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Spiritual Bypassing bezieht sich auf den missbräuchlichen Gebrauch von [[Spirituelle Praktiken|spirituellen Praktiken]] und [[Die_Lehren_der_Bhagavad_Gita_-_Kapitel_2_-_Die_Schwierigkeiten_des_spirituellen_Suchers|Lehren]], um sich vor unangenehmen [[Emotionale Blockaden|emotionalen]] oder psychologischen Realitäten zu schützen. Es beinhaltet den Glauben, dass [[spirituelles Wachstum]] allein ausreicht, um [[Probleme anders gesehen|Probleme]] in der physischen Welt zu lösen, ohne sich mit den zugrunde liegenden emotionalen oder [[Psychologische Yogatherapie|psychologischen]] Problemen auseinandersetzen zu müssen. Oft wird dabei eine "[[Positive Lebenseinstellung|positive Einstellung]]" überbetont und unangenehme [[Gefühle verstehen und umwandeln in Wissen|Gefühle]] oder Erfahrungen werden unterdrückt oder geleugnet. Dies kann langfristig zu Problemen führen, da die zugrunde liegenden [[Probleme überwinden|Probleme]] nicht gelöst werden und stattdessen ungelöst bleiben und sich verschlimmern können. Doch [[Spiritualität]] und der [[Spiritueller Weg|spirituelle Weg]] an sich können auch hier Lösungen aufzeigen. | Spiritual Bypassing bezieht sich auf den missbräuchlichen Gebrauch von [[Spirituelle Praktiken|spirituellen Praktiken]] und [[Die_Lehren_der_Bhagavad_Gita_-_Kapitel_2_-_Die_Schwierigkeiten_des_spirituellen_Suchers|Lehren]], um sich vor unangenehmen [[Emotionale Blockaden|emotionalen]] oder psychologischen Realitäten zu schützen. Es beinhaltet den Glauben, dass [[spirituelles Wachstum]] allein ausreicht, um [[Probleme anders gesehen|Probleme]] in der physischen Welt zu lösen, ohne sich mit den zugrunde liegenden emotionalen oder [[Psychologische Yogatherapie|psychologischen]] Problemen auseinandersetzen zu müssen. Oft wird dabei eine "[[Positive Lebenseinstellung|positive Einstellung]]" überbetont und unangenehme [[Gefühle verstehen und umwandeln in Wissen|Gefühle]] oder Erfahrungen werden unterdrückt oder geleugnet. Dies kann langfristig zu Problemen führen, da die zugrunde liegenden [[Probleme überwinden|Probleme]] nicht gelöst werden und stattdessen ungelöst bleiben und sich verschlimmern können. Doch [[Spiritualität]] und der [[Spiritueller Weg|spirituelle Weg]] an sich können auch hier Lösungen aufzeigen. | ||
== Spirituelles Bypassing – Wenn Spiritualität zur Vermeidung wird == | |||
Spirituelles Bypassing beschreibt die Tendenz, spirituelle Konzepte und Praktiken zu nutzen, um ungelöste emotionale, psychologische oder zwischenmenschliche Themen zu umgehen. Im [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga] ist es besonders wichtig, dieses Phänomen zu erkennen, um authentisches [[Wachstum]] und echte Selbstverwirklichung zu ermöglichen. | |||
=== Was bedeutet Spirituelles Bypassing? === | |||
Der Begriff Spirituelles Bypassing wurde vom Psychotherapeuten [[John Welwood]] geprägt und bezeichnet eine Form der emotionalen Vermeidung, bei der [[Spiritualität]] genutzt wird, um schmerzhafte Gefühle, Konflikte oder Schattenanteile nicht fühlen oder bearbeiten zu müssen. Statt sich etwa mit Angst, Wut, Trauer oder Verletzlichkeit auseinanderzusetzen, werden diese Erfahrungen durch positive spirituelle Konzepte wie „Alles ist eins“, „Es ist nur [[Ego]]“ oder „Ich bin über diese Emotion hinausgewachsen“ überdeckt. | |||
Im Yoga ist Spirituelles Bypassing besonders relevant, da Yoga, [https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation] und [[Vedanta]] zwar Werkzeuge der Befreiung sind, jedoch bei falscher Anwendung zu innerer Abspaltung führen können. Wahre Spiritualität schließt den Menschen in seiner Ganzheit ein – inklusive seiner ungelösten Themen. | |||
=== Spirituelles Bypassing im Yoga und in der Meditation === | |||
Im [[Yoga]] zeigt sich Spirituelles Bypassing häufig subtil. Praktizierende nutzen [[Asanas]], [[Pranayama]] oder [[Meditation]], um unangenehme innere Zustände zu regulieren, anstatt sie bewusst wahrzunehmen. Aussagen wie „Ich meditiere darüber hinweg“ oder „Ein Yogi sollte keine Wut empfinden“ sind typische Anzeichen. | |||
Dabei widerspricht dies der klassischen [[Yoga Philosophie]]. In den [[Yoga Sutras]] von Patanjali wird mit [[Svadhyaya]] (Selbststudium) explizit zur ehrlichen [[Selbstreflexion]] aufgerufen. Emotionen sind keine Störungen auf dem spirituellen Weg, sondern wertvolle Hinweise für innere Entwicklung. | |||
=== Ursachen von Spirituellem Bypassing === | |||
Die Ursachen für Spirituelles Bypassing sind oft tief in der persönlichen Biografie verwurzelt. Häufig liegen Bindungstraumata, frühe emotionale Überforderung oder kulturelle Prägungen zugrunde, in denen [[Gefühle]] als Schwäche galten. [[Spiritualität]] bietet dann scheinbar einen „höheren“ Ausweg. | |||
Auch spirituelle Gemeinschaften können unbewusst Bypassing fördern, wenn sie positives Denken, Licht- und Liebekonzepte oder [[Transzendenz]] über psychische Integration stellen. Besonders gefährlich wird dies, wenn Leid individualisiert wird („Du bist nur nicht bewusst genug“). | |||
=== Anzeichen und Symptome von Spirituellem Bypassing === | |||
Spirituelles Bypassing lässt sich an verschiedenen inneren und äußeren Mustern erkennen. Dazu gehören emotionale Abflachung, spiritueller Hochmut, mangelnde [[Empathie]] oder das Vermeiden von Konflikten. Auch ein starker Fokus auf „höhere Ebenen“ bei gleichzeitiger Vernachlässigung von Alltag, Beziehungen und Körper kann ein Hinweis sein. | |||
Typisch ist zudem eine Dissoziation, bei der sich Menschen zwar spirituell „weit entwickelt“ fühlen, aber kaum Zugang zu ihren echten Gefühlen haben. Langfristig kann dies zu innerer Leere, Beziehungsproblemen oder sogar psychosomatischen Beschwerden führen. | |||
=== Spirituelles Bypassing vs. echte spirituelle Praxis === | |||
Echte Spiritualität bedeutet nicht, menschliche Erfahrungen zu überwinden, sondern sie bewusst zu durchdringen. Im [[Yoga]] ist dies der Weg von Abhyasa (beständige Praxis) und Vairagya (Nicht-Anhaftung) – nicht von Unterdrückung. Gefühle dürfen da sein, ohne dass wir uns mit ihnen [[identifizieren]] müssen. | |||
Spirituelle Reife zeigt sich nicht in dauerhafter [[Glückseligkeit]], sondern in der Fähigkeit, mit allem präsent zu bleiben, was auftaucht. Hier verbinden sich Yoga, [[Achtsamkeit]] und moderne Psychologie zu einem integrativen Weg. | |||
=== Wege aus dem Spirituellen Bypassing === | |||
Der Ausstieg aus Spirituellem Bypassing beginnt mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Hilfreich sind körperorientierte Yogapraktiken, achtsame Selbsterforschung, Tagebucharbeit und – wenn nötig – psychotherapeutische Begleitung. Besonders wirkungsvoll ist die Verbindung von Meditation mit emotionaler Prozessarbeit. | |||
Im Yoga bedeutet dies, Yoga nicht nur als Technik zur Bewusstseinsveränderung zu sehen, sondern als Weg der Verkörperung ([[Embodiment]]). Spirituelles Wachstum geschieht nicht trotz unserer Menschlichkeit, sondern durch sie. | |||
=== Fazit: Ganzheitlicher Yoga statt spiritueller Flucht === | |||
Spirituelles Bypassing ist kein Zeichen von Versagen, sondern ein Hinweis darauf, dass Spiritualität als Schutzstrategie genutzt wird. Yoga lädt uns ein, tiefer zu gehen – in den Körper, in die Gefühle und in die Wahrheit des gegenwärtigen Moments. Dort beginnt echte [[Transformation]]. | |||
Ein bewusster Umgang mit Spirituellem Bypassing stärkt nicht nur die persönliche Praxis, sondern auch die Integrität [[spirituelle Gemeinschaft|spiritueller Gemeinschaft]]en und Lehren. | |||
==Spiritual Bypassing - Was würde Swami Sivananda dazu sagen?== | ==Spiritual Bypassing - Was würde Swami Sivananda dazu sagen?== | ||
Version vom 17. Januar 2026, 09:00 Uhr
Spiritual Bypassing bezieht sich auf den missbräuchlichen Gebrauch von spirituellen Praktiken und Lehren, um sich vor unangenehmen emotionalen oder psychologischen Realitäten zu schützen. Es beinhaltet den Glauben, dass spirituelles Wachstum allein ausreicht, um Probleme in der physischen Welt zu lösen, ohne sich mit den zugrunde liegenden emotionalen oder psychologischen Problemen auseinandersetzen zu müssen. Oft wird dabei eine "positive Einstellung" überbetont und unangenehme Gefühle oder Erfahrungen werden unterdrückt oder geleugnet. Dies kann langfristig zu Problemen führen, da die zugrunde liegenden Probleme nicht gelöst werden und stattdessen ungelöst bleiben und sich verschlimmern können. Doch Spiritualität und der spirituelle Weg an sich können auch hier Lösungen aufzeigen.
Spirituelles Bypassing – Wenn Spiritualität zur Vermeidung wird
Spirituelles Bypassing beschreibt die Tendenz, spirituelle Konzepte und Praktiken zu nutzen, um ungelöste emotionale, psychologische oder zwischenmenschliche Themen zu umgehen. Im Yoga ist es besonders wichtig, dieses Phänomen zu erkennen, um authentisches Wachstum und echte Selbstverwirklichung zu ermöglichen.
Was bedeutet Spirituelles Bypassing?
Der Begriff Spirituelles Bypassing wurde vom Psychotherapeuten John Welwood geprägt und bezeichnet eine Form der emotionalen Vermeidung, bei der Spiritualität genutzt wird, um schmerzhafte Gefühle, Konflikte oder Schattenanteile nicht fühlen oder bearbeiten zu müssen. Statt sich etwa mit Angst, Wut, Trauer oder Verletzlichkeit auseinanderzusetzen, werden diese Erfahrungen durch positive spirituelle Konzepte wie „Alles ist eins“, „Es ist nur Ego“ oder „Ich bin über diese Emotion hinausgewachsen“ überdeckt.
Im Yoga ist Spirituelles Bypassing besonders relevant, da Yoga, Meditation und Vedanta zwar Werkzeuge der Befreiung sind, jedoch bei falscher Anwendung zu innerer Abspaltung führen können. Wahre Spiritualität schließt den Menschen in seiner Ganzheit ein – inklusive seiner ungelösten Themen.
Spirituelles Bypassing im Yoga und in der Meditation
Im Yoga zeigt sich Spirituelles Bypassing häufig subtil. Praktizierende nutzen Asanas, Pranayama oder Meditation, um unangenehme innere Zustände zu regulieren, anstatt sie bewusst wahrzunehmen. Aussagen wie „Ich meditiere darüber hinweg“ oder „Ein Yogi sollte keine Wut empfinden“ sind typische Anzeichen.
Dabei widerspricht dies der klassischen Yoga Philosophie. In den Yoga Sutras von Patanjali wird mit Svadhyaya (Selbststudium) explizit zur ehrlichen Selbstreflexion aufgerufen. Emotionen sind keine Störungen auf dem spirituellen Weg, sondern wertvolle Hinweise für innere Entwicklung.
Ursachen von Spirituellem Bypassing
Die Ursachen für Spirituelles Bypassing sind oft tief in der persönlichen Biografie verwurzelt. Häufig liegen Bindungstraumata, frühe emotionale Überforderung oder kulturelle Prägungen zugrunde, in denen Gefühle als Schwäche galten. Spiritualität bietet dann scheinbar einen „höheren“ Ausweg.
Auch spirituelle Gemeinschaften können unbewusst Bypassing fördern, wenn sie positives Denken, Licht- und Liebekonzepte oder Transzendenz über psychische Integration stellen. Besonders gefährlich wird dies, wenn Leid individualisiert wird („Du bist nur nicht bewusst genug“).
Anzeichen und Symptome von Spirituellem Bypassing
Spirituelles Bypassing lässt sich an verschiedenen inneren und äußeren Mustern erkennen. Dazu gehören emotionale Abflachung, spiritueller Hochmut, mangelnde Empathie oder das Vermeiden von Konflikten. Auch ein starker Fokus auf „höhere Ebenen“ bei gleichzeitiger Vernachlässigung von Alltag, Beziehungen und Körper kann ein Hinweis sein.
Typisch ist zudem eine Dissoziation, bei der sich Menschen zwar spirituell „weit entwickelt“ fühlen, aber kaum Zugang zu ihren echten Gefühlen haben. Langfristig kann dies zu innerer Leere, Beziehungsproblemen oder sogar psychosomatischen Beschwerden führen.
Spirituelles Bypassing vs. echte spirituelle Praxis
Echte Spiritualität bedeutet nicht, menschliche Erfahrungen zu überwinden, sondern sie bewusst zu durchdringen. Im Yoga ist dies der Weg von Abhyasa (beständige Praxis) und Vairagya (Nicht-Anhaftung) – nicht von Unterdrückung. Gefühle dürfen da sein, ohne dass wir uns mit ihnen identifizieren müssen.
Spirituelle Reife zeigt sich nicht in dauerhafter Glückseligkeit, sondern in der Fähigkeit, mit allem präsent zu bleiben, was auftaucht. Hier verbinden sich Yoga, Achtsamkeit und moderne Psychologie zu einem integrativen Weg.
Wege aus dem Spirituellen Bypassing
Der Ausstieg aus Spirituellem Bypassing beginnt mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Hilfreich sind körperorientierte Yogapraktiken, achtsame Selbsterforschung, Tagebucharbeit und – wenn nötig – psychotherapeutische Begleitung. Besonders wirkungsvoll ist die Verbindung von Meditation mit emotionaler Prozessarbeit.
Im Yoga bedeutet dies, Yoga nicht nur als Technik zur Bewusstseinsveränderung zu sehen, sondern als Weg der Verkörperung (Embodiment). Spirituelles Wachstum geschieht nicht trotz unserer Menschlichkeit, sondern durch sie.
Fazit: Ganzheitlicher Yoga statt spiritueller Flucht
Spirituelles Bypassing ist kein Zeichen von Versagen, sondern ein Hinweis darauf, dass Spiritualität als Schutzstrategie genutzt wird. Yoga lädt uns ein, tiefer zu gehen – in den Körper, in die Gefühle und in die Wahrheit des gegenwärtigen Moments. Dort beginnt echte Transformation.
Ein bewusster Umgang mit Spirituellem Bypassing stärkt nicht nur die persönliche Praxis, sondern auch die Integrität spiritueller Gemeinschaften und Lehren.
Spiritual Bypassing - Was würde Swami Sivananda dazu sagen?
Da Swami Sivananda ein spiritueller Meister des Yoga und Vedanta war, würde er wahrscheinlich das Konzept des Spiritual Bypassing als eine Verzerrung des spirituellen Weges betrachten. Swami Sivananda betonte die Wichtigkeit, eine ganzheitliche Sichtweise auf das Leben zu haben und Körper, Geist und Seele gleichermaßen zu entwickeln.
Spiritual Bypassing, bei dem man sich ausschließlich auf spirituelle Praktiken konzentriert, um sich von unangenehmen Gefühlen oder Herausforderungen abzulenken, könnte als eine einseitige und unvollständige Annäherung an das spirituelle Leben angesehen werden.
Swami Sivananda lehrte, dass Spiritualität nicht bedeutet, dass man aus der Welt flieht, sondern vielmehr, dass man sie mit einem Bewusstsein für das Höhere betrachtet. Er betonte auch die Bedeutung von Karma Yoga, dem Yoga der Handlung, bei dem man seine Handlungen als Dienst an Gott ausführt und sich gleichzeitig für das Wohl aller Wesen einsetzt.
Es ist also wahrscheinlich, dass Swami Sivananda Spiritual Bypassing als eine spirituelle Falle betrachten würde, die uns davon abhält, unser volles Potenzial zu erreichen und uns von den wirklichen Herausforderungen des Lebens abhält.
Spiritual Bypassing - Begrifferklärung
Spiritual Bypassing ist ein Begriff, der in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erlangt hat, insbesondere in spirituellen und yogischen Kreisen. Es bezieht sich auf die Tendenz, spirituelle Praktiken zu nutzen, um ungelöste emotionale oder psychologische Probleme zu umgehen oder zu ignorieren.
Viele Menschen suchen nach spirituellen Praktiken, um ihre Probleme zu bewältigen, aber Spiritual Bypassing kann dazu führen, dass sie sich tatsächlich noch weiter von ihrer Heilung entfernen. Die Idee dahinter ist, dass die Suche nach spiritueller Erleuchtung als Fluchtmechanismus genutzt wird, um unangenehme Emotionen oder Erfahrungen zu vermeiden. Doch damit einhergehend werden Persönlichkeitsanteile unterdrückt sowie die Fülle des Lebens nicht wahrgenommen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Spiritualität nicht bedeuten sollte, dass man seine Probleme ignoriert. Vielmehr sollten spirituelle Praktiken dazu genutzt werden, um die eigene innere Arbeit zu unterstützen und zu vertiefen. Yoga und Meditation können dabei helfen, die Wahrnehmung und das Verständnis für die eigenen Emotionen zu verbessern und damit einen tieferen Einblick in die eigenen Muster und Gewohnheiten zu gewinnen.
Spiritual Bypassing kann jedoch auch dazu führen, dass man sich von den Erfahrungen anderer abkapselt und sich ein Bild von einem "perfekten" spirituellen Leben aufbaut, das in der Realität nicht existiert. Es kann auch dazu führen, dass man sich von sozialen und politischen Problemen abwendet und diese als irrelevant für die eigene spirituelle Reise betrachtet.
In der yogischen Sichtweise geht es darum, die eigene Wahrheit zu erkennen und zu akzeptieren, einschließlich der eigenen emotionalen und psychologischen Probleme. Das bedeutet, dass man bereit sein sollte, sich den unangenehmen Aspekten des Selbst zu stellen und diese anzunehmen, anstatt sie zu vermeiden. Yogische Praktiken wie Asanas, Pranayama und Meditation können dabei helfen, sich selbst besser zu verstehen und tiefer in die eigene innere Arbeit einzutauchen.
Insgesamt ist Spiritualität ein wichtiger Teil des menschlichen Lebens und kann uns helfen, ein tieferes Verständnis für uns selbst und die Welt um uns herum zu entwickeln. Es ist jedoch wichtig, dass wir uns bewusst sind, wie wir Spiritualität nutzen und dass wir uns nicht in einer "spirituellen Blase" isolieren. Stattdessen sollten wir uns darauf konzentrieren, uns selbst und anderen gegenüber ehrlich und offen zu sein und uns mit den tatsächlichen Herausforderungen des Lebens auseinanderzusetzen.
Spiritual Bypassing - Lösungsstrategien
Hier sind einige Methoden, um Spiritual Bypassing zu vermeiden und den spirituellen Weg ganzheitlich zu gehen:
- Selbstreflexion: Eine wichtige Methode, um Spiritual Bypassing zu umgehen, ist die regelmäßige Selbstreflexion. Dies hilft dabei, bewusst zu werden, ob man wirklich mit seinen Emotionen und Herausforderungen konfrontiert ist oder ob man sie einfach ignoriert. Hierbei kann auch die Entwicklung von Emotionaler Intelligenz hilfreich sein.
- Körperarbeit: Körperarbeit wie Yoga oder andere Formen von körperlicher Aktivität können helfen, die Verbindung zwischen Körper und Geist zu stärken und dabei helfen, die eigenen Emotionen und Bedürfnisse zu erkennen und zu akzeptieren.
- Schattenarbeit: Die Arbeit mit dem Schatten, also den unbewussten Teilen unserer Persönlichkeit, kann helfen, Spiritual Bypassing zu umgehen, indem man lernt, sich mit den unangenehmen, schmerzhaften und unbequemen Teilen unserer selbst zu beschäftigen.
- Gemeinschaft: Eine unterstützende Gemeinschaft von Menschen kann dazu beitragen, den individuellen Weg zu einem bewussteren und integrierteren Selbst zu erleichtern und eine Alternative zu isolierten oder selbstzentrierten spirituellen Praktiken zu bieten.
- Achtsamkeit: Eine Praxis der Achtsamkeit kann helfen, sich bewusst zu sein, was im gegenwärtigen Moment geschieht, und kann helfen, sich mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu verbinden, anstatt sie zu ignorieren oder zu umgehen.
- Professionelle Hilfe: Wenn Spiritual Bypassing ein tiefergehendes Problem darstellt, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um emotionale Blockaden aufzudecken und zu lösen und einen gesünderen Umgang mit Spiritualität zu finden.
Siehe auch
- Der spirituelle Weg
- Wahres spirituelles Leben
- Spirituell
- Spiritualität
- Spirituelle Praxis
- Spiritueller Aspirant
- Spiritualität
- Erleuchtung
- Gott
- Mystik
- Psychotherapie und Spiritualität
- Psychotherapie
Literatur
Hier sind einige Bücher, die sich mit dem Konzept des Spiritual Bypassing beschäftigen:
- "Der Königsweg zur Gelassenheit: 7 Schritte zum inneren Frieden" von Sukadev Bretz
- "Yoga in Daily Life" von Swami Sivananda
- "The Spiritual Bypassing: When Spirituality Disconnects Us from What Really Matters" von Robert Augustus Masters.
- "Spiritual Bypassing: Avoidance in Holy Disguise" von Ingrid Mathieu.
- "The Dark Side of the Light Chasers: Reclaiming Your Power, Creativity, Brilliance, and Dreams" von Debbie Ford.
- "A Path with Heart: A Guide Through the Perils and Promises of Spiritual Life" von Jack Kornfield.
Diese Bücher bieten einen Einblick in die Tiefen des Spiritual Bypassing und bieten Wege, wie man es vermeiden und stattdessen ein authentisches, tiefes spirituelles Leben führen kann.
Du findest auch viele Bücher spiritueller Meister auf der Yoga Vidya Website.
Zudem findest du auch im Internet viele weiterführende Artikel, wie diesen hier.
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