Hirtengott

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Hirtengott Im Hinduismus symbolisiert Krishna den Hirtengott, so wird auch sein Mantra häufig bei Yoga Vidya rezitiert.

Krishna als Gopala, Hüter der Kühe, Häufiges Bildnis auch bei Yoga Vidya

Hirtengott

In der indischen Mythologie wird Krishna als der Hirtengott bezeichnet. Insbesondere seine Kindheit und Jugend hat Krishna in einem Hirtenstamm verbracht. Krishna war aus edlem Geblüt, er war der Sohn von einer Schwester eines Königs bzw. eines Usurpators, er hat nämlich den rechtmäßigen König vom Thron verjagt und ins Gefängnis gesteckt. Die Mutter des Hirtengottes Krishna hieß Devaki. Ihr Kind sollte auch getötet werden, doch durch ein Wunder wurde Krishna von seinem Vater Vasudeva aus dem Gefängnis weggetragen. So wuchs Krishna in einem Hirtenstamm auf. Weil Krishna Inkarnation von Vishnu, von Gott, war und in diesem Hirtenstamm aufgewachsen ist, wird er auch als Hirtengott bezeichnet. Später wurde Krishna selbst zum König. So ist Krishna auch ein Beispiel dafür, dass Gott in einem Leben unterschiedlichste Erfahrungen durchmachen konnte.

Die Geburt des Hirtengottes

Die verheißungsvolle kam. Der Stern Rohini leuchtete. Es war Mitternacht, die Stunde des Sieges. Elemente waren großartig. Winde wehten verheißungsvoll. Sterne leuchteten. In den Seen erblühten die Lotusse. So inkarnierte sich der Hirtengott zur Mitternacht in dieser Welt. Die Engelswesen spielten Musik. Die himmlischen Tänzer und Musiker sangen. Die verschiedenen Lichtwesen lobpreisten. Gott inkarnierte sich als wunderbares göttliches Kind. Sein Vater lobte ihn und sagte: In der Meditation habe ich dich schon gesehen als das höchste Wesen. Du bist die Verkörperung von Wonne und Wissen. Ich weiß, du bist letztlich im Herzen aller Wesen. Devaki, die Mutter des Hirtengottes, nahm an ihrem Sohn die göttlichen Zeichen wahr und sagte ihm: Ich weiß, du bist Gott. Du bist die Manifestation des Göttlichen. Bitte hilf uns.

Die Kindheit des Hirtengottes

Krishna, der Hirtengott, wurde von Vasudeva aus dem Gefängnis, in dem er geboren wurde, weggeführt. Denn Kamsa, der Bruder von Devaki, hatte eine Weissagung gehört, dass ihr Sohn der Grund für seinen Sturz sein würde. So brachte er Devaki und Vasudeva ins Gefängnis. Aber zur Mitternacht, als Krishna, der Hirtengott, geboren wurde, schliefen alle Wächter ein. Die Tore öffneten sich. Vasudeva bekam die Vision, dass er Krishna fortführen sollte. Er nahm das Baby Krishna, brachte es über die Yamuna auf die andere Seite des Flusses und brachte es zum Hirtenstamm. Er tauschte Krishna aus gegen das Baby von Nanda und Yashoda. Er nahm dieses Baby mit, welches als Kamsakam sich auflöste und Katyayani , als göttliche Mutter und dem Kamsa sagte: Tue Buße, bereue deine schlechten Taten. Ansonsten wird dein Leben nicht mehr lange dauern. Kamsa hatte nun Angst um sich selbst und machte den Befehl, dass alle jungen Kinder getötet werden müssten: alle Babies und alle Kinder unter zwei Jahren. Nanda, der Häuptling und Anführer des Hirtenstammes, der auf der anderen Seite der Yamuna war, hatte in der Nacht einen Traum, dass er zügig mit seinem Hirtenstamm fliehen sollte in den Bereich eines anderes Königs. So floh er mit seinem ganzem Hirtenstamm und mit dem Baby, von dem er dachte, dass es sein eigenes sei. So wuchs Krishna, der Hirtengott, in einem Hirtenstamm auf, der nomadisch lebte, von einem Ort zum anderen ging, Kühe hatte, die er pflegte und um die er sich kümmerte. Auf diese Weise hatte er ein schönes Leben. Krishna genoss die Zeit in der Natur. Krishna als Hirtengott liebte die Yamuna, liebte die Felder, liebte die Kühe. Er machte viele Streiche mit seinen Gefährten. Darüber gibt es viele Geschichten. Er nahm sich die Butter, nahm sich die Milch, nahm sich Süßigkeiten. Er erschien an mehreren Orten gleichzeitig. Er beschmierte sich selbst und andere mit Schlamm. So war er einerseits ein Lausbub.

Auf der anderen Seite war Krishna aber auch jemand, der übernatürliche Kräfte hatte – schon als Kind und als Jugendlicher. Kamsa wusste, dass in diesem Hirtenstamm einige Kinder waren, die ihm eventuell gefährlich werden konnten. Doch der Hirtenstamm war außerhalb seines Machtbereiches. So sandte er alle möglichen Boten, die Krishna und andere Kinder töten sollten. Es sandte zum Beispiel eine Amme, die vergiftete Milch in ihrer Brust trug. Krishna erkannte das und saugte dieses Gift aus der Brust heraus, ohne dass ihm etwas geschah. Kamsa schickte eine riesige Giftschlange zum Dorf hin, doch Krishna erkannte sie und trocknete ihr Gift aus. Kamsa schickte andere, die Krishna umbringen sollten, Krishna überwand sie. So gab es viele Wunder, wie Krishna immer wieder seines und das Leben anderer rettete.

Krishna und die Gopis

Als Krishna, der Hirtengott, jugendlich wurde, verliebten sich alle jungen Frauen im Dorf in ihn. Sie sangen seinen Lobpreis und machten ein bestimmtes tapas, eine bestimmte Askeseübung, um Krishna ihnen geneigt zu machen. Jeden Morgen gingen sie für zwei Stunden in die eiskalte Yamuna, wiederholten ein bestimmtes Mantra und baten darum, dass Krishna sie heiraten möge. Krishna ging eines Morgens zur Yamuna hin und sah die Kleider der Gopis, denn sie machten ihre morgendliche Askese nackt. Er nahm all die Kleider und legte sie oben auf dem Gipfel eines Baumes ab. Er fing an, mit Flöte zu spielen. Die Gopis hörten die Flöte und wussten voller Freude, dass es Krishna war. Sie wollten dann aus dem Fluss herausgehen, aber sie sahen, dass Krishna sie sehen würde, während sie nackt waren. Außerdem sahen sie, dass ihre Kleider nicht mehr am Ufer waren. Krishna spielte weiter die Flöte. Die Gopis baten Krishna: Bitte schaue in eine andere Richtung und bitte gib uns die Kleidung. Krishna lächelte und sagte: Ich werde euch die Kleidung nur dann geben, wenn ihr mit erhobenen Armen aus der Yamuna heraustretet. Zunächst wollten sie nicht, dann sagte Krishna schließlich: Wenn ihr mich heiraten wollt, dann müsst ihr über Körperbewusstsein hinauswachsen. Ich bin nicht einfach nur ein Stammesmitglied. Wenn ihr mich haben wollt, dann dürft ihr nicht meinen Körper wollen. So gingen die Gopis mit erhobenen Händen aus der Yamuna. Krishna spielte die Flöte, gab ihnen die Kleider zurück und verschwand. Kurz bevor er als Hirtengott gegangen ist, sagte er den Gopis: Am nächsten Vollmond werde ich die Flöte spielen. Um Mitternacht folgt dem Ruf der Flöte und ich werde euren Wunsch erfüllen. Die Gopis konnten es nicht erwarten, dass es Vollmond wurde. Voller Aufregung waren sie, als die Flöte erklang. Alle Gopis, alle jungen Frauen des Hirtenstammes, folgten dem Ruf der Flöte. Es war eine warme Vollmondnacht, sie hörten die Flöte, sahen die Blüten an, sahen die wunderschönen Vögel. Auf einer Lichtung im Wald sahen sie Krishna, wie er weiterhin Flöte spielte. Die Gopis rannten alle auf Krishna zu. Nun geschah ein großes Wunder. Krishna, der Hirtengott, vervielfältigte sich. Es gab plötzlich so viele Krishnas wie es Gopis gab. Und jede Gopi hatte das Gefühl, dass Krishna mit ihr war. Krishna tanzte mit den Gopis – das wird als Rasa Lila bezeichnet: Das Spiel der Freude. Stundenlang hatten die Gopis das Gefühl, dass Krishna nur mit ihnen war. Irgendwann, als die Morgendämmerung kam, sagte Krishna: Morgen früh werde ich euch verlassen. Ihr werdet mich im physischen Körper nicht mehr sehen. Aber jetzt erfahrt mich in eurem eigenen Selbst. In der künftigen Zeit, verschmelzt mit mir. Erkennt eure wahre Natur als euer Selbst. Am nächsten Morgen geschah es so. Krishna ging mit seinem Bruder Balarama auf eine Pferdekutsche und verließ den Hirtenstamm. Das war der Moment, von dem an Krishna kein Hirtengott mehr war. Die Gopis waren auf der einen Seite todtraurig, denn Krishna, den sie so geliebt hatten, verwand. Aber sie hatten die Liebe und die Freude von Krishna, dem Hirtengott erfahren. Sie meditierten viele Jahre voller Intensität. Sie wiederholten den Namen Gottes. Sie sangen Krishnas Lob. Irgendwann verschmolzen sie mit Krishna. Sie erkannten, dass Krishna in Wahrheit ihr wahres Selbst war. So war der Hirtengott Krishna derjenige, der so viele zur Verwirklichung führte.

Die Verkörperung der Freude

Krishna war nicht nur Hirtengott. Der nächste Schritt seines Lebens war, dass er an den Hof von Kamsa kam, Kamsa stürzte und den rechtmäßigen König wieder einsetze. Er wanderte mit einigen der Yadavas aus nach Dvaraka, einer großen Insel. Er wurde dann auch der Lehrer der Bhagavad Gita und der Lehrer der Uddhava Gita, um schließlich mit seinem Tod den Beginn des Kali Yugas einzuläuten. Krishna war also der Hirtengott, aber nicht nur der Hirtengott. Doch gerade aus seiner Zeit als Hirtengott im Stamm der Gopis und Gopas hatte er die Freude gelernt. Nanda ist nicht nur der Name des Häuptlings des Hirtenstammes, sondern Nanda heißt auch Freude. Krishna war die Verkörperung von Freude. Diese Freude kann er uns auch heute noch schenken, wenn wir an Krishna, den Hirtengott, denken.

Nach einem Artikel von Swami Sivananda im Buch Inspiration und Weisheit. Aus dem Kapitel „Krishna“.

Video zum Thema "Krishna, der indische Hirtengott"

Krishna ist der hinduistische Hirtengott. Hier ein Videovortrag dazu:

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