Natur-Yoga

Aus Yogawiki

Als Natur-Yoga kann man es bezeichnen, wenn man Yoga in der Natur übt.

Wer Yoga in der Natur übt, kann sich mit den gegebenen Elementen wie Wasser, Wind, Erde verbinden und eine intensivere Praxis erfahren.

Yoga in der Natur zu üben, befreit und verbindet

Es ist besonders schön, Yoga in der Natur zu praktizieren, z.B. seine Yogamatte zu nehmen und sie auf die Wiese zu legen. Es ist schön, in der Natur zu meditieren – vor einem Baum, am Meer, an einem Bach, auf einem Berg zu sein und Pranayama zu üben. Natur-Yoga ist etwas, das dich in der Seele berührt und das dir schöne und wunderbare Erfahrungen gibt. In den Yoga Ashrams bei Yoga Vidya ist ein Teil des Ganzen immer auch Natur-Yoga. Wir haben in allen Ashrams die Möglichkeit, bei gutem Wetter draußen zu üben, Spaziergänge zu machen, und wir haben Seminare zu Naturspiritualität und Schamanismus, wo viel Yoga, spirituelle Praktiken und Spaziergänge in der Natur eine wichtige Rolle spielen.

Video Natur-Yoga

Kurzes Vortragsvideo mit dem Thema Natur-Yoga :

Sprecher/Autor/Kamera/Produktion: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Natur-Yoga Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Natur-Yoga :

Natur und Yoga

aus Yoga Vidya Journal Nr. 13, Frühjahr 2005

Naturerlebnis scheint ein grundsätzliches Bedürfnis des Menschen zu sein. Warum sonst sind in einer Wandergruppe alle so aufmerksam, wenn sich im Wald ein Reh zeigt. Oder wenn ich mit einer Kindergruppe abends den Ruf einer Eule nachahme, lauschen alle wie gebannt, wenn tatsächlich eine antwortet und jedes Kind ist ganz konzentriert, wenn wir im Frühjahr an einem Teich nachts mit Taschenlampen auf Amphibiensuche gehen.

'Es ist das natürlichste der Welt, sich als Mensch in der Natur zu bewegen, mit ihr umzugehen und sie begreifen zu wollen. Wenn unser Blick über Berge, Gewässer, weite Wälder oder ganze Landschaften schweift, erkennen wir die Großartigkeit der Schöpfung und denken über die Rolle des Menschen nach. In den Lebensräumen von Tieren und Pflanzen gibt es so viele Details zu entdecken und wir finden dort Erholung und Entspannung, - weil es so natürlich ist.

Wir nähren uns nicht nur mit Lebensmitteln, sondern auch in hohem Maße von Wasser, Luft (Sauerstoff), dem Licht der Sonne, der Ausstrahlung anderer Wesen und an Orten, wo wir einen direkten Zugang zu kosmischer/ göttlicher Energie empfinden. Zum Beispiel strahlt eine Blumenwiese in einem ruhigen Bachtal Prana ab, welches wir aufnehmen können.

Der menschliche Geist will dauernd beschäftigt werden und seine Antennen zur äußeren Welt sind die Sinnesorgane. Dieses System sichert auch unsere Existenz, denn wir müssen unseren Körper versorgen, er muß in Sicherheit leben und schlafen können. Über die Sinne gewinnt der Geist dauernd neue Eindrücke, die verarbeitet werden müssen und teilweise in den Speicher des Unterbewusstseins gehen. Mit Vernunft und Bewusstsein können wir aber steuern, welchen Reizen wir unseren Geist aussetzen wollen. Friedvolle, harmonische und „leicht verdauliche“ Eindrücke sind besser als ständige Reizüberflutungen, Konflikte und Existenzängste. Letztere sorgen für mannigfache nachhaltige Probleme im Geist anstatt ihn vorzubereiten auf das Ziel des Yoga: das zu Ruhe kommen aller Gedankenwellen. Der Yogi heftet seinen Geist auf die Wiederholung eines Mantras, bringt die Aufmerksamkeit auf den Rhythmus der Atmung und wählt weitere Konzentrationsübungen, weil er genau weiß, dass sich der Geist ansonsten selbst versorgen würde mit andauernden Emotionen, Gedankenketten und der Suche nach dem Glück in der äußeren Welt. Auch in unserem Alltag ist es entscheidend für unser Wohlbefinden, wofür wir die Sinnesorgane - außer zur Grunderhaltung des Körpers - noch einsetzen wollen. Hier kann das Naturerlebnis eine Schlüsselrolle einnehmen und unsere Yogapraxis ergänzen. Auf der Suche nach einem Ausgleich zu unserer Arbeitswelt, können wir Natur und Yoga parallel einsetzen. Die Lehrer und Meister appellieren an unseren gesunden Menschenverstand, indem sie auf Mäßigung auch in der Yogapraxis und die Beachtung aller Lebensbedürfnisse hinweisen. Swami Krishnananda, einer von Swami Sivananda’s wichtigsten Schülern, rät in einem seiner Bücher über die tägliche Yogapraxis ausdrücklich dazu, sich zusätzlich mindestens zwei Stunden täglich an die frische Luft zu begeben und sich der Sonne und Bewegung auszusetzen. Körperliche Yoga Übungen andererseits wirken ausgleichend und gesunderhaltend auch bei viel Sport, Bergwandern, Jogging etc. Durch die Ruhe der Natur oder mit dem Erleben ihrer Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde entgehen wir der Reizüberflutung und Enge der Großstadt.

Wenn wir bei der Naturbeobachtung auf angenehme Weise unsere Sinne einsetzen und schulen, sind wir eher bereit, sie auch gezielt für die Meditation von allem Äußeren abzuziehen, weil keine Defizite in ihrer Befriedigung mehr vorliegen. Beim Zelten oder Bergwandern leben wir Einfachheit statt Luxus; ein Zelt und der Rucksack reichen aus, um zufrieden zu sein und machen eine künstliche Erlebniswelt mit Tickets, Technik und Gebühren überflüssig. In Wirklichkeit genießen wir lieber die Morgen- und Abendsonne, gehen barfuß über eine Wiese und durch einen Bach oder in einen See zum Schwimmen statt ins Sonnen- und Fitnessstudio, mit Schuhen über harten Asphalt oder ins Chlor-Schwimmbad. Die mystischen Symbole und alten Geschichten des Yoga, die Benennung vieler Asanas nach Tieren und die Eigenschaften der Natur im Ayurveda verstehen wir nur durch eigenes Beobachten in der Natur und wir kommen so auch zu einem Gefühl von Demut und Respekt vor der Schöpfung und all ihren Wesen. Die Natur könnte ohne den Menschen gut existieren, aber der Mensch nicht ohne sie...

Sitaram Kube



Siehe auch

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