Swami Paramananda

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Enger Schüler von Swami Sivananda, 15.2.1907-4.12.1972; mitverantwortlich für das Bekanntwerden von Swami Sivananda und die Verbreitung des Yoga in den 40er und 50er Jahren. Auch verantwortlich für die Publikation einiger Bücher von Swami Sivananda in Deutschland in den 50er Jahren.

Swami Sivananda mit Swami Paramananda


Frühe Jahre von Swami Paramananda

Am 15. 2. 1907 wurde Swami Paramananda in Nagore in Südindien geboren als jüngster Sohn seiner Eltern, Sri N. Sambamurthy und Smt. Sundarambal, die wohlhabende Brahmanen waren. In seinem Purvashram (vor der Mönchsweihe) wurde er S. Jayaraman genannt.

Nachdem er selbst die Schule in Nagore besucht hatte, betätigte er sich für kurze Zeit als Lehrer in der dortigen Katholischen Missionsschule.

Im Jahre 1927 zog er nach Madras, um eine Stellung bei der Bahn (Railways) anzunehmen. Der junge Mann, der einerseits abenteuerlustig war und andererseits ein angeborenes Verlangen nach Entsagung verspürte, las 1929 zufälligerweise in der Connemara Bibliothek in Madras Swami Sivanandas erste Publikation „Yogapraxis“. Er schrieb Swami Sivananda und erklärte ihm seinen Wunsch, der Welt zu entsagen und bei ihm in Rishikesh zu leben. Ihm wurde jedoch von Swami Sivananda geraten, nicht zu voreilig seinen Job bei der Bahn aufzugeben, sondern erst mal der Ramakrishna Mission zu dienen. Aber Jayaramans Eifer konnte dadurch nicht unterdrückt werden, er begab sich im Dezember 1930 nach Rishikesh, um Swami Sivanandas Segen (Darshan) zu empfangen. Swami Sivananda war zu dieser Zeit allerdings gar nicht in Rishikesh, sondern unterwegs auf einer langen Reise. Jayaraman blieb einige Tage im Swarg Ashram und machte sich dann geradewegs auf nach Kalkutta in den Ashram der Ramakrishna Mission. Dort wurde er ein Schüler von Sriman Mahapurushji Swami Sivanandaji Maharaj, der einer der ersten Schüler von Ramakrishna Paramahamsa war. Als Schüler diente er Mahapurushji mit Leib und Seele und gewann so die Zuneigung des Swamiji.

Erste Schülerjahre von Swami Paramananda bei Swami Sivananda

Als Swamiji Sriman Mahapurushji Swami Sivanandaji Maharaj seinen Körper im Zustand der Erleuchtung verließ (Mahasamadhi), fühlte sich Jayaraman gezwungen, die Ramakrishna Mission zu verlassen und an die heiligen Ufer des Ganges, nach Rishikesh zu Swami Sivananda zu gelangen. Swami Sivananda führte ihn 1932 unter dem spirituellen Namen „Swami Paramananda“ in den Mönchsorden ein.

Paramananda schloss sich Swami Sivananda an zu einer Zeit, als dieser noch nicht wirklich einen eigenen Ashram besaß. Als Bettelmönche hausten sie in einer verfallenen Hütte und lebten von den Gaben des Annakshetra (Gemeinschaftsküche) des Swarg Ashrams. Paramananda musste zwangsläufig mit diesem harten Leben zufrieden sein, beraubt aller Annehmlichkeiten eines normalen Lebens.

Dies waren die harten Zeiten im spirituellen Leben des Swami Sivananda. Er verwendete die Innenseite von gebrauchten Briefumschlägen und die Ränder alter Zeitungen, die er auf der Straße fand, um seine unsterbliche Botschaft für die Menschheit niederzuschreiben. Einem Heiligen, der in solch harter Selbstdisziplin und selbst auferlegter Entbehrung lebte, diente Paramananda, und er diente ihm mit unverminderter Energie, Begeisterung und unermüdlicher Inbrunst und Hingabe.

Swami Paramananda war mit Gurudev seit den Tagen im weltabgeschiedenen Swarg Ashram zusammen und wurde die wegweisende Führungskraft der Divine Life Society seit deren Gründung. Er war die Rechte Hand von Sri Gurudev und die federführende Persönlichkeit in den schwierigen Zeiten, als sich allmählich die später weltberühmte Organisation in mühsamer Kleinarbeit heranzubilden begann. Swami Paramananda war für das Tippen, Korrekturlesen, Drucken und Publizieren der meisten von Gurudevs frühen Schriften verantwortlich.

Swami Sivananda schickte Paramananda nach Madras zu Mr. P. K. Venayagam, der die Zeitschrift „My Magazine of India“ herausgab. Darin war bereits eine Seite gewidmet für Sivanandas Artikel „Grundsätze für die Praxis“ . Mehr als 20 Jahre lang erschienen Swamijis Artikel über Yoga in dieser damals sehr populären indischen Zeitschrift. Durch seine Anwesenheit in Madras und die gute Zusammenarbeit mit Mr. Venayagam war Paramananda in der Lage, viele Arbeiten von Swami Sivananda zu veröffentlichen.

Paramananda arbeitete wirklich hart und voller Hingabe. Deshalb ernannte Swami Sivananda ihn und Mr. Venayagam in den Stiftungsrat der Gemeinnützigen Stiftung "Divine Life Trust Society", als diese 1936 gegründet wurde. Zusätzlich wurde Paramananda der Scbriftführer der Stiftung. In Zusammenarbeit mit Swami Swarupananda leistete er unermessliche Dienste für Swami Sivananda und seine Mission.

Swami Venkatesananda über Swami Paramananda

Swami Venkatesananda schrieb über Swami Paramananda: „einzigartige Hingabe an den Guru, erstaunlicher Tatendrang, unerschütterlicher Widmung bei allen Einsätzen, Emsigkeit seinem Meister zu dienen, Liebe und Zuneigung zu allen Wegbegleitern, mit einer großen Liebe zu Disziplin und einer natürlichen Fähigkeit, die Disziplin aufrechtzuhalten, Selbstlosigkeit im höchsten Maße, Selbstlosigkeit, die alle anderen Tugenden überragt, Ehrfurcht und Respekt hervorrufend - in Kürze: all dies war Swami Paramanandaji Maharaj.“

„Allein die reine Aufzählung der Dienste, die Paramananda in göttlicher Mission für Swami Sivananda geleistet hat, würde viele Seiten füllen. Wenn in Swami Sivanandas Herz sich ein Wunsch regte, erspürte Paramanada dies und setzte sich mit Leib und Seele an die Erfüllung des Wunsches. Wenn dann Swamij tatsächlich den Wunsch äußerte, brauchte Paramananda nur zu antworten: „Meister, es ist bereits getan!“ Auf diese Weise entstanden die Divine Life Society, die Sivananda Publication League, die Sadhana Wochen, der Ashram, das Divine Life Magazine und vieles mehr.“

Swami Paramananda in Leitungsfunktion im Sivananda Ashram

Meister Swami Sivanandas Vertrauen in Swami Paramananda war so groß, dass er ihn zum Vorsitzenden der Divine Life Society ernannte, als er sich im Februar 1941 unverhofft wegen gesundheitlicher Problem und zur Erholung vom Ashram zurückziehen musste. Glücklicherweise konnte er aber bereits nach einer Woche wieder zurückkehren.

1939 wurde Paramananda stellvertretender Leiter (General Secretary) der Divine Life Society und erfüllte dieses Amt bis 1942 mit großer Kraft. Dann kam ein Wendepunkt in seinem Leben: Er verließ, mit Swami Sivanandas Segen, den Ashram für 4 Jahre, um sich im Punjab, in Kashmir, Madras und anderen Orten der Verbreitung der Lehren von Swami Sivananda zu widmen. Die örtliche Trennung tat der innigen Verbindung zu Gurudev keinen Abbruch.

1946 kehrte Paramananda nach Rishikesh zurück, um Sivanandas Segen zu erhalten. Gurudev bat ihn zu bleiben, und das gab ihm die einmalige Gelegenheit, in seiner unnachahmlichen Weise Sivanandas diamantenes Geburtstagsjubiläum 1947 zu planen, vorzubereiten und durchzuführen.

1950 organisierte Paramananda die Epochal All-India-Ceylon Tour, die vom 9. September bis zum 8. November stattfand – eine Aufgabe, die niemand anderes hätte bewältigen können. Und wiederum war er es, der nichts unversucht ließ, um das „Weltparlament der Religionen“ zu einem Erfolg zu führen, das im April 1953 im Hauptsitz der Society gehalten wurde.

Am 9. Januar 1956 hatte er die „Sivananda Regalia“ aufgebaut, eine wunderbare Ausstellung bemerkenswerter Artikel über Swami Sivananda seit den frühen Tagen seines Wirkens. Während der Eröffnungsrede der „Regalia“ würdigte Gurudev Paramananda auf folgende Weise: „Swami Paramananda hat kreative Ideen, er hat Spenden gesammelt, um die Bhajan Hall bauen zu können. Er hat die Publications League ins Leben gerufen. Er hat meine All India Tour organisiert. Er hat dafür gesorgt, dass meine Bücher auf deutsch und französisch veröffentlich werden, indem er Verleger angeschrieben und dazu bewegt hat, meine Bücher zu übersetzen. Er hat mein Wissen in andern Ländern verbreitet. Er arbeitet so hart, Tag und Nacht.“

Am 8. September 1956 wurde die große „Sivananda Mandir“ mit einer Marmorstatue des Großen Meisters gesegnet, die Paramananda aus Madras besorgt hatte.

Swami Paramananda wurde oft der „Bismarck des Ashrams“ genannt, denn er war das Fundament und die Struktur des „Gebäudes“ der Divine Life Society, das er mit all seiner Kraft, Strenge, Genauigkeit und unvergleichlicher Hingabe an Swami Sivananda zusammenhielt. Oft sagte Swami Paramananda, dass es keine Divine Life Society gibt, keinen Ashram, sondern nur Swami Sivananda – und Swami Sivanandas Worte warem ihm heilig.

Diese große Seele, von der man noch so viele Verdienste mehr aufzählen könnte, erlangte am Montag, dem 4. Dezember 1972 im Sivananda Ashram „Mahasamadhi“. Swami Chidananda würdigte Swami Paramananda und sagte: „Er war mir eine große Inspiration und ein Vorbild auf dem Pfad der wahren Entsagung. Um zu verstehen, was unbedingte Unterwerfung unter einen Guru bedeutet, zu lernen, was es bedeutet, einem Guru mit ganzem Herzen zu dienen, zu wissen, was unerschütterliche Hingabe und Loyalität zu der Mission des Gurus ist – betrachtet demütig diesen erhabenen und hochrangigen Schüler von unserem Großen Meister, Swami Sivananda.“

Quellen

Siehe auch