Mein Gott

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Mein Gott kann ein Ausruf sein und auch der Beginn eines Gebetes.

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Ausdruck mein Gott

Mein Gott, beziehungsweise Oh mein Gott, wenn ernst gemeint, drückt eine enge Beziehung zu Gott aus. Gott ist nicht nur allgemein da, sondern Gott ist auch konkret für mich da. Gott ist nicht nur die Intelligenz, die Kraft, hinter allem. Gott ist vielmehr auch derjenige, der für mich in besonderem Maße da ist. "Mein Gott" ist heutzutage meist ein Ausruf des Erstaunens. In der Umgangssprache wird "mein Gott" gerade von denen gebraucht, die wenig oder keine Beziehung zu Gott haben. Oh mein Gott wird im Internet oft abgekürzt "OMG", was die Abkürzung ist von Oh mein Gott, Oh my God und Oh my Goodness.

Der Ausruf "Mein Gott"

Heutzutage wird der Ausruf "Mein Gott" oft einfach als Ausdruck des Erstaunens, manchmal auch der Verzweiflung, auch der Freude gebraucht. Dennoch kann man sagen: Der häufige Gebrauch des Ausrufs "Mein Gott" ist ein Zeichen dafür, dass wenn Ungewohntes, Unerwartetes passiert, dass da Gott dahinter sein muss. Mein Gott als Ausruf kann auch wie eine Beschwerde an den Allmächtigen sein, im Sinne von: Mein Gott, wie konntest du mir das antun. Mein Gott kann auch eine Dankbarkeit ausdrücken und auch das Vertrauen, dass auch bei nicht Verständlichem Gott dahinter steht. Indem man sich gerade in unerwarteten Situationen an Gott wendet, vertraut man darauf, dass es einen Sinn im Leben gibt und dass "jemand" hinter allem steckt. So kann man auch in unerwarteten Situationen zurück zur Gemütsruhe, zur Gelassenheit, zur inneren Ruhe zurückkommen.

Segen Gottes

Mein Gott als Ausruf in Verzweiflung

So kannst du manchmal in Verzweiflung sagen. Manche Menschen sagen das, die noch nicht einmal an Gott glauben.

Arten des Ausrufes an Gott

Man findet zwar unter den zehn Geboten, dass man den Namen Gottes nicht vergeblich verwenden sollte, aber eigentlich kann man den Namen Gottes nicht vergeblich verwenden. Wenn du verzweifelt bist, ist es gut dich an Gott zu wenden und zu sagen: „Mein Gott!“ Natürlich könntest du auch ein Mantra wiederholen, wie zum Beispiel: "Om namah shivaya", "Om", "Om Namo Narayanaya", "Hari om" oder sage einfach „Mein Gott“.

Jesus hat gesagt: „Mein Gott. Mein Gott. Warum hast du mich verlassen?“ Selbst Gott, also derjenige, der sich als Jesus Christus manifestiert, kann sich von Gott verlassen fühlen.

Beten

So ähnlich ist es auch gut, Verzweiflung an Gott zu richten. Aber du kannst auch beten: „Mein Gott, danke für das, was du getan hast.“ „Mein Gott, bitte hilf mir, dies und jenes zu tun.“ „Mein Gott, wenn möglich, mach das. Aber nicht mein Wille geschehe. Dein Wille geschehe.“

Gott ist für alle da

Richte dich an das Göttliche. Du kannst eben auch „Mein Gott“ sagen. Natürlich gehört Gott nicht dir, das ist logisch. Aber du kannst trotzdem „Mein Gott“ sagen, im Sinne davon, dass du Gott nicht auf mich beziehst. Deshalb hast du eine ganz eigene Beziehung zu Gott. In der Hinsicht ist er „Mein Gott“. Aber natürlich ist Gott nicht nur mein oder dein Gott; Gott ist für alle da. Trotzdem kannst du eine persönliche Beziehung zu Gott haben und „Mein Gott“ sagen. So ähnlich, wenn eine Mutter fünf Kinder hat, dann sagt jedes Kind „meine Mutter“. Wenn also Gott dein Gott ist, dann ist es auch der Gott von anderen.

In diesem Sinne wenn dich von Herzen an Gott, so wie du ihn/sie/es siehst, fühlst, spürst und einen Bezug hast.

Mein Gott als Beginn eines Gebetes

Mein Gott, Lieber Gott oder auch Oh Gott ist oft der Beginn eines Gebetes. Wenn der Mensch sich an Gott wenden will, will er Nähe ausdrücken. Mit "mein" Gott drückt er aus, dass Gott für ihn da ist, dass er zu Gott gehört. Gott ist kein abstraktes Etwas. Gott ist vielmehr ganz konkret für mich da, für mich spürbar. Ich kann mich an Gott wenden, mit Gott kommunizieren, Gott wird auch antworten.

In früheren Zeiten wurde häufiger gesagt "Oh Herr", wenn man sich an Gott gewandt hat. In kirchennahen Kreisen ist das heute auch teilweise noch üblich. Im Zuge der Demokratisierung und im Zuge der Emanzipation, der Gleichberechtigung der Geschlechter, wird es populärer, sich mehr an Gott und weniger an den Herrn zu richten. Insbesondere in Yoga Kreisen sowie in kirchenfernen Kreisen sprechen Menschen lieber zu Gott als zum Herrn.

Meine Güte und Mein Gott

Der Ausdruck "Meine Güte" wird manchmal auch als Ausdruck des Erstaunens verwendet. Meine Güte ist eine Abwandlung von Mein Gott. Das zweite Gebot der christlich-jüdischen zehn Gebote besagt: "Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen". Dieses Gebot hat dazu geführt, dass manche den Ausdruck "mein Gott" beziehungswiese "Oh mein Gott" so nicht einfach als Ausdruck des Erstaunens verwenden wollten und stattdessen "meine Güte" beziehungswiese "Ach du meine Güte" gesagt haben. Manche Atheisten haben dann diese streng christlich motivierte Abwandlung übernommen.

Mein Gott und dein Gott

Buddha

Letztlich gibt es nur einen Gott. Es gibt nicht den christlichen Gott, den muslimischen Gott, den hinduistischen Gott. Es gibt nur ein göttliches Prinzip. Jeder kann sich auf seine Weise an das Göttliche wenden, egal ob er es Gott, Göttin, Höhere Kraft, Kosmische Intelligenz, Kosmische Energie, nennt. Man kann sagen "Mein Gott" um eine persönliche Nähe auszudrücken. Dieser mein Gott ist aber gleichzeitig auch dein Gott und der Gott aller.

Im Bhakti Yoga, im Yoga der Hingabe und Gottesliebe, gibt es den Ausdruck Ishta Devata, geliebter Gott, lieber Gott. Ishta Devata ist Gott in der Gestalt, wie man Gott verehren will. In der Bhagavad Gita heißt es: "In der Gestalt, in denen Menschen mich verehren, erscheine ich ihnen". Ishta Devata drückt aus: Gott in seiner wahren Natur ist unfassbar, unermesslich. So kann jeder sich Gott so vorstellen, wie er will. Indem man sich Gott konkret vorstellt, erscheint Gott einem konkret. Es gilt, die machtvolle Vision Gottes, die Erfahrung der Gegenwart Gottes, die man haben kann, nicht als die einzig korrekte Erfahrung zu sehen. Im Ausdruck Ishta Devata schwingt eine Demut mit: Gott ist nicht begreifbar, aber erfahrbar. Gott erscheint jedem anders. Demütig bin ich dankbar, wenn ich Gott spüren und erfahren kann.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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