Eros Agape Philia

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Eros, Agape und Philia sind die drei Arten von Liebe, die in der griechischen Philosophie behandelt werden. Eros, Agape und Philia sind die drei wichtigsten Ebenen von Liebe.

Griechische Inschrift "Ho theos agape estin." - "Gott ist Liebe." (1. Johannesbrief 4,16)

Eros, Agape und Philia im einzelnen

Eros

Eros

Eros ist die erste aus dem Dreigestirn Eros Agape Philia. Eros ist die körperliche Liebe. Eros ist die körperliche Anziehungskraft. Eros kann nach Ansicht der alten Griechen sowohl zwischen Mann und Frau als auch zwischen Mann und Mann sein. Eros ist nicht nur eine Triebkraft in der Ehe bzw. der Partnerbeziehung. Allgemein kann zwischen Menschen Eros im Sinne einer Anziehungskraft herrschen. Vom Yoga her würde man Eros als die Prana Verbindung zwischen zwei Menschen sehen, also eine Energieverbindung, die stark spürbar ist. Eros hat ähnliche Konnotationen wie Kama, wobei Kama nicht nur die erotische Liebe sondern auch jede Sinneslust ist.

Philia

Philia ist die zweite aus der Dreiheit Eros Agape Philia - auch wenn sie in dieser Dreiheit als drittes genannt wird. Philia ist die geistige Liebe. Philia ist die Liebe zwischen zwei Menschen, die ähnlich oder gleiche Interessen, Lebensvorstellungen, Eigenschaften haben - oder den anderen mögen eben wegen seiner geistigen, philosophischen und spirituellen Interessen. Philia kann herrschen zwischen Kollegen, zwischen Menschen, die sich für die gleiche Sache interessieren. Philia ist für Freundschaften von besonderer Bedeutung. Philia kann auch zwischen Mensch und Gott herrschen, wie z.B. zwischen Arjuna und Krishna.

Agape

Der Budddha der Liebe - Buddhistisches Symbol von Agape

Agape ist die dritte und höchste Form der Liebe. Unter den dreien Eros Agape Philia ist Agape die uneigennützige Liebe, die spirituelle Liebe. Agape ist die seelische Verbindung zwischen zwei Menschen, die sehr stark ist. Agape ist auch die Liebe eines Menschen zu all seinen Mitmenschen, die er hat, ohne etwas von diesem zu erwarten. Agape wird auch im Christentum bzw. der christlichen Theologie besonders betont. Agape ist der griechische Ausdruck für Caritas, für Nächstenliebe, aber auch für Gottesliebe. Agape ist auch Gottes reine Liebe. Agape ist die bedingungslose, befreiende und auf andere zentrierte Liebe. Agape ist der Ausdruck, den Paulus verwendet im Hohelied der Liebe (1 Kor 13, 1-13). Agape schließt auch die Feindesliebe mit ein. Im Hohelied der Liebe kommt auch die Dreiheit Glaube Liebe Hoffnung vor, die auf Latein Fides, Caritas und Spes heißen, auf Griechisch ἀγάπη ἐλπίς πίστις, wobei Agape der Ausdruck für Liebe ist.

Agape kommt dem Sanskrit Ausdruck Prema und auch Bhakti am nächsten.

Eros, Agape und Philia als verschiedene Formen der Liebe zu verschiedenen Menschen

Man kann Eros, Agape und Philia als verschiedene Formen der Liebe zu unterschiedlichen Menschen ansehen:

  • Eros ist die romantische Liebe zum Partner
  • Philia ist die freundschaftliche Liebe zu Freunden, Kollegen, Nachbarn etc.
  • Agape ist die Liebe zu Gott und zu allen Mitmenschen

Eros, Agape und Philia als wichtige Teile einer erfüllenden Partnerbeziehung

Man kann Eros, Agape und Philia als wichtige Elemente einer erfüllenden Partnerbeziehung sehen:

  • Eros ist die erotische Anziehung, welche Zärtlichkeit, Sexualität und Erfreuen am Körper des anderes sowie eine intensive Energieverbindung mit einbezieht
  • Philia heißt, dass man ähnliche Interessen wie der andere hat, sich gerne mit ihm unterhält, den Charakter und die Interessen des anderen schätzt und liebt
  • Agape heißt, dass man den anderen bedingungslos liebt, Gott im anderen sieht, ihm dient und die Partnerbeziehung als spirituellen Weg ansieht

Idealerweise hat man in der Liebesbeziehung, in der Partnerschaft, in der Ehe, alle drei Arten von Liebe: Die Partner fühlen sich voneinander angezogen, erfreuen sich am körperlichen Kontakt und Sexualität (Eros). Sie lieben sich auf geistiger Ebene, mögen ihren Charakter, Interessen und lieben es, sich miteinander zu unterhalten (Philia). Und sie haben eine ganz tiefe Seelenverbindung und die Gewissheit ihrer Liebe, die von nichts abhängt und die Abbild der göttlichen Liebe ist (Agape). Zu Anfang einer Beziehung überwiegt oft Eros, welcher auch die romantische Liebe mit einschließt. Damit die Beziehung dauerhaften Bestand haben kann, auch über das dritte Jahr der Beziehung hinaus, müssen auch Philia und Agape stärker werden. Wenn in einer Beziehung kein Element von Eros da ist, aber Philia und vielleicht auch Agape, dann kann man das auch als Platonische Liebe bezeichnen.

Weitere Formen der Liebe neben Eros Agape und Philia

Im Griechischen werden manchnal nicht nur Eros, Agape und Philia genannt, sondern zusätzlich auch Storge. Storge ist die familiäre Liebe, die Liebe zwischen Eltern und Kind sowie zwischen Geschwistern.

Im Marburger Einstellungs-Inventar der Liebesstile (MEIL) wird unterschieden zwischen Eros, Storge, Agape, Mania, Ludus und Pragma. Dabei werden Begriffe aus dem Griechischen und dem Lateinischen gemischt:

  1. Eros ist im MEIL die romantische Liebe
  2. Storge ist im MEIL die freundschaftliche Liebe, die man auch als Philia bezeichnen könnte
  3. Agape ist die Altruistische Liebe
  4. Mania ist die besitzergreifende Liebe
  5. Ludus ist die spielerische Liebe
  6. Pragma ist die pragmatische Liebe

Im Marburger Einstellungs-Inventar der Liebesstile werden die oberen Formen der Liebe alle auf die Zweierbeziehung bezogen. Nach empirischen Studien kommt Eros als Grundform der Liebe in der Zweierbeziehung in westlcihen Gesellschaft am häufigsten vor, Pragma am seltensten.

Siehe auch

Literatur

  • Uwe Birnstein u.a., Paulus: Wie der Christenverfolger die Liebe entdeckte (2012)
  • Leonardo Boff, Franz von Assisi und die Liebe Gottes zu den Armen (2010)
  • Christian Feldmann, Die Liebe bleibt: Das Leben der Mutter Teresa (2007)
  • Stephan Hachtmann, Berührt vom Klang der Liebe: Wege zum Herzensgebet (2012)
  • Thich Nhat Hanh, Jesus und Buddha - Ein Dialog der Liebe (2010)
  • Johannes XXIII., Das Herz muss voll Liebe sein (2013)
  • Ayya Khema, Das Größte ist die Liebe: Die Bergpredigt und das Hohelied der Liebe aus buddhistischer Sicht (2009)
  • Kordula Witjes u.a., Die Liebe wählen: Frère Roger, Taizé 1915-2005 (2013)

Weblinks

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