Brahma Yajna gemäß Ashvalayana
Brahma Yajna gemäß Ashvalayana ist das tägliche Opfer an das heilige Wissen. Es gehört zu den fünf großen täglichen Opferhandlungen des Hindu Dharma und ehrt die Überlieferung, durch die das Wissen bis zu uns gelangt ist. Die eigene Stimme wird dabei zur Opfergabe: Der erste Hymnus des Rigveda, die Gayatri und ausgewählte Worte der heiligen Überlieferung werden mit ehrerbietiger Aufmerksamkeit rezitiert. Anschließend fließt Wasser für Götter, Seher, Lehrerinnen und Lehrer sowie die verstorbenen Ahnen. So verbindet sich das tägliche Lernen mit Dankbarkeit.

Die Anleitung folgt der Ashvalayana-Tradition des Rigveda in ihrer überlieferten Tagesordnung. Im Mittelpunkt steht Svadhyaya, das hingebungsvolle Studium und Rezitieren der heiligen Texte. Ein Homa-Feuer wird dabei nicht entzündet.
Vorbereitung und innere Haltung
Die traditionelle Form richtet sich an Praktizierende, die durch Upanayana und Unterweisung in ihre Veda-Überlieferung eingeführt sind. Die heilige Schnur und ihre drei Trageweisen sind Bestandteil dieses Ablaufs. Wer die Texte im Rahmen von Yoga kennenlernt, kann ihrem Sinn mit Bhakti lauschen und die Rezitation gemeinsam mit einer kundigen Person lernen. Die vedischen Töne werden mündlich vermittelt; die folgenden Lesetexte geben die Wörter ohne Tonzeichen wieder.
Vollziehe die Handlung nach dem Bad und den gewohnten Morgenpflichten an einem sauberen ruhigen Platz. Setze dich in sauberer, trockener Kleidung auf eine Unterlage aus Darbha oder auf einen sauberen Sitz mit Darbha darauf, zunächst nach Osten gewandt. Die Grashalmspitzen zeigen nach Osten. Das Grihya Sutra des Ashvalayana empfiehlt einen Ort östlich oder nördlich der Siedlung; ein entsprechend vorbereiteter häuslicher Platz ist die heutige praktische Entsprechung.
Bereitstehen müssen:
- Trinkwasser in einem sauberen Gefäß, ein kleiner Löffel und getrennt davon genügend Wasser für die vielen Gaben.
- Eine breite Auffangschale; beim Vollzug an einem geeigneten Platz im Freien kann das reine Wasser direkt die Erde erreichen.
- Darbha für den Sitz und die Hände, die eigene heilige Schnur und ein Tuch zum Trocknen.
- Die Rezitationstexte so abgelegt, dass sie beim Wassergießen trocken bleiben.
Blumen, Milch, Ghee, Speisen und ein Opferfeuer werden für diese Fassung nicht benötigt. Lege vor Beginn fest, ob die Familienahnen-Gaben in Schritt 18 nach der eigenen Überlieferung stattfinden. Die allgemeine Ehrung der Seher und Lehrer bleibt davon unberührt.
Im Schriftopfer wird Wissen nicht als persönlicher Besitz festgehalten. Jeder gehörte und verstandene Vers ist ein empfangenes Geschenk. Lass die Wiederholung der Mantras zu Meditation werden: Du empfängst, bewahrst und gibst weiter.
Der vollständige Ablauf
1. Achamana: den Beginn heiligen
Setze dich nach Osten. Die heilige Schnur liegt über der linken Schulter und unter dem rechten Arm (Upavita). Gib mit der linken Hand etwas Trinkwasser in die rechte hohle Hand. Nimm bei jedem der folgenden drei Namen einen kleinen Schluck vom Bereich am Daumenballen; die Lippen berühren das Vorratsgefäß nicht. Reinige danach die rechte Hand.
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |
Bedeutung: Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren; Verehrung Ananta, dem Unendlichen; Verehrung Govinda, dem göttlichen Hirten.
2. Die zwölf Namen am Körper
Sprich je einen Namen und berühre nacheinander mit dem rechten Daumen die rechte und linke Wange, mit dem Ringfinger das rechte und linke Auge, mit dem Zeigefinger den rechten und linken Nasenflügel, mit dem kleinen Finger das rechte und linke Ohr, mit dem Mittelfinger die rechte und linke Schulter, dann mit der Hand den Nabel und zuletzt den Scheitel. Diese Ausführung erläutert die zwölf in der Tagesordnung genannten Namen.
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara ||
Bedeutung: Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: die zwölf Namen Vishnus heiligen die Sinne und den Körper.
3. Ganapati-Dhyana
Falte die Hände und sammle dich in Ganesha, der den Zugang zur heiligen Handlung öffnet. Es wird hier keine zusätzliche Ganesha-Puja eingeschoben.
śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||
Bedeutung: Man betrachte den Weißgekleideten, Allgegenwärtigen, mondhellen Vierarmigen mit freundlichem Antlitz, damit alle Hindernisse zur Ruhe kommen.
4. Pranayama und Gayatri
Beruhige den Atem. Wer die traditionelle Atembindung gelernt hat, führt den vertrauten Pranayama mit innerer Rezitation aus. Für die gemeinsame Lesepraxis kann der Text bei ruhigem natürlichem Atem gesprochen werden. Eine erzwungene Atemhaltung gehört nicht dazu.
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ svaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ svar om ||
Bedeutung: Om: Erde, Zwischenraum, Himmelswelt, die große Welt, die Welt der Hervorbringung, die Welt der inneren Glut und die Welt der Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; möge er unsere Einsicht anregen. Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenraum und Himmel: Om.
5. Sankalpa
Lege die rechte Hand auf die linke im Schoß und fasse den Vorsatz, das empfangene Wissen mit Dankbarkeit lebendig zu halten.
mamopāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ brahmayajñaṃ kariṣye |
brahmayajñena yakṣye ||
Bedeutung: Zur Läuterung aller von mir angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich Brahma Yajna vollziehen. Durch Brahma Yajna werde ich verehren.
6. Die Hände reinigen
Lasse etwas Wasser über beide Hände in die Auffangschale fließen. Sprich dabei den folgenden Vers. Danach nimm die drei Achamana-Schlucke mit den drei unten nochmals ausgeschriebenen Namen.
vidyud asi vidya me pāpmānam ṛtāt satyam upaimi |
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |
Bedeutung: Du bist der Blitz; durchdringe und beseitige meine Verfehlung. Von der heiligen Ordnung gelange ich zur Wahrheit. Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren; Verehrung Ananta, dem Unendlichen; Verehrung Govinda, dem göttlichen Hirten.
7. Die Gayatri in drei Durchgängen
Lege die Hände im Schoß übereinander, die rechte über die linke; Darbha liegt in den Händen. Richte den Blick sanft geradeaus oder schließe die Augen. Sprich die Gayatri zuerst in drei Versfüßen, dann in zwei Teilen, zuletzt zusammenhängend. Die Zeilenumbrüche zeigen die Pausen: Es sind drei vollständige Wiederholungen.
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ |
tat savitur vareṇyam |
bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
Bedeutung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen. Dieser Sinn wird dreimal vollständig vergegenwärtigt: gegliedert in drei Teile, in zwei Teile und als ungeteiltes Gebet.
8. Rishi, Gottheit und Versmaß
Benenne vor dem ersten Rigveda-Hymnus den Seher, die Gottheit und das Metrum. Die Worte stellen die Rezitation in die Seherüberlieferung.
agnimīḷe — madhucchandaḥ | agniḥ | gāyatrī ||
Bedeutung: Zum Hymnus „Agni verehre ich“: der Seher ist Madhuchchhandas, die Gottheit Agni, das Versmaß Gayatri.
9.1 Rigveda 1.1 – Vers 1
Rezitiere den Vers aufmerksam; bei dieser Schriftverehrung wird kein Feueropfer ausgeführt.
agnimīḷe purohitaṃ yajñasya devam ṛtvijam |
hotāraṃ ratnadhātamam ||
Bedeutung: Ich preise Agni, den vorangestellten Priester des Opfers, den göttlichen Opferkundigen, den anrufenden Priester, der die kostbarsten Schätze gewährt.
9.2 Rigveda 1.1 – Vers 2
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
agniḥ pūrvebhir ṛṣibhir īḍyo nūtanair uta |
sa devāṃ eha vakṣati ||
Bedeutung: Agni ist von den früheren Sehern zu preisen und ebenso von den heutigen. Er wird die Götter hierher bringen.
9.3 Rigveda 1.1 – Vers 3
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
agninā rayim aśnavat poṣam eva divedive |
yaśasaṃ vīravattamam ||
Bedeutung: Durch Agni möge man Reichtum und Gedeihen erlangen, Tag für Tag, ruhmreich und reich an tatkräftigen Menschen.
9.4 Rigveda 1.1 – Vers 4
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
agne yaṃ yajñam adhvaraṃ viśvataḥ paribhūr asi |
sa id deveṣu gacchati ||
Bedeutung: Agni, das Opfer, das du von allen Seiten umfängst und behütest, gelangt zu den Göttern.
9.5 Rigveda 1.1 – Vers 5
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
agnir hotā kavikratuḥ satyaś citraśravastamaḥ |
devo devebhir ā gamat ||
Bedeutung: Agni, der anrufende Priester mit Seherweisheit, der Wahrhaftige mit strahlendem Ruhm, möge als Gott mit den Göttern kommen.
9.6 Rigveda 1.1 – Vers 6
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
yad aṅga dāśuṣe tvam agne bhadraṃ kariṣyasi |
tavet tat satyam aṅgiraḥ ||
Bedeutung: Was du, Agni, dem Hingebungsvollen an Gutem schenken wirst: Das wird durch dich wahr, Angiras.
9.7 Rigveda 1.1 – Vers 7
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
upa tvāgne divedive doṣāvastar dhiyā vayam |
namo bharanta emasi ||
Bedeutung: Dir, Agni, nähern wir uns Tag für Tag, am Abend und am Morgen, mit unserem Denken und bringen dir Verehrung.
9.8 Rigveda 1.1 – Vers 8
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
rājantam adhvarāṇāṃ gopām ṛtasya dīdivim |
vardhamānaṃ sve dame ||
Bedeutung: Dir, dem strahlenden Herrscher der Opfer, dem leuchtenden Hüter der kosmischen Ordnung, der im eigenen Hause wächst.
9.9 Rigveda 1.1 – Vers 9
Setze den Hymnus ohne weitere Geste fort.
sa naḥ piteva sūnave ’gne sūpāyano bhava |
sacasvā naḥ svastaye ||
Bedeutung: Sei uns, Agni, so zugänglich wie ein Vater seinem Sohn. Begleite uns zu Heil und Wohlergehen.
10. Brahmana und Aranyaka ehren
Sprich die folgenden in der Tagesordnung festgelegten kurzen Textstücke. Sie ehren das Aitareya Brahmana, das Aitareya Aranyaka und weitere überlieferte Abschnitte, darunter die Kuntapa-Hymnen. Es handelt sich hier um die vorgeschriebene rituelle Auswahl; ein zusätzliches vollständiges Buch wird an dieser Stelle nicht verlangt.
oṃ agnir vai devānām avamaḥ | viṣṇuḥ paramaḥ | om |
oṃ atha mahāvratam om |
oṃ eṣa panthāḥ etat karma om |
oṃ athātaḥ saṃhitāyā upaniṣat om |
oṃ vidā maghavan vidā | om |
oṃ mahāvratasya pañcaviṃśatiṃ sāmidhenyaḥ om |
oṃ uktāni vai tāni kāni | om |
oṃ yad indrādo dāśarājñe | om |
oṃ idaṃ janā upa śruta ||
Bedeutung: Om. Agni ist der erste unter den Göttern, Vishnu der höchste. Om. Nun das große Gelübde. Om. Dies ist der Weg, dies die Handlung. Om. Nun folgt die geheime Lehre des zusammenhängenden Veda-Textes. Om. Erkenne, Gabenreicher, erkenne! Om. Zum Mahavrata gehören fünfundzwanzig Entzündungsverse. Om. Es ist gesagt, welche jene sind. Om. Als du, Indra, damals im Zehnkönigskampf warst. Om. Ihr Menschen, hört dieses an. Die knappen Textanfänge öffnen den inneren Zugang zu den umfassenderen Lehrwerken.
11. Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda
Rezitiere nacheinander die drei vollständigen ausgewählten Anfangstexte. Die Worte „Hari Om“ rahmen jede Gabe des heiligen Wortes.
hariḥ om | iṣe tvorje tvā vāyavaḥ stha pāyavaḥ stha devo vaḥ savitā prārpayatu śreṣṭhatamāya karmaṇe | hariḥ om ||
hariḥ om | agna ā yāhi vītaye gṛṇāno havyadātaye | ni hotā satsi barhiṣi | hariḥ om ||
hariḥ om | śaṃ no devīr abhiṣṭaya āpo bhavantu pītaye | śaṃ yor abhi sravantu naḥ | hariḥ om ||
Bedeutung: Yajurveda: Für Nahrung nehme ich dich, für Kraft nehme ich dich. Ihr seid die bewegenden und schützenden Kräfte; der göttliche Savitar leite euch zur vortrefflichsten Handlung. Samaveda: Agni, komme zum Fest, gepriesen, zur Darbringung der Gaben; setze dich als anrufender Priester auf das heilige Gras. Atharvaveda: Mögen uns die göttlichen Wasser Hilfe und Wohlergehen bringen und zum Trinken dienen. Mögen sie Heil und Segen zu uns strömen.
12. Die erzählende Überlieferung begrüßen
Die Tagesordnung nennt die Anfänge von Ramayana, Mahabharata und Vishnu Purana. Damit die Rezitation hier als ganzer Sinnabschnitt gesprochen werden kann, sind jeweils die vollständigen Eröffnungsverse ausgeschrieben.
tapaḥsvādhyāyanirataṃ tapasvī vāgvidāṃ varam |
nāradaṃ paripapraccha vālmīkir munipuṅgavam ||
nārāyaṇaṃ namaskṛtya naraṃ caiva narottamam |
devīṃ sarasvatīṃ caiva tato jayam udīrayet ||
oṃ parāśaraṃ munivaraṃ kṛtapaurvāhṇikakriyam |
maitreyaḥ paripapraccha praṇipatyābhivādya ca ||
Bedeutung: Der asketische Valmiki fragte Narada, den hervorragenden Weisen, der in Tapas und Schriftstudium vertieft und unter den Sprachkundigen der Beste war. Nachdem man Narayana, Nara, den vortrefflichen Menschen, und die Göttin Saraswati verehrt hat, trage man das Werk Jaya vor. Maitreya verneigte sich vor dem ausgezeichneten Weisen Parashara, der seine Morgenhandlungen beendet hatte, begrüßte ihn ehrerbietig und stellte ihm seine Fragen.
13. Das Schriftopfer umfassen
Sprich den gesamten folgenden Text dreimal. Vergegenwärtige, wie Stimme, Erde, Pflanzen, Feuer und göttliche Gegenwart das Wissen tragen.
oṃ namo brahmaṇe namo astv agnaye namaḥ pṛthivyai nama oṣadhībhyaḥ |
namo vāce namo vācaspataye namo viṣṇave mahate karomi ||
Bedeutung: Verehrung Brahman, Verehrung Agni, Verehrung der Erde und den Pflanzen. Ich verehre die heilige Rede, den Herrn der Rede und den großen Vishnu.
14. Übergang zu den Wassergaben
Lasse Wasser über die Hände fließen und sprich zuerst den Reinigungsvers, dann den Vorsatz zum Tarpana. Stelle den Auffangteller vor dich.
vṛṣṭir asi vṛśca me pāpmānam ṛtāt satyam upāgām |
devarṣipitṛtarpaṇaṃ kariṣye ||
Bedeutung: Du bist der Regen; schneide meine Verfehlung ab. Von der heiligen Ordnung bin ich zur Wahrheit gelangt. Ich werde die Götter, die Seher und die Ahnen mit Wassergaben erfreuen.
15. Wassergaben für Götter und Welt
Bleibe nach Osten gewandt. Die Schnur liegt weiterhin über der linken Schulter. Schöpfe für jede Zeile frisches Wasser mit den zusammengelegten Händen und lasse es einmal über die Fingerspitzen (Deva-Tirtha) in die Auffangschale fließen. Sprich jede Zeile einmal. Die neunundzwanzig Gaben ehren die göttliche Gegenwart in der ganzen Welt.
prajāpatis tṛpyatu |
brahmā tṛpyatu |
vedās tṛpyantu |
devās tṛpyantu |
ṛṣayas tṛpyantu |
sarvāṇi chandāṃsi tṛpyantu |
oṅkāras tṛpyatu |
vaṣaṭkāras tṛpyatu |
vyāhṛtayas tṛpyantu |
sāvitrī tṛpyatu |
yajñās tṛpyantu |
dyāvāpṛthivī tṛpyetām |
antarikṣaṃ tṛpyatu |
ahorātrāṇi tṛpyantu |
sāṅkhyās tṛpyantu |
siddhās tṛpyantu |
samudrās tṛpyantu |
nadyas tṛpyantu |
girayas tṛpyantu |
kṣetrauṣadhivanaspatigandharvāpsarasas tṛpyantu |
nāgās tṛpyantu |
vayāṃsi tṛpyantu |
gāvas tṛpyantu |
sādhyās tṛpyantu |
viprās tṛpyantu |
yakṣās tṛpyantu |
rakṣāṃsi tṛpyantu |
bhūtāni tṛpyantu |
evamantāni tṛpyantu |
Bedeutung: 1. Möge diese Gabe Prajapati, den Herrn der Geschöpfe erfreuen und sättigen. 2. Möge diese Gabe Brahma, den Schöpfer erfreuen und sättigen. 3. Möge diese Gabe die Veden erfreuen und sättigen. 4. Möge diese Gabe die Götter erfreuen und sättigen. 5. Möge diese Gabe die Seher erfreuen und sättigen. 6. Möge diese Gabe alle heiligen Versmaße erfreuen und sättigen. 7. Möge diese Gabe den heiligen Om-Laut erfreuen und sättigen. 8. Möge diese Gabe den Opferruf Vashat erfreuen und sättigen. 9. Möge diese Gabe die heiligen Weltenrufe erfreuen und sättigen. 10. Möge diese Gabe Savitri erfreuen und sättigen. 11. Möge diese Gabe die Opferhandlungen erfreuen und sättigen. 12. Möge diese Gabe Himmel und Erde erfreuen und sättigen. 13. Möge diese Gabe den Zwischenraum erfreuen und sättigen. 14. Möge diese Gabe Tage und Nächte erfreuen und sättigen. 15. Möge diese Gabe die Sankhyas erfreuen und sättigen. 16. Möge diese Gabe die Vollendeten erfreuen und sättigen. 17. Möge diese Gabe die Meere erfreuen und sättigen. 18. Möge diese Gabe die Flüsse erfreuen und sättigen. 19. Möge diese Gabe die Berge erfreuen und sättigen. 20. Möge diese Gabe Felder, Heilpflanzen, Bäume, Gandharvas und Apsaras erfreuen und sättigen. 21. Möge diese Gabe die Nagas erfreuen und sättigen. 22. Möge diese Gabe die Vögel erfreuen und sättigen. 23. Möge diese Gabe die Kühe erfreuen und sättigen. 24. Möge diese Gabe die Sadhyas erfreuen und sättigen. 25. Möge diese Gabe die inspirierten Weisen erfreuen und sättigen. 26. Möge diese Gabe die Yakshas erfreuen und sättigen. 27. Möge diese Gabe die Rakshas-Wesen erfreuen und sättigen. 28. Möge diese Gabe die lebenden Wesen erfreuen und sättigen. 29. Möge diese Gabe alle bis hierher umfassten Wesen erfreuen und sättigen.
16. Wassergaben für die Rishis
Lege die heilige Schnur als Schlaufe um den Hals (Nivita) und wende dich nach Norden. Bei jeder Zeile bringst du zweimal frisches Wasser dar; sprich die Formel jeweils mit der Gabe. Das Wasser verlässt die Hände an der Kleinfingerseite (Rishi-Tirtha).
śatarcinas tṛpyantu |
mādhyamās tṛpyantu |
gṛtsamadas tṛpyatu |
viśvāmitras tṛpyatu |
vāmadevas tṛpyatu |
atris tṛpyatu |
bharadvājas tṛpyatu |
vasiṣṭhas tṛpyatu |
pragāthās tṛpyantu |
pāvamanyas tṛpyantu |
kṣudrasūktās tṛpyantu |
mahāsūktās tṛpyantu |
Bedeutung: 1. Möge diese Gabe die Shatarchins, Seher der Hundert-Hymnen-Gruppen erfreuen und sättigen. 2. Möge diese Gabe die Seher der mittleren Rigveda-Gruppen erfreuen und sättigen. 3. Möge diese Gabe Gritsamada erfreuen und sättigen. 4. Möge diese Gabe Vishvamitra erfreuen und sättigen. 5. Möge diese Gabe Vamadeva erfreuen und sättigen. 6. Möge diese Gabe Atri erfreuen und sättigen. 7. Möge diese Gabe Bharadvaja erfreuen und sättigen. 8. Möge diese Gabe Vasishtha erfreuen und sättigen. 9. Möge diese Gabe die Seher der Pragatha-Gesänge erfreuen und sättigen. 10. Möge diese Gabe die Pavamani-Hymnen erfreuen und sättigen. 11. Möge diese Gabe die Seher der kleinen Hymnen erfreuen und sättigen. 12. Möge diese Gabe die Seher der großen Hymnen erfreuen und sättigen.
17. Die Lehrerüberlieferung ehren
Wende dich nach Süden und lege die Schnur über die rechte Schulter und unter den linken Arm (Prachinavita). Bei jeder der dreiundzwanzig Zeilen erfolgen drei frische Wassergaben; jede wird mit derselben Zeile begleitet. Das Wasser fließt über den Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger (Pitri-Tirtha). Auch die großen Lehrerinnen Gargi, Vadava und Sulabha erhalten ihren ehrenden Platz.
sumantujaiminivaiśampāyanapailasūtrabhāṣyabhāratamahābhāratadharmācāryās tṛpyantu |
jānanti-bāhavi-gārgya-gautama-śākalya-bābhravya-māṇḍavya-māṇḍūkeyās tṛpyantu |
gārgī vācaknavī tṛpyatu |
vaḍavā prātitheyī tṛpyatu |
sulabhā maitreyī tṛpyatu |
kaholaṃ tarpayāmi |
kauṣītakaṃ tarpayāmi |
mahākauṣītakaṃ tarpayāmi |
paiṅgyaṃ tarpayāmi |
mahāpaiṅgyaṃ tarpayāmi |
suyajñaṃ tarpayāmi |
śāṅkhāyanaṃ tarpayāmi |
aitareyaṃ tarpayāmi |
mahaitareyaṃ tarpayāmi |
śākalaṃ tarpayāmi |
bāṣkalaṃ tarpayāmi |
sujātavaktraṃ tarpayāmi |
audavāhiṃ tarpayāmi |
mahaudavāhiṃ tarpayāmi |
saujāmiṃ tarpayāmi |
śaunakaṃ tarpayāmi |
āśvalāyanaṃ tarpayāmi |
ye cānye ācāryās te sarve tṛpyantu |
Bedeutung: 1. Möge diese Gabe Sumantu, Jaimini, Vaishampayana, Paila und die Lehrer der Sutras, Kommentare, Bharata, Mahabharata und des Dharma erfreuen und sättigen. 2. Möge diese Gabe Jananti, Bahavi, Gargya, Gautama, Shakalya, Babhravya, Mandavya und Mandukeya erfreuen und sättigen. 3. Möge diese Gabe Gargi Vachaknavi erfreuen und sättigen. 4. Möge diese Gabe Vadava Pratitheyi erfreuen und sättigen. 5. Möge diese Gabe Sulabha Maitreyi erfreuen und sättigen. 6. Ich erfreue Kahola mit dieser Gabe. 7. Ich erfreue Kaushitaka mit dieser Gabe. 8. Ich erfreue Mahakaushitaka mit dieser Gabe. 9. Ich erfreue Paingya mit dieser Gabe. 10. Ich erfreue Mahapaingya mit dieser Gabe. 11. Ich erfreue Suyajna mit dieser Gabe. 12. Ich erfreue Shankhayana mit dieser Gabe. 13. Ich erfreue Aitareya mit dieser Gabe. 14. Ich erfreue Mahaitareya mit dieser Gabe. 15. Ich erfreue Shakala mit dieser Gabe. 16. Ich erfreue Bashkala mit dieser Gabe. 17. Ich erfreue Sujatavaktra mit dieser Gabe. 18. Ich erfreue Audavahi mit dieser Gabe. 19. Ich erfreue Mahaudavahi mit dieser Gabe. 20. Ich erfreue Saujami mit dieser Gabe. 21. Ich erfreue Shaunaka mit dieser Gabe. 22. Ich erfreue Ashvalayana mit dieser Gabe. 23. Möge diese Gabe alle anderen Lehrer und Lehrerinnen erfreuen und sättigen.
18. Die verstorbenen Familienahnen
Dieser Abschnitt wird in der gewählten Tagesordnung ausgelassen, solange der eigene Vater lebt. Lebende Angehörige erhalten keine Ahnengaben; die tatsächlich zutreffenden Ahnenstufen werden vor Beginn mit der eigenen Familienüberlieferung geklärt. Bleibe nach Süden gewandt, die Schnur rechts. Für jede zutreffende Zeile erfolgen drei Wassergaben durch Pitri-Tirtha; sprich die Zeile zu jeder Gabe.
pitṝn svadhā namas tarpayāmi |
pitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
prapitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātṝḥ svadhā namas tarpayāmi |
pitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
prapitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
mātāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ pitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ prapitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ pitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ prapitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
Bedeutung: 1. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Väter. 2. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großväter väterlicherseits. 3. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßväter väterlicherseits. 4. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Mütter. 5. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großmütter väterlicherseits. 6. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßmütter väterlicherseits. 7. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großväter mütterlicherseits. 8. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großväter der Mütter. 9. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßväter der Mütter. 10. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großmütter mütterlicherseits. 11. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großmütter der Mütter. 12. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßmütter der Mütter.
19. Wasser für alle durstenden Wesen
Bringe nochmals Wasser dar und weite dein Herz über alle bekannten Namen hinaus.
yatra kvacana saṃsthānāṃ kṣuttṛṣṇopahatātmanām |
bhūtānāṃ tṛptaye toyam idam astu yathāsukham ||
tṛpyata | tṛpyata | tṛpyata ||
Bedeutung: Wo immer Wesen sich aufhalten, die von Hunger und Durst bedrängt sind: Möge dieses Wasser ihnen nach ihrem Bedürfnis Sättigung und Wohlergehen bringen. Seid gesättigt, seid gesättigt, seid gesättigt!
20. Alles Narayana darbringen
Lege die Schnur wieder über die linke Schulter. Wende dich nach Osten und falte die Hände.
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt |
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi ||
Bedeutung: Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist, Sinnen, Verstand oder meinem Selbst tue, aus dem natürlichen Wirken meiner Natur: All das bringe ich dem höchsten Narayana dar.
21. Abschließendes Achamana
Reinige die Hände. Vollziehe die drei kleinen Trinkwasserschlucke und anschließend dieselben zwölf Berührungen wie zu Beginn. Das Tarpana-Wasser aus der Auffangschale wird dafür nicht verwendet.
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara ||
Bedeutung: Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren; Verehrung Ananta, dem Unendlichen; Verehrung Govinda, dem göttlichen Hirten. Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: die zwölf Namen Vishnus heiligen die Sinne und den Körper.
22. Brahmarpana
Falte die Hände und sitze danach einen Augenblick still.
oṃ tat sat brahmārpaṇam astu ||
Bedeutung: Om, das ist die Wirklichkeit. Möge alles Brahman dargebracht sein.
Zusammenhängende Rezitationsfassungen
IAST
Die Nummern entsprechen dem Ablauf; die dort genannten Wiederholungen und bedingten Ahnengaben gelten auch hier.
1. Achamana: den Beginn heiligen
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |
2. Die zwölf Namen am Körper
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara ||
3. Ganapati-Dhyana
śuklāmbaradharaṃ viṣṇuṃ śaśivarṇaṃ caturbhujam |
prasannavadanaṃ dhyāyet sarvavighnopaśāntaye ||
4. Pranayama und Gayatri
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ svaḥ | oṃ mahaḥ | oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ āpo jyotī raso ’mṛtaṃ brahma bhūr bhuvaḥ svar om ||
5. Sankalpa
mamopāttasamastaduritakṣayadvārā śrīparameśvaraprītyarthaṃ brahmayajñaṃ kariṣye |
brahmayajñena yakṣye ||
6. Die Hände reinigen
vidyud asi vidya me pāpmānam ṛtāt satyam upaimi |
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |
7. Die Gayatri in drei Durchgängen
oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ |
tat savitur vareṇyam |
bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
oṃ tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi dhiyo yo naḥ pracodayāt ||
8. Rishi, Gottheit und Versmaß
agnimīḷe — madhucchandaḥ | agniḥ | gāyatrī ||
9.1 Rigveda 1.1 – Vers 1
agnimīḷe purohitaṃ yajñasya devam ṛtvijam |
hotāraṃ ratnadhātamam ||
9.2 Rigveda 1.1 – Vers 2
agniḥ pūrvebhir ṛṣibhir īḍyo nūtanair uta |
sa devāṃ eha vakṣati ||
9.3 Rigveda 1.1 – Vers 3
agninā rayim aśnavat poṣam eva divedive |
yaśasaṃ vīravattamam ||
9.4 Rigveda 1.1 – Vers 4
agne yaṃ yajñam adhvaraṃ viśvataḥ paribhūr asi |
sa id deveṣu gacchati ||
9.5 Rigveda 1.1 – Vers 5
agnir hotā kavikratuḥ satyaś citraśravastamaḥ |
devo devebhir ā gamat ||
9.6 Rigveda 1.1 – Vers 6
yad aṅga dāśuṣe tvam agne bhadraṃ kariṣyasi |
tavet tat satyam aṅgiraḥ ||
9.7 Rigveda 1.1 – Vers 7
upa tvāgne divedive doṣāvastar dhiyā vayam |
namo bharanta emasi ||
9.8 Rigveda 1.1 – Vers 8
rājantam adhvarāṇāṃ gopām ṛtasya dīdivim |
vardhamānaṃ sve dame ||
9.9 Rigveda 1.1 – Vers 9
sa naḥ piteva sūnave ’gne sūpāyano bhava |
sacasvā naḥ svastaye ||
10. Brahmana und Aranyaka ehren
oṃ agnir vai devānām avamaḥ | viṣṇuḥ paramaḥ | om |
oṃ atha mahāvratam om |
oṃ eṣa panthāḥ etat karma om |
oṃ athātaḥ saṃhitāyā upaniṣat om |
oṃ vidā maghavan vidā | om |
oṃ mahāvratasya pañcaviṃśatiṃ sāmidhenyaḥ om |
oṃ uktāni vai tāni kāni | om |
oṃ yad indrādo dāśarājñe | om |
oṃ idaṃ janā upa śruta ||
11. Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda
hariḥ om | iṣe tvorje tvā vāyavaḥ stha pāyavaḥ stha devo vaḥ savitā prārpayatu śreṣṭhatamāya karmaṇe | hariḥ om ||
hariḥ om | agna ā yāhi vītaye gṛṇāno havyadātaye | ni hotā satsi barhiṣi | hariḥ om ||
hariḥ om | śaṃ no devīr abhiṣṭaya āpo bhavantu pītaye | śaṃ yor abhi sravantu naḥ | hariḥ om ||
12. Die erzählende Überlieferung begrüßen
tapaḥsvādhyāyanirataṃ tapasvī vāgvidāṃ varam |
nāradaṃ paripapraccha vālmīkir munipuṅgavam ||
nārāyaṇaṃ namaskṛtya naraṃ caiva narottamam |
devīṃ sarasvatīṃ caiva tato jayam udīrayet ||
oṃ parāśaraṃ munivaraṃ kṛtapaurvāhṇikakriyam |
maitreyaḥ paripapraccha praṇipatyābhivādya ca ||
13. Das Schriftopfer umfassen
oṃ namo brahmaṇe namo astv agnaye namaḥ pṛthivyai nama oṣadhībhyaḥ |
namo vāce namo vācaspataye namo viṣṇave mahate karomi ||
14. Übergang zu den Wassergaben
vṛṣṭir asi vṛśca me pāpmānam ṛtāt satyam upāgām |
devarṣipitṛtarpaṇaṃ kariṣye ||
15. Wassergaben für Götter und Welt
prajāpatis tṛpyatu |
brahmā tṛpyatu |
vedās tṛpyantu |
devās tṛpyantu |
ṛṣayas tṛpyantu |
sarvāṇi chandāṃsi tṛpyantu |
oṅkāras tṛpyatu |
vaṣaṭkāras tṛpyatu |
vyāhṛtayas tṛpyantu |
sāvitrī tṛpyatu |
yajñās tṛpyantu |
dyāvāpṛthivī tṛpyetām |
antarikṣaṃ tṛpyatu |
ahorātrāṇi tṛpyantu |
sāṅkhyās tṛpyantu |
siddhās tṛpyantu |
samudrās tṛpyantu |
nadyas tṛpyantu |
girayas tṛpyantu |
kṣetrauṣadhivanaspatigandharvāpsarasas tṛpyantu |
nāgās tṛpyantu |
vayāṃsi tṛpyantu |
gāvas tṛpyantu |
sādhyās tṛpyantu |
viprās tṛpyantu |
yakṣās tṛpyantu |
rakṣāṃsi tṛpyantu |
bhūtāni tṛpyantu |
evamantāni tṛpyantu |
16. Wassergaben für die Rishis
śatarcinas tṛpyantu |
mādhyamās tṛpyantu |
gṛtsamadas tṛpyatu |
viśvāmitras tṛpyatu |
vāmadevas tṛpyatu |
atris tṛpyatu |
bharadvājas tṛpyatu |
vasiṣṭhas tṛpyatu |
pragāthās tṛpyantu |
pāvamanyas tṛpyantu |
kṣudrasūktās tṛpyantu |
mahāsūktās tṛpyantu |
17. Die Lehrerüberlieferung ehren
sumantujaiminivaiśampāyanapailasūtrabhāṣyabhāratamahābhāratadharmācāryās tṛpyantu |
jānanti-bāhavi-gārgya-gautama-śākalya-bābhravya-māṇḍavya-māṇḍūkeyās tṛpyantu |
gārgī vācaknavī tṛpyatu |
vaḍavā prātitheyī tṛpyatu |
sulabhā maitreyī tṛpyatu |
kaholaṃ tarpayāmi |
kauṣītakaṃ tarpayāmi |
mahākauṣītakaṃ tarpayāmi |
paiṅgyaṃ tarpayāmi |
mahāpaiṅgyaṃ tarpayāmi |
suyajñaṃ tarpayāmi |
śāṅkhāyanaṃ tarpayāmi |
aitareyaṃ tarpayāmi |
mahaitareyaṃ tarpayāmi |
śākalaṃ tarpayāmi |
bāṣkalaṃ tarpayāmi |
sujātavaktraṃ tarpayāmi |
audavāhiṃ tarpayāmi |
mahaudavāhiṃ tarpayāmi |
saujāmiṃ tarpayāmi |
śaunakaṃ tarpayāmi |
āśvalāyanaṃ tarpayāmi |
ye cānye ācāryās te sarve tṛpyantu |
18. Die verstorbenen Familienahnen
pitṝn svadhā namas tarpayāmi |
pitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
prapitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātṝḥ svadhā namas tarpayāmi |
pitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
prapitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
mātāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ pitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ prapitāmahān svadhā namas tarpayāmi |
mātāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ pitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
mātuḥ prapitāmahīḥ svadhā namas tarpayāmi |
19. Wasser für alle durstenden Wesen
yatra kvacana saṃsthānāṃ kṣuttṛṣṇopahatātmanām |
bhūtānāṃ tṛptaye toyam idam astu yathāsukham ||
tṛpyata | tṛpyata | tṛpyata ||
20. Alles Narayana darbringen
kāyena vācā manasendriyair vā buddhyātmanā vā prakṛteḥ svabhāvāt |
karomi yad yat sakalaṃ parasmai nārāyaṇāyeti samarpayāmi ||
21. Abschließendes Achamana
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |
keśava | nārāyaṇa | mādhava | govinda | viṣṇu | madhusūdana |
trivikrama | vāmana | śrīdhara | hṛṣīkeśa | padmanābha | dāmodara ||
22. Brahmarpana
oṃ tat sat brahmārpaṇam astu ||
Devanagari
Die Nummern entsprechen dem Ablauf; die dort genannten Wiederholungen und bedingten Ahnengaben gelten auch hier.
1. Achamana: den Beginn heiligen
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।
2. Die zwölf Namen am Körper
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द । विष्णु । मधुसूदन ।
त्रिविक्रम । वामन । श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ॥
3. Ganapati-Dhyana
शुक्लाम्बरधरं विष्णुं शशिवर्णं चतुर्भुजम् ।
प्रसन्नवदनं ध्यायेत् सर्वविघ्नोपशान्तये ॥
4. Pranayama und Gayatri
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ स्वः । ॐ महः । ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ आपो ज्योती रसो ऽमृतं ब्रह्म भूर् भुवः स्वर् ॐ ॥
5. Sankalpa
ममोपात्तसमस्तदुरितक्षयद्वारा श्रीपरमेश्वरप्रीत्यर्थं ब्रह्मयज्ञं करिष्ये ।
ब्रह्मयज्ञेन यक्ष्ये ॥
6. Die Hände reinigen
विद्युद् असि विद्य मे पाप्मानम् ऋतात् सत्यम् उपैमि ।
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।
7. Die Gayatri in drei Durchgängen
ॐ भूर् भुवः स्वः ।
तत् सवितुर् वरेण्यम् ।
भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
ॐ तत् सवितुर् वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि धियो यो नः प्रचोदयात् ॥
8. Rishi, Gottheit und Versmaß
अग्निमीळे — मधुच्छन्दः । अग्निः । गायत्री ॥
9.1 Rigveda 1.1 – Vers 1
अग्निमीळे पुरोहितं यज्ञस्य देवम् ऋत्विजम् ।
होतारं रत्नधातमम् ॥
9.2 Rigveda 1.1 – Vers 2
अग्निः पूर्वेभिर् ऋषिभिर् ईड्यो नूतनैर् उत ।
स देवां एह वक्षति ॥
9.3 Rigveda 1.1 – Vers 3
अग्निना रयिम् अश्नवत् पोषम् एव दिवेदिवे ।
यशसं वीरवत्तमम् ॥
9.4 Rigveda 1.1 – Vers 4
अग्ने यं यज्ञम् अध्वरं विश्वतः परिभूर् असि ।
स इद् देवेषु गच्छति ॥
9.5 Rigveda 1.1 – Vers 5
अग्निर् होता कविक्रतुः सत्यश् चित्रश्रवस्तमः ।
देवो देवेभिर् आ गमत् ॥
9.6 Rigveda 1.1 – Vers 6
यद् अङ्ग दाशुषे त्वम् अग्ने भद्रं करिष्यसि ।
तवेत् तत् सत्यम् अङ्गिरः ॥
9.7 Rigveda 1.1 – Vers 7
उप त्वाग्ने दिवेदिवे दोषावस्तर् धिया वयम् ।
नमो भरन्त एमसि ॥
9.8 Rigveda 1.1 – Vers 8
राजन्तम् अध्वराणां गोपाम् ऋतस्य दीदिविम् ।
वर्धमानं स्वे दमे ॥
9.9 Rigveda 1.1 – Vers 9
स नः पितेव सूनवे ऽग्ने सूपायनो भव ।
सचस्वा नः स्वस्तये ॥
10. Brahmana und Aranyaka ehren
ॐ अग्निर् वै देवानाम् अवमः । विष्णुः परमः । ॐ ।
ॐ अथ महाव्रतम् ॐ ।
ॐ एष पन्थाः एतत् कर्म ॐ ।
ॐ अथातः संहिताया उपनिषत् ॐ ।
ॐ विदा मघवन् विदा । ॐ ।
ॐ महाव्रतस्य पञ्चविंशतिं सामिधेन्यः ॐ ।
ॐ उक्तानि वै तानि कानि । ॐ ।
ॐ यद् इन्द्रादो दाशराज्ञे । ॐ ।
ॐ इदं जना उप श्रुत ॥
11. Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda
हरिः ॐ । इषे त्वोर्जे त्वा वायवः स्थ पायवः स्थ देवो वः सविता प्रार्पयतु श्रेष्ठतमाय कर्मणे । हरिः ॐ ॥
हरिः ॐ । अग्न आ याहि वीतये गृणानो हव्यदातये । नि होता सत्सि बर्हिषि । हरिः ॐ ॥
हरिः ॐ । शं नो देवीर् अभिष्टय आपो भवन्तु पीतये । शं योर् अभि स्रवन्तु नः । हरिः ॐ ॥
12. Die erzählende Überlieferung begrüßen
तपःस्वाध्यायनिरतं तपस्वी वाग्विदां वरम् ।
नारदं परिपप्रच्छ वाल्मीकिर् मुनिपुङ्गवम् ॥
नारायणं नमस्कृत्य नरं चैव नरोत्तमम् ।
देवीं सरस्वतीं चैव ततो जयम् उदीरयेत् ॥
ॐ पराशरं मुनिवरं कृतपौर्वाह्णिकक्रियम् ।
मैत्रेयः परिपप्रच्छ प्रणिपत्याभिवाद्य च ॥
13. Das Schriftopfer umfassen
ॐ नमो ब्रह्मणे नमो अस्त्व् अग्नये नमः पृथिव्यै नम ओषधीभ्यः ।
नमो वाचे नमो वाचस्पतये नमो विष्णवे महते करोमि ॥
14. Übergang zu den Wassergaben
वृष्टिर् असि वृश्च मे पाप्मानम् ऋतात् सत्यम् उपागाम् ।
देवर्षिपितृतर्पणं करिष्ये ॥
15. Wassergaben für Götter und Welt
प्रजापतिस् तृप्यतु ।
ब्रह्मा तृप्यतु ।
वेदास् तृप्यन्तु ।
देवास् तृप्यन्तु ।
ऋषयस् तृप्यन्तु ।
सर्वाणि छन्दांसि तृप्यन्तु ।
ओङ्कारस् तृप्यतु ।
वषट्कारस् तृप्यतु ।
व्याहृतयस् तृप्यन्तु ।
सावित्री तृप्यतु ।
यज्ञास् तृप्यन्तु ।
द्यावापृथिवी तृप्येताम् ।
अन्तरिक्षं तृप्यतु ।
अहोरात्राणि तृप्यन्तु ।
साङ्ख्यास् तृप्यन्तु ।
सिद्धास् तृप्यन्तु ।
समुद्रास् तृप्यन्तु ।
नद्यस् तृप्यन्तु ।
गिरयस् तृप्यन्तु ।
क्षेत्रौषधिवनस्पतिगन्धर्वाप्सरसस् तृप्यन्तु ।
नागास् तृप्यन्तु ।
वयांसि तृप्यन्तु ।
गावस् तृप्यन्तु ।
साध्यास् तृप्यन्तु ।
विप्रास् तृप्यन्तु ।
यक्षास् तृप्यन्तु ।
रक्षांसि तृप्यन्तु ।
भूतानि तृप्यन्तु ।
एवमन्तानि तृप्यन्तु ।
16. Wassergaben für die Rishis
शतर्चिनस् तृप्यन्तु ।
माध्यमास् तृप्यन्तु ।
गृत्समदस् तृप्यतु ।
विश्वामित्रस् तृप्यतु ।
वामदेवस् तृप्यतु ।
अत्रिस् तृप्यतु ।
भरद्वाजस् तृप्यतु ।
वसिष्ठस् तृप्यतु ।
प्रगाथास् तृप्यन्तु ।
पावमन्यस् तृप्यन्तु ।
क्षुद्रसूक्तास् तृप्यन्तु ।
महासूक्तास् तृप्यन्तु ।
17. Die Lehrerüberlieferung ehren
सुमन्तुजैमिनिवैशम्पायनपैलसूत्रभाष्यभारतमहाभारतधर्माचार्यास् तृप्यन्तु ।
जानन्ति-बाहवि-गार्ग्य-गौतम-शाकल्य-बाभ्रव्य-माण्डव्य-माण्डूकेयास् तृप्यन्तु ।
गार्गी वाचक्नवी तृप्यतु ।
वडवा प्रातिथेयी तृप्यतु ।
सुलभा मैत्रेयी तृप्यतु ।
कहोलं तर्पयामि ।
कौषीतकं तर्पयामि ।
महाकौषीतकं तर्पयामि ।
पैङ्ग्यं तर्पयामि ।
महापैङ्ग्यं तर्पयामि ।
सुयज्ञं तर्पयामि ।
शाङ्खायनं तर्पयामि ।
ऐतरेयं तर्पयामि ।
महैतरेयं तर्पयामि ।
शाकलं तर्पयामि ।
बाष्कलं तर्पयामि ।
सुजातवक्त्रं तर्पयामि ।
औदवाहिं तर्पयामि ।
महौदवाहिं तर्पयामि ।
सौजामिं तर्पयामि ।
शौनकं तर्पयामि ।
आश्वलायनं तर्पयामि ।
ये चान्ये आचार्यास् ते सर्वे तृप्यन्तु ।
18. Die verstorbenen Familienahnen
पितॄन् स्वधा नमस् तर्पयामि ।
पितामहान् स्वधा नमस् तर्पयामि ।
प्रपितामहान् स्वधा नमस् तर्पयामि ।
मातॄः स्वधा नमस् तर्पयामि ।
पितामहीः स्वधा नमस् तर्पयामि ।
प्रपितामहीः स्वधा नमस् तर्पयामि ।
मातामहान् स्वधा नमस् तर्पयामि ।
मातुः पितामहान् स्वधा नमस् तर्पयामि ।
मातुः प्रपितामहान् स्वधा नमस् तर्पयामि ।
मातामहीः स्वधा नमस् तर्पयामि ।
मातुः पितामहीः स्वधा नमस् तर्पयामि ।
मातुः प्रपितामहीः स्वधा नमस् तर्पयामि ।
19. Wasser für alle durstenden Wesen
यत्र क्वचन संस्थानां क्षुत्तृष्णोपहतात्मनाम् ।
भूतानां तृप्तये तोयम् इदम् अस्तु यथासुखम् ॥
तृप्यत । तृप्यत । तृप्यत ॥
20. Alles Narayana darbringen
कायेन वाचा मनसेन्द्रियैर् वा बुद्ध्यात्मना वा प्रकृतेः स्वभावात् ।
करोमि यद् यत् सकलं परस्मै नारायणायेति समर्पयामि ॥
21. Abschließendes Achamana
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।
केशव । नारायण । माधव । गोविन्द । विष्णु । मधुसूदन ।
त्रिविक्रम । वामन । श्रीधर । हृषीकेश । पद्मनाभ । दामोदर ॥
22. Brahmarpana
ॐ तत् सत् ब्रह्मार्पणम् अस्तु ॥
Deutsche Gesamtbedeutung
Die Nummern entsprechen dem Ablauf; die dort genannten Wiederholungen und bedingten Ahnengaben gelten auch hier.
1. Achamana: den Beginn heiligen
Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren; Verehrung Ananta, dem Unendlichen; Verehrung Govinda, dem göttlichen Hirten.
2. Die zwölf Namen am Körper
Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: die zwölf Namen Vishnus heiligen die Sinne und den Körper.
3. Ganapati-Dhyana
Man betrachte den Weißgekleideten, Allgegenwärtigen, mondhellen Vierarmigen mit freundlichem Antlitz, damit alle Hindernisse zur Ruhe kommen.
4. Pranayama und Gayatri
Om: Erde, Zwischenraum, Himmelswelt, die große Welt, die Welt der Hervorbringung, die Welt der inneren Glut und die Welt der Wahrheit. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar; möge er unsere Einsicht anregen. Wasser, Licht, Lebenssaft und Unsterblichkeit sind Brahman; Erde, Zwischenraum und Himmel: Om.
5. Sankalpa
Zur Läuterung aller von mir angesammelten Verfehlungen und zur Freude des höchsten Herrn werde ich Brahma Yajna vollziehen. Durch Brahma Yajna werde ich verehren.
6. Die Hände reinigen
Du bist der Blitz; durchdringe und beseitige meine Verfehlung. Von der heiligen Ordnung gelange ich zur Wahrheit. Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren; Verehrung Ananta, dem Unendlichen; Verehrung Govinda, dem göttlichen Hirten.
7. Die Gayatri in drei Durchgängen
Om, Erde, Zwischenraum und Himmel. Wir meditieren über den verehrungswürdigen Glanz des göttlichen Savitar. Möge er unsere Einsicht anregen. Dieser Sinn wird dreimal vollständig vergegenwärtigt: gegliedert in drei Teile, in zwei Teile und als ungeteiltes Gebet.
8. Rishi, Gottheit und Versmaß
Zum Hymnus „Agni verehre ich“: der Seher ist Madhuchchhandas, die Gottheit Agni, das Versmaß Gayatri.
9.1 Rigveda 1.1 – Vers 1
Ich preise Agni, den vorangestellten Priester des Opfers, den göttlichen Opferkundigen, den anrufenden Priester, der die kostbarsten Schätze gewährt.
9.2 Rigveda 1.1 – Vers 2
Agni ist von den früheren Sehern zu preisen und ebenso von den heutigen. Er wird die Götter hierher bringen.
9.3 Rigveda 1.1 – Vers 3
Durch Agni möge man Reichtum und Gedeihen erlangen, Tag für Tag, ruhmreich und reich an tatkräftigen Menschen.
9.4 Rigveda 1.1 – Vers 4
Agni, das Opfer, das du von allen Seiten umfängst und behütest, gelangt zu den Göttern.
9.5 Rigveda 1.1 – Vers 5
Agni, der anrufende Priester mit Seherweisheit, der Wahrhaftige mit strahlendem Ruhm, möge als Gott mit den Göttern kommen.
9.6 Rigveda 1.1 – Vers 6
Was du, Agni, dem Hingebungsvollen an Gutem schenken wirst: Das wird durch dich wahr, Angiras.
9.7 Rigveda 1.1 – Vers 7
Dir, Agni, nähern wir uns Tag für Tag, am Abend und am Morgen, mit unserem Denken und bringen dir Verehrung.
9.8 Rigveda 1.1 – Vers 8
Dir, dem strahlenden Herrscher der Opfer, dem leuchtenden Hüter der kosmischen Ordnung, der im eigenen Hause wächst.
9.9 Rigveda 1.1 – Vers 9
Sei uns, Agni, so zugänglich wie ein Vater seinem Sohn. Begleite uns zu Heil und Wohlergehen.
10. Brahmana und Aranyaka ehren
Om. Agni ist der erste unter den Göttern, Vishnu der höchste. Om. Nun das große Gelübde. Om. Dies ist der Weg, dies die Handlung. Om. Nun folgt die geheime Lehre des zusammenhängenden Veda-Textes. Om. Erkenne, Gabenreicher, erkenne! Om. Zum Mahavrata gehören fünfundzwanzig Entzündungsverse. Om. Es ist gesagt, welche jene sind. Om. Als du, Indra, damals im Zehnkönigskampf warst. Om. Ihr Menschen, hört dieses an. Die knappen Textanfänge öffnen den inneren Zugang zu den umfassenderen Lehrwerken.
11. Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda
Yajurveda: Für Nahrung nehme ich dich, für Kraft nehme ich dich. Ihr seid die bewegenden und schützenden Kräfte; der göttliche Savitar leite euch zur vortrefflichsten Handlung. Samaveda: Agni, komme zum Fest, gepriesen, zur Darbringung der Gaben; setze dich als anrufender Priester auf das heilige Gras. Atharvaveda: Mögen uns die göttlichen Wasser Hilfe und Wohlergehen bringen und zum Trinken dienen. Mögen sie Heil und Segen zu uns strömen.
12. Die erzählende Überlieferung begrüßen
Der asketische Valmiki fragte Narada, den hervorragenden Weisen, der in Tapas und Schriftstudium vertieft und unter den Sprachkundigen der Beste war. Nachdem man Narayana, Nara, den vortrefflichen Menschen, und die Göttin Saraswati verehrt hat, trage man das Werk Jaya vor. Maitreya verneigte sich vor dem ausgezeichneten Weisen Parashara, der seine Morgenhandlungen beendet hatte, begrüßte ihn ehrerbietig und stellte ihm seine Fragen.
13. Das Schriftopfer umfassen
Verehrung Brahman, Verehrung Agni, Verehrung der Erde und den Pflanzen. Ich verehre die heilige Rede, den Herrn der Rede und den großen Vishnu.
14. Übergang zu den Wassergaben
Du bist der Regen; schneide meine Verfehlung ab. Von der heiligen Ordnung bin ich zur Wahrheit gelangt. Ich werde die Götter, die Seher und die Ahnen mit Wassergaben erfreuen.
15. Wassergaben für Götter und Welt
1. Möge diese Gabe Prajapati, den Herrn der Geschöpfe erfreuen und sättigen.
2. Möge diese Gabe Brahma, den Schöpfer erfreuen und sättigen.
3. Möge diese Gabe die Veden erfreuen und sättigen.
4. Möge diese Gabe die Götter erfreuen und sättigen.
5. Möge diese Gabe die Seher erfreuen und sättigen.
6. Möge diese Gabe alle heiligen Versmaße erfreuen und sättigen.
7. Möge diese Gabe den heiligen Om-Laut erfreuen und sättigen.
8. Möge diese Gabe den Opferruf Vashat erfreuen und sättigen.
9. Möge diese Gabe die heiligen Weltenrufe erfreuen und sättigen.
10. Möge diese Gabe Savitri erfreuen und sättigen.
11. Möge diese Gabe die Opferhandlungen erfreuen und sättigen.
12. Möge diese Gabe Himmel und Erde erfreuen und sättigen.
13. Möge diese Gabe den Zwischenraum erfreuen und sättigen.
14. Möge diese Gabe Tage und Nächte erfreuen und sättigen.
15. Möge diese Gabe die Sankhyas erfreuen und sättigen.
16. Möge diese Gabe die Vollendeten erfreuen und sättigen.
17. Möge diese Gabe die Meere erfreuen und sättigen.
18. Möge diese Gabe die Flüsse erfreuen und sättigen.
19. Möge diese Gabe die Berge erfreuen und sättigen.
20. Möge diese Gabe Felder, Heilpflanzen, Bäume, Gandharvas und Apsaras erfreuen und sättigen.
21. Möge diese Gabe die Nagas erfreuen und sättigen.
22. Möge diese Gabe die Vögel erfreuen und sättigen.
23. Möge diese Gabe die Kühe erfreuen und sättigen.
24. Möge diese Gabe die Sadhyas erfreuen und sättigen.
25. Möge diese Gabe die inspirierten Weisen erfreuen und sättigen.
26. Möge diese Gabe die Yakshas erfreuen und sättigen.
27. Möge diese Gabe die Rakshas-Wesen erfreuen und sättigen.
28. Möge diese Gabe die lebenden Wesen erfreuen und sättigen.
29. Möge diese Gabe alle bis hierher umfassten Wesen erfreuen und sättigen.
16. Wassergaben für die Rishis
1. Möge diese Gabe die Shatarchins, Seher der Hundert-Hymnen-Gruppen erfreuen und sättigen.
2. Möge diese Gabe die Seher der mittleren Rigveda-Gruppen erfreuen und sättigen.
3. Möge diese Gabe Gritsamada erfreuen und sättigen.
4. Möge diese Gabe Vishvamitra erfreuen und sättigen.
5. Möge diese Gabe Vamadeva erfreuen und sättigen.
6. Möge diese Gabe Atri erfreuen und sättigen.
7. Möge diese Gabe Bharadvaja erfreuen und sättigen.
8. Möge diese Gabe Vasishtha erfreuen und sättigen.
9. Möge diese Gabe die Seher der Pragatha-Gesänge erfreuen und sättigen.
10. Möge diese Gabe die Pavamani-Hymnen erfreuen und sättigen.
11. Möge diese Gabe die Seher der kleinen Hymnen erfreuen und sättigen.
12. Möge diese Gabe die Seher der großen Hymnen erfreuen und sättigen.
17. Die Lehrerüberlieferung ehren
1. Möge diese Gabe Sumantu, Jaimini, Vaishampayana, Paila und die Lehrer der Sutras, Kommentare, Bharata, Mahabharata und des Dharma erfreuen und sättigen.
2. Möge diese Gabe Jananti, Bahavi, Gargya, Gautama, Shakalya, Babhravya, Mandavya und Mandukeya erfreuen und sättigen.
3. Möge diese Gabe Gargi Vachaknavi erfreuen und sättigen.
4. Möge diese Gabe Vadava Pratitheyi erfreuen und sättigen.
5. Möge diese Gabe Sulabha Maitreyi erfreuen und sättigen.
6. Ich erfreue Kahola mit dieser Gabe.
7. Ich erfreue Kaushitaka mit dieser Gabe.
8. Ich erfreue Mahakaushitaka mit dieser Gabe.
9. Ich erfreue Paingya mit dieser Gabe.
10. Ich erfreue Mahapaingya mit dieser Gabe.
11. Ich erfreue Suyajna mit dieser Gabe.
12. Ich erfreue Shankhayana mit dieser Gabe.
13. Ich erfreue Aitareya mit dieser Gabe.
14. Ich erfreue Mahaitareya mit dieser Gabe.
15. Ich erfreue Shakala mit dieser Gabe.
16. Ich erfreue Bashkala mit dieser Gabe.
17. Ich erfreue Sujatavaktra mit dieser Gabe.
18. Ich erfreue Audavahi mit dieser Gabe.
19. Ich erfreue Mahaudavahi mit dieser Gabe.
20. Ich erfreue Saujami mit dieser Gabe.
21. Ich erfreue Shaunaka mit dieser Gabe.
22. Ich erfreue Ashvalayana mit dieser Gabe.
23. Möge diese Gabe alle anderen Lehrer und Lehrerinnen erfreuen und sättigen.
18. Die verstorbenen Familienahnen
1. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Väter.
2. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großväter väterlicherseits.
3. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßväter väterlicherseits.
4. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Mütter.
5. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großmütter väterlicherseits.
6. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßmütter väterlicherseits.
7. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großväter mütterlicherseits.
8. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großväter der Mütter.
9. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßväter der Mütter.
10. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großmütter mütterlicherseits.
11. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Großmütter der Mütter.
12. Mit Svadha und Verehrung erfreue ich die Urgroßmütter der Mütter.
19. Wasser für alle durstenden Wesen
Wo immer Wesen sich aufhalten, die von Hunger und Durst bedrängt sind: Möge dieses Wasser ihnen nach ihrem Bedürfnis Sättigung und Wohlergehen bringen. Seid gesättigt, seid gesättigt, seid gesättigt!
20. Alles Narayana darbringen
Was immer ich mit Körper, Sprache, Geist, Sinnen, Verstand oder meinem Selbst tue, aus dem natürlichen Wirken meiner Natur: All das bringe ich dem höchsten Narayana dar.
21. Abschließendes Achamana
Verehrung Achyuta, dem Unwandelbaren; Verehrung Ananta, dem Unendlichen; Verehrung Govinda, dem göttlichen Hirten. Keshava, Narayana, Madhava, Govinda, Vishnu, Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha und Damodara: die zwölf Namen Vishnus heiligen die Sinne und den Körper.
22. Brahmarpana
Om, das ist die Wirklichkeit. Möge alles Brahman dargebracht sein.
Nachklang und tägliches Studium
Gieße das aufgefangene reine Wasser an einen sauberen Platz in die Erde. Lege verwendetes Darbha an einen würdigen Platz beziehungsweise kompostiere es; reinige und trockne die Gefäße. Diese praktischen Hinweise ergänzen den rituellen Schluss.
Das Grihya Sutra des Ashvalayana verbindet das Schriftopfer mit einer Gabe nach der Rückkehr ins Haus. Gib nach deinen Möglichkeiten etwas zur Erhaltung des heiligen Wissens: eine Dakshina für Unterricht, Unterstützung für eine Bibliothek oder eine freundliche Gabe an einen bedürftigen Menschen. Für die persönliche Praxis bietet sich an, einen heute rezitierten Vers noch einmal in seiner Bedeutung zu betrachten. Vielleicht begleitet dich Agnis Einladung durch den Tag: Komm dem Göttlichen so vertrauensvoll nahe, wie ein Kind seinem liebenden Vater nahekommt.
Quellen und verwandte Anleitungen
- Ashvalayana Brahmayajnam, Vaidhika Dharma: vollständige Tagesordnung einschließlich Tarpana und Schluss.
- Ashvalayana Grihya Sutra 3.1–4: Sitzordnung, gegliederte Savitri-Rezitation, Svadhyaya, Tarpana und abschließende Gabe.
- Rigveda 1.1.1–9; Ramayana 1.1.1; Mahabharata, Eröffnungsanrufung; Vishnu Purana 1.1.1. Die drei in der Tagesordnung nur angerufenen Werkbeginne sind hier als vollständige Eröffnungsverse gegeben.
- Ramayana-Eröffnungsvers, Mahabharata-Eröffnungsanrufung und Vishnu Purana 1.1.
- Anbil Ramaswamy: Sandhyaa Vandanam, Sri Ranga Sri 7/45, 23. März 2006, Achamana-Tabelle zur ergänzten Fingerfolge; SriMatham: Yajur Veda Upakarma, S. 7 zur Erläuterung der drei Tirthas der Hand.
- Atharvaveda 20.127.1 und 20.128.12, Vedic Heritage Portal: Abgleich zweier Kuntapa-Textanfänge.
- Kanchi Kamakoti: A Day in the Life of a Brahmin, Einordnung des täglichen Schriftopfers.
Die deutsche Übertragung und die praktischen Erläuterungen wurden für diese Anleitung formuliert. Eindeutige Schreibfehler der Webfassung sind anhand der jeweiligen Grundtexte berichtigt; für die Lehrernamen wurde auch Ashvalayana Grihya Sutra 3.4 herangezogen. Die kurzen Brahmana- und Aranyaka-Stücke bleiben die rituelle Auswahl der Tagesordnung.
Siehe auch
Brahma Yajna · Pancha Mahayajnas · Svadhyaya · Gayatri Mantra · Tarpana · Veden
Video und Seminare
Sukadev erläutert Brahma Yajna als Darbringung des Studiums und der Erkenntnis an Brahman.
Indische Schriften
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- 09.04.2027 - 11.04.2027 Sanskrit Intensivwochenende
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