Verdienstvoll: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Verdienstvoll‏‎ '''ist etwas, das [[Anerkennung]] verdient. Verdienstvoll soll bedeuten, dass jemand viel geleistet hat. Verdienstvolle [[Leistung]]en sind Leistungen, die [[groß]] sind. Man spricht von verdienstvollen [[Forscher]]n, verdienstvollen [[Künstler]]n und [[Sportler]]n. Also solche, die etwas gutes geleistet haben.
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'''Verdienstvoll‏‎ '''ist etwas, das [[Anerkennung]] verdient. Verdienstvoll soll bedeuten, dass jemand viel geleistet hat. Verdienstvolle [[Leistung]]en sind Leistungen, die [[groß]] sind. Man spricht von verdienstvollen [[Forscher]]n, verdienstvollen [[Künstler]]n und Sportlern. Also solche, die etwas gutes geleistet haben.
  
[[Datei:Caro-Mainz-frei.jpg|thumb| Verdienstvoll‏‎ - erläutert vom [ttps://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga] Standpunkt aus]]
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Im [[Sanskrit]] gibt es Ausdrücke, die auch als verdienstvoll übersetzt werden. Hier spricht man von verdienstvollen Taten, den sog. [[Punja]]s. Jemand der Punjas tut, verdienstvolle Taten, der erwirbt sich eine Art von Verdienst, die später in gutem [https://www.yoga-vidya.de/karma/ Karma], in guten [[Auswirkung]]en resultieren werden.
 
Im [[Sanskrit]] gibt es Ausdrücke, die auch als verdienstvoll übersetzt werden. Hier spricht man von verdienstvollen Taten, den sog. [[Punja]]s. Jemand der Punjas tut, verdienstvolle Taten, der erwirbt sich eine Art von Verdienst, die später in gutem [https://www.yoga-vidya.de/karma/ Karma], in guten [[Auswirkung]]en resultieren werden.
 
Und so werden in den [[Veden]] und noch mehr in den sog. [[Manu Smriti]]s und auch in manchen [[Puranas]] manche Handlungen als verdienstvoll bezeichnet und andere werden als nicht verdienstvoll bezeichnet oder manche auch als [[sündig]].
 
Und so werden in den [[Veden]] und noch mehr in den sog. [[Manu Smriti]]s und auch in manchen [[Puranas]] manche Handlungen als verdienstvoll bezeichnet und andere werden als nicht verdienstvoll bezeichnet oder manche auch als [[sündig]].
  
Die verdienstvollen Handlungen führen zu gutem [[Karma]] und die sündhaften Handlungen zu schlechtem [[https://www.yoga-vidya.de/karma/karma-gesetz/3-karma-gesetz-der-kompensation/ Karma]].
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Die verdienstvollen Handlungen führen zu gutem [[Karma]] und die sündhaften Handlungen zu schlechtem [https://www.yoga-vidya.de/karma/karma-gesetz/3-karma-gesetz-der-kompensation/ Karma].
  
 
==Verdienstvoll im Kontext von Yoga==
 
==Verdienstvoll im Kontext von Yoga==
  
Im [[Yoga]] versucht man, über das Konzept von [[Verdienst]] und [[Sünde]] hinaus zu wachsen. Im [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga] verhält man sich [[ethisch]], einfach aus [[Mitgefühl]] heraus und letztlich, um sich zu [[reinigen]] und um die [[negativ]]en [[Tendenz]]en zu überwinden.  
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Im [[Yoga]] versucht man, über das Konzept von [[Verdienst]] und [[Sünde]] hinaus zu wachsen. Im [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga] verhält man sich [[ethisch]], einfach aus [[Mitgefühl]] heraus und letztlich, um sich zu [[reinigen]] und um die [[negativ]]en Tendenzen zu überwinden.  
  
 
Im Yoga macht man keine ethischen Handlungen, um sich Verdienste zu erwerben um dann künftig gutes Karma zu bekommen.  
 
Im Yoga macht man keine ethischen Handlungen, um sich Verdienste zu erwerben um dann künftig gutes Karma zu bekommen.  
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Schon [[Krishna]] wendet sich dagegen, ethisch zu handeln nur um sich Verdienste und damit gutes Karma auf der [[Erde]] oder im [[Himmel]] zu erwerben. Krishna empfiehlt zwar ethisches Verhalten, aber nicht deshalb, um nicht in die [[Hölle]] zu kommen. Oder auch in bestimmten Schriften wird geschrieben, das bestimmte Formen von [[Tapas]], von [[Askese]] und [[spirituell]]er [[Disziplin]] verdienstvoll sind.
 
Schon [[Krishna]] wendet sich dagegen, ethisch zu handeln nur um sich Verdienste und damit gutes Karma auf der [[Erde]] oder im [[Himmel]] zu erwerben. Krishna empfiehlt zwar ethisches Verhalten, aber nicht deshalb, um nicht in die [[Hölle]] zu kommen. Oder auch in bestimmten Schriften wird geschrieben, das bestimmte Formen von [[Tapas]], von [[Askese]] und [[spirituell]]er [[Disziplin]] verdienstvoll sind.
  
Auch gilt wieder: im [[Yoga]] wollen wir keine verdienstvollen [[Handlung]]en tun, um uns Verdienste im Himmel zu erwerben, sondern wir machen spirituelle Handlungen, um uns zu [[reinigen]] und uns zu [[öffnen]], damit wir [http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/gott-in-der-relativen-welt-erfahren-bh-g-x-26/ Gott erfahren] können.
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Auch gilt wieder: im [[Yoga]] wollen wir keine verdienstvollen [[Handlung]]en tun, um uns Verdienste im Himmel zu erwerben, sondern wir machen spirituelle Handlungen, um uns zu [[reinigen]] und uns zu [[öffnen]], damit wir [https://blog.yoga-vidya.de/gott-in-der-relativen-welt-erfahren-bh-g-x-26/ Gott erfahren] können.
  
 
==Verdienstvoll im Kontext weiterer Religionen und spiritueller Praktiken==
 
==Verdienstvoll im Kontext weiterer Religionen und spiritueller Praktiken==
  
Es gibt also unterschiedliche Begründungen für [[Ethik]]. Und es gibt unterschiedliche Begründungen für [[spirituelle]] [[Praktik]]en. Diese findet man übrigens auch im [[Katholizismus]]. Zumindest im [[Mittelalter]] gab es bestimmte Handlungen, die als verdienstvoll erachtet wurden und andere nicht.
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Es gibt also unterschiedliche Begründungen für [[Ethik]]. Und es gibt unterschiedliche Begründungen für [[spirituell]]e [[Praktik]]en. Diese findet man übrigens auch im [[Katholizismus]]. Zumindest im [[Mittelalter]] gab es bestimmte Handlungen, die als verdienstvoll erachtet wurden und andere nicht.
  
 
Dagegen hat sich Matin Luther in seinen 95 Thesen gewandt. Er meinte, dass wir nicht zur [[Erlösung]] kommen, indem uns Verdienste erwerben, sondern dadurch, dass Gott uns durch seine [[Gnade]] erlöst.
 
Dagegen hat sich Matin Luther in seinen 95 Thesen gewandt. Er meinte, dass wir nicht zur [[Erlösung]] kommen, indem uns Verdienste erwerben, sondern dadurch, dass Gott uns durch seine [[Gnade]] erlöst.

Aktuelle Version vom 26. Mai 2018, 14:03 Uhr

Verdienstvoll‏‎ ist etwas, das Anerkennung verdient. Verdienstvoll soll bedeuten, dass jemand viel geleistet hat. Verdienstvolle Leistungen sind Leistungen, die groß sind. Man spricht von verdienstvollen Forschern, verdienstvollen Künstlern und Sportlern. Also solche, die etwas gutes geleistet haben.

Verdienstvoll‏‎ - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Im Sanskrit gibt es Ausdrücke, die auch als verdienstvoll übersetzt werden. Hier spricht man von verdienstvollen Taten, den sog. Punjas. Jemand der Punjas tut, verdienstvolle Taten, der erwirbt sich eine Art von Verdienst, die später in gutem Karma, in guten Auswirkungen resultieren werden. Und so werden in den Veden und noch mehr in den sog. Manu Smritis und auch in manchen Puranas manche Handlungen als verdienstvoll bezeichnet und andere werden als nicht verdienstvoll bezeichnet oder manche auch als sündig.

Die verdienstvollen Handlungen führen zu gutem Karma und die sündhaften Handlungen zu schlechtem Karma.

Verdienstvoll im Kontext von Yoga

Im Yoga versucht man, über das Konzept von Verdienst und Sünde hinaus zu wachsen. Im Yoga verhält man sich ethisch, einfach aus Mitgefühl heraus und letztlich, um sich zu reinigen und um die negativen Tendenzen zu überwinden.

Im Yoga macht man keine ethischen Handlungen, um sich Verdienste zu erwerben um dann künftig gutes Karma zu bekommen.

Schon Krishna wendet sich dagegen, ethisch zu handeln nur um sich Verdienste und damit gutes Karma auf der Erde oder im Himmel zu erwerben. Krishna empfiehlt zwar ethisches Verhalten, aber nicht deshalb, um nicht in die Hölle zu kommen. Oder auch in bestimmten Schriften wird geschrieben, das bestimmte Formen von Tapas, von Askese und spiritueller Disziplin verdienstvoll sind.

Auch gilt wieder: im Yoga wollen wir keine verdienstvollen Handlungen tun, um uns Verdienste im Himmel zu erwerben, sondern wir machen spirituelle Handlungen, um uns zu reinigen und uns zu öffnen, damit wir Gott erfahren können.

Verdienstvoll im Kontext weiterer Religionen und spiritueller Praktiken

Es gibt also unterschiedliche Begründungen für Ethik. Und es gibt unterschiedliche Begründungen für spirituelle Praktiken. Diese findet man übrigens auch im Katholizismus. Zumindest im Mittelalter gab es bestimmte Handlungen, die als verdienstvoll erachtet wurden und andere nicht.

Dagegen hat sich Matin Luther in seinen 95 Thesen gewandt. Er meinte, dass wir nicht zur Erlösung kommen, indem uns Verdienste erwerben, sondern dadurch, dass Gott uns durch seine Gnade erlöst.

Spirituelle Praktiken, religiöse Praktiken, Ethik, Nächstenliebe und die Beachtung von Geboten ist nur etwas, das uns hilft, die Gnade Gottes zu empfangen und das uns hilft, mehr Hingabe zu entwickeln.

Verdienste an sich führen nicht zur Erlösung. Und ganz ähnlich sagt es Krishna in der Bhagavad Gita. Ganz ähnlich sagt es Narada im Bhakti Sutra. Ganz ähnlich sagt es Shankara im Viveka Chudamani und im Athma Bodha.

Spirituelle Entwicklung ist keine Frage von verdienstvollen Handlungen sondern spirituelle Entwicklung heißt Transformation, sich öffnen für Gottes Gnade, tiefe Erkenntnis und Verwirklichung im Herzen.

Verdienstvoll‏‎ Video

Kurzes Vortragsvideo mit dem Thema Verdienstvoll‏‎:

Erfahre einiges über Verdienstvoll‏‎ in diesem kurzen Improvisations-Vortrag. Der Yogalehrer und spirituelle Lehrer Sukadev Bretz denkt laut nach über das Wort bzw. den Ausdruck Verdienstvoll‏‎ von Gesichtspunkten des klassischen Yoga aus.

Siehe auch

Weitere Begriffe im Kontext mit Verdienstvoll‏‎

Einige Ausdrücke die vielleicht nicht direkt in Verbindung stehen mit Verdienstvoll‏‎, aber vielleicht doch interessant sein können, sind unter anderem Verderblich‏‎, Verbrennen‏‎, Verborgen‏‎, Vereinigte Staaten‏‎, Verfasser‏‎, Vergessen‏‎.

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Tantra benutzt alle Sinne, um durch Achtsamkeits- und Meditationstechniken den Schleier der materiellen Welt zu lüften und hinter allen Erscheinungen reines Bewusstsein - unser wahres Selbst - zu…
Dr. phil. Oliver Hahn,

Verdienstvoll‏‎ Ergänzungen

Hast du Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen zu diesem Wiki-Artikel zu Verdienstvoll‏‎? Wir freuen uns über deine Vorschläge per Email an wiki(at)yoga-vidya.de.

Zusammenfassung

Das Adjektiv Verdienstvoll‏‎ kann genauer betrachten aus dem Blickwinkel von Menschsein an sich und kann interpretiert werden vom Standpunkt von Yoga, Meditation, Ayurveda, Spiritualität, humanistische Psychologie.