Wirkungen des Yoga

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Jeder, der auch nur ein wenig Yoga praktiziert, kann schon bald einige der wunderbaren Wirkungen des Yoga erfahren: Ein neues Gefühl der völligen Entspannung; Minderung von Rückenschmerzen und Kopfschmerzen; Reduzierung von Schulter- und Nackenverspannungen; mehr Energie; neue Vitalität; geistige Klarheit; Stärkung des Immunsystems; Selbstvertrauen; Verbesserung der Konzentration. Um die Wirkungen zu erfahren, kann es ausreichen, zu einer Yogastunde pro Woche zu kommen und vielleicht ein paar einfache Atem-, Dehn- und Entspannungsübungen ins tägliche Leben einzubauen.

Yoga gibt die Verantwortung jedem Einzelnen. Jeder kann selbst etwas tun, um sein Leben zu verbessern. Yoga hat eine Fülle von Übungen und Praktiken. Jeder muss selbst entscheiden, wie weit sie/er mit Yoga gehen will und selbst auf das eigene Maß hören. Wer sich „nur“ entspannen und wohl fühlen will, ist beim Yoga willkommen und kann dies mit relativ wenig Zeit und Anstrengung erreichen. Wer weiter gehen will, muss so etwas mehr üben. Yoga ist keine magische Pille, sondern etwas, das durch geduldiges, systematisches Training zum gewünschten Ziel führt.

Genau geübtes Hatha-Yoga wirkt auch durch Loslassen - das heißt den Anleitungen zu folgen: Ohne jeweils selbst entscheiden zu müssen. Allerdings können Yogalehrer ihren Stil erzwingen wollen - gut gemeint, doch da müssen Teilnehmer auf ihren Körper hören und notfalls wechseln. Menschen sind sehr unterschiedlich - je nach Typ und Tagesform. Die sehr intensiv wirksamen Übungen bringen auch ein Verletzungs-Risiko mit sich.

Geistig-Spirituelle Wirkungen

Die Erweckung schlafender Fähigkeiten

Wer an mehr als der Harmonisierung von Körper und Geist interessiert ist, kann sich an eine intensivere Praxis von fortgeschritteneren Yoga-Übungen wagen. Die Yoga-Meister sagen, dass im Menschen viele verborgene Möglichkeiten schlummern. Intensive Yoga-Übung kann Fähigkeiten wie Intuition und Kreativität aktivieren, künstlerische Fähigkeiten zum Vorschein bringen, geistige Kräfte, Charisma und persönliche Ausstrahlung erhöhen. Für einen Yogi eröffnen sich vielleicht auch noch andere Ebenen: er kann die Lebensenergien in sich und manchmal in anderen wahrnehmen, ihr Kreisen in den Chakras (Energiezentren) und Nadis (Energiekanäle) bemerken und willentlich steuern, er bekommt Kontakt zur Astralwelt und kann das Körperbewusstsein transzendieren. Es kann Prana-Heilung (Heilung durch Übertragung von Lebensenergie), aber auch siddhis wie Hellsichtigkeit und Telepathie verstärken.

Vereinigung mit dem wahren Selbst

Das erhabenste Ziel des Yoga ist die Verwirklichung unseres wahren Selbst, welches die Yogis als Eins mit dem Göttlichen, dem Kosmischen Bewusstsein, bezeichnen. So faszinierend und wünschenswert die Erweckung neuer Fähigkeiten auf den ersten Blick sein mag, so sehr warnen die Yoga-Meister davor, dies überzubewerten. Die Vereinigung mit dem wahren Selbst, die Verschmelzung mit dem Kosmischen, die Erkenntnis, dass wir Eins sind mit Gott, ist das höchste Ziel des Yoga. Es führt zur wahren Liebe, zum Gefühl der Einheit mit allem, zur Erfahrung reinen Seins.

Transformationsprozesse während einer vierwöchigen Yogalehrer Intensivausbildung

Studie zum Wesen des Yoga.

Wie verändert eine Yogalehrerausbildung das Leben der Teilnehmer? Dieser Frage ging eine groß angelegte Studie mit 1.700 Probanden nach. Nie zuvor wurden persönliche und spirituelle Wirkungen so grundlegend und aufwendig erforscht.

Menschen, die Yoga üben, berichten nicht selten von nachhaltigen Veränderungen in ihrem Leben, welche sie auf ihre Übungspraxis zurückführen. Eine groß angelegte Studie der Universität Gießen hat solche Wandlungs- und Transformationsprozesse erstmals während einer vierwöchigen Yogalehrer-Intensivausbildung des Yoga Vidya e.V. erfasst. Das Ergebnis: Die intensive Praxis wirkt sich gesundheitsfördernd auf den Lebensstil der Teilnehmer aus. Die angehenden Yogalehrer nahmen ihre persönlichen Ressourcen bewusster wahr und wurden selbstbestimmter und psychisch stabiler.

Die wissenschaftliche Leitung der Studie oblag Diplompsychologe Dr. Hannes Hempel vom Bender Institute of Neuroimaging der Universität Gießen. Mithilfe von Instrumenten aus der Persönlichkeitspsychologie ließ Hempel die Transformationsprozesse von insgesamt 1.700 Teilnehmern erfassen und suchte anschließend nach Zusammenhängen zur Yogapraxis, die während der Ausbildungszeiten durchschnittlich mehr als 200 Minuten pro Tag betrug. Die Teilnehmer waren zu 80 Prozent weiblich, im Schnitt 39 Jahre alt und verfügten mehrheitlich über einen höheren Bildungsabschluss.

Selbstbestimmt und stressresistent

Der am Ende der Ausbildung beobachtete Anstieg der Kenngrößen Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit zeigt, dass die Teilnehmer ihre eigenen Fähigkeiten stärker wahrnehmen und ihr Leben als weniger fremdbestimmt erfahren. Stattdessen haben sie das Gefühl, Situationen selbst steuern und lenken zu können. Diese Fähigkeit gilt insbesondere in der Stressforschung als eine wichtige persönliche Ressource gegen Stressanfälligkeit.

Achtsamkeit steigert Lebensqualität

Auch die Kenngrößen Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung nahmen während der Ausbildung zu, wodurch die Teilnehmer einen besseren Zugang zu den natürlichen Bedürfnissen ihres Körpers erlangten. Insgesamt stellte sich so ein intensiveres und bewussteres Erleben und damit eine höhere Lebensqualität ein. Dabei beobachteten die Wissenschaftler auch anhaltende Veränderungen im Lebensstil – insbesondere bezüglich Ernährung, Genuss- und Rauschmittelkonsum sowie weiteren Lebensgewohnheiten.

Spiritualität als Gesundheitsressource

Als gesundheitsfördernd wertet die Studie die auch die Entwicklung von Spiritualität, mit deren Hilfe sich laut Hannes Hempel beispielsweise Abhängigkeiten leichter überwinden oder Schicksalsschläge besser verarbeiten lassen. Die Teilnehmer zeigten dabei vor allem ein stärkeres spirituelles Erleben im Alltag. Wer intensiv Yoga übt, sieht demnach nicht nur mehr Sinn im Leben. Auch das Urvertrauen und die Sicherheit nehmen zu, ebenso das Mitgefühl und Verständnis sich selbst und anderen gegenüber.

Wissenschaftliche Annäherung an das Wesen des Yoga

Aus wissenschaftlicher Sicht hat Hannes Hempel mit dieser Studie Neuland betreten. „Während das bisherige Hauptinteresse der Yogaforschung im Nachweis therapeutischer Effekte und der Suche nach erklärenden Mechanismen lag, näheren wir uns jetzt dem ‚eigentlichen Wesen‘ des Yoga an, welches dem Übenden letztendlich Erkenntnisse über die Natur des Seins ermöglichen möchte“, erklärt Hempel. „Diesen von den Praktizierenden als Wandlungsprozess beschriebenen Erkenntnisgewinn konnten wir mit dieser Studie eindeutig belegen.“

Transformationsprozesse während einer zweijährigen Yogalehrer Ausbildung

Neue Studie mit angehenden Yogalehrern: Wer intensiv und harmonisch Yoga praktiziert, wird tendenziell unbeschwerter, geistesgegenwärtiger und entwickelt eine positivere Lebenseinstellung. Besonders stark sind die Effekte bei Anfängern.

Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke haben 160 Teilnehmer einer Yogalehrerausbildung begleitet und deren Entwicklung während der ersten sechs Monate beobachtet und ausgewertet. Laut Studie verbessert die intensive Yogapraxis insbesondere die „Innere Leichte“ (emotionale Unbeschwertheit) und die Achtsamkeit. Die psychische Gesundheit nimmt ebenfalls zu, die Grundstimmung wird positiver. Weniger erfahrene, aber engagierte Teilnehmer profitieren am stärksten von der Yogalehrerausbildung. Den Rahmen für die Studie bildete eine vierwöchige Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya, Europas größtem Anbieter von Yogalehrer Ausbildungen. Die Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke um Prof. Dr. med. Arndt Büssing befragten insgesamt 160 Probanden zu Beginn der Ausbildung sowie nach drei und sechs Monaten. Dabei ermittelten sie verschiedene Variablen, insbesondere den ICHP-Wert (Inner Congruence and Peaceful Harmony with Practices). Fällt dieser Indikator für Innere Kongruenz und Einklang mit den Übungen hoch aus, fühlt sich der Übende während seiner Praxis wohl, zufrieden, entspannt, etc. und es gelingt ihnen leichter, die Sorgen des Alltags hinter sich zu lassen.

Ausgangslage: ein Drittel psychisch vorbelastet

Von den 160 untersuchten Yogalehrern, die an den Yoga Vidya-Standorten Bad Meinberg und Westerwald ausgebildet wurden, waren 91 Prozent Frauen, 70 Prozent lebten in einer Partnerschaft. Das Durchschnittsalter der Gruppe betrug 41 Jahre, die mittlere Dauer der Yoga-Praxis 39 Monate. Zwei Drittel (65 Prozent) wurden zu Beginn der Ausbildung als physisch und mental gesund eingestuft. Demgegenüber gaben 32 Prozent an, an psychischen Beeinträchtigungen wie Depression oder Burnout und ein Fünftel an chronischen Schmerzerkrankungen zu leiden.

Auswirkungen auf die mentale Gesundheit

Die zentrale Fragestellung der Studie: Wie wirkt sich die intensive Yogapraxis auf Variablen wie Lebensqualität, Lebenszufriedenheit oder Gestimmtheit aus sowie auf Unbeschwertheit, Achtsamkeit und Aspekte der Spiritualität. Im Ergebnis fand das Forscherteam starke Zusammenhänge zwischen der Inneren Kongruenz (ICHP) und der Inneren Leichte. Intensiv Yoga Übende können demnach als eher zufrieden und gelassen angesehen werden. Ihre Stimmungslage ist tendenziell positiv, und sie verfügen über eine bessere mentale Gesundheit. Darüber hinaus fanden die Forscher auch Zusammenhänge der Inneren Kongruenz mit Achtsamkeit und Spiritualität. So verbesserte sich insbesondere der bewusste Umgang mit sich, mit anderen und der Umwelt.

Schüler profitieren je nach Erfahrungsschatz unterschiedlich

Weiterhin wollten die Wissenschaftler herausfinden, inwiefern selbst erfahrene Yoga-Übende von der intensivierten Praxis profitieren. Dabei zeigte sich, dass diese besonders an Innerer Leichte gewannen. Demgegenüber stieg bei den weniger erfahrenen in besonderem Maße die Achtsamkeit an.

Positive Lebenseinstellung

Aufgrund der Ergebnisse steht zu vermuten, dass eine intensive, harmonische Yogapraxis den Übenden einerseits dabei unterstützt, sich gegenüber „Neuem“ zu öffnen und sich auf neue Perspektiven einzulassen. Zum Zweiten scheint sich die Innere Kongruenz der Übenden in Verbindung mit der gewonnenen Achtsamkeit positiv auf die psychische Gesundheit und eine stabile Gestimmtheit auszuwirken. „Insofern sind Lerneffekte und förderliche Erfahrungen durch die regelmäßige Praxis einleuchtend“, resümiert Prof. Büssing.

Methodik und erfasste Variablen

Bei ihrer methodischen Befragung nutzten die Wissenschaftler folgende Variablen und Erfassungsinstrumente:

  • ICPH – Innere Kongruenz und Einklang mit den Übungen (Innere Haltung)
  • FMI – Freiburger Achtsamkeits-Fragebogen
  • BMLSS – Lebenszufriedenheit (Brief Multidimensional Life Satisfaction Scale)
  • ASTS – Aktuelle Stimmungsskala
  • SF-12 – körperliche und mentale Lebensqualität
  • LHE – Unbeschwertheit (Innere Leichte)
  • ASP – Ausdrucksformen der Spiritualität

Körperliche Wirkungen

Die Wirkungen des Yoga sind inzwischen in vielen wissenschaftlichen Studien erwiesen und dokumentiert. Dies ist ein Grund weshalb sich viele Krankenkassen an den Kosten von Yogakursen beteiligen und viele Gesundheits- und Fitnessratgeber Yoga empfehlen.

Durch das Praktizieren von Yoga erhält oder gewinnt man einen flexiblen Körper, Muskeln werden gestärkt und lernen, besser zusammenzuarbeiten. Verschiedene Yogastellungen haben dabei verschiedene Wirkungen. Außerdem kann sich die Wirkung auch durch die Art der Ausführung einer Übung verändern. An anschaulichsten können wir die Wirkungen von Yoga erfahren, wenn wir es selbst ausprobieren.

Eine kleine Übersicht über die Wirkungen verschiedener Klassen von Yoga Asanas:

  • Standhaltungen wirken auf die Muskulatur der Beine und des Beckens sowie auf die Wirbelsäule und verbessern Gleichgewichtssinn und Körperhaltung
  • Haltungen im Liegen wirken auf Bauch- und Rückenmuskulatur und auf das Sonnengeflecht. Sie verbessern Ausdauer und Durchsetzungskraft.
  • Rückbeugen im Stehén, Sitzen oder aus der Bauchlage wirken auf Nacken und Wirbelsäule, Brust- und Schultermuskulatur, Leber, Niere, Schidldrüse und verbessern die Körperhaltung.
  • drehende Haltungen im Stehen, Sitzen oder Liegen wirken auf die Rücken- und Brustmuskulatur, das Nervensystem, das Verdauungssystem, das Lymphsystem.
  • Vorwärtsbeugen im Stehen oder Sitzen wirken auf den Kreislauf, die Beine, die Muskulatur des unteren Rückens, die Bauchorgane und das Lymphsystem
  • Umkehrstellungen wirken auf die Blutzirkulation und die inneren Organe.
  • Haltungen im Sitzen wirken auf die Wirbelsäule und auf die Verdauungsorgane. Sie verbessern die Entspannung und die Konzentrationsfähigkeit.

Metastudie zu Yogawirkungen

Yoga wirkt ganzheitlich und damit auf den Körper, den Geist und das Verhalten, sagt Anna Paul von der Naturheilkunde-Klinik in Essen-Steele, Abteilung „Mind/Body Medicine“. Dort wurden Studien zur Wirkung von Yoga gesichtet und in einer Metastudie zusammenfassend ausgewertet. Es zeigte sich, dass Yoga auf eine ganze Reihe von Symptomen wirken kann. Tägliches Üben führt nach einigen Wochen zu einer Reduktion von:

Wichtig am Praktizieren ist aber, dass die einzelnen Haltungen achtsam ausgeführt werden und man sich nicht mit Zielen unter Druck setzt. Vielmehr Fokus sollte auf dem Spüren und Wahrnehmen des Körpers liegen und darauf, was angenehm ist und gut tut bzw. wo die individuelle Grenze an diesem Tag liegt. Die Kraft von Yoga - Das sollten Sie über diese Entspannungsart wissen 03/2013. Der Westen

Klinische Wirkung verschiedener Yoga-Interventionen

An der Universität Witten-Herdecke wurde eine Übersichtsstudie zu klinisch relevanten Wirkungen erstellt. Yoga wirkt auf vielen Ebenen: auf Körper und Geist, bei Alt und Jung, vorbeugend und unterstützend. Zu diesem Ergebnis kommt eine zusammenfassende Metastudie des Zentrums für Integrative Medizin der Universität Witten/Herdecke. Die Übersichtsstudie ordnet und beurteilt die inzwischen große Fülle an Studien und Veröffentlichungen, die sich mit präventiven und therapeutischen Wirkungen von Yoga beschäftigen. Geleitet wurde die „Zusammenfassung der Ergebnisse aus systematischen Studien zur klinischen Wirkung verschiedener Yoga-Interventionen“ von Univ.-Prof. Dr. Arndt Büssing von der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke, Department für Humanmedizin. Die Metastudie bezog sich auf zusammenfassende Übersichtsarbeiten zu jeweils spezifischen Fragestellungen (Reviews) hinsichtlich der wissenschaftlichen Belastbarkeit der entsprechenden Ergebnisse.

Die Metastudie beleuchtet die drei Themenfelder Physis, Physiologie und Psyche und hinterfragte zudem kritisch die Qualität der erfassten Einzelstudien. Fazit: Die systematischen Übersichtsarbeiten stellen zumeist positive Effekte der Yoga-Maßnahmen hinsichtlich milder Depression, Stress und Schmerz sowie körperlicher Fitness und kardiovaskulärer Ausdauer fest, weisen aber auch auf Mängel vieler Studien hin. Die Stärken des Yoga als Gesundheitsmethode liegen vermutlich in seiner Universalität und Vielschichtigkeit.

Psyche: Hilfe bei Stress und milden Depressionen

Im Bezug auf mentale Wirkungen scheint Yoga eine „viel versprechende supportive Intervention“ zu sein, um Stress und milde depressive Symptome günstig zu beeinflussen. Beim Thema Stress zeigte sich, dass Yoga ähnlich effektiv sein kann, wie beispielsweise Entspannungsverfahren, kognitive Verhaltenstherapie oder Tanz. Hinsichtlich der Beschwerdebilder Ängstlichkeit und Angst (z.B. Prüfungsangst), beschrieben viele der untersuchten Studien förderliche Effekte, insbesondere im Vergleich zur Einnahme von Medikamenten und (reinen) Entspannungsverfahren.

Yoga als ganzheitliches Übungssystem

Mitverantwortlich für die förderlichen Effekte könnte die Vielfalt an Yoga-Übungen sein, so die Vermutung der Metastudie, die es aber künftig noch weiter zu untermauern gelte. In der Praxis vermittelt ein ganzheitlich ausgerichteter Yoga neben Körperübungen zur Entspannung und Blutdruckregulation auch Verhaltensempfehlungen – beispielsweise zu Bewegung und Ernährung – sowie Übungen für mehr Achtsamkeit, Gelassenheit und Empathie.

Physis: Vitalität für Jung und Alt

Die Vermutung, dass sich spezifischen Sequenzen der Yoga-Übungen (Asanas) auf die körperliche Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Flexibilität der Übenden auswirken müssten, sehen die Wissenschaftler als größtenteils bestätigt an. Dabei wurde auch eine Studie zur Fitness älterer Menschen gefunden. Weiterhin gibt es deutliche Hinweise für eine unterstützende Wirkung bei Schmerzen – insbesondere im Zusammenhang mit den entspannenden und meditativen Übungen. Wie im Bereich Psyche liefern die Ergebnisse Argumente für den Einsatz von Yoga als komplexe Interventionsmaßnahme, die neben den Asanas auch Atemübungen (Pranayama), Entspannung und Meditation (Dhyana) mit einbezieht. Psychologische Variablen wie Selbstvertrauen und Selbstautonomie können den Therapieeffekt beeinflussen, was laut der Metastudie tendenziell eher für Yoga als Maßnahme spricht.

Physiologie: Prävention für Herz und Lungen

Im Themenfeld Physiologie wurden unter anderem Wirkungen auf Herz-Kreislauf-System, Lungenfunktion und Blutdruckregulation untersucht. Die diesbezüglichen Ergebnisse deuten darauf hin, dass Yoga helfen kann, bestimmte kardiovaskuläre Erkrankungen zu verhindern bzw. deren Risikofaktoren zu minimieren. In den diesbezüglichen Studien vermissten die Wissenschaftler allerdings die Berücksichtigung Lebensstil-bezogener Faktoren – laut Arndt Büssing ein interessantes Feld für künftige Untersuchungen.

Fazit: Yoga wirkt, wenn die Übenden mithelfen

Yoga besitzt ein breites, gesundheitsförderndes Wirkungspotential, so das Fazit der Studie. Allerdings müsse der Übende auch aktiv mithelfen, dieses Potential auszuschöpfen. Lassen sich Patienten und Schüler auf Yoga als komplexes Interventionsprogramm ein, können hilfreiche Verhaltensänderungen eintreten. Anders als fortgeschrittene Yoga-Übende können sich die Forscher aber noch nicht restlos entspannen. „Aus unserer Sicht sind noch gezielte Studien mit guter Methodik nötig, um die gefundenen Ergebnisse zu untermauern“, resümiert Professor Büssing. „In Anbetracht der aktuellen Studiensituation ist die präventive und supportive Breitenwirkung eines ganzheitlichen Yoga-Ansatzes aber plausibel.“

Die Veröffentlichung der Studie ist unter [1] zu finden.

Sportmedizinische Trainingslehre

Nach der sportmedizinischen Trainingslehre ist der Mensch ein Organismus, der sich durch äußere Anforderungen an die Umwelt anpasst und dadurch entweder wächst oder verkümmert. Dies bedeutet, dass sinnvolle Anforderungen (Trainingsreize) der den Körper im Normalfall zum Wachstum bringen. Dieses Wachstum kann ein Muskelwachstum sein, aber auch ein Zugewinn an Kondition, Flexibilität oder Koordination. Im unterschied zu anderen Tierarten ist dieses Wachstum beim Menschen stark abhängig von den äußeren Anforderungen. Beispielsweise ist das Muskelwachstums des Faultieres fast unabhängig von äußeren Bedingungen. Das kann als Hinweis darauf gesehen werden, dass es für den Menschen in der Evolution von Vorteil war viele ökologische Nischen zu erschließen.

Auf einen Trainingsreiz folgt nach einer Regenerationszeit die Anpassung in der Form von Wachstum. Die gute Nachricht für viele Yoga Übende ist, dass wenig regelmäßiges Training, ein mal wöchentlich, schon zu einem großem Fortschritt führt. Häufigeres Trainig vermindert die Erträge der einzelnen Trainigseinheiten. Dieser Zusammenhang nennt sich das Gesetz der abnehmenden Erträge. Die meisten Yogatraditionen empfehlen dennoch ein tägliches Üben, insbesondere in Hinblick auf die geistigen und spirituellen Wirkungen. Aus sportmedizinischer Sicht sind bei täglichem Üben wechselnde Trainingsreize wichtig.

Die medizinische Trainigslehre unterscheidet Konditionstraining, Krafttraining, Flexibilitätstraining und Koordinationstraining.

1. Yoga als Ausdauertraining

Die Kondition oder Ausdauer ist eine Funktion des Herz- Kreislauf Systems und des Atmungssystems.

2. Yoga als Krafttraining

Das Krafttraining ist ein Funktion der Muskulatur.

3. Yoga als Flexibilitätstraining

Die Flexibilität ist ein Funktion des Bindegewebes der Muskulatur

4. Yoga als Koordinationstraining

Die Koordination ist eine Funktion des Nervensystems und des Gehirns.

Medizinische Studien zum Wohl der Patienten

Die Kultur- und Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Bettina Berger, Studienkoordinatorin am Forschungs- und Lehrzentrum Herdecke (FLZ), beschäftigt sich mit dem Thema patientenorientierter, integrativmedizinischer Forschung. Schon an der Europauniversität Viadrina in Frankfurt an der Oder baute sie einen Studiengang zum Thema Komplementärmedizin und Kulturwissenschaften auf. Zuvor widmete sie sich qualitativen Forschungsarbeiten zur Patientenperspektive auf die Homöopathie und Patienteninformationen zur Hormonerstatztherapie. Dr. Bettina Berger promovierte zu einem Patientenkompetenztraining, in dem es darum ging, Patienten zu einer informierten Entscheidung zu befähigen.

Zur Zeit steht der Aufbau des Forschungs- und Lehrzentrums Herdecke im Fokus ihrer Arbeit. Hier geht es darum, für komplementärmedizinische und nicht-pharmakologische Interventionen qualitätsgesicherte Studien durchführen zu können.

Eine aktuell laufende Studie an der FLZ untersucht chronische Rückenschmerz-Patienten. Diese erhalten Yoga, Krankengymnastik oder Eurythmie, um zu untersuchen, welche Therapie für welche Patienten am besten geeignet ist. Weiterhin wird untersucht, was bei chronischer Müdigkeit durch Brustkrebsnachsorge über Kunst- und Schlaftherapie oder Eurythmie bewirkt werden kann. Und auch weitere laufende Studien haben den Fokus auf die Unterstützung der Patienten, um möglichst schnell Zugang zu ihren Selbstheilungskräften zu erhalten und den eigenen Alltag gut managen zu können. Steffen Gerber: Medizinische Studien zum Wohl der Patienten, 16.06.2013

Siehe auch

Links zu Studien zur Wirkung von Yoga

Weblinks

Info Blatt Sport und Yoga von Yoga Vidya