Vers 86. Keshava, Vamana, Nara, Naraka, Mandara, Mandadrishti, Kanda und Kandukalocana,

Kriyapada 54, Vers 87. Patahaksha, Vishalaksha, Kshamaka, Kshamaka, Pandara, Panduprishtha, Durdina und Sudina, [Die beiden Kshamaka-Namen unterscheiden sich im Sanskrit durch die Vokallänge.]

Kriyapada 54, Vers 88. Vamadeva, Mahadeva, Mohana, Madhusudana, Kalana, Kalana, Bhavana, Bhagavan und Bhava, [Auch die beiden Kalana-Namen haben verschiedene Vokallängen.]

Kriyapada 54, Vers 89. Hanuman, Bhagadheya, Bhaskara, Bhasura, Vishvesha, Vishvasena, Vishvaksena und Visarana,

Kriyapada 54, Vers 90. Vistara, Vistara, Vidandin, Danda, Kamuka, Akamuka, Kamahrid und Kamanashana. [Die beiden Vistara-Namen unterscheiden sich im Sanskrit durch die Vokallänge.]

Kriyapada 54, Vers 91, erster Teil. Dies sind die siebzig Scharen Hara-Narayanas im Osten. [Die angekündigten Gruppenzahlen gehen in den erhaltenen Namenslisten nicht durchgehend auf; Namen werden weder gestrichen noch ergänzt.]

Kriyapada 54, Vers 91, zweiter Teil. Agni, Agnisamana, Jvalamalin und Vishvabhuj,

Kriyapada 54, Vers 92. Hutasha, Murtiman, Vyapin, Kapila, Raktalocana, Ugra, Raktavapus, Dhumra, Saptarcis und Vishvabheshaja,

Kriyapada 54, Vers 93. Sutapas, Vegavan, Bhasmacchanna, Marutsakha, Yogapriya, Daruja, Agneya und Nidhana,

Kriyapada 54, Vers 94. Agnijihva, Hutasha, Agnirupa, Agniketana, Agnivarna, Agni, Agnyasya, Mahasena und Mahodara,

Kriyapada 54, Vers 95. Mahanasa, Karala, Kalajihva, Vivartaka, Mandu, Manduka, Kakasya, Deva und Devalaka,

Kriyapada 54, Vers 96. Shamaka, Camaka, Shanku, Shankushravas, Marica, Dronamarica, Mahisha und Bhishana,

Kriyapada 54, Vers 97. Kumbhanasa, Vinasa, Kumbhakarna, Kumbhaka, Visarin, Vikramin, Matsarin und Maskara,

Kriyapada 54, Vers 98. Sukara, Sukarasya, Shasha, Shashamukha, Simha, Simhamukha, Narasimha und Nara,

Kriyapada 54, Vers 99. Kalahrid, Kalasutra, Sutraka, Suta, Vinalin und Nalakarna: Dies sind die siebzig in südöstlicher Richtung.

Kriyapada 54, Vers 100. Yama, Vivasvata, Ghata, Daityaghatin, Prajantaka, Mrityu, Pretadhipa, Dharma, Krishna und Krishnaksha, [Die ersten drei Wörter sind abweichend von der Parallelreihe in Kapitel 49 überliefert; ihre genaue Trennung bleibt unsicher.]

Kriyapada 54, Vers 101. Nityayogin, Kala, Ashukarin, Paretapa, Mayarupin, Kritanta, Satya, Satyapriya und Suhrid,

Kriyapada 54, Vers 102. Pitrinatha, Kinasha, Dharma, Dharmarata, Dharmya, Dharmaja, Dhanvin, Prashraya und Naya,

Kriyapada 54, Vers 103. Kunaka, Kunivaha, Nihshreya, Nirina, Alasa, Nishkopa, Niranukrosha, Kubja und Pamsuvimardana,

Kriyapada 54, Vers 104. Aho, Utaho, Ahu, Nirmala, Nivaha, Vaha, Ekalavya, Palala, Uhu und Samrakshana,

Kriyapada 54, Vers 105. Shankhin, Cakrin, Dhanvin, Kankata, Katuka, Vita, Vasudeva, Subhadra, Sharngin und Sharngadhara,

Kriyapada 54, Vers 106. Citrangada, Citraratha, Ketuman, Ketuda, Kshamin, Vallaka, Vallakihasta, Dvirada, Vigraha und Ambara,

Kriyapada 54, Vers 107, erster Teil. Arjamba, Dundubhi und Shveta: Diese stehen im Süden.

Kriyapada 54, Vers 107, zweiter Teil. Rakshasa, Asura, Kravyad, Virahan und Nirriti,

Kriyapada 54, Vers 108. Tikshnanetra, Yatudhana, Yajnahanta, Nishacara, Mahamurti, Kaikaseya, Krura und Kruravapus,

Kriyapada 54, Vers 109. Daksha, Konapaka, Dhumra, Dhumraksha, Bhishana, Virupaksha, Bhasmanga, Sukriti und Vikriti,

Kriyapada 54, Vers 110. Daruna, Damana, Nairriti, Prakriti, Mamsapa, Mamsaka, Rakshasa und Rakshaka,

Kriyapada 54, Vers 111. Pralamba, Lambaka, Nishthura, Kharabhashana, Virasena, Aksharasha, Pranada und Pranava,

Kriyapada 54, Vers 112. Kamada, Vibhashin, Raktaksha, Lohitakshaka, Vidyutkesha, Vishalaksha, Raktajihva und Vijihmaka,

Kriyapada 54, Vers 113. Akshara, Prakshara, Vikshaka, Nirahankrita, Sarvaga, Sarvavid, Gaura, Kamarupin und Virupavan,

Kriyapada 54, Vers 114. Vaikartana, Vikarta, Samplava, Sambhava, Vimada, Madana, Varuna und Vasu,

Kriyapada 54, Vers 115. Nandakin, Nandaka, Kapardin, Vrishabha, Shona, Pinakin und Varuna: Diese stehen im Südwesten.

Kriyapada 54, Vers 116. Varuna, Shabala, Ambhodhi, Praceta, Nimnagapati, Yadonatha, Pashapani, Ananda, Ambupati und Shiva,

Kriyapada 54, Vers 117. Kapardin, Pranada, Shveta, Shyamanetra, Sanatana, Pratyannivasa, Jalada, Jivana und Nakravahana,

Kriyapada 54, Vers 118. Payodhinilaya, Varuna, Varana, Kshepana, Kshobhana, Pashin, Pashadhara und Guru,

Kriyapada 54, Vers 119. Sannaha, Nahana, Hamsa, Narada, Parvata, Ravi, Bhanuman, Vasuman, Bhadra, Vaikuntha, Parama und Para,

Kriyapada 54, Vers 120. Mahakarna, Vikarna, Vidrava, Pradrava, Vanara, Taraka, Shashaka, Shakala und Shala,

Kriyapada 54, Vers 121. Cakrabhrit, Shankhabhrit, Vajrin, Karnin, Karna, Amshuman, Kurara, Kurava, Vajranabha und Vinayaka,

Kriyapada 54, Vers 122. Durgandha, Putigandha, Dakshina, Adakshina, Suhrid, Virodha, Rodhana, Rodha, Tarkshya und Garuda,

Kriyapada 54, Vers 123, erster Teil. Angadin und Kankanin: Dies sind die siebzig Scharen im Westen.

Kriyapada 54, Vers 123, zweiter Teil. Vayu, Gandhavaha, Sukshma, Sparshana und Prabhanjana,

Kriyapada 54, Vers 124. Prana, Apana, Vyana, Udana, Samana, Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya,

Kriyapada 54, Vers 125. Dhvajapani, Pavana, Shvasana, Maruta, Anila, Vidvan, Marut, Maruta, Vata, Vahnisakha und Hari,

Kriyapada 54, Vers 126. Alarka, Vartaka, Kanka, Margana, Prankana, Bala, Abala, Baladhi, Vira, Dvidhira und Rodhaka,

Kriyapada 54, Vers 127. Savidhi, Suvidhi, Sangara, Vikata, Malin, Manin, Sudhi, Samartha, Sahasa und Dhara,

Kriyapada 54, Vers 128. Kukuta, Kutaka, Gandha, Gandhavaha, Saktaga, Asaktaga, Ragin, Secana, Asecana und Svana,

Kriyapada 54, Vers 129. Aushadha, Bheshaja, Jiva, Rogin, Roga, Bhaga, Sukhin, Karana, Karana, Karta, Paradhina, Bala und Abala. [Die beiden Karana-Namen unterscheiden sich durch die Vokallänge.]

Kriyapada 54, Vers 130, erster Teil. Diese siebzig Scharen stehen im Nordwesten.

Kriyapada 54, Vers 130, zweiter Teil. Yakshesha, Rayiman, Soma, Manibhadra und Guhyaka,

Kriyapada 54, Vers 131. Celin, Malin, Kubera, Jambhala, Shibikundalin, Kinnaresha, Cailabili, Dhanada und Dhanadhipa,

Kriyapada 54, Vers 132. Rajaraja, Shrida, Jyeshtha, Maladhara, Dhanin, Uttarashanivasa und Ekakundala,

Kriyapada 54, Vers 133. Soma, Somakala, Saumya, Somavid, Somavardhana, Sudha, Sudhata, Bhangira, Surashtra, Kashthali und Kali, [Die Trennung von Sudha und Sudhata bleibt unsicher.]

Kriyapada 54, Vers 134. Kalavan, Kalacakra, Kalakuta, Vishajvara, Amrita, Amritesha, Ambhas, Keyurin, Kevalin und Valin,

Kriyapada 54, Vers 135. Vishnu, Krishna, Pishangin, Rekha, Lekheshvara, Para, Nalaka, Shunaka, Kratha, Shyena, Shyenamukha und Aruna,

Kriyapada 54, Vers 136. Marjara, Valgumakshin, Gulma, Kanavaka, Kana, Sheba, Vishesha, Vishlesha, Kardama und Putivigraha,

Kriyapada 54, Vers 137. Samba, Samvatsara, Sambhu, Vegin, Vegadhara und Amara: Diese Scharen Hara-Haris stehen im Norden.

Kriyapada 54, Vers 138. Ishana, Ishvara, Shambhu, Shulahasta, Trilocana, Anadinidhana, Dhata, Kapila und Pingalocana,

Kriyapada 54, Vers 139. Rudra, Rudraganadhisha, Vishva, Bharta, Digambara, Nilagriva, Kapardin, Vrishavaha und Vrishadhvaja, [Vishva und Bharta stehen hier getrennt; die gelieferte Variante erlaubt eine andere Verbindung.]

Kriyapada 54, Vers 140. Hara, Sharva, Vishvabhuja, Isha, Vyapin, Trishuladhrit, Vira, Bharga, Vashin, Shambhu, Vivasa, Vyasana und Budha,

Kriyapada 54, Vers 141. Vriksha, Kshama, Kshantipara, Shakuni, Shakuna, Vata, Brahmanya, Brahmavid, Brahma, Marica und Haripingala,

Kriyapada 54, Vers 142. Vedin, Vedavid, Udbandha, Brahmin, Brahmasadhana, Dhiman, Sudrishti, Ashtatma, Shankara und Shankara, [Die beiden letzten Namen unterscheiden sich im Sanskrit durch die Länge des ersten Vokals.]

Kriyapada 54, Vers 143. Vineta, Vikaca, Vadin, Shishtatma, Shishtakarmakrit, Ekadrish, Sarvabhuj, Sarva, Vinodin und Dipakampaka,

Kriyapada 54, Vers 144. Govinda, Gopati, Gopta, Sarvabhagin, Sanatana, Dandin, Mundin und Shikhandin: Dies sind die siebzig Scharen im Nordosten.

Kriyapada 54, Vers 145. Nachdem man ihnen so Bali gegeben hat, gebe man am Bali-Sockel die Gabe. Dann bringe man den Gott hinein, bade und verehre wie zuvor.

Kriyapada 54, Vers 146. Am Festende vollziehe man wie zuvor das Hauptbad, lasse das Banner herab und entlasse alle Scharen.

Kriyapada 54, Vers 147. Nach Möglichkeit bade man den Gott, verehre ihn besonders und gebe danach dem Lehrer und den weiteren Beteiligten die Vergütungen.

Kriyapada 54, originale Marke 148-1/2 mit vorausgehendem Halbvers. Die geschuldeten Gaben reiche man den Bittenden angemessen. Nachdem betrachtet wurde, was im großen Brihattantra und im Devodbhava genannten Tantra von der Einsetzung bis zum Fest gelehrt ist, wurde hier Hara-Haris Tantra in Kürze ordnungsgemäß erklärt. Alle seine Handlungen sind entsprechend der Shiva-Lehre zu bestimmen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierundfünfzigste Kapitel über Shankara-Narayanas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 54

Die vereinte Gestalt bewahrt die Eigenheiten beider Seiten: Asche und Sandelholz, Dreizack und Wurfscheibe, Parvati und Shri. Eine heutige spirituelle Betrachtung kann darin die Einladung sehen, Verbundenheit zu suchen, ohne Unterschiede zu übergehen. Der Text verwirklicht dies in einer konkreten Ritualordnung; für den Alltag kann daraus eine Haltung aufmerksamen Respekts wachsen.


Kriyapada, Kapitel 55: Durgas Weihe und Fest

Durga erscheint als schützende Göttin, deren Kraft im Bild und im Herzen vergegenwärtigt wird. Das Kapitel beschreibt ihre Waffen und Begleiterinnen, die Einsetzung des Bildes und den festlichen Umzug. Die Mantrakonstruktionen bleiben von vollständig ausgeschriebenen Gebeten unterschieden.

Kriyapada 55, Vers 1. Nun werden Durgas Einsetzung und die weiteren, vom Tantra gelehrten Handlungen erklärt. Der für Shiva genannte Ablauf gilt auch hier größtenteils.

Kriyapada 55, Vers 2. Ebenso wird die Bildung von Durgas Wurzel- und Gliedermantras erklärt: Urlaut, Shakti-Keim und der dritte Laut der fünften Reihe,

Kriyapada 55, Vers 3. mit dem fünften Vokal, als Dandin bezeichnet; danach derselbe ohne Bindu, das Ende der Kha-Reihe mit langem Schriftlaut und Wind mit dem zwölften Vokal,

Kriyapada 55, Vers 4. Verehrung und Shakti-Keim bilden Durgas neunsilbigen Mantra. Der mit langen Vokalen verbundene Nada, mit Feuer und den Gliedern vom Herzen an,

Kriyapada 55, Vers 5. im Dativ mit den jeweiligen Schlussformen, bildet die sechs Glieder bis zum Waffenmantra. Ihre Gayatri bei der Verehrung beginnt mit Shakti und zwei Urlauten. [Die Lautchiffren und ihre grammatischen Bezüge bleiben teilweise unsicher; keine vollständige Lautfolge wird ergänzt.]

Kriyapada 55, Vers 6. Der Urlaut, „Katyayani“ im Dativ und „wir wollen erkennen“; nach „der jungfräulichen Kumari“ folgt „wir meditieren“.

Kriyapada 55, Vers 7. Nach „jene“ und „uns“ folgen „Durga“ und „möge anregen“. Das ist Durgas Gayatri; mit ihr verehre man die Heilvolle. [Sinngemäß: „Wir wollen Katyayani erkennen; wir meditieren die jungfräuliche Kumari. Möge Durga uns anregen!“]

Kriyapada 55, Vers 8. Die erste Rig-Strophe beginnt „Dem Jatavedas …“, danach folgen „Jene Feuerfarbene …“, „Agni, du …“ und „Alle …“.

Kriyapada 55, Vers 9. Die Strophe „Den Schlachtensieger …“ ist die fünfte Durga-Formel. So ist Durgas vom Tantra gelehrter Mantraweg genannt.

Kriyapada 55, Vers 10. Durga kann vier, acht oder sechzehn Arme haben. Sie sitzt auf einem Löwenthron oder steht auf dem Büffel.

Kriyapada 55, Vers 11. So wird sie eingesetzt; bei Furcht und ähnlichen Anlässen auch auf dem Löwen reitend. Die vierarmige Durga zeigt Gewähr- und Furchtlosigkeitsgeste und trägt Muschelhorn und Wurfscheibe.

Kriyapada 55, Vers 12. Ist sie achtarmig, hält sie links Drohfinger, Bogen, Schild und Muschelhorn, rechts Dreizack, Pfeil, Schwert und Wurfscheibe.

Kriyapada 55, Vers 13. Bei sechzehn Armen trägt sie links, von der unteren Hand an, Schädelschale, Elefantenhaken, Keule, Shataghni-Waffe, Wurfspeer, Bogen, Schild und Muschelhorn,

Kriyapada 55, Vers 14. rechts Dreizack, Schlinge, Feuer, Donnerkeil, Tomara-Wurfspeer, Pfeil, Schwert und Wurfscheibe.

Kriyapada 55, Vers 15. Das Bild folgt dem mittleren Zehn-Tala-Maß und den Frauenproportionen. In der Halle fertige man wie zuvor Torbögen aus Milchsaftbäumen.

Kriyapada 55, Vers 16. In den vier Richtungen von Osten an setze man Yajnesha, Prabhakara, Mangala und Subhadra der Reihe nach mit den Veden und weiteren Zuordnungen ein.

Kriyapada 55, Vers 17. Innerhalb der Torbögen stehen je zwei Banner und deren Gottheiten: Kunda, Kumuda, Vidyunmala und Bhishana,

Kriyapada 55, Vers 18. Kalushi, Ghoshani, Karali und Vikriti. Sie sind auf den Bannern zu verehren, die man mit Waffen von Muschelhorn an bezeichnet. [Die Einleitung der Bannerzuordnung in Vers 17 ist in der Quelle fraglich.]

Kriyapada 55, Vers 19. Ihre Farben sind weiß, rot, schwarz, dunkel, rauchfarben, gelb, gesprenkelt und gemischt. An jeder Tür stehen der Reihe nach zwei Botinnen:

Kriyapada 55, Vers 20. Kali, Karali, Viraja, Mandara, Vindhyavasini, Suprabha, Simhavaktra und als achte Daityamardini.

Kriyapada 55, Vers 21. Alle tragen Schwert und Schild, sind geschmückt und werden in Krügen verehrt. Nach dem Ausstreuen der Streugaben verehre man die Heilvolle auf dem Löwen im Krug,

Kriyapada 55, Vers 22. die Waffenmacht in der Vardhani. Es folgen Reinigung der Bildgestalt, Augenöffnung, Wasserlagerung und wie zuvor die Rechtsumkreisung des Dorfes,

Kriyapada 55, Vers 23. Waschung, Bettung in der Halle zur vorbereitenden Lagerung und auf dem Altar die Verehrung von Hauptkrug, Waffenmacht, Schlafkrug und acht Gestaltkrügen.

Kriyapada 55, Vers 24. In die Bereiche der Prinzipien vom Atman an und der Herren von Brahma an setze man die acht Gestalten von der Erde an ein. Ihre Herren beginnen mit Dharika:

Kriyapada 55, Vers 25. Dharika, Diptimati, Ugra, Jyotsna, Cit, Balotkata, Dhatri und Vibhu. Die Erkenntniskraft setze man in die Gestalt, die Handlungskraft in den Sockel ein.

Kriyapada 55, Vers 26. Wie zuvor teile man das Mantra-Feuer auf neun Gruben auf, rufe Durga herbei und opfere der Reihe nach mit Wurzel- und Gliedermantras sowie den Prinzipien vom Atman an.

Kriyapada 55, Vers 27. Danach berühren die Gestaltvollziehenden gemeinsam mit dem Acharya das Bild wie zuvor. Zur günstigen Zeit vollziehe der Guru die Einsetzung auf dem geeigneten Feld.

Kriyapada 55, Vers 28. In einem Heiligtum von sieben mal sieben Feldern setze man Durga aus Stein, Edelstein oder Metall auf den Feldern von Brahmas Bereich an wie Shiva ein.

Kriyapada 55, Vers 29. Ein Erdbild entsprechend im göttlichen, ein Holzbild im menschlichen Bereich. Eine an die Wand gemalte Durga setze man fest ein und verehre sie.

Kriyapada 55, Vers 30. Zur günstigen Zeit setze man auf dem Schildkrötenstein die tragende Shakti und die fünf Stoffgruppen von den Edelsteinen an ein, darüber den Sockel.

Kriyapada 55, Vers 31. In die Mitte des Sockels die Handlungskraft, auf den Sockel das Bild, in das Bild die Erkenntnisgestalt und in deren Herz Hamsa und den Keim.

Kriyapada 55, Vers 32. Aus der Höhlung des eigenen Herzlotus erhebe man die aus Kundalini aufsteigende, ganz bewusste Shakti. Den von Hamsa umschlossenen

Kriyapada 55, Vers 33. Shakti-Keim führe man durch den Brahma-Kanal nach oben in den Raumlotus, während man einsichtig den Mantra bis zum Ungegliederten ausspricht.

Kriyapada 55, Vers 34. Von dort führe man das höchste Licht der Shakti, den Laut bis zum Ungegliederten sprechend, mit den blumengefüllten Händen herbei und setze es in den Herzlotus der Gestalt ein.

Kriyapada 55, Vers 35. So rufe man mit dem Wurzelmantra herbei, setze ein, halte fest, mache gegenwärtig, verwandle in Nektar, verhülle und rege an.

Kriyapada 55, Vers 36. Eigene Wurzel- und Gliedermantras, Gayatri und die fünf Durga-Mantras bilden den Mantraweg. Die Wörter der fünf Durga-Formeln bilden den Wörterweg.

Kriyapada 55, Vers 37. Die übrigen Wege gelten wie zuvor; alle vergegenwärtige man dort. Dann reinige man mit Wasser und übergieße mit Gestaltkrügen und Waffenwasser.

Kriyapada 55, Vers 38. Wie zuvor verehre man mit Ehrenwasser und weiteren Gaben. Nämlich: Gebadet, mit gewaschenen Händen und Füßen, verehre man Vighnesha.

Kriyapada 55, Vers 39. Nach der Selbstreinigung und Vergegenwärtigung der gegliederten Gestalt verehre man mit allgemeinem Ehrenwasser an der Tür Jaya und Vijaya,

Kriyapada 55, Vers 40. Ganga und Yamuna sowie darüber die Tür-Shri. Durch Fersenaufstampfen und weitere Handlungen entferne man die irdischen und übrigen Hindernisse.

Kriyapada 55, Vers 41. Man lasse die Naraca-Waffe los, trete hinein, setze die Waffenmacht ein, schaffe außen die Waffenmauer und mit dem Schutzmantra eine Verhüllung.

Kriyapada 55, Vers 42. In der Mitte verehre man Vastvisha, Brahma und den eigenen Sitz. Sitzend vollziehe man mit dem besonderen Ehrenwasser die fünf Reinigungen.

Kriyapada 55, Vers 43. Man setze ein Stirnzeichen und schmücke das Haupt mit Blumen. In der Mitte verehre man mit „der Prakriti“ und „dem Diamantsitz“

Kriyapada 55, Vers 44. sowie der Verehrungsendung den goldenen Löwenthron. Arya, Pralaya, Mahapralayaka

Kriyapada 55, Vers 45. und Srishti verehre man als seine Füße vom Südosten an; in den Hauptrichtungen von Osten an Avyakta, Niyati, Kala und Kala. [Die letzten beiden bezeichnen Zeit und begrenzte Handlungskraft; im Sanskrit unterscheiden sie sich durch Vokallänge und Genus.]

Kriyapada 55, Vers 46. Mit den drei Gunas verbinde man Knolle, Stiel und Lotus sowie Sonnen-, Mond- und Feuerscheibe; Blätter, Staubfäden und Fruchtboden sind von Brahma, Vishnu und Hara durchdrungen.

Kriyapada 55, Vers 47. Prabha, Maya, Jaya, Sukshma, Vishuddha, Nandini, Suprabha und Vijaya verehre man in den Richtungen, Sarvasiddhida in der Mitte.

Kriyapada 55, Vers 48, erster Teil, mit Erläuterung. Ihre eigenen Namen mit langen Vokalen voraus und Verehrung am Ende verwende man der Reihe nach. Das heißt: an den Spitzen der Staubfäden und in der Mitte.

Kriyapada 55, Vers 48, zweiter Teil, und Vers 49. Dann rufe man mit dem Wurzelmantra Durgas Gestalt, den Shakti-Leib und die Glieder vom Herzen an herbei; sodann die Göttin aus dem Herzlotus, erfüllt vom Bewusstsein des Nektarstroms aus dem Raumlotus.

Kriyapada 55, Vers 50. Der Lehrer rufe sie mit dem bis zum Ungegliederten gesprochenen Keim in die Gestalt. Die Handlungen von der Einsetzung bis zur Nektarwerdung vollziehe er wie zuvor.

Kriyapada 55, Vers 51. Er meditiere sie wie beschrieben und verehre die Heilvolle mit ihrer Gayatri, den Herz- und weiteren Mantras sowie Ehrenwasser und den übrigen Diensten wie zuvor.

Kriyapada 55, Vers 52. Für die Verehrung setze man die Glieder in die Glieder, die Waffenmacht in die Ecken und die vier Richtungen; am Sockelrand außerhalb des Lotus die Waffen von Muschelhorn an.

Kriyapada 55, Vers 53. Ihnen stelle man die acht Laute von Ya an mit Bindu voraus und verehre bis zur Speisegabe. Danach opfere man in den Richtungen mit den Mantras der Weltenhüter.

Kriyapada 55, Vers 54. Am zweiten Tag opfere man Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Speise, Sesam, Puffreis, Reis, Senfsamen und Milchreis, jeweils gesondert,

Kriyapada 55, Vers 55. hundertachtmal mit dem Wurzelmantra, mit den Gliedermantras ein Zehntel davon. Am dritten Tag opfere man mit den fünf Durga-Formeln geklärte Butter.

Kriyapada 55, Vers 56. Am vierten Tag verehre man im Nordosten die auf dem Löwen sitzende Trägerin der gebrauchten Opfergaben. Weltenhüter, Löwe und Mütter setze man in ihre Richtungen ein.

Kriyapada 55, Vers 57. Den Bali-Sockel und die dortigen Gottheiten verehre man und bade wie zuvor mit hundertacht Krügen,

Kriyapada 55, Vers 58. unter den jeweiligen vedischen Mantras der Shiva-Waschung. Mit dem mittleren Krug übergieße man unter Gayatri und den fünf Durga-Formeln.

Kriyapada 55, Vers 59. Nachts gebe man den Wesen Bali und überreiche die Vergütungen. Für die fortdauernde tägliche Verehrung und weitere Dienste bestimme man die Mittel.

Kriyapada 55, Vers 60. Der Auftraggeber findet nach der Verheißung die genannte Frucht hier und jenseits. Wer die Durga-Mantras von Trishtubh an oder die von Vanadurga an

Kriyapada 55, Vers 61. nach den im früheren Teil genannten Regeln verwirklicht und die Göttin entsprechend einsetzt und verehrt,

Kriyapada 55, Vers 62, erster Teil. erlangt nach dem Text mühelos die im jeweiligen Ritualabschnitt gelehrte Vollendung.

Abschnittsabschluss. Durgas Einsetzung.

Kriyapada 55, Vers 62, zweiter Teil, und Vers 63. Beim täglichen Fest Durgas sind die Türhüterinnen von Osten an Jaya, Vijaya, Raudri, Bhishani, Shulini, Prabha, Aparajita und Jayanti, junge Frauen mit Stab und Schwert.

Kriyapada 55, Vers 64. Ihnen streue man Bali aus, danach den Weltenhütern an ihren Plätzen, überall mit dem Zusatz „in Durgas Gefolge“.

Kriyapada 55, Vers 65. Dem Löwen in der Halle gebe man Bali: „Dem Löwen, dir mit diamantfesten Klauen und Fangzähnen als Waffen, dem großen Löwen: [Waffenkeim], Svaha, Verehrung!“

Kriyapada 55, Vers 66. Vighnesha, Vira, den Müttern, Shasta, Skanda und dem Mond gebe man in ihren Richtungen die Gabe, ebenso Simhika.

Kriyapada 55, Vers 67 mit Erläuterung. Simhika ist die Trägerin der gebrauchten Opfergaben. Hradini und Madini verehre man an der inneren Tortür,

Kriyapada 55, Vers 68. Katyayani und Canda außen an der Tortür. Dann stehe man vor dem Sockel und spreche folgenden Mantra.

Kriyapada 55, Vers 69. „Mit dem heiligen Urlaut: Alle Angehörigen von Durgas Gefolge, die die ganze Welt durchdringen und nach der Bali-Gabe verlangend umherziehen, mögen die dargebrachte Gabe annehmen!“

Kriyapada 55, Vers 70. In der zweiten Umfassung stehen in den Richtungen die acht von Kali an: Kali, Karali, Viraja, Mandara, Vindhyavasini,

Kriyapada 55, Vers 71. Suprabha, Simhavaktra und als achte Daityamardini. Nach ihrer Bali-Gabe streue man am Bali-Sockel aus.

Kriyapada 55, Vers 72. Brahmaghosha, Sughosha, Kumari, Varavarnini, Arya, Hemavarna, Krittika und Abhayaprada

Kriyapada 55, Vers 73. stehen als acht von Osten an in den Richtungen. Brahmi steht am Kumuda-Glied, Durgasena in der Mitte des Sockels. Ihnen allen gebe man Bali.

Kriyapada 55, Vers 74. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; sie gilt ebenso beim großen Fest. Die Besonderheit: Auf das Banner male man einen Löwen und verehre ihn mit dem Mantra.

Kriyapada 55, Vers 75. In der dritten Umfassung stehen in jeder Richtung acht junge Göttinnen, Führerinnen tausender Scharen.

Kriyapada 55, Vers 76. Saumya, Bhadra, Jaya, Nanda, Kunda, Kumuda, Dyuti und Vidyunmala im Osten; im Südosten Mahabala,

Kriyapada 55, Vers 77. Bala, Subala, Vala, Abala, Bhishana, Rati und Kalusha. Im Süden Ghoshani, Nandani, Smriti,

Kriyapada 55, Vers 78. Yuddhapriya, Devasiddhapujita, Vikriti und Kriti, diese sieben, und als achte Mahasuravimardini.

Kriyapada 55, Vers 79. Vikarali, Palini, Shulakatyayani, Mahayogeshvari, Gauri, Canda, Candi und Khadgini

Kriyapada 55, Vers 80. stehen im Südwesten. Im Westen Hradini, Kshemakarika, Arya, Bhadra, Bhadrakali, Varuni und Amritambika. [Die erhaltene Reihe enthält bei dieser Trennung sieben Namen.]

Kriyapada 55, Vers 81. Kshemya, Vedagarbha, Ananta, Sarvanishkala, Shanti, Bhairavi, Prana und Cetana stehen im Nordwesten.

Kriyapada 55, Vers 82. Riddhi, Lakshmi, Tushti, Pushti, Kirti, Ghaneshvari, Adbhuta und Mada sind die acht Führerinnen im Norden.

Kriyapada 55, Vers 83. Shruti, Smriti, Niti, Bhima, Brahmacarini, Nilambara, Shulini und als achte Sarasvati

Kriyapada 55, Vers 84. stehen im Nordosten. Ihnen allen streue man Bali aus; außerhalb davon in den Richtungen den Scharen wie zuvor.

Kriyapada 55, Vers 85. „Die Scharen im Osten, mit Donnerkeilen in den Händen, von großer Kraft …“: Mit diesen früher genannten Mantras streue man der Reihe nach die Gabe aus.

Kriyapada 55, Vers 86. Die für Shivas Fest genannten Handlungen übertrage man auch hier entsprechend. Ein gewisser Unterschied besteht in den Mantras und Gottheiten.

Kriyapada 55, Vers 87. Das heilige Bad bestimme und vollziehe man wie zuvor. Im Monat Caitra unter Citra, im Vaishakha unter Vishakha,

Kriyapada 55, Vers 88. im Ashadha unter Purvaphalguni, im Shravana unter Krittika, im Herbst an Mahanavami, im Karttika bei Vollmond,

Kriyapada 55, Vers 89. im Pushya-Monat unter Pushya und im Phalguna unter Uttara sollen die Menschen das Fest zu Durgas Freude ausrichten.

Kriyapada 55, Vers 90. Wer Durga so einsetzt und als rechtschaffener Mensch voller Hingabe verehrt, dem werden nach der religiösen Verheißung alle gewünschten sichtbaren und unsichtbaren Früchte leicht erreichbar.

Kriyapada 55, Vers 91. So wurde Durgas Tantra in Kürze erklärt, wie es im Pavana und im Devodbhava gelehrt ist: die Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest, alles der Reihe nach entsprechend der Shiva-Lehre.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das fünfundfünfzigste Kapitel über Durgas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 55

Durgas schützende Gestalt ist hier mit einer sorgfältigen inneren Vergegenwärtigung verbunden. Für heutige Yoga-Aspiranten kann daraus die Frage entstehen, wie Mut und innere Sammlung einander unterstützen. Eine solche persönliche Besinnung bleibt von den besonderen Weihehandlungen des Textes getrennt. Seine Bildsprache kann dennoch helfen, die eigene Aufmerksamkeit zu sammeln und dem Alltag mit Klarheit zu begegnen.


Kriyapada, Kapitel 56: Gauris Einsetzung und Verehrung

Dieses Kapitel beschreibt Gauri als leuchtende Gestalt der Shakti. Bildgestaltung, innere Vergegenwärtigung, Mudras und Festordnung greifen ineinander. Die Vorschriften gehören zur historischen Tempelverehrung; die Beschreibungen der Sammlung erschließen deren inneren Bezug.

Kapitelanfang. Nun das sechsundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 56, Vers 1. Nun werden Gauris Einsetzung und die folgenden Handlungen ordnungsgemäß in Kürze erklärt. Ihr ursprünglicher Keimlaut, Shakti genannt, wurde schon früher gezeigt.

Kriyapada 56, Vers 2. Der Tara-Laut, der Shakti-Keimlaut, das Ende von Kha verbunden mit dem Au-Laut, Feuer mit dem Feinen, danach das Wort „Rudra“ und das Wort „Geliebte“;

Kriyapada 56, Vers 3. Wind verbunden mit dem Zwölferende, das Ende von Kha mit dem elften Laut, der erste des achten auf Va, Feuer verbunden mit dem Feinen. [Buchstabenchiffren; die Quelle verzeichnet bei „Ende von Kha“ eine abweichende Fügung mit dem elften Vokal. Keine gesicherte Gesamtformel daraus erschlossen.]

Kriyapada 56, Vers 4. Am Ende stehen die beiden Laute Hum und Phat sowie die Feuer-Geliebte. Dieser Mantra hat siebzehn Silben. Mit den jeweils zugehörigen eigenen Lautgruppen in der Anzahl von Augen, Ashvins, Pfeilen, Veden, Ashvins und Augen,

Kriyapada 56, Vers 5. versehen mit langen Vokalen und Nada am Anfang, bilde man aus dem Waffenmantra die sechs Glieder. Den dritten des achten, verbunden mit dem fünften Vokal,

Kriyapada 56, Vers 6. den vierten aus der sechsten Gruppe, die zwei Silben „gāyai“, die Wörter „wir erkennen“ und „Verlangen“, ferner „der Bekränzten“ und „wir meditieren“

Kriyapada 56, Vers 7. verbinde man: Nach „uns“ steht Gauri; am Ende kommen Pra und „möge antreiben“. Dies ist Gauris Gayatri; sie wird bei der Verehrung und den folgenden Handlungen verwendet. [Der Text gibt eine sprachliche Bauanweisung, keine hier vollständig ausgeschriebene Formel. Die chiffrierten Anfangslaute bleiben unaufgelöst.]

Kriyapada 56, Vers 8. Gauris Bild werde im mittleren Zehn-Tala-Maß gefertigt. Sie hat vier Arme: Gnadengewährung, Schlinge, Furchtlosigkeitsgeste und Haken.

Kriyapada 56, Vers 9. Ihre Brüste sind voll und erhoben, ihr dunkler Haarknoten glänzt mit der Krone. Sie hat drei Augen, ein lächelndes Gesicht und Juwelenohrringe.

Kriyapada 56, Vers 10. Sie trägt Halsschmuck und strahlende, reizvolle Ketten sowie einen schönen Bauchschmuck; goldene Oberarmreifen, leuchtende Edelsteinarmbänder und Fingerringe.

Kriyapada 56, Vers 11. Ihr Seidengewand glänzt unter dem goldenen Hüftgürtel. An ihren Lotusfüßen, deren Nägel wie Edelsteine strahlen, sitzen Fußspangen.

Kriyapada 56, Vers 12. Sie ist der Ort aller Anmut, Schönheit und Zartheit. So soll Gauris Bild als Manonmani aussehen. [Die Quelle bietet eine kleine Variante bei „Gestalt“.]

Kriyapada 56, Vers 13. Man fertige es aus Stein, Metall oder anderem nach den genannten weiblichen Proportionen. Im beschriebenen Heiligtum setze man die Göttin nach dem für Shiva gelehrten Verfahren ein.

Kriyapada 56, Vers 14. Was sich von der früheren Beschreibung unterscheidet, erkläre ich hier jeweils. Die Halle für das vorbereitende Verweilen soll sechzehn Säulen haben.

Kriyapada 56, Vers 15. Die vier inneren Säulen sind Dharma und die übrigen; außen stehen die Sonnen. Bhadra, Vijaya, Vijrimbha und Lohita

Kriyapada 56, Vers 16. sind als Torbögen vom Osten an zu verstehen. Jaya und die übrigen befinden sich in den Torkrügen: im Osten Jaya und Vijaya; Ajita und Aparajita,

Kriyapada 56, Vers 17. Nitya und Vilasini, Shaundi und Aghora im Süden und den folgenden Richtungen. Kunda, Kumuda, Vidyunmala, Vibhushana,

Kriyapada 56, Vers 18. Kalusha, Ghoshani, Karali und Vikrita verehre man der Reihe nach als Botinnen in den Krügen, je zwei an den Torbannern.

Kriyapada 56, Vers 19. Nach der Segensverkündigung und dem Ausstreuen verehre man Krug und Waffe wie zuvor: im Krug Gauri auf einem Stier, in der Vardhani die Waffe auf einem Löwen.

Kriyapada 56, Vers 20. Sie hat Frauengestalt mit vier Händen, Dreizack, Beil, Gnadengewährung und Furchtlosigkeitsgeste; volle, erhobene Brüste, dunkle Haut, Schmuck und drei Augen.

Kriyapada 56, Vers 21. Sie trägt ein gebundenes kurzes Gewand, ist wild und allen Asuras furchterregend; mit aufgerichtetem braunem Haar und vielerlei Schlangen als Schmuck ist sie zugleich freundlich und schrecklich.

Kriyapada 56, Vers 22. So ist Umas Waffe in weiblicher Gestalt. Nach ihrer Verehrung und Umtragung teile man das Shiva-Feuer der mittleren Feuergrube in neun Teile,

Kriyapada 56, Vers 23. bringe diese wie zuvor in die neun Feuergruben, rufe Gauri im Herzlotus des Feuers herbei und lasse Lehrer und Gestalthüter mit Wurzel- und Gliedermantras opfern.

Kriyapada 56, Vers 24. Man vollziehe die Reinigung der Gestalt, wie zuvor die Öffnung der Augen, das Verweilen im Wasser, die Umtragung durch das Dorf und das Bad.

Kriyapada 56, Vers 25. Auf der Plattform in der Halle lege man die Göttin auf ein fünffach gebreitetes Lager, das aus den fünf Elementen besteht, und verehre sie.

Kriyapada 56, Vers 26. Sie wird mit roten und gelben Gewändern bedeckt. Dann stelle man Krug und Waffe auf, den Gauri-Krug an der Kopfseite und auch den Schlafkrug.

Kriyapada 56, Vers 27. In die umgebenden Gestaltkrüge setze man die fünf, Brahma und die übrigen, ferner Gayatri, Savitri und Sarasvati, verbunden mit Vama und den übrigen Shaktis.

Kriyapada 56, Vers 28. Im Sockel setze man die Kraft des Handelns, im Bild die Kraft des Erkennens ein. Auch in den drei Teilen setze man der Reihe nach die Wirklichkeitsebenen und ihre Herren ein.

Kriyapada 56, Vers 29. Die Gestalten sind wie zuvor Erde und die übrigen; ihre Herrinnen sind Dharika und die übrigen. Lehrer und Gestalthüter opfern ihnen jeweils der Reihe nach und berühren die entsprechenden Stellen.

Kriyapada 56, Vers 30. Am Morgen setze man zur gewählten Zeit wie früher den Schildkrötenstein, die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem sowie den Sockel mit dem eigenen Wurzelmantra ein.

Kriyapada 56, Vers 31. Man stelle das Bild auf den Sockel, übertrage den aus Bewusstsein bestehenden Shakti-Keimlaut aus dem Krug in seinen Herzlotus und bade es danach.

Kriyapada 56, Vers 32. Dazu dienen der Rudra-Text, die Pavamana-Texte und der mit „Gauri …“ beginnende Text. Wurzelmantra, Gliedermantras und Gayatri bilden den Mantraweg; ihre Wörter

Kriyapada 56, Vers 33. bilden den Wortweg wie zuvor, und ebenso sind die übrigen Wege wie früher anzusetzen. Danach ist die Göttin mit dem Wasser des Hauptkruges, des Schlafkruges und der Gestaltkrüge übergossen.

Kriyapada 56, Vers 34 mit Einleitung. Man verehre die höchste Herrin wie zuvor mit Arghya und den weiteren Gaben. Und zwar so: Der Lehrer bade, wasche die Füße, nehme den Reinigungsschluck und versehe sich mit der vollständigen Mantragestalt.

Kriyapada 56, Vers 35. Nach der Verehrung des Hindernisbeseitigers und des Lehrers bereite er das allgemeine Arghya. Am Tor stehen auf dem Boden Jaya und Vijaya mit Stäben in den Händen.

Kriyapada 56, Vers 36. Oben sind Ganga und Yamuna, über der Mitte die Glücksgestalt des Tores. Nach ihrer Verehrung und dem Abschießen des rituellen Pfeils trete er ein und lege die Waffe nieder.

Kriyapada 56, Vers 37. Er verehre Vastu-Brahma, den Sitz und die übrigen, vollziehe die fünf Reinigungen und erfülle das Arghya mit Wurzel- und Gliedermantras; er trägt Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 56, Vers 38. Unter der Schildkröte vergegenwärtige er die tragende Shakti, auf dem Sockel den Shakti-Sitz als goldenen Löwenthron und dessen Füße als Dharma und die übrigen.

Kriyapada 56, Vers 39. Sattva und die übrigen bilden Wurzel, Stängel und Lotus; dazu kommen Sonnenscheibe und die weiteren Scheiben. Auf Blättern und den übrigen Teilen stehen die Shaktis Vama und die übrigen an den Spitzen der Staubfäden. [Die Satzfügung bei den Scheiben ist auch in den verzeichneten Varianten unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 40. In der Mitte ist Manonmani selbst, unmittelbar Gauri, die glückverheißende Göttin. Ihre Gestalt, ihren Mantrakörper und die Bewusstseinskraft aus dem eigenen Herzlotus,

Kriyapada 56, Vers 41. die bis zum Dvadashanta gelangt ist, setze man wie zuvor in den Herzlotus des Bildes ein. Es folgen Festigung, Herstellung der Gegenwart, Zurückhalten und Erwecken,

Kriyapada 56, Vers 42. Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar und schützende Umhüllung mit Herzmantra und den übrigen. Die Brahma-Mantras, Ishana und die übrigen, setze man an Kopf, Gesicht, Herz, Zähnen und Füßen ein,

Kriyapada 56, Vers 43. ebenso die fünf Shaktis Hrillekha, Gagana, Rakta, Karalika und Mahocchushma an Kopf und den übrigen Stellen. [Die stark verkürzte Körperstellenreihe in Vers 42 bleibt im Bezug unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 44. Brahma und die übrigen fünf setze man von den Füßen an ein, Sarasvati ins Herz, Gayatri und Savitri auf die beiden Brüste.

Kriyapada 56, Vers 45. Dann verehre man die Göttin ordnungsgemäß mit Arghya und den weiteren Diensten. Auf den Blättern verehre man den Kreis der Glieder, außen die acht Botinnen:

Kriyapada 56, Vers 46. Anangarupa, Anangamadana, Madanatura, Pavanavega, Bhuvanapalika,

Kriyapada 56, Vers 47. Sarvashishira, Anangavedana und Anangamekhala. Diese verehre man mit Duft, Blumen und den weiteren Gaben, ebenso die Torhüterinnen Jaya und die übrigen,

Kriyapada 56, Vers 48. die Welthüter Indra und die übrigen und den Stier in der Vorhalle. Danach Vira, Vighna, die Mütter, Shastri, Skanda und den Mond.

Kriyapada 56, Vers 49. Im Nordosten setze man die Trägerin der abgenommenen Opfergaben namens Subhaga ein. Man errichte auch den Bali-Sockel und opfere den Hütern der Richtungen.

Kriyapada 56, Vers 50. Am zweiten Tag opfere man mit Wurzel- und Gliedermantras und der Gayatri aus den acht Stoffen, Brennhölzern und den übrigen: hundertmal mit dem Wurzelmantra, mit den Gliedermantras ein Zehntel davon,

Kriyapada 56, Vers 51. hundertmal mit der Gayatri und auch mit dem Textbeginn „Gauri hat ausgemessen …“. Am dritten Tag opfere man Sesam und Ghee mit Aghorastra und Shivastra,

Kriyapada 56, Vers 52. mit Pashupatastra, den Sühneformeln und Jaya und den weiteren. Am vierten Tag verehre man wie zuvor die Trägerin der abgenommenen Gaben,

Kriyapada 56, Vers 53. nehme die Feuer in sich zurück und bade die Göttin mit Hunderten Krügen. Man gebe die Ehrengaben und die vorgesehenen Geschenke und streue nachts Bali für die Wesen aus.

Kriyapada 56, Vers 54. Auch die Mittel für die tägliche Verehrung stelle man bereit. Der Auftraggeber erlangt nach der Verheißung alle Früchte, die für Shivas Einsetzung genannt wurden.

Kriyapada 56, Vers 55. Avahani, Sthapani, Nishthura, Kshobhani, Mohani, Dravani, Karshani, Sannidhapani,

Kriyapada 56, Vers 56. Vandani und die große Gauri-Mudra: Diese zehn werden überliefert. Die mit Blumen gefüllte, nach oben geöffnete Schale der zusammengelegten Hände, die vom Dvadashanta

Kriyapada 56, Vers 57. bis zum Herzen des Bildes herabgeführt wird, heißt Avahani, die Herbeirufende. Dieselbe Geste ohne Blumen und nach unten gerichtet heißt Sthapani, die Festigende.

Kriyapada 56, Vers 58. Nishthura entsteht aus zwei aneinandergelegten Fäusten mit aufgerichteten Daumen. Hält man die Hände einander zugewandt und verbunden, die Zeigefinger frei,

Kriyapada 56, Vers 59. und verbindet Mittelfinger und Daumen, entsteht Kshobhani, die erweckende Geste. Liegen die Hände an den Daumenballen zusammen, während Daumen und Zeigefinger ausgestreckt sind,

Kriyapada 56, Vers 60. und sind kleine Finger, Ringfinger und Mittelfinger miteinander verbunden, heißt die Geste Mohani. Mit ihr vollziehe man an der Göttin die Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar.

Kriyapada 56, Vers 61. Ebenso strecke man bei verbundenen Händen die Zeigefinger aus. Durch Verbindung von Mittelfingern und Daumen entsteht Dravani, die Freude Gebende.

Kriyapada 56, Vers 62. Dieselbe Geste mit fest verbundenen Händen und aneinandergelegten gekrümmten Zeigefingerspitzen heißt Karshani. Mit ihr vergegenwärtige man die Göttin als huldvoll.

Kriyapada 56, Vers 63. Bei derselben Geste drückt man mit Mittelfingerspitzen und Zeigefingern auf die beiden Daumen: Das ist die gegenwärtig machende Mudra. Mit ihr stelle man die Gegenwart her. [Die verdichtete Fingeranordnung bleibt in Einzelheiten unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 64. Die Hände bilden eine geschlossene Anjali-Schale wie eine Lotusknospe. Diese Mudra heißt Vandani; sie wird zur ehrfürchtigen Begrüßung und ähnlichen Handlungen gebraucht.

Kriyapada 56, Vers 65. Man verschränke die beiden Ringfinger unten an den Händen mit den Zeigefingern. Bei nach oben gerichteten Handflächen stehen die Mittelfinger zusammen mit den kleinen Fingern

Kriyapada 56, Vers 66. gerade ausgestreckt, seitlich mit verbundenen Spitzen. Mit den beiden Daumenspitzen berühre man die Ansätze der kleinen Finger. [Die Quelle verzeichnet in Vers 65 zusätzlich die Variante „na“; deren syntaktische Einordnung bleibt offen.]

Kriyapada 56, Vers 67, erster Halbvers. Dies ist Gauris große Mudra, die zehnte, der die Gewährung aller Vollendungen zugeschrieben wird.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Gauris Einsetzung.

Kriyapada 56, Vers 67, zweiter Halbvers. Für Gauris tägliches Fest soll die Göttin aus Gold oder einem anderen geeigneten Stoff gefertigt sein.

Kriyapada 56, Vers 68. Man rufe auch Gauris Waffe in einem Gefäß herbei, verehre sie und trage sie voraus. Für die Torhüterinnen Jaya und die übrigen, die Welthüter und den Stier,

Kriyapada 56, Vers 69. für Gauris gesamtes Gefolge streue man Bali aus, ebenso für Vira, Vighnesha, die Mütter, Shastri, Skanda und den Mond. [Die Quelle kennzeichnet die Fügung bei „Gefolge“ selbst als unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 70. Man gebe Subhaga Bali und an den beiden Seiten des Torturmeingangs Trishulini und Khadgini. Dann trete man aus dem Torturm hinaus

Kriyapada 56, Vers 71. und rufe neben dem Sockel die Scharen mit diesem Mantra an: „Die ihr die ganze Welt durchdringt und umherzieht im Verlangen nach Bali,

Kriyapada 56, Vers 72. ihr alle aus Gauris Gefolge: Nehmt die dargebrachte Bali-Gabe an!“ In der zweiten Umfassung stehen acht Führerinnen der Scharen:

Kriyapada 56, Vers 73. Karali, Vikarali, Ugra, Vani, Shaci, Mohani, Maya und als achte Mahalakshmi.

Kriyapada 56, Vers 74. Ihnen streue man Bali aus. In den acht Richtungen am Bali-Sockel stehen Riddhi, Smriti, Dhriti, Shraddha, Medha, Kanti, Mati und Shruti.

Kriyapada 56, Vers 75. Arya steht am Kumuda-Teil des Sockels, Gaurisena in der Mitte. Mit ihren eigenen Namen, jeweils mit der abschließenden Huldigung, streue man ihnen ehrfürchtig Bali aus.

Kriyapada 56, Vers 76. Dies ist das Verfahren des täglichen Festes; beim großen Fest gilt es entsprechend. Der Stier, Gauris Reittier genannt, soll als Bannerbild verehrt werden.

Kriyapada 56, Vers 77 mit eingeschobener Prosa. Die Herbeirufung der Scharen und der übrigen erfolgt bei Gauris Fest wie zuvor. Die Besonderheit ist: Mit „Die Wesen, die vorne sitzen …“, mit Anrufungen, die mit Gauri oder Bhagavati beginnen, streue man im Mandala in jeder Richtung Bali aus. Außerhalb davon streue man in jeder Richtung Bali für die Führerinnen von tausendköpfigen Gefolgen aus, zwölf je Richtung. Ihre Gesamtzahl ist sechsundneunzig. Und zwar: Vidya, Prajna, Sinibali, Kuhu, Hri und Pushti,

Kriyapada 56, Vers 78. Rudravirya, Prabha, Nanda, Poshani, Shubhada und Kshama im Osten. Im Südosten Kalaratri, Kapardini,

Kriyapada 56, Vers 79. Bhadrakali, Vikriti, Dandini, Kapalini, Musrinthini, Sendukhanda, Nisumbhamathini,

Kriyapada 56, Vers 80. Shikhandini, Indrani und Rudrani. Nari, Narayani, Bhadra, Shankarardhasharirini,

Kriyapada 56, Vers 81. [Quelllücke], Trishulini, Ambika, Hradini, Rati, Pingakshi, Vishalakshi und Samriddhi stehen im Süden. [Die Quelle kennzeichnet außerdem die Wortverbindung vor Ambika als unsicher.]

Kriyapada 56, Vers 82. Buddhi, Vriddhi, Svadha, Svaha, Maya, Abhikhya, Vasundhara, Trilokadhatri, Jagati, Brihati, Tridasheshvari

Kriyapada 56, Vers 83. und Aruna sind die zwölf Führerinnen im Südwesten. Suruca, Bahurupa, Skandasena, Varuni,

Kriyapada 56, Vers 84. Amala, Vimala, Khyati, Prakriti, Vikriti, Sthiti, Srishti und Sandhya sind die zwölf Führerinnen im Westen.

Kriyapada 56, Vers 85. Samhriti, Jaganmata, Sati, Hamsini, Devamata, Vajrini, Mardani, Bhagavati,

Kriyapada 56, Vers 86. Padmasana, Devaki, Trimukhi und Caturmukhi: Diese zwölf Anführerinnen von Gauris Gefolge stehen im Nordwesten.

Kriyapada 56, Vers 87. Saptanana, Ashtamukhi, Devasuravimardini, Lamboshthi, Lambakeshi, Urdhvakeshi, Mahodari,

Kriyapada 56, Vers 88. Rekha, Shasharekha, Vishvarupa, Krishodari und Dhanada sind die zwölf Führerinnen im Norden.

Kriyapada 56, Vers 89. Surarakshanika, Arya, Vagishi, [Quelllücke], [unvollständiger Name mit dem erhaltenen Ende „vrata“], Vajravega, Vayuvega, Maheshvari,

Kriyapada 56, Vers 90. Aishani, Jvalini und Shankari: Diese zwölf Führerinnen aus Gauris Gefolge stehen im Nordosten. [Wegen der Lücken sind nicht alle zwölf Namen erhalten.]

Kriyapada 56, Vers 91. Jede ist von tausend Gefolgswesen umgeben. Sie bewirken Auflösung, Entstehung, Bestand und Begnadung der Welt.

Kriyapada 56, Vers 92. Ihnen allen soll der Lehrer hingebungsvoll Bali aus weißem Reis und Milchreis mit Rohrzucker geben, übergossen mit Ghee und Honig.

Kriyapada 56, Vers 93. Danach vollziehe man das heilige Bad nach dem für Shiva gelehrten Verfahren und verehre sie mit Wurzel- und Gliedermantras sowie vedischen Mantras unter Beachtung der Besonderheiten.

Kriyapada 56, Vers 94. Je nach Möglichkeit bade man sie mit tausend oder einer anderen vorgesehenen Zahl von Krügen. Die fest eingesetzte Gauri wird in zweifacher Weise überliefert: als Shiva-Gauri und als Eka-Gauri.

Kriyapada 56, Vers 95. Diejenige, die als Gemahlin Shivas in der Nähe seines feststehenden Linga eingesetzt ist, heißt Shiva-Gauri.

Kriyapada 56, Vers 96. Ist Gauri durch Götter samt Wesen, durch Weise oder durch Menschen ohne ein feststehendes Linga eingesetzt, heißt sie Eka-Gauri, die alleinstehende Gauri.

Kriyapada 56, Vers 97. Für Shiva-Gauri wird ein getrenntes großes Fest nicht empfohlen. Beim Shiva-Fest soll ihre Prozession gemeinsam mit dem großen Herrn stattfinden.

Kriyapada 56, Vers 98. Die Verehrung Shiva-Gauris erfolgt vorschriftsgemäß bis zum täglichen Fest. Für Eka-Gauri dagegen ist ein eigenes, selbstständiges großes Fest auszurichten. [Die Quelle setzt zur ersten Wendung eine fragende Alternativlesung mit „Verehrung“ statt „Fest“.]

Kriyapada 56, Vers 99. Diejenigen, die Gauri auf diese Weise ehrfürchtig nach ihren Mitteln einsetzen und ihre tägliche Verehrung bis hin zum Fest vorschriftsgemäß einrichten,

Kriyapada 56, Vers 100. deren Verdienst lässt sich nicht einmal in hundert Weltaltern aussprechen. Was immer in der Welt am meisten erwünscht ist, welche große sichtbare oder unsichtbare Frucht auch immer,

Kriyapada 56, Vers 101½ mit unnummerierter Fortsetzung. das alles erlangen sie, angefangen beim Auftraggeber, ohne Mühe. So ist hier Gauris Tantra in Kürze erklärt, unter Heranziehung des Lalita, des Bimba und des Bhanu-Tantra. Die mannigfaltigen Handlungen von der Einsetzung an, die dabei auszuführen sind, sind insgesamt entsprechend der zuvor gelehrten Shiva-Ordnung zu erschließen. [Die vorausgehenden Fruchtzusagen geben die religiöse Verheißung des Textes wieder.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das sechsundfünfzigste Kapitel über Gauris Tantra.

Besinnung zu Kapitel 56

Die Verehrung beginnt hier nicht erst mit einer äußeren Gabe. Ihr geht eine Sammlung voraus, in der die Göttin im eigenen Herzen vergegenwärtigt wird. Heutige Yoga-Aspiranten können daraus eine einfache Anregung mitnehmen: Vor einer bewussten Handlung kurz innehalten und ihre innere Ausrichtung klären. Die besonderen Mudras und Einsetzungsrituale behalten dabei ihren eigenen überlieferten Zusammenhang.


Kriyapada, Kapitel 57: Sarasvati und die heilige Sprache

Sarasvati erscheint hier als Göttin des Wissens und der Sprache. Die Einsetzung ihres Bildes verbindet Tempelritual mit einer Meditation über die Entfaltung der Rede. Die umfangreichen Listen ordnen Wissen, Gottheiten und Weltbereiche um die Göttin an.

Kapitelanfang. Nun das siebenundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 57, Vers 1. Nun wird Sarasvatis Einsetzung erklärt, wie sie das Tantra vorschreibt. Der Tara-Laut und Nada mit abschließendem Bindu, ihm vorangestellt und mit dem letzten Vokal verbunden,

Kriyapada 57, Vers 2. dann das wiederholte Wort „sprich“, danach „du, die Sprache spricht“, am Ende die Geliebte des Windfreundes: Dieser Sprachmantra hat zwölf Silben. [Der Beginn wird chiffriert angegeben; bei „sprich“ verzeichnet die Quelle selbst eine fragende Lesung. Der Windfreund bezeichnet hier Feuer.]

Kriyapada 57, Vers 3. Für die Zweimalgeborenen beginnt er mit dem Tara-Laut; für die übrigen wird er ohne diesen überliefert. Nada mit Feuer, mit Tara am Anfang und der Reihe nach verbunden mit langen Vokalen,

Kriyapada 57, Vers 4. zusammen mit den Bezeichnungen der Veden, beginnend mit Rigveda, mit „Dharma-Shastra“ und „Purana“: Aus diesen sechs Mantrawörtern der Reihe nach

Kriyapada 57, Vers 5. bilde man die sechs Glieder bis zur Waffe, jeweils mit der zugehörigen Abschlussform. „Vagishvari“ im Dativ, verbunden mit „wir erkennen“,

Kriyapada 57, Vers 6. nach „Vagvadini“ das Wort „wir meditieren“, anschließend verbunden „uns möge Sarasvati antreiben“:

Kriyapada 57, Vers 7. Dies ist Sarasvatis Gayatri mit Tara am Anfang, der alle Vollendungen zugeschrieben werden. Ihr Bild werde im mittleren Zehn-Tala-Maß nach den genannten weiblichen Proportionen gefertigt.

Kriyapada 57, Vers 8. Sarasvatis Bild ist weiß und vierarmig. Links trägt sie die Gnadengewährung, einen Schreibstift und einen Krug,

Kriyapada 57, Vers 9. rechts entsprechend unten und oben Furchtlosigkeitsgeste und Buch. Sie ist weiß wie Muschel, Kunda-Blüte und Mond und trägt Haarknoten und Mondsichel. [Die Gegenstandszählung bei vier Armen ist durch die überlieferte Fügung „sabarāṃ lekhanīṃ“ nicht eindeutig; keine Handzuordnung ergänzt.]

Kriyapada 57, Vers 10. Sie hat drei Augen, weiße Gewänder, Kränze, Duft und Schmuck. Reizvolle Halsketten glänzen auf ihren vollen, erhobenen Brüsten.

Kriyapada 57, Vers 11. Ihr Lotusgesicht ist überaus freundlich; sie trägt allen Schmuck, sitzt auf dem Lotussitz und ist von frischer Jugend geschmückt.

Kriyapada 57, Vers 12. Bei Vagishvaris Einsetzung folgt das Verfahren der für Shiva gelehrten Ordnung. Eine Besonderheit ist: Am Südtor soll sie nach Süden gerichtet aufgestellt werden.

Kriyapada 57, Vers 13. In der Halle des vorbereitenden Verweilens ist sie nach Norden gewandt zu verehren. Pushkara, Purnabhadra, Ananda und Nandana

Kriyapada 57, Vers 14. sind die Torbögen vom Osten an. Entsprechend stehen je zwei Banner: im Osten das Indra-Banner mit dem Donnerkeilzeichen, dann das Yama-Banner mit dem Stabzeichen,

Kriyapada 57, Vers 15. das Varuna-Banner mit der Schlinge und das Kubera-Banner mit der Keule. Medha, Prajna, Prabha, Vidya, Dhi, Dhriti, Smriti und Buddhi

Kriyapada 57, Vers 16. sind die Botinnen in den Torkrügen, mit ihren eigenen Namen zu verehren. An den vier mittleren Säulen vom Südosten an stehen Rigveda und die übrigen Veden.

Kriyapada 57, Vers 17. Außen sind die Sonnensäulen: Shiksha, Kalpa, Nirukta, Chandas, Jyotisha, Sutrapatha, Mimamsa, die ausführliche Logiklehre,

Kriyapada 57, Vers 18. Dharma-Shastra, Purana und Dandaniti der Reihe nach. Der Baldachin besteht aus Wissen, der Boden ist die Erde selbst. [Die erhaltene Reihe nennt elf Wissensbereiche; keine zusätzliche Disziplin ergänzt.]

Kriyapada 57, unnummerierter Zusatz nach Vers 18. Überall verehre man mit dem jeweiligen Namen, Tara am Anfang und der Huldigung am Ende.

Kriyapada 57, Vers 19. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen folgen Krug- und Waffenverehrung. Im Krug sitzt Vani auf einem Schwan, ihre Waffe auf einem Kranich.

Kriyapada 57, Vers 20. Die Waffe hat rote Ausstattung, rote Farbe, sechs Arme, drei Augen und geschmückte Frauengestalt. Links trägt sie Gnadengewährung, Buch und Schlinge,

Kriyapada 57, Vers 21. rechts Furchtlosigkeitsgeste, Schreibstift und Haken. [Hier steht eine örtliche Quelllücke mit unsicheren Zeichen; die genannten Gegenstände sind erhalten.] Wie zuvor verteile man das Feuer von der Mitte aus auf neun Feuergruben.

Kriyapada 57, Vers 22. Nach der Herbeirufung Vagishis opfere der Lehrer in der mittleren Grube mit Wurzel- und Gliedermantras. Die Gestalthüter opfern in den Richtungen mit Yoga und den übrigen Gestalten,

Kriyapada 57, Vers 23. mit der Gayatri und den Mantras der Welthüter in entsprechender Folge: Brennhölzer, Ghee, gekochte Opfergabe, Puffreis, Reis, Siddhartha-Senf, Senf

Kriyapada 57, Vers 24. und Sesam, jeden Stoff hundertachtmal. Wie zuvor vollziehe man die Reinigung der Gestalt und die Öffnung der Augen,

Kriyapada 57, Vers 25. das Verweilen im Wasser, die Umtragung durch das Dorf und das Bad. Dann verehre man Sarasvatis Gestalten in den acht Wissenskrügen:

Kriyapada 57, Vers 26. Yoga, Satya, Vimala, Jnana, Buddhi, Kriya, Medha und Shraddha. Alle tragen Wassergefäß und Buch,

Kriyapada 57, Vers 27. Gebetskette und Schreibstift; sie sind weiß, mit weißen Gewändern und weiterer weißer Ausstattung. Dann setze man in die drei Bildteile, die bis Knie, Hals und Kopf reichen,

Kriyapada 57, Vers 28. Atman und die übrigen Wirklichkeitsebenen und ihre Herren Brahma und die übrigen der Reihe nach ein, darin die acht Gestalten Erde und die übrigen sowie ihre Shaktis Dharika und die übrigen.

Kriyapada 57, Vers 29. In den Körper der Göttin setze man die Erkenntniskraft, in den Sockel die Handlungskraft. Nach den jeweiligen Opfern mit ihren Mantras sollen die Ausführenden die entsprechenden Stellen wie früher berühren.

Kriyapada 57, Vers 30. Am Morgen bade der Lehrer gemeinsam mit den Gestalthütern und vollziehe das Sandhya-Ritual. Zur gewählten Zeit setze er den Schildkrötenstein ein. [Vor dessen Bezeichnung steht das bereits in der Quelle fragend markierte Wort „liṅga?“.]

Kriyapada 57, Vers 31. Darauf kommen wie zuvor die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem sowie der Sockel. Auf dem Sockel stelle man das Bild auf und befestige es fest mit der Verbindung.

Kriyapada 57, Vers 32. Nach dem Abwaschen und einer kurzen Verehrung setze man die Gestalt und den Wissenskörper ein. Mit dem Wurzelmantra übertrage man Vani aus dem Krug in den Herzlotus des Bildes.

Kriyapada 57, Vers 33 mit erklärender Prosa. Danach Wurzelmantra, Gliedermantras, Gayatri und die bei der Matrika genannten Laute. „Die genannten Laute“ bedeutet hier Shakti und Vagbhava. Daraus bilde man den Mantraweg, aus den Wörtern den Wortweg; die übrigen wie zuvor.

Kriyapada 57, Vers 34. Nun fülle man die zusammengelegten Hände mit Blumen. Von der Kundalini ausgehend vergegenwärtige man in sich selbst die feine Sprache, die schauende, die mittlere und die hörbar ausgesprochene Sprache.

Kriyapada 57, Vers 35. Diese Rede, einer Blitzlinie gleich, hebe man empor, verbinde sie im Dvadashanta und lasse sie durch das dortige Bewusstsein erfüllt werden.

Kriyapada 57, Vers 36. Man sehe sie in die Blumenschale der Hände übergehen. Unter gedehnter Aussprache des Hamsa-Lautes führe man sie durch die Brahma-Nadi herbei und setze sie im Herzlotus des Bildes ein.

Kriyapada 57, Vers 37. Mit den Gliedermantras vollziehe man Festigung, Zurückhaltung, Erweckung, Umhüllung und Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar und gebe Arghya.

Kriyapada 57, Vers 38. Nach der Vergegenwärtigung der sechs Wege übergieße man sie aus den acht Wissenskrügen, dem Schlaf- und dem Waffengefäß und verehre sie der Reihe nach mit Arghya und den übrigen Gaben.

Kriyapada 57, Vers 39 mit Übergang. Und zwar so: Man bade, verehre Ganesha und versehe den Körper mit der vollständigen Mantragestalt. Mit dem allgemeinen Arghya verehre man ihre Torhüter Vighna und Kshetrapati,

Kriyapada 57, Vers 40. Ganga und Yamuna wie zuvor und oben die Glücksgestalt des Tores. Nach dem Aussenden der Waffe trete man ein und lege sie an der Schwelle nieder.

Kriyapada 57, Vers 41. Man verehre Vastu-Brahma, den Sitz und die übrigen und sitze bequem zur Verehrung des Arghya. Nach den fünf Reinigungen trägt man Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 57, Vers 42. Man vergegenwärtige die tragende Shakti, Erde und Wissen in Gestalt eines Löwenthrons; Krita, Treta und die weiteren Weltalter als löwengestaltige Füße in den Zwischenrichtungen,

Kriyapada 57, Vers 43. Rajas, Tamas und Sattva als Wurzel, Stängel und Lotus; die Herren der Sonnenscheibe und der weiteren Scheiben, Brahma und die übrigen, auf den Blättern und den übrigen Teilen.

Kriyapada 57, Vers 44. Auf dem Fruchtboden verehre man Meru; auf den zwölf Blättern die Berge, je einen in den Hauptrichtungen und die weiteren in den Ecken, als Staubfäden bezeichnet.

Kriyapada 57, Vers 45. Auf dem Ostblatt steht Mandara, im Süden Gandhamadana, auf dem Westblatt Vipula, auf dem Nordblatt Suparshva.

Kriyapada 57, Vers 46. Himavan, Hemakuta, Nishadha, Malyavan, Kailasa, Nila, Shveta und Shringi verehre man ebenfalls.

Kriyapada 57, Vers 47. Auf dem beschriebenen Weg bilde man die Sprachgestalt und den Wissenskörper wie früher. Man rufe die Göttin herbei und vollziehe mit Wurzel- und Gliedermantras Festigung und die weiteren Handlungen.

Kriyapada 57, Vers 48. Mit den Diensten von Arghya bis zur Speisegabe verehre man sie der Reihe nach. Nach der Verehrung der Glieder auf den Staubfäden verehre man die zwölf Shaktis:

Kriyapada 57, Vers 49. Riddhi, Rati, Priti und Shanti auf den Blättern der Hauptrichtungen, Yoga, Satya und die übrigen je zu zweit auf den Blattpaaren der Ecken.

Kriyapada 57, Vers 50. Mond und Sonne leuchten oben im Süden und Norden. Rechts von der Göttin steht Brahma, links Vishnu, vorne Shiva,

Kriyapada 57, Vers 51. hinten die Weisen. Man verehre sie als Wandbilder. An den vier Toren stehen je zwei Torhüterinnen, Medha, Prajna und die übrigen.

Kriyapada 57, Vers 52. Die Welthüter stehen in ihren eigenen Richtungen, der Schwan in der Vorhalle. Vira, Vighna, die Mütter, Shastri, Candika,

Kriyapada 57, Vers 53. Soma und Kshetrapala setze man in ihren jeweiligen Richtungen ein. Auch den Bali-Sockel errichte und verehre man am ersten Tag.

Kriyapada 57, Vers 54. Am zweiten Tag opfere man mit den eigenen Wurzel- und Gliedermantras und für die Gestalt- und Welthütergottheiten. Am dritten Tag mit den Vyahritis, der Gayatri, Jaya und den weiteren Formeln

Kriyapada 57, Vers 55. sowie den Sühneformeln. Am vierten Tag bade man wie zuvor und verehre Mati, die Trägerin der abgenommenen Gaben.

Kriyapada 57, Vers 56. Nach der vollständigen Opfergabe und dem Svishtakrit-Opfer vereinige man die Feuer mit dem eigenen Herzlotus oder dem Dvadashanta. Man bade die Göttin mit über hundert Krügen.

Kriyapada 57, Vers 57. Nach ihrer besonderen Verehrung gebe man Lehrer und den übrigen ihre Ehrengaben. Nachts gebe man Bali für die Wesen und richte die tägliche Verehrung ein,

Kriyapada 57, Vers 58, erster Halbvers. wie zuvor entsprechend den vorhandenen Mitteln. Der Auftraggeber genießt die verheißene Frucht.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Sarasvatis Einsetzung.

Kriyapada 57, Vers 58, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest Sarasvatis sind Medha und die übrigen die Torhüterinnen.

Kriyapada 57, Vers 59 mit Prosa. Ihnen streue man Bali aus, ebenso den Welthütern wie früher. Hier gilt diese Besonderheit: Mit „Huldigung dem Angehörigen Sarasvatis!“ und „Huldigung seinem Gefolge!“ streue man Bali unter Nennung des jeweiligen Welthüters aus. In der Vorhalle sage man: „Dem Schwan, Sarasvatis Reittier!“

Kriyapada 57, Vers 60. Für Vighna, Virabhadra, die Mütter, Shastri, Candika, den Mond, Kshetrapa und Mati streue man Bali aus.

Kriyapada 57, Vers 61. Am Torturmeingang gebe man Bali für Kritya und Pratibha. Vor dem Bali-Sockel angekommen, rufe man die Scharen an:

Kriyapada 57, Vers 62. „Die ihr die ganze Welt durchdringt und umherzieht im Verlangen nach Bali, ihr aus Sarasvatis Gefolge: Nehmt die dargebrachte Bali-Gabe an!“ So lautet die Anrufung.

Kriyapada 57, Vers 63. In der zweiten Umfassung stehen in den acht Richtungen der Reihe nach die Richtungselefanten. Ihnen streue man Bali mit ihren eigenen Namen aus:

Kriyapada 57, Vers 64. Airavata, Pundarika, Kumuda, Anjana, Vamana, Pushpadanta, Sarvabhauma und als achter Supratika.

Kriyapada 57, Vers 65. Am Bali-Sockel streue man Bali für die zehn Vishvas aus: Kratu, Dasha, Suvastavya, Ka… [Quelllücke] …ma und Dhvani,

Kriyapada 57, Vers 66. Kurumana als achter. Sie stehen in den acht Richtungen des Sockels; die mittleren befinden sich an den Kumuda-Teilen. Ihnen streue man Bali aus. [Die Namensreihe und die Zuordnung von zehn Gestalten sind beschädigt; die erhaltenen Namen und Angaben bleiben ohne Ergänzung.]

Kriyapada 57, unnummerierte Formel vor Vers 67. „Huldigung dem leuchtenden Rocamana aus Sarasvatis Heer!“ So gebe man oben in der Mitte des Sockels für Rocamana die Gabe.

Kriyapada 57, Vers 67. Beim täglichen Fest die Bali-Gabe … [Der übrige Vers ist in der Quelle durch Lückenzeichen ersetzt.]

Kriyapada 57, Vers 68. [Quelllücke] … mit dem eigenen Namen. Nach der Bali-Gabe für die Welthüter mit dem Beginn „Om, die Wesen, die vorne sitzen …“

Kriyapada 57, Vers 69. und „der erhabenen Sarasvati …“ streue man Bali aus. Ebenso stehen in der dritten Umfassung die Scharen in den acht Richtungen.

Kriyapada 57, Vers 70 mit Übergang. Und zwar: die Vasus, die beiden Ashvins, die Rudras, die Väter, die Adityas, Tarkshya und die übrigen, die sieben Weisen und die Herren der Geschöpfe.

Kriyapada 57, Vers 71 mit Übergang. Diese sind: Dhara, Dhruva, Soma, Apa, Anila, Anala, Pratyusha und Prabhasa, die acht Vasus im Osten.

Kriyapada 57, Vers 72. Nasatya und Dasra, die beiden Ashvins, stehen im Südosten. Ajaikapad, Ahibudhni, Virupaksha, Raivata,

Kriyapada 57, Vers 73 mit Prosa. Pinakin, Ishvara, Sthanu, Kapalin, Triyambaka, Bahurupa und Bhava sind der Reihe nach die elf Rudras. Diese stehen im Süden.

Kriyapada 57, Vers 74. Soma und Pitriman, ebenso Yama, der Herr der Väterschar, Angirasvan und Agni, als siebter Kavyavahana;

Kriyapada 57, Vers 75. die Väter, die Großväter und die Urgroßväter: Diese zehn werden als Väter bezeichnet und stehen im Südwesten. [Die Namens- und Titeltrennung der ersten Reihe bleibt unsicher; die Quellenzählung wird bewahrt.]

Kriyapada 57, Vers 76. Dhatri, Aryaman, Mitra, Varuna, Bhaga, Indra, Vivasvan, Pushan und Parjanya, der als zehnter bezeichnet wird,

Kriyapada 57, Vers 77. Tvashtri und Vishnu: Diese zwölf Adityas stehen im Westen. Tarkshya, Arishtanemi, Garuda, Aruna,

Kriyapada 57, Vers 78. Aruni, Krathana, Kratha und Suparna, als sieben bezeichnet, stehen im Nordwesten. Gautama, Bharadvaja, Vishvamitra, Kashyapa,

Kriyapada 57, Vers 79. Jamadagni, Atri, Vasishtha, Arundhati, Dhruva und Shimshumara stehen im Norden. [Vers 76–77 nennt bei dieser Trennung elf statt zwölf Adityas; Vers 77–78 acht statt sieben Namen. Keine Zahl oder Namensreihe verändert.]

Kriyapada 57, Vers 80 mit Prosa. Bhrigu, Daksha, Marici, Angiras, Pulaha, Kratu, Pulastya, Atri und Vasishtha stehen als Herren der Geschöpfe dort – das heißt: im Nordosten.

Kriyapada 57, Vers 81. In der vierten Umfassung stehen Gandharvas, Apsaras-Scharen, Siddhas, Sadhyas, Nagas, Vidyadhara-Scharen,

Kriyapada 57, Vers 82. Yakshas samt Rakshasas und Daityas der Reihe nach in den acht Richtungen. Mit ihren Bezeichnungen, Tara am Anfang und der Huldigung am Ende, streue man ihnen Bali aus.

Kriyapada 57, Vers 83. Danach streue man in allen zehn Richtungen Bali aus mit den Mantras, die beginnen: „Im Osten stehen die Scharen, Donnerkeile in den Händen, von großer Kraft …“

Kriyapada 57, Vers 84. Am Ende der festgelegten Tage entlasse man die Scharen wie zuvor, vollziehe die Prozession zum heiligen Bad und verehre die Göttin der Sprache auf besondere Weise.

Kriyapada 57, Vers 85. Man hole das Banner herab, bade sie je nach Möglichkeit mit tausend Krügen oder einer anderen vorgesehenen Anzahl und verehre sie.

Kriyapada 57, Vers 86. Nach der ordnungsgemäßen Übergabe der Ehrengaben und Geschenke wie zuvor erlangt man durch Vagishvaris Gnade die früher genannte Frucht.

Kriyapada 57, Vers 87. So wurde Vagishvaris Tantra in Kürze erklärt, wie es im Brihat-Tantra besungen und im Bimba und im Devodbhava gefunden wird. Das Weitere ist hier entsprechend der Shiva-Ordnung zu erschließen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das siebenundfünfzigste Kapitel über Vagishvaris Tantra.

Besinnung zu Kapitel 57

Sprache erscheint in diesem Kapitel als etwas, das aus innerer Sammlung hervortritt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann das eine konkrete Übung anregen: vor dem Sprechen wahrnehmen, welche Absicht den Worten vorausgeht. Sorgfältiges Zuhören, klares Lernen und eine freundliche Ausdrucksweise geben der Wertschätzung des Wissens einen Platz im Alltag. Das ist eine heutige Anregung aus der Bildsprache des Werkes, keine Gleichsetzung mit seiner Tempelweihe.


Kriyapada, Kapitel 58: Shastri als Hüter der Wesen

Shastri, hier auch Bhutanatha, „Herr der Wesen“, genannt, wird mit Familie, Gefolge und einem festgelegten Tempelritual dargestellt. Das Kapitel verbindet seine Bildgestalt mit der Vergegenwärtigung des Bewusstseinslichts und beschreibt anschließend tägliche und große Feste.

Kapitelanfang. Nun das achtundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 58, Vers 1. Nun werden Shastris Einsetzung und die folgenden Handlungen erklärt, wie das Tantra sie vorschreibt. Für den Mantra sind Ende und Nada jeweils mit dem neunten Vokal versehen,

Kriyapada 58, Vers 2. ausgestattet mit Bindu und Nada. Darauf folgt die Huldigung, dann der erste der sechsten Gruppe, Feuer mit langem Vokal, Wind und das Wort „dem Beschützer“.

Kriyapada 58, Vers 3. Dieser Wurzelmantra endet mit der Huldigung, hat elf Silben und Tara am Anfang. Tara, der vierte aus der sechsten Gruppe, mit langem Vokal, Anusvara und Nada,

Kriyapada 58, Vers 4. das Wort „dem Herrn der Wesen“ und die abschließende Huldigung bilden seinen Verehrungsmantra. „Dem Revanta“, „dem Unterweisenden“, „dem Beschützer“, „dem Herrn“,

Kriyapada 58, Vers 5. „dem Leuchtenden“ und „dem Anweisenden“: Diese sechs, jeweils mit Pranava am Anfang, Huldigung am Ende und der zugehörigen Abschlussform, bilden der Reihe nach die sechs Glieder. [Die Buchstabenchiffren der vorangehenden Verse bleiben ohne erschlossene Sanskrit-Gesamtformel.]

Kriyapada 58, Vers 6. „Dem Schwert“, „dem Messer“, „dem Bogen“ und „dem Pfeil“, mit Hum und Phat am Anfang und Huldigung am Ende, sind der Reihe nach die Waffenmantras.

Kriyapada 58, Vers 7. Links von ihm steht die Göttin Prabha, rechts der Sohn Satyaka. Skanda, Gajanana, Shamba und Madhuka

Kriyapada 58, Vers 8. sitzen außerhalb des Sockels; ihre Mantras werden mit den jeweiligen Namen gebildet. Goptri, Pingalaksha, Virasena, Shambhava,

Kriyapada 58, Vers 9. Trinetra, Shulabhrit, Daksha und als achter Bhimarupa sind Shastris acht Gestalten, verbunden mit Erde und den übrigen Elementen.

Kriyapada 58, Vers 10. Ihre Mantras bestehen aus ihren eigenen Namen mit Tara am Anfang und Huldigung am Ende. Arya, Shastri, Guhasanna, Senanin, Bhutavallabha,

Kriyapada 58, Vers 11. Rudraja, Rudravan, Kamin, Varada, Lokapujita, Nilashva, Shvetamatanga, Shyama, Pitanulepana,

Kriyapada 58, Vers 12. Raktamaladhara, Shura, Mayin, Matriganapriya, Kalavasa, Ganadhyaksha, Khadgahasta, Dhanurdhara,

Kriyapada 58, Vers 13. Sahajaya, Janavesha, Sadhu, Samsararakshaka, Madhuman und Shambara: Mit diesen achtundzwanzig Namen

Kriyapada 58, Vers 14. werden die Mantras Bhutanathas gebildet, Tara vorangestellt und Huldigung am Ende. Bei Japa und Verehrung enden sie mit der Huldigung, beim Feueropfer mit Svaha. [Vers 12 verzeichnet eine Unsicherheit an der Worttrennung vor Shura; die Namen werden nicht nach einer anderen Liste vereinheitlicht.]

Kriyapada 58, Vers 15. Beim Bali des großen Festes ordne man mit diesen achtundzwanzig Namen die Heerführer der Wesen außen an.

Kriyapada 58, Vers 16. „Bhutanatha“ im Dativ, verbunden mit „wir erkennen“, ebenso „Sohn Bhavas“, danach „wir meditieren“ und „uns“

Kriyapada 58, Vers 17, erster Halbvers. sowie „Shastri möge antreiben“: Das ist die Gayatri mit Tara am Anfang.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Ermittlung der Mantras.

Kriyapada 58, Vers 17, zweiter Halbvers. Shastris Bild lasse man im kleinen Zehn-Tala-Maß anfertigen,

Kriyapada 58, Vers 18. mit den beschriebenen Proportionen, freundlichem Gesicht und vier Armen. Auf dem Lotus des mächtigen Löwenthrons sitzt er bequem, das linke Bein angezogen,

Kriyapada 58, Vers 19. während der rechte Fuß herabhängt und auf einem Lotus ruht. In seinen vier Händen trägt er Pfeil, Messer, Bogen und Schwert.

Kriyapada 58, Vers 20. Seine Glieder sind schön in frischer Jugend; er hat dunkles, gelocktes Haar, große, längliche Lotusaugen und ein vollmondgleiches Gesicht. [Das überlieferte letzte Wort „sadṛśājanam“ ist sprachlich auffällig; „Gesicht“ ist aus dem Beschreibungskontext erschlossen.]

Kriyapada 58, Vers 21. Seine Krone glänzt von Edelsteinnetzen, seine Juwelenohrringe sind schön poliert. Reizvolle Ketten schmücken seinen Körper; ein Bauchband ist angelegt.

Kriyapada 58, Vers 22. Edelsteinringe, Armbänder und schöne Oberarmreifen zieren ihn. Ein rotes Gewand leuchtet unter dem Hüftband; er trägt schöne Fußspangen.

Kriyapada 58, Vers 23. Sein Schwert ist fest umgebunden; er ist dunkel, von zarter Gestalt, rot ausgestattet, mit wohlgeformten Schultern, göttlich und anmutig.

Kriyapada 58, Vers 24. Prabha fertige man im Neun-Tala-Maß, göttlich und geschmückt, sitzend mit herabhängendem rechten Lotusfuß,

Kriyapada 58, Vers 25. einen blauen Lotus in der Hand, an Shastris linke Seite gelehnt. Satyaka fertige man im Acht-Tala-Maß, einem achtjährigen Kind gleich,

Kriyapada 58, Vers 26. an Shastris rechter Seite, von göttlicher Gestalt und geschmückt. Nachdem die Bilder so fertiggestellt sind, lasse man die Einsetzung vollziehen.

Kriyapada 58, Vers 27. In der Halle für das vorbereitende Verweilen mit sechzehn Säulen wie zuvor sind Kshurikesha, Khadgesha, Dhanvesha und Shareshvara

Kriyapada 58, Vers 28. als die vier Torbögen vom Osten an zu verehren, ebenso acht Banner: das Indra-, Agni-, Yama-, Nirriti- und Varuna-Banner,

Kriyapada 58, Vers 29. das Vayu-, Kubera- und Ishana-Banner, jeweils mit dem Waffenzeichen. Alle verehre man mit Arghya und den übrigen Gaben, mit ihren eigenen Namen und abschließender Huldigung.

Kriyapada 58, Vers 30. Virabahu, Mahavirya, Vidyujjihva, Vilasin, Tikshna, Tikshnanetra, Kakaksha und Bhavodbhava

Kriyapada 58, Vers 31. verehre man der Reihe nach paarweise in den Krügen an den Toren. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen verehre man Krug und Waffe.

Kriyapada 58, Vers 32. Im Krug ist Bhutanatha auf einem Pferd, die Waffe reitet auf einem Elefanten. Diese Messerwaffe hat Frauengestalt, rote Ausstattung und drei Augen,

Kriyapada 58, Vers 33. trägt ein gebundenes kurzes Gewand und braunes, flammend aufgerichtetes Haar. Nach ihrer Verehrung und Umtragung vollziehe man in den Feuern der neun Gruben

Kriyapada 58, Vers 34. Herbeirufung und Opfer mit Shastris Wurzel-, Glieder- und Gestaltmantras. Dann folgen wie zuvor Reinigung der Gestalt und Öffnung der Augen,

Kriyapada 58, Vers 35. Verweilen im Wasser, Umtragung durch das Dorf, Bad und Lagerung auf der Plattform, nach dem für Shiva gelehrten Verfahren.

Kriyapada 58, Vers 36. Danach verehre man Hauptkrug, Waffe, Schlafkrug und die acht Gestaltkrüge. Die schon genannten acht Gestalten Goptri und die übrigen tragen Shastris Gestalt.

Kriyapada 58, Vers 37. Wie früher setze man die Mantras der drei Wirklichkeitsebenen und ihrer Herren jeweils der Reihe nach ein. Goptri und die übrigen sind mit Erde und den weiteren Elementen verbunden. Lehrer und Gestalthüter

Kriyapada 58, Vers 38. opfern damit wie zuvor, bringen die Gestalt hervor und verehren sie. In das Bild setze man die Erkenntniskraft, in den Sockel die Handlungskraft,

Kriyapada 58, Vers 39. ebenso Dharika und die übrigen, und verehre sie vorschriftsgemäß. Am Morgen bade der Lehrer gemeinsam mit den Gestalthütern.

Kriyapada 58, Vers 40. Nach den täglichen Handlungen trete er zur gewählten Zeit in die innere Tempelkammer ein und setze wie zuvor den Schildkrötenstein im menschlichen Feld ein.

Kriyapada 58, Vers 41. Er lege die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem ein, darüber den Sockel, und setze das Bild darauf. Aus dem Krug übertrage er den Wurzelmantra in dessen Herz,

Kriyapada 58, Vers 42. dazu die Gestalt und ihren Mantrakörper, und wasche es dann. Das aus der Grundlage aufgestiegene Licht, das im Herzlotus ruht, führe er durch die Sushumna

Kriyapada 58, Vers 43. nach oben, von Bindu in den Raum, verbunden mit dessen Lotus und Mond. Er sehe es in die Blumenschale der Hände übergehen, von Nada und Bindu erfüllt,

Kriyapada 58, Vers 44. und setze es unter Aussprache des Mantras mit gedehntem Ende in den Herzlotus des Bildes ein. Nach Festigung und den übrigen Handlungen mit den Gliedermantras übergieße man es mit dem Wasser aus Schlaf- und Gestaltkrügen.

Kriyapada 58, Vers 45. Mit den eigenen Wurzel- und Gliedermantras vergegenwärtige man die sechs Wege. Wurzelmantra, Gliedermantras und seine Gayatri bilden den Mantraweg.

Kriyapada 58, Vers 46. Aus ihren Wörtern bilde man den Wortweg. Die übrigen Wege vergegenwärtige man wie früher und verehre ihn danach. Und zwar so:

Kriyapada 58, Vers 47. Man bade, versehe sich mit der vollständigen Mantragestalt und verehre Vighna und das Tor. Zu beiden Seiten verehre man die beiden Torhüter mit Messer und Schwert,

Kriyapada 58, Vers 48. Yaksha und Vidyadhara sowie oben die Glücksgestalt des Tores. Nach dem Aussenden der Waffe trete man ein und lege sie an der Schwelle nieder.

Kriyapada 58, Vers 49. Man verehre Vastu-Brahma und die Sitze und mit Wurzel- und Gliedermantras das Arghya. Duft, Blumen, Kusha-Gras, Milch, Sesam, Siddhartha-Senf und ungebrochene Reiskörner

Kriyapada 58, Vers 50. bilden Bhutanathas Arghya. Wasser mit Sesam, Blumen, ungebrochenen Reiskörnern, Sandel und Kurkuma bildet das Fußwasser. Lotus, Sandel,

Kriyapada 58, Vers 51. Gewürznelke und Wasser bilden das Wasser zum Reinigungsschluck. Alles reiche man mit dem Herzmantra dar. Nach den fünf Reinigungen bringe man außen die Waffenmauer in Bewegung. [Die genaue Handlung des überlieferten „cālayet“ bleibt offen.]

Kriyapada 58, Vers 52. Mit Stirnzeichen und Blumen im Haarschopf verehre man den aus Erde bestehenden Shakti-Sockel: „Dem mächtigen Löwenthron, der aus allen Shaktis besteht,

Kriyapada 58, Vers 53. Huldigung!“ Danach seine löwengestaltigen Füße Dharma und die übrigen, den Lotus aus Tamas, Sattva und Rajas und die acht Shaktis an den Blattspitzen.

Kriyapada 58, Vers 54. Man verehre Goptri, Pingalakshi, Virasena, Shambhavi, Trinetra, Shulini, Daksha und Bhimarupa,

Kriyapada 58, Vers 55. als neunte Prabha auf der linken Seite und Satyaka rechts. Dann vergegenwärtige man Gestalt und Mantrakörper und rufe den Herrn herbei,

Kriyapada 58, Vers 56. wie zuvor als reines, aus Bewusstsein bestehendes Licht, das aus der Grundlage emporsteigt. Nach Herbeirufung, Festigung und den weiteren Handlungen verehre man ihn bis zur Speisegabe.

Kriyapada 58, Vers 57. Auf den Staubfäden verehre man nochmals seine Glieder, auf den Blattspitzen die acht Shaktis, außerhalb des Sockels Vighna und die übrigen; danach setze man die Gefolgsfiguren ein.

Kriyapada 58, Vers 58. Außen stelle man die beiden mit Messer und Schwert auf, die Welthüter in ihren eigenen Richtungen, das Pferd in der Vorhalle.

Kriyapada 58, Vers 59. Vira, Vighna, die sieben Mütter und Soma setze man in ihren jeweiligen Richtungen ein. Nach der Errichtung des Bali-Sockels opfere man mit den Namen der Welthüter.

Kriyapada 58, Vers 60. Auch am zweiten Tag opfere man der Reihe nach mit den früher genannten Brennhölzern, Ghee und den übrigen Stoffen, mit Wurzel- und Gliedermantras, Gayatri und den Namen der acht Gestalten und Shaktis.

Kriyapada 58, Vers 61. Mit Brennhölzern und den weiteren Stoffen opfere man achtundzwanzigmal. Am dritten Tag mit den Waffenmantras hundertachtmal,

Kriyapada 58, Vers 62. dann mit Jaya und den übrigen sowie den Sühneformeln. Am vierten Tag vereinige der Lehrer die Feuer mit sich selbst.

Kriyapada 58, Vers 63. Im Nordosten setze und verehre er Ghoshavat, den Träger der abgenommenen Gaben. Mit einundachtzig Krügen bade man den Herrn nach dem beschriebenen Verfahren.

Kriyapada 58, Vers 64. Nach der Übergabe der Ehrengaben wie zuvor, der nächtlichen Bali-Gabe für die Wesen und der Bereitstellung der Mittel für die tägliche Verehrung und die weiteren Handlungen

Kriyapada 58, Vers 65, erster Halbvers. erlangt der Auftraggeber nach der Verheißung die gewünschten sichtbaren und unsichtbaren Früchte.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Bhutanathas Einsetzung.

Kriyapada 58, Vers 65, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest sind die beiden Torhüter die Träger von Messer und Schwert.

Kriyapada 58, Vers 66. Ihnen, den Welthütern und dem Pferd als Reittier streue man Bali aus. Dabei nenne man den Angehörigen Shastris und dann dessen Gefolge,

Kriyapada 58, Vers 67 mit Prosa. beginnend mit dem Namen des Welthüters und endend mit der Huldigung, und gebe ehrfürchtig Bali. „Om, Huldigung Shastris Reittier! Om, Huldigung dem Pferd!“ So streue man für das Pferd Bali aus. Danach für Vira, Vighnesha, die Mütter, Soma und Ghoshavat.

Kriyapada 58, Vers 68. Am Torturmeingang gebe man die Gabe für Tikshna und Tikshnanetra. Vor dem Bali-Sockel stehend rufe man die Scharen mit dieser Formel an:

Kriyapada 58, Vers 69 mit vorangestelltem Om. „Om. Die Scharen Shambas und der übrigen, um Abermillionen vermehrt: Mögen sie alle mit freudigem Sinn diese Bali-Gabe entgegennehmen!“

Kriyapada 58, Vers 70. Dann die Gestalten Goptri und die übrigen, vom Osten an in den acht Richtungen: Goptri, Pingalaksha, Virasena, Shambhava,

Kriyapada 58, Vers 71. Trinetra, Shulabhrit, Daksha und als achter Bhimarupa. Ihnen gebe man Bali. In den acht Richtungen am Bali-Sockel stehen

Kriyapada 58, Vers 72. Virabahu, Mahavirya, Vidyujjihva, Vilasavat, Sutikshna, Tikshnadamshtra, Taraksha und Bhavodbhava.

Kriyapada 58, Vers 73. Bhutesha steht am Kumuda-Teil. Diesen gebe man Bali. Bhutanathasena befindet sich auf dem Sockel in der Lotusmitte.

Kriyapada 58, Vers 74. Ihm gebe man Bali mit seinem Namen, Tara vorangestellt und Huldigung am Ende. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; beim großen Fest gilt sie entsprechend.

Kriyapada 58, Vers 75. Die Besonderheit wird erklärt: Auf das Banner male man ein Pferd und verehre es. Auch die Scharen rufe man mit Mantras herbei, die Shastris Namen enthalten.

Kriyapada 58, Vers 76 mit Prosa. Nach der Bali-Gabe für die Welthüter streue man für alle Bali aus mit dem Beginn: „Om, die Wesen des erhabenen Shastri, die vorne sitzen …“ Ebenso stehen in der dritten Umfassung achtundzwanzig Gestalten,

Kriyapada 58, Vers 77. Shastris Heerführer; ihnen streue man Bali aus. Arya, Shastri, Guhasanna und Senanin stehen im Osten.

Kriyapada 58, Vers 78. Bhutavallabha, Rudratejas und Rupavat, diese drei, stehen im Südosten. Kamin, Varaprada,

Kriyapada 58, Vers 79. Lokarcita und Nila, diese vier, stehen im Süden. Shvetamatangavat, Shyamin und Pitalepa im Südwesten.

Kriyapada 58, Vers 80. Raktamaladhara, Shura, Mayin und Matriganapriya im Westen. Im Nordwesten Kalavasa, Ganagrani

Kriyapada 58, Vers 81. und Khadgahasta, diese drei. Im Norden stehen Dhanurdhara, Sahajaya, Janavesha und Sadhu.

Kriyapada 58, Vers 82. Samsararakshaka, Madhuman und Shambara, diese drei Führer der Wesensheere, stehen im Nordosten. [Bei Shambara verzeichnet die Quelle eine Variante. Die Namensabweichungen gegenüber Vers 10–13 bleiben erhalten.]

Kriyapada 58, Vers 83 mit Einleitung und Fortsetzung. Nachdem man ihnen Bali ausgestreut hat, gebe man außerhalb davon in den acht Richtungen die Gabe mit „Om. Die Scharen im Osten, Donnerkeile in den Händen, von großer Kraft …“ und den folgenden Mantras der Reihe nach wie zuvor. Man erlangt die früher verheißene Frucht.

Kriyapada 58, Vers 84½. So ist dieses Tantra Bhutanathas erklärt, wie es auch im Bimba und im Devodbhava gelehrt wird. Nach Einsicht in all dies sollen Menschen von klarem Verständnis die Handlungen von der Einsetzung bis zum Fest entsprechend den Shiva-Riten erschließen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das achtundfünfzigste Kapitel über Shastris Tantra.

Besinnung zu Kapitel 58

Der schützende Herr der Wesen wird nicht allein durch Waffen beschrieben. Seine Vergegenwärtigung geht vom Bewusstseinslicht im Inneren aus. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies zum Nachdenken darüber einladen, wie Schutz, Klarheit und ein freundlicher Sinn zusammenwirken. Die sorgfältige Sorge für den Ort und die Menschen der Verehrung gehört ebenso zum Kapitel wie seine eindrucksvollen Bilder.


Kriyapada, Kapitel 59: Die sieben Muttergöttinnen

Die sieben Matrikas werden als weibliche Gestalten göttlicher Kräfte verehrt. Dieses Kapitel beschreibt ihre Bilder, Mantras, Einsetzung und gemeinschaftlichen Feste. Neben innerer Vergegenwärtigung und Speisung der Teilnehmenden enthält es historische Opferhandlungen. Diese werden als Quelleninhalt wiedergegeben; sie sind keine heutigen Praxisempfehlungen.

Kapitelanfang. Nun das neunundfünfzigste Kapitel.

Kriyapada 59, Vers 1. Nun wird die Einsetzung der Mütter und das Weitere nach der reinen Richtung niedergeschrieben, wie es im Svacchanda und den weiteren Schriften sowie in den Mutter-Tantras gelehrt wird.

Kriyapada 59, Vers 2. Brahmi, Maheshvari, Kaumari, Vaishnavi, Varahi, Indrani und als siebte Camundi werden überliefert.

Kriyapada 59, Vers 3. Östlich und westlich von ihnen sitzen Virabhadra und der Herr der Hindernisse. Die Laute von Ya bis Ha, verbunden mit dem Shakari-Vokal,

Kriyapada 59, Vers 4. tragen Bindu und bilden acht Keimlaute; der Endlaut von Kha gehört Lambodara. Tara, Keimlaut, Huldigung und dann „Erhabene“

Kriyapada 59, Vers 5. sowie der eigene Name in der Anrede stehen am Anfang der Mutter-Mantras. Daran anschließend werden die Mantras hier einzeln der Reihe nach niedergeschrieben. [Die Buchstaben- und Vokalchiffren bleiben unaufgelöst.]

Unnummerierte Mantras nach Vers 5. Brahmanis Mantra: „Du Trägerin von Rig-, Yajur-, Sama- und Atharva-Veda, Wassergefäß und Grasbüschel: immer wieder Huldigung!“ Maheshvaris Mantra: „Göttin, Beilträgerin, Weißgestaltige, Maheshvari: immer wieder Huldigung!“ Kaumaris Mantra: „Speerträgerin, Pfauenreiterin, mit dem Hahn als Bannerzeichen, Safranfarbene, Kaumari: immer wieder Huldigung!“ Vaishnavis Mantra: „Trägerin von Muschel und Diskus, Garuda-Reiterin, Vaishnavi: immer wieder Huldigung!“ Varahis Mantra: „Trägerin von Pflug und Keule, mit Hauern, mit dem Gesicht einer Sau, Löwenreiterin, Varahi: immer wieder Huldigung!“ Indranis Mantra: „Donnerkeilträgerin, Elefantenreiterin, Dunkelfarbige: immer wieder Huldigung!“ Camundis Mantra: „Schädelträgerin, von der Farbe dunklen Wassers, auf einem Toten reitend, den Hum-Laut Hervorbringende: immer wieder Huldigung!“ [Die Quelle verzeichnet bei Varahis Anrede eine grammatische Unsicherheit.]

Kriyapada 59, Vers 6. Für Virabhadra kommen Tara und der eigene Keimlaut, „Lakulishvara“ und „Purusha“ im Dativ, „dem Träger von Flügel, Schnur und Feuer“,

Kriyapada 59, Vers 7. die drei Wendungen „dem Beständigen“, „dem Herrn“, „dem, dessen Gestalt Yoga ist“, „dem Alldurchdringenden“ und danach „Virabhadra“

Kriyapada 59, Vers 8. im Dativ, verbunden mit der Huldigung. Dies wird als Virabhadras Mantra überliefert. Für den folgenden stehen Tara und der eigene Keimlaut am Anfang, dann „Vighneshvara“,

Kriyapada 59, Vers 9. „Ganadhipati“, „Hastivaktra“ und „Ganapati“, alle im Dativ, mit abschließender Huldigung: Dies ist der Mantra.

Abschnittsbezeichnung. Ganapatis Wurzelmantra.

Kriyapada 59, Vers 10. Diese Mantras sind für die Einsetzung mehrerer Bilder der Reihe nach angegeben. Bei nur einem Bild kommen Tara und Nada mit dem sechsten Vokal,

Kriyapada 59, Vers 11 mit Prosa. Bindu und Nada bilden den Keimlaut; darauf „Huldigung, Erhabene!“ – „Dreiäugige, Kali, Dunkelfarbige, Achtarmige, Trägerin von Dreizack und Schädel, auf einem Toten Reitende, deren Mund mit Blut und Fett gefüllt ist, Camundi: immer wieder Huldigung!“ Die jeweiligen eigenen Keimlaute, der Reihe nach mit langen Vokalen verbunden,

Kriyapada 59, Vers 12. bilden in allen Mantras die sechs Glieder bis zur Waffe. Schwan, Stier, Pfau, Garuda, Löwe, Elefant

Kriyapada 59, Vers 13. und ein Toter sind die Reittiere der sieben Mütter; Stier und Maus die von Vira und Vighna. Sie bilden zugleich die neun Bannerzeichen von Brahmi und den übrigen.

Kriyapada 59, Vers 14. Grasbüschel, Dreizack, Speer, Diskus, Pflug, Donnerkeil, Schädel, Gebetskette und Haken sind ihre neun Waffen beziehungsweise Attribute.

Kriyapada 59, Vers 15. „Derjenigen mit [Name des Reittiers] als Bannerzeichen – wir erkennen“; dann den Namen der Waffe mit „in der Hand – wir meditieren“; darauf „uns möge [eigener Name] antreiben“:

Kriyapada 59, Vers 16. So werden der Reihe nach die Gayatris Brahmis und der übrigen gebildet. Tara, Keimlaut, Lakuli, „dem Herrn“ und „wir erkennen“,

Kriyapada 59, Vers 17. „dem Gebetsketten-Träger“, „wir meditieren“, „uns“, „Virabhadra“, Pra und „möge antreiben“ werden verbunden.

Abschnittsbezeichnung. Virabhadras Gayatri.

Kriyapada 59, Vers 18. Tara, Keimlaut, „Ekadanta“ im Dativ, „wir erkennen“, „Hastivaktra“ im Dativ, „wir meditieren“, „uns“,

Kriyapada 59, Vers 19, erster Halbvers. danach „Ganapati“ und am Ende „möge antreiben“ sind vorgeschrieben.

Abschnittsbezeichnungen. Vighneshvaras Gayatri. Ermittlung der Mantras.

Kriyapada 59, Vers 19, zweiter Halbvers. Gestalt, Arme, Gesichter, Augen und Waffen entsprechen jeweils der zugehörigen Gottheit.

Kriyapada 59, Vers 20. So werden die Bilder der sechs Mütter als weibliche Gestalten mit entsprechender Ausstattung überliefert. In der Gruppe ist Camunda schwarz und vierarmig,

Kriyapada 59, Vers 21. mit einer Schlange um die hohen Brüste und drei runden, braunen Augen. Links trägt sie Schädel und Schlinge, rechts Dreizack und Schwert,

Kriyapada 59, Vers 22. oder die Damaru-Trommel. Ihr braunes Haar flammt; Schlangen bilden Ohrringe, Oberarmreifen, Armbänder und Bauchband,

Kriyapada 59, Vers 23. verschiedene Schlangen ihre Ketten, ihren Halsschmuck, Hüftgürtel und Fußschmuck. Ihr Gesicht glänzt von Hauern; Kränze, Duftstoffe und Gewand sind rot.

Kriyapada 59, Vers 24. Ihre Gestalt ist zugleich wild und freundlich. Für ein Einzelbild wird sie so beschrieben: schrecklich, einer dunklen Wolke gleich, mit drei runden, braunen Augen,

Kriyapada 59, Vers 25. braunem, aufgerichtetem Haar wie lodernde Feuerflammen, einem von Hauern gewaltigen Gesicht und hohen, vollen, runden Brüsten.

Kriyapada 59, Vers 26. Sie trägt ein rotes Obergewand und eine schwarze Schlange als Brustband; ihre Taille ist schmal, ihre Glieder sind kräftig. Die göttliche Gestalt ist mit vielen Schlangen geschmückt.

Kriyapada 59, Vers 27. Links trägt sie einen Schlangenohrring, am anderen Ohr ein totes Kind als Schmuck. Eine Kette aus Köpfen verschiedener Krieger und ein Netz von Glöckchen machen ihre Erscheinung furchterregend.

Kriyapada 59, Vers 28. In den linken Händen trägt sie Schädel, Schild, Glocke und Schlangenschlinge; in den rechten Dreizack, Schwert, Vetala und eine tönende Damaru-Trommel.

Kriyapada 59, Vers 29. Sie ist achtarmig und schrecklich; mit dem rechten Fuß betritt sie den aus einem Toten bestehenden Thron und sitzt mit angezogenem Bein,

Kriyapada 59, Vers 30. während ihr herabhängender linker Fuß Daruka niedertritt. Wesen, Totengeister, Pishacas, Shakini- und Dakini-Scharen

Kriyapada 59, Vers 31. sowie Yoginis umgeben sie. Ihre Gestalt ist heldenhaft, wild und gewaltig. So soll Camundis Bild aus Stein oder anderem gefertigt werden.

Kriyapada 59, Vers 32. Virabhadras Gestalt soll Dakshinamurti gleichen. Ganeshas Bild soll die früher beschriebenen Merkmale besitzen.

Kriyapada 59, Vers 33. Der Tempel der Mütter soll querrechteckig sein, mit Tor nach Osten oder Norden. Dasselbe gilt auch für ein Einzelbild.

Kriyapada 59, Vers 34. Nach Fertigstellung von Heiligtum und Bild lasse man die Einsetzung vollziehen. Man errichte die beschriebene Halle für das vorbereitende Verweilen mit sechzehn Säulen,

Kriyapada 59, Vers 35. schmücke sie mit Baldachin und anderem und stelle die Torbögen auf. Diese heißen Pramodani, Abhaya, Shanti und Shubhada.

Kriyapada 59, Vers 36. Ihre Gottheiten sind der Reihe nach Kumbhi, Nikumbhi, Vajrabhishana und Mangini. An ihren Füßen stehen in den Torkrügen

Kriyapada 59, Vers 37. Dutika, Palina, Dandini, Bhavahastaka, Pashini, Varuni, Shankhini und Padmini.

Kriyapada 59, Vers 38. Die Banner tragen Schwan, Stier, Pfau, Tarkshya, Löwe, Geier, Pishaca, Stier und Maus als Zeichen

Kriyapada 59, Vers 39. bei mehreren Bildern; beim Einzelbild trägt das Banner einen Pishaca. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen verehre man Krug und Waffe. [Der Geier in Vers 38 weicht von der Elefantenzuordnung in Vers 12 ab; beide Lesungen bleiben erhalten.]

Kriyapada 59, Vers 40. Im Krug verehre man Camunda auf einem Pishaca, in der Vardhani die Waffe auf einem Löwen, schwarz und in schrecklicher Frauengestalt.

Kriyapada 59, Vers 41. Sie hat ein Dreizackzeichen auf dem Kopf und trägt Schädel und Schwert. Nach ihrer Verehrung und Umtragung verteile man wie früher das Feuer auf neun Gruben.

Kriyapada 59, Vers 42. In der mittleren verehre man Camunda, Brahmani und die übrigen in den Gruben vom Osten an, und opfere.

Kriyapada 59, Vers 43. Mit ihren jeweiligen Mantras opfere man der Reihe nach Brennhölzer, Ghee, gekochte Opfergaben, Sesam, Senf, Shali-Reis, Siddhartha-Senf und Mehl aus geröstetem Getreide. [Die Wortfügung bei Shali ist in der gelieferten Lesung auffällig.]

Kriyapada 59, Vers 44. Die Brennhölzer für Brahmi und die übrigen stammen von Palasha, Plaksha, Udumbara, Bilva, Karanja und Indra-Baum,

Kriyapada 59, Vers 45. rotem und weißem Vata sowie Pippala, der Reihe nach neun. Wo die jeweiligen Hölzer fehlen, soll Palasha-Holz verwendet werden.

Kriyapada 59, Vers 46. Mit den jeweiligen Mantras opfere man von den Brennhölzern und Ghee jeweils hundertmal. Danach vollziehe man die Reinigung der Gestalt und die Öffnung der Augen.

Kriyapada 59, Vers 47. Dann lasse man das Verweilen im Wasser und die Umtragung durch das Dorf vollziehen. Die Plattform bereite man wie zuvor mit unenthülstem und enthülstem Reis.

Kriyapada 59, Vers 48. Von der Mitte bis zum Nordosten richte man einzelne Lager ein. Für ein Einzelbild steht ein fünfteiliges Lager in der Mitte der Plattform.

Kriyapada 59, Vers 49. Camundi lege man in der Mitte nieder, Brahmi und die übrigen vom Osten an der Reihe nach. Für jedes Bild stelle man einen eigenen Krug im Norden auf. [Die Quelle verzeichnet hier eine eingeschobene alternative Wortfügung.]

Kriyapada 59, Vers 50. Darin lege man die jeweiligen Reittiere und Waffen aus Gold. Camunda und die übrigen setze man in die Krüge von der Mitte an ein,

Kriyapada 59, Vers 51. Virabhadra in den Nordkrug und Vinayaka in den Nordostkrug. Wie früher schmücke man sie mit Deckel, Grasbüschel, Tuch und anderem und verehre sie.

Kriyapada 59, Vers 52. Mit den Gayatris berühre man sie und verehre sie mit Duft und den weiteren Gaben. Dann stelle man außerhalb der Plattform in den Richtungen acht Gefolgskrüge auf.

Kriyapada 59, Vers 53. Darin rufe und verehre man die Shaktis Aindri und die übrigen der Reihe nach: Aindri, Agneyi, Yamya, Nairriti, Varuni,

Kriyapada 59, Vers 54. Vayavya, Kauberi und als achte Aishani. Sie sind vierarmig und dreiäugig, in den oberen Händen Dreizack und Schlinge,

Kriyapada 59, Vers 55. die beiden anderen Hände zur Anjali-Geste zusammengelegt; ihre Farben gleichen denen der Richtungshüter. Für die Einsetzung am Bali-Sockel stelle man einen weiteren gereinigten Krug auf.

Kriyapada 59, Vers 56. Darin vergegenwärtige man Ugrasena, dunkel, mit einem von Hauern gewaltigen Gesicht, rechts ein Schwert, links die eigene Hüfte berührend,

Kriyapada 59, Vers 57. geschmückt, zweiarmig und schrecklich; man rufe und verehre sie. Atman und die übrigen Wirklichkeitsebenen, ihre Herren, die Gestalten und deren Herren

Kriyapada 59, Vers 58. sowie Dharika und die übrigen setze man wie zuvor in die drei Bereiche von den Knien an ein. Wirklichkeitsebenen, ihre Herren, Erde und die übrigen, Sharva und die übrigen wie früher

Kriyapada 59, Vers 59. setze man der Reihe nach in die einzelnen Glieder der Bilder von Vira und Vighnesha ein. Lehrer und Gestalthüter opfern wie früher mit ihren Mantras,

Kriyapada 59, Vers 60. berühren die drei Bereiche und besprengen sie mit dem Krugwasser. Im Bild vergegenwärtige man wie zuvor die Erkenntniskraft, im Sockel die Handlungskraft.

Kriyapada 59, Vers 61. Man verehre bis zur Speisegabe und opfere in den Gruben von Indra an. [Quelllücke und unsicherer Wortrest.] Mit dem Mantra, der mit „Brahma ist geboren …“ beginnt,

Kriyapada 59, Vers 62. mit dem Tryambaka-Text, dem Kumara-Text, „Dein, Yama …“, „Dies hat Vishnu …“, „Heil uns durch Indra …“, sodann von Ishana her,

Kriyapada 59, Vers 63. mit „Dich unter den Scharen …“ opfere man Ghee, gekochte Opfergaben und die übrigen Stoffe mit dem jeweiligen Wurzelmantra. So verfährt man bei mehreren Bildern. Beim Einzelbild verfahre man wie früher. [Die stark verdichteten vedischen Textanfänge in Vers 61–63 sind stellenweise beschädigt; keine vollständigen Hymnen oder sichere Zuordnung aller Anfänge ergänzt.]

Kriyapada 59, Vers 64. Um Camundi stelle man acht Krüge auf und setze darin Bhavani, Sharvani, Ugra, Pashupata,

Kriyapada 59, Vers 65. Shankari, Shashini, Bhima und Rudrani ein und verehre sie. In der mittleren Feuergrube rufe man Camunda herbei und opfere ihr.

Kriyapada 59, Vers 66. Ebenso opfere man in den Hauptrichtungen mit Purusha, Aghora, Vama und Sadya, in den Ecken der Reihe nach mit den Gliedermantras und der Gayatri.

Kriyapada 59, Vers 67. Als Ersatz für Ziegenfleisch opfere man einen Kuchen aus Masha-Bohnen. Nach Niesen, Ausspucken oder Unterbrechung des Schweigens

Kriyapada 59, Vers 68. nehme man den Reinigungsschluck und opfere der Reihe nach Ghee mit den Vyahritis. Nach der vollständigen Opfergabe und dem Svishtakrit-Opfer streue man Bali für die Wesen aus.

Kriyapada 59, Vers 69. Man gebe Bali aus Sesamreis, Rohrzucker, Ghee, Dickmilch und rotem Reis, gemischt mit Fleischersatz.

Kriyapada 59, Vers 70. Vom Osten an stehen Kshetrapala, Pishacas, Väter, Rakshasas, Nagas, Asuras, Yakshas und Gandharvas.

Kriyapada 59, Vers 71. Oben stehen die Wesen, unten die Bewohner von Erde und Wasser. Mit ihren eigenen Namen und abschließender Huldigung streue man ihnen Bali aus.

Kriyapada 59, Vers 72. Dann speise man sieben Mädchen und einen weiteren Brahmanen mit Milchreis, Ghee und anderem, ebenso weitere Brahmanen und Träger religiöser Zeichen,

Kriyapada 59, Vers 73. Frauen, die den Müttern ergeben sind, und weitere Verehrer. Mit Tanz, Gesang und anderem halte man nachts Wache.

Kriyapada 59, Vers 74. Am Morgen bade der Lehrer mit den Gestalthütern und vollziehe Sandhya. Er verehre die Bilder oder das einzelne Bild mit einer kurzen Verehrung.

Kriyapada 59, Vers 75. In der inneren Tempelkammer, im Paishaca-Feld, setze man nach der Segensverkündigung die Sockel oder den einzelnen Sockel auf den Schildkrötenstein.

Kriyapada 59, Vers 76. In die jeweiligen Vertiefungen lege man mit den zugehörigen Keimlauten die fünf Gruppen von Edelsteinen und anderem sowie goldene Reittiere und Waffen.

Kriyapada 59, Vers 77. Zur gewählten Zeit führe man sie auf einem mit Waffenwasser gereinigten Weg, begleitet von glückverheißenden Keimlingen, Lampen, Instrumentalmusik und Gesang,

Kriyapada 59, Vers 78. unter Veda-Rezitation auf Wagen oder anderen Trägern herbei. Ghee, Durva-Gras, ungebrochene Reiskörner, Dickmilch und Blumen lege man auf ihre Köpfe.

Kriyapada 59, Vers 79. Nach der Rechtsumgehung bringe man sie in die innere Tempelkammer. Zur gewählten Zeit stelle man die Bilder der Reihe nach mit den eigenen Keimmantras auf.

Kriyapada 59, Vers 80. Brahmi und die übrigen stehen von Osten bis Westen auf einer Linie, nach Norden gewandt, mit je zwei Fingerbreiten Zwischenraum.

Kriyapada 59, Vers 81. Nördlich der beiden Seitenlinien von Brahmani und Camundi stelle man im Osten Virabhadra und im Westen den Herrn der Hindernisse auf.

Kriyapada 59, Vers 82. Virabhadra blickt nach Westen, Vinayaka nach Osten. Bei einem Einzelbild steht die Göttin in der Mitte und blickt nach Osten oder Norden.

Kriyapada 59, Vers 83. Dann wasche man die Bilder, setze die jeweiligen Keimlaute in ihre Herzlotusse ein und bade sie aus ihren eigenen Krügen.

Kriyapada 59, Vers 84. Mit den eigenen Mantras und der eigenen Gayatri setze man den Mantraweg ein, mit ihren Wörtern den Wortweg, die übrigen Wege wie früher.

Kriyapada 59, Vers 85. Der Lehrer vergegenwärtige die höchste Shakti, die aus der Kundalini seines Wurzellotus emporsteigt, von feiner Gestalt wie eine Blitzlinie.

Kriyapada 59, Vers 86. Er führe sie durch den Nadi-Weg nach oben, durch Herz und Bindu bis zum Dvadashanta, überströmt vom Nektarsaft der Mondsichel im Lotus jenes Raumes.

Kriyapada 59, Vers 87. Er vereine sie mit der dortigen Kraft reinen Bewusstseins und spreche den Keimlaut aus; sie ruht in der Umhüllung durch Hamsa und ist mit dem Laut bis zum Ende von Nada geschmückt.

Kriyapada 59, Vers 88. Sie geht in die Blumenschale der Hände über … [Quelllücke] … jenseits der Gunas, unvergleichlich, durch den Veda erkennbar und unbefleckt.

Kriyapada 59, Vers 89. Durch den Nadi-Weg führe er sie herbei und setze sie im Herzlotus der Göttin ein. Dann vollziehe er Festigung, Herstellung der Gegenwart, Zurückhalten und Umhüllung,

Kriyapada 59, Vers 90. Erwecken und Verwandlung in Unsterblichkeitsnektar mit ihrer Gayatri. Um das Heiligtum setze man die acht Gefolgsfiguren ein.

Kriyapada 59, Vers 91. Man übergieße sie aus den Krügen mit Aindri und den übrigen und ordne sie ihren Plätzen zu. Die im Krug befindliche Ugraseni übertrage man durch die Übergießung auf den Bali-Sockel,

Kriyapada 59, Vers 92 mit Übergang. setze sie in dessen Mitte fest und verehre sie dann vorschriftsgemäß. Und zwar: Nach Bad und Sandhya versehe man den Körper mit der vollständigen Mantragestalt.

Kriyapada 59, Vers 93. Nach der Verehrung Vighnarajas bereite man das allgemeine Arghya. Man besprenge die Tore mit den Pavamani-Texten und dem Waffenmantra mit Arghya-Wasser,

Kriyapada 59, Vers 94. öffne die Torflügel und verehre die Torhüter. Rakshohana und Valagahana verehre man am Osttor.

Kriyapada 59, Vers 95. Sumukha und Kaladanda, Atithi und Mudita, Sakala und Shuktikarna sind die Torhüter vom Süden an.

Kriyapada 59, Vers 96. Die Tore heißen vom Osten an Pramodani, Abhaya, Shanti und Shubhakari. Man verehre sie mit ihren eigenen Namen.

Kriyapada 59, Vers 97. Karali, Kamuka, Subhaga, Dahani, Gagana, Hladani, im Norden Vishphulingini

Kriyapada 59, Vers 98. und Virupakshi verehre man paarweise an den Toren vom Osten an. Nach dem Abschießen des rituellen Pfeils nach innen trete man ein und lege die Waffe nieder. [Die Quelle schwankt in Vers 97 zwischen einer Richtungsangabe und dem Namen Kauberi; mit letzterem ergäben sich neun statt acht Namen.]

Kriyapada 59, Vers 99. Man verehre Vastu-Brahma und die Sitze, sitze bequem und verehre das Arghya. Nach den fünf Reinigungen trägt man Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 59, Vers 100. Danach verehre man die tragende Shakti und auf dem Lotus des Totensitzes die drei Gunas, die Sonne und die weiteren Scheiben sowie deren Herren.

Kriyapada 59, Vers 101. Die Yoginis Sundari und die übrigen stehen vom Osten an auf den Lotusblattspitzen: Sundari, Shakhini, Vishakanthi, Vasundhara,

Kriyapada 59, Vers 102. Amritayogini, Ghataki, Vetali und Matrisena. Sie sind mit ihren eigenen Namen zu verehren.

Kriyapada 59, Vers 103. Dann setze man Gestalt und Mantrakörper ein und rufe wie früher die Göttin, die höchste Shakti, herbei. Mit Wurzel- und Gliedermantras vollziehe man Festigung und die weiteren Handlungen,

Kriyapada 59, Vers 104. versehe sie mit der vollständigen Mantragestalt und verehre jede einzeln mit Ghee und den übrigen Gaben bei mehreren Bildern; beim Einzelbild verehre man Camunda so. [Die Quelle verzeichnet eine abweichende Buchstabenfolge bei der Gabenbezeichnung.]

Kriyapada 59, Vers 105. Auch mit den neun zuvor genannten Mantras verehre man sie. Kurkumagelb, bunt, rot, gelb, blau, papageiengrün,

Kriyapada 59, Vers 106. tiefrot, weiß und rot sind die vorgesehenen Gewandfarben für Brahmi und die übrigen. Shrikantha, Safran, Yakshakardama, Granthi,

Kriyapada 59, Vers 107 mit Prosa. schwarzes Agarholz, Tamala, Moschus, Sandel und rotes Sandelholz sind für Brahmi und die übrigen der Reihe nach vorgesehen – nämlich als Duftstoffe.

Kriyapada 59, Vers 108. Palasha, Arka, Kumuda, Tulasi, Kadamba, Mallika, Japa, blauer Lotus und Karavira

Kriyapada 59, Vers 109. sind ihre neun bevorzugten Blumen. Weißes und schwarzes Agarholz, Honig, Ghee, Sarja-Harz, Pura,

Kriyapada 59, Vers 110. Shrikantha, Indu und Ushira sind der Reihe nach die Räucherstoffe. Milchreis, Dickmilchreis, Mungbohnenreis, Reis mit Rohrzucker,

Kriyapada 59, Vers 111. Masha-Bohnenreis, Krisara, roter Reis, reiner Reis und Fruchtreis sind die neun Speisegaben für Brahmi und die übrigen der Reihe nach. [Traditionelle Stoffnamen bleiben dort stehen, wo keine sichere heutige Zuordnung aus dem Text folgt.]

Kriyapada 59, Vers 112. Nach dieser Verehrung mit den beschriebenen Diensten bis zur Speisegabe verehre man im Nordosten Candasena mit den abgenommenen Gaben.

Kriyapada 59, Vers 113. In den Feuern oder im einzelnen Feuer opfere man die genannten Stoffe der Reihe nach mit den eigenen Wurzel- und Gliedermantras, der Gayatri und den vorgeschriebenen vedischen Mantras.

Kriyapada 59, Vers 114. Man opfere der Reihe nach mit Jaya und den übrigen sowie mit den Sühneformeln Ghee, dann die vollständige Gabe und das Svishtakrit-Opfer. Das Feuer vereinige man mit dem eigenen Herzlotus.

Kriyapada 59, Vers 115. Man entlasse die Gottheiten an den Torbögen und den übrigen Orten. Von den beschriebenen einundachtzig Krügen verwende man bei mehreren Bildern für jedes jeweils neun

Kriyapada 59, Vers 116. zum Bad, beim Einzelbild alle zusammen. Nach der Übergabe der Ehrengaben an Lehrer und die übrigen streue man nachts Bali aus.

Kriyapada 59, Vers 117. Die vorgesehenen Geschenke gebe man Brahmanen, Trägern religiöser Zeichen und anderen, besonders den Männern und Frauen, die den Müttern ergeben sind.

Kriyapada 59, Vers 118. Allen lasse man ungehindert Speise und die weiteren Gaben reichen. Für die tägliche Verehrung und die weiteren Handlungen stelle man nach Möglichkeit die Mittel bereit.

Kriyapada 59, Vers 119, erster Halbvers. Der Auftraggeber erlangt nach der Verheißung die erwünschte sichtbare und unsichtbare Frucht.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Einsetzung der Mütter.

Kriyapada 59, Vers 119, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest der Mütter oder der einzelnen Mutter verwende man ein geeignetes Gefäß.

Kriyapada 59, Vers 120. Darin sei auf einer Fläche aus Gold oder anderem morgens ein Linga aus Blumen, mittags eines aus gekochtem Reis und abends eines aus ungebrochenen Reiskörnern. [Die Wendung zur Fläche ist mit einer Variante überliefert.]

Kriyapada 59, Vers 121. Bei mehreren Bildern bilde man in dem Gefäß einen Lotus: Camunda ist auf dem Fruchtboden, Brahmi und die übrigen auf den Blättern vom Osten an.

Kriyapada 59, Vers 122. Man rufe und verehre sie mit ihren Keimlauten und lasse sie von Dienern aufnehmen, verbunden mit dem Bali-Bild und ausgestattet mit Schirm und weiterem Festschmuck,

Kriyapada 59, Vers 123. unter Muschel- und Trommelschall, geschmückt durch Frauengesang und anderes. Der Yogi streue im Inneren Bali für die Yoginis in allen acht Richtungen aus,

Kriyapada 59, Vers 124. für Sundari und die übrigen sowie Karali und die übrigen; danach für Rakshohana und die weiteren Torhüter.

Kriyapada 59, Vers 125. An den Plätzen der Welthüter gebe man für Indra und die übrigen in den acht Richtungen Bali, vorne für die Reittiere oder das einzelne Reittier.

Kriyapada 59, Vers 126. Nach der Gabe für Candasena gehe man zum Torturm, gebe Kumbhini und Nikumbhini Bali und trete hinaus.

Kriyapada 59, Vers 127. Vor dem Bali-Sockel rufe man die Scharen mit diesem Mantra an: „Die ihr als Gefolge der Mütter die ganze Welt durchdringt,

Kriyapada 59, Vers 128. Yoginis, Shakinis, Totengeister, Kataputanas, Dakinis, Pishacas, Vetalas und Pramathas,

Kriyapada 59, Vers 129. ihr weiblichen und männlichen Wesen, die in der Unterwelt, auf der Erde und im Luftraum wohnen: Mögt ihr mit freudigem Sinn diese Bali-Gabe entgegennehmen!“ So lautet die Formel.

Kriyapada 59, Vers 130. Dann streue man den genannten Scharen in den acht Richtungen Bali aus: den Yoginis im Osten, den Shakinis im Südosten,

Kriyapada 59, Vers 131. den Totengeistern im Süden, den Putanas im Südwesten, den Dakinis im Westen, den Pishacas im Nordwesten,

Kriyapada 59, Vers 132. den Vetalas im Norden und den Wesen im Nordosten. Nach dem Ausstreuen gehe man zum Bali-Sockel.

Kriyapada 59, Vers 133. Man vergegenwärtige Ugrasena samt ihren Scharen, verehre sie mit ihrem eigenen Namen und gebe ihr auf dem Sockel den gesamten übrigen Reis als Bali.

Kriyapada 59, Vers 134. Nach der Umgehung wie früher trete man gesammelt ein, verehre die im Linga gegenwärtige Göttin und übertrage die Mantras oder den einzelnen Mantra,

Kriyapada 59, unnummerierte Fortsetzung nach Vers 134. die Mütter oder die einzelne Mutter in das jeweilige ursprüngliche Bild.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über das tägliche Fest.

Kriyapada 59, Vers 135. Nun wird die große Befriedung erklärt, die dem Land und dem König Wohl bringen soll.

Kriyapada 59, Vers 136. Zur Befriedung von Krankheiten, Bedrängnissen, Seuchen und unheilvollen Erscheinungen wird sie in Magha, Phalguna, Caitra, Vaishakha, Jyeshtha,

Kriyapada 59, Vers 137. Ashadha, Shravana, Proshthapada, Ashvayuja, Karttika, Margashirsha und Pushya vorgeschrieben.

Kriyapada 59, Vers 138. In der dunklen oder hellen Monatshälfte, unter einem für das Reich und die übrigen Betroffenen günstigen Mondhaus, soll der Zeitraum von sieben Tagen vom zweiten bis zum achten Mondtag reichen.

Kriyapada 59, Vers 139. Die große Befriedung wird so angesetzt, dass sie an einem Dienstag oder Sonntag endet. Die Namen dieser Tage richten sich nach Brahmi und den übrigen Müttern.

Kriyapada 59, Vers 140. Die Befriedung wird als vorzüglich und in den weiteren Abstufungen nach einer verdichteten Tageszählung bezeichnet: drei–zwei–eins–siebzig. In einer Stadt, einem Reich, einem Dorf, Wald oder Gebirge,

Kriyapada 59, Vers 141. wo die Mütter gegenwärtig sind, lasse man die Befriedung vollziehen. Nach Festlegung der vorzüglichen oder einer anderen Form vollziehe man wie zuvor die Aussaat der Keimlinge. [Die gedrängte Zeitangabe „tridvyekasaptatidinaiḥ“ ist unsicher; Devanagari bestätigt dieselbe Lesung. Die genaue Staffelung bleibt unaufgelöst; keine Angleichung an die vorherigen sieben Tage.]

Kriyapada 59, Vers 142. Man hisse das Banner. Auf dessen Tuch male man eine Pishaci mit aufgerichtetem Haar, hervorquellenden Augen und einem fleischlosen Knochenkörper,

Kriyapada 59, Vers 143. langer Nase, herabhängenden Lippen, zwei Armen und langem Hals, Schädel und Vetala tragend, mit entstelltem Gesicht,

Kriyapada 59, Vers 144. nicht langem Bauch, Händen und Füßen, Brüsten wie Kuhhörnern, mit einer umgebundenen Glöckchenkette und vielen Schlangen als Schmuck.

Kriyapada 59, Vers 145. So verfahre man bei einem Einzelbild. Bei mehreren Bildern male man die acht anderen Reittiere um die Pishaci herum.

Kriyapada 59, Vers 146. Vor dem Tempel, vor der Versammlungshalle oder auf einem Platz in der Dorfmitte errichte man eine geeignete Mudra-Halle von zehn Ellen Maß.

Kriyapada 59, Vers 147. In ihrer Mitte stehe ein viereckiger Sockel wie ein Bali-Sockel. In den Richtungen und an den Kreuzungspunkten des Dorfes oder der Stadt

Kriyapada 59, Vers 148. richte man sorgfältig bestrichene Mandalas für Bali ein. Dann vollziehe man unter Instrumentenschall, Gesang, Tanz und glückverheißenden Darbietungen

Kriyapada 59, Vers 149. die Bali-Gabe in den Richtungen, begleitet von der Prozession der Dreizackwaffe. Shali-Reis mit Dickmilch und Ghee, versehen mit Fleischersatz,

Kriyapada 59, Vers 150. roten Duftstoffen und Blumen gebe man mit den jeweiligen Mantras als Bali: in der Mitte für Brahma, in den Richtungen für die Welthüter wie früher.

Kriyapada 59, Vers 151. Vor allen Tempeln, an Dorftoren und Versammlungshallen, auf Plätzen, an Heiligtümern und an den Häusern des Königs und der führenden Personen,

Kriyapada 59, Vers 152. in Rinder-, Elefanten- und Pferdeställen, an bedeutenden Bäumen und Flüssen, Brunnen, Gärten und Teichen, im Wald und auf Verbrennungsstätten,

Kriyapada 59, Vers 153. an Schatzorten und anderen Orten besprenge man den Boden und streue Bali aus. Dies geschehe zu den drei Tagesübergängen. Unmittelbar nach der Bali-Gabe

Kriyapada 59, Vers 154. trete man in die Halle ein, lege die Waffe wie zuvor auf den Sockel und verehre sie dort. Dann veranstalte man die Prozession der Göttin

Kriyapada 59, Vers 155. auf einem von Menschen getragenen Gefährt, mit Musik, Gesang, Tanz und glückverheißenden Darbietungen, Muschel- und Trommelschall, Baldachinen, Schirmen und Yakschweifwedeln,

Kriyapada 59, Vers 156. geschmückt durch schön gestaltete, geschmückte Kurtisanen, durch wohlgebadete, tüchtige und tapfere Krieger mit Schmuck und Schwertern,

Kriyapada 59, Vers 157. von anderen Menschen begleitet und unter dem Jubel der Menge. Jede Nacht zerteile und opfere man Tiere aus Teig.

Kriyapada 59, Vers 158. Morgens und abends soll ein Parashava, kundig im Mudra-Tanz, in jener Halle vor der Waffe tanzen, begleitet von lieblicher Musik. [Parashava ist hier eine historische soziale Bezeichnung; keine heutige Zuschreibung.]

Kriyapada 59, Vers 159. Wie beim Einholen des Banners im großen Shiva-Fest vorgeschrieben, gebe man jede Nacht um Mitternacht schweigend Bali.

Kriyapada 59, Vers 160. In der Nacht des sechsten Tages binde man dem großen Opfertier das Schutzband um. Für einen Brahmanen ist es eine Antilope, für einen König ein Elefant,

Kriyapada 59, Vers 161. für einen Vaishya ein Büffel, für einen anderen auch eine Ziege. Sind die jeweiligen Tiere nicht verfügbar, kann für alle ein Büffel als Opfertier dienen.

Kriyapada 59, Vers 162. Am Nachmittag des siebten Tages schlachte man als Nebenopfertier eine Ziege. Danach schmücke man das am Opferpfosten gebundene große Opfertier und töte es.

Kriyapada 59, Vers 163. Sein Blut bringe man den Müttern oder der einzelnen Mutter dar. Mit Reis, der mit seinem Blut und Fleisch vermischt ist, gebe man Bali in den Richtungen. [Diese Verse beschreiben einen historischen Tieropferritus; die zuvor genannten Ersatzgaben werden hier nicht stillschweigend an seine Stelle gesetzt.]

Kriyapada 59, Vers 164. Am achten Tag vollende man wie früher die Prozession zum heiligen Bad, mit dem vorangehenden Pulverfest nach der Shiva-Festordnung.

Kriyapada 59, Vers 165. Nach Entlassung der Scharen wie früher hole man das Banner herab, bade mit einundachtzig Krügen und verehre die Gottheit.

Kriyapada 59, Vers 166. Nach Übergabe der Ehrengaben und Geschenke genießt der Auftraggeber die verheißene Frucht. Ebenso soll man dienstagabends nach dem beschriebenen Verfahren

Kriyapada 59, Vers 167. eine Bali-Prozession vollziehen, um alle gewünschten Ziele zu erlangen. An beiden achten und vierzehnten Mondtagen sowie dienstags und sonntags

Kriyapada 59, unnummerierte Fortsetzung nach Vers 167. lasse man zur Erlangung aller Wünsche Bali und Verehrung ausführen.

Kriyapada 59, Vers 168. So ist dieses reine Tantra der Mütter hier ordnungsgemäß erklärt, von der Einsetzung über die Verehrung bis zur großen Befriedung. Es ist entsprechend der genannten Shiva-Ordnung auszuführen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das neunundfünfzigste Kapitel namens Tantra der Mütter.

Besinnung zu Kapitel 59

Die Mütter erscheinen in diesem Kapitel in freundlichen und erschreckenden Gestalten. Der Text zeigt eine religiöse Welt, in der Schutz, Furcht, Gemeinschaft und Opfer eng verbunden sind. Für die heutige spirituelle Besinnung bietet besonders die großzügige Speisung einen konkreten Anknüpfungspunkt: Verehrung kann sich in Fürsorge und im Teilen ausdrücken. Diese heutige Deutung lässt die historischen Unterschiede und die schwierigen Riten des Kapitels sichtbar.


Kriyapada, Kapitel 60: Kshetrapala, der Hüter des Ortes

Kshetrapala verkörpert in diesem Kapitel den Schutz eines abgegrenzten heiligen Bereichs. Seine eindrucksvollen Bildformen, sein Gefolge und die Festordnung werden mit einer inneren Vergegenwärtigung des Bewusstseins verbunden. Die Mantrabeschreibungen enthalten neben ausgeschriebenen Worten auch Chiffren, die hier als solche erkennbar bleiben.

Kapitelanfang. Nun das sechzigste Kapitel.

Kriyapada 60, Vers 1. Nun werden Kshetrapalas Einsetzung und die folgenden Handlungen erklärt. Auch hier erschließe man das Verfahren entsprechend der beschriebenen Shiva-Ordnung.

Kriyapada 60, Vers 2. Der letzte Laut, mit dem Manu-Vokal verbunden und mit Bindu und Nada geschmückt, mit Tara am Anfang, ist sein Keimlaut; danach das Wort „Kshetrapala“

Kriyapada 60, Vers 3. im Dativ und Huldigung am Ende: Dies ist der neunsilbige Wurzelmantra. Beim Feueropfer endet er mit der Feuergemahlin. Der Keimlaut, verbunden mit langen Vokalen,

Kriyapada 60, Vers 4. bildet mit den zugehörigen Abschlussformen der Reihe nach die sechs Glieder bis zur Waffe. Auch sein Mala-Mantra wird angegeben: Tara, Shakti und der achte von Ya,

Kriyapada 60, Vers 5. mit Feuer und dem sechsten Vokal, der Stabträger, dann „Remuka, steige herab“, der letzte Laut mit dem elften Vokal, der erste der fünften Gruppe mit Feuer,

Kriyapada 60, Vers 6. danach die Wörter „Hüter“, „groß“ und „Kraft“, zweimal „Kapila“, „durch die Fülle der Haarflechten strahlend“ und am Ende „Flammengesicht“.

Kriyapada 60, Vers 7. „Nimm die Verehrung mit [Duft], Blumen, Räucherwerk, Lampen und Bali an!“ Nach „Bhairava“ folgt das Wort „in der Gestalt“.

Kriyapada 60, Vers 8. Die Wörter Taru, Muru, Kha und Phat; nach „schallendes Gelächter“ folgt „Herr der Damaras“.

Kriyapada 60, Vers 9. Der erste der fünften Gruppe und der Ye-Laut; mit Svaha am Ende wird der Mantra gelehrt. Mit ihm vollziehe man die Verehrung; Japa und die weiteren Anwendungen sollen Vollendung gewähren. [Verse 2–9 enthalten Buchstabenchiffren und lautlich unklare Bestandteile. Keine gesicherte rezitierbare Gesamtformel daraus hergestellt; „Remuka“ bleibt entsprechend der gelieferten Lesung stehen.]

Kriyapada 60, Vers 10. Nun wird auch sein Bali-Mantra mit Tara am Anfang erklärt: das Wort „Komm“, der Dhu-Laut und die drei Wörter Turu, Vajra und Hana,

Kriyapada 60, Vers 11. das Wort Vina, jeweils wiederholt, „großer Ruf“, „Kshetrapala“, dann zweimal „Nimm an“, mit der Feuergemahlin abschließend.

Abschnittsbezeichnung. Bali-Mantra.

Kriyapada 60, Vers 12. Tara, Shakti, „Vatuka“ im Dativ; danach wie früher „Befreiung aus Bedrängnis“ und zweimal „Vollziehe“,

Kriyapada 60, Vers 13. nochmals „Vatuka“ im Dativ und der Shakti-Keimlaut: Dies ist sein zweiundzwanzigsilbiger Mantra, der durch Japa und die übrigen Anwendungen die gewünschte Vollendung gewähren soll.

Kriyapada 60, Vers 14. Kshetrapala lasse man im kleinen Zehn-Tala-Maß fertigen, dunkel wie Augenschminke, mit weit geöffneten Augen und flammend aufgerichtetem Haar,

Kriyapada 60, Vers 15. jugendlich, von sehr großem Körper, rot ausgestattet und nackt, mit deutlich sichtbaren Hauern im gewaltigen Gesicht und vielerlei glänzendem Schmuck.

Kriyapada 60, Vers 16. Seine Hüften umgibt eine goldene Glöckchen- und Glockenkette; seine Lotusfüße schmücken klingende goldene Fußspangen.

Kriyapada 60, Vers 17. Seine Gestalt ist gerade, hoch und fest; er steht auf dem Lotus eines goldenen Sockels. Man fertige ihn vierarmig, achtarmig oder zweiarmig.

Kriyapada 60, Vers 18. Die vierarmige Gestalt hält Schädel, Dreizack, Schlinge und Damaru-Trommel in den unteren und oberen Händen.

Kriyapada 60, Vers 19. Die achtarmige Gestalt trägt rechts Dreizack, Schwert, Khatvanga-Stab und Damaru-Trommel, links Schädel, Glocke, Bogen mit Pfeil

Kriyapada 60, Vers 20. und Schlinge, mit den beschriebenen Merkmalen. Die zweiarmige Gestalt trägt links einen Schädel und rechts eine Keule.

Kriyapada 60, Vers 21. Sie gleicht einem achtjährigen Kind, mit dunklem, gelocktem Haar und schmückenden Locken; im Lotusgesicht werden die Spitzen kleiner Hauer sichtbar.

Kriyapada 60, Vers 22 mit Einleitung und Zitat. Er ist rot: Dies ist Vatukanatha, der Herr des Ortes. Oder, wie andere gesagt haben: „Immer verehre ich jenen Kshetrapala mit herabhängenden, wolkengleichen Haarflechten, drei Augen und dem Glanz eines dunklen Berges aus Augenschminke. In seinen beiden Armen hält er Keule und Schädel; rote Kränze, Duft und Schmuck lassen ihn leuchten. Der Klang seiner Glockengürtel vereint sich mit furchterregendem Klingeln. Diesen mächtigen Herrn mit bunten Schlangen als Ohrringen verehre ich.“

Kriyapada 60, Vers 23. Die Halle für das vorbereitende Verweilen soll wie zuvor sechzehn Säulen haben.

Kriyapada 60, Vers 24. Shama, Vibhumi, Subala und Aroga sind der Reihe nach die Torbögen. Heruka, Tripuranta, Agni, Vetala,

Kriyapada 60, Vers 25. Agnijihva, Karala, als siebter Ekadamshtra und als achter Bhimarupa: Diese verehre man in den Torkrügen.

Kriyapada 60, Vers 26. Acht Banner mit einem Hund als Zeichen sind mit den Namen Aindra, Agneya und den weiteren zu verehren. Nach Segensverkündigung und Ausstreuen

Kriyapada 60, Vers 27. verehre man im Krug Kshetrapati in der beschriebenen Gestalt auf einem schwarzen Pferd; in der Vardhani seine Dreizackwaffe in Frauengestalt auf Sarama.

Kriyapada 60, Vers 28. Nach ihrer Verehrung und Umtragung rufe man Kshetrapa im Feuer der mittleren Grube herbei und opfere wie zuvor Brennhölzer und die übrigen Stoffe.

Kriyapada 60, Vers 29. Man vollziehe die Reinigung der Gestalt, die Öffnung der Augen, das Verweilen im Wasser, die Umtragung durch das Dorf und das Hereinbringen,

Kriyapada 60, Vers 30. die Lagerung auf der Plattform in der Halle und die Verehrung von Wurzelkrug und Waffe. Dann stelle man den Schlafkrug und in den Richtungen die Gestaltkrüge auf.

Kriyapada 60, Vers 31. Anala, Agnikesha, Kala, Ghantarava, Mahakrodha, Pingalaksha, als siebter Pishitashana

Kriyapada 60, Vers 32. und als achter Urdhvakesha sind darin mit ihren eigenen Namen zu verehren. Atman und die übrigen Wirklichkeitsebenen, ihre Herren, die Gestalten Erde und die übrigen

Kriyapada 60, Vers 33. sowie die Gestaltherren Asitanga und die übrigen setze man in die drei Bereiche ein. Asitanga, Ruru, Canda, Krodha, Unmatta,

Kriyapada 60, Vers 34. Kapalin, Bhishana und Samhara sind die acht Gestalthüter. Ihre Namen werden mit „Bhairava“ am Ende, im Dativ und mit Huldigung verbunden.

Kriyapada 60, Vers 35. Sie sind in den einzelnen Bereichen bis Knie, Hals und Kopf einzusetzen. Nach Ghee-Opfern mit den jeweiligen Mantras berühre und besprenge man mit den Krügen die entsprechenden Stellen.

Kriyapada 60, Vers 36. Im Bild setze man die Erkenntniskraft, im Sockel die Handlungskraft ein und verehre sie. Nach einer Nacht mit Tanz, Gesang und anderem, bei Sonnenaufgang,

Kriyapada 60, Vers 37. bade man und vollziehe Sandhya und die weiteren Handlungen. Zur gewählten Zeit setze man den Schildkrötenstein im menschlichen Feld ein und darauf die Gruppen von Edelsteinen und anderem.

Kriyapada 60, Vers 38. Den Sockel und darauf das Bild setze man mit dem Wurzelmantra ein. Man befestige und wasche es, übertrage den Keimlaut aus dem Krug in sein Herz

Kriyapada 60, Vers 39. und übergieße es. Nach Einsetzung von Sitz, Gestalt und Mantrakörper führe man aus dem Inneren des eigenen Herzlotus

Kriyapada 60, Vers 40. das Bewusstsein durch den Nadi-Weg zum Bindu und weiter zusammen mit dem Licht der Bewusstseinskraft, das im Mond des Dvadashanta-Lotus ruht,

Kriyapada 60, Vers 41. in die Blumenschale der Hände. Wie zuvor bringe man es in sein Herz und vereine es mit seinem Mantra in der Lotusmitte.

Kriyapada 60, Vers 42. Die eigenen Wurzel- und Gliedermantras bilden den Mantraweg, ihre Wörter den Wortweg. Die übrigen Wege vergegenwärtige und setze man wie früher der Reihe nach ein.

Kriyapada 60, Vers 43. Danach übergieße man vorschriftsgemäß aus Schlaf- und Gestaltkrügen und verehre nach dem früher beschriebenen Verfahren mit Arghya und den weiteren Gaben sowie den eigenen Glieder- und Wurzelmantras.

Kriyapada 60, Vers 44 mit Übergang. Und zwar: Nach dem Bad verehre man Vighnesha und versehe den Körper mit der vollständigen Mantragestalt. Mit dem allgemeinen Arghya verehre man an seinem Tor Shulin und Kapalin,

Kriyapada 60, Vers 45. oben die Glücksgestalt des Tores. Nach dem Aussenden der Waffe trete man ein, lege sie an der Schwelle nieder und verehre Vastu-Brahma und den Sitz.

Kriyapada 60, Vers 46. Durch die Waffe geschützt, setze man sich wie zuvor und verehre das Arghya. Nach den fünf Reinigungen trägt man Stirnzeichen und Blumenschmuck auf dem Kopf.

Kriyapada 60, Vers 47. Man verehre Shakti, Erde und Sockel auf dem Lotus der Gunas Sattva und der übrigen; ringsum die acht Shaktis mit den Namen seiner Gestalten, dreiäugig,

Kriyapada 60, Vers 48. mit Arghya und den weiteren Gaben. Wie zuvor rufe man die Gottheit herbei. Herz und die übrigen Glieder verehre man vom Südosten an, das Auge vorne,

Kriyapada 60, Vers 49. die Waffe in den Richtungen und Zwischenrichtungen. Nach Einsetzung und Verehrung wie zuvor mit Arghya bis zur Speisegabe opfere man auch mit Wurzel- und Gliedermantras.

Kriyapada 60, Vers 50. Mit dem Textbeginn „Dem Herrn des Feldes …“ bringe man hundertacht Opfergaben dar. Danach setze man das Gefolge ein: am Tor Kapalin

Kriyapada 60, Vers 51. und Shulin, die acht Gestalten der Reihe nach an den Orten der Welthüter. Sie gleichen diesen in ihrer Gestalt, Anala, Agnicara und die übrigen. [Agnicara weicht vom früheren Agnikesha ab; keine Vereinheitlichung.]

Kriyapada 60, Vers 52 mit Formel. Vorne stehe als Reittier der Hund: „Om, Huldigung Sarameya!“ Man setze auch Vira, Vighneshvara, die Mütter und den Bali-Sockel ein und opfere hier im Feuer

Kriyapada 60, Vers 53. mit dem Textbeginn „Dem Herrn des Feldes …“ Brennhölzer und die übrigen Stoffe. Am zweiten Tag setze man wie früher Kshetracanda

Kriyapada 60, Vers 54. im Nordosten ein und verehre ihn als Vatuka mit den abgenommenen Gaben. Ebenso setze man Saumya und Ugra als Torhüter am Torturm ein.

Kriyapada 60, Vers 55. Nach Einsetzung des Bali-Sockels opfere man Ghee mit Wurzel- und Gliedermantras, dann wie zuvor mit Jaya und den übrigen sowie den Sühneformeln und der vollständigen Opfergabe.

Kriyapada 60, Vers 56. Nach dem Svishtakrit-Opfer teile man das Feuer und vereinige es mit sich selbst. Man entlasse die Banner wie früher und lasse Ehrengaben und die übrigen Geschenke geben.

Kriyapada 60, Vers 57. Der Auftraggeber stelle die Mittel für die tägliche Verehrung und die weiteren Handlungen bereit. Nach Ablauf von drei Nächten übergieße man ihn nach Möglichkeit mit Krügen,

Kriyapada 60, Vers 58. bis zu hundertacht, wie früher. Wer Kshetrapa so einsetzt, erlangt infolge sichtbarer und unsichtbarer Früchte

Kriyapada 60, Vers 59, erster Halbvers. Genüsse, angemessenen Wohlstand, Sieg und Söhne, so die Verheißung.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über Kshetrapalas Einsetzung.

Kriyapada 60, Vers 59, zweiter Halbvers. Beim täglichen Fest Kshetrapatis wird morgens ein Linga aus gekochtem Reis überliefert,

Kriyapada 60, Vers 60. mittags eines aus Teig, bei Einbruch der Nacht eines aus Blumen. Das Festbild soll wie früher aus Gold oder einem anderen der genannten Stoffe bestehen.

Kriyapada 60, Vers 61. Mit Instrumentalmusik, Gesang, Tanz und anderem sowie Schirmen und weiterer Ausstattung veranstalte man die Bali-Prozession. Die Torhüter sind Shulin und Kapalin.

Kriyapada 60, Vers 62. Vier Gestalten in den vier Richtungen sind furchterregend in Nishada-Gestalt, schwarz ausgestattet und schwarzfarbig, mit Bogen und Pfeil in den Händen zu verehren.

Kriyapada 60, Vers 63. Mit Arghya und den weiteren Gaben: Adricara, Raja, Kapalin und Mahatman. Anala und die übrigen, das Reittier, Virabhadra und Ganadhipa,

Kriyapada 60, Vers 64. die Mütter und Kshetracanda stehen dort; ihnen gebe man Bali. Am Torturmeingang gebe man Saumya und Ugra Bali. [Vers 63 ist syntaktisch verdichtet; die vier Namen werden entsprechend der vorangehenden Vierzahl getrennt. Nishada ist eine historische Gruppenbezeichnung des Textes.]

Kriyapada 60, Vers 65. Man trete hinaus, stelle sich vor den Sockel und rufe die Scharen an: „Die ihr die ganze Welt durchdringt und im Verlangen nach Bali dort weilt,

Kriyapada 60, Vers 66. ihr alle, Kshetrapalas Scharen: Nehmt die herbeigebrachte Bali-Gabe an!“ So lautet die Formel. Danach stehen Heruka und die übrigen zuvor genannten Gestalten der Reihe nach in den acht Richtungen.

Kriyapada 60, Vers 67. Ihnen gebe man Bali. Rings um den Sockel stehen der Reihe nach sechzehn Herren der Wesen; in der Mitte steht Kshetrasena.

Kriyapada 60, Vers 68. Apara, Apava, Indramurti, Ishana, Ugra, Urdhvabahu, Rishabha und Ribhava:

Kriyapada 60, Vers 69. Diese stehen rings um den Sockel. Darüber auf den Lotusblättern Asambhava, Anujanman, Ekadamshtra und danach … [Die Quelle setzt hier ein Fragezeichen; die folgende Namensabgrenzung ist ebenfalls unsicher.]

Kriyapada 60, Vers 70. Airavata, Oghabala, Aushadhesha und Janaprabha. In der Mitte der als Assambhava-Kshetrapalasena Bezeichnete. [Die erhaltene Folge lässt keine sichere, vollständige Zuordnung der zuvor genannten sechzehn Namen zu. Keine Namen ergänzt.]

Kriyapada 60, Vers 71. Dies ist die Ordnung des täglichen Festes; beim großen Fest gilt sie entsprechend. Die Besonderheit: Man hisse ein Banner mit dem Hundezeichen und verehre es.

Unnummerierte Formeln nach Vers 71. „Om, Huldigung Sarameya! Om, Huldigung dem Hund! Om, Huldigung Kshetrapalas Reittier!“ So lauten die Anrufungen.

Kriyapada 60, Vers 72. Nach der Bali-Gabe für die Gestalten an den Plätzen der Welthüter spreche man: „Om, die Wesen Kshetrapalas im Osten, die vorne sitzen …“

Kriyapada 60, Vers 73. Mit diesen und den folgenden Mantras streue man wie früher Bali in den jeweiligen Richtungen aus. In der dritten Umfassung außerhalb des Kreises von Heruka und den übrigen

Kriyapada 60, Vers 74. stehen jeweils vier in jeder Richtung; ihnen gebe man Bali: Kambalin, Khara, Gandhapriya, Ghantarava,

Kriyapada 60, Vers 75. Ngakaramurti, Canda, Chandacarin, Jatadhara, Jhankaramukhara, Nyonga, Tankarin und Thamaya,

Kriyapada 60, Vers 76. Damara, Dhankriti, Namaya, Tattvacit, Atha, Murti, Dantura, Dhanapala und Nandaka,

Kriyapada 60, Vers 77. Parantaka, Phatkarin, Barbara, Bhavanandana, Mahabala, Yakshesha, Rakshasa und Lambana,

Kriyapada 60, Vers 78. Vanaraksha, Shumbha, Shadbhuja und Sadasaspati. Nach der Bali-Gabe für diese verehre man in der oberen und unteren Richtung

Kriyapada 60, Vers 79. Harasena und danach Kshanadacara. Für alle verwende man ihre eigenen Namen im Dativ mit Tara am Anfang

Kriyapada 60, Vers 80. und Huldigung am Ende zur Verehrung und ebenso zur Bali-Gabe. Alle diese mächtigen Ortsherren gleichen Kshetrapa. [Die Namenreihe in Vers 74–78 enthält lautlich ungewöhnliche Namen und unsichere Trennungen; bei der hier bewahrten Trennung ergeben sich 33 statt der angekündigten 32 Gestalten.]

Kriyapada 60, Vers 81. Verehrt, sollen sie auch einzeln alle Wünsche erfüllen. Außerhalb von ihnen, in den Richtungen, der Reihe nach wie früher,

Kriyapada 60, Vers 82. streue man Bali aus mit den Mantras: „Die Scharen im Osten, Donnerkeile in den Händen, von großer Kraft …“ und den folgenden.

Kriyapada 60, Vers 83. Am Ende der festgelegten Tage plane und vollziehe man wie früher die Prozession zum heiligen Bad und bade die Gottheit entsprechend den vorhandenen Mitteln.

Kriyapada 60, Vers 84. Man entlasse alle Scharen und die Gottheiten der Übergangsorte wie früher und gebe Ehrengaben, Geschenke und reichlich Speise.

Kriyapada 60, Vers 85½ mit vorangestellter Fortsetzung. Alle besonderen gewünschten sichtbaren und unsichtbaren Früchte werden verheißen. So ist Kshetrapalas Tantra ordnungsgemäß von der Einsetzung bis zum Fest der Reihe nach, nach Betrachtung der Agamas, hier in Kürze dargestellt. Alles Weitere ist entsprechend der Shiva-Ordnung zu erschließen.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das sechzigste Kapitel über Kshetrapalas Tantra.

Besinnung zu Kapitel 60

Ein Ort wird im Text durch Aufmerksamkeit, geordnete Handlungen und die Vorstellung eines schützenden Hüters ausgezeichnet. Heute kann das zur Frage anregen, wie wir mit den Räumen umgehen, in denen wir üben und anderen begegnen. Sorgfalt, klare Grenzen und Gastfreundschaft sind einfache Formen solcher Verantwortung. Die historische Schutzgestalt kann diese Besinnung begleiten, ohne dass ihre Ritualvorschriften mit heutigen Alltagsübungen gleichgesetzt werden.


Kriyapada, Kapitel 61: Neue Ernte und Lichterfest

Dieses Kapitel verbindet Dank für die neue Ernte mit der feierlichen Gabe von Licht. Es beschreibt das Einbringen der Feldfrüchte, ihre Darbringung und Verteilung sowie ein großes Lichterfest. Für heutige Yoga-Aspiranten bieten Dankbarkeit und das Teilen einen unmittelbaren Zugang zu diesen historischen Tempelbräuchen.

Kapitelanfang. Nun das einundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 61, Vers 1. Wenn die Feldfrüchte reif sind, ist im Shravana, Ashvayuja, Pausha oder Phalguna die Darbringung der neuen Ernte vorgesehen.

Kriyapada 61, Vers 2. Sie geschehe unter dem Mondhaus der jeweiligen Gottheit, unter einem für Dorf, Auftraggeber und Herrscher günstigen Stern und Aszendenten, nach vorausgehender Aussaat der Keimlinge.

Kriyapada 61, Vers 3. Zur Ernte ziehe der Lehrer zu günstiger Zeit mit der Waffenprozession voraus, unter Instrumentalmusik und Gesang, gemeinsam mit gebadeten Arbeitern,

Kriyapada 61, Vers 4. die Sicheln in den Händen und weiße Gewänder tragen. Zur gewählten Zeit umgehe er das Feld rechtsherum und gebe Bali aus Reis mit Dickmilch

Kriyapada 61, Vers 5. für Soma, die Pflanzen, die Erde und Kshetrapa. Er verehre die Sichel mit dem Waffenmantra und schneide nach Osten oder Norden gewandt

Kriyapada 61, Vers 6. zuerst Shali-Reis und die übrigen Getreide. Danach sammle er Mung-, Masha-Bohnen und die weiteren Früchte jeweils händeweise.

Kriyapada 61, Vers 7. Die Arbeiter tragen die Lasten der Feldfrüchte, Früchte, Gemüse, Zuckerrohr, Wurzeln und die übrigen Erzeugnisse.

Kriyapada 61, Vers 8. Unter Gesang und weiterem Klang umgehe man Dorf und Heiligtum rechtsherum und bringe die Ernte hinein. Die Zweimalgeborenen rezitieren das Svasti-Sukta

Kriyapada 61, Vers 9. und das Shakuna-Sukta und streuen Blumen und ungebrochene Reiskörner aus. Auf dem schon zuvor in der Halle mit Mehl gezeichneten Svastika-Lotus

Kriyapada 61, Vers 10. stelle man in die Mitte einen Krug aus Gold oder einem anderen geeigneten Stoff, fülle ihn mit Wasser und verehre darin Soma als Herrn der Pflanzen.

Kriyapada 61, Vers 11. Ringsum sei der Ort mit glückverheißenden Keimlingen, Lampen und anderem geschmückt. Man lege dort das Ährenbündel nieder und verehre es vorschriftsgemäß.

Kriyapada 61, Vers 12. Man verehre die Glücksgöttin namens Suprabha als Herrin aller Pflanzen. In einem sorgfältig bestrichenen und geschmückten Speicher

Kriyapada 61, Vers 13. lagere man das Getreide ein: wenn der Götterberater im gegenüberliegenden Feld steht, beim Aufgang des Langsamen und in dessen Teil, wenn Varunas Wohnung hoch steigt. [Astrologische Kurzangaben: Götterberater und Langsamer bezeichnen Jupiter und Saturn; die genaue Kombination und das letzte Bild bleiben unaufgelöst.]

Kriyapada 61, Vers 14. Mit Reisähren, jungen Zweigen von Bilva und Ashvattha, zusammengebunden mit Indravalli-Ranken, schmücke man das Heiligtum und die weiteren Orte,

Kriyapada 61, Vers 15. ebenso Mörser, Stößel, Worfelkorb, Prastha-Maß und weitere Geräte. Schön geschmückte Frauen bereiten den guten, noch ungekochten enthülsten Reis.

Kriyapada 61, Vers 16. Man wasche ihn, weihe ihn mit dem Waffenmantra und bereite die Speisegabe wie eine gekochte Opfergabe. Auch die neuen weißen, ungebrochenen Reiskörner wasche man mit dem Waffenmantra.

Kriyapada 61, Vers 17. Mit Rohrzucker, Milch und Honig vermischt, werden sie mit Wurzel- und Gliedermantras besprochen. Wenn die günstige Stunde gekommen ist, bringe man die Reiskörner und die neue gekochte Opfergabe

Kriyapada 61, Vers 18. zuerst Surya und Vighnesha, dann der Gottheit und den Gefolgsgottheiten dar. Im Feuer opfere man davon mit Ghee,

Kriyapada 61, Vers 19. mit dem Wurzelmantra hundertachtmal, für Gestalten und Glieder ein Zehntel davon. Mit Reiskörnern und neuem Reis opfere man den Pflanzen unter ihren eigenen Namen,

Kriyapada 61, Vers 20. Soma und Suprabha, dann die vollständige Opfergabe. Die verbleibenden Reiskörner verteile man der Reihe nach an König und die übrigen,

Kriyapada 61, Vers 21. an Lehrer, Schüler, Brahmanen, Bedürftige, Träger religiöser Zeichen und Gefolge. Danach gebe man Bali für die Wesen.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Darbringung der neuen Ernte.

Kriyapada 61, Vers 22. Bei Vollmond im Karttika, besonders unter Krittika, veranstalte man für Shambhu und die anderen Feinde der Asuras ein Lichterfest.

Kriyapada 61, Vers 23. Ebenso am fünfzehnten Tag der dunklen Monatshälfte des Ashvayuja, im Phalguna unter Uttaraphalguni, zu den Tagundnachtgleichen und an beiden Sonnenwenden,

Kriyapada 61, Vers 24. im Pausha unter Pushya, im Caitra unter Citra und im Vaishakha unter dem Mondhaus mit Indra und Agni als Gottheiten; auch an den Tagen großer Feste soll man es veranstalten.

Kriyapada 61, Vers 25. Sieben oder fünf Tage vorher vollziehe man die Aussaat der Keimlinge. Ringsum errichte man schöne, gerade Lampenbäume aus festem Kernholz,

Kriyapada 61, Vers 26. so hoch wie der Halsbereich des Tempels, mit zwei oder drei Ellen Abstand, außerhalb der Umfassung. An ihren Spitzen befestige man

Kriyapada 61, Vers 27. Längs- und Querbalken mit Verbindungen und einer oberen Abdeckung über den Dachgliedern. Darin schlage man Pflöcke mit je zwölf Fingerbreiten Abstand ein.

Kriyapada 61, Vers 28. Ihre Zahl entspricht drei, fünf, Berg, Jagati, Rudra, Nanda und Rishi; für die vorzüglichen und nachgeordneten Formen dienen sie zur Befestigung der Lampenreihen im Inneren.

Kriyapada 61, Vers 29. Entsprechend viele Ebenen von Lampenreihen soll es der Reihe nach geben. An der Bannerstelle errichte man den Haupt-Lampenbaum so hoch wie den Bannermast. [Die Zahlenchiffren in Vers 28 und ihre Zuordnung zu den Bauformen bleiben teilweise unaufgelöst; die Quelle bietet zudem eine fragende Lesung vor „Berg“.]

Kriyapada 61, Vers 30. Von unten bis oben versehe man ihn mit Lampenreihen. In seinen Ecken vom Südosten an, jeweils sieben Ellen entfernt,

Kriyapada 61, Vers 31. errichte man vier kleine Hallen, geschmückt mit Torbögen und anderem. Darin richte man Feuergruben ein und lasse die Segensverkündigung vollziehen.

Kriyapada 61, Vers 32. Am Vorabend opfere man vor der Gottheit im Feuer auf einem Sandaltar, gereinigt durch die fünf Weihungen, Palasha-Brennhölzer, Ghee,

Kriyapada 61, Vers 33. Milch und gekochte Opfergabe der Reihe nach mit Wurzel-, Glieder- und Brahma-Mantras, dann die vollständige Gabe mit der Gayatri. Nordöstlich des Feuers

Kriyapada 61, Vers 34. stelle man auf dem Lotus eines Reisaltars neun Schalen auf, jede mit einem Prastha Ghee gefüllt und mit einem Docht versehen, und entzünde sie

Kriyapada 61, Vers 35. mit dem Herzmantra an jenem Feuer. Man verehre sie mit den neun Shaktis Vama und den übrigen und opfere mit Jaya und den weiteren sowie den Sühneformeln.

Kriyapada 61, Vers 36. Nach dem Svishtakrit-Opfer binde man dem Lampenbaum das Schutzband um, begleitet von Gesang, Tanz und Instrumentenschall.

Kriyapada 61, Vers 37. Am Morgen vollende man die täglichen Handlungen und verehre Shiva besonders. Dann bringe man drei, zwei oder eine große, für Shiva geweihte Schale

Kriyapada 61, Vers 38. entsprechend der vorzüglichen und den übrigen Formen auf die Spitze des Lampenbaums, fülle sie mit Ghee oder Öl und lege einen Docht hinein,

Kriyapada 61, Vers 39. gefertigt aus neuem Tuch von zehn, acht oder sechs Pala für die jeweiligen Abstufungen. Das Feuer des Altars verteile man auf die Gruben der Eckhallen

Kriyapada 61, Vers 40. und setze darin Brahma und die übrigen bis Ishvara vom Südosten an ein. Man opfere Brennhölzer von Palasha, Vata, Shami und Arka, Ghee und gekochte Opfergabe.

Kriyapada 61, Vers 41. Am Fuß des Lampenbaums verehre man Sadashiva und schmücke ihn von unten an mit Gewändern und anderem.

Kriyapada 61, Vers 42. Unter Instrumentalmusik und Gesang kündige der Lehrer Shiva das Entzünden der Lampen an. Nachdem er die Erlaubnis erhalten hat,

Kriyapada 61, Vers 43. vereinige er der Reihe nach die zuvor entzündeten Shakti-Lichter in Manonmanis Schale und bringe sie an den Fuß des Lampenbaums.

Kriyapada 61, Vers 44. Ein gebadeter, gereinigter Diener in weißen Gewändern und gepflegter Erscheinung nehme das Shakti-Licht und steige den Lampenbaum hinauf.

Kriyapada 61, Vers 45. Er übertrage das Shakti-Licht auf den großen Docht an dessen Spitze. Von dort aus entzünde man ringsum alle Lampenreihen,

Kriyapada 61, Vers 46. reichlich mit Brennstoff und Dochten versehen, gleichsam in einem Augenblick. An allen Teilen des Tempels, an den Heiligtümern des Gefolges,

Kriyapada 61, Vers 47. in Hallen und Umfassungen entzünde man reichlich mit Brennstoff gefüllte Lampen und verehre sie unter Gesang, Musik und glückverheißenden Darbietungen.

Kriyapada 61, Vers 48. Wie zuvor veranstalte man die Prozession mit dem Festbild an der Spitze und umgehe außerhalb des Tempels sämtliche Lampen rechtsherum,

Kriyapada 61, Vers 49. fünf- oder dreimal, solange sie brennen. Dann bringe man den Herrn der Götter hinein und gebe Bali für die Wesen.

Kriyapada 61, Vers 50. So verfahre man eine, drei, fünf oder sieben Nächte bei den abgestuften Festen von der niedrigsten bis zur höchsten Form.

Kriyapada 61, Vers 51. Jeden Tag veranstalte man tagsüber eine besondere Verehrung und wie zuvor eine Prozession rechtsherum um das Dorf oder den jeweiligen Ort.

Kriyapada 61, Vers 52. Nach der Prozession zum heiligen Bad vollziehe man entsprechend den vorhandenen Mitteln das Bad und gebe Ehrengaben sowie ungehindert Speise und weitere Gaben.

Kriyapada 61, Vers 53. Auch die Menschen, die ein solches Lichterfest hingebungsvoll betrachten, erlangen nach der Verheißung hier Freuden und gehen frei von Schuld in den Himmel ein. [Die Quelle kennzeichnet das letzte Wort durch eine fragende Alternativlesung.]

Kriyapada 61, Vers 54. Selbst wenn man Tausende mal tausend Münder hätte, eine Lebenszeit gleich Brahmas und die Redekraft Brihaspatis,

Kriyapada 61, Vers 55. könnte man die Frucht auch nur einer einzigen Lampe nicht aussprechen. Wie ließe sich dann die Frucht all der Lampen beim Lichterfest und anderen Anlässen beschreiben?

Unnummerierter Schlussvers. So wurde die in den Tantras vorgeschriebene Ordnung der neuen Erntegabe dargelegt, ebenso die Lampenordnung zu Krittika und den weiteren Zeiten, die für Shiva und alle Himmelsbewohner anerkannt ist.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das einundsechzigste Kapitel über die neue Erntegabe und die Lampen zu Krittika und den weiteren Zeiten.

Besinnung zu Kapitel 61

Die neue Ernte wird zuerst wahrgenommen, gewürdigt und geteilt. Das Licht einer einzelnen Lampe erhält im Lob des Textes einen kaum auszuschöpfenden Wert. Für heutige Yoga-Aspiranten kann daraus eine schlichte Haltung wachsen: Nahrung dankbar annehmen, mit anderen teilen und einer kleinen bewussten Geste Aufmerksamkeit schenken. Die großen religiösen Verheißungen des Kapitels bleiben dabei als dessen eigene Glaubensaussagen erkennbar.


Kriyapada, Kapitel 62: Bestattung und Totengedenken

Dieses Kapitel behandelt die letzten Riten für eingeweihte Menschen, die Verbrennung des Leichnams und das Gedenken an Verstorbene und Ahnen. Es unterscheidet den auf Befreiung Ausgerichteten von Menschen, für die weitere jenseitige Erfahrungen angestrebt werden. Die Vorschriften spiegeln historische religiöse und soziale Ordnungen. Die ausführlichen Prosaabschnitte gehören zum überlieferten Werktext.

Kapitelanfang. Nun das zweiundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 62, Vers 1. Nun werden die letzten Riten für alle verstorbenen Sadhakas, Lehrer und eingeweihten Zweimalgeborenen erklärt.

Kriyapada 62, Vers 2. Einem Sterbenden oder bereits Verstorbenen rezitiere man ins rechte Ohr der Reihe nach die mit „Die Lebenskraft des Lebens …“ beginnenden Texte, verbunden mit dem Wurzelmantra.

Kriyapada 62, Vers 3. Mit dem Beginn „Den Fortgegangenen …“ opfere man Ghee in seinem übernommenen Feuer. Schüler, Ehefrau oder Sohn löse sein Haar und bade ihn.

Kriyapada 62, Vers 4 mit Erläuterung. Man lege Gold in seinen Mund und bedecke ihn mit ungetragenen Gewändern – gemeint ist der Textbeginn „Dich mit diesem Gewand …“. Mit Darbha-Gras binde man seine beiden großen Zehen zusammen. Ghee, Dickmilch, ungebrochene Reiskörner, Sesam,

Kriyapada 62, Vers 5. einen Wasserkrug und Gold trage man mit dem Textbeginn „Pushan dich …“ voraus. Eine neue, sehr feste Bahre aus Bambus, Holz oder anderem

Kriyapada 62, Vers 6. bedecke man mit roten Tüchern, schmücke sie mit Bannern, Kränzen und anderem, umgebe sie mit Darbha-Girlanden und lege ihn auf ihr wohlgebreitetes Lager.

Kriyapada 62, Vers 7. Schüler und die übrigen, gebadet, mit der heiligen Schnur in der Ahnenstellung und jeweils einem feuchten Gewand, tragen ihn und rezitieren den Waffenmantra.

Kriyapada 62, Vers 8. Ein anderer gehe mit brennendem Feuer in einem Gefäß voraus. Weit außerhalb des Dorfes oder des jeweiligen Ortes, nahe einem Fluss oder anderem Gewässer,

Kriyapada 62, Vers 9. setze man die Bahre an einem Drittel des Weges ab und breite ringsum Darbha aus, mit dem Mantra „Die freundlichen mögen dich schützen …“. [Die Quelle verzeichnet eine Unsicherheit in der Wegangabe.]

Kriyapada 62, Vers 10. Seine Söhne und die übrigen umschreiten ihn mit Sadya und Vama. Man lasse die mit „Möge unser Leid fortgehen …“ beginnenden Texte erklingen. [Das anschließende Wort „svasidbhiḥ“ ist unklar; keine zusätzliche Ritualanweisung erschlossen.]

Kriyapada 62, Vers 11. Den Getragenen blicke man mit den Textanfängen „Wieder dir Leben …“ und „Alle …“ an. Die Träger gehen in nördliche Richtung; nachdem man sie zurückgehalten hat, trage man ihn weiter. [Die Wegführung ist durch die überlieferte Kurzfassung nicht eindeutig.]

Kriyapada 62, Vers 12. Auf reinem Boden setze man die Totenbahre ab. Man grabe für den Scheiterhaufen eine von Süden nach Norden längliche Grube, acht [Maßeinheiten] tief,

Kriyapada 62, Vers 13. zwei Ellen breit und vier lang, nach Süden abfallend. Nördlich des Scheiterhaufens errichte man eine viereckige Feuergrube mit einem Rand.

Kriyapada 62, Vers 14. Aus deren Erde forme man nordwestlich davon einen viereckigen Altar, eine Elle im Maß und ein Sechstel hoch. Alle drei Flächen sollen sorgfältig bestrichen sein. [Die Tiefenangabe „vasvavaṭa“ in Vers 12 und die Lesung zur Länge in Vers 13 sind unsicher.]

Kriyapada 62, Vers 15. Sein Sohn oder Schüler bade und bereite sich für den Ritus vor. Nach einer Rechtsumgehung setze er sich nahe beim Altar

Kriyapada 62, Vers 16. nach Norden gewandt, mit Auflösungs-Nyasa am Körper. Er versehe sich mit der vollständigen Mantragestalt und bereite die Waffen-Vardhani vor.

Kriyapada 62, Vers 17. Mit ihrem Wasser besprenge er alles. Im Nordosten des Scheiterhaufens, auf einem Mandala über dem ausgestreuten Material, setze er Pashupatastra in die Vardhani ein.

Kriyapada 62, Vers 18. Auf dem Scheiterhaufen lege man die Felder der Gestaltungen an, je fünf Felder für Erde und die übrigen Elemente. In ihrer Mitte, im fünffachen Erdfeld,

Kriyapada 62, Vers 19. verehre man Brahma; danach Wasser, Feuer, Wind und Raum jeweils in den vier Feldern von Nordwesten, Südwesten, Südosten und Nordosten,

Kriyapada 62, Vers 20. samt Vishnu und den übrigen vier. In den Feldern der jeweiligen Richtungen verehre man die Welthüter und ihre Waffen in den vier Richtungen in umgekehrter Reihenfolge.

Kriyapada 62, Vers 21. Auf dem Altar verehre man Dharma, Vama und die übrigen ebenfalls rückläufig. Man streue Asche mit Sesam darauf und verehre Shiva.

Kriyapada 62, Vers 22. Im Feuer der Grube, mit Shiva darin, opfere man und bringe die vollständige Gabe dar. Holzpflöcke mit nach unten gerichteten Spitzen, mit roter Schnur umwickelt,

Kriyapada 62, Vers 23. setze man mit dem Waffenmantra vom Südosten an gegen den Uhrzeigersinn ein. Man fülle die Grube mit Brennholz und bestreue sie mit Kusha, Blumen, Sesam und ungebrochenen Reiskörnern.

Kriyapada 62, Vers 24. Nach der Verehrung mit dem Waffenmantra lege man den mit umgekehrt angelegtem Gewand bedeckten Leichnam hin, gereinigt mit Erde, Kuhdung, Wasser und Asche.

Kriyapada 62, Vers 25. Man bedecke ihn mit ungetragenem Tuch und setze sich nahe der Feuergrube. In den durch Dharana gereinigten Körper führe man mit der auflösenden Mudra

Kriyapada 62, Vers 26. sein Bewusstsein ein, unter Nennung seines Namens und abschließender Huldigung. Man vergegenwärtige seinen Wissenskörper: Kopf, Gesicht, Herz, Nabel und verborgener Bereich

Kriyapada 62, Vers 27. erhalten die Kalas von Atita an; danach setze man Vidya-Tattva, Shakti und Shiva ein, um das Bewusstsein dort zu festigen.

Kriyapada 62, Vers 28. Mit dem Wurzelmantra opfere man hundertmal Ghee. Die Kalas von Nivritti an setze man der Reihe nach im Feuer ein und verehre sie. Es folgen Herbeirufung Shivas und die weiteren Handlungen,

Kriyapada 62, Vers 29. rituelles Antippen, Ablösung, Heranziehen des Bewusstseins und die weiteren Schritte; Geburt, Befähigung und Erfahrung, Reinigung durch Bad und Sühne,

Kriyapada 62, Vers 30. Verhüllung, Durchtrennung der Bindungen, Zerreiben und Formen zur Kugel, Körper, Übernahme durch die Ursachen [?] und Übergabe der Befugnis. [Die Quelle setzt bei der verdichteten Wendung zu Körper und Ursache selbst ein Fragezeichen; die genaue Ritualfolge bleibt örtlich unaufgelöst.]

Kriyapada 62, Vers 31. Nachdem man das Bewusstsein mit Shiva vereint und das Ritual abgeschlossen hat, lege man den Verstorbenen mit dem Kopf nach Süden auf den Scheiterhaufen und bedecke ihn mit Brennholz.

Kriyapada 62, Vers 32. Hat er eine Ehefrau, lasse man sie mit dem Textbeginn „Diese Frau …“ sich niederlegen. Man lege Gold in die Körperöffnungen und mit dem Mantra, der mit „Ihn nicht, Agni …“ beginnt,

Kriyapada 62, Vers 33. entzünde man den Scheiterhaufen mit dem Feuer aus der Vereinigungsgrube. Wenn das Feuer brennt, lasse man über seinem Kopf die vollständige Opfergabe mit folgender Formel niedergehen. [Vers 32 nennt das Niederlegen der Ehefrau, ohne hier dessen Auflösung weiter auszuführen. Daraus wird keine zusätzliche, nicht geschriebene Handlung abgeleitet.]

Kriyapada 62, Vers 34 mit vorangestelltem Om. „Om. Agni, du mit dem südlichen Anteil: Nimm diese durch Mantras gereinigte große Leichenopfergabe an, die durch die Zeit selbst zu Fall gebracht wurde!“ [Die Quelle bietet eine Kasusvariante bei „südlich“.]

Kriyapada 62, Vers 35. Mit „Ihn nicht, Agni …“ betrachte man ihn und mit dem weiteren, unsicher überlieferten Textanfang. Auch die sechs Verse von „Dein Auge zur Sonne …“ an rezitiere man. [Der zweite Textanfang ist beschädigt und wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 62, Vers 36. Mit „Der Opferpriester, der dieses Weges …“ opfere man neun Ghee-Gaben. Die beiden Opferlöffel lege man mit den Öffnungen nach unten ins Feuer. Den Wasserkrug,

Kriyapada 62, Vers 37. auf der linken Schulter und mit ausströmendem Wasser, trage man gegen den Uhrzeigersinn herum, besprenge mit seinem Wasser, bade und lege ihn an der früheren Stelle nieder.

Kriyapada 62, Vers 38. Wenn der Körper zu Asche geworden ist, gehe man fort, ohne zurückzublicken, und bade mit den Texten von „Dhatri möge reinigen …“ an. Am mit Kusha bestreuten Ufer

Kriyapada 62, Vers 39. setze man das linke Knie auf und gebe Arghya mit „Dies für dich …“ unter Nennung des Namens. Mit den folgenden drei Mantras gebe man der Reihe nach eine Handvoll Wasser:

Unnummerierte Formeln nach Vers 39. „Om, mit dem Ha-Keimlaut: Reiner Atman, werde Isha! Svaha.“ – „Om, mit dem Ha-Keimlaut: Reiner Atman, [werde] Sadashiva! Svaha.“ – „Om, mit dem Ha-Keimlaut: Reiner Atman, werde friedvoll! Svaha.“ [Die genaue Lautgestalt steht in der Sanskritfassung; „werde“ ist in der zweiten Formel bereits in der Quelle geklammert.]

Kriyapada 62, Vers 40. Mit den genannten Mantras und den abschließenden Namen vollziehe man dort die Wasserhandlung. Danach bade man und verehre die Sonne mit dem Textbeginn „Empor …“.

Kriyapada 62, Vers 41. Auf einem bestrichenen Platz streue man auf Darbha Bali mit dem Namen des Verstorbenen aus. Die Ausführenden, Schüler, Söhne, Ehefrau und die übrigen

Kriyapada 62, Vers 42. sollen fasten und nachts auf dem Boden schlafen. Bis zum zehnten Tag gilt die rituelle Unreinheit; man esse nur einmal, am Tage,

Kriyapada 62, Vers 43. ohne Ölsalbung, Körperduft, Betel und dergleichen. Wer seinen Lehrer auf dem Weg begleitet oder ihn berührt hat,

Kriyapada 62, Vers 44. wird durch bloßes Baden rein; die Träger und die übrigen nach drei Tagen, Mutter, [Vater], Brüder, Söhne und die übrigen nach zehn Tagen,

Kriyapada 62, Vers 45. ebenso die Schüler. Andere Menschen werden durch Baden rein. Das am vierten oder fünften, am neunten oder elften Tag

Kriyapada 62, Vers 46. dargebrachte Shraddha nennt man Nava-Shraddha. Alle seine Angehörigen sollen dafür Verehrung und die weiteren Handlungen vollziehen.

Kriyapada 62, Vers 47. Zum Sammeln der Knochen fülle man am dritten Tag einen Krug mit Milch und Wasser und lege die Knochen hinein.

Kriyapada 62, Vers 48. Man begrabe oder versenke ihn an heiligen Orten wie der Ganga. Für einen nach Befreiung Strebenden besteht hier keine Notwendigkeit weiterer Totenriten.

Kriyapada 62, Vers 49. War der Verstorbene auf Erfahrungen und Genüsse ausgerichtet, werden seine weiteren Totenriten erklärt. Bis zum zehnten Tag gebe man täglich, jeweils um eins vermehrt,

Kriyapada 62, Vers 50. Wasser mit Sesam unter dem Wurzelmantra, verbunden mit seinem Namen. Nachdem man innerhalb der zehn Tage die Shraddhas gegeben hat, am elften Tag

Kriyapada 62, Vers 51. bestreiche man den Innenraum des Klosters, bade und bereite Reis. Nach Shivas Gebot wähle man einen besonders geeigneten Brahmanen aus,

Kriyapada 62, Vers 52. mit dem Vorsatz, dass er für den Verstorbenen steht. Nach Fußwaschung und den weiteren Handlungen lasse man ihn auf Darbha nach Norden gewandt sitzen und verehre ihn.

Kriyapada 62, Vers 53. Auf einem Altar mit gewöhnlichem Feuer und in umgekehrter Richtung ausgelegtem Streugras lege man Kuchen, Beilagen, Reis und die übrigen Speisen außerhalb der Begrenzung nieder.

Kriyapada 62, Vers 54. Nach den Handlungen bis zum Pranita-Wasser streue man südlich des Feuers auf einem Mandala Kusha mit den Spitzen nach Süden aus und stelle darauf ein Gefäß.

Kriyapada 62, Vers 55. Man fülle es mit Wasser und lege einen Grasbüschel hinein. Mit „Hierher möge der Verstorbene kommen …“ beginne man die Aufnahme der Svadha-Gabe.

Kriyapada 62, Vers 56. Abschließend sage man: „Diese Svadha-Gabe nehme ich für dich, den Verstorbenen, auf.“ Ist eine Frau die Verstorbene, spreche man die weibliche Form.

Kriyapada 62, Vers 57. Überall verfahre man entsprechend, etwa „für die Verstorbene“. Mit „Du bist Sesam, dem Soma zugehörig …“ gebe man Sesam hinzu und mit „Süß weht der Wind …“

Kriyapada 62, Vers 58. Honig. Mit „Somas Glanz …“ reinige man es mit allen Fingern und nehme heraus, was etwa darin ist.

Kriyapada 62, Vers 59. Mit den Textanfängen über das Entfernen beißender Wesen lege man es hinein [?]. Mit „Die göttlichen Wasser mögen uns …“ berühre und verehre man es und bedecke es mit Kusha. [Der erste Halbvers ist beschädigt und schon in der Quelle mit einem Fragezeichen versehen; die genaue Handbewegung lässt sich nicht sicher übersetzen.]

Kriyapada 62, Vers 60. Nach Süden gewandt rufe man ihn mit „Komm her, Verstorbener …“ herbei; mit „Reichtum gebend, Nahrung in mir …“ lasse man ihn durch die Brahmanen hier gegenwärtig werden.

Kriyapada 62, Vers 61. „Om, beim einem Einzelnen gewidmeten Shraddha möge für den Verstorbenen die rituelle Gelegenheit gewährt werden.“ Mit diesen Worten berühre man seine rechte Hand mit beiden Händen, die Darbha halten.

Kriyapada 62, Vers 62. Er antworte: „Ich gewähre die Gelegenheit. Om, ihm.“ Dann sage man: „Möge dies Euch erreichen“, und er antworte: „Möge ich es empfangen.“

Kriyapada 62, Vers 63. In seine Hand mit Darbha gebe man Wasser, nehme auch die Svadha-Gabe auf und reiche sie mit den Worten: „Dem Verstorbenen Svadha und Huldigung.“

Kriyapada 62, Vers 64. Man gebe Wasser und verehre ihn. Mit „Fortgeschlagen …“ streue man ringsum zum Schutz Sesam mit Sand aus.

Kriyapada 62, Vers 65. Mit „Mögen sich die Niederen erheben …“ besprenge man das Speisegefäß. Der Mantra soll hier im Singular stehen; für eine Frau wird er weiblich formuliert.

Unnummerierte Prosa nach Vers 65: Speisung und einzelne Totengabe. Danach sage der Ausführende: „Ich werde einen Anteil entnehmen und im Feuer opfern.“ Der Angesprochene antworte: „Nach Wunsch werde entnommen; nach Wunsch werde im Feuer geopfert.“ Nach Vollzug der Handlungen bis zur Vorbereitung des Feuers decke man die gekochten Speisen auf, besprenge sie mit dem Waffenmantra, führe Darbha-Licht darüber, begieße sie mit Ghee, streue Sesam darauf und besprenge sie erneut. Im Feuer opfere man Ghee mit den Vyahritis. Man lege eine Ghee-Unterlage in den Schöpflöffel, nehme von allem je einmal, begieße es mit Ghee und ziehe im Süden mit Asche vermischte Glut heraus. Darauf opfere man: „Om, für jenen Verstorbenen und für Yama, Svaha!“ Das Svishtakrit-Opfer lautet: „Agni, dem Träger der Ahnengabe, dem Vollender des gut Geopferten, Svadha und Huldigung! Shiva, Svaha!“ Ebenso opfere man mit den Vyahritis und besprenge ringsum.

Ohne Räucherwerk, Lampen, begleitende Rezitation und Verneigungen speise man den Brahmanen in der Vorstellung des Verstorbenen reichlich mit Kuchen, reinem Reis, Dickmilch, Milch und Früchten. [Die Quelle kennzeichnet die Speisenfügung am Anfang als unsicher.] Vom Rest seiner Mahlzeit bereite man südlich des Feuers auf Darbha mit südlich gerichteten Spitzen einen Pinda, einen Speisekloß, übergossen mit Sesam, Honig und Ghee, und gebe ihn mit dieser Formel:

„Om. Dieser Reis möge Wünsche erfüllen, unerschöpflich und duftend sein, allen Wünschen entsprechen. Möge er dir zukommen, alterslos, immer rein, Svadha hervorbringend; möge er uns mit Unsterblichkeit sättigen. Möge dieser Pinda jenem Verstorbenen zukommen!“ [Das zusätzliche Wort „anandha“ in der Quelle ist unklar; es wird nicht durch eine erschlossene Lesung ersetzt.]

Kriyapada 62, Vers 66. Mit „Die Kraft Herantragenden …“, Svadha und dem Namen besprenge man die Gabe. Dem Brahmanen, dessen Hände man mit Wasser gereinigt hat, gebe man die Ehrengabe.

Kriyapada 62, Vers 67. Was ihm dienlich ist, Haus, Feld, Vermögen, Schmuck und anderes, all dies übergebe man ihm.

Kriyapada 62, Vers 68. Den Pinda werfe man in einen Fluss oder an den vorgesehenen Ort, bade und vollziehe die Segensverkündigung. Man gebe ungehindert Speise und weitere Gaben und faste selbst.

Kriyapada 62, Vers 69. Nach den Bestattungsriten, am Ende des Ekoddishta und ebenso zum Jahresabschluss faste der Ausführende an diesen drei Anlässen und esse am folgenden Tag.

Kriyapada 62, Vers 70. Nachdem man das einem Einzelnen gewidmete Shraddha so vollzogen hat, gebe man täglich Speise zusammen mit einem Wasserkrug nach demselben Verfahren.

Kriyapada 62, Vers 71. Einmal im Monat das monatliche, nach drei Monatshälften das Dreihälften-Shraddha; ebenso jeden Monat ein Shraddha mit Darbringung von Pindas.

Kriyapada 62, Vers 72. Dazu das vor Ablauf von sechs Monaten und das vor Ablauf eines Jahres. Zusammen mit den zwölf monatlichen Shraddhas … [Quelllücke] … sind sechzehn Pindas

Kriyapada 62, Vers 73. darzubringen. Am Ende des Jahres wird die Vereinigung mit den Ahnen, Sapindikarana, vorgeschrieben. Dafür fasse man am Vortag den Vorsatz und wähle besonders geeignete Brahmanen aus.

Kriyapada 62, Vers 74. Am folgenden Tag bade man. Gereinigte, gebadete Brahmanen bereiten Speisen mit Kuchen, Beilagen und anderem nach dem Verfahren der gekochten Opfergabe.

Kriyapada 62, Vers 75. Im Süden und Norden errichte man mit Kuhdungwasser bestrichene Altäre. Im Süden bringe man das eigene Feuer, im Norden ein gewöhnliches Feuer herbei.

Kriyapada 62, Vers 76. Zuvor lade man zwei Brahmanen für die Vishvedevas ein, wasche ihre Füße und vollziehe die weiteren Handlungen; man lasse sie nach Osten gewandt sitzen.

Kriyapada 62, Vers 77. Nach Gewährung der rituellen Gelegenheit gebe man Wasser in ihre mit Darbha versehenen Hände, bereite Arghya mit Gerstenwasser und reiche es in der Vorstellung von Nektar.

Unnummerierte Formel nach Vers 77. „Den Vishvedevas Svadha, Huldigung und Svaha!“ Danach:

Kriyapada 62, Vers 78. Man wähle wie zuvor einen geeigneten Brahmanen für den Verstorbenen und drei Brahmanen für Vater, Großvater und dessen Vater.

Kriyapada 62, Vers 79. Ist die Verstorbene eine Frau, wähle man drei für Mutter, deren Mutter und wiederum deren Mutter. Alle sollen gute Herkunft, Gelehrsamkeit und Lebensführung besitzen und Shiva ergeben sein.

Kriyapada 62, Vers 80. Nach ihrer Verehrung teile man sämtliche Speisen in zwei Teile. Den für die Götter bestimmten Anteil lege man in ein Gefäß und begieße ihn mit Ghee.

Kriyapada 62, Vers 81. Man lasse beide ihn mit dem nagelfreien Teil des Daumens berühren, unter „Den Vishvedevas“ und abschließendem Svaha. Danach trage man die heilige Schnur in der Ahnenstellung.

Kriyapada 62, Vers 82. Ebenso streue man mit „Fortgeschlagen …“ Sesam mit Sand aus. Mit „Mögen die niederen Väter sich erheben …“

Kriyapada 62, Vers 83. besprenge man die Plätze wie zuvor. Südlich des gewöhnlichen Feuers stelle man auf Darbha mit südlich gerichteten Spitzen einzelne Gefäße auf.

Kriyapada 62, Vers 84. Alle gekochten Speisen stelle man nach Norden und vollziehe die Umtragung des Feuers. In den bereitgestellten Gefäßen bereite man der Reihe nach die Svadha-Gaben für Vater und die übrigen.

Kriyapada 62, Vers 85. Wie zuvor gebe man mit „Du bist Sesam …“ Sesam hinein, mit „Süß weht der Wind …“ Honig, dann mit „Somas Glanz …“

Kriyapada 62, Vers 86. zerreibe beziehungsweise entferne man das mit „beißenden Wesen“ Bezeichnete [?], wie zuvor gelehrt. [Die Handlung ist in der Quelle selbst fragend und beschädigt überliefert.] Mit „Hierher mögen kommen …“, vorangestellt die Namen von Vater und den übrigen,

Kriyapada 62, Vers 87. bereite und bespreche man die Svadha-Gaben. Mit „Die göttlichen Wasser mögen uns …“ berühre man sie, verehre und bedecke sie mit Darbha. Den Brahmanen wasche man die Füße.

Kriyapada 62, Vers 88. Die für Vater und die übrigen bestimmten setze man im Süden, den für den Verstorbenen im Norden auf Darbha-Sitze, alle nach Norden gewandt.

Kriyapada 62, Vers 89. Wie zuvor spreche man „Ich werde im Feuer opfern“, und sie antworten zustimmend. Nach dem Entzünden des südlichen Feuers mit dem umgebenden Feuer vollziehe man die vorbereitenden Feuerhandlungen. [Die Fügung zur Feuerübertragung ist mit einer Variante überliefert und bleibt im Einzelnen unsicher.]

Kriyapada 62, Vers 90 mit eingeschobener Liste. Fünfmal schöpfe man Ghee mit dem Opferlöffel und opfere es mit diesen Mantras: Der erste beginnt „Die im Osten entstehen …“, der zweite „Ich trenne durch Berge …“, der dritte „Ich trenne durch Jahreszeiten …“, der vierte „Was meine Mutter …“, der fünfte „Was ich euch betrübt habe …“. Einen Kuchen teile man in acht Teile und opfere anteilig mit „Soma …“.

Kriyapada 62, Vers 91. Mit „Den Angiras-Tragenden zum Beistand …“ und „Agni, Träger der Ahnengabe …“ opfere man dreimal die drei Teile. Danach nehme man den großen Opferlöffel,

Kriyapada 62, Vers 92. opfere gekochte Opfergabe, Reis und Getreidebrei, vermischt mit dem übrigen Opfer-Ghee, jeweils mit dem Schöpflöffel eingebracht, unter den Mantras zur Sättigung der Ahnen.

Unnummerierte Prosa nach Vers 92: Vereinigung mit den Ahnen. Danach opfere man mit „Agni, dem Träger der Ahnengabe …“ im südlichen Teil der Osthälfte. Man vollziehe die Handlungen bis zum Besprengen und Weglegen, berühre die Gabe mit „Die Erde ist dein Gefäß …“, besprenge das nördliche Feuer ringsum, lege eine Ghee-Unterlage in den Schöpflöffel, nehme von allem je einmal und begieße es mit Ghee. Südlich ziehe man mit Asche vermischte Glut heraus und opfere darauf: „Om, jenem Verstorbenen und Yama, Svaha! Agni, dem Träger der Ahnengabe, dem Vollender des gut Geopferten, Svadha, Huldigung und Svaha!“ Ebenso besprenge man ringsum.

Die wie früher für die Vishvedevas bereiteten Speisen gebe man in die beiden Gefäße. Man berühre sie mit „Die Erde ist dein Gefäß …“ und lasse mit „Dies hat Vishnu …“ die Speisen mit dem nagelfreien Teil des Daumens berühren. Den für Vater und die übrigen bestimmten Brahmanen, denen die rituelle Gelegenheit gewährt wurde, gebe man wie früher reines Wasser und Svadha-Wasser mit den Mantras der Reihe nach in ihre mit Grasringen versehenen Hände. Man lasse sie die Speisen in ihren Gefäßen berühren und gebe ihnen Wasser zum Trinken; ebenso dem Vertreter des Verstorbenen. Dabei rezitiere man selbst der Reihe nach die Prana-Opfermantras von „Im Prana ruhend opfere ich Unsterbliches …“ an. Sie bringen die Gaben in ihren eigenen Mund dar.

Der Ausführende lasse die begleitenden Rezitationen hören: „Entfalte deine Kraft …“ in der Form zur Abwehr von Rakshasas, wobei jeder Vers mit „Verbrenne …“ endet; das mit „Der Verse …“ bezeichnete Sukta, Trinaciketa, Trisuparna und Ishana. [Einige Textbezeichnungen sind in der Quelle verkürzt oder auffällig; keine externen Hymnentexte eingesetzt.]

Wenn sie gegessen haben, zeige er ihnen Reis und frage: „Seid ihr gesättigt?“ Sie antworten: „Wir sind gesättigt.“ [Das Wort unmittelbar vor „Reis“ ist in der Quelle mit einem Fragezeichen überliefert.] Er streue den Reis mit Wasser in einer Rechtsbewegung auf den Boden und spreche: „Die in meiner Familie durch Feuer Verbrannten und die nicht Verbrannten: Mögen sie von der auf die Erde gegebenen Gabe gesättigt werden; gesättigt mögen sie den höchsten Weg erreichen.“ [Die zusätzliche Lautfolge bei den Nichtverbrannten ist unklar.]

Nachdem er die Vertreter von Vater und den übrigen mit Ehrengaben und Gewändern zufriedengestellt hat, lasse er sie der Reihe nach aufstehen, danach auch den Vertreter des Verstorbenen. Er erbitte die Erlaubnis zum Umgang mit den übrigen Speisen, opfere im nördlichen Feuer mit den Vyahritis, vollziehe die übrigen Handlungen und entlasse dieses Feuer. Das Wasser aus dem Gefäß des Verstorbenen vereinige er der Reihe nach mit den Svadha-Gefäßen von Vater und den übrigen, unter den drei Versen von „Süß weht der Wind nach der Ordnung …“ an und den zwei Versen von „Geht gemeinsam …“ an.

Südlich des südlichen Feuers breite er Darbha aus, gebe unter den Ahnen-Sättigungsmantras Pindas, verehre und bedecke sie mit Darbha. Den Pinda des Verstorbenen teile er dreifach und vereinige ihn mit den Pindas der Ahnen. Mit „Gemeinsam ist der Mantra …“ und „Gemeinsam sei eure Absicht …“, diesen beiden Versen, vereinige er die Pindas von Vater und den übrigen. Danach wende er sich mit den beiden Versen „Die gleich sind …“ und „Die von gleicher Herkunft sind …“ an sie. Mit denselben Versen vereinige er das Wasser der Svadha-Gefäße und besprenge den Pinda.

Dann trage er die heilige Schnur in der gewöhnlichen Stellung und opfere von Jaya bis zu den Sühneformeln. Er vollziehe die Handlungen bis zur Gabe einer vorzüglichen Kuh, entlasse Ahnen und Götter und begleite die Brahmanen mit ihrer Erlaubnis bis zur Tür. Brahmanen, Trägern religiöser Zeichen, Bedürftigen und Angehörigen gebe er ungehindert Speise und Ehrengaben in der Haltung, sie Shiva darzubringen. Im Gedenken an den Verstorbenen vollziehe er Shiva-Verehrung. Wenn er die Mittel hat, setze er dafür auch ein Linga ein und richte dessen Verehrung entsprechend seinem Vermögen ein. Nachdem er den Verstorbenen mit den gewünschten Freuden des Himmels und den weiteren Erfahrungen verbunden hat, erlangt er nach der Verheißung auch selbst die erwünschten diesseitigen und jenseitigen Güter.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über die Vereinigung mit den Ahnen.

Kriyapada 62, Vers 93. Für Mutter, Vater, Bruder, Mutterbruder, Lehrer und andere Angehörige vollziehe man jedes Jahr an ihrem Todestag

Kriyapada 62, Vers 94. nach den eigenen Möglichkeiten das jährliche Shraddha, jeweils ihnen gewidmet. Nun wird hier gesammelt die Ordnung des Ashtaka-Shraddha erklärt.

Unnummerierter Abschnitt nach Vers 94: Überlieferte Anlässe für das Ahnenritual. In den Puranas und anderen Schriften heißt es:

„Am dreizehnten Tag der dunklen Monatshälfte des Nabhasya und am fünfzehnten im Magha, bei Verfinsterung von Mond und Sonne, an den drei Ashtakas und an beiden Sonnenwenden soll ein gesammelter Mensch den Ahnen wenigstens mit Sesam vermischtes Wasser geben. Wasser und Speise, von Menschen ihrer Familie dargebracht, gewähren ihnen Sättigung für zehntausend Jahre.“ [Die Quelle stellt zur Stelle über Finsternisse, Ashtakas und Sonnenwenden ausdrücklich eine Lesung aus dem Vishnu-Purana daneben. Beide Sanskritfassungen bleiben im Sanskritteil erhalten; der gemeinsame Sinn ist hier übersetzt. Die Wortfügung vor „Wasser und Speise“ ist fragend überliefert.]

Ferner: „An allen Neumonden, an dreizehnten und achten Mondtagen, besonders in der dunklen Monatshälfte, bei Vyatipata und Kshaya, zu den Tagundnachtgleichen, am fünften Mondtag, beim Aufkommen neuen Getreides, beim Besuch heiliger Orte und Badeplätze, wenn ein schriftkundiger Brahmane ins Haus kommt oder wenn man im Traum die eigenen Ahnen sieht, soll man hingebungsvoll Shraddha vollziehen.“ [Vyatipata und Kshaya bleiben als traditionelle Kalenderbezeichnungen stehen.]

Am Vorabend wähle man vorzügliche Brahmanen mit guter Herkunft, Charakter, Gelehrsamkeit und Lebensführung, besonders Shiva-Verehrer. Gereinigte Brahmanen, gebadet und weiß gekleidet, bereiten die Opfergabe an den Herden nach dem beschriebenen Verfahren der gekochten Opfergabe. Für das Shraddha gelten insgesamt die Getreide aus Feld und Wildnis als geeignet, mit Ausnahme von Kulattha, Kichererbsen, Kodrava, Pulaka, Kangu und besonders Nishpava.

Unter den Früchten meide man die als Vikhya, Kakubha und weiteren unklaren Namen bezeichneten, Bimba und Gurke; unter den Wurzeln Knoblauch, Zwiebel und Rettich sowie bestimmte Blattgemüse. [Die Fruchtreihe „vikhyāni kakubhābdhamalāmbukam“ ist schon in der Quelle fragend markiert; sichere moderne Pflanzenzuordnungen sind hier nicht möglich.] Zu meiden sind beim Shraddha Salz, Asafoetida, Pfeffer, Koriander, Ölkuchen und Öl außer zur Salbung. Milch, Dickmilch und Ghee sind geeignet: von der Kuh vorzüglich, vom Büffel von mittlerem Rang, von Ziege und Schaf von geringerem Rang; Buttermilch und saurer Getreidetrank sind zu meiden. [Danach steht in der Quelle der fragende Einschub: „Die Vishvedevas, die Brahmanen, erfreut?“; sein Satzbezug bleibt offen.]

Die freundlich gesinnten, gelübdetreuen, gebadeten und besonders gelehrten Ankommenden speise man ordnungsgemäß nach Fußwaschung und den weiteren Handlungen.

Unnummeriertes Smriti-Zitat: Reinheit und Gelassenheit. Hierzu die Smriti: „Drei Dinge gelten beim Shraddha als reinigend: der Tochtersohn, die Kutapa-Zeit und Sesam. Drei weitere Eigenschaften werden dabei gepriesen: Reinheit, Freiheit von Zorn und Freiheit von Hast. Wenn im achten Teil des Tages die Sonne schwächer wird, heißt diese Zeit Kutapa. Was man dann den Ahnen gibt, gilt als unvergänglich. Milch sättigt sie einen Monat, Milchreis ein Jahr; Milchreis mit Honig und Ghee soll die Ahnen zwölf Jahre sättigen.“

Unter den Zeiten meide man Vormittag, die beiden Tagesübergänge, Nanda und den vierzehnten Mondtag, Freitag, Mittwoch und Donnerstag, die mit Purva bezeichneten [Mondhäuser?] und das Geburtsmondhaus des Ausführenden. [Die Quelle bietet bei der letzten Kalenderreihe eine fragende Alternative; ihre genaue Abgrenzung bleibt offen.]

Unnummerierte Prosa: Vorbereitung und Sitzordnung. Im Hof bestreiche man mit Kuhdung ein viereckiges Mandala von einer Elle Breite. Darauf breite man Darbha mit den Spitzen nach Osten, Gerste und ungebrochene Reiskörner aus. Brahmanen in gerader Anzahl, als Vishvedevas vergegenwärtigt, gebe man Arghya mit Gerste an die Füße. Nach Reinigung ihrer Füße mit Erde und Wasser und dem Reinigungsschluck führe man sie hinein und lasse sie auf Darbha-Sitzen nach Osten gewandt Platz nehmen.

Danach behandle man westlich davon auf einem runden Mandala mit südlich gerichtetem Darbha eine ungerade Anzahl Brahmanen als Vater, Großvater und Urgroßvater. Nach Arghya mit Sesamwasser, Fußwaschung und Reinigungsschluck führe man sie hinein und lasse sie auf Darbha-Sitzen nach Norden gewandt sitzen. Südlich dieses Ahnen-Mandalas bereite man ein weiteres Mandala mit südlich gerichtetem Darbha. Für Mutter, Großmutter und Urgroßmutter lasse man die Brahmanen wie zuvor nach Fußwaschung eintreten. Danach setze man ebenso Brahmanen für den Muttervater, den Großvater der Mutter und den Urgroßvater der Mutter samt ihren Gemahlinnen ein.

Mit „Mögen die Ahnen kommen …“ gewähre man die rituelle Gelegenheit. Für die väterliche, mütterliche und mütterlich-großväterliche Reihe bereite man in drei Gefäßen die Svadha-Gaben mit den früher genannten Mantras. Unter „Die Asuras seien vertrieben …“ und dem Waffenmantra streue man Sesam mit Sand aus. In ihre Darbha haltenden Hände gebe man einzeln der Reihe nach reines Wasser und Svadha-Wasser mit den Mantras wie zuvor. [An dieser Stelle steht ein fragender Textrest „tādikaṃ?“ ohne sicheren Satzbezug.] Man verehre die Ahnen in umgekehrter Reihenfolge und opfere die wie früher bereiteten gekochten Gaben wie bei der Vereinigung mit den Ahnen.

Unnummerierte Prosa: Feueropfer. Die Besonderheit ist: Nach dem Kuchenopfer folgen die fünfzehn Verse von „Diese war es, die zuerst aufleuchtete …“ an und der einzelne Vers „Zum Wohlgefallen …“, die monatliche Zuordnung des Jahres. [Die Verkettung der Textbezeichnungen ist verdichtet; keine fehlenden Texte ergänzt.] Mit „Om, Agni, dem Träger der Ahnengabe, Svadha und Huldigung! Shiva, Svaha!“ und den folgenden Anrufungen opfere man für Soma, der mit den Ahnen verbunden ist, Yama, Aryaman, Angiras, die Agnishvattas, die Barhishads, die Soma-Trinkenden und die Wärme-Trinkenden, jeweils Ghee. [Vor der Einzelanweisung steht der unsichere Zusatz „prākāgra?“.] Die verbleibende Opferspeise gebe man in die Gefäße von Vater und den übrigen und füge Ghee mit Sesam als Unterlage hinzu.

Unnummerierte Prosa: Darreichung der Mahlzeit. Dann teile man die Speisen, reichlich versehen mit reinem Reis, Milchreis, Ghee, Rohrzuckerkuchen und Früchten, in drei Teile. Zuerst gebe man einen Anteil den Göttern, besprenge und bespreche ihn mit Purusha. Auf die Speisen der Ahnen streue man Sesam und besprenge sie mit Aghora. Mit Vamadeva führe man die nach unten gerichtete Hand des Essenden in der eigenen nach oben geöffneten Hand rechtsherum um die Opfergabe und lasse ihn mit der Daumenspitze die Speisen berühren, unter „Dies hat Vishnu …“ und „Vishnu, schütze die Göttergabe!“

Man nehme Wasser in die eigene Hand und spreche: „Bei diesem Shraddha ist diese Speise den Vishvedevas gegeben; alles, was bis zur Sättigung noch gegeben werden wird, gehört nicht mir, sondern dem Unsterblichen.“ Zum Essen gebe man mit Purusha das Wasser unter „Du bist die Unterlage der Unsterblichkeit“. Für Vater und die übrigen ebenso; der Unterschied ist die Berührung mit „Vishnu, schütze die Ahnengabe!“ und die Widmung „Bei diesem Shraddha den Ahnen …“ Auch den Ahnenvertretern gebe man wie zuvor Wasser zum Trinken. Sie trinken es wie früher.

Die Mantras der Prana-Opfer von „Im Prana ruhend opfere ich Unsterbliches …“ an rezitiert der Auftraggeber selbst. Die Essenden bringen diese Gaben selbst dar. Danach berühren sie das Gefäß mit der zwischen den Knien ruhenden linken Hand und essen mit der rechten schweigend nach Belieben. [Die Quelle verzeichnet zur Lage der linken Hand eine abweichende Lesung.]

Der Auftraggeber bleibt nach Norden gewandt und rezitiert die mit Ishana eingerahmten Texte zur Abwehr von Rakshasas, von „Entfalte deine Kraft …“ an, den als „Der Verse …“ bezeichneten Text, Trinaciketa und Trisuparna. [Die Quelle fügt fragend „die Jyeshtha-Samans?“ hinzu.] Kommt währenddessen ein Gast, speise man auch ihn mit wohlschmeckenden, von den Wohlgesitteten anerkannten Speisen und sehe in ihm den Herrn.

Unnummerierte Prosa: Sättigung und Gedächtnisgaben. Wenn sie gesättigt sind, nehme man Reis in den Schöpflöffel, zeige ihn allen und frage: „Seid ihr gesättigt?“ Sie antworten: „Wir sind gesättigt.“ Diesen Reis streue man wie zuvor auf den Boden: „Die in meiner Familie durch Feuer Verbrannten und die nicht Verbrannten: Mögen sie von der auf die Erde gegebenen Gabe gesättigt werden; gesättigt mögen sie den höchsten Weg erreichen.“ [Die dazwischen überlieferte Folge „jātā jīvā“ ist unsicher.] Mit „Du bist der Abschluss der Unsterblichkeit“ gebe man einen Schluck Wasser. Nach dessen Trinken und der Reinigung der Hände bleiben sie sitzen.

Auf demselben Mandala streue man mit Sadya Darbha und mit Vama Sesam aus. Vom Rest der Mahlzeit nehme man Pindas mit Sesam, Ghee, Dickmilch und Honig und bringe sie Vater und den übrigen dar, mit Isha, Purusha und Aghora sowie den mit „Dies für dich, Vater …“ beginnenden, mit dem Wurzelmantra endenden Formeln. Und zwar:

„Dies für dich, Vater namens N. N., für deine Mutterväter, deine Lehrer, deine Gurus, deine Freunde, deine Verwandten, deine Ratgeber und deine Schüler sowie ihre Ehefrauen: Ihnen und ihnen allen Svadha und Huldigung!“ Ebenso mit „Dies für dich, Großvater …“ und mit „Dies für dich, Urgroßvater …“. Auf gleiche Weise gebe man je drei Pindas für die Reihe von Mutter und den übrigen sowie für die Reihe der mütterlichen Großväter.

Danach streue man den Speiserest auf Darbha auf den Boden und streife ein wenig mit diesen Worten ab: „Die abgegangenen Leibesfrüchte, die auf Blutanteile angewiesen sind: Ihnen, den Unsrigen, Svadha und Huldigung! Mögen sie gesättigt sein und sich freuen. Die Unreifen, die Reifen und die Geschädigten, die uns verloren gehen: Ihnen, den Unsrigen, Svadha und Huldigung! Mögen sie gesättigt sein und sich freuen. Die Kinder, die Frauen und die Unbekannten, die uns verloren gehen: Ihnen, den Unsrigen, Svadha und Huldigung! Mögen sie gesättigt sein und sich freuen.“ [Der Beginn der ersten Formel ist sprachlich unsicher; „die Unsrigen“ gibt das wiederholte „svajāḥ“ vorsichtig wieder.]

Dann besprenge man die Gaben mit dem Spülwasser unter den beiden Texten „Die gleich sind …“ und „Die von gleicher Herkunft sind …“, dreimal in einer linksgerichteten Bewegung, sowie „Die Kraft Herantragenden …“, jeweils mit dem Wurzelmantra abschließend. [Die genaue Bewegung ist mit mehreren unsicheren Lesungen überliefert.] Man gebe Gewänder, Schmuck, Gold und weitere Ehrengaben und drehe das Svadha-Gefäß mit der Öffnung nach oben.

Unnummerierte Prosa: Entlassung und Abschluss. Mit Purusha und den folgenden Mantras sowie „Bei jedem Wettstreit …“ fasse man die Brahmanen an der Hand und lasse sie aufstehen. Der Auftraggeber umgehe sie rechtsherum und verneige sich. Die Brahmanen sprechen die mit „Die Väter gemeinsam …“ beginnenden Segensworte. Fragt der Auftraggeber: „Was soll mit dem Speiserest geschehen?“, antworten sie: „Er werde mit den lieben Menschen gemeinsam verzehrt“, und gehen. Er begleite sie bis zur Tür.

Danach bringe man vierundzwanzig Pindas unter den Ahnen-Sättigungsmantras dar, ohne Svaha, und besprenge sie wie früher mit „Die Kraft Herantragenden …“. Man vollziehe die Handlungen von Jaya bis zu den Sühneformeln und bis zur Gabe einer vorzüglichen Kuh. Mit dem Ausgießen des Pranita-Wassers schließe man ab und entlasse das Feuer. Eine Ehefrau, die einen Sohn wünscht, esse danach den mittleren Pinda unter dem Textbeginn „Die Väter mögen einsetzen …“. Nach der Speisung weiterer Brahmanen und anderer Menschen esse der Auftraggeber gemeinsam mit Söhnen, Freunden, Dienern und den übrigen den Ahnen-Speiserest. Dadurch soll er nach der religiösen Verheißung alle diesseitigen und jenseitigen Wünsche erlangen.

Unnummerierter Schlussvers. So wurde die Ordnung der letzten Riten erklärt, gesondert die Ordnung der neuen Shraddhas mit ihren sechzehn Gaben, danach die Vereinigung mit den Ahnen und das Ashtaka-Ritual, nach Betrachtung des in den Tantras gelehrten Verfahrens.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das zweiundsechzigste Kapitel über die letzten Riten.

Besinnung zu Kapitel 62

Zwischen den vielen rituellen Einzelheiten stehen menschlich nahe Haltungen: ohne Zorn und ohne Hast handeln, an Verstorbene denken, Gäste bewirten und Nahrung teilen. Für heutige Yoga-Aspiranten können diese Gedanken eine achtsame Form des Erinnerns anregen. Die historische Lehre vom Weg des Bewusstseins und die konkreten Bestattungsvorschriften bleiben davon unterscheidbar. Trauer braucht keinen Beweis spiritueller Vollkommenheit; die heutige Besinnung darf Raum für Erinnerung, Dank und Mitgefühl lassen.


Kriyapada, Kapitel 63: Sühne und Wiederherstellung der Ritualordnung

Das Kapitel fragt, wie eine unterbrochene oder gestörte Verehrung wieder aufgenommen werden kann. Es ordnet Versäumnissen bestimmte Sühnehandlungen zu und beschreibt ein Waffenopfer sowie die Jaya-Bali-Gabe. Seine Aussagen über Unheil, rituelle Unreinheit und soziale Gruppen gehören zur historischen Rituallehre; sie sind keine heutigen Tatsachenurteile über Menschen oder Ursachen von Krankheiten.

Kapitelanfang. Nun das dreiundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 63, Vers 1. Zur Befriedung von Fehlern durch Auslassung und Versehen sowie ungewöhnlichen Erscheinungen werden nun Sühnehandlungen für die täglichen und anlassbezogenen Riten erklärt.

Kriyapada 63, Vers 2. Sind drei, zwei oder eine Verehrung ausgefallen oder wurden die abgenommenen Gaben nicht entfernt, bade und verehre man der Reihe nach mit den kleineren Formen des rituellen Bades.

Kriyapada 63, Vers 3. Bleiben zu den Tagesübergängen alte Gaben auf dem Kopf des Linga, zerstört dies nach der Lehre die Gegenwart der Gottheit und mindert die Macht des Königs.

Kriyapada 63, Vers 4. Das Fehlen von Duftgaben bringe Armut, das Fehlen von Blumen Verlust des Glücks; Verehrung ohne Räucherwerk und Lampen bringe Krankheit und Leid.

Kriyapada 63, Vers 5. Ohne Speisegabe drohe Hungersnot; beim Ausfall des Feuerdienstes drohe dem Reich Regenmangel, beim Abbruch der Bali-Gaben Verlust der Bevölkerung.

Kriyapada 63, Vers 6. Beim Ausfall des täglichen Festes drohe stets ein feindliches Heer; beim Abbruch des großen Festes der Untergang von König und Auftraggeber.

Kriyapada 63, Vers 7 mit Einschub. Daher soll ein verständiger Mensch keinen Dienst auslassen. Durch vorschriftsgemäße Ausführung wächst das Gedeihen. Wenn aus Unachtsamkeit oder durch ein Hindernis Verehrung oder eine andere Handlung ausfällt,

Kriyapada 63, Vers 8. vollziehe man die jeweilige Verehrung doppelt und rezitiere Aghora hundertmal. Weil das Auslassen der Stierverehrung den Verlust der Rinder bewirken soll,

Kriyapada 63, Vers 9. verdopple man zur Befriedung die Verehrung des Stiers. Weil bei einem Fest ohne Banner dem König Bedrängnis durch Feinde drohen soll,

Kriyapada 63, Vers 10. und bei Bruch des Banners oder der Flagge eine Seuche im Reich zunehmen soll, opfere man zur Befriedung nordöstlich des Banners im Feuer einer Grube mit dem Stiermantra

Kriyapada 63, Vers 11 mit Prosa. die acht Stoffe, Brennhölzer und die übrigen, und verehre Stier und Shiva. Das heißt: Man hisse das Banner erneut und setze das Fest fort. Fehlen die glückverheißenden Keimlinge, soll dies König und den übrigen Unglück bringen.

Kriyapada 63, Vers 12. Man opfere mit Tryambaka und den folgenden Texten und verehre Shiva besonders. Fehlt das Anlegen des Schutzbandes, geht nach der Lehre der Schutz des Reiches verloren.

Kriyapada 63, Vers 13. Hier opfere man Ghee mit Tryambaka, verehre und lege das Band an. Ohne Pulverfest soll Krankheit im Reich entstehen; zur Befriedung

Kriyapada 63, Vers 14. opfere man mit Mrityunjaya und verehre Shiva besonders. Ohne die Prozession zum heiligen Bad werde das Reich durch Wassermangel bedrängt.

Kriyapada 63, Vers 15. Man opfere Ghee mit den Samhita-Mantras und veranstalte die Prozession zum heiligen Bad. Unterbleibt das Einholen des Banners, drohe ein heftiger Sturm.

Kriyapada 63, Vers 16. Nach der Befriedung wie zuvor verehre man Shiva und hole das Banner herab. Werden die zum Fest herbeigerufenen Scharen nicht entlassen,

Kriyapada 63, Vers 17. werde das Reich erschüttert. Zur Befriedung verehre man Shiva, streue Jaya-Bali aus, verehre alle Scharen und entlasse sie.

Kriyapada 63, Vers 18. Fällt beim täglichen oder großen Fest das Linga oder Bild vom Gefährt, soll dies König, Reich und den übrigen Untergang bringen.

Kriyapada 63, Vers 19. Als Sühne stelle man die Gottheit an derselben Stelle auf, umgebe sie ringsum mit einem Vorhang und bestreiche den Boden.

Kriyapada 63, Vers 20. Man bade, vollziehe die Segensverkündigung, fertige ein weiteres Linga aus Reis und verehre dieses und das Bild dort vorschriftsgemäß.

Kriyapada 63, Vers 21. Nach Übergießung mit neun Krügen bringe man Shali-Reis und Milchreis mit Ghee dar. Im Osten richte man ein bis zur Namengebung geweihtes Feuer ein.

Kriyapada 63, Vers 22. Ghee, gekochte Opfergabe, Brennhölzer, Honig, Milch und Puffreis opfere man mit Isha und den übrigen bis Sadya und der Gayatri; weißen Senf,

Kriyapada 63, Vers 23. Sesam mit dem Waffenmantra, Shali-Reis mit dem Wurzelmantra, jeweils hundertmal. Auch mit den Mantras der tragenden Shakti und der übrigen sowie der Richtungsherren opfere man.

Kriyapada 63, Vers 24. Mit dem Mantra des Hüters jener Richtung, in die das Linga gefallen ist, opfere man hundertmal Sesam und Ghee, dann Jaya und die weiteren sowie die Sühneformeln.

Kriyapada 63, Vers 25. Nach dem Svishtakrit-Opfer gebe man die für die Richtungshüter genannten Ehrengaben: einen goldenen Elefanten, Gold, Büffelkühe samt einem Büffel,

Kriyapada 63, Vers 26. eine goldene Ziege, eine Halskette, Messing mit Gold, Milchkühe und Silber werden der Reihe nach als Ehrengaben genannt.

Kriyapada 63, Vers 27. Danach setze man die Prozession fort und gebe die übrigen Bali-Gaben. Ist das herabgefallene Bild zerbrochen, sind Sühnehandlungen und Ehrengaben viermal so groß wie beschrieben,

Kriyapada 63, Vers 28. und Speise ist ungehindert zu geben. Man setze ein anderes Bild ein und führe den übrigen Teil der Prozession fort.

Kriyapada 63, Vers 29. Am ursprünglichen Linga veranstalte man ein großes rituelles Bad und Verehrung. Entsprechend dem Gewicht der Dauer der Verehrungsunterbrechung

Kriyapada 63, Vers 30. vollziehe man Sühne, mit einer für diesen Zeitraum verdoppelten Verehrung, Feueropfer und Ehrengaben; dann nehme man die Verehrung wieder auf.

Kriyapada 63, Vers 31. Bis zu einer Unterbrechung von zwölf Tagen wird diese Sühne vorgeschrieben. Danach lasse man bei einem von Menschen gefertigten Linga eine erneute Einsetzung vollziehen.

Kriyapada 63, Vers 32. Bei Lingas von Weisen und selbstentstandenen Lingas vollziehe man erneut die Besprengung und die Erneuerungseinsetzung, bade sie und verehre sie.

Kriyapada 63, Vers 33. Bricht Shiva-Krug oder Waffengefäß, deutet der Text dies als Todeszeichen für den Auftraggeber. Hier opfere man Ghee und die übrigen Stoffe mit den Samhita-Mantras jeweils hundertmal,

Kriyapada 63, Vers 34. Sesam und Ghee mit dem Waffenmantra und verehre einen anderen Krug und ein anderes Waffengefäß. Ist ein für das Bad bereits verehrter Krug oder sind mehrere Krüge

Kriyapada 63, Vers 35. zerbrochen, fülle und verehre man andere ebenso. Mit dem Waffenmantra opfere man hundert Ghee-Gaben und lasse Ghee in diese Krüge tropfen.

Kriyapada 63, Vers 36. Ebenso oft rezitiere man den Mantra und gebe zur Befriedung Gold. Bei einem Todesfall im Tempel oder Hof, einer blutenden Verletzung,

Kriyapada 63, Vers 37. Besudelung durch Urin, Kot und anderes, beim Eintritt von Hunden, menstruierenden Frauen, Wöchnerinnen, Candalas, Schakalen, Geiern, Eulen oder Eseln

Kriyapada 63, Vers 38. oder bei einer Geburt dort wird folgende Sühne erklärt: Man grabe den jeweiligen Boden ringsum zwei Ellen weit aus. [Diese Aufzählung gibt die historische Reinheitsordnung des Textes wieder; sie ist keine Bewertung der genannten Menschen.]

Kriyapada 63, Vers 39. Man entferne die Erde und verbrenne die Stelle mit Kuhdungfeuer. Auch die Asche entferne man und fülle die Stelle mit Kuhurin,

Kriyapada 63, Vers 40. danach mit Fußwaschwasser von Brahmanen, Wasser heiliger Orte und Panchagavya. Man lasse Kühe darübergehen und fülle mit den acht Erden auf.

Kriyapada 63, Vers 41. Man errichte eine Laube oder Halle und speise dort Brahmanen. Im Süden, im geweihten Feuer einer halbmondförmigen Grube, mit Shiva darin,

Kriyapada 63, Vers 42. opfere man Udumbara- und Apamarga-Brennhölzer, Ghee, gekochte Opfergabe und Siddhartha-Senf der Reihe nach, von jedem achttausendmal,

Kriyapada 63, Vers 43. mit den Brahma-Mantras von Ishana an. Danach Shali-Reis, Sesam, Gerste, Mungbohnen, Durva mit süßen Stoffen, Milchreis und gekochte Opfergabe,

Kriyapada 63, Vers 44. der Reihe nach mit den Brahma-Mantras, dem Wurzelmantra und der Gayatri. Für die Glieder opfere man von allen Stoffen ein Zehntel davon.

Kriyapada 63, Vers 45. Man gebe ungehindert Speise und weitere Gaben und streue nachts Bali aus. Nach einem der vorzüglichen oder anderen Bäder entsprechend den vorhandenen Mitteln

Kriyapada 63, Vers 46. gebe man Ehrengaben und Geschenke und nehme die Verehrung wieder auf. Ist das Linga von Angehörigen anderer Lehren, Candalas, Hunden oder anderen berührt oder mit schädigenden Mantras belegt,

Kriyapada 63, Vers 47. vollziehe man alles zuvor Genannte, einschließlich des Darüberführens von Kühen. Dann fertige man eine Hülle aus dem Holz eines Opferbaums,

Kriyapada 63, Vers 48. für Flüssigkeit im Inneren eingerichtet, schön rund wie eine Kugel, eine Handspanne über das Linga hinausragend und ohne undichte Stellen.

Kriyapada 63, Vers 49. Der Reihe nach fülle man sie mit den Kuhprodukten einzeln und gemeinsam, jeweils für drei Tage, dann mit Abkochungen, den acht Erden, Duftwasser und Wasser heiliger Orte.

Kriyapada 63, Vers 50. Dazu rezitiere man die beiden Vyomavyapin-Mantras, Isha und den Waffenmantra, Brahma, Prasada, Taraka, Mrityunjaya, Wurzel- und Gliedermantras, Rudra- und Pavamana-Texte,

Kriyapada 63, Vers 51. einundzwanzig, vierzehn oder sieben Tage, je nach dem Gewicht des Fehlers.

Kriyapada 63, Vers 52. Acht … [größere Quelllücke] … oder wenn etwas gefallen oder gestorben ist. Nach Besprengung mit Panchagavya und Segensverkündigung

Kriyapada 63, Vers 53 mit Prosa. opfere man wie zuvor mit den genannten Mantras für Agni Apsumant. Die Zahl der Opfergaben und der Umfang der Ehrengaben sind entsprechend dem Gewicht des Falls zu bestimmen. Ebenso opfere man bei Berührung durch eine menstruierende Frau für Agni Ashuci. [Die Benennung „Ashuci“ und die Reinheitszuordnung sind historische Textaussagen.]

Kriyapada 63, Vers 54. Stirbt während eines noch nicht abgeschlossenen Bades oder einer Einsetzung der Auftraggeber, ein Gestalthüter oder der Lehrer,

Kriyapada 63, Vers 55. vollziehe man auch dort nach Reinigung mit Kuhprodukten, Segensverkündigung und Verehrung von Krug und Waffe das Opfer wie zuvor mit den drei Versen von „Du, Agni, uns …“ an, den Samhita- und Waffenmantras.

Kriyapada 63, Vers 56. Nach Gaben von Kühen, Gold und anderem setze man das Ritual fort. Brahmanen und den übrigen sei Speise ungehindert zu geben.

Kriyapada 63, Vers 57. Am vierten [?], vor dem Bad, oder wenn Torbogen oder Banner gebrochen sind, oder bei Unterbrechung der genannten Feueropfer und weiteren Handlungen verfahre man ebenfalls wie beschrieben.

Kriyapada 63, Vers 58, erster Halbvers. Nach Panchagavya und den übrigen Schritten bis zum Feueropfer setze man das Jeweilige wieder ein und verehre es. [Der Beginn von Vers 57 ist schon in der Quelle fragend markiert und bleibt unaufgelöst.]

Abschnittsabschluss. Kleinere Sühnehandlung.

Kriyapada 63, Vers 58, zweiter Halbvers. Entsteht im Tempel oder in den Umfassungen ein Ameisenhügel oder ein Bienennest,

Kriyapada 63, Vers 59. oder eine Raktakanya, treten Geier, Eulen oder Rebhühner in die innere Kammer ein oder schlägt ein Blitz ins Heiligtum,

Kriyapada 63, Vers 60. lasse man auch dort die zuvor beschriebene Befriedung der Fehler vollziehen. Bei unheilvollen Erscheinungen wie dem Auftreten eines Kometen,

Kriyapada 63, Vers 61. Erdbeben, glühendem Himmel in den Richtungen, heftigem Sturm, Feuersbrunst, Umstürzen eines Baumes ohne Wind oder einem Regenbogen in der Nacht

Kriyapada 63, Vers 62. und anderen außergewöhnlichen Erscheinungen vollziehe man zur Befriedung zunächst das Waffenopfer und verehre Shiva besonders. [„Raktakanya“ in Vers 59 ist ein ungeklärter Bezeichner; keine bestimmte Tierart oder Erscheinung eingesetzt.]

Kriyapada 63, Vers 63 mit Übergang. Und zwar so: Im Osten, Nordosten oder Norden errichte und schmücke man wie zuvor eine Halle; nach Segensverkündigung und Ausstreuen

Kriyapada 63, Vers 64. verehre man Krug und Waffe, vollziehe die Umtragung und zeichne auf der Plattform ein Bhadra-Mandala. Mit dem sechsgliedrigen Wurzelmantra und den Gliedern, der Reihe nach aus dessen Lauten gebildet

Kriyapada 63, Vers 65. und mit den zugehörigen Abschlussformen versehen, statte man den eigenen Körper mit der vollständigen Mantragestalt aus. Man verehre Vighna, fülle das Arghya und trage Stirnzeichen und Blumenschmuck.

Kriyapada 63, Vers 66 mit vorangestellter Fortsetzung. Über Shakti und dem Ananta-Sitz, mit Dharma und den übrigen sowie dem Lotus der Gunas, vergegenwärtige man: „Er strahlt wie die Sonne am Ende des Weltalters, hat zehn Arme und fünf von Hauern gewaltige Gesichter, braunen Bart und mächtige Haarflechten, drei Augen und eine Kette aus Köpfen. Er trägt Beil, Fell oder Schild, Schädel, Bogen, Schlange, Dreizack, Schwert, Feuer, Pfeil und Damaru. Schlangen schmücken ihn; ein Tigerfell ist sein Gewand.“

Kriyapada 63, Vers 67. So vergegenwärtige man ihn, versehe ihn mit Wurzel- und Gliedermantras mit der vollständigen Mantragestalt und verehre ihn.

Kriyapada 63, Vers 68. Mit Arghya und den weiteren Gaben verehre man die zu den Erfahrungen gehörenden [Gestalten] auf den Blättern vom Südosten an, die Vidyeshvaras in ihren Richtungen, außen die zehn Welthüter,

Kriyapada 63, Vers 69 mit Prosaeinschub. ringsum deren Waffen, alles ordnungsgemäß. Ebenso im Feuer einer dreieckigen Grube mit Khadira-Brennhölzern. Nach dem Abwaschen mit Rinden milchsaftführender Bäume, Mehl und Asche [?] … Mit Lakshmi, Devi, Saha, Durva, Kranti, den elf Lotussen,

Kriyapada 63, Vers 70. Shakravalli, Sadabhadra, Musali, Madhupa, Rocana, Agarholz, Kampfer, Mamsi, Safran, Sandel,

Kriyapada 63, Vers 71. Ushira, Muru und Kushtha, jeweils zerrieben, bestreiche man es. Man wasche mit Wasser heiliger Orte und reibe mit Bilva-Blättern ab. [Der Übergang in Vers 68–71 ist beschädigt beziehungsweise stark elliptisch; insbesondere bleibt das Bezugsobjekt zunächst ungenannt. Die erhaltene Stoffreihe wird ohne botanische Rekonstruktion übersetzt.]

Kriyapada 63, Vers 72. Ohne Mantra verehre man wie zuvor in der Halle des vorbereitenden Verweilens auf dem Lager, mit einem goldenen Krug und Wasser, versehen mit Gold, Edelsteinen und anderem.

Kriyapada 63, Vers 73. Wie früher lasse man die drei Bereiche, Wirklichkeitsebenen, Gestalten und die übrigen darin verweilen, rufe mit Wurzel- und Gliedermantras Shiva herbei und verehre ihn darin zur gewählten Zeit.

Kriyapada 63, Vers 74. Den Shiva im Krug übertrage man durch Übergießung auf das Linga. Nach Verehrung wie zuvor bade man den Herrn mit einer der Haupt- oder weiteren Badformen

Kriyapada 63, Vers 75, erster Halbvers. entsprechend den vorhandenen Mitteln und nehme die Verehrung wie zuvor wieder auf.

Abschnittsabschluss. Sühne für große Fehler.

Kriyapada 63, Vers 75, zweiter Halbvers. Ist das Linga mit Schweiß oder Speichel versehen oder durch Rauch und Hitze beeinträchtigt,

Kriyapada 63, Vers 76. oder wurde es von nicht eingeweihten Brahmanen und anderen oder Trägern anderer religiöser Zeichen berührt, lasse man es wie früher in einer hölzernen Hülle mit den fünf Kuhprodukten einzeln der Reihe nach

Kriyapada 63, Vers 77. und gemeinsam sechs Tage lang einweichen. Mit Erden und Sandel und den übrigen Stoffen reibe man es ab und übergieße es.

Kriyapada 63, Vers 78. Man vergegenwärtige die drei Bereiche, Wirklichkeitsebenen, Gestalten und die sechs Wege und verehre Sadashiva ordnungsgemäß mit Arghya und den weiteren Gaben.

Kriyapada 63, Vers 79. Je nach Möglichkeit bade man ihn mit einer der Badformen von hundertacht bis fünfundzwanzig Krügen.

Kriyapada 63, Vers 80. Nach großer Verehrung und Feuerdienst wie früher, Bali für die Wesen, Speisung und Ehrengaben

Kriyapada 63, Vers 81. nehme man Verehrung, Feste und die weiteren Handlungen wieder auf. Erlischt ein Feuer, in das Shiva herbeigerufen wurde, verfahre man der Reihe nach wie zuvor:

Kriyapada 63, Vers 82. [Unsicherer Ausdruck für das erneute Einsetzen oder Entzünden.] Man opfere wieder Ghee mit „Du, Agni, uns …“, Brennhölzer, Sesam und gekochte Opfergaben mit dem schwarzen Waffenmantra, achttausendmal.

Kriyapada 63, Vers 83 mit Prosa. Man vollziehe wie früher die Handlungen von Jaya bis zu den Sühneformeln. Erlischt das Feuer, ohne dass Shiva herbeigerufen wurde, oder nachdem er entlassen wurde, opfere man mit den zuvor genannten Mantras und Stoffen jeweils hundertachtmal und gebe Lehrer, Gestalthütern und den übrigen Gold als Ehrengabe. Wenn Shiva-Feuer nach Berührung … [Quelllücke] … zu Shiva-Feuern werden,

Kriyapada 63, Vers 84 mit Erläuterung. opfere man der Reihe nach mit den früheren Mantras für Agni Vivici. Bei Vermischung mit gewöhnlichem Feuer oder Waldbrandfeuer opfere man für Agni Shuci – das heißt: mit den früher genannten Stoffen und Mantras. [Der Tatbestand vor der ersten Anweisung bleibt durch die Lücke unklar.]

Kriyapada 63, Vers 85. Wurde das Feuer versehentlich von einem Leichnam, von Menschen in Geburtsunreinheit, von Shudras oder anderen berührt, kam es mit unreinen Stoffen in Verbindung oder … [Quelllücke] … mit einem Lebewesen, opfere man tausendmal

Kriyapada 63, Vers 86. Brennhölzer mit Ghee, danach Milchreis, Sesam, Siddhartha-Senf, gekochte Opfergabe und Durva jeweils hundertmal,

Kriyapada 63, Vers 87. mit dem Wurzelmantra, für die Glieder ein Zehntel davon, für die Vidyeshvaras und Waffen jeweils einmal. Nachts streue man Bali aus rotem Reis

Kriyapada 63, Vers 88. nach dem beschriebenen Verfahren aus, begleitet von Tanz, Gesang und glückverheißenden Darbietungen. Nach diesem Waffenopfer verehre man Shiva besonders.

Kriyapada 63, Vers 89, erster Halbvers. Dadurch sollen umfassende Befriedung und überall Glück entstehen.

Abschnittsabschluss. Abschnitt über das Waffenopfer.

Kriyapada 63, Vers 89, zweiter Halbvers. Auf diese Weise erschließe man für alle Gottheiten jeweils ihre Sühnehandlungen,

Kriyapada 63, Vers 90. Reinigung und Befriedung der Fehler aus ihren eigenen Tantras. Mit den dort gelehrten Brennhölzern und weiteren Stoffen

Kriyapada 63, Vers 91, erstes Vorkommen. opfere man zur Befriedung der Fehler und verehre die jeweils eigene Waffe. Nach einem Bad wie früher soll das Gedeihen wachsen.

Kriyapada 63, Vers 91, zweites Vorkommen. Die Gegenwart der jeweiligen Gottheit wird durch die Abgrenzung hergestellt. Zur Befriedung der Fehler und zur Erlangung der Wünsche

Kriyapada 63, Vers 92. streue man auch Jaya-Bali aus. Dessen Verfahren wird erklärt: wenn die Sonne auf ihrem nördlichen Lauf steht oder wenn ein Fehler eingetreten ist,

Kriyapada 63, Vers 93. an den achten und vierzehnten Mondtagen der hellen und dunklen Monatshälfte sowie unter Ardra veranstalte man eine große Verehrung Shambhus.

Kriyapada 63, Vers 94. Nach dem Bad mit Panchagavya und den fünf Nektaren verehre man ihn dreimal oder viermal täglich, achtmal umfangreicher als gewöhnlich,

Kriyapada 63, Vers 95. mit Feuerdienst, geschmückt durch Instrumentalmusik, Gesang und Tanz. Nachts bereite man aus der üblichen Prastha-Menge Reis

Kriyapada 63, Vers 96. den beschriebenen Wesen-Reis und streue damit Bali für die Wesen aus, mit allen beim großen Fest genannten Bali-Mantras der Reihe nach.

Kriyapada 63, Vers 97. Den Göttern gebe man reinen Reis, den Wesen Wesen-Reis; den beim großen Fest genannten Scharen gebe man ehrfürchtig Bali.

Kriyapada 63, Vers 98. Man speise Brahmanen und Träger religiöser Zeichen und gebe auch anderen ungehindert wohlschmeckende Speise.

Kriyapada 63, Vers 99. Am Ende übergieße man den Herrn mit einer Badform entsprechend den Mitteln. Dies soll umfassende Befriedung bringen und Söhne, Gesundheit und Sieg gewähren. [Die entsprechende Wortfolge der Fruchtangabe ist fehlerhaft überliefert; die Aufzählung ist vorsichtig dem Kontext entnommen.]

Kriyapada 63, Vers 100. Es soll Bedrängnisse durch Störungen, Grahas, Totengeister und Wesen beseitigen, Leben und Glück mehren; deshalb sollen Menschen es zu ihrem Wohlergehen vollziehen.

Kriyapada 63, Vers 101. So ist die in den Shiva-Tantras gelehrte Sühneordnung für tägliche und anlassbezogene Fehler zu deren Befriedung erklärt, ebenso die Befriedung unheilvoller Erscheinungen, die Verehrung der Waffe, die alle Übel und Leiden der Menschen beseitigen soll, und Jaya-Bali, das Sieg und Glück mehren soll.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das dreiundsechzigste Kapitel über Sühne und die weiteren Themen.

Besinnung zu Kapitel 63

Der Text lässt eine gestörte Praxis nicht einfach abbrechen: Er beschreibt Wege der Wiederaufnahme. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin ein hilfreicher Gedanke liegen. Ein Versäumnis lässt sich bemerken, ein Fehler berichtigen und eine Übung neu beginnen. Diese Haltung braucht die historischen Unheilsvorstellungen nicht zu übernehmen. Sorgfalt kann mit Geduld und mit dem ausdrücklich genannten Teilen guter Nahrung verbunden werden.


Kriyapada, Kapitel 64: Erneuerung von Linga und Tempel

Zum Abschluss des Kriyapada beschreibt das Werk die Erneuerung beschädigter Heiligtümer. Ein vorläufiger Ort der Verehrung bewahrt die Kontinuität, während Bild, Sockel oder Bau erneuert werden. Sorgfalt im Umgang mit dem Bestehenden und die Anerkennung der beteiligten Handwerker bilden greifbare Themen dieses Kapitels.

Kapitelanfang. Nun das vierundsechzigste Kapitel.

Kriyapada 64, Vers 1. Ich werde der Reihe nach die Erneuerung von Linga und Tempel erklären. Ist ein von Menschen gefertigtes Linga abgeschlagen, gesprungen, zerbrochen, verschoben, gefallen, geraubt,

Kriyapada 64, Vers 2. verbrannt, verfallen, unvollständig, mit einem inneren Einschluss versehen, verletzt oder aus seiner Lage geraten, oder aus Unwissenheit in zu großem oder zu kleinem Maß gefertigt,

Kriyapada 64, Vers 3. oder nur des Nahrungserwerbs wegen eingesetzt, oder durch Fluss oder Meer beeinträchtigt, so verlassen nach der Lehre die Mantras und die Gottheit dieses Linga.

Kriyapada 64, Vers 4. Von Mantras und Gottheit verlassen, ist es wie ein gewöhnlicher Stein aufzugeben. Pishacas und Brahmarakshasas sollen sich dann an dieses Linga halten.

Kriyapada 64, Vers 5. Auch der Sockel ist aufzugeben, wenn er von den genannten Schäden betroffen ist. Dieselben Fehler gelten bei einem vollgestaltigen Götterbild.

Kriyapada 64, Vers 6. An den Bildern Brahmas, Vishnus und der anderen Gottheiten gelten diese Schäden ebenso; daher sind solche Bilder aufzugeben.

Kriyapada 64, Vers 7. Außerhalb des Hauptheiligtums, im Süden, Osten oder Norden, errichte man einen vorläufigen Tempel: drei Fünftel des ursprünglichen,

Kriyapada 64, Vers 8. fünf Neuntel oder zwei Drittel sind als Maß überliefert. Hat der Haupttempel ein Westtor, liege der vorläufige Tempel im Südwesten oder Nordwesten.

Kriyapada 64, Vers 9. Davor errichte und schmücke man wie früher eine Halle. Auf ihrer mittleren Plattform bereite man nach dem beschriebenen Verfahren ein Lager.

Kriyapada 64, Vers 10. Zum ursprünglichen Linga fertige man ein schönes hölzernes Linga samt Sockel in den durch neun, fünf, drei Teile sowie fünf, drei und zwei bezeichneten Verhältnissen. [Die gedrängte Proportionsangabe bleibt unaufgelöst; keine scheinbar genaue Maßtabelle erschlossen.]

Kriyapada 64, Vers 11. Nach Segensverkündigung, Ausstreuen, Krug- und Waffenumtragung sowie der vorausgehenden Verehrung von Torbögen, Toren und Welthüterkrügen

Kriyapada 64, Vers 12. stelle man die Vidyeshvara-Krüge um das Lager und auf das Lager einen Krug aus Gold oder einem anderen geeigneten Stoff.

Kriyapada 64, Vers 13. In diesen, gefüllt mit Wasser heiliger Orte und versehen mit Gold, Edelsteinen und anderem, setze man Wurzel-, Glieder- und Brahma-Mantras, die beiden Vyomavyapin-Mantras,

Kriyapada 64, Vers 14. Gayatri, Savitri und die beiden Waffenmantras ein. Man verehre wie früher, berühre den Krug und rezitiere sie.

Kriyapada 64, Vers 15. Unter Muschel- und Trommelschall bringe man den Krug in die innere Tempelkammer. Östlich davon vollziehe man mit Wurzel- und Gliedermantras das Prozessionsopfer.

Kriyapada 64, Vers 16. Mit Krugwasser besprenge man Linga und die übrigen Gegenstände und verkünde Shivas Gebot: „Höre, höre! Welches Wesen auch dieses beschädigte Linga bewohnt,

Kriyapada 64, Vers 17. es möge es rasch verlassen und an den gewünschten Ort gehen. Hier möge die Gottheit wie früher, vereint mit den Vidyas und Vidyeshvaras,

Kriyapada 64, Vers 18. mit der Göttin und den Scharen, Sadashiva, beständig gegenwärtig sein.“ Nach diesen Worten und einer Arghya-Gabe entlasse man Pishacas und die übrigen daraus.

Kriyapada 64, Vers 19. Das Wort „Vyapakeshvara“ im Dativ mit Huldigung und Tara am Anfang; mit diesem eigenen Mantra und den zugehörigen Abschlussformen bilde man die sechs Glieder.

Kriyapada 64, Vers 20. Damit versehe man sich selbst mit der vollständigen Mantragestalt. Man vergegenwärtige Shiva als den, der Linga und Heiligtum durchdringt, und bitte mit dieser Formel:

Kriyapada 64, Vers 21 mit vorangestelltem Om. „Om. Erhabener, dieses Linga ist beschädigt und bringt deshalb Mängel mit sich. Durch seine Entfernung möge allen Befriedung zuteilwerden, Vyapakeshvara!

Kriyapada 64, Vers 22. Shankara, stehe mir bei, der ich es nun erneuern will!“ Von der Gottheit mit „So sei es“ beauftragt, vollziehe man das Befriedungsopfer.

Kriyapada 64, Vers 23. Milch, Ghee, Honig und Durva-Spitzen opfere man mit der Mantra-Samhita hundertmal. Zur Bewegung des Linga opfere man tausendmal Ghee

Kriyapada 64, Vers 24. mit dem Wurzelmantra und ein Zehntel davon mit den Gliedern, auf die Wiedereinsetzung ausgerichtet. Hundertmal opfere man Milchreis, dann mit Pashupatastra

Kriyapada 64, Vers 25. für die Bereiche Brahmas und der übrigen jeweils tausendmal. Nach Besprengung mit dem Wasser des Befriedungskruges berühre man den jeweiligen Bereich.

Kriyapada 64, Vers 26. Man rezitiere so oft wie die Zahl der Opfergaben und reiche Arghya in umgekehrter Ordnung. Den Zeitraum, innerhalb dessen die erneute Einsetzung möglich ist,

Kriyapada 64, Vers 27. bestimme der Lehrer und teile ihn der Gottheit behutsam mit. Mit Pranava am Anfang und zurückgehaltenen Wurzel-, Glieder- und Brahma-Mantras

Kriyapada 64, Vers 28. vergegenwärtige man in umgekehrter Reihenfolge Vyapakeshvara, der Linga und die übrigen durchdringt, auf der Schnur, alldurchdringend wie der Raum, und setze ihn im Krug ein. [Der originale Versabschluss hat hier nur einen Schlussstrich.]

Kriyapada 64, Vers 29. Die Mantras aus den Bereichen Brahmas und der übrigen sowie den Wurzelmantra samt den sechs Wegen rufe man in jenen Krug und verehre ihn der Reihe nach mit Arghya und den übrigen Gaben.

Kriyapada 64, Vers 30. Mit Tuch und Waffenmantra umhülle man ihn, gebe Arghya und hebe den Krug an. Der Lehrer selbst trage ihn auf dem Kopf und gehe rechtsherum.

Kriyapada 64, Vers 31. Er bringe ihn in die Halle und stelle ihn wie früher auf das Lager. Mit den Brahma-Mantras opfere man in den Hauptrichtungen, mit den Gliedern in den Ecken.

Kriyapada 64, Vers 32. Am hölzernen Linga vollziehe man wie früher die Vergegenwärtigung der drei Bereiche. Am Morgen setze man zur gewählten Zeit das hölzerne Linga samt Sockel im vorläufigen Tempel ein.

Kriyapada 64, Vers 33. Die Mantras und die Gottheit aus dem Krug übertrage man darauf. Nach der Übergießung richte man an den dort gegenwärtigen Shiva diese Bitte:

Kriyapada 64, Vers 34 mit vorangestelltem Om. „Om. Bis das Linga im Hauptheiligtum fertiggestellt und eingesetzt ist, sei in diesem hölzernen Linga gegenwärtig, Shankara!

Kriyapada 64, Vers 35. Danach sollst du aus diesem Linga wieder dorthin gehen. Sei mir gnädig!“ Man vergegenwärtige darin die Mantras und die sechs Wege in der Schöpfungsreihenfolge.

Kriyapada 64, Vers 36. Mit Arghya und den weiteren Gaben verehre man wie früher und opfere drei Tage. Am vierten Tag vollziehe man das Bad mit neun Krügen

Kriyapada 64, Vers 37. und führe dort die tägliche Verehrung, Feste und alle weiteren Handlungen fort. Ist Candeshvara vorhanden, entlasse man Canda und lege das Bild ins Wasser.

Kriyapada 64, Vers 38. Dann grabe der Lehrer mit einem goldenen Grabgerät unter dem Waffenmantra. Ist der Sockel unbeschädigt, hebe man ihn heraus und stelle ihn anderswo auf.

Kriyapada 64, Vers 39. Man bewahre und verehre ihn, denn derselbe Herr wird im vorläufigen Tempel verehrt. Das beschädigte Linga binde man mit einer goldenen Schnur fest und hebe es auf einen mit einem Stier bespannten Wagen.

Kriyapada 64, Vers 40. Man versenke es in tiefem Wasser. Dies gilt für ein Steinlinga; besteht es aus Holz, verbrenne man es mit Shiva-Feuer

Kriyapada 64, Vers 41. unter dem Waffenmantra. Ist ein Linga aus Edelstein oder Ton nach Feuereinwirkung nicht verfärbt und unbeschädigt, setze man dasselbe wieder ein.

Kriyapada 64, Vers 42. Ein metallenes fertige man aus demselben Material wieder nach den früheren Merkmalen, setze es ein und verehre es. Im Tempel stelle man es wieder neu her.

Kriyapada 64, Vers 43. Bilder aus Ton, Stuck und anderem erneuere man durch Wiederaufbringen von Farbe und weiterem, setze sie nach dem beschriebenen Verfahren ein und verehre sie.

Kriyapada 64, Vers 44. Ist nur der Sockel beschädigt, gebe man ihn auf, bereite einen anderen durch das vorbereitende Verweilen wie früher und setze das ursprüngliche Linga darauf.

Kriyapada 64, Vers 45. Ist das Hauptlinga fertiggestellt, vollziehe man wie früher in der Halle vor der Gottheit das vorbereitende Verweilen und die weiteren Handlungen und setze es in die innere Tempelkammer ein.

Kriyapada 64, Vers 46. Die Gottheit aus dem vorläufigen Linga übertrage man wie früher in den Krug und dann auf das eingesetzte Hauptlinga. [Die Quelle verzeichnet beim Wort „Hauptlinga“ eine fragende Alternative.]

Kriyapada 64, Vers 47. Ist nur der Tempel verfallen, wird nun seine Erneuerung erklärt. Sämtliche Tempelmantras sammle man der Reihe nach

Kriyapada 64, Vers 48. und übertrage sie nach dem zuvor genannten Verfahren auf ein Schwert, das man verehrt. Ist der Tempel wieder vollständig hergestellt, nehme man seine Mantras der Reihe nach

Kriyapada 64, Vers 49. vom Schwert auf und setze sie wieder ein. Man besprenge den Tempel und bade Shiva. Bei der Erneuerung gebe man eine zehnmal so große Ehrengabe wie bei der ersten Einsetzung

Kriyapada 64, Vers 50. an die Gestalthüter und noch mehr an den Lehrer. Brahmanen, Trägern religiöser Zeichen, Handwerkern und Bedürftigen,

Kriyapada 64, Vers 51. ebenso Arbeitern und den übrigen gebe man reichlich die vorgesehenen Gaben. Welche Frucht die Einsetzung eines Linga oder die Errichtung eines Tempels auch verleiht,

Kriyapada 64, unnummerierte Fortsetzung vor Vers 52. bei vollzogener Erneuerung erlangt man nach der Verheißung die doppelte Frucht.

Kriyapada 64, Vers 52. So hat Suraguruvibudha den Kriyapada dargelegt: Darin ist der ganze Kreis der Handlungen, von den täglichen Riten bis zur Erneuerung, vollständig mit seinem Verfahren zu erkennen. Er dient den verkörperten Wesen durch ausgezeichneten Dharma zur Erlangung von Erfahrung und Befreiung und gründet in den Bedeutungen aller Agamas, die aus dem Lotusmund Shambhus, dessen Körper Wissen ist, hervorgegangen sind.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierundsechzigste Kapitel über die Erneuerung.

Abschluss des Werkteils. Der Kriyapada ist abgeschlossen. Glück und Segen.

Besinnung zum Abschluss des Kriyapada

Die lange Folge von Ritualen endet mit dem Gedanken der Erneuerung. Ein heiliger Ort darf altern; beschädigte Formen können sorgfältig erneuert werden. Die Verehrung erhält währenddessen einen vorläufigen Platz. Für heutige Yoga-Aspiranten kann das ein Bild für eine tragfähige Praxis sein: Ihre äußere Form darf sich verändern, während Aufmerksamkeit, Hingabe und Verantwortung weitergetragen werden. Der Dank an Handwerker, Arbeiter und Bedürftige verankert diesen Abschluss zugleich in gemeinschaftlichem Handeln.


Schlussbetrachtung

Ein Heiligtum wird gebaut, belebt, gepflegt und erneuert. Der Abschluss des Kriyapada erinnert damit auch an die Vergänglichkeit religiöser Formen und an die beständige Aufgabe der Fürsorge. Verehrung findet in Räumen statt, die Menschen mit Aufmerksamkeit gestalten und erhalten.

Als heutige Anregung kannst du deinem Übungsort etwas Sorgfalt schenken und den Menschen danken, die gemeinsames spirituelles Leben ermöglichen. Ein aufgeräumter Platz, ein bewusstes Ankommen und rücksichtsvolles Miteinander können die Meditation unterstützen. Danach öffnet der Yogapada einen neuen Blick: von der Gestaltung des heiligen Ortes zur Sammlung des Geistes und zur Frage nach Befreiung.


Verwandte Schriften und Siehe auch

Für den Vergleich bieten sich drei Fragen an: Wie beschreiben andere Agamas Shiva und die Bindung der Seele? Wie ordnen Ritualhandbücher Verehrung und Diksha? Wie führen Meditationstexte zur inneren Sammlung? Die folgenden Verweise dienen diesem Vergleich; sie behaupten weder identische Lehren noch eine direkte Abhängigkeit aller genannten Werke.

Quellen und Literatur

  • Muktabodha Indological Research Institute: īśānaśivagurudevapaddhati, vier elektronische Bände, jeweils IAST und Devanagari: M00016 (Samanyapada 1–14), M00017 (Mantrapada 15–52), M00018 (Kriyapada 1–30), M00233 (Kriyapada 31–64 und Yogapada 1–3). Herausgeber laut Dateiköpfen: Ganapati Shastri; elektronische Erfassung unter Aufsicht von Mark Dyczkowski. Dateiköpfe: Creative Commons BY-NC 4.0. Die gelieferte IAST-Fassung ist Übersetzungsgrundlage; örtlich wurde die getrennt gelieferte Devanagari-Fassung verglichen.
  • Bibliographische Angaben der Dateien: Band 1 nennt 1921, die weiteren Bände 1922. Druckausgabe, in den Köpfen genannter Verlag und elektronische Fassung sind zu unterscheiden; insbesondere bezeichnet der Beschreibungssatz von M00233 den Band abweichend als „Volume 3“. Die inhaltliche Fortsetzung und der Dateititel weisen ihn hier als Band 4 aus.
  • J. P. Prajith: Isanasivagurudeva Paddhati – study, 2008, Kapitel 2. Autor und Datierung. Nur zur historischen Einordnung, nicht als zusätzliche Sanskritgrundlage verwendet.
  • Moderne Begleitmedien: Yoga-Vidya-Wiki, Nyasa und Shiva-Shakti-Philosophie. Bilddateien auf dem Wiki und Videotitel beim Anbieter am 24. September 2026 geprüft. Bilder und Videos zeigen beziehungsweise erläutern heutige Praxis, keine historisch belegte Durchführung dieses konkreten Werkes.
  • Seminarverweise: Indische Schriften und Chakra; die vier eingebundenen Feeds wurden am 24. September 2026 abgerufen.


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