Chamundi Havan – ausführlicher Chandi-Homa

Aus Yogawiki

Chamundi Havan – ausführlicher Chandi-Homa ist eine ausgedehnte Feuerverehrung der Göttin Chamunda. Gewürzgaben, eine lange Kunjika-Rezitation und süße Gaben bilden einen Weg von der Bitte um Schutz zur Hinwendung zu Freude und Gnade. Die Yoga-Vidya-Einzelanleitung sieht einen Hauptteil von 45 Minuten und einen weiteren von 15 Minuten vor, zusätzlich zu Eröffnung und Abschluss. Eine in dieser Devi-Praxis erfahrene Homa-Leitung führt die Zeremonie; eine Assistenz betreut Feuer, Rezitation und vorbereitete Gaben.

Vorbereitung und Materialien

Eine geeignete Feuerschale auf feuerfestem Untergrund aufstellen. Trockenes unbehandeltes Holz, gegebenenfalls die in der Tradition verwendeten gereinigten Kuhdungfladen, Anzündmaterial, Streichhölzer, einen langen Opferlöffel sowie Kokosfett bereitstellen. In der Yoga-Vidya-Praxis wird dieses feste Fett „Kokos-Ghee“ genannt; traditionell kann auch Ghee verwendet werden. Das Fett vor der Gabe bei Bedarf vorsichtig verflüssigen. Wasser und Löffel für Achamana, Asche, Sandelholzpaste, Kumkum, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Prasad bereithalten.

Die Ritualleitung führt die Rezitation; eine Assistenz kann Feuer und Material betreuen. Die Feuerstelle braucht ausreichenden Abstand zu brennbaren Gegenständen, einen zugfreien und gut belüfteten Platz und eine geeignete Löschmöglichkeit. Nur kleine, kontrollierte Gaben verwenden. Das Feuer bis zum vollständigen Erlöschen beaufsichtigen. Bei einer Gruppe vorab erklären, wer wann an die Feuerstelle tritt und wie der Löffel übergeben wird.

Zusätzlich Gewürznelken, gelbe Senfsamen, schwarzen Sesam, schwarze Pfefferkörner, Kardamom, Reis, Sirup beziehungsweise Honig, gegebenenfalls Zucker, fünf süße Gaben und eine vorbereitete Kokosnussgabe bereitlegen. Sirup ist die bereits in der Vorlage genannte vegane Alternative zum Honig. Gewürze sparsam und in vorbereiteten kleinen Portionen darbringen; entstehenden Rauch nicht unmittelbar einatmen.

Wer möchte, kann sein Anliegen auf einen Zettel schreiben und diesen der göttlichen Mutter am Altar darbringen. Die schriftliche Bitte bleibt als Gabe am Altar.

Besondere Eröffnung

1. Einstimmen und dreimal Om

Die Ritualleitung verneigt sich vor dem Altar. Eine Assistenz kann die Glocke läuten und, wenn vorhanden, das Muschelhorn blasen. Alle singen gemeinsam:

oṃ oṃ oṃ

Übersetzung: Om, der heilige Urklang; dreimal zur Sammlung gesungen.

2. Achamana – innere und äußere Reinigung

Für Achamana mit dem Löffel jeweils eine kleine Menge Trinkwasser in die rechte Hand geben. Die Ritualleitung spricht die folgenden Anrufungen und führt die jeweils beschriebene Handlung aus. Die Geste macht die innere Ausrichtung auch körperlich erfahrbar.

Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.

oṃ keśavāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Keshava.

Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.

oṃ acyutāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Achyuta, dem Unvergänglichen.

Einen kleinen Schluck trinken; danach mit der Hand über den Scheitel, das Sahasrara Chakra, streichen.

oṃ anantāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Ananta, dem Unendlichen.

Wasser in die rechte Hand geben und nach oben und unten sprenkeln.

oṃ govindāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Govinda.

Wasser in die rechte Hand geben und in die vier Himmelsrichtungen sprenkeln.

oṃ nārāyaṇāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Narayana.

Nochmals etwas Wasser in die rechte Hand geben, die Hand über dem Kopf kreisen lassen und anschließend mit den Fingern schnippen. Dazu das Gebet an die heiligen Flüsse sprechen:

oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati /
narmade sindhu kāveri namas tubhyaṃ namo namaḥ //

Übersetzung: O Ganga, Yamuna, Godavari, Saraswati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Verehrung euch, immer wieder Verehrung.

Wasser in die linke Hand nehmen und mit den rechten Fingern über Gegenstände, Richtungen und den eigenen Körper sprenkeln:

oṃ apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato 'pi vā /
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ //

Übersetzung: Ob unrein oder rein, in welchem Zustand man sich auch befindet: Wer sich an den Lotusäugigen erinnert, ist äußerlich und innerlich rein.

Etwas Wasser über die rechte Schulter geben. Die folgende Formel ist die besondere Lesart dieser Homa-Überlieferung:

oṃ amṛtāṃ kuru svāhā

Übersetzung: Sinngemäß: Mache dies zu Nektar. Die Lesung amṛtāṃ ist auch in Swami Satyananda Saraswatis Kali-Puja beim Besprengen über die Schulter belegt und bleibt hier erhalten.

Etwas Wasser über die rechte Hand in eine Auffangschale laufen lassen. Die Vorlage begleitet die Handlung mit:

oṃ hastau prakṣālya

Bedeutung: Om. Nach dem Waschen der Hände. Hastau ist die Zweizahl „die beiden Hände“; prakṣālya bedeutet „nachdem gewaschen wurde“. Sprachlich ist dies eine Handlungsanweisung. In dieser Yoga-Vidya-Fassung wird sie mit Om auch ausgesprochen.

3. Tilaka der ausführlichen Devi-Homa-Form

Das heilige Zeichen auf der Stirn mit folgendem Mantra auftragen. Die besondere Devi-Eröffnung wird hier in ihrer eigenen Form ausgeführt:

oṃ aiṃ tripurā-devyai ca vidmahe klīṃ kāmeśvaryai ca dhīmahi /
sauṃ tan naḥ klinne pracodayāt //

Übersetzung: Om. Mit den Keimsilben aiṃ, klīṃ und sauṃ verehren wir Tripura Devi und meditieren über Kameshvari. Möge die von göttlicher Liebe erfüllte Göttin unseren Geist anregen. Die Keimsilben sind heilige Laute und werden nicht wie gewöhnliche Wörter übersetzt.

4. Avahana

Zu jeder Anrufung eine Blüte darbringen:

oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ

Übersetzung: Verehrung Ganesha, dem Herrn der Scharen.

oṃ śaravaṇabhavāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Subrahmanya, dem im Schilfwald Geborenen.

oṃ aiṃ sarasvatyai namaḥ

Übersetzung: Verehrung Saraswati, mit der Keimsilbe aiṃ.

oṃ guṃ gurubhyo namaḥ

Übersetzung: Verehrung den spirituellen Lehrern, mit der Keimsilbe guṃ.

oṃ namo bhagavate śivānandāya

Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Swami Sivananda.

oṃ namo bhagavate viṣṇu-devānandāya

Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Swami Vishnudevananda.

oṃ ādi-śaktyai namaḥ

Übersetzung: Verehrung der ursprünglichen göttlichen Kraft, Adi Shakti.

Ganesha weiter anrufen; am Ende eine Blüte darbringen:

oṃ sumukhaś caika-dantaś ca kapilo gaja-karṇakaḥ /
lambodaraś ca vikaṭo vighna-rājo gaṇādhipaḥ /
dhūmra-ketur gaṇādhyakṣo bhāla-candro gajānanaḥ /
dvādaśaitāni nāmāni yaḥ paṭhec chṛṇuyād api /
sarva-kārya-samārambhe vighnas tasya na jāyate //

Übersetzung: Ganesha heißt Schönangesichtiger, Einzähniger, Goldbrauner, Elefantenohriger, Hängebäuchiger, Gewaltiger, Herr der Hindernisse, Herr der Scharen, Rauchbanner, Aufseher der Scharen, Mondstirniger und Elefantengesichtiger. Wer diese zwölf Namen liest oder hört, dem entsteht, so verheißt der Vers, beim Beginn einer Aufgabe kein Hindernis.

oṃ gaṇādhipataye namaḥ

Übersetzung: Verehrung dem Herrn der Scharen.

oṃ śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam /
prasanna-vadanaṃ dhyāyet sarva-vighnopaśāntaye //

Übersetzung: Man meditiere über den Weißgekleideten, Allgegenwärtigen, mondhellen Vierarmigen mit freundlichem Antlitz, damit alle Hindernisse zur Ruhe kommen.

Blüten oder Reis um die Feuerstelle legen:

oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ

Übersetzung: Verehrung Ganesha.

oṃ lakṣmī-nārāyaṇāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Lakshmi-Narayana.

oṃ svasti na indro vṛddha-śravāḥ /
svasti naḥ pūṣā viśva-vedāḥ /
svasti nas tārkṣyo ariṣṭa-nemiḥ /
svasti no bṛhaspatir dadhātu /
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ //

Übersetzung: Möge Indra, dessen Ruhm wächst, uns Wohlergehen schenken; ebenso Pushan, der alles kennt, Tarkshya mit unversehrtem Rad und Brihaspati. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

sarva-maṅgala-māṅgalye śive sarvārtha-sādhike /
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo 'stu te //

Übersetzung: Du Heil unter allem Heilsamen, Glückverheißende, die alle guten Ziele verwirklicht, Zuflucht, Dreiäugige, Gauri, Narayani: Dir sei Verehrung.

5. Siddha Kunjika Stotra vor dem Homa

śiva uvāca

Übersetzung: Shiva sprach:

śṛṇu devi pravakṣyāmi kuñjikāstotramuttamam /
yena mantraprabhāveṇa caṇḍījāpaḥ śubho bhavet // 1 //

Übersetzung: Höre, Göttin: Ich werde das vorzügliche Kunjika-Stotra verkünden, durch dessen Mantrakraft die Chandi-Rezitation glückverheißend wird.

na kavacaṃ nārgalāstotraṃ kīlakaṃ na rahasyakam /
na sūktaṃ nāpi dhyānaṃ ca na nyāso na ca vārcanam // 2 //

Übersetzung: Weder Kavacha noch Argala-Stotra, weder Kilaka noch Rahasya, weder Sukta noch Dhyana, weder Nyasa noch Verehrung sind dazu erforderlich. Der Hymnus preist damit die eigene verdichtete Kraft.

kuñjikāpāṭhamātreṇa durgāpāṭhaphalaṃ labhet /
ati guhyataraṃ devi devānāmapi durlabham // 3 //

Übersetzung: Allein durch die Kunjika-Rezitation erlangt man, so heißt es hier, die Frucht der Durga-Rezitation. Göttin, sie ist überaus geheim und selbst den Göttern schwer zugänglich.

gopanīyaṃ prayatnena svayoniriva pārvati /
māraṇaṃ mohanaṃ vaśyaṃ stambhanoccāṭanādikam /
pāṭhamātreṇa saṃsiddhyet kuñjikāstotramuttamam // 4 //

Übersetzung: Sorgfältig soll sie verborgen werden wie der eigene Schoß, Parvati. Töten, Verblenden, Unterwerfen, Lähmen, Vertreiben und ähnliche magische Wirkungen sollen, so die Verheißung des Textes, allein durch die Rezitation dieses vorzüglichen Kunjika-Stotras gelingen. Der Wortlaut gehört zum traditionellen Lobpreis seiner Macht.

oṃ aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce /
oṃ glauṃ huṃ klīṃ jūṃ saḥ
jvālaya jvālaya jvala jvala prajvala prajvala
aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce
jvala haṃ saṃ laṃ kṣaṃ phaṭ svāhā // 5 //

Übersetzung: Om und die Keimsilben aiṃ hrīṃ klīṃ: Verehrung der Chamunda in der Mantraform vicce. Es folgen glauṃ huṃ klīṃ jūṃ saḥ. Entzünde, entzünde; brenne, brenne; leuchte auf, leuchte auf! Erneut aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce; brenne! Es folgen haṃ saṃ laṃ kṣaṃ phaṭ svāhā. Keimsilben werden als heilige Laute rezitiert und nicht wörtlich übersetzt.

namaste rudrarūpiṇyai namaste madhumardini /
namaḥ kaiṭabhahāriṇyai namaste mahiṣārdini // 6 //

Übersetzung: Verehrung dir in Rudras Gestalt, Bezwingerin Madhus. Verehrung der Vernichterin Kaitabhas und Bezwingerin Mahishas.

namaste śumbhahantryai ca niśumbhāsuraghātini /
jāgrataṃ hi mahādevi japaṃ siddhaṃ kurūṣva me // 7 //

Übersetzung: Verehrung der Bezwingerin Shumbhas und des Asura Nishumbha. Große Göttin, lass die Rezitation erwachen und führe meinen Japa zur Vollendung.

aiṅkārī sṛṣṭirūpāyai hrīṅkārī pratipālikā /
klīṅkārī kāmarūpiṇyai bījarūpe namo'stute // 8 //

Übersetzung: Als Laut aiṃ bist du die Gestalt der Schöpfung, als hrīṃ die Erhalterin. Als klīṃ bist du die Gestalt des Verlangens. Verehrung dir in Gestalt der Keimsilben.

cāmuṇḍā caṇḍaghātī ca yaikārī varadāyinī /
vicce cābhayadā nityaṃ namaste mantrarūpiṇi // 9 //

Übersetzung: Du bist Chamunda und Bezwingerin Chandas; als Silbe yai schenkst du Gaben. Als vicce schenkst du immer Furchtlosigkeit. Verehrung dir, die du Mantragestalt bist.

dhāṃ dhīṃ dhūṃ dhūrjaṭeḥ patnī vāṃ vīṃ vūṃ vāgadhīśvarī /
krāṃ krīṃ krūṃ kuñjikā devi śāṃ śīṃ śūṃ me śubhaṃ kuru // 10 //

Übersetzung: Dhāṃ dhīṃ dhūṃ: Gemahlin des Haarflechtenträgers Shiva. Vāṃ vīṃ vūṃ: Herrin der Rede. Krāṃ krīṃ krūṃ: Göttin Kunjika. Śāṃ śīṃ śūṃ: Wirke mir Heil.

huṃ huṃ huṅkārarūpiṇyai jaṃ jaṃ jaṃ jambhanādinī /
bhrāṃ bhrīṃ bhrūṃ bhairavī bhadre bhavānyai te namo namaḥ // 11 //

Übersetzung: Huṃ huṃ: Verehrung der Gestalt des huṃ-Lautes. Jaṃ jaṃ jaṃ: Jambhanadini, die im Bannwirken tönt. Bhrāṃ bhrīṃ bhrūṃ: Bhairavi, Heilvolle, Bhavani, dir immer wieder Verehrung.

aṃ kaṃ caṃ ṭaṃ taṃ paṃ yaṃ śaṃ vīṃ duṃ aiṃ vīṃ haṃ kṣaṃ /
dhijāgraṃ dhijāgraṃ troṭaya troṭaya dīptaṃ kuru kuru svāhā // 12 //

Übersetzung: Die Keimsilben aṃ kaṃ caṃ ṭaṃ taṃ paṃ yaṃ śaṃ vīṃ duṃ aiṃ vīṃ haṃ kṣaṃ werden rezitiert. Dhijāgraṃ dhijāgraṃ ist eine auch im Siddha Kunjika Stotram belegte Mantralautfolge. Sie bleibt als Lautform erhalten; eine sichere wörtliche Übersetzung wird ihr nicht zugeordnet. Zerbrich, zerbrich; mache leuchtend, mache leuchtend! Svaha.

pāṃ pīṃ pūṃ pārvatī pūrṇā khāṃ khīṃ khūṃ khecarī tathā /
sāṃ sīṃ sūṃ saptaśatī devyā mantrasiddhiṃ kurūṣva me // 13 //

Übersetzung: Pāṃ pīṃ pūṃ: Parvati, die Vollständige. Khāṃ khīṃ khūṃ: die im Raum Wandelnde. Sāṃ sīṃ sūṃ: Saptashati. Göttin, führe meinen Mantra zur Vollendung.

idaṃ tu kuñjikāstotraṃ mantrajāgartihetave /
abhakte naiva dātavyaṃ gopitaṃ rakṣa pārvati // 14 //

Übersetzung: Dieses Kunjika-Stotra dient dem Erwecken des Mantras. Es soll keinem Menschen ohne Hingabe gegeben werden. Bewahre es verborgen, Parvati.

yastu kuñjikayā devi hīnāṃ saptaśatīṃ paṭhet /
na tasya jāyate siddhir araṇye rodanaṃ yathā // 15 //

Übersetzung: Wer die Saptashati ohne Kunjika rezitiert, o Göttin, erlangt laut diesem Lobpreis keine Vollendung; es ist wie ein Rufen im Wald.

iti śrī-rudra-yāmale gaurī-tantre śiva-pārvatī-saṃvāde kuñjikā-stotraṃ sampūrṇam

Übersetzung: Damit ist das Kunjika-Stotra im Gespräch zwischen Shiva und Parvati im Gauri-Tantra des Shri Rudrayamala abgeschlossen. Dies ist die traditionelle Werkzuordnung des Kolophons.

6. Dhyana und Sankalpa

Ein bis zwei Minuten in Meditation sitzen. Sich an die Gegenwart des Göttlichen erinnern und einen klaren, wohlwollenden Entschluss fassen. Um Schutz und die Verwandlung hinderlicher Kräfte bitten.

Gemeinschaftlicher Sankalpa als mögliche Ausrichtung

oṃ śrī-gurubhyo namaḥ /
hariḥ oṃ //

Übersetzung: Om. Verehrung den ehrwürdigen Lehrern. Hari, das Göttliche; Om.

Die Leitung kann das gemeinsame Anliegen so ausdrücken: „Wir rufen die göttliche Mutter an als Durga, Kali, Lakshmi, Saraswati, Chamunda, Bala Tripurasundari, Bagalamukhi, Lalita und Annapurna. Wir bitten Swami Sivananda um Führung. Möge die spirituelle Gemeinschaft beschützt sein; mögen die Menschen, die hier üben und dienen, Kraft und Freude erfahren. Mögen unsere Orte Liebe, Erholung und Inspiration schenken. Möge unser Handeln dem Wohl aller Menschen dienen. Wir legen unsere Anliegen in die Hände der göttlichen Mutter und vertrauen uns ihrer Weisheit an.“

Feuer und einleitende Gaben

oṃ gaṇānāṃ tvā gaṇapatiṃ havāmahe kaviṃ kavīnām upamaśravastamam /
jyeṣṭha-rājaṃ brahmaṇāṃ brahmaṇaspata ā naḥ śṛṇvann ūtibhiḥ sīda sādanam //
oṃ śrī-mahā-gaṇapataye namaḥ //

Übersetzung: Unter den Scharen rufen wir dich als ihren Herrn an, den Seher unter den Sehern, den an Ruhm Unvergleichlichen, den ältesten König der heiligen Gebete, Brahmanaspati. Höre uns und nimm mit deinen Hilfen auf dem Sitz Platz. Verehrung dem ehrwürdigen großen Ganapati.

7. Agni Pratishthana

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ

Übersetzung: Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt.

Das kleine Wassergefäß gegenüber der eigenen Sitzseite an der Feuerstelle abstellen. Fünfmal Agni anrufen:

oṃ agnaye namaḥ

Übersetzung: Verehrung Agni, dem göttlichen Feuer.

8. Agni anrufen und das Feuer entzünden

hrīṃ vahni-mūrtaye namaḥ

Übersetzung: Mit der Keimsilbe hrīṃ: Verehrung der Gestalt des Feuers.

vaṃ vahni-caitanyāya namaḥ

Übersetzung: Mit der Keimsilbe vaṃ: Verehrung dem Bewusstsein des Feuers.

Das Anzündmaterial an einer vorbereiteten Flamme entzünden und in die Feuerschale legen. Dabei dreimal die Feuer-Keimsilbe sprechen:

raṃ raṃ raṃ

Übersetzung: Dreimal die Keimsilbe raṃ, die hier das Feuer anruft.

oṃ cit piṅgala hana hana daha daha paca paca sarvaṃ jñāpaya svāhā

Übersetzung: Om, Bewusstseinsfeuer, goldbraun Leuchtender: Zerschlage, verbrenne und verwandle; lass alles erkannt werden. Svaha: Diese Gabe sei dargebracht. Die kraftvollen Verben werden in dieser Praxis auf Unwissenheit und innere Begrenzungen bezogen.

oṃ agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam /
suvarṇa-varṇam amalaṃ samiddhaṃ viśvato-mukham //

Übersetzung: Ich verehre das entflammte Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, rein, hell entfacht, mit Gesichtern nach allen Richtungen.

9. Einleitende Ahutis

Zu jedem svāhā einen kleinen Löffel Fett in die Flamme geben. Die Gaben werden dem innerlich vorgestellten rechten, linken und dritten Auge sowie dem Mund Agnis zugewendet.

oṃ agnaye svāhā

Übersetzung: Darbringung an Agni.

oṃ somāya svāhā

Übersetzung: Darbringung an Soma.

oṃ agni-ṣomābhyāṃ svāhā

Übersetzung: Darbringung an Agni und Soma.

oṃ agnaye sviṣṭakṛte svāhā

Übersetzung: Darbringung an Agni, der das Opfer zum guten Abschluss bringt.

oṃ bhūḥ svāhā

Übersetzung: Darbringung für die Erde.

oṃ bhuvaḥ svāhā

Übersetzung: Darbringung für die Zwischenraum.

oṃ svaḥ svāhā

Übersetzung: Darbringung für die Himmelswelt.

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ svāhā

Übersetzung: Darbringung für Erde, Zwischenraum und Himmelswelt.

Den folgenden Vers zweimal mit je einer Gabe sprechen:

oṃ vaiśvānara jātavedaḥ ihā vaha lohitākṣa /
sarva-karmāṇi sādhaya svāhā //

Übersetzung: Om, Vaishvanara, Jatavedas, Rotäugiger: Bringe hierher und lass alle rituellen Handlungen gelingen. Diese Gabe sei dargebracht.

10. Darbringungen an die göttlichen Kräfte

Ab jetzt zu svāhā jeweils eine kleine vorbereitete Gabe aus Homa-Samagri und Reis mit etwas Ghee beziehungsweise Kokosfett darbringen. Samagri bezeichnet die für das Ritual vorgesehene, brennbare Mischung aus Pflanzenbestandteilen. Keine unbekannten Duftmischungen verwenden.

oṃ gaṃ gaṇapataye svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt Ganesha.

oṃ gaṇeśāya svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt Ganesha.

oṃ lakṣmī-nārāyaṇāya svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt Lakshmi-Narayana.

oṃ umā-maheśvarāya svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt Uma-Maheshvara.

oṃ vāṇī-hiraṇyagarbhābhyāṃ namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt Vani, Saraswati, und Hiranyagarbha, Brahma.

oṃ śacī-purandarābhyāṃ namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt Shachi und Purandara, Indra.

oṃ mātṛ-pitṛ-caraṇa-kamalebhyo namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt den Lotusfüßen von Mutter und Vater.

oṃ iṣṭa-devatābhyo namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt den persönlichen Gottheiten.

oṃ vāstu-devatābhyo namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt den Gottheiten des Wohn- und Ritualplatzes.

oṃ grāma-devatābhyo namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt den Gottheiten des Ortes.

oṃ kṣetra-pāla-devatābhyo namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt den Gottheiten, die den Bereich hüten.

oṃ annapūrṇābhyo namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt den Formen Annapurnas.

oṃ mahā-durgā-mahā-lakṣmī-mahā-sarasvatībhyo namaḥ svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt Mahadurga, Mahalakshmi und Mahasaraswati.

oṃ śrī-mahā-gaṇādhipataye svāhā

Übersetzung: Diese Darbringung gilt dem großen Herrn der Scharen.

11. Navagraha – die neun Gestirnkräfte

Die neun Grahas der traditionellen indischen Zuordnung verehren. Rahu und Ketu bezeichnen die Mondknoten. Die vorliegende Mantrafolge verwendet für Chandra und Shukra dieselbe Bija-Reihe; die jeweilige Namensanrufung unterscheidet sie.

oṃ hrāṃ hrīṃ hrauṃ saḥ sūryāya svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben hrāṃ hrīṃ hrauṃ saḥ gilt diese Gabe Surya.

oṃ śrāṃ śrīṃ śrauṃ saḥ candramase svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben śrāṃ śrīṃ śrauṃ saḥ gilt diese Gabe Chandra.

oṃ krāṃ krīṃ krauṃ saḥ bhaumāya svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben krāṃ krīṃ krauṃ saḥ gilt diese Gabe Mangala.

oṃ brāṃ brīṃ brauṃ saḥ budhāya svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben brāṃ brīṃ brauṃ saḥ gilt diese Gabe Budha.

oṃ grāṃ grīṃ grauṃ saḥ gurave svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben grāṃ grīṃ grauṃ saḥ gilt diese Gabe Brihaspati.

oṃ śrāṃ śrīṃ śrauṃ saḥ śukrāya svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben śrāṃ śrīṃ śrauṃ saḥ gilt diese Gabe Shukra.

oṃ prāṃ prīṃ prauṃ saḥ śanaiścarāya svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben prāṃ prīṃ prauṃ saḥ gilt diese Gabe Shani.

oṃ bhrāṃ bhrīṃ bhrauṃ saḥ rāhave svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben bhrāṃ bhrīṃ bhrauṃ saḥ gilt diese Gabe Rahu.

oṃ srāṃ srīṃ srauṃ saḥ ketave svāhā

Übersetzung: Mit den Keimsilben srāṃ srīṃ srauṃ saḥ gilt diese Gabe Ketu.

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ /
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi /
dhiyo yo naḥ pracodayāt /
svāhā //

Übersetzung: Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen und erleuchten. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.

oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam /
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt /
svāhā //

Übersetzung: Wir verehren den Dreiäugigen, der duftet und Gedeihen fördert. Wie eine reife Frucht sich von ihrem Stiel löst, möge ich von der Bindung des Todes frei werden, nicht aber von der Unsterblichkeit. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.

Die Guru-Anrufung zweimal:

oṃ namo bhagavate śivānandāya /
svāhā //

Übersetzung: Verehrung dem erhabenen Sivananda. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.

Lange Chamunda-Darbringung

12. Das Anliegen erneuern und den Hymnus eröffnen

Nochmals kurz still werden. Ab hier kleine Gewürzgaben zusammen mit Reis und etwas Ghee beziehungsweise Kokosfett verwenden. Die einleitenden vier Verse des Kunjika-Stotras rezitieren:

śiva uvāca

Übersetzung: Shiva sprach:

śṛṇu devi pravakṣyāmi kuñjikāstotramuttamam /
yena mantraprabhāveṇa caṇḍījāpaḥ śubho bhavet // 1 //

Übersetzung: Höre, Göttin: Ich werde das vorzügliche Kunjika-Stotra verkünden, durch dessen Mantrakraft die Chandi-Rezitation glückverheißend wird.

na kavacaṃ nārgalāstotraṃ kīlakaṃ na rahasyakam /
na sūktaṃ nāpi dhyānaṃ ca na nyāso na ca vārcanam // 2 //

Übersetzung: Weder Kavacha noch Argala-Stotra, weder Kilaka noch Rahasya, weder Sukta noch Dhyana, weder Nyasa noch Verehrung sind dazu erforderlich. Der Hymnus preist damit die eigene verdichtete Kraft.

kuñjikāpāṭhamātreṇa durgāpāṭhaphalaṃ labhet /
ati guhyataraṃ devi devānāmapi durlabham // 3 //

Übersetzung: Allein durch die Kunjika-Rezitation erlangt man, so heißt es hier, die Frucht der Durga-Rezitation. Göttin, sie ist überaus geheim und selbst den Göttern schwer zugänglich.

gopanīyaṃ prayatnena svayoniriva pārvati /
māraṇaṃ mohanaṃ vaśyaṃ stambhanoccāṭanādikam /
pāṭhamātreṇa saṃsiddhyet kuñjikāstotramuttamam // 4 //

Übersetzung: Sorgfältig soll sie verborgen werden wie der eigene Schoß, Parvati. Töten, Verblenden, Unterwerfen, Lähmen, Vertreiben und ähnliche magische Wirkungen sollen, so die Verheißung des Textes, allein durch die Rezitation dieses vorzüglichen Kunjika-Stotras gelingen. Der Wortlaut gehört zum traditionellen Lobpreis seiner Macht.

13. 45 Minuten – Schutz und Überwindung

Die Einzelanleitung enthält an dieser Stelle eine besondere Schutzvariante. Der folgende Text wird 45 Minuten fortlaufend wiederholt; mit jedem svāhā erfolgt eine kleine Gabe. Die Bitte der Feier richtet sich auf Schutz und das Überwinden feindseliger oder hinderlicher Kräfte. Die Sanskritformulierung spricht wörtlich von Gegnern.

oṃ aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce /
oṃ glauṃ huṃ klīṃ jūṃ saḥ /
jvālaya jvālaya jvala jvala prajvala prajvala /
aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce /
mama śatrūṇāṃ vācaṃ mukhaṃ padaṃ jihvāṃ /
kīlyai kīlyai buddhiṃ vināśaya vināśaya /
ākarṣaya ākarṣaya ujjatāy ujjatāy huṃ phaṭ svāhā //

Übersetzung: Die Keimsilben rufen Chamunda an. jvālaya und jvala bedeuten „entzünde“ und „brenne, leuchte“. Es folgen „Rede, Mund, Schritt und Zunge meiner Gegner“, dann die Aufforderungen „vernichte die Einsicht“ und „ziehe herbei“. Die beiden Ausdrücke kīlyai und ujjatāy bleiben als besondere, noch zu bestätigende Lautfassung erhalten. Naheliegende Vergleichsformen sind kīlaya („hefte fest“) und uccāṭaya („vertreibe“); diese sind in Bagalamukhi-Mantras belegt. Die Parallelstelle bestätigt jedoch nicht den gesamten Wortlaut dieser Chamunda-Schutzformel. huṃ und phaṭ sind Mantrasilben, svāhā widmet die Gabe. Die deutsche Wiedergabe umfasst die gesicherten Wörter, nicht eine gesicherte Übersetzung der ganzen Formel.

Für diese besondere Schutzvariante ist die mündliche Rezitationsfassung der Ritualleitung maßgeblich. Wo sie nicht überliefert ist, vor der Feier ausdrücklich die vollständig lesbare Kunjika-Mantraform des nächsten Schrittes als Hauptrezitation vereinbaren; nicht während der Feier unbemerkt zwischen beiden Texten wechseln.

14. 15 Minuten – Süße und Segen

Das Anliegen auf Güte, Freude und ein segensreiches Weitergehen ausrichten. Nun sehr kleine Gaben von Sirup beziehungsweise Honig oder Zucker zusammen mit Reis und etwas Fett darbringen. Den folgenden vollständigen Kunjika-Mantra 15 Minuten lang wiederholen:

oṃ aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce /
oṃ glauṃ huṃ klīṃ jūṃ saḥ
jvālaya jvālaya jvala jvala prajvala prajvala
aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce
jvala haṃ saṃ laṃ kṣaṃ phaṭ svāhā // 5 //

Übersetzung: Om und die Keimsilben aiṃ hrīṃ klīṃ: Verehrung der Chamunda in der Mantraform vicce. Es folgen glauṃ huṃ klīṃ jūṃ saḥ. Entzünde, entzünde; brenne, brenne; leuchte auf, leuchte auf! Erneut aiṃ hrīṃ klīṃ cāmuṇḍāyai vicce; brenne! Es folgen haṃ saṃ laṃ kṣaṃ phaṭ svāhā. Keimsilben werden als heilige Laute rezitiert und nicht wörtlich übersetzt.

15. Den Hymnus vollenden

Nun die Gewürz- und Süßgaben beenden und mit Reis und etwas Fett fortfahren. Die restlichen Verse vollständig rezitieren. Die kleinen Gaben mit dem Versende beziehungsweise dem enthaltenen svāhā koordinieren:

namaste rudrarūpiṇyai namaste madhumardini /
namaḥ kaiṭabhahāriṇyai namaste mahiṣārdini // 6 //

Übersetzung: Verehrung dir in Rudras Gestalt, Bezwingerin Madhus. Verehrung der Vernichterin Kaitabhas und Bezwingerin Mahishas.

namaste śumbhahantryai ca niśumbhāsuraghātini /
jāgrataṃ hi mahādevi japaṃ siddhaṃ kurūṣva me // 7 //

Übersetzung: Verehrung der Bezwingerin Shumbhas und des Asura Nishumbha. Große Göttin, lass die Rezitation erwachen und führe meinen Japa zur Vollendung.

aiṅkārī sṛṣṭirūpāyai hrīṅkārī pratipālikā /
klīṅkārī kāmarūpiṇyai bījarūpe namo'stute // 8 //

Übersetzung: Als Laut aiṃ bist du die Gestalt der Schöpfung, als hrīṃ die Erhalterin. Als klīṃ bist du die Gestalt des Verlangens. Verehrung dir in Gestalt der Keimsilben.

cāmuṇḍā caṇḍaghātī ca yaikārī varadāyinī /
vicce cābhayadā nityaṃ namaste mantrarūpiṇi // 9 //

Übersetzung: Du bist Chamunda und Bezwingerin Chandas; als Silbe yai schenkst du Gaben. Als vicce schenkst du immer Furchtlosigkeit. Verehrung dir, die du Mantragestalt bist.

dhāṃ dhīṃ dhūṃ dhūrjaṭeḥ patnī vāṃ vīṃ vūṃ vāgadhīśvarī /
krāṃ krīṃ krūṃ kuñjikā devi śāṃ śīṃ śūṃ me śubhaṃ kuru // 10 //

Übersetzung: Dhāṃ dhīṃ dhūṃ: Gemahlin des Haarflechtenträgers Shiva. Vāṃ vīṃ vūṃ: Herrin der Rede. Krāṃ krīṃ krūṃ: Göttin Kunjika. Śāṃ śīṃ śūṃ: Wirke mir Heil.

huṃ huṃ huṅkārarūpiṇyai jaṃ jaṃ jaṃ jambhanādinī /
bhrāṃ bhrīṃ bhrūṃ bhairavī bhadre bhavānyai te namo namaḥ // 11 //

Übersetzung: Huṃ huṃ: Verehrung der Gestalt des huṃ-Lautes. Jaṃ jaṃ jaṃ: Jambhanadini, die im Bannwirken tönt. Bhrāṃ bhrīṃ bhrūṃ: Bhairavi, Heilvolle, Bhavani, dir immer wieder Verehrung.

aṃ kaṃ caṃ ṭaṃ taṃ paṃ yaṃ śaṃ vīṃ duṃ aiṃ vīṃ haṃ kṣaṃ /
dhijāgraṃ dhijāgraṃ troṭaya troṭaya dīptaṃ kuru kuru svāhā // 12 //

Übersetzung: Die Keimsilben aṃ kaṃ caṃ ṭaṃ taṃ paṃ yaṃ śaṃ vīṃ duṃ aiṃ vīṃ haṃ kṣaṃ werden rezitiert. Dhijāgraṃ dhijāgraṃ ist eine auch im Siddha Kunjika Stotram belegte Mantralautfolge. Sie bleibt als Lautform erhalten; eine sichere wörtliche Übersetzung wird ihr nicht zugeordnet. Zerbrich, zerbrich; mache leuchtend, mache leuchtend! Svaha.

pāṃ pīṃ pūṃ pārvatī pūrṇā khāṃ khīṃ khūṃ khecarī tathā /
sāṃ sīṃ sūṃ saptaśatī devyā mantrasiddhiṃ kurūṣva me // 13 //

Übersetzung: Pāṃ pīṃ pūṃ: Parvati, die Vollständige. Khāṃ khīṃ khūṃ: die im Raum Wandelnde. Sāṃ sīṃ sūṃ: Saptashati. Göttin, führe meinen Mantra zur Vollendung.

idaṃ tu kuñjikāstotraṃ mantrajāgartihetave /
abhakte naiva dātavyaṃ gopitaṃ rakṣa pārvati // 14 //

Übersetzung: Dieses Kunjika-Stotra dient dem Erwecken des Mantras. Es soll keinem Menschen ohne Hingabe gegeben werden. Bewahre es verborgen, Parvati.

yastu kuñjikayā devi hīnāṃ saptaśatīṃ paṭhet /
na tasya jāyate siddhir araṇye rodanaṃ yathā // 15 //

Übersetzung: Wer die Saptashati ohne Kunjika rezitiert, o Göttin, erlangt laut diesem Lobpreis keine Vollendung; es ist wie ein Rufen im Wald.

iti śrī-rudra-yāmale gaurī-tantre śiva-pārvatī-saṃvāde kuñjikā-stotraṃ sampūrṇam

Übersetzung: Damit ist das Kunjika-Stotra im Gespräch zwischen Shiva und Parvati im Gauri-Tantra des Shri Rudrayamala abgeschlossen. Dies ist die traditionelle Werkzuordnung des Kolophons.

oṃ tat sat /
brahmārpaṇam astu //

Übersetzung: Om, Das ist die Wahrheit. Möge alles Brahman dargebracht sein.

Volle Rezitation von Devi Mahatmyam

Für die ausführliche Version von Chandi Havan folgt jetzt die volle Rezitation von

Am Ende von jedem Shloka wird "Svaha" gesagt - und Gaben ins Feuer gegeben: Kokos-Ghee, Samagri (Heilige getrockente Kräuter), Navadhanya bzw. Saptadhanya (neun bzw. 7 heilige Getreide).

Purnahuti und Abschluss

16. Süße Gaben und Purnahuti

Fünf vorbereitete süße Gaben oder etwas Zucker verwenden. Die Quelle erlaubt ausdrücklich die Zucker-Variante. Zu jeder der folgenden sechs Anrufungen eine kleine Teilgabe in das Feuer geben:

oṃ prāṇāya svāhā

Übersetzung: Darbringung an Prana.

oṃ apānāya svāhā

Übersetzung: Darbringung an Apana.

oṃ samānāya svāhā

Übersetzung: Darbringung an Samana.

oṃ udānāya svāhā

Übersetzung: Darbringung an Udana.

oṃ vyānāya svāhā

Übersetzung: Darbringung an Vyana.

oṃ brahmaṇe svāhā

Übersetzung: Darbringung an Brahman.

Die abschließende volle Gabe vorbereiten. Die Ritualleitung bemisst die Fettmenge passend zur Feuerstelle. Eine Kokosnussgabe und Blüten können hinzukommen; eine geschlossene Kokosnuss nicht als Druckkörper erhitzen, sondern vorbereitet geöffnet beziehungsweise in geeigneten Stücken darbringen. Die Gemeinschaft verbindet sich innerlich mit der Gabe.

oṃ pūrṇāhuti svāhā

Übersetzung: Om. Die vollständige abschließende Gabe sei dargebracht. Pūrṇāhuti wird in der Quelle als Ritualruf ohne weitere Kasusendung gesprochen.

oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam /
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt /
svāhā //

Übersetzung: Wir verehren den Dreiäugigen, der duftet und Gedeihen fördert. Wie eine reife Frucht sich von ihrem Stiel löst, möge ich von der Bindung des Todes frei werden, nicht aber von der Unsterblichkeit. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.

oṃ sarvaṃ vai pūrṇaṃ svāhā

Übersetzung: Om. Wahrlich, alles ist Fülle. Svaha.

oṃ vasoḥ pavitram asi śatadhāraṃ vasoḥ pavitram asi sahasradhāram /
devas tvā savitā punātu vasoḥ pavitreṇa śatadhāreṇa supvā kāmadhukṣaḥ //

Übersetzung: Du bist Vasus hundertströmiges Reinigungsmittel, du bist Vasus tausendströmiges Reinigungsmittel. Gott Savitar möge dich mit Vasus hundertströmigem Reinigungsmittel reinigen, das gut reinigt und das Ersehnte hervorströmen lässt.

17. Yajna Phala Stuti

yajño vai viṣṇuḥ yajño yajñena kalpatām /
yajñena kalpitāṃ devāḥ yajñaṃ kalpayatāṃ mahī /
yajñena kalpayā mahīm //

Übersetzung der ersten Zeile: Das Opfer ist wahrlich Vishnu. Möge das Opfer durch das Opfer gelingen. Die zweite Aussage folgt der belegten Formel der Vajasaneyi Samhita 9.21. Die beiden folgenden Zeilen werden in der besonderen Yoga-Vidya-Rezitationsfassung belassen; für sie ist keine zuverlässige vollständige Übersetzung gesichert. Ihre Begriffe beziehen sich auf Opfer, Gottheiten und Erde.

Die erste Zeile verwendet die vedische Lesung yajño yajñena kalpatām. Die besondere Schlussformel wird nach der vertrauten Rezitationsüberlieferung gesprochen; die verbleibenden Zeilen sind nicht als wörtliches Zitat eines vollständig identifizierten Veda-Mantras ausgewiesen.

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ

Übersetzung: Om. Frieden, Frieden, Frieden.

18. Agni Samarpanam und Kshama

Fünfmal Agni verehren und ihm die ganze Handlung übergeben:

oṃ agnaye namaḥ

Übersetzung: Verehrung Agni, dem göttlichen Feuer.

yad akṣaraṃ paribhraṣṭaṃ mātrā-hīnaṃ ca yad bhavet /
pūrṇaṃ bhavatu tat sarvaṃ tvat-prasādān maheśvari //
mantra-hīnaṃ kriyā-hīnaṃ bhakti-hīnaṃ sureśvari /
yat pūjitaṃ mayā devi paripūrṇaṃ tad astu me //

Übersetzung: Was an Silben entfallen ist oder an richtiger Lautdauer fehlt: Möge durch deine Gnade alles vollständig werden, große Herrin. Was ich verehrt habe, obwohl es an Mantra, Handlung oder Hingabe mangelte, möge durch dich vollkommen sein, Göttin und Herrin der Götter.

19. Dhupa, Dipa und Naivedya

Räucherwerk entzünden, vor dem Altar schwenken und klingeln:

oṃ vanaspaty-udbhavair divyair nānā-gandha-samanvitaiḥ /
āghreya-dhūpa-dīpānāṃ dhūpo 'yaṃ pratigṛhyatām //

Übersetzung: Nimm dieses Räucherwerk entgegen, aus Pflanzen gewonnen und mit vielerlei göttlichen Düften versehen, als wohlriechende Darbringung.

Die Lampe oder Kerze entzünden und ebenso schwenken:

oṃ antar-jyotir bahir-jyotiḥ pratyag-jyotiḥ parātparaḥ /
jyotir-jyotiḥ svayaṃ-jyotir ātma-jyotiḥ śivo 'smy aham //
ātma-jyotir mano-jyotir jyotiś-cakṣus sa paśyati /
sa bāhyābhyantara-jyotiḥ taj jyotiḥ śivam ucyate //

Übersetzung: Licht im Inneren, Licht im Äußeren, innerstes Licht, höher als das Höchste; Licht des Lichtes, aus sich selbst leuchtend: Als Licht des Selbst bin ich Shiva. Licht des Selbst und Licht des Geistes: Wer das Licht zum Auge hat, sieht. Er ist das äußere und innere Licht; dieses Licht wird Shiva genannt.

Aufstehen und die vorbereiteten Prasad-Schalen zum Altar bringen. Die Speisen freilegen. Mit einer Blüte dreimal etwas Wasser darübersprenkeln und jedes Mal Gayatri rezitieren:

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ /
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi /
dhiyo yo naḥ pracodayāt //

Übersetzung: Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen und erleuchten.

oṃ deva savitaḥ prasuva /
satyaṃ tv ṛtena pariṣiñcāmi /
amṛtam asy amṛtopastaraṇam asi //

Übersetzung: Göttlicher Savitar, bringe dies hervor. Dich, die Wahrheit, umsprenkle ich mit der kosmischen Ordnung. Du bist Nektar; du bist die Unterlage des Nektars.

Die Schale zum Altar anheben und zu jeder Anrufung die freie Hand über die Speise zum Altar führen:

oṃ prāṇāya svāhā /
oṃ apānāya svāhā /
oṃ samānāya svāhā /
oṃ udānāya svāhā /
oṃ vyānāya svāhā /
oṃ brahmaṇe svāhā //

Übersetzung: Darbringung an Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana, die fünf Lebensströmungen; Darbringung an Brahman.

oṃ para-brahma-paramātmane namaḥ /
oṃ sadguru-śivānanda-svāmine namaḥ /
oṃ sarvam amṛtaṃ mahā-naivedyaṃ nivedayāmi //

Übersetzung: Verehrung dem höchsten Brahman, dem höchsten Selbst. Verehrung dem wahren Lehrer Swami Sivananda. Als Nektar bringe ich all dies als große Speisegabe dar.

Die Schalen abstellen und von jeder Speise ein Stück auf einem eigenen Altar-Teller darbringen.

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ

Übersetzung: Om. Frieden, Frieden, Frieden.

20. Arati

Die brennende Lampe vor dem Altar im Uhrzeigersinn schwenken. Alle stehen, soweit dies möglich ist. Glocke und Muschelhorn können die Arati begleiten.

oṃ rājādhirājāya prasahya-sāhine namo vayaṃ vaiśravaṇāya kurmahe /
sa me kāmān kāma-kāmāya mahyaṃ kāmeśvaro vaiśravaṇo dadātu /
kuberāya vaiśravaṇāya mahā-rājāya namaḥ //

Übersetzung: Wir erweisen Vaishravana Verehrung, dem König der Könige, dessen Kraft überwindet. Möge Vaishravana, Herr der Wünsche, mir die ersehnten Gaben gewähren. Verehrung dem großen König Kubera Vaishravana.

oṃ na tatra sūryo bhāti na candra-tārakaṃ nemā vidyuto bhānti kuto 'yam agniḥ /
tam eva bhāntam anubhāti sarvaṃ tasya bhāsā sarvam idaṃ vibhāti //

Übersetzung: Dort leuchtet weder die Sonne noch Mond und Sterne, auch diese Blitze nicht – wie dann dieses Feuer? Alles leuchtet, indem es seinem Leuchten folgt; durch sein Licht erstrahlt dies alles.

oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati /
narmade sindhu kāveri namas tubhyaṃ namo namaḥ //

Übersetzung: O Ganga, Yamuna, Godavari, Saraswati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Verehrung euch, immer wieder Verehrung.

Die Lichtkraft dreimal symbolisch dem Altar zuwenden. Anschließend das Licht den Anwesenden reichen; sie führen ihre Hände mit Abstand über die Flamme und streichen deren Wärme über Kopf oder Gesicht. Danach die Lampe sicher abstellen.

tvam eva mātā ca pitā tvam eva /
tvam eva bandhuś ca sakhā tvam eva /
tvam eva vidyā draviṇaṃ tvam eva /
tvam eva sarvaṃ mama deva-deva //

Übersetzung: Du allein bist Mutter und Vater; du bist Verwandter und Freund. Du bist Wissen und Reichtum; du bist mein Alles, o Gott der Götter.

kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt /
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi //

Übersetzung: Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist und Sinnen, mit Vernunft und innerem Wesen oder aus meiner natürlichen Veranlagung heraus tue: All dies bringe ich dem höchsten Narayana dar.

sarva-dharmān parityajya mām ekaṃ śaraṇaṃ vraja /
ahaṃ tvā sarva-pāpebhyo mokṣayiṣyāmi mā śucaḥ //

Übersetzung: Lass alle Pflichten los und nimm allein bei mir Zuflucht. Ich werde dich von allen Verfehlungen befreien; sorge dich nicht. Diese Worte Krishnas stammen aus der Bhagavad Gita, Vers 18.66.

In Stille verweilen, Prasad teilen und gegebenenfalls persönliche Segenswünsche aussprechen. Die Feuerstelle bis zum vollständigen Erlöschen betreuen.

Siehe auch

Quellen

  • Yoga Vidya, ausführliche Homa-Einzelvorlagen für Ashramleitungsweihen von 2025 und Chamundi Havan.
  • Puja Sangraha, Sri Matham, Abschnitt „Svasti Vachanam“: Parallelstellen zu den Paaranrufungen und zur Verehrung der Eltern.
  • Shukla Yajurveda, Vajasaneyi Samhita 1.3: „Vasoh Pavitram“. Hauptquelle: Chamundi Havan.
  • Yoga Vidya, Sankalpa für einen Chandi-Homa zu Navaratri: Anrufung und gemeinschaftliches Anliegen.

Rezitationen in Devanagari

Sankalpa – Lehreranrufung

ॐ श्री-गुरुभ्यो नमः /
हरिः ॐ //

Die folgenden Texte entsprechen den ausgeschriebenen IAST-Rezitationen der Anleitung. Wiederholungszahlen und gleichzeitige Handlungen stehen beim jeweiligen Ritualschritt. Die Schriftübertragung enthält keine zusätzlichen vedischen Tonzeichen.

Om

ॐ ॐ ॐ

Achamana: Keshava

ॐ केशवाय नमः

Achamana: Achyuta, dem Unvergänglichen

ॐ अच्युताय नमः

Achamana: Ananta, dem Unendlichen

ॐ अनन्ताय नमः

Achamana: Govinda

ॐ गोविन्दाय नमः

Achamana: Narayana

ॐ नारायणाय नमः

Flussgebet

ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति /
नर्मदे सिन्धु कावेरि नमस् तुभ्यं नमो नमः //

Tripura Gayatri

ॐ ऐं त्रिपुरा-देव्यै च विद्महे क्लीं कामेश्वर्यै च धीमहि /
सौं तन् नः क्लिन्ने प्रचोदयात् //

Apavitra

ॐ अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतो ऽपि वा /
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः //

Nektarformel

ॐ अमृतां कुरु स्वाहा

Handreinigung

ॐ हस्तौ प्रक्षाल्य

Anrufung 1

ॐ गं गणपतये नमः

Anrufung 2

ॐ शरवणभवाय नमः

Anrufung 3

ॐ ऐं सरस्वत्यै नमः

Anrufung 4

ॐ गुं गुरुभ्यो नमः

Anrufung 5

ॐ नमो भगवते शिवानन्दाय

Anrufung 6

ॐ नमो भगवते विष्णु-देवानन्दाय

Anrufung 7

ॐ आदि-शक्त्यै नमः

Ganeshas zwölf Namen

ॐ सुमुखश् चैक-दन्तश् च कपिलो गज-कर्णकः /
लम्बोदरश् च विकटो विघ्न-राजो गणाधिपः /
धूम्र-केतुर् गणाध्यक्षो भाल-चन्द्रो गजाननः /
द्वादशैतानि नामानि यः पठेच् छृणुयाद् अपि /
सर्व-कार्य-समारम्भे विघ्नस् तस्य न जायते //

Ganadhipati

ॐ गणाधिपतये नमः

Shuklambaradharam

ॐ शुक्लाम्बरधरं विष्णुं शशिवर्णं चतुर्भुजम् /
प्रसन्न-वदनं ध्यायेत् सर्व-विघ्नोपशान्तये //

Lakshmi Narayana

ॐ लक्ष्मी-नारायणाय नमः

Svasti Vachana

ॐ स्वस्ति न इन्द्रो वृद्ध-श्रवाः /
स्वस्ति नः पूषा विश्व-वेदाः /
स्वस्ति नस् तार्क्ष्यो अरिष्ट-नेमिः /
स्वस्ति नो बृहस्पतिर् दधातु /
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः //

Sarva Mangala

सर्व-मङ्गल-माङ्गल्ये शिवे सर्वार्थ-साधिके /
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमो ऽस्तु ते //

Shiva spricht

शिव उवाच

Siddha Kunjika, Vers 1

शृणु देवि प्रवक्ष्यामि कुञ्जिकास्तोत्रमुत्तमम् /
येन मन्त्रप्रभावेण चण्डीजापः शुभो भवेत् // १ //

Siddha Kunjika, Vers 2

न कवचं नार्गलास्तोत्रं कीलकं न रहस्यकम् /
न सूक्तं नापि ध्यानं च न न्यासो न च वार्चनम् // २ //

Siddha Kunjika, Vers 3

कुञ्जिकापाठमात्रेण दुर्गापाठफलं लभेत् /
अति गुह्यतरं देवि देवानामपि दुर्लभम् // ३ //

Siddha Kunjika, Vers 4

गोपनीयं प्रयत्नेन स्वयोनिरिव पार्वति /
मारणं मोहनं वश्यं स्तम्भनोच्चाटनादिकम् /
पाठमात्रेण संसिद्ध्येत् कुञ्जिकास्तोत्रमुत्तमम् // ४ //

Siddha Kunjika, Vers 5

ॐ ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे /
ॐ ग्लौं हुं क्लीं जूं सः
ज्वालय ज्वालय ज्वल ज्वल प्रज्वल प्रज्वल
ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे
ज्वल हं सं लं क्षं फट् स्वाहा // ५ //

Siddha Kunjika, Vers 6

नमस्ते रुद्ररूपिण्यै नमस्ते मधुमर्दिनि /
नमः कैटभहारिण्यै नमस्ते महिषार्दिनि // ६ //

Siddha Kunjika, Vers 7

नमस्ते शुम्भहन्त्र्यै च निशुम्भासुरघातिनि /
जाग्रतं हि महादेवि जपं सिद्धं कुरूष्व मे // ७ //

Siddha Kunjika, Vers 8

ऐङ्कारी सृष्टिरूपायै ह्रीङ्कारी प्रतिपालिका /
क्लीङ्कारी कामरूपिण्यै बीजरूपे नमोऽस्तुते // ८ //

Siddha Kunjika, Vers 9

चामुण्डा चण्डघाती च यैकारी वरदायिनी /
विच्चे चाभयदा नित्यं नमस्ते मन्त्ररूपिणि // ९ //

Siddha Kunjika, Vers 10

धां धीं धूं धूर्जटेः पत्नी वां वीं वूं वागधीश्वरी /
क्रां क्रीं क्रूं कुञ्जिका देवि शां शीं शूं मे शुभं कुरु // १० //

Siddha Kunjika, Vers 11

हुं हुं हुङ्काररूपिण्यै जं जं जं जम्भनादिनी /
भ्रां भ्रीं भ्रूं भैरवी भद्रे भवान्यै ते नमो नमः // ११ //

Siddha Kunjika, Vers 12

अं कं चं टं तं पं यं शं वीं दुं ऐं वीं हं क्षं /
धिजाग्रं धिजाग्रं त्रोटय त्रोटय दीप्तं कुरु कुरु स्वाहा // १२ //

Siddha Kunjika, Vers 13

पां पीं पूं पार्वती पूर्णा खां खीं खूं खेचरी तथा /
सां सीं सूं सप्तशती देव्या मन्त्रसिद्धिं कुरूष्व मे // १३ //

Siddha Kunjika, Vers 14

इदं तु कुञ्जिकास्तोत्रं मन्त्रजागर्तिहेतवे /
अभक्ते नैव दातव्यं गोपितं रक्ष पार्वति // १४ //

Siddha Kunjika, Vers 15

यस्तु कुञ्जिकया देवि हीनां सप्तशतीं पठेत् /
न तस्य जायते सिद्धिर् अरण्ये रोदनं यथा // १५ //

Kunjika-Kolophon

इति श्री-रुद्र-यामले गौरी-तन्त्रे शिव-पार्वती-संवादे कुञ्जिका-स्तोत्रं सम्पूर्णम्

Gananam Tva

ॐ गणानां त्वा गणपतिं हवामहे कविं कवीनाम् उपमश्रवस्तमम् /
ज्येष्ठ-राजं ब्रह्मणां ब्रह्मणस्पत आ नः शृण्वन्न् ऊतिभिः सीद सादनम् //
ॐ श्री-महा-गणपतये नमः //

Drei Welten

ॐ भूर् भुवः स्वः

Agni

ॐ अग्नये नमः

Feuergestalt

ह्रीं वह्नि-मूर्तये नमः

Feuerbewusstsein

वं वह्नि-चैतन्याय नमः

Feuerbija

रं रं रं

Cit Pingala

ॐ चित् पिङ्गल हन हन दह दह पच पच सर्वं ज्ञापय स्वाहा

Agni Lobpreis

ॐ अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् /
सुवर्ण-वर्णम् अमलं समिद्धं विश्वतो-मुखम् //

Rechtes Auge

ॐ अग्नये स्वाहा

Linkes Auge

ॐ सोमाय स्वाहा

Drittes Auge

ॐ अग्नि-षोमाभ्यां स्वाहा

Mund

ॐ अग्नये स्विष्टकृते स्वाहा

Weltenopfer Erde

ॐ भूः स्वाहा

Weltenopfer Zwischenraum

ॐ भुवः स्वाहा

Weltenopfer Himmelswelt

ॐ स्वः स्वाहा

Vaishvanara

ॐ वैश्वानर जातवेदः इहा वह लोहिताक्ष /
सर्व-कर्माणि साधय स्वाहा //

Die drei Welten – gemeinsame Gabe

ॐ भूर् भुवः स्वः स्वाहा

Ganesha – Darbringung

ॐ गं गणपतये स्वाहा

Ganesha – Darbringung

ॐ गणेशाय स्वाहा

Lakshmi und Narayana – Darbringung

ॐ लक्ष्मी-नारायणाय स्वाहा

Uma und Maheshvara – Darbringung

ॐ उमा-महेश्वराय स्वाहा

Vani und Hiranyagarbha – Darbringung

ॐ वाणी-हिरण्यगर्भाभ्यां नमः स्वाहा

Shachi und Purandara – Darbringung

ॐ शची-पुरन्दराभ्यां नमः स्वाहा

Eltern – Darbringung

ॐ मातृ-पितृ-चरण-कमलेभ्यो नमः स्वाहा

Persönliche Gottheiten – Darbringung

ॐ इष्ट-देवताभ्यो नमः स्वाहा

Vastu – Darbringung

ॐ वास्तु-देवताभ्यो नमः स्वाहा

Ort – Darbringung

ॐ ग्राम-देवताभ्यो नमः स्वाहा

Feldhüter – Darbringung

ॐ क्षेत्र-पाल-देवताभ्यो नमः स्वाहा

Annapurna – Darbringung

ॐ अन्नपूर्णाभ्यो नमः स्वाहा

Die drei Göttinnen – Darbringung

ॐ महा-दुर्गा-महा-लक्ष्मी-महा-सरस्वतीभ्यो नमः स्वाहा

Mahaganapati – Darbringung

ॐ श्री-महा-गणाधिपतये स्वाहा

Surya – Ahuti

ॐ ह्रां ह्रीं ह्रौं सः सूर्याय स्वाहा

Chandra – Ahuti

ॐ श्रां श्रीं श्रौं सः चन्द्रमसे स्वाहा

Mangala – Ahuti

ॐ क्रां क्रीं क्रौं सः भौमाय स्वाहा

Budha – Ahuti

ॐ ब्रां ब्रीं ब्रौं सः बुधाय स्वाहा

Brihaspati – Ahuti

ॐ ग्रां ग्रीं ग्रौं सः गुरवे स्वाहा

Shukra – Ahuti

ॐ श्रां श्रीं श्रौं सः शुक्राय स्वाहा

Shani – Ahuti

ॐ प्रां प्रीं प्रौं सः शनैश्चराय स्वाहा

Rahu – Ahuti

ॐ भ्रां भ्रीं भ्रौं सः राहवे स्वाहा

Ketu – Ahuti

ॐ स्रां स्रीं स्रौं सः केतवे स्वाहा

Gayatri – Feuergabe

ॐ भूर् भुवः स्वः /
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि /
धियो यो नः प्रचोदयात् /
स्वाहा //

Tryambakam – Feuergabe

ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टि-वर्धनम् /
उर्वारुकम् इव बन्धनान् मृत्योर् मुक्षीय मामृतात् /
स्वाहा //

Sivananda – Feuergabe

ॐ नमो भगवते शिवानन्दाय /
स्वाहा //

Besondere Schutzvariante

ॐ ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे /
ॐ ग्लौं हुं क्लीं जूं सः /
ज्वालय ज्वालय ज्वल ज्वल प्रज्वल प्रज्वल /
ऐं ह्रीं क्लीं चामुण्डायै विच्चे /
मम शत्रूणां वाचं मुखं पदं जिह्वां /
कील्यै कील्यै बुद्धिं विनाशय विनाशय /
आकर्षय आकर्षय उज्जताय् उज्जताय् हुं फट् स्वाहा //

Om Tat Sat

ॐ तत् सत् /
ब्रह्मार्पणम् अस्तु //

Schlussgabe prāṇāya

ॐ प्राणाय स्वाहा

Schlussgabe apānāya

ॐ अपानाय स्वाहा

Schlussgabe samānāya

ॐ समानाय स्वाहा

Schlussgabe udānāya

ॐ उदानाय स्वाहा

Schlussgabe vyānāya

ॐ व्यानाय स्वाहा

Schlussgabe brahmaṇe

ॐ ब्रह्मणे स्वाहा

Purnahuti

ॐ पूर्णाहुति स्वाहा

Alles ist Fülle

ॐ सर्वं वै पूर्णं स्वाहा

Vasoh Pavitram

ॐ वसोः पवित्रम् असि शतधारं वसोः पवित्रम् असि सहस्रधारम् /
देवस् त्वा सविता पुनातु वसोः पवित्रेण शतधारेण सुप्वा कामधुक्षः //

Lobpreis der Yajna-Frucht

यज्ञो वै विष्णुः यज्ञो यज्ञेन कल्पताम् /
यज्ञेन कल्पितां देवाः यज्ञं कल्पयतां मही /
यज्ञेन कल्पया महीम् //

Shanti

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः

Kshama Devi

यद् अक्षरं परिभ्रष्टं मात्रा-हीनं च यद् भवेत् /
पूर्णं भवतु तत् सर्वं त्वत्-प्रसादान् महेश्वरि //
मन्त्र-हीनं क्रिया-हीनं भक्ति-हीनं सुरेश्वरि /
यत् पूजितं मया देवि परिपूर्णं तद् अस्तु मे //

Räuchergebet

ॐ वनस्पत्य्-उद्भवैर् दिव्यैर् नाना-गन्ध-समन्वितैः /
आघ्रेय-धूप-दीपानां धूपो ऽयं प्रतिगृह्यताम् //

Lichtgebet

ॐ अन्तर्-ज्योतिर् बहिर्-ज्योतिः प्रत्यग्-ज्योतिः परात्परः /
ज्योतिर्-ज्योतिः स्वयं-ज्योतिर् आत्म-ज्योतिः शिवो ऽस्म्य् अहम् //
आत्म-ज्योतिर् मनो-ज्योतिर् ज्योतिश्-चक्षुस् स पश्यति /
स बाह्याभ्यन्तर-ज्योतिः तज् ज्योतिः शिवम् उच्यते //

Gayatri

ॐ भूर् भुवः स्वः /
तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि /
धियो यो नः प्रचोदयात् //

Speisewasser

ॐ देव सवितः प्रसुव /
सत्यं त्व् ऋतेन परिषिञ्चामि /
अमृतम् अस्य् अमृतोपस्तरणम् असि //

Lebenskräfte – Reihenfolge des Handbuchs

ॐ प्राणाय स्वाहा /
ॐ अपानाय स्वाहा /
ॐ समानाय स्वाहा /
ॐ उदानाय स्वाहा /
ॐ व्यानाय स्वाहा /
ॐ ब्रह्मणे स्वाहा //

Große Speisewidmung

ॐ पर-ब्रह्म-परमात्मने नमः /
ॐ सद्गुरु-शिवानन्द-स्वामिने नमः /
ॐ सर्वम् अमृतं महा-नैवेद्यं निवेदयामि //

Rajadhirajaya

ॐ राजाधिराजाय प्रसह्य-साहिने नमो वयं वैश्रवणाय कुर्महे /
स मे कामान् काम-कामाय मह्यं कामेश्वरो वैश्रवणो ददातु /
कुबेराय वैश्रवणाय महा-राजाय नमः //

Na Tatra Suryo

ॐ न तत्र सूर्यो भाति न चन्द्र-तारकं नेमा विद्युतो भान्ति कुतो ऽयम् अग्निः /
तम् एव भान्तम् अनुभाति सर्वं तस्य भासा सर्वम् इदं विभाति //

Tvam Eva

त्वम् एव माता च पिता त्वम् एव /
त्वम् एव बन्धुश् च सखा त्वम् एव /
त्वम् एव विद्या द्रविणं त्वम् एव /
त्वम् एव सर्वं मम देव-देव //

Kayena Vacha

कायेन वाचा मनसेन्द्रियैर् वा बुद्ध्यात्मना वा प्रकृतेः स्वभावात् /
करोमि यद् यत् सकलं परस्मै नारायणायेति समर्पयामि //

Sarva Dharman

सर्व-धर्मान् परित्यज्य माम् एकं शरणं व्रज /
अहं त्वा सर्व-पापेभ्यो मोक्षयिष्यामि मा शुचः //