Dhritarashtra

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Dhritarashtra (Sanskrit: धृतराष्ट्र Dhṛtarāṣṭra m.) Dhritarashtra war König von Hastinapura zur Zeit des Kurukshetra Krieges. Er war der Sohn von Vichitraviryas erster Frau Ambika und wurde von Vyasa erzogen. Er war von Geburt an blind und hatte mit seiner Frau Gandhari hundert Söhne. Diese Söhne, einschließlich dem ältesten Duryodhana, wurden als die Kauravas bekannt. Dhritarashtra war der Halbbruder von Pandu, der leprakrank war (woher das Wort Pandu, "der Blasse" kommt) und Onkel der fünf Pandavas, mit denen seine Söhne im Kurukshetra Krieg kämpften.

Der blinde Dhritarashtra hört Sanjaya zu, wie er ihm vom Krieg bei Kurukshetra berichtet.

Während seiner Regentschaft in Hastinapura war Dhritarashtra hin und her gerissen zwischen den Prinzipien des Dharmas und seiner väterlichen Liebe zu Duryodhana. So war es maßgeblich Dhritarashtra, der den Fall von Hastinapura herbeiführte. Alle seine Söhne fielen im Krieg, außer Yuyutsu, der auf der Seite der Pandavas kämpfte.

(2) Eine gigantische Schlange mit sehr vielen Köpfen und von ungeheurer Kraft.

Geburt

Nach Vichitraviryas Tod ließ Satyavati ihren Sohn Vyasa kommen. Auf Wunsch seiner Mutter besuchte er beide Frauen von Vichitravirya, um ihnen einen Sohn mit yogischen Kräften zu gewähren. Vyasa wurde aus seiner jahrelangen Meditation gerissen und sah völlig verwahrlost aus. Als Ambalika ihn sah, schloss sie die Augen - Ihr Sohn Dhritarashtra wurde daraufhin blind geboren. Sein Bruder Pandu, der Sohn von Vichitraviryas zweiter Frau Ambika wurde König von Hastinapura. Nach dem Tod von Pandu konnte sich niemand für einen König entscheiden. Duryodhana wurde der Kronprinz von Hastinapura und Yudhishthira eroberte Indraprastha.

Regentschaft

Nach der Geburt seines ersten Sohnes Duryodhana wurde Dhritarashtra von Vidura und Bhishma aufgefordert, das Kind abzulehnen, da es von schlechten Omen gezeichnet war. Doch Dhritarashtras Liebe war stärker. Dhritarashtra wurden von den Ältesten drauf hingewiesen, gerecht zu den Pandavas zu sein, die mit ihrer Mutter Kunti aus dem Wald zurückkehrten. Sein zweiter Sohn war Yuyutsu zeugte er mit einer Dienerin aus dem Bauernstand.

Erbfolge

Duryodhana wollte der Erbe des Königreiches werden. Der König selbst wollte seinen Sohn zum Erben machen, war aber genötigt, den ältesten Pandava, Yudhishthira, der älter war als Duryodhana, in Betracht zu ziehen.

Gegen seinen Willen ernannte er Yudhishthira zum Thronfolger, was Duryodhana enttäuschte. Duryodhana wollte die Pandavas und Kunti verbrennen, während sie auf einem Fest in Varnavathi waren. Doch sie wurden von Vidura gewarnt, sie überlebten und lebten im Exil als Brahmanen verkleidet. Arjuna eroberte Draupadi, und sie wurde die Ehefrau aller fünf Brüder. Die Pandavas gingen mit Draupadi und Kunti zurück nach Hastinapura. Bhishma schlug die Teilung von Hastinapura vor. Um Frieden zu stiften, gab Dhritarashtra die Hälfte des Kuru Königreiches, das Land Khandavaprastha, an Yudhishthira. Das Land war allerdings unfruchtbar, unterentwickelt und kaum bevölkert. Den besseren Teil des Landes, den sein Sohn regieren sollte, behielt er für sich. Doch mit Hilfe von Krishna bauten die Pandavas eine prächtige Stadt und einen herrlichen Palast, der dem von Indraprastha glich. Sie machten ihr Königreich zu einem der wohlhabendsten in Bharat und gingen durch Heirat Allianzen mit Panchal, Dvarka und Madra ein und eroberten Magadh und Chedi. König Yudhishthira wurde ein mächtiger König. Das forderte Duryodhanas Neid heraus. Dieser plante ein Würfelspiel mit seinem Onkel Shakuni.

Die Entkleidung Draupadis

Das Würfelspiel

Dhritarashtra war einer der Anwesenden als Yudhishthira beim Würfelspiel gegen Shakuni, Duryodhana, Dushasana und Karna verlor. Mit jedem Wurf verlor Yudhishthira mehr, zum Schluss hatte er sein Königreich, seinen Wohlstand, seine Brüder und seine Frauen verspielt. Dhritarashtra war still, als Dushasana versuchte, Draupadi die Kleider vom Leib zu reißen. Zum Ende war das Gewissen des blinden Königs aufgewühlt, er fürchtete den Zorn der Pandavas gegen seine Söhne. So gab er alles was er verloren hatte zurück.

Shakuni forderte Yudhishthira ein weiteres Mal heraus, und er verlor wieder. Er, seine Brüder und seine Frau waren gezwungen dreizehn Jahre im Exil im Wald zu verbringen, bevor sie wieder Anspruch auf ihr Königreich hatten. Dhritarashtra wurde von vielen vor der Rache der Pandavas gewarnt. Viele erklärten ihm, dass seine Verpflichtung als König Vorrang habe vor der Vaterliebe.

Der Kurukshetra Krieg

Sanjaya war Dhritarashtras Wagenlenker. Er erzählte dem blinden König die Ereignisse, die sich auf dem Schlachtfeld zutrugen, auf dem die Kauravas (Dhritarashtras Söhne) und die Pandavas gegeneinander kämpften. Dhritarashtras Sorgen nahmen täglich zu, da immer mehr seiner Söhne von Bhima getötet wurden. Er beklagte sein Versagen darin, Duryodhana von der Teilnahme am Krieg abzuhalten. Sanjaya beruhigte den aufgebrachten König, doch erinnerte er ihn auch an das Dharma, das auf Seiten der Pandavas war. Ein Krieg gegen Krishna und Arjuna konnte nicht gewonnen werden, dazu war der Gegner zu stark.

Dhritarshtra erdrückt die Statue von Bhima

Bhimas Statue wird zerstört

Am Ende der großen Schlacht war Dhritarashtra tief betrübt über den Verlust seiner hundert Söhne. Als der blinde König die Pandavas empfing, die seinen Segen erbaten, bevor sie den Thron bestiegen, umarmte er sie alle. Nun war Bhima an der Reihe. Krishna wusste, dass der König die Kraft von einhunderttausend Elefanten hatte, diese Gunst gewährte ihm einst Vyasa. Krishna zog Bhima zur Seite und gab Dhritarashtra eine Eisenstatue in die Arme. Als Dhritarashtra den vermeintlichen Bhima umarmte, der seine Söhne gnadenlos getötet hatte, wuchs sein Ärger und die Statue zerbrach in Tausend Stücke. Bhima war gerettet und Dhritarashtra gab den Pandavas seinen Segen.

Spätere Jahre und Tod

Yudhishthira wurde König von Indraprastha und Hastinapura. Auf beiden Seiten wurden viele Krieger getötet. Yudhishthira zeigte ein weiteres Mal seine Güte, als er entschied, dass der König von Hastinapura Dhritarashtra sein sollte. Er zollte dem blinden König seinen Respekt, obwohl dieser seine Söhne vernichtet hatte. Nach vielen Jahren als Regent zog sich Dhritarashtra, gemeinsam mit Gandhari, Kunti und Vidura, in den Wald zurück. Sie starben bei einem Feuer im Himalaya.

Warum Dhritarashtra blind war

In seiner Trauer um seine getöteten Söhne befragte Dhritarashtra Krishna, warum er blind sei, da er doch ein gerechter und guter König war. Krishna ließ ihn in Meditation gehen, und so sah Dhritarashtra sein Karma, das zu der Blindheit führte. Dhritarashtra war in seinem früheren Leben ein tyrannischer König. Eines Tages spazierte er zu einen Teich, auf dem sich ein Schwan mit seinen hundert Jungen aufhielt. Er ordnete an, dem Schwan die Augen auszustechen, damit er, aus reinem Vergnügen, die hundert Jungen töten konnte. Deshalb war er in diesem Leben blind und verlor seine hundert Söhne im Krieg.

Dhritarashtras Rolle in der Bhagavad Gita

Dhritarashtra erscheint im ersten Kapitel, kurz vor Beginn des Krieges. Der Dialog der Bhagavad Gita zwischen Krishna und Arjuna wird durch Sanjaya rekapituliert und Dhritarashtra erzählt.

Sukadev über Dhritarashtra

Vidura (links) und Dhritarashtra.

Dhritarashtra bedeutet wörtlich "derjenige, der das Königreich hält". Dhritarashtra ist der Name eines der bekanntesten Könige der indischen Mythologie. Dhritarashtra war der Vater von Duryodhana. Dhritarashtra war der Erbe von Kuru und Kuru war ein großer König. Und Dhritarashtra war der Erstgeborene seines Vaters und deshalb sollte er das Königreich erhalten. Weil er der Thronfolger war, wurde er Dhritarashtra genannt.

Jetzt gab es nur ein kleines Problem, Dhritarashtra war blind. Und so wurde gesagt, ein Blinder kann kein Königreich regieren. Und so wurde sein jüngerer Bruder, Pandu, später zum König gekrönt. Pandu ist aber relativ früh gestorben. Das ist ebenfalls eine lange Geschichte. Jedenfalls, nachdem Pandu gestorben war und seine Söhne noch nicht volljährig waren, wurde entschieden, dass Dhritarashtra trotz seiner Blindheit zum König gekrönt werden soll. Dhritarashtra wurde jetzt zum König. Und so machte er seinem Namen alle Ehre, er hielt nämlich das Königreich, er erhielt das Königreich und hielt auch das Königreich zusammen. Jetzt gab es ein kleines Problem, Dhritarashtra wurde älter und jetzt, die Söhne von Pandu, die fünf Pandavas, zu denen auch Arjuna und Yudhisthira gehört haben, wurden volljährig und die hunderteins Söhne von Dhritarashtra wurden auch volljährig.

Hunderteins Söhne bzw. Kinder, das war eine ganze Menge. Übrigens, es heißt sogar, dass es Hunderteinlinge gewesen sein sollen. Seine Frau, die Gandhari, hat Hundertlinge gehabt. Jedenfalls war dann die Frage, wer würde jetzt nach Dhritarashtra das Königreich regieren, die Söhne von Pandu, denn Pandu war ja als erstes König gewesen, oder die Söhne von Dhritarashtra, und der älteste war Duryodhana. Und Dhritarashtra war erstens der ältere, also der Erstgeborene und er war jetzt der aktuelle König. An dieser Frage, wer die Thronfolge haben sollte, daran entspinnen sich die ganzen Streitigkeiten in der Mahabharata und schließlich der Mahabharata-Krieg.

Erschwerend kam hinzu, dass die Pandavas sehr gerechte, sehr gute, sehr spirituelle Menschen waren, und dass der Sohn Dhritarashtras, der Duryodhana, kein sehr ethischer Mensch war. Er war zwar auch jemand, der sehr mutig war, er konnte auch edelmütig sein, aber er war machthungrig und er war gierig und er war auch ein Tyrann. Dhritarashtra war ein blinder König in mehrfacher Hinsicht. Er war nicht nur physisch blind, er stellte sich auch blind gegenüber den Eskapaden seines Sohnes. Er war blind und wollte nicht das sehen, was seine Berater ihm über seinen Sohn sagten. Und so unterstützte er immer wieder seinen Sohn, anstatt ihn vernünftig zu erziehen, anstatt ihn öfters mal in Schranken zu weisen.

So war Dhritarashtra auch ein tragischer König. Er selbst war durchaus ein guter König. Er selbst meinte es durchaus gut. Er selbst wollte auch Dhritarashtra sein, derjenige, der das Königreich zusammenhält, derjenige, der dort eine Einheit hält. Aber weil er nicht in der Lage war, seinen Sohn richtig zu erziehen und in seine Schranken zu verweisen, gab es dann viele Probleme. Später kam es zum Krieg, in dem so viele Menschen starben und auch alle Söhne von Dhritarashtra starben und es war eine sehr tragische Geschichte.

So steht Dhritarashtra für die Menschen, die es gut meinen, aber blind sind. Es mag zwar sein, manchmal ist es gut, die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen, manchmal ist es auch gut, seine Augen vor Schwierigkeiten und Problemen zu verschließen, das hilft manchmal sich selbst und auch seinen Mitmenschen mehr, aber manchmal ist das nicht so gut. Auch ein Aspirant, der Liebe geben will, ein Aspirant, der Gutes bewirken will, ein Aspirant, der mit Maitri Bhavana, mit der Einstellung von Freundlichkeit, Liebe, Mitgefühl durch die Gegend gehen will, auch der muss manchmal sehen: "Ja, so geht es nicht." Und so ist Dhritarashtra die Aufforderung an jeden Aspiranten, lege nicht die Hände einfach in den Schoß, werde aktiv. Wenn du etwas tun kannst, um Gutes zu tun, dann tue es. Lasse nicht die Blindheit dazu führen, dass Tyrannen zu machtvoll werden. Manchmal muss man sich engagieren, manchmal muss man aus der Bequemlichkeitszone hinauskommen.

Natürlich, Dhritarashtra, als Blindgeborener oder als blinder Herrscher, ist auch ein Symbol, dass Menschen auch blind sind, blind sind für Gott, blind sind für ihr eigenes Dharma, blind sind für ihre Aufgaben. Und so gilt es, diese Blindheit zu überwinden, es gilt, zu beten, es gilt, sich an Gott zu wenden. Dhritarashtra hatte gute Ratgeber, in diesem Sinne, man kann sich an Gott wenden. Nur Dhritarashtra hat deren Rat dann nicht angenommen. In diesem Sinne gilt es, wende dich an Ratgeber, bitte um Hilfe, bete zu Gott, richte dich an dein höheres Selbst, und dann tue das, was gut ist. Werde nicht zum Dhritarashtra, werde eher zum Arjuna und zum Yudhisthira, die sich eingesetzt haben für die gute Sache.

Vielleicht würde man heute sagen, dabei waren sie vielleicht etwas zu gewaltsam. Nicht nur etwas, sondern extrem. Es gibt aber ein Mittelding, es gibt die Möglichkeit, sich für die gute Sache einzusetzen und dabei Ahimsa zu beachten. Daher, werde nicht blind, sondern öffne deine Augen und bete darum, dass du sehend wirst. Und dann tue mit Mitgefühl das, was zu tun ist. Tue es auch wieder so, dass du nicht die Augen verschließt vor den Anliegen der anderen, sondern öffne deine Augen für Dharma, deine Aufgaben, öffne aber auch deine Augen für die Anliegen der anderen und öffne deine Augen zu Gott. Dhritarashtra wörtlich "derjenige, der das Königreich zusammenhält, derjenige, der das Königreich regiert". Dhritarashtra – mythischer König in der Mahabharata.

Weitere Informationen zu Sanskrit und Indische Sprachen

Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Deutsch des älteren Bruders Pandus u. eines Schlangendämons. Sanskrit Dhritarashtra
Sanskrit Dhritarashtra Deutsch des älteren Bruders Pandus u. eines Schlangendämons.

Siehe auch

Literatur

  • Carl Capeller: Sanskrit Wörterbuch, nach den Petersburger Wörterbüchern bearbeitet, Strassburg : Trübner, 1887
  • Bhagavad Gita, Teil der Mahabharata, mit Einführung in die Mahabharata
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

Weblinks

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