Swami Satchidananda

Aus Yogawiki

Swami Satchidananda (auch Sri Swami Satchidananda oder Swami Satchidananda Saraswati; Tamil: சுவாமி சச்சிதானந்த சரஸ்வதி; * 22. Dezember 1914 in Chettipalayam bei Coimbatore; † 19. August 2002 in Chennai) war ein indischer Yogameister und einer der großen Schüler von Swami Sivananda. Er gehörte zu den ersten Yogalehrern, die den klassischen Yoga in den Westen brachten, und gründete in den USA das Integral Yoga Institute und den Ashram Yogaville in Virginia. Weltweit bekannt wurde er als Eröffnungsredner des Woodstock-Festivals 1969.

Sein Leitgedanke lautete: „Die Wahrheit ist eine, die Wege sind viele“ (Truth is One, Paths are Many). Aus dieser Überzeugung heraus schuf er mit dem LOTUS (Light of Truth Universal Shrine) ein Heiligtum, in dem alle großen Religionen der Welt gemeinsam geehrt werden. Swami Satchidananda war sein Leben lang ein treuer Schüler Swami Sivanandas und sah seine Hauptaufgabe darin, die Lehren seines Gurus im Westen zu verbreiten. Für Tausende von Menschen wurde er zum Lehrer, Freund und spirituellen Wegweiser.

Swami Sivananda, der Guru von Swami Satchidananda, der ihn 1949 in Rishikesh in den Sannyas einweihte.

Swami Satchidananda auf einen Blick

Merkmal Einordnung
Name Swami Satchidananda Saraswati; bekannt als Sri Swami Satchidananda
Geburtsname C. K. Ramaswamy Gounder
Lebensdaten 22. Dezember 1914 in Chettipalayam, Tamil Nadu – 19. August 2002 in Chennai
Guru Swami Sivananda, von dem er am 10. Juli 1949 in Rishikesh die Sannyas-Weihe erhielt
Orden Saraswati-Orden der Dashanami-Mönche
Gründungen Integral Yoga Institute (New York, 1966); Satchidananda Ashram – Yogaville (Virginia, 1979); LOTUS-Heiligtum (1986)
Leitgedanke „Die Wahrheit ist eine, die Wege sind viele“
Lehre Integraler Yoga als Verbindung von Hatha, Raja, Bhakti, Karma, Jnana und Japa Yoga
Bekannte Werke The Yoga Sutras of Patanjali, The Living Gita, The Golden Present, Integral Yoga Hatha
Ehrungen U-Thant-Friedenspreis, Juliet-Hollister-Preis für interreligiöse Arbeit, James-P.-Morton-Preis, Albert-Schweitzer-Preis

Leben

Kindheit und Jugend

Swami Satchidananda wurde am 22. Dezember 1914 unter dem Namen C. K. Ramaswamy Gounder in Chettipalayam geboren, einem kleinen Dorf bei Coimbatore in der Nähe von Podanur im indischen Bundesstaat Tamil Nadu. Er war der zweite Sohn von Sri Kalyanasundaram und Smt. Velammai, einer frommen, liebevollen Familie. Seine Eltern nannten ihn liebevoll Ramu.

Bereits von klein auf war Ramu spirituell veranlagt. Er sprach Sätze von großer Wahrheit, zeigte ein tiefes Verständnis und Einsichten, die seinem Alter ungewöhnlich waren. Er sah in jedem Menschen, gleich welcher Kaste, das göttliche Licht. Zeitlebens blieb er Vegetarier.

Beruf und Familie

Nach dem Abschluss an einer landwirtschaftlichen Hochschule arbeitete Ramaswamy in der Firma seines Onkels, die Motorräder importierte. Mit 23 Jahren wurde er Manager bei India's National Electric Works. In dieser Zeit heiratete er und wurde Vater von zwei Kindern. Fünf Jahre nach der Hochzeit starb seine Frau. Daraufhin übergab Ramaswamy seine beiden kleinen Söhne der Obhut der Großmutter und begab sich auf eine spirituelle Reise.

Die spirituelle Suche

Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau bereiste Ramaswamy ganz Indien, meditierte an heiligen Pilgerorten und lebte in Ashrams bei verschiedenen Lehrern, darunter Sadhu Swamigal, Sri Aurobindo, Swami Chidbhavananda und Ramana Maharshi. Im Ramakrishna Thapovanam wurde er in den vorläufigen Mönchsstand eingeweiht und erhielt den Namen Bruder Sambasiva Chaitanya. Seine Aufgabe im Ashram war es, sich um Waisenknaben zu kümmern.

In dieser Zeit lernte er auch bei Sri Ramana Maharshi in Tiruvannamalai. Als Ramana Maharshi schwer an Krebs erkrankte, verließ Ramaswamy den Ashram, weil er das Leiden des verehrten Meisters nicht mehr mit ansehen konnte. Kurz nach seiner Abreise verstarb der Maharshi.

Die Begegnung mit Swami Sivananda

Im Jahr 1949 kam Ramaswamy nach Rishikesh, die heilige Stadt am Fuß des Himalaya an den Ufern des Ganges. Dort fand er seinen Guru: Swami Sivananda. Am 10. Juli 1949 weihte Swami Sivananda ihn als Sannyasin in den Mönchsstand ein und gab ihm den Namen Swami Satchidananda.

Der Name Satchidananda setzt sich aus drei Sanskritwörtern zusammen: Sat, Chit und Ananda, „Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit“. Er bezeichnet in der Philosophie des Vedanta das Wesen des Absoluten.

Unter Swami Sivanandas Führung entwickelte sich der junge Mönch schnell. Swami Sivananda erkannte seine große Begabung, Menschen zu berühren. Im Februar 1951 bat er ihn, eine Reise durch Indien zu unternehmen, neue Zentren der Divine Life Society zu gründen, Vorträge zu halten und Yoga und Asanas zu unterrichten. Seine frühere Erfahrung als Geschäftsmann und seine umfassenden Kenntnisse des Hatha Yoga erwiesen sich dabei als sehr hilfreich.

Wirken in Sri Lanka

Die Reise führte Swami Satchidananda auch nach Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. Dem Wunsch einer ergebenen Schülerin Swami Sivanandas folgend, leitete er in den 1950er und 1960er Jahren gemeinsam mit ihr den Swami Sivananda Ashram in Kandy Thapovanam in den Hügeln Sri Lankas. Hier unterrichtete er Yoga und gestaltete interreligiöse Feste, bei denen Menschen verschiedener Religionen gemeinsam feierten.

Swami Satchidananda verband die alte Tradition des Mönchstums mit einem offenen Blick für die Erfordernisse seiner Zeit. So benutzte er ein Auto, um in ganz Sri Lanka unterrichten zu können, trug eine Uhr, um pünktlich zu sein, und ermunterte seine Schüler, Fragen zu stellen. Manche orthodoxe Kreise sahen diese Neuerungen kritisch; er selbst verstand sie als natürliche und nützliche Hilfsmittel für seine spirituelle Arbeit.

Der Weg in den Westen

Auf Einladung amerikanischer Freunde, besonders des Künstlers Peter Max, besuchte Swami Satchidananda 1966 New York. Die Begegnung wurde zum Wendepunkt: Schon bald blieb er dauerhaft in den USA und gründete noch im selben Jahr in New York das Integral Yoga Institute. 1976 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Von seiner neuen Heimat aus verbreitete er seine Lehren über Yoga, selbstlosen Dienst, interreligiöse Verständigung und Erleuchtung.

Swami Satchidananda begegnete den Herausforderungen des Westens, dem Materialismus, dem Atheismus und der Unkenntnis über die tieferen Zusammenhänge des Lebens, mit seiner ruhigen und gelassenen Art. Seine Vorträge zeichneten sich durch besondere Klarheit, Einfachheit und Humor aus und berührten seine Zuhörer tief. Seine Schüler schätzten seine Unterweisungen und seine unermüdliche Bereitschaft, Fragen zu beantworten.

Woodstock 1969

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Swami Satchidananda durch das Woodstock-Musikfestival im August 1969 bekannt, das er als Eröffnungsredner einleitete. Vor einer riesigen Menge von vermutlich rund einer halben Million jungen Menschen sprach er über Frieden und über die Kraft der Musik, die er als „himmlischen Klang“ bezeichnete, der die ganze Welt vereinen kann. Die Szene wurde zu einem bekannten Bild für die Begegnung von Yoga und westlicher Jugendkultur und brachte ihm den Beinamen „Woodstock-Guru“ ein.

Yogaville und das LOTUS-Heiligtum

In den folgenden Jahren gründete Swami Satchidananda mehrere Ashrams: 1972 den ersten Yogaville-Ashram in Kalifornien und 1973 einen Ashram in Pomfret im Bundesstaat Connecticut. 1979 erwarb er Land am James River bei Buckingham im Bundesstaat Virginia und gründete dort den Satchidananda Ashram – Yogaville, der bis heute das Zentrum der weltweiten Integral-Yoga-Bewegung ist.

Das Herz von Yogaville ist der Light of Truth Universal Shrine (LOTUS), das „Heiligtum des Lichtes der Wahrheit und der Universalität“, das am 20. Juli 1986 eingeweiht wurde. Es war das erste Heiligtum seiner Art, das allen großen Religionen der Welt Altäre widmet. Die Gestalt einer Lotusblume steht dabei für das eine göttliche Licht, das sich in allen Religionen zeigt. Das LOTUS ist dem göttlichen Licht und dem Weltfrieden geweiht und steht Menschen aller Glaubensrichtungen offen. 2014 wurde ein weiteres LOTUS-Heiligtum in Indien eröffnet.

Vorwürfe Anfang der 1990er Jahre

Anfang der 1990er Jahre erhoben einige frühere Schülerinnen öffentlich Vorwürfe, Swami Satchidananda habe sexuelle Beziehungen zu ihnen unterhalten und damit seine Stellung als spiritueller Lehrer missbraucht. Es kam zu Protesten bei einigen seiner Auftritte. Swami Satchidananda wies die Vorwürfe zurück; strafrechtliche Verfahren gab es nicht. Viele seiner Schüler blieben ihm weiterhin tief verbunden, während die Vorwürfe in der Yoga-Welt zu einer Auseinandersetzung über Macht und Verantwortung im Verhältnis von Lehrern und Schülern beitrugen.

Schüler und Einfluss

Swami Satchidananda schrieb zahlreiche Bücher und hielt Hunderte von Vorträgen in aller Welt. Er weihte westliche Schüler in den Mönchsorden ein und bildete Tausende von Yogalehrern aus. Zu den bekanntesten Menschen, die von ihm inspiriert wurden, gehören die Musikerinnen Alice Coltrane und Carole King, die Musiker John Fahey und Laura Nyro, der Dichter Allen Ginsberg, der Schauspieler Jeff Goldblum und der Arzt Dean Ornish, dessen bekanntes Programm zur Behandlung von Herzkrankheiten auf den Lehren des Yoga aufbaut. Liev Schreiber und Rivers Cuomo lebten in jungen Jahren im Satchidananda Ashram. In Indien ist Swami Satchidananda auch als spiritueller Lehrer des tamilischen Filmstars Rajinikanth bekannt.

In seiner Heimat Tamil Nadu gründete er in Mettupalayam die Satchidananda Jothi Niketan Schule.

Swami Satchidananda erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine humanitäre und interreligiöse Arbeit, darunter den Albert Schweitzer Humanitarian Award, den U-Thant-Friedenspreis, den James-P.-Morton-Preis und den Juliet Hollister Interfaith Award, der ihm bei den Vereinten Nationen verliehen wurde. Er gehörte den Beiräten zahlreicher Friedens- und interreligiöser Organisationen an.

Mahasamadhi

Am 19. August 2002 starb Swami Satchidananda während eines Besuches in seiner Heimat Tamil Nadu in Chennai an einem Aneurysma. Aus yogischer Sicht wird sein Tod als „Mahasamadhi“ bezeichnet, der Moment, in dem die verwirklichte Seele bewusst den Körper verlässt. Seine letzten Worte an seine Schüler lauteten: „In Euren Seelen, in Eurem Geist werde ich immer sein. Auch wenn mein Körper nicht mehr da ist, werdet Ihr nie ohne mich sein.“

Sein Körper wurde nach Yogaville gebracht, wo sein Samadhi-Schrein, Chidambaram genannt, bis heute ein Ort des Gebets und der Meditation ist.

Shiva am Ganges: In Rishikesh am Ganges fand Swami Satchidananda seinen Guru.

Geschichten und Betrachtungen

Eine Reise führt in den Dienst

Die Lebensgeschichte Swami Satchidanandas zeigt eine Bewegung vom persönlichen Suchen zum Weitergeben. Seine Suche führte ihn durch viele Ashrams, zu Ramana Maharshi und schließlich nach Rishikesh zu Swami Sivananda. Doch das neue Leben als Mönch blieb nicht auf den Rückzug im Ashram beschränkt: Sein Guru schickte ihn zu Aufgaben außerhalb Rishikeshs. Indien und Sri Lanka wurden Stationen eines Dienstes, der später viele Länder erreichte. Was im stillen Lernen begann, sollte Menschen unter sehr verschiedenen äußeren Bedingungen zugänglich werden.[1]

Ein Friedensruf vor der großen Menschenmenge

Als Swami Satchidananda 1969 in Woodstock vor die riesige Menschenmenge trat, sprach zwischen Musik, Aufbruchsstimmung und den Spannungen jener Zeit ein indischer Mönch über Frieden. Er verband die Hoffnung auf eine bessere Welt mit der Aufgabe, Hass und Trennung zuerst im eigenen Denken zu überwinden. Die Szene zeigte, dass ein spiritueller Ruf auch einen Ort erreichen kann, an dem viele Menschen nicht zuerst eine religiöse Unterweisung gesucht hatten.[2]

Frieden braucht eine geübte Form

Ein friedlicher Augenblick kann erhebend sein. Schwieriger ist es, seine Richtung zu bewahren, wenn der Alltag wieder beginnt. Ein großer gemeinsamer Wunsch braucht kleine Gewohnheiten: zuhören, bevor man angreift; regelmäßig innehalten; Verschiedenheit nicht sofort als Bedrohung behandeln. Die Rede vor einer Menge und die stille Übung eines Einzelnen gehören zusammen. Die Öffentlichkeit zeigt, wie weit eine Hoffnung reichen kann; die Praxis entscheidet, ob sie im eigenen Verhalten Wurzeln schlägt.

Verbundenheit ohne Gleichmacherei

Swami Satchidanandas interreligiöse Ausrichtung lässt sich als Einladung verstehen, in der eigenen Tradition verwurzelt zu bleiben und anderen dennoch mit Achtung zu begegnen. Unterschiede müssen dafür nicht verschwinden. Ein Gespräch wird oft gerade dann fruchtbar, wenn Menschen ehrlich sagen können, was ihnen heilig ist. Ein anderer Mensch darf seine eigene Sprache für das Höchste behalten. So kann aus einer abstrakten Idee von Einheit ein konkreter Umgang werden, in dem sich niemand erst verleugnen muss, um willkommen zu sein.

Die Lehre

Die Wahrheit ist eine, die Wege sind viele

Das wichtigste Motto Swami Satchidanandas lautete: „Die Wahrheit ist eine, die Wege sind viele.“ Er griff damit einen alten Gedanken des Rigveda auf: Ekam sat viprā bahudhā vadanti, „Die Wahrheit ist eine, die Weisen nennen sie mit vielen Namen.“ Swami Satchidananda war überzeugt, dass alle großen Religionen im Kern zur selben Wahrheit führen. Deshalb setzte er sich über fünfzig Jahre lang für interreligiöse Gottesdienste, Konferenzen und Begegnungen ein und gilt als einer der Pioniere der interreligiösen Bewegung.

Integraler Yoga

Swami Satchidananda lehrte einen ganzheitlichen Yoga, der verschiedene Yogawege miteinander verbindet:

Als Ziel dieses Yoga beschrieb er, die spirituelle Einheit hinter aller Verschiedenheit zu erkennen und ein Leben zu führen mit einem „entspannten Körper, einem friedvollen Geist und einem nützlichen Leben“ (an easeful body, a peaceful mind and a useful life).

Ursprung des Integralen Yoga

Der Begriff „integraler Yoga“ taucht erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts bei Sri Aurobindo auf. Sri Aurobindo beschrieb die Natur und Praxis des Integralen Yoga in seinem Werk The Synthesis of Yoga. Wie der Titel verrät, ist sein Yoga ein Yoga der Einheit und Synthese, der die Wege von Karma Yoga, Jnana Yoga und Bhakti Yoga vereint, wie es in der Bhagavad Gita beschrieben wird. Er kann auch als eine Synthese zwischen Vedanta und Tantra, zwischen östlicher und westlicher Spiritualität gesehen werden.

Integraler Yoga wurde seit den 1930er Jahren auch von Swami Sivananda in Rishikesh gelehrt, als „Yoga der Synthese“, bei dem Swami Satchidananda seine Mönchsweihe empfangen hatte. Alle Schüler Swami Sivanandas weltweit und deren Nachfolger lehren diesen ganzheitlichen Yoga. In Deutschland wurde der Integrale Yoga bekannt durch Yoga Vidya, gegründet von Sukadev Bretz, einem direkten Schüler von Swami Vishnu devananda, der wiederum einer der führenden Schüler von Swami Sivananda war.

Swami Satchidananda gab seiner Weise des Lehrens den Namen „Integral Yoga“ und ließ diesen Namen in den USA für sein Werk schützen. Seine Lehre ist eine natürliche Fortsetzung der Lehre Swami Sivanandas. Auch zur Lehre Sri Aurobindos gibt es Ähnlichkeiten, bis in die Symbolik: So erinnert der Name „Yogaville“ an Sri Aurobindos Zentrum „Auroville“, das bereits 1968 gegründet wurde.

Werke

Swami Satchidananda veröffentlichte zahlreiche Bücher, viele davon aus seinen Vorträgen hervorgegangen:

  • Integral Yoga Hatha: ein beliebtes, reich illustriertes Übungsbuch des Hatha Yoga.
  • The Yoga Sutras of Patanjali (1978): Übersetzung und Kommentar der Yoga Sutras, eines der meistgelesenen Bücher zu diesem Grundtext des Raja Yoga.
  • The Living Gita: eine Auslegung der Bhagavad Gita für das tägliche Leben.
  • The Golden Present: tägliche Betrachtungen für jeden Tag des Jahres.
  • To Know Your Self und Beyond Words: Sammlungen seiner Vorträge und Antworten auf Fragen.

Swami Satchidananda und die Sivananda-Tradition

Swami Satchidananda war weiterhin ein treuer Anhänger Swami Sivanandas, auch wenn er eigene Ashrams gründete und eigene Schüler hatte. Seine Hauptaufgabe sah er immer darin, die Lehren seines Gurus im Westen zu verbreiten und Menschen für den spirituellen Weg zu gewinnen.

Er gehört damit zu einer Reihe großer Schüler Swami Sivanandas, die dessen Lehren in alle Welt trugen, wie Swami Vishnudevananda, Swami Chidananda, Swami Krishnananda und Swami Satyananda. Swami Vishnudevananda, der Lehrer von Sukadev Bretz, und Swami Satchidananda waren beide Anfang der 1950er Jahre Schüler in Rishikesh; Swami Vishnudevananda kam 1957, Swami Satchidananda 1966 in den Westen. So verbindet die Linie Swami Sivanandas Yoga Vidya und die Integral-Yoga-Bewegung in einer gemeinsamen geistigen Familie.

Anregungen für Yoga und Meditation

  • Einheit in der Vielfalt: Erinnere dich in einer Meditation an Swami Satchidanandas Leitgedanken „Die Wahrheit ist eine, die Wege sind viele“. Denke an Menschen anderer Religionen oder Weltanschauungen und sende ihnen innerlich Frieden und Wohlwollen.
  • Ein entspannter Körper, ein friedvoller Geist, ein nützliches Leben: Nimm diese drei Ziele als Leitfaden für deinen Yoga: Asanas und Tiefenentspannung für den Körper, Meditation für den Geist und ein kleiner Dienst an anderen für ein nützliches Leben.
  • Frieden im Kleinen: Übe Frieden in der nächsten Begegnung, in der ein Unterschied dich ungeduldig macht. Innere Ruhe zeigt sich im Umgang mit anderen Menschen.
Symbolbild: Hingabe und innere Sammlung lassen das Herz weit werden.

Häufige Fragen zu Swami Satchidananda

Wer war Swami Satchidananda?
Swami Satchidananda (1914–2002) war ein indischer Yogameister, Schüler von Swami Sivananda und Gründer des Integral Yoga Institute und des Ashrams Yogaville in den USA. Er gehörte zu den Pionieren des Yoga im Westen und der interreligiösen Bewegung.

Was hat Swami Satchidananda mit Woodstock zu tun?
Er eröffnete im August 1969 das Woodstock-Festival mit einer Ansprache über Frieden und die Kraft der Musik und wurde dadurch weltweit bekannt.

Was ist das LOTUS?
Der Light of Truth Universal Shrine (LOTUS) ist ein 1986 in Yogaville, Virginia, eingeweihtes Heiligtum, das allen großen Religionen der Welt Altäre widmet und dem Weltfrieden geweiht ist.

Was ist Integral Yoga?
Integral Yoga ist ein ganzheitlicher Yoga, der Hatha, Raja, Bhakti, Karma, Jnana und Japa Yoga verbindet. Er steht in der Tradition des „Yoga der Synthese“ Swami Sivanandas.

Was verbindet Swami Satchidananda mit Yoga Vidya?
Swami Satchidananda und Swami Vishnudevananda, der Lehrer von Sukadev Bretz, dem Gründer von Yoga Vidya, waren beide Schüler Swami Sivanandas. Beide lehren den ganzheitlichen Yoga ihres gemeinsamen Gurus.

Videos zur Vertiefung

Diese Videos von Yoga Vidya laden dazu ein, die angesprochenen Themen durch eigene Praxis zu vertiefen.

Ankommenssatsang - Kirtan, Mantra und Arati mit Sukadev - Yoga Vidya Live, 15.07.2022, 20:00 Uhr

Licht-Meditation mit Sukadev

Symbolbild für Vertrauen, Gelassenheit und eine lebendige Meditationspraxis.

Siehe auch

Quellen

Literatur

  • Sri Aurobindo: The Synthesis of Yoga.
  • Sri Swami Satchidananda: The Yoga Sutras of Patanjali. Integral Yoga Publications, Yogaville 1978.
  • Sri Swami Satchidananda: The Living Gita. Integral Yoga Publications, Yogaville.
  • Sri Swami Satchidananda: The Golden Present. Integral Yoga Publications, Yogaville.
  • Sita Weiner: Swami Satchidananda. Bantam Books, New York 1972.

Weblinks

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