Überspringen

Aus Yogawiki

Überspringen - Einen Graben, ein Hindernis überspringen. Etwas oder einen Teil von etwas auslassen. Dinge nicht in Erwägung ziehen, nicht ansehen, wie zum Beispiel Werbung im Film überspringen. In einer vorgegebenen Reihenfolge einen Bereich nicht berücksichtigen, nicht beachten, darüber hinweggehen.

Kein Überspringen

Kein Überspringen - alle Schritte sind zu durchlaufen

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Nonduale Hingabe ist nonduales Wissen und nonduales Wissen ist nonduale Hingabe. Dualistische Hingabe mündet in nonduale Hingabe und nonduale Hingabe setzt dualistische Hingabe in Form von karma-yoga und upāsana-yoga voraus. Das eine funktioniert nicht ohne das andere, sie folgen aufeinander und sind voneinander abhängig. Selbsterforschung ist der entscheidende Katalysator, der dualistische Hingabe in nondualistische Hingabe verwandelt. Befreiung, die sich nicht unterscheidet von nondualer Liebe, ist das endgültige Ziel.

Wenn wir Schriften über religiöse Hingabe lesen, ohne ein klares Verständnis dieses Ablaufs zu haben, riskieren wir, von falschen Konzepten in die Irre geführt zu werden und unser spirituelles Wachstum zu behindern. Das „Nārada-bhakti-sūtra“ ist ein wunderschöner Text, weil er die ersten vier Stadien genau und klar beschreibt. Selbsterforschung ist nicht gänzlich abwesend in der Schrift, sondern eher impliziert. Die implizierte Integration von vedānta in die sūtras (Leitsätze) wird in den folgenden Kommentaren herausgearbeitet.

Bevor wir uns an den eigentlichen Text machen, müssen wir uns die Definitionen der nun folgenden Begriffe vergegenwärtigen, da wir sonst Gefahr laufen, den Text nicht richtig zu verstehen.

Subjekt und Objekt

Wenn der Text oder Kommentar von Objekten spricht, dann spricht er nicht nur von materiellen Objekten, auch wenn jemandes Liebe sich um materielle Dinge drehen mag. Existenz, das Selbst, ist nondual, aber es wird sowohl als bewusstes Subjekt sichtbar, dessen Natur Liebe ist, als auch in Form unzähliger nicht empfindender Objekte. Alles außer dir, dem allgegenwärtigen bewussten Selbst, ist daher ein Objekt. Obwohl sie bewusst zu sein scheinen, sind dein Körper, deine Gefühle und deine Gedanken lediglich leblose Objekte. Auch deine Erfahrungen sind Objekte. Tatsächlich ist das Erfahren an sich auch ein Objekt. Es ist wichtig, diese Definition im Kopf zu behalten, während du diese Verse aufnimmst und wenn du bedingungslose nonduale Selbstliebe von der Liebe zu Objekten unterscheiden möchtest. Den Unterschied zwischen dualistischer und nondualistischer Liebe zu kennen ist nonduale Hingabe.

Dualität und Nondualität

Dualität, die allseits als Fakt anerkannt wird, ist der Glaube, dass die erfahrene Trennung des Subjekts vom Objekt eine wirkliche Trennung ist. Nondualität ist das Wesen des Daseins. Es bedeutet, dass die Dualität zwar real zu sein scheint, wenn sie durch die Sinne erfahren wird, dass das Subjekt und die Objekte jedoch nicht getrennt sind. Beide sind nur Existenz/Bewusstsein, das Selbst, dessen Natur nonduale Liebe ist.

Saṃsāra und Saṃsārī

Saṃsāra bedeutet vollkommen in dem Glauben zu leben, dass die Realität eine Dualität ist und dass wir Objekte benötigen, um glücklich zu sein. Es ist gekennzeichnet durch Leiden, verursacht durch die Unwissenheit über das nonduale Wesen der Wirklichkeit. Ein saṃsārī ist eine weltliche Person, die glaubt, dass Subjekt und Objekt verschieden sind, und die deshalb Objekten hinterherjagt, um glücklich zu werden, während ein nondualer bhakta freudig mit Objekten in Kontakt tritt.

Māyā, Īśvara, Bhagavan und Gott

Māyā ist die Kraft im Bewusstsein/Gewahrsein, welche die Objekte erschafft und Individuen glauben lässt, dass die Wirklichkeit eine Dualität ist. Īśvara ist ein Name für māyā, den vedāntīs gerne verwenden. Bhagavan ist ein Wort für īśvara/māyā, das gerne von bhaktas verwendet wird. Īśvara, oder bhagavan, kontrolliert das Verhalten der Objekte mittels dem Gesetz von karma und liefert den Individuen die Ergebnisse ihrer Handlungen. Es ist Gott.

Jīva

Das Wort „jīva“ meint sowohl das „ewige Individuum“, den „bhakta“ und ein „bestimmtes Individuum“, je nach Kontext. Es scheint, als gäbe es viele einzigartige Individuen, tatsächlich aber gibt es nur ein menschliches Individuum mit unterschiedlichen Eigenheiten. Als Christus sich selbst als den „Sohn Gottes“ bezeichnete, meinte er das ewige Individuum.

Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung

Man sagt, dass Individuen sich dann selbst erkannt haben, wenn sie verstanden haben, dass das erfahrende Subjekt und die Objekte nicht voneinander getrennt sind. Von Selbstverwirklichung spricht man, wenn das Empfinden, ein Handelnder zu sein, verschwindet; ein solcher Mensch ist glücklich, ohne von Objekten abhängig zu sein. Er ist vollkommen zufrieden mit sich selbst in dem Wissen, Bewusstsein/ Gewahrsein zu sein, genauso wie er mit sich selbst als erschaffenes Wesen zufrieden ist. Selbsterkenntnis entsteht durch das Verstehen, was das Selbst ist (vedānta) und Selbstverwirklichung wird durch die Anwendung dieser Erkenntnis im eigenen Leben erlangt. Menschen, die das Selbst erkannt haben, wissen, dass sie frei sind, sie genießen aber nach wie vor in bestimmtem Maß die Anhaftung an Objekte. Individuen, die das Selbst verwirklicht haben, sind ohne jede Anhaftung an Objekte. Wenn eine Person, die das Selbst erkannt hat, qualifiziert ist, während das Verstehen des Selbst heraufdämmert, wird er oder sie augenblicklich selbstverwirklicht.

„Mich“ und „Ich“

Viele der Zitate aus der „Bhagavad-gītā“ erscheinen in der ersten Person, weil der Text Gott als eine vollkommen verwirklichte Person darstellt.

„Er“

Ich verwende das Pronomen „er“ statt „er/sie“ hauptsächlich deshalb, um unbeholfene Sätze zu vermeiden. Īśvara und jīva, der sich Hingebende, haben kein Geschlecht.