Brihat Tantrasara Übersetzung 2
Brihat Tantrasara Übersetzung 2 – Allgemeine Pūjā und Gottheitsrituale. Der zweite Pariccheda des Brihat Tantrasara verbindet eine allgemeine Ordnung der Verehrung mit zahlreichen Gottheitsritualen. Er führt von Morgenpflichten, Reinigung und Nyāsa zu den besonderen Mantra-, Meditations- und Pūjā-Systemen der einzelnen Gottheiten. Frühere Vorhandlungen werden oft vorausgesetzt; diese Bezüge gehören zum Aufbau des Ritualhandbuchs.
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Diese Seite enthält die vollständige deutsche Übersetzung von P2-0001 bis P2-1437, einschließlich der zugehörigen Prosa. Die Originalnummern können sich wiederholen; die P-Kennungen sind eindeutig. Unsichere Lesarten und Übersetzungen sind in eckigen Klammern gekennzeichnet. Sanskrit: Brihat Tantrasara Sanskrit 1; Devanagari: Brihat Tantrasara Devanagari 2.
Pariccheda 2: Allgemeine Pūjā und Gottheitsrituale
Allgemeine Verehrungsordnung
P2-0001 · 1
Zweiter Abschnitt. Nun die allgemeine Ordnung der Verehrung. Man stehe in der Brahma-Stunde auf, sei vom Schlaf frei und lege die Nachtkleidung ab. Auf dem Kopf, im Zentrum des tausendblättrigen Lotus, vergegenwärtige man den weißen Guru mit zwei Armen, mit Gesten der Wunschgewährung und Furchtlosigkeit, weißen Blumenkränzen und Salben, selbstleuchtend und begleitet von der links bei ihm weilenden tiefroten, ebenfalls selbstleuchtenden Śakti. Man verehre ihn mit geistigen Darbringungen und verneige sich: „Dem ehrwürdigen Guru sei Verehrung, der jenen Zustand gezeigt hat, von dem die bewegte und unbewegte Welt in Gestalt eines ungeteilten Kreises durchdrungen ist. Dem ehrwürdigen Guru sei Verehrung, der dem durch die Dunkelheit der Unwissenheit Erblindeten mit dem Stäbchen der Erkenntnissalbe das Auge geöffnet hat.“ Danach vergegenwärtige man die Grund-Vidyā vom Wurzelort bis zur Brahma-Öffnung, die Grund-Vidyā als Kuṇḍalinī. So im Yoginīhṛdaya: Die Vidyā hat Kuṇḍalinīs Gestalt und durchbricht die drei Kreise.
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P2-0002 · 2
Auch anderswo: Man meditiere über die feine Kuṇḍalinī, die im Mūlādhāra wohnt, die Gestalt der erwählten Gottheit besitzt, dreieinhalb Windungen bildet, wie zehn Millionen Blitze leuchtet und den Svayambhū-Liṅga umschlingt. Der Übende erwecke diese große Göttin mit dem Lebensmantra; fest sitzend vergegenwärtige er sie während des Atems als Glanz der aufgehenden Sonne. Mit gesammeltem Geist denke er zur Befriedung alles Unheilvollen an Śiva und den von ihrer Lichtfülle durchdrungenen eigenen Körper. [Der Satzanschluss yāvacchvāsam und die Form śarīramai sind beschädigt beziehungsweise verkürzt.]
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P2-0003 · 3
Die tägliche Verbindlichkeit erklärt das Gautamīya: Nun werde ich dir bei dieser Gelegenheit die Vorhandlungen nennen. Wer sie vollzieht, erlangt die Befugnis zu Mantra-, Yantra-Verehrung und ähnlichen Handlungen; ohne sie entsteht keine Vollendung, vielmehr geht man in die Hölle ein.
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P2-0004 · 4
Auch im Yāmala: Wer die Göttin hingebungsvoll verehrt, ohne die Morgenpflichten erfüllt zu haben, dessen Verehrung bleibt fruchtlos wie eine ohne Reinheit vollzogene Handlung.
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P2-0005 · 5
Auch im Lakṣmīkulārṇava: Wer die Sandhyā unterlässt, erlangt nicht die Frucht der Einweihung. Aus dieser Aussage folgt ihre Notwendigkeit.
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P2-0006 · 6
Nach der vedischen ist die tantrische Sandhyā zu vollziehen. So heißt es: „Vedische und tantrische Sandhyā, in der entsprechenden Reihenfolge.“
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Sandhyā und Baden
P2-0007 · 7
Nun die Durchführung der Sandhyā. Bei Śakti vollziehe man Ācamana mit „Oṃ. Dem Ātman-Prinzip, svāhā; oṃ, dem Wissensprinzip, svāhā; oṃ, dem Śiva-Prinzip, svāhā“. In anderen Fällen nur gewöhnliches Ācamana. So im Svatantratantra: Der beste Übende vollziehe Ācamana mit den Prinzipien Ātman, Vidyā und Śiva, jeweils mit der „Gemahlin des Feuers“, svāhā, und reinem Wasser, o Geliebte. Im Mālinītantra: Mit den Ātman-Prinzip-Formeln, beginnend mit Praṇava und endend mit dviṭha. Danach rufe man mit „O Gaṅgā …“ die heiligen Wasser ins Wasser, werfe unter dem Grundmantra mit Kuśa dreimal Wasser auf den Boden und besprenge mit diesem Wasser den Kopf siebenmal. Nach Prāṇāyāma und sechsgliedrigem Nyāsa nehme man Wasser in die linke Handfläche, bedecke es mit der rechten und bespreche dreimal mit haṃ yaṃ vaṃ laṃ raṃ. Unter dem Grundmantra besprenge man mit heruntertropfendem Wasser und der Tattva-Mudrā den Kopf siebenmal. Das übrige Wasser nehme man rechts, vergegenwärtige es als Lichtkraft, ziehe durch Iḍā ein und wasche die Sünde im Körperinneren aus. Man vergegenwärtige das Wasser als schwarz und als Gestalt der Sünde, atme durch Piṅgalā aus und werfe es als Gestalt des Sündenmenschen mit phaṭ auf einen davor vorgestellten Diamantstein. Dies ist Aghamarṣaṇa, Abstreifen der Sünde. Den mit „O Gaṅgā …“ beginnenden Mantra spreche man auch an einer Pilgerstätte, denn nach der Smṛti ist dort seine Frucht doppelt. Im Gautamīya: Der Mantrakundige vollziehe vorschriftsgemäß Ācamana, setze sich an einen reinen Ort, verbinde das Wasser mit den Pilgerstätten, werfe unter dem Grundmantra mit einer Kuśa-Spitze dreimal Wasser auf die Erde und besprenge den Kopf siebenmal. In einem anderen Tantra: Der Dharma-Kundige vollziehe erneut Ācamana und den sechsgliedrigen Nyāsa, nehme Wasser links und besprenge mit den fallenden Tropfen unter Mantrarezitation den Kopf siebenmal. Er nehme das übrige Wasser rechts, ziehe durch Iḍā ein und wasche die angesammelte Sünde im Körper aus. Das schwarze Wasser atme er durch die rechte Nāḍī aus, vergegenwärtige es in der rechten Hand als Sündengestalt und werfe es unter dem Waffenmantra auf den vorgestellten Diamantstein.
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P2-0008 · 8
Auch anderswo: Nach dem sechsgliedrigen Nyāsa nehme der Verständige Wasser links und bedecke es mit der rechten Hand. Er bespreche dreimal mit den Bījas Śivas, der Luft, des Wassers, der Erde und des Feuers, besprenge dann mit Grundmantra und Tattva-Mudrā den Kopf siebenmal und nehme den Rest rechts. So wasche der beste Übende die im Körper befindliche Sünde aus.
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P2-0009 · 9
Dann wasche man die Hände, vollziehe Ācamana und gebe der Sonne Arghya mit „Hrīṃ haṃ saḥ“ oder „Oṃ ghṛṇi sūrya āditya“. [Ghṛṇi, Sūrya und Āditya sind Sonnenbezeichnungen: der Glühende, die Sonne, der Āditya.] Im Sammohanatantra: Man setze das Śiva-Bīja auf Feuer, schmücke es mit dem linken Auge und Bindu und Nāda, o Göttin, und schreibe danach haṃsaḥ. Mit diesem der Sonne lieben Mantra gebe der Mantrakundige Arghya. Die Besonderheit wird im Abschnitt über das Baden erklärt. [Die Bīja-Konstruktion ist verschlüsselt und nicht als korrigierte Gesamtform ergänzt.]
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P2-0010 · 10
Danach werfe man dreimal Wasser mit „Oṃ. Der im Sonnenkreis weilenden [genannten] Gottheit sei Verehrung“ oder mit ihrer Gāyatrī und rezitiere die Gāyatrī der jeweiligen Gottheit.
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P2-0011 · 11
So nach dem Arghya im Jñānārṇava: Danach rezitiere der Verständige die aus höchsten Silben bestehende Gāyatrī. Die Gāyatrī wird im Abschnitt über das Baden genannt.
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P2-0012 · 12
In der Nandikeśvarasaṃhitā: Solange dem hochherzigen Bhāskara kein Arghya gegeben wurde, soll man weder Viṣṇu noch Śaṅkara oder Maheśvarī verehren.
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P2-0013 · 13
Im Gautamīya: So wurde dir die Mantra-Sandhyā zur Erlangung der Mantrafrucht gelehrt. Wer sie aus Verwirrung nicht vollzieht, erlangt nicht die Einweihungsfrucht.
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P2-0014 · 14
Ein Brahmane vollziehe die drei Sandhyās entsprechend der Vorschrift; ein Śūdra nach dem im Tantra gelehrten Verfahren. Bei Unvermögen kann der Mantrapraktizierende eine verkürzte Sandhyā vollziehen: abends, morgens und mittags über die Gottheit meditieren und den Mantra rezitieren. Wurde eine Sandhyā versäumt, rezitiere man die Gāyatrī zehnmal.
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P2-0015 · 15
Nun die Badevorschrift: Am Fluss oder einem anderen Ort vollziehe man nach dem vedischen das tantrische Bad. [Datvā ist im Satz ohne eindeutigen Gegenstand überliefert.]
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P2-0016 · 16
So im Gautamīyatantra: Danach bade man gemäß der Lehrvorschrift. Man vollziehe das den Schmutz abwaschende Bad nach der eigenen vedischen Schule; danach das Mantrabad, um das Gelingen der Handlung herbeizuführen.
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P2-0017 · 17
Man fasse den Vorsatz: „Oṃ. Heute [Kalenderangaben] werde ich zur Freude der [genannten] Gottheit das Bad vollziehen.“
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P2-0018 · 18
So im Kulacūḍāmaṇi: Man nehme ein Kupfergefäß mit Dūrvā, Sesam und Wasser und bade zur Freude der [genannten] Gottheit.
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P2-0019 · 19
Dann vollziehe man den sechsgliedrigen Nyāsa und Prāṇāyāma und rufe mit Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei: „Oṃ. O Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī, macht euch in diesem Wasser gegenwärtig.“ Mit vaṃ und Dhenu-Mudrā mache man es nektarhaft, verhülle mit der Kavaca-Formel, schütze mit dem Waffenmantra, bespreche elfmal mit dem Grundmantra und werfe zur Sonne gewandt zwölf Wasserströme aus. In dieses als von den Lotusfüßen der erwählten Gottheit ausgehend gedachte Wasser tauche man dreimal ein, meditiere über die Gottheit und rezitiere den Grundmantra nach Vermögen. Nach dreimaliger Rezitation über dem Wasser besprenge man sich mit der Kalaśa-Mudrā dreimal, vollziehe vedische Sandhyā und Wassersättigung, gebe der Sonne Arghya und vollziehe die tantrischen Handlungen von Aghamarṣaṇa bis zu den Wasserströmen.
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P2-0020 · 20
So im Yāmala: Nach Meditation werfe man Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit.
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P2-0021 · 21
Die Reihenfolge lautet: „Oṃ. Ich sättige die Götter; oṃ, ich sättige die Seher; oṃ, ich sättige die Ahnen.“ Danach sättige man Guru, Parama-Guru, Parāpara-Guru und Parameṣṭhi-Guru. So heißt es: Nach der im Ritualhandbuch beschriebenen Vorschrift sättige man Götter, Seher und Ahnen sowie zuerst die Guru-Reihe, danach die erwählte Gottheit.
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P2-0022 · 22
Im vaiṣṇavischen Bereich besteht eine Besonderheit: Nārada, Parvata, Jiṣṇu, Niśaṭha, Uddhava, Dāruka, Viśvaksena, Śaineya und den Guru sättige man je dreimal. Die Formel lautet der Reihe nach „Oṃ. Ich sättige Nārada“ und entsprechend die übrigen. [Niśaṭhodghavadārukam ist beschädigt und nach den erkennbaren Eigennamen getrennt.]
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P2-0023 · 23
Danach spreche man im Viṣṇu-Bereich den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit, namaḥ“. So im Gautamīya: Zuerst den Mantra, danach „Śrī Kṛṣṇa“, dann „ich sättige“, endend auf namaḥ; so vollziehe man die Sättigung.
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P2-0024 · 24
Anderswo spreche man den Grundmantra und „Ich sättige die [genannte] Gottheit“. So in einem anderen Tantra: Am Ende des Mantras füge man „ich sättige“ zu diesen Namen im Akkusativ hinzu. So gilt die Sättigungsformel.
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P2-0025 · 25
Bei Śakti dagegen spreche man nach dem Grundmantra „Ich sättige die [genannte] Göttin, svāhā“, nach der jeweiligen Mantraaussage „Bei Feueropfer und Wassersättigung svāhā“.
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P2-0026 · 26
So im Nīlatantra: Am Ende des Mantras spreche man den Namen, danach „ich sättige“, endend auf svāhā; so sättige man.
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P2-0027 · 27
Im Viśuddheśvara: Man spreche zuerst die Vidyā, danach den Namen der Gottheit und „ich sättige“, endend auf svāhā. Nach dem Wort des Gautamīya „Der Verständige spreche den Grundmantra und sättige Śrī Kṛṣṇa fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal“ vollziehe man die Sättigung entsprechend fünfundzwanzig-, zehn- oder dreimal.
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P2-0028 · 28
„Śrī Kṛṣṇa“ steht hier stellvertretend. Bei Śakti ist die Sättigung dreimal auszuführen. Nach dem Kulāmṛta: Wenn das Baderitual beginnt, gebe der Mantrapraktizierende mit der Vidyā dreimal eine Handvoll Wasser über den Kopf; gereinigt trinke er dreimal Wasser. Danach dreimal Sättigung und dreimal Besprengung. [Tenor ist im letzten Sanskritwort beschädigt.]
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P2-0029 · 29
Danach sättige man jede umgebende Gottheit einmal. So im Kulārṇava: Das Gefolge sättige man jeweils mit einer Handvoll Wasser. Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige nur die erwählte Gottheit.
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P2-0030 · 30
So heißt es: Bei Unvermögen spreche man den Grundmantra und sättige allein die Göttin.
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P2-0031 · 31
Danach steige man aus dem Wasser, lege zwei gewaschene Kleidungsstücke an und vollziehe Ācamana: „Hrīṃ haṃsaḥ. Dies ist Arghya, svāhā.“ Bei Tārā und ähnlichen Vidyās: „Hrīṃ haṃsaḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya, svāhā.“ In einem anderen Tantra: Man spreche den Sonnenmantra, danach „für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft ist dies Arghya“, endend auf svāhā. Nach der Arghya-Gabe rezitiere man den Mantra.
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P2-0032 · 32
Bei Śrīvidyā: „Aiṃ hrīṃ śrīṃ hrāṃ hrīṃ saḥ. Für Mārttaṇḍabhairava zusammen mit der Lichtkraft und dem Gefolge von Planeten, Tierkreiszeichen, Mondhäusern, Mondtagen, Yogas und Karaṇas ist dies Arghya, svāhā.“ Nach dieser Gabe rezitiere man die Gāyatrī der betreffenden Gottheit oder hundertmal. [Der letzte Satz ist verkürzt; eine andere Wiederholungszahl wird hier nicht genannt.]
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P2-0033 · 33
So in einem anderen Tantra: Der Verständige rezitiere die Gāyatrī 108-mal. Selbst wer mit schwerer Verfehlung behaftet ist, wird, wenn er zehnmal rezitiert, wahrhaftig noch in diesem Augenblick befreit, o große Göttin. Die Zehnzahl unterscheidet also Vermögende und Unvermögende.
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P2-0034 · 34
Oder die Sättigung nach dem Gāyatrī-Japa. So im Yāmala: Danach nehme man eine Handvoll Arghya und werfe sie für die im Sonnenkreis wohnende Gottheit dreimal mit der Gāyatrī aus. Anschließend rezitiere man die Gāyatrī der Göttin nach Vermögen. Zur Sättigung vollziehe der Übende Ācamana und Prāṇāyāma, meditiere, werfe eine Handvoll Wasser aus und sättige die erwählte Gottheit. [Sarpaṇaṃ am Satzanfang ist als beschädigtes tarpaṇaṃ verstanden.]
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P2-0035 · 35
Die Gāyatrī-Formeln lauten: Viṣṇu: „Den Bezauberer der drei Welten möchten wir erkennen; über Kāmadeva meditieren wir. Möge Viṣṇu uns dazu anregen.“ Nārāyaṇa: „Nārāyaṇa möchten wir erkennen; über Vāsudeva meditieren wir. Möge Viṣṇu uns dazu anregen.“ Nṛsiṃha: „Den mit Diamantkrallen möchten wir erkennen; über den mit scharfen Hauern meditieren wir. Möge Narasiṃha uns dazu anregen.“ Hayagrīva: „Den Herrn der Rede möchten wir erkennen; über Hayagrīva meditieren wir. Möge Haṃsa uns dazu anregen.“ Gopāla: „Kṛṣṇa möchten wir erkennen; über Dāmodara meditieren wir. Möge Viṣṇu uns dazu anregen.“ Rāma: „Daśaratha möchten wir erkennen; über den Geliebten Sītās meditieren wir. Möge Rāma uns dazu anregen.“ [Die Vorlage sagt daśarathāya, nicht einen eindeutig gebildeten Namen für Daśarathas Sohn.] Śiva: „Jenen Puruṣa möchten wir erkennen; über Mahādeva meditieren wir. Möge Rudra uns dazu anregen.“ Gaṇeśa: „Jenen Puruṣa möchten wir erkennen; über den mit gekrümmtem Rüssel meditieren wir. Möge der Stoßzahntragende uns dazu anregen.“ Dakṣiṇāmūrti: „Dakṣiṇāmūrti möchten wir erkennen; über den in Meditation Weilenden meditieren wir. Möge der Herr des Verstandes uns dazu anregen.“ Sūrya: „Āditya möchten wir erkennen; über Mārttaṇḍa meditieren wir. Möge Sūrya uns dazu anregen.“ Kāmadeva: „Kāmadeva möchten wir erkennen; über den mit Blütenpfeilen meditieren wir. Möge der Körperlose uns dazu anregen.“ Śakti: „Die Allbezaubernde möchten wir erkennen; über die Mutter des Alls meditieren wir. Möge Śakti uns dazu anregen.“ Tvaritā: „Tvaritā möchten wir erkennen; über Mahānityā meditieren wir. Möge die Göttin uns dazu anregen.“ Kālabhairavī: „Aiṃ. Die Herrin der Rede möchten wir erkennen; klīṃ, über Kāmeśvarī meditieren wir; sauḥ, möge Śakti uns dazu anregen.“ Tripurasundarī: „Aiṃ. Die Göttin Tripurā möchten wir erkennen; klīṃ, über Kāmeśvarī meditieren wir; sauḥ, möge die Befeuchtete uns dazu anregen.“ [Klinne und die Silbenverbindung saustanaḥ sind beschädigt.] Bhairavī: „Tripurā möchten wir erkennen; über Bhairavī meditieren wir. Möge die Göttin uns dazu anregen.“ Durgā: „Die große Göttin möchten wir erkennen; über Durgā meditieren wir. Möge die Göttin uns dazu anregen.“ Jayadurgā: „Nārāyaṇī möchten wir erkennen; über Durgā meditieren wir. Möge Gaurī uns dazu anregen.“ Lakṣmī: „Mahālakṣmī möchten wir erkennen; über Mahāśrī meditieren wir. Möge Śrī uns dazu anregen.“ Sarasvatī: „Die Göttin der Rede möchten wir erkennen; über Kāmarāja meditieren wir. Möge die Göttin uns dazu anregen.“ Bhuvaneśvarī: „Nārāyaṇī möchten wir erkennen; über Bhuvaneśvarī meditieren wir. Möge die Göttin uns dazu anregen.“ Annapūrṇā: „Bhagavatī möchten wir erkennen; über Māheśvarī meditieren wir. Möge Annapūrṇā uns dazu anregen.“ Mahiṣamardinī: „Die Büffelbezwingerin möchten wir erkennen; über Durgā meditieren wir. Möge die Furchtbare uns dazu anregen.“ Chinnamastā: „Vairocinī möchten wir erkennen; über Chinnamastā meditieren wir. Möge die Göttin uns dazu anregen.“ Kālikā: „Kālikā möchten wir erkennen; über die auf dem Verbrennungsplatz Wohnende meditieren wir. Möge die Gottheit uns dazu anregen.“ Tārā: „Tārā möchten wir erkennen; über die sehr Furchtbare meditieren wir. Möge die Göttin uns dazu anregen.“ Garuḍa: „Garuḍa möchten wir erkennen; über den Schönbeflügelten meditieren wir. Möge Garuḍa uns dazu anregen.“ [Die Bījas sind Rezitationslaute ohne eigene wörtliche Übersetzung; auffällige Gottheitsnamen der Vorlage wurden nicht gegen bekanntere Varianten ausgetauscht.]
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P2-0036 · 36
Die Meditation lautet: Am Morgen vergegenwärtige man Brāhmī, leuchtend wie die aufgehende Sonne, mit Buch und Gebetskette in den Händen, in ein schwarzes Antilopenfell gekleidet; man meditiere über sie im sternenbesetzten Himmel. Am Mittag die dunkelgefärbte, vierarmige Göttin mit Muschel und Diskus in den strahlenden Händen, mit Keule und Lotus, auf einem Sonnensitz ruhend.
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P2-0037 · 37
Am Abend erinnere sich der Entsagende an die wunschgewährende Göttin Gāyatrī: weiß, in weiße Gewänder gekleidet, auf einem Stier als Sitz, dreiäugig, mit Wunschgewährung, Schlinge, Dreizack und menschlicher Schädelkalotte. Man meditiere über die im Sonnenkreis weilende Göttin und übe so ihre Vergegenwärtigung.
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P2-0038 · 38
Bei Tripurā und den zugehörigen Vidyās lautet die besondere Meditation: Am Morgen, im Lotus der Grundlage über dem Feuerkreis, die Vidyā als Gestalt des Sprach-Bījas, strahlend wie eine Fülle von Blitzen, in deren Händen Blütenpfeile, Zuckerrohrbogen, Schlinge und Haken leuchten. Sie nimmt ihre Gestalt nach eigenem Willen an und besteht aus den Silben des Gurus und der Vidyā.
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P2-0039 · 39
Am Mittag, im Zentrum des Herzlotus im Sonnenkreis, die Göttin als Wesen des Wunsch-Bījas, rot wie Alakta-Färbesaft, mit Blütenpfeilen, Zuckerrohrbogen, Schlinge und Haken, rings umgeben von den sechsunddreißig Tattva-Kräften, deren erste das eigene Selbst ist. [Die Beziehung svātmamukhyābhiḥ ist im verkürzten Satz nicht sicher.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0040 · 40
Am Abend vergegenwärtige man Bhagavatī im Mond des Ājñā-Lotus, leuchtend wie der Mond, als Wesen des Śakti-Bījas, mit Bogen, Pfeilen, Schlinge und Haken, in Gestalt der als yugantiya bezeichneten Silbenfolge, mit Kristallschmuck und von den Nityās umgeben. [Yugantiyākṣarākārām ist beschädigt und nicht zuverlässig aufzulösen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0041 · 41
Bei Tārā und anderen Vidyās besteht diese Besonderheit: Nach dem Sonnen-Arghya mit hrīṃ haṃsaḥ gebe man Sandelholz, Arka- und Aparājitā-Blüten in ein Kupfergefäß oder anderes Gefäß und bringe Arghya dar: „Der im Kreis der aufgehenden Sonne weilenden, als ewiges Bewusstsein aufgegangenen ehrwürdigen Ekajaṭā, svāhā.“ Danach rezitiere man die Gāyatrī. So im Nīlatantra: Die Formel enthält „der im Kreis der aufgehenden Sonne Weilenden“ und „der als ewiges Bewusstsein Aufgegangenen, svāhā“. Beim Kālikā-Mantra dagegen setzt man Kālikā an die Stelle des Wortes Ekajaṭā.
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P2-0042 · 42
Danach vergegenwärtige man die Gottheit im Sonnenkreis, rezitiere den Grundmantra nach Vermögen, führe die Gottheit mit der Saṃhāra-Mudrā ins eigene Herz, verneige sich vor der heiligen Wasserstätte und betrete den Verehrungsort. Damit endet die Badevorschrift.
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Bhūtaśuddhi, Nyāsa und Vorhandlungen
P2-0043 · 43
Dann vollziehe man die in der Einweihungsordnung beschriebenen Handlungen von der Einsetzung des allgemeinen Arghya bis zum Niedersetzen auf dem Sitz. Links: „Oṃ. Den Gurus sei Verehrung; oṃ, den höchsten Gurus; oṃ, den überhöchsten Gurus.“ Rechts: „Oṃ. Gaṇeśa sei Verehrung.“ Am Scheitel nach dem Grundmantra: „Der [genannten] Gottheit sei Verehrung.“ So im Gautamīya: Mit gefalteten Händen verehre man links die drei Guru-Stufen, Guru, Parama-Guru und Parāpara-Guru, rechts Gaṇeśa, am Scheitel vergegenwärtige man die Gottheit. Danach reinige man mit phaṭ, Duftstoff und Blüten die Hände, klatsche dreimal aufsteigend, verschließe durch Fingerschnippen die zehn Richtungen, vergegenwärtige mit raṃ und einem Wasserstrom einen Feuerwall und vollziehe Elementreinigung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0044 · 44
Dazu: Man halte die beiden Hände mit den Handflächen nach oben im Schoß. Mit so'ham verbinde man das im Herzen weilende, wie eine Lampenflamme gestaltete individuelle Selbst zusammen mit der im Mūlādhāra befindlichen Kula-Kuṇḍalinī durch die Suṣumṇā hindurch mit dem höchsten Selbst im Zentrum des nach unten geöffneten tausendblättrigen Lotus am Kopf, nachdem die sechs Cakras Mūlādhāra, Svādhiṣṭhāna, Maṇipūra, Anāhata, Viśuddha und Ājñā durchbrochen wurden. Dort vergegenwärtige man als aufgelöst die vierundzwanzig Tattvas: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum; Geruch, Geschmack, [Form ist in der Liste ausgefallen], Berührung, Klang; Nase, Zunge, Auge, Haut, Ohr; Rede, Hände, Füße, Ausscheidungsorgan, Geschlechtsorgan; Prakṛti, Denken, Einsicht und Ichbewusstsein. Man vergegenwärtige im linken Nasenloch das rauchfarbene Luft-Bīja yaṃ und fülle den Körper durch sechzehn Wiederholungen mit Atem. Beide Nasenlöcher verschlossen, halte man den Atem unter vierundsechzig Wiederholungen an, trockne den Körper samt dem schwarzen Sündenmenschen in der linken Bauchseite aus und atme unter zweiunddreißig Wiederholungen rechts aus. Danach meditiere man im rechten Nasenloch über das rote Feuer-Bīja raṃ, fülle den Körper unter sechzehn Wiederholungen mit Atem, verschließe beide Nasenlöcher und halte unter vierundsechzig Wiederholungen an. Mit dem Feuer im Mūlādhāra verbrenne man Körper und schwarzen Sündenmenschen in der linken Bauchseite und atme unter zweiunddreißig Wiederholungen links den Atem mit der Asche aus. [Die Elementliste und einzelne Worttrennungen sind in der Vorlage beschädigt; sie werden nicht als fehlerfrei ausgegeben.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0045 · 44 ka
Man meditiere links über das weiße Mond-Bīja ṭhaṃ, führe durch sechzehn Wiederholungen den Mond zur Stirn und verschließe beide Nasenlöcher. Unter vierundsechzig Wiederholungen des Wasser-Bījas vaṃ bilde man den gesamten Körper aus dem vom Stirnmond herabfließenden Nektar, dessen Wesen die Mātṛkā-Buchstaben sind, neu. Unter zweiunddreißig Wiederholungen des Erd-Bījas laṃ vergegenwärtige man den Körper als fest und atme rechts aus. Oder man verwende entsprechende Mātrā-Zeiteinheiten. So im Gautamīya: Der Lehrer verbinde durch die Suṣumṇā mit so'ham [das Selbst] im Sahasrāra, dem Ort Śivas, mit dem höchsten Selbst. Dann [verwende er] das rauchfarbene Luft-Bīja, mit ṣaḍvindu gezeichnet [beschädigte Zeichenangabe]; durch Iḍā atme er sechzehn Mātrās ein, halte durch Suṣumṇā vierundsechzig Mātrās an und atme durch Piṅgalā zweiunddreißig Mātrās aus. Dann atme er durch diese ein und denke an die dunkle Luftkraft. Das rote Feuer-Bīja, dreieckig und mit Svastika versehen, nehme er beim sechzehn-Mātrā-Einatmen; unter vierundsechzig Mātrās Atemanhalten verbrenne er den Sündenmenschen in der linken Seite, schwarz wie Augenschminke. Dessen Kopf ist Brahmanentötung, beide Arme Golddiebstahl, Herz Alkoholtrinken, beide Hüftseiten Verkehr mit der Frau des Gurus, beide Füße Gemeinschaft mit solchen Tätern, Glieder und Nebenglieder schwere Verfehlungen, Haare kleinere Verfehlungen; Bart und Augen sind rot. Er trägt Schwert und Schild und ist zornig: So denke man ihn im Bauch. Mit dem aus dem Mūlādhāra aufsteigenden Feuer verbrenne man ihn. Nach vollständiger Verbrennung atme man unter zweiunddreißig Mātrās die Asche durch Iḍā aus. In der linken Nāḍī das Mond-Bīja, leuchtend wie Jasmin und Myriaden Monde; unter sechzehn Mātrās verbinde man es mit dem Stirnmond. Unter vierundsechzig Mātrās durch Suṣumṇā meditiere man über das Wasser-Bīja und eine nektarhafte Schöpfung in Gestalt der fünfzig Buchstaben. Daraus vergegenwärtige man den Körper und festige ihn im Geist mit laṃ bei zweiunddreißig Mātrās durch Piṅgalā. Durch denselben Weg bringe man das individuelle Selbst und die Tattvas mit dem Haṃsa-Mantra zurück und setze sie an ihren eigenen Ort. Nach dieser Elementreinigung vollziehe man Mātṛkā-Nyāsa. Dann führe man mit dem Bīja haṃsa das Selbst ins Herz und setze Kula-Kuṇḍalinī sowie Erde und die übrigen Elemente an ihren jeweiligen Ort.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0046 · 45
Eine Besonderheit für Śakti: Mit haṃsa verbindet man das individuelle Selbst und die übrigen Kräfte mit Paramaśiva, mit so'ham führt man sie zurück. So in einem anderen Tantra: Nach Aussprache von so'ham führe man das individuelle Selbst ins Herz.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0047 · 46
Eine Besonderheit für Śūdras im Vārāhītantra: Ein Śūdra soll bei der Elementreinigung niemals haṃsa vergegenwärtigen; durch solches Vergegenwärtigen geht er in die Hölle und die Einweihung wird fruchtlos.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0048 · 47
Im Śāradā: Man meditiere über das individuelle Selbst als Lichtkraft und verbinde es mit dem Namo-Mantra.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0049 · 48
Die Ableitung des Wortes Bhūtaśuddhi im Viśuddheśvara: Die Reinigung der Elemente, die die Gestalt des Körpers bilden, durch ihre Verbindung mit dem unvergänglichen Brahman gilt als Elementreinigung.
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P2-0050 · 49
Im Vārāhīya: Der Lehrer führe das individuelle Selbst vom Mūlādhāra durch den Brahman-Weg und verbinde es mit haṃsa am Lotusort mit dem höchsten Selbst. [Die Vorlage wiederholt „durch den Brahman-Weg … mit haṃsa … mit dem höchsten Selbst“.] Brahman-Weg bedeutet Suṣumṇā.
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P2-0051 · 50
Im Tripurāsārasamuccaya: Man verbinde dann das individuelle Selbst durch den schwer zugänglichen Weg der mittleren Nāḍī mit dem überaus feinen Śiva, der im Lotus wohnt. [Der angeführte Sanskritsatz ist ein Fragment.]
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P2-0052 · 51
Danach spreche man āṃ so'ham, lege die Hand auf das Herz und vollziehe die Einsetzung der Lebenskräfte. Im Jñānārṇava: Durch diese Einsetzung setze man danach das individuelle Selbst in den Körper. Man spreche den „Mundkreis“-Laut und nehme dann haṃsa in umgekehrter Form, o höchste Herrin. Diese gilt als dreisilbige Vidyā. Dieser Lebens-Einsetzungsmantra lässt alle Handlungen gelingen. Nach diesem Verfahren, o Göttin, festige man den eigenen Körper. [Mukhavṛtta bezeichnet hier verschlüsselt einen Laut; die vorangehende ausgeschriebene Formel ist āṃ so'ham.]
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P2-0053 · 52
In der Puraścaraṇacandrikā: Oder Elementreinigung auf andere Weise: Man meditiere über den eigenen Herzlotus, aus der Knolle Dharma hervorgegangen, mit dem schönen Stängel Erkenntnis, acht Blättern Herrschaftskraft und höchster Leidenschaftslosigkeit als Zentrum, vom Praṇava erleuchtet. Im Zentrum vergegenwärtige man das individuelle Selbst als kleine Lampenflamme; am Wurzelort denke man Kuṇḍalinī und verbinde durch die Suṣumṇā das eigene Selbst mit dem höchsten Selbst.
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P2-0054 · 53
Nun Mātṛkā-Nyāsa. Zuerst die Einsetzung des Sehers und der weiteren Zuordnungen: „Für diesen Mātṛkā-Mantra ist Brahmā der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Mātṛkā-Sarasvatī die Gottheit. Die Konsonanten sind die Bījas, die Vokale die Kräfte; die Anwendung ist Mātṛkā-Nyāsa.“ Am Kopf: „Oṃ. Brahmā, dem Seher, sei Verehrung“; am Mund „Oṃ. Dem Gāyatrī-Versmaß“; am Herzen „Oṃ. Mātṛkā-Sarasvatī, der Gottheit“; an der geheimen Stelle „Oṃ. Den Konsonanten als Bījas“; an den Füßen „Oṃ. Den Vokalen als Kräften“, jeweils namaḥ. So im Jñānārṇava: Höre die Mātṛkā, o Herrin der Götter; man setze die Sündenvernichtende ein. Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, die Göttin Mātṛkā die Gottheit, die Konsonanten die Bījas und die Vokale die Kräfte; man vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa. Dann Hand- und Glied-Nyāsa: aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ – den beiden Daumen, namaḥ; iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ – den Zeigefingern, svāhā; uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ – den Mittelfingern, vaṣaṭ; eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ – den Ringfingern, huṃ; oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ – den kleinen Fingern, vauṣaṭ; aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ – Handflächen und Handrücken, phaṭ. Ebenso an Herz und den übrigen Gliedern: „aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ, dem Herzen, namaḥ“ und der Reihe nach die übrigen. Im Jñānārṇava: Die ka-Gruppe zwischen aṃ und āṃ, ca zwischen iṃ und īṃ, ṭa zwischen uṃ und ūṃ, ta zwischen eṃ und aiṃ, pa zwischen oṃ und auṃ, jeweils mit Bindu. Die ya- und śa-Gruppen zusammen mit la-kṣa stehen zwischen Anusvāra und Visarga. Man setze die Dativ-Formeln an Herz, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer und Augen, mit namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ der Reihe nach. Dieser sechsgliedrige Nyāsa der Mātṛkā nimmt alle Sünden. Nun die innere Mātṛkā nach der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt. Die sechzehn Vokale von a an mit Bindu auf den sechzehnblättrigen Lotus an der Halswurzel; die zwölf Buchstaben von ka an „auf den zehnblättrigen Lotus am Nabel“ [offensichtlich gestörte Angabe der Vorlage]; die sechs Buchstaben von va an mit Bindu auf den sechsblättrigen Lotus an der Wurzel des Geschlechtsorgans; die vier von va bis sa auf den vierblättrigen Mūlādhāra; ha und kṣa auf den zweiblättrigen Lotus zwischen den Brauen. Der folgende Vers im Jñānārṇava gibt die vollständige Zuordnung: Am Hals sechzehn Vokale auf sechzehn Blätter; im Herzen die zwölf von ka an; am Nabel die zehn von ḍa an; am Geschlechtsorgan die sechs von ba an [die Vorlage schreibt va]; an der Grundlage die vier von va an; zwischen den Brauen ha und kṣa. Danach vollziehe man Ganzkörper-Nyāsa.
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P2-0055 · 53 ka
In der Agastyasaṃhitā: Je einen Buchstaben auf jedes Blatt, o Geliebte. Nachdem man innerlich so eingesetzt hat, setze man anschließend im Geist äußerlich ein. Vaiṣṇavische Besonderheit: Man spreche jeden Buchstaben vom Mūlādhāra bis zum Kopf, endend auf namaḥ; dies heißt innere Einsetzung. Ferner: Innerer Mātṛkā-Nyāsa im goldglänzenden vierblättrigen Mūlādhāra mit va śa ṣa sa; im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna, blitzähnlich und feuerleuchtend, ba bha ma ya ra la; im zehnblättrigen Maṇipūra wie eine dunkle Regenwolke die zehn Buchstaben von ḍa bis pha mit leuchtendem Bindu; im zwölfblättrigen Anāhata mit Korallenglanz die zwölf von ka bis ṭha, den Yogins im Herzen zugänglich; im sechzehnblättrigen rauchfarbenen Viśuddha die Vokale; im mondfarbenen zweiblättrigen Ājñā ha und kṣa; im schneehellen Sahasrāra alle Buchstaben, mit drei Linien von a, ka und tha an und den drei Lauten ha la kṣa. In dessen Mitte der höchste Bindu als Wesen von Schöpfung, Bestand und Auflösung. So meditiere man gesammelt: Dies ist der innere Nyāsa.
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P2-0056 · 54
Nun die Meditation für die äußere Mātṛkā: „Ich nehme Zuflucht zur Göttin der Rede, deren Gesicht, Arme, Füße, Leib und Brust durch die fünfzig Schriftzeichen gegliedert sind; mit der Mondsichel in der strahlenden Krone, vollen hohen Brüsten, in ihren Lotushänden Mudrā, Gebetskette, nektargefüllten Krug und Wissen tragend, von hellem Glanz und dreiäugig.“ Nach dieser Meditation setze man ein. Die Fingerregel im Tantra: An der Stirn Ring- und Mittelfinger, am Gesicht Zeige-, Mittel- und Ringfinger; an den Augen Daumen und Ringfinger, an den Ohren Daumen, an der Nase kleiner Finger und Daumen; an den Wangen die drei mittleren Finger, an den Lippen Mittelfinger, an den Zähnen Ringfinger, am Scheitel Mittelfinger; im Mund Ring- und Mittelfinger; an Händen, Füßen, Seiten und Rücken kleiner Finger, Ring- und Mittelfinger; am Nabel diese mit dem Daumen, am Bauch alle; am Herzen die ganze Handfläche, ebenso an Schultern und Nacken. Diese Mātṛkā-Mudrās sind der Reihe nach gelehrt. [Einzelne Fingerbezeichnungen der Vorlage sind beschädigt.]
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P2-0057 · 54 ka
Die Verbindlichkeit wird ebendort genannt: Wer einsetzt, ohne dies zu kennen, dessen Nyāsa bleibt fruchtlos. Die Stellen nennt das Gautamīya: Stirn, Gesichtskreis, Augen, Ohren, Nase, Wangen, Lippen, Zähne, Scheitel, Mund; Ansatz, Gelenke und Enden der Arme und Beine; Seiten, Rücken, Nabel, Bauch, Herz, Schulter, Nacken, andere Schulter; vom Herzen aus beide Hände und Füße, Bauch und Mund. Die Buchstaben werden der Reihe nach eingesetzt: aṃ an der Stirn, āṃ am Gesichtskreis, iṃ und īṃ an den Augen, uṃ und ūṃ an den Ohren, ṛṃ und ṝṃ an den Nasenlöchern, ḷṃ und ḹ an den Wangen, eṃ an der Oberlippe, aiṃ an der Unterlippe, oṃ an der oberen Zahnreihe, auṃ an der unteren, aṃ an der Brahma-Öffnung, aḥ im Mund. Kaṃ am rechten Armansatz, khaṃ am Ellbogen, gaṃ am Handgelenk, ghaṃ an den Fingeransätzen, ṅaṃ an den Fingerspitzen; caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ entsprechend links; ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ entsprechend am rechten Bein; taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ links. Paṃ an der rechten Seite, phaṃ links, vaṃ am Rücken [auffällig statt baṃ], bhaṃ am Nabel, maṃ am Bauch, yaṃ am Herzen, raṃ am rechten Armansatz, laṃ am Nacken, vaṃ am linken Armansatz; śaṃ vom Herzen zur rechten Hand, yaṃ zur linken [auffällig statt ṣaṃ], saṃ zum rechten Fuß, haṃ zum linken Fuß, laṃ zum Bauch und kṣaṃ zum Mund. Überall endet die Formel auf namaḥ. Rāghavabhaṭṭa: Die fünfzig Buchstaben werden mit oṃ am Anfang und Ende oder mit namaḥ am Ende, mit oder ohne Bindu der Reihe nach eingesetzt. [Auffällige Silben sind bewahrt.]
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P2-0058 · 55
Nun die rücknehmende Mātṛkā-Einsetzung. Ihre Meditation: „Verneigt euch vor der roten, dreiäugigen Herrin der Buchstaben mit Halbmondkrone, lotuslieblich und von der Last ihrer Brüste geneigt, die in ihren Händen beständig Gebetskette, junges Reh, erhobene Axt und Wissen trägt.“ Die Einsetzung läuft von kṣa bis a, etwa „Kṣaṃ. Verehrung vom Herzen zum Mund“ und entsprechend rückwärts. Ferner: Vierfach wird die Mātṛkā gelehrt, allein, mit Bindu, mit Visarga oder mit beiden. Höre das Geheimnis: allein gewährt sie Wissen, mit beiden Genuss, mit Visarga Nachkommen, mit Bindu Besitz. Im Viśuddheśvara: Mit Vāgbhava voran für Vollendung der Rede, mit Ramā für zunehmenden Wohlstand, mit Hṛllekhā für sämtliche Vollendungen, mit Kāma für Beherrschung der Welt. Setzt man die mit Śrīkaṇṭha beginnenden [Formen] ein, werden alle Mantras gnädig.
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P2-0059 · 56
Für Śrīvidyā im Navaratneśvara: Die Mātṛkā-Buchstaben sind mit Vāgbhava am Anfang und namaḥ am Ende einzusetzen. Im Śrīvidyā-Bereich [verwende] der Mantrapraktizierende Vāgbhava am Anfang, um die acht Vollendungen zu erlangen.
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P2-0060 · 57
Die Verbindlichkeit im Yāmala: Wer ohne Elementreinigung und Buchstaben-Nyāsa verehrt, erhält eine gegenteilige Frucht, wie bei Verehrung ohne Hingabe.
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P2-0061 · 58
Die Fingerregel für allgemeinen Nyāsa im Gautamīya: Man setze die Nyāsas im Geist oder mit einer Blüte ein, o Weiser, oder mit Daumen und Ringfinger; andernfalls bleibt es fruchtlos.
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P2-0062 · 59
Bei besonderen Nyāsas gilt diese Regel nicht. Der besondere Mātṛkā-Nyāsa für Śyāmā und die übrigen Vidyās wird später genannt.
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P2-0063 · 60
Die Fingerregel für Prāṇāyāma im Jñānārṇava: Danach vollziehe man Elementreinigung mittels Prāṇāyāma. Das Halten der Nasenlöcher mit kleinem Finger, Ringfinger und Daumen, ohne Zeige- und Mittelfinger, ist als Prāṇāyāma zu verstehen.
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P2-0064 · 61
Prāṇāyāma ist zweifach: mit innerem Inhalt und ohne inneren Inhalt. So heißt es: Mit Inhalt durch Mantra-Japa, ohne Inhalt durch Mātrā-Zählung.
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P2-0065 · 62
Eine Mātrā ist nach den vedaerfahrenen Weisen die Zeit, die nötig ist, mit der Hand das linke Knie zu umkreisen.
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P2-0066 · 63
Nun Prāṇāyāma: Man atme durch das linke Nasenloch unter sechzehn Wiederholungen des Grundmantras, eines Bījas oder des Praṇava ein. So im Kālīhṛdaya: Der Verständige vollziehe drei Prāṇāyāmas nach dem beschriebenen Verfahren mit dem Grundmantra, Praṇava oder Mantra-Bīja. Unter vierundsechzig Wiederholungen halte man den Atem an und unter zweiunddreißig atme man aus. Dann rechts einatmen, beidseits anhalten, links ausatmen; dann wieder links einatmen, beidseits anhalten und rechts ausatmen. So im Sārasamuccaya: Der Verständige führe danach die Umkehrung und nochmals deren Umkehrung aus. Beim yogischen Prāṇāyāma gilt dagegen die Mātrā-Regel.
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P2-0067 · 63 ka
So im Gautamīya: Mantra-Prāṇāyāma wurde genannt; den yogischen werde ich dir erläutern: Der Wissende atme links in sechzehn Mātrās ein, und so weiter. Oder man führe Einatmen und die weiteren Phasen mit vier, sechzehn und acht Wiederholungen aus; oder mit einer, vier und zwei. In einem anderen Tantra: Man fülle mit sechzehn [Einheiten], halte mit deren Vierfachem an und atme mit der Hälfte der Haltezahl aus. Bei Unvermögen je ein Viertel; bei erneutem Unvermögen wieder ein Viertel. So wird der Atem geregelt. Seine Verbindlichkeit: Ohne Prāṇāyāma besteht keine Eignung für die Mantra-Verehrung. Im Nibandha: Sorgfältig vollziehe man Prāṇāyāma am Anfang und Ende sämtlicher Handlungen, günstiger und ungünstiger. Die Besonderheit für Gopāla wird später genannt.
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P2-0068 · 64
Nun Pīṭha-Nyāsa: „Oṃ. Der tragenden Kraft sei Verehrung; der Prakṛti; Kūrma; Ananta; der Erde; dem Milchozean; der weißen Insel; dem Juwelenpavillon; dem Wunschbaum; dem Juwelenaltar; dem Edelsteinlöwenthron.“ Dies alles im Herzen. Danach an der rechten Schulter Dharma, links Erkenntnis, am linken Oberschenkel Leidenschaftslosigkeit, rechts Herrschaftskraft; am Mund Adharma, links Unwissenheit, am Nabel Nicht-Leidenschaftslosigkeit, rechts Nicht-Herrschaftskraft, überall beginnend mit Praṇava und endend auf namaḥ. So im Śāradā: An den beiden Schultern und Oberschenkeln setze der Verständige rechtsherum Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschaftskraft, an Mund, Seite, Nabel und Seite die Gegenkräfte ein. Wieder im Herzen: „Oṃ. Ananta sei Verehrung“, ebenso dem Lotus; „aṃ, dem Sonnenkreis mit zwölf Kalās“, „uṃ, dem Mondkreis mit sechzehn“, „maṃ, dem Feuerkreis mit zehn“, „saṃ, Sattva“, „raṃ, Rajas“, „taṃ, Tamas“, „āṃ, Ātman“, „aṃ, dem inneren Ātman“, „paṃ, dem höchsten Ātman“, „hrīṃ, dem Erkenntnis-Ātman“, jeweils namaḥ. Danach auf den Staubfäden des Herzlotus von Osten an die im jeweiligen Ritualhandbuch genannten Pīṭha-Kräfte, in der Mitte den Pīṭha-Mantra.
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P2-0069 · 64 ka
Im Śāradā: Im Herzen Ananta, den Lotus und darauf Sonne, Mond und Feuer; in diesen ihre jeweiligen Kalās, deren Anfangsbuchstabe den Namen vorangestellt wird. Der höchste Guru setze Sattva und die übrigen drei Guṇas ein, ebenso Ātman, inneren Ātman, höchsten Ātman und Erkenntnis-Ātman, danach den Pīṭha-Mantra.
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P2-0070 · 65
Nun die Einsetzung des Sehers und der übrigen Zuordnungen. Der Seher: Wer reinen Selbstes einen Mantra aus dem Mund Maheśvaras unmittelbar erkannt und durch Askese verwirklicht hat, heißt sein Seher.
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P2-0071 · 66
Wegen seiner Ehrwürdigkeit wird dessen Einsetzung am Kopf gelehrt.
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P2-0072 · 67
Weil es sämtliche Mantra-Grundprinzipien umhüllt, heißt es Chandas, Versmaß. Wegen seines Wesens als Silben und Wörter wird das Versmaß am Mund zugeordnet.
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P2-0073 · 68
Die Gottheit weilt inmitten des Herzlotus, weil sie sämtlichen Lebewesen Rede und Antrieb verleiht. Dort setze man sie ein.
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P2-0074 · 69
Ohne Kenntnis von Seher und Versmaß erlangt man keine Mantrafrucht. Bei denen, die die Anwendung nicht kennen, werden die Mantras kraftlos.
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P2-0075 · 70
In einem anderen Tantra: Den Seher am Kopf, das Versmaß am Lotusmund, die Gottheit im Herzen, das Bīja an der geheimen Stelle, die Kraft an den Füßen und den Verschluss am ganzen Körper einsetzen.
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P2-0076 · 71
Danach soll man die für das jeweilige Mantra vorgeschriebenen Nyāsas ausführen. Dazu heißt es im Kulārṇava: Wer täglich den Nyāsa nach dem im Āgama gelehrten Verfahren vollzieht, erlangt den Seinszustand der Gottheit; die Vollendung des Mantras entsteht.
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P2-0077 · 72
Geliebte, vor demjenigen, der vom Schutzpanzer des Nyāsa umhüllt das Mantra wiederholt, fliehen alle Hindernisse, sobald sie ihn sehen – wie Elefanten beim Anblick eines Löwen. [Die Vorlage schreibt „nyāsakavacchanno“ und „dṛṣṭvāvighnāḥ“; der Zusammenhang legt „vom Nyāsa-Panzer umhüllt“ und „Hindernisse“ nahe.]
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P2-0078 · 73
Wer aus Torheit das Mantra wiederholt, ohne zuvor das Geflecht der Nyāsas auszuführen, wird von sämtlichen Hindernissen bedrängt wie ein junges Reh von Tigern.
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P2-0079 · 74
Die Regel für die Finger beim Nyāsa der sechs Glieder lautet: „Mit drei, zwei, einem, zehn, drei und zwei Fingern, du Tochter des Berges.“ Nach diesem Ausspruch gilt diese Fingerzahl allgemein.
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P2-0080 · 75
Im Yāmala heißt es: Das Herz wird mit Mittel-, Ring- und Zeigefinger berührt; der Kopf mit Mittel- und Zeigefinger, die Haarlocke mit dem Daumen. Für den Schutzpanzer werden zehn Finger genannt, für die Augen drei. Das Waffenmantra wird mit den zuvor bezeichneten Fingern angebracht. Dies gilt als Anordnung der Glieder. Mit „dreien“ sind Zeige-, Mittel- und Ringfinger gemeint. [Die Vorlage hat „antraṃ“; der Zusammenhang mit der Folge der sechs Glieder spricht für „astraṃ“, Waffe.]
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P2-0081 · 76
Für die drei Augen sind der Reihe nach Zeige-, Mittel- und Ringfinger vorgeschrieben. Wenn nur zwei Augen genannt werden, verwendet man Zeige- und Mittelfinger. So lautet der von Rāghavabhaṭṭa angeführte Ausspruch.
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P2-0082 · 77
Dann soll der Einsichtige die Gliedermantras auf Herz und die übrigen Stellen legen. Zuerst: „hṛdayāya namaḥ – Verehrung dem Herzen“; dann „śirase svāhā – dem Kopf svāhā“; „śikhāyai vaṣaṭ – der Haarlocke vaṣaṭ“; „kavacāya huṃ – dem Schutzpanzer huṃ“; „netratrayāya vauṣaṭ – den drei Augen vauṣaṭ“; „astrāya phaṭ – der Waffe phaṭ“. Die auf diese Weise genannten sechs Gliedermantras werden den sechs Gliedern zugewiesen. „Geliebte des Feuers“ bezeichnet hier die Formel svāhā.
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P2-0083 · 78
Wo ein Mantra fünf Glieder besitzt, soll man das Augenmantra weglassen. So lautet der Ausspruch der Śāradā. [„manoyaṃtra“ ist in der Vorlage verderbt; übersetzt ist der erkennbare Zusammenhang.]
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P2-0084 · 78
Bei der Verehrung Viṣṇus gilt hingegen: Die ausgestreckten Finger der Hand, ohne den Daumen, bilden die Mudrā am Herzen und am Kopf. Für die Haarlocke bildet man eine Faust mit nach unten gerichtetem Daumen; für den Schutzpanzer dienen die Finger beider Hände. Bei der Waffenmudrā hebt man beide Arme mit zur Pfeilfaust, nārāca, geformten Händen; durch Daumen und Zeigefinger erzeugt man ein Geräusch, das in alle Richtungen geht. Für die beiden Augen nimmt man Zeige- und Mittelfinger.
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P2-0085 · 80
Wo drei Augen vorhanden sind, kommt der Ringfinger hinzu. So ist die Mudrā der sechs Glieder vorschriftsmäßig beschrieben. Für ein Mantra, das keine eigenen Gliedermantras besitzt, soll man die Glieder aus dem Mantra selbst bilden. Dazu heißt es im Brahmayāmala: Für alle wird der Anfangsbuchstabe des eigenen Namens als Bīja bezeichnet.
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P2-0086 · 81
Danach soll man die Mudrā zeigen, die im betreffenden Ritualtext vorgeschrieben ist, die Meditation ausführen, mit geistig vorgestellten Opfergaben verehren und die Muschel aufstellen. So heißt es im Sanatkumāratantra: Ohne die geistige Opferverehrung vollzogen zu haben, soll man keine äußere Verehrung ausführen.
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P2-0087 · 82
Das Aufstellen der Muschel ist im Abschnitt über die Initiation beschrieben.
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P2-0088 · 83
Danach erfolgt am eigenen Körper die Verehrung von Dharma und den übrigen Kräften. Dazu heißt es in der Śāradā: Anschließend soll man entsprechend der Reihenfolge des Nyāsa Dharma und die übrigen Kräfte am Körper verehren; mit Blumen und weiteren Gaben soll man den Sitz bis zum Sitzmantra verehren und darauf die höchste Gottheit. Aus dieser Aussage ergibt sich die Verehrung des Sitzes am Körper.
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P2-0089 · 84
Dann folgt die Verehrung des Sitzes. Nördlich des Sitzes soll man die Reihen der Gurus verehren, und zwar vom Nordwesten bis zum Nordosten: „oṃ gurubhyo namaḥ – Oṃ, Verehrung den Gurus“; „oṃ paramagurubhyo namaḥ – Verehrung den höchsten Gurus“; „oṃ parāparagurubhyo namaḥ – Verehrung den höheren und niederen Gurus“; „oṃ parameṣṭhigurubhyo namaḥ – Verehrung den Gurus der höchsten Stufe“.
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P2-0090 · 85
Bei Tripurā und den entsprechenden Gottheiten ist eine besondere Guruverehrung zu beschreiben.
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P2-0091 · 86
Dann verehrt man in der Mitte des Sitzes: „oṃ ādhāraśaktaye namaḥ – Oṃ, Verehrung der tragenden Kraft“; entsprechend die Urnatur, die Schildkröte, Śeṣa, die Erde, den Milchozean, die weiße Insel, den Edelsteinpavillon, den wunscherfüllenden Baum, die Edelsteinterrasse und den juwelenbesetzten Löwenthron. In der Südostecke verehrt man Dharma. In Südwesten, Nordwesten und Nordosten verehrt man Erkenntnis und Herrschermacht. [Die Aufzählung nennt nur zwei Eigenschaften für drei Richtungen; das sonst zugehörige vairāgya, Loslösung, fehlt hier.] Dann verehrt man in den vier Richtungen, beginnend im Osten, Unrecht, Unwissenheit, fehlende Loslösung und fehlende Herrschermacht. In der Mitte beginnt man mit Ananta und setzt die Verehrung bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ – Hrīṃ, Verehrung dem Wesen der Erkenntnis“ fort. Danach verehrt man auf den Staubfäden, beginnend im Osten, und in der Mitte die Sitzkräfte, die der jeweilige Ritualtext nennt, und schließlich in der Mitte das Sitzmantra. In der Kramadīpikā heißt es: Zuerst wird nördlich des Sitzes, vom Nordwesten bis zum Nordosten, die ehrwürdige Gurureihe verehrt. Auch anderswo ist Ambikās Sohn zu verehren, der in seinen Lotushänden Schlinge, Stab, Stachel und die Furchtlosigkeitsgeste trägt. In der Mitte beginnt man mit der tragenden Kraft und verehrt weiter bis zum Göttersitz. Dharma und die übrigen Kräfte stehen in den Richtungen des Feuers, des Rakṣas und des höchsten Śiva; in den übrigen Richtungen stehen Unrecht und die weiteren Gegenkräfte. In der Mitte befinden sich Śeṣa, der Lotus, die drei Scheiben und die Reihe der Eigenschaften und ihrer Wesenheiten. Zwischen den Staubfäden und in der Mitte soll man die neun Kräfte verehren, anschließend erneut mit dem Sitzmantra. [Mehrere Wörter dieses Zitats sind beschädigt, besonders „amaracaraṇapāvadhyato“, „sṛṇbhītī“ und „guṇaguṇātmasrajaṃ“; ihre genaue Gestalt und einzelne Zuordnungen bleiben unsicher.]
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P2-0092 · 87
Bei den Vidyās Tārās und der weiteren Gottheiten sind besondere Regeln zu beschreiben.
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P2-0093 · 88
Die Bestimmung der Richtungen, beginnend mit Osten, lautet im Yāmala: Die Weisen nennen den Raum zwischen der verehrten Gottheit und dem Verehrenden „Osten“. Rechts davon liegt Süden; Norden wird als Norden bezeichnet; hinter dem Verehrenden liegt Westen. Dies soll man überall anwenden. Deutlicher heißt es im Śāmbhavīya: Die eigene Vorderseite ist Osten, der Rücken der Göttin Westen; ihre linke Seite gilt als Süden, ihre rechte als Norden. [Die Bezugspunkte wechseln im Wortlaut; die letzte Zuordnung wird vom Standpunkt der gegenüberstehenden Göttin aus wiedergegeben.]
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P2-0094 · 89
Im Bhāvacūḍāmaṇi heißt es: Göttin, die Gottheit kann nach dem Wunsch des Praktizierenden jeder Richtung zugewandt sein. Nachts soll man den Gottesdienst stets nach Norden gewandt ausführen. Bei der Verehrung Śivas soll der Reine ebenfalls stets nach Norden blicken. Hinsichtlich Viṣṇus heißt es im Vārāhīya: Gebadet, in weißes Gewand gekleidet und nach dem vorgeschriebenen Mundspülen soll der Mantrapraktizierende nach Osten gewandt sein und nach diesem Verfahren die Verehrung, im Osten beginnend, vollziehen.
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P2-0095 · 90
Wenn keine besondere Angabe vorliegt, lautet die Yantraregel im Matsyasūkta: Wird das Yantra im Ritualtext nicht beschrieben, soll man einen Lotus mit acht Blütenblättern zeichnen. Sein Zentrum hat sechs Ecken; er ist mit vier Toren geschmückt.
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P2-0096 · 91
Dann soll man erneut meditieren und nach der im Initiationsverfahren beschriebenen Reihenfolge die Handlungen von der Anrufung bis zur Einsetzung der Lebenskraft vollziehen.
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P2-0097 · 92
Für die Anrufung gilt eine besondere Regel, wie im Āgamakalpadruma beschrieben: Nachdem der Einsichtige das Grundmantra ausgesprochen hat, führt er den Lichtglanz von seinem eigenen Ort durch den Weg der Suṣumnā herbei und durch die Nasenöffnung hinaus. Er verbindet das Bewusstsein mit der Ansammlung von Blumen im Mātṛkā-Lotus seiner Hand, setzt es in die Mitte des Yantras und ruft dann die Gottheit an.
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P2-0098 · 93
Danach soll man mit sechzehn oder mit fünf Verehrungsgaben verehren.
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P2-0099 · 94
Die Regel der sechzehn Verehrungsgaben lautet: Sitz, Willkommensgruß, Wasser für die Füße, Arghya, Wasser zum Mundspülen, Honigtrank, erneutes Mundspülen, Bad, Gewand, Schmuck, Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht, Speise und Verneigung. Diese sechzehn Gaben soll man bei der Verehrung darbringen.
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P2-0100 · 95
Oder man soll, wenn auch diese Gaben fehlen, fünf Verehrungsgaben bereitstellen. Die Verehrung mit fünf Gaben reicht vom Duftstoff bis zur Speise: Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.
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P2-0101 · 96
Bei Viṣṇu gilt hingegen: Je fünf Gaben, beginnend mit Arghya, und je fünf, beginnend mit Duftstoff, bilden die beiden Gruppen. Bei der Verehrung soll man diese zehn Gaben der Reihe nach darbringen.
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P2-0102 · 97
Dann soll man die Verehrungsgaben bis einschließlich der Blumen mit dem jeweiligen Mantra darbringen und mit den sechs Gliedermantras verehren.
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P2-0103 · 98
Für das Darbringen von Blumen gilt eine besondere Regel: Eine Blume, ein Blatt oder eine Frucht soll nicht mit der Oberseite nach unten dargebracht werden. Eine solche Gabe gilt als leidbringend; man soll sie so darbringen, wie sie gewachsen ist. Eine nach unten gerichtete Frucht ist nicht erwünscht; bei der Handvoll Blumen, puṣpāñjali, gilt diese Einschränkung nicht. Für alle Gaben gilt folgende Reihenfolge: zuerst das Grundmantra, dann die Bezeichnung der Gabe, danach die Bezeichnung der Gottheit. Im Śrītattvacintāmaṇi heißt es: Für Fußwasser und die folgenden Wassergaben verwendet man der Reihe nach namaḥ, svāhā und das Wassermantra; für Duftstoff namaḥ, für Blumen vauṣaṭ, für die übrigen Gaben namaḥ. Nachdem man das Grundmantra ausgesprochen hat, sagt man beispielsweise: „Dieses Fußwasser für die Gottheit [Name], namaḥ.“ [„toyamantra“ bezeichnet hier das Wassermantra; dessen genaue Lautform wird an dieser Stelle nicht angegeben. Die erste Verszeile ist in ihrer Zuordnung verkürzt.]
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P2-0104 · 99
Dann bringt man mit dem Grundmantra fünf Handvoll Blumen dar: am Scheitel, am Herzen, an der verborgenen Stelle, an den Füßen und am ganzen Körper. Anschließend vollzieht man die Verehrung der umgebenden Gottheiten nach dem betreffenden Ritualtext. Dazu sagt Bhaṭṭa: „Nachdem man fünf Handvoll Blumen gegeben hat, vollziehe man die Verehrung des Gefolges.“ Danach soll man Räucherwerk und Licht darbringen.
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P2-0105 · 100
Dies geschieht so: Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt man die Glocke unter dem Mantra „jayadhvani-mantramātaḥ … svāhā“. Dann läutet man sie mit der linken Hand und bringt mit dem jeweiligen Mantra das Räucherwerk niedrig, das Licht dagegen bis zur Höhe der Augen dar. [Der Glockenmantrawortlaut ist durch „rvāheti“ beschädigt; „jayadhvani“ bedeutet Siegesklang, „mantramātaḥ“ Mutter der Mantras. Eine vollständige Lautform lässt sich hier nicht sicher herstellen.]
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P2-0106 · 1
Dann gibt man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen, bringt die Speise herbei, besprengt sie mit „phaṭ“, schützt sie durch die Cakramudrā, wiederholt das Grundmantra achtmal über ihr, verwandelt sie mit der Dhenumudrā in Nektar und reicht sie unter Aussprechen des Grundmantras dar. Man soll das Wasser aus dem Arghyagefäß nehmen und damit die Gabe weihen. Wird sie mit anderem Wasser geweiht, das sich nicht im Arghyagefäß befindet, nimmt Mahādeva sie selbst bei hundert vorgeschriebenen Verfahren nicht an. Nach diesem Ausspruch soll man die Verehrungsgaben mit dem Wasser des Arghyagefäßes weihen und darbringen. [„dhunumudrayā“ und die abschließende Prosa sind fehlerhaft überliefert; die erkennbare Dhenumudrā und die Weihung mit Arghyawasser bestimmen den Sinn.]
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P2-0107 · 2
Danach soll man erneut Wasser zum Mundspülen und anschließend Betel und die übrigen Gaben reichen. Bei Viṣṇu ist eine besondere Regel für die Speisegabe zu beschreiben.
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P2-0108 · 3
Dann verehrt man die Gottheit samt ihrem Gefolge mit Duftstoff und weiteren Gaben, erfreut sie durch Tanz und Gesang, ruft „Sieg! Sieg!“, reicht ein besonderes Arghya und bringt eine Handvoll Blumen dar.
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P2-0109 · 4
Beim Darbringen gilt überall: zuerst das Grundmantra, dann die Benennung der Gabe, danach der Empfänger und schließlich das Wort, das die Hingabe ausdrückt. Dazu heißt es im Kulārṇava: Zuerst spricht man das Grundmantra aus, danach die darzubringende Gabe, am Ende nennt man den Empfänger und anschließend das die Hingabe ausdrückende Wort. Herrin der Götter, in dieser Reihenfolge soll man die Verehrungsgaben darbringen. Dies entspricht dem Grundsatz, dass die Handlung am Ende des Mantras zusammentrifft.
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P2-0110 · 5
Dann nimmt man eine Handvoll Wasser und spricht: „Oṃ. Alles, was ich zuvor durch die Tätigkeiten von Lebenskraft, Verstand und Körper im Wachen, Träumen und tiefen Schlaf mit Geist, Sprache, Händen, Füßen, Bauch und Geschlechtsorgan gedacht, gesprochen oder getan habe – all das sei dem Brahman dargebracht. Svāhā. Mich selbst und alles, was mir gehört, bringe ich vollständig der Gottheit [Name] dar. Oṃ tat sat.“ Dies kann auch nach der Verneigung geschehen.
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P2-0111 · 6
Dann wiederholt man das Mantra eintausendachtmal oder hundertmal und spricht: „Oṃ. Du bist der Hüter des Allerverborgensten. Nimm das von uns vollzogene Japa an. Gott, möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, da du in mir gegenwärtig bist.“ Bei einer Göttin lautet die besondere Form „Hüterin“ und „Göttin“. Nachdem man so das Japa dargebracht hat, preist man die Gottheit, verneigt sich und vollzieht die Verneigung mit acht Gliedern. [Die Vorlage schreibt am Schluss „pramāṇaṃ“; gemeint ist nach der unmittelbar folgenden Erklärung praṇāma, Verneigung.]
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P2-0112 · 7
Die Verneigung mit acht Gliedern geschieht so: Mit Füßen, Händen, Knien, Brust, Kopf, Blick, Sprache und Geist – dies wird die achtgliedrige Verneigung genannt.
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P2-0113 · 8
Mit beiden Armen, beiden Knien, Kopf, Sprache und Blick erfolgt die fünfgliedrige Verneigung. Diese beiden gelten bei der Verehrung als die vorzüglichsten.
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P2-0114 · 9
Wer als Einsichtiger auf die Erde niederfällt und vor Kṛṣṇa die achtgliedrige Verneigung vollzieht, lässt die aus tausend Geburten entstandene Sünde zurück und erlangt Vaikuṇṭha.
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P2-0115 · 10
Weiter heißt es: Welchen Lohn ein Mensch erhält, wenn er Vedakundigen Land schenkt, denselben Lohn erhält er, wenn er Kṛṣṇa hingebungsvoll im Uhrzeigersinn umschreitet. „Kṛṣṇa“ steht hier beispielhaft auch für andere Gottheiten. Im Viśvasāra heißt es: Überall wird die Umschreitung mit einer Muschel in der Hand vorgeschrieben.
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P2-0116 · 11
Eine besondere Form der Verneigung wird im Yāmala beschrieben: Für Śakti wird überall eine dreieckige Verneigung gelehrt. Man geht vom Süden zur Richtung der Sonne, von dort zur Richtung Śambhus und dann wieder nach Süden. So erfolgt die Verneigung in Form eines Dreiecks. [„Sonnenrichtung“ bezeichnet hier Osten, „Śambhus Richtung“ Nordosten.]
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P2-0117 · 12
Für Maheśa wird hinter ihm ein Halbkreis vorgeschrieben. Beim Umschreiten Śivas soll der Mantrapraktizierende dem Verlauf eines Halbmondes folgen, nach links und rechts gehen und dabei die Somasūtra nicht überschreiten. Somasūtra ist die Stelle, an der das Wasser abfließt.
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P2-0118 · 13
Man streckt die rechte Hand aus und senkt den Kopf. Der Einsichtige soll der Gottheit seine rechte Seite zuwenden, auch im Geist. Bei der Umschreitung der Gottheit soll er sie auf diese Weise dreimal vollständig umrunden.
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P2-0119 · 14
Eine Verneigung mit nur einer Hand, nur eine einzige Umschreitung und der Anblick Viṣṇus zur ungehörigen Zeit vernichten früher erworbenes Verdienst.
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P2-0120 · 15
Dann lässt man die umgebenden Gottheiten im Körper der Hauptgottheit aufgehen, entlässt sie mit „Verzeihe!“ und atmet mit der Saṃhāramudrā ihren Lichtglanz zusammen mit dem Duft der Blumen ein, um ihn in das eigene Herz zu führen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es: „Während man ‚Verzeihe!‘ sagt, vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den umfassenden Nyāsa.“ Nach diesem Ausspruch soll man nach der Entlassung den umfassenden Nyāsa ausführen. Weiter heißt es: Nachdem man die Gottheit in den Lotus des eigenen Herzens eingesetzt hat, atmet man den Blumenduft durch den Weg der Suṣumnā ein und vollzieht dann die Entlassung.
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P2-0121 · 16
Danach zeichnet man im Nordosten ein dreieckiges Maṇḍala und reicht dort den verbliebenen Rest der Opfergaben. Bei Viṣṇu spricht man „oṃ viśvaksenāya namaḥ – Oṃ, Verehrung Viśvaksena“; bei Śakti „oṃ śeṣikāyai namaḥ – Verehrung Śeṣikā“; bei Śiva „oṃ caṇḍeśvarāya namaḥ – Verehrung Caṇḍeśvara“; bei Sūrya „oṃ tejaścaṇḍāya namaḥ – Verehrung Tejaścaṇḍa“; bei Gaṇeśa „oṃ ucchiṣṭagaṇeśāya namaḥ – Verehrung Ucchiṣṭagaṇeśa“; bei Kālikā und entsprechenden Göttinnen „oṃ ucchiṣṭacāṇḍālinyai namaḥ – Verehrung Ucchiṣṭacāṇḍālinī“. Dazu heißt es: Für Viṣṇu wird Viśvaksena genannt, für Vivasvat, den Sonnengott, Tejaścaṇḍa, und entsprechend weiter.
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P2-0122 · 16 ka
Im Nibandha heißt es ebenfalls: Bei Sūrya, Gaṇapati, der furchterregenden Göttin, Śakti, Śiva und Viṣṇu verehrt man der Reihe nach Tejaścaṇḍa, den aus dem Opferrest hervorgegangenen Soja, Ucchiṣṭacāṇḍālī, Śeṣikā, Caṇḍa und Viśvaksena. „Soja“ wird so erklärt: Umā ist zusammen mit Śambhu; daher heißt sie „so“, Durgā. Der aus ihr Geborene, „taj-ja“, ist Gaṇeśa. [Die zusammengezogene Lesung „tejaścaṇḍamakhocchiṣṭasojamucchiṣṭa“ und die Worterklärung „so“ sind sprachlich beschädigt; die im Text erkennbare Reihenfolge wurde beibehalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0123 · 17
Dann trinkt man das Wasser, mit dem die Füße der Gottheit gewaschen wurden, nimmt etwas von der geweihten Speise selbst zu sich, gibt den übrigen Teil geeigneten Empfängern und verbringt die weitere Zeit nach Wohlgefallen.
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P2-0124 · 18
Im Matsyasūkta heißt es: Man soll Fisch, Fleisch und sonstige Nahrung nicht essen, ohne sie zuvor dargebracht zu haben. Nahrung, die Viṣṇu nicht dargebracht wurde, ist Kot; Milch, die ihm nicht dargebracht wurde, ist Urin. „Viṣṇu“ bezeichnet hier jeweils die verehrte Gottheit. [Die Vorlage schreibt „atraṃ“ statt des im Zusammenhang erkennbaren „annaṃ“, Nahrung.]
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P2-0125 · 19
Im Bhairavatantra heißt es: Nachdem der Einsichtige die Göttin vorschriftsmäßig im Herzen und außerhalb verehrt und die Opferreste an einem reinen Ort niedergelegt hat, soll er die geweihte Speise essen. [„samarpyaṃ“ ist grammatisch beschädigt; der genaue Ausdruck für die vorausgehende Darbringung bleibt unsicher.]
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P2-0126 · 20
In einem anderen Tantra heißt es: Man soll die zurückgebliebenen Blumen auf dem Kopf tragen, den ganzen Körper mit dem verbliebenen Salbmittel bestreichen und die geweihte Speise genießen, nachdem man einem Hingebungsvollen davon gegeben hat. Wasser, das nach der Verehrung der Gottheit in der Muschel übrig geblieben ist, beseitigt beim Berühren des menschlichen Körpers selbst die Schuld der Tötung eines Brahmanen.
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P2-0127 · 21
Damit endet das allgemeine Verehrungsverfahren. [Die Vorlage verweist auf das allgemeine Pūjāyantra, Abbildung 14; die Abbildung ist im Text nicht enthalten.] Verschiedene Göttinnenmantras: Ich verehre stets jene Bhuvaneśvarī, welche die großen Weisen als ursprüngliche Natur, als Padmā, als die dreifache Kraft, als Sprache, als Annapūrṇā, als Nityā, Durgā, Tvaritā und als weitere Göttinnen bezeichnen.
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Bhuvaneśvarī und verwandte Vidyās
P2-0128 · 22
Nun werde ich die Trägerin der Welt, Bhuvaneśvarī, beschreiben. Auch Brahmā und die übrigen Götter erlangten höchste Herrlichkeit, nachdem sie sie erkannt hatten. [Die Vorlage hat „vāṃ“; der Bezug auf die Göttin ist klar, die genaue Pronomenlesung nicht.]
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P2-0129 · 23
Nun die Mantras Bhuvaneśvarīs: Nakulīśa, auf dem Feuer sitzend, versehen mit dem linken Auge und dem Halbmond, wird als ihr Bīja bezeichnet. Es wird von denen verehrt, die Vollendung wünschen. Nakulīśa ist der Laut ha, Feuer der Laut ra, das linke Auge der Laut ī und der Halbmond der Anusvāra. Daraus entsteht hrīṃ.
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P2-0130 · 24
Die Bedeutung des Namens Bhuvaneśvarī wird in der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā erklärt: Große Herrin, im Raumbīja sind Kailāsa und die übrigen Orte gegründet. Aus dem Feuerbīja entstehen Gold und weitere Stoffe in vielerlei Gestalt, Geliebte. Dadurch besteht diese auf der Erdensphäre gegründete Welt. Durch den vierten Vokal wird die große Erdensphäre in der Unterwelt in Gestalt Śeṣas getragen; daher ist sie auch Herrin der Unterwelt. Eben deshalb ist sie, große Herrin, die geliebte Herrscherin der Welten. Eine andere Auffassung lautet: Der Laut ha ist Raum; durch den vierten Vokal entsteht der Wind. Wenn die Verwandlung durch ra erfolgt, ist sie unmittelbar von Feuergestalt. Dieses Feuerbīja ist die Erde; deshalb steht ra dafür, Schöne. Daher, große Herrin, kommt Gleichheit mit dem Wind zustande. Göttin, sie überflutet die drei Welten mit dem Nektar des Bindu-Kreises. Deshalb nimmt sie flüssige Gestalt an und lässt sie mit der halben Mātrā überschwemmen. Eben darum, große Herrin, wird sie Bhuvaneśī genannt. [„savāyoḥ samatā“ und „vasudheyaṃ“ sind unsichere Lesungen; die ungewöhnliche Elementzuordnung wird nicht stillschweigend verändert.]
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P2-0131 · 25
Ihr Verehrungsverfahren: Nachdem man entsprechend dem allgemeinen Pūjāverfahren die morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa ausgeführt hat, setzt man auf die im Osten beginnenden Staubfäden des Herzlotus und in seine Mitte die Sitzkräfte: Jayā, Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī, Aghorā und Maṅgalā. Die Formel lautet „oṃ jayāya namaḥ“ und entsprechend weiter: Oṃ, Verehrung Jayā. Auf dem Fruchtboden: „hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ – Hrīṃ, Verehrung dem Lotussitz aller Kräfte“. [Die Vorlage verwendet hier bei Jayā „jayāya“, später jedoch „jayāyai“.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0132 · 26
Danach folgt der Nyāsa des Ṛṣi und der übrigen Zuordnungen. Für dieses Bhuvaneśvarīmantra ist Śakti der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Bhuvaneśvarī die Gottheit; ha ist das Bīja, ī die Kraft und ra der Keil. Seine Anwendung dient der Erlangung der vier Lebensziele. Auf dem Kopf: „oṃ śaktye ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Śakti“; am Mund: „oṃ gāyatryai chandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“; am Herzen: „oṃ bhuvaneśvaryai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Bhuvaneśvarī“; an der verborgenen Stelle: „oṃ haṃ bījāya namaḥ – Verehrung dem Bīja haṃ“; an den Füßen: „ī śaktaye namaḥ – Verehrung der Kraft ī“; am ganzen Körper: „raṃ kīlakāya namaḥ – Verehrung dem Keil raṃ“. In der Śāradā heißt es: Śakti ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß. Als Gottheit des Mantras wird die von den Scharen der Götter verehrte Bhuvaneśvarī genannt. Ha ist das Bīja, der vierte Vokal die Kraft, ra wird als Keil bezeichnet.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0133 · 27
Dann soll man den Mantranyāsa ausführen. Auf dem Kopf: „oṃ hṛllekhāyai namaḥ – Verehrung Hṛllekhā“; auf dem Gesicht: „eṃ gaganāyai namaḥ – Verehrung Gaganā“; am Herzen: „uṃ raktāyai namaḥ – Verehrung Raktā“; an der verborgenen Stelle: „iṃ karālikāyai namaḥ – Verehrung Karālikā“; an den Füßen: „aṃ mahocchuṣmāyai namaḥ – Verehrung Mahocchuṣmā“. Ebenso setzt man diese auf die nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichter. Im Nibandha werden ihre Bījas beschrieben: Hṛllekhā auf dem Scheitel, Gaganā im Gesicht, Raktā im Herzlotus, Karālikā an der verborgenen Stelle und Mahocchuṣmā an beiden Füßen. Auf die nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichter sollen sie, versehen mit den fünf kurzen Lauten, beginnend mit Satya, eingesetzt werden; sie erstrahlen wie die Elemente. [Die ausdrückliche Lautliste beginnt in der Vorlage mit oṃ und eṃ; sie passt nicht durchgehend zur späteren Angabe „fünf kurze Laute“. Beide Angaben bleiben erhalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0134 · 28
Dann vollzieht man den Hand- und Gliedernyāsa: „hrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an beiden Daumen; „hrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā“ an beiden Zeigefingern; „hrūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ an beiden Mittelfingern; „hraiṃ anāmikābhyāṃ huṃ“ an beiden Ringfingern; „hrīṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ an beiden kleinen Fingern; „hraḥ karatalapṛṣṭhāyāṃ phaṭ“ an Handflächen und Handrücken. Ebenso am Herzen und den übrigen Stellen, beginnend mit „hrāṃ hṛdayāya namaḥ – Verehrung dem Herzen“. Dazu heißt es: Man soll die Gliederhandlung des Mantras mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale trägt, vollziehen. Im Svacchandasaṃgraha: Man entfernt den Vokal des Bījas und verbindet es mit den sechs langen Vokalen. Damit führt man die sechs Gliedernyāsas aus; diese Regel gilt überall. Die Fingerregel ist schon zuvor genannt worden. Diese Reihenfolge gilt für jeden Hand- und Gliedernyāsa. [Die Vorlage wiederholt beim kleinen Finger hrīṃ, wo nach der Vokalfolge hrauṃ zu erwarten wäre; die überlieferte Form bleibt angegeben.]
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P2-0135 · 29
Dann setzt man auf die Stirn: „oṃ gāyatrīsahitabrahmaṇe namaḥ – Verehrung Brahmā samt Gāyatrī“; auf die rechte Wange: „oṃ sāvitrīsahitaviṣṇave namaḥ – Verehrung Viṣṇu samt Sāvitrī“; auf die linke Wange: „oṃ vāgīśvarīsahitamaheśvarāya namaḥ – Verehrung Maheśvara samt Vāgīśvarī“; über das linke Ohr: „oṃ śrīsahitadhanapataye namaḥ – Verehrung dem Herrn des Reichtums samt Śrī“; auf den Mund: „oṃ ratisahitasmarāya namaḥ – Verehrung Smara samt Rati“; über das linke Ohr: „oṃ puṣṭisahitagaṇapataye namaḥ – Verehrung Gaṇapati samt Puṣṭi“; zwischen rechte Wange und Ohr: „oṃ śaṅkhanidhaye namaḥ – Verehrung dem Muschelschatz“; zwischen linke Wange und Ohr: „oṃ padmanidhaye namaḥ – Verehrung dem Lotusschatz“; auf den Mund: „oṃ bhuvaneśvarye devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Bhuvaneśvarī“. Ebenso setzt man diese an Halswurzel, rechte Brust, linke Brust, linke Schulter, Herz, rechte Schulter und Nabel ein. Dazu heißt es: Man setzt Brahmā zusammen mit Gāyatrī auf die Stirn, Viṣṇu mit Sāvitrī auf die rechte Wange, Maheśvara mit Vāgīśvarī auf die linke Wange und den Herrn des Reichtums mit Śrī vor das linke Ohr. Smara mit Rati setzt man auf den Mund, Gaṇapati mit Puṣṭi über das linke Ohr, die beiden Schätze zwischen Ohren und Wangen. Das Grundmantra wird auf das Gesicht gesetzt; anschließend setzt man diese erneut auf die beiden Brüste. [Die doppelte Zuordnung zum linken Ohr und die verkürzte letzte Verszeile sind bereits so in der Vorlage vorhanden.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0136 · 30
Dazu heißt es in der Śāradā: Der Lehrer setzt sie an die Halswurzel, auf beide Brüste, auf die linke Schulter, in den Herzlotus, auf die linke Schulter, an beide Seiten und in die Nabelgegend. [„savya“ bedeutet ebenfalls links; die Wiederholung wird beibehalten, obwohl die vorangehende Prosa an der zweiten Stelle die rechte Schulter nennt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0137 · 31
Hinsichtlich des Nyāsa mit einzeln unterschiedenen Lauten heißt es im Viśvasāra: Mit oṃ am Anfang, versehen mit der Dativendung und mit namaḥ am Schluss soll man alles seiner Anordnung entsprechend nach Śaṅkaras Lehre vorschriftsmäßig einsetzen. Dies gilt überall.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0138 · 33
Dann setzt man auf die Stirn „oṃ brāhmyai namaḥ – Verehrung Brāhmī“; auf die linke Schulter „oṃ māheśvaryai namaḥ – Verehrung Māheśvarī“; auf die linke Seite „oṃ kaumāryai namaḥ – Verehrung Kaumārī“; auf den Bauch „oṃ vaiṣṇavyai namaḥ – Verehrung Vaiṣṇavī“; auf die rechte Seite „oṃ vārāhyai namaḥ – Verehrung Vārāhī“; auf die rechte Schulter „oṃ indrāṇyai namaḥ – Verehrung Indrāṇī“; auf den Hals „oṃ cāmuṇḍāyai namaḥ – Verehrung Cāmuṇḍā“; auf das Herz „oṃ mahālakṣmyai namaḥ – Verehrung Mahālakṣmī“. Danach führt man mit dem Grundmantra dreimal oder siebenmal den umfassenden Nyāsa aus. Dazu heißt es: Auf Stirn, Schulter, Seite, Bauch, Seite, Schulter, Hals und Herz setzt man nach der vorgeschriebenen Regel Brāhmī und die übrigen beschriebenen Göttinnen. Mit dem Grundmantra vollzieht man am Körper den umfassenden Nyāsa und vergegenwärtigt sich die Göttin. Die Meditation lautet: Man soll Bhuvaneśī verehren, deren Glanz der aufgehenden Sonne gleicht, die eine Mondkrone, hohe Brüste und drei Augen besitzt, lächelt und mit ihren Händen Gewährung, Stachel, Schlinge und Furchtlosigkeit zeigt. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, beginnt man die äußere Verehrung. [„smaremukhīṃ“ und „prajajed“ sind beschädigt; Lächeln und Verehrung sind aus dem Zusammenhang erschlossen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0139 · 34
Das Pūjāyantra: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus und außen einen Kreis mit sechzehn Blütenblättern. In die Mitte des Fruchtbodens zeichnet man ein besonders schönes Sechseck. Das Maṇḍala wird von einem Quadrat mit vier Toren umgeben.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0140 · 35
Dann stellt man die Muschel nach dem im Initiationsverfahren beschriebenen Ablauf auf. Anschließend verehrt man den Sitz nach dem allgemeinen Pūjāverfahren und dann die Sitzkräfte. [Die Vorlage verweist auf das Bhuvaneśvarīyantra, Abbildung 15; die Abbildung liegt im Text nicht vor.] Auf den Staubfäden, beginnend im Osten: „oṃ jayāyai namaḥ – Verehrung Jayā“, entsprechend Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī und Aghorā; in der Mitte Maṅgalā. Im Nibandha heißt es: Dann verehrt man den mit neun Kräften versehenen Sitz: zuerst Jayā, danach Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī, Aghorā und Maṅgalā. Nachdem man den mit dem Bīja versehenen Sitz dargebracht hat, bildet man mit dem Grundmantra die Gestalt der Gottheit. Überall erfolgt die Verehrung mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0141 · 36
Darauf spricht man: „hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ – Hrīṃ, Verehrung dem Lotussitz aller Kräfte“. Dann vollzieht man wie zuvor Meditation, Anrufung und die übrigen Handlungen bis zur Darbringung der fünf Handvoll Blumen und beginnt die Verehrung der Umkreise. Zuerst verehrt man die sechs Glieder mit „hrāṃ hṛdayāya namaḥ – Verehrung dem Herzen“ und den folgenden Formeln. In der Mitte des Fruchtbodens verehrt man Hṛllekhā mit oṃ; im Osten Gaganā mit eṃ, im Süden Raktā mit uṃ, im Norden Karālikā mit iṃ, im Westen Mahocchuṣmā mit aṃ, jeweils mit namaḥ. An den sechs Ecken, im Osten beginnend: Gāyatrī und Brahmā; im Südwesten Sāvitrī und Viṣṇu; im Nordwesten Sarasvatī und Rudra; im Südosten Śrī und Dhanapati; im Westen Rati und Smara; im Nordosten Puṣṭi und Gaṇapati. Beiderseits des Sechsecks verehrt man den Muschelschatz und den Lotusschatz. Alle Formeln beginnen mit oṃ und enden mit namaḥ. Auf den Staubfäden im Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten, in der Mitte und in den vier Richtungen verehrt man mit „hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln die sechs Glieder. Im Nibandha heißt es: Auf den Staubfäden verehrt man, in der Feuerecke beginnend, das Herz und die weiteren Glieder; das Auge vorne, die Waffe in den Richtungen. Die Gliedergottheiten sind dabei zu meditieren. So gilt es überall; bei Bhairavī und weiteren Göttinnen werden besondere Regeln genannt. Auf den acht Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Anaṅgakusumā, Anaṅgakusumāturā, Anaṅgamadanā, Anaṅgamadanāturā, Bhuvanapālā, Anaṅgavedyā, Śaśirekhā und Gaganarekhā. [„anagaṅgavedyāyai“ ist in der Vorlage fehlerhaft geschrieben.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0142 · 36 ka
Auf den sechzehn Blättern, im Osten beginnend, verehrt man Karālī, Vikarālī, Umā, Sarasvatī, Śrī, Durgā, Uṣā, Lakṣmī, Śruti, Smṛti, Dhṛti, Śraddhā, Medhā, Mati, Kānti und Arghyā. Außerhalb davon auf der Bodenfläche, im Osten beginnend, verehrt man Anaṅgarūpā, Anaṅgamadanā, Anaṅgamadanāturā, Bhuvanavegā, Bhuvanapālikā, Sarvaśiśirā, Anaṅgavedanā und Anaṅgamekhalā. Alle werden mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss verehrt. Außerhalb davon im Quadrat, im Osten beginnend: „oṃ lāṃ indrāya devādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ – Verehrung Indra, dem Herrn der Götter, samt Waffe, Reittier und Gefolge“; „oṃ rāṃ agnaye tejodhipataye … namaḥ – Verehrung Agni, dem Herrn des Feuerglanzes“; „oṃ yāṃ yamāya pretādhipataye … namaḥ – Verehrung Yama, dem Herrn der Verstorbenen“; „oṃ kṣāṃ nirṛtaye rakṣodhipataye … namaḥ – Verehrung Nirṛti, dem Herrn der Rakṣas“; „oṃ vāṃ varuṇāya jalādhipataye … namaḥ – Verehrung Varuṇa, dem Herrn des Wassers“; „oṃ yāṃ vāyave prāṇādhipataye … namaḥ – Verehrung Vāyu, dem Herrn der Lebenskraft“; „oṃ sāṃ somāya tārādhipataye … namaḥ – Verehrung Soma, dem Herrn der Sterne“; „oṃ hāṃ īśānāya gaṇādhipataye … namaḥ – Verehrung Īśāna, dem Herrn der Scharen“. Jeweils ergänzt man „samt Waffe, Reittier und Gefolge“. Zwischen Indra und Īśāna: „oṃ āṃ brahmaṇe prajādhipataye … namaḥ – Verehrung Brahmā, dem Herrn der Geschöpfe“; zwischen Nirṛti und Varuṇa: „oṃ hrīṃ anantāya nāgādhipataye … namaḥ – Verehrung Ananta, dem Herrn der Nāgas“, mit denselben Ergänzungen. Dazu heißt es: Alle Weltenhüter werden außen im Quadrat verehrt. Zwischen Indra und Īśa sowie zwischen Nirṛti und Varuṇa werden stets Brahmā und Viṣṇu verehrt; die Weisen verstehen dies als Verehrung der Richtungsherren. Die Mantras der Weltenhüter, beginnend mit Indra, beginnen mit oṃ, enthalten jeweils das eigene Bīja, die Dativform und namaḥ am Schluss. Daher erfolgt überall die Verehrung mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss. [Die ursprüngliche Liste nennt Ananta, das anschließende Zitat Viṣṇu; beide Benennungen bleiben erhalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0143 · 37
Die jeweiligen Bījas beschreibt das Mantradarśana: Mit den Lauten für Erde, Feuer, Wind, Anfang und Ende, Wasser, Luft, Soma und Īśvara, verbunden mit Ananta und Bindu, sowie mit dem Schlingen- und Māyābīja werden sie verehrt. Weiter heißt es: Zum Schluss verehrt man die Weltenhüter samt den zum Grundmantra gehörenden Begleitern, mit ihren Waffen und den Herren ihrer Gruppen, in den Richtungen, beginnend im Osten. „Samt Reittier“ ergänzt die Kramadīpikā. [Die verschlüsselte erste Lautaufzählung „pṛthivyāgnipavanādyantavaruṇānilaseśvaraiḥ“ ist beschädigt; die konkreten Bījas stehen im vorhergehenden Abschnitt.]
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P2-0144 · 38
Außerhalb davon verehrt man, im Osten beginnend, den Donnerkeil, den Speer, den Stab, das Schwert, die Schlinge, den Stachel, die Keule, den Dreizack, den Lotus und das Rad, jeweils mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa dieses Mantras umfasst zweiunddreißig Lakh, also 3.200.000 Wiederholungen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0145 · 39
Dazu heißt es: Der Mantrakundige soll das Mantra 3.200.000-mal wiederholen und mit den acht Opferstoffen, die mit den drei süßen Stoffen verbunden sind, ein Feueropfer von einem Zehntel dieser Zahl vollziehen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0146 · 40
Die acht Stoffe sind: Brennhölzer von Aśvattha, Uḍumbara, Plakṣa und Nyagrodha, Sesam, weißer Senf, Milchreis und geklärte Butter. Diese kennen die Weisen als die acht Stoffe. Die drei süßen Stoffe sind geklärte Butter, Honig und Zucker. [„grodha“ ist in der Vorlage verkürzt; gemeint ist im Zusammenhang Nyagrodha.]
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P2-0147 · 41
Ein anderes Mantra: Der Mantrapraktizierende soll das aus drei Bījas bestehende Mantra bilden: Vāgbhava, das Bīja der Gemahlin Śambhus und das Bīja Ramās. Es bewirkt die Früchte der drei Lebensziele. Nyāsa, Verehrung und alle übrigen Handlungen soll man wie zuvor ausführen. Die bezeichneten Bījas sind aiṃ, hrīṃ und śrīṃ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0148 · 42
Beim Nyāsa der sechs Glieder gilt eine Besonderheit: „aiṃ hrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an den Daumen und entsprechend weiter. Im Nibandha heißt es: Der Lehrer soll die sechs Glieder dieses Mantras mit dem von Vāgbhava eingeleiteten Bīja bilden, das die sechs langen Vokale trägt und mit den jeweiligen Abschlussformeln verbunden ist.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0149 · 43
Die Meditation lautet: Man meditiert über die höchste Mutter, deren Körper zinnoberrot ist, die drei Augen besitzt, deren Rubinkrone mit dem strahlenden Herrn der Sterne geschmückt ist, deren Gesicht lächelt und deren Brüste voll sind. In ihren Händen trägt sie einen mit Edelsteinen gefüllten kostbaren Becher und einen roten Lotus. Sie ist mild; ihr linker Fuß ruht auf einem Juwelengefäß.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0150 · 44
Das Puraścaraṇa dieses Mantras umfasst zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es in der Śāradā: Der Mantrapraktizierende soll das Mantra zwölf Lakh-mal wiederholen, mit gesüßtem Milchreis ein Feueropfer von einem Zehntel dieser Zahl vollziehen und auf dem zuvor beschriebenen Sitz verehren.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0151 · 45
Ein anderes Mantra: Māyā, von dem Sprachbīja auf beiden Seiten umschlossen, gilt als diese dreisilbige Vidyā: aiṃ hrīṃ aiṃ. Der Nyāsa dieses Mantras erfolgt wie zuvor.
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P2-0152 · 46
Hand- und Gliedernyāsa: „aiṃ hrāṃ aiṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an den Daumen und entsprechend weiter; „aiṃ hrāṃ aiṃ hṛdayāya namaḥ“ am Herzen und entsprechend weiter. Dazu heißt es: Man soll die sechs Glieder bilden, indem der mittlere Laut mit den langen Vokalen versehen und von den Sprachbījas umschlossen wird.
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P2-0153 · 47
Die Meditation lautet: Ich verehre die ewige Gemahlin Haras, die von den Göttern verehrt wird und auf einem roten Lotus steht. Ihr Körper ist dunkel, der Mond schmückt ihr Haupt. Mit ihren Händen zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt einen roten Lotus und einen mit Edelsteinen besetzten Becher. Ihre vom Perlenhalsband geschmückten Brüste lassen sie sich leicht beugen; ihre drei Augen strahlen. Nachdem man so meditiert hat, soll man wie zuvor verehren.
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P2-0154 · 48
Auf den acht Blättern gilt eine Besonderheit: nāṃ Brāhmī, īṃ Māheśvarī, ūṃ Kaumārī, ṛṃ Vaiṣṇavī, ḷṃ Vārāhī, aiṃ Indrāṇī, auṃ Cāmuṇḍā und aḥ Mahālakṣmī. Erneut auf den acht Blättern: aṃ Asitāṅga, iṃ Ruru, uṃ Caṇḍa, ṛṃ Krodha, ḷṃ Unmatta, „evaṃ“ Kapālin, oṃ Bhīṣaṇa und aṃ Saṃhāra, jeweils mit namaḥ. Oder man verehrt die Paare: „aṃ āṃ asitāṅgabrāhmībhyāṃ namaḥ – Verehrung Asitāṅga und Brāhmī“ und entsprechend weiter. Dazu heißt es: Die Mütter werden mit langen Anfangsvokalen bezeichnet, die Bhairavas mit kurzen. Alles Übrige ist wie zuvor zu verstehen. [Die Vorlage hat beim ersten Mutterbīja nāṃ und bei ṛṃ und ḷṃ kurze Formen; bei Kapālin „evaṃ“. Dies stimmt nicht vollständig mit der erklärten Vokalregel überein und wird nicht stillschweigend korrigiert.]
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P2-0155 · 49
Das Puraścaraṇajapa dieses Mantras beträgt zehn Lakh, also 1.000.000 Wiederholungen. Ein Feueropfer von einem Zehntel dieser Zahl wird mit Palāśablüten vollzogen, die mit den drei süßen Stoffen verbunden sind. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra tattva-Lakh-mal und opfert ein Zehntel dieser Zahl mit süß bestrichenen Palāśablüten oder mit Blüten des Rājavṛkṣa. „Tattva-Lakh“ bedeutet zehn Lakh, denn nach den Lehrern heißt es: „Aufgrund der inneren Zugehörigkeit der Śakti sind es zehn Tattvas.“ Einige verstehen darunter vierundzwanzig Lakh, also 2.400.000 Wiederholungen. [Die Begründungszeile ist sprachlich beschädigt; beide angegebenen Zählweisen bleiben erhalten.]
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P2-0156 · 50
Ein anderes Mantra: Ananta, mit Bindu verbunden und mit Māyā, Brahmā, Feuer und Tārā versehen, ergibt das mit dem Schlingenbīja beginnende dreisilbige Mantra, das die Früchte aller Wünsche schenkt. Der Nyāsa von Seher, Versmaß und Gottheit erfolgt wie beim einsilbigen Mantra. [Die Lautverschlüsselung wird hier als solche übersetzt; die Vorlage gibt an dieser Stelle keine ausgeschriebene Mantraform.]
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P2-0157 · 51
Das Gliedermantra lautet: „hrīṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an den Daumen und „hrīṃ hṛdayāya namaḥ“ am Herzen, jeweils mit den weiteren Zuordnungen. Überall soll man Hand- und Gliedernyāsa mit dem Bīja hrīṃ ausführen. Im Nibandha heißt es: Seher und die übrigen Zuordnungen sind die zuvor genannten; die Gliederhandlung erfolgt mit dem Bīja.
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P2-0158 · 52
Die Meditation: Ich verehre jene ursprüngliche Bhuvaneśvarī, die auf einem Lotussitz ruht, in ihren Händen Gewährung, Stachel, Schlinge und die Furchtlosigkeitsmudrā trägt, drei Augen besitzt und dem Glanz von zehn Millionen jungen Sonnen gleicht.
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P2-0159 · 53
Ihre Verehrung erfolgt wie bei der einsilbigen Vidyā. Auf den acht Blättern verehrt man wie zuvor die Paare, beginnend mit Brāhmī. Da keine Verehrung auf sechzehn Blättern vorgeschrieben ist, entfallen die sechzehn Blätter.
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P2-0160 · 55
Das Puraścaraṇajapa dieses Mantras beträgt zehn Lakh, also 1.000.000 Wiederholungen. Mit Brennhölzern von Aśvattha, Uḍumbara und Plakṣa, bestrichen mit Quark, Honig und geklärter Butter, sowie mit milchbestrichenem Sesam vollzieht man zehntausend Feueropfer. Dazu heißt es: Der Beherrscher seiner Sinne, der von opfergeeigneter Nahrung lebt, soll das Mantra tattva-Lakh-mal wiederholen. Nach dem Japa soll der vorzügliche Mantrakundige zehntausendmal opfern, mit Brennhölzern milchsaftführender Bäume, bestrichen mit Quark, Honig und geklärter Butter. Danach soll er dieselbe Zahl mit reinem, milchbestrichenem Sesam opfern. „Tattva“ bezeichnet hier zehn, nach dem Ausspruch „Die Śakti besitzt zehn Tattvas“. Andere Bhuvaneśvarīmantras wurden wegen ihrer geringen Bekanntheit nicht aufgenommen. Nun die Annapūrṇāmantras: Māyā, die Herzformel, danach „bhagavati“, anschließend das Wort „māheśvari“, dann „annapūrṇa“ und zweimal ṭha ergeben das siebzehnsilbige Mantra. [Der Annapūrṇāmantrawortlaut ist in der Vorlage in verschlüsselter Form gegeben; ṭha ṭha bezeichnet gewöhnlich svāhā.]
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P2-0161 · 56
Im Kalpa heißt es: Göttin, wenn sie mit dem Praṇava, oṃ, beginnt, ist sie siebzehnsilbig. Sie schenkt Nahrung, Befreiung und stets Wohlstand.
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P2-0162 · 57
Göttin, wenn sie mit Māyā beginnt, schenkt sie alles Gewünschte. Wenn sie mit dem Śrībīja beginnt, vermehrt sie das Glück.
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P2-0163 · 58
Wenn sie mit dem Sprachbīja beginnt, schenkt sie Herrschaft über die Sprache. Wenn die Vidyā mit dem Liebesbīja beginnt, erfüllt sie alle Wünsche.
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P2-0164 · 59
Wenn die Vidyā mit Tārā und Māyā beginnt, schenkt sie Genuss und Befreiung. Wenn sie mit dem Paar Māyā- und Śrībīja beginnt, schenkt sie stets Wohlstand. Wenn sie mit dem Bījapaar Śrī und Māyā beginnt, erfüllt sie jeglichen Reichtum.
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P2-0165 · 60
Ihr Verehrungsverfahren: Nachdem man die morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa ausgeführt hat, setzt man auf die Staubfäden des Herzlotus und in die Mitte die im Bhuvaneśvarī-Sitzmantra genannten Sitzkräfte und vollzieht den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen. Auf dem Kopf: „oṃ brahmaṇe ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Brahmā“; am Mund: „paṃktaye chandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Paṅkti“; am Herzen: „annapūrṇāyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Annapūrṇā“. Dort heißt es: Für diese Mantragruppen wird Brahmā als Seher genannt; Paṅkti ist das Versmaß, Annapūrṇikā die Gottheit.
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P2-0166 · 61
Dann folgt der Hand- und Gliedernyāsa: „hrīṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an den Daumen, „hrīṃ hṛdayāya namaḥ“ am Herzen und entsprechend weiter. Überall soll man das Māyābīja verwenden. Im Nibandha heißt es: Man soll die Glieder mit Māyā bilden und dann über die Göttin meditieren. Im Kalpa: Mit welchem Bīja die Vidyā beginnt, mit eben diesem werden die Glieder gebildet.
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P2-0167 · 62
Die Meditation: Ich verehre die rote Göttin, die ein vielfarbiges Gewand trägt, deren Haupt den jungen Mond trägt und die unablässig Nahrung verteilt. Unter der Last ihrer Brüste neigt sie sich. Beim Anblick des Tanzenden, dessen Schmuck die Mondsichel ist, freut sie sich. Sie vernichtet das Leid des Daseins. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
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P2-0168 · 63
Dann verehrt man den Sitz nach dem allgemeinen Verfahren und führt die im Bhuvaneśvarīmantra beschriebene Sitzverehrung mit Jayā und den übrigen Kräften bis zum Sitzmantra aus. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die übrigen Handlungen bis zur Darbringung der fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf den Staubfäden im Südosten: „hrīṃ hṛdayāya namaḥ“ für das Herz; im Südwesten „hrīṃ śirase svāhā“ für den Kopf; im Nordwesten „hrīṃ śikhāyai vaṣaṭ“ für die Haarlocke; im Nordosten „hrīṃ kavacāya huṃ“ für den Schutzpanzer; in der Mitte „hrīṃ netratrayāya vauṣaṭ“ für die drei Augen; in den vier Richtungen „hrīṃ astrāya phaṭ“ für die Waffe. Auf den acht Blättern, im Osten beginnend, verehrt man Brāhmī, Māheśvarī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī, mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss. Dort heißt es: Der Einsichtige soll diese, Brāhmī und die übrigen, der Reihe nach auf den Blättern verehren. [Für acht Blätter nennt die Vorlage nur sieben Göttinnen; Kaumārī fehlt in dieser Liste.] Für einen Śūdra steht anstelle von oṃ der vierzehnte Vokal mit Bindu, wie es im Kālikāpurāṇa bei der Bildung der Mantrabrücke gelehrt wird. Dazu heißt es: Göttin, die Tantrakundigen nennen den mit dem vierzehnten Vokal versehenen und am Scheitel mit Bindu geschmückten Laut den Praṇava des Śūdra.
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P2-0169 · 64
Danach verehrt man wie zuvor Indra und die übrigen Richtungshüter sowie den Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇajapa beträgt sechzehntausend Wiederholungen. Dazu heißt es: Man soll das Mantra vorschriftsmäßig sechzehntausendmal wiederholen und anschließend mit geklärter Butter versehenem Reis ein Zehntel dieser Zahl im Feuer opfern. Dieses Mantra ist mit oṃ am Anfang achtzehnsilbig; es kann auch mit Māyā oder dem Śrībīja beginnen. Ohne Māyā, mit oṃ, dem Liebesbīja, dem Śrībīja oder Vāgbhava am Anfang, ist es siebzehnsilbig, wie im Schutztext dargelegt. Die besondere Regel lautet: Mit demjenigen Bīja, mit dem das Mantra beginnt, bildet man seine Glieder.
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P2-0170 · 65
Nun die Tripuṭāmantras: Das aus drei Bījas bestehende Mantra wird aus Śrī, Māyā und Madana gebildet: śrīṃ hrīṃ klīṃ.
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P2-0171 · 66
Das Pūjāyantra wird in der Vorlage mit Abbildung 16 bezeichnet. In der Daśapaṭalī heißt es: Zuerst soll der Einsichtige ein Sechseck zeichnen und die Vidyā in seine Mitte schreiben. Dieselbe schreibt er wiederholt der Reihe nach in die sechs Ecken. Außen zeichnet er einen achtblättrigen Lotus, geschmückt mit den langen Vokalen, und ein quadratisches Maṇḍala mit vier Toren. In der Mitte ruft man die Göttin an und meditiert über sie als die Spenderin aller Fülle.
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P2-0172 · 67
Ihr Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man Jayā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra ein, wie im Bhuvaneśvarīmantra beschrieben, und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf: „sammohanāya ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Sammohana“; am Mund: „gāyatryai chandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“; am Herzen: „tripuṭāyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Tripuṭā“. Dann der Handnyāsa: śrīṃ an beiden Daumen mit namaḥ; hrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; klīṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śrīṃ an den Ringfingern mit huṃ; hrīṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; klīṃ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso an den sechs Gliedern, beginnend mit „śrīṃ hṛdayāya namaḥ – Verehrung dem Herzen“. Im Nibandha heißt es: Sammohana ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Tripuṭā die Gottheit. Mit ihren zweimal gesprochenen drei Bījas werden der Reihe nach die sechs Glieder gebildet.
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P2-0173 · 68
Die Meditation: Man vergegenwärtigt sich die Gottheit unter dem wunscherfüllenden Baum, in einem lieblichen Pārijātahain, in einem Pavillon mit Edelsteinboden, auf einem schönen Juwelenthron und einem Lotus, den ein Sechseck schmückt. Man meditiert über die ursprüngliche Kraft: In ihren Lotushänden trägt sie Bogen, Schlinge, zwei Lotusse, Stachel und Blumenpfeile. Sie trägt eine Edelsteinkrone und besitzt drei Augen; ihr Glanz gleicht einem goldenen Lotus. Die Last ihrer Brüste lässt sie sich neigen; juwelenbesetzte Fußringe, Gürtel, Halsschmuck und weitere Schmuckstücke zieren ihren Körper. Sie ist von Botinnen umgeben, die unter der Last ihrer Brüste stehen und Yakschweifwedel, Spiegel, Beteldosen und Kästchen tragen. Mit einem Blick, der den Nektar des Mitgefühls regnen lässt, schaut sie den Praktizierenden an. „Ambuja“ bezeichnet einen Lotus, keine Muschel, denn Dakṣiṇāmūrti sagt: „Sie trägt zwei Lotusse.“ Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0174 · 69
Dann vollzieht man die Sitzverehrung nach dem allgemeinen Pūjāverfahren. Auf den Staubfäden verehrt man Jayā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra nach dem Bhuvaneśvarīverfahren, meditiert erneut und vollzieht die Handlungen von der Anrufung bis zur Darbringung der fünf Handvoll Blumen. Dann folgt die Umkreisverehrung. An den sechs Ecken, im Südosten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Lakṣmī, Hari, Gaurī, Śiva, Rati und Kāma. Beiderseits des Sechsecks verehrt man den Muschelschatz und den Lotusschatz. Auf den Staubfäden in den vier Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „śrīṃ hṛdayāya namaḥ“ und den folgenden Formeln.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0175 · 70
Danach werden auf den Blättern die Mütter, beginnend mit Brāhmī, verehrt. Im Nibandha heißt es: Gesammelt soll man die Göttin auf dem für Hṛllekhā vorgeschriebenen Sitz verehren. An den sechs Ecken, beginnend im Südosten, soll man stets Lakṣmī und die übrigen verehren: Lakṣmī, schlank und goldglänzend, mit Gewährung, zwei Lotussen und Furchtlosigkeit; Hari, goldglänzend, mit Muschel, Rad, Keule und Lotus; Gaurī, rot wie die Javāblüte, mit Schlinge, Stachel, Furchtlosigkeit und Wunscherfüllung; Hara, goldglänzend, mit Antilope, Beil, Furchtlosigkeit und Wunscherfüllung; Rati, mild und goldfarben, mit blauem Lotus in der Hand; Smara, rot, mit Schlinge, Stachel, Bogen und Blumenpfeilen. Beide Schätze verehrt man wie zuvor zu beiden Seiten. Nachdem man außen die Glieder verehrt hat, verehrt man die Mütter auf den Blättern. Außerhalb davon verehrt man Indra und die übrigen in weiblicher Gestalt.
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P2-0176 · 72
Im Nibandha heißt es: Man soll die Weltenherren in weiblicher Gestalt und mit mildem Körper verehren. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇajapa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt dieses Mantra zwölf Lakh-mal und opfert zwölftausendmal mit vorzüglichen Hölzern von Bilva und Āragvadha, die mit den süßen Stoffen bestrichen sind, sowie mit Javāblüten. Den Guru erfreut man mit Reichtum. Āragvadha ist Śoṇālu. Dieses Mantra kommt in drei Formen vor, denn Dakṣiṇāmūrti sagt: „Göttin, es kann auch mit Parā beginnen oder mit Kāma.“
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P2-0177 · 73
Nun die Tvaritāmantras: Jetzt werde ich Tvaritā beschreiben, die rasch Früchte schenkt. Tārā, Māyā, das Schutzbīja, Ṛddhi mit dem Īśasvara, Kūrma, dessen Endlaut, der mit Bhaga versehene kṣa, strī, der lange Körperschutz, Saṃvarta mit Bhaga, Māyā und phaṭ am Ende ergeben das zwölfsilbige Mantra. Māyā ist Bhuvaneśī, varma ist huṃ; ṛddhi ist kha, īśvara ist e; kūrma ist ca, dessen Endlaut cha; bhaga ist e, mit kṣa verbunden; strī bezeichnet sich selbst; der lange Körperschutz ist hūṃ; saṃvarta ist kṣa, bhaga ist e, mit kṣa verbunden; dann erneut Bhuvaneśvarī und phaṭ. [Die Verszeile hat „dharmabījam“, die Erklärung jedoch „varma huṃ“; außerdem ist die erste kṣa-Verbindung in der Vorlage widersprüchlich. Die im folgenden Nyāsa erkennbaren Silben ergeben oṃ hrīṃ huṃ khe ca che kṣa strī hūṃ kṣe hrīṃ phaṭ, doch die beschädigte Lautverschlüsselung erlaubt keine vollständig sichere Rekonstruktion.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0178 · 74
Für dieses Mantra ist Arjuna der Seher, Virāṭ das Versmaß und Tvaritā die Gottheit. Seine Anwendung dient der Erlangung der vier Lebensziele. Im Nibandha heißt es: Als Seher wird Arjuna genannt, als Versmaß Virāṭ; die Gottheit ist Tvaritā, die die Früchte der menschlichen Lebensziele schenkt.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0179 · 75
Ihr Verehrungsverfahren; die Vorlage verweist auf das Tvaritāyantra, Abbildung 17. In der Dakṣiṇāmūrtiüberlieferung heißt es: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus und außen die Erdumfassung. In jede der acht Ecken schreibt man den Schutztext, insgesamt achtmal. In die Mitte setzt man Bhuvaneśānī und umschließt sie mit den Mātṛkābuchstaben. Dieses Yantra heißt „Alles beschützend“. Darin ruft man die große Herrin an und verehrt sie mit den Gaben. [Der einleitende Ausdruck „pūtatra jāyaṃtraṃ“ und „bhūvindvam“ sind beschädigt; die Erdumfassung ist aus dem Yantrazusammenhang erschlossen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0180 · 76
Nach den morgendlichen Handlungen und den Sitznyāsas setzt man auf die Staubfäden Jayā und die übrigen im Bhuvaneśvarīmantra beschriebenen Sitzkräfte. In die Mitte setzt man das Mantra: „kṣaṃ huṃ haṃ vajradeha ghuru ghuru hiṃgulu hiṃgulu garja garja haṃ hūṃ kṣāṃ pañcānanāya namaḥ“. Seine verständlichen Worte bedeuten: „Du mit diamantfestem Körper, brülle, brülle; Verehrung dem Fünfgesichtigen.“ Die Bījas und die Anrufungslaute ghuru und hiṃgulu bleiben als Ritualklänge erhalten. Im Nibandha heißt es: Saṃvartaka mit Bindu, der Schutzlaut und der ganze Raumlaut; dann spricht man „vajradeha“, zweimal „ghuru“, zweimal „hiṃgulu“, „garja garja“, den Raumlaut mit Bindu, den Schutzlaut und den letzten Laut mit langem Vokal und Bindu; danach „pañcānanāya“ und die Herzformel. Dies wird als Sitzmantra bezeichnet.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0181 · 77
Dann folgt der Sehernyāsa: auf dem Kopf „arjunaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Arjuna“; am Mund „virāṭ chandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Virāṭ“; am Herzen „tvaritāyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Tvaritā“. Der Mantranyāsa: oṃ auf dem Scheitel, huṃ auf der Stirn, khe am Hals, ca am Herzen, che am Nabel, kṣa an der verborgenen Stelle, strī an beiden Oberschenkeln, hūṃ an beiden Knien, kṣe an beiden Unterschenkeln, phaṭ an beiden Füßen, jeweils mit namaḥ. Mit dem Grundmantra vollzieht man den umfassenden Nyāsa.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0182 · 78
Im Nibandha heißt es: Der Praktizierende setzt die Laute ohne Māyā auf Scheitel, Stirn, Hals, Herz, Nabel, verborgene Stelle, beide Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Füße. Dann vollzieht er mit dem vollständigen Mantra den umfassenden Nyāsa.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0183 · 79
Dann der Hand- und Gliedernyāsa: ca-che an beiden Daumen mit namaḥ; che-kṣa an den Zeigefingern mit svāhā; kṣa-strī an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; strī-huṃ an den Ringfingern mit huṃ; hūṃ-kṣe an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; kṣe-phaṭ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den übrigen Stellen, beginnend laut Vorlage mit „cakṣe hṛdayāya namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Der vorzügliche Praktizierende soll aus den sieben mit Kūrma beginnenden Lauten, jeweils den vorhergehenden weglassend, paarweise die sechs Glieder bilden. [Die erste Handformel lautet „cache“, die erste Herzformel „cakṣe“; diese Abweichung steht bereits in der Vorlage.]
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P2-0184 · 80
Die Meditation: Ich verehre die dreiaugige Göttin in Gestalt einer Kirātin, mit dunklem Körper, einer Krone aus Pfauenfedern und einem umgebundenen Blättergewand. Ihre Brüste, unter deren Last sie sich neigt, sind mit einer Guñjāketten geschmückt. Sie trägt acht Schlangen als Ohrschmuck, Armreifen, Gürtel und klingende Fußringe; ihre erhobenen Hände gewähren Gaben und Furchtlosigkeit. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf. [Die Versmitte „aṣṭāhipānbibhratīm … prārpitān“ ist beschädigt; die Schlangen als Schmuck sind dem erkennbaren Zusammenhang entnommen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0185 · 81
Dann verehrt man den Sitz nach dem allgemeinen Verfahren und die Kräfte Jayā, Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī, Aghorā und Maṅgalā auf den Staubfäden des Lotus, im Osten beginnend, jeweils mit oṃ und namaḥ. In der Mitte spricht man „kṣaṃ huṃ haṃ vajradeha ghuru ghuru hiṃgulu hiṃgulu garja garja haṃ hūṃ kṣāṃ pañcānanāya namaḥ“. Dann meditiert man wie zuvor, vollzieht Anrufung und die übrigen Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. In den Ecken, beginnend im Südosten, verehrt man: „cache gāyatryai hṛdayāya namaḥ“ am Herzen; „chekṣa gāyatryai śirase svāhā“ am Kopf; „kṣastrī gāyatryai śikhāyai vaṣaṭ“ an der Haarlocke; „strīhūṃ gāyatryaṃ kavacāya huṃ“ am Schutzpanzer; „hūṃkṣe gāyatryai netratrayāya vauṣaṭ“ an den drei Augen; in den Richtungen „kṣe phaṭ gāyatryai astrāya phaṭ“ an der Waffe. Dann verehrt man Praṇītā und Gāyatrī im Norden und Nordosten. Im Nibandha heißt es: Auf den Staubfäden verehrt man der Reihe nach die Glieder, Praṇītā und Gāyatrī. Auf den Blättern verehrt man diese schön geschmückten Kräfte, deren Formeln mit śrīṃ beginnen: Huṃkārī, Khecarī, Caṇḍā, Chedinī, Kṣepiṇī, Strī, Huṃkārī und Kṣemakārī, mit Waffen und Schmuck. Außen vor der Göttin steht Phaṭkārī, die Bogen und Pfeil trägt. Die Formel lautet beispielsweise „śrīṃ huṃkāryai namaḥ – Verehrung Huṃkārī“; außen vorne „oṃ phaṭkāriṇyai namaḥ – Verehrung Phaṭkāriṇī“. [Huṃkārī wird in der überlieferten Liste zweimal genannt; die grammatisch abweichende Form „gāyatryaṃ“ bleibt im Mantrazitat erhalten.]
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P2-0186 · 80 ka
Zu beiden Seiten des Tores: „oṃ jayāyai namaḥ – Verehrung Jayā“ und „oṃ vijayāyai namaḥ – Verehrung Vijayā“. Außen davon verehrt man Kiṅkara mit „kiṅkarāya rakṣa rakṣa tvaritājñāsthiro bhava huṃ phaṭ – Dem Diener: Schütze, schütze; sei fest im Befehl Tvaritās! Huṃ phaṭ.“ Im Nibandha heißt es: Beiderseits des Tores verehrt man Jayā und Vijayā, die goldene Stäbe in ihren Lotushänden tragen. Danach sagt man „kiṅkarāya“, „rakṣa rakṣa“ und „tvaritājñāsthiro bhava“; mit dem durch Schutz- und Waffenlaut abgeschlossenen Mantra verehrt man Kiṅkara außerhalb davon. Er ist schwarz, trägt einen Knüppel und besitzt schwarzes, zerzaustes Haar. Man verehrt ihn mit herrlichen, duftenden roten Waldblumen, Räucherwerk, Licht und weiteren Gaben sowie großen Festen mit Tanz und Gesang. Hier findet keine Verehrung Indras und der übrigen Richtungshüter statt, da sie nicht vorgeschrieben ist. [„nṛtyagormataiḥ“ ist beschädigt; „Tanz und Gesang“ ist eine sinngemäße Annäherung.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0187 · 82
Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇajapa beträgt ein Lakh, also 100.000 Wiederholungen. Ein Zehntel dieser Zahl opfert man mit vorzüglichen Bilvahölzern, die mit den drei süßen Stoffen bestrichen sind. Dazu heißt es: Der Mantrakundige, der seine Sinne beherrscht, soll dieses Mantra 100.000-mal wiederholen und ein Zehntel mit vorzüglichen Bilvahölzern, bestrichen mit den drei süßen Stoffen, im Feuer opfern.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0188 · 83
Nun das Nityāmantra: Vāgbhava und das Liebesbīja, dann „nityaklinne“, anschließend „madadrave“ und die Gemahlin des Feuers ergeben dieses zwölfsilbige Mantra: aiṃ klīṃ nityaklinne madadrave svāhā. Die Anrufung bedeutet: „Du stets Benetzte, du im Rausch Zerfließende!“ [Die Vorlage trennt „madau punaḥ / drave“ ungewöhnlich; der folgende Mantratext bestätigt madadrave.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0189 · 84
Ihr Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man auf die Staubfäden, im Osten beginnend, Jayā und die übrigen Kräfte bis zur Formel „hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ – Verehrung dem Lotussitz aller Kräfte“. Dann folgt der Sehernyāsa: auf dem Kopf „sammohanaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Sammohana“; am Mund „nivṛcchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛt“; am Herzen „nityāyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Nityā“. Im Nibandha heißt es: Sammohana ist der Seher, Nivṛt das Versmaß, Nityā die Gottheit.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0190 · 85
Der Handnyāsa erfolgt überall mit aiṃ: an den Daumen mit namaḥ, den Zeigefingern mit svāhā, den Mittelfingern mit vaṣaṭ, den Ringfingern mit huṃ, den kleinen Fingern mit vauṣaṭ sowie Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man aiṃ an die sechs Glieder, beginnend mit „aiṃ hṛdayāya namaḥ – Verehrung dem Herzen“. Im Nibandha heißt es: Nachdem man die sechs Glieder mit dem Sprachbīja gebildet hat, soll man vorschriftsmäßig über Nityā meditieren.
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P2-0191 · 86
Die Meditation: Man meditiert über Śivas Gemahlin, rot, mit der Mondsichel auf dem Haupt und von den Unsterblichen verehrt. Ihre Hände tragen Lotus, Schlinge, Stachel und eine gefüllte Schädelschale. Salbe, Gewand und Schmuck sind rot; sie besitzt drei Augen, und ihre Glieder sind vom Rausch überwältigt. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
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P2-0192 · 87
Dann verehrt man den Sitz und auf den Staubfäden die Sitzkräfte, beginnend mit Jayā; in der Mitte vollzieht man die Verehrung bis „hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. [Die Vorlage nennt Nityāyantra, Abbildung 18.] In den vier Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit aiṃ das Herz mit namaḥ, den Kopf mit svāhā, die Haarlocke mit vaṣaṭ, den Schutzpanzer mit huṃ; in der Mitte die drei Augen mit vauṣaṭ, in den vier Richtungen die Waffe mit phaṭ. Auf den acht Blättern verehrt man Nityā, Nirañjanā, Klinnā, Kledinī, Madanāturā, Madadravā, Drāviṇī und Draviṇī, jeweils mit oṃ und namaḥ. Im Nibandha heißt es: Diese acht sind die Kräfte Nityā, Nirañjanā, Klinnā, Kledinī, Madanāturā, Madadravā, Drāviṇī und Draviṇī. Ihre Hände tragen blaue Lotusse und Schädelschalen; ihr Glanz gleicht dem roten Lotus. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Vorlage hat „saktāmbuja“; „roter Lotus“ beruht auf der naheliegenden Lesung raktāmbuja.]
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P2-0193 · 88
Das Puraścaraṇajapa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Nachdem man das Mantra 400.000-mal wiederholt und zehntausend Feueropfer mit süß bestrichenen Madhūkablüten vollzogen hat, soll man den eigenen Guru erfreuen.
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P2-0194 · 89
Nun die Vajraprastāriṇīmantras: Nach dem Sprach- und Māyābīja stehen „nityaklinne madadrave“ und am Schluss svāhā. Dieses zwölf Silben umfassende Mantra bewirkt Unterwerfung: aiṃ hrīṃ nityaklinne madadrave svāhā.
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P2-0195 · 90
Ihr Pūjāyantra besteht aus einem Sechseck, einem zwölfblättrigen Lotus und einem Quadrat mit vier Toren.
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P2-0196 · 91
[Die Vorlage verweist auf Abbildung 19.] Die Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man auf die Staubfäden Jayā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf „aṅgirase ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Aṅgiras“; am Mund „triṣṭupchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Triṣṭubh“; am Herzen „vajraprastāriṇyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Vajraprastāriṇī“. Im Nibandha heißt es: Aṅgiras ist der Seher; die Weisen nennen Triṣṭubh als Versmaß. Die Gottheit heißt Vajraprastāriṇī und schenkt das Erwünschte.
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P2-0197 · 92
Dann vollzieht man den Hand- und Gliedernyāsa mit „aiṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an den Daumen und den weiteren Formeln; „aiṃ hṛdayāya namaḥ“ am Herzen und entsprechend an den übrigen Gliedern. Im Nibandha heißt es: Der vorzügliche Mantrakundige soll mit Vāgbhava die sechs Glieder bilden.
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P2-0198 · 93
Die Meditation: Wir nehmen Zuflucht zur Mutter, die im roten Meer auf einem roten Boot sitzt, im Inneren eines zwölfblättrigen Lotus. Ihre Augen sind rot; an ihrer roten Krone leuchtet die Mondsichel. Ihr Gesicht lächelt; sie besitzt drei Augen. In ihren Händen trägt sie Zitronatzitrone, Pfeile, Schlinge, Stachel, Liebesbogen und eine kostbare Schädelschale. Ihr Körper ist gebeugt; die Last ihrer Brüste lässt sie sich neigen.
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P2-0199 · 93 ka
Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf und verehrt den Sitz wie zuvor. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die übrigen Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „aiṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den zwölf Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Hṛllekhā, Kledinī, Klinnā, Kṣobhiṇī, Madanāturā, Nirañjanā, Rāgavatī, Madanāvatī, Mekhalā, Drāviṇī, Vegavatī und Smarā. Im Nibandha heißt es: Hṛllekhā, Kledinī, Klinnā, Kṣobhiṇī, Madanāturā, Nirañjanā, Rāgavatī als siebte, Madanāvatī, Mekhalā, danach Drāviṇī, Vegavatī und schließlich Smarā. Die Kräfte haben rote Körper und tragen Schädelschalen und Lotusse. Außen davon verehrt man die Mütter, beginnend mit Brāhmī, und noch weiter außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die weiteren Waffen. Im Nibandha heißt es: In Haupt- und Zwischenrichtungen werden die Mütter verehrt, danach die Richtungsherren. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0200 · 94
Das Puraścaraṇa umfasst 100.000 Mantrawiederholungen. Dazu heißt es: Der Mantrapraktizierende wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert danach zehntausendmal mit vorzüglichen Brennhölzern des Rājavṛkṣa, die mit geklärter Butter benetzt sind. Rājavṛkṣa ist Śoṇālu.
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Durgā und ihre Formen
P2-0201 · 95
Nun die Durgāmantras: Jetzt werde ich das Durgāmantra beschreiben, das sichtbare und unsichtbare Früchte schenkt. Māyā; der Berglaut mit Ohr und Bindu, danach nochmals dieser Laut mit Ausstoß; der Fünf-Ender mit Pratiṣṭhā; Wind auf Bhautikās Sitz: Mit Tārā am Anfang und der Herzformel am Schluss besteht dieses Mantra aus acht Silben. Berg ist da, Ohr ist u, der Fünf-Ender ga, Pratiṣṭhā ā, Wind ya und Bhautika ai. Als andere Belegstelle sagt Bhaṭṭa: „Tārā, Māyā, das eigene Bīja, danach durgāyai und die Herzformel.“ Daraus ergibt sich oṃ hrīṃ duṃ durgāyai namaḥ. [Die erste Lautverschlüsselung enthält „bhūyo'sau sargavān“, das sich nicht eindeutig in diese ausdrücklich bestätigte Mantraform einfügt.]
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P2-0202 · 96
Ihr Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man auf die Staubfäden des Herzlotus und in die Mitte die Sitzkräfte, jeweils mit namaḥ: nāṃ Prabhā, īṃ Māyā, ūṃ Jayā, eṃ Sūkṣmā, aiṃ Viśuddhā, oṃ Nandinī, auṃ Suprabhā, aṃ Vijayā und aḥ Sarvasiddhidā. Darauf setzt man „oṃ vajranakhadaṃṣṭrāyudhāya mahāsiṃhāya huṃ phaṭ namaḥ – Verehrung dem großen Löwen, dessen Waffen diamantfeste Krallen und Hauer sind“. Im Nibandha heißt es: Prabhā, Māyā, Jayā, Sūkṣmā, Viśuddhā, Nandinī, Suprabhā, Vijayā und Sarvasiddhidā sind die neun Kräfte. Man verehrt sie mit den Vokalen, unter Auslassung der drei kurzen und der neutralen. Nach oṃ stehen „vajranakhadaṃṣṭrāyudhāya“ und „mahāsiṃhāya“, dann der Schutzlaut und die Verneigungsformel; dies gilt als Löwenmantra. Damit reicht man den Sitz dar und bildet mit dem Grundmantra die Gestalt der Gottheit. [Die Anfangssilbe nāṃ der Prosa weicht vom späteren āṃ ab; „neutrale“ Vokale bezeichnet hier eine traditionelle Lautklasse. Das Verszitat nennt phaṭ nicht ausdrücklich.]
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P2-0203 · 97
Dann folgt der Sehernyāsa: auf dem Kopf „nāradaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Nārada“; am Mund „gāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“; am Herzen „durgāyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Durgā“. Im Nibandha heißt es: Nārada ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß. Die Guten nennen Durgā als Gottheit des Mantras; sie beseitigt Übel und Bedrängnis.
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P2-0204 · 98
Der Handnyāsa: „hrāṃ oṃ hrīṃ duṃ durgāyai aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an den Daumen; mit hrīṃ statt hrāṃ an den Zeigefingern und svāhā am Schluss; mit hrūṃ an den Mittelfingern und vaṣaṭ; mit hraiṃ an den Ringfingern und huṃ; „hrauṃ duṃ durgāyai kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ an den kleinen Fingern; „hraḥ oṃ hrīṃ duṃ durgāyai karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ an Handflächen und Handrücken. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, beginnend mit „hrāṃ oṃ hrīṃ duṃ durgāyai namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Der Praktizierende soll die sechs Glieder vorschriftsmäßig mit dem Grundmantra ohne Verneigungsabschluss, verbunden mit hrāṃ und den folgenden Bījas, bilden. [In der Formel für die kleinen Finger fehlen oṃ hrīṃ, in der ersten Herzformel „hṛdayāya“; diese Auslassungen stehen in der Vorlage.]
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P2-0205 · 99
Die Meditation: Möge Durgā, die Not und Unglück beseitigt, euch beistehen! Sie sitzt auf einem Löwen, trägt den Mond auf dem Haupt und leuchtet wie Smaragd. Mit ihren vier Armen trägt sie Muschel, Rad, Bogen und Pfeile; drei Augen schmücken sie. Sie trägt Oberarmreifen, Halsketten, Armringe, einen klingenden Gürtel und tönende Fußringe; ihre Ohrringe glänzen von Edelsteinen. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
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P2-0206 · 100
Nach der Sitzverehrung verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte: āṃ Prabhā, īṃ Māyā, uṃ Jayā, eṃ Sūkṣmā, aiṃ Viśuddhā, oṃ Nandinī, auṃ Suprabhā, aṃ Vijayā und aḥ Sarvasiddhidā. Darauf verehrt man mit „vajranakhadaṃṣṭrāyudhāya mahāsiṃhāya huṃ phaṭ namaḥ“ den großen Löwen mit diamantfesten Krallen und Hauern als Waffen. Dazu heißt es: Man verehrt diese mit den Vokalen unter Auslassung der drei kurzen und der neutralen. Nach oṃ folgen „vajranakhadaṃṣṭrāyudhāya“, „mahāsiṃhāya“, der Schutzlaut und die Verneigungsformel. Dies gilt als Löwenmantra. Damit reicht man den Sitz dar und bildet mit dem Grundmantra die Gestalt. Dann meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die übrigen Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. In Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „hrāṃ oṃ hrīṃ duṃ durgāyai hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. [Bei Jayā steht hier uṃ statt des zuvor angegebenen ūṃ.]
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P2-0207 · 1
Dann auf den Blättern: jaṃ Jayā, viṃ Vijayā, kīṃ Kīrti, prīṃ Prīti, praṃ Prabhā, śraṃ Śraddhā, śruṃ Śruti und maṃ Medhā. Ebenfalls auf den Blättern verehrt man mit oṃ die Muschel, das Rad, die Keule, das Schwert, die Schlinge, den Stachel, den Bogen und den Pfeil. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0208 · 2
Das Puraścaraṇa umfasst acht Lakh, also 800.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Beherrscher seiner Sinne soll das Mantra 800.000-mal wiederholen und achttausendmal mit süß vermischtem Sesam oder mit in Milch gekochtem Reis im Feuer opfern. Der abschließende Satz erläutert ausdrücklich, dass achttausend Feueropfer vorgeschrieben sind.
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P2-0209 · 3
Nun die Mahiṣamardinīmantras. In der Śāradā heißt es: Der Endlaut der bha-Reihe, der Raumlaut mit Auge, Śveta, dann „mardini“ und zweimal ṭha ergeben die achtgliedrige Vidyā Mahiṣamardinī. Im Nārāyaṇītantra: Viṣa, hi, Majjā, Kāla, Feuer, der Berg mit i, ni und zweimal ṭha. Viṣa ist ma, hi bezeichnet sich selbst, Majjā ya, Kāla ma, Feuer ra, der Berg da und istha die Verbindung mit i; daraus entsteht di. Das Mantra lautet somit „mahiṣamardini svāhā – Vernichterin des Büffels, svāhā“. Mit Tārā, Māyā, Kāma, Vāgbhava, dem Brautbīja oder dem Schutzlaut am Anfang wird es neunsilbig. [Die Erklärung „majjā yakāraḥ“ widerspricht der für mahiṣa benötigten Silbe ṣa; die ausdrücklich genannte Göttin und die übrigen Verschlüsselungen stützen den angegebenen Wortlaut.]
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P2-0210 · 4
Im Viśvasāra heißt es: Der Einsichtige kann die Vidyā mit oṃ oder mit Māyā am Anfang wiederholen; ebenso mit dem Brautbīja oder dem Schutzlaut. Zu allen Zeiten und überall soll er sie mit „māmā“ am Anfang wiederholen. Zur Reinigung der Sprache wiederholt er die Göttinnenvidyā mit Vāgbhava am Anfang. Ohne Bījas gilt die große Vidyā als kraftlos. Wenn sie am Anfang und am Ende von einem Bījapaar umschlossen ist, ist sie zehnsilbig; dieser Vidyā, der Herrin der drei Welten, kommt keine gleich. Mit oṃ und Māyā wird sie ebenfalls zehnsilbig; mit Kāma und oṃ wird sie ebenfalls zehnsilbig. [„māmādyāṃ“ und „mukhe yugmedeśake“ sind beschädigt; die erste unklare Anlautsangabe wird nicht stillschweigend durch Kāma ersetzt.]
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P2-0211 · 5
Die Verehrung dieser Mantras: Man vollzieht die morgendlichen Handlungen und den Sitznyāsa. Nachdem man den zuvor genannten Nyāsa von Seher und den weiteren Zuordnungen ausgeführt hat, folgt der Hand- und Gliedernyāsa. [Der erste Satz der Vorlage ist syntaktisch verkürzt.]
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P2-0212 · 5 ka
An den Daumen: „mahiṣahiṃsike hūṃ phaṭ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ – Du Bezwingerin des Büffels; Verehrung den Daumen“; an den Zeigefingern: „mahiṣaśatro śārvi hūṃ phaṭ … svāhā – Du Feindin des Büffels, du zu Śarva Gehörige“; an den Mittelfingern: „mahiṣaṃ heṣaya hūṃ phaṭ … vaṣaṭ – Lass den Büffel wiehern“; an den Ringfingern: „mahiṣaṃ hana hana devi hūṃ phaṭ … hūṃ – Göttin, töte, töte den Büffel“; an den kleinen Fingern: „mahiṣasūdanī hūṃ phaṭ … phaṭ – Du Vernichterin des Büffels“. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, beginnend mit „mahiṣahiṃsike hūṃ phaṭ hṛdayāya namaḥ“. Wo das Mantra fünf Glieder besitzt, lässt man das Augenmantra weg und vollzieht den fünfgliedrigen Nyāsa ohne Augen. Im Nibandha heißt es: „mahiṣahiṃsike hūṃ phaṭ“ wird als Herzmantra bezeichnet; „mahiṣaśatro śārvi hūṃ“ als Kopfmantra; „mahiṣaṃ heṣaya heṣaya hūṃ phaṭ“ als Haarlockenmantra; „mahiṣaṃ hana hana devi hūṃ phaṭ“ als Schutzpanzer; „mahiṣasūdani hūṃ phaṭ“ als Waffenmantra. [Das Kopfmantra ist im Zitat beschädigt und ohne phaṭ wiedergegeben; beim Haarlockenmantra verlangt das Zitat die Verdoppelung von heṣaya, die der ersten Liste fehlt. Die ungewöhnliche Lesung heṣaya, „lass wiehern“, bleibt als unsicher gekennzeichnet.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0213 · 6
Die Meditation: Ich verneige mich vor ihr, die dem Garuḍaedelstein gleicht, mit Edelsteinkrone und Ohrringen geschmückt ist, ein Auge auf der Stirn trägt und auf dem Kopf des Büffels sitzt. Mit ihren Armen trägt sie Muschel, Rad, Schwert, Schild, Pfeil, Bogen und Dreizack und zeigt den drohenden Zeigefinger. Die Mondsichel schmückt ihr Haupt.
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P2-0214 · 7
Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man das Arghya auf, verehrt den Sitz und auf den Staubfäden und in der Mitte das zuvor beschriebene Sitzmantra. Über das Arghyagefäß heißt es im Viśvasāra: Man soll die Göttin wie Kālī verehren und erhält dadurch die Frucht wie bei Kālī. Man soll die Göttin nicht mit den für Viṣṇu bestimmten Mitteln und niemals mit Tulasī verehren. Eine Muschel soll nicht als Arghyagefäß dienen; so hat der Lotusgeborene gelehrt. Man verehrt Śivā mit Viśvāmitras Gefäß oder mit einem irdenen. Aus dieser Aussage folgt das Verbot der Muschel. [„Viśvāmitras Gefäß“ ist hier nicht näher bestimmt.]
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P2-0215 · 8
Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die übrigen Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. In den Ecken, beginnend im Südosten, verehrt man die Glieder wie zuvor. Auf den Blättern, im Osten beginnend: āṃ Durgā, īṃ Varavarṇinī, ū Āryā, ṛṃ Kanakapratibhā, ḷṃ Kṛttikā, aiṃ Abhayapradā, auṃ Kanyā und aḥ Surūpā, jeweils mit namaḥ. In einem anderen Tantra heißt es: Zuerst Durgā, dann Varavarṇinī und die als Āryā bezeichnete; danach Kanakapratibhā, Kṛttikā, Abhayapradā, Kanyā und Surūpā. Man soll sie im Osten beginnend der Reihe nach verehren. Ihre Anfangslaute sind lang. [„ādhyaṃkāhvayām“ ist beschädigt; die Zuordnung zu Āryā ist durch die vorausgehende Liste gestützt. Die kurzen Formen ṛṃ und ḷṃ stimmen nicht mit der abschließenden Regel überein.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0216 · 9
Denn im Mantracūḍāmaṇi heißt es: Auf den acht Blättern soll man die Göttinnen, beginnend mit Durgā, mit langen Anfangsvokalen verehren. Auch die Śāradā sagt: „Der Reihe nach mit den langen Vokalen.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0217 · 10
An den Blattspitzen verehrt man mit namaḥ: yaṃ das Rad, raṃ die Muschel, laṃ das Schwert, vaṃ den Schild, śaṃ den Pfeil, ṣaṃ den Bogen, saṃ den Dreizack und haṃ den Zeigefinger. Im Nibandha heißt es: An den Spitzen verehrt man die Waffen – Rad, Muschel, Schwert, Schild, Pfeil, Bogen, Dreizack und Zeigefinger – der Reihe nach mit den Lauten, beginnend mit ya. An den Blattspitzen verehrt man die Mütter, beginnend mit Brāhmī. Danach verehrt man in den Richtungen außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Im Kulacūḍāmaṇi heißt es: Zunächst Brāhmī und die übrigen, anschließend außen die Weltenhüter und deren Waffen; dann vollzieht man die Anwendung der vollendeten Vidyā. [Die Schlusslesung „tasastrāṇi siddhamayī“ ist beschädigt; ihre genaue grammatische Verbindung bleibt unsicher.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0218 · 11
Das Puraścaraṇa umfasst acht Lakh, also 800.000 Wiederholungen, und achttausend Feueropfer mit Sesam. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 800.000-mal und opfert achttausendmal mit gutem Sesam; so ergibt es sich aus diesem und den weiteren Aussprüchen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0219 · 12
Vor der Darbringung des Japa zeichnet man im Norden ein dreieckiges Maṇḍala und gibt eine Baliopfergabe. Man sagt zweimal „ehi – komm“, zweimal „gṛhṇa – nimm“, dann „madīyaṃ baliṃ devi – Göttin, meine Opfergabe“, zweimal „lulāpaka“, zweimal „sādhaya – vollbringe“, zweimal „khādaya – iss“, dann „sarvasiddhiṃ dehi – schenke alle Vollendung“ und schließlich svāhā. Dies wird als das Mantra zur Baliopfergabe für Mardinī bezeichnet. [„lulāpaka“ ist an dieser Stelle unklar überliefert; eine sichere deutsche Bedeutung ist nicht feststellbar.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0220 · 13
Nun die Jayadurgāmantras: Tārā, zweimal „durga“, dann der rote Laut mit dem letzten ū-Laut und Auge, schließlich zweimal ṭha: Diese Vidyā Jayadurgās ist als zehnsilbig zu erkennen. [Die Lautverschlüsselung „raktamantyoḍhāntaṃ salocanam“ ist beschädigt. Sie wird nicht zu einem vermeintlich sicheren vollständigen Mantra ergänzt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0221 · 14ka
Ihre Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sehernyāsa, wie beim Durgāmantra beschrieben, vollzieht man Hand- und Gliedernyāsa. An den Daumen „oṃ durge … namaḥ – Oṃ, Durgā“; an den Zeigefingern „durge … svāhā“; an den Mittelfingern „durgāyai … vaṣaṭ – für Durgā“; an den Ringfingern „bhūtarakṣaṇi … huṃ – du Beschützerin der Wesen“; an den kleinen Fingern „oṃ durge durge akṣaṇi … vauṣaṭ“; an Handflächen und Handrücken „oṃ durge durge rakṣaṇi … phaṭ – Oṃ, Durgā, Durgā, Beschützerin“. Entsprechend erfolgt der Nyāsa am Herzen und den übrigen Gliedern. [„akṣaṇi“ ist beschädigt; vermutlich fehlt der Anfang von rakṣaṇi. Die abweichende Form wird kenntlich beibehalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0222 · 15
Die Meditation: Man meditiert über die Durgā namens Jayā, die wie eine dunkle Regenwolke glänzt und deren Seitenblicke den Feindesscharen Furcht einflößen. Die Mondsichel ist an ihre Krone gebunden. Mit ihren Händen trägt sie Muschel, Rad, Schwert und Dreizack; sie hat drei Augen. Auf den Schultern eines Löwen sitzend erfüllt sie die gesamten drei Welten mit ihrem Lichtglanz. Sie ist von Göttern umgeben und wird von denen verehrt, die Vollendung wünschen. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0223 · 16
Dann verehrt man den Sitz wie zuvor beschrieben und vollzieht die Verehrung wie zuvor. Das Puraścaraṇa umfasst fünf Lakh, also 500.000 Wiederholungen, und ein Feueropfer von einem Zehntel mit geklärter Butter. Im Nibandha heißt es: Man wiederholt das Mantra 500.000-mal und opfert danach ein Zehntel mit geklärter Butter in einem rituell bereiteten Feuer; auch Brahmanen soll man speisen. Der Einsichtige verehrt wie zuvor auf dem für das achtsilbige Mantra beschriebenen Sitz.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0224 · 17
Nun die Śūlinīmantras: Nach „jvala jvala – flamme, flamme“ steht „śūlini – Dreizackträgerin“, dann „duṣṭagraha – böser ergreifender Geist“, huṃ, der Waffenlaut und zuletzt die Gemahlin des Feuers. Dieses fünfzehnsilbige Mantra vernichtet Grahas und schädliche Zauber: „jvala jvala śūlini duṣṭagraha huṃ phaṭ svāhā“. [„śūlanito“ und „vahniyāyā“ sind beschädigt; der Zusammenhang und die folgenden Mantras stützen Śūlinī und svāhā.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0225 · 18
Ihre Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum beim Durgāmantra gelehrten Sitznyāsa vollzieht man den Sehernyāsa. Auf dem Kopf „dīrghatapase ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Dīrghatapas“; am Mund „kakupchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Kakubh“; am Herzen „śūlinyai devatāya namaḥ – Verehrung der Gottheit Śūlinī“. Im Nibandha heißt es: Dīrghatapas ist der Seher, Kakubh das Versmaß und Śūlinī die Gottheit, die von sämtlichen Göttern verehrt wird.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0226 · 19
Dann vollzieht man Hand- und Gliedernyāsa. An den Daumen: „śūlini durge huṃ phaṭ … namaḥ – Śūlinī, Durgā“; an den Zeigefingern: „śūlini varade huṃ phaṭ … svāhā – Śūlinī, Gabenspenderin“; an den Mittelfingern: „śūlini vindhyavāsini huṃ phaṭ … vaṣaṭ – Śūlinī, Bewohnerin des Vindhya“; an den Ringfingern: „śūlini asuramardini yuddhapriye trāsaya trāsaya huṃ phaṭ … huṃ – Śūlinī, Vernichterin der Asuras, Freundin des Kampfes, erschrecke, erschrecke“; an den kleinen Fingern: „śūlini devasiddhasupūjite nandini rakṣa rakṣa mahāyogeśvari huṃ phaṭ … phaṭ – Śūlinī, von Göttern und Vollendeten wohl Verehrte, Erfreuende, schütze, schütze, große Herrin des Yoga“. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha wird diese Reihenfolge erläutert: „durge“ am Herzen, „varade“ am Kopf, „vindhyavāsini“ an der Haarlocke; dann „asuramardini yuddhapriye“, zweimal „trāsaya“ als Schutzpanzer; schließlich „devasiddhasupūjite nandini“, zweimal „rakṣa“ und „mahāyogeśvari“. Diese fünf Mantras beginnen jeweils mit śūlini und enden mit huṃ phaṭ. [Die erste Liste hat das beschädigte „asuramarni“; das Zitat bestätigt asuramardini.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0227 · 20
Die Meditation: Ich vergegenwärtige mir Śūlinī, die auf dem König der Tiere sitzt und dunkel wie eine wasserreiche Regenwolke ist. In ihren Lotushänden trägt sie Dreizack, Pfeil, Schwert, Rad, Muschel, Keule, Bogen und Schlinge. Sie trägt den Mond als Schmuck und besitzt drei Augen. Vier Mädchen, die Schwert und Schild tragen, dienen ihr; den Gegnern flößt sie Furcht ein. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0228 · 21
Dann verehrt man den zuvor beschriebenen Sitz, meditiert erneut und vollzieht die Handlungen von der Anrufung bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung beginnt: In Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten und den Richtungen verehrt man die zuvor beschriebenen fünf Glieder mit „śūlini durga huṃ phaṭ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Durgā, Varadā, Vindhyavāsinī, Asuramardinī, Yuddhapriyā, Devasiddhasupūjitā, Nandinī und Mahāyogeśvarī. Anschließend verehrt man ihre Waffen an den Blattspitzen. [Die Prosa schreibt „asurabhardinyai“; die nächste Versliste bestätigt Asuramardinī.]
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P2-0229 · 22
Im Nibandha heißt es: Nachdem man die Glieder verehrt hat, verehrt man auf den Blättern die Kräfte: Durgā, Varadā, Vindhyavāsinī, Asuramardinī; als fünfte Yuddhapriyā, dann Devasiddhasupūjitā, als siebte Nandinī und zuletzt Mahāyogeśvarī. An den Blattspitzen verehrt man ihre Waffen: Muschel, Rad, Schwert, Keule, Pfeil, Bogen, Dreizack und Schlinge; danach die Richtungsherren. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa umfasst fünfzehn Lakh, also 1.500.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Einsichtige wiederholt dieses Mantra ein Lakh für jede Silbe. Das Feueropfer beträgt ein Zehntel dieser Zahl und erfolgt mit geklärter Butter oder Reis.
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Vāgīśvarī und Sarasvatī
P2-0230 · 23
Nun die Vāgīśvarīmantras: Ich werde diejenige beschreiben, deren Körper die Sprachlaute sind und die das Bewusstsein der ganzen Welt erweckt. Wird sie nicht erfasst, ist diese ganze Welt ohne Bewusstsein. „vada vada vāgvādini svāhā – Sprich, sprich, du Sprecherin der Sprache, svāhā“ ist das zehnsilbige Mantra.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0231 · 24
Im Nibandha heißt es: Der vom Wasserlaut umschlossene Berglaut, da, „vāgvādini“ und zweimal ṭha ergeben dieses zehnsilbige Mantra Sarasvatīs, das Herrschaft über die Sprache schenkt. Wenn es von Bhuvaneśī umschlossen wird, schenkt es die große Sarasvatīkraft. [Der Beginn ist eine verschlüsselte Beschreibung von vada; Bhuvaneśī bezeichnet hrīṃ.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0232 · 25
Ihr Pūjāyantra: Im Fruchtboden stehen Raumlaut, Bindu und der Laut der Zunge; die Staubfäden erstrahlen mit den Vokalen in Paaren. In den Blättern stehen der Reihe nach die fünf Konsonantengruppen, dann die übrigen Laute, beginnend mit ya und śa, jeweils in Zweiergruppen. In den Richtungen und Ecken stehen la und der Pfluglaut; eine Erdumfassung umschließt es. Dieses höchste Yantra der Göttin mit dem Lautkörper schenkt alle Vollendungen. [Der Vers ist stark beschädigt, besonders „rasanārṇakārṇikam“, „yaśalārṇādibjivargaṃ“ und „lāntalāṅgaliyujā“. Die allgemeine Anordnung ist erkennbar; eine sichere konkrete Buchstabenbelegung aller Felder lässt sich daraus allein nicht gewinnen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0233 · 26
[Die Vorlage verweist auf Abbildung 20.] Ihre Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man auf die Staubfäden, in die Mitte und in die Richtungen mit oṃ und namaḥ Medhā, Prajñā, Prabhā, Vidyā, Śrī, Dhṛti, Smṛti, Buddhi und Vidyeśvarī ein. In der Mitte verehrt man den aus Sprachlauten bestehenden Lotussitz mit „varṇapadmāsanāya namaḥ“. [„madhye“ ist in der Vorlage doppelt geschrieben.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0234 · 27
Dann der Sehernyāsa: Auf dem Kopf „kaṇvaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Kaṇva“; ist das Mantra von Māyā umschlossen, stattdessen „bṛhaspataye ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Bṛhaspati“. Am Mund „virāṭchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Virāṭ“; am Herzen „vāgīśvaryai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Vāgīśvarī“.
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P2-0235 · 28
Der Mantranyāsa: vaṃ auf dem Kopf; daṃ und vaṃ an beiden Ohren; daṃ und vāṃ an beiden Augen; gvāṃ und diṃ an beiden Nasenöffnungen; niṃ am Mund; svāṃ am Geschlechtsorgan; hāṃ an der verborgenen Stelle, jeweils mit namaḥ. Danach vollzieht man den Mātṛkā-Hand- und Gliedernyāsa und meditiert.
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P2-0236 · 29
Im Nibandha heißt es: Man setzt diese Laute auf Kopf, Ohren, Augen, Nase, Mund, Geschlechtsorgan und After und bildet dann die sechs Glieder, wie beim Mātṛkānyāsa gelehrt. [„andhu“ ist beschädigt; die Körperstelle ist durch die vorangehende Liste gestützt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0237 · 30
Die Meditation: Möge uns die Sprachgottheit zur Erlangung aller Fülle beschützen! Sie trägt die junge Mondsichel und glänzt weiß. Ihr Körper neigt sich unter der Last ihrer Brüste. Sie sitzt auf einem weißen Lotus, und ihre Lotushände sind vom Schreibgriffel und vom Buch herrlich geschmückt. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0238 · 31
Dann verehrt man den Sitz, auf den Staubfäden, in der Mitte und in den Richtungen Medhā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra, meditiert erneut und vollzieht die Handlungen von der Anrufung bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: Im Südosten „aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ hṛdayāyai namaḥ“ für das Herz; im Südwesten „iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ śirase svāhā“ für den Kopf; im Nordwesten „uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ śikhāyai vaṣaṭ“ für die Haarlocke; im Nordosten „eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ kavacāya huṃ“ für den Schutzpanzer; in der Mitte „oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ netratrayāya vauṣaṭ“ für die drei Augen; in den Richtungen „aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ astrāya phaṭ“ für die Waffe. Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Yogā, Satyā, Vimalā, Jñānā, Buddhi, Smṛti, Medhā und Prajñā. An den Blattspitzen verehrt man die Mütter, beginnend mit Brāhmī. Der Nibandha bestätigt, dass ihre Formeln mit oṃ beginnen und mit namaḥ enden. Im Prapañcasāra heißt es: Zuerst verehrt man die Glieder, danach auf den Blättern Yogā, Satyā, Vimalā, Jñānā, Buddhi, Smṛti, Medhā und Prajñā, die eine Mudrā zeigen und ein Buch tragen. An den Blattspitzen verehrt man vorschriftsmäßig Brāhmī und die übrigen. Außen verehrt man die Weltenhüter und noch weiter außen ihre Waffen. Entsprechend verehrt man Indra und die weiteren Richtungshüter sowie Donnerkeil und die weiteren Waffen. [Die Formen hṛdayāyai und das zweite laṃ stehen so in der Vorlage.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0239 · 32
Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa beträgt zehn Lakh, also 1.000.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man soll das Mantra 1.000.000-mal wiederholen und anschließend ein Zehntel dieser Zahl mit milchbestrichenen weißen Lotussen oder mit süß getränktem Sesam im Feuer opfern.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0240 · 33
Ein anderes Mantra: Nach der Herzformel folgen „bhagavati“, zweimal „vada“, „vāgdevi“ und die Gemahlin des Feuers; Vāgbhava steht am Anfang. Dieses sechzehnsilbige Mantra schenkt die Frucht der Herrschaft über die Sprache: „aiṃ namo bhagavati vada vada vāgdevi svāhā – Aiṃ, Verehrung! Erhabene, sprich, sprich, Sprachgöttin, svāhā.“ [Die folgende Nyāsaliste bestätigt die Bestandteile; die Silbenzahl wird unverändert aus der Vorlage übernommen.]
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P2-0241 · 34
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man die zuvor beschriebenen Sitzkräfte und das Sitzmantra auf die Staubfäden und in die Mitte.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0242 · 35
Dann vollzieht man den zuvor beschriebenen Sehernyāsa und den Hand- und Gliedernyāsa: aiṃ an den Daumen mit namaḥ; namas an den Zeigefingern mit svāhā; bhagavati an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; vada vada an den Ringfingern mit huṃ; vāgdevi an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; svāhā an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den übrigen Gliedern. Im Nibandha heißt es: Mit den sechs Worten des Mantras und den zugehörigen Abschlussformeln soll man die sechs Glieder bilden.
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P2-0243 · 36
Die Meditation: Ich verehre die lächelnde, dreiaugige Sprachgottheit, die Sprachreichtum schenkt und Glück und Wohlstand bewirkt. Sie ist weiß, trägt reine Salbe, Kränze und Gewänder und leuchtet mit einem gelben Gewandstück. Mit ihren Lotushänden zeigt sie die Erklärgeste und trägt Gebetskette, nektargefülltes Gefäß und das Buch des Wissens. Sie sitzt auf einem Lotus; ihr Körper besitzt die anmutige Fülle ihrer Brüste. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf. [„kucalatāṃ“ ist sprachlich ungewöhnlich; die genaue Bildbedeutung bleibt unsicher.]
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P2-0244 · 37
Danach verehrt man in der zuvor beschriebenen Reihenfolge. Die Besonderheit liegt in den Gliedermantras. Das Puraścaraṇa beträgt acht Lakh, also 800.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Wer von opfergeeigneter Nahrung lebt, soll mit ungeteilter Aufmerksamkeit das Mantra 800.000-mal wiederholen und am Ende ein Zehntel dieser Zahl mit in geklärter Butter getränktem Sesam im Feuer opfern.
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P2-0245 · 38
Ein anderes Mantra: Tārā, Māyā, der Träger mit Bindu, Śakti, Tārā, dann Sarasvatī in der Dativform und die Verneigungsformel ergeben das elfsilbige Mantra. [Die verschlüsselte Zeile „māyādharo vinduśaktiḥ“ ist beschädigt. Die nachfolgende vollständige Lautverteilung macht die Form oṃ hrīṃ aiṃ hrīṃ oṃ sarasvatyai namaḥ erkennbar.]
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P2-0246 · 39
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die zuvor beschriebenen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den zuvor beschriebenen Sehernyāsa.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0247 · 40
Der Mantranyāsa: oṃ mit namo auf die Scheitelöffnung; hrīṃ mit namo zwischen die Brauen; aiṃ und hrīṃ auf beide Augen; oṃ und saṃ auf beide Ohren; raṃ und svaṃ auf beide Nasenöffnungen; tyaiṃ auf den Mund; naṃ auf das Geschlechtsorgan; maṃ auf die verborgene Stelle, jeweils mit namaḥ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0248 · 41
Dann der Handnyāsa, überall mit aiṃ: an den Daumen namaḥ; an den Zeigefingern svāhā; an den Mittelfingern vaṣaṭ phaṭ; an den Ringfingern huṃ; an den kleinen Fingern vauṣaṭ; an Handflächen und Handrücken phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, beginnend mit „aiṃ hṛdayāya namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Der Mantrapraktizierende setzt die Mantralaute der Reihe nach auf Scheitelöffnung, Brauenmitte und die neun Körperöffnungen. Die Gliederbildung erfolgt mit Vāgbhava. [Das zusätzliche phaṭ nach vaṣaṭ steht in der Vorlage.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0249 · 42
Die Meditation: Ich verehre Vāṇī, deren Gesicht wie der Vollmond leuchtet und deren Glanz Kampfer und Jasmin gleicht. Ihr Haupt trägt die Mondsichel. In ihren Händen hält sie sorgsam Vīṇā, Gebetskette, nektargefülltes Gefäß und das Buch des Wissens. Ihre Brüste sind hoch; ihr Körper ist mit himmlischem Schmuck geziert. Sie sitzt auf einem Haṃsa. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
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P2-0250 · 43
Nach der Sitzverehrung verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte die zuvor genannten Sitzkräfte und das Sitzmantra. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Rechts von der Göttin: „oṃ saṃskṛtāyai vāṅmayai namaḥ – Verehrung der Sprachgestalt des Sanskrit“; links „oṃ prākṛtāyai vāṅmayai namaḥ – Verehrung der Sprachgestalt des Prākrit“. Auf den Staubfäden im Südosten aiṃ am Herzen mit namaḥ; im Südwesten aiṃ am Kopf mit svāhā; im Nordwesten aiṃ an der Haarlocke mit vaṣaṭ; im Nordosten e am Schutzpanzer mit huṃ; in der Mitte aiṃ an den drei Augen mit vauṣaṭ; in den Richtungen aiṃ an der Waffe mit phaṭ. Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man Prajñā, Medhā, Śruti, Śakti, Smṛti, Vāgīśvarī, Mati und Svasti, jeweils mit oṃ und namaḥ. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen Mütter. Im Nibandha heißt es: Rechts der Göttin verehrt man die segensreiche Sanskrit-Sprachgestalt, links stets die segensreiche Prākrit-Sprachgestalt. Nachdem man die Glieder wie zuvor verehrt hat, folgen Prajñā, Medhā, Śruti, Śakti, Smṛti, Vāgīśvarī, Mati und Svasti; anschließend Brāhmī und die übrigen. Außen verehrt man Indra und die anderen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die anderen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Für den Schutzpanzer steht „e“ statt aiṃ.]
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P2-0251 · 44
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der vorzügliche Praktizierende soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und zwölftausendmal mit weißen Lotussen oder Nāgacampakablüten im Feuer opfern.
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P2-0252 · 45
Ein anderes Mantra aus der Śāradā: Man spricht „vācaspate – Herr der Sprache“, „amṛte – Unsterbliche“, dann „pluvaḥ pluḥ“. Mit dem Sprachbīja am Anfang wird dieses weitere Mantra als elf Silben umfassend bezeichnet. [Die Formel wird in der überlieferten Form aiṃ vācaspate amṛte pluvaḥ pluḥ wiedergegeben; die ungewöhnlichen Schlusslaute werden nicht semantisch ergänzt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0253 · 46
Seine Verehrung und die weiteren Handlungen erfolgen wie zuvor. Der Hand- und Gliedernyāsa lautet: aiṃ an den Daumen mit namaḥ; vācaspate an den Zeigefingern mit svāhā; amṛte an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; pluvaḥ an den Ringfingern mit huṃ; pluḥ an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den übrigen Gliedern.
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P2-0254 · 46ka
Im Nibandha heißt es: Mit den fünf Worten, beginnend mit dem Sprachbīja, soll man die Glieder vorschriftsmäßig bilden.
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P2-0255 · 47
Die Meditation: Möge die herrschende Gottheit der Sprache euer Heil bewirken! Sie sitzt auf einem Lotus und trägt in ihren Händen Gebetskette, zwei Lotusse und ein Buch. Ihre Krone ist mit dem jungen Mond geschmückt; ihr Glanz gleicht Perle, Mond und Jasmin. Auf der Stirn öffnet sich ihr Auge. Sie ist von der Last ihrer Brüste ermüdet und wird unablässig von den Scharen der Weisen verehrt. [„bhavadmūtaye“ ist beschädigt; „euer Heil“ ist eine sinngemäße Annäherung.]
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P2-0256 · 48
Das Puraścaraṇa beträgt elf Lakh, also 1.100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man soll das Mantra 1.100.000-mal wiederholen und ein Zehntel mit geklärter Butter im Feuer opfern.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0257 · 49
In der Śāradā heißt es: Die Lagerstätte Viṣṇus im Wasser, verbunden mit dem alleinstehenden Viergesichtigen; Feuer mit Arghīśa und Bindu; Bhṛgu mit Bindu, Satya und Wasser – diese drei Bījas nennen die Guten das Sarasvatīmantra. Wasser ist va, Viṣṇus Lagerstätte ā, der alleinstehende, also vokallose Viergesichtige ist ka; zusammen entsteht vāk. Gemeint ist damit Vāgbhava. Einige erklären es aus Furcht vor einer über mehrere Schritte erschlossenen Wortbedeutung anders: Va mit ā wende sich über ka; der alleinstehende Laut sei Anusvāra, mit diesem ka verbunden ergebe sich „kvāṃ“. Dies trifft nicht zu, denn die fest etablierte übertragene Bedeutung steht einer direkten Bedeutung gleich; vāk und Vāgbhava sind gleichbedeutend. Tatsächlich heißt es im Viśvasāra: Man nimmt den zwölften Vokal, geschmückt mit Bindu und Nāda; danach das Feuerbīja, verbunden mit Bindu und Nāda sowie dem sechsten Vokal, als zweites Bīja. Man nimmt dann das Mondbīja, verbindet es mit dem Wasserlaut und setzt es auf den dreizehnten Vokal, geschmückt mit Bindu und Nāda. Nach diesem Ausspruch ist das erste Bīja eindeutig Vāgbhava. [Die Gegenlesung „kvāṃ“ und Teile ihrer Ableitung sind beschädigt; die anschließende Nyāsaliste gibt aiṃ, rūṃ und svoṃ.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0258 · 50
Seine Verehrung erfolgt wie zuvor. Für Hand- und Gliedernyāsa werden die drei Bījas zweimal in Folge verwendet: aiṃ an den Daumen mit namaḥ, rūṃ an den Zeigefingern mit svāhā, svoṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ und entsprechend weiter. Im Nibandha heißt es: Der Mantrapraktizierende soll die Glieder mit den zweimal gesprochenen Bījas, verbunden mit den jeweiligen Abschlussformeln, bilden.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0259 · 51
Die Meditation: Ich preise lange die Herrin der Sprache, die von den drei Welten verehrt wird und auf einem weißen Lotus sitzt. Sie ist hell wie eine Perlenkette und trägt auf dem Haupt die Mondsichel. Mit ihren Armen zeigt sie die Erklärgeste und trägt die als Sprachlaute bezeichnete Kette, ein kostbares Gefäß und ein Buch. Ihre Mitte ist durch die Last ihrer vollen, hohen Brüste herrlich geformt. Nachdem man so meditiert hat, verehrt man wie zuvor. [„maṇibhayakalasaṃ“ ist beschädigt; das Attribut des Gefäßes ist nicht sicher lesbar.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0260 · 52
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man soll das Mantra 300.000-mal wiederholen und ein Zehntel davon mit Milchreis, vermischt mit geklärter Butter, im rituell bereiteten Opferfeuer darbringen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0261 · 53
Nun das Pārijātasarasvatīmantra. In der Mantradevaprakāśikā heißt es: Es besteht aus ha, sa, u und Bindu, umschlossen von Praṇava und Hṛllekhā, danach „sarasvatī“ in der Dativform und die Verneigungsformel. [Die Prosa lässt die genaue Umfassung und Vokallänge offen; eine ausgeschriebene Lautform wird hier nicht eigenmächtig ergänzt.]
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P2-0262 · 54
Ihre Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf „kaṇvaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Kaṇva“; am Mund „triṣṭupchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Triṣṭubh“; am Herzen „pārijātasarasvatyai namaḥ – Verehrung Pārijātasarasvatī“.
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P2-0263 · 55
Dann vollzieht man den beim Mātṛkāverfahren gelehrten Hand- und Gliedernyāsa. Die elf Silben werden auf Scheitel, Brauenmitte, beide Augen, beide Ohren, beide Nasenöffnungen, Mund, verborgene Stelle und Füße gesetzt. Danach vollzieht man Hand- und Gliedernyāsa mit „hsāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und den weiteren Formeln. Alles Übrige erfolgt wie zuvor.
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P2-0264 · 56
In der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā heißt es hingegen: Der Mantrakundige soll das Vāgbhavabīja der wohlstandschenkenden Bhairavī schreiben und es, Göttin, mit Tārā und Parā umschließen. Danach „sarasvatyai“ und die Herzformel; dieses Mantra wird als elfsilbig bezeichnet. Im Prapañcasāra heißt es: In der Mitte zwischen Praṇava und Śakti am Anfang und Ende steht das Sprachbīja; darauf folgen „sarasvatī“ in der Dativform und namaḥ. Dieses elf Silben umfassende Mantra wird für den Verehrenden als Pārijāta bezeichnet. Dakṣiṇāmūrti ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Pārijāteśvarī Vāṇī die Gottheit. Das dritte Bīja ist die Kraft, Tāraka der Keil, höchste Herrin; es schenkt große Sarasvatīkraft. Die Gliederhandlung wird mit dem Bīja vollzogen, das durch die sechs langen Vokale abgewandelt wird. [Die Zeile „tṛtīyañca bījaṃ śaktiñca tārakam“ ist syntaktisch verkürzt; die Trennung von Bīja, Kraft und Keil bleibt teilweise unsicher.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0265 · 57
Die Meditation: Möge Bhāratī euch das Gewünschte erlangen lassen! Sie sitzt auf einem Haṃsa, ist weiß wie Haras Lächeln, eine Perlenkette, der Mond und Jasmin; ihr Gesicht lächelt sanft, ihre Krone trägt die Mondsichel. Ihre Hände erstrahlen mit dem Buch des Wissens, der Vīṇā, dem nektargefüllten Gefäß und der Gebetskette. Sie steht auf einem weißen Lotus. [Die Vorlage nennt sowohl Haṃsa als auch weißen Lotus als Sitz beziehungsweise Standort; beides bleibt erhalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0266 · 58
Ihre Verehrung und die übrigen Handlungen erfolgen wie bei der zuvor beschriebenen elfsilbigen Vidyā. Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen; man vollzieht zwölftausend Feueropfer mit Arkablüten oder Nāgacampakablüten. Damit enden die Sarasvatīmantras.
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Gaṇeśa
P2-0267 · 59
Nun das Gaṇeśamantra: Jetzt werde ich die Mantras Gaṇapatis beschreiben, die alle Ziele zur Vollendung bringen. Wenn Menschen sie kennen, erfüllen sie stets ihre Wünsche.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0268 · 60
Den Fünf-Ender mit dem Mondzeichen kennt man als Gaṇapatis Bīja. Der Fünf-Ender ist ga. Mit Bindu ergibt sich gaṃ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0269 · 61
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte mit oṃ und namaḥ Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und Vighnanāśinī. Darüber verehrt man mit „sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“ den Lotussitz aller Kräfte. Im Nibandha heißt es: Tīvrā, Jvālinī, Nandā, Bhogadā, Kāmarūpiṇī, Ugrā, Tejovatī, Satyā und als neunte Vighnanāśinī. „Sarva“, dann „śaktikamalāsanāya“, schließlich die Herzformel: Dies ist das Sitzmantra. Mit ihm soll man dem Herrn den Sitz darbringen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0270 · 62
Dann der Sehernyāsa: auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Gaṇaka“; am Mund „nivṛcchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛt“; am Herzen „gaṇeśāya devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Gaṇeśa“.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0271 · 63
Der Handnyāsa: gāṃ an den Daumen mit namaḥ; gīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; gūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; taiṃ an den Ringfingern mit huṃ; gauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; gaḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man die Laute an Herz und die weiteren Stellen, beginnend mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale trägt, soll man der Reihe nach die sechs Glieder bilden. [An den Ringfingern steht taiṃ statt des nach der Regel erwartbaren gaiṃ.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0272 · 64
Die Meditation: Verehrt Gaṇapati, zinnoberrot, mit drei Augen und sehr großem Bauch. In seinen Lotushänden trägt er Stab, Schlinge, Stachel und die Geste der Wunscherfüllung; die in seinem mächtigen Rüssel leuchtende Zitronatzitrone macht ihn lieblich. Seine Krone glänzt mit dem jungen Mond; sein Gesicht ist das des Königs der Elefanten. Seine Wangen sind vom reichlich fließenden Brunstsaft feucht. Der Schlangenkönig dient ihm als umgebundener Schmuck; Gewand und Körpersalbe sind rot. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0273 · 65
Nach der Sitzverehrung verehrt man auf den Staubfäden und in der Mitte Tīvrā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra. Mit dem Grundmantra bildet man die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden in den vier Richtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Gaṇādhipati, Gaṇeśa, Gaṇanāyaka und Gaṇakrīḍa. Auf den Staubfäden in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. In der Mitte der Blätter, im Osten beginnend, verehrt man Vakratuṇḍa, Ekadanta, Mahodara, Gajānana, Lambodara, Vikaṭa, Vighnarāja und Dhūmravarṇa, jeweils mit „oṃ [Name im Dativ] namaḥ“. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen Mütter, im Osten beginnend. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0274 · 66
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 400.000-mal und opfert danach ein Zehntel mit Modakas, flachgedrückten Reiskörnern, geröstetem Reis, Getreidemehl, Zuckerrohrstücken, Kokosnüssen, reinem Sesam und gut gereiften Bananen. Diese acht Stoffe haben die Weisen für Vighna, den Herrn der Hindernisse, beschrieben.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0275 · 67
Nun das Mahāgaṇeśamantra. Im Nibandha heißt es: Zuerst schreibt man die Bījas Śrī, Śakti, Smara, Erde und Vighna; danach „gaṇapati“ im Dativ, anschließend „vara varada“, dann „sarvajanaṃ me vaśamānaya“ und zweimal ṭha. Mit Tārā am Anfang wird dieses Mantra als achtundzwanzigsilbig bezeichnet.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0276 · 68
Das Erdbīja wird erklärt: Māṃsa, auf Smṛti stehend und mit au und Bindu verbunden, wird als Erdbīja bezeichnet. Smṛti ist ga, Māṃsa ist la. Daraus entsteht: „oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ gaṃ gaṇapataye vara varada sarvajanaṃ me vaśamānaya svāhā – Oṃ, dem Gaṇapati: Du Vorzüglicher, du Gabenspender, bringe alle Menschen unter meine Gewalt; svāhā.“ Die Bījas bleiben als Mantralaute stehen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0277 · 69
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man die zuvor beschriebenen Sitzkräfte, beginnend mit Tīvrā, bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Gaṇaka“; am Mund „nivṛdgāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛd-Gāyatrī“; am Herzen „mahāgaṇapataye devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Mahāgaṇapati“.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0278 · 69ka
Der Handnyāsa: „oṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ glauṃ gaṃ gāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ an den Daumen; mit derselben Anfangsgruppe und gīṃ an den Zeigefingern mit svāhā, gūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ, gaiṃ an den Ringfingern mit huṃ, gauṃ an den kleinen Fingern mit vaṣaṭ, gaḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den übrigen Gliedern. Einige lehren dagegen „oṃ gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Dies trifft nicht zu: Nach dem Ausspruch des Prapañcasāra, dass die sechs Bījas mit dem eigenen Bīja, das die langen Vokale trägt, zu bilden sind, ist ausdrücklich die besondere Form zu verwenden. [Die Vorlage kürzt die Anfangsgruppe als „oṃ 5“ ab; sie wird hier aus der ersten ausgeschriebenen Formel übernommen. An den kleinen Fingern steht vaṣaṭ, nicht vauṣaṭ; „ḍaḍbījasya“ ist beschädigt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0279 · 70
Die Meditation: Man vergegenwärtigt sich eine aus neun Edelsteinen bestehende Insel im Meer des Zuckerrohrsafts. Ihre Ränder werden von seinen Wellen gewaschen, sanfte Winde wehen dort. Sie ist voller Mandāra-, Pārijāta- und weiterer Wunschbäume und Lianen; der aufsteigende Edelsteinglanz färbt ihren Boden rötlich. Aufgehende Sonne und Mond erhellen ihre Horizonte. In ihrer Mitte steht ein aus neun Edelsteinen bestehender Pārijātabaum, den die sechs Jahreszeiten unablässig bedienen und dabei die Freude vermehren. Unter ihm, auf dem großen Sitz im gestalteten Mātṛkālotus, meditiert man über Mahāgaṇapati, der im Dreieck innerhalb des Sechsecks sitzt. Ich verehre ihn: Sein Gesicht ist das des Königs der Elefanten, sein Haupt trägt den Mond, sein Körper glänzt rot, er besitzt drei Augen. Seine geliebte Gefährtin sitzt auf seinem Schoß, hält einen Lotus und umarmt ihn voller Wonne. In seinen Händen trägt er Zitronatzitrone, Keule, Bogen, Dreizack, Rad, Lotus, Schlinge, Wasserlilie, Reisähren, den eigenen Stoßzahn und ein Edelsteingefäß. Mit dem Fächeln seiner Ohren wehrt er immer wieder die Bienen ab, die nach dem Brunstsaft verlangen, der von seinen Wangen fließt. Mit Edelsteinregen, der aus der Öffnung des rubinbesetzten Gefäßes in seinem Rüssel hervorströmt, erfreut er die Praktizierenden. Er ist vom Rausch überwältigt, trägt eine Rubinkrone und Edelsteinschmuck. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, beginnt man die äußere Verehrung. [Die lange Waffenliste ist in der Vorlage mehrfach zusammengeschrieben und beschädigt; die genannten Gegenstände sind aus ihren erkennbaren Wortbestandteilen erschlossen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0280 · 71
Sein Pūjāyantra: ein Dreieck und außen davon ein Sechseck. Alles Übrige entspricht dem Mātṛkāyantra.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0281 · 72
[Die Vorlage verweist auf Abbildung 21.] Nach Aufstellung der Muschel und Verehrung des Sitzes verehrt man die Sitzkräfte und das Sitzmantra wie zuvor, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: Außerhalb des Dreiecks in den vier Richtungen, im Osten beginnend, verehrt man im Osten unter dem Bilvabaum Śrī und Śrīpati; im Süden unter dem Banyanbaum Gaurī und Gaurīpati; im Westen unter dem Pippalabaum Rati und Ratipati; im Norden unter dem Priyaṅgubaum Mahī und Varāha. Vor der Gottheit verehrt man Lakṣmī und Gaṇanāyaka. An den sechs Ecken: an der vorderen Ecke Āmoda mit Siddhi; im Südosten Pramoda mit Samṛddhi; im Nordosten Sumukha mit Kānti; im Westen Durmukha mit Madanāvatī; im Südwesten Vighna mit Madadravā; im Nordwesten Vighnakartṛ mit Drāviṇī. Zu beiden Seiten des Sechsecks: „oṃ vasudhasahitaśaṅkhanidhaye namaḥ – Verehrung dem Muschelschatz samt Vasudhā“ und „oṃ vasumatīsahitapadmanidhaye namaḥ – Verehrung dem Lotusschatz samt Vasumatī“. Im Nibandha heißt es: Außen vom Dreieck unter Bilva-, Banyan-, Pippala- und Priyaṅgubäumen verehrt der Mantrapraktizierende, im Osten beginnend, jeweils zwei: Śrī und Śrīpati, Gaurī und Gaurīpati, Rati und Ratipati, Mahī und Varāha. Vorne verehrt man Gaṇanāyaka samt Lakṣmī; an der vorderen Ecke Āmoda samt Siddhi; im Südosten Pramoda samt Samṛddhi; im Nordosten Sumukha samt Kānti; im Westen Durmukha samt Madanāvatī; im Südwesten den Herrn der Schar samt Madadravā; im Nordwesten Vighnakartṛ samt Drāviṇī. Zu beiden Seiten des Sechsecks verehrt man den Muschelschatz mit Vasudhā und den Lotusschatz mit Vasumatī. Danach verehrt man auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen die sechs Bījas, außen in der Erdumfassung Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0282 · 73
Nach der Prosa beträgt das Puraścaraṇajapa vier Lakh zuzüglich vierundvierzigtausend, also 444.000 Wiederholungen. Im anschließenden Zitat heißt es: Der Mantrapraktizierende soll meditieren und gesammelt das Mantra vier Lakh-mal wiederholen, zusammen mit viertausend und vierzigtausend. Ein Zehntel opfert er mit den acht Stoffen, beginnend mit Modakas. [Die überlieferte Syntax lässt offen, ob die 44.000 noch zum Japa oder bereits zur Homaangabe gehören. Die Prosa zählt sie zum Japa; rechnerisch ist ein Zehntel von 400.000 dagegen 40.000.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0283 · 74
Ein anderes Mantra: Man nennt das eigene Bīja, von Śakti umschlossen, dann „mahāgaṇapati“ im Dativ und die Gemahlin des Feuers. Dieses Mantra wird als zwölfsilbig bezeichnet: „hrīṃ gaṃ hrīṃ mahāgaṇapataye svāhā – Hrīṃ gaṃ hrīṃ, dem großen Gaṇapati, svāhā.“
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P2-0284 · 75
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und der Einsetzung der Sitzkräfte, beginnend mit Tīvrā, bis zum Sitzmantra vollzieht man den Sehernyāsa. Im Nibandha heißt es: Gaṇaka ist der Seher, das Versmaß ist Gāyatrī mit Nivṛt davor, und als Gottheit des Mantras wird Śaktigaṇādhipa genannt.
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P2-0285 · 76
Der Handnyāsa: hrīṃ an den Daumen mit namaḥ; gaṃ an den Zeigefingern mit svāhā; hrīṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; mahāgaṇapataye an den Ringfingern mit huṃ; svāhā an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; das gesamte Mantra an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Die Glieder werden mit den einzelnen Worten des Mantras und mit seiner Gesamtheit gebildet. Die Seherzuordnung lautet: auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ“, am Mund „nivṛdgāyatrīchandase namaḥ“, am Herzen „śaktigaṇādhipataye devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śaktigaṇādhipati“.
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P2-0286 · 77
Die Meditation: Wir verehren ihn, weiß wie eine Perle, mit dem Gesicht eines brünstigen Elefanten, mit Mond auf dem Haupt und drei Augen. Seine Hände tragen Lotus, Stachel und Edelsteingefäß. Eine Hand legt er an die Yoni der auf seinem Schoß sitzenden Göttin, die wie ein Lotus glänzt und mit ihrer Hand seinen Phallus umfasst. Er trägt eine Edelsteinkrone. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
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P2-0287 · 78
Nach der Sitzverehrung verehrt man Tīvrā und die weiteren Kräfte bis zum Sitzmantra. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung.
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P2-0288 · 78ka
Man verehrt die vier zuvor beschriebenen Paare, beginnend mit Śrī und Śrīpati, und an den sechs Ecken Āmoda und die übrigen. Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen: hrīṃ am Herzen mit namaḥ; gaṃ am Kopf mit svāhā; hrīṃ an der Haarlocke mit vaṣaṭ; mahāgaṇapataye am Schutzpanzer mit huṃ; svāhā an den drei Augen mit vauṣaṭ; das gesamte Grundmantra an der Waffe mit phaṭ. Auf den Blättern verehrt man die Mātṛkās, beginnend mit Brāhmī, außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Yantra entspricht dem Mahāgaṇapatiyantra.
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P2-0289 · 79
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert ein Zehntel mit Kuchen im verehrten Feuer; tagsüber verehrt man den Gott. [„dineśo“ ist grammatisch unsicher; die Zeitangabe ist sinngemäß erschlossen.]
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P2-0290 · 80
Ein anderes Mantra: Das eigene Bīja, von Śakti umschlossen, danach „vaśamānaya“ und zweimal ṭha. Mit Tārā am Anfang wird dieses weitere Mantra als elfsilbig bezeichnet. Seine Verehrung und sein Yantra entsprechen dem vorhergehenden. [Die folgende Nyāsaliste enthält am Anfang oṃ hrīṃ gaṃ und am Ende svāhā; eine zweite hrīṃ-Umfassung wird darin nicht ausdrücklich genannt.]
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P2-0291 · 81
Die Gliedermantras werden mit einer, drei, zwei und den weiteren Silbengruppen sowie dem gesamten Mantra gebildet: oṃ an den Daumen mit namaḥ; oṃ hrīṃ gaṃ an den Zeigefingern mit svāhā; vaśaṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; ānaya an den Ringfingern mit huṃ; svāhā an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; das gesamte Mantra an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: zuerst mit einer, dann mit drei, zwei, drei und zwei Silben; mit dem Ganzen wird das Waffenmantra gebildet. Dies gilt als Anordnung der Glieder. Diese setzt man an Daumen und die übrigen Finger sowie Herz und die übrigen Stellen ein.
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P2-0292 · 83
Die Meditation: Ich vergegenwärtige mir stets den Herrn mit Elefantengesicht, rot wie die Javāblüte, mit drei Augen und der Mondsichel auf dem Haupt, der höchst begierig nach Genuss ist. In seinen Händen trägt er Zuckerrohrstab, Stoßzahn, Schlinge und Stachel. Mit seinem Rüssel berührt er die edle Stelle seiner Gefährtin; sie umarmt ihn, hat einen dunklen Körper, trägt einen Lotus und berührt die Spitze seines Phallus. Alles Übrige erfolgt wie zuvor. Das Puraścaraṇajapa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Im Nibandha heißt es: Zur Vollendung des Mantras wiederholt man es 300.000-mal und opfert ein Zehntel mit Zuckerrohrstücken oder mit Kuchen, verbunden mit geklärter Butter. [Die Verbindung „puṣkarapṛṣṭhasvapramadāvarāṅgam“ ist beschädigt; der erotische Zusammenhang ist erkennbar, die genaue Handlungsrichtung bleibt teilweise unsicher.]
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P2-0293 · 84
Nun das Herambamantra: Ga, mit u und Bindu verbunden, mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss, ergibt das viersilbige Mantra „oṃ guṃ namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Der Fünf-Ender mit Bindu und linkem Ohr, Tārā am Anfang und die Herzformel am Schluss, wird als Herambamantra bezeichnet. Es besteht aus vier Silben und schenkt den Menschen die Früchte der vier Lebensziele.
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P2-0294 · 85
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man die bei Gaṇeśa beschriebenen Sitzkräfte und das Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa. Gaṇaka ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Heramba die Gottheit, ga das Bīja und Bindu die Kraft. Seine Anwendung dient der Erlangung der vier Lebensziele. Auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ“ und entsprechend die weiteren Zuordnungen.
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P2-0295 · 86
Der Hand- und Gliedernyāsa erfolgt mit gāṃ, gīṃ, gūṃ, gaiṃ, gauṃ und gaḥ. Damit soll man die sechs Glieder bilden. Dazu heißt es: Die sechs Glieder werden mit dem Bīja gebildet, das die sechs langen Vokale trägt.
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P2-0296 · 87
Die Meditation: Ich verehre Heramba, sonnenstrahlend, mit fünf Elefantengesichtern, deren Farben Perle, Gold, Blau, Jasmin und Safran gleichen und die jeweils drei Augen besitzen. Er reitet auf einem Löwen und trägt den Mond. Stolz trägt er mit seinen Armen die Geste der Gabe, Furchtlosigkeit, Modaka, Stoßzahn, Beil, Kopf, Gebetskette, Hammer, Stachel und Dreizack. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein. [Die Verbindung „śirokṣātmikāṃ mālāṃ“ ist beschädigt; ob Kopf und Gebetskette zwei Gegenstände oder eine aus Köpfen bestehende Kette bezeichnen, bleibt unsicher.]
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P2-0297 · 88
Nach Verehrung der bei Gaṇeśa beschriebenen Sitzkräfte verehrt man den Sitz mit „oṃ huṃ huṃ mahāsiṃhāya gāṃ herambāsanāya namaḥ – Verehrung dem großen Löwen als Herambas Sitz“. Im Nibandha wird erklärt: oṃ, zweimal der Schutzlaut, „mahāsiṃhāya“, gāṃ, „heramba“, „āsanāya“ und die Herzformel am Schluss bilden das Sitzmantra. Mit ihm gibt man den Sitz. Dasselbe Mantra wird beim Sitznyāsa verwendet. Dazu heißt es: Das für den Sitz genannte Mantra gilt auch für seinen Nyāsa. Dann bildet man die Gestalt mit dem Mantra oṃ gaṃ. Der Nibandha bestätigt: Mit dem von Tārā eingeleiteten Vighnabīja wird seine Gestalt gebildet. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln.
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P2-0298 · 88ka
Auf den Blättern verehrt man Vighna, Vināyaka, Śūra, Vīra, Varada, Ibhavaktra, Ekarada und Lambodara. An den Blattspitzen die Weltenhüter, außen Indra und die übrigen sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die doppelte Angabe der Weltenhüter und Indras steht so in der Vorlage; „indrāson“ ist beschädigt.]
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P2-0299 · 89
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert anschließend ein Zehntel; die Opferstoffe sind wie zuvor.
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P2-0300 · 90
Ein anderes Mantra: „gaṃ kṣipraprasādanāya namaḥ – Verehrung dem rasch Gnädigwerdenden“. Im Nibandha heißt es: Saṃvartaka mit Auge, Pārśva auf dem Feuersitz, dann „prasādanāya“ und die Herzformel; mit dem eigenen Bīja am Anfang besteht das Mantra aus zehn Silben. [Die Verschlüsselung beschreibt kṣipra; die ausgeschriebene Formel steht ausdrücklich in der Vorlage.]
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P2-0301 · 91
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa vollzieht man den Sehernyāsa: auf dem Kopf „gaṇakaṛṣaye namaḥ“, am Mund „virāṭchandase namaḥ“, am Herzen „kṣipraprasādanāya devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Kṣipraprasādana“. Dazu heißt es: Gaṇaka ist der Seher, Virāṭ das Versmaß; Kṣipraprasādana Vighna ist die Gottheit. Mit dem Bīja, das die langen Vokale trägt, bildet man die sechs Glieder. Nach dem Hand- und Gliedernyāsa wie beim einsilbigen Mantra meditiert man.
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P2-0302 · 92
Die Meditation: Möge euch der Elefantengesichtige beschützen! Er trägt Schlinge, Stachel, Wunschliane und Stoßzahn; in seinen Rüssel ist eine Zitronatzitrone gelegt. Er ist rot, hat drei Augen, trägt den jungen Mond auf dem Haupt und glänzt mit Halsketten. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
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P2-0303 · 93
Nach der Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht die Handlungen von der Anrufung bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „gāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Im Nibandha heißt es: Zuerst verehrt man die Glieder, dann die acht Vighnas auf den Blättern und anschließend Brāhmī und die übrigen. Auf den Blättern verehrt man Vighna, Vināyaka, Śūra, Vīra, Varada, Ibhavaktra, Ekarada und Lambodara. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen, außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0304 · 94
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal und vollzieht danach zehntausend Feueropfer mit Sesam und den drei süßen Stoffen oder mit den acht beschriebenen Opferstoffen. [Die Verbindung „madhuratritayairvāpi“ lässt auch eine alternative Gabe nur der drei süßen Stoffe zu; die genaue Abgrenzung der Alternativen ist unsicher.]
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P2-0305 · 95
Nun die Haridrāgaṇeśamantras: Der Fünf-Ender auf der Erde, am Scheitel mit Bindu geschmückt, ergibt das einsilbige große Mantra, das die Früchte aller Wünsche schenkt. Vasiṣṭha ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Haridrāgaṇapati die Gottheit; ga ist das Bīja und la die Kraft. Die sechs Glieder werden mit dem Bīja selbst gebildet. [Die Zusammensetzung weist auf glaṃ; die Vorlage nennt an dieser Stelle keinen zusätzlichen Vokal.]
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P2-0306 · 96
Die Meditation: Man meditiert über den mächtigen Gott, gelb wie Kurkuma, vierarmig, in kurkumafarbenem Gewand. Er trägt Schlinge, Stachel, Modaka und Stoßzahn. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, vollzieht man die Muschelaufstellung und die weiteren Handlungen sowie die Sitzverehrung mit Tīvrā und den übrigen bis zum Sitzmantra. Dann meditiert man erneut und verehrt Gaṇapati.
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P2-0307 · 97
[Die Vorlage verweist auf Gaṇeśas Dhāraṇayantra, Abbildung 22.] Die Anwendung der Umkreisverehrung erfolgt wie bei der einsilbigen Gaṇapati-Vidyā.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0308 · 98
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Zehntausend Feueropfer erfolgen mit Reiskörnern, die mit den drei süßen Stoffen und Kurkumapulver vermischt sind.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0309 · 99
Ein anderes Mantra: Ich werde die Bildung des Mantras beschreiben; höre, Lotusgesichtige! Man nimmt das Indrabīja und dann das eigene Bīja, versieht es mit dem vierzehnten Vokal und schmückt seinen Scheitel mit Bindu. Die einsilbige große Vidyā ist vom Lotusgeborenen gelehrt worden. [Die Kombination des Indrabījas mit dem „eigenen Bīja“ und die Angabe „einsilbig“ sind in der Vorlage nicht eindeutig aufgelöst; keine zusätzliche Lautform wird erfunden.]
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P2-0310 · 100
Seine gesamte Verehrung und die übrigen Handlungen erfolgen wie bei Mahāgaṇapati. Hand- und Gliedernyāsa vollzieht man mit dem eigenen Bīja, das die sechs langen Vokale trägt.
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P2-0311 · 1
Weitere Varianten: Der Einsichtige kann die Vidyā mit Lakṣmī, mit Kūrca oder mit Māyā am Anfang wiederholen; ebenso mit Kāma, dem Brautbīja oder dem Sprachbīja. Auch mit oṃ oder mit dem eigenen Bīja am Anfang kann er diese große Vidyā stets wiederholen.
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P2-0312 · 2
Weiter heißt es: Die große Vidyā ist zweisilbig, mit dem Waffenlaut dreisilbig und mit der Gemahlin des Feuers am Schluss viersilbig, Geliebte.
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P2-0313 · 3
Diese große Vidyā ist in den drei Welten sehr schwer zu erlangen. Sie schenkt unmittelbar die vier Lebensziele und vernichtet schwere Verfehlungen. Die Verehrung und die übrigen Handlungen aller dieser Formen entsprechen dem Mahāgaṇapatimantra.
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Lakṣmī
P2-0314 · 4
Nun die Lakṣmīmantras: Ich werde die Mantras Śrīs beschreiben, die die Früchte von Wohlstand und Glück schenken. Schon durch ihren bloßen Seitenblick gedeihen die drei Welten.
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P2-0315 · 5
Der Endlaut der va-Reihe, auf dem Feuer sitzend und mit linkem Auge und Mondzeichen verbunden, ist dieses Bīja der Göttin Śrī, das die Früchte aller Wünsche schenkt. Die Verschlüsselung ergibt śrīṃ.
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P2-0316 · 6
Sein Verehrungsverfahren: Nach den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „bhṛgave ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Bhṛgu“; am Mund „nivṛdgāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Nivṛd-Gāyatrī“; am Herzen „śriyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śrī“. Auf den Staubfäden und in der Mitte setzt man die Sitzkräfte und das Sitzmantra ein. Mit oṃ und namaḥ verehrt man Vibhūti, Unnati, Kānti, Sṛṣṭi, Kīrti, Sannati, Vyuṣṭi, Utkṛṣṭi und Ṛddhi. Im Nibandha heißt es: Diese werden als die neun Kräfte bezeichnet. [Im Zitat ist nach Kānti nochmals „kāntyai“ eingeschoben; die Prosaliste nennt neun Kräfte ohne diese Wiederholung.]
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P2-0317 · 7
Dann setzt man mit „śrīṃ kamalāsanāya namaḥ – Verehrung dem Lotussitz“ den Sitz ein. Der Handnyāsa: śrāṃ an den Daumen mit namaḥ; śrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; śrūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śraiṃ an den Ringfingern mit huṃ; śrauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; śraḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso setzt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln die Glieder ein. Im Nibandha heißt es: Mit Ramās Bīja, verbunden mit den langen Vokalen, soll man die Glieder bilden.
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P2-0318 · 9
Die Meditation: Ich verehre Śrī, die auf einem Lotus steht und golden glänzt. Vier Elefanten, hell wie der Schneeberg, besprengen sie aus goldenen Nektargefäßen, die sie mit ihren Rüsseln erheben. Mit ihren Händen zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Ihre Krone strahlt; ihre von einem Leinengewand umschlossenen Hüften sind lieblich. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die Sitzverehrung. Auf den Staubfäden und in der Mitte verehrt man Vibhūti und die übrigen bis zum Sitzmantra, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung: Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „śrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern der Hauptrichtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha. Auf den Blättern der Zwischenrichtungen, im Südosten beginnend, Damaka, Salila, Guggulu und Kuruṇṭaka. Rechts von der Göttin den Muschelschatz und Vasudhā, links den Lotusschatz und Vasumatī. An den Blattspitzen, im Osten beginnend, Balākā, Vimalā, Kamalā, Vanamālikā, Vibhīṣikā, Mālikā, Śāṅkarī und Vasumālikā. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0319 · 10
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Initiierte, der seine Sinne bezwungen hat, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und zwölftausendmal mit süß besprengten Lotussen im Feuer opfern. Nach dem Japa kann der Mantrapraktizierende auch mit süß getränktem Sesam oder mit Bilvafrüchten opfern, oder mit allen drei, du vorzüglicher Praktizierender.
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P2-0320 · 11
Ein anderes Mantra: Vāgbhava, Viṣṇus Gemahlin, Māyā und Makaraketana ergeben das viersilbige Mantra, das die Früchte der vier Lebensziele schenkt: aiṃ śrīṃ hrīṃ klīṃ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0321 · 12
Seine Verehrung und die übrigen Handlungen sind wie zuvor zu verstehen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0322 · 13
Dazu heißt es: Man verehrt auf dem für Ramā gebildeten Sitz nach ihrem Verfahren. Der vorzügliche Praktizierende soll die dort beschriebenen Anwendungen mit diesem Mantra vollziehen. Die leibhaftig anwesenden Schätze dienen ihm stets. Die Meditation besitzt folgende Besonderheit: Ich verehre Haris Gemahlin, die auf einem Lotus sitzt und wie ein Rubin strahlt. Vier hohe, schneehelle Elefanten besprengen sie unablässig mit Wasser aus Edelsteingefäßen, die sie mit den Rüsseln halten. Mit ihren Lotushänden zeigt sie Gewährung und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Sie ist die Pārijātaliane, die alles Gewünschte schenkt.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0323 · 14
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Wer opfergeeignete Nahrung zu sich nimmt und seine Sinne beherrscht, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und danach zwölftausendmal mit geöffneten roten Lotussen im Feuer opfern.
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P2-0324 · 15
Ein anderes Mantra: „namaḥ kamalavāsinyai svāhā – Verehrung der im Lotus Wohnenden, svāhā“ wird als zehnsilbig bezeichnet. Im Nibandha wird es verschlüsselt: der lange, mit ya beginnende Laut mit Visarga am Ende, Brahmā, Bhānu, die Erde, dann va, „sinyai“ und die Geliebte des Feuers ergeben das zehnsilbige Mantra. [Die verschlüsselte Anfangszeile ist beschädigt; die ausgeschriebene Formel steht ausdrücklich davor.]
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P2-0325 · 16
Seine Verehrung: Wie zuvor setzt man die Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf „dakṣaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Dakṣa“; am Mund „virāṭchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Virāṭ“; am Herzen „śriyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śrī“. Die Śāradā bestätigt: Dakṣa ist der Seher, Virāṭ das Versmaß, Śrī die Gottheit.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0326 · 17
Der Handnyāsa: „oṃ devyai namo“ an den Daumen mit namaḥ – „Verehrung der Göttin“; „oṃ padminyai namas“ an den Zeigefingern mit svāhā – „der Lotusreichen“; „oṃ viṣṇupatnye namo“ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ – „Viṣṇus Gemahlin“; „oṃ varadāyai namo“ an den Ringfingern mit huṃ – „der Gabenspenderin“; „oṃ kamalarūpāyai namaḥ“ an den kleinen Fingern mit phaṭ – „der Lotusgestaltigen“. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: devyai ist das Herzmantra, padminyai das Kopfmantra, viṣṇupatnyai das Haarlockenmantra, varadāyai der Schutzpanzer und kamalarūpāyai die Waffe. Alle beginnen mit oṃ und enden mit namaḥ.
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P2-0327 · 18
Die Meditation: Möge Kamalā euch beschützen! Sie sitzt auf einem Lotus, lächelt und zeigt mit ihren Lotushänden Gabe und Furchtlosigkeit und trägt zwei Lotusse. Ihr Körper gleicht dem Blitz. Ihre breiten, hohen Brüste erstrahlen mit einer herrlichen Perlenkette; mit der Fülle ihrer Seitenblicke erfreut sie Hari. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf, vollzieht die zuvor beschriebene Sitzverehrung samt Sitzkräften bis zum Sitzmantra, meditiert erneut und führt Anrufung und die übrigen Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen aus. Dann folgt die Umkreisverehrung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0328 · 19
In den vier Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen: „oṃ devyai namo hṛdayāya namaḥ“ am Herzen; „oṃ padminyai namaḥ śirase svāhā“ am Kopf; „oṃ viṣṇupatnyai namaḥ śikhāyai vaṣaṭ“ an der Haarlocke; „oṃ varadāyai namaḥ kavacāya huṃ“ am Schutzpanzer; „oṃ kamalarūpāyai namo astrāya phaṭ“ an der Waffe. Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man wie zuvor Balākā und die übrigen. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0329 · 20
Das Puraścaraṇajapa beträgt zehn Lakh, also 1.000.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Mantrakundige, der seine Sinne bezwungen hat, soll das Mantra 1.000.000-mal wiederholen und ein Zehntel mit süß bestrichenen Lotussen im Feuer opfern.
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P2-0330 · 21
Nun die Mahālakṣmīmantras: Tārā, Vāgbhava, Māyā, Ramā, Kāma, „hesoḥ“, „jagatprasūtyai“ und namaḥ. Dazu heißt es: Vāgbhava, Śambhus Gemahlin, Ramā und Makaraketana; dann der dritte Laut, „jagat“, Pārśva, leuchtend mit dem Feuerbīja und versehen mit Arghīśa, dann Bhṛgu, „tyai“ und die Herzformel. Dieses mit Tārā beginnende zwölfsilbige Mantra wird für Mahālakṣmī gelehrt und schenkt alle Vollendungen. Die Prosa gibt die Bestandteile der Formel „oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ hesoḥ jagatprasūtyai namaḥ – Verehrung der Gebärerin der Welt“. [Die Lesung heso/hesoḥ schwankt; die Lautverschlüsselung des Zitats ist teilweise beschädigt. Die ungewöhnliche Form wird nicht stillschweigend durch eine andere ersetzt.]
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P2-0331 · 22
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum beim Śrībīja gelehrten Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „brahmaṇe ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Brahmā“; am Mund „gāyatrīchandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“; am Herzen „mahālakṣmyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Mahālakṣmī“.
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P2-0332 · 23
Dann reinigt man beide Hände mit dem Grundmantra und setzt der Reihe nach auf Daumen und die übrigen Finger die fünf Bījas, jeweils mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende: aiṃ, hrīṃ, śrīṃ, klīṃ und heso. Auf die Handfläche setzt man „oṃ jagatprasūtyai namaḥ“. Mit dem Grundmantra vollzieht man den umfassenden Nyāsa vom Kopf bis zu den Füßen. Dann setzt man die fünf Bījas auf Scheitel, Gesicht, Herz, verborgene Stelle und Füße; die restlichen Silben auf die sieben Körperstoffe im Herzen. Im Nibandha heißt es: Man reinigt die Hände mit dem Grundmantra, setzt die fünf Bījas mit Tārā am Anfang und Herzformel am Schluss der Reihe nach auf die Finger, den übrigen Mantrateil auf beide Handflächen. Vom Scheitel bis zu den Füßen folgt der umfassende Nyāsa mit dem Grundmantra. Die fünf Bījas setzt man auf Scheitel, Gesicht, Brust, verborgene Stelle und Füße; die übrigen sieben Silben auf die sieben Körperstoffe im Herzen.
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P2-0333 · 24
Der Handnyāsa: „aiṃ jñānāya“ an den Daumen mit namaḥ – „der Erkenntnis“; „hrīṃ aiśvaryāya“ an den Zeigefingern mit svāhā – „der Herrschermacht“; „śrīṃ śaktaye“ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ – „der Kraft“; „klīṃ balāya“ an den Ringfingern mit huṃ – „der Stärke“; „hesoḥ vīryāya“ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ – „der Wirkmacht“; „jagatprasūtyai namas tejase“ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ – „der Gebärerin der Welt; dem Glanz“. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Die Glieder werden mit den fünf Bījas gebildet, die Waffe mit den restlichen Silben; hinzu treten Erkenntnis, Herrschermacht und die weiteren Begriffe in der Dativform sowie die Abschlussformeln. Erkenntnis, Herrschermacht, Kraft, Stärke, Wirkmacht und Glanz werden in dieser Reihenfolge als die sechs Gliedergottheiten bezeichnet.
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P2-0334 · 25
Die Meditation: Man meditiert über die höchste Mutter, die wie die junge Sonne leuchtet, deren Krone mit der Mondsichel strahlt und die mit Halsketten und Edelsteinschmuck geziert ist. Sie neigt sich unter der Last ihrer Brüste, lächelt und trägt in ihren Händen unablässig eine Reisähre, einen Lotus und das Kaustubhajuwel. Ihre drei Augen gleichen geöffneten Lotussen. Eine ausführliche Meditation findet sich in der Śāradā. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0335 · 26
Nach der beim Śrībīja gelehrten Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Rechts der Göttin verehrt man Śaṅkaranandana, links Puṣpadhanvan; in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen mit „aiṃ jñānāya hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. In der Śāradā heißt es: Rechts der Göttin verehrt man Śaṅkaras Sohn, auf der anderen Seite den Blumenbogenträger mit zum Blumenopfer gefalteten Händen. Die Glieder verehrt man vorschriftsmäßig an den zuvor genannten Stellen. Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Umā, Śrī, Sarasvatī, Durgā, Dharaṇī, Gāyatrī, Devī und Uṣā. Rechts verehrt man Jahnus Tochter, links die Tochter der Sonne, weiter rechts den Muschelschatz, weiter links den Lotusschatz und hinten Varuṇa, der den Sonnenschirm hält. Dazu heißt es: Man verehrt der Reihe nach die acht Kräfte in der Mitte der Blätter: Umā, Śrī, Sarasvatī, Durgā, Dharaṇī, Gāyatrī, Devī und Uṣā, schön und mit Lotussen in den Händen. Außen verehrt man einzeln die zwölf Tierkreiszeichen und neun Planeten. Noch weiter außen die acht Elefanten Airāvata, Puṇḍarīka, Vāmana, Kumuda, Añjana, Puṣpadanta, Sārvabhauma und Supratīka. Im Nibandha heißt es: Jahnus und der Sonne Töchter werden verehrt, bereit zum Waschen der Füße. Der Muschel- und der Lotusschatz stehen an beiden Seiten mit Yakschweifwedeln. Hinten verehrt man Varuṇa mit dem Sonnenschirm. Ringsum verehrt man die Tierkreiszeichen und danach die neun Planeten. In den Richtungen verehrt man die Richtungselefanten, die mit vier Stoßzähnen geschmückt sind: Airāvata, Puṇḍarīka, Vāmana, Kumuda, Añjana, Puṣpadanta, Sārvabhauma und Supratīka. Dann folgen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Schließlich vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0336 · 27
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 1.200.000-mal und opfert ein Zehntel mit geklärter Butter. Mit Śrīfrüchten und Lotussen opfert man jeweils zwanzigtausendmal; mit reinem, duftendem Wasser vollzieht man zwanzigtausend Sättigungsdarbringungen. Die Zahl zwanzigtausend ist ausdrücklich durch den Wortlaut vorgeschrieben.
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P2-0337 · 20
Ein anderes Mantra: Śambhus Gemahlin, von Śrī umschlossen; dann Ka mit Bhagavatī und Mahī, Brahmā und Āditya, die lange Erde, der Anfang von Lakṣmī, der mit Bhaga versehene Wind; zweimal „prasīda“, erneut Bhuvaneśvarī, von Śrī umschlossen; „mahālakṣmi“, namaḥ am Schluss und oṃ am Anfang. Mahī ist la, Bhagavatī die Verbindung mit e; Brahmā ist ka, Āditya ma, Erde la, „lang“ die Verbindung mit ā; Lakṣmīs Anfang ist la, Wind ya, verbunden mit e. Die erklärten Wörter ergeben: „oṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ kamale kamalālaye prasīda prasīda śrīṃ hrīṃ śrīṃ mahālakṣmi namaḥ – Oṃ, Kamalā, im Lotus Wohnende, sei gnädig, sei gnädig, große Lakṣmī, Verehrung!“
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P2-0338 · 29
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und dem zuvor beschriebenen Sehernyāsa folgt der Hand- und Gliedernyāsa. Jedes der folgenden Worte wird vorne und hinten von „śrīṃ hrīṃ śrīṃ“ umschlossen: kamale an den Daumen mit namaḥ; kamalālaye an den Zeigefingern mit svāhā; prasīda an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; prasīda an den Ringfingern mit huṃ; mahālakṣmi an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; namaḥ als Waffenmantra mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: kamale ist das Herzmantra, kamalālaye das Kopfmantra, prasīda das Haarlockenmantra und dasselbe der Schutzpanzer; mit den vier Silben und den weiteren Worten bildet man die Waffe, jedes Wort einzeln von den drei Bījas umschlossen. [Die letzte Verszeile ist verkürzt; die ausdrückliche Prosaliste nennt sechs Formeln.]
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P2-0339 · 30
Die Meditation: Man soll stets über die höchste Geliebte des Śārṅgabogenträgers meditieren, die im Lotus wohnt, zinnoberrot leuchtet und ein Meer der Schönheit ist. Sie trägt Krone, Oberarmreifen, Halsketten, Ohrringe, Hüftgürtel und weiteren Schmuck. Mit ihren Lotushänden trägt sie ein Reichtumsgefäß, zwei Lotusse und einen Spiegel. Dienerinnen umgeben sie unablässig. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
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P2-0340 · 31
Nach der Sitzverehrung wie zuvor meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „śrīṃ hrīṃ śrīṃ kamale śrīṃ hrīṃ śrīṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. An den Blattwurzeln, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Śrīdhara, Hṛṣīkeśa, Vaikuṇṭha, Viśvarūpa, Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha. In der Blattmitte Bhāratī, Pārvatī, Cāndrī, Śacī, Damaka, Salila, Guggulu und Kuruṇṭaka. An den Blattspitzen verehrt man die Pfeile Mahālakṣmīs: Anurāga, Visaṃvāda, Vijaya, Vallabha, Mada, Harṣa, Bala und Tejas. Die Formel lautet „anurāgāya mahālakṣmībāṇāya namaḥ – Verehrung Anurāga, dem Pfeil Mahālakṣmīs“, und entsprechend weiter. [Die Vorlage hat „cāndryaṃ“ statt einer passenden Dativform.]
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P2-0341 · 31ka
Im Nibandha heißt es: An den Blattspitzen verehrt man diese Pfeile Mahālakṣmīs der Reihe nach. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0342 · 32
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert ein Zehntel mit süß besprengten Bilvafrüchten im rituell bereiteten Feuer, nach dem zuvor gelehrten Verfahren.
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Sūrya und Ajapā
P2-0343 · 33
Nun die Sūryamantras: Tārā, „ghṛṇi“, dann Bhṛgu mit dem linken Ohr; Wind auf dem Feuersitz, der folgende Laut, der Berg mit Auge und zuletzt „tya“ ergeben das achtsilbige Mantra Bhānus, das alles Gewünschte schenkt. Die folgende Lautverteilung bestätigt „oṃ ghṛṇi sūrya āditya“. [Die Verschlüsselung „maruccheṣaḥ“ ist beschädigt; die Formel wird aus dem ausdrücklich folgenden Nyāsa erschlossen.]
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P2-0344 · 34
Seine Verehrung: Nach den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung vollzieht man den Sitznyāsa. Die Besonderheit: In den im Osten beginnenden Richtungen des eigenen Herzens und in der Mitte setzt man Prabhūta, Vimala, Sāra, Samārādhya und Paramasukha ein. Danach folgt die Reihe, beginnend mit Ādhāraśakti, bis „aṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ – Verehrung der Sonnensphäre, deren Wesen die zwölf Kräfte sind“. Im Nibandha heißt es: Zuerst verehrt man auf dem gebildeten Sitz in den Richtungen und der Mitte Prabhūta, Vimala, Sāra, Samārādhya und Paramasukha; man bildet den Sitz bis zur eigenen Vidyā. Dann setzt man auf die Staubfäden und in die Mitte, jeweils mit namaḥ: rāṃ Dīptā, rīṃ Sūkṣmā, „rūpaṃ“ Jayā, reṃ Bhadrā, raiṃ Vibhūti, roṃ Vimalā, rauṃ Amoghā, raṃ Vidyutā und raḥ Sarvatomukhī. Der Nibandha nennt diese neun Sitzkräfte und beschreibt sie in Gestalt strahlender Lampenflammen. Ihre Bījas bestehen der Reihe nach aus den Vokalen unter Auslassung der neutralen und drei kurzen, verbunden mit Bindu und Feuerlaut. Darüber: „oṃ brahmaviṣṇuśivātmakāya saurāya yogapīṭhāya namaḥ – Verehrung dem solaren Yogasitz, dessen Wesen Brahmā, Viṣṇu und Śiva sind“. Die Śāradā erklärt dieselbe Wortfolge und nennt sie das Sitzmantra des Tagesherrn, des Herrn der Welt. [Bei Jayā steht rūpaṃ statt des nach der Reihe erwartbaren rūṃ.]
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P2-0345 · 35
Der Sehernyāsa: auf dem Kopf „devabhāgaṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Devabhāga“; am Mund „gāyatrīchandase namaḥ“; am Herzen „ādityāya devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Āditya“. Im Nibandha heißt es: Devabhāga ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Āditya die Gottheit, die sichtbare und unsichtbare Früchte schenkt.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0346 · 36
In der Rāmārcanacandrikā heißt es: Tārā wird als Bīja genannt, ya als Kraft. Für dieses Mantra ist Bhārgava der Seher. Dort heißt es: Bhārgava ist sein Seher, Gāyatrī die Gottheit des Mantras, und entsprechend weiter. [Die Vorlage nennt im Zitat tatsächlich „devatā“, obwohl nach der üblichen Zuordnung hier das Versmaß zu erwarten wäre.] Der Handnyāsa verwendet jeweils „tejojvālāmaṇe huṃ phaṭ svāhā – du Juwel der Lichtflamme, huṃ phaṭ svāhā“, davor: satyāya an den Daumen mit namaḥ; brahmaṇe an den Zeigefingern mit svāhā; viṣṇave an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; rudrāya an den Ringfingern mit huṃ; agnaye an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; sarvāya an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Die Anreden bedeuten „dem Wahren, Brahmā, Viṣṇu, Rudra, Agni, dem All“. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern.
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P2-0347 · 37
In der Śāradā heißt es: satyāya wird als Herzmantra bezeichnet, brahmaṇe als Kopfmantra, viṣṇave als Haarlockenmantra, rudrāya als Schutzpanzer, agnaye als Augenmantra und sarvāya als Waffenmantra. Jede Formel enthält „tejojvālāmaṇe huṃ phaṭ“ und endet mit zweimal ṭha, also svāhā.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0348 · 38
Dann folgt der Gestaltennyāsa: auf dem Kopf „oṃ ātyiyā namaḥ“; auf dem Gesicht „eṃ ravaye“; am Herzen „uṃ bhānave“; an der verborgenen Stelle „iṃ bhāskarāya“; an den Füßen „aṃ sūryāya“, jeweils mit namaḥ. [„ātyiyā“ ist beschädigt; der nächste Vers bestätigt Āditya. Die Formen oṃ/eṃ stehen so in der Vorlage.]
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P2-0349 · 39
Im Nibandha heißt es: Man setzt Āditya auf den Scheitel, Ravi auf das Gesicht, Bhānu ins Herz, Bhāskara an die verborgene Stelle und Sūrya an beide Füße, mit den fünf kurzen Lauten, beginnend mit Satya. Dann der Mantranyāsa, jeweils mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss: oṃ auf den Kopf, ghṛ auf das Gesicht, ṇi an den Hals, sū ins Herz, ryya auf den Bauch, ā auf den Nabel, di auf das Geschlechtsorgan und tya auf die Füße. Der Nibandha bestätigt die acht Mantralaute an Scheitel, Gesicht, Hals, Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan und Füßen.
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P2-0350 · 40
Die Meditation: Ich preise den Tagesherrn, der in seinen Händen zwei rote Lotusse trägt und Furchtlosigkeit und Gabe zeigt. Er ist mit Oberarmreifen, Halsketten, Armreifen und Ohrringen geschmückt; seine Krone besteht aus Rubinen. Er glänzt wie die Bandhūkablüte, und seine drei Augen strahlen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0351 · 41
Nachdem man so meditiert und mit geistigen Verehrungsgaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0352 · 42
Dann verehrt man die Gurureihe und den Sitz. Mit „oṃ khaṃ khakholkāya namaḥ“ bildet man die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Im Nibandha heißt es: Mit dem von Tārā eingeleiteten Mantra „khaṃ khakholkāya“ wird die Gestalt gebildet; in ihr ruft man den Zeugen aller Welten an und verehrt ihn. Die Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet jeweils „oṃ … tejojvālāmaṇe huṃ phaṭ svāhā“: satyāya am Herzen mit namaḥ; brahmaṇe ebenfalls am Herzen mit namaḥ; nochmals brahmaṇe am Kopf mit svāhā; viṣṇave an der Haarlocke mit vaṣaṭ; rudrāya am Schutzpanzer mit huṃ; agnaye an den drei Augen mit vauṣaṭ; sarvāya an der Waffe mit phaṭ. Auf den Blättern der Hauptrichtungen, im Osten beginnend: oṃ Āditya, eṃ Ravi, uṃ Bhānu und iṃ Bhāskara, jeweils mit namaḥ. Auf den Zwischenrichtungsblättern: ūṃ Uṣā, paṃ Prajñā, paṃ Prabhā und saṃ Sandhyā. Im Nibandha heißt es: Zuerst verehrt man die Glieder; auf den Hauptrichtungsblättern die vier Sonnengestalten, beginnend mit Āditya; auf den Eckblättern die Kräfte. Ihre Bījas sind der Reihe nach die Anfangslaute ihrer Namen. Die Kräfte heißen Uṣā, Prajñā, Prabhā und Sandhyā. An den Blattspitzen verehrt man Brāhmī und die übrigen; vorne Aruṇa, wie die Śāradā bestätigt. Außen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Candra, Maṅgala, Budha, Bṛhaspati, Śukra, Śanaiścara, Rāhu und Ketu. Die Śāradā bestätigt die Verehrung dieser acht Planeten außerhalb. Danach verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die zusätzliche Brahmā-Herzformel ist eine Wiederholung der Vorlage; sie wird nicht ausgelassen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0353 · 43
Das Puraścaraṇa beträgt acht Lakh, also 800.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Beherrscher seiner Sinne soll das Mantra 800.000-mal wiederholen und achttausendmal mit Brennhölzern milchsaftführender Bäume, bestrichen mit Milch, im Feuer opfern. Auch hier sind ausdrücklich achttausend Feueropfer vorgeschrieben.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0354 · 44
Ein anderes Mantra: Raum mit Feuer, langem Vokal und Mondzeichen; Bhuvaneśvarī; Bhṛgu mit Ausstoß. Dieses Mantra Bhānus wird als dreisilbig bezeichnet. Der folgende Nyāsa gibt seine drei Bījas als hrāṃ hrīṃ saḥ an.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0355 · 45
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und dem beim vorherigen Mantra gelehrten Sitznyāsa vollzieht man den dort gelehrten Sehernyāsa.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0356 · 46
Der Mantranyāsa: Vom Ādhāra bis zu den Füßen setzt man „hrāṃ namaḥ“; vom Hals bis zum Ādhāra „hrīṃ namaḥ“; vom Scheitel bis zum Hals „saḥ namaḥ“. In der Śāradā heißt es: Man setzt die drei Bījas der Reihe nach vom Ādhāra bis zu den Fußspitzen, vom Hals bis zum Ādhāra und vom Scheitel bis zum Hals.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0357 · 47
Der Handnyāsa: hrāṃ an den Daumen mit namaḥ; hrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; hrūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; hraiṃ an den Ringfingern mit huṃ; hrauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; hraḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Die Gliederbildung erfolgt mit dem mittleren Bīja, verbunden mit den sechs langen Vokalen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0358 · 49
Die Meditation: Ich verehre Bhānu, den Herrn aller Welten, der auf einem roten Lotus sitzt und das einzige Meer sämtlicher Vorzüge ist. Mit seinen Lotushänden trägt er zwei Lotusse und zeigt Furchtlosigkeit und Gewährung. Er besitzt eine Rubinkrone, roten Körperglanz und drei Augen. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein. Dann verehrt man den Sitz in der zuvor beschriebenen Reihenfolge, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Blättern verehrt man Candra und die übrigen wie zuvor, danach Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0359 · 50
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Wer seine Sinne beherrscht, soll das Mantra 1.200.000-mal wiederholen und ein Zehntel mit geklärter Butter oder mit süß benetztem Sesam im Feuer opfern.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0360 · 51
Ein anderes Mantra: Raum, Feuer, Wind, der Endlaut von Satya, Arghīśa und Bindu bilden das Bīja namens Mārtaṇḍabhairava. Von dem Bimbabīja umschlossen schenkt es die Früchte aller Wünsche. [Die Lautverschlüsselung wird als solche beibehalten; die konkrete vollständige Formel wird an dieser Stelle nicht ausgeschrieben.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0361 · 52
Das Bimbabīja wird im Tantra beschrieben: der Endlaut der ṭa-Reihe, verbunden mit Feuer, Auge und Mondzeichen, wird so bezeichnet. [Der anschließende Nyāsa verwendet die Grundverbindung ṭhr.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0362 · 53
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum beim vorherigen Mantra gelehrten Sitznyāsa vollzieht man den Sehernyāsa wie zuvor.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0363 · 54
Der Gestaltennyāsa: „ṭhraṃ sūryāya namaḥ“ an den Daumen; „ṭhriṃ bhāskarāya namaḥ“ an den Zeigefingern; „ṭhruṃ bhānave namaḥ“ an den Mittelfingern; „ṭhreṃ ravaye namaḥ“ an den Ringfingern; „ṭhroṃ divākarāya namaḥ“ an den kleinen Fingern. Dann setzt man diese mit dem jeweiligen Bīja auf Kopf, Gesicht, Herz und Füße. Im Nibandha heißt es: Mit dem Bīja, das die fünf kurzen Vokale trägt, setzt man der Reihe nach die fünf Gestalten auf die Finger von den Daumen bis zu den kleinen Fingern: Sūrya, Bhāskara, Bhānu, Ravi und Divākara. Danach setzt man sie erneut auf Kopf, Gesicht, Herz, verborgene Stelle und Füße. [In der Prosa fehlt die verborgene Stelle; das Zitat nennt sie ausdrücklich.] Der Handnyāsa erfolgt mit ṭhrāṃ, ṭhrīṃ, ṭhrūṃ, ṭhraiṃ, ṭhrauṃ und ṭhraḥ an Daumen, Zeige-, Mittel-, Ring-, kleinen Fingern sowie Handflächen und Handrücken mit namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, beginnend mit „ṭhrāṃ hṛdayāya namaḥ“. Der Nibandha schreibt anschließend den umfassenden Nyāsa mit dem Grundbīja vor.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0364 · 55
Die Meditation: Wir verehren Mārtaṇḍa, dessen eigener Glanz goldenem Lotus und Koralle gleicht. Seine Lotushände tragen den schönen Khaṭvāṅga, Bogen, Rad, Speer, Schlinge, Stachel, eine herrliche Gebetskette und Schädelschale. Seine vier lieblichen Gesichter besitzen leuchtende drei Augen. Seine geliebte Gefährtin bildet seine Hälfte; er trägt eine Edelsteinkrone und erstrahlt mit Halsketten. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, richtet man das Arghya ein. [„triyanayana“ ist beschädigt; „vedavaktra“ bezeichnet in der Zahlensprache vier Gesichter.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0365 · 56
Nach der zuvor beschriebenen Sitzverehrung bis zum Sitzmantra verehrt man auf dem Fruchtboden, im Osten beginnend, mit oṃ und namaḥ Uṣā, Prajñā, Prabhā und Sandhyā und bildet mit dem Grundmantra die Gestalt. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Im Nibandha heißt es: Auf dem mit Dīptā und den übrigen Kräften versehenen Sitz verehrt man auf dem Fruchtboden in den Richtungen, im Osten beginnend, Uṣā und die übrigen und bildet mit dem Grundmantra die Gestalt. Dann verehrt man in den vier Hauptrichtungen Sūrya, Bhāskara, Bhānu und Ravi, in den Zwischenrichtungen Divākara. In Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten verehrt man mit „ṭhrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln; im Nordosten die drei Augen mit „ṭhrauṃ netratrayāya vauṣaṭ“. In der Śāradā heißt es: Die vier, beginnend mit Sūrya, verehrt man in den Hauptrichtungen, den anderen in den Zwischenrichtungen. Die Gliederverehrung erfolgt wie zuvor; die Augen liegen im Nordosten und den weiteren Richtungen. Danach verehrt man wie zuvor die acht Planeten, beginnend mit Candra, und in der Erdumfassung die Weltenhüter. Der Nibandha bestätigt: außen die acht Planeten, danach die Weltenhüter. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Vorlage hat im Bestätigungszitat „vāye“; „außen“ ist aus dem Zusammenhang erschlossen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0366 · 57
Das Puraścaraṇajapa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Ein Zehntel wird mit Lotussen geopfert, die mit den drei süßen Stoffen versehen sind. Dazu heißt es: Man wiederholt das vom Bimbabīja umschlossene Mantra 300.000-mal und opfert ein Zehntel mit geöffneten, süß besprengten Lotussen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0367 · 58
Ein Mensch, der dieses Mantra wiederholt, erlangt Schönheit, Söhne, Vermögen, Glanz, vollendete Wirksamkeit der Sprache, unvergleichlichen Wohlstand und Glück.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0368 · 59
Nun das Ajapāmantra: Der mit dem Halbmond geschmückte Raumlaut und der Anfangslaut der nachfolgenden Gruppe mit Ausstoß bilden das zweisilbige Mantra namens Ajapā, den himmlischen Wunschbaum. Gemeint ist haṃsaḥ. [Die verschlüsselte zweite Lautangabe „tadādiḥ“ ist knapp und nicht vollständig eindeutig.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0369 · 60
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum zuvor beschriebenen Sitzmantra folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „brahmaṇe ṛṣaye namaḥ“, am Mund „gāyatrīchandase namaḥ“, am Herzen „śrīgirijāpataye devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit, dem ehrwürdigen Gemahl Girijās“. Im Nibandha heißt es: Göttin, Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Girijāpati, der Ursprung der Welten, die Gottheit.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0370 · 61
Hand- und Gliedernyāsa beginnen mit „hsāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und entsprechend an Herz und weiteren Stellen. Im Nibandha heißt es: Mit hsāṃ, verbunden mit den sechs langen Vokalen, soll man die Gliederhandlung dieses Mantras vollziehen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0371 · 62
Die Meditation: Möge euch der mondgekrönte, dreiaugige Körper beschützen, mild und feurig zugleich, Wurzel des Universums und mit himmlischem Schmuck aus neun Edelsteinen geziert. Er ist zur Hälfte Ambikā und zur Hälfte ihr Herr; seine Gestalt gleicht aufgehender Sonne und blitzendem Blitz. Mit seinen Lotushänden trägt er Schlinge und Beil und zeigt Furchtlosigkeit und Gewährung. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf, verehrt den zuvor beschriebenen Sitz, meditiert erneut und vollzieht die Handlungen von der Anrufung bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „hsāṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Hauptrichtungsblättern verehrt man Ṛta, Vasu, Nara und Vara; auf den Zwischenrichtungsblättern Ṛtajā, Gojā, Abjā und Adrijā. Der Nibandha bestätigt diese Anordnung. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Prosa wiederholt vara und enthält eine zusätzliche Trennung; die viergliedrige Liste des Zitats klärt die Reihenfolge.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0372 · 63
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen, mit einem Zehntel Feueropfer aus Milchreis mit geklärter Butter. Dazu heißt es: Der Mantrapraktizierende wiederholt das Mantra 1.200.000-mal und opfert ein Zehntel mit Milchreis und Butter; dadurch wird der Mensch ein Vollendeter.
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Viṣṇu, Rāma und Kṛṣṇa
P2-0373 · 64
Nun die Viṣṇumantras: Ich werde die großen Mantras Viṣṇus beschreiben, die alle Fülle schenken. Durch die Erinnerung an ihn erreichen die Guten das andere Ufer des Ozeans des Daseins. [„mahāntrān“ und „bhāvābdhe“ sind beschädigte Wortformen.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0374 · 65
Man spricht Tārā, dann namaḥ und die beiden langen na-ra-Lautverbindungen. Dieses höchste, reinigende Mantra wird als achtsilbig bezeichnet: oṃ namo nārāyaṇāya.
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P2-0375 · 66
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Bad begibt man sich in den Verehrungspavillon und vollzieht das vaiṣṇavische Mundspülen.
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P2-0376 · 67
Im Gautamīya heißt es: Mit den ersten drei Namen, beginnend mit Keśava, trinkt man dreimal Wasser; mit den nächsten beiden wäscht man die Hände; mit den nächsten beiden wischt man die Lippen, mit den nächsten beiden das Gesicht. Mit einem weiteren Namen wäscht man die Hand, mit dem nächsten die Füße; mit einem besprengt man den Scheitel. Dann berührt man mit den Namen, beginnend mit Saṅkarṣaṇa, der Reihe nach Mund, Nase, Augen, Ohren, Nabel, Brust und beide Arme. So erfolgt das Mundspülen in der Viṣṇutradition. Wer es so vollzieht, wird unmittelbar Nārāyaṇa.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0377 · 68
Die Namen, beginnend mit Keśava, sind: Keśava, Nārāyaṇa, Mādhava, Govinda, Viṣṇu, Madhusūdana, Trivikrama, Vāmana, Śrīdhara, Hṛṣīkeśa, Padmanābha, Dāmodara, Saṅkarṣaṇa, Vāsudeva, Pradyumna, Aniruddha, Puruṣottama, Adhokṣaja, Nṛsiṃha, Acyuta, Janārdana, Upendra, Hari und Viṣṇu. Die Formel lautet „oṃ keśavāya namaḥ“ und entsprechend weiter. Dazu heißt es: Der Einsichtige soll die Namen in der Dativform mit namaḥ am Schluss einsetzen. [Viṣṇu steht in der Vorlage sowohl an fünfter als auch an letzter Stelle.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0378 · 69
Dann vollzieht man die Handlungen vom allgemeinen Arghya bis zum Mātṛkānyāsa und den Nyāsa von Keśava und Kīrti und den weiteren Paaren. Die Seherzuordnung lautet: auf dem Kopf „prajāpataye ṛṣaye namaḥ“, am Mund „gāyatrīchandase namaḥ“, am Herzen „arddhalakṣmīharaye devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Hari, dessen Hälfte Lakṣmī ist“.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0379 · 70
Hand- und Gliedernyāsa beginnen mit „śrīṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und entsprechend am Herzen und den weiteren Stellen. Im Gautamīya heißt es: Prajāpati ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Arddhalakṣmīhari die Gottheit; die sechs Glieder werden mit dem Śrībīja gebildet.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0380 · 71
Die Meditation: Ich verehre Viṣṇu, dessen Glanz hundert aufgehenden Sonnen gleicht und dessen Licht wie glühendes Gold ist. Zu beiden Seiten stehen die Tochter des Ozeans und die Trägerin der Welt. Er trägt gelbes Gewand und vielfältigen Schmuck, der von vielerlei Edelsteinen strahlt. Seine Hände tragen Muschel, Lotus, die Kaumodakīkeule und Rad. Nach dieser Meditation vollzieht man den Nyāsa. Aus der Aussage der Kramadīpikā „Nachdem man die Laute samt Halbmond gesprochen hat“ und den weiteren Stellen folgt, dass überall Anusvāra zu verwenden ist.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0381 · 72
Mit namaḥ am Schluss setzt man folgende Bījas und Paare ein: aṃ Keśava und Kīrti auf die Stirn; āṃ Nārāyaṇa und Kānti auf das Gesicht; iṃ Mādhava und Tuṣṭi auf das rechte Auge; īṃ Govinda und Puṣṭi auf das linke Auge; uṃ Viṣṇu und Dhṛti auf das rechte Ohr; ūṃ Madhusūdana und Śānti auf das linke Ohr; ṛṃ Trivikrama und Kriyā auf die rechte Nasenöffnung; ṝṃ Vāmana und Dayā auf die linke; ḷṃ Śrīdhara und Medhā auf die rechte Wange; ḹṃ Hṛṣīkeśa und Harṣā auf die linke; eṃ Padmanābha und Śraddhā auf die Oberlippe; eṃ Dāmodara und Lajjā auf die Unterlippe; oṃ Vāsudeva und Lakṣmī auf die obere Zahnreihe; auṃ Saṅkarṣaṇa und Sarasvatī auf die untere; aṃ Pradyumna und Prīti auf den Scheitel; aḥ Aniruddha und Rati auf den Mund. An Wurzel, Gelenken und Spitzen des rechten Arms: kaṃ Cakrin und Jayā; khaṃ Gadin und Durgā; gaṃ Śārṅgin und Prabhā; ghaṃ Khaḍgin und Satyā; ṅaṃ Śaṅkhin und Caṇḍā. Entsprechend am linken Arm: caṃ Halin und Bāṇī; chaṃ Muṣalin und Vilāsinī; jaṃ Śūlin und Vijayā; jhaṃ Pāśin und Virajā; ñaṃ Aṅkuśin und Viśvā. An Wurzel, Gelenken und Spitzen des rechten Beins: ṭaṃ Mukunda und Vinadā; ṭhaṃ Nandaja und Sunadā; ḍaṃ Nandin und Smṛti; ḍhaṃ Nara und Ṛddhi; ṇaṃ Narakajit und Samṛddhi. Entsprechend am linken Bein: taṃ Hari und Śuddhi; thaṃ Kṛṣṇa und Buddhi; daṃ Satya und Bhakti; dhaṃ Sāttvata und Mati; naṃ Śauri und Kṣamā. Paṃ Śūra und Ramā auf die rechte Seite; phaṃ Janārdana und Umā auf die linke; baṃ Bhūdhara und Kledinī auf den Rücken; bhaṃ Viśvamūrti und Klinnā auf den Nabel; maṃ Vaikuṇṭha und Vasudā auf den Bauch. Yaṃ, dem Wesen der Haut, Puruṣottama und Vasudhā, am Herzen; raṃ, dem Wesen des Blutes, Balin und Parā, auf der rechten Schulter; laṃ, dem Wesen des Fleisches, Balānuja und Parāyaṇā, am Nacken; vaṃ, dem Wesen des Fettes, Bāla und Sūkṣmā, auf der linken Schulter. Śaṃ, dem Wesen der Knochen, Vṛṣaghna und Sandhyā, vom Herzen bis zur rechten Hand; ṣaṃ, dem Wesen des Marks, Vṛṣa und Prajñā, vom Herzen bis zur linken Hand; saṃ, dem Wesen des Samens, Haṃsa und Prabhā, vom Herzen bis zum rechten Fuß; haṃ, dem Wesen der Lebenskraft, Varāha und Niśā, vom Herzen bis zum linken Fuß; laṃ, dem Wesen des individuellen Lebens, Vimala und Amoghā, vom Herzen bis zum Bauch; kṣaṃ, dem Wesen des Zorns, Nṛsiṃha und Vidyutā, vom Herzen bis zum Mund. [Die Vorlage wiederholt eṃ an beiden Lippen und schreibt Bāṇī statt des späteren Vāṇī; die Unterschiede bleiben kenntlich.]
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P2-0382 · 73
Die Śāradā nennt die Gestalten, beginnend mit Keśava: Keśava, Nārāyaṇa, Mādhava, Govinda, Viṣṇu, Madhusūdana, Trivikrama, Vāmana, Śrīdhara, Hṛṣīkeśa, Padmanābha, Dāmodara, Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha sind die Gestalten der Vokale. Danach Cakrin, Gadin, Śārṅgin, Khaḍgin, Śaṅkha, Halin, Muṣalin, Śūlin, Pāśin, Aṅkuśin, Mukunda, Nandaja, Nanda, Nara, Narakajit, Hari, Kṛṣṇa, Satya, Sāttvata, Śauri, Śūra, Janārdana, Bhūdhara, Viśvamūrti, Vaikuṇṭha, Puruṣottama, Balin, Balānuja, Bāla, Vṛṣaghna, Vṛṣa, Haṃsa, Varāha, Vimala und Nṛsiṃha: Dies sind die Gestalten der Konsonanten. Keśava und die übrigen sind dunkel; ihre Hände glänzen mit Muschel und Rad. Kīrti, Kānti, Tuṣṭi, Puṣṭi, Dhṛti, Śānti, Kriyā, Dayā, Medhā, Harṣā, Śraddhā, Lajjā, Lakṣmī, Sarasvatī, Prīti und Rati sind der Reihe nach die Vokalkräfte. Jayā, Durgā, Prabhā, Satyā, Caṇḍā, Vāṇī, Vilāsinī, Vijayā, Virajā, Viśvā, Vinadā, Sunadā, Smṛti, Ṛṣi, Samṛddhi, Śuddhi, Bhukti, Buddhi, Mati, Kṣamā, Ramā, Umā, Kledinī, Klinnā, Vasudā, Vasudhā, Parā, Parāyaṇā, Sūkṣmā, Sandhyā, Prajñā, Prabhā, Niśā, Amoghā und Vidyutā sind die mit Kīrti beginnenden Kräfte, die alle Wünsche erfüllen. Sie sind in die Körper ihrer Geliebten eingetaucht, haben lächelnde Gesichter, glänzen wie Blitzketten und tragen Lotus und Furchtlosigkeitsgeste in den Händen. [Die Kräftefolge des Zitats weicht von der vorangehenden Prosa ab: Ṛṣi statt Ṛddhi, Bhukti neben Buddhi, jedoch ohne Bhakti. Alle überlieferten Namen werden beibehalten.]
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P2-0383 · 75
Im Gautamīya heißt es: Dieser mit Keśava beginnende Nyāsa schenkt den Verkörperten schon durch seine Ausführung den Zustand Acyutas. Wahrlich, wahrlich, daran besteht kein Zweifel. Man spricht den Mātṛkālaut, dann „keśavāya“ und „kīrtyai“, verbunden mit namaḥ, und vollzieht so den weiteren Nyāsa. Im Āgamakalpadruma heißt es: Der Reihe nach die Mātṛkālaute von a bis kṣa mit Bindu, dann Gott und Kraft im Dativ, anschließend namaḥ. Auch die Agastyasaṃhitā gibt „keśavāya kīrtyai“, „kāntyai nārāyaṇāya“ und die weiteren Formen. Dies ist die Reihenfolge; nicht „keśavakīrtibhyāṃ namaḥ“ und entsprechende gemeinsame Dativformen. Wer Genuss wünscht, soll diesen Nyāsa mit dem Śrībīja am Anfang vollziehen, beispielsweise „oṃ śrīṃ aṃ keśavāya kīrtyai namaḥ“.
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P2-0384 · 76
Im Gautamīya heißt es: Zuerst spricht man oṃ, danach das Śrībīja, dann setzt man den Mātṛkālaut ein. Ich werde sein Verfahren beschreiben. Oder man setzt Vāgbhava an den Anfang und erlangt Herrschaft über die Sprache. Mit welchem Bīja der Nyāsa beginnt, mit diesem werden die Glieder gebildet. Vollzieht man den Nyāsa mit dem Lakṣmībīja voran, erlangt man Gedächtnis, Standhaftigkeit und großen Wohlstand und geht am Ende in Haris Zustand ein.
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P2-0385 · 77
Dann der Tattvanyāsa. Im Gautamīya heißt es: Man spricht einzeln die Bījas von ma rückwärts bis ka, danach „namaḥ parāya“ und „tattvātmane namaḥ“. Daher wird überall das Wort tattva, Grundprinzip, verwendet. Die vollständige Rahmenformel lautet jeweils „[Bīja] namaḥ parāya [Prinzip]tattvātmane namaḥ – Verehrung dem Höchsten, dessen Wesen das Prinzip [Name] ist“. Maṃ für individuelles Leben und bhaṃ für Lebenskraft setzt man am ganzen Körper ein; baṃ für Verstand, phaṃ für Ichbewusstsein und paṃ für Geist am Herzen. Naṃ für Klang auf den Kopf; dhaṃ für Berührung auf das Gesicht; daṃ für sichtbare Form am Herzen; thaṃ für Geschmack an der verborgenen Stelle; taṃ für Geruch an beiden Füßen. Ṇaṃ für Gehör an beiden Ohren; ḍhaṃ für Haut auf die Haut; ḍaṃ für Auge an beiden Augen; ṭhaṃ für Zunge auf die Zunge; ṭaṃ für Geruchssinn an beiden Nasenöffnungen. Ñaṃ für Sprache am Sprechorgan; jhaṃ für Hand an beiden Händen; jaṃ für Fuß an beiden Füßen; chaṃ für Wind an der verborgenen Stelle; caṃ für Geschlechtsorgan am Geschlechtsorgan. Ṅaṃ für Raum auf den Scheitel; ghaṃ für Wind auf das Gesicht; gaṃ für Feuer am Herzen; khaṃ für Wasser an der Wurzel des Geschlechtsorgans; kaṃ für Erde an beiden Füßen. [Die Vorlage nennt bei chaṃ vāyu, Wind, obwohl in der Reihe der Handlungsorgane ein anderes Prinzip zu erwarten wäre; diese Lesung wird beibehalten.]
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P2-0386 · 78
In der Dīpikā heißt es: Nachdem man den Körper so in Acyutas Gestalt verwandelt hat, vollzieht man den Tattvanyāsa mit den Bījas, beginnend mit ma, und der Formel namaḥ parāya; dann folgen die Benennung des Prinzips, ātmane und namaḥ am Schluss. Man bildet die Tattvamantras der Reihe nach. Der Mantrapraktizierende verbindet individuelles Leben und Lebenskraft mit dem ganzen Körper und setzt Verstand, Ichbewusstsein und Geist in dessen Mitte ein. Danach setzt er Klang und die übrigen Eigenschaften auf Kopf, Gesicht, Herz, verborgene Stelle und Füße und die mit Gehör beginnenden Sinne an Ohren und die übrigen Stellen. Die Handlungsorgane, beginnend mit Sprache, führt er in das Selbst; die Gruppe, beginnend mit Raum, auf Scheitel, Gesicht, Herz, Geschlechtsorgan und Füße; den Herzlotus ins Herz. Mit der Rahmenformel „[Bīja] namaḥ parāya … tattvātmane namaḥ“ setzt man am Herzen śaṃ für den Herzlotus, haṃ für die von zwölf Kräften durchdrungene Sonnensphäre, saṃ für die von sechzehn Kräften durchdrungene Mondsphäre und raṃ für die von zehn Kräften durchdrungene Feuersphäre ein. Yaṃ für das Parameṣṭhinprinzip, Vāsudeva, auf den Kopf; yaṃ für das Puruṣaprinzip, Saṅkarṣaṇa, auf das Gesicht; laṃ für das Weltprinzip, Pradyumna, am Herzen; vaṃ für das Nivṛttiprinzip, Aniruddha, am Geschlechtsorgan; laṃ für sämtliche Prinzipien, Nārāyaṇa, an den Füßen; kṣrauṃ für das Zornprinzip, Nṛsiṃha, am ganzen Körper. [Die Verszeile nennt „śire“ an einer Stelle, an der die anschließende Prosa das Geschlechtsorgan nennt; mehrere Rahmenformeln sind in der Vorlage orthographisch beschädigt.]
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P2-0387 · 79
Im Gautamīya heißt es: śaṃ und das Herzlotusprinzip setzt man im Herzen ein; haṃ und das Sonnensphärenprinzip ebenfalls im Herzen; saṃ und das Mondsphärenprinzip im Herzen; raṃ und das Feuersphärenprinzip ebendort. Yaṃ mit dem Parameṣṭhinprinzip und Vāsudeva auf den Scheitel; yaṃ mit dem Puruṣaprinzip und Saṅkarṣaṇa auf das Gesicht; laṃ mit dem Weltprinzip und Pradyumna ins Herz; vaṃ mit dem Nivṛttiprinzip und Aniruddha an das Geschlechtsorgan; laṃ mit sämtlichen Prinzipien und Nārāyaṇa an die Füße; kṣrauṃ mit dem Zornprinzip und Nṛsiṃha an den ganzen Körper. Nachdem man die Prinzipien so eingesetzt hat, vollzieht man die Atemregelung.
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P2-0388 · 80
Die Frucht wird dort so beschrieben: Zur Erlangung der Vollendung soll der Praktizierende den Tattvanyāsa ausführen. Durch seine Ausführung erlangt er die Gestalt des Gottes selbst. Dann vollzieht man vorschriftsmäßig die Atemregelung und den Sitznyāsa. Auf den Staubfäden, im Osten beginnend im Uhrzeigersinn, und in der Mitte verehrt man mit oṃ und namaḥ Vimalā, Utkarṣiṇī, Jñānā, Kriyā, Yogā, Prahvī, Satyā, Īśānā und Anugrahā. Darüber spricht man „oṃ namo viṣṇave bhagavate sarvabhūtātmane vāsudevāya sarvātmasaṃyogayogapadmapīṭhātmane namaḥ – Oṃ, Verehrung Viṣṇu, dem Erhabenen, dem Selbst aller Wesen, Vāsudeva, dessen Wesen der Yogalotussitz der Vereinigung aller Selbste ist“.
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P2-0389 · 81
Im Nibandha heißt es: Vimalā, Utkarṣiṇī, Jñānā, Kriyā, Yogā, Prahvī, Satyā, Īśānā und als neunte Anugrahā sind die Kräfte.
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P2-0390 · 82
Die Aussprache des Sitzmantras wird erklärt: Man sagt „namo bhagavate“, dann „viṣṇave“, „sarvabhūtātmane vāsudevāya“, „sarvātmasaṃyoga“, „yogapadma“ und „pīṭhātmane“, mit der Herzformel am Schluss. Dieses mit Tārā beginnende Mantra gehört Hari. [Die Reihenfolge von bhagavate und viṣṇave weicht von der vorangehenden Prosa ab.]
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P2-0391 · 83
Dann der Sehernyāsa: auf dem Kopf „sādhyanārāyaṇāya ṛṣaye namaḥ“, am Mund „devīgāyatrīchandase namaḥ“, am Herzen „śrīviṣṇave devatāyai namaḥ“. Dazu heißt es: Sādhyanārāyaṇa ist der Seher, Devīgāyatrī das Versmaß und der unvergängliche Viṣṇu die Gottheit des Mantras.
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P2-0392 · 84
Der Handnyāsa: kruddholkāya an den Daumen mit namaḥ; maholkāya an den Zeigefingern mit svāhā; vīrolkāya an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; atyulkāya an den Ringfingern mit huṃ; sahasrolkāya an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den übrigen Gliedern. Im Prapañcasāra heißt es: kruddholkāya ist das Herzmantra, maholkāya das Kopfmantra, vīrolkāya das Haarlockenmantra, atyulkāya der Schutzpanzer und sahasrolkāya die Waffe. Dies ist die Anordnung der Glieder. Die Anreden bezeichnen die zornige, große, heldenhafte, übermächtige und tausendfache Flamme.
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P2-0393 · 85
Danach vollzieht man mit dem Mantra den Nyāsa der sechs Glieder: oṃ am Herzen mit namaḥ; naṃ am Kopf mit svāhā; moṃ an der Haarlocke mit vaṣaṭ; nāṃ am Schutzpanzer mit hūṃ; rāṃ an den drei Augen mit vauṣaṭ; yaṃ an der Waffe mit phaṭ. Ṇāṃ mit namo an der rechten Seite und yaṃ mit namo an der linken.
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P2-0394 · 86
Dazu heißt es: Mit den ersten sechs Mantralauten vollzieht man erneut die sechs Glieder; die übrigen Laute setzt man an beide Bauchseiten. Dann bindet man mit „oṃ namaḥ sudarśanāya astrāya phaṭ – Verehrung Sudarśana, der Waffe“ die Richtungen und vollzieht den Mantranyāsa. Dieser schenkt die Früchte aller Wünsche. Ohne ihn ist die Handlung nicht recht vollzogen, sondern asurisch und fruchtlos.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0395 · 87
Man setzt mit namaḥ ein: oṃ am Ādhāra, naṃ am Herzen, moṃ am Gesicht, nāṃ und rāṃ an den Wurzeln beider Arme, yaṃ und ṇāṃ an beiden Füßen, yaṃ am Nabel. Ebenso der Reihe nach an Hals, Nabel, Herz, beiden Brüsten, beiden Seiten und Rücken; an Scheitel, Mund, beiden Augen, beiden Ohren, beiden Nasenöffnungen, beiden Händen und deren Gelenken und Fingern; ebenso an beiden Füßen, Gelenken und Zehen. Im Herzen setzt man die Laute an die sieben Körperstoffe und die Lebenskräfte. Die Körperstoffe sind Haut, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Samen. Ferner auf Scheitel, Auge, Mund, Herz, Bauch, beide Oberschenkel, Unterschenkel, Füße, Wangen, Schultern, Oberschenkel und Füße sowie auf Rad, Muschel, Keule und Lotus. [Einige Stellen werden in der Vorlage wiederholt; die Listen werden vollständig übernommen.]
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P2-0396 · 88
Im Nibandha heißt es: Nachdem man die Richtungen mit dem Radmantra gebunden hat, setzt man die Mantralaute am Körper ein: an Ādhāra, Herz, Gesicht, Wurzeln der Arme und Füße und Nabel; danach an Hals, Nabel, Herz, Brust, Seite und Rücken; anschließend an Scheitel, Mund, Augen, Ohren und Nase; an Gelenke und Finger von Armen und Beinen sowie an Körperstoffe und Lebenskräfte in der Herzgegend. Jeden Laut einzeln setzt man auf Scheitel, Augen, Mund, Herz, Bauch, Oberschenkel, Unterschenkel, beide Füße sowie Wangen, Schultern, Oberschenkel und Füße. Aufmerksam setzt man sie auch auf Muschel, Rad, Keule, Lotus und Füße. [Mehrere Wörter dieses Zitats sind zusammengeschrieben oder beschädigt; die erkennbaren Körperstellen bleiben in ihrer Reihenfolge erhalten.]
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P2-0397 · 89
Dann der Nyāsa des Gestaltengehäuses: Auf die Stirn „oṃ aṃ keśavāya dhātre namaḥ“; auf den Bauch „naṃ āṃ nārāyaṇāya aryamne namaḥ“; am Herzen „ṣoṃ iṃ mādhāya mitrāya namaḥ“; in der Halsgrube „bhaṃ īṃ govindāya varuṇāya namaḥ“; auf der rechten Seite „gaṃ uṃ viṣṇave aṃśave namaḥ“; auf der rechten Schulter „vaṃ ūṃ madhusūdanāya bhagāya namaḥ“; rechts am Hals „teṃ eṃ trivikramāya vivasvate namaḥ“; auf der linken Seite „vāṃ aiṃ vāmanāya indrāya namaḥ“; auf der linken Schulter „suṃ oṃ śrīdharāya pūṣṇe namaḥ“; links am Hals „deṃ auṃ hṛṣīkeśāya parjanyāya namaḥ“; auf dem Rücken „vāṃ aṃ padmanābhāya tvaṣṭre namaḥ“; am Nacken „yaṃ aḥ dāmodarāya viṣṇave namaḥ“. Damit werden jeweils die genannten Viṣṇugestalten und Sonnengötter verehrt. Danach vollzieht man mit dem noch zu beschreibenden Kronenmantra den umfassenden Nyāsa und setzt das zwölfsilbige Mantra auf den Kopf. [Die Vorlage hat am Herzen ṣoṃ und mādhāya; die folgende Erklärung bestätigt Mādhava, die erste Bījalesung bleibt unsicher.]
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P2-0398 · 90
Im Nibandha heißt es: Das achtsilbige Mantra ist als Ausdruck der acht Urnaturformen zu verstehen; durch Verbindung mit den vier Selbstformen lehren die Weisen das besondere zwölfsilbige Mantra. Daher setzt man die zwölf Gestalten, beginnend mit Keśava, mit dessen Mantralauten am Anfang, den zwölf Vokalen und den zwölf Ādityas am Körper ein: Keśava mit Dhātṛ auf die Stirn; Nārāyaṇa mit Aryaman auf den Bauch; Mādhava mit Mitra ins Herz; Govinda mit Varuṇa an den Hals; Viṣṇu mit Aṃśu auf die rechte Seite; Madhusūdana mit Bhaga auf die Schulter; Trivikrama mit Vivasvat an den Hals; Vāmana mit Indra auf die linke Seite; Śrīdhara mit Pūṣan auf die Schulter; Hṛṣīkeśa mit Parjanya an den Hals; Padmanābha mit Tvaṣṭṛ auf den Rücken; Dāmodara mit Viṣṇu am Nacken. Danach setzt man das große zwölfsilbige Mantra auf den Scheitel und vollzieht mit dem Kronenmantra den umfassenden Nyāsa. [Bei Mādhava steht im Zitat „mantreṇa“; die Zuordnung zu Mitra ergibt sich aus der ausgeschriebenen Formel davor.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0399 · 91
Im Gautamīya heißt es: Man setzt das vorzügliche zwölfsilbige Mantra auf die Scheitelöffnung. Von seinem Glanz durchdrungen wird man unmittelbar Vāsudeva. Man nimmt den dreimātrigen Laut, schreibt „namo bhagavate“ und Vāsudeva in der Dativform. Dieses Mantra ist ein himmlischer Wunschbaum: „oṃ namo bhagavate vāsudevāya – Oṃ, Verehrung dem erhabenen Vāsudeva“. Schon durch seine Erkenntnis wird man Vāsudeva.
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P2-0400 · 92
Dann trägt man diesen Text vor: „Vāsudeva, dessen Körper der Nektar des Bewusstseins und dessen Glanz der von zehn Millionen Sonnen ist, steht auf dem Scheitel. Er durchdringt den gesamten Körper, der mit den offenbarten Mantralauten erfüllt ist, als würde er mit ganz reinem Wasser übergossen.“ [„ughasyaṃ“ ist unleserlich; sein genauer Beitrag zur Aussage bleibt offen.] Die Frucht des Nyāsa: Dieses Gestaltengehäuse hat der Höchste gelehrt. Schon durch einmalige Ausführung wird der Mantrapraktizierende zur unübertrefflichen Viṣṇugestalt. Es gibt mehrere Formen des Gestaltennyāsa: Einige sagen „oṃ aṃ dhātṛsahitakeśavāya namaḥ – Keśava samt Dhātṛ“; andere „oṃ aṃ keśavadhātṛbhyāṃ namaḥ – Keśava und Dhātṛ“; wieder andere „oṃ aṃ keśavasahitadhātre namaḥ – Dhātṛ samt Keśava“. Das trifft nicht zu. Im Nārādīyatantra heißt es: ein Laut des Vāsudevamantras, ein mit Bindu versehener Vokal unter Ausschluss der neutralen, dann Keśava und die weiteren sowie Dhātṛ und die weiteren jeweils im Dativ, anschließend namaḥ. Daher sagt man „oṃ aṃ keśavāya dhātre namaḥ“. [Die Schlussformel der Vorlage schreibt deśavāya; Keśava wird durch die ganze Erläuterung bestätigt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0401 · 93
Dann vollzieht man den umfassenden Nyāsa mit: „oṃ kirīṭakeyūrahāramakarakuṇḍalaśaṅkhacakragadāmbhojahastapītāmbaradharaśrīvatsāṅkitavakṣaḥsthalaśrībhūmisahitasvātmajyotirmayadīptakarāya sahasrādityatejase namaḥ – Verehrung dem, der Krone, Oberarmreifen, Halsketten und Makaraohrringe trägt, dessen Hände Muschel, Rad, Keule und Lotus halten, der gelbes Gewand trägt, dessen Brust mit Śrīvatsa gezeichnet ist, der mit Śrī und Bhūmi vereint ist, dessen strahlende Gestalt aus dem Licht des eigenen Selbst besteht und dessen Glanz tausend Sonnen gleicht.“ Danach zeigt man die Mudrās und meditiert.
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P2-0402 · 94
Im Prapañcasāra wird die Formel erläutert: Man spricht „kirīṭa“, „keyūra“, „hāra“, „makarakuṇḍala“, „śaṅkhacakragadā“, „padmahasta“, „pītāmbaradhara“, „śrīvatsāṅkitavakṣaḥsthala“, „śrībhūmisahita“, „svātmajyotirmaya“, „dīpta“, „karāya“, „sahasrādityatejase“ und die Herzformel am Schluss, mit oṃ am Anfang. So werden die mit „Krone“ beginnenden Mantras bezeichnet. Nachdem man zuvor diesen Nyāsa ausgeführt hat, soll man über den höchsten Nārāyaṇa meditieren. [„manudvayam“ nennt in der Vorlage ein Mantrapaar, dessen zweite eigenständige Form hier nicht ausgeschrieben wird.]
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P2-0403 · 95
Die Meditation: Ich verehre den Träger der Welt, der wie zehn Millionen aufgehende Sonnen glänzt und stets Muschel, Keule, Lotus und Rad trägt. Indirā und Vasumatī schmücken seine beiden Seiten. Er trägt Krone, Oberarmreifen, Halsketten, Ohrringe und gelbes Gewand. Das Kaustubhajuwel erhellt ihn; auf seiner Brust leuchtet das Śrīvatsazeichen. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0404 · 96
Über Gefäße für Viṣṇu heißt es im Gautamīya: Brahmanischer Weiser, ein Kupfergefäß gilt Viṣṇu als besonders lieb. Unter allen Gefäßen wird die Muschel als vorzüglich bezeichnet. Ebenso werden irdene, goldene und silberne Gefäße genannt. Diese fünf Gefäßarten sind für Hari rein; andere soll man dort nicht verwenden.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0405 · 97
Über die Speisedarbringung heißt es dort: in einem goldenen, kupfernen oder silbernen Gefäß oder auf einem Lotusblatt. Im Bhaktikalpadruma: Der Einsichtige soll ein goldenes, silbernes, bronzenes, kupfernes, irdenes oder aus Palāśablättern bestehendes Gefäß für Śrīharis Speisegabe bereitstellen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es entsprechend: in einem goldenen, silbernen und „raupya“-Gefäß, und weiter. [Rājata und raupya bezeichnen beide Silber; die Wiederholung steht so in der Vorlage.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0406 · 98
Nach der allgemeinen Sitzverehrung verehrt man den mit Vimalā und den weiteren Kräften versehenen Sitz, meditiert erneut und vollzieht in der mit dem Grundmantra gebildeten Gestalt die Handlungen von der Anrufung bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung: im Südosten „oṃ kruddholkāya hṛdayāya namaḥ“; im Südwesten „maholkāya śirase svāhā“; im Nordwesten „vīrolkāya śikhāyai vaṣaṭ“; im Nordosten „atyulkāya kavacāya huṃ“; in den Richtungen „sahasrolkāya astrāya phaṭ“. Auf den Staubfäden, im Osten beginnend, setzt man oṃ, naṃ, moṃ, nāṃ, rāṃ, yaṃ, ṇāṃ und yaṃ, jeweils mit namaḥ. Auf den Blättern der Hauptrichtungen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha; auf den Eckblättern, im Südosten beginnend, Śānti, Śrī, Sarasvatī und Rati. [„naṇ namaṃ“ ist in der Vorlage beschädigt; der Laut naṃ wird durch die vollständige Mantraliste gestützt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0407 · 98ka
An den acht Blattspitzen, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Rad, Muschel, Keule, Lotus, Kaustubha, Stößel, Schwert und Waldblumengirlande. Außen vorne Garuḍa, rechts den Muschelschatz, links den Lotusschatz, hinten das Banner; im Südosten Vighna, im Südwesten Āryā, im Nordwesten Durgā und im Nordosten Senānī. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Nach Räucherwerk und Licht bringt man die Speise dar.
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P2-0408 · 99
Man bringt die Speise herbei, reicht dem Gott mit dem Grundmantra Fußwasser, Arghya und Mundspülwasser, besprengt die Speise mit phaṭ und schützt sie mit der Cakramudrā. Mit yaṃ reinigt man alle Mängel, mit raṃ verbrennt man sie. Man stellt sich die Speise als mit dem Nektarstrom der linken Hand erfüllt und durch vaṃ in Nektar verwandelt vor und wiederholt das Grundmantra achtmal. Dann verwandelt man sie mit vaṃ und der Dhenumudrā erneut in Nektar, verehrt sie mit Duftstoff und Blumen, reicht dem Gott mit dem Grundmantra eine Handvoll Blumen und bittet Hari mit gefalteten Händen. Man vergegenwärtigt sich, dass aus seinem Mund Lichtglanz hervorströmt; mit dem auf svāhā endenden Grundmantra gibt man Wasser auf die Speise. Dann spricht man das Grundmantra und „Diese Speise für die Gottheit [Name], namaḥ“. Man hebt die Speise an und reicht sie mit „oṃ nivedayāmi bhavate juṣāṇedaṃ havir hare – Oṃ, ich bringe dir dies dar; genieße diese Opfergabe, Hari“. Danach gibt man der Gottheit Wasser mit „Dieses Wasser: Du bist die Unterlage des Nektars“. Mit der linken Hand zeigt man die Grāsamudrā, mit der rechten die Mudrās für Prāṇa und die weiteren Lebenskräfte: „oṃ prāṇāya svāhā“, wobei der Daumen kleinen und Ringfinger berührt; „oṃ apānāya svāhā“, wobei er Zeige- und Mittelfinger berührt; „oṃ vyānāya svāhā“, wobei er Mittel- und Ringfinger berührt; „oṃ udānāya svāhā“, wobei er Zeige-, Mittel- und Ringfinger berührt; „oṃ samānāya svāhā“, wobei er alle Finger berührt.
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P2-0409 · 100
Dann berührt man mit beiden Daumen die Spitzen der Ringfinger und zeigt über der Speise die Mudrā mit „ṭhrauṃ namaḥ parāya antarātmane aniruddhāya naivedyaṃ kalpayāmi – Verehrung dem höchsten inneren Selbst, Aniruddha; ich bereite die Speisegabe“. Man spricht das Grundmantra und sättigt die Gottheit viermal mit „Ich sättige die Gottheit [Name]“. Danach gibt man Wasser mit „Für die Gottheit [Name] dieses Wasser: Du bist die Bedeckung des Nektars“. Man setzt den Lichtglanz der Gabe in den Mund der Gottheit und reicht Wasser zum Mundspülen und die übrigen Gaben. Diese Reihenfolge gilt überall bei Viṣṇus Speisedarbringung. Dann vollendet man die Handlungen bis zur Entlassung nach dem allgemeinen Verfahren. Das Puraścaraṇa umfasst sechzehn Lakh, also 1.600.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Gesammelt wiederholt man dieses Mantra sechzehn Lakh-mal und opfert ein Zehntel mit süß getränkten Lotussen.
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P2-0410 · 1
Nun die Śrīrāmamantras: Ananta auf dem Feuersitz, mit Bindu, dann „rāmāya“ und die Herzformel bilden dieses sechssilbige Mantra, ein wunscherfüllendes Juwel für die Verehrenden: rāṃ rāmāya namaḥ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0411 · 2
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum vaiṣṇavisch gelehrten Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „brahmaṇe ṛṣaye namaḥ“; am Mund „gāyatrīchandase namaḥ“; am Herzen „śrīrāmāya devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Śrīrāma“.
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P2-0412 · 3
Der Handnyāsa: rāṃ an den Daumen mit namaḥ; rīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; rūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; raiṃ an den Ringfingern mit huṃ; rauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; raḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, beginnend mit „rāṃ hṛdayāya namaḥ“.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0413 · 4
Der Mantranyāsa, jeweils mit namaḥ: rāṃ an der Scheitelöffnung, rāṃ zwischen den Brauen, māṃ am Herzen, yaṃ am Nabel, naṃ am Geschlechtsorgan und maṃ an den Füßen. Nach dem zuvor beschriebenen Gestaltengehäuse und den weiteren Nyāsas meditiert man: Ich verehre Rāghava, dessen lieblicher Glanz einer dunklen Regenwolke gleicht und der stets im Vīrāsana sitzt. Eine Hand zeigt die Erkenntnismudrā, die andere Lotushand ruht auf dem Knie. Er blickt auf Sītā an seiner Seite, die einen Lotus hält und wie der Blitz glänzt. Sein Körper strahlt von Krone, Oberarmreifen und vielfältigem Schmuck. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf.
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P2-0414 · 5
Nach der Sitzverehrung verehrt man die vaiṣṇavischen Sitzkräfte und das Sitzmantra, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Dann beginnt die Umkreisverehrung.
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P2-0415 · 6
Links des Gottes verehrt man mit „śrīṃ sītāyai namaḥ“ Sītā; vorne mit „oṃ śārṅgāya namaḥ“ den Śārṅgabogen. An linker und rechter Seite „oṃ parebhyo namaḥ“ und „oṃ cāpāya namaḥ“. Außen davon auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „rāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. [„parebhyo“ ist im Zusammenhang der Waffenverehrung unsicher; eine Bedeutung wie „den Pfeilen“ würde eine andere Lesung verlangen. „Cāpa“ bedeutet Bogen.]
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P2-0416 · 7
Auf den Blättern, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Hanumān, Sugrīva, Bharata, Vibhīṣaṇa, Lakṣmaṇa, Aṅgada, Śatrughna und Jāmbavat. An den Blattspitzen Sṛṣṭi, Jayanta, Vijaya, Surāṣṭra, Rāṣṭravardhana, Akopa, Dharmapāla und Svamantra. Danach verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Formen Sṛṣṭi und Svamantra sind die Lesungen der Vorlage; sie werden nicht durch andere Namen aus Rāmas Ministerkreis ersetzt.]
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P2-0417 · 8
Das Puraścaraṇa beträgt sechs Lakh, also 600.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 600.000-mal und opfert ein Zehntel mit guten Lotussen im verehrten Feuer. Danach speist man Brahmanen.
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P2-0418 · 9
Dieses Mantra hat sechs Formen. Dazu heißt es: Das fünfsilbige Mantra wird mit dem eigenen Bīja, Kāma, Śakti, Vāk, Lakṣmī oder Tārā am Anfang sechssilbig. Es besitzt so sechs Formen und schenkt die Früchte der vier Lebensziele.
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P2-0419 · 10
Der Reihe nach werden hierfür die Seher Brahmā, Sammohana, Śakti, der unvergängliche Dakṣiṇāmūrti, Agastya und Śrīśiva genannt.
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P2-0420 · 11
Oder beim mit dem Liebesbīja beginnenden Mantra ist Viśvāmitra der Seher. Gāyatrī ist das Versmaß und Śrīrāma die Gottheit. Meditation, Verehrung und alle weiteren Handlungen erfolgen wie zuvor.
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P2-0421 · 12
Ein anderes Mantra: „jānakīvallabha“ im Dativ, die Gemahlin des Feuers am Ende und huṃ am Anfang ergeben das zehnsilbige Mantra „huṃ jānakīvallabhāya svāhā – Huṃ, dem Geliebten Jānakīs, svāhā“. Vasiṣṭha ist der Seher, Virāṭ das Versmaß.
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P2-0422 · 13
Die Gottheit ist Rāma, der Sītās Hand ergriffen hat. Das erste Bīja ist das Bīja, zweimal ṭha die Kraft. Die Gliederhandlung erfolgt mit Kāma.
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P2-0423 · 14
Die zehn Mantrasilben setzt man auf Kopf, Stirn, Brauenmitte, Gaumen, Hals, Herz, Nabel, Oberschenkel, Knie und Füße.
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P2-0424 · 15
Die Meditation: Im lieblichen Ayodhyā, in einem Pavillon von Juwelenschönheit, geschmückt mit Baldachin und Torbögen aus Mandārablüten, sitzt Rāghava auf einem Löwenthron auf dem Puṣpaka. Rakṣas, Affen und Götter in herrlichen Himmelsfahrzeugen sowie allwissende Weise preisen ihn. Sītā schmückt seine linke Seite; Lakṣmaṇa dient ihm. Er ist dunkel, hat ein freundliches Gesicht und trägt allen Schmuck. So meditierend wiederholt man das Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit ein Lakh für jede Silbe. Ein Zehntel opfert man mit Bilvablüten, verbunden mit süßen Stoffen. Alles Übrige erfolgt wie zuvor.
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P2-0425 · 16
Ein anderes Mantra: Feuer, verbunden mit Nārāyaṇa, und der alleinstehende Bauchlaut ergeben diesen zweisilbigen König der Mantras, der alle gewünschten Früchte schenkt. Die Verschlüsselung bezeichnet rāma. [Die Vorlage schreibt keine ausgeschriebene Formel an dieser Stelle.]
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P2-0426 · 17
Wird dieses Mantra am Anfang und Ende jeweils mit den Bījas Śrī, Māyā oder Manmatha versehen, ist es viersilbig; auch sechssilbig kann es Wünsche erfüllen. Es kann mit svāhā, huṃ phaṭ oder namaḥ enden. Mit Tārā, Māyā, Ramā, Anaṅga, Vāk oder dem eigenen Bīja am Anfang besitzt der dreisilbige Mantrakönig sechs Formen und schenkt alle gewünschten Früchte.
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P2-0427 · 18
Das zweisilbige Mantra mit Candra und Bhadra am Schluss ist viersilbig. „rāmāya“ mit der Herzformel wird als höchstes fünfsilbiges Mantra bezeichnet: rāmāya namaḥ. Durch Voranstellen jedes einzelnen der fünfzig Mātṛkālaute sowie von Lakṣmī, Vāk, Manmatha oder Tārā entsteht eine Vielzahl von Formen, beispielsweise „aṃ rāmāya namaḥ“ als sechssilbige Form. Viṣṇus Lagerstätte auf dem Feuer, mit dem Halbmond geschmückt, ergibt das einsilbige Mantra rāṃ, den Mantrakönig und himmlischen Wunschbaum. Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Rāma die Gottheit. [Die verschlüsselte Endung Candra-Bhadra wird in der Vorlage nicht weiter aufgelöst.]
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P2-0428 · 19
Für das einsilbige Mantra beträgt das Puraścaraṇa zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen, nach dem Ausspruch „Man wiederholt das Mantra zwölf Lakh-mal“. Für die übrigen gilt als Besonderheit ein Japa von sechs Lakh, also 600.000. Meditation und Verehrung erfolgen wie beim zuvor beschriebenen sechssilbigen Mantra.
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P2-0429 · 1
Nun die Śrīkṛṣṇamantras: Nach „gopījana“ steht „vallabhāya“, am Ende zweimal ṭha. Dieses zehnsilbige Mantra schenkt sichtbare und unsichtbare Früchte: „gopījanavallabhāya svāhā – Dem Geliebten der Gopīschaft, svāhā“. Es wird mit dem Liebesbīja klīṃ am Anfang verwendet. Bei der Prüfung von Tierkreiszeichen und Mondhäusern prüft man jedoch die Form ohne Bīja.
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P2-0430 · 2
Im Gautamīya heißt es: Weiser, die Wiederholung mit vorangestelltem Bīja ist sein Geheimnis. Weil das Bīja in seiner benannten Form ausgelassen wird, heißt es hier zehnsilbig.
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P2-0431 · 3
Im Bṛhadgautamīya heißt es: Das zehnsilbige Mantra mit ausgelassenem Bīja ist die einzige Heimstätte von Genuss und Befreiung. Großer Weiser, man soll das Liebesbīja gesondert nehmen; durch die Verbindung mit ihm trägt das Mantra Früchte, anders führt es nicht zur Vollendung.
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P2-0432 · 4
Sein Verehrungsverfahren: Man vollzieht das beim Viṣṇumantra beschriebene vaiṣṇavische Mundspülen, die morgendlichen Handlungen bis zum Tattvanyāsa und dann die Atemregelung. Im Gautamīya heißt es: Nach Einsetzung der Prinzipien vollzieht man dreimal die Atemregelung. Bei einmaliger Wiederholung des Liebesbījas atmet man durch die rechte Nasenöffnung aus, bei sieben Wiederholungen durch die linke ein. Dann hält man beide Nasenöffnungen zu und hält den Atem bei zwanzig Wiederholungen an. Danach atmet man links aus, rechts ein und hält bei verschlossenen beiden Öffnungen an; dann erneut rechts aus, links ein und hält bei beiden an. Dazu heißt es: Jeweils mit einer Wiederholung des Liebesbījas ausatmen, mit sieben einatmen und mit zwanzig anhalten. Bei allen Kṛṣṇamantras kann man dieses Bīja verwenden; alternativ erfolgt überall die Atemregelung mit dem Grundmantra selbst.
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P2-0433 · 5
In der Kramadīpikā heißt es: Man soll die Atemregelung mit demjenigen Mantra vollziehen, das man hier wiederholen möchte. Wird das zehnsilbige Mantra wiederholt, verwendet man dieses und atmet bei achtundzwanzig Wiederholungen aus; ebenso atmet man links ein und hält für dieselbe Zahl an. Ein Atemregelungszyklus besteht aus Ausatmen, Einatmen und Anhalten. Beim achtzehnsilbigen Mantra vollzieht man dies jeweils mit zwölf Wiederholungen. Da bei anderen Mantras eine der Silbenzahl entsprechende Zahl gelehrt wird, vollzieht man Ausatmen und die beiden weiteren Phasen nach der Silbenzahl des betreffenden Mantras. [Die allgemeine Schlussregel ist knapp; ihre rechnerische Beziehung zu den ausdrücklich genannten Zahlen 28 und 12 wird hier nicht weiter erklärt.]
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P2-0434 · 5ka
Man atmet den Wind durch die rechte Nasenöffnung aus, durch die linke ein und hält ihn danach bei verschlossenen beiden Öffnungen an. Diese Regel bezieht sich auf die Śrīkṛṣṇamantras, nicht auf andere.
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P2-0435 · 6
Nach dem Sitznyāsa setzt man auf die Staubfäden und in die Mitte Vimalā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf „nāradaṛṣaye namaḥ“; am Mund „virāṭchandase namaḥ“; am Herzen „śrīkṛṣṇāya devatāyai namaḥ“; an der verborgenen Stelle „klīṃ bījāya namaḥ“; an den Füßen „svāhā śaktaye namaḥ“. Mit „mantrādhiṣṭhātṛdevatāyai durgāyai namaḥ – Verehrung Durgā, der über das Mantra waltenden Gottheit“ verneigt man sich vor Durgā.
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P2-0436 · 7
Dann setzt man das von oṃ umschlossene Grundmantra je dreimal auf die Mitte, den Rücken und die Seiten der Hände. Die einzelnen Grundmantralaute mit Bindu, vorne und hinten von oṃ umschlossen und mit namaḥ abgeschlossen, setzt man auf die Fingerglieder: auf die drei Glieder des rechten Daumens „oṃ goṃ oṃ namaḥ“, auf den rechten Zeigefinger pīṃ, Mittelfinger jaṃ, Ringfinger naṃ und kleinen Finger vaṃ; auf den linken kleinen Finger llaṃ, Ringfinger bhāṃ, Mittelfinger yaṃ, Zeigefinger svāṃ und Daumen hāṃ, jeweils mit demselben oṃ-Rahmen und namaḥ. Dies ist der Schöpfungsnyāsa. Die Erhaltungsfolge beginnt beim rechten Daumen und endet beim linken kleinen Finger. Die Auflösung beginnt beim linken Daumen und endet beim rechten Daumen. Danach wiederholt man Schöpfung und Erhaltung; so vollzieht man fünf Durchgänge.
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P2-0437 · 8
Im Gautamīya heißt es: Die Auflösung wird als Beseitigerin aller Mängel beschrieben. Für rein gesinnte Brahmacārins ist die mit Schöpfung endende Folge wissenspendend; für Haushalter endet sie mit Erhaltung. Die drei Folgen richten sich nach dem Wunsch. Für den Waldbewohner mit seiner Gefährtin wünschen einige ebenfalls den Abschluss mit Erhaltung; für Weise und völlig Losgelöste den Abschluss mit Auflösung. Wer dazu nicht imstande ist, vollzieht nur eine Folge. Dazu heißt es im Gautamīya: Stets soll man die drei Nyāsas ausführen; bei Unvermögen nur einen.
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P2-0438 · 9
Dann setzt man in der Erhaltungsfolge die zehn Silben auf die Finger, jede von oṃ umschlossen und mit namaḥ abgeschlossen: goṃ auf den rechten Daumen, pīṃ auf den Zeigefinger, jaṃ auf den Mittelfinger, naṃ auf den Ringfinger und vaṃ auf den kleinen Finger; llaṃ auf den linken Daumen, bhāṃ auf den linken Zeigefinger, yaṃ auf den Mittelfinger, svāṃ auf den Ringfinger und hāṃ auf den kleinen Finger. Danach erfolgt der fünfgliedrige Handnyāsa: „ācakrāya svāhā“ an den Daumen mit namaḥ; „vicakrāya svāhā“ an den Zeigefingern mit svāhā; „sucakrāya svāhā“ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; „trailokyarakṣaṇacakrāya svāhā“ an den Ringfingern mit huṃ; „asurāntakacakrāya svāhā“ an den kleinen Fingern mit phaṭ. Die Anreden gelten den Radgestalten Ācakra, Vicakra, Sucakra, dem die drei Welten schützenden Rad und dem die Asuras vernichtenden Rad. [Die erste Fingersilbe steht als gā statt goṃ; die vollständige Folge davor bestätigt goṃ.]
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P2-0439 · 10
Dann setzt man die mit Bindu versehenen, vom Grundmantra umschlossenen Mātṛkālaute an ihre jeweiligen Körperstellen. Das von oṃ umschlossene Grundmantra setzt man dreimal abwechselnd von Haaren bis Füßen und von Füßen bis Haaren ein. Danach folgen die zehn Prinzipien in Auflösungs- und Schöpfungsfolge. Die Kramadīpikā erklärt, dass das vorzügliche Mantra bei der Auflösung vorwärts, auf dem Schöpfungsweg rückwärts geht; die Mantrabildung ist wie zuvor beschrieben. Jede Formel lautet „[Bīja] namaḥ parāya [Prinzip]tattvātmane namaḥ – Verehrung dem Höchsten, dessen Wesen das genannte Prinzip ist“. Auflösung: goṃ, Erde, an den Füßen; pīṃ, Wasser, am Geschlechtsorgan; jaṃ, Feuer, am Herzen; naṃ, Wind, am Gesicht; vaṃ, Raum, auf dem Kopf; llaṃ, Ichbewusstsein, und bhāṃ, Mahat, beide am Herzen; yaṃ, Urnatur, svāṃ, Puruṣa, und hāṃ, höchstes Prinzip, am ganzen Körper. Schöpfung: hāṃ, höchstes Prinzip, svāṃ, Puruṣa, und yaṃ, Urnatur, am ganzen Körper; bhāṃ, Mahat, und llaṃ, Ichbewusstsein, am Herzen; vaṃ, Raum, auf dem Kopf; naṃ, Wind, am Gesicht; jaṃ, Feuer, am Herzen; pīṃ, Wasser, am Geschlechtsorgan; goṃ, Erde, an den Füßen. Damit ist der Schöpfungsnyāsa beschrieben.
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P2-0440 · 10ka
Für die Finger bei Schöpfungsnyāsa und den weiteren Folgen heißt es im Nibandha: Auf dem Kopf verwendet man den Mittelfinger, an den Augen Mittel- und Zeigefinger; an den Ohren die Finger ohne Daumen; an der Nase Daumen und Ringfinger; am Mund alle Finger; am Herzen Daumen und Zeigefinger; am Nabel Daumen und Mittelfinger; am Geschlechtsorgan und an den Knien die Finger ohne Daumen; an beiden Füßen alle Finger. Die Laute und Körperstellen wechseln ihre Zuordnung, nicht jedoch Finger und Körperstelle. Die Schöpfungsfolge mit namaḥ lautet: goṃ auf dem Kopf, pīṃ an den Augen, jaṃ an den Ohren, naṃ an der Nase, vaṃ am Mund, llaṃ am Herzen, bhāṃ am Nabel, yaṃ am Geschlechtsorgan, svāṃ an den Knien, hāṃ an den Füßen, jeweils mit den eben genannten Fingern. Die Erhaltungsfolge: goṃ am Herzen, pīṃ am Nabel, jaṃ am Geschlechtsorgan, naṃ an den Knien, vaṃ an den Füßen, llaṃ auf dem Kopf, bhāṃ an den Augen, yaṃ an den Ohren, svāṃ an der Nase und hāṃ am Mund. Die Auflösungsfolge: goṃ an den Füßen, pīṃ an den Knien, jaṃ am Geschlechtsorgan, naṃ am Nabel, vaṃ am Herzen, llaṃ am Mund, bhāṃ an der Nase, yaṃ an den Ohren, svāṃ an den Augen und hāṃ auf dem Scheitel. Dann setzt man erneut Schöpfung und Erhaltung ein. Dazu heißt es: Wer Wissen begehrt und als Brahmacārin lebt, vollzieht erneut die Schöpfung; ein Haushalter besonders erneut Schöpfung und Erhaltung; ein entsagender und losgelöster Mensch endet mit der Auflösung. Daher umfasst der Nyāsa für Wissenssuchende und Brahmacārins vier, für Haushalter fünf und für Entsagende und Losgelöste drei Folgen. [Die einleitende Fingerregel ist an den Ohr- und Nasenstellen beschädigt; die ausdrücklichen Einzelanweisungen klären die wiedergegebenen Zuordnungen.]
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P2-0441 · 11
Im Nibandha heißt es: Für Wanderasketen und Vaikhānasas endet dieser Nyāsa mit Auflösung, für Haushalter mit Erhaltung und für Brahmacārins mit Schöpfung. Manche Lehrer sagen, dass ein losgelöster Haushalter mit Auflösung endet, ein Waldbewohner mit seiner Gefährtin mit Erhaltung und ein Wissenssuchender mit Schöpfung. Einige lehren die Umkehrung innerhalb der drei Nyāsas; danach sollen alle drei Folgen ausführen.
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P2-0442 · 12
Nun der Nyāsa des Herrlichkeitsgehäuses. Im Nibandha heißt es: Ich beschreibe einen weiteren vorzüglichen Nyāsa namens Vibhūti, der Wohlergehen schafft. Er besteht aus zehn Wiederholungsfolgen des Mantras und ist von den vorzüglichen Mantrapraktizierenden streng geheim gehalten. Mit namaḥ am Schluss setzt man ein: erste Folge – goṃ am Ādhāra, pīṃ am Geschlechtsorgan, jaṃ am Nabel, naṃ am Herzen, vaṃ am Hals, llaṃ am Mund, bhāṃ und yaṃ an beiden Schultern, svāṃ und hāṃ an beiden Oberschenkeln. Zweite Folge – goṃ am Nacken, pīṃ am Nabel, jaṃ am Bauch, naṃ am Herzen, vaṃ und llaṃ an beiden Brüsten, bhāṃ und yaṃ an beiden Seiten, svāṃ und hāṃ an beiden Hüften. Dritte Folge – goṃ auf dem Kopf, pīṃ am Gesicht, jaṃ und naṃ an beiden Augen, vaṃ und llaṃ an beiden Ohren, bhāṃ und yaṃ an beiden Nasenöffnungen, svāṃ und hāṃ an beiden Wangen. Vierte Folge – die ersten fünf Laute an Wurzel, Gelenken und Spitze des rechten Arms, die nächsten fünf an seinen Fingern. Fünfte Folge – ebenso am linken Arm und dessen Fingern. Sechste Folge – ebenso am rechten Bein und dessen Zehen. Siebte Folge – ebenso am linken Bein und dessen Zehen. Achte Folge – goṃ auf dem Scheitel, pīṃ östlich davon, jaṃ südlich, naṃ westlich, vaṃ nördlich, llaṃ erneut auf dem Scheitel, bhāṃ und yaṃ an beiden Armen, svāṃ und hāṃ an beiden Oberschenkeln. Neunte Folge – goṃ auf dem Kopf, pīṃ an den Augen, jaṃ am Mund, naṃ am Hals, vaṃ am Herzen, llaṃ am Bauch, bhāṃ am Mūlādhāra, yaṃ am Geschlechtsorgan, svāṃ an beiden Knien, hāṃ an beiden Füßen. Zehnte Folge – goṃ an beiden Ohren, pīṃ an beiden Wangen, jaṃ an beiden Schultern, naṃ an beiden Brüsten, vaṃ an beiden Seiten, llaṃ am Geschlechtsorgan, bhāṃ an beiden Oberschenkeln, yaṃ an beiden Knien, svāṃ an beiden Unterschenkeln und hāṃ an beiden Füßen.
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P2-0443 · 13
Die Reihenfolge lautet im Gautamīya: Schöpfung beginnt an der Wurzel der Hand, Erhaltung am Handgelenk, Auflösung an den Fingerspitzen. Man setzt die drei Folgen mit Erhaltung als Abschluss ein. Danach folgt der Gestaltengehäusenyāsa wie zuvor, anschließend dessen Schöpfung und Erhaltung. Dann vollzieht man zehn- und fünfgliedrigen Nyāsa. Zehn Glieder: goṃ am Herzen, pīṃ auf dem Kopf, jaṃ an der Haarlocke, naṃ am ganzen Körper, vaṃ in den Richtungen, llaṃ rechts, bhāṃ links, yaṃ in der Hüftgegend, svāṃ am Rücken und hāṃ auf dem Scheitel. Fünf Glieder: „ācakrāya svāhā hṛdayāya namaḥ“ am Herzen; „vicakrāya svāhā śirase svāhā“ am Kopf; „sucakrāya svāhā śikhāyai vaṣaṭ“ an der Haarlocke; „trailokyarakṣaṇacakrāya svāhā kavacāya huṃ“ am Schutzpanzer; „asurāntakacakrāya svāhā astrāya phaṭ“ an der Waffe. Danach vollzieht man mit dem beim Nārāyaṇamantra gelehrten „kirīṭa-keyūra…“-Mantra den umfassenden Nyāsa, zeigt Venu-, Bilva- und die weiteren Mudrās und bindet die Richtungen mit „oṃ sudarśanāya astrāya phaṭ“. Der mit „Krone“ beginnende Nyāsa gilt bei allen Viṣṇumantras.
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P2-0444 · 15
Die Meditation: Im lieblichen, erblühenden Vṛndāvana verzaubert der lotusäugige Govinda unablässig Tausende von Hirtenmädchen. Ihre Augen, Bienen gleich, sind auf seinen Gesichtslotus gerichtet. Von den Pfeilen der Liebe getroffen sehnen sie sich lange nach seiner Umarmung. Die Last ihrer vollen, hohen Brüste, geschmückt mit Perlenketten, lässt sie sich neigen. Ihre Haare und Gewänder lösen sich; ihre Sprache stockt vor Rausch. Ihre bewegten Lippen erstrahlen vom Glanz ihrer Zahnreihen. Mit vielfältigen, gefühlsstolzen Bewegungen versuchen sie, ihn zu verführen. Ich verehre Govinda, der wie eine geöffnete blaue Wasserlilie glänzt, dessen Gesicht dem Mond gleicht und der Pfauenfedern als Ohrschmuck liebt. Er trägt das Śrīvatsazeichen, das herrliche Kaustubhajuwel und gelbes Gewand; er ist schön. Die Lotusaugen der Gopīs verehren seinen Körper; Kühe und Hirten umgeben ihn. Er spielt hingebungsvoll auf der wohlklingenden Flöte und trägt himmlischen Schmuck. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die vaiṣṇavische Sitzverehrung bis zum Sitzmantra. Man meditiert erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und verehrt den Körper des Gottes entsprechend Schöpfungs-, Erhaltungs-, zehn- und fünfgliedrigem Nyāsa. Am Mund verehrt man mit oṃ und namaḥ die Flöte, am Herzen Waldblumengirlande, Kaustubha und Śrīvatsa. Dann reicht man erneut fünf Handvoll Blumen. Mit dem Grundmantra legt man rechts weißen Tulasī mit weißer Sandelholzpaste, links roten Tulasī mit roter Sandelholzpaste nieder. Auf den Kopf legt man die beiden Tulasīarten, zwei Karavīras und zwei Lotusse; auf den ganzen Körper sämtliche Blumen. Im Gautamīya heißt es: Rechts steht das reine, unvergängliche Bewusstsein namens Vāsudeva, links die rote, ewige Rukmiṇī mit der Eigenschaft Rajas. Die beiden Tulasīarten, mit den beiden Duftstoffen verbunden, und die beiden Hayāris gibt man rechts und links; fünf Blumen mit dem Grundmantra in der Kopfgegend, rechts und links; mit sechs am ganzen Körper und erneut überall am Kopf. [Die Blumenzählung im Zitat ist verkürzt und nicht vollständig mit der Prosa vereinbar.] Die Umkreisverehrung: im Osten Dāma, im Süden Sudāma, im Westen Vāsudeva, im Norden Kiṅkiṇī. Auf den Staubfäden im Südosten Ācakra am Herzen mit namaḥ, im Südwesten Vicakra am Kopf mit svāhā, im Nordwesten Sucakra an der Haarlocke mit vaṣaṭ, im Nordosten das die drei Welten schützende Rad am Schutzpanzer mit huṃ, in den vier Richtungen das die Asuras vernichtende Rad an der Waffe mit phaṭ; jede Formel beginnt mit oṃ und enthält svāhā nach dem Radnamen. Auf den Blättern, im Osten beginnend: Rukmiṇī, Satyabhāmā, Nāgnajitī, Sunandā, Mitravindā, Sulakṣaṇā, Jāmbavatī und Suśīlā. An den Blattspitzen: Vasudeva, Devakī, Nanda, Yaśodā, Balabhadra, Subhadrā, die Gopas und die Gopīs. Außen und in der Mitte, im Osten beginnend: Mandāra, Santānaka, Pārijāta, Kalpavṛkṣa und Haricandana. Außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann verehrt man die acht Kṛṣṇanamen: Śrīkṛṣṇa, Vāsudeva, Devakīnandana, Nārāyaṇa, Yaduśreṣṭha, Vārṣṇeya, Dharmasaṃsthāpana und Asurākrāntabhārahārin – der die von Asuras verursachte Last beseitigt. Alle Formeln beginnen mit oṃ und enden mit namaḥ. Bei Unvermögen verehrt man die Glieder, die Richtungsherren und ihre Waffen. Der Gautamīya sagt: Wer Kṛṣṇa so verehrt, wird zum Gefäß für Wunscherfüllung und Befreiung. Wer auch dies nicht kann, verehrt mit den acht Kṛṣṇanamen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0445 · 16
Das Puraścaraṇa beträgt zehn Lakh, also 1.000.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Mit reinem Geist wiederholt man das zehnsilbige Mantra, das unvergängliche Früchte schenkt, 1.000.000-mal und opfert im Feuer 100.000 frische rote Lotusse, getränkt mit Zucker, geklärter Butter und den süßen Stoffen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0446 · 17
Wiederholt man das Mantra mit den beiden śuṣira-Lauten, so umfasst das Japa fünf Lakh, also 500.000, und das Feueropfer nach der beschriebenen Regel ein halbes Lakh, also 50.000. Sind keine Lotusse vorhanden, beginnt der reinen Geistes Gesinnte das Feueropfer mit Milchreis, gut benetzt mit Zucker und geklärter Butter. [„śuṣirayugalavarṇaṃ“ ist eine unklare verschlüsselte Bezeichnung; eine sichere Lautauflösung ist aus dieser Stelle allein nicht möglich.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0447 · 18
Die dreizehnsilbigen Śrīkṛṣṇamantras: Dem zehnsilbigen Mantra werden Śrī-Māyā-Kāma, Māyā-Śrī-Kāma oder Kāma-Māyā-Śrī vorangestellt; so entstehen drei dreizehnsilbige Formen. Sanatkumāra bestätigt diese drei Anfangsgruppen: śrīṃ hrīṃ klīṃ; hrīṃ śrīṃ klīṃ; klīṃ hrīṃ śrīṃ.
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P2-0448 · 19
Ihr Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum vaiṣṇavischen Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „nāradaṛṣaye namaḥ“, am Mund „virāḍgāyatrīchandase namaḥ“, am Herzen „śrīkṛṣṇāya devatāyai namaḥ“. Hand- und Gliedernyāsa vollzieht man wie beim zehnsilbigen Mantra mit „ācakrāya svāhā aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“, „ācakrāya svāhā hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Wer die Früchte wünscht, setzt die zehn Prinzipien und das Gestaltengehäuse ein. Danach folgt der umfassende Nyāsa mit dem Kronenmantra, das Zeigen der Mudrās nach Möglichkeit und die Bindung der Richtungen mit „oṃ namaḥ sudarśanāya astrāya phaṭ“. Dann meditiert man.
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P2-0449 · 20
Beim ersten Mantra meditiert man wie beim zehnsilbigen, beim zweiten wie bei der Edelsteinbesprengung. Beim dritten lautet die Meditation: Man meditiert am Tage über Kṛṣṇa, rot, mit Muschel, Rad, Bogen, Pfeilen, Schlinge und Stachel, der mit seinen beiden unteren Armen die Flöte hält und bläst. [„aghṛto“ ist beschädigt; die untere Armstellung ist aus dem Zusammenhang erschlossen.]
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P2-0450 · 21
Nach dem Gautamīya erfolgt auch hier die Meditation wie beim zehnsilbigen Mantra. Über die beiden mit Ramā und Kāma beginnenden Mantras heißt es: Der Einsichtige soll mit Ācakra und den weiteren die sechs Glieder bilden und Meditation, Verehrung und alles Übrige wie beim zehnsilbigen Mantra vollziehen. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf. [Das Zitat nennt sechs Glieder, während die ausführliche Ācakrafolge fünf enthält; die Angabe bleibt stehen.]
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P2-0451 · 22
Nach der vaiṣṇavischen Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen sowie die zuvor beschriebene Verehrung von Flöte und weiteren Gegenständen. Dann beginnt die Umkreisverehrung; ihre Umkreise sind die Glieder, Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Nach Verehrung der acht Kṛṣṇanamen vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0452 · 23
Das Puraścaraṇa dieser Mantras beträgt fünf Lakh, also 500.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Zur Erlangung aller Ziele soll der Mantrapraktizierende das Mantra 500.000-mal wiederholen und fünfzigtausendmal mit Milchreis im rituell bereiteten Feuer opfern.
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P2-0453 · 24
Ein anderes Mantra: Man sagt „kṛṣṇāya“, dann „govindāya“, „gopījanavallabhāya“ und zweimal ṭha am Ende. Mit dem Liebesbīja am Anfang wird es als achtzehnsilbig bezeichnet: „klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā – Klīṃ, Kṛṣṇa, Govinda, dem Geliebten der Gopīschaft, svāhā“.
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P2-0454 · 25
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die vaiṣṇavischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Nārada auf dem Kopf, Gāyatrī am Mund, Kṛṣṇa am Herzen, klīṃ als Bīja an der verborgenen Stelle und svāhā als Kraft an den Füßen, jeweils mit der entsprechenden Verehrungsformel. Dann durchdringt man beide Hände dreimal mit dem von oṃ umschlossenen Mantra und vollzieht den Handnyāsa: klīṃ an den Daumen mit namaḥ; govindāya an den Zeigefingern mit svāhā; gopījana an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; vallabhāya an den Ringfingern mit huṃ; svāhā an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Mit dem Grundmantra durchdringt man den Körper dreimal vom Scheitel bis zu den Füßen, mit oṃ einmal von den Füßen bis zum Scheitel. Dann setzt man die einzelnen Mantrasilben mit namaḥ auf Scheitel, Stirn, Brauenmitte, beide Ohren, beide Augen, beide Nasenöffnungen, Mund, Hals, Herz, Nabel, Hüfte, Geschlechtsorgan, beide Knie und beide Unterschenkel. Oṃ setzt man auf den Kopf. [In der Handliste fehlt kṛṣṇāya; die nächste Gliedernyāsaliste verbindet es ausdrücklich mit klīṃ.]
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P2-0455 · 26
Dann setzt man die fünf Mantragruppen mit namaḥ auf Augen, Mund, Herz, verborgene Stelle und Füße. Ihre Silbenzahlen sind vier, vier, vier, vier und zwei. Der Gliedernyāsa: „klīṃ kṛṣṇāya hṛdayāya namaḥ“ am Herzen; „govindāya śirase svāhā“ am Kopf; „gopījana śikhāyai vaṣaṭ“ an der Haarlocke; „vallabhāya kavacāya huṃ“ am Schutzpanzer; „svāhā astrāya phaṭ“ an der Waffe. Dazu heißt es: Mit den Gruppen von vier, vier, vier, vier und zwei Silben bildet der Mantrakundige die fünf Glieder samt Abschlussformeln. Als solche gelten namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, vauṣaṭ, huṃ und phaṭ. Dann vollzieht man den Nyāsa der zehn Prinzipien und des Gestaltengehäuses, den umfassenden Nyāsa mit dem Kronenmantra, zeigt Mudrās nach Möglichkeit und bindet die Richtungen mit „oṃ namaḥ sudarśanāya astrāya phaṭ“. Man meditiert wie beim zehnsilbigen Mantra, verehrt mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die vaiṣṇavische Sitzverehrung bis zum Sitzmantra. Nach erneuter Meditation folgen Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Man verehrt an den entsprechenden Gliedern die Laute, beginnend mit klīṃ, in der Nyāsareihenfolge und mit den Gliedermantras, beginnend mit „klīṃ kṛṣṇāya hṛdayāya namaḥ“. Dann gibt man erneut fünf Handvoll Blumen, verehrt Flöte und die weiteren Gegenstände, vollzieht die beim zehnsilbigen Mantra gelehrte Umkreisverehrung und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Sein Puraścaraṇa ist im Abschnitt über das zehnsilbige Mantra beschrieben.
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P2-0456 · 27
Ein anderes Mantra: Das achtzehnsilbige Mantra mit Śakti und Śrī am Anfang wird zwanzigsilbig: hrīṃ śrīṃ klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā.
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P2-0457 · 28
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und dem vaiṣṇavischen Sitznyāsa bis zum Sitzmantra folgt der Sehernyāsa: Brahmā auf dem Kopf, Gāyatrī am Mund, Śrīkṛṣṇa am Herzen, klīṃ als Bīja an der verborgenen Stelle und svāhā als Kraft an den Füßen, jeweils mit der Verehrungsformel. Der Handnyāsa: hrīṃ śrīṃ klīṃ an den Daumen mit namaḥ; kṛṣṇāya an den Zeigefingern mit svāhā; govindāya an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; gopījana an den Ringfingern mit huṃ; vallabhāya an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; svāhā an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern.
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P2-0458 · 29
Nach dem umfassenden Nyāsa mit dem Grundmantra setzt man die vom Mantra umschlossenen Mātṛkālaute an die jeweiligen Stellen, beginnend mit der Stirn. Dann setzt man die zehn Prinzipien ein und vollzieht erneut den umfassenden Nyāsa mit dem Grundmantra.
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P2-0459 · 37
Der Mantranyāsa verwendet mit namaḥ diese zwanzig Laute in ihrer Reihenfolge: hrīṃ, śrīṃ, klīṃ, kṛṃ, ṣṇāṃ, yaṃ, goṃ, viṃ, ndāṃ, yaṃ, goṃ, pīṃ, jaṃ, naṃ, vaṃ, llaṃ, bhāṃ, yaṃ, svāṃ, hāṃ. Schöpfung: auf Scheitel, Stirn, Brauenmitte, beide Augen, beide Ohren, beide Nasenöffnungen, Mund, Kinn, Hals, Armwurzeln, Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan, Ādhāra, Hüfte, beide Knie, beide Unterschenkel, beide Knöchel und beide Füße. Erhaltung: auf Herz, Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan, Ādhāra, Hüfte, beide Knie, Unterschenkel, Knöchel, Füße, Scheitel, Stirn, Brauenmitte, Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Mund, Kinn, Hals und Armwurzeln. Auflösung: auf Füße, Knöchel, Unterschenkel, Knie, Hüfte, Ādhāra, Geschlechtsorgan, Nabel, Bauch, Herz, Armwurzeln, Hals, Kinn, Mund, Nasenöffnungen, Ohren, Augen, Brauenmitte, Stirn und Scheitel. [In der Erhaltungsfolge stehen ndrāṃ statt ndāṃ und na ohne Bindu; diese örtlichen Abweichungen werden kenntlich beibehalten.] Danach vollzieht man erneut Schöpfung und Erhaltung, setzt das Gestaltengehäuse ein und vollzieht dessen Schöpfung und Erhaltung. Der Sechsgliedernyāsa: hrīṃ śrīṃ klīṃ am Herzen mit namaḥ; kṛṣṇāya am Kopf mit svāhā; govindāya an der Haarlocke mit vaṣaṭ; gopījana am Schutzpanzer mit huṃ; vallabhāya an beiden Augen mit vauṣaṭ; svāhā an der Waffe mit phaṭ. Dazu heißt es: Nach Schöpfung und Erhaltung vollzieht man die sechs Glieder mit den Gruppen von drei, drei, vier, vier, vier und zwei Mantrasilben. [Die verschlüsselte Zählzeile „guṇāgni vedakaraṇakaraṇākṣyakṣaraiḥ“ gibt diese Gruppierung.]
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P2-0460 · 31
Dann zeigt man die Mudrās und bindet die Richtungen wie zuvor, vollzieht den umfassenden Nyāsa mit dem Kronenmantra, bildet die Mudrās nach Möglichkeit und meditiert.
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P2-0461 · 32
[Die Vorlage nennt Śrīkṛṣṇayantra, Abbildungen 23-1, 23-2 und 23-3.] Die Meditation: In Dvāravatī, umgeben von herrlichen Gebäuden, die wie tausend Sonnen glänzen, und zahlreichen Wunschbäumen, steht ein Edelsteinpavillon. Seine Säulen, Tore, Torbögen und Wände bestehen aus strahlenden Juwelen. Blütenkränze leuchten; an den bunten Baldachinen hängen Perlen. Zwischen rubinroten Flächen und Edelsteinflüssen, unter dem Wunschbaum, von dem unablässig Edelsteinströme fließen, erhellen Reihen von Edelsteinlampen alle Richtungen. Auf einem Lotussitz eines Edelsteinthrons, der wie die aufgehende Sonne glänzt, sitzt Acyuta, über den man meditiert: Er gleicht geschmolzenem Gold und strahlt wie zehn Millionen zugleich aufgehende Monde, Sonnen und Blitze. Alle seine Glieder sind schön; er ist mild und trägt sämtlichen Schmuck. Gelbes Gewand umhüllt ihn; seine Arme strahlen mit Rad, Muschel, Keule und Lotus. Mit der Spitze seines linken Lotusfußes, der den Glanz junger Blätter übertrifft, berührt er ein Gefäß, aus dem unablässig Edelsteinströme fließen. Rechts und links besprengen Rukmiṇī und Satyabhāmā sein Haupt mit Edelsteinströmen aus den Gefäßen ihrer Arme. Nāgnajitī und Sunandā reichen ihnen die Gefäße. Weiter rechts und links stehen Mitravindā und Sulakṣaṇā. Jāmbavatī und Suśīlā heben aus den Edelsteinflüssen gefüllte Gefäße und reichen sie ihnen rechts und links. Außen ringsum meditiert man über die sechzehntausend Geliebten, die mit Gefäßen voll Gold-, Edelstein- und Wasserströmen strahlen. Noch weiter außen erfüllen die acht Schätze die Erde mit Reichtum; außen stehen alle Vṛṣṇis und, wie zuvor, die Götter und die übrigen. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf. [Die Übergabe der Gefäße zwischen den mittleren Göttinnen ist im Text syntaktisch teilweise verkürzt; alle genannten Paare bleiben in ihrer Reihenfolge erhalten.]
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P2-0462 · 33
Sein Pūjāyantra: Man zeichnet einen achtblättrigen Lotus mit einem Sechseck in der Mitte. In dessen Mitte schreibt man das Liebesbīja samt dem Namen des Zieles und umschließt es mit den übrigen siebzehn Mantrasilben. In die östliche, südwestliche und nordwestliche Ecke schreibt man das Śrībīja, in die übrigen Bhuvaneśvarī. In die sechs Verbindungsstellen schreibt man die sechs Silben „klīṃ kṛṣṇāya namaḥ“. Auf die Staubfäden schreibt man, im Osten beginnend, jeweils drei Silben der Gāyatrī: „kāmadevāya vidmahe puṣpabāṇāya dhīmahi tanno anaṅgaḥ pracodayāt – Wir erkennen den Liebesgott; wir meditieren über den Träger der Blumenpfeile; möge Anaṅga uns anregen.“ Auf die Blätter schreibt man jeweils sechs Silben des Kettenmantras: „namaḥ kāmadevāya sarvajanapriyāya sarvajanasammohanāya jvala jvala prajvala sarvajanasya hṛdayaṃ mama vaśaṃ kuru kuru svāhā – Verehrung dem Liebesgott, der allen Menschen lieb ist und alle verzaubert. Flamme, flamme, entflamme; bringe das Herz eines jeden unter meine Gewalt, bewirke es, bewirke es; svāhā.“ Die Śāradā erklärt die Wortfolge: namaḥ, kāmadevāya, sarvajanapriyāya, sarvajanasammohanāya, zweimal jvala, prajvala, sarvajanasya hṛdayaṃ, mama vaśaṃ, zweimal kuru und die Schlussformel. Das Kettenmantra hat achtundvierzig Silben. Außen umschließt man alles mit den Mātṛkālauten. In die Erdumfassung schreibt man in den Hauptrichtungen śrīṃ, in den Zwischenrichtungen hrīṃ; außen zeichnet man acht Donnerkeile. Das anschließende Verszitat wiederholt die Zeichnung nach Bestreichen mit Duftpaste: achtblättriger Lotus, Sechseck im Fruchtboden, Liebesbīja samt Zielnamen, Umschließung mit siebzehn Silben, Śrī in Ost-, Südwest- und Nordwestecke, die Bewusstseinskraft in den übrigen, sechs Silben in den sechs Verbindungen, Liebesgāyatrī zu je drei auf den Staubfäden, Kettenmantra zu je sechs auf den acht Blättern, außen Mātṛkāumfassung, Erdumfassung mit Śrī und Māyā in Haupt- und Zwischenrichtungen und das Quadrat mit acht Donnerkeilen. Dieses Yantra gehört den achtzehn-, zweiundzwanzig-, zwölf-, zehn-, vierzehn- und elfsilbigen Mantras.
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P2-0463 · 34
Dagegen heißt es: Höre, für das achtzehnsilbige Mantra wird ein allgemeines Yantra beschrieben – ein achtblättriger Lotus, ein wohlgestaltetes Quadrat mit vier Toren und das Liebesbīja im Fruchtboden.
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P2-0464 · 35
Ferner: ein Quadrat mit vier Toren, ein achtblättriger Lotus, ein Sechseck mit dem Liebesbīja im Inneren, umschlossen von siebzehn Silben; danach schreibt man das vorzügliche sechssilbige Mantra in das Sechseck. Die im Gautamīya genannten Besonderheiten für das achtzehn- und das zehnsilbige Mantra beziehen sich auf den Fall mangelnder Fähigkeit; sonst entstünde ein Widerspruch zur Tāpinī und weiteren Quellen.
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P2-0465 · 36
Nach der zuvor beschriebenen Sitzverehrung bis zum Sitzmantra meditiert man erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Man verehrt Schöpfung, Erhaltung und die sechs Glieder. Mit oṃ und namaḥ verehrt man Krone, beide Ohrringe, Muschel, Rad, Keule, Lotus, Waldblumengirlande, Śrīvatsa und Kaustubha. Nach weiteren fünf Handvoll Blumen beginnt man die Umkreisverehrung. An den sechs Ecken, im Südosten beginnend, verehrt man die sechs Glieder mit „hrīṃ śrīṃ klīṃ hṛdayāya namaḥ“, „kṛṣṇāya śirase svāhā“ und den weiteren Formeln. An den Wurzeln der Hauptrichtungsblätter Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha; an den Wurzeln der Zwischenrichtungsblätter Śānti, Śrī, Sarasvatī und Rati, jeweils mit oṃ und namaḥ. Auf den Blättern, im Osten beginnend, Rukmiṇī und die übrigen wie zuvor. Hier spricht man auch „ṣoḍaśasahasramahiṣībhyo namaḥ – Verehrung den sechzehntausend Königinnen“. Außen, im Osten beginnend, verehrt man die Schätze Indra, Nīla, Mukunda, Makara, Ānanda, Kacchapa, Padma und Śaṅkha. Noch weiter außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Vorlage schreibt mahiṣobhyo; der Zusammenhang bezeichnet die Königinnen.]
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P2-0466 · 37
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Nachdem man so über das höchste Selbst meditiert hat, wiederholt man das zwanzigsilbige Mantra 400.000-mal und opfert vierzigtausendmal mit geklärter Butter.
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P2-0467 · 38
Ein anderes Mantra: Vāgbhava, Liebesbīja, kṛṣṇāya, Bhuvaneśvarī, govindāya, Ramā, gopījanavallabha im Dativ und die Schlussformel, darüber Bhṛgu mit vierzehntem Vokal und Ausstoß, ergeben das zweiundzwanzigsilbige Mantra, das Herrschaft über die Sprache schenkt. [Die Schlussverschlüsselung bezeichnet einen weiteren sa-Laut mit Vokal und Visarga; ihre genaue Stellung und Lautform bleiben in dieser beschädigten Lesung unsicher.]
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P2-0468 · 39
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und dem vaiṣṇavischen Sitznyāsa bis zum Sitzmantra vollzieht man Seher-, Hand- und Gliedernyāsa wie beim achtzehnsilbigen Mantra, zeigt Mudrās, bindet die Richtungen und meditiert: Stets soll man Hari verehren, dunkel, mit zartem Glanz und gelbem Gewand. In seiner oberen linken Hand trägt er das Buch, das die Gesamtheit des Wissens umfasst, in seiner oberen rechten eine Kristallgebetskette aus Mātṛkālauten. Seine beiden unteren Hände führen die Flöte, die aus dem Wortbrahman besteht; er singt. Pfauenfedern bilden seinen Kopfschmuck. Er ist allwissend und wird von den alles wissenden Weisen verehrt. Nach dieser Meditation verehrt man wie beim zwanzigsilbigen Mantra. Die Besonderheit ist, dass Schöpfungs- und Erhaltungsnyāsa und deren Verehrung entfallen, da die zugehörigen Lautanordnungen hier nicht vorhanden sind.
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P2-0469 · 40
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der wohl beherrschte Mantrapraktizierende wiederholt dieses Mantra 400.000-mal und opfert vierzigtausendmal mit süß bestrichenen Palāśablüten. Durch diese Handlung tritt die Mantravollendung sicher ein.
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P2-0470 · 41
Ein anderes Mantra: Vāgbhava, Liebesbīja, danach Māyā und Lakṣmī vor dem vorzüglichen zehnsilbigen Mantra ergeben ein vierzehnsilbiges Mantra. In der Brahmasaṃhitā steht die andere Anfangsfolge: Vāgbhava, Bhuvaneśānī, Śrī und Kāma vor dem zehnsilbigen Mantra. Daraus entstehen aiṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ beziehungsweise aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ vor gopījanavallabhāya svāhā.
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P2-0471 · 42
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und dem vaiṣṇavischen Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa: Brahmā auf dem Kopf, Gāyatrī am Mund und Śrīkṛṣṇa am Herzen, jeweils mit der entsprechenden Verehrungsformel.
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P2-0472 · 43
Alle übrigen Nyāsas, Verehrung, Japa, Feueropfer und die weiteren Handlungen sind wie beim zehnsilbigen Mantra auszuführen.
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P2-0473 · 44
Die Meditation besitzt eine Besonderheit: Im lieblichen Vṛndāvana, auf goldenem Boden, zwischen vielfältigen Blumen und Lianen und geschmückt mit Baumgruppen, im Wunschbaumhain und einem Rubinpavillon, umgeben von Nārada und den weiteren vorzüglichen Weisen, die ihn preisen, meditiert man über ihn auf einem Lotus eines Edelsteinthrons. Er ist dunkel wie eine wasserreiche Regenwolke; seine weiten Augen gleichen roten Lotussen. Füße und Hände strahlen ebenfalls wie rote Lotusse. Schmuck aus vielerlei Edelsteinen ziert ihn; das auf seiner mit Śrī verbundenen Brust leuchtende Kaustubha erhellt sein Gewand. Glänzende Halsketten machen ihn lieblich, die Brust trägt das Śrīvatsazeichen. Die Locken am Rand des Rocanā-Stirnzeichens gleichen Bienen; die Brauenreihe strahlt wie der Bogen des Liebesgottes. Seine Makaraohrringe sind mit vielen Edelsteinen besetzt. Pfauenfedern bilden seinen Kopfschmuck. Stets soll man den allwissenden Hari verehren, dem die alles wissenden Weisen dienen.
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P2-0474 · 45
Ein anderes, einsilbiges Mantra: Der Liebeslaut auf der Erde, mit Śānti und Bindu geschmückt, ist Viṣṇu, der die drei Welten verzaubert, den ich dir sorgfältig beschrieben habe. Die Verschlüsselung bezeichnet klīṃ.
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P2-0475 · 46
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die vaiṣṇavischen Sitzkräfte ein und darüber das Sitzmantra „pakṣirājāya svāhā – Dem König der Vögel, svāhā“. Dann folgt der Sehernyāsa: Sammohana auf dem Kopf, Gāyatrī am Mund und „trailokyasammohanāya viṣṇave namaḥ – Verehrung Viṣṇu, dem Verzauberer der drei Welten“ am Herzen. Das Zitat bestätigt Sammohana als Seher, Gāyatrī als Versmaß und Trailokyamohana Viṣṇu als Gottheit.
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P2-0476 · 47
Hand- und Gliedernyāsa beginnen mit „klāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und „klāṃ hṛdayāya namaḥ“. Im Nibandha heißt es: Man bildet sie mit dem Liebesbīja, verbunden mit den sechs langen Vokalen.
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P2-0477 · 47ka
Dann der Pfeilnyāsa: drāṃ, der austrocknende Pfeil, an den Daumen; drīṃ, der verzaubernde Pfeil, an den Zeigefingern; klīṃ, der entzündende Pfeil, an den Mittelfingern; blūṃ, der erhitzende Pfeil, an den Ringfingern; saḥ, der berauschende Pfeil, an den kleinen Fingern, jeweils mit „[Name]bāṇāya namaḥ – Verehrung dem genannten Pfeil“. Ebenso setzt man sie auf Kopf, Mund, Herz, verborgene Stelle und Füße. Der Nibandha bestätigt diese Reihenfolge und die Bījas drāṃ, drīṃ, klīṃ, blūṃ sowie den mit Ausstoß versehenen Bhṛgulaut für den fünften Pfeil.
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P2-0478 · 48
Die Meditation: Der Körper des Weltenherrn gleicht frischer Koralle und besteht aus allem Lichtglanz. Er trägt Krone, Ohrringe, Oberarmreifen und Armringe; seine mit Perlen und edlen Steinen besetzten Fußringe strahlen. Vielfältiger Schmuck ziert ihn; zwei gelbe Gewänder umhüllen ihn. Er sitzt im roten Lotus auf Garuḍa. Auf seinem linken Oberschenkel sitzt Lakṣmī, wie glühendes Gold glänzend, mit sämtlichem Schmuck und zwei weißen Gewändern. Voll Verlangen bezaubert sie den Gott spielerisch immer wieder. Er trägt Muschel, Rad, Keule, Lotus, Schlinge, Stachel, Bogen und Pfeile; seine Augen sind rot wie rote Lotusse. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht nach der Nyāsareihenfolge die Sitzverehrung wie beim zehnsilbigen Mantra. Nach erneuter Meditation folgen Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Man verehrt die sechs Glieder und die fünf Pfeile an den entsprechenden Stellen des Gotteskörpers. Mit oṃ und namaḥ verehrt man Krone, Ohrringe und in den Händen Muschel, Rad, Keule, Lotus, Schlinge, Stachel, Bogen und Pfeile; über den Brüsten Śrīvatsa und Kaustubha, am Hals die Waldblumengirlande, an den Hüften das gelbe Gewand, an der linken Körperhälfte Śrīlakṣmī. Dann verehrt man auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen die sechs Glieder mit „klīṃ hṛdayāya namaḥ“, „klīṃ śirase svāhā“ und den weiteren Formeln. In den vier Hauptrichtungen, im Osten beginnend, verehrt man die ersten vier Pfeile, in den Ecken den fünften. Auf den Blättern Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Kānti, Tuṣṭi und Puṣṭi. Außen die Weltenhüter. Die Waffenverehrung, beginnend mit dem Donnerkeil, entfällt hier, da sie nicht vorgeschrieben ist. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0479 · 49
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der des Verfahrens Kundige wiederholt das Mantra 1.200.000-mal und opfert ein Zehntel mit Milchreis, der mit den drei Nektarstoffen getränkt ist. Oder er opfert zwölftausendmal und vollzieht ebenso viele Sättigungsdarbringungen.
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P2-0480 · 50
Ein anderes Mantra: Liebesbīja, „hṛṣīkeśāya“ und die Herzformel ergeben das höchste achtsilbige Mantra: „klīṃ hṛṣīkeśāya namaḥ – Verehrung Hṛṣīkeśa“. Das Zitat bestätigt Kāma am Anfang, Hṛṣīkeśa im Dativ und namaḥ am Schluss. Nyāsa, Verehrung und alles Weitere erfolgen wie zuvor.
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P2-0481 · 51
Lakṣmī, Māyā, Liebesbīja, „kṛṣṇa“ im Dativ und svāhā ergeben diesen Mantrakönig, den himmlischen Wunschbaum der Verehrenden: śrīṃ hrīṃ klīṃ kṛṣṇāya svāhā.
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P2-0482 · 52
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die vaiṣṇavischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Nārada auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund und Śrīkṛṣṇa am Herzen, jeweils mit der entsprechenden Verehrungsformel.
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P2-0483 · 53
Hand- und Gliedernyāsa beginnen mit „klāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ beziehungsweise „klāṃ hṛdayāya namaḥ“ und werden entsprechend fortgesetzt.
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P2-0484 · 54
Die Meditation: Man meditiert über Hari in Vṛndāvana, dunkel wie die Kalāyablüte, umgeben von Hirten, Hirtinnen und Kühen, in zwei gelbe Gewänder gehüllt. Vielfältiger Schmuck ziert ihn; seine Brust strahlt vom Kaustubha. Sanaka und die übrigen vorzüglichen Weisen preisen ihn mit höchster Freude. Seine Arme leuchten mit Muschel und Rad; zwei Hände führen die Flöte. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf.
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P2-0485 · 55
Nach der vaiṣṇavischen Sitzverehrung bis zum Sitzmantra meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit „klāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0486 · 56
Das Puraścaraṇa: Man wiederholt das Mantra vier Lakh-mal, also 400.000-mal, und opfert ein Zehntel mit Blüten des Brahmabaums, Palāśa.
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P2-0487 · 57
Ein anderes Mantra: Śrī, Śakti, Smara, „kṛṣṇāya govindāya“ und die Schlussformel ergeben śrīṃ hrīṃ klīṃ kṛṣṇāya govindāya svāhā.
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P2-0488 · 58
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und dem zuvor beschriebenen Sitznyāsa bis zum Sitzmantra vollzieht man den Sehernyāsa wie bei der Edelsteinbesprengung.
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P2-0489 · 59
Der Handnyāsa: śrīṃ an den Daumen mit namaḥ; hrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; klīṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; kṛṣṇāya an den Ringfingern mit huṃ; govindāya an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; svāhā an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, beginnend mit „śrīṃ hṛdayāya namaḥ“.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0490 · 60
Nach dem Gestaltengehäusenyāsa, den Mudrās und der Richtungsbindung meditiert man wie beim zwanzigsilbigen Mantra und verehrt nach dessen Verfahren. Die Besonderheit: Man verehrt nicht in Schöpfungs- und Erhaltungsfolge, weil die betreffenden Lautanordnungen fehlen. Auch Puraścaraṇa, Japa und Feueropfer entsprechen diesem Verfahren.
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P2-0491 · 61
Ein anderes Mantra: „oṃ namo bhagavate rukmiṇīvallabhāya svāhā – Oṃ, Verehrung dem Erhabenen, dem Geliebten Rukmiṇīs, svāhā“. Das Zitat erklärt Tārā, Herzformel, bhagavat und rukmiṇīvallabha im Dativ und die Schlussformel als das sechzehnsilbige Mantra namens Rukmiṇīvallabha.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0492 · 62
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und dem vaiṣṇavischen Sitznyāsa bis zum Sitzmantra folgt der Sehernyāsa. Auf dem Kopf „nāradaṛṣaye namaḥ“; am Mund „anuṣṭupchandase namaḥ“; am Herzen „rukmiṇīvallabhāya devatāyai namaḥ“.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0493 · 63
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; namas an den Zeigefingern mit svāhā; bhagavate an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; rukmiṇīvallabhāya an den Ringfingern mit huṃ; svāhā an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0494 · 64
Die Meditation: Möge Hari euch lange beschützen! Sein Glanz gleicht dem Tāpiñjabaum; vielfältiger Schmuck ziert ihn, und sein Gewand ist gelb wie die Śaṇablüte. Mit dem linken Arm umarmt er die auf seinem Schoß sitzende goldglänzende Geliebte, die einen Lotus im erhobenen linken Arm trägt, lächelt und ihn selbst umarmt. In seiner anderen Hand glänzt ein goldener Stab. [„sacittasmayām“ und „pāyānnaṃ“ sind beschädigt; Lächeln und Schutzbitte sind aus dem Zusammenhang erschlossen.]
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P2-0495 · 65
Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die vaiṣṇavische Sitzverehrung bis zum Sitzmantra. Nach erneuter Meditation folgen Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung auf den Staubfäden in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen: oṃ am Herzen mit namaḥ; namaḥ am Kopf mit svāhā; bhagavate an der Haarlocke mit vaṣaṭ; rukmiṇīvallabhāya am Schutzpanzer mit huṃ; svāhā an der Waffe mit phaṭ. Auf den acht Blättern, im Osten beginnend, verehrt man Nārada, Parvata, Viṣṇu, Niśaṭha, Uddhava, Dāruka, Viśvaksena und Śauneya. Außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen; dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Nach dieser Meditation über Rukmiṇīs Geliebten wiederholt man das Mantra 100.000-mal und opfert zehntausendmal mit roten, süß getränkten Lotussen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0496 · 66
Weitere Mantras: Das zehnsilbige Mantra mit Śrī, Śakti und Smara am Anfang und Anaṅga, Śakti und Ramā am Ende; außerdem das zehnsilbige Mantra verbunden mit Śakti und Ramā. Die Glieder werden mit Ācakra und den weiteren gebildet. [Die Schlusszeile „manto vikṛtiravyarṇāvācakrādyāṅkanāvimo“ ist stark beschädigt. Die genaue Silbenzahl und die Stellung der zweiten Anfangs- oder Endgruppe lassen sich daraus nicht zuverlässig bestimmen.]
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P2-0497 · 67
Bei diesen beiden setzt man Seher und die übrigen Zuordnungen sowie die fünf Glieder wie beim zehnsilbigen Mantra ein und vollzieht die beim zwanzigsilbigen Mantra gelehrte Verehrung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0498 · 68
Die Meditation: Der Gott umarmt mit den Händen, die Gewährung und Furchtlosigkeit zeigen, seine beiden auf seinem Schoß sitzenden Geliebten. Sie tragen Lotus und Wasserlilie und umarmen ihn ihrerseits; er strahlt mit Rad und Keule. [„cakragarojjvalam“ ist beschädigt; Keule ist die naheliegende Lesung gadā.]
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P2-0499 · 69
Das Puraścaraṇa beider Mantras beträgt zehn Lakh, also 1.000.000 Wiederholungen. Das Feueropfer erfolgt zehntausendmal mit geklärter Butter. Das Zitat bestätigt: zehn Lakh Wiederholungen und zehn Tausend Feueropfer mit Butter.
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P2-0500 · 70
Man verbindet oṃ mit namaḥ und spricht danach „śrīkṛṣṇāya śrīgovindāya“, beide Namen mit śrī am Anfang und im Dativ; schließlich huṃ phaṭ svāhā.
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P2-0501 · 71
Nārada ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Hari als höchstes Selbst die Gottheit. Die Gliederbildung erfolgt mit Ācakra und den weiteren. Verehrung, Japa, Feueropfer und die übrigen Handlungen entsprechen dem zehnsilbigen Mantra; auch Bīja und Kraft sind dieselben.
Textvergleich: IAST · Devanagari
Weitere Viṣṇu-Formen
P2-0502 · 1
Nun die Bālagopālamantras. Genannt werden folgende Formen; die Bījas Kāma, Ramā und Māyā sind klīṃ, śrīṃ und hrīṃ, zweimal ṭha und die Gemahlin des Feuers bezeichnen svāhā: kṛḥ; kṛṣṇa; klīṃ kṛṣṇa; klīṃ kṛṣṇāya; kṛṣṇāya namaḥ; klīṃ kṛṣṇāya namaḥ; klīṃ kṛṣṇāya klīṃ; gopālāya svāhā; klīṃ kṛṣṇāya svāhā; kṛṣṇāya govindāya; klīṃ kṛṣṇāya govindāya; klīṃ kṛṣṇāya govindāya klīṃ; dadhibhakṣaṇāya svāhā; suprasannātmane namaḥ; klīṃ glauṃ klīṃ śyāmalāṅgāya namaḥ; bālavapuṣe kṛṣṇāya svāhā; śrīṃ hrīṃ klīṃ kṛṣṇāya klīṃ; bālavapuṣe klīṃ kṛṣṇāya svāhā. Die Anreden bedeuten: Kṛṣṇa; dem Kuhhirten; Kṛṣṇa und Govinda; dem Quarkesser; dem ganz heiteren Selbst; dem Dunkelleibigen; Kṛṣṇa mit dem Körper eines Kindes. Im Nibandha werden die Formen ausführlich bestätigt: Cakrin mit dem achten Vokal und Ausstoß ist einsilbig; kṛṣṇa zweisilbig, mit Kāma davor dreisilbig; dieselbe Form im Dativ viersilbig. Kṛṣṇāya namaḥ ist fünfsilbig, mit Kāma davor sechssilbig. Kṛṣṇāya zwischen zwei Smarabījas ist fünfsilbig. Gopālāya svāhā ist sechssilbig; eine weitere Form ist klīṃ kṛṣṇāya svāhā. Kṛṣṇāya govindāya ist siebensilbig, mit Kāma davor achtsilbig, mit Kāma vorne und hinten neunsilbig. Dadhibhakṣaṇāya svāhā und suprasannātmane namaḥ werden als achtsilbig bezeichnet. Kāma, Erdbīja, erneut Kāma, śyāmalāṅga im Dativ und namaḥ ergeben zehn Silben. Bālavapuṣe kṛṣṇāya mit Schlussformel ist eine weitere Form. Śrī, Śakti, Kāma, kṛṣṇāya und Māra ergeben sieben Silben. Die Weisen nennen außerdem bālavapuṣe klīṃ kṛṣṇāya mit der Schlussformel. [Die Prosa schreibt „dadhimabhakṣaṇāya“, das Zitat dadhibhakṣaṇāya; die ausdrücklich erklärte Form ist wiedergegeben. Einige Silbenzahlen hängen von der traditionellen Aussprache der Bījas ab.]
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P2-0503 · 2
Ihr Pūjāyantra: ein Kreis, ein achtblättriger Lotus, eine Erdumfassung mit vier Toren und das Liebesbīja in der Mitte des Kreises. [Die Vorlage verweist auf Abbildung 24.] Im Gautamīya heißt es: ein achtblättriger Lotus und ein wohlgestaltetes Quadrat mit vier Toren, mit Kāma im Fruchtboden. Das Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und dem vaiṣṇavischen Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa: Nārada auf dem Kopf, Gāyatrī am Mund und Śrīkṛṣṇa am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0504 · 3
Der Handnyāsa: klāṃ an den Daumen mit namaḥ; klīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; klūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; klaiṃ an den Ringfingern mit huṃ; klauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; klaḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, beginnend mit „klāṃ hṛdayāya namaḥ“. Dann zeigt man die Mudrās wie zuvor und meditiert.
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P2-0505 · 4
Die Meditation: Möge euch der junge Mukunda lange beschützen! Er glänzt wie eine sich öffnende blaue Wasserlilie, hat Augen wie rote Lotusse und sitzt auf einem Lotus. An Beinen und Hüften trägt er klingende Glöckchen. Mit seinen Armen hält er frische Butter und ganz reinen Milchreis. Die Welt verehrt ihn; Kühe, Gopīs und Gopas umgeben ihn. Sein Halsschmuck glänzt mit einem großen Nagel. [„urunakhavilasatkaṇṭhabhūṣaḥ“ ist ungewöhnlich; vermutlich ist eine tierische Kralle als Halsamulett gemeint, doch die Vorlage bestimmt dies nicht.] Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf.
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P2-0506 · 5
Nach der vaiṣṇavischen Sitzverehrung bis zum Sitzmantra meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „klāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln; auf den Blättern Nārada und die übrigen, außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0507 · 6
Das Puraścaraṇa dieser Mantras beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Nach dieser Meditation wiederholt man eines dieser Mantras 100.000-mal und opfert zehntausendmal mit Milchreis, versehen mit Butter und Zucker. Ebenso vollzieht man für diese Mantras so viele Sättigungsdarbringungen wie Feueropfer.
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P2-0508 · 7
Ein anderes Mantra: Śārṅgin mit oberem Zahn, Cakrin mit rechtem Ohr, Māṃsa, „nāthāya“ und namaḥ ergeben das achtsilbige Grundmantra. Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Kṛṣṇa die Gottheit. Die fünf Glieder werden mit jeweils zwei Silben und dem vollständigen Mantra gebildet. [Die Verschlüsselung wird hier nicht zu einer unsicheren ausgeschriebenen Formel ergänzt.]
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P2-0509 · 9
Nach dieser Meditation wiederholt man das Mantra acht Lakh-mal, also 800.000-mal, und opfert achttausendmal mit Hölzern des Brahmabaums oder mit Milchreis.
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P2-0510 · 10
Mit diesem Mantra verehrt man täglich Kṛṣṇa, der im Tempel aufgestellt ist. Die Handlungen von der Torverehrung bis zum Sitz vollzieht man nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. In der Mitte verehrt man Hari, in Haupt- und Zwischenrichtungen der Reihe nach die Glieder. In den Haupt- und Zwischenrichtungen verehrt man Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha sowie Rukmiṇī, Satyabhāmā, Lakṣaṇā und Jāmbavatī; außen Indra und die weiteren Richtungshüter sowie Donnerkeil und die weiteren Waffen.
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P2-0511 · 11
Wer dieses Mantra täglich wiederholt und Hari vorschriftsmäßig verehrt, ist mit allem Wohlstand erfüllt und erreicht die ewige, reine Stätte. [„śuddhavrajet“ ist zusammengeschrieben und beschädigt; die Aussage bleibt im Kontext verständlich.]
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P2-0512 · 12
Ein anderes Mantra: Das Wort kṛṣṇa zwischen zwei Liebesbījas schenkt unmittelbar Früchte: klīṃ kṛṣṇa klīṃ. Dazu heißt es: Ich werde ein anderes viersilbiges Mantra beschreiben, das sofort Früchte schenkt; es besteht aus dem zwischen zwei Mārabījas stehenden Wort kṛṣṇa.
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P2-0513 · 13
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und dem vaiṣṇavischen Sitznyāsa bis zum Sitzmantra vollzieht man Seher-, Hand- und Gliedernyāsa wie zuvor und meditiert.
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P2-0514 · 14
Die Meditation: Möge euch Vāsudeva beschützen! Er steht auf dem leuchtenden Fruchtboden eines Lotus, der an der Wurzel des herrlichen Wunschbaums wächst. Aus dem Inneren eines an dessen Zweigen hängenden Lotus werden unzählige Edelsteine über ihn gegossen. Er ist goldglänzend und erhellt mit seinem eigenen Licht die gesamten drei Welten. Er genießt Milchreis und unablässig frische Butter als Nektar; seine Herrlichkeit kennt keine Grenze. [Die Schlussverbindung „anavaratanavanotāmṛtāśīrasīmaḥ“ ist beschädigt.] Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und verehrt den vaiṣṇavischen Sitz bis zum Sitzmantra. Erneut folgen Meditation, Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung verehrt man wie zuvor in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen die sechs Glieder mit „klāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern, im Osten beginnend, die acht Schätze, außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0515 · 15
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Nach dieser Meditation wiederholt man das Mantra 400.000-mal und opfert vierzigtausendmal mit Bilvafrüchten, bestrichen mit den drei süßen Stoffen.
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P2-0516 · 16
Wenn bei diesem Mantra unter dem la der beiden Liebesbījas ra steht, heißt es Mantracūḍāmaṇi. Im Nibandha heißt es: Steht bei seinen beiden Mārabījas unter Māṃsa der rote Laut, entsteht ein anderes Mantra. Dies bedeutet: Unter la, dem Māṃsalaut des Liebesbījas, wird ra, der rote Laut, gesetzt.
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P2-0517 · 18
Seine Verehrung: Nach dem Sehernyāsa wie zuvor vollzieht man Hand- und Gliedernyāsa mit „klīṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und „klīṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Die gesamte Verehrung erfolgt wie zuvor. Die Meditation besitzt eine Besonderheit: Ich verehre den jungen Mukunda, der in einem rötlichen Garten unter dem Wunschbaum auf einer glänzenden goldenen Schaukel sitzt. Zwei Gopīs betrachten ihn. Er strahlt wie frische, geöffnete Bandhūkablüten und Zinnober. Seine Locken bewegen sich; an seinen Hüften leuchten Reihen kleiner Glöckchen. Er strahlt mit dem Schmuck einer Tigerkralle und den lieblichen Gruppen des Liebesstachels. [„śārdūla-kāmāṃkuśalalitagaṇākapladīptaṃ“ ist stark beschädigt; Tigerkralle und die übrigen erkennbaren Schmuckwörter werden als unsichere Annäherung wiedergegeben.]
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P2-0518 · 19
Nach dieser Meditation wiederholt man das Mantra wie zuvor, opfert mit frischen roten Wasserlilien, verbunden mit den drei süßen Stoffen, und verehrt Hari wie zuvor.
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P2-0519 · 1
Nun das Vāsudevamantra: Praṇava, Herzformel, „bhagavate“ und „vāsudevāya“ bilden das wichtigste Mantra im vaiṣṇavischen Tantra, den himmlischen Wunschbaum: oṃ namo bhagavate vāsudevāya.
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P2-0520 · 2
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die zuvor beschriebenen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Prajāpati auf dem Kopf, Gāyatrī am Mund und Vāsudeva am Herzen, jeweils mit der entsprechenden Verehrungsformel.
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P2-0521 · 3
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; namas an den Zeigefingern mit svāhā; bhagavate an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; vāsudevāya an den Ringfingern mit huṃ; das ganze Mantra „oṃ namo bhagavate vāsudevāya“ an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Tārā ist das Herzmantra, namaḥ das Kopfmantra, vier Silben bilden die Haarlocke, fünf den Schutzpanzer und das gesamte Mantra die Waffe. So wird die Gliederbildung beschrieben.
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P2-0522 · 4
Der Mantranyāsa: Man setzt die zwölf Silben auf Scheitel, Stirn, beide Augen, Mund, Hals, Arme, Herzlotus, Bauch, Nabel, Geschlechtsorgan, beide Knie und beide Füße. Danach setzt man das Gestaltengehäuse ein, vollzieht mit dem Kronenmantra den umfassenden Nyāsa und meditiert.
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P2-0523 · 5
Ich verehre Viṣṇu, der zehn Millionen Herbstmonden gleicht, Muschel, Rad, Keule und Lotus trägt, auf einem weißen Lotus ruht und die Welt durch seine Schönheit verzaubert. Oberarmreifen, Halsketten, Ohrringe, große Krone und strahlende Armringe schmücken ihn. Er trägt Śrīvatsa und das herrliche Kaustubha; die großen Weisen preisen ihn. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf. [„sitājanilaya“ ist beschädigt; weißer Lotus ist die kontextnahe Lesung sitābjanilaya.]
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P2-0524 · 6
Nach der vaiṣṇavischen Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. In Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die fünf Glieder mit „oṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern, im Osten beginnend, Vāsudeva und die übrigen samt ihren Kräften, beginnend mit Śānti, ferner Keśava und die übrigen, Indra und die übrigen sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0525 · 7
Das Puraścaraṇa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Initiierte, der seine Sinne bezwungen hat, wiederholt das Mantra ein Lakh pro Silbe und opfert zwölftausendmal mit Sesam, getränkt in geklärter Butter.
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P2-0526 · 8
Nun die Lakṣmīnārāyaṇamantras: Zweimal Māyā, zweimal Ramā, „lakṣmīvāsudevāya namaḥ“, mit oṃ am Anfang. Im Nibandha heißt es: zweimal Hṛllekhā, zweimal Ramā, dann lakṣmī, vāsudevāya und die Herzformel, mit oṃ am Anfang, ergeben dieses vierzehnsilbige Mantra, den himmlischen Wunschbaum: oṃ hrīṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ lakṣmīvāsudevāya namaḥ.
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P2-0527 · 8ka
Seine Verehrung erfolgt wie beim Vāsudevamantra; beim Sehernyāsa ist jedoch Lakṣmīvāsudeva die Gottheit. Der Handnyāsa: oṃ hrīṃ hrīṃ an den Daumen mit namaḥ; oṃ śrīṃ śrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; oṃ lakṣmī an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; oṃ vāsudevāya an den Ringfingern mit huṃ; oṃ namaḥ an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Das Zitat bestätigt: die beiden Śaktibījas für das Herz, die beiden Ramābījas für den Kopf, lakṣmī für die Haarlocke, vāsudevāya für den Schutzpanzer und namaḥ für die Waffe; alles mit Tārā am Anfang. Die Meditation: Möge euch stets unermesslicher Wohlstand zuteilwerden durch den Körper von Kamalajā und Vaikuṇṭha, die durch die Essenz ihrer Liebe eins geworden sind. Seine beiden Farben gleichen Blitz und Mond; Edelsteinschmuck ziert ihn. Er trägt Buch des Wissens, Lotus, Spiegel, Edelsteingefäß, weiteren Lotus, Keule, Muschel und Rad. [Die Schlussverbindung des Meditationsverses ist grammatisch beschädigt; die Vereinigung und die Gegenstandsliste bleiben erkennbar.]
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P2-0528 · 9
Seine gesamte Verehrung erfolgt wie zuvor. Das Puraścaraṇa beträgt vierzehn Lakh, also 1.400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra ein Lakh pro Silbe und vollzieht vierzehntausend Feueropfer mit geöffneten Lotussen, verbunden mit den drei süßen Stoffen. „Ein Lakh pro Silbe“ bedeutet eine der Mantrasilbenzahl entsprechende Anzahl von Lakh.
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P2-0529 · 10
Nun das Dadhivāmanamantra: „oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā – Oṃ, Verehrung Viṣṇu, dem Herrn der Götter, dem überaus Starken, svāhā“. Im Nibandha wird dieselbe Folge aus Tārā, Herzformel, viṣṇave, surapati im Dativ, mahābalāya und zweimal ṭha als achtzehnsilbiges Mantra beschrieben.
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P2-0530 · 11
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die Folge bis „uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ – Verehrung der Mondsphäre, deren Wesen die sechzehn Kräfte sind“ ein und vollzieht den Sehernyāsa: Indu auf dem Kopf, Virāṭ am Mund und Dadhivāmana am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel. Im Nibandha heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man nach dem zuvor beschriebenen Verfahren.
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P2-0531 · 12
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; namas an den Zeigefingern mit svāhā; viṣṇave an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; surapataye an den Ringfingern mit huṃ; mahābalāya an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; svāhā an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Das Zitat erläutert: eine Silbe für das Herz, zwei für den Kopf, drei für die Haarlocke, fünf für den Schutzpanzer, ebenfalls fünf für die Augen und zwei für die Waffe. So lehren die Weisen die Gliederbildung.
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P2-0532 · 13
Beim Mantranyāsa setzt man die einzelnen Laute mit namaḥ auf Kopf, Stirn, beide Augen, beide Ohren, Lippe, Gaumen, Hals, beide Arme, Bauch, Nabel, verborgene Stelle, beide Oberschenkel, beide Knie, beide Unterschenkel und beide Füße. Ab den Unterschenkeln verwendet man jeweils zwei Laute. Danach vollzieht man das Gestaltengehäuse und die weiteren Nyāsas und meditiert.
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P2-0533 · 14
Wir verehren ihn, weiß wie eine Perle, auf dem Mond ruhend, mit leuchtendem Schmuck aus neun Edelsteinen. Locken, Bienen gleich, schmücken seinen Gesichtslotus. In seinen Lotushänden hält er ein goldenes Gefäß voll reinem Wasser und einen goldenen Becher voll Quarkreis. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf.
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P2-0534 · 15
Nach der Sitzverehrung bis zur Mondsphäre meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Dazu heißt es: Auf dem bis zum Mond gebildeten Sitz verehrt man ihn nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „oṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Hauptrichtungsblättern verehrt man Vāsudeva und die übrigen samt Kräften sowie Banner und die übrigen Gegenstände, davor Keśava und die übrigen. Dann verehrt man Indra und die weiteren Richtungshüter, Donnerkeil und die weiteren Waffen sowie Airāvata und die übrigen Richtungselefanten mit „oṃ airāvatāya diggajāya namaḥ“ und entsprechend für Puṇḍarīka und die anderen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [„prāntare“ im Bestätigungszitat ist unsicher; die Bezugnahme auf das frühere Verfahren ist sinngemäß.]
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P2-0535 · 16
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert vorschriftsmäßig ein Zehntel mit Milchreis, getränkt in geklärter Butter, oder mit Quarkreis.
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P2-0536 · 17
Nun die Hayagrīvamantras: „oṃ udgiratpraṇavodgītha sarvavāgīśvareśvara sarvavedamayācintya sarvaṃ bodhaya bodhaya – Oṃ, du den Praṇava-Udgītha Hervortönender, Herr aller Herren der Sprache, du aus sämtlichen Veden Bestehender, Unbegreiflicher, mache alles bewusst, erwecke alles!“ Im Nibandha wird dieselbe Wortfolge erklärt: udgirat, praṇavodgītha, sarvavāgīśvareśvara, sarvavedamayācintya, sarvaṃ und zweimal bodhaya, mit Tārā am Anfang.
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P2-0537 · 18
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und der vaiṣṇavischen Folge bis zum Sitzmantra folgt der Sehernyāsa: Brahmā auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund, Śrīhayagrīva am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0538 · 19
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; udgiratpraṇavodgītha an den Zeigefingern mit svāhā; sarvavāgīśvareśvara an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; sarvavedamayācintya an den Ringfingern mit huṃ; sarvaṃ bodhaya bodhaya an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. [Die Vorlage hat „udgitpraṇavodgīya“; der vorherige ausdrücklich gegebene Mantratext klärt die Lesung.]
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P2-0539 · 20
Die Meditation: Wir verehren den Pferdegesichtigen, der wie der Herbstmond leuchtet und mit Perlenschmuck erstrahlt. Zwei Arme tragen Rad und Muschel, zwei Hände ruhen auf den Knien. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf, vollzieht die vaiṣṇavische Sitzverehrung und meditiert erneut. Mit „hasūṃ“ bildet man die Gestalt. Dazu heißt es: Man bildet sie mit dem Bīja und nimmt dieses so: der Raumlaut auf Bhṛgu, versehen mit Arghīśa und Bindu. Erneut meditiert man, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf den Staubfäden in den vier Hauptrichtungen verehrt man die vier Veden Ṛg, Yajus, Sāman und Atharvan, in den Zwischenrichtungen Vedāṅgas, Smṛti, Nyāya und sämtliche Śāstras. In den Blattmitten verehrt man vorschriftsmäßig die Gliedergottheiten, außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Prosa schreibt hasūṃ; die spätere Einsilbenbeschreibung ergibt hsūṃ.]
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P2-0540 · 21
Das Puraścaraṇa beträgt dreiunddreißig Lakh, also 3.300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der vorzügliche Mantrakundige wiederholt das Mantra ein Lakh pro Silbe und opfert ein Zehntel mit honiggetränkten Jasminblüten im vaiṣṇavischen Feuer.
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P2-0541 · 22
Nun das einsilbige Hayagrīvamantra: Es besteht aus ha, sa, dem sechsten Vokal und Bindu, also hsūṃ. Im Kalpa heißt es: Der Raumlaut auf Bhṛgu mit Arghīśa und Bindu ist das Bīja. Dieses einsilbige Mantra schenkt die Früchte der vier Lebensziele.
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P2-0542 · 23
Brahmā ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Viṣṇu in Hayagrīvagestalt die Gottheit. Ha ist das Bīja, ū der Keil, sa die Kraft. Die sechs Glieder werden mit hsāṃ, hsīṃ, hsūṃ, hsaiṃ, hsauṃ und hsaḥ gebildet.
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P2-0543 · 24
Die Meditation: Ich verneige mich vor dem siegreichen Pferdegesichtigen, dem Viṣṇu an der Spitze des Wissens. Er steht auf einem weißen Lotus, ist weiß wie Milch und trägt in seinen Lotushänden Gebetskette, Lotus, Buch und die Geste der Wunscherfüllung. Reine Gewänder und vielfältiger Schmuck machen ihn lieblich. Eine andere Meditation lautet: Ich verneige mich vor dem Pferdegesichtigen, der wie der Herbstmond leuchtet, mit Perlenschmuck versehen ist, in seinen oberen Händen Rad und Muschel trägt und in den übrigen das Buch des Wissens und die Erklärmudrā. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf, verehrt den Sitz, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: erster Umkreis die Glieder; zweiter die acht Prajñāhaya, Medhāhaya, Smṛtihaya, Vidyāhaya, Lakṣmīhaya, Vāgīśīhaya, Vidyāvilāsahaya und Nādavimardanahaya; dritter Lakṣmī, Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Kānti, Tuṣṭi und Puṣṭi; vierter die Elefanten, beginnend mit Kumuda; fünfter Indra und die übrigen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0544 · 25
Das Puraścaraṇa beträgt vier Lakh, also 400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 400.000-mal und opfert danach ein Zehntel. Dieses Feueropfer erfolgt mit geklärter Butter.
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P2-0545 · 26
Ein anderes Mantra: Das einsilbige Hayagrīvabīja am Anfang, danach hayaśiras im Dativ und namaḥ am Schluss: hsūṃ hayaśirase namaḥ – Verehrung dem Pferdeköpfigen. Im Kalpa heißt es: Man nimmt das Wort hayaśiras im Dativ. Dieses mit dem eigenen Bīja beginnende Mantra schenkt die Früchte der vier Lebensziele.
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P2-0546 · 27
Brahmā ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Viṣṇu in Hayagrīvagestalt die Gottheit. Alles Übrige erfolgt wie beim einsilbigen Mantra.
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P2-0547 · 28
Ein anderes Mantra: „udgiratparavodgīya sarvavāgīśvareśvara sarvavedamayācintya sarvaṃ bodhaya bodhaya“. Es endet mit svāhā; das Bīja ist von oṃ umschlossen. Die verständliche Anrufung bedeutet: „Herr aller Herren der Sprache, du aus sämtlichen Veden Bestehender, Unbegreiflicher, mache alles bewusst, erwecke alles!“ [„udgiratparavodgīya“ ist beschädigt; wahrscheinlich ist der zuvor gegebene Praṇava-Udgītha-Ausdruck gemeint, doch die genaue erste Wortgruppe bleibt unsicher.]
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P2-0548 · 29
Ein anderes Mantra: „viśvottīrṇasvarūpāya cinmāyānandarūpiṇe tubhyaṃ namo hayagrīva vidyārājāya viṣṇave – Dir sei Verehrung, Hayagrīva, Viṣṇu, König des Wissens, dessen Wesen die Welt übersteigt und dessen Gestalt Bewusstseinswonne ist“. Das Mantra endet mit svāhā und ist von haṃsa umschlossen. [Die Vorlage schreibt cinmāyānanda; Bewusstseinswonne setzt die naheliegende Lesung cinmayānanda voraus.]
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P2-0549 · 30
Bei diesen beiden Mantras ist alles wie bei dem zuvor beschriebenen Hayagrīvamantra zu verstehen.
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P2-0550 · 31
Nun das Nṛsiṃhamantra. Im Nibandha heißt es: zuerst „ugraṃ vīraṃ“, dann „mahāviṣṇum“, „jvalantaṃ sarvatomukham“, „nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ bhadraṃ mṛtyumṛtyum“ und „namāmyaham“. Dieser Mantrakönig ist ein himmlischer Wunschbaum: „Ich verneige mich vor dem Furchtbaren, Heldenhaften, großen Viṣṇu, dem Flammenden, dessen Gesicht überallhin gewandt ist, dem erschreckenden, heilvollen Nṛsiṃha, dem Tod des Todes.“ Wird das Mantra von Māyā umschlossen, erfüllt es alle Wünsche. Der Kalpa bestätigt diese Wirkung bei Umfassung durch Hṛllekhā, hrīṃ.
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P2-0551 · 32
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und der vaiṣṇavischen Folge bis zum Sitzmantra folgt der Sehernyāsa: Brahmā auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund und Nṛsiṃha am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0552 · 33
Hand- und Gliedernyāsa: vier Silben für das Herz, ebenso vier für den Kopf, acht für die Haarlocke, sechs für den Schutzpanzer, ebenso sechs für die Augen und vier für die Waffe. [Die Vorlage hat „antraṃ“; im Zusammenhang ist astraṃ, Waffe, erkennbar.]
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P2-0553 · 34
Beim Mantranyāsa setzt man die Laute der Reihe nach auf Kopf, Stirn, Augen, Mund, Gelenke und Spitzen von Armen und Beinen, Bauch, Herz, Hals, beide Seiten, Rückseite und Nacken.
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P2-0554 · 35
Die Meditation: Ich verehre den mächtigen Nṛsiṃha, der wie ein Rubinberg glänzt und mit seinem Licht die Rakṣasscharen erschreckt. Seine Lotushände ruhen auf den Knien; er besitzt drei Augen und trägt edelsteinstrahlenden Schmuck. Mit zwei Armen trägt er unablässig Muschel und Rad. Seine furchtbare Schnauze mit Hauern erstrahlt mit einer flammenden Zunge; seine mächtige Mähne steht aufgerichtet. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf, vollzieht die vaiṣṇavische Sitzverehrung, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen: „ugraṃ vīraṃ“ am Herzen mit namaḥ; „mahāviṣṇuṃ“ am Kopf mit svāhā; „jvalantaṃ sarvatomukhaṃ“ an der Haarlocke mit vaṣaṭ; „nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ“ am Schutzpanzer mit huṃ; „bhadraṃ mṛtyumṛtyuṃ“ an den drei Augen mit vauṣaṭ; „namāmyahaṃ“ an der Waffe mit phaṭ. Auf den Hauptrichtungsblättern, im Osten beginnend, verehrt man Garuḍa, Śaṅkara, Śeṣa und Brahmā; auf den Zwischenrichtungsblättern Śrī, Hrī, Dhṛti und Puṣṭi, jeweils mit oṃ und namaḥ. [Die Augenformel schreibt bharaṃ; der vollständige Mantratext bestätigt bhadraṃ.]
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P2-0555 · 35
Außen verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0556 · 36
Das Puraścaraṇa beträgt zweiunddreißig Lakh, also 3.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra ein Lakh pro Silbe und opfert zweiunddreißigtausendmal mit in geklärter Butter getränktem Milchreis im vorschriftsmäßig verehrten Feuer.
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P2-0557 · 37
Ein anderes Mantra. Im Nibandha heißt es: Schlinge, Śakti, Narahari, Stachel, Schutzlaut und phaṭ bilden das sechssilbige Mantra Naraharis, das alle Wünsche erfüllt. Die folgende Lautliste gibt āṃ hrīṃ kṣrauṃ krauṃ huṃ phaṭ.
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P2-0558 · 38
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die vaiṣṇavischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Brahmā auf dem Kopf, Paṅkti am Mund und Nṛsiṃha am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0559 · 39
Der Handnyāsa: āṃ an den Daumen mit namaḥ; hrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; kṣrauṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; krauṃ an den Ringfingern mit huṃ; huṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; phaṭ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern.
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P2-0560 · 40
Die Meditation: Ich preise Nṛsiṃha, dessen Zunge sich vor Zorn bewegt und dessen Mund weit geöffnet ist. Seine Augen sind Mond, Sonne und Feuer. Von den Füßen bis zum Nabel ist sein Glanz rot, darüber weiß. Er hat den Körper des Herrschers der Daityas zerrissen. Er trägt Muschel, Rad, Schlinge, Stachel, Donnerkeil und furchtbare Keule. Er ist schrecklich, hat scharfe, furchterregende Hauer und vielfältigen Edelsteinschmuck. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf, vollzieht die vaiṣṇavische Sitzverehrung, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen die sechs Glieder mit „āṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern, im Osten beginnend, Muschel, Rad, Schlinge, Stachel, Donnerkeil, Keule, Schwert und Schild, mit oṃ und namaḥ. Im Nibandha heißt es: Außerhalb des Gliederumkreises verehrt man auf den Blättern Rad, Muschel, Schlinge, Stachel, Donnerkeil, Kaumodakī, Schwert und Schild. Danach Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Muschel und Rad wechseln zwischen Prosa und Zitat die Reihenfolge.]
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P2-0561 · 41
Das Puraścaraṇa beträgt sechs Lakh, also 600.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 600.000-mal und opfert sechstausendmal mit geklärter Butter im entfachten Feuer. Den Guru erfreut man mit Reichtum.
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P2-0562 · 42
Ein anderes Mantra: Kṣa, auf dem Feuer sitzend und mit Manu und Bindu verbunden, ist das einsilbige Mantra, das alle gewünschten Früchte schenkt. Die anschließende Zuordnung des au-Vokals ergibt kṣrauṃ.
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P2-0563 · 43
Seine gesamte Verehrung erfolgt wie beim Mantrakönig. Die Besonderheit: Atri ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Nṛsiṃha die Gottheit, kṣa das Bīja und au die Kraft. Die Glieder werden mit dem Bīja gebildet, das die sechs langen Vokale trägt.
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P2-0564 · 44
Das Puraścaraṇa beträgt acht Lakh, also 800.000 Wiederholungen, nach dem Ausspruch „Man soll das Mantra acht Lakh-mal wiederholen“ und den weiteren Stellen.
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P2-0565 · 45
Ein anderes Mantra. Im Kalpa heißt es: Man spricht zweimal jaya, dann nṛsiṃha mit śrī davor. Dieses achtsilbige Mantra ist ein wunscherfüllendes Juwel für die Verehrenden: „jaya jaya śrīnṛsiṃha – Sieg, Sieg, ehrwürdiger Nṛsiṃha!“
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P2-0566 · 46
Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Nṛsiṃha die Gottheit. Die Gliederbildung erfolgt mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale trägt. Meditation, Verehrung und die weiteren Handlungen entsprechen dem Mantrakönig.
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P2-0567 · 47
Das Puraścaraṇa beträgt acht Lakh, also 800.000 Wiederholungen, nach dem Ausspruch „Man soll das Mantra acht Lakh-mal wiederholen“ und den weiteren Stellen.
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P2-0568 · 48
Nun das Hariharamantra. In der Mantradevaprakāśinī heißt es: Tārā, Māyā, Prāsāda, „śaṅkaranārāyaṇāya namaḥ“, dann Prāsāda, Māyā und Tārā. Daraus entsteht oṃ hrīṃ hauṃ śaṅkaranārāyaṇāya namaḥ hauṃ hrīṃ oṃ – Verehrung Śaṅkara-Nārāyaṇa.
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P2-0569 · 49
Sein Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen und dem vaiṣṇavischen oder śaivischen Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa: Nārada auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund, Harihara am Herzen, hauṃ als Bīja an der verborgenen Stelle und hrīṃ als Kraft an den Füßen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0570 · 50
Hand- und Gliedernyāsa beginnen mit „hrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“, mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale trägt; ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern.
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P2-0571 · 51
Die Meditation: Ich verehre Hara-Hari, der mit seinen Händen Dreizack, Rad, Pāñcajanyamuschel und die Furchtlosigkeitsgeste trägt. Die beiden Körperhälften besitzen jeweils ihren eigenen Schmuck und ihre eigenen Merkmale. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf. [„svasvabhūṣācchalīlārddhadehaṃ“ ist beschädigt; die zweifache Gestalt ist klar erkennbar.]
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P2-0572 · 52
Dann vollzieht man die vaiṣṇavische oder śaivische Sitzverehrung, meditiert erneut und führt Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen aus. Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Blättern verehrt man mit oṃ und namaḥ Lakṣmī, Sarasvatī, Nārāyaṇī, Dharā, Bhūdharā, Ambikā, Tryambakā, Gaṅgā und Gaṅgādharā. Außen verehrt man Indra und die übrigen. Eine Verehrung des Donnerkeils und der übrigen Waffen findet nicht statt, da sie nicht vorgeschrieben ist. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Liste enthält neun Namen; die Blattzahl wird hier nicht genannt.]
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P2-0573 · 53
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen und zehntausend Feueropfer mit Milchreis und geklärter Butter. Das Zitat bestätigt: 100.000 Wiederholungen und ein Zehntel Feueropfer mit buttergetränktem Milchreis im rituell bereiteten Feuer.
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P2-0574 · 54
Nun die Varāhamantras: „oṃ namo bhagavate varāharūpāya bhūrbhuvaḥsvaḥpataye bhūpatitvaṃ me dehi dadāpaya svāhā – Oṃ, Verehrung dem Erhabenen in Ebergestalt, dem Herrn von Erde, Zwischenraum und Himmel. Gib mir Herrschaft über die Erde; lass sie mir geben, svāhā.“ Dieses Mantra ist dreiunddreißigsilbig. Der Nibandha bestätigt einzeln dieselbe Wortfolge von Tārā und namaḥ über bhagavate, varāharūpāya, bhūrbhuvaḥsvaḥpataye, bhūpatitvaṃ me dehi dadāpaya bis zur Feuergemahlin am Schluss.
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P2-0575 · 55
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die vaiṣṇavischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Bhārgava auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund und Ādivarāha am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0576 · 56
Der Handnyāsa: ekadaṃṣṭrāya, dem Einhauerigen, an den Daumen mit namaḥ; vyomolkāya, der Raumflamme, an den Zeigefingern mit svāhā; tejo'dhipataye, dem Herrn des Lichtglanzes, an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; viśvarūpāya, dem Allgestaltigen, an den Ringfingern mit huṃ; mahādaṃṣṭrāya, dem Großhauerigen, an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Das Zitat bestätigt Bhārgava als Seher, Anuṣṭubh als Versmaß, Ādivarāha als Gottheit und dieselben fünf Anreden für Herz, Kopf, Haarlocke, Schutzpanzer und Waffe.
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P2-0577 · 57
Sein Yantra beschreibt der Prapañcasāra: Man bildet vorschriftsmäßig ein Maṇḍala mit einem achtblättrigen Lotus und strahlendem Fruchtboden und verehrt darin zur Erlangung der Vollendung den Eber, der tausend Sonnen gleicht.
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P2-0578 · 58
[Die Vorlage verweist auf Abbildung 25.] Die Meditation: Ich preise den ursprünglichen Varāha, dessen Glanz von den Füßen bis zu den Knien edlem Gold, darüber bis zum Nabel Perlen, bis zum Hals der jungen Sonne und bis zum Scheitel dem Blau gleicht. Mit seinen Händen trägt er Rad, Muschel, Schwert, Schild, Keule und Speer und zeigt Gabe und Furchtlosigkeit. Seine Hauer erstrahlen beim Tragen der Erde. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, stellt die Muschel auf und vollzieht die vaiṣṇavische Sitzverehrung und die übrigen Handlungen. Nach erneuter Meditation folgen Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, und den Richtungen: ekadaṃṣṭrāya am Herzen mit namaḥ; vyomolkāya am Kopf mit svāhā; tejo'dhipataye an der Haarlocke mit vaṣaṭ; viśvarūpāya am Schutzpanzer mit huṃ; mahādaṃṣṭrāya an der Waffe mit phaṭ in den vier Ecken Südosten, Südwesten, Nordwesten und Nordosten. Außen auf den Blättern verehrt man mit oṃ und namaḥ Rad, Muschel, Schwert, Schild, Keule, Speer, Gewährung und Furchtlosigkeit. Weiter außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Die Farbanordnung ist grammatisch beschädigt; die vier erkennbaren Körperabschnitte werden in der genannten Reihenfolge wiedergegeben.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0579 · 59
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal, opfert ein Zehntel mit süß bestrichenen Lotussen und verehrt Viṣṇu auf dem Sitz.
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P2-0580 · 60
Das Viṣṇumantra soll man nachts nicht wiederholen. In der Vaiśampāyanasaṃhitā heißt es: Ein vaiṣṇavisches Mantra wiederholt man nicht nachts; bei śaivischen und śāktischen Mantras besteht dieser Mangel nicht. Damit endet der Abschnitt über die Viṣṇumantras.
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Śiva und Bhairava
P2-0581 · 1
Nun die Śivamantras: Mit reinem Geist vergegenwärtige ich mir den Mondgekrönten, um dessentwillen Girijā Askese übte und vor dem Staub von dessen Lotusfüßen die Götter sich verneigen. Sein Körper ist mit dem König der Schlangen geschmückt; er ist der Vorzüglichste der Richtungen. [„āśādvaram“ ist beschädigt; seine genaue Bedeutung bleibt unsicher.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0582 · 2
Ich werde Maheśas Mantras beschreiben, die alle Fülle schenken. Durch sie erlangten die früheren Weisen mühelos die Vereinigung mit Śiva.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0583 · 3
Der Endlaut der sa-Reihe, verbunden mit au und am Scheitel mit Bindu geschmückt, ist das Mantra namens Prāsāda, das den Verehrenden als wunscherfüllendes Juwel dient: hauṃ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0584 · 4
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung vollzieht man an den Mātṛkāstellen den Nyāsa, beginnend mit Śrīkaṇṭha. Mit der gemeinsamen Paarformel „[Bīja] [beide Namen im Dativ Dual] namaḥ“ verehrt man: aṃ Śrīkaṇṭha und Pūrṇodarī; āṃ Ananta und Virajā; iṃ Sūkṣma und Śālmalī; īṃ Trimūrti und Lolākṣī; uṃ Amareśvara und Varttulākṣī; ūṃ Arghīśa und Dīrghaghoṇā; ṛṃ Bhārabhūti und Sudīrghamukhī; ṝṃ Atithīśa und Gomukhī; ḷṃ Sthāṇuka und Dīrghajihvā; ḷṃ Hara und Kuṇḍodarī; e Jhiṇṭīśa und Ūrdhvamukhī; aiṃ Bhautikeśa und Vikṛtamukhī; oṃ Sadyojāta und Jvālāmukhī; auṃ Anugraheśvara und Ulkāmukhī; aṃ Akrūra und Suśrīmukhī; aḥ Mahāsena und Vidyāmukhī. Kaṃ Krodhīśa und Sarvasiddhimahākālī; khaṃ Caṇḍeśa und Sarvasiddhisarasvatī; gaṃ Pañcāntaka und Gaurī; ghaṃ Śivottama und Trailokyavidyā; ṅaṃ Ekarudra und Mantraśakti; caṃ Kūrma und Ātmaśakti; chaṃ Ekanetra und Bhūtamātṛkā; jaṃ Caturānana und Lamborī; jhaṃ Abjeśa und Drāviṇī; ñaṃ Sarva und Nāgarī; ṭaṃ Someśa und Khecarī; ṭhaṃ Lāṅgalin und Mañjarī; ḍaṃ Dāruka und Rūpiṇī; ḍhaṃ Arddhanārīśvara und Vīriṇī; ṇaṃ Umākānta und Kākodarī; taṃ Āṣāḍhin und Pūtanā; thaṃ Daṇḍin und Bhadrakālī; daṃ Adri und Yoginī; dhaṃ Mīna und Śaṅkhinī; naṃ Meṣa und Garjinī; paṃ Lohita und Kālarātrī; phaṃ Śikhin und Kubjikā; baṃ Chagalaṇḍa und Kapardinī; bhaṃ Dviraṇḍeśa und Vajrā; maṃ Mahākāla und Jayā. Yaṃ als Wesen der Haut: Vālin und Sumukheśvarī; raṃ als Wesen des Blutes: Bhujaṅgeśa und Revatī; laṃ als Wesen des Fleisches: Pinākīśa und Mādhavī; vaṃ als Wesen des Fettes: Khaḍgīśa und Vāruṇī; śaṃ als Wesen der Knochen: Bakeśa und Vāyavī; yaṃ als Wesen des Marks: Śveta und Rakṣovidāriṇī; saṃ als Wesen des Samens: Bhṛgvīśa und Sahajā; haṃ als Wesen der Lebenskraft: Nakulīśa und Lakṣī; laṃ als Wesen des Bījas: Śiva und Vyāpinī; kṣaṃ als Wesen des Zorns: Saṃvartaka und Māyā. Überall erfolgt der Nyāsa mit namaḥ am Schluss. Nach dem grammatischen Grundsatz, dass bei Zusammengehörigkeit Dual, Plural oder ein Dvandvakompositum verwendet werden kann, ist diese Formulierung widerspruchsfrei. Der Nibandha nennt nochmals die sechzehn Vokalgestalten Śrīkaṇṭha, Ananta, Sūkṣma, Trimūrti, Amareśvara, Arghīśa, Bhāratabhūti, Atithīśa, Sthāṇuka, Hara, Jhiṇṭīśa, Bhautika, Sadyojāta, Anugraheśvara, Akrūra und Mahāsena. Anschließend die Rudras Krodhīśa, Caṇḍeśa, Pañcāntaka, Śivottama, Ekarudra, Kūrma, Ekanetra, Caturānana, Abjeśa, Śarva, Someśa, Lāṅgalin, Dāruka, Arddhanārīśvara, Umākānta, Āṣāḍhin, Daṇḍin, Adri, Mīna, Meṣa, Lohita, Śikhin, Chagalaṇḍa, Dviraṇḍeśa, Mahākāla, Vālin, Bhujaṅgeśa, Pinākīśa, Khaḍgin, Baka, Śveta, Bhṛgvīśa, Nakulin, Śiva und Saṃvarta; sie tragen Dreizack und Schädelschale. [Die Prosaliste wiederholt ḷṃ statt einer langen Form, verwendet e ohne Bindu und beim Mark yaṃ statt des erwartbaren ṣaṃ. Mehrere Namen variieren im Bestätigungszitat, darunter Sarva/Śarva und Bhārabhūti/Bhāratabhūti; beide Formen bleiben kenntlich.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0585 · 5
Pūrṇodarī, Virajā, danach Śālmalī, Lolākṣī, Varttulākṣī, Dīrghaghoṇā, Sudīrghamukhī, Gomukhī, Dīrghajihvā, Kuṇḍodarī, Ūrdhvamukhī, Vikṛtamukhī, Jvālāmukhī, Ulkāmukhī, Suśrīmukhī und Vidyāmukhī sind die Vokalkräfte. Mahākālī und Sarasvatī, beide mit Sarvasiddhi verbunden, Gaurī, Trailokyavidyā, Mantraśakti, Ātmaśakti, Bhūtamātā, Lambodarī, Drāviṇī, Nāgarī, Khecarī, Mañjarī, Rūpiṇī, Vīriṇī, Kākodarī, Pūtanā, Bhadrakālī, Yoginī, Śaṅkhinī, Garjinī, Kālarātrī, Kubjinī, Kapardinī, Vajrā, Jayā, Sumukheśvarī, Revatī, Mādhavī, Vāruṇī, Vāyavī, Rakṣovidāriṇī, Sahajā, Lakṣmī, Vyāpinī und Māyā sind die weiteren Kräfte. Sie sitzen auf dem Schoß der Rudras, haben zinnoberrote Körper und tragen in ihren Lotushänden roten Lotus und Schädelschale.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0586 · 6
Dann vollzieht man den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen Sitznyāsa und setzt die Sitzkräfte ein. Mit oṃ und namaḥ setzt man auf die im Osten beginnenden Staubfäden des Herzlotus Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikariṇī, Balavikariṇī, Balaprathamanī und Sarvabhūtadamanī. In die Mitte setzt man Manonmanī. Darüber: „oṃ namo bhagavate sakalaguṇātmaśaktiyuktāyānantāya yogapīṭhātmane namaḥ – Verehrung dem Erhabenen, dem Unendlichen, verbunden mit der Kraft, deren Wesen alle Eigenschaften sind, dessen Wesen der Yogasitz ist“. Die Śāradā nennt dieselben Sitzkräfte, jedoch Balapramathanī statt Balaprathamanī, und erklärt die Wortfolge des Sitzmantras mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss. Mit ihm reicht man Girijāpati den Sitz, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, ruft Śiva darin an und verehrt ihn. Dann der Sehernyāsa: Vāmadeva auf dem Kopf, Paṅkti am Mund, Sadāśiva am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel; die Śāradā bestätigt diese Zuordnungen. [Die abweichenden Namensformen der Prosa bleiben verzeichnet.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0587 · 7
Hand- und Gliedernyāsa beginnen mit „hāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und „hāṃ hṛdayāya namaḥ“. Ha wird mit den sechs langen Vokalen verwendet; das Zitat bestätigt diese Sechsgliederregel. Danach setzt man die fünf Gestalten auf die Finger: hoṃ Īśāna auf die Daumen, heṃ Tatpuruṣa auf die Zeigefinger, huṃ Aghora auf die Mittelfinger, hiṃ Vāmadeva auf die Ringfinger und haṃ Sadyojāta auf die kleinen Finger, jeweils mit namaḥ. Das Zitat bestätigt die fünf Gestalten und den Raumlaut, rückwärts mit den fünf kurzen Vokalen von o aus verbunden. Mit denselben Fingern setzt man sie auf Kopf, Gesicht, Herz, verborgene Stelle und Füße; dann auf die nach oben, Osten, Süden, Westen und Norden gerichteten Gesichter. Ein Śūdra führt den Nyāsa bis hierher aus und meditiert danach, da ihm der Text die Berechtigung für die übrigen Schritte abspricht. Danach setzt man die fünf Kräfte Īśānas, jeweils mit den Abschnitten des Brahmaverses und mit oṃ und namaḥ, auf die nach oben, Osten, Süden, Westen und Norden gerichteten Gesichter: „īśānaḥ sarvavidyānām – Herr aller Wissensgebiete“, mit Śaśinī; „īśvaraḥ sarvabhūtānām – Herr aller Wesen“, mit Aṅgadā; „brahmādhipatir brahmaṇo'dhipatiḥ – Herr des Brahman, Oberherr des Brahman“, mit Brahmeṣṭadā; „śivo me'stu – möge er mir heilvoll sein“, mit Marīci; „sadāśivom – Sadāśiva, oṃ“, mit Aṃśumālinī. Die jeweilige Formel lautet „oṃ [Kraft im Dativ] kalāyai namaḥ – Verehrung der genannten Kraft“. Dann setzt man die vier Kräfte Tatpuruṣas auf das östliche, westliche, südliche und nördliche Gesicht: „tatpuruṣāya vidmahe – wir erkennen jenen Puruṣa“, mit Śānti; „mahādevāya dhīmahi – wir meditieren über Mahādeva“, mit Vidyā; „tanno rudraḥ – jener Rudra möge uns“, mit Pratiṣṭhā; „pracodayāt – anregen“, mit Nivṛtti. Danach die acht Kräfte Aghoras an Herz, Hals, beide Schultern, Nabel, Bauch, Rücken und Brust: „aghorebhyaḥ – den Nichtfurchtbaren“, mit Umā; „atha ghorebhyaḥ – und den Furchtbaren“, mit Mohā; „ghora – furchtbar“, mit Kṣamā; „ghoratarebhyaḥ – den noch Furchtbareren“, mit Nidrā; „sarvataḥ sarva – überall, alle“, mit Vyādhi; „sarvebhyaḥ – allen“, mit Mṛtyu; „namaste'stu – Verehrung sei dir“, mit Kṣudhā; „rudrarūpebhyaḥ – den Rudragestalten“, mit Tṛṣṇā. Anschließend setzt man die dreizehn Kräfte Vāmadevas an verborgene Stelle, Hodensack, beide Oberschenkel, beide Knie, beide Unterschenkel, beide Gesäßhälften, Hüfte und beide Seiten ein. [Die Reihenfolge der Gesichter für Vāmadeva und Sadyojāta weicht hier von anderen späteren Richtungsangaben ab; sie wird nicht vereinheitlicht.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0588 · 8
Die dreizehn Kräfte Vāmadevas mit ihren Versabschnitten: „vāmadevāya namaḥ – Verehrung Vāmadeva“, mit Ūrjā; „jyeṣṭhāya namaḥ – dem Ältesten“, mit Rakṣā; „rudrāya namaḥ – Rudra“, mit Rati; „kalāya namaḥ – dem Teilenden“, mit Kapālinī; „kala“, mit Kāmā; „vikaraṇāya namaḥ – dem Verwandeler“, mit Saṃyaminī; „bala – Stärke“, mit Krodhā, alternativ Kriyā; „vikaraṇāya namaḥ“, mit Vṛddhi; „bala“, mit Sthirā; „pramathanāya – dem Niederwerfenden“, mit Rātri; „sarvabhūtadamanāya namaḥ – dem Bändiger aller Wesen“, mit Bhrāmaṇī; „mana – Geist“, mit Mohinī; „unmanāya namaḥ – dem jenseits des Geistes“, mit Jarā. Jede Kraft erhält „oṃ … kalāyai namaḥ“. Die beiden letzten Abschnitte mit Mohinī und Jarā werden in der Vorlage nochmals wiederholt. Danach setzt man die acht Kräfte Sadyojātas an beide Seiten, beide Brüste, Nase, Scheitel und beide Arme: „sadyojātaṃ prapadyāmi – ich nehme Zuflucht zum unmittelbar Geborenen“, mit Siddhi; „sadyojātāya vai namaḥ – wahrlich Verehrung Sadyojāta“, mit Vṛddhi; „bhavai – im Werden“, mit Mati; „abhave – im Nichtwerden“, mit Lakṣmī; „anādibhave – im anfangslosen Werden“, mit Medhā; „bhajasva māṃ – wende dich mir zu“, mit Prajñā; „bhava – Werden“, mit Prabhā; „udbhavāya namaḥ – Verehrung dem Hervorbringenden“, mit Sudhā. [Die überlieferten Teilungen kala/vikaraṇa, bala/vikaraṇa und mana/unmanā werden als Ritualsegmente beibehalten; der vollständige Vāmadevavers folgt im nächsten Abschnitt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0589 · 9
Dann setzt man die fünf Verse, beginnend mit Īśāna, auf die fünf Finger: 1. „Oṃ. Herr aller Wissensgebiete, Herr aller Wesen, Herr des Brahman, Oberherr des Brahman, Brahmā: Möge Śiva mir heilvoll sein, Sadāśiva, oṃ.“ 2. „Oṃ. Wir erkennen jenen Puruṣa; wir meditieren über Mahādeva. Möge jener Rudra uns anregen.“ 3. „Oṃ. Den Nichtfurchtbaren und den Furchtbaren, den furchtbaren und noch furchtbareren, überall allen, sämtlichen Rudragestalten sei Verehrung.“ 4. „Oṃ. Verehrung Vāmadeva, dem Ältesten, Rudra, dem Teilenden, dem Verwandeler der Stärke, dem Niederwerfer der Stärke, dem Bändiger aller Wesen und dem jenseits des Geistes.“ 5. „Oṃ. Ich nehme Zuflucht zu Sadyojāta; wahrlich Verehrung Sadyojāta. Im Werden, Nichtwerden und anfangslosen Werden wende dich mir zu; Verehrung dem Hervorbringer des Werdens.“ Ebenso setzt man diese Verse auf Scheitel, Gesicht, Herz, verborgene Stelle und Füße. Danach folgt ein weiterer Gliedernyāsa: „aiṃ klīṃ blūṃ strīṃ saḥ sarvajñāya hṛdayāya namaḥ – dem Allwissenden“ am Herzen; „amṛte tejojvālāmāline tṛptaye śikhibrahmaṇe śirase svāhā – Unsterblicher, mit Lichtflammenkranz, der Erfülltheit, dem Feuerbrahman“ am Kopf; „jvalitaśikhiśikhāya anādibodhāya śikhāyai vaṣaṭ – dem mit flammender Feuerlocke, dem anfangslosen Wissen“ an der Haarlocke; „vajriṇe vajrahastāya svatantrāya kavacāya huṃ – dem Diamantbewaffneten, mit Diamant in der Hand, dem Unabhängigen“ am Schutzpanzer; „śauṃ cauṃ hauṃ parato'luptaśaktaye netratrayāya vauṣaṭ – der höchsten, niemals verlorenen Kraft“ an den drei Augen; „ślīṃ paśu huṃ phaṭ anantaśaktaye astrāya phaṭ – der unendlichen Kraft“ an der Waffe. Im Yāmala heißt es: Die Vorschriftenkundigen nennen Allwissenheit, Erfülltheit, anfangsloses Wissen, Unabhängigkeit, stets unverminderte Kraft und unendliche Kraft die sechs Glieder Maheśvaras. Nachdem man sie eingesetzt hat, meditiert man. [Die ungewöhnlichen Bījas und das Wort paśu stehen so in der Vorlage; ihre Ritualverbindung wird nicht verändert.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0590 · 10
Die Meditation: Ich verehre den Herrn mit fünf Gesichtern, deren Farben Perle, Gelb, Regenwolke, Perle und Javāblüte gleichen und die jeweils drei Augen besitzen. Seine Krone trägt den Mond; er glänzt wie zehn Millionen Vollmonde. Er trägt Dreizack, Beil, Schwert, Donnerkeil, Feuer, Schlangenkönig, Glocke, Stachel und Schlinge und zeigt die Furchtlosigkeitsgeste. Unermesslicher Schmuck lässt seinen Körper strahlen. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein. Hier ist eine Muschel verboten: „Überall ist die Muschel geeignet, außer bei der Verehrung Śivas und Sūryas.“ [In der überlieferten Farbreihe erscheint die Perlenfarbe zweimal.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0591 · 11
Nach der śaivischen Sitzverehrung meditiert man erneut, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: im Nordosten Īśāna, im Osten Tatpuruṣa, im Süden Aghora, im Norden Vāmadeva, im Westen Sadyojāta, jeweils mit oṃ und namaḥ. In den Ecken, beginnend im Nordosten, Nivṛtti, Pratiṣṭhā, Vidyā und Śānti. Auf den acht Blättern, im Osten beginnend, Ananta, Sūkṣma, Śivottama, Ekanetra, Ekarudra, Trimūrti, Śrīkaṇṭha und Śikhaṇḍin. Außen, im Norden beginnend, Umā, Caṇḍeśvara, Nandin, Mahābala, Gaṇeśa, Vṛṣa, Bhṛṅgarīṭa und Skanda. Noch weiter außen, im Osten beginnend, Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0592 · 12
Die Prosa nennt als Puraścaraṇa 100.000 Wiederholungen. Das folgende Zitat lautet jedoch: Nach dieser Meditation soll man das Mantra fünf Lakh-mal, also 500.000-mal, wiederholen und ein Zehntel mit honiggetränkten Karavīrablüten im Feuer opfern. [Die beiden Wiederholungszahlen widersprechen sich in der Vorlage.]
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P2-0593 · 13
Ein anderes Mantra: Bhuvaneśī, oṃ, „namaḥ śivāya“ und erneut Bhuvaneśī ergeben das achtsilbige Mantra hrīṃ oṃ namaḥ śivāya hrīṃ – Verehrung Śiva.
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P2-0594 · 14
Im Nibandha heißt es: Das sechssilbige Mantra, von Śakti umschlossen, wird als achtsilbig bezeichnet. Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und dem śaivischen Sitznyāsa bis zum Sitzmantra folgt der Sehernyāsa: Vāmadeva auf dem Kopf, Paṅkti am Mund und Umāpati am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0595 · 15
Der Handnyāsa: oṃ an den Daumen mit namaḥ; naṃ an den Zeigefingern mit svāhā; maṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śiṃ an den Ringfingern mit huṃ; vāṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; yaṃ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern.
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P2-0596 · 16
Die Meditation: Ich verneige mich vor ihm, rot wie die Bandhūkablüte, mit drei Augen, Mondsichel, lächelndem Gesicht und schönem Lachen. Seine Hände tragen Dreizack und Schädelschale und zeigen Gabe und Furchtlosigkeit. Die mit leuchtendem Edelsteinschmuck gezierte Geliebte sitzt auf seinem linken Oberschenkel; ihre Hand trägt einen schönen roten Lotus, und mit ihrer anderen Hand umarmt sie seinen Körper. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, richtet das Arghya ein und vollzieht die śaivische Sitzverehrung. Erneut folgen Meditation, Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung auf den Staubfäden in Südosten, Südwesten, Nordwesten, Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen: oṃ am Herzen mit namaḥ, naṃ am Kopf mit svāhā, maṃ an der Haarlocke mit vaṣaṭ, śiṃ am Schutzpanzer mit huṃ, vāṃ an den drei Augen mit vauṣaṭ, yaṃ an der Waffe mit phaṭ. Danach, im Osten beginnend, Hṛllekhā, Gaganā, Raktā, Karālikā und Mahocchuṣmā. Auf den Blättern Vṛṣabha, Kṣetrapāla, Caṇḍeśvara, Durgā, Kārttikeya, Nandin, Vighnanāśaka und Senāpati; danach wie zuvor Umā und die übrigen auf den Blättern. Außen die Mütter Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī. Weiter außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. [Der Meditationsvers hat „hantena“ statt einer sicheren Handbezeichnung; die Umarmung ist erkennbar.]
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P2-0597 · 17
Das Puraścaraṇa beträgt vierzehn Lakh, also 1.400.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra vierzehn Lakh-mal und opfert vorschriftsmäßig ein Zehntel mit vorzüglichen Āragvadhahölzern, die mit süßen Stoffen benetzt sind. Āragvadha ist Śoṇālu.
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P2-0598 · 18
Ein anderes Mantra: Tārā, Māyā, Prāsāda und „namaḥ śivāya“ ergeben das achtsilbige Mantra oṃ hrīṃ hauṃ namaḥ śivāya. Im Nibandha heißt es: Tārā, Māyā, der Raumlaut mit Bindu, Manu und Anusvāra, verbunden mit dem fünfsilbigen Mantra, bilden das achtsilbige Mantra. [Die Verschlüsselung des Prāsādabījas ist beschädigt; die Prosa nennt es eindeutig.]
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P2-0599 · 19
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum śaivischen Sitznyāsa vollzieht man die zuvor beschriebenen Seher-, Hand- und Gliedernyāsas.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0600 · 20
Die Meditation: Ich verehre den zinnoberroten Herrn, dessen Edelsteinkrone mit der schönen Mondsichel leuchtet. Auf seiner Stirn öffnet sich ein Auge; sein Gesichtslotus lächelt. Er trägt himmlischen Schmuck und Körpersalbe. Die Geliebte auf seinem linken Oberschenkel trägt einen roten Lotus; er legt seine Hand auf die Spitze ihrer runden, hohen Brust. Seine übrigen Hände tragen den Veda, das Beil und die Geste der Wunscherfüllung. [Die letzte Verbindung „vedaṭaṅkeṣṭahastam“ ist knapp; die drei erkennbaren Bestandteile bleiben so wiedergegeben.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0601 · 21
Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, vollzieht Arghyaeinrichtung und die weiteren Handlungen bis zur Sitzverehrung und danach Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung verehrt man die Glieder wie zuvor, auf den Blättern Ananta und die übrigen, an den Blattspitzen Umā und die übrigen, außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa beträgt acht Lakh, also 800.000 Wiederholungen. Das Zitat bestätigt diese Zahl und achttausend Feueropfer mit buttergetränktem Milchreis.
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P2-0602 · 22
Das Mṛtyuñjayamantra: Tārā, Sthirā mit Ohr und Bindu und Bhṛgu mit Ausstoß bilden das dreisilbige Mantra des Todesüberwinders. Sthirā ist ja, Ohr ū, Bhṛgu sa. Daraus ergibt sich oṃ jūṃ saḥ.
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P2-0603 · 23
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum śaivischen Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa: Kahola auf dem Kopf, Devīgāyatrī am Mund und Mṛtyuñjaya Mahādeva am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel. Das Zitat bestätigt diese drei Zuordnungen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0604 · 24
Der Handnyāsa: sāṃ an den Daumen mit namaḥ; sīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; sūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; saiṃ an den Ringfingern mit huṃ; sauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; saḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern, mit sa und den sechs langen Vokalen. Der Nibandha bestätigt die Gliederhandlung mit Bhṛgu, dem sa-Laut, verbunden mit den langen Vokalen.
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P2-0605 · 25
Die Meditation: Man vergegenwärtigt sich Paśupati Mṛtyuñjaya: Seine Augen sind Mond, Sonne und Feuer; er lächelt und steht zwischen zwei Lotussen. Seine Hände glänzen mit Mudrā, Schlinge, Antilope und Gebetskette. Er leuchtet wie der Mond, und sein Körper ist vom Nektar durchtränkt, der aus dem Mond seiner Krone fließt. Halsketten und weiterer Schmuck lassen ihn strahlen; mit seiner Schönheit verzaubert er die Welt. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, vollzieht Arghyaeinrichtung und Sitzverehrung, meditiert erneut, vollzieht nochmals Arghyaeinrichtung und Sitzverehrung und meditiert erneut. [Diese Wiederholung steht ausdrücklich in der Vorlage.] Nach Anrufung und den weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen folgt die Umkreisverehrung: auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen die sechs Glieder mit „sāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln; außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0606 · 25ka
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der weitsichtige Praktizierende wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert ein Zehntel mit Stücken von Amṛtā, vermischt mit reiner Milch und geklärter Butter.
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P2-0607 · 26
Ein weiteres Mṛtyuñjayamantra: Man nimmt das Mṛtyuñjayamantra, spricht zweimal pālaya, „beschütze“, nochmals Mṛtyuñjaya und dann dieselbe Lautfolge rückwärts. Dieses weitere Mantra des Todesüberwinders wird als zwölfsilbig bezeichnet. Meditation, Verehrung und alles Übrige erfolgen wie zuvor. [Ob „Mṛtyuñjaya“ hier den Namen oder die zuvor bezeichnete Bījafolge meint, bleibt im knapp formulierten Vers offen; eine unsichere Vollform wird nicht ergänzt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0608 · 27
Ein anderes Mantra: oṃ, die Herzformel, bhagavate, dakṣiṇāmūrti im Dativ, „mahyaṃ medhāṃ prayaccha“ und zweimal ṭha am Schluss ergeben das zweiundzwanzigsilbige Mantra: „oṃ namo bhagavate dakṣiṇāmūrtaye mahyaṃ medhāṃ prayaccha svāhā – Oṃ, Verehrung dem erhabenen Dakṣiṇāmūrti; schenke mir Erkenntniskraft, svāhā“.
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P2-0609 · 28
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die śaivischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Caturmukha auf dem Kopf, Devīgāyatrī am Mund und Dakṣiṇāmūrti am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0610 · 29
Der Handnyāsa verwendet jeweils oṃ vor und nach dem Vokal: āṃ an den Daumen mit namaḥ; īṃ an den Zeigefingern mit svāhā; ūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; aiṃ an den Ringfingern mit huṃ; auṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; aḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Die Glieder werden mit den sechs langen, von Tārā umschlossenen Vokalen gebildet; oder der Reihe nach mit den Worten des Mantras. Im Mānasollāsa heißt es: Die Gliederhandlung kann auch durch Aufteilung der Mantralaute in Gruppen von drei, vier, sechs, vier, drei und zwei Silben erfolgen. [Die letzte Zahlenverbindung des Zitats ist beschädigt; zwei wird durch akṣi, Auge, angezeigt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0611 · 30
Die Meditation: Man vergegenwärtigt sich einen sehr hohen Banyanbaum, strahlend mit rubinroten Früchten und wundervoll geschmückt mit smaragdenen Blättern. Herabhängender großer Schmuck aus neun Edelsteinen ziert ihn. An seiner Wurzel meditiert man über den Herrn der Welt. Ich preise Dakṣiṇāmūrti, kristall- und silberfarben, mit einer Perlgebetskette, Nektargefäß, Buch des Wissens und Erkenntnismudrā in seinen Lotushänden. Eine Schlange ist um seinen Leib gebunden; er trägt den Mond, besitzt drei Augen und vielfältigen Schmuck. [„mahocchrāṃyai“ und „lambamānaralaṃkṛtam“ sind beschädigt; Höhe und hängender Schmuck sind erkennbar.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0612 · 31
Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, vollzieht die Handlungen von der Arghyaeinrichtung bis zur śaivischen Sitzverehrung, meditiert erneut und führt Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen aus. Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „oṃ āṃ oṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern, im Osten beginnend, mit oṃ und namaḥ Sarasvatī, Brahmā, Sanaka, Sananda, Sanātana, Sanatkumāra, Śuka und Vyāsa. Außen, im Osten beginnend, Siddha, Gandharva, Yogīndra und Vidyādhara; weiter außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Ein Brahmacārin, der sein Gelübde hält, wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert ein Zehntel mit butterbestrichenen Lotussen im rituell bereiteten Feuer.
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P2-0613 · 32
Ein anderes Mantra: Feuer, Saṃvartaka, Āditya, ra, Wind, au, der sechste Vokal und Bindu bilden das Bīja namens Cintāmaṇi, das alle Fülle schenkt. Die Bedeutung der Verschlüsselung: Feuer ist ra, Saṃvartaka kṣa, Āditya ma, ra bezeichnet sich selbst, Wind ya, au bezeichnet sich selbst, der sechste Vokal ist ū. [Die nachfolgende Nyāsaliste enthält teils andere Konsonanten; deshalb wird keine vermeintlich sichere vollständige Bījaverbindung hergestellt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0614 · 33
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die śaivischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Kaśyapa auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund und Arddhanārīśvara am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0615 · 34
Der Handnyāsa: raṃ an den Daumen mit namaḥ; kaṃ an den Zeigefingern mit svāhā; yaṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; maṃ an den Ringfingern mit huṃ; raṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; yaṃ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Die Glieder werden der Reihe nach mit den sechs Konsonanten, beginnend mit ra, gebildet. [Das zusätzliche phaṭ innerhalb der Verszeile ist syntaktisch unklar.]
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P2-0616 · 35
Die Meditation: Ich verneige mich stets vor der Gestalt, die zur Hälfte Ambikā und zur Hälfte ihr Herr ist, mit getrenntem Schmuck auf beiden Seiten. Sie glänzt blau und korallenrot, hat drei leuchtende Augen, trägt Schlinge, roten Lotus, Schädelschale und Dreizack und eine mit dem jungen Mond geschmückte Krone. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein. Nach śaivischer Sitzverehrung und erneuter Meditation folgen Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „raṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Blättern Vṛṣabha und die übrigen wie zuvor, an den Blattspitzen Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī. Außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen; dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0617 · 36
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Mantrapraktizierende meditiert so, wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert zehntausendmal mit Sesam und Reiskörnern, die mit süßen Stoffen benetzt sind.
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P2-0618 · 37
Ein anderes Mantra: Pārśva auf dem Feuer mit Tārā ist das erste Bīja; der Endlaut der dha-Reihe auf dem Feuer mit dem vierten Vokal und Bindu das zweite; der Endlaut der ṭa-Reihe mit Ausstoß das dritte. In der Śāradā heißt es: Lohita auf dem Feuersitz mit Satya und Bindu ist das erste; die zweite Verbindung auf dem Feuerbīja trägt die lange Śānti und Bindu; das dritte ist Lāṅgalin mit Ausstoß. Dieses aus drei Bījas bestehende höchste Nīlakaṇṭhamantra beseitigt beide Arten von Gift. [Die folgende Lautliste gibt proṃ nrīṃ ṭhaṃ, während die Verschlüsselung beim letzten Bīja Visarga verlangt; die Überlieferung ist an mehreren Stellen widersprüchlich.]
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P2-0619 · 38
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum śaivischen Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa: Aruṇa auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund und Nīlakaṇṭha am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0620 · 39
Der Handnyāsa: „hara hara svāhā – nimm hinweg, nimm hinweg“ an den Daumen mit namaḥ; „kapardine svāhā – dem mit geflochtenem Haar“ an den Zeigefingern mit svāhā; „nīlakaṇṭhāya svāhā – dem Blauhalsigen“ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; „kālakūṭaviṣabhakṣaṇāya huṃ phaṭ – dem Verzehrer des Kālakūṭagifts“ an den Ringfingern mit huṃ; „nīlakaṇṭhine svāhā“ an den kleinen Fingern mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Der Nibandha bestätigt die Wortbildung und die Zuordnung von hara hara svāhā zum Herzen, kapardine svāhā zum Kopf, nīlakaṇṭhāya svāhā zur Haarlocke, kālakūṭaviṣabhakṣaṇāya huṃ phaṭ zum Schutzpanzer und nīlakaṇṭhine svāhā zur Waffe. Dann der Mantranyāsa mit namaḥ: proṃ auf dem Kopf, nrīṃ am Hals, ṭhaṃ am Herzen. Das Zitat bestätigt die drei Bījas an Scheitel, Hals und Herzlotus; danach meditiert man gesammelt über Nīlakaṇṭha.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0621 · 40
Die Meditation: Ich verehre Śrīnīlakaṇṭha, dessen Glanz zehntausend jungen Sonnen gleicht. Der Knoten seiner verfilzten Haare strahlt mit der Mondsichel; Schlangenkönige bilden seine Krone. Seine Hände tragen Gebetskette, Dreizack, Schädelschale und Khaṭvāṅga. Er hat fünf schöne Gesichter, die mit drei Augen leuchten, trägt ein Tigerfell und sitzt auf einem Lotus. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, richtet das Arghya ein, vollzieht die śaivische Sitzverehrung, meditiert erneut und führt Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen aus. Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „hara hara svāhā hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Danach verehrt man Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen und vollendet die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0622 · 41
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert ein Zehntel vorschriftsmäßig mit einer Butter enthaltenden Opfergabe im rituell bereiteten Feuer.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0623 · 1
Ein anderes Mantra: oṃ, Herzformel und nīlakaṇṭhāya ergeben das weitere achtsilbige Mantra oṃ namo nīlakaṇṭhāya.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0624 · 2
Im Kalpa heißt es: Tārā, Herzformel und nīlakaṇṭhāya bilden das höchste achtsilbige Mantra.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0625 · 3
Seine gesamte Verehrung erfolgt wie zuvor. Die Besonderheit: Brahmā ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Nīlakaṇṭha die Gottheit.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0626 · 4
Ein weiteres Mantra: Herzformel, der folgende va-Laut mit Auge, der Endlaut der la-Reihe und Wind mit Ananta bilden das fünfsilbige Mantra; mit Tārā davor ist es sechssilbig. Der folgende Nyāsa bestätigt oṃ namaḥ śivāya. [Die Verschlüsselung „vaparaṃ sākṣi“ ist beschädigt; die ausgeschriebene Lautfolge des nächsten Abschnitts klärt die Mantraform.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0627 · 5
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und der śaivischen Folge bis zum Sitzmantra folgt der Sehernyāsa: Vāmadeva auf dem Kopf, Paṅkti am Mund und Īśāna am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0628 · 6
Der Gestaltennyāsa: naṃ Tatpuruṣa an den Zeigefingern, maṃ Aghora an den Mittelfingern, śiṃ Sadyojāta an den kleinen Fingern, vāṃ Vāmadeva an den Ringfingern und yaṃ Īśāna an den Daumen, jeweils mit namaḥ. Das Zitat bestätigt diese fünf Gestalten mit den Mantralauten am Anfang und die Fingerfolge. Ebenso setzt man sie auf Gesicht, Herz, beide Füße, verborgene Stelle und Scheitel und auf die nach Osten, Süden, Westen, Norden und zur Mitte gerichteten Gesichter. Der Hand- und Gliedernyāsa beginnt mit oṃ an den Daumen mit namaḥ und naṃ an den Zeigefingern mit svāhā und wird entsprechend fortgesetzt; ebenso am Herzen. Der Nibandha erklärt, dass der Lehrer mit den sechs Mantralauten die sechs Glieder bildet. Dann der Golakanyāsa: oṃ am Herzen, naṃ am Gesicht, maṃ und śiṃ an beiden Schultern, vāṃ und yaṃ an beiden Oberschenkeln, jeweils mit namaḥ. Ebenso setzt man die sechs Laute auf Hals, Nabel, beide Seiten, Rücken und Herz; dann Scheitel, Gesicht, beide Augen und beide Nasenöffnungen; entsprechend auf Gelenke und Spitzen von Händen und Füßen; auf Kopf, Gesicht, Herz, Bauch, beide Oberschenkel und beide Füße; auf Herz, Gesicht, Beil, Antilope, Furchtlosigkeit und Gewährung; auf Gesicht, Schulter, Herz, Fuß, Oberschenkel und Bauch. Danach setzt man die fünf Gestalten erneut auf Scheitel, Stirn, Bauch, Herz und verborgene Stelle ein. [Die Listen sind teilweise zusammengezogen; die genannten Wiederholungen und Stellen bleiben erhalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0629 · 7
Dann vollzieht man den umfassenden Nyāsa mit: „oṃ namo'stu bhūtāya jyotirliṅgāmṛtātmane caturmūrtivapuśchāyābhāsitāṅgāya śambhave – Oṃ, Verehrung dem Seienden, dessen Wesen das Nektarlichtliṅga ist, dessen Glieder im Glanz seines viergestaltigen Körpers erstrahlen, Śambhu“. [Die Verbindung caturmūrtivapuśchāyā ist im Zusammenhang knapp und mehrdeutig.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0630 · 8
Die Meditation: Man meditiert stets über Maheśa, der dem Silberberg gleicht, die schöne Mondsichel als Schmuck trägt und mit Edelsteinschmuck strahlt. Freundlich trägt er in seinen Händen Beil und Antilope und zeigt Gewährung und Furchtlosigkeit. Er sitzt auf einem Lotus, wird ringsum von Götterscharen gepriesen und trägt Tigerfell. Er ist Ursprung und Samen des Universums, beseitigt alle Furcht, hat fünf Gesichter und drei Augen. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0631 · 9
Nach der śaivischen Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden verehrt man wie zuvor die fünf Gestalten, beginnend mit Īśāna; auf den Staubfäden die Kräfte, beginnend mit Nivṛtti. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen: oṃ am Herzen mit namaḥ, naṃ am Kopf mit svāhā, maṃ an der Haarlocke mit vaṣaṭ, śiṃ am Schutzpanzer mit huṃ, vāṃ an den drei Augen mit vauṣaṭ und yaṃ an der Waffe mit phaṭ. Danach verehrt man Ananta und die übrigen wie zuvor; Umā und die übrigen im Norden beginnend gegen den Uhrzeigersinn. Dann Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Schließlich vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0632 · 10
Das Puraścaraṇa beträgt sechsunddreißig Lakh, also 3.600.000 Wiederholungen, und sechsunddreißigtausend Feueropfer mit Milchreis, vermischt mit geklärter Butter. Dazu heißt es: Wer auf dem śaivischen Weg initiiert ist, wiederholt das Mantra tattva-Lakh-mal und opfert dieselbe Zahl an Tausenden mit gutem Milchreis. Hier bezeichnet tattva wegen der inneren Zugehörigkeit die sechsunddreißig Prinzipien.
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P2-0633 · 11
Ein anderes Mantra: Arghīśa, Feuer an der Spitze, der Endlaut der la-Reihe; „dānda“ wird genannt. Mit phaṭ am Schluss wird dieses Caṇḍamantra als dreisilbig bezeichnet. [Die Zeile ist beschädigt, besonders dānda; eine sichere vollständige Lautform kann daraus nicht hergestellt werden.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0634 · 12
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum śaivischen Sitznyāsa folgt der Sehernyāsa: Trita auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund und Caṇḍeśvara am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel. Der Nibandha bestätigt diese drei Zuordnungen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0635 · 13
Der Handnyāsa: dīpta phaṭ, „leuchtend“, an den Daumen mit namaḥ; jvala phaṭ, „flamme“, an den Zeigefingern mit svāhā; jvālinī phaṭ, „Flammende“, an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; jñeya phaṭ, „zu Erkennender“, an den Ringfingern mit huṃ; hana phaṭ, „schlage“, an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; sarvajvālini phaṭ, „Allflammende“, an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Der Prapañcasāra bestätigt die Gliederhandlung mit diesen sechs auf phaṭ endenden Ausdrücken. [Die Anreden wechseln in der Vorlage das grammatische Geschlecht; die ungewöhnliche Lesung jñeya bleibt erhalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0636 · 14
Die Meditation: Im Herzen vergegenwärtige ich mir Caṇḍeśvara, mit rotem Körper, drei Augen und rotem Gewand. Er trägt Beil, Dreizack, Kristallgebetskette und Wassergefäß; der Mond schmückt sein Haupt. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0637 · 15
Nach der śaivischen Sitzverehrung bildet man die Gestalt mit dem Bīja ṭhaṃ, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: erster Umkreis die Glieder, zweiter die Mütter, dritter Indra und die übrigen Richtungshüter, vierter Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0638 · 16
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt das Mantra ein Lakh pro Silbe und vollzieht ein Feueropfer von einem Zehntel mit reinen Sesam- und Reiskörnern, verbunden mit den drei süßen Stoffen. Damit enden die Śivamantras.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0639 · 17
Nun das Kṣetrapālamantra. In der Mantradevaprakāśikā heißt es: Das Bīja kṣauṃ am Anfang, danach kṣetrapālāya und namaḥ; das Mantra kann auch mit oṃ beginnen. Das Zitat erklärt den letzten Alphabetlaut mit au und Bindu, dann kṣetrapālāya und Herzformel als das mit Tārā beginnende achtsilbige Mantra Kṣetrapālas. Die beiden Formen sind kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ und oṃ kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0640 · 18
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung setzt man den aus Dharma und den übrigen Kräften gebildeten Sitz ein und vollzieht den Sehernyāsa. Brahmā ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Kṣetrapāla die Gottheit, kṣauṃ das Bīja und „ātman“ die Kraft. Den Gliedernyāsa vollzieht man mit dem Bīja selbst, versehen mit den sechs langen Vokalen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0641 · 19
Die Meditation: Ich verehre stets Śrīkṣetrapāla, mächtig, mit strahlendem wildem Haar, drei Augen und dem Glanz dunkler Augensalbe. Seine kräftigen Arme tragen Keule und Schädelschale; rote Kränze und Gewänder lassen ihn strahlen. Das dröhnende Klirren seiner Glocken und seines Gürtels macht ihn furchtbar; weiße Schlangen trägt er als Ohrringe. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, richtet das Arghya ein, verehrt den aus Dharma und den weiteren Kräften gebildeten Sitz, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: erster Umkreis die Glieder; zweiter die acht Analākṣa, Agnikeśa, Karāla, Ghaṇṭārava, Mahākrodha, Piśitāśana, Piṅgalākṣa und Ūrdhvakeśa; dritter Indra und die übrigen; vierter Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
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P2-0642 · 20
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen und ein Zehntel Feueropfer mit butterhaltigem Caru, gekochter Opfergabe. Im Nibandha heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal, opfert ein Zehntel mit butterbenetztem Caru und verehrt dann den Herrn des Feldes.
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P2-0643 · 21
In der Mantradevaprakāśikā wird dieses Mantra ohne oṃ gelehrt. Für diese Form beträgt das Puraścaraṇajapa zehntausend Wiederholungen.
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P2-0644 · 22
Nun seine Baliopferregel: Nachts bereitet man im Hof des Hauses eine Opferfläche, verehrt dort den Gott samt Gefolge, reicht dreimal mit dem Balimantra eine Opfergabe in die Schädelschale in seiner Hand und gibt anschließend dem Gefolge mit den jeweiligen Namen Opfergaben.
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P2-0645 · 23
Das Balimantra: „ehyehi viduṣi saru suru bhañjaya bhañjaya tarjaya tarjaya vighna vighna mahābhairava kṣetrapāla baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā – Komm, komm, Wissender; saru suru; zerbrich, zerbrich; bedrohe, bedrohe; vighna vighna; großer Bhairava, Kṣetrapāla, nimm die Opfergabe, nimm sie; svāhā.“ Das Zitat bestätigt zweimal ehi, viduṣi, zweimal suru, zweimal bhañjaya, zweimal tarjaya, zweimal vighna, mahābhairava, kṣetrapāla, baliṃ, zweimal gṛhṇa und die Feuergemahlin. Oder: „ehyehi turu turu suru suru jambha jambha hana hana vighnaṃ nāśaya nāśaya mahābaliṃ kṣetrapāla gṛhṇa gṛhṇa svāhā – Komm, komm; turu turu, suru suru; lähme, lähme; schlage, schlage; vernichte, vernichte das Hindernis; Kṣetrapāla, nimm die große Opfergabe, nimm sie; svāhā.“ Diese Baliordnung beseitigt alle Grahas und bewirkt Sieg und Wohlstand. [Saru/suru und die Form viduṣi sind unsicher überliefert; die klanglichen Anrufungsteile bleiben unübersetzt stehen.]
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P2-0646 · 24
Die Baliopfergabe soll aus einem großen Speisekloß mit Beilagen bestehen. Die Frucht: Durch die Opfergabe erfreut schenkt Kṣetrapāla Schönheit, Erkenntniskraft, Stärke, Gesundheit, Glanz, Gedeihen, Ruhm und Wohlstand.
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P2-0647 · 25
Nun das Vaṭukabhairavamantra: vaṭukāya im Dativ, āpaduddhāraṇa im Dativ, zweimal kuru, nochmals vaṭuka im Dativ, umschlossen von Hṛllekhā, bilden das einundzwanzigsilbige große Mantra. Der Nibandha bestätigt dieselbe Folge: „hrīṃ vaṭukāya āpaduddhāraṇāya kuru kuru vaṭukāya hrīṃ – Hrīṃ, Vaṭuka, dem Retter aus Not, vollbringe es, vollbringe es, Vaṭuka; hrīṃ.“
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P2-0648 · 26
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung vollzieht man den Sitznyāsa. Man setzt am Körper die Reihe von Dharma bis zur fehlenden Herrschermacht ein und vollzieht den Sehernyāsa: Bṛhadāraṇyaka auf dem Kopf, Gāyatrī am Mund und Vaṭukabhairava am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
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P2-0649 · 27
Der Gestaltennyāsa: hroṃ voṃ Īśāna an den Daumen; hreṃ veṃ Tatpuruṣa an den Zeigefingern; hruṃ vuṃ Aghora an den Mittelfingern; hriṃ viṃ Vāmadeva an den Ringfingern; hraḥ vaḥ Sadyojāta an den kleinen Fingern, jeweils mit namaḥ. Mit denselben Fingern setzt man die Gestalten und ihre Bījas erneut auf Kopf, Gesicht, Herz, verborgene Stelle und Füße sowie auf die nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichter. Im Nibandha heißt es: Wie zuvor setzt man die Gestalten auf Finger, Körper und Gesichter, mit dem Śaktibīja, das die fünf kurzen Vokale trägt, am Anfang; ebenso verbindet man va mit den fünf kurzen Vokalen für Īśāna und die übrigen. [Beim fünften Paar steht hraḥ vaḥ statt der nach der Kurzvokalregel erwartbaren haṃ/vaṃ-Form; die Vorlage wird beibehalten.]
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P2-0650 · 28
Hand- und Gliedernyāsa beginnen mit „oṃ hrāṃ vāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und „oṃ hrāṃ vāṃ hṛdayāya namaḥ“. Man verwendet beide Bījas mit den sechs langen Vokalen. Der Nibandha bestätigt: Śakti und va, jeweils mit den sechs langen Vokalen, mit den Abschlussformeln und oṃ am Anfang, bilden die Glieder.
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P2-0651 · 29
Die Meditation wird nach Sattva, Rajas und Tamas in drei Formen gelehrt. Die sattvige lautet: Ich verehre stets den jungen Vaṭuka, kristallgleich, dessen Gesicht mit Ohrringen strahlt. Himmlischer Schmuck aus neun Edelsteinen, klingende Glöckchen und Fußringe lassen seine Gestalt leuchten. Sein Gesicht ist klar und ganz freundlich; er besitzt drei Augen und trägt in seinen Lotushänden Dreizack und Stab.
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P2-0652 · 30
Die rajasige Meditation: Stets vergegenwärtige ich mir den furchtbeseitigenden Gott, der wie die aufgehende Sonne glänzt, drei Augen, rote Körpersalbe und rote Kränze besitzt. Er lächelt und trägt in den Händen Gewährung, Schädelschale, Furchtlosigkeit und Dreizack. Sein Hals ist blau; hundert herrliche Schmuckstücke zieren ihn. Die Mondsichel lässt sein Haupt strahlen; sein Gewand ist rot wie die Bandhūkablüte.
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P2-0653 · 31
Die tamasige Meditation: Man meditiert über Maheśa, dessen Glanz einem blauen Berg gleicht, der die Mondsichel und eine Schädelgirlande trägt. Die Richtungen sind sein Gewand; seine Augen sind gelbbraun. Mit seinen Lotushänden trägt er Ḍamaru, Stachel, Schwert, Dreizack, Furchtlosigkeit, Schlange, Glocke und Schädelschale. Seine Hauer sind furchtbar, Schlangen dienen ihm als Schmuck; er besitzt drei Augen und ist mit edelsteinleuchtenden Glöckchen und Fußringen versehen.
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P2-0654 · 32
Die sattvige Meditation wird als Vernichterin vorzeitigen Todes beschrieben. Sie erzeugt langes Leben und Gesundheit und schenkt die Frucht der Befreiung.
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P2-0655 · 33
Die rajasige Meditation schenkt die Erfüllung von Dharma, Wunsch und Wohlstand. Die tamasige besänftigt Feinde und beseitigt Schadenzauber, Geister und Krankheiten.
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P2-0656 · 34
Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein.
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P2-0657 · 35
Sein Pūjāyantra: auf dem aus Dharma, Adharma und den übrigen Kräften gebildeten Sitz, mit Lotus geschmückt, im Dreieck innerhalb eines Sechsecks, mit dem Raumlotus geschmückt. [Die Beschreibung ist ein unvollständiger Satz und wird nicht durch zusätzliche Zeichenelemente ergänzt.]
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P2-0658 · 36
[Die Vorlage verweist auf Abbildung 26.] Dann bildet man mit dem Grundmantra die Gestalt, meditiert wie zuvor und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen. Die besondere Reihenfolge: Anrufung mit dem Sadyojātamantra nach dem Grundmantra; Aufstellung mit Vāmadeva nach dem Grundmantra; Herbeiführung der Gegenwart mit dem Grundmantra; Festhalten mit Aghora; Zeigen der Yonimudrā mit Tatpuruṣa; Verneigung mit Īśāna. Auf dem Fruchtboden in Richtungen und Ecken verehrt man Īśāna und die übrigen; dies ist der erste Umkreis. Auf den Blättern des Raumlotus verehrt man anschließend die Bhairavas, beginnend mit Asitāṅga.
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P2-0659 · 37
Die acht Bhairavas sind Asitāṅga, Ruru, Caṇḍa, Krodha, Unmattabhairava, Kapālin, Bhīṣaṇa und Saṃhāra. Diese acht bilden den zweiten Umkreis. [Die Vorlage schreibt sahāra; der Name Saṃhāra wird durch die übrigen Bhairavalisten gestützt.]
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P2-0660 · 38
Dann verehrt man an den sechs Ecken, im Osten beginnend, die sechs Glieder mit „oṃ hrāṃ vāṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln.
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P2-0661 · 39
Danach verehrt man, im Osten beginnend, die Söhne von Ḍākinī, Rākinī, Lākinī, Kākinī, Śākinī, Hākinī, Mālinī und Devī; dies ist der dritte Umkreis. In den acht Richtungen verehrt man sie; im Süden die Söhne Umās, Rudras und der Mütter. Oben die Söhne Ūrdhvamukhīs, unten die Söhne Adhomukhīs. Dies ist der vierte Umkreis. Die Śāradā bestätigt: außen vom Osten bis zum Nordosten die acht Sohnsgruppen in dieser Reihenfolge, im Süden die von Umā, Rudra und den Müttern, oben die von Ūrdhvamukhī, unten die von Adhomukhī. So verehrt der Mantrapraktizierende die dreizehn Sohnsgruppen. [Die Prosa trennt dritten und vierten Umkreis, während das Zitat die dreizehn Gruppen zusammen beschreibt.]
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P2-0662 · 40
Außen auf den acht Blättern verehrt man die Richtungshüter in Vaṭukagestalt. Noch weiter außen mit oṃ und namaḥ: im Osten den Sohn Brahmāṇīs, im Nordosten den Māheśvarīs, im Norden den Vaiṣṇavīs, im Nordwesten den Kaumārīs, im Westen den Indrāṇīs, im Südwesten den Mahālakṣmīs, im Süden den Vārāhīs und im Südosten den Cāmuṇḍās. Dies ist der fünfte Umkreis; der Nibandha bestätigt dieselben Namen und Richtungen. In den zehn Richtungen außen verehrt man Hetuka, Tripurāntaka, Vetāla, Vahnijihva, Kālāntaka, Karāla, Ekapāda, Bhīmarūpa, Acala und Hāṭakeśvara; dies ist der sechste Umkreis. Dann verehrt man, vom Nordosten bis zum Südwesten, die Yogaherren des Himmels, Zwischenraums und Erdbodens samt Yoginīs: „yoginīsahitadivyayogīśāya namaḥ“, „yoginīsahitāntarīkṣayogīśāya namaḥ“, „yoginīsahitabhūmiṣṭhayogīśāya namaḥ“. Dies ist der siebte Umkreis. [Die einleitende Ortsverbindung „sakaleśvarabhūmyantarīkṣa-svarloka“ ist beschädigt; die drei ausdrücklich ausgeschriebenen Formeln klären die Ebenen.]
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P2-0663 · 41
Das Puraścaraṇa beträgt einundzwanzig Lakh, also 2.100.000 Wiederholungen, und ein Zehntel Feueropfer mit den drei süßen Stoffen. Dazu heißt es: Wer opfergeeignete Nahrung isst und seine Sinne beherrscht, wiederholt das Mantra ein Lakh pro Silbe und opfert ein Zehntel mit Sesam, getränkt in den drei süßen Stoffen.
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P2-0664 · 42
Nun die Baliopfergabe: Zuerst verehrt man Vighna und Durgā, dann gibt man die Opfergabe. Man mischt Reis, Palala, geklärte Butter, geröstetes Reis- oder Getreidemehl, Zucker, Melasse, Zuckerrohrsaft und honigbestrichene Kuchen, formt daraus einen Bissen und verehrt den Gott nach dem zuvor beschriebenen Verfahren. Nachts bringt man ihm die Opfergabe mit rotem Sandelholz, Blumen und den übrigen Mitteln. [Palala kann je nach Ritualkontext Sesampaste oder Fleisch bezeichnen; die Vorlage präzisiert dies hier nicht.]
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P2-0665 · 43
Oder man tötet eine Ziege mit unversehrten Gliedern, wie zuvor für die rajasige Form beschrieben. Zur Zeit der Opferdarbringung soll der klare Einsichtige dem Vaṭuka das gesamte Heer seiner Feinde als Opfergabe darbieten.
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P2-0666 · 44
Der Weitsichtige soll das Balimantra mit dem Namen des Feindes durchflechten: „Verzehre Tag für Tag Blut und Fleisch der feindlichen Partei, zusammen mit deinen Scharen und begleitet von den Hunden.“ Dieses Balimantra wird als siegbringend für alle beschrieben. [Die Vorlage hat „śakranāmnā“; die Übersetzung „Name des Feindes“ setzt die im Zusammenhang naheliegende Lesung śatrunāmnā voraus.]
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P2-0667 · 45
Durch diese Opfergabe erfreut verteilt der zornige Vaṭuka das gesamte fremde Heer samt Fleisch unter seine Scharen. Wird dies so vollzogen, geht das gegnerische Heer zugrunde; daran besteht kein Zweifel.
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P2-0668 · 46
Nun Bhairavī: Sie siegt, die einzige Mutter der Welt, Śāmbhavī, deren Lotusfußstaub von den Götterscharen verehrt wird, durch deren Verbindung Paraśiva zum höchsten Herrn wurde und die durch die dreifache Gestalt Schöpfung, Erhaltung und Auflösung vollzieht. [Die Überschrift lautet in der Vorlage bhairavo, während der Vers eindeutig die Göttin besingt.]
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P2-0669 · 47
In der Śāradā heißt es: Möge der unbegreifliche Lichtglanz Tripurās beschützen, der Samen der Wonne, der das Dunkel der Unwissenheit zerstört und über den Ozean des Daseins trägt.
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Tripurā und Bhairavī
P2-0670 · 48
Nun werde ich die streng geheime große Vidyā Tripurās beschreiben. Wer sie erkennt, wird zum Herrn der Scharen von Vollendungen.
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P2-0671 · 49
Nun die Tripurabhairavīmantras. Tripurā besitzt drei Formen: Bālā, Bhairavī und Sundarī. Im Jñānārṇava heißt es: Die Göttin Tripurā ist dreifach und wird als dreifache Kraft besungen. Ihre Wortherleitung erklärt der Prapañcasāra: Weil die höchste Göttin die drei Gestalten hervorbringt, jenseits von ihnen ist, dreifach ist und selbst bei der Auflösung die drei Welten erfüllt, trägt Ambikā den Namen Tripurā. Im Vārāhītantra heißt es: Weil du schon früher von Brahmā, Viṣṇu, Maheśa und den übrigen Göttern verehrt wurdest, haben die Götter stets deinen Namen Tripurā ausgesprochen. [Die erste Herleitungszeile ist sprachlich beschädigt; die wiederholten Dreierbezüge sind erkennbar.]
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P2-0672 · 49ka
In der Śāradā heißt es: Raum, Bhṛgu und Feuer mit Bhautika und Bindu; Raum mit dem nachfolgenden Anfangslaut, Kendra und Feuer, linkem Auge und Bindu; Raum, Bhṛgu und Feuer mit Manu, Ausstoß und Mondteil bilden die Vidyā Tripurabhairavī, die hier als fünfkūṭig bezeichnet wird. Der erste Kūṭa ist Vāgbhava, der zweite Kāmarāja, der dritte Śaktikūṭa; sie werden mit drei Bījas beschrieben. Die Erläuterung lautet: Śiva, Mond, Feuer und Vāgbhava; Śiva, Mond, Kāma, Erde und Feuer mit viertem Vokal und Bindu; Śiva und Mond mit ra, vierzehntem Vokal, Bindu und Visarga. [Die Angabe „fünf Kūṭas“ widerspricht der unmittelbar folgenden Dreiergliederung; die Laute erscheinen im nächsten Abschnitt als hsraiṃ, hsaklrīṃ und hsrauṃ beziehungsweise mit Visarga.]
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P2-0673 · 50
Ihre Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung vollzieht man den Sitznyāsa. Die Besonderheit: Man setzt die Reihe von Ādhāraśakti bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ“ ein. Auf den Staubfäden des Herzlotus, im Osten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Icchā, Jñānā, Kriyā, Kāminī, Kāmadāyinī, Rati, Ratipriyā und Nandā; in der Mitte Manonmanī. Darüber: „aiṃ parāyai aparāyai parāparāyai hsrauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ – Verehrung der Höchsten, der Niederen, der Höchsten-und-Niederen, dem Lotussitz auf Sadāśiva als großem Preta“. Nach Einsetzung der Sitzkräfte und des Sitzmantras folgt der Sehernyāsa: Dakṣiṇāmūrti auf dem Kopf, Paṅkti am Mund, Tripurabhairavī am Herzen, Vāgbhava als Bīja an der verborgenen Stelle, die dritte Śakti an den Füßen und das Liebesbīja als Keil am ganzen Körper. Die Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā bestätigt: „Ich, Dakṣiṇāmūrti, bin der Seher“; Paṅkti ist das Versmaß, Tripureśānī die Gottheit, Vāgbhava das Bīja, das Śaktibīja die Kraft, das Liebesbīja der Keil. Dann setzt man mit namaḥ hsraiṃ vom Nabel bis zu den Füßen, hsaklrīṃ vom Herzen bis zum Nabel und hsrauṃ vom Kopf bis zum Herzen ein. Das erste Bīja setzt man auf die rechte Hand, das zweite auf die linke, das dritte auf beide. Danach die drei Bījas der Reihe nach auf Scheitel, Mūlādhāra und Herz. Der Nibandha wiederholt diese drei Körperabschnitte und Hand- und Körperstellen. [Die Vorlage wechselt hsrauḥ im Sitzmantra und hsrauṃ im Nyāsa; beide Formen bleiben erhalten.]
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P2-0674 · 51
Dann der Nyāsa der neun Yonis: Mit den drei Bījas der Reihe nach setzt man das erste auf das rechte Ohr, das zweite auf das linke, das dritte auf das Kinn. Dieselbe Dreierfolge setzt man auf beide Wangen und Mund, beide Augen und Nase, beide Schultern und Bauch, beide Ellbogen und Bauchseite, beide Knie und Spitze des Geschlechtsorgans, beide Füße und verborgene Stelle, beide Seiten und Herzlotus, beide Brüste und Hals. Der Nibandha bestätigt diese neun Dreiergruppen vollständig.
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P2-0675 · 52
Dann der Nyāsa von Rati und den übrigen: aiṃ Rati am Mūlādhāra, klīṃ Prīti am Herzen, sauḥ Manobhavā zwischen den Brauen; dann rückwärts sauḥ Amṛteśī zwischen den Brauen, klīṃ Yogeśī am Herzen und aiṃ Viśvayoni am Mūlādhāra, jeweils mit namaḥ. Der Nibandha bestätigt die erste Dreierfolge mit den Bālabījas und die umgekehrte Folge mit Amṛteśī, Yogeśī und Viśvayoni. Danach folgt der Gestaltennyāsa.
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P2-0676 · 53
Der Gestaltennyāsa mit namaḥ: shroṃ Īśāna-Manobhava auf den Scheitel; shreṃ Tatpuruṣa-Makaradhvaja auf das Gesicht; shruṃ Aghora-Kumāra-Kandarpa ins Herz; shriṃ Vāmadeva-Manmatha an die verborgene Stelle; shraṃ Sadyojāta-Kāmadeva an die Füße. Ebenso setzt man diese fünf Gestalten und Bījas auf die nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichter. Der Nibandha bestätigt dieselbe Reihenfolge und beschreibt ihre Bījas als Bhṛgu, Raum und Feuer mit den fünf kurzen Vokalen, beginnend mit Satya. [Die Vorlage schreibt „shr“; die verschlüsselte Lautreihenfolge ist nicht völlig eindeutig. Die gegebenen Formen werden deshalb nicht stillschweigend in andere Konsonantenfolgen umgeschrieben.]
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P2-0677 · 54
Der Pfeilnyāsa: drāṃ Drāviṇī, die Verflüssigende, an den Daumen; drīṃ Kṣobhiṇī, die Erregende, an den Zeigefingern; klīṃ Vaśīkaraṇī, die Unterwerfende, an den Mittelfingern; blūṃ Ākarṣiṇī, die Anziehende, an den Ringfingern; saḥ Sammohinī, die Verzaubernde, an den kleinen Fingern, jeweils mit namaḥ. Im Jñānārṇava heißt es: Höchste Herrin, man setzt die fünf Pfeile der Reihe nach auf die Finger von den Daumen bis zu den kleinen Fingern.
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P2-0678 · 55
Dann vollzieht man an denselben Stellen in derselben Reihenfolge den Kāmanyāsa: hrīṃ Kāma, klīṃ Manmatha, aiṃ Kandarpa, blūṃ Makaradhvaja und strīṃ Mīnaketana, jeweils mit namaḥ. Danach setzt man die zuvor genannten Pfeile und Liebesgottgestalten auf Scheitel, Füße, Gesicht, verborgene Stelle und Herz. Im Jñānārṇava werden die Pfeilbījas verschlüsselt: zweimal der Endlaut der tha-Reihe auf dem Feuer, einmal mit dem Mundkreisvokal, einmal mit dem linken Augenlaut; der Liebeslaut auf der Erde mit viertem Vokal, Bindu und Nāda; der Endlaut der pha-Reihe auf Śakra mit linkem Ohr, Bindu und Nāda; der Mondlaut mit Ausstoß. Die Namen der fünf Pfeile sind Drāvaṇa, Kṣobhaṇa, Vaśya, Ākarṣaṇa und Unmāda. Beim Nyāsa werden überall weibliche Namensformen verwendet. Im Nibandha heißt es: drāṃ Drāviṇī auf den Scheitel; drīṃ Kṣobhaṇī an die Füße; klīṃ Vaśīkaraṇī auf das Gesicht; blūṃ Ākarṣaṇī an die verborgene Stelle; der Bhṛgulaut mit Ausstoß für Sammohanī am Herzen. Unmāda und Sammohana gelten hier als gleichbedeutend. Die Liebesgottgestalten stehen an denselben Stellen; ihre Bījas sind der Reihe nach Parā, der mittlere Pfeil, Vāgbhava, der vierte Pfeil und das Strībīja. Die fünf heißen Kāma, Manmatha, Kandarpa, Makaradhvaja und Mīnaketu; man setzt sie an die Pfeilorte. [Die verschlüsselte Anfangsfolge ist stellenweise beschädigt, ihre Zuordnung wird durch die ausdrücklich ausgeschriebenen Bījas gestützt.]
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P2-0679 · 56
Der Handnyāsa: hsrāṃ an den Daumen mit namaḥ; hsrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; hasraṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; hsraiṃ an den Ringfingern mit huṃ; hsrauṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; hsraḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Die Gliederhandlung erfolgt mit dem ersten Bīja, verbunden mit den sechs langen Vokalen. [An den Mittelfingern steht hasraṃ; nach der Vokalregel wäre hsrūṃ zu erwarten.]
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P2-0680 · 58
Dann der Nyāsa von Subhagā und den übrigen. Jede Formel beginnt mit aiṃ klīṃ blūṃ strīṃ saḥ und endet mit namaḥ: Subhagā auf der Stirn, Bhagā zwischen den Brauen, Bhagasarpiṇī am Gesicht, Bhagamālinī an der kaṇṭhikā genannten Halsstelle, Anaṅgā am Hals, Anaṅgakusumā am Herzen, Anaṅgamekhalā am Nabel und Anaṅgamadanā an der Wurzel des Geschlechtsorgans. Der Nibandha bestätigt dieselben acht Orte und Göttinnen; sie sind alle von Rausch und Liebesbewegung überwältigt. Vāk, Kāma, blūṃ, strīṃ und saḥ werden als die fünf Tārās bezeichnet. Dann folgt der Schmucknyāsa mit namaḥ: aṃ auf den Kopf; āṃ auf die Stirn; iṃ und īṃ auf beide Brauen; uṃ und ūṃ auf beide Ohren; ṛ und ṝṃ auf beide Augen; ḷṃ auf die Nase; ḹṃ und eṃ auf beide Wangen; aiṃ und oṃ auf beide Lippen; auṃ auf die unteren Zähne; aṃ auf die oberen; aḥ auf den Mund; kaṃ auf das Kinn; khaṃ an die gala genannte Halsstelle; gaṃ an die kaṇṭha genannte Halsstelle; ghaṃ und ṅaṃ an beide Seiten; caṃ und chaṃ an beide Brüste; jaṃ und jhaṃ an beide Armwurzeln; ñaṃ und ṭaṃ an beide Ellbogen; ṭhaṃ und ḍaṃ an beide Hände; ḍhaṃ und ṇaṃ an beide Handrücken; taṃ an den Nabel; thaṃ an die verborgene Stelle; daṃ und ghaṃ an beide Oberschenkel; naṃ und paṃ an beide Knie; phaṃ und baṃ an beide Unterschenkel; bhaṃ und maṃ an beide Gesäßhälften; yaṃ an beide Fußsohlen; raṃ an beide großen Zehen; vaṃ an den Hüftgürtel; laṃ an den Hals; laṃ an die Armreife; śaṃ ans Herz; kṣaṃ an die verborgene Stelle; ṣaṃ an beide Ohren; saṃ an beide Wangen; haṃ an die Krone. In einem anderen Tantra wird diese Reihenfolge bestätigt: Vokale auf Kopf, Stirn, Brauen, Ohren, Augen, Nase, Wangen, Lippen, Zahnreihen und Mund; die Laute von ka bis va auf Kinn, die beiden Halsstellen, Seiten, Brüste, Armwurzeln, Ellbogen, Hände, Handrücken, Nabel, verborgene Stelle, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Gesäß, Sohlen und große Zehen; die acht übrigen Laute auf Gürtel, Halskette, Armreif, Herz, verborgene Stelle, Ohren, Wangen und Krone. [Die Prosa hat ṛ ohne Bindu, ghaṃ am zweiten Oberschenkel und zweimal laṃ an verschiedenen Schmuckstellen; die abschließende Lautliste „balalān śakṣaṣānsahau“ ist beschädigt. Die Abweichungen werden nicht stillschweigend verändert.]
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P2-0681 · 59
Dann bildet man die Trikhaṇḍamudrā und meditiert: Ich verehre die sanft lächelnde Göttin, deren Glanz tausend aufgehenden Sonnen gleicht. Sie trägt rotes Leinen und eine Girlande von Köpfen; ihre Brüste sind rot bestrichen. Ihre Lotushände tragen Gebetskette und Buch des Wissens und zeigen Furchtlosigkeit und Gewährung. Ihre drei Augen und ihr Glanz gleichen dem roten Lotus. Ihre Edelsteinkrone trägt den Mond. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und stellt die Muschel auf.
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P2-0682 · 60
Dann verehrt man die Reihe von Ādhāraśakti bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ“ und auf den Staubfäden, im Osten beginnend, sowie in der Mitte Icchā, Jñānā, Kriyā, Kāminī, Kāmadāyinī, Rati, Ratipriyā, Nandā, Nandinī und Manonmanī, jeweils mit oṃ und namaḥ. Danach „aiṃ parāyai aparāyai parāparāyai hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“. Im Raum zwischen der östlichen und der mittleren Yoni verehrt man die in der Śrīvidyā beschriebenen Gurureihen. Der Nibandha beschreibt die verschlüsselte Sitzmantraform aus Vāgbhava, den Lauten für parā, aparā, parāparā, hsauḥ, sadāśivamahāpreta, padmāsana und namaḥ. Mit diesem Mantra reicht man den Sitz dar; im Zwischenraum der östlichen und mittleren Yoni folgt die Gurureihe. Mit den fünf Praṇavas bildet man die Gestalt, ruft die Gottheit darin an und verehrt gesammelt nach dem Āgama. Als die Laute werden Tārā, Vāk, Śakti, Kamalā, hskhphreṃ und hsauḥ genannt. Bei Unvermögen verwendet man mit oṃ und namaḥ die Gurus und ihre Fußsandalen, die Paramagurus und ihre Fußsandalen, die Parāparagurus und ihre Fußsandalen, die Parameṣṭhigurus und ihre Fußsandalen sowie die Ācāryas und ihre Fußsandalen. [Die Sitzkräfteliste nennt hier zehn Namen statt der zuvor genannten neun; der Text spricht von fünf Praṇavas, zählt danach aber sechs Bestandteile auf. Die verschlüsselte Versmitte ist beschädigt.]
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P2-0683 · 61
Ihr Pūjāyantra wird in der Śāradā beschrieben: ein achtblättriger Lotus mit neun Yonis im Fruchtboden; außen zeichnet man eine Erdumfassung mit vier Toren.
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P2-0684 · 62
[Die Vorlage verweist auf Abbildung 27.] Mit „aiṃ hrīṃ hskhphreṃ hsauḥ“ bildet man die Göttinnengestalt im Bindukreis, meditiert mit der Trikhaṇḍamudrā wie zuvor und ruft sie an: „oṃ deveśi bhaktisulabhe parivārasamanvite yāvat tvāṃ pūjayiṣyāmi tāvat tvaṃ susthirā bhava – Oṃ, Herrin der Götter, durch Hingabe leicht zugänglich, samt deinem Gefolge: Bleibe fest gegenwärtig, solange ich dich verehre.“ Der Text wiederholt, dass die Gestalt mit fünf Praṇavas gebildet wird, und nennt Tārā, Vāk, Śakti, Kamalā, hskhphreṃ und hsauḥ. Nach Anrufung und den weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen folgt die Umkreisverehrung: in der linken Ecke der Göttin aiṃ Rati, in der rechten klīṃ Prīti, in der Feuerecke sauḥ Manobhavā, jeweils mit namaḥ. Auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man mit den zuvor genannten Gliedermantras; der Jñānārṇava bestätigt Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, Mitte und Richtungen. Im Norden drāṃ Drāviṇī und drīṃ Kṣobhiṇī, im Süden klīṃ Vaśīkaraṇī und blūṃ Ākarṣaṇī, vorne saḥ Sammohinī. Dann die fünf Liebesgottgestalten: im Norden hrīṃ Kāma und klīṃ Manmatha, im Süden aiṃ Kandarpa und blūṃ Makaradhvaja, vorne strīṃ Mīnaketu. Der Jñānārṇava bestätigt zwei Pfeile im Norden, zwei im Süden, einen vorne und dieselbe Anordnung der Liebesgottgestalten. Er wiederholt deren Bījas – Parā, mittlerer Pfeil, Vāgbhava, vierter Pfeil und Strībīja – und die Namen Kāma, Manmatha, Kandarpa, Makaradhvaja und Mīnaketu. In den acht Yonis, im Osten beginnend, verehrt man Subhagā, Bhagā, Bhagasarpiṇī, Bhagamālinī, Anaṅgā, Anaṅgakusumā, Anaṅgamekhalā und Anaṅgamadanā, jede mit aiṃ klīṃ blūṃ strīṃ saḥ vor dem Namen und namaḥ danach. Auf den acht Blättern, im Osten beginnend, mit oṃ und namaḥ die Paare Asitāṅga-Brāhmī, Rudra-Māheśvarī, Caṇḍa-Kaumārī, Krodha-Vaiṣṇavī, Unmatta-Vārāhī, Kapālin-Indrāṇī, Bhīṣaṇa-Cāmuṇḍā und Saṃhāra-Mahālakṣmī. Der Nibandha bestätigt die acht Kräfte in den acht Yonis und die von Rausch und Liebesbewegung überwältigten Mütter auf dem Schoß der Bhairavas, die man auf den acht Blättern mit Blumen und weiteren Gaben verehrt. Außen folgen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Nach der Speisegabe sind hier jedoch die vier in der Śrīvidyā gelehrten Baliopfergaben darzubringen. [In der Paarliste steht Rudra statt des in den Acht-Bhairava-Listen üblichen Ruru; die überlieferte Form bleibt stehen.]
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P2-0685 · 63
Das Puraścaraṇa beträgt zehn Lakh, also 1.000.000 Wiederholungen; das Feueropfer zwölftausend Palāśablüten. Im Nibandha heißt es: Nach Erhalt der Initiation wiederholt der Beherrscher seiner Sinne das Mantra tattva-Lakh-mal und opfert zwölftausendmal mit Blüten des Brahmabaums.
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P2-0686 · 64
Nun Sampatpradā Bhairavī. Im Jñānārṇava heißt es: Wie Tripurā Bālā, so ist Tripurabhairavī; höre, rein Gesinnte, von ihrer Form namens Sampatpradā. Śiva und Mond auf Feuer, danach Vāgbhava; das Liebesbīja mit Śiva und Mond sowie Erde und Feuer; für das dritte setzt man im Śaktibīja Śiva und Feuer ein. Bei Kumārī lässt man Visarga weg und nimmt Bindu. So gilt Tripurabhairavī als Spenderin großen Wohlstands. Die Erläuterung lautet: Ohne Visarga wird Tripurabhairavī zu Sampatpradā.
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P2-0687 · 65
In einem anderen Tantra heißt es: Götterschöne, bei Sampatpradā Bhairavī entfernt man im dritten Bīja den Visarga und setzt stattdessen Bindu ein.
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P2-0688 · 66
Ihre Meditation: Man vergegenwärtigt sich die ewige Spenderin großen Wohlstands, deren Glanz tausend kupferroten Sonnen gleicht. Ihre Haarflechte strahlt mit der Mondsichel; Edelsteine und vielfältige Perlen leuchten an ihrer Krone. Eine Girlande von Köpfen, bedeckt mit fließendem Blut, schmückt sie. Drei Augen machen sie schön; ihr Gesicht gleicht dem Vollmond. Perlenketten leuchten über ihren vollen, hohen, gefäßgleichen Brüsten. Sie trägt rotes Gewand und ist von Jugend überwältigt. Links trägt sie ein Buch und zeigt Furchtlosigkeit, rechts trägt sie die Gebetskette und gewährt Gaben. Nyāsa und Verehrung erfolgen wie zuvor.
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P2-0689 · 67
Bei den Gliedermantras besteht eine Besonderheit: Hand- und Gliedernyāsa werden mit den drei Bījas gebildet, die zweimal in Folge gesprochen werden.
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P2-0690 · 68
Das Puraścaraṇa beträgt drei Lakh, also 300.000 Wiederholungen. Im Jñānārṇava heißt es: Der vorzügliche Praktizierende vollzieht ihre Verehrung und die übrigen Handlungen wie bei Bālā, wiederholt das Mantra 300.000-mal und opfert ein Zehntel.
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P2-0691 · 69
In einem anderen Tantra heißt es: Nyāsa, Verehrung und alles Übrige sind wie bei Kumārī, du mit guten Gelübden. Zur Vollendung soll der vorzügliche Praktizierende das Mantra 100.000-mal wiederholen. Nach diesem Ausspruch verstehen einige das Puraścaraṇa als 100.000 Wiederholungen, da es sich um eine bereits vollendete Vidyā handelt.
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P2-0692 · 70
Nun Kauleśabhairavī. Im Jñānārṇava heißt es: Verstehe Kauleśabhairavī wie Sampatpradā Bhairavī. Pārvatī, dieselbe beginnt in ihren drei Bījas mit ha-sa; Meditation, Verehrung und die übrigen Handlungen sind entsprechend. Die Erläuterung lautet jedoch: Beginnen die drei Kūṭas mit sa, wird sie Kauleśabhairavī. [Vers und Erläuterung sind hinsichtlich ha-sa beziehungsweise sa widersprüchlich; „saharādyā“ ist zusätzlich beschädigt.]
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P2-0693 · 71
Ihre Verehrung, Meditation und die übrigen Handlungen sind wie bei Sampatpradā Bhairavī zu verstehen.
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P2-0694 · 72
Nun Sakalasiddhidā Bhairavī. Im Jñānārṇava heißt es: Wenn bei dieser Vidyā im ersten und letzten Teil ra entfernt wird, heißt sie Sakalasiddhidā, höchste Herrin. Meditation und Verehrung erfolgen wie bei Sampatpradā Bhairavī. Die Erläuterung bestätigt: Kauleśabhairavī ohne ra im ersten und letzten Teil wird Sakalasiddhidā Bhairavī; Meditation, Verehrung und das Weitere entsprechen Sampatpradā.
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P2-0695 · 73
Nun Bhayavidhvaṃsinī Bhairavī: Wird bei Sampatpradā Bhairavī im ersten und letzten Teil ra entfernt, entsteht Bhayavidhvaṃsinī, die Furchtvernichtende. So wird es bei Dakṣiṇāmūrti beschrieben. Ihre Verehrung und die übrigen Handlungen entsprechen Sampatpradā.
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P2-0696 · 74
Nun Caitanyabhairavī, die Bhairavī des Bewusstseins. Im Jñānārṇava: Nachdem man das mit Jīva und Prāṇa verbundene Vāgbhava-Bīja ausgesprochen hat, leite man als zweites Bīja die vollständige Bhuvaneśānī ab. Jīva und Prāṇa stehen auf dem Feuerzeichen, sind mit dem Vokal Śakras geschmückt und reich an Visarga. O Maheśānī, diese Vidyā ist die Mutter der drei Welten. [Die Vorlage liest beschädigt „trailocya“.]
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P2-0697 · 75
Seine Bedeutung: Das erste besteht aus Candra und Śiva, verbunden mit dem zwölften Vokal und ausgestattet mit Bindu und Nāda. Das zweite besteht aus Candra, Kāma, Pṛthvī und Mahāmāyā. Das dritte besteht aus Candra, Śiva und dem Feuer-Bīja, verbunden mit dem vierzehnten Vokal und ausgestattet mit Visarga. [Diese Namen dienen hier als verschlüsselte Bezeichnungen der Mantra-Laute.]
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P2-0698 · 76
Ihr Verehrungs-Yantra wird im Jñānārṇava beschrieben: Man zeichne ein Dreieck, ein Sechseck und acht Blütenblätter, o Schönangesichtige; sodann ein Viereck mit vier Toren. So zeichne man das Maṇḍala.
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P2-0699 · 77
[Abbildung 28.] Ihre Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen ausgeführt und die Handlungen von der Ādhāraśakti bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ“ — Verehrung dem Wesen der Erkenntnis — abgeschlossen hat, verehre man auf den Staubfäden des Herzlotus, im Osten beginnend, mit „oṃ vāmāyai namaḥ“ Vāmā und in gleicher Weise Jyeṣṭhā, Raudrī [in der Vorlage entstellt], Ambikā, Icchā, Jñānā, Kriyā, Kubjikā, Citrā, Viṣaghnikā, Bhūcarī und Ānandā. In der Mitte: „hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist. Auch für die Vidyās Sampatpradā, Bālā, Kauleśī und Sakalasiddhidā können diese als Kräfte des Kultsitzes gelten, da sie im Jñānārṇava genannt werden.
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P2-0700 · 78
Danach der Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen: Am Kopf: „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti. Am Mund: „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti. Am Herzen: „caitanyabhairavyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Caitanyabhairavī.
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P2-0701 · 80
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern: Nach dem Aussprechen des ersten Bīja: „aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — Verehrung den beiden Daumen. Nach dem zweiten: „tarjanībhyāṃ svāhā“ — svāhā den beiden Zeigefingern. Nach dem dritten: „madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ — vaṣaṭ den beiden Mittelfingern. Wieder nach dem ersten: „anāmikābhyāṃ huṃ“ — huṃ den beiden Ringfingern. Nach dem zweiten: „kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den beiden kleinen Fingern. Nach dem dritten: „karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ — phaṭ den Handflächen und Handrücken. Ebenso an Herz und den weiteren Körperstellen. Dort heißt es auch: Durch zweimalige Wiederholung vollziehe man die sechs Glieder; dieser Nyāsa schützt sämtliche Körperglieder. Dann die Meditation: Sie strahlt wie tausend aufgehende Sonnen und ist mit vielerlei Schmuck geziert. An der Spitze ihrer Krone glänzt die Mondsichel; sie trägt rote Gewänder. Die ewige Göttin trägt Schlinge und Stachel, in der linken Hand eine Schädelschale; sie glänzt durch die Gesten der Gabengewährung und Furchtlosigkeit und besitzt volle, hohe, feste Brüste. Nachdem man so meditiert, sie mit geistigen Opfergaben verehrt, die Muschel aufgestellt und den Kultsitz von Ādhāraśakti an verehrt hat, verehre man dessen Kräfte Vāmā, Jyeṣṭhā und die übrigen sowie den Mantra des Kultsitzes. Dann verehre man die bei Bhairavī genannten Guru-Reihen, meditiere erneut, vollziehe die Handlungen von der Herbeirufung bis zur Darbringung von fünf Blumenhandvoll und beginne die Verehrung der umgebenden Kreise.
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P2-0702 · 81
Dies geschieht so: In der Feuerecke spreche man das erste Bīja und „hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen. Im Nordosten das zweite und „śirase svāhā“ — svāhā dem Kopf. Im Südwesten das dritte und „śikhāyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ dem Haarschopf. In der Windecke wieder das erste und „kavacāya huṃ“ — huṃ dem Schutzpanzer. In der Mitte das zweite und „netratrayāya vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den drei Augen. In den vier Richtungen das dritte und „astrāya phaṭ“ — phaṭ der Waffe. Dann verehre man Rati und die übrigen wie zuvor, vor der Göttin mit „oṃ vasantāya namaḥ“ Vasanta, links mit „oṃ kāmadevāya namaḥ“ Kāmadeva und rechts mit „oṃ cāpāya namaḥ“ den Bogen. Danach verehre man wie zuvor die Pfeile. Im Sechseck, im Osten beginnend: „oṃ ḍākinyai namaḥ“ und entsprechend Rākiṇī, Lākiṇī, Kākiṇī, Śākiṇī und Hākiṇī; jede Formel beginnt mit oṃ und endet mit namaḥ. Auf den acht Blütenblättern verehre man, im Osten beginnend, die zuvor genannten Anaṅgakusuma und die übrigen. An den Blattspitzen, im Osten beginnend, verehre man mit „oṃ parabhṛtāya namaḥ“ den Kuckuck, entsprechend den Sārasa-Vogel, Papagei, Meghāhvaya und Megha; oder Apāṅga, den Seitenblick, Bhrūvilāsa, das Spiel der Brauen, Hāva, die anmutige Gebärde, und Bhāva, den Gefühlsausdruck. [Die beiden Listen sind in der Vorlage nicht gleich lang.] Danach verehre man Indra und die übrigen sowie den Donnerkeil und die übrigen Waffen. Man beende die Handlung mit Räucherwerk und den weiteren Gaben bis zur Entlassung. Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen. So im Jñānārṇava: Man wiederhole den Mantra 100.000-mal — und so weiter.
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P2-0703 · 82
Nun Kāmeśvarībhairavī. Im Jñānārṇava: Kāmeśvarī hat elf Silben und befindet sich auf dem vorderen Löwenthron. Die beiden Bījas eben dieser Vidyā sind angegeben. An ihrem Ende, o Parameśānī, stehen „nityaklinne madadrave“ — o ewig Feuchte, o im Rausch Dahinschmelzende — und dann ihr drittes Bīja. Die höchste Göttin hat elf Silben. Verehrung, Meditation und alles Weitere erfolgen wie zuvor bei Caitanyā. In den Dreiecksecken gibt es eine Besonderheit; ich erkläre sie dir, o Schönangesichtige: Von der vorderen Ecke aus verehre man der Reihe nach Nityā, Klinnā und Madadravā; danach verehre man die Umfassung der sechs Glieder zur Erlangung aller Vollkommenheiten.
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P2-0704 · 83
Nun Ṣaṭkūṭābhairavī. Im Jñānārṇava: Nimm die Bījas von Ḍākinī und Rākiṇī, das Paar Lākinī und Kākiṇī sowie die Bījas von Śākinī und Hākinī, o Schöne unter den Göttern. Das erste ist mit dem Vokal ai verbunden, das andere mit ī geschmückt. Das dritte Bīja zeichne mit dem Vokal Śatras, o Göttin. [„śatru“ ist hier eine unsichere Lesart des verschlüsselten Vokalnamens.] Das dritte ist mit Bindu, Nāda und Kalā versehen, o Tochter des Berges. Manche sagen, das dritte Bīja habe Visarga.
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P2-0705 · 84
In einem anderen Tantra: Schreibe das Bīja [der Anfang „urau kṣmāmādanaṃ“ ist beschädigt und nicht sicher deutbar] und Śiva hier dreimal. Schmücke es der Reihe nach mit Arka, Māyā und Śakra. Das erste Paar ist mit Bindu und Nāda verbunden, das letzte mit Visarga. [Die verschlüsselten Lautnamen werden aufgrund der beschädigten Vorlage nicht zu einem vermeintlich gesicherten Mantra ergänzt.]
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P2-0706 · 85
Ich will ihre Meditation erklären, die alle Wesen niederstreckt: Die Göttin leuchtet wie die junge Sonne und gleicht einer Hibiskusblüte. Sie ist herrlich durch die Reihen ihrer Schädelgirlande; ihr Gewand gleicht der jungen Sonne. Ihre vollen, hohen Brüste haben die Gestalt goldener Krüge. Sie trägt Schlinge und Stachel, ein Buch und eine Gebetskette. „Sie trägt“ ist als Ergänzung des Satzes zu verstehen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0707 · 86
Nachdem man durch zweimalige Wiederholung die sechs Glieder vollzogen hat, o Parameśvarī, will ich ihr Yantra erklären: Man zeichne ein Dreieck und dessen Umfassung [„tatpuṭam“ ist nicht näher erläutert], außen einen achtblättrigen Lotus und danach zwölf Blütenblätter. Man zeichne ein Viereck mit vier Toren; so zeichne man das Maṇḍala.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0708 · 87
[Abbildung 29.] Verehre die Umfassung der sechs Glieder wie zuvor, o Göttin, o Śivā. Verehre im Dreieck die Dreiheit Rati und die übrigen, o Göttin. Ḍākinī und die übrigen befinden sich im Sechseck; danach [erfolgt die Verehrung] im achtblättrigen Lotus. Anschließend [verehre man] die Paare mit Brāhmī und den übrigen und danach den zwölfblättrigen Lotus. Verehre der Reihe nach die Kräfte des Kultsitzes von Bālā, Vāmā und die übrigen. Im Viereck verehre man die Weltenhüter mit ihren Waffen, o Parameśvarī. Nach eben dieser Vorschrift verehre man auch die Bhairavī namens Nityā. [Die elliptische Zuordnung der beiden Blütenkränze bleibt in der Vorlage unvollständig.]
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P2-0709 · 88
Nun Nityābhairavī. Im Jñānārṇava: Werden die sechs Laute eben dieser Vidyā, die der Reihe nach angeordnet sind, umgekehrt, o Erhabene, so gewährt diese Vidyā Genuss und Befreiung. Nyāsa, Verehrung und alles Weitere führe man bei ihr wie zuvor aus.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0710 · 89
Nun Rudrabhairavī. Im Jñānārṇava: Śiva und Candra, endend mit Madana und mit dem auf pa endenden Zeichen, verbunden mit Feuer, durch Śakti unterschieden und reich an Bindu, Nāda und Kalā, bilden das Vāgbhava, o Liebe. Das Kāmarāja ist eben jenes der Bhairavī Sampatpradā. Dazu kommen das Bīja Sadāśivas und das des großen Löwenthrons. Diese Vidyā, o Maheśānī, lässt sich wahrlich nicht beschreiben. Seine Bedeutung: Das Vāgbhava-Bīja ist mit Śiva, Candra, dem auf ka endenden Zeichen, dem auf pa endenden Zeichen und Feuer verbunden, durch den elften Vokal bestimmt und mit Bindu, Nāda und Kalā versehen. Das Kāmarāja-Bīja ist durch Śiva, Candra, Kāma, Pṛthvī, Feuer und den vierten Vokal bestimmt und mit Nāda, Bindu und Kalā versehen. Das dritte ist das Preta-Bīja, der Śaktikūṭa. [Die Lautumschreibungen des Verses und der Erklärung stimmen in der beschädigten Vorlage nicht überall eindeutig überein.]
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P2-0711 · 90
Ihr Verehrungs-Yantra: Ein Dreieck, ein Kreis, ein Kreis mit einem achtblättrigen Lotus sowie ein Kreis und die Erdumfassung — und so weiter.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0712 · 91
[Abbildung 30.] Ihre Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis einschließlich der Atemregelung ausgeführt hat, vollziehe man den Nyāsa des Kultsitzes wie bei Caitanyabhairavī. So: Nachdem man Ādhāraśakti und die übrigen bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ“ — Verehrung dem Wesen der Erkenntnis — auf den Körper gelegt hat, lege man im Osten beginnend mit „oṃ vāmāyai namaḥ“ Vāmā und entsprechend Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikariṇī, Balapramathinī und Sarvabhūtadamanī auf; in der Mitte mit „oṃ manonmanyai“ Manonmanī. Nachdem man diese Kräfte des Kultsitzes aufgelegt hat, lege man dessen Mantra auf. Der Mantra des Kultsitzes lautet hier: „aghore aiṃ ghore hrīṃ sarvataḥ sarvasarvebhyo ghoraghoratare śrīṃ namo'stu rudrarūpebhyaḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ“. Sein verständlicher Wortteil bedeutet: O Nichtschreckliche, o Schreckliche, von überall her, allen sämtlichen, o Schreckliche und noch Schrecklichere: Verehrung sei den Rudra-Gestalten. So auch im Jñānārṇava: Nach „aghore“ steht Vāgbhava, nach „ghore“ Bhuvaneśvarī. Nach „sarvataḥ sarvasarvebhyo ghoraghoratare“ steht Ramā. Nach „namo'stu rudrarūpebhyo“ schreibe man die drei Bījas der Göttin. Diese Vidyā wird mit dreiunddreißig Lauten angegeben, o Liebe.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0713 · 92
Danach der Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen: Am Kopf: „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti. Am Mund: „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti. Am Herzen: „rudrabhairavyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Rudrabhairavī.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0714 · 93
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern: Nach dem ersten Bīja: „aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — Verehrung den beiden Daumen. Nach dem zweiten: „tarjanībhyāṃ svāhā“ — svāhā den beiden Zeigefingern. Nach dem dritten: „madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ — vaṣaṭ den beiden Mittelfingern. Wieder nach dem ersten: „anāmikābhyāṃ huṃ“ — huṃ den beiden Ringfingern. Nach dem zweiten: „kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den beiden kleinen Fingern. Nach dem dritten: „karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ — phaṭ den Handflächen und Handrücken. Ebenso an Herz und den weiteren Körperstellen.
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P2-0715 · 94
Dann die Meditation: Sie strahlt wie tausend aufgehende Sonnen, trägt den Mond als Kopfschmuck und hat drei Augen. Sie ist herrlich mit vielfältigem Schmuck geziert und vernichtet alle Feinde. Sie trägt eine Girlande von Köpfen, aus denen Blut strömt, und rote Gewänder. Die Göttin hält der Reihe nach Dreizack, Sanduhrtrommel, Schwert, Schild, den Bogen Pināka, Pfeile, Schlinge und Stachel, Buch und Gebetskette. Sie sitzt auf dem Löwenthron Śivas. Nachdem man so meditiert und sie mit geistigen Gaben verehrt hat, stelle man wie zuvor die Muschel auf.
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P2-0716 · 95
Danach vollziehe man die bei Caitanyabhairavī beschriebene Verehrung des Kultsitzes und verehre den Sitz mit dem für diesen Mantra angegebenen Sitz-Mantra. Man meditiere erneut, vollziehe die Handlungen von der Herbeirufung bis zur Darbringung von fünf Blumenhandvoll und beginne die Verehrung der umgebenden Kreise. So: In der Feuerecke das erste Bīja und „hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen. Im Nordosten das zweite und „śirase svāhā“ — svāhā dem Kopf. Im Südwesten das dritte und „śikhāyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ dem Haarschopf. In der Windecke wieder das erste und „kavacāya hum“ — hum dem Schutzpanzer. In der Mitte wieder das zweite und „netratrayāya vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den drei Augen. In den vier Richtungen wieder das dritte und „astrāya phaṭ“ — phaṭ der Waffe. Dann verehre man im Dreieck Rati und die übrigen [die Vorlage liest „ratnayādi“], an den Blattwurzeln Anaṅgakusuma und die übrigen. Auf den Blütenblättern verehre man, im Osten beginnend, Asitāṅga, Brāhmī und die übrigen; in der Erdumfassung die Weltenhüter Indra und die übrigen sowie den Donnerkeil und die übrigen Waffen. Danach beende man die Handlung mit Räucherwerk und den weiteren Gaben bis zur Entlassung.
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P2-0717 · 96
Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen. Denn es heißt: Der Mantra-Kundige, der Beste unter den Kennern der Mantras, verehre [die Gottheit] und [wiederhole] den Mantra 100.000-mal. [Die zitierte Zeile nennt kein eindeutiges Verb für die Wiederholung; die Ergänzung folgt dem einleitenden Prosasatz.]
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P2-0718 · 97
Nun Bhuvaneśvarībhairavī. Im Jñānārṇava: Das erste ist das mit ha und sa beginnende Vāgbhava. Nach ha, sa und ka, o Herrin der Götter, stehen das Erd-Bīja und Bhuvaneśānī: So ist das zweite Bīja abgeleitet. Śiva und Candra, o Maheśānī, und Bhuvaneśa bilden Bhairavī. So auch im Tripurārṇava: Drei Haṃsas sind mit dem dentalen sa verbunden und durch die Vokale Acht, Vier und Zehn unterschieden. Das erste besitzt Bindu, das letzte Visarga; das mittlere ist mit Virañci, Indra, Hara und Feuer verbunden. Seine Bedeutung: Śiva, Candra und Vāgbhava bilden das erste Bīja. Śiva, Candra, Kāma, Pṛthivī und Mahāmāyā bilden das zweite. Śiva, Candra und der vierzehnte Vokal mit Visarga bilden das dritte. Ihr Verehrungs-Yantra ist wie das der Caitanyabhairavī zu verstehen. [Die verschlüsselten Vokalzahlen des Zitats und die anschließende Erklärung sind in der Vorlage nicht eindeutig deckungsgleich.]
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P2-0719 · 98
Die Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis zur Atemregelung ausgeführt und den bei Caitanyabhairavī angegebenen Nyāsa des Kultsitzes vollzogen hat, vollziehe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen. So: Am Kopf „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti. Am Mund „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti. Am Herzen „bhuvaneśvarībhairavyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Bhuvaneśvarībhairavī.
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P2-0720 · 99
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern. So im Jñānārṇava: Mit dem mittleren [Bīja], das an den sechs langen Vokalen teilhat, vollziehe man die Gliederhandlung des Mantras. Daher geschehen die Hand- und Gliedernyāsas mit dem mittleren Bīja, verbunden mit den sechs langen Vokalen. So: „hsklhrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — hsklhrāṃ, Verehrung den beiden Daumen. Ebenso „hsklhrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā“ — hsklhrīṃ, svāhā den beiden Zeigefingern — und so weiter lege man es auf. Ebenso an Herz und den weiteren Körperstellen. [Die Konsonantenfolge wird unverändert nach der Vorlage wiedergegeben.]
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P2-0721 · 100
Dann die Meditation: Ich nehme Zuflucht zu der heilvollen Göttin, die einer Hibiskusblüte und einer Granatapfelblüte gleicht, die Mondsichel und einen aufgetürmten Haarknoten trägt, drei Augen besitzt und rot gekleidet ist. Sie ist herrlich mit vielerlei Schmuck geziert, hat volle, hohe, feste Brüste und zeigt Schlinge, Stachel, die Geste der Gabengewährung und die Geste der Furchtlosigkeit. Alles Weitere ist wie bei Caitanyabhairavī auszuführen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0722 · 1
Eine andere Form Bhuvaneśīs. Nun wird eine andere Form der Bhairavī Bhuvaneśī erklärt: Beginnt dieselbe mit sa und ha, o Herrin der Götter, dann ist sie Sakaleśvarī. Meditation, Verehrung und alles Weitere erfolgen bei dieser wie zuvor. Wenn sie mit sa und ha beginnt, ist sie Sakaleśvarī; Meditation, Verehrung und alles Weitere geschehen wie zuvor.
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Bālā und Śrīvidyā
P2-0723 · 2
Nun der Mantra der Tripurābālā. In der Śāradā: Das erste ist Adhara mit Bindu; das zweite steht auf Brahmā und Indra und ist mit dem Mond verbunden. Als dritter Mantra-Laut wird Bhṛgu mit Visarga genannt. Diese ist als Bālā bekannt, die die drei Welten ihrem Willen unterwirft. Seine Bedeutung: Vāgbhava, das Kāma-Bīja und das Candra-Bīja, letzteres mit Visarga und dem vierzehnten Vokal verbunden.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0724 · 3
Ihre Verehrung und alles Weitere erfolgen wie bei Tripurābhairavī, weil dies in der Śāradā gesagt wird. Im Jñānārṇava wird jedoch eine Besonderheit genannt. Nyāsa und die übrigen Handlungen sind mit eben diesen Bījas auszuführen. So: Man vollziehe die sechs Glieder durch zweimalige Wiederholung der Reihe nach, o Göttin.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0725 · 4
Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 300.000 Wiederholungen. So im Jñānārṇava: Man wiederhole den Mantra für jeden seiner Laute 100.000-mal. Das Feueropfer soll ein Zehntel davon betragen. Ebenso vollziehe man die Trankspende; dann erlangt man Anteil an allem Wohlergehen. Für die übrigen [Formen] gelten 100.000 Wiederholungen, da dies im Abschnitt über Śrīvidyā gesagt ist.
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P2-0726 · 5
Ein anderer Mantra. Im Jñānārṇava: Man spreche den Sonnenvokal aus, dessen Wesen Bindu, Nāda und Kalā ist; das Ende der Vokalreihe steht auf Pṛthivī, ist mit dem vierten Vokal verbunden und von Bindu, Nāda und Kalā durchdrungen. Bhṛgu hat Visarga und Avyaya und ist mit dem Vokal Śakras verbunden. Diese Vidyā gilt als dreisilbig. Avyaya bedeutet Bindu. Ebenso steht es in der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā. Diese Form, die auf Visarga und Bindu endet, ist verflucht. [Die Lautableitung der Vorlage ist elliptisch.]
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P2-0727 · 7
Denn im Sārasamuccaya und anderen Werken wird hinsichtlich dieser Vidyā ein Fluch erklärt. So: Diesen Ursprung der Vidyā habe ich dargestellt; wer Vollkommenheit begehrt, muss ihn stets kennen. Weil die Göttin diese ursprüngliche Vidyā einst verfluchte, ist sie ohne Lebenshauch. [Hier enthält der zitierte Text zusätzlich die ursprüngliche Nummer 6.] Auch im Muṇḍamālātantra: Diese Vidyā, die Kumārī ist, wurde von dir verflucht, o Gattentreue. Durch den ersten [Laut] ist sie ausgelöscht, durch den mittleren festgenagelt und durch den letzten gespalten; deshalb gelangt die Vidyā nicht zur Vollendung. Man darf nicht einwenden, dass dann auch die in der Śāradā gelehrte Vidyā verflucht sein müsse. Denn verflucht ist diejenige, die aus den im Jñānārṇava genannten, mit Bindu versehenen [Lauten] zusammengesetzt ist.
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P2-0728 · 8
Die Aufhebung des Fluches erklärt das Muṇḍamālātantra: Allein in Śivas Gestalt, allein in Śaktis Gestalt habe ich die Vidyā gefestigt. Daraus folgen die Laute ha und sa im Vāgbhava und im Kāmarāja, und ha im dritten Bīja; denn so wird es im noch zu erwähnenden Sārasamuccaya gezeigt.
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P2-0729 · 9
Auch im Tripurāsāra: Eben deshalb setzte Śambhu das Bīja von Śiva und Śakti über die beiden ersten Bījas; sein eigenes Kula über das andere und Feuer unter das mittlere. Von da an gewann sie Kraft. „Unter das mittlere“ bedeutet: nach dem mittleren Bīja. [Die verschlüsselten Bezüge von „sein eigenes Kula“ und „das andere“ sind im Zitat nicht weiter aufgelöst.]
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P2-0730 · 10
Auch im Rudrayāmala: Das erste ist Vāgbhava, o Göttin; das zweite ist das Kāma-Bīja. Das dritte, das Śakti-Bīja, soll stets mit Śiva verbunden sein.
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P2-0731 · 11
Diese wird Bālā genannt und ist von allen Fehlern frei. (Das erste Bīja soll in der Mitte stehen; das mittlere setze man an den Anfang. Wer den Mantra so wiederholt, wird der Herrschaft über die drei Welten teilhaftig. In die Mitte des zu Beeinflussenden [die syntaktische Zuordnung von „sādhyamadhye“ ist unsicher] setze man das letzte, in die Mitte [das erste], und das mittlere an den Anfang. Wenn man so verfährt und den Mantra wiederholt, erlangt man alle Vollkommenheiten.)
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P2-0732 · 12
Ein anderer Mantra. Im Śrīkrama: Man rezitiere Vāgbhava und das auf ī endende Kledinī-Bīja. Man rezitiere Śakti, verbunden mit au, und darunter Visarga. Das Bīja, von Bindu, Nāda und Śikhā durchdrungen, ist höchst schwer zu erlangen.
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P2-0733 · 13
Auf diese drei Bījas, o Göttin, folgen sauḥ und danach klīṃ [die Vorlage schreibt „klīñ“]. Diese fünfsilbige Vidyā wird als auf Erden schwer zu erlangen bezeichnet.
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P2-0734 · 14
Ein anderer Mantra, ebendort: Der Verständige wiederhole die drei Bījas der Bālā, o Göttin, entweder mit Haṃsa am Anfang oder mit Haṃsa am Ende, o Hochbeglückte, um Fehler wie den schlafenden Zustand zu bereinigen.
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P2-0735 · 15
Ebendort: Das Schlingen-Bīja, o Maheśānī, besteht aus Śakti und Śiva mit Feuer, verbunden mit dem zwölften Vokal und geschmückt mit Nāda und Bindu. Ich will Kāmarāja erklären: hrīṃ, Śakti und Śiva, Madana und das Indra-Bīja, Feuer, das linke Auge und Bindu. Der Śaktikūṭa, o große Göttin, besteht aus kroṃ, Śakti und Śiva, dem Feuer-Bīja, verbunden mit dem Manu-Vokal, mit Nāda, Bindu und Visarga. Dies ist die vierzehnsilbige Vidyā. Höre nun die sechzehnsilbige, o Ambikā: Danach folgt das Haṃsa-Bīja; so habe ich die sechzehnsilbige erklärt.
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P2-0736 · 16
Nun die Bālā der neun Kūṭas. Ebendort: Die drei Bījas der Bālā, o Göttin, bilden die drei Kūṭas der neunsilbigen [Vidyā]. Drei Raum-Kūṭas, o Göttin, bilden den neunfachen Kūṭa der Bhairavī. [Die knappe Vorlage erläutert diese Zusammensetzung nicht weiter.]
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P2-0737 · 17
Ein anderer Mantra, im Śrīkrama: Śiva, Śakti und das Sprach-Bīja mit Nāda, Bindu und Kalā: Dies wird Vāgbhava genannt, o Göttin. Höre Kāmarāja, o Liebe: Śiva, Śakti, Madana, Indra, Feuer und Māyā bilden den mit Nāda, Bindu und Kalā durchdrungenen Kūṭa, der höchst schwer zu erlangen ist. Śiva und Candra, endend mit Satya, sind mit Visarga, Bindu und Kalā versehen. Dies ist die neunsilbige Bālā, frei von allen Fehlern. Seine Bedeutung: Das erste besteht aus Śiva, Candra und Vāgbhava. Das zweite ist mit Śiva, Candra, Kāma, Erde, Feuer, dem vierten Vokal und Bindu verbunden. Das dritte ist mit Śiva, Candra, dem vierzehnten Vokal, Bindu und Visarga verbunden. [„satyāntaḥ“ im Vers ist als Lautumschreibung unsicher.]
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P2-0738 · 19
Eine andere beginnt mit Candra. So im Tripurāsāra: Diese Bhairavī wird von den Lehrern als mit Akula beginnend bezeichnet. Wenn sie mit Kula beginnt, so wird eben diese Vidyā auf Erden als schnell fruchtbringend bezeichnet; vor Menschen im Paśu-Zustand ist sie streng geheim zu halten. Ein anderer Mantra, im Tripurāsāra: Allein Śivas achter [Vokal] ist das erste Bīja; das andere ist Bhagas vorhergehendes achtes Bīja. Das letzte ist das Ende Śivas. Als dreilautig zählt man diese verschlüsselte Vidyā, die aus dem Mund des Gurus zu lernen ist.
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P2-0739 · 20
Seine Bedeutung: Bālā ist dreifach: Sie endet auf Bindu, auf Bindu und Visarga oder auf Visarga. Hier wird die auf Bindu endende abgeleitet: „Śivas achter“ ist ai; denn es heißt: „Śivas achter heißt Sammohana, Verzauberung.“ Śiva ist ū, sein achter ist ai. „Kevala“ bedeutet Bindu, nach der Wortableitung „es bewegt sich am Kopf, ke“; also Anusvāra. [Der anschließende Wortlaut „taduyuktam arśa āditvāt“ ist beschädigt und nicht sicher übersetzbar.] Damit ist das erste Bīja, Vāgbhava, gemeint. Bhaga ist e; sein vorhergehendes achtes Bīja ist i, das zweite. Ebenso ist das zum Nyāsa am Kopf bestimmte [Wort in der Vorlage entstellt] o; der an seinem Ende stehende Vokal au ist das dritte Bīja, allein. Damit sind die drei Bījas durch Bindu und Nāda bestimmt. Ein anderer Mantra, ebendort: Śakti, Śiva und das Feuer-Bīja, mit dem zwölften Vokal und Bindu; Śakti, Maheśa, Kāma, Indra, Feuer und Indu mit Māyā; Śakti, Śiva und Feuer mit dem Manu-Vokal und Visarga: Dieses Bīja wird als mit Nāda, Bindu und Kalā verbunden erklärt. [Die eigentümlichen Vokalableitungen werden nach der Vorlage wiedergegeben.]
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P2-0740 · 21
Yantra, Meditation, Verehrung und alles Weitere erfolgen bei diesen wie bei Bhairavī. Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen, da dies im Śrīkrama und anderen Werken so zu finden ist.
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P2-0741 · 22
Die anregende Vidyā dieser Formen steht im Śrīkrama: Zweimal „vada“, o Maheśānī, danach „vāgvādini“: Diese achtsilbige Vidyā setze man vor Vāgbhava. Der Wortteil „vada vada vāgvādini“ bedeutet: Sprich, sprich, o Sprachmächtige!
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P2-0742 · 23
„klinne kledini“, o Herrin der Götter, danach „mahāmokṣaṃ kuru“; man spreche Kāmarāja und unmittelbar danach den Praṇava oṃ. Danach „mahāmokṣaṃ kuru“ und ebenso den Śaktikūṭa. Am Anfang und am Ende wiederhole man dies der Reihe nach siebenmal. Der Wortteil bedeutet: O Feuchte, o Befeuchtende, bewirke die große Befreiung! [Die Vorlage ordnet die einzelnen Anregungsformeln nur elliptisch zu.]
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P2-0743 · 24
Nun Annapūrṇābhairavī. Tāra, Bhuvaneśānī, das Śrī-Bīja und das Kāma-Bīja; nach Hṛd und nach „bhagavati“ folgt das Wort „māheśvari“, dann „annapūrṇe“ und das Ṭha-Paar. Diese Vidyā hat zwanzig Silben. [Hṛd bezeichnet hier namaḥ; das Ṭha-Paar bezeichnet svāhā. Der Wortteil lautet: Verehrung dir, o erhabene Göttin, o große Herrin, o Annapūrṇā.]
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P2-0744 · 25
So auch im Kalpa: Wenn sie ohne das Kāma-Bīja steht, o Göttin, und das Śrī-Bīja vorangestellt ist, dann hat sie neunzehn Silben, o Göttin, und gewährt Überfluss an Reichtum und Getreide.
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P2-0745 · 26
Ihre Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis einschließlich des in der allgemeinen Verehrungsordnung angegebenen Nyāsa des Kultsitzes ausgeführt hat, [verehre man] auf den Staubfäden, im Osten beginnend, mit „oṃ vāmāyai namaḥ“ Vāmā und entsprechend Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikaraṇī, Balavikaraṇī, Balapramathanī und Sarvabhūtadamanī; in der Mitte Manonmanī. In ihrer Nähe verehre man Jayā, Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī und Aghorā; in der Mitte Maṅgalā. Überall beginnt die Formel mit oṃ und endet mit namaḥ. Darüber: „hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist.
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P2-0746 · 27
Danach der Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen: Am Kopf „brahmaṇe ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Brahmā; am Mund „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti; am Herzen „annapūrṇeśvaryai bhairavyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Annapūrṇeśvarībhairavī; am Geschlecht „hrīṃ bījāya namaḥ“ — hrīṃ, Verehrung dem Bīja; an den Füßen „śrīṃ śaktaye namaḥ“ — śrīṃ, Verehrung der Kraft; am ganzen Körper „klīṃ kīlakāya namaḥ“ — klīṃ, Verehrung dem Verschluss. So auch im Jñānārṇava: Bhuvaneśānī ist das Bīja; das Śrī-Bīja wird Śakti genannt. Das Kāma-Bīja ist der Kīlaka — und so weiter.
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P2-0747 · 28
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern: Mit „hrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — hrāṃ, Verehrung den beiden Daumen — und so weiter; ebenso an Herz und den weiteren Stellen mit „hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ — hrāṃ, Verehrung dem Herzen — und so weiter. So im Jñānārṇava: Mit Bhuvaneśī, verbunden mit den sechs langen Vokalen, o Maheśānī, [vollziehe man] die sechs Glieder — und so weiter.
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P2-0748 · 29
Danach der Wort-Nyāsa: Auf dem Scheitel „oṃ namaḥ“; auf den beiden Augen „hrīṃ namaḥ“ und „śrīṃ namaḥ“; auf den beiden Ohren „klīṃ namaḥ“ und „namo namaḥ“; auf den beiden Nasenöffnungen „bhagavati namaḥ“ — Verehrung, o erhabene Göttin — und „māheśvari namaḥ“ — Verehrung, o große Herrin; am Mund „annapūrṇe namaḥ“ — Verehrung, o Annapūrṇā; am Geschlecht „svāhā namaḥ“. Wieder lege man sie vom Geschlecht bis zum Scheitel auf. Im Jñānārṇava: Eins, eins, wieder eins, wieder eins, dann zwei; vier, vier, ebenso zwei: Dies sind die Wörter, o Pārvatī. Diese Wörter lege man auf die neun Öffnungen, o Herrin der Götter. Die neun Wörter lege man vom Geschlecht bis zur Brahmā-Öffnung auf. [Die Zahlen bezeichnen hier offenbar die Silbenzahlen der Mantra-Abschnitte; die überlieferte Zahlenreihe ist gegenüber den neun Wörtern unvollständig.]
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P2-0749 · 30
Dann lege man die vier Bījas auf die Brahmā-Öffnung, den Mund, das Herz und Mūlādhāra; den Rest lege man auf die fünf Stellen zwischen den Brauen, Nase, Hals, Nabel und Geschlecht, überall mit namaḥ am Ende. Dies wird dort auch gesagt: Nachdem man die vier Bījas der Reihe nach auf Brahmā-Öffnung, Mund, Herz und Mūlādhāra gelegt hat, lege man die übrigen auf die anderen Stellen. Auf die fünf Stellen zwischen den Brauen, Nase, Hals, Nabel und Geschlecht lege man wie zuvor der Reihe nach die mit namaḥ beginnenden [Mantra-Abschnitte] auf, o Göttin. Danach vollziehe man mit dem Grundmantra den den ganzen Körper durchdringenden Nyāsa und meditiere.
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P2-0750 · 31
So: Sie glänzt in der Farbe glühenden Goldes und trägt die junge Mondsichel als Kopfschmuck. Ihre Krone leuchtet im Glanz der neun Edelsteine; sie ist kuṃkumarot und trägt bunte Gewänder. Ihre Augen gleichen Fischen; sie ist dreiäugig. Ihre vollen, hohen Brüste haben die Gestalt goldener Krüge. Sie sieht Śambhu, weiß wie Kuhmilch, fünfgesichtig und dreiäugig, mit heiterem Antlitz, herrlich mit blauem Hals, mit verfilztem Haar, mit Schmuck aus bewegten Schlangen und weiß wie Jasminblüten, der unablässig freudig tanzt. So ist die höchste Göttin von Wonne erfüllt; ihr Gesicht ist freudig, ihre Augen sind bewegt. Ihre Hüften sind mit einem Gürtel geschmückt. Sie ist die Ewige, die sich an der Gabe von Nahrung erfreut, und ist mit Bhūmi und Śrī geziert. Nachdem man so meditiert und sie mit geistigen Gaben verehrt hat, stelle man die Muschel auf.
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P2-0751 · 32
Ihr Verehrungs-Yantra: Man zeichne ein Dreieck, vier Blütenblätter, danach acht Blütenblätter, einen Kranz von sechzehn Blütenblättern und die Erdumfassung mit vier Toren. [Die Vorlage liest beschädigt „bhuvimbaṃ“.]
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P2-0752 · 33ka
[Abbildung 31.] Nachdem man den Kultsitz verehrt hat, meditiere man erneut, vollziehe die Handlungen von der Herbeirufung bis zur Darbringung von fünf Blumenhandvoll und beginne die Verehrung der umgebenden Kreise. Im Lotuszentrum, an den Stellen Feuer, Īśāna, Asura, Wind und Mitte sowie in den Richtungen verehre man mit „hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ — hrāṃ, Verehrung dem Herzen — und den weiteren Formeln. Danach verehre man an der Spitze des Dreiecks Śiva mit „oṃ hauṃ namaḥ śivāya namaḥ“ — oṃ hauṃ, Verehrung; Verehrung Śiva. In der Windecke verehre man Varāha mit „oṃ namo bhagavate varāharūpāya bhūrbhuvaḥsvaḥpataye bhūpatitvaṃ me dehi dadāpaya svāhā“ — oṃ, Verehrung dem Erhabenen in Ebergestalt, dem Herrn von Erde, Zwischenraum und Himmel: Gib mir Herrschaft über die Erde, lass sie mir geben; svāhā. Im Jñānārṇava: Nachdem man „oṃ namaḥ“ gesprochen hat, folgt „bhagavate“, danach „varāharūpāya“ und „bhūrbhuvaḥsvaḥpati“, mit der Dativendung ṅe; dann „bhūpatitvaṃ me dehi dadāpaya“. Mit der Gattin des Feuers, svāhā, verbunden ist dies der Mantra Varāhas, o Schönangesichtige. In der südlichen Ecke verehre man Nārāyaṇa mit „oṃ namo nārāyaṇāya“ — oṃ, Verehrung Nārāyaṇa. Danach verehre man rechts und links Bhūmi und Śrī mit „oṃ glauṃ śrīṃ annaṃ me dehyannādhipataye mamānnaṃ pradāpaya svāhā śrīṃ glauṃ“ — oṃ glauṃ śrīṃ, gib mir Nahrung; dem Herrn der Nahrung [Dativform der Vorlage]: Lass mir Nahrung geben; svāhā śrīṃ glauṃ. Dann auf den vier Blütenblättern, vorn beginnend: „oṃ paravidyāyai namaḥ“ — Verehrung Paravidyā; „hrīṃ bhuvaneśvaryai namaḥ“ — Verehrung Bhuvaneśvarī; „śrīṃ kamalāyai namaḥ“ — Verehrung Kamalā; „klīṃ subhagāyai namaḥ“ — Verehrung Subhagā. So im Jñānārṇava: Verehre Paravidyā mit Tāra, Bhuvaneśī mit ihrem eigenen [Bīja], Kamalā mit Ramā, o Heilvolle, und Subhagā mit Kāma. Auf den acht Blütenblättern verehre man, im Westen beginnend, die Mütter Brāhmī und die übrigen. Auf den sechzehn Blütenblättern, im Osten beginnend: „naṃ amṛtāyai annapūrṇāyai namaḥ“, „moṃ madanāyai annapūrṇāyai namaḥ“ und entsprechend bhaṃ Tuṣṭi, gaṃ Puṣṭi, vaṃ Prīti, tiṃ Rati, māṃ Hrī (alternativ Kriyā), heṃ Śrī, śvaṃ Sudhā, riṃ Rātri, aṃ Jyotsnā, nnaṃ Haimavatī, pūṃ Chāyā, rṇe Pūrṇimā, svāṃ Nityā und hāṃ Amāvasyā. Bei allen setze man hinter den Namen „annapūrṇāyai“ und am Ende „namaḥ“: Verehrung der jeweiligen Annapūrṇā-Gestalt. [Die Verbindung bei Chāyā und Pūrṇimā ist in der Vorlage beschädigt; die Laute sind unverändert wiedergegeben.] So im Jñānārṇava: Mit den übrigen Lauten verehre man sie, wobei „Annapūrṇā“ das abschließende Namenswort bildet. Dann verehre man im Viereck die Weltenhüter. Ebendort: Im Viereck verehre man die Weltenhüter der Reihe nach. Danach beende man die Handlung mit Räucherwerk und den weiteren Gaben bis zur Entlassung.
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P2-0753 · 34
Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen. So heißt es: Nachdem man so meditiert hat, wiederhole man den Mantra 100.000-mal mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Unmittelbar danach opfere man ein Zehntel dieser Zahl mit Nahrung, der zerlassene Butter beigegeben ist.
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P2-0754 · 35
Damit enden die Bhairavī-Mantras. Nun die Śrīvidyā-Mantras; zunächst Meru. Im Jñānārṇava: Erde, Candra, Śiva, Māyā, Śakti, Kṛṣṇa und Madana [„kṛṣṇādhvamādanau“ ist beschädigt], Halbmond und Bindu: Dieser neunlautige [Mantra] wird Meru genannt. Die Mantras der Mahātripurasundarī entstehen aus Meru.
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P2-0755 · 36
Die vollständige Bhuvaneśānī ist als Bīja der Kāmeśī abgeleitet. Mit diesem erkläre ich die gesamten Vidyās, o Schönangesichtige. Dieser vierte Laut steht nach Śakti zwischen ka und la, o Schönäugige. Vāgbhava ist mit fünf Lauten ausgestattet; nun wird Kāmarāja erklärt. Madana, mit Śiva und Candra versehen, o Fischäugige: Dieser Kāmarāja, o Heilvolle, hat sechs Laute und bezaubert alles. Das Śakti-Bīja, o Schöngestaltige, beginnt mit Candra und bezaubert alles. Es hat die Gestalt von vier Lauten; Tripurā ist dreisilbig. Durch die Verehrung dieser [Vidyā], o Herrin der Götter, wird Kāma, an allen Gliedern schön, zum Kāmarāja, o Göttin. Diese Vidyā hat die Gestalt Brahmans. Seine Bedeutung: Śakti ist e; der vierte [Vokal] ist ī. Daher bilden ka, e, ī, la und Mahāmāyā den Vāgbhava-Kūṭa. [„Dreisilbig“ bezeichnet hier offenbar die drei Mantra-Gruppen; die Vorlage erläutert den Zählwechsel nicht ausdrücklich.]
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P2-0756 · 36ka
Śiva ist der Laut ha, Candra der Laut sa. Daher bilden ha, sa, ka, ha, la und Mahāmāyā den Kāmarāja-Kūṭa. Candra ist sa; daher bilden sa, ka, la und Mahāmāyā den Śaktikūṭa. Mit diesen drei Kūṭas besteht die Kāmarāja-Vidyā.
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P2-0757 · 37
Im Jñānārṇava: Höre, o Göttin; ich will die höchste, Lopāmudrā genannte [Vidyā] erklären. Wenn man aus der Kāmarāja genannten Vidyā Śakti und den vierten [Vokal] entfernt, o Schöne, und am Anfang Śiva und Indu hinzufügt, so wird Lopāmudrā offenbar. Seine Bedeutung: Aus dem Vāgbhava der Kāmarāja genannten Vidyā entferne man e und ī und setze an den Anfang ha und sa. Alles Weitere ist gleich. Diese wurde von Agastya verehrt. Den Unterschied zwischen diesen beiden werden wir später erklären.
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P2-0758 · 38
Ein anderer Mantra: Mittels des Vāgbhava der Kāmarāja genannten Vidyā, o Schönangesichtige, will ich die Ableitung der Vidyā erklären. Im Vāgbhava setze man Śiva zwischen Śakti und Madana. Kāmarāja beginne mit Śiva; das dritte beginne mit Candra. Diese Vidyā wurde von Manu verehrt. Seine Bedeutung: Im Vāgbhava-Kūṭa stehen Kāma, danach Śiva, danach e, danach die Dreiheit von ī an. Der mittlere Kūṭa beginnt mit Śiva, der dritte mit Candra. So auch im Candrapīṭha: Ka und Śiva, Bhaga und der vierte [Vokal], Kṣamā und Māyā bilden Vāgbhava. Śiva und Kāma, Bhaga, der vierte [Vokal], la und Parā bilden den Śaktikūṭa. Diese wird als Mānavī bezeichnet und von sämtlichen Überlieferungen verehrt. [Die Stellung Śivas im ersten Vers und in der Erklärung sowie die Bezeichnung des zweiten Kūṭa im Zitat sind nicht eindeutig gleichlautend.]
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P2-0759 · 39
Vāgbhava beginnt mit sa und ha, o Göttin. Im Kāmarāja beginnt Madana mit Candra und enthält Śiva in seiner Mitte; das Śakti-Bīja beginnt mit sa und ha. Diese von Candra verehrte Vidyā gewährt als Frucht Genuss und Befreiung. Seine Bedeutung: Der mit sa und ha beginnende Vāgbhava-Kūṭa der Kāmarāja-Vidyā ist hier ihr Vāgbhava. Am Anfang sa, dann ha, dann Madana, dann Śiva, dann e, dann ī, dann la, dann Mahāmāyā: Dies bildet den Kāmarāja-Kūṭa. Ihr Vāgbhava-Kūṭa ist zugleich ihr Śaktikūṭa. Diese Vidyā wurde von Candra verehrt.
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P2-0760 · 40
Vāgbhava beginnt mit ha und sa; im Kāmarāja beginnt Madana mit Śiva und enthält sa und ha in seiner Mitte. Höre nun das dritte, o Pārvatī: Das Śakti-Bīja beginnt mit ha und sa. Diese [Vidyā] wurde von Kubera verehrt. Seine Bedeutung: Wenn das Vāgbhava der Kāmarāja genannten Vidyā mit ha und sa beginnt, ist dies hier ihr Vāgbhava. Śiva und Candra, dann Kāma, dann Śiva, dann e, dann ī, dann la, dann Mahāmāyā bilden den Kāmarāja-Kūṭa. Ihr Vāgbhava-Kūṭa ist zugleich ihr Śaktikūṭa. Diese wurde von Kubera verehrt.
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P2-0761 · 41
Bei der Kāmarāja genannten Vidyā, o von den Göttern Verehrte, soll das dritte Śakti-Bīja mit sa und ha beginnen. Diese Vidyā wurde von Agastya verehrt. Seine Bedeutung: Der Vāgbhava-Kūṭa und der Kāmarāja-Kūṭa der Kāmarāja genannten Vidyā sind auch hier dieselben. Ergänzend ist zu verstehen: Der Śaktikūṭa beginnt mit sa und ha. Dies ist die zweite Lopāmudrā.
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P2-0762 · 42
Entferne im Vāgbhava der Kāmarāja genannten Vidyā Madana und füge an eben dieser Stelle Candra ein. Danach entferne im Kāmarāja Candra und setze ihn an den Anfang. Diese Vidyā wurde von Nandin verehrt. Seine Bedeutung: Man entferne im Vāgbhava der Kāmarāja genannten Vidyā Kāma und setze Candra ein; im Kāmarāja entferne man Candra nach Śiva und lasse ihn mit Candra beginnen. Alles Weitere ist gleich.
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P2-0763 · 43
Entferne im dritten Śakti-Bīja der Kāmarāja genannten Vidyā die dort stehende Erde, o Göttin, und setze sie unter Candra. Damit besteht der Śaktikūṭa aus Candra, Indra, Kāma und Mahāmāyā. Diese Vidyā wurde von Indra verehrt. Alles Weitere ist gleich. [Die Anweisung zur Erde und die anschließend genannte Lautfolge sind in der Vorlage nicht eindeutig deckungsgleich.]
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P2-0764 · 44
In der zweiten Lopāmudrā genannten Vidyā, o Maheśvarī, entferne im Kāmarāja Bhṛgu und setze eben ihn an den Anfang. Das vierte [Glied] sei ohne Śiva; im dritten ist Śiva mit allen [Lauten] verbunden. [Der letzte Halbvers „śivaṃ vinā caturthantu tārtīye sakalaḥ śivaḥ“ ist elliptisch; die folgende Erklärung legt die operative Lautänderung dar.]
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P2-0765 · 45
Und in der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā: Sie beginnt mit sa und ha; zwischen dem letzten sa und ha steht ka. Sie wurde von der Sonne verehrt. Seine Bedeutung: Im Kāmarāja-Kūṭa der zweiten Lopāmudrā entferne man das unter ha stehende sa, setze es an den Anfang und entferne das zweite ha. Im dritten Kūṭa setze man ka über das letzte sa. Diese Vidyā wurde von Sūrya verehrt.
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P2-0766 · 46
Schreibe die zweite Lopāmudrā auf, o Schöne unter den Göttern, und schreibe danach dieselbe nochmals auf. Entferne Bhuvaneśānī, die im vierten und fünften [Kūṭa] steht, und sprich alles in einem zusammenhängenden Aussprechen. Diese große Vidyā mit vier Kūṭas wurde von Śaṅkara verehrt. Seine Bedeutung: Nachdem man die zweite Lopāmudrā aufgeschrieben hat, schreibe man dieselbe nochmals, entferne Bhuvaneśī aus dem vierten und fünften Kūṭa und spreche alles in einem Zug. Zur Aussprache: Zuerst spreche man die drei Kūṭas, dann Kāma, e, den vierten [Vokal], Indra, Śambhu, Śaśāṅka, Kandarpa, Śiva, Indra, Candra, Śiva, Candra, Kandarpa, Indra und Mahāmāyā. [Die Vorlage hat im letzten Kandarpa-Namen einen Schreibfehler.]
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P2-0767 · 47
Schreibe wiederum Lopāmudrā auf, o Göttin, und danach die Vidyā des Nandikeśvara; so entsteht die sechskūṭige Vaiṣṇavī. Seine Bedeutung: Aufgrund des Wortsinns von „wiederum“ ist die zweite Lopāmudrā gemeint. „Aufgrund des Zusammenhangs“, sagt der Verfasser der Tantrakaumudī. Tatsächlich jedoch heißt es bei Dakṣiṇāmūrti: Nachdem man Agastyas Vidyā zweifach aufgeschrieben hat, [schreibe man] die von Nandin verehrte. In den drei Kūṭas der Kāmarāja genannten Vidyā, o Schönangesichtige, teile die dort befindliche Bhuvaneśānī in zwei, o Maheśvarī. Ohne Bindu und ohne Nāda wird sie zur von Durvāsas verehrten [Vidyā].
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P2-0768 · 48
Und bei Dakṣiṇāmūrti: An Māyās Stelle schreibe man der Reihe nach das Lautpaar ha und rī. Seine Bedeutung: Man teile die in den drei Kūṭas befindliche Bhuvaneśvarī in zwei, entferne Nāda und Bindu und spreche sie aus. Damit sind die zwölf Formen erklärt. Die fünfzehnsilbige Folge von Bījas wird im Navaratneśvara angegeben: Māyā (hrīṃ), Śrī (śrīṃ), Madana (klīṃ), o Göttin; ebenso Śrī, Māyā, Madana; Madana, Māyā, Śrī; Śrī, Madana, Māyā; Māyā, Madana, Śrī — so wurde sie erklärt, o Parameśvarī. Tripurā, deren Gestalt aus Bījas besteht, wird als Vernichterin des Todes bezeichnet. Dies ist die fünfzehnsilbige [Vidyā].
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P2-0769 · 49
Nun die nach besonderer Begriffsregel benannte Ṣoḍaśī. Im Jñānārṇava: Das Ende Candras und das Ende Daruṇas, jeweils mit dem Anfang Śakras, reich an linkem Auge, Bindu und Nāda, ihrem Wesen nach aus den Lauten der Weltmutter: Dieses setze man an den Anfang der Vidyā, o Göttin; sie verkörpert unmittelbar Brahman. Sämtliche Formen mit drei Kūṭas werden dadurch fünfkūṭig. Vaiṣṇavī wird achtkūṭig, Śāṅkarī sechskūṭig. Seine Bedeutung: Candras Ende ist ha, Varuṇas Ende ist śa [der Vers liest „daruṇa“, die Erklärung „varuṇa“]; Śakras Anfang ist r, das linke Auge ist ī. „An den Anfang der Vidyā“ bedeutet: an den Anfang der zuvor genannten zwölf Vidyās.
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P2-0770 · 50
Wenn sie am Anfang mit dem Beginn der Veden geschmückt und aus Śiva und Śakti gebildet ist, o Göttin, dann haben alle ihre Formen sechs Kūṭas, o Parameśvarī. Vaiṣṇavī wird neunkūṭig, Śāṅkarī siebenkūṭig. Seine Bedeutung: „Aus Śiva und Śakti gebildet“ bedeutet, dass sie die beiden zuvor genannten Bījas besitzt. „Beginn der Veden“ ist der Praṇava oṃ; „geschmückt“ bedeutet, am Anfang damit versehen.
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Nun Mahāṣoḍaśī. Die drei Formen sind erklärt; höre die große Vidyā, o Liebe. Schreibe die ersten beiden Bījas in umgekehrter Reihenfolge, o Heilvolle, o Parameśānī, und leite dann die übrigen ab. Kumārī, die Herrin Tripurās, ist nach innen gewandt, o Schöngestaltige. Verehre die sechskūṭige [Vidyā], umschlossen von diesen fünf Bījas, o Parameśānī. Diese Vidyā hat sechzehn Silben. Sämtliche dreikūṭigen Formen werden sechzehnsilbig, o Heilvolle; Vaiṣṇavī hat neunzehn Silben, die Śaivī siebzehn. Seine Bedeutung: Die ersten beiden Bījas sind Māyā und Ramā; die umgekehrte Reihenfolge ist zuerst Ramā, danach Māyā. Bei der nach innen gewandten Kumārī befindet sich das sonst in der Mitte stehende Kāma-Bīja vorn, am Anfang. Mit diesen fünf Bījas umschließe man die Vidyā mit sechs, sieben oder neun Kūṭas, indem man sie wie in einer Kapsel einschließt. Das bedeutet: Man umschließt sie in vorwärts und rückwärts gerichteter Reihenfolge. Manche erklären jedoch, sie werde in vorwärts gerichteter Reihenfolge umschlossen. Das ist nicht richtig, weil es allen Tantras widerspricht.
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So auch im Yoginītantra: Śrī-Bīja, Māyā, Smara, Yoni und Śakti; Tāra, Māyā, Kamalā und danach die Vidyā. Diese wird mit den bei Śakti beginnenden Bījas in umgekehrter Reihenfolge [abgeschlossen]. Dies ist Śrīṣoḍaśī, die von Śiva gelehrt wurde.
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So auch im Rudrayāmala: Śrī, Māyā, Madana, Vāṇī, Parā, Tāra, Śivapriyā, Haripriyā; dann die dreikūṭige [Vidyā], dann Parā, Vāṇī, Manobhava, Māyā und Lakṣmī: Dies ist die große Vidyā, die höchste sechzehnsilbige Śrīvidyā. Und bei Dakṣiṇāmūrti: Der Verständige schreibe das erste Paar der zweiten [Form] in umgekehrter Reihenfolge. Er wende Bālā nach innen und schreibe sie unmittelbar danach auf. Er schreibe Tāra, Māyā, dann Lakṣmī und ebenso die drei Kūṭas. Mit Kalā umschließe man die Ramā genannte [Vidyā], o Parameśvarī. „Mit Kalā“ bedeutet: mit den zuvor genannten fünf Kalās, beginnend mit Śakti. „Ramā genannt“ bedeutet: die zuvor genannte, mit dem Praṇava beginnende sechskūṭige [Vidyā]. Auch bei der Lesart „Umā genannt“ ist dieselbe Bedeutung gemeint. [Die Originalzählung springt hier von 52 auf 54.]
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Manche lesen anstelle von „mit Kalā“: „mit Bālā“, und dort außerdem „Parameśvarī“. Sie sagen, die [Vidyā] werde mit der nach innen gewandten Bālā umschlossen; „Ramā genannt“ bezeichne śrīṃ, „Parameśvarī“ hrīṃ. Daher sagen sie, auf dem hinteren Flügel [der Mantra-Umfassung] stehe „klīṃ aiṃ sauḥ śrīṃ hrīṃ“. Das ist nicht richtig, weil sie die Bedeutung des Wortes saṃpuṭa nicht kennen.
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Im Navaratneśvara: Am Anfang spreche man den ganzen Mantra, unmittelbar danach den Namen des zu Beeinflussenden; am Ende nochmals den Mantra in umgekehrter Reihenfolge. Dies wird Saṃpuṭa genannt. Aufgrund dieser Definition von Saṃpuṭa, wegen der sonst eintretenden mangelnden syntaktischen Verbindung und wegen des Widerspruchs zu allen Tantras [ist jene Auffassung abzulehnen].
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So auch in der Śrīkramasaṃhitā: Śrī, Māyā, Madana, Vāṇī und Parā: Diese setze an den Anfang. Dann der Beginn der Veden, Bhuvaneśānī, das Śrī-Bīja und die drei Kūṭas. Die sechskūṭige [Vidyā] umschließe man mit den ersten fünf Lauten. Und im Māyātantra: Lakṣmī, Parā, verbunden mit Madana und Yoni, und Śakti; Tāra, Parā, Kamalā und danach die Grund-Vidyā. Mit den bei Śakti beginnenden [Bījas] ist die umgekehrte Reihenfolge vorgeschrieben. So ist der herrliche König der Mantras der höchsten Gottheit erklärt. Daher ist die Meinung abzulehnen, sie werde mit den fünf Bījas in vorwärts gerichteter Reihenfolge umschlossen.
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In der Śruti hingegen: Ramā, Māyā, Tāra, Parā, Lakṣmī; Kumārikā, Vidyā, die umgekehrte Bālā sowie Śrī und Parā. „Umgekehrt“, viparītā, hat dieselbe Bedeutung wie vyastā. Kumārī ist als nach innen gewandt zu verstehen. Hier sind nach Kumārikā die drei mit Tāra beginnenden Bījas anzuschließen, kraft der Einheit der Aussagen der Tantras und kraft der Tripurā betreffenden Śruti. So auch: Śrī und Māyā; Bālikā mit dem mittleren [Bīja] am Anfang; Tāra, Māyā, Śrī, Vidyā und am Ende die fünf mit Parā beginnenden Bījas.
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Bei der Lesart „śrīparā ca“ ist nicht allein Bālā umgekehrt, sondern auch Śrī und Parā. Oder es handelt sich um eine Beschreibung der Gestalt der sechzehn Bījas der Vidyā, weil keine Reihenfolge genannt ist. Daher ist auch die Auffassung abzulehnen: Śrī, Māyā, Tāra, Māyā, Śrī, Bālā, die drei Kūṭas, die umgekehrte Bālā, Ramā und Māyā.
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Im Kulāmṛta: Das Śrī-Bīja, das Śakti-Bīja, das Kāma-Bīja und Vāgbhava; das am Ende Bālās stehende Bīja und unmittelbar danach der Praṇava; das Śakti-Bīja, Ramā und die Vidyā, o Parameśvarī: Lopāmbā oder Kāmarāja oder die höchste dreikūṭige [Vidyā]. Nachdem man sie angeordnet hat, o Schöne, ordne man wiederum die ersten fünf Bījas in umgekehrter Reihenfolge an. So entsteht die höchste Ṣoḍaśī.
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Und im Yāmala: Lakṣmī, Parā, Madana, Vāgbhava und das Śakti-Bīja; Tāra, Bhūti und Kamalā, danach die Grund-Vidyā. Die drei Kūṭas werden in umgekehrter Reihenfolge eingesetzt. Dieser herrliche sechzehnsilbige [Mantra] ist in den Āgamas wohlbekannt. „Die drei Kūṭas“ meint die mit Kāma beginnende Bālā. Das Wort „und“ schließt Ramā und Māyā ein.
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Im Nibandha: Das Ende des auf sa endenden [Zeichens], verbunden mit dem vor Śiva stehenden siebten, mit dem Ende des Feinen und mit Masta; die Göttin; der rechte Arm, verbunden mit Śakra, Kāma und Kalā; das Ende der Zähne, mit nach oben gewandtem Mund; Jīva mit den übrigen Zähnen und mit Mund: So werden die fünf Bījas erklärt, die die Vollendung aller Ziele gewähren. Danach spreche man den Beginn der Veden, die Dreiguṇige, Ramā und die von Kāma verehrte oder Lopāmbā; danach wieder das vorherige Fünferpaar [gemeint: die Fünfergruppe] in umgekehrter Reihenfolge. Diese Śrī, höher als das Höchste, gewährt die Vollendung aller Ziele, ist die Essenz der Essenzen und der höchste Ursprung sämtlicher Welten. Sie hat die Gestalt Brahmans, besteht aus sämtlichen Eigenschaften und ist doch ohne Eigenschaften und frei von Weltentfaltung. Unmittelbar ist sie die Wunscherfüllende, von Göttern und Asuras verehrt, von der Gestalt der Wonne. Seine Bedeutung: Weil sa ihr Ende ist, bedeutet sānta ṣa; weil dieses wiederum ihr Ende ist, bedeutet sāntānta śa. Śiva ist ha; sein vorhergehender siebter ist r. Das Ende des Feinen ist ī; Masta ist Anusvāra. Somit ist das Ramā-Bīja gemeint. „Die Göttin“ bedeutet Māyā. Der rechte Arm ist ka, Śakra la, „Auge“ bedeutet Verbindung; Kāma ist Bindu, Kalā ist Kāmakalā, der Vokal ī: Somit ist das Kāma-Bīja gemeint. Das Ende der Zähne ist ai; „nach oben gewandter Mund“ ist das oberhalb des Mundes stehende Bindu: Somit ist das Sprach-Bīja gemeint. Jīva ist sa, die übrigen Zähne sind au, Mund ist Visarga: Somit ist das Parā-Bīja gemeint. Der Beginn der Veden ist der Praṇava; die Dreiguṇige ist Māyā. [Die Wortbildungen folgen der im Text gegebenen Lautverschlüsselung, nicht gewöhnlichen Wortbedeutungen.]
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Eine andere Form wird im Kubjikātantra erklärt: Parā, Kamalā, Kāma, Vāgbhava und Śakti; Tāra, Śakti und Kamalā; dann füge man die dreikūṭige [Vidyā] hinzu. Die mit Śakti beginnenden [Bījas] lege man in umgekehrter Reihenfolge auf. So entsteht die höchste Mahāṣoḍaśī. Ein Yogin oder ein König möge diese Vidyā wiederholen, o große Göttin. Die Vidyā gewährt Genuss und Befreiung und schenkt am Ende die absolute Freiheit, Kaivalya.
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Die mit Parā beginnende, o Bhuvaneśānī, ist als Bhuvanasundarī zu erkennen. Die mit Kamalā beginnende große Vidyā ist als Kamalāsundarī zu erkennen. Die mit Kāma beginnende große Vidyā ist als Kāmasundarī zu erkennen. Die mit Vāgbhava beginnende große Vidyā gilt als die höchste Vāksundarī. Die mit Śakti beginnende große Vidyā ist als Śaktisundarī zu erkennen. Die mit Tāra beginnende große Vidyā ist als Tārasundarī zu erkennen.
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Die erste Vidyā ist Ānandasundarī, deren Gestalt verborgen ist. Mit Kāmarāja, o Herrin der Götter, und insbesondere mit Lopā entsteht der Mahāṣoḍaśī-Mantra durch Umkehrung der vier ersten [Elemente; der Bezug bleibt knapp]. Im Yoginītantra: Das Śrī-Bīja, das Śakti-Bīja, das Kāma-Bīja und Vāgbhava; das am Ende Bālās stehende Bīja und unmittelbar danach der Praṇava; das Śakti-Bīja und Ramā ordne man an, o Parameśvarī. Dann ordne man Lopāmbā, Kāmarājāmbā oder die höchste Bhairavī an; danach wiederum die ersten fünf Bījas, o Schöne, in umgekehrter Reihenfolge verbunden. Dies ist die auf Erden schwer zu erlangende Ṣoḍaśī. Wer den Mantra der vierten [Form] 100.000-mal wiederholt hat, wird zum Herrn der Vollkommenheiten. „In umgekehrter Reihenfolge“ ist mit „die fünf Bījas anordnen“ zu verbinden.
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Im Jñānārṇava: Mit Tausenden von Millionen Mündern und selbst mit Hunderten von Millionen Zungen lässt sich diese sechzehnsilbige Śrīvidyā nicht beschreiben. Vaikharī ist zur Beschreibung ihrer Eigenschaften unfähig, weil sie an das sprachlich Ausdrückbare gebunden ist. Denn die Wirklichkeit ist jenseits der Laute; Parā ist gerade dort ihr Ursprung. Paśyantī verstummt, Madhyamā wird zur Mittleren [das Wortspiel bleibt im Text unerläutert]. Sie hat wahrlich die Gestalt der Brahman-Vidyā und gewährt als Frucht Genuss und Befreiung. Millionen Vājapeya-Opfer, Tausende Pferdeopfer, die rechtsläufige Umwanderung der Erde sowie 35 Millionen Pilgerfahrten zu Kāśī und anderen heiligen Orten erreichen nicht das Gewicht eines einzigen Aussprechens, o Herrin der Götter; darüber besteht kein Zweifel. Durch ein einziges Aussprechen, o Girijā — um wie viel mehr [erlangt man] das reine Brahman! [Der Satz ist elliptisch.] Die große sechzehnsilbige Vidyā darf niemals öffentlich bekannt gemacht werden. Du sollst sie geheim halten, o Heilvolle, wie deine eigene Yoni, o Pārvatī.
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Die Bījāvalī-Ṣoḍaśī, die sechzehnsilbige Bīja-Reihe. Im Rudrayāmala: Schreibe Śrī-Bīja und Māyā, ebenso Kumārikā; Śrī-Bīja, Māyā, Kāma, Vāc, Māyā und Kamalā; Parā, Kāma, das Sprach-Bīja, Māyā und das Śrī-Bīja. Dies ist die Bījāvalī-Ṣoḍaśī, die in allen Tantras geheim gehalten wird. Ein Königreich darf man geben, den eigenen Kopf darf man geben; die Bīja-Ṣoḍaśī darf man nicht geben.
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Im Brahmayāmala: Am Anfang Lakṣmī und Parā, ebenso Kumārikā; dann Śrī-Bīja, Parā-Bīja, Kāma und Vāgbhava. Parā, Śrī und Bālikā schreibe man in umgekehrter Reihenfolge verbunden. Am Ende setze man Parā und Śrī. Vollständig habe ich sie dir erklärt. Diese Vidyā, in der Bālā vorherrscht, wird in allen Lehrwerken geheim gehalten.
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In einem anderen Tantra wird ein anderer Mantra erklärt: Die erste ist die Kuṇḍalinī-Śakti; Śakti ist zuerst, danach Parā. Zwischen diese beiden setze man Govindas Geliebte, o Göttin. Danach folgt das Manmatha-Bīja und unmittelbar danach der Anfang Bālās. An den Anfang von Hṛllekhā und Ramā setze man den Vedā[nfang; die Vorlage liest beschädigt „vedaktraṃ“]. Dann setze man Lopā ein, o Göttin, oder die höchste dreikūṭige [Vidyā]. Danach ordne man die ersten fünf Bījas an, o Schöne. Diese Ṣoḍaśī ist streng geheim zu halten; aus Zuneigung habe ich sie offenbart, o Göttin.
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Ihre unvergleichliche Herrlichkeit lässt sich selbst mit Hunderten von Millionen Zungen nicht aussprechen, o Göttin; um wie viel weniger mit fünf Mündern!
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Selbst das Liebste darf man geben: Kinder, Gattin, Vermögen und dergleichen. Ein Königreich darf man geben, den eigenen Kopf darf man geben; die sechzehnsilbige [Vidyā] darf man nicht geben.
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Eine weitere Weise der Ṣoḍaśī erklärt das Siddhayāmala: Kāma, Māyā, Ramā, Bālā, die dreikūṭige [Vidyā], Strī, Bhaga und Aṅkuśa, Kālī, Kāmakalā und Kūrca; ganz am Anfang steht der Praṇava, o Liebe. Dies ist die herrliche Mahāṣoḍaśī, die in den drei Welten berühmt ist. Durch ihre Erkenntnis vernichtet die Vidyā den Tod; alle Überlieferungen verehren sie. In den Tantras und anderen Werken sind 700.000 große Vidyās erklärt, o Liebe. Welche streng geheim gehaltenen Vidyās auch zur Essenz der Essenz geworden sind — was bedarf es hier vieler Worte? Ṣoḍaśī ist ihre Essenz. Diese habe ich offenbart, o große Göttin, nach der du wieder und wieder gefragt hast.
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Im Rudrayāmala: Durch das Hinzufügen Śivas nach Pṛthvī im Vāgbhava der Lopāmudrā und von sa am Anfang des Kāmarāja wird Lopā sechzehnsilbig. Eine Vidyā ihresgleichen liegt nicht im Bereich des Vidyārṇava, des Ozeans der Vidyās.
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Ebendort: Durch das Einsetzen Anantas nach ka im Vāgbhava wird die Königin der Vidyās zur sechzehnsilbigen großen Vidyā, heilvoll und aus der Einheit von Bewusstsein und Brahman bestehend. Man setze das Śiva-Bīja nach Śakra im Vāgbhava der Lopā ein und ebenso im Śakti-Bīja: Dann ist Lopā siebzehnsilbig.
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Wenn am Ende des Śaktikūṭa der Lopā das Haṃsa-Bīja hinzugefügt ist, dann ist sie die siebzehnsilbige Vidyā, die unmittelbar die Gestalt der Erkenntnis hat. Allein durch die Erinnerung an sie wird man Śiva; anders ist es nicht. Man wird Herr der acht Vollkommenheiten, beginnend mit Aṇimā, und unmittelbar ein Indra auf Erden.
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Ebendort wird hinsichtlich Lopāmudrā die achtzehnsilbige [Form] so beschrieben: Man setze Adhara mit Bindu an den Anfang des Vāgbhava, Madana an den Anfang des Kāmarāja und an den Anfang des dritten [Kūṭa], o Maheśvarī, Bhṛgu mit Visarga und mit dem Manu-[Vokal], o Göttin. Dies ist die achtzehnsilbige Śrīvidyā, die auf Erden schwer zu erlangen ist, durch die Gnade des verehrten Gurus, o Göttin, o Spenderin beständiger Vollkommenheit.
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P2-0796 · 77
Nachdem man die große Herrin Lopāmudrā 900.000-mal wiederholt hat, ist danach die achtzehnsilbige Vidyā zu verehren, o Schönangesichtige. Andernfalls zieht man sich einen Fluch zu, und die eigene Familie geht zugrunde.
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Die Vidyā gewährt alles Heil, vernichtet alle Hindernisse, schenkt alles Wohlergehen, o Göttin, und bewirkt alles Glückbringende. Eine Vidyā ihresgleichen ist in den drei Welten äußerst schwer zu erlangen.
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P2-0798 · 79
Ebendort: In der Kāmarāja genannten Vidyā setze man Vāgbhava an den Anfang des Vāgbhava, Bhuvaneśī in den Kāmarāja und das Śrī-Bīja vor Śakti. Auch diese wird als achtzehnsilbig bezeichnet. Sie gewährt alle Vollkommenheiten, schenkt unmittelbar Genuss und Befreiung und erfüllt die Ziele des menschlichen Lebens.
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P2-0799 · 80
Eine Vidyā ihresgleichen ist in den drei Welten äußerst schwer zu erlangen. Es gibt sie nicht, es gibt sie nicht, nochmals: Es gibt sie nicht. Wahrlich, wahrlich sage ich es dir.
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P2-0800 · 81
Ein anderer Mantra: Zuerst leite man den Praṇava ab, danach Kulasundarī; den Kāma-Laut, den Śakti-Laut, dann Purandara und Hara. Nachdem man Bhuvaneśī abgeleitet hat, folgt die umgekehrte Bālikā; der Praṇava mit Visarga, danach Kulasundarī. Nachdem man den Vāgbhava der Lopā abgeleitet hat, folgt die umgekehrte Bālikā; der Praṇava mit Visarga, danach Kulasundarī. In die Mitte des Śaktikūṭa füge man ha ein, o Śivā. Dort folgt die umgekehrte Bālikā und der Brahman-Laut mit Visarga. Dies ist die höchste herrliche Vidyā, die allein Befreiung gewährt. Was könnte durch ihre 100.000-malige Wiederholung auf Erden nicht gelingen? Allein durch die Erinnerung an sie wird man Śiva; anders ist es nicht. Kulasundarī bedeutet Bālā; der Brahman-Laut ist der Praṇava. [Die Wiederholung von Praṇava und Kulasundarī steht so in der Vorlage und wird beibehalten.]
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P2-0801 · 82
Im Yoginījālandhara hinsichtlich der Kāmarāja-Vidyā: Wenn die drei Kūṭas der Reihe nach mit dem Sprach-, Māra- und Śakti-Bīja beginnen, entsteht die achtzehnsilbige [Vidyā] namens Tripurāmālinī. Als vorbereitende Praxis gelten 50.000 Wiederholungen je Laut.
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P2-0802 · 83
Im Śrīkrama: Höre diese Vidyā, o Herrin der Götter: Kāma, verbunden mit Indra, unterschieden durch Nāda, Bindu und Kalā und verbunden mit dem vierten Vokal. Dies ist die Vidyā Mahāśrīsundarī, Mahātripurasundarī.
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Im Laut ka ist alles entstanden; er gewährt Begehren und absolute Freiheit. Im Laut la liegt sämtliche Herrscherfülle; im Laut ī liegt die Gewährung aller Vollkommenheiten. So ist die Dreiheit der Bījas, o Heilvolle, die gesammelte Essenz der Vidyās. [Die Vorlage nennt ka, la und ī als Bestandteile des zuvor abgeleiteten Bīja.]
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P2-0804 · 85
Vāgbhava und Kāmarāja setze man nicht in Śakti ein. Mit einem einzigen Laut ist sie erklärt: allein die Brahman-Vidyā.
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P2-0805 · 86
Den Unterschied zwischen Kāmarāja und Lopāmudrā erklärt das Kuloḍḍīśa: Durch die Śrī, Parā und Vāgbhava genannten sowie durch Īśvarī, Tāra und Manmatha, die jeweils am Anfang stehen, wird Sundarī unterschieden und ist sechsfach.
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P2-0806 · 87
Ebenso [stehen] am Anfang dieser beiden Kāma, Māyā und das Śrī-Bīja oder Māyā, Śrī und das Kāma-Bīja; so ist die achtzehnsilbige [Form] dreifach. So auch im Kuloḍḍīśa: Beginnend mit Kāma, Māyā, Ramā; ebenso Māyā, Lakṣmī, Smara; oder Ramā, Māyā, Kāma: Die achtzehnsilbige [Vidyā, verschlüsselt als Acht und Mond/Eins] ist dreifach. „Smara, Yoni, Lakṣmī: Diese Dreiheit am Anfang deines Mantras“ — so wurde es vom erhabenen Ācārya dargelegt.
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P2-0807 · 88
Der Śakti-Kāmarāja steht im Śrīkrama: Das Māyā-Bīja, dann Jhiṇṭī, Kāma, Śakra und Raum der Reihe nach; Jātavedas, gezeichnet mit Nṛgāṅka, o Parameśvarī: Dies ist der Vāgbhava-Kūṭa. Der Kāmarāja ist der frühere; ebenso dort das Śakti-Bīja. So ist diese Sundarī erklärt. Auch hier erfolgt die Verbindung der Bījas wie zuvor. Māyā ist ī; Jhiṇṭī ist e. [„nṛgāṅka“ ist eine unsichere Lesart, vermutlich eines Mondnamens; sie wird nicht still berichtigt.]
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P2-0808 · 89
Wieder wird Śakti erklärt: Dieses Bhaga, dann Māyā, Brahmā, Śakra und Hara mit Feuer, verbunden mit dem linken Auge und geschmückt mit Nāda und Bindu: Dies ist als Vāgbhava angegeben. Kāma und Śakti sind wie zuvor. Bhaga ist e. Auch hier erfolgt die Verbindung der Bījas wie zuvor.
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P2-0809 · 90
Hier gibt es eine Besonderheit: Wenn man das Brahmā-Bīja in die drei Kūṭas einfügt, o Schönangesichtige, [heißt sie] im ersten Sundarī, o Göttin, im zweiten Brahmasundarī; im Śaktikūṭa, o Maheśānī, gilt sie als Anantasundarī. Diese sechzehnsilbige Vidyā wird nach den unterschiedlichen Lehrmeinungen dargestellt.
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P2-0810 · 91
Ein anderer Mantra: Am Ende der drei Kūṭas steht das Haṃsa-Bīja, geschmückt mit Bindu und Visarga. Diese mit Śrīs Lebenshauch verbundene [Vidyā] befreit vom Leid der Armut.
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Die Śakti-Lopāmudrā hingegen: Śakti, Maheśa und Kāma, unmittelbar danach das Indra-Bīja, danach Mahāmāyā: Aus Zuneigung zu dir erkläre ich dies. Wie zuvor sind die Kāma und Śakti genannten Laute von ihren Verschlüssen befreit. So ist die Śākta-Mahāvidyā mit der westlichen Überlieferung verbunden. Śakti ist sa. „Wie zuvor“ bedeutet: wie bei der Kāmarāja-Vidyā. Auch hier erfolgt die Verbindung der Bījas wie zuvor.
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P2-0812 · 93
Ein anderer Mantra: Das Śiva-Bīja, Śakti und Soma, Madana und Purandara, verbunden mit Raum und Feuer sowie mit dem vierten Vokal und Bindu. Kāmarāja und das Śakti-Bīja leite man wie zuvor ab. Diese Vidyā, o Maheśānī, lässt sich wahrlich nicht beschreiben. Śakti ist sa, Soma ist sa. „Wie zuvor“ bedeutet: wie bei der Kāmarāja-Vidyā. Auch hier erfolgt die Verbindung der Bījas wie zuvor.
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P2-0813 · 94
Śiva, Śakti und Bhuvaneśī bilden das höchste Vāgbhava-Bīja. Kāma und Raum, o Herrin der Götter, unmittelbar danach Mahāmāyā; Soma, Raum und Mahāmāyā: Als neunsilbig wird die höchste [Vidyā] erklärt. Dies ist Rudraśakti, o Göttin, die Führerin der östlichen Überlieferung.
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P2-0814 · 95
Ein anderer Mantra: Madana, Gotrabhid, endend mit sa, mit r, dem linken Auge und Candra versehen, verbunden mit Nāda und Bindu: So wird er erklärt, o Parameśvarī. [Gotrabhid ist ein Name Indras; die genaue Lautzuordnung wird hier nicht erläutert.]
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P2-0815 · 96
Brahmā, Raum, Śakra, Nakulīśa und Feuer: Mit Māyā, Bindu und Nāda leite man Kāmarāja ab. Śakti, Madana, Śakra, Hara und Feuer mit Māyā, von Nāda und Bindu durchdrungen: So wird der Wünsche gewährende Mantra erklärt. Diese Vidyā, o Maheśānī, wird als elfsilbig angegeben.
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P2-0816 · 97
Ein anderer Mantra: Madana, Pañcavaktra, Lohitā, Rudrayoginī, Purandara und Mahāmāyā bilden das höchste Vāgbhava-Bīja. Kāma und Śakti leite man wie zuvor ab, o Göttin: [So entsteht] Sundarī. Lohitā ist kṣa; Rudrayoginī ist ma. „Wie zuvor“ bedeutet: wie bei der Kāmarāja-Vidyā.
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P2-0817 · 98
Bhṛgvīśa, Raum, Hānta, Kāla, Indra und Maheśvara, reich an linkem Auge, Feuer und Bindu, bilden Vāgbhava, o Parameśvarī. Kāmarāja und den Śaktikūṭa leite man wie zuvor ab. Bhṛgvīśa ist sa, Hānta ist kṣa, Kāla ist ma. „Wie zuvor“ bedeutet: wie bei der Kāmarāja-Vidyā. Überall gilt diese Reihenfolge.
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P2-0818 · 99
Ein anderer Mantra: Viṣṇu und Īśa, dann Hānta, Kāleśa, danach Pṛthivī und danach Bhuvaneśī: So ist dir Vāgbhava erklärt. Kāmarāja und Śaktikūṭa sind wie zuvor angegeben, o Liebe. Viṣṇu-Īśa ist ha mit dem Vokal a; Kāleśa ist ma.
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P2-0819 · 100
Die Subhagodayā-Vidyā wird im Śrīkrama erklärt: Śakti, Svayambhū, Śambhu, Śakra und Bhuvaneśvarī; Śiva, Madana, Rudra, Indra und unmittelbar danach Mahāmāyā; Kāma, Śiva, dann Brahmā, Indra und Bhuvaneśvarī. Dies ist, o Parameśānī, Sundarī Subhagodayā, die den Aufgang des Glücks bewirkt. Steht das Haṃsa-Bīja am Ende der drei Kūṭas, dann wird sie siebzehnsilbig.
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P2-0820 · 1
Das Sprach-Bīja, Vijayā, Māyā, Brahmā, Śakra und Pārvatī; das Manmatha-[Bīja], das Śiva-Śakti-[Bīja], Madana, Hara und Indra; danach Mahāmāyā; Śakti, Manu mit Visarga, Candra, Prajāpati, Śakra und danach die höchste Mahāmāyā: Dies ist die achtzehnsilbige Vidyā Mahātripurasundarī. Wird Haṃsa ganz am Ende hinzugefügt, dann wird sie zwanzigsilbig. [Die Vorlage beginnt hier ihre ursprüngliche Nummerierung erneut bei 1.]
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P2-0821 · 2
Die erhabene Göttin sprach: Sprache, Schöpfung, Bewahrung, Auflösung und die Namenlose — erkläre die fünf Sundarīs, o Herr, o Gott, wenn es deinem Sinn gefällt.
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P2-0822 · 3
Īśvara sprach: Śiva, Madana, Indra, Śakti und Bhuvaneśvarī; Brahmā, Śiva, Indra, Śakti und danach die höchste Mahāmāyā; Madana, Indu, Śakti, Śiva und an ihrem Ende Mahāmāyā. Śakti ist sa. Dies ist Bhāṣā, Sprache.
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P2-0823 · 4
Śiva, Candra, Kāma, Śakra und Bhuvaneśvarī; Śiva, Indra, Kāma, Rudra, Candra und Parameśvarī; Śakti, Kāma, Śakra und danach die höchste Mahāmāyā. Dies ist Sṛṣṭi, Schöpfung.
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P2-0824 · 5
Śiva, Indra, Kāma, Śakti und unmittelbar danach Mahāmāyā; Kāma, Candra, Maheśa, Indra, Śakti und Pārvatī; Brahmā, Maheśvara, Śakti, Śakra und Bhuvaneśvarī. Dies ist Sthiti, Bewahrung.
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P2-0825 · 6
Śiva, Indra, Kāma, Śakti und danach die höchste Parameśvarī; Śiva, Śakti, Madana, Indra und Śiva mit Feuer, Indu und Māyā; Śiva, Śakti und ka, la, ha, geschmückt mit Feuer, Māyā und Indu. Dies ist Saṃhṛti, Auflösung.
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P2-0826 · 7
Śakra, Brahmā, das Candra-Bīja und unmittelbar danach Mahāmāyā: So ist Vāgbhava erklärt. Höre nun Kāmarāja: Śakti, Śiva, Madana, Indra und danach die höchste Parameśvarī; Śiva, Śakti, Soma, Śūnya, Brahmā und Maheśvarī. Dies ist Nirākhyā, die Namenlose. Śūnya ist ha.
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P2-0827 · 8
Die Göttin sprach: Erkläre mir Svapnāvatī und Madhumatī, o Herr. Jetzt wünsche ich sie zu hören, wenn du mir Gnade erweist.
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P2-0828 · 9
Īśvara sprach: Śiva, Madana, Śakra, Śakti und Bhuvaneśvarī; Maheśa, Brahmā, Haṃsa, Indra und Bhuvaneśvarī; Maheśa, Śakti, Kāma, Purandara und Raum, verbunden mit Feuer und Māyā-Kalā, geschmückt mit Nāda und Bindu. Haṃsa ist ha; Māyā-Kalā ist ī. Diese ist als Svapnāvatī bekannt, die fünfzehnte Kalā. Dies ist Svapnāvatī, die Traumhafte. [Die letzte Zahlenangabe steht knapp und ohne weitere Erklärung in der Vorlage.]
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P2-0829 · 10
Brahmā, Maheśa, Indra, Śakti und Bhuvaneśvarī; Brahmā, Raum, Marut, Śakra und danach die höchste Parameśvarī; Madana, Soma, Candra, Śakra und Parameśvarī. Marut ist ya. Diese ist als Madhumatī bekannt und wird in allen Tantras geheim gehalten. Dies ist Madhumatī, die Honigsüße.
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P2-0830 · 11
Im Śrīkrama: Eben die Kāmakeśvarī-Vidyā wird in der Reihenfolge der drei Kūṭas rezitiert, mit den drei Kūṭas der Saubhāgyā und den fünf Kūṭas der Pañcamī. Die große Vidyā Tripurā ist aus elf Kūṭas gebildet. Die Vidyā, die Essenz der Essenz, wird als elfsilbig erklärt. [Die Vorlage verwendet hier „elf Kūṭas“ und „elf Silben“ nebeneinander und erläutert die Zählweise nicht.]
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P2-0831 · 12
Nun Pañcamī: Kāma, mit Viṣṇu verbunden, o Göttin; Śakti, Māyā und Indra, danach Mahāmāyā: So leite man das Vāgbhava-Bīja ab. „Mit Viṣṇu verbunden“ bedeutet: mit a verbunden. Śakti ist e, Māyā ist ī.
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P2-0832 · 13
Raum, Candra, danach ka und la sowie Nakulī und Feuer, verbunden mit dem Māyā-Vokal und ausgestattet mit Nāda, Bindu und Kalā: Dies ist der erste Kūṭa des Kāmarāja, höchst schwer zu erlangen.
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P2-0833 · 14
Raum, mit Viṣṇu verbunden, Kāma, Haṃsa, unmittelbar danach Śakra und danach Mahāmāyā: Dies wird Svapnāvatī genannt. Dies ist der zweite Kāmarāja-Kūṭa. Haṃsa ist ha.
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P2-0834 · 15
Madana und das Śiva-Bīja, unmittelbar danach das Wind-Bīja, danach das Indra-Bīja und Mahāmāyā leite man ab. Dies ist der dritte Kūṭa. Dies ist Madhumatī.
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P2-0835 · 16
Das Śiva-Bīja, dann Kāma, Indra und Devī setze man ein; danach Mahāmāyā. So leite man den Śaktikūṭa ab. Devī ist sa.
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P2-0836 · 17
Im Kuloḍḍīśa: Vāgbhava ist der erste Kūṭa, der Śaktikūṭa der fünfte. Die drei mittleren Kūṭas, o Göttin, bilden den reizvollen Kāmarāja. Die Pañcamī-Vidyā ist erklärt, die das Glück in den drei Welten aufgehen lässt.
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P2-0837 · 18
Īśvara sprach: Höre, o Göttin, o Hochbeglückte, den äußerst schwer zu erlangenden Śaktikūṭa. Vāgbhava ist der erste Kūṭa; Kāmarāja besteht aus drei Kūṭas. Den Śaktikūṭa erkläre ich dir besonders aus Zuneigung: Jīva und Prāṇa, o Maheśānī, unmittelbar danach Madana, danach das Indra-Bīja; Bhuvaneśī ist das fünfte. Dies ist eine weitere Form des Śaktikūṭa. Jīva ist sa, Prāṇa ist ha.
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P2-0838 · 19
Oder, o Herrin des Gottes der Götter, [nehme man] das Vāgbhava der Saubhāgyā, die drei Kāmarāja-Kūṭas und das Śakti-Bīja wie zuvor; oder den mit dem linken Auge beginnenden Kūṭa oder den mit Bhaga beginnenden Kūṭa. Die Vidyā vernichtet Feinde, gewährt Vollkommenheit und ist von allen Fehlern frei. Bhaga ist e. So ist Pañcamī durch die Unterschiede des Vāgbhava- und des Śaktikūṭa achtfach.
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P2-0839 · 20
Im Yāmala: Die höchste Pañcamī-Vidyā ist zweifach, fünfmal fünfsilbig; in der Mitte sechssilbig und Śakti viersilbig. „Sechs“ meint den mittleren Kūṭa der Kāmarāja-Vidyā. „Śaktikūṭa“ meint den Śaktikūṭa des Kāmarāja. Durch die Unterschiede des Vāgbhava-Kūṭa ist diese vierfach. [Die knappen Zählangaben werden so nach der Vorlage wiedergegeben.]
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P2-0840 · 21
Bei diesen beiden, die achtfach beziehungsweise vierfach angeordnet sind, [steht] der dritte Kūṭa des Kāmarāja ebendort: Kāmarāja, o Maheśānī, unmittelbar danach das Śiva-Bīja; darunter das Haṃsa-Bīja und das Indra-Bīja stelle man sich vor. Danach Mahāmāyā: Dieser Kūṭa ist höchst schwer zu erlangen. Auch diese ist wie zuvor achtfach, die andere vierfach.
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P2-0841 · 22
So auch im Tattvabodha: Kāma, Raum, Parā und Śakra [die Verbindung „śakraḥasaṃsthāna“ ist beschädigt], deren Gestalt durch die Anordnung geschaffen wird. Parā ist sa. „Deren Gestalt durch die Anordnung geschaffen wird“ bedeutet Mahāmāyā.
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P2-0842 · 23
So auch im Tantra: Das Kāma-Bīja, o Maheśānī, unmittelbar danach das Śambhu-Bīja; darunter das Candra-Bīja, dann schreibe man das Pṛthvī-Bīja und an dessen Ende Mahāmāyā. Dieser Kūṭa ist höchst schwer zu erlangen. Diese ist wie zuvor achtfach, die andere vierfach. Daher hat Pañcamī sechsunddreißig Formen.
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P2-0843 · 24
Im Śrīkrama: Höre den Lebenshauch eben dieser Vidyās, o Schönangesichtige. Ramā, Māyā und das Haṃsa-Bīja setze man an den Anfang des Vāgbhava. Am Ende von Śakti, o große Göttin, stehen Haṃsa, Māyā und Ramā. Verbunden mit diesen vollziehe man die Wiederholung der Vidyā, o Herrin der Götter. Die Wiederholung erfolgt genau siebenmal, da dies bei der Dīpanī so zu finden ist. „Dieser“ bedeutet: der zuvor genannten, im Śrīkrama gelehrten Vidyās.
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P2-0844 · 25
Bei Pañcamī gibt es folgende Besonderheit: Ramā, Māyā und das Haṃsa-Bīja setze man an den Anfang des Vāgbhava; am Ende von Śakti, o Maheśānī, stehen Haṃsa, Māyā und Ramā. Für die drei Kāmarājas, o Göttin: ka, verbunden mit Śakra, mit Māyā, Bindu und Īśvara, strahlend wie Millionen Sonnen … [Der Satz setzt sich in der folgenden Einheit fort.]
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P2-0845 · 25ka
… dies setze man zuerst an den Anfang des Kāmakūṭa. Das Ende von va, verbunden mit Feuer, geschmückt mit dem linken Auge und verbunden mit Nāda und Bindu, wird als Bīja der Śrī angegeben. Nachdem man es ausgesprochen hat, wiederhole man den zweiten Kāmarāja, o Schöne. Raum, verbunden mit Feuer, geschmückt mit dem linken Auge und verbunden mit Nāda und Bindu, wird als Māyā-Bīja erklärt. Dann wiederhole man auch Madhumatī, die sämtliche begehrten Früchte gewährt.
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P2-0846 · 26
Nun die Dīpanī, die anregende [Vidyā]: Tāra, Lakṣmī, das Sprach-Bīja, Manmatha und Bhuvaneśvarī. Nachdem man dies wiederholt hat, spreche man danach das Vāgbhava genannte [Mantra-Glied] aus.
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P2-0847 · 27
Praṇava, Bhuvaneśānī, Ramā, Kāma und Vāgbhava: Nachdem man danach Kāmarāja wiederholt hat, bewirkt man die Erschütterung der drei Welten.
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P2-0848 · 28
Oṃ und das Sprach-Bīja, Ramā, Manmatha mit Māyā: Dann wiederhole man Svapnāvatī, o große Göttin, mit gesammeltem Geist.
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P2-0849 · 29
Praṇava, Adhara, Kāma, Ramā und Bhuvaneśvarī: Nachdem man danach Madhumatī wiederholt hat, [spreche man] Māyā, Śrī und das Kūrca-Bīja.
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P2-0850 · 30
Mit dem Praṇava am Anfang, o Herrin der Götter, und mit dem Haṃsa-Bīja umschlossen: Nachdem man dieses Bīja ausgesprochen hat, wiederhole man den Śaktikūṭa. Dies ist die Dīpanī-Vidyā, die Ajapā, deren Gestalt der Lebenshauch ist.
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P2-0851 · 31
Die Regel für die Wiederholung: Man wiederhole sie am Anfang und am Ende, der Reihe nach siebenmal. Bei den Vidyās Kāmarāja und den übrigen führe man auch die Dīpanī aus, beim Vāgbhava, beim Kāmarāja und beim Śaktikūṭa, o Herrin der Götter. Hier sind die Dīpanīs des Vāgbhava- und Śaktikūṭa wie bei Pañcamī zu verstehen.
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P2-0852 · 32
Beim Kāmakūṭa dagegen lautet die Dīpanī: Praṇava, Bhuvaneśānī, Ramā, Kāma und Vāgbhava. Bei jedem Kūṭa besteht die Verbindung mit den Vokalen.
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P2-0853 · 33
So im Yoginīhṛdaya hinsichtlich der Vidyās Saubhāgyā und der übrigen: Durch die Unterscheidung von Vokalen und Konsonanten ist sie in siebenunddreißig Formen gegliedert. Durch die siebenunddreißig Unterschiede hat sie die Gestalt der sechsunddreißig Tattvas. Auch ihr Wesen jenseits der Tattvas ist stets zu meditieren. Ebenso bezeichnet die Zehnheit der Śrīkaṇṭhas das Unentfaltete. Als Lebenshauch besteht jeweils das elfte, das Höchste, o Göttin. [Die Lautzuordnungen der Śrīkaṇṭhas werden im zitierten Abschnitt nicht aufgelöst.]
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Śrīcakra und Śrīvidyā-Paddhatis
P2-0854 · 34
Nun das Śrīyantra. So: Bindu, Dreieck und Achteck — diese Dreiheit ist der Auflösungskreis. Die beiden zehnwinkligen [Kreise] und der vierzehnwinklige [Kreis] — diese Dreiheit ist der Bewahrungskreis. Der achtblättrige Lotus, der sechzehnblättrige [Lotus], die drei Kreise und die dreifache Erdumfassung mit vier Toren bilden den Schöpfungsbereich. [Die Vorlage liest am Anfang entstellt „vindumatrāsram“.]
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P2-0855 · 34
[Abbildung 32.] So wird es im Yāmala gesagt: Bindu, Dreieck, Achteck, das Paar zehnwinkliger [Kreise], der vierzehnwinklige [Kreis], acht Blütenblätter und der damit verbundene sechzehnblättrige [Lotus], drei Kreise und die dreifache Erdumfassung: So ist der König Śrīcakra der höchsten Gottheit erklärt. Den König der Cakras zeichne man mit Sindūra, Kuṃkuma oder ähnlichen Stoffen oder graviere ihn in Gold, Silber, die fünf Edelsteine, Bergkristall, Kupfer oder ähnliche Materialien.
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P2-0856 · 35
Im Śrīkrama: Wer sich mit diesem Yantra befasst, ohne die Linien völlig gleichmäßig gezogen und die Vorderseite völlig gleichmäßig gezeichnet zu haben, dem nehme ich alles.
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P2-0857 · 36
Wenn man eine Göttin nicht an dem Ort verehrt, an dem sie ihren Sitz hat, o Göttin, dann wird das Fastenbrechen mit seinem Fleisch und Blut erfolgen. [Die Vorlage nennt den Handelnden dieses grausamen Bildes nicht ausdrücklich.]
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P2-0858 · 37
Sorgt sorgfältig dafür, dass ein Paśu es nicht zu sehen bekommt. Wenn es durch Zufall irgendwo vor einem Paśu gezeichnet zu finden ist, so wird dadurch von einem Menschen mit sündigem Sinn mein eigener Leib verletzt.
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P2-0859 · 38
So im Bhūtabhairava: Wer in diesem Yantra Staubfäden anlegt, o Maheśānī, dem fügen die Bhairavas zusammen mit den Yoginīs Gewalt zu. Aufgrund dieser Aussage gibt es hier keine Staubfäden.
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P2-0860 · 39
Ein Sādhaka zeichne das Yantra niemals nachts. Wird das Yantra aus Unachtsamkeit [nachts] gezeichnet, tritt augenblicklich ein Fluch ein.
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P2-0861 · 40
Dort, in Aparājitā-Blüten, in Oleander und Hibiskusblüten, wohne ich stets, o Göttin. In jenem Yantra erfolgt meine Verehrung. [Der Zusammenhang des Blüten-Satzes mit der Zeichenvorschrift wird in der Vorlage nicht näher erklärt.]
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P2-0862 · 41
So im Svacchandabhairava: Auf dem Opferplatz fertige man ein sehr schönes Yantra von einem Hasta Größe an. Wird es in Edelsteinen und ähnlichen Materialien angefertigt, darf das Maß nach Belieben sein. Ein Tola, zwei Tola, drei Tola oder vier Tola [an Gewicht]: Wer mehr als dieses verwendet, wird gewiss einer Sühne bedürfen.
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P2-0863 · 42
Man fülle das Śrīcakra mit rotem Pulver und verehre es auf dem Boden. Alle Hindernisse vergehen, und man erlangt, was man begehrt.
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P2-0864 · 43
Zehn Teile Gold, zwölf Teile Kupfer und sechzehn Teile Silber: Dies bilden die drei Metalle [der Legierung]. Wer in diesem Cakra verehrt, erlangt Wohlergehen. Bald wird er Herr der acht Vollkommenheiten, beginnend mit Aṇimā. [„ṣaḍdaśam“ wird entsprechend seinem Zahlwortsinn als sechzehn gelesen.]
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P2-0865 · 44
Bei der in Koralle oder Rubin angefertigten [Verehrungsgrundlage; die Vorlage liest „yajñe“], o Liebe, ebenso in Saphir, Vaiḍūrya, Bergkristall oder Smaragd, erlangt man gewiss Vermögen, Söhne, Gattinnen und Ruhm. Kupfer gilt als Glanz spendend, Gold als Feinde vernichtend. Silber gewährt Sicherheit, Bergkristall alle Vollkommenheiten. Dies ist auf Yantras allgemein zu beziehen.
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P2-0866 · 45
Nun die Sühne beim Untergang des Śrīcakra: Wenn das Yantra verbrannt, gesprungen oder von einem Dieb entwendet ist, o Liebe, soll man gewissenhaft einen Tag fasten. Man wiederhole die Vidyā 100.000-mal mit Feueropfer und Trankspende, erfreue mit aufrichtiger Hingabe den Guru und speise auch Brahmanen. Nachdem man sie 100.000-mal wiederholt hat, vollziehe man ein Feueropfer mit einem Zehntel und eine Trankspende mit einem Zehntel davon. Manche lesen statt 100.000: 10.000.
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P2-0867 · 46
Wer als Sterblicher ein Yantra, dessen Zeichen irgendwann ausgelöscht sind oder das durch Sprünge und ähnliche Schäden beeinträchtigt ist, zerbricht, dessen Tod ist gewiss. Deshalb werfe man es in den König der heiligen Badeorte, in die Gaṅgā oder einen anderen vorzüglichen Fluss oder ins Meer, o Göttin; andernfalls erlangt man Leid. Dies betrifft Yantras allgemein.
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P2-0868 · 47
Nun die Herrlichkeit des Fußwaschwassers des Śrīcakra: Das Fußwaschwasser des Śrīcakra gewährt die Frucht von zehn Milliarden Bädern an heiligen Orten im Inneren des Weltalls: an Gaṅgā, Puṣkara, Narmadā, Yamunā, Godāvarī, Gomatī, Gaṅgādvāra, Gayā, Prayāga, Badarī, Vārāṇasī und Sindhu, an Revā, Setu, Sarasvatī und den übrigen. [Die Zahl „sahasrakoṭi“ bedeutet tausend Koṭi; ein Koṭi entspricht zehn Millionen.]
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P2-0869 · 48
Nun die Frucht des Anblicks des Śrīcakra: Die Frucht, die man durch die ordnungsgemäße Durchführung von hundert Opferhandlungen erlangt, erhält man, wenn man hingebungsvoll das Śrīcakra betrachtet.
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P2-0870 · 49
Die Frucht, die man durch die Durchführung der sechzehn großen Schenkungen erlangt, erhält man durch den Anblick des Śrīcakra. [Der Anfang „ṣoḍaśambā“ ist beschädigt; die Übersetzung folgt dem erkennbaren Bezug auf sechzehn Mahādānas.]
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P2-0871 · 50
Die Frucht, die man durch das Baden an 35 Millionen heiligen Orten erlangt, erhält man, wenn man hingebungsvoll das Śrīcakra betrachtet.
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P2-0872 · 51
Nun die kurze Ritualordnung der Śrīvidyā: Nachdem man die Handlungen von den morgendlichen Verrichtungen bis zur Atemregelung ausgeführt hat, vollziehe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen. So: Der Seher dieses Tripurasundarī-Mantras ist Dakṣiṇāmūrti, das Versmaß Paṅkti, die Gottheit Tripurasundarī, das Bīja Vāgbhava, der Kīlaka Kāmarāja und die Śakti das dritte [Mantra-Glied]. Seine Anwendung dient der Erlangung der vier menschlichen Lebensziele. So im Jñānārṇava: Das Bīja ist Vāgbhava, die Śakti das dritte, der Kīlaka Kāmarāja, o Maheśānī; danach folgt der Bīja-Nyāsa. So: Am Kopf „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti; am Mund „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti; am Herzen „tripurasundaryai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Tripurasundarī; am Geschlecht „vāgbhavāya bījāya namaḥ“ — Verehrung dem Bīja Vāgbhava; an den Füßen „tārtīyāya śaktaye namaḥ“ — Verehrung dem dritten als Kraft; am ganzen Körper „kāmarājāya kīlakāya namaḥ“ — Verehrung dem Kāmarāja als Verschluss. Ebenso im Samayāṅka: Beim Tripurasundarī-Mantra [spreche man] am Kopf „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“, am Mund „paṃktaye chandase namaḥ“ und am Herzen „tripurasundaryai devatāyai namaḥ“: Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti, dem Versmaß Paṅkti und der Gottheit Tripurasundarī.
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P2-0873 · 52
Das Wesen von Vāgbhava und den übrigen wird bei Dakṣiṇāmūrti erklärt: Die großen Mantras treten wie Funken aus einem großen Feuer hervor. Ebenso treten die Laute der Mātṛkā aus Vāgbhava hervor, o Liebe. Eben deshalb wird dieses ihr Vāgbhava-Bīja genannt.
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P2-0874 · 53
Die als Frau und Mann aufscheinende Weltmutter hält die drei Welten durch große Verblendung fest, o Herrin der Götter. Deshalb ist dies der Kīlaka, o Göttin. Dadurch stolz auf ihr Glück, bewahrt sie die ganze Welt; deshalb wird sie Śakti genannt.
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P2-0875 · 54
Nun der Nyāsa von Vaśinī und den übrigen: An der Brahmā-Öffnung: „aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ ravaluṃ vaśinīvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Vaśinī. An der Stirn: „kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ kalahrīṃ kāmeśvarīvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Kāmeśvarī. Zwischen den Brauen: „caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ navalīṃ modinīvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Modinī. Am Hals: „ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ yalūṃ vimalāvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Vimalā. Am Herzen: „taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ jamalīṃ aruṇāvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Aruṇā. Am Nabel: „paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ ha sa la va yūṃ jayinīvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Jayinī. Am Mūlādhāra: „yaṃ raṃ laṃ vaṃ jhaṃ marayūṃ sarveśvarīvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Sarveśvarī. Am ganzen Körper: „śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ kṣamarīṃ kaulinīvāgdevatāyai namaḥ“ — Verehrung der Sprachgöttin Kaulinī. [Die teilweise ungewöhnlichen Bīja- und Buchstabenfolgen sind unverändert aus der Vorlage übernommen.] So im Jñānārṇava: Nach der a-Gruppe schreibe man das Bīja, verbunden mit Feuer, dem Ende von pha und Erde, reich geschmückt mit dem linken Ohr und endend mit Bindu und Nāda, o Liebe. Man verehre Vaśinī, die Göttin der Rede, o Göttin von guter Observanz. Nach der ka-Gruppe, o Maheśānī, steht das höchste Bīja kalahrīṃ. Nachdem man Kāmeśvarī genannt hat, verehre man die Sprachgöttin. Nach der ca-Gruppe [steht das Bīja], verbunden mit dem Ende von dha, dem Ende von pha, Erde und dem vierten Vokal. Man verehre Modinī, die mit Nāda und Bindu geschmückte Göttin der Rede.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0876 · 54ka
Nach der ṭa-Gruppe steht das Wind-Bīja mit Erde davor, o Maheśvarī, reich an linkem Ohr, Indu und Bindu; [man verehre] Vimalā, die Herrin der Rede. Nach der ta-Gruppe steht das mit ja und ma versehene Ende der Erde, geschmückt mit dem linken Auge, verbunden mit Bindu und Nāda: Mit diesem Bīja verehre man die Sprachgöttin Aruṇā. Nach der pa-Gruppe [steht das Bīja], verbunden mit Raum, Candra, Erde, Wasser und Wind, verbunden mit ū und ausgestattet mit Bindu, Nāda und Kalā. Man verehre Jayinī, die Göttin der Rede, o von Helden Verehrte. Nach der ya-Gruppe [steht das Bīja], verbunden mit dem Ende von ja, Kāla, r und Wind, reich an der Schönheit von linkem Ohr und Indu; man verehre Sarveśī. Mit kṣa und ma, dem Feuer zugeordnet und vom vierten Vokal umgeben, von Nāda, Bindu und Kalā durchdrungen, verehre man Kaulinī, die Rede. Nach der śa-Gruppe lege man es auf, o Maheśānī, zur Vollendung aller Ziele. Mit den acht Lautgruppen vollziehe man die Nyāsas an Kopf, Stirn, zwischen den Brauen, Hals, Herz, Nabel, am Ādhāra und am Körpergefüge. [Die letzte Körperbezeichnung „vyūhaka“ sowie mehrere Lautumschreibungen sind nicht näher erläutert.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0877 · 55
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern: „aṃ madhyamābhyāṃ namaḥ“ — aṃ, Verehrung den beiden Mittelfingern; „āṃ anāmikābhyāṃ namaḥ“ — āṃ, Verehrung den beiden Ringfingern; „sauḥ kaniṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — sauḥ, Verehrung den beiden kleinen Fingern; „aḥ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — aḥ, Verehrung den beiden Daumen; „āṃ tarjanībhyāṃ namaḥ“ — āṃ, Verehrung den beiden Zeigefingern; „sauḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — sauḥ, Verehrung den Handflächen und Handrücken. Ebenso: „aiṃ hṛdayāya namaḥ“ — aiṃ, Verehrung dem Herzen; „klīṃ śirase svāhā“ — klīṃ, svāhā dem Kopf; „sauḥ śikhāyai vaṣaṭ“ — sauḥ, vaṣaṭ dem Haarschopf; „aiṃ kavacāya huṃ“ — aiṃ, huṃ dem Schutzpanzer; „klīṃ netratrayāya vauṣaṭ“ — klīṃ, vauṣaṭ den drei Augen; „sauḥ astrāya phaṭ“ — sauḥ, phaṭ der Waffe. Dann vollziehe man mit dem Grundmantra den den ganzen Körper durchdringenden Nyāsa und meditiere. [Die Handnyāsa-Bījas aṃ, āṃ und aḥ unterscheiden sich in der Vorlage von den aiṃ- und klīṃ-Formen des Gliedernyāsa.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0878 · 56
Ich nehme Zuflucht zur heilvollen Göttin, die wie die Scheibe der jungen Sonne strahlt, vier Arme und drei Augen hat und Schlinge, Stachel, Pfeile und Bogen trägt. Nachdem man so meditiert und sie mit geistigen Gaben verehrt hat, vergegenwärtige man sich „Ich bin Wonne“ und stelle die Muschel auf.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0879 · 57
So: Vor dem Śrīcakra, zu seiner eigenen Linken, zeichne man ein Dreieck in ein Sechseck, stelle dort den dreifüßigen Untersatz auf und verehre das Sechseck mit dem Grundmantra. Dann wasche man mit phaṭ die Muschel, lege Duftstoffe, Blumen und dergleichen hinein, fülle sie unter Rezitation des Grundmantras mit Wasser und verehre die Kreise und die übrigen [Bestandteile]. Am dreifüßigen Untersatz: „maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ“ — maṃ, Verehrung dem Feuerkreis, dessen Wesen die zehn Kalās sind. An der Muschel: „aṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ“ — aṃ, Verehrung dem Sonnenkreis, dessen Wesen die zwölf Kalās sind. Am Wasser: „uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ“ — uṃ, Verehrung dem Mondkreis, dessen Wesen die sechzehn Kalās sind. So im Nibandha: Mit den drei Teilen des Praṇava [verehre man] die Kreise von Feuer, Sonne und Mond. Danach: „gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati narmade sindhukāveri jale'smin sannidhiṃ kuru“ — O Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī, seid in diesem Wasser gegenwärtig! Mit dieser Formel rufe man das heilige Wasser aus dem Sonnenkreis herbei, verhülle es mit hum und verehre es mit den sechs Gliedern. Danach zeige man die Kuh-Mudrā, wiederhole den Grundmantra achtmal, gebe etwas von diesem Wasser in das Sprengwasser und besprenge mit diesem Wasser sich selbst und die Verehrungsgeräte. Rechts davon stelle man die Gefäße für Fußwaschwasser und die weiteren Gaben auf und beginne die Verehrung des Sitzes.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0880 · 58
So: In aufeinanderfolgenden Ebenen des Yantras verehre man mit „oṃ ādhāraśaktaye namaḥ“ die tragende Kraft und entsprechend Prakṛti, Kūrma, Ananta, Pṛthivī, den Ozean des Nektars, die Edelsteininsel, den Nandana-Garten, die Edelsteinhalle, den Wunschbaum, die Juwelenplattform und den Edelstein-Löwenthron. Jede Formel beginnt mit oṃ und endet mit namaḥ. Über dem Kultsitz, im Bindu-Cakra: „hsoḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist. Dann stelle man sich im Bindu mit dem Mantra „ha s raiṃ, ha sa k l rīṃ, hsauṃ“ die Gestalt vor, forme die Trikhaṇḍā-Mudrā und meditiere erneut. Durch die atmende Nasenöffnung bringe man die lichtvolle [Gestalt] in die Blumenhandvoll und spreche: „oṃ mahāpadmavanāntaḥsthe kāraṇānandavigrahe sarvabhūtahite mātar ehyehi parameśvari“ — oṃ, o du im großen Lotuswald, deren Gestalt die ursächliche Wonne ist, o Mutter, die allen Wesen wohlgesinnt ist: Komm, komm, o höchste Herrin! Man setze sie so in die Gestalt ein, vollziehe die Verehrung von der Herbeirufung an mit den nach Vermögen verfügbaren Gaben und verehre die sechs Glieder. [Die Bīja-Schreibungen bleiben nach der Vorlage bewahrt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0881 · 59
An den Stellen Feuer, Īśāna, Asura, Nordwesten, Mitte und in den Richtungen spreche man jeweils den Vāgbhava-Kūṭa und „hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen; Kāmarāja und „śirase svāhā“ — svāhā dem Kopf; den Śaktikūṭa und „śikhāyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ dem Haarschopf; nochmals Vāgbhava und „kavacāya huṃ“ — huṃ dem Schutzpanzer; Kāmarāja und „netratrayāya vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den drei Augen; den Śaktikūṭa und „astrāya phaṭ“ — phaṭ der Waffe. So im Jñānārṇava: Nun vollziehe man die Gliederumfassung, die aus dem Śrīvidyā-Mantra entsteht. Danach verehre man die Guru-Reihe in der Mitte des östlich vor der Mitte gelegenen Dreiecks. So: „aiṃ hrīṃ śrīṃ gurubhyo namaḥ“ — Verehrung den Gurus; entsprechend „gurupādukābhyo namaḥ“ — ihren Fußsandalen; „paramagurubhyo namaḥ“ — den höheren Gurus; „paramagurupādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen; „parāparagurubhyo namaḥ“ — den höheren und niederen Gurus; „parameṣṭhigurubhyo namaḥ“ — den höchsten Gurus; „parameṣṭhigurupādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen; „ācāryebhyo namaḥ“ — den Lehrern; „ācāryapādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen. Überall verehre man mit aiṃ hrīṃ śrīṃ als vorangestellter Dreiheit von Bījas. Danach an der ersten Linie des Vierecks: „aiṃ hrīṃ śrīṃ aṇimādyaṣṭasiddhiśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der acht Vollkommenheiten, beginnend mit Aṇimā; Verehrung! Entsprechend an der mittleren Linie: „aiṃ hrīṃ śrīṃ brahmāṇyādyaṣṭadevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der acht Göttinnen, beginnend mit Brahmāṇī; Verehrung! An der inneren Linie: „aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasaṃkṣobhiṇyādimudrāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Mudrās, beginnend mit Sarvasaṃkṣobhiṇī; Verehrung! Bei jeder Verehrung der umgebenden Kreise wird das Wort śrīpādukā verwendet. So im Jñānārṇava: Nachdem man zuerst śrī ausgesprochen hat, füge man pādukā hinzu, danach pūjayāmi namaḥ; so verehre man die Gliedergottheiten. An der Vorderseite des Cakras: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripurācakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurās, der Führerin des Cakras; Verehrung! Hier im viereckigen, die drei Welten bezaubernden Cakra, über dem Tripurā als Cakra-Führerin herrscht, mögen diese offenbaren Yoginīs, Aṇimā und die übrigen, mit ihren Mudrās, Waffen, Gefolge und Reittieren verehrt und durch Trankspenden gesättigt sein. Mit diesen Worten und dem Arghya-Wasser übergebe man [die Verehrung] der Hauptgöttin.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0882 · 60
Die Wortableitung von Tripurā steht im Vārāhīya: Weil sie vormals, purā, von den drei [Göttern] Brahmā, Viṣṇu und Maheśa sowie den übrigen Göttern verehrt wurde, erklärten auch die Gottheiten damals ihren Namen als Tripurā.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0883 · 61
Die Trankspende erfolgt mit der mit der linken Hand geformten Tattva-Mudrā. So im Svatantra: Durch die Verbindung von Daumen und Ringfinger mit der linken Hand, o Pārvatī, bringe man der Göttin Sundarī mit ihren Mudrās und Reittieren die sättigende Trankspende dar.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0884 · 62
Dann auf den sechzehn Blütenblättern: „aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ kāmākarṣiṇyādiṣoḍaśanityākalāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der sechzehn ewigen Kalās, beginnend mit Kāmākarṣiṇī; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripureśīśrīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripureśīs, der Führerin des Śrīcakras; Verehrung! Nun im sechzehnblättrigen, alle Hoffnungen erfüllenden Cakra, über dem Tripureśī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese verborgenen Yoginīs, Kāmākarṣiṇī und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Erneut übergebe man dies der Hauptgöttin. Danach im achtblättrigen [Lotus]: „aiṃ hrīṃ śrīṃ anaṅgakusumādyaṣṭadevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der acht Göttinnen, beginnend mit Anaṅgakusuma; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripurasundarīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurasundarīs, der Cakra-Führerin; Verehrung! Hier im achtblättrigen, alles erschütternden Cakra, über dem Tripurasundarī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese noch stärker verborgenen Yoginīs, Anaṅgakusuma und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Dann im vierzehnwinkligen Cakra: „aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasaṃkṣobhiṇyādicaturdaśadevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der vierzehn Göttinnen, beginnend mit Sarvasaṃkṣobhiṇī; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripuravāsinīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripuravāsinīs, der Cakra-Führerin; Verehrung! Hier im vierzehnwinkligen, alles Wohlergehen gewährenden Cakra, über dem Tripuravāsinī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Kräfte, Sarvasaṃkṣobhiṇī und die übrigen, die Yoginīs der Überlieferung, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Im äußeren zehnwinkligen Cakra: „aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvasiddhipradādevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Sarvasiddhipradā; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripurāśrīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurās, der Führerin des Śrīcakras; Verehrung! Hier im äußeren zehnwinkligen, sämtliche Ziele verwirklichenden Cakra, über dem Tripurā als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Göttinnen, Sarvasiddhipradā und die übrigen, die Kula-Kaulinī-Yoginīs, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Im inneren zehnwinkligen Cakra: „aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvajñādidevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttinnen, beginnend mit Sarvajñā; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripuramālinīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripuramālinīs, der Cakra-Führerin; Verehrung! Hier im inneren zehnwinkligen, allen Schutz gewährenden Cakra, über dem Tripuramālinī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Göttinnen, Sarvajñā und die übrigen, die Nigarva-Yoginīs [so die Vorlage], mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Im achtwinkligen Cakra: „aiṃ hrīṃ śrīṃ vaśinyādyaṣṭavāgdevatāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der acht Sprachgöttinnen, beginnend mit Vaśinī; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripurasiddhācakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurasiddhās, der Cakra-Führerin; Verehrung! Hier im achtwinkligen, alle Krankheiten beseitigenden Cakra [in der Vorlage verdoppelte Wortteile], über dem Tripurasiddhā als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese geheimen Yoginīs, Vaśinī und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Im dazwischenliegenden inneren Dreieck verehre man die sechs Glieder des Grundmantras. Dann an der vorderen Ecke: „aiṃ hrīṃ śrīṃ kāmeśvarīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Kāmeśvarī; Verehrung! An der rechten Ecke: „aiṃ hrīṃ śrīṃ vajreśvarīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Vajreśvarī; Verehrung! An der linken Ecke: „aiṃ hrīṃ śrīṃ bhagamālinīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Bhagamālinī; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripurāmbikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurāmbikās; Verehrung! [Die „und so weiter“-Kürzungen stehen bereits im Sanskrit und verweisen auf die zuvor vollständig genannte Übergabeformel.]
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P2-0885 · 62ka
Hier im dreieckigen, alle Vollkommenheiten gewährenden Cakra, dessen innerer Bereich mit Pfeilen, Bogen, Schlinge und Stachel geschmückt ist und über dem Tripurāmbikā als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Yoginīs, die geheimer als geheim sind, Kāmeśvarī und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Dann in der Mitte des Bindu: „aiṃ hrīṃ śrīṃ śrīmahātripurasundarīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Śrīmahātripurasundarī; Verehrung! So verehre man sie dreimal. Links: „aiṃ hrīṃ śrīṃ yonimudrāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Yoni-Mudrā; Verehrung! An der Vorderseite: „aiṃ hrīṃ śrīṃ tripurabhairavīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurabhairavīs, der Cakra-Führerin; Verehrung! Hier im Bindu-Cakra, das aus aller Wonne besteht und die Gestalt des höchsten Brahmans hat, über dem Tripurabhairavī als Cakra-Führerin herrscht, mögen diese Yoginīs, die Herrinnen sämtlicher Cakras, mit ihren Mudrās, Waffen, Reittieren und ihrem Gefolge verehrt und durch Trankspenden gesättigt sein. Mit diesen Worten übergebe man dies der Hauptgöttin.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0886 · 63
Danach beende man die Handlung mit Räucherwerk und den weiteren Gaben bis zur Entlassung. Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen. So im Vāmakeśvaratantra: Dort verweilend wiederhole man sie 100.000-mal, unmittelbar die Gestalt der Göttin annehmend. Ein Feueropfer mit einem Zehntel dieser Zahl vollziehe man mit Kiṃśuka-Blüten, o Schönangesichtige, oder mit Kusumbha-Blüten, die mit den drei süßen Stoffen vermischt sind.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0887 · 64
Nun die besondere Ritualordnung der Śrīvidyā. So: Zur Brahmā-Stunde stehe man auf, beende den Schlaf und lege die Nachtkleidung ab. Man meditiere über den Guru in der beschriebenen Gestalt und vergegenwärtige sich „aiṃ hrīṃ śrīṃ hasakhaphreṃ hasakṣamalavarayūṃ sahakṣalavarayīṃ hsauḥ śrī amukānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen des verehrten [Name]-Ānandanātha. Ist der Guru eine Frau, [spreche man] „amukaśaktyambāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der [Name]-Śaktyambā. [Die Vorlage schreibt den Platzhalternamen hier beschädigt „amuśaktyambā“.] Dann verehre man mit geistig dargebrachten Duftstoffen und den übrigen Gaben. So: Mit beiden kleinen Fingern „aiṃ hrīṃ śrīṃ laṃ pṛthivyātmakaṃ gandhaṃ samarpayāmi namaḥ“ — Ich bringe Duft dar, dessen Wesen Erde ist; Verehrung! Mit beiden Daumen „aiṃ hrīṃ śrīṃ haṃ ākāśātmakaṃ puṣpaṃ samarpayāmi namaḥ“ — Ich bringe eine Blume dar, deren Wesen Raum ist; Verehrung! Mit beiden Zeigefingern „aiṃ hrīṃ śrīṃ yaṃ vāyvātmakaṃ dhūpaṃ samarpayāmi namaḥ“ — Ich bringe Räucherwerk dar, dessen Wesen Wind ist; Verehrung! Mit beiden Mittelfingern „aiṃ hrīṃ śrīṃ raṃ vahnyātmakaṃ dīpaṃ samarpayāmi namaḥ“ — Ich bringe eine Leuchte dar, deren Wesen Feuer ist; Verehrung! Mit beiden Ringfingern „aiṃ hrīṃ śrīṃ vaṃ amṛtātmakaṃ naivedyaṃ samarpayāmi namaḥ“ — Ich bringe eine Speisegabe dar, deren Wesen Nektar ist; Verehrung! Mit zusammengelegten Händen „aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ tāmbūlaṃ samarpayāmi namaḥ“ — Ich bringe Betel dar; Verehrung! So im Viśuddheśvara: Nachdem man so meditiert hat, verehre man nochmals mit [Gaben], deren Wesen die fünf Elemente sind. Das Duftprinzip ist erdhaft und [wird] durch die Verbindung der kleinen Finger [dargebracht]; die große Blume, die aus Klang besteht, durch die Verbindung der ersten Finger. Das große Räucherwerk, dessen Wesen Wind ist, setze man mit den Zeigefingern ein; die große Leuchte in der Gestalt des Feuers durch die Verbindung beider Mittelfinger. Für Betel gilt Vāgbhava, mit Verehrung durch zusammengelegte Hände. Überall verbinde man die Verehrungsformel mit dem jeweiligen Bīja am Ende. Der erste Finger ist der Daumen. „Am Ende des jeweiligen Bīja“ bedeutet: am Ende des Bīja des betreffenden Elements. [Die zitierte Versfolge nennt die Speisegabe nicht nochmals.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0888 · 65
Dann zeige man die Yoni- und die Añjali-Mudrā, verneige sich und spreche den Lobpreis „akhaṇḍamaṇḍalākāram“ — dessen Gestalt der ungeteilte Weltkreis ist — und so weiter. Das Übrige führe man in der in der allgemeinen Verehrungsordnung angegebenen Reihenfolge aus.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0889 · 66
Nun das besondere Bad bei der Śrīvidyā: Nachdem man das vedische Bad vollzogen, Wasser geschlürft und die sechs Glieder ausgeführt hat, rufe man mit kroṃ und der Stachel-Mudrā das heilige Wasser aus dem Sonnenkreis herbei. Man spreche das Śakti-Bīja der Grund-Vidyā und senke die Yoni-Mudrā in dieses Wasser. Man zeige Kuh- und Yoni-Mudrā, bespräche [das Wasser] zehnmal mit dem Vāgbhava-Bīja des Grundmantras und vergegenwärtige sich die Göttin inmitten des Wassers aus dem Nektar der Wonne. Man bespräche es siebenmal mit der Grund-Vidyā. Mit der Vorstellung, es sei der Nektarstrom aus ihrem Lotusmund, übergieße man sich siebenmal unter Rezitation des Grundmantras. Dann spreche man wiederum die Grund-Vidyā einundzwanzigmal und tauche dreimal in dieses Wasser unter, als in den Nektarstrom, der unter den Lotusfüßen der Göttin herabfließt. Nach dem Auftauchen übergieße man mit der Yoni-Mudrā wiederum siebenmal oder dreimal den Kopf, schlürfe ebenso Wasser, komme ans Ufer und lege zwei unbeschädigte Gewänder an. Mit reiner, für Opfer geeigneter Asche, die mit dem Grundmantra besprochen ist, zeichne man das Tripuṇḍra aus drei Linien in Halbmondgestalt. Man gedenke wie zuvor des verehrten Gurus, vollziehe die Handlungen bis einschließlich des tantrischen Aghamarṣaṇa und bringe die sättigende Trankspende dar.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0890 · 67
So: Nachdem man auch die sechs Glieder aufgelegt hat, ziehe man mit der Stachel-Mudrā und dem Mantra kroṃ das heilige Wasser aus dem Sonnenkreis herbei. Man spreche das Śakti-Bīja und senke [es] mit der Yoni-Mudrā hinein. Danach zeige man dort die Kuh- und die Yoni-Mudrā.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0891 · 68
Nachdem man mit dem Vāgbhava-Bīja des Grundmantras die Besprechung vollzogen hat, vergegenwärtige man sich die Gottheit inmitten des Wassers aus dem Nektar der Wonne. Mit der Grund-Vidyā erfolgt die siebenmalige Besprechung, o Göttin. Mit dem aus dem Lotusmund der Göttin austretenden Nektarstrom übergieße man den eigenen Leib und wiederhole dabei die Vidyā siebenmal.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0892 · 69
Unmittelbar danach wiederhole man die Vidyā einundzwanzigmal. Unter den Lotusfüßen der Göttin tauche der Sādhaka unter und komme wieder herauf. Ebenso vollziehe man mit der Yoni[-Mudrā] die Begießung des Kopfes, o Göttin. Dreimal oder siebenmal übergieße sich der Beste der Sādhakas. [„triḥsapta vā“ wird anhand der vorangehenden Prosa als drei oder sieben, nicht als dreimal sieben, verstanden.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0893 · 70
Dann erreiche man das Ufer und vollziehe die Handlung nach Wunsch. Unmittelbar danach lege man zwei geeignete Gewänder an.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0894 · 71
Nachdem man Wasser geschlürft hat, wende man sich nach Osten, trage die mit dem Grundmantra besprochene Asche auf die Stirn auf und gedenke wie zuvor des verehrten Gurus.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0895 · 72
„sūryamaṇḍalavāsinyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der im Sonnenkreis wohnenden Gottheit. Danach nehme man Arghya in die zusammengelegten Hände und gieße es mit der Gāyatrī dreimal aus. Unmittelbar danach wiederhole man nach Vermögen die Gāyatrī der Göttin.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0896 · 73
Für die Trankspende schlürfe der Sādhaka Wasser und regle den Atem. Die Vasus, Rudras, Ādityas und danach die Aṅgirases; die Götter und Kühe, danach Brahmā, Viṣṇu, Rudra und auch die Planeten; Lopāmudrā, Ahalyā und Anasūyā mit dem Ṛṣi-Tīrtha; die Mondhäuser, Tierkreiszeichen, Yogas und Karaṇas der Reihe nach: Mit der Dativendung und der Gattin des Feuers, svāhā, am Ende sättige man [sie] mit dem Deva-Tīrtha. [Ṛṣi-Tīrtha und Deva-Tīrtha bezeichnen die für diese Trankspenden verwendeten Handbereiche; die Vorlage setzt ihre Verwendung in der Aufzählung nicht überall eindeutig gegeneinander ab.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0897 · 74
Marīci, Atri, Pulaha, Pulastya und Kratu, Vasiṣṭha, Bharadvāja, die Gautama und Agastya Genannten, die Agniṣvāttas, Barhiṣads und die eigenen Ahnen sättige man nach der Ordnung der Ahnen dreimal mit dem Pitṛ-Tīrtha; [die Formeln] enden mit der Dativendung ṅe und Hṛd, namaḥ.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0898 · 75
Die Bhairavas, die Hüter des Bezirks, die Scharen der Kumārīs und Yoginīs, die Geister und sämtliche Lebewesen sättige man [mit der Formel]: „Mögen diese gesättigt sein!“ Danach sättige man die Göttin.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0899 · 76
In der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā: Rein vollziehe man die Trankspende, wobei die Götter, Seher und Ahnen vorausgehen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0900 · 77
In diesem Wasser vergegenwärtige man sich Dreieck, Kreis und Viereck. Nachdem man Gaṇeśa und Vaṭuka links und rechts des Cakras gesättigt hat, sättige man im Zwischenraum von Dreieck, Kreis und Viereck die noch zu nennende Guru-Reihe, vom Nordosten bis zum Nordwesten. Danach sättige man in der Dreiecksmitte mit den noch zu nennenden Mantras des Sādhya- und Siddha-Sitzes, rufe die erhabene Göttin ins Wasser herbei und sättige sie dreimal mit dem Strom des höchsten Nektars in der zuvor angegebenen Reihenfolge. In den Dreiecksecken sättige man die drei Göttinnen, Kāmeśvarī und die übrigen, mit der noch zu nennenden Samaya-Vidyā. In den Vierecksecken sättige man die Gliedergottheiten. Danach folgt die Trankspende für die Gottheiten der umgebenden Kreise. Dann gebe man der Sonne Arghya, vollziehe die ehrfürchtige Hinwendung mit „haṃsaḥ so'ham“ — Haṃsa; ich bin Das —, entlasse das heilige Wasser in den Sonnenkreis und gehe mit beherrschter Rede zum Verehrungsort.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0901 · 78
Der Verehrungsort wird im Kālīkulasadbhāva beschrieben: Für Menschen mit geringen Wünschen ist der Wald bei der Verehrung zur Erlangung von Vollkommenheit zuträglich. Für Wunschlose, die Befreiung begehren, ist die beständige Verehrung im Haus empfehlenswert. Auch für Ṛṣis, führende Munis und eingeweihte Zweimalgeborene ist die Verehrung im Haus empfehlenswert, mit Säften, die aus Bäumen und Zuckerrohr entstehen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0902 · 79
Im Kulārṇava: An einem abgeschiedenen, menschenleeren, lieblichen Ort ohne Störungen, in bequemer Haltung sitzend, nach Osten oder nach Norden gewandt … [Das Zitat bricht hier als Satzteil ab.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0903 · 80
Dort erfolgt zuerst die Sonnenverehrung. Dies wird im Rudrayāmala gesagt: Am Anfang verehre man Āditya, den sichtbar gegenwärtigen Zeugen der Welt. Andernfalls tritt keine Vollendung ein, selbst nicht in Hunderten von Millionen Kalpas.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0904 · 81
Auch im Bṛhatstavarāja: Nachdem ich das Bad vorschriftsmäßig, die Dämmerungsandacht, die Trankspende und die Sonnenverehrung vollzogen habe, verehre ich hier im Verehrungshaus Pañcamī.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0905 · 82
Dann gehe man zur Haustür und schlürfe Wasser mit „oṃ ātmatattvāya svāhā“ — oṃ, svāhā dem Ātman-Prinzip; „oṃ vidyātattvāya svāhā“ — oṃ, svāhā dem Erkenntnisprinzip; „oṃ śivatattvāya svāhā“ — oṃ, svāhā dem Śiva-Prinzip. Nachdem man das allgemeine Arghya bereitet hat, vollziehe man die Verehrung der Tür. So: Man besprenge die Tür mit Bālā. An den rechten und linken Seiten, oben und unten: „aiṃ hrīṃ śrīṃ gāṃ gaṇapataye namaḥ“ — Verehrung Gaṇapati; „aiṃ hrīṃ śrīṃ duṃ durgāyai namaḥ“ — Verehrung Durgā; entsprechend „aiṃ hrīṃ śrīṃ vāṃ vaṭukāya namaḥ“ — Verehrung Vaṭuka; „aiṃ hrīṃ śrīṃ kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ“ — Verehrung dem Bezirkshüter; „aiṃ hrīṃ śrīṃ dvāraśriyai namaḥ“ — Verehrung der Herrlichkeit der Tür; „aiṃ hrīṃ śrīṃ dehalyai namaḥ“ — Verehrung der Schwelle. Dann betrete man das Haus mit dem linken Fuß zuerst und [verehre] in den Ecken, bei der Feuerecke beginnend, mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ gāṃ gaṇapataye namaḥ“, entsprechend „aiṃ hrīṃ śrīṃ duṃ durgāyai namaḥ“, „aiṃ hrīṃ śrīṃ vāṃ vaṭukāya namaḥ“ und „aiṃ hrīṃ śrīṃ kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ“: Gaṇapati, Durgā, Vaṭuka und den Bezirkshüter. In der Mitte „aiṃ hrīṃ śrīṃ ratnamaṇḍapāya namaḥ“ — Verehrung der Edelsteinhalle. In den Richtungen „aiṃ hrīṃ śrīṃ kāmadevāya ratyai namaḥ“ — Verehrung Kāmadeva und Rati; „aiṃ hrīṃ śrīṃ vasantāya prītyai namaḥ“ — Verehrung Vasanta und Prīti; „aiṃ hrīṃ śrīṃ sāṃ sarasvatyai namaḥ“ — Verehrung Sarasvatī; „aiṃ hrīṃ śrīṃ śriyai namaḥ“ — Verehrung Śrī. In der Somabhujagāvalī: Sarasvatī, Śrī, Māyā und danach Durgā, dann Bhadrakālī, Svasti, Svāhā, Śubhaṅkarī, Gaurī, Lokadhātrī und ebenso Vāgīśvarī — diese verehre man.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0906 · 83
Danach lasse man mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ raktadvādaśaśaktiyuktāya dīpanāthāya namaḥ“ — Verehrung Dīpanātha, der mit zwölf roten Kräften verbunden ist — drei Blumenhandvoll niederfallen. Im Viśvasāra: O Göttin, deren Gürtel das Meer und deren Brüste die Berge sind, o Gattin Viṣṇus, Verehrung dir! Verzeihe mir die Berührung mit meinen Füßen. Nachdem man sie so gnädig gestimmt hat: O Erde, von dir werden die Welten getragen; o Göttin, du wirst von Viṣṇu getragen. Trage auch mich stets und mache den Sitz rein. Damit richte man den Sitz ein. Dann vertreibe man mit dem Waffenmantra und dreimaligem Aufschlagen der linken Ferse die irdischen Hindernisse, mit dem Waffenmantra und Wasser die im Zwischenraum befindlichen und mit einem scharfen Blick, der mit Śrībālā belegt ist, die himmlischen. Man nehme Senfkörner, ungebrochene Reiskörner und Blumen, werfe sie mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ apasarpantu te bhūtāḥ“ — Mögen jene Geister weichen — und so weiter aus und vertreibe die Hindernisse. Dann im Südwesten „aiṃ hrīṃ śrīṃ brahmaṇe namaḥ“ — Verehrung Brahmā; „aiṃ hrīṃ śrīṃ vāstvadhipataye namaḥ“ — Verehrung dem Herrn des Baugrunds. Mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz der tragenden Kraft — verehre man den Sitz, setze sich darauf und vollziehe die Reinigung der Elemente. Obwohl im Kalpasūtra steht: „Nachdem man mit Atemregelungen von der Art des Windes, Feuers und Wassers Austrocknen, Verbrennen und Überfluten als Reinigung der Elemente vollzogen hat, regle man den Atem dreimal“, ist die Atemregelung dennoch nach dem Mātṛkā-Nyāsa zu verstehen. So in einem anderen Tantra: Nachdem man so die Reinigung der Elemente vollzogen hat, führe man den Mātṛkā-Nyāsa aus. Nach dreimaliger Atemregelung vollziehe man die übrigen Nyāsas. Dann vollziehe man Mātṛkā-Nyāsa und die anschließenden Handlungen bis zur Atemregelung und führe den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen aus.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0907 · 84
So: Am Kopf „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti. Am Mund „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti. Am Herzen „śrītripurasundaryai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Śrītripurasundarī. Am Geschlecht „vāgbījāya namaḥ“ — Verehrung dem Sprach-Bīja. An den Füßen „śaktikūṭāya śaktaye namaḥ“ — Verehrung dem Śaktikūṭa als Kraft. Am ganzen Körper „kāmarājāya kīlakāya namaḥ“ — Verehrung Kāmarāja als Verschluss. In einem anderen Tantra: Den Seher lege man auf den Scheitel, das Versmaß auf den Lotusmund, die Gottheit auf das Herz und das Bīja auf den Geschlechtsbereich. Die Śakti lege man auf die Füße und den Kīlaka auf den ganzen Körper.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0908 · 85
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern. So: „aṃ madhyamābhyāṃ namaḥ“ — aṃ, Verehrung den beiden Mittelfingern; „āṃ anāmikābhyāṃ namaḥ“ — āṃ, Verehrung den beiden Ringfingern; „sauḥ kaniṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — sauḥ, Verehrung den beiden kleinen Fingern; „aṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — aṃ, Verehrung den beiden Daumen; „āṃ tarjanībhyāṃ namaḥ“ — āṃ, Verehrung den beiden Zeigefingern; „sauḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — sauḥ, Verehrung den Handflächen und Handrücken. So heißt es: Man spreche diese Bījas zweimal und vollziehe die Reinigung der Hände an den Fingern, beim Mittelfinger beginnend, ebenso an Handflächen und Handrücken, einzeln mit den Mantras, verbunden mit dem Dativ [der übrige Wortlaut „matisaṃyuktāmamantraiḥ“ ist beschädigt].
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0909 · 86
Danach der Nyāsa von Nivṛtti und den übrigen: Am Geschlecht „krāṃ nivṛttyai namaḥ“ — Verehrung Nivṛtti, der Rückwendung; am Herzen „krīṃ pratiṣṭhāyai namaḥ“ — Verehrung Pratiṣṭhā, der Festigung; am Hals „aiṃ vidyāyai namaḥ“ — Verehrung Vidyā, der Erkenntnis; zwischen den Brauen „hauṃ śāntyai namaḥ“ — Verehrung Śānti, dem Frieden; an der Brahmā-Öffnung „hrauṃ amṛtāyai namaḥ“ — Verehrung Amṛtā, der Unsterblichen. So im Kulāmṛta, nachdem die Reinigung der Elemente erklärt ist: Dann erhält der Sādhaka einen göttlichen Leib und wird schneller Vollkommenheit teilhaftig; darüber besteht kein Zweifel. Ich will diese Nyāsas erklären. Nivṛtti, Pratiṣṭhā, Vidyā, Śānti und Amṛtā lege man auf Geschlecht, Herz, Hals, zwischen die Brauen und auf die Brahmā-Öffnung. Die ersten beiden [Bījas] bestehen jeweils aus Kāma und Feuer, verbunden mit Mund beziehungsweise linkem Auge; dann Vāṇī; wiederum zweimal Raum, verbunden mit dem Manu-Vokal und Visarga. Unter dem zweiten befindet sich Feuer: So sind es fünf, o Maheśvarī. Halbmond, Indu und Visarga sind sämtlich der Reihe nach von Anfang an beim Bīja-Nyāsa einzusetzen, o Parameśvarī. [Die verschlüsselte Ableitung stimmt mit den zuvor notierten Bījas nicht überall eindeutig überein.] Dann spreche man Bālā und „mahātripurasundari ātmānaṃ rakṣa rakṣa“ — O Mahātripurasundarī, schütze, schütze mich selbst — und lege die zusammengelegten Hände ans Herz. Wiederum mit „aiṃ klauṃ sauḥ astrāya phaṭ“ — aiṃ klauṃ sauḥ, phaṭ der Waffe — binde man die Richtungen. So heißt es: Zuerst die drei Bījas der Bālā, dann „mahātripurasundari ātmānaṃ rakṣa rakṣa“; das Herz berührend vollziehe man den Schutz. Danach binde man mit der Waffen-Mudrā ebenso die Richtungen. Dann an den Füßen, nach Bālā: „amṛtārṇavāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Sitz im Nektarozean. An beiden Knien, nach Bālā: „tripureśvarīpotāmbujāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Boot-Lotussitz Tripureśvarīs. So im Yāmala: Der große Mantra beginnt mit dem Wort Nektarozean und [endet mit] „āsanāya“. Man lege ihn auf die Füße. Danach, nach Bālā, „tripureśvarīpotāmbujāsanāya namaḥ“; man lege es auf die Knie. An beiden Oberschenkeln „hrīṃ klīṃ sauḥ tripurasundarīdevyāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Sitz der Göttin Tripurasundarī. So heißt es: Nach „hrīṃ klīṃ sauḥ tripurā“ folgt das Wort „sundarī“, mit der Dativendung, danach „devyāsana“ und namaḥ. Man lege es auf beide Oberschenkel. Dann auf beide Gesäßhälften „haiṃ hklīṃ hsauḥ tripuravāsinīcakrāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Cakra-Sitz Tripuravāsinīs. Am Geschlecht „hsaiṃ ha sa klīṃ hsauḥ tripurāśrīsarvamantrāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Sitz sämtlicher Mantras der Tripurāśrī. Am Nabel „hrīṃ śrīṃ klīṃ bleṃ tripuramālinīsādhyasiddhāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Sādhya-Siddha-Sitz Tripuramālinīs. Auf der eigenen Brust „hsraiṃ hsaklīṃ hsrauḥ tripurāmbāparyaṅkaśaktipīṭhāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Sitz auf dem Lager und Kraft-Kultsitz Tripurāmbās. An der Brahmā-Öffnung, nach den Bījas der dreikūṭigen Vidyās: „śrīmahātripurabhairavīsadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz der Śrīmahātripurabhairavī, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist. So im Yāmala: Nach haiṃ hklīṃ hsauḥ steht „tripuravāsinīcakrāsanāya namaḥ“; damit lege man [den Mantra] auf beide Gesäßhälften. Nach hsaiṃ hsaklīṃ hsauḥ steht „tripurāśrī“, danach „sarvamantrāsanāya namaḥ“; man lege es am Geschlecht auf. Nach hrīṃ śrīṃ klīṃ bleṃ setze man „tripuramālinī“ und „sādhyasiddhāsana“ mit der Dativendung und lege es am Nabel auf. Nach hsaiṃ ha sa klīṃ hsrauḥ steht „tripurāmbāparyaṅkaśaktipīṭhāsanāya namaḥ“; man lege es auf die Brust. Nach den Bījas der dreikūṭigen Vidyā stehen „mahātripurabhairavī“, „sadāśivamahāpreta“, „padmāsanāya namaḥ“; damit lege man es an der Brahmā-Öffnung auf. [Unterschiedliche Bīja-Schreibungen der Prosa und des Zitats bleiben ausdrücklich erhalten.]
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P2-0910 · 87
Nun der Nyāsa der sechs Glieder: „aiṃ sarvajñāśaktiśrīmahātripurasundarī hṛdayāya namaḥ“ — aiṃ, Śrīmahātripurasundarī mit der Kraft der Allwissenheit: Verehrung dem Herzen. „klīṃ nityasutṛptiśaktiśrīmahātripurasundarī śirase svāhā“ — klīṃ, Śrīmahātripurasundarī mit der Kraft ewiger vollkommen erfüllter Zufriedenheit: svāhā dem Kopf. „sauḥ anādibodhaśaktiśrīmahātripurasundarī śikhāyai vaṣaṭ“ — sauḥ, Śrīmahātripurasundarī mit der Kraft anfangsloser Erkenntnis: vaṣaṭ dem Haarschopf. „aiṃ svatantraśaktiśrīmahātripurasundarī kavacāya huṃ“ — aiṃ, Śrīmahātripurasundarī mit der Kraft der Selbstbestimmung: huṃ dem Schutzpanzer. „klīṃ aluptaśaktiśrīmahātripurasundarī netratrayāya vauṣaṭ“ — klīṃ, Śrīmahātripurasundarī mit unverminderter Kraft: vauṣaṭ den drei Augen. „sauḥ anantaśaktiśrīmahātripurasundarī astrāya phaṭ“ — sauḥ, Śrīmahātripurasundarī mit unendlicher Kraft: phaṭ der Waffe. So im Navaratneśvara: Allwissenheit, ewige vollkommene Zufriedenheit, anfangslose Erkenntnis, Selbstbestimmung, Unvermindertheit der Kraft und Unendlichkeit: Als diese sechs bezeichnen Śiva und die übrigen die Glieder der beiden, Śiva und Śakti. Man verbinde den Namen mit dem Ende des Bīja und die sechs Glieder mit ihren jeweiligen Abschlussformeln.
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P2-0911 · 88
Danach der Nyāsa von Vaśinī und den übrigen. Er wurde in der kurzen Ritualordnung erklärt. Danach der Nyāsa, dessen Wesen neun Yonis sind. So heißt es: Man lege die aus neun Yonis bestehende [Gestalt] der Bālā, der Herrin Tripurās, auf. Die Ausführung wurde im Abschnitt über Bhairavī erklärt. Wiederum spreche man Bālā und vergegenwärtige sie sich als Kugel. Wiederum spreche man Bālā und vergegenwärtige sich ein Viereck.
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P2-0912 · 89
Nun die Nyāsas der Kultsitze und der Tattvas. So: Am Ādhāra spreche man den Vāgbhava des Grundmantras und „agnicakre kāmagiryālaye mitrīśanāthātmake rudrātmaśaktiśrīkāmeśvarīdevīśrīpādukāyai namaḥ“ — Im Feuer-Cakra, im Heiligtum Kāmagiri, dessen Wesen Mitrīśanātha ist: Verehrung den ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Śrīkāmeśvarī, der Kraft vom Wesen Rudras. Am Herzen spreche man den zweiten Kūṭa und „sūryacakre jālandharapīṭhe ṣaṣṭhīśanāthātmake viṣṇvātmaśaktiśrīvajreśvarīdevīśrīpādukāyai namaḥ“ — Im Sonnen-Cakra, am Kultsitz Jālandhara, dessen Wesen Ṣaṣṭhīśanātha ist: Verehrung den ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Śrīvajreśvarī, der Kraft vom Wesen Viṣṇus. An der Stirn spreche man den dritten Kūṭa und „somacakre pūrṇagiripīṭhe uḍḍīśanāthātmake brahmātmaśaktiśrībhagamālinīdevīśrīpādukāyai namaḥ“ — Im Mond-Cakra, am Kultsitz Pūrṇagiri, dessen Wesen Uḍḍīśanātha ist: Verehrung den ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Śrībhagamālinī, der Kraft vom Wesen Brahmās. An der Brahmā-Öffnung spreche man die drei Kūṭas und „paraṃbrahmacakre uḍḍīyānapīṭhe śrīcaryānāthātmake brahmātmaśaktiśrīmahātripurasundarīdevīśrīpādukāyai namaḥ“ — Im höchsten Brahman-Cakra, am Kultsitz Uḍḍīyāna, dessen Wesen Śrīcaryānātha ist: Verehrung den ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Śrīmahātripurasundarī, der Kraft vom Wesen Brahmans. Im Kalāmṛta: Für die Vollkommenheit gewährenden Kultsitze spreche man das erste Bīja des Grundmantras, verbinde es mit „agnicakre“, danach „kāmagiryālaye“, dann „mitrīśanāthātmake“, dann „kāmeśvarīdevīrudrātmaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Kāmeśvarī, der Kraft vom Wesen Rudras; Verehrung! Nachdem man das zweite Bīja gesprochen hat, o Pārvatī, verbinde man es mit „sūryacakre“, dann „jālandharapīṭhe ṣaṣṭhīśanāthātmake vajreśvarīdevīviṣṇvātmaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Im Sonnen-Cakra, am Kultsitz Jālandhara, dessen Wesen Ṣaṣṭhīśanātha ist, verehre ich die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Vajreśvarī, der Kraft vom Wesen Viṣṇus; Verehrung! Nachdem man das dritte Bīja gesprochen hat, o Pārvatī, verbinde man es mit „somacakre“, dann „pūrṇagiripīṭhe uḍḍīśanāthātmake bhagamālinīdevībrahmātmaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Im Mond-Cakra, am Kultsitz Pūrṇagiri, dessen Wesen Uḍḍīśanātha ist, verehre ich die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Bhagamālinī, der Kraft vom Wesen Brahmās; Verehrung! Nachdem man den ganzen Mantra gesprochen hat, o Pārvatī, füge man „paraṃbrahmacakre uḍḍīyānapīṭhe caryānāthātmake“ hinzu, dann nach „mahātripurā“ das Wort „sundarī“, dann „devībrahmātmaśaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Im höchsten Brahman-Cakra, am Kultsitz Uḍḍīyāna, dessen Wesen Caryānātha ist, verehre ich die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Mahātripurasundarī, der Kraft vom Wesen Brahmans; Verehrung! Dies ist die erste Folge, o Śivā. Die Stellen sind: Mūlādhāra, Herz, Stirn und Brahmā-Öffnung. [Die Schreibfehler der Sanskritvorlage sind im Original erhalten; die übersetzten Namen folgen den im selben Abschnitt klar lesbaren Formen.]
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P2-0913 · 89ka
Danach der Tattva-Nyāsa. So: Am Ādhāra spreche man den Vāgbhava-Kūṭa und „ātmatattvavyāpikāyai śrīmahātripurasundaryai namaḥ“ — Verehrung Śrīmahātripurasundarī, die das Ātman-Prinzip durchdringt. Am Herzen den zweiten Kūṭa und „vidyātattvavyāpikāyai śrīmahātripurasundaryai namaḥ“ — Verehrung Śrīmahātripurasundarī, die das Vidyā-Prinzip durchdringt. Zwischen den Brauen den dritten Kūṭa und „śivatattvavyāpikāyai śrīmahātripurasundaryai namaḥ“ — Verehrung Śrīmahātripurasundarī, die das Śiva-Prinzip durchdringt. An der Brahmā-Öffnung die drei Kūṭas und „sarvatattvavyāpikāyai śrīmahātripurasundaryai namaḥ“ — Verehrung Śrīmahātripurasundarī, die sämtliche Prinzipien durchdringt.
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P2-0914 · 90
Danach der Pañcadaśī-Nyāsa. So: Man lege jeweils einen Laut des Grundmantras mit namaḥ am Ende auf Mūlādhāra, Herz, beide Augen, beide Ohren, beide Nasenöffnungen, Mund, beide Arme, Rücken, beide Knie und Nabel. [Die Vorlage nennt ohne nähere Erläuterung mehr einzelne Körperstellen, als die Bezeichnung Pañcadaśī erwarten lässt; die vollständige Liste bleibt erhalten.]
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P2-0915 · 91
Danach der Ṣoḍaśī-Nyāsa. Im Nibandha: An der Brahmā-Öffnung vergegenwärtige man sich die vollständige Vidyā in roter Farbe. Der Verständige lasse die Saubhāgyadaṇḍinī-Mudrā über der linken Schulter kreisen. Die Mudrā, die die Zunge des Feindes ergreift, lege man auf die linke Fußsohle. Nach dem den ganzen Körper durchdringenden [Nyāsa] bringe man die Yoni-Mudrā an den Mund und verneige sich. Wiederum lege man diese Reihe von sechzehn Lauten auf Brahmā-Öffnung, Handgelenk und Stirn. Nun der Auflösungs-Nyāsa: Danach auf Füße, Unterschenkel, Knie, Hüfte, Fingerrücken, Nabel, beide Flanken, beide Brüste, beide Schultern, beide Hände, Brahmā-Öffnung, Gesicht und Brauen, o Pārvatī; danach auf den Bereich der Ohren und auf die Handgelenke, der Reihe nach. Dies ist der Auflösungs-Nyāsa. [Die Zuordnung der sechzehn Laute zu dieser ausführlicheren Stellenliste ist im Zitat nicht vollständig erklärt.]
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P2-0916 · 92
Nun die Bewahrungsfolge: Fünf [Laute] an den Fingern der Hände; drei an Brahmā-Öffnung, Mund und Herz; einer vom Nabel bis zu den Füßen; einer vom Hals bis zum Nabel; einer von der Brahmā-Öffnung bis zum Hals; fünf an den Zehen. Dies ist der Bewahrungs-Nyāsa.
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P2-0917 · 93
Nun der Schöpfungs-Nyāsa: Die sechzehn Laute lege man auf Brahmā-Öffnung, Stirn, Augen, Ohren, Nase, Kopf, Lippen, untere und obere Zähne, Zunge, Kinn, Rücken, ganzen Körper, Herz, Brüste, Bauch und Geschlecht. [Die überlieferte Liste nennt mehr Stellen als sechzehn, ohne ihre Zusammenfassung zu erläutern.]
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P2-0918 · 94
Nun der Nāda-Nyāsa: Am Kopf „avikṛnnādāya namaḥ“ — Verehrung dem unveränderten Nāda; an der Stirn „śūnyanādāya namaḥ“ — dem Nāda der Leere; zwischen den Brauen „sparśanādāya namaḥ“ — dem Nāda der Berührung; an der Nase „nādanādāya namaḥ“ — dem Nāda des Tönens; am Gesicht „dhvaninādāya namaḥ“ — dem Nāda des Widerhalls; am Hals „vindunādāya namaḥ“ — dem Bindu-Nāda; am Herzen „śaktinādāya namaḥ“ — dem Śakti-Nāda; am Nabel „jīvanādāya namaḥ“ — dem Lebens-Nāda; am Mūlādhāra „akṣarātmakanādāya namaḥ“ — dem Nāda, dessen Wesen die Laute sind. So im Kulāmṛta: Zuerst der unveränderte Nāda, danach der Nāda der Leere, der Berührung, des Tönens und danach des Widerhalls; Bindu-Nāda, Śakti-Nāda und danach Lebens-Nāda, o Śivā, und der Nāda, dessen Wesen die Laute sind, jeweils der Reihe nach mit namaḥ am Ende. Der Verständige lege die neun Nādas auf Kopf, Stirn, zwischen die Brauen, Nase, Gesicht, Hals, Herz, Nabel und Wurzelbereich.
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P2-0919 · 95
Nun der sechsfache Nyāsa. Im Jñānārṇava: Der erste Nyāsa ist der Gaṇeśas, der zweite gilt den Planeten; der dritte erfolgt mit den Mondhäusern, der vierte mit den Yoginīs. Der fünfte Nyāsa erfolgt mit den Tierkreiszeichen, der sechste wird mit den Kultsitzen erklärt.
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P2-0920 · 96
Dieser wird als sechsfacher Nyāsa bezeichnet und ist überall unüberwindlich. So: Die Yoginīs befinden sich auf seinem Leib; er ist von allen Yogins zu verehren. In den Welten gibt es niemanden, den er verehren müsste [die folgende Wendung „pitṛmātṛmukhojjvalaḥ“ ist syntaktisch beschädigt: Vater, Mutter, Antlitz, strahlend]. Er allein ist von allen zu verehren; er selbst ist der höchste Herr.
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P2-0921 · 97
Wer ohne den sechsfachen Nyāsa vor der Göttin Pārvatī seine Verneigung vollzieht, gelangt bald zum Tod und verfällt der Hölle. [Die Aussage ist die historische Drohung des zitierten Textes.]
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P2-0922 · 98
Der Seher ist Bṛhadāraṇyaka, das Versmaß Anuṣṭubh, die Gottheit Gaṇeśa. Die Anwendung erfolgt bei der Nyāsa-Handlung und der Mantra-Wiederholung.
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P2-0923 · 99
„eṃ hrīṃ śrīṃ aṃ vighneśvaraśrībhyāṃ namaḥ“ — Verehrung Vighneśvara und Śrī — am Kopf. Danach bedeutet die vorangestellte 3 jeweils die drei Bījas aiṃ hrīṃ śrīṃ [die Vorlage schreibt einmal „hyīṃ“; ihr erstes eṃ unterscheidet sich ebenfalls]. Jede folgende Formel endet mit namaḥ und bedeutet Verehrung dem genannten Paar: āṃ Vighnarāja und Hrī [Vorlage „hro“] am Mund; iṃ Vināyaka und Tuṣṭi am rechten Auge; īṃ Śivottama und Śānti am linken Auge; uṃ Vighnahṛt und Puṣṭi am rechten Ohr; ūṃ Vighnakartṛ und Sarasvatī am linken Ohr; ṛṃ Vighnarāḍ und Rati an der rechten Nasenöffnung; ṝṃ Gaṇanāyaka und Medhā an der linken; ḷṃ Ekadanta und Kānti an der rechten Wange; ḹṃ Dvidanta und Kāminī an der linken; eṃ Gajavaktra und Mohinī an der Oberlippe; aiṃ Nirañjana und Jaṭā an der Unterlippe; oṃ Kandarpabhṛt und Tīvrā an den oberen Zähnen; auṃ Dīrghavaktra und Jvālinī an den unteren; aṃ Saṅkarṣaṇa und Nandā an der Brahmā-Öffnung; aḥ Vṛṣadhvaja und Surasā am Mund; kaṃ Gaṇanātha und Kāmarūpiṇī an der rechten Schulter; khaṃ Gajendra und Śubhā am rechten Ellenbogen; gaṃ Śūrpakarṇa und Jayinī am Handgelenk; ghaṃ Trinetra und Satyā an den Fingerwurzeln; ṅaṃ Lambodara und Vighneśī an den Fingerspitzen; caṃ Mahāmoda und Svarūpiṇī an der linken Schulter; chaṃ Caturmūrti und Kāmadā am linken Ellenbogen; jaṃ Sadāśiva und Madavihvalā am Handgelenk; jhaṃ Āmoda und Vikaṭā an den Fingerwurzeln; ñaṃ Durmukha und Ghūrṇā an den Fingerspitzen; ṭaṃ Sumukha und Bhūtinī unter der rechten Hüfte; ṭhaṃ Pramoda und Bhūmi am rechten Knie; ḍaṃ Ekapāda und Mati am Knöchel; ḍhaṃ Dvijihva und Ramā unter den Zehen; ṇaṃ Śūra und Mānuṣī [Vorlage „mānuṣo“] an den Zehenspitzen; taṃ Vīra und Makaradhvajā unter der linken Hüfte; thaṃ Ṣaṇmukha und Vikarṇā am Knie; daṃ Varada und Bhṛkuṭī am Geschlecht; dhaṃ Vāmadeva und Lajjā unter den Zehen; naṃ Vakratuṇḍa und Dīrghaghoṇā an den Zehenspitzen; paṃ Dviraṇḍa und Dhanurdharā an der rechten Flanke; phaṃ Senānī und Yāminī an der linken; baṃ Grāmaṇī und Rātri am Rücken; bhaṃ Bhatta und Candrikā am Nabel [beide Wörter hier beschädigt]; maṃ Vimala und Śaśiprabhā am Bauch; yaṃ Mattavāhana und Lolā am Herzen; raṃ Jaṭī und Capalākṣī an der rechten Schulter; laṃ Muṇḍī und Ṛddhi am Nackenbuckel; vaṃ Khaḍgī und Durbhagā an der linken Schulter; śaṃ Vareṇya und Subhagā vom Herzen zur rechten Hand; ṣaṃ Vṛṣaketu und Śivā vom Herzen zur linken Hand; saṃ Bhakṣyapriya und Durgā vom Herzen zum rechten Fuß; haṃ Meghanāda und Kāminī vom Herzen zum linken Fuß; laṃ Gajeśa und Kānyakubjā vom Herzen zum Bauch; kṣaṃ Gaṇeśa und Vighnahāriṇī vom Herzen zum Mund. [Die rechten beziehungsweise linken Seiten der anschließenden Gelenke folgen der jeweiligen Arm- oder Beinreihe; die Vorlage nennt sie nicht jedes Mal erneut. Beim ersten ṅaṃ steht keine ausdrückliche 3.] So im Jñānārṇava: Viśveśvara und Śrī, Vighnarāja mit Hrī; Vināyaka und Tuṣṭi, Śivottama mit Śānti; Vighnahṛt mit Puṣṭi, Vighnakartṛ und Sarasvatī; Vighnarāḍ mit Rati, Medhā und Gaṇanāyaka; Ekadanta und Kānti, Dvidanta mit Kāminī; Gajavaktra und Mohinī, Nirañjana mit Jaṭā; Kandarpabhṛt und Tīvrā, danach Dīrghavaktra mit Jvālinī, o Liebe; Nandā und Saṅkarṣaṇa; Vṛṣadhvaja und Surasā; mit Gaṇanātha verbunden danach Kāmarūpiṇikā; Gajendra mit Śubhā (alternativ Śubhrā); Śūrpakarṇa und Jayinī, Trinetra mit Satyā; Lambodara und Vighneśī, Mahāmoda und Svarūpiṇī; Caturmūrti und Kāmadā; danach die Madavihvalā Genannte mit Sadāśiva; Āmoda und Vikaṭā; Durmukha und Ghūrṇā; danach Sumukha und Bhūtinī; Pramoda und Bhūmi, Ekapāda und Mati; Dvijihva mit Ramā, Śūra und Mānuṣī; danach Makaradhvajā mit Vīra, o Tochter des Berges; [Ṣaṇmukha; Vorlage „yanmukha“] und Vikarṇā, dann Varada und Bhṛkuṭī; Vāmadeva und Lajjā, unmittelbar danach Vakratuṇḍa mit Dīrghaghoṇā; danach Dviraṇḍaka und Dhanurdharā; Senānī mit Yāminī, Grāmaṇī mit Rātri; Mata mit Candrikā [abweichend vom beschädigten „bhatta“ der Prosa]; Vimala und Śaśiprabhā; Mattavāhana und Lolā, Jaṭī und Capalākṣiṇī; danach Muṇḍī mit Ṛddhi, Khaḍgī mit Durbhagā; Vareṇya und Subhagā, Vṛṣaketu und Śivā; Bhakṣyapriya und Durgā, Meghanāda und Kāminī; Gajeśa und Kānyakubjā, Gaṇeśa und Vighnahāriṇī. Dies ist der Gaṇeśa-Nyāsa.
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P2-0924 · 100
Nun der Planeten-Nyāsa. Die vorangestellte 3 bezeichnet aiṃ hrīṃ śrīṃ. Jede Formel endet mit namaḥ, Verehrung dem genannten Paar: Am Herzen „aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ āṃ ādityarucibhyāṃ namaḥ“ — Āditya und Ruci. Zwischen den Brauen „yaṃ raṃ laṃ vaṃ soṃ somāmarābhyāṃ namaḥ“ — Soma und Amarā. An den Augen „kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ aṃ aṅgārakaraktābhyāṃ namaḥ“ — Aṅgāraka und Raktā. Über dem Herzen „caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ buṃ budhajñānarūpābhyāṃ namaḥ“ — Budha und Jñānarūpā. Am Hals „ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ vṛṃ bṛhaspatiyaśasvinībhyāṃ namaḥ“ — Bṛhaspati und Yaśasvinī. An der Kehle „taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ śuṃ śukrāhlādinībhyāṃ namaḥ“ — Śukra und Āhlādinī. Am Nabel „paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ śaṃ śanaiścaraśaktibhyāṃ namaḥ“ — Śanaiścara und Śakti. Am Gesicht „śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ rāṃ rāhukṛṣṇābhyāṃ namaḥ“ — Rāhu und Kṛṣṇā. Am Geschlecht „laṃ kṣaṃ keṃ ketuvāyavībhyāṃ namaḥ“ — Ketu und Vāyavī. [Die letzte āṃ der Vokalreihe bleibt nach der Vorlage erhalten; sie weicht von gewöhnlichen Alphabetfolgen ab.] So im Jñānārṇava: Mit den Vokalen lege man Arka auf das Herz, danach mit der ya-Gruppe Śaśin zwischen die Brauen; mit der ka-Gruppe Bhauma auf die drei Augen. Mit der ca-Gruppe Budha am Herzen, mit der ṭa-Gruppe Bṛhaspati über dem Herzen, o Herrin der Götter; mit der ta-Gruppe Bhṛgu an der Kehle, mit der pa-Gruppe Śani am Nabel. Rāhu mit der śa-Gruppe am Gesicht; mit la und kṣa Ketu am After. So lege man sie auf, o Schönangesichtige. [Die Stellen für Budha, Bṛhaspati und Ketu unterscheiden sich teilweise von der vorhergehenden Prosa.]
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P2-0925 · 1
Nun der Nyāsa der Mondhäuser. 3 bedeutet aiṃ hrīṃ śrīṃ; jede Formel endet mit namaḥ, Verehrung dem genannten Mondhaus: aṃ āṃ Aśvinī an der Stirn; iṃ īṃ Bharaṇī am rechten Auge; uṃ ūṃ Kṛttikā am linken; ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ Rohiṇī am rechten Ohr; eṃ Mṛgaśiras am linken; aiṃ Ārdrā an der rechten Nasenöffnung; oṃ auṃ Punarvasu an der linken; kaṃ Puṣya am Hals; khaṃ gaṃ Aśleṣā an der rechten Schulter; ghaṃ ṅaṃ Maghā an der linken; caṃ Pūrvaphalgunī in der Mitte des rechten Arms; chaṃ jaṃ Uttaraphalgunī in der Mitte des linken; jhaṃ ñaṃ Hasta am rechten Handgelenk; ṭaṃ ṭhaṃ Citrā am linken; ḍaṃ Svāti an der rechten Handfläche; ḍhaṃ ṇaṃ Viśākhā an der linken; taṃ thaṃ daṃ Anurādhā am Nabel; dhaṃ Jyeṣṭhā an der rechten Hüfte; naṃ paṃ phaṃ Mūla an der linken; vaṃ Pūrvāṣāḍhā am rechten Oberschenkel; bhaṃ Uttarāṣāḍhā am linken; maṃ Śravaṇa am rechten Knie; yaṃ raṃ Dhaniṣṭhā am linken; laṃ Śatabhiṣaj am rechten Unterschenkel; vaṃ śaṃ Pūrvabhādrapadā am linken; ṣaṃ saṃ haṃ Uttarabhādrapadā am rechten Fuß; laṃ kṣaṃ aṃ aḥ Revatī am linken Fuß. [vaṃ bei Pūrvāṣāḍhā und die Namensschreibungen sind nach der Vorlage bewahrt; einige Formen sind entstellt.]
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P2-0926 · 2
Nun der Yoginī-Nyāsa. Die 3 bedeutet aiṃ hrīṃ śrīṃ. Am Hals: „aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṛṃ ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ ḍāṃ ḍīṃ duṃ ḍaṃ ma la va ra yūṃ ḍākinyai māṃ rakṣa rakṣa tvagātmane namaḥ“ — O Ḍākinī, schütze, schütze mich; Verehrung derjenigen, deren Wesen die Haut ist. Am Herzen: „kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ rāṃ rīṃ ra ma la va ra yūṃ rākiṇyai māṃ rakṣa rakṣāsṛgātmane namaḥ“ — O Rākiṇī, schütze, schütze mich; Verehrung derjenigen, deren Wesen das Blut ist. Am Nabel: „ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ nāṃ nīṃ na ma la va ra yūṃ lākinyai māṃ rakṣa rakṣa māṃsātmane namaḥ“ — O Lākinī, schütze, schütze mich; Verehrung derjenigen, deren Wesen das Fleisch ist. Am Svādhiṣṭhāna: „vaṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ kāṃ kīṃ ka ma la va ra yūṃ kākinyai māṃ rakṣa rakṣa meda ātmane namaḥ“ — O Kākinī, schütze, schütze mich; Verehrung derjenigen, deren Wesen das Fett ist. Am Mūlādhāra: „vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ sāṃ sīṃ sa ma la va ra yūṃ śākinyai māṃ rakṣa rakṣa asthyātmane namaḥ“ — O Śākinī, schütze, schütze mich; Verehrung derjenigen, deren Wesen die Knochen sind. Zwischen den Brauen: „haṃ laṃ kṣaṃ hāṃ hīṃ ha ma la va ra yūṃ hākinyai māṃ rakṣa rakṣa majjātmane namaḥ“ — O Hākinī, schütze, schütze mich; Verehrung derjenigen, deren Wesen das Mark ist. [Die wiederholten ṛṃ, die nāṃ/nīṃ-Laute bei Lākinī sowie die übrigen ungewöhnlichen Lautfolgen bleiben nach der Vorlage erhalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0927 · 3
Nun der Tierkreis-Nyāsa. 3 bedeutet aiṃ hrīṃ śrīṃ. Jede Formel endet mit namaḥ und bedeutet Verehrung dem jeweiligen Tierkreiszeichen: aṃ āṃ iṃ īṃ Meṣa, Widder, am rechten Knöchel; uṃ ūṃ ṛṃ Vṛṣa, Stier, am rechten Knie; rṝṃ ḷṃ ḹṃ Mithuna, Zwillinge, am rechten Hoden; eṃ aiṃ Karkaṭa, Krebs, an der rechten Bauchseite; oṃ auṃ Siṃha, Löwe, an der rechten Schulter; aṃ aḥ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ Kanyā, Jungfrau, an der rechten Kopfseite; kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ Tulā, Waage, an der linken Kopfseite; caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ Vṛścika, Skorpion, an der Wurzel des linken Arms; ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ Dhanus, Schütze, an der linken Bauchseite; taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ Makara, Steinbock, am linken Hoden; paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ Kumbha, Wassermann, am linken Knie; yaṃ raṃ laṃ vaṃ Mīna, Fische, am linken Knöchel. [rṝṃ ist die Schreibweise der Vorlage.]
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P2-0928 · 4
Nun der Nyāsa der Kultsitze: Weiß, schwarz, rot, dunkel, grün und gelb, der Reihe nach, immer wieder in dieser Folge, o Göttin, als Sammlung von fünfzig Orten; [ihre Gottheiten] dunkel, mit den Gesten der Gabengewährung und Furchtlosigkeit, mit allem Schmuck geziert: Nachdem man so meditiert hat, lege man die Kultsitze auf. 3 bedeutet aiṃ hrīṃ śrīṃ. Jede Formel endet mit „pīṭhāya namaḥ“, Verehrung dem betreffenden Kultsitz: aṃ Kāmarūpa am Kopf; āṃ Vārāṇasī am Umfang des Gesichts; iṃ Nepāla am rechten Auge; īṃ Pauṇḍravardhana am linken; uṃ Kāśmīra am rechten Ohr; ūṃ Kānyakubja am linken; ṛṃ Purasthita an der rechten Nasenöffnung; ṛṃ Carasthita an der linken; ḷṃ Pūrṇaśaila an der rechten Wange; ḷṃ Arbuda an der linken; eṃ Āmrātakeśvara an der Oberlippe; aiṃ Ekāmra an der Unterlippe; oṃ Trisrotas an den oberen Zähnen; auṃ Kāmakoṭṭa an den unteren; aṃ Kailāsa an der Brahmā-Öffnung; aḥ Bhṛgu am Mund; kaṃ Kedāra an der rechten Armwurzel; khaṃ Candrapura am rechten Ellenbogen; gaṃ Śrī am rechten Handgelenk; ghaṃ Oṃkāra an den rechten Fingerwurzeln; ṅaṃ Jālandhara an den rechten Fingerspitzen; caṃ Mānava, chaṃ Kūpāntaka, jaṃ Devīkoṭṭī, jhaṃ Gokarṇa, ñaṃ Māruteśvara an der linken Armwurzel, den Gelenken und Fingerspitzen [der Reihe nach]; ṭaṃ Aṭṭahāsa an der rechten Beinwurzel; ṭhaṃ Vijaya am rechten Knie; ḍaṃ Rājagṛha am rechten Knöchel; ḍhaṃ Kolvagiri an den rechten Zehenwurzeln; ṇaṃ Elāpura an den rechten Zehenspitzen; taṃ Kāmeśvara an der linken Beinwurzel; thaṃ Jayantī am linken Knie; daṃ Ujjayinī am linken Knöchel; dhaṃ Kṣīrikā an den linken Zehenwurzeln; naṃ Hastināpura an den linken Zehenspitzen; paṃ Uḍḍīśa an der rechten Flanke; phaṃ Prayoga an der linken; baṃ Vindhya am Rücken; bhaṃ Māyāpura am Nabel; maṃ Jaleśvara am Bauch; yaṃ Malaya am Herzen; raṃ Śrīśaila an der rechten Schulter; laṃ Meru am Nackenbuckel; [Bīja fehlt] Giri an der linken Schulter; śaṃ Mahendra vom Herzen zur rechten Hand; yaṃ Vāmana vom Herzen zur linken Hand; saṃ Hiraṇyapura vom Herzen zum rechten Fuß; haṃ Mahālakṣmīpura vom Herzen zum linken Fuß; laṃ Uḍḍīyāna vom Herzen zum Bauch; kṣaṃ Chāyāchatrapura vom Herzen zum Mund. Überall lege man sie an den Mātṛkā-Stellen mit namaḥ am Ende auf. Dieser sechsfache Nyāsa ist während des Mātṛkā-Nyāsa auszuführen, sagen die Kenner der Überlieferung. [Wiederholte kurze Vokale, yaṃ bei Vāmana, „Prayoga“, „Kolvagiri“ und fehlende Angaben sind nach der vorliegenden Quelle bewahrt.]
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P2-0929 · 5
Nun der Tripurā-Nyāsa. Im Tantra: Danach vollziehe man den Tripurā-Nyāsa zur Verwirklichung sämtlicher Wünsche und Ziele. Allein durch ihren Nyāsa wird ein Mensch schon zu Lebzeiten befreit. So: An der Stirn „aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ kāminītripurāyai namaḥ“ — Verehrung Kāminī-Tripurā. Überall lege man ebenso der Reihe nach an den Mātṛkā-Stellen [die Formeln] mit „tripurāyai namaḥ“ am Ende auf. Die 3 bedeutet aiṃ hrīṃ śrīṃ: āṃ Mālinī, iṃ Madanā, īṃ Unmādinī, uṃ Drāviṇī, ūṃ Khecarī, ṛṃ Jhaṭikā, ṝṃ Kalāvatī, ḷṃ Kledinī, ḹṃ Śivadūtī, eṃ Subhagā, aiṃ Bhagāvahā, oṃ Vidyeśvarī, auṃ Mahālakṣmī, aṃ Kaulinī, aḥ Kāleśvarī, kaṃ Kulamālinī, khaṃ Vyāpinī, gaṃ Bhagā, ghaṃ Vāgīśvarī, ṅaṃ Kālikā, caṃ Piṅgalā, chaṃ Bhagasarpiṇī [Vorlage „bhagasarpigī“], jaṃ Sundarī, jhaṃ Nīlapatākā, ñaṃ Siddheśvarī, ṭaṃ Mahāsiddheśvarī, ṭhaṃ Aghorā, ḍaṃ Ratnamālā, ḍhaṃ Maṅgalā, ṇaṃ Bhagamālinī, taṃ Raudrī, thaṃ Yogeśvarī, daṃ Ambikā, dhaṃ Aṭṭahāsā, naṃ Vyomarūpiṇī, paṃ Vajreśvarī, phaṃ Kṣobhiṇī, baṃ Śākambharī, bhaṃ Anaṅgā, maṃ Lokeśvarī, yaṃ Raktā, raṃ Susthā, laṃ Śukrā, vaṃ Aparājitā, śaṃ Saṃvartā, ṣaṃ Vimalā, saṃ Aghorā, haṃ Bhairavī, laṃ Aghorā, kṣaṃ Sarvākarṣiṇī. Diese fünfzig Tripurās lege man an den Mātṛkā-Stellen mit namaḥ am Ende auf. [Die wiederholten Aghorā-Namen stehen so in der Vorlage.]
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P2-0930 · 6
Nun der Nyāsa von Kāma und Rati: „aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ aṃ kāmaratibhyāṃ namaḥ“ — Verehrung Kāma und Rati. Überall lege man an den Mātṛkā-Stellen aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ voran und namaḥ ans Ende. Die vorangestellte 4 bezeichnet diese vier Bījas. Die weiteren Paare mit ihren Lauten sind: āṃ Kāma und Prīti; iṃ Kānta und Kāminī; īṃ Bhrānta und Mohinī; uṃ Kāmadhuk und Kamalā; ūṃ Kāmacārin und Vilāsinī; ṛṃ Kandarpa und Kalpalatā; ṝṃ Komala und Śyāmalā; ḷṃ Kāmavardhaka und Śucismitā; ḹṃ Kāma und Vijayā; eṃ Raṇa und Viśālākṣī; aiṃ Ramaṇa und Lelihā; oṃ Ratinātha und Digambarā; aiṃ Ratipriya und Ramā; aṃ Rātrinātha und Kubjikā; aḥ Smara und Kāntā; kaṃ Ramaṇa und Satyā; khaṃ Niśācara und Kalyāṇī; gaṃ Nandana und Bhoginī; ghaṃ Nandīśa und Kāmadā; ṅaṃ Madana und Sulocanā; caṃ Nandayitṛ und Svalāvaṇyā; chaṃ Niśācara und Mardinī; jaṃ Ratihaṃsa und Kalahaṃsapriyā; jhaṃ Puṣpagandhanvakāṃkṣiṇī [beschädigte Paarbildung der Vorlage; das Zitat liest Puṣpadhanvan und Kāṃkṣiṇī]; ñaṃ Māhadhanuḥ und Sukhī [Vorlage hat zusätzlich a vor ñaṃ]; ṭaṃ Grāmaṇī und Nalinī; ṭhaṃ Bhīma und Jaṭinī; ḍaṃ Bhrāmaṇa und Jvālinī; ḍhaṃ Bhramaṇa und Śikhinī; ṇaṃ Śyāma und Mugdhā; taṃ Bhrāmaṇa und Ramā; thaṃ Bhṛgu und Bhramā; daṃ Bhrānta und Kamalā; dhaṃ Bhramāvaha und Sucañcalā; naṃ Mohana und Dīrghajihvā; paṃ Meṣaka und Mahāmati; phaṃ Mugdha und Lolākṣī; baṃ Mohavardhaka und Bhṛṅginī; bhaṃ Mohaka und Capeṭā; maṃ Manmatha und Nāthā; yaṃ Mataṅga und Mālinī; raṃ Bhṛṅgīśa und Kalahaṃsinī; laṃ Gāyaka und Viśvatomukhī; vaṃ Gīti und Gajanandikā; śaṃ Nartaka und Rañjinī; ṣaṃ Meṣa und Kānti; saṃ Unmatta und Kalakaṇṭhā; haṃ Saṃvartaka und Vṛkodarī; laṃ Megha und Śyāmā; kṣaṃ Vimala und Śrīmatī. Diese lege man an den Mātṛkā-Stellen mit namaḥ am Ende auf. [aiṃ bei Ratipriya sowie die beschädigten und abweichenden Namensformen bleiben ausdrücklich ausgewiesen.] Im Jñānārṇava: Danach lege man Kāma und Rati auf, Kāma und Prīti, o Maheśvarī; Kānta mit Kāminī, Bhrānta mit Mohinī; ebenso Kāmadhuk und Kamalā, Kāmacāra und Vilāsinī; Kandarpa mit Kalpalatā, ebenso Komala und Śyāmalā. Śucismitā ist als mit Kāmavardhaka verbunden zu erkennen; Kāma mit Vijayā, Raṇa mit Viśālākṣī; Ramaṇa mit Lelihā, Ratinātha und Digambarā; Ratipriya und Ramā, Rātrinātha und Kubjikā; Kāntā mit Smara, Ramaṇa mit Satyā; Niśācara und Kalyāṇī, Nandana und Bhoginī; Nandīśa mit Kāmadā, Madana und Sulocanā; ebenso Nandayitṛ mit Svalāvaṇyā, o Göttin, o Liebe; Niśācara mit Mardinī, unmittelbar danach Ratihaṃsa mit Kalahaṃsapriyā; Puṣpadhanvan und Kāṃkṣiṇī; Mahādhanu und Sumukhī, Grāmaṇī mit Nalinī; Bhīma mit Jaṭinī, Bhrāmaṇa mit Jvālinī; Bhrāmaṇa mit Śikhinī, danach Śyāma und Mugdhā; Bhrāmaṇa mit Ramā, danach Bhṛgu und Bhramā; Bhrānta mit Kāmakalā, Bhramāva[ha; Wort beschädigt] und Sucañcalā; Mohinī und Dīrghajihvā, Meṣaka und Mahāmati; ebenso Mugdha und Lolākṣī, Mohavardhana und Bhṛṅginī; Mohaka und Capeṭā, Manmatha mit Nāthā; Mataṅga mit Mālinī, Bhṛṅgīśa und Kalahasinī; danach Viśvatomukhī mit Gāyaka; unmittelbar danach Gīti mit Gajanandikā; Nartaka mit Rañjinī, Meṣa mit Kānti; Unmatta und Kalakaṇṭhā, Saṃvartaka und Vṛkodarī; Megha mit Śyāmā, o Göttin, Vimala und Śrīmatī, o Liebe. Man lege die Mātṛkās gerade an den Mātṛkā-Stellen auf, o Göttin. [Abweichungen des Zitats gegenüber der vorangehenden Liste, insbesondere Sumukhī, Kāmakalā und Mohinī, werden beibehalten.]
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P2-0931 · 7
Nun der Nyāsa der sechzehn Nityās. Im Jñānārṇava: Die erste ist Sundarī-Nityā, Mahātripurasundarī; Kāmeśvarī wird genannt, ebenso Bhagamālinī, Nityaklinnā, Bheruṇḍā, ebenso Vahnivāsinī, Vajreśvarī, Dūtī, Tvaritā, Kulasundarī, Nityā, Nīlapatākā, Vijayā, Sarvamaṅgalā, Jvālāmālā und zuletzt Vicitrā. Die fünfzehn [außer der ersten] werden so erklärt. Ihre Mantras stehen im Jñānārṇava: Höre, o Göttin; ich will den unübertrefflichen Nityā-Mantra erklären. Bālā, Tāra und Hṛd, danach das Wort „kāmeśvari“; nach „icchākāmaphala“ sage „prade“, dann „sarvasattvavaśaṅkari“, dann „sarvajagatkṣobhaṇakari“ — O Kāmeśvarī, die die Frucht von Wunsch und Begehren gewährt, alle Wesen dem eigenen Willen unterwirft und die ganze Welt erschüttert. Schreibe dreimal huṃ, die fünf Pfeile und Kumārikā in der Auflösungsfolge. Dies ist Kāmeśvarī-Nityā, die bei dieser Gelegenheit erklärt ist, o Śivā. Nach Vāgbhava schreibe „bhagabhage bhagini bhagodari bhagāṅge bhagamāle bhagāvahe bhagaguhye bhagayoni bhaganipātini sarvabhagavaśaṅkari bhagarūpe“ — O Schoß im Schoß, o Schwester, o deren Bauch der Schoß ist, o deren Glieder der Schoß sind, o mit der Girlande der Schöße, o die den Schoß trägt, o Geheimnis des Schoßes, o Schoß-Yoni, o in den Schoß Niederfallende, o die alle Schöße ihrem Willen unterwirft, o von der Gestalt des Schoßes. O mit weiten Lotusaugen, dann schreibe „nityaklinne bhagasvarūpe sarvabhagāni me hyānaya varade rete surete bhagaklinne klinnadrave kledaya drāvaya sarvasattvān bhageśvari amoghe bhagavicche kṣubha kṣobhaya sarvasattvān bhageśvari“ — O ewig Feuchte, o deren eigene Gestalt der Schoß ist, bringe mir alle Schöße, o Gabenspenderin, o Samen, o guter Samen, o im Schoß Feuchte, o feucht Zerfließende, befeuchte und verflüssige alle Wesen, o Herrin des Schoßes, o Unfehlbare, o [„bhagavicche“, unsicher: den Schoß Spaltende], rege dich, erschüttere alle Wesen, o Herrin des Schoßes. Dann Vāgbhava, blūṃ und jaṃ; bheṃ blūṃ moṃ heṃ blūṃ; danach „klinne sarvāṇi bhagāni me vaśamānaya“ — O Feuchte, bringe alle Schöße unter meinen Willen. Schreibe das Strī-Bīja, nach hara den seinem Wesen nach Vedamātṛ genannten Laut und Bhuvaneśī: Diese Vidyā ist Bhagamālinī. Nachdem man das Parā-Bīja ausgesprochen hat, [folgt] „nityaklinne madadrave“ — O ewig Feuchte, o im Rausch Zerfließende —; mit der Gattin des Feuers, svāhā, verbunden heißt dieser Mantra Nityaklinnā. Zuerst spreche man den Praṇava und das Stachel-Bīja zweimal. Zwischen beide schreibe man den aus bha, ra und o gebildeten Laut, o Göttin. Die ca-Gruppe ohne ihren letzten Laut schreibe man jeweils auf Feuer, mit dem vierzehnten Vokal sowie Bindu und Nāda verbunden. Mit der Gattin des Feuers verbunden ist dies die Vidyā; ihre Gottheit ist Bheruṇḍā. [Die verschlüsselte Lautbildung „bharomātmaka“ und einzelne Formen der Bhagamālinī-Ableitung weichen von der später vollständig ausgeschriebenen Mantrafolge ab. „Bhaga“ hat zugleich die Bedeutungen Schoß/Vulva und glückverheißende Fülle; der körperliche Sinn der Anrufung wird hier bewahrt.]
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P2-0932 · 7ka
Schreibe Parā, danach „vahnivāsinyai namaḥ“ — Verehrung der im Feuer Wohnenden. Dieser [Mantra] hat acht Laute, o Maheśānī; seine Gottheit ist Vahnivāsinī. Praṇava, Bhuvaneśānī, der aus pha, ra und e gebildete Laut, danach Candra mit Visarga, „nityaklinne madadrave“ — O ewig Feuchte, o im Rausch Zerfließende — und die Gattin des Feuers: Diese Vidyā gewährt alle Herrscherfülle. Als vierzehnsilbig ist die Vajreśvarī-Vidyā zu erkennen. Man spreche das Parā-Bīja, dann Śivadūtī mit Dativendung und Hṛd am Ende: Dieser Mantra, o Göttin, ist Dūtī, die allen Überfluss gewährt. Man spreche oṃ, schreibe Parā und den Schutzpanzer, dann „khecachekṣaṃ“, das Śrī-Bīja, huṃ, kṣe, Parā und die Waffe: Diese Vidyā ist Tvaritā. Die sämtliche Löwenthrone verkörpernde Bālā selbst ist Kulasundarī. Man umschließe ebenso Nityābhairavī mit Bālā und den fünf Pfeilen, o Herrin der Götter: Nityā hat die durch Śakra bezeichnete Silbenzahl. Oder: Eine andere Nityā ist fünfsilbig, bestehend aus den Pfeil-Bījas. Praṇava, Bhuvaneśānī, der aus pha, ra und e gebildete Laut; als zweites blūṃ, dann Bhuvaneśī und der Stachel. Man leite das Wort „nitye“ ab, dann die Anrede „madadrave“, Schutzpanzer, Stachel und Māyā: Dies ist Nityā Nīlapatākinī. Das Ende von va, verbunden mit Kāla und r, versehen mit dem Vokal Śakras und gezeichnet mit Bindu und Nāda, o Göttin: Diese Vidyā ist Vijayā. Oder: Das Ende von va, Kāla, Feuer und Wind, geschmückt mit dem Vokal Śakras und mit Nāda, Bindu und Kalā verbunden: Diese Vidyā ist Vijayā. Schreibe Candra mit Varuṇa, auf Tāra stehend; danach, o Göttin, Sarvamaṅgalā mit Dativendung und Hṛd am Ende. Dieser Mantra, o Göttin, ist Nityā Sarvamaṅgalā. Tāra, Hṛd, dann „bhagavati“; zweimal „jvālāmālini devi“, dann „sarvabhūtasaṃhārike jātavedasi“, zweimal „jvalanti“, „jvala“, zweimal „prajvala“, dreimal huṃ, dreimal das Feuer-Bīja, der Kūrca-Mantra und svāhā: O erhabene Göttin, o Flammengirlanden tragende Göttin, o Flammengirlanden tragende Göttin, o Vernichterin aller Wesen, o Jātavedas, o Lodernde, Lodernde, lodere, flamme auf, flamme auf! Diese Nityā, o große Göttin, ist die höchste Jvālāmālinikā. Das Ende der ka-Gruppe und das Ende der Vokale, geschmückt mit dem Vokal Śakras und von Bindu, Nāda und Kalā durchdrungen: Dies ist Vicitrā, die höchste Herrin. Man verehre [sie] der Reihe nach bei sämtlichen mit a beginnenden Vokalen. Beim Vokal aḥ, o Parameśānī, [verehre man] Śrīvidyā, die Weltmutter. Wie die Vokale lege man die Vidyā auf, o mit weiten Lotusaugen. Diese lege man an den Nyāsa-Stellen der sechzehn Vokale auf. [Die verschlüsselten Angaben werden nicht still an die folgende ausgeschriebene Mantrafassung angeglichen.]
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P2-0933 · 8
Die Mantras lauten: (1) „aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ aiṃ klīṃ sauḥ oṃ namaḥ kāmeśvari icchākāmaphalaprade sarvasattvavaśaṅkari sarvajagatkṣobhaṇakari huṃ huṃ huṃ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ sauḥ klīṃ aiṃ kāmeśvarīnityākalāyai namaḥ“ — Verehrung dir, o Kāmeśvarī, die die Frucht von Wunsch und Begehren gewährt, alle Wesen ihrem Willen unterwirft und die ganze Welt erschüttert! Verehrung der ewigen Kalā Kāmeśvarī. (2) „aiṃ hrīṃ śrīṃ āṃ aiṃ bhagabhage bhagini bhagodari bhagāṅge bhagamāle bhagāvahe bhagaguhye bhagayoni bhaganipātini sarvabhagavaśaṅkari bhagarūpe nityaklinne bhagasvarūpe sarvabhagāni me hyānaya varade rete surete bhagaklinne klinnadrave kledaya drāvaya sarvasattvān bhageśvari amoghe bhagavicche kṣubha kṣobhaya sarvasattvān bhageśvari aiṃ blūṃ jaṃ bheṃ blūṃ moṃ blūṃ heṃ blūṃ klinne sarvāṇi bhagāni me vaśamānaya strīṃ hara blauṃ hrīṃ bhagamālinīnityākalāyai namaḥ“ — O Schoß im Schoß, o Schwester, o deren Bauch der Schoß ist, o deren Glieder der Schoß sind, o mit der Girlande der Schöße, o die den Schoß trägt, o Geheimnis des Schoßes, o Schoß-Yoni, o in den Schoß Niederfallende, o die alle Schöße ihrem Willen unterwirft, o von der Gestalt des Schoßes, o ewig Feuchte, o deren eigenes Wesen der Schoß ist: Bringe mir alle Schöße, o Gabenspenderin, o Samen, o guter Samen, o im Schoß Feuchte, o feucht Zerfließende! Befeuchte, verflüssige alle Wesen, o Herrin des Schoßes, o Unfehlbare, o [unsicher: den Schoß Spaltende]; rege dich, erschüttere alle Wesen, o Herrin des Schoßes! O Feuchte, bringe alle Schöße unter meinen Willen. Verehrung der ewigen Kalā Bhagamālinī. (3) „aiṃ hrīṃ śrīṃ haṃ hrīṃ nityaklinne madadrave svāhā nityaklinnānityākalāyai namaḥ“ — O ewig Feuchte, o im Rausch Zerfließende, svāhā; Verehrung der ewigen Kalā Nityaklinnā. (4) „aiṃ hrīṃ śrīṃ īṃ oṃ kroṃ kroṃ drauṃ crauṃ chrauṃ jrauṃ jhrauṃ svāhā bheruṇḍānityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Bheruṇḍā. (5) „aiṃ hrīṃ śrīṃ uṃ hrīṃ vahnivāsinyai namaḥ vahnivāsinīnityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der im Feuer Wohnenden; Verehrung der ewigen Kalā Vahnivāsinī. (6) „aiṃ hrīṃ śrīṃ ūṃ oṃ hrīṃ phreṃ saḥ nityaklinne madadrave svāhā vajreśvarīnityākalāyai namaḥ“ — O ewig Feuchte, o im Rausch Zerfließende, svāhā; Verehrung der ewigen Kalā Vajreśvarī. (7) „aiṃ hrīṃ śrīṃ ṛṃ hrīṃ śivadūtyai namaḥ dṛtīnityākalāyai namaḥ“ — Verehrung Śivas Botin; Verehrung der ewigen Kalā Dūtī [Vorlage „dṛtī“]. (8) „aiṃ hrīṃ śrīṃ ṝṃ oṃ hrīṃ huṃ khecachekṣa strīṃ hūṃ kṣe hrīṃ phaṭ tvaritānityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Tvaritā. (9) „aiṃ hrīṃ śrīṃ ḷṃ aiṃ klīṃ sauḥ kulasundarīnityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Kulasundarī. (10) „aiṃ hrīṃ śrīṃ ḹṃ aiṃ klīṃ sauḥ ha sa ka ra ḍaiṃ ha sa ka la ra ḍīṃ ha sa ka la ra ḍauḥ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ sauḥ klīṃ aiṃ vimalanityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Vimala. Oder „aiṃ hrīṃ śrīṃ ḹṃ drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ vimalānityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Vimalā. (11) „aiṃ hrīṃ śrīṃ eṃ oṃ hrīṃ phreṃ blūṃ āṃ hrīṃ kroṃ nitye madadrave huṃ kroṃ hrīṃ nīlapatākinīnityākalāyai namaḥ“ — O Ewige, o im Rausch Zerfließende; Verehrung der ewigen Kalā Nīlapatākinī. (12) „aiṃ hrīṃ śrīṃ bhmrauṃ vijayānityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Vijayā. Oder „aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ bhmtryauṃ vijayā“ und so weiter. (13) „aiṃ hrīṃ śrīṃ oṃ svoṃ sarvamaṅgalāyai namaḥ sarvamaṅgalānityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der Allheilvollen; Verehrung der ewigen Kalā Sarvamaṅgalā. (14) „aiṃ hrīṃ śrīṃ auṃ oṃ namo bhagavati jvālāmālini devi jvālāmālini devi sarvabhūtasaṃhārakārike jātavedasi jvalanti jvalanti jvala prajvala prajvala huṃ huṃ huṃ raṃ raṃ raṃ huṃ phaṭ svāhā jvālāmālinīnityākalāyai namaḥ“ — Verehrung dir, o erhabene Göttin, o Flammengirlanden tragende Göttin, o Flammengirlanden tragende Göttin, o die die Auflösung aller Wesen bewirkt, o Jātavedas, o Lodernde, Lodernde: Lodere, flamme auf, flamme auf! Verehrung der ewigen Kalā Jvālāmālinī. (15) „aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ caṃ kauṃ vicitrānityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Vicitrā. (16) Nach „aiṃ hrīṃ śrīṃ aḥ“ spreche man die Grund-Vidyā, dann „śrīmahātripurasundarīnityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Śrīmahātripurasundarī. Oder „aiṃ hrīṃ śrīṃ aḥ oṃ kāmeśvarīnityākalāyai namaḥ“ — Verehrung der ewigen Kalā Kāmeśvarī. So lege man die sechzehn Nityās auf. Zu diesem Zeitpunkt kann auch der Schöpfungs- und Bewahrungs-Nyāsa erfolgen. Damit endet der Nyāsa der sechzehn Nityās. [Die Bīja-Abweichungen der Vorlage, insbesondere haṃ in Nr. 3, Vimala/Vimalā in Nr. 10 und die ungewöhnlichen Laute in Nr. 12, werden bewahrt.] Nun der Nyāsa der offenbaren Yoginīs: Am Mūlādhāra „aiṃ hrīṃ śrīṃ prakaṭayoginībhyo namaḥ“ — Verehrung den offenbaren Yoginīs. Mit denselben drei Bījas: Am Svādhiṣṭhāna „guptayoginībhyo namaḥ“ — den verborgenen Yoginīs; am Nabel „guptatarayoginībhyo namaḥ“ — den noch stärker verborgenen; am Herzen „sampradāyayoginībhyo namaḥ“ — denen der Überlieferung; am Hals „kulakaulinīyoginībhyo namaḥ“ — den Kula-Kaulinī-Yoginīs; zwischen den Brauen „nigarvayoginībhyo namaḥ“ — den Nigarva-Yoginīs [so die Vorlage]; am Nāda „rahasyayoginībhyo namaḥ“ — den geheimen; am Ende des Nāda „atirahasyayoginībhyo namaḥ“ — den höchst geheimen; an der Brahmā-Öffnung „paramātirahasyayoginībhyo namaḥ“ — den höchsten, überaus geheimen Yoginīs.
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P2-0934 · 9
Nun der Waffen-Nyāsa: „drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ dhaṃ sammohanāya kāmeśvaradhanuṣe namaḥ“ — Verehrung dem Bogen Kāmeśvaras zur Verzauberung. „yāṃ [fünf] drāṃ [fünf] thaṃ sammohanāya kāmeśvarīdhanuṣe namaḥ“ — Verehrung dem Bogen Kāmeśvarīs zur Verzauberung. Diese beiden [lege man] auf die eigene untere linke Hand. „drāṃ [fünf] yāṃ [fünf] jaṃ jambhalebhyaḥ kāmeśvarabāṇebhyo namaḥ“ — Verehrung den Jambhalas, den Pfeilen Kāmeśvaras; „yāṃ [fünf] drāṃ [fünf] jaṃ jambhalebhyaḥ kāmeśvarībāṇebhyo namaḥ“ — Verehrung den Jambhalas, den Pfeilen Kāmeśvarīs. Diese beiden auf die untere rechte Hand. „drāṃ [fünf] yāṃ [fünf] āṃ vaśīkaraṇāya kāmeśvarapāśāya namaḥ“ — Verehrung der Schlinge Kāmeśvaras zur Unterwerfung; „drāṃ [fünf] yāṃ [fünf] hrīṃ vaśīkaraṇāya kāmeśvarīpāśāya namaḥ“ — Verehrung der Schlinge Kāmeśvarīs zur Unterwerfung. Diese beiden auf die obere linke Hand. „drāṃ [fünf] yāṃ [fünf] kroṃ sarvastambhanāya kāmeśvarāṅkuśāya namaḥ“ — Verehrung dem Stachel Kāmeśvaras zur Stillstellung von allem; „drāṃ [fünf] yāṃ [fünf] sarvastambhanāya kāmeśvaryāṅkuśāya namaḥ“ — Verehrung dem Stachel Kāmeśvarīs zur Stillstellung von allem. Diese beiden auf die obere rechte [Hand]. [Die Zahl 5 bezeichnet jeweils die fünfgliedrige, zuvor genannte drāṃ- oder yāṃ-Reihe; die letzte Formel enthält in der Prosa kein kroṃ.] Man lege sie auf, nachdem man Kāmakalā in der noch zu beschreibenden Reihenfolge meditiert hat. So im Jñānārṇava: Nachdem man den eigenen Leib so in Kāmakalā-Gestalt und aus der Gottheit bestehend vergegenwärtigt hat, vollziehe man den Waffen-Nyāsa Śivas und Śaktis. So heißt es: drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ werden als Kāmas Pfeile erklärt. yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ bilden die fünf Pfeile Kāmeśvarīs. Die drāṃ-Reihe, danach die yāṃ-Reihe, dhaṃ, „sammohanāya“, dann „kāmeśvaradhanuṣe“ im Dativ und namaḥ am Ende: Damit halte man den Bogen in der eigenen unteren linken Hand. Die yāṃ-Reihe, die drāṃ-Reihe, thaṃ, dann „sammohanāya kāmeśvarīdhanuṣe namaḥ“: In der unteren linken Hand halte der Mantra-Kundige ebenso den Zuckerrohrbogen der Göttin. Die drāṃ-Reihe, die yāṃ-Reihe, jaṃ, „jambhalebhyaḥ“, nach dem Wort Kāmeśvara „bāṇebhyo namaḥ“: In der eigenen unteren rechten Hand lege der beste Sādhaka die Blütenpfeile Śivas auf. Die yāṃ-Reihe, die drāṃ-Reihe, jaṃ, „jambhalebhyaḥ“, nach dem Wort Kāmeśvarī „bāṇebhyo namaḥ“: Diese Blütenpfeile der Göttin lege der Sādhaka in der eigenen unteren rechten Hand auf. Wieder die drāṃ-Reihe und die yāṃ-Reihe, der Gesichtsumfang mit Bindu, dann „vaśīkaraṇāya kāmeśvarapāśāya namaḥ“: So lege man [die Schlinge] auf die obere linke Hand. Die yāṃ-Reihe, die drāṃ-Reihe, Raum mit Feuer, linkem Auge und Bindu, dann „vaśīkaraṇāya kāmeśvarīpāśāya namaḥ“: So lege man sie auf die obere linke Hand. [Die Reihenfolge der Bīja-Gruppen in der zweiten Schlingenformel weicht im Zitat von der Prosa ab; „jambhalebhyaḥ“ ist im Kontext als besondere Bezeichnung der Pfeile nicht erklärt.]
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P2-0935 · 9ka
Die drāṃ-Reihe und die yāṃ-Reihe, kroṃ, danach „sarvastambhanāya“ und nach Kāmeśvara „aṅkuśāya namaḥ“: Dann lege man den Stachel Śivas auf die obere rechte Hand. Die yāṃ-Reihe und die drāṃ-Reihe, kroṃ, unmittelbar danach „sarvastambhanāya“ und nach Kāmeśvarī „aṅkuśāya namaḥ“: Dann lege man den Stachel der Göttin auf die obere rechte Hand. [Die zweite Formel nennt hier kroṃ und die umgekehrte Reihenfolge der beiden Fünfergruppen, im Unterschied zur vorhergehenden Prosa.]
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P2-0936 · 10
Dann vollziehe man mit dem Grundmantra den den ganzen Körper durchdringenden [Nyāsa] und zeige die neun Mudrās. So: Mit drāṃ die Sarvasaṃkṣobhiṇī, die alles Erschütternde; mit drīṃ die Sarvadrāviṇī, die alles Verflüssigende; mit klīṃ die Ākarṣiṇī, die Anziehende; mit blūṃ die Sarvaveśinī [so die Vorlage], die alles Durchdringende; mit saḥ die Sarvonmādinī, die alles in Ekstase Versetzende; mit kroṃ die Mahāṅkuśā, den großen Stachel; mit ha sa kha phreṃ die Khecarī; mit hsauḥ die Bīja-Mudrā; mit aiṃ die Yoginī-Mudrā.
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P2-0937 · 11
Der Zeitpunkt des Nyāsa wird im Yoginīhṛdaya erklärt: Am Morgen oder während der Verehrung, bei der Feueropferhandlung oder bei der Mantra-Wiederholung erfolgt ihre Anwendung jeweils gesondert. Oder der beste Sādhaka vollziehe während der Verehrung sämtliche [Nyāsas].
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P2-0938 · 12
Dann die Meditation: Die Göttin gleicht einem Lotus, strahlt mit den Strahlen der jungen Sonne, gleicht einer Hibiskusblüte, einer Granatapfelblüte, einem Rubin und der roten Farbe des Kuṃkuma. Sie ist mit funkelnden Kronenrubinen und einem Netz kleiner Glöckchen geschmückt. Ihre lockigen Haarsträhnen gleichen Schwärmen schwarzer Bienen. Die Scheibe ihres Lotusgesichts gleicht frischem Morgenrot. Ihr weiches Stirnband ist ein wenig gebogen wie der Halbmond; die Ranken ihrer Brauen gleichen Pinākins Bogen. Die höchste Herrin hat Augen, die sich spielerisch in freudigem, wonnevollem Strahlen bewegen. Ihre glänzenden goldenen Ohrringe gleichen aufleuchtenden Strahlen. Die Fülle ihrer schönen Wangen übertrifft die Nektarscheibe des Mondes. Ihre Nase ist deutlich wie nach Viśvakarmans Richtschnur gestaltet. Ihre roten Lippen gleichen Kupfer, Koralle und Bimba-Frucht und sind nektargleich. Die Süße ihres Lächelns übertrifft den Ozean des süßen Geschmacks. Ihr Kinn ist durch unvergleichliche Vorzüge schön. Die große Göttin hat einen muschelförmigen Hals und Arme, anmutig wie Lotusstiele. Ihre zarten Lotushände gleichen roten Lotusblättern; der Glanz ihrer roten lotusgleichen Nägel breitet sich über den Himmel aus. Ihre hohen Brüste tragen Ranken von Perlenketten. Ihre schöne Mitte ist von drei Faltenringen geziert.
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P2-0939 · 12ka
Ihr Nabel ist wie der Strudel im Strom der Schönheit. Ihre Hüften tragen einen Gürtel aus kostbaren Juwelenglocken. Für den Elefanten ihrer gerundeten Hüften ist die Reihe ihrer Härchen der vortreffliche Stachel. Die Herrin hat zarte Oberschenkel wie anmutige Bananenstämme. Ihre Knie sind schön wie Blüten der Anmut; ihre beiden Unterschenkel gleichen anmutigen Bananenstämmen. Ihre Knöchel sind verborgen; die Wölbung ihrer beiden Füße besiegt die Schildkröte. Sie glänzt mit schlanken, langen Zehen und einer Reihe klarer Nägel. Ihre Lotusfüße werden von den Kopfjuwelen Brahmās und Viṣṇus berührt und gerieben. Sie lächelt mit einer Folge von Glanz, die hundert Monden gleicht. Ihre Röte übertrifft Sindūra, Hibiskus und Granatapfel. Sie trägt rote Gewänder und hält Schlinge und Stachel erhoben. Sie sitzt auf einem roten Lotus und ist mit rotem Schmuck geziert. Sie hat vier Arme und drei Augen und trägt die fünf Pfeile und den Bogen. Ihr Mund ist mit Betel gefüllt, dem Kampferstückchen beigemischt sind. Ihre Gestalt ist kuṃkumarot und reich an starkem Moschusduft. Sie trägt alle Zierden der Liebesschönheit und sämtlichen Schmuck. Sie ist die Mutter, die die Welt erfreut, die die Welt entzückt, die die Welt anzieht und die Gestalt der Ursache der Welt besitzt. Die Göttin besteht aus allen Mantras und ist schön in allem Wohlergehen; sie besteht aus aller Herrlichkeit, ist die Ewige, besteht aus sämtlichen Kräften und ist heilvoll. Nachdem man sich selbst in dieser Gestalt meditiert hat, verehre man sie vollständig mit geistigen Gaben.
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P2-0940 · 13
So: Man vergegenwärtige sich die Göttin im Herzlotus und gebe ihren Füßen als Fußwaschwasser den Nektar des Sahasrāra, der sich im Gefäß der Kuṇḍalinī befindet. Dann gebe man den Geist als Arghya und an ihren Mund als Schlürfwasser das höchste Nektarwasser, das aus dem Krug des tausendblättrigen Lotus fließt. Die vierundzwanzig Tattvas [gebe man] als Duft. Gewaltlosigkeit, Erkenntnis, Geduld, Mitgefühl, Freiheit von Gier, von Verblendung und von Neid, Wahrhaftigkeit ohne Täuschung, Freiheit von Ichdünkel, von Anhaftung und Hass sowie die Sinne: Diese zehn [so die Vorlage] gebe man als Blumen. [Die Aufzählung lässt sich nicht eindeutig zu zehn Gliedern gruppieren.] Dann gebe man Räucherwerk in Windgestalt und eine Leuchte in Feuergestalt; den Raum als Wedel, die Sonne als Spiegel, den Mond als Schirm, den Lotus als Gürtel und die Wonne als vortreffliche Halskette. Man bringe eine Glocke dar, deren Wesen der ungeschlagene Klang ist. Danach gebe man einen Ozean aus Nektar, einen Fleischberg und Milchreis, der das Weltall füllt. Mit Tänzen, Gesängen und Instrumenten, die aus den Empfindungen der Liebe und den übrigen Rasas entstehen, mit dem Geist als Tänzer und mit guten Rhythmen erfreue man die höchste Herrin. Nachdem man so in Nichtgetrenntheit vollständig verehrt hat, vollziehe man die Mantra-Wiederholung. Danach beginne man die äußere Verehrung; dann folgt die Aufstellung des Arghya.
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P2-0941 · 13ka
Zuerst das allgemeine Arghya. Die Reihenfolge: Zunächst bilde man zu seiner Linken mit Wasser ein Viereck und zeichne in dessen Innerem einen Kreis. Man verehre ihn mit Blumen und „oṃ maṇḍalāya namaḥ“ — Verehrung dem Maṇḍala —, stelle dort ein Gefäß mit Untersatz auf, verehre es mit Bālā und fülle es mit reinem Wasser. Mit „aiṃ sarvajñāśaktiśrīmattripurasundarīhṛdayāya namaḥ“ — aiṃ, Śrīmattripurasundarī mit der Kraft der Allwissenheit: Verehrung dem Herzen — und den weiteren Formeln verehre man der Reihe nach die sechs Glieder. Darüber wiederhole man den Grundmantra achtmal und stelle das besondere Arghya auf.
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P2-0942 · 14
Dieses Gefäß wird in einem anderen Tantra beschrieben: Ein Gefäß aus Gold, Glas oder Silber, aus Perlmutter oder einer Schädelschale, oder aus Viśvāmitra[-Holz; die Materialbezeichnung ist hier nicht erläutert] gewährt Wünsche. Gold ist lieb; [es folgt] Bergkristall. Kupfer erfreut; eine herrliche Kokosnussschale bewirkt die ersehnte Vollkommenheit. Eine Schädelschale bewirkt gewiss Mantra-Vollkommenheit, Perlmutter gewährt Befreiung. [Die Syntax der Materialliste und die Zuordnung von „priyam“ und „sphāṭikam“ sind in der Vorlage nicht vollständig eindeutig.]
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P2-0943 · 15
Im Navaratneśvara: Ein menschliches [Schädel-]Gefäß ist als das Beste des Besten zu erkennen, o Maheśānī. Ein Gefäß aus Kokosnuss ist als die vorzüglich herzustellende Form zu erkennen. Ein Edelsteingefäß, o mit schönen Hüften, ist als vorzüglich unter den mittleren zu erkennen. Ein Gefäß aus Bilva und eines aus dem Brahmā-Baum stehen als Beste in der mittleren Gruppe. [Ein „kalpa“ genanntes Gefäß] gilt als gute mittlere Form; eines aus Ton als mittlere hergestellte Form. [Die Rangbezeichnungen „uttamakalpana“, „kalpa“ und „kalpamadhyama“ sind in diesem knappen Zitat nicht weiter definiert.]
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P2-0944 · 16
Die Handlungen zur Unterwerfung und Anziehung [vollziehe man] in einem schönen goldenen Gefäß. Zur Besänftigung und Kräftigung verwende man ein silbernes, o Liebe.
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P2-0945 · 17
Ein eisernes Gefäß ist für Tötungs- und Vertreibungsrituale bestimmt, ebenso ein steinernes für Stillstellung; bei Entzweiung [verwende man] eines aus Eisen oder Ton. [Dies ist die historische Zuordnung der rituellen Gefäße im Quellentext.]
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P2-0946 · 18
Für sämtliche Handlungen verwende man Viśvāmitra[-Holz; die Materialbezeichnung bleibt unerläutert], o du von guter Observanz. Für Handlungen zur Ausrottung einer Familie ist ein Glasgefäß besonders geeignet.
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P2-0947 · 19
Ein Holzgefäß ist für die rituelle Mantra-Verehrung zu bestimmen. Ein menschliches [Schädel-]Gefäß nehme man als Genuss und Befreiung gewährend.
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P2-0948 · 20
Beim Anblick des Arghya-Gefäßes, o Herrin der Götter, tanzen stets Brahmā und die übrigen Gottheiten sowie sämtliche Yoginīs; erfreut gewähren sie auch Vollkommenheit.
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P2-0949 · 21
Die Notwendigkeit sowohl des allgemeinen als auch des besonderen Arghya erklärt der Navaratneśvara: Man verwende nicht nur ein Gefäß, selbst wenn man unmittelbar Maheśvara ist. [Andernfalls] wenden sich die Mantras ab, und bei jedem Schritt kommen Unglücksfälle. In dieser Welt wird man arm, und nach dem Tod gelangt man in den Paśu-Zustand.
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P2-0950 · 22
Dann bilde man zwischen sich selbst und dem Śrīcakra mit Wasser des allgemeinen Arghya ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis, Sechseck und Viereck. Im Dreieck verehre man dessen Mitte mit der Grund-Vidyā und die Ecken mit den einzelnen Kūṭas. Im Sechseck verehre man, in der Feuerecke beginnend, durch zweimalige Wiederholung der Grund-Vidyā die sechs Glieder. Man stelle dort den dreifüßigen Untersatz auf und verehre ihn mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane arghyapātrādhārāya namaḥ“ — Verehrung dem Feuerkreis, dessen Wesen die zehn Kalās sind, als Untersatz des Arghya-Gefäßes. Dort verehre man kreisförmig die zehn Feuer-Kalās. So, jeweils mit aiṃ hrīṃ śrīṃ voran und namaḥ am Ende: yaṃ Dhūmrā, raṃ Nīlā, laṃ Kapilā, vaṃ Visphuliṅginī, śaṃ Jvālinī, yaṃ Haimavatī, saṃ Havyavāhinī, haṃ Kavyavāhinī, laṃ Rātri, kṣaṃ Saṅkarṣiṇī. [yaṃ bei Haimavatī ist die Lesart der Vorlage.] Nachdem man sie verehrt hat, spreche man darüber den Grundmantra mit dem Waffenabschluss, stelle das gewaschene Arghya-Gefäß auf, schreibe darin wie zuvor den Mantra und verehre es. Mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ aṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane arghyapātrāya namaḥ“ — Verehrung dem Sonnenkreis, dessen Wesen die zwölf Kalās sind, als Arghya-Gefäß — verehre man es und danach kreisförmig die zwölf Sonnen-Kalās. Jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ voran und namaḥ am Ende: kaṃ bhaṃ Tapinī; khaṃ baṃ Tāpinī; gaṃ phaṃ Dhūmrā; ghaṃ paṃ Vibudhā; ṅaṃ naṃ Bodhinī; caṃ dhaṃ Kalinī; chaṃ daṃ Śoṣiṇī; jaṃ thaṃ Vareṇyā; jhaṃ taṃ Ākarṣiṇī; ñaṃ ṇaṃ Māyā; ṭaṃ ḍhaṃ Vivasvatī; ṭhaṃ ḍaṃ Hemaprabhā. Nachdem man sie verehrt hat, fülle man [das Gefäß] mit Wasser und den übrigen [Substanzen] unter Rezitation des Grundmantras. Man zeichne wie zuvor das Yantra und vergegenwärtige sich im Dreieck die drei mit a, ka und tha beginnenden Linien, in der Mitte ha, la und kṣa. Dann verehre man wie zuvor und mit „sauḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane arghyapātrāmṛtāya namaḥ“ — Verehrung dem Mondkreis, dessen Wesen die sechzehn Kalās sind, als Nektar des Arghya-Gefäßes. Danach verehre man kreisförmig die sechzehn Mond-Kalās, jeweils mit aiṃ hrīṃ śrīṃ voran und namaḥ am Ende: aṃ Amṛtā, āṃ Madanā, iṃ Tuṣṭi, īṃ Puṣṭi, uṃ Prīti, ūṃ Rati, ṛṃ Śrī, ṝṃ Kriyā, ḷṃ Sudhā, ḹṃ Rātri, eṃ Jyotsnā, aiṃ Haimavatī, oṃ Chāyā, auṃ Pūrṇimā, aṃ Vidyā, aḥ Amāvasyā. Nachdem man sie verehrt hat, rufe man das heilige Wasser herbei; in der Mitte „haṃsātmane namaḥ“ — Verehrung dem Haṃsa-Wesen. Dann „ha sa kṣa ma la va ra yūṃ ānandabhairavāya vaṣaṭ“ — vaṣaṭ Ānandabhairava; „ha sa kṣa ma la va ra yīṃ sudhādevyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ der Nektargöttin. Nachdem man so verehrt hat, bedecke man das Wasser mit der Fisch-Mudrā, wiederhole die Grund-Vidyā achtmal, gebe Räucherwerk und Licht, zeige die neun Mudrās und gieße ein wenig dieses aus Brahman bestehenden Wassers in ein anderes Gefäß. Mit dem Grundmantra besprenge man sich selbst und die Verehrungsgegenstände und mache alles zu Brahman. Bis die Verehrung beendet ist, darf man das Arghya nicht bewegen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0951 · 22ka
Im Samayāṅka: Die Verehrung der Gliedergottheiten der Göttin Sundarī erfolgt nach der Aufstellung des Arghya. So heißt es: Nachdem der beste Mantra-Kundige sich selbst und die Verehrungsgegenstände der Reihe nach besprengt hat, vergegenwärtige er sie sich stets hingebungsvoll als aus Bewusstsein bestehend. Daher bilde man nach der Reihenfolge der vier Richtungen des Cakras das heilvolle Cakra. Man meditiere über Sūrya, den Elefantengesichtigen, den höchsten Smarahara und ebenso Gopāla, rufe sie herbei und [verehre] sie mit vielerlei Blumen, Fußwaschwasser und den weiteren Gaben, mit unterschiedlichen wohlriechenden Substanzen, Süßspeisen und Früchten; danach entlasse man sie ins eigene Herz. Dann verehre man im großen Cakra, jeweils mit aiṃ hrīṃ śrīṃ voran und namaḥ am Ende: den Nektarozean, die Edelsteininsel, den großen Garten mit vielerlei Bäumen, den Santāna-Hain, den Wunschbaum-Hain, den Haricandana-Hain, den Mandāra-Hain, den Pārijāta-Hain, den Kadamba-Waldhain; die Umfassungsmauern aus Puṣparāga-Edelstein, Rubin, Gomeda, Saphir, Diamant, Vaiḍūrya, Perlen, Koralle und Māṇikya; die Māṇikya-Halle, die Halle mit tausend Säulen; den Nektarteich, den Wonne-Teich, den Vimarśa-Teich; den Ort des jungen Sonnenlichts [Vorlage „bālātapoddhāra“], den Mondschein-Innenraum, den Graben der großen Liebesschönheit, den großen Lotuswald, den königlichen Cintāmaṇi-Palast; das östliche Tor der östlichen Überlieferung, das südliche Tor der südlichen, das westliche Tor der westlichen und das nördliche Tor der nördlichen Überlieferung; den Ring der Edelsteininsel, den großen Löwenthron; je einen Bettfuß aus Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Īśvara, die Bettplatte aus Sadāśiva; das Bett aus Schwanendaunen [Vorlage „haṃsatulataninā“ beschädigt], das große Kissen aus Schwanendaunen, die safranfarbene Decke, den großen Baldachin und den großen Vorhang. Überall verehre man mit namaḥ am Ende. Darüber „aiṃ hrīṃ śrīṃ hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0952 · 23
Danach meditiere man wie zuvor und forme die Trikhaṇḍā-Mudrā. Man bringe [die Göttin] darüber an der Spitze in das Mātṛkā-Yantra und rufe sie mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ tripurasundarīmūrtiṃ kalpayāmi“ — Ich bilde die Gestalt Tripurasundarīs — in die im Bindu vorgestellte Gestalt herbei. Nachdem man „hsraiṃ hasaklrīṃ hasrauṃ“ gesprochen hat: „oṃ mahāpadmavanāntaḥsthe kāraṇānandavigrahe sarvabhūtahite mātar ehyehi parameśvari“ — O du im großen Lotuswald, deren Gestalt die ursächliche Wonne ist, o Mutter, die allen Wesen wohlgesinnt ist: Komm, komm, o höchste Herrin! Damit rufe man das höchste Bewusstsein in das Bindu-Cakra, vollziehe die Handlungen von der Herbeirufung bis zur Einsetzung des Lebenshauchs und zeige die Mudrās von Pfeilen, Bogen, Schlinge, Stachel und den übrigen. Dann verehre man mit den entsprechenden Gaben und sättige sie dreimal durch Trankspenden.
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P2-0953 · 24
Die Reihenfolge ist folgende: Mit dem Wasser des Śrī-Gefäßes, das mit den Nagelspitzen von Ringfinger und Daumen der linken Hand gehalten wird, und mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern, die mit der anderen Hand hineingelegt sind, sättige man dreimal mit „śrīmahātripurasundarīṃ tarpayāmi“ — Ich sättige Śrīmahātripurasundarī. So im Svatantra: Durch die Verbindung von Daumen und Ringfinger der linken Hand, o Pārvatī, sättige man die Göttin Sundarī mit ihren Mudrās und Reittieren. „Ich sättige“ [spreche man] dreimal mit der Grund-Vidyā am Mund der Göttin. Durch die Verbindung von Daumen und Ringfinger ist das Herausheben mit den Nägeln vorgeschrieben. Mit einem so gehobenen Tropfen Wasser aus dem Śrī-Gefäß sättige man die Führerin des Kula. Der Daumen ist Bhairava, o Göttin; der Ringfinger ist Caṇḍikā, o Liebe. Durch diese Verbindung der linken Hand sättige man die Herrin des Kula.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0954 · 25
Eine Besonderheit: Bei Unterwerfungsritualen sättige man mit Daumen und Ringfinger; bei Besänftigungsritualen mit Daumen und Mittelfinger. Bei schädigenden Ritualen sättige man durch die Verbindung von Zeigefinger und Daumen, bei Stillstellung durch Verbindung mit dem kleinen Finger, o Liebe.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0955 · 26
Danach verehre man die sechs Glieder an den Stellen Feuer, Īśāna, Asura, Nordwesten, Mitte und in den Richtungen oder am Leib der Göttin. So: „aiṃ sarvajñāśaktiśrīmahātripurasundarī hṛdayāya namaḥ“ — aiṃ, Śrīmahātripurasundarī mit der Kraft der Allwissenheit: Verehrung dem Herzen. „klīṃ nityatṛptiśaktiśrīmahātripurasundarī śirase svāhā“ — klīṃ, mit der Kraft ewiger Zufriedenheit: svāhā dem Kopf. „sauḥ anādibodhaśaktiśrīmahātripurasundarī śikhāyai vaṣaṭ“ — sauḥ, mit der Kraft anfangsloser Erkenntnis: vaṣaṭ dem Haarschopf. „aiṃ svatantraśaktiśrīmahātripurasundarī kavacāya huṃ“ — aiṃ, mit der Kraft der Selbstbestimmung: huṃ dem Schutzpanzer. „klīṃ aluptaśaktiśrīmahātripurasundarī netratrayāya vauṣaṭ“ — klīṃ, mit unverminderter Kraft: vauṣaṭ den drei Augen. „sauḥ anantaśaktiśrīmahātripurasundarī astrāya phaṭ“ — sauḥ, mit unendlicher Kraft: phaṭ der Waffe. [Die Vorlage hat im ersten Namen „arvajñā“.] Dann vergegenwärtige man sich Kāmakalā im eigenen Leib. So heißt es: Man stelle sich den Bindu als Gesicht vor, darunter die beiden Brüste und darunter die Hälfte der höchsten [Kalā], nach unten gewandt. [„saparārdha“ ist als Formbeschreibung elliptisch.] Danach verehre man die Nityās der Mondtage. Im großen Dreieck vergegenwärtige man sich gegen den Uhrzeigersinn fünf Vokale beginnend mit a, fünf beginnend mit u und fünf beginnend mit e, in der Mitte Visarga. Dort verehre man gegen den Uhrzeigersinn in der zunehmenden Mondhälfte Kāmeśvarī bis Vicitrā, in der abnehmenden Vicitrā bis Kāmeśvarī. So: Am ersten Mondtag bei a spreche man aiṃ hrīṃ śrīṃ und ihren jeweiligen Mantra, dann „kāmeśvarīnityākalāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Kalā Kāmeśvarī; Verehrung! Ebenso bei ā am zweiten Tag Bhagamālinī, bei i am dritten Nityaklinnā, bei ī am vierten Bheruṇḍā, bei u am fünften Vahnivāsinī, bei ū am sechsten Mahāvidveśvarī [so die Vorlage, abweichend von Vajreśvarī], bei ṛ am siebten Śivadūtī, bei ṝ am achten Tvaritā, bei ḷ am neunten Kulasundarī, bei ḹ am zehnten Nityā, bei e am elften Nīlapatākā, bei ai am zwölften Vijayā, bei o am dreizehnten Sarvamaṅgalā, bei au am vierzehnten Jvālāmālinī, bei aṃ am Vollmond Vicitrā. Bei Visarga verehre man Tripurasundarī. Die 3 steht jeweils für aiṃ hrīṃ śrīṃ. In der abnehmenden Mondhälfte verehre man von Vicitrā bis Kāmeśvarī.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0956 · 26ka
Der Verehrungsmantra steht in einem anderen Tantra: Zuerst spreche man śrī, dann pādukā, danach pūjayāmi namaḥ; so verehre man die Gliedergottheiten. Dann verehre man die Guru-Reihe in den mittleren, östlich vor der Mitte gelegenen Dreiecken. Ihre Namen enden auf Ānandanātha, o Parameśvarī; die weiblichen Gurus werden mit der Endung Ambā bezeichnet, o von Helden Verehrte. So: „aiṃ hrīṃ śrīṃ paraprakāśānandanāthaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Paraprakāśānandanāthas; Verehrung! Ebenso Paraśiva; dann „paraśaktyambāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Paraśaktyambās; Verehrung! Entsprechend Kauleśvara und Śuklādevī, Pareśāna und Kāmeśvaryambikā. Diese bilden den göttlichen Überlieferungsstrom. Bhoga, Krīḍa, Samaya, Veda und Sahaja bilden den Strom der Vollendeten. Gagana, Viśva, Vimala, Madana, Bhuvana, Nīla, Ātman und Priya bilden den menschlichen Strom. Danach [verehre man] den Guru, den höheren Guru, den höheren und niederen Guru und den höchsten Guru oder allein den Guru. Dies sind die Gurus der Kāmarāja-Vidyā und der aus ihr zusammengesetzten [Formen]. Bei Lopā und den aus ihr zusammengesetzten [Formen]: Paraśiva, Kāmeśvaryambā, Divyaugha, Mahaugha, Sarvānanda, Prajñādevī und Prakāśa bilden den göttlichen Strom. Divya, Citra, Kaivalya, Divyāmbā und Mahodaya bilden den Strom der Vollendeten. Cit, Viśva, Śakti, Īśvara, Kamala, Paramānanda, Manohara, Sukhānanda und Pratibhā bilden den menschlichen Strom. [Diese letzte Namenreihe ist im Sanskrit zusammengeschrieben; die Trennung folgt den erkennbaren Namensgliedern.] So verehre man sie. Danach verehre man wie zuvor die drei Gurus oder einen. Oder man verehre die allgemeine Guru-Reihe. So, jeweils mit aiṃ hrīṃ śrīṃ voran: „gurubhyo namaḥ“ — Verehrung den Gurus; „gurupādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen; „paramagurubhyo namaḥ“ — den höheren Gurus; „paramagurupādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen; „parāparagurubhyo namaḥ“ — den höheren und niederen Gurus; „parāparagurupādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen; „parameṣṭhigurubhyo namaḥ“ — den höchsten Gurus; „parameṣṭhigurupādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen; „ācāryebhyo namaḥ“ — den Lehrern; „ācāryapādukābhyo namaḥ“ — deren Fußsandalen. Überall am Anfang erfolgt die Anwendung der Dvitārī oder Tritārī, der zwei oder drei Tārā-Bījas. So im Jñānārṇava: Das aus Māyā und Lakṣmī bestehende Bīja-Paar ist in der früher genannten Reihenfolge angegeben; dieses füge man hinzu, o Göttin, oder die Dreiheit, o Parameśvarī. Auch im Kalpasūtra: Überall am Anfang die Anwendung der Tritārī. Und die Tritārī: Vāc, Māyā und Kamalā werden als Tritārī bezeichnet.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0957 · 26ka
Dann im Schöpfungs-Cakra, beginnend mit dem die drei Welten bezaubernden [Kreis]: „aiṃ hrīṃ śrīṃ hasrīṃ shrīṃ śrīṃ kalahrīṃ pūrvāmnāya-unmanīdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Unmanī der östlichen Überlieferung; Verehrung! Im Bewahrungs-Cakra, mit den drei Bījas aiṃ hrīṃ śrīṃ: „aiṃ klinne klīṃ madadrave kūle hsauḥ dakṣiṇāmnāya-bhoginīdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — O Feuchte, o im Rausch Zerfließende, o Kula[-Göttin]; ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Bhoginī der südlichen Überlieferung; Verehrung! Danach in den drei Auflösungs-Cakras, beginnend mit dem alles Wohlergehen gewährenden, mit den drei Bījas: „ha sa kha phreṃ hsauḥ bhagavatyamba ha sa kha phreṃ kubjike hsrāṃ hsrīṃ hsraṃ aghore ghore ghoramukhi cavrāṃ cavrīṃ cabrūṃ kili kili“, dann die zuvor genannten fünf Bījas rückwärts, dann „paścimāmnāyakubjikādevīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ — O erhabene Mutter, o Kubjikā, o Nichtschreckliche, Schreckliche, Schreckgesichtige, kili kili [Mantraruf]; ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Kubjikā der westlichen Überlieferung; Verehrung! In allen Cakras mit den drei Bījas: „ha sa kha phreṃ mahācaṇḍayogeśvari uttarāmnāyakālikādevīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — O große, wilde Herrin des Yoga; ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Kālikā der nördlichen Überlieferung. Im Bindu-Cakra mit den drei Bījas: „hasaiṃ hasakalarīṃ hsauḥ ūrdhvāmnāyasakalasiddhidādevīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der alle Vollkommenheiten gewährenden Göttin der oberen Überlieferung. [Ungewöhnliche Schreibungen wie shrīṃ, hsraṃ und cabrūṃ bleiben nach der Vorlage erhalten.] Danach verehre man mit dem Grundmantra die sechs Glieder an den Stellen Feuer, Īśāna, Asura, Nordwesten, Mitte und in den Richtungen. So im Jñānārṇava: Nun vollziehe man die Gliederumfassung, die aus dem Śrīvidyā-Mantra entsteht. Die Verehrung der Glieder erfolgt an Feuer, Īśāna, Asura, Nordwesten, Mitte und in den Richtungen. Danach verehre man im äußeren Viereck an den vier Toren, im Westen beginnend, die acht Vollkommenheiten, Aṇimā und die übrigen.
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P2-0958 · 27
Die Festlegung der Richtungen, im Westen beginnend, steht im Guptārṇava: In welche Richtung der Mantra-Kundige bei der Verehrung Tripurās auch blickt: Hinter der Göttin ist dann Osten, vor Tripurā Westen. Und im Viśuddheśvara: Wenn der Mantra-Kundige das Cakra nach Norden gewandt verehrt, dann ist die Nordrichtung für die Göttin die Ostrichtung, ohne Zweifel. Süden gilt als Westen; zur Rechten der Göttin liegt Norden, zu ihrer Linken Süden. Diese Regel gilt überall. Die Nordostecke ist dann die Südostecke, o Herrin der Götter, ohne Zweifel. [Die Richtungsangaben beziehen sich auf die rituelle Orientierung der Göttin; ihre teilweise knappe Formulierung wird nicht still geografisch vereinheitlicht.]
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P2-0959 · 28
„aiṃ hrīṃ śrīṃ aṇimāsiddhiśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Vollkommenheit Aṇimā, Winzigkeit. Entsprechend mit den drei Bījas Laghimā, Leichtigkeit; Mahimā, Größe; Īśitva, Herrschaft. In den vier Ecken, im Nordwesten beginnend, [verehre man] Vaśitva, Verfügungsmacht; Prākāmya, ungehinderte Wunscherfüllung; Icchā, Willenskraft; Bhukti, Genuss. Unten Prāpti, Erlangung; oben Sarvajñāna, Allwissenheit. Im mittleren Viereck an den vier Toren, im Westen beginnend, mit aiṃ hrīṃ śrīṃ: tāṃ Brahmāṇī, īṃ Māheśvarī, ūṃ Kaumārī, ṝṃ Vaiṣṇavī; in den vier Ecken, im Nordwesten beginnend: ḹṃ Vārāhī, aiṃ Indrāṇī, auṃ Cāmuṇḍā, aḥ Mahālakṣmī. Jede Formel [endet]: „śrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen. Im inneren Viereck an den vier Toren, im Westen beginnend: „aiṃ hrīṃ śrīṃ drāṃ sarvasaṃkṣobhiṇīmudrāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der alles erschütternden Mudrā. [tāṃ bei Brahmāṇī steht so in der Vorlage.]
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P2-0960 · 28ka
Entsprechend mit aiṃ hrīṃ śrīṃ: drīṃ Sarvavidrāvaṇī, die alles Verflüssigende; klīṃ Sarvākarṣiṇī, die alles Anziehende; blū [so die Vorlage] Sarvavaśaṅkarī, die alles dem Willen Unterwerfende. In den vier Ecken, im Nordwesten beginnend: saḥ Sarvonmādinī, die alles in Ekstase Versetzende; kroṃ Mahāṅkuśā, der große Stachel; ha sa kha phreṃ Khecarī; hsauḥ die Sa-Bīja-Mudrā [Vorlage „sabījamudrā“]. Unten aiṃ die Yoni-Mudrā; oben auṃ die Trikhaṇḍā-Mudrā. Bei jeder heißt der Abschluss: Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der betreffenden Mudrā. An der Vorderseite des vollständigen Cakras „aiṃ hrīṃ śrīṃ trailokyamohanacaturasracakrāya namaḥ“ — Verehrung dem viereckigen, die drei Welten bezaubernden Cakra. „aiṃ hrīṃ śrīṃ aṃ āṃ sauḥ tripurāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurās. Rechts von ihr mit den drei Bījas drāṃ die Fußsandalen der Sarvasaṃkṣobhiṇī-Mudrā; links der Göttin mit den drei Bījas aḥ die Fußsandalen der Vollkommenheiten Aṇimā und der übrigen. „cārvākadarśanāya namaḥ“ — Verehrung der Cārvāka-Lehre. Hier im viereckigen, die drei Welten bezaubernden Cakra, über dem Tripurā als Cakra-Führerin herrscht, mögen diese offenbaren Yoginīs, Aṇimā und die übrigen, mit ihren Mudrās, Vollkommenheiten, Waffen, Reittieren und Gefolge mit sämtlichen Gaben verehrt und durch Trankspenden gesättigt sein. Mit diesen Worten übergebe man es mit Arghya-Wasser der Hauptgöttin.
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P2-0961 · 29
Dann zeige man mit drāṃ die alles erschütternde Mudrā und sättige dreimal mit Arghya-Wasser: „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ — aiṃ, svāhā dem Ātman-Prinzip; „klīṃ vidyātattvāya svāhā“ — klīṃ, svāhā dem Erkenntnisprinzip; „sauḥ śivatattvāya svāhā“ — sauḥ, svāhā dem Śiva-Prinzip.
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P2-0962 · 30
Dann auf den sechzehn Blütenblättern, beim westlichen Blatt beginnend, gegen den Uhrzeigersinn, jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ: aṃ Kāmākarṣiṇī, die das Begehren Anziehende; āṃ Buddhyākarṣiṇī, die den Verstand Anziehende. Überall lautet der Abschluss „nityākalāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Kalā. So im Navaratneśvara: Wiederum verehre man diese Nityā-Kalās der Reihe nach in umgekehrter Richtung. [Dann:] Ahaṅkārākarṣiṇī, die das Ichbewusstsein Anziehende [iṃ fehlt in der Vorlage]; īṃ Śabdākarṣiṇī, die den Klang Anziehende; uṃ Sparśākarṣiṇī, die die Berührung Anziehende; ūṃ Rūpākarṣiṇī, die die Gestalt Anziehende; ṛṃ Rasākarṣiṇī, die den Geschmack Anziehende; ṝṃ Gandhākarṣiṇī, die den Duft Anziehende; ḷṃ Cittākarṣiṇī, die das Gemüt Anziehende; ḹṃ Dhairyākarṣiṇī, die die Festigkeit Anziehende; eṃ Smṛtyākarṣiṇī, die die Erinnerung Anziehende; aiṃ Nāmākarṣiṇī, die den Namen Anziehende; oṃ Bījākarṣiṇī, die den Keim Anziehende; auṃ Ātmākarṣiṇī, die das Selbst Anziehende; aṃ Amṛtākarṣiṇī, die den Nektar Anziehende; aḥ Śarīrākarṣiṇī, die den Leib Anziehende. An der Vorderseite mit den drei Bījas [Verehrung] dem sechzehnblättrigen, alle Hoffnungen erfüllenden Cakra; dann „aiṃ klīṃ sauḥ tripureśvarīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripureśvarīs, der Cakra-Führerin. Überall steht am Anfang aiṃ hrīṃ śrīṃ und am Ende śrīpādukāṃ pūjayāmi. Rechts von ihr mit den drei Bījas drīṃ die Fußsandalen der Sarvavidrāviṇī-Mudrā; links die Fußsandalen der Laghimā-Vollkommenheit. „bauddhadarśanāya namaḥ“ — Verehrung der buddhistischen Lehre. Hier im sechzehnblättrigen, alle Hoffnungen erfüllenden Cakra, über dem Tripureśvarī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese verborgenen Yoginīs, Kāmākarṣiṇī und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Mit drīṃ zeige man die Sarvavidrāviṇī-Mudrā; „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ und die übrigen Formeln wie zuvor.
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P2-0963 · 31
Im achtblättrigen Cakra auf den vier Blättern, im Osten beginnend, gegen den Uhrzeigersinn, jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ: die fünf mit kaṃ beginnenden [Laute] für Anaṅgakusumā, die Blüte des körperlosen Liebesgottes; die fünf mit caṃ beginnenden für Anaṅgamekhalā, seinen Gürtel; die fünf mit ṭaṃ beginnenden für Anaṅgamadanā, seine Liebeserregung; die fünf mit taṃ beginnenden für Anaṅgamadanāturā, die von seiner Liebe Überwältigte. Auf den Blättern, im Südosten beginnend: die fünf mit paṃ beginnenden für Anaṅgarekhā, seine Linie; die vier mit yaṃ beginnenden für Anaṅgaveginī, seine Bewegungsgewalt; śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ für Anaṅgāṅkuśā, seinen Stachel; laṃ kṣaṃ für Anaṅgamālinī, seine Girlandenträgerin. Bei jeder: Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin. An der Vorderseite mit den drei Bījas „sarvasaṃkṣobhaṇāṣṭadalacakrāya namaḥ“ — Verehrung dem achtblättrigen, alles erschütternden Cakra; dann „hrīṃ klīṃ sauḥ tripurasundarīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurasundarīs, der Cakra-Führerin. Rechts von ihr mit den drei Bījas klīṃ die Fußsandalen der Sarvākarṣiṇī-Mudrā; links die der Mahimā-Vollkommenheit. „jitendradarśanāya namaḥ“ — Verehrung der Jitendra-Lehre [so die Vorlage]. Hier im achtblättrigen, alles erschütternden Cakra, über dem Śrīmahātripurasundarī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese noch stärker verborgenen Yoginīs, Anaṅgakusuma und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Mit klīṃ zeige man die Sarvākarṣiṇī-Mudrā; „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ und die übrigen Formeln wie zuvor.
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P2-0964 · 32
An der Vorderseite des vierzehnwinkligen Cakras beginnend, gegen den Uhrzeigersinn vom Westen bis zum Süden, jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ: Sarvasaṃkṣobhiṇī, die alles Erschütternde; Sarvavidrāviṇī, die alles Verflüssigende; Sarvākarṣiṇī, die alles Anziehende; Sarvāhlādinī, die alles Erfreuende; Sarvasammohinī, die alles Verzaubernde; Sarvastambhinī, die alles Stillstellende; Sarvajṛmbhaṇī, die alles Aufweitende; Sarvasattvavaśaṅkarī, die alle Wesen dem Willen Unterwerfende; Sarvarañjanī, die alles Entzückende; Sarvonmādinī, die alles in Ekstase Versetzende; Sarvārthasādhinī, die alle Ziele Verwirklichende; Sarvasampattipūraṇī, die allen Überfluss Erfüllende; Sarvamantramayī, die aus allen Mantras Bestehende; Sarvaduḥkhakṣayaṅkarī, die alles Leid Vernichtende. Überall verwende man „śaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Kraft. An der Vorderseite mit den drei Bījas „sarvasaubhāgyadāyakacaturdaśāracakrāya namaḥ“ — Verehrung dem vierzehnwinkligen, alles Wohlergehen gewährenden Cakra; „haiṃ ha klīṃ hsauḥ tripuravāsinīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripuravāsinīs, der Cakra-Führerin. Rechts von ihr mit den drei Bījas blūṃ die Fußsandalen der Sarvavaśaṅkarī-Mudrā; links die der Vollkommenheiten Īśitva und der übrigen. „sāṃkhyamīmāṃsānyāyadarśanebhyo namaḥ“ — Verehrung den Lehren Sāṃkhya, Mīmāṃsā und Nyāya. Hier im vierzehnwinkligen, alles Wohlergehen gewährenden Cakra, über dem Tripuravāsinī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Kräfte, Sarvasaṃkṣobhiṇī und die übrigen, die Yoginīs der Überlieferung, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Mit blūṃ zeige man die Sarvavaśaṅkarī-Mudrā; „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ und die übrigen Formeln wie zuvor.
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P2-0965 · 33
An der Vorderseite des äußeren zehnwinkligen Cakras beginnend, gegen den Uhrzeigersinn vom Westen bis zum Süden, jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ: Sarvasiddhipradā, die alle Vollkommenheiten Gewährende; Sarvasampatpradā, die allen Reichtum Gewährende; Sarvapriyaṅkarī, die alles Liebmachende; Sarvamaṅgalakarī, die alles Heil Bewirkende; Sarvakāmapradā, die alle Wünsche Erfüllende; Sarvaduḥkhavimocinī, die von allem Leid Befreiende; Sarvamṛtyupraśaminī, die allen Tod Besänftigende; Sarvavighnanivāriṇī, die alle Hindernisse Abwehrende; Sarvāṅgasundarī, die an allen Gliedern Schöne; Sarvasaubhāgyadāyinī, die alles Wohlergehen Schenkende. Bei jeder: „devīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin. An der Vorderseite „sarvārthasādhakabahirdaśāracakrāya namaḥ“ — Verehrung dem äußeren zehnwinkligen, alle Ziele verwirklichenden Cakra. Mit den drei Bījas „hasaiṃ ha sa klīṃ hsauḥ tripurāśrīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripurāśrīs, der Cakra-Führerin. Rechts von ihr mit den drei Bījas saḥ die Fußsandalen der Sarvonmādinī-Mudrā; links die der Vollkommenheiten Vaśitva und der übrigen. „brāhmyavaidyakadarśanāya namaḥ“ — Verehrung der Brahman- und Heilkundelehre [die genaue Verbindung des zusammengesetzten Lehrnamens bleibt unsicher].
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P2-0966 · 33ka
Nun im äußeren zehnwinkligen, alle Ziele verwirklichenden Cakra, über dem Tripurāśrī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Göttinnen, Sarvasiddhipradā [und die übrigen], die Kula-Kaulinī-Yoginīs, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Dann zeige man mit saḥ die Sarvonmādinī-Mudrā; „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ wie zuvor.
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P2-0967 · 34
Vom inneren zehnwinkligen Cakra aus beginnend, vom Westen bis zum Süden, jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ: Sarvajñā, die Allwissende; Sarvaśaktimayī, die aus allen Kräften Bestehende; Sarvaiśvaryapradāyinī, die alle Herrscherfülle Schenkende; Sarvajñānamayī, die aus aller Erkenntnis Bestehende; Sarvavyādhivināśinī, die alle Krankheiten Vernichtende; Sarvādhārasvarūpiṇī, die die Gestalt sämtlicher Grundlagen hat; Sarvapāpaharā, die alle Sünden Fortnehmende; Sarvānandamayī, die aus aller Wonne Bestehende; Sarvarakṣāsvarūpiṇī, die die Gestalt sämtlichen Schutzes hat; Sarvepsitaphalapradā, die alle ersehnten Früchte Gewährende. Bei jeder: „devīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin. An der Vorderseite mit den drei Bījas „sarvarakṣākarāntardaśāracakrāya namaḥ“ — Verehrung dem inneren zehnwinkligen, allen Schutz bewirkenden Cakra; „hrīṃ klīṃ blūṃ tripuramālinīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Tripuramālinīs, der Cakra-Führerin. Rechts von ihr mit den drei Bījas kroṃ die Fußsandalen der Mahāṅkuśa-Mudrā; links die der Prākāmya-Vollkommenheit [die Vorlage wiederholt hier die 3]. „aiṃ hrīṃ śrīṃ sauradarśanāya namaḥ“ — Verehrung der Sonnenlehre. Hier im inneren zehnwinkligen, allen Schutz bewirkenden Cakra, über dem Tripuramālinī als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Göttinnen, Sarvajñā und die übrigen, die Nigarbha-Yoginīs [so die Vorlage], mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Mit kroṃ zeige man die Mahāṅkuśa-Mudrā; „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ wie zuvor.
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P2-0968 · 35
Dann an der Vorderseite des achtwinkligen Cakras beginnend, vom Westen bis zum Süden, jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ: die sechzehn mit aṃ beginnenden [Vokale], varaluṃ, für Vaśinī; bei allen: „vāgdevatāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der Sprachgöttin. Entsprechend die fünf mit kaṃ beginnenden [Laute], ka la hrīṃ, für Kāmeśvarī; die fünf mit caṃ beginnenden, na va līṃ, für Modinī; die fünf mit ṭaṃ beginnenden, ylūṃ, für Vimalā; die fünf mit taṃ beginnenden, ja ma rīṃ, für Aruṇā; die fünf mit paṃ beginnenden, ha sa la va yūṃ, für Jayinī; die vier mit yaṃ beginnenden, jha ma ra yūṃ, für Sarveśvarī; śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣamarīṃ für Kaulinī. An der Vorderseite „sarvarogaharāṣṭāracakrāya namaḥ“ — Verehrung dem achtwinkligen, alle Krankheiten beseitigenden Cakra; „hrīṃ śrīṃ sauḥ tripurāsiddhānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Tripurāsiddhā. Rechts von ihr mit den drei Bījas ha sa kha phreṃ die Fußsandalen der Khecarī-Mudrā; links die der Bhukti-Vollkommenheit. „vaiṣṇavadarśanāya namaḥ“ — Verehrung der Viṣṇu-Lehre. Hier im achtwinkligen, alle Krankheiten beseitigenden Cakra, über dem Tripurāsiddhā als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese Yoginīs, Vaśinī und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Mit aiṃ hrīṃ śrīṃ ha sa kha phreṃ zeige man die Khecarī-Mudrā; „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ wie zuvor. [Die Bīja-Formen dieses Abschnitts weichen teilweise von den vorhergehenden Nyāsa-Listen ab und bleiben nach ihrer eigenen Vorlage bewahrt.]
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P2-0969 · 36
Außerhalb des Dreiecks, vorn beginnend, gegen den Uhrzeigersinn vom Westen bis zum Süden, jeweils aiṃ hrīṃ śrīṃ: „drāṃ drīṃ klīṃ blūṃ saḥ yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ śāṃ kāmeśvarakāmeśvarījambhaṇabāṇebhyo namaḥ“ — Verehrung den lähmenden Pfeilen Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs. Die fünfgliedrige drāṃ-Reihe, die fünfgliedrige yāṃ-Reihe, dhaṃ thaṃ, „sarvasammohanāya kāmeśvarakāmeśvarīdhanuṣe namaḥ“ — Verehrung dem Bogen Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs zur Verzauberung von allem. Dieselben beiden Fünferreihen, āṃ hrīṃ, „vaśīkaraṇāya kāmeśvarakāmeśvarīpāśāya namaḥ“ — Verehrung der Schlinge Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs zur Unterwerfung. Dieselben beiden Fünferreihen, kroṃ, „sarvastambhanāya kāmeśvarakāmeśvaryāṅkuśāya namaḥ“ — Verehrung dem Stachel Kāmeśvaras und Kāmeśvarīs zur Stillstellung von allem. Dann an der vorderen, rechten und linken Ecke des Dreiecks: Nach dem Vāgbhava des Grundmantras „agnicakre kāmagiryālaye mitrīśanāthātmake rudrātmaśaktikāmeśvarīdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Im Feuer-Cakra, im Heiligtum Kāmagiri, dessen Wesen Mitrīśanātha ist, verehre ich die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Kāmeśvarī, der Kraft vom Wesen Rudras. Nach Kāmarāja „sūryacakre jālandharapīṭhe ṣaṣṭhīśanāthātmake viṣṇvātmakaśaktivajreśvarīdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Im Sonnen-Cakra, am Kultsitz Jālandhara, dessen Wesen Ṣaṣṭhīśanātha ist, verehre ich die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Vajreśvarī, der Kraft vom Wesen Viṣṇus. Nach dem Śaktikūṭa „somacakre pūrṇagiripīṭhe uḍḍīśanāthātmake brahmātmaśaktibhagamālinīdevīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Im Mond-Cakra, am Kultsitz Pūrṇagiri, dessen Wesen Uḍḍīśanātha ist, verehre ich die ehrwürdigen Fußsandalen der Göttin Bhagamālinī, der Kraft vom Wesen Brahmās. An der Vorderseite mit den drei Bījas „sarvasiddhipradādyacakrāya namaḥ“ — Verehrung dem [ursprünglichen] alle Vollkommenheiten gewährenden Cakra; „hsraiṃ hsklrīṃ hsrauḥ tripurāmbānityāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Tripurāmbā. Rechts von ihr mit den drei Bījas hsauḥ die Fußsandalen der Bīja-Mudrā; links die der Icchā-Vollkommenheit. Mit den drei Bījas „śaktidarśanāya namaḥ“ — Verehrung der Śakti-Lehre. Hier im alle Vollkommenheiten gewährenden Cakra, dessen Innenbereich mit Pfeilen, Bogen, Schlinge und Stachel geschmückt ist und über dem Tripurāmbā als Cakra-Führerin herrscht, [mögen] diese überaus geheimen Yoginīs, Kāmeśvarī und die übrigen, mit ihren Mudrās [verehrt und gesättigt sein] — und so weiter. Man übergebe dies der Hauptgöttin. Mit hsauḥ zeige man die Bīja-Mudrā; „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ wie zuvor.
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P2-0970 · 37
Dann im Bindu-Cakra nach dem Grundmantra „śrīmahātripurasundarīnityāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen der ewigen Śrīmahātripurasundarī. Nachdem man dreimal so verehrt hat, an der Vorderseite „sarvānandamayavaindavacakrāya namaḥ“ — Verehrung dem aus aller Wonne bestehenden Bindu-Cakra. Nach dem Grundmantra „śrīmahātripurasundarīcakranāyikāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ — Ich verehre die ehrwürdigen Fußsandalen Śrīmahātripurasundarīs, der Cakra-Führerin. Rechts von ihr aiṃ die Fußsandalen der Yoni-Mudrā; links mit den drei Bījas die der Prāpti-Vollkommenheit und die der Mokṣa-Vollkommenheit, der Befreiung. „aiṃ hrīṃ śrīṃ śaivadarśanāya namaḥ“ — Verehrung der Śiva-Lehre. So im Kuloḍḍīśa: Nachdem man den Grundmantra ausgesprochen hat, verehre man Mahātripurasundarī in Gottheitsgestalt im Bindu und wiederum als Herrin des Cakras. Oder im Navaratneśvara: Die buddhistische, die Brahman-, die Sonnen-, die Śiva- und die Viṣṇu-Lehre sowie als sechste die Śakti-Lehre: Das Cakra ist als aus diesen sechs Lehren bestehend zu erkennen.
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P2-0971 · 37ka
Auch im Rudrayāmala: Das Viereck bildet die buddhistische Form, der sechzehnblättrige [Lotus] die Brahman-Form; die Viṣṇu- und die Śiva-Form [die zugehörigen Orte fehlen im Wortlaut]; der vierzehnwinklige [Kreis] gilt als Sonnen-Form. Der achtwinklige [Kreis], die beiden zehnwinkligen [Kreise] und die Mitte werden als Śakti-Form erklärt. An den genannten Stellen ist die jeweilige Lehre zu verehren. Hier im aus aller Wonne bestehenden Bindu-Cakra, über dem die Führerin des Cakras herrscht, deren Gestalt Bewusstsein ist — Mahātripurasundarī, die höhere und niedere Kraft in der Gestalt des höchsten Brahmans und Führerin aller Cakras —, [mögen] die [Gottheiten] des Śrīcakras verehrt und gesättigt sein: Der die drei Welten bezaubernde Kreis, der alle Hoffnungen erfüllende, der alles erschütternde, der alles Wohlergehen gewährende, der alle Ziele verwirklichende, der allen Schutz bewirkende, der alle Krankheiten beseitigende, der alle Vollkommenheiten gewährende und der aus aller Wonne bestehende [Kreis]; die durch dieses Śrīcakra vollständig entfalteten Yoginīs, offenbare, verborgene, noch stärker verborgene, der Überlieferung angehörende, Kula-Kaulinī-, Nigarbha-, geheime, überaus geheime und höher-nieder-geheime Yoginīs; Śrītripurā, Tripureśī, Tripurasundarī, Tripuravāsinī, Tripurā, Śrītripuramālinī, Tripurasiddhā und Tripurāmbā, die jeweiligen Cakra-Führerinnen, die ihre Lotusfüße verehren und sie umgeben. Śrīmahātripurasundarī-Nityādevī ist Herrin sämtlicher Cakras, sämtlicher Mantras, sämtlicher Vidyās, sämtlicher Kultsitze, sämtlicher Wünsche, sämtlicher Prinzipien und sämtlicher Helden; sie bezaubert die drei Welten, ist die Mutter der Entstehung der Welt und besteht aus sämtlichen Cakras. Mit den jeweiligen Cakra-Führerinnen, Mudrās, Vollkommenheiten, Waffen, Reittieren und Gefolge mögen [sie] mit sämtlichen Gaben durch die höhere und niedere Verehrung der Śrīmahātripurasundarī verehrt und durch Trankspenden gesättigt sein. Mit diesen Worten übergebe man [alles] mit Wasser des besonderen Arghya, ungebrochenen Reiskörnern und Blumen in die linke Hand der Hauptgöttin. Dann zeige man die neun Mudrās und sättige sie dreimal mit Arghya-Wasser und „aiṃ ātmatattvāya svāhā“ sowie den weiteren Formeln wie zuvor. [Der lange Übergabesatz ist in der Vorlage syntaktisch überladen; sämtliche genannten Gruppen und Namen sind wiedergegeben.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0972 · 38ka
Dann gebe man Duft, Blumen, Dūrvā-Gras, ungebrochene Reiskörner, Girlanden und die weiteren Gaben. Man spreche aiṃ, läute die Glocke, spreche den Grundmantra und „oṃ vanaspatiraso divyo gandhāḍhyo gandha uttamaḥ āghreyaḥ sarvadevānāṃ dhūpo'yaṃ pratigṛhyatām“ — oṃ, göttlicher Baumsaft, reich an Duft, vorzüglicher Wohlgeruch, von allen Göttern zu riechen: Möge dieses Räucherwerk angenommen werden! Damit gebe man Räucherwerk. Dann nach dem Grundmantra „oṃ suprakāśo mahādīpaḥ sarvatastimirāpahaḥ sabāhyābhyantaraṃ jyotir dīpo'yaṃ pratigṛhyatām“ — oṃ, die hell leuchtende große Leuchte beseitigt überall die Finsternis; ihr Licht ist außen und innen: Möge diese Leuchte angenommen werden! Damit gebe man Licht. Dann nach dem Grundmantra „śrīmahātripurasundaryai naivedyaṃ kalpayāmi namaḥ“ — Ich bereite Śrīmahātripurasundarī eine Speisegabe; Verehrung! Damit gebe man die Speisegabe. Danach vollziehe man das tägliche Feueropfer. So: Man umsprenge den Boden, spreche den Grundmantra und „oṃ prāṇāya svāhā, oṃ apānāya svāhā, oṃ samānāya svāhā, oṃ udānāya svāhā, oṃ vyānāya svāhā“ — svāhā für Prāṇa, Apāna, Samāna, Udāna und Vyāna. Mit den sechs Gliedern gebe man auch sechs Opfergaben. So heißt es: Nachdem man den Boden umsprengt hat, vollziehe man das tägliche Feueropfer. Mit dem Grundmantra opfere man fünf Gaben der Reihe nach, o Herrin der Götter. Prāṇa und Apāna, ebenso Vyāna, Udāna und Samāna: Als diese fünf ist das Wesen der fünf Opfergaben zu erkennen. Sechs Gaben an die sechs Glieder: Dies wird tägliches Feueropfer genannt. Dann bilde man zu seiner Linken Dreieck, Kreis und Viereck, verehre es mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ vyāpakamaṇḍalāya namaḥ“ — Verehrung dem alles durchdringenden Maṇḍala — und stelle dort ein Gefäß mit Speise und Wasser auf [„arddhānnapūrṇasalilaṃ“ ist hinsichtlich der Füllmenge unklar]. Man rezitiere dreimal den aus Kalā-Lauten bestehenden Mantra und gebe dann das Bali mit „oṃ hrīṃ sarvavighnakṛdbhyaḥ sarvabhūtebhyaḥ hūṃ svāhā“ — oṃ hrīṃ, allen Hindernisverursachern, sämtlichen Wesen, hūṃ svāhā. Nachdem man es mit Wasser des allgemeinen Arghya gegeben hat, zeige man die Tattva-Mudrā.
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P2-0973 · 39
Danach gebe man Vaṭuka und den übrigen das Bali. Im Nordosten, Nordwesten, Südwesten und Südosten bilde man Maṇḍalas aus Dreieck und Kreis und verehre dort mit Fußwaschwasser und den weiteren Gaben: „vāṃ vaṭukāya namaḥ“ — Verehrung Vaṭuka; „yāṃ yoginībhyo namaḥ“ — den Yoginīs; „gāṃ gaṇapataye namaḥ“ — Gaṇapati; „kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ“ — dem Bezirkshüter. Man stelle dort die mit den Substanzen gefüllten Gefäße hin und gebe das Bali. So heißt es: Vāṃ am Anfang, Vaṭuka im Dativ und namaḥ am Ende: So ist der Mantra erklärt. Nachdem man mit Fußwaschwasser und den weiteren Gaben verehrt hat, gebe man damit das Bali. Ebenso bei den übrigen. Mit „ehyehi devaputra vaṭukanātha kapilajaṭābhārabhāsvaratrinetra jvālamukha sarvavighnān nāśaya sarvopacārasahitaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā“ — Komm, komm, o Gottessohn, o Herr Vaṭuka, mit der Last rötlicher Flechten, mit leuchtenden drei Augen, mit flammendem Mund! Vernichte alle Hindernisse; nimm, nimm das Bali mit sämtlichen Gaben, svāhā — gebe man Vaṭuka das Bali. Durch die Verbindung von linkem Daumen und Ringfinger zeige man die Mudrā. [Dann:] Ob oberhalb des Weltalls, im Himmel, auf der Himmelsfläche, auf der Erde oder im Bereich ohne Teile, in der Unterwelt oder in der Tiefe, in Wind und Wasser, wo immer sie sich befinden, oder in Bezirken, Haupt- und Nebenkultsitzen ihren Stand genommen haben: Mögen die Göttinnen, erfreut durch Räucherwerk, Licht und die übrigen Gaben sowie durch die heilvolle Bali-Vorschrift, uns stets schützen, sie, die von den Herren der Helden verehrt werden! Mit „yāṃ yoginībhyaḥ svāhā, sarvayoginībhyaḥ huṃ phaṭ svāhā“ — svāhā den Yoginīs, huṃ phaṭ svāhā sämtlichen Yoginīs — gebe man das Bali. Mit Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger der linken Hand zeige man eine Mudrā in Yoni-Gestalt. Mit „kṣāṃ kṣīṃ kṣūṃ kṣaiṃ kṣauṃ kṣetrasthāne kṣetrapāla dhūpādisahitabaliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā“ — O Bezirkshüter an der Bezirksstätte, nimm, nimm das Bali mit Räucherwerk und den übrigen Gaben, svāhā — bringe man dem Bezirkshüter das Bali. Aus der linken Faust strecke man den Zeigefinger gerade aus und zeige die Mudrā. Mit „gāṃ gīṃ gaṃ gaṇapataye varavarada sarvajanaṃ me vaśamānaya baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā“ — O Gaṇapati, o vortrefflicher Gabenspender, bringe alle Menschen unter meinen Willen; nimm, nimm das Bali, svāhā — bringe man Gaṇapati das Bali. Aus der linken Faust strecke man den Mittelfinger wie einen Stab und zeige die Mudrā. Auch bei der Bhairavī-Vidyā sind diese vier Bali-Gaben auszuführen. Oder man gebe ganz am Ende das Bali für sämtliche Wesen. Im Tantra hinsichtlich des Bali: Wer Caṇḍikā verehrt, ohne Vaṭuka und den übrigen [Bali] gegeben zu haben, dessen Verehrung ist fruchtlos, und ein Fluch der Göttin entsteht. Dann gebe man der Hauptgöttin Schlürfwasser und die übrigen Gaben und wohlriechenden Betel.
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P2-0974 · 40
Danach gebe man das Ārātrika, die Lichterzeremonie. So: In ein Gefäß aus Bronze oder ähnlichem Material zeichne man mit Kuṃkuma und den übrigen [Stoffen] das Cakra Bālās. Dort stelle man in den acht Yonis acht mit zerlassener Butter gefüllte Leuchten mit kampferhaltigen Dochten auf. In der Mitte stelle man eine große Leuchte auf einen aus Teig oder ähnlichem Material gefertigten Kopf. Mit „śrī hrīṃ glūṃ slūṃ mlūṃ plūṃ llūṃ hrīṃ śrīṃ“ verehre man sie, hebe das Gefäß bis zum Kopf und schwenke das Licht neunmal. So im Jñānārṇava: Danach vollziehe man Ārātrika zur Verwirklichung sämtlicher Wünsche und Ziele. Auf einem goldenen, silbernen oder bronzenen Träger, o Parameśvarī, zeichne man mit Kuṃkuma das reizvolle neunwinklige Yantra. Man fertige ein mondförmiges Caru [Opferspeisegebilde]; in seiner Mitte, auf dem Kopf, o Śivā, setze man eine Leuchte und in die acht Ecken acht kleine Leuchten. [Die Träger] sind aus Gerste, Weizen, Mungbohnen und ähnlichem hergestellt, mit Zucker versehen, durch die Schönheit der eingesetzten Schälchen geziert und mit zerlassener Butter gefüllt. Man bespräche sie mit [dem Mantra] Ratneśvarīs, o Maheśānī. Danach schreibe man Śrī-Bīja und Parā-Bīja, o Schönfarbige; dann ga, sa, ma, pa und la, der Reihe nach auf Indra, o Liebe, verbunden mit dem linken Ohr und geschmückt mit Nāda und Bindu. Diese fünf Bījas sind die fünf Edelsteine, o Schöne. Mit den vorherigen Bījas in umgekehrter Reihenfolge ist dies Ratneśī, die neunsilbige. [Die ausformulierten Anfangs- und Abschluss-Bījas unterscheiden sich in der Prosa von der verschlüsselten Versangabe; beide bleiben erhalten.]
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P2-0975 · 41
Dann nach dem Grundmantra: „samastacakracakreśi śubhe devi navātmike ārātrikamidaṃ devi gṛhāṇa mama siddhaye“ — O Herrin aller Cakras, o heilvolle Göttin mit neunfachem Wesen: Nimm dieses Ārātrika an, o Göttin, zu meiner Vollendung! Danach zeige man die Cakra-Mudrā. Beim Ārātrika zeige man die Cakra-Mudrā, o große Göttin. Dann beende man die Handlung bis zur Entlassung. Damit endet der Abschnitt über Śrīvidyā.
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Pracaṇḍacaṇḍikā
P2-0976 · 1
Nun die Mantras der Pracaṇḍacaṇḍikā. Ich werde Pracaṇḍacaṇḍikā erklären, die die Frucht sämtlicher Wünsche gewährt. Allein durch ihre Gnade wird ein Mensch Sadāśiva.
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P2-0977 · 2
Wer keinen Sohn hat, erhält einen Sohn; wer kein Vermögen hat, wird vermögend. Man erlangt dichterische Kraft und vorzügliche Gelehrsamkeit; daran besteht kein Zweifel.
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P2-0978 · 3
Im Viśvasāra [Vorlage „viśasāra“] und im Yāmala: Lakṣmī, Lajjā, danach Māyā und der zwölfte Vokal; „vajravairocanīye“, zweimal Māyā, phaṭ, verbunden mit svāhā. [Die Bedeutung des Wortes Māyā in diesem Mantra wird im Folgenden nach unterschiedlichen Überlieferungen diskutiert.]
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P2-0979 · 4
Wenn das Lakṣmī-Bīja am Anfang steht, dann kommt die Herrlichkeit von allen Seiten. Mit dem Lajjā-Bīja am Anfang werden Frauen unterworfen. Mit dem Māyā-Bīja am Anfang werden große Sünden vernichtet. Wenn das Bīja des zwölften Vokals am Anfang steht, gewährt es Befreiung.
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P2-0980 · 5
Ihr Seher ist Bhairava, o Göttin; [das Versmaß] wird als Samrāṭ angegeben. Als Gottheit gilt Chinnamastā, o Göttin; das Bīja ist das zweifache Kūrca. Svāhā ist die Kraft; die Anwendung ist auf das gewünschte Ziel gerichtet. Hier bezeichnet das Wort Lajjā das Kāma-Bīja.
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P2-0981 · 6
So heißt es: Hier wird durch das Wort Lajjā das Kāma-Bīja entfaltet, o Göttin. Als Lehre Mahākālas ist diese heilvolle Mantra-Ableitung zu erkennen. Bei der Lesart „pūrvamāyāpade“ bedeutet es: im Lajjā-Bīja, das vor Māyā steht. So heißt es: Mit „pūrvamāyāpada“ wird das Lajjā-Bīja bezeichnet; andernfalls widerspräche dies der Tāpinī und anderen [Quellen]. So auch: Der Verständige wiederhole die Vidyā mit Kāma am Anfang, mit Vāgbhava am Anfang, mit Māyā am Anfang oder mit Lakṣmī am Anfang; sie gewährt die Frucht der vier Lebensziele. Nach der Auffassung anderer Seher bezeichnet das Wort Māyā überall Kūrca.
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P2-0982 · 7
Ebendort: Das Ende von va, verbunden mit Feuer sowie mit Rati und Bindu: Dies wird als Lakṣmī-Bīja erklärt, das sämtliche Wünsche und Ziele verwirklicht. Das Śiva-Bīja, verbunden mit linkem Auge und Feuer, geschmückt mit Bindu und Nāda, o Maheśānī, wird als Lajjā-Bīja angegeben. Nachdem man Īśāna und das Bīja Purāris abgeleitet, mit Bindu und Nāda versehen und ringsum mit dem linken Ohr ausgestattet hat, nennen die Weisen dies Māyā. Der zwölfte Vokal-Laut, geschmückt mit Nāda und Bindu, heißt Vāgbhava-Bīja und dient der Reinigung sämtlicher Worte. Dies folgt aus der Erklärung der vier Bījas des Mantras. Diese [Auslegung] ist zutreffend.
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P2-0983 · 8
Nach Bhairavas Lehre dagegen ist Māyā eben Bhuvaneśvarī. Lakṣmī ist das erste Bīja; im Lajjā-Bīja ist Manobhava. Im dritten ist stets die Göttin, die große Sünden vernichtet; im vierten die jenseits der Eigenschaften, die die befreiende Vidyā gewährt. Im Laut va ist unmittelbar Varuṇa, im Laut ja der Herr der Götter; in r der Feuergott, im Laut va der Herr der Erde. Im Vokal ai ist Tripurādevī, in r Tripurasundarī. Die Göttin Trailokyavijayā befindet sich stets im Vokal au. [Die beiden va-Zuordnungen und die ai-/au-Angaben werden so nach der Vorlage wiedergegeben.]
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P2-0984 · 8ka
Im Laut ca ist die Mondgöttin, im Laut na Vināyaka; in ī unmittelbar Kamalā, in ye Sarasvatī. Im Māyā-Paar ist die Göttin stets mit Prakṛti verbunden. Im phaṭ ist Vaikharī, im Laut svā der mit Blumen bewaffnete [Liebesgott]; im Laut hā befindet sich Rati. So ist die Zusammensetzung des Mantras. Auch dies folgt aus der Erklärung.
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P2-0985 · 9
Nun die Ausführung der Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen vollzogen hat, führe man das Mantra-Wasserschlürfen aus. So: Der Sādhaka trinke Wasser mit den drei Bījas Lakṣmī, Māyā und Kūrca; mit Vāgbhava wische er die Lippen ab, mit den beiden Māyās wische er zweimal nach. Mit Kūrca wasche er die Hände und lege mit diesen Mantras auf. Mit den Lauten von Śrī, Māyā, Kūrca, Vāc, Kāma, Tripuṭā und Bhaga sowie mit Kāmakalā und Aṅkuśa berühre er Mund, Nase, Augen, Ohren, Nabel, Herz, Kopf und beide Schultern; augenblicklich wird er Śambhu. Wenn man so Wasser schlürft, schaut man binnen eines Jahres Chinnamastā. [Die genaue Verteilung der Bījas auf die paarigen Körperstellen wird im Zitat nicht einzeln ausgeschrieben.]
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P2-0986 · 10
Nachdem man die Handlungen bis zur Atemregelung ausgeführt hat, vollziehe man den sechsfachen Nyāsa. Dann vollziehe man den sechsfachen Mantra-Nyāsa, der die drei Welten unterwirft: Mit Śrī, Bālā, Tripuṭā, Yoni, Prāsāda und Praṇava, ebenso Kālī, Vadhū, Aṅkuśa, Kāmakalā, Kūrca und Astra der Reihe nach sowie mit den Lauten des Ṣoḍaśī-Mantras, gesondert mit den achtzehn Lauten. Mit diesen Bījas lege man die Mātṛkā-Laute an ihren jeweiligen Stellen auf. Dieser wird als Bīja-Ṣoḍhā erklärt; er hat die Gestalt Brahmans. [Das Verhältnis der aufgezählten Bījas zum „sechsfachen“ Nyāsa ist im zitierten Wortlaut nicht weiter erläutert.]
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P2-0987 · 11
Durch ihren Nyāsa erhalten alle einen diamantfesten Leib. Sie besitzen sämtliche Herrscherfülle und sind nach zehn Jahren bereits zu Lebzeiten befreit.
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P2-0988 · 12
Danach der Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen: Der Seher dieses Mantras ist Bhairava, das Versmaß Samrāṭ, die Gottheit Chinnamastā, das Bīja das zweimalige hūṃ, die Kraft svāhā. Seine Anwendung dient der Verwirklichung des gewünschten Ziels. So: Am Kopf „bhairavāya ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Bhairava; am Mund „samrāṭ chandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Samrāṭ; am Herzen „chinnamastāyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Chinnamastā; am Geschlecht „hūṃ hūṃ bījāya namaḥ“ — hūṃ hūṃ, Verehrung dem Bīja; an den Füßen „svāhā śaktaye namaḥ“ — svāhā, Verehrung der Kraft.
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P2-0989 · 13
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern: An den kleinen Fingern „oṃ āṃ khaṅgāya hṛdayāya svāhā“ — oṃ āṃ, dem Schwert, dem Herzen, svāhā. An den Ringfingern, den heiligen Fingern: „oṃ īṃ sukhaṅgāya śirase svāhā“ — oṃ īṃ, dem guten Schwert, dem Kopf, svāhā. An den Mittelfingern „oṃ ūṃ suvajrāya śikhāyai svāhā“ — oṃ ūṃ, dem guten Donnerkeil, dem Haarschopf, svāhā. An den Zeigefingern „oṃ aiṃ pāśāya kavacāya svāhā“ — oṃ aiṃ, der Schlinge, dem Schutzpanzer, svāhā. An den Daumen „oṃ auṃ kroṃ netratrayāya svāhā“ — oṃ auṃ kroṃ, den drei Augen, svāhā. An Handflächen und Handrücken „oṃ aḥ surakṣāsurakṣāyāstrāya phaṭ“ — oṃ aḥ, dem guten Schutz und dem Asura-Schutz [die zusammengesetzte Lesart ist unsicher], der Waffe, phaṭ. Ebenso an Herz und den weiteren Stellen. So im Bhairavatantra: Zuerst spreche man ā, dessen Kopf mit Bindu gezeichnet ist, „khaṅgāya hṛdayāya“, verbunden mit svāhā, am kleinen Finger. Dann ī, o Göttin, strahlend wie Millionen Monde; danach „sukhaṅgāya“, unmittelbar danach „śirase“ und svāhā, am heiligen Finger. Danach ū, dessen Kopf mit Bindu gezeichnet ist, danach „suvajrāya“, unmittelbar danach „śikhāyai“, mit svāhā am Ende; dies lege man auf den Mittelfinger. Danach lege man den zwölften Vokal auf, o Göttin; man spreche „pāśāya kavacāya“ und lege den mit svāhā endenden Mantra auf den Zeigefinger. Danach auṃ, o Göttin, unmittelbar danach Aṅkuśa, „netratrayāya“ mit svāhā am Ende, auf die Daumen beider Hände. A mit Visarga, verbunden mit den Lauten „surakṣā“, mit „asurakṣāya“, unmittelbar danach „astrāya“, verbunden mit dem kaḍ-Laut [Vorlage; gegenüber phaṭ unklar], lege man auf beide Hände. Die Belegstelle für den Gliedernyāsa: Am Herzen, Kopf, Haarschopf, Schutzpanzer und Augenbereich, bis zur Waffe in den vier Haupt- und Zwischenrichtungen der Reihe nach. Im Triśaktitantra lautet Bhairavas Aussage: „Zuerst spreche man den Praṇava und ā, verbunden mit Bindu“ — und so weiter. Daraus folgt, dass der Nyāsa an Händen und Körpergliedern mit dem Praṇava verbunden ist.
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P2-0990 · 14
Dann lege man den Grundmantra vom Kopf bis zu den Füßen und von den Füßen bis zum Kopf dreimal auf.
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P2-0991 · 15
Dann die Meditation: Im eigenen Nabel meditiere man einen reinen, entfalteten, weißen Lotus. In der Mitte seines Kelches befindet sich die Scheibe des heftig Strahlenden [der Sonne], einer Hibiskusblüte und einer roten Bandhūka-Blüte gleich, geschmückt mit dem Yoni-Maṇḍala der Linien von Rajas, Sattva und Tamas. In der Mitte [meditiere man] die große Göttin Chinnamastā, strahlend wie Millionen Sonnen, die in der linken Hand ihren eigenen Kopf hält.
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P2-0992 · 15ka
Ihr Mund ist geöffnet; sie ist furchtbar und bewegt ihre wilde Zunge. Sie trinkt den Blutstrom, der aus ihrem eigenen Hals austritt. Ihre Haarfülle ist zerstreut und mit vielerlei Blumen versehen. In der rechten Hand trägt sie das Schneidemesser; sie ist mit einer Schädelgirlande geschmückt. Sie ist unbekleidet, überaus schrecklich und steht in Pratyālīḍha-Haltung. Die Göttin trägt eine Knochengirlande und eine Schlange als heilige Schnur. Auf Rati und Kāma stehend [Vorlage „upaviṣṭā“, auch: sitzend], wird sie von den Mantra-Kundigen stets meditiert, immer sechzehnjährig, mit vollen, hohen Brüsten. Rati und Manobhava meditiere man in umgekehrter Liebesvereinigung. Sie ist links und rechts mit Ḍākinī und Varṇinī verbunden, die den aus ihrem Hals springenden Blutstrom trinken. Varṇinī ist rot, freundlich, mit gelöstem Haar und unbekleidet; links und rechts hält sie Schädelschale und Schneidemesser. Sie trägt eine Schlange als heilige Schnur und scheint aus loderndem Licht zu bestehen. Sie steht in Pratyālīḍha-Haltung, ist göttlich, mit vielerlei Schmuck geziert, stets zwölfjährig und mit einer Knochengirlande geschmückt. Ḍākinī an der linken Seite gleicht der Sonne und dem Feuer am Weltende; ihr Haar leuchtet wie Blitz. Sie hat drei Augen und eine Zahnreihe wie weiße Reiher. Ihr Gesicht ist von Fangzähnen furchtbar; ihre Brüste sind voll und hoch. Sie ist die große Göttin, überaus schrecklich, mit gelöstem Haar und unbekleidet. Sie bewegt ihre große Zunge und trägt eine Schädelgirlande. Links und rechts hält sie Schädelschale und Schneidemesser und trinkt den aus dem Hals der Göttin springenden Blutstrom. Durch die furchtbare Schädelschale in ihrer Hand ist sie überaus furchtbar. Der Verständige meditiere die Göttin, die von diesen beiden bedient wird. Bei „trinkend“ ist ergänzend „mit jenem Mund“ zu verstehen. So auch: Ihr eigener Kopf mit der Schädelschale, vom Blutstrom erfüllt, mit bewegter Zunge, überaus furchtbar, wird im linken Arm gehalten. So lautet die Lesart im Bhairavatantra.
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P2-0993 · 16
Die Notwendigkeit der Meditation erklärt das Tantra: Wer Pracaṇḍacaṇḍikā verehrt, ohne sie auf diese Weise zu meditieren, dem schlägt die Göttin sofort den Kopf ab und trinkt sein Blut.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0994 · 17
Ihr Verehrungs-Yantra wird ebendort erklärt: Das östliche Blatt mache man weiß, das südöstliche rot, das südliche schwarz, danach gelb, weiß, rot, weiß-schwarz. In der Mitte mache man seinen Kelch gelb. In dessen Mitte bilde man die Scheibe des heftig Strahlenden. Die Linien von Rajas, Sattva und Tamas sind der Reihe nach rot, weiß und schwarz. Danach setze man das Māyā-Paar, verbunden mit phaṭ, ein. Außen um das Cakra bilde man eine umschließende Mauer. Im Osten rot, danach schwarz, weiß und gelb der Reihe nach; mit vier Toren versehen und von Bezirkshütern beherrscht. Dies ist ihr Verehrungs-Yantra. [Für die acht Blätter ist die Farbreihe der Vorlage unvollständig beziehungsweise mehrdeutig; sie wird nicht zu einer erfundenen vollständigen Reihe ergänzt.]
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P2-0995 · 18
Oder: Zuerst setze man ein Dreieck, darin drei Kreise, darin eine Yoni mit drei Toren. Außen einen achtblättrigen Lotus und wiederum eine dreifache Erdumfassung. In der Mitte des Dreiecks schreibe man das Kūrca-Bīja mit phaṭ. [Abbildung 33.] So auch: Ich will ein Weiteres erklären; höre der Reihe nach, o Göttin. Im eigenen Nabel meditiere man einen Lotus, der der Sonnenscheibe gleicht, mit dem Yoni-Cakra verbunden und von den drei Guṇas getragen. In seiner Mitte gedenke der Asket der großen Göttin Chinnamastā, in der Gestalt einer kleinen Lampenflamme, in Nichtzweiheit bestehend, mit der Yoni-Mudrā verbunden, mit im Herzen befindlichen Augen. Dies ist die Meditation der Asketen; höre nun die der Hausbewohner.
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P2-0996 · 19
So: Im Inneren des eigenen Leibes, mit dem Nabellotus verbunden, unbefleckt, ohne Eigenschaften, fein oder wie der junge Mond strahlend; allein durch Samādhi zugänglich, von den drei Guṇas umgeben und doch jenseits der Kalās und Guṇas, allein Befreiung gewährende [Göttin]. Nachdem man so meditiert und sie mit geistigen Gaben verehrt hat, stelle man die Muschel wie bei Tāriṇī auf.
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P2-0997 · 20
Danach die Verehrung des Kultsitzes. Mit namaḥ bei jedem: Verehrung der tragenden Kraft, Prakṛti, Kūrma, Ananta, Pṛthivī, dem Milchozean, der Edelsteininsel, dem Wunschbaum, dem goldenen Löwenthron unter ihm, der Wonne-Wurzel, dem Bewusstseinsstängel, dem Lotus, dessen Wesen sämtliche Prinzipien sind; saṃ dem Sattva, raṃ dem Rajas, taṃ dem Tamas, āṃ dem Selbst, aṃ dem inneren Selbst, paṃ dem höchsten Selbst, hrīṃ dem Erkenntnis-Selbst. In der Lotusmitte [verehre man] Rati und Kāma.
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P2-0998 · 21
Nach Bhairavas Lehre dagegen: Der Mantra-Kundige verehre die tragende Kraft, Kūrma, danach den Schlangenkönig, den Lotusstängel und den Lotus; den Kreis und das Viereck, Rajas, Sattva und Tamas. Nachdem man Rati und Kāma verehrt hat, vollziehe man die Śakti-Verehrung. Über Rati und Kāma lautet der Kultsitz-Mantra: „vajravairocanīye dehi dehi ehi ehi gṛhṇa gṛhṇa svāhā mama siddhiṃ dehi dehi mama śatrūn māraya māraya karālike huṃ phaṭ svāhā“ — O Vajravairocanī, gib, gib; komm, komm; nimm, nimm, svāhā! Gib, gib mir Vollkommenheit; töte, töte meine Feinde, o Schreckliche, huṃ phaṭ svāhā. Überall verehre man mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende. Danach meditiere man erneut und rufe sie herbei.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-0999 · 22
So: „sarvasiddhivarṇinīye sarvasiddhiḍākinīye vajravairocanīye ihāvaha“ — O Varṇinī aller Vollkommenheiten, o Ḍākinī aller Vollkommenheiten, o Vajravairocanī, führe [deine Gegenwart] hierher! Dann spreche man nochmals diesen Mantra und „iha tiṣṭha tiṣṭha iha sannidhehi iha sannirudhyasva“ — Bleibe, bleibe hier; sei hier gegenwärtig; verweile hier fest. Nachdem man sie so herbeigerufen hat, vollziehe man mit „oṃ hrīṃ kroṃ haṃsaḥ“ die Einsetzung des Lebenshauchs, lege mit „oṃ āṃ khaḍgāya hṛdayāya svāhā“ — dem Schwert, dem Herzen, svāhā — und den weiteren Formeln die sechs Glieder auf, verehre nach Vermögen und gebe das Bali. So mit dem Mantra: „vajravairocanīye dehi dehi ehi ehi gṛhṇa gṛhṇa imaṃ baliṃ mama siddhiṃ dehi dehi mama śatrūn māraya māraya karālike huṃ phaṭ svāhā“ — O Vajravairocanī, gib, gib; komm, komm; nimm, nimm dieses Bali; gib, gib mir Vollkommenheit; töte, töte meine Feinde, o Schreckliche, huṃ phaṭ svāhā.
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P2-1000 · 23
Danach rechts der Göttin „varṇinyai namaḥ“ — Verehrung Varṇinī; links „oṃ ḍākinyai namaḥ“ — Verehrung Ḍākinī. Nachdem man die sechs Glieder am Leib der Göttin verehrt hat, rechts „oṃ śaṅkhanidhaye namaḥ“ — Verehrung dem Muschelschatz; links „oṃ padmanidhaye namaḥ“ — Verehrung dem Lotusschatz. In den Richtungen, im Osten beginnend, verehre man Lakṣmī, Lajjā, Māyā und Vāṇī; in den Zwischenrichtungen Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Īśvara; in der Mitte Sadāśiva. Jede Formel beginnt mit oṃ und endet mit namaḥ. Dann gebe man fünf Blumenhandvoll und verehre die umgebenden Kreise. An Feuer, Īśāna, Asura, Wind, Mitte und den Richtungen verehre man die sechs Glieder mit „oṃ āṃ khaḍgāya hṛdayāya svāhā“ und den weiteren Formeln. Auf den acht Blütenblättern, im Osten beginnend, „oṃ hrīṃ kālyai namaḥ“ — Verehrung Kālī — und ebenso Varṇinī, Ḍākinī, Bhairavī, Mahābhairavī, Indrākṣī, Piṅgākṣī und Saṃhāriṇī. Überall verehre man mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende.
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P2-1001 · 24
So: Die eine namens Kālī, Varṇinī und Ḍākinī, Bhairavī und unmittelbar danach die mit Mahā beginnende Bhairavī, Indrākṣī mit Piṅgākṣī und danach Saṃhārakāriṇī: Diese Kräfte sind auf den Blättern, im Osten beginnend, der Reihe nach zu verehren, mit oṃ am Anfang, dem ausgesprochenen Lajjā-Bīja und namaḥ am Ende. In der Lotusmitte „huṃ phaṭ namaḥ“ und „svāhāyai namaḥ“ — Verehrung Svāhā. Rechts der Göttin „samrāṭchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Samrāṭ; nördlich von ihr „sarvavarṇabhyo namaḥ“ — Verehrung sämtlichen Lauten; wiederum rechts „bījaśaktibhyāṃ namaḥ“ — Verehrung Bīja und Śakti. An den Blattspitzen, im Osten beginnend, [verehre man] Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī, überall mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende. Dann an den Toren der vier Richtungen „oṃ karālāya namaḥ“ — Verehrung Karāla —, „oṃ vikarālāya“ und entsprechend Atikarāla und Mahākarāla. So im Bhairavīya: Am Osttor Karāla, im Süden Vikarāla, im Westen Atikarāla, im Norden Mahākarāla. Danach beende man die Handlung mit Räucherwerk und den weiteren Gaben bis zur Entlassung. Bei der Entlassung gibt es folgende Besonderheit: Man zeige die Auflösungs-Mudrā, hebe [die Göttin] in die zusammengelegten Hände und [führe sie] durch die linke Nasenöffnung [nach innen]. Sie ist auf die Yoni-Mudrā gestiegen, leuchtet wie eine kleine Lampenflamme und schwindet allmählich wie der Mond in der abnehmenden Hälfte. Nach dem Aussprechen des folgenden Mantras setze man sie in den heftig Strahlenden [die innere Sonne] ein. Der Mantra: „uttare śikhare devi bhūmyāṃ parvatavāsinī brahmayonisamutpanne gaccha devi mamāntaram“ — O Göttin auf dem nördlichen Gipfel, auf Erden in den Bergen wohnend, aus der Brahman-Yoni hervorgegangen: Geh, o Göttin, in mein Inneres!
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1002 · 25
Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen, weil es sich um eine Siddha-Vidyā handelt.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1003 · 26
Zur Bali-Gabe heißt es im Bhairavīya: Nachts ist Bali mit Fisch, Fleisch, alkoholischem Trank und den übrigen [Substanzen] zu geben; oder mit Honiggetränken und anderen süßen [Gaben], entsprechend den verfügbaren Mitteln.
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P2-1004 · 27
Der Mantra: Zuerst spreche man den Praṇava, verbunden mit „sarvasiddhiprade“, dann „varṇinīye“, danach „sarvasiddhiprade ḍākinīye“, unmittelbar danach den Namen der Göttin. Dann „ehyehi“, unmittelbar danach „imaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa“, danach „mama siddhiṃ dehi dehi“, zwei Māyās, dann phaṭ und svāhā. So ist der Bali-Mantra erklärt und verehrt, o Herrin der Götter. Sein Wortteil bedeutet: O Spenderin aller Vollkommenheiten, o Varṇinī; o Spenderin aller Vollkommenheiten, o Ḍākinī; o [Göttin], komm, komm; nimm, nimm dieses Bali; gib, gib mir Vollkommenheit!
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P2-1005 · 28
Ein anderer Mantra: Bhuvaneśī, Kāma-Bīja, Kūrca-Bīja, Vāgbhava; Bhuvaneśī, Kūrca-Bīja, unmittelbar danach Vāgbhava; dann „vajravairocanīye hūṃ phaṭ svāhā“ — O Vajravairocanī, hūṃ phaṭ svāhā.
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P2-1006 · 29
Seine Verehrungsausführung: Nyāsa, Verehrung und alles Weitere erfolgen wie bei Ṣoḍaśī.
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P2-1007 · 30
Hṛllekhā, Madana, Lakṣmī, Vāgbhava und Kūrca, endend mit Astra: Die so gebildete Chinnamastā wird als große Vidyā erklärt. Eine Vidyā ihresgleichen gibt es auch in den Welten nicht. Dieser sechssilbige Mantra gewährt unmittelbar Befreiung; daran besteht kein Zweifel.
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P2-1008 · 31
Ich will ihre Meditation erklären; höre, o Lotusgesichtige. Man meditiere sie in Pratyālīḍha-Haltung, stets den abgetrennten Kopf und das Schneidemesser haltend, mit den Himmelsrichtungen als Gewand, freudig den Nektarstrom des Blutes aus ihrem eigenen kopflosen Rumpf trinkend. Ihr Kopfjuwel ist mit einer Schlange umbunden; sie hat drei Augen und ist am Herzen mit einem Lotus geschmückt. Fest steht sie auf Manobhava, der in die Vereinigung mit Rati vertieft ist, und gleicht dem Hibiskus. Rechts [ist] die überaus Weiße mit gelöstem Haar, die in beiden Händen Schneidemesser und Schädelschale hält, aus Rajas entstanden und Varṇinī genannt. Freudig trinkt sie den Blutstrom, der aus dem abgetrennten Rumpf der Göttin fällt. Ihr Kopfjuwel ist mit einer Schlange umbunden; stets ist sie vom Mantra-Kundigen und von den Göttern zu meditieren. Links [ist] die Schwarzleibige, die ebenso Schwert und Schädelschale hält, in Pratyālīḍha-Haltung steht und freudig das aus dem Rumpf strömende Blut trinkt. Sie, die bei der Weltauflösung sämtliche Welten zu verschlingen vermag, ist die tamasische Kraft; auch sie ist die höchste der höchsten, die erhabene Göttin namens höchste Ḍākinī. Dies ist die Meditation. Ihre Verehrung und alles Weitere sind wie bei Ṣoḍaśī auszuführen. [Die Farbe Varṇinīs wird hier weiß angegeben, während die frühere Meditation sie rot nennt.]
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P2-1009 · 32
Ein anderer Mantra: Tāra, zweimal Lajjā, „vajravairocanīye hūṃ phaṭ svāhā“ — O Vajravairocanī, hūṃ phaṭ svāhā. Auch ihre Meditation, Verehrung und alles Weitere erfolgen wie bei Ṣoḍaśī.
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P2-1010 · 33
Raum, verbunden mit Sūtra, mit Bindu und Nāda, danach, o Liebe: Die einsilbige große Vidyā unterwirft die drei Welten. Sūtra bedeutet den langen Vokal ū. Diese große Vidyā, endend mit ṭha ṭha, bezaubert die drei Welten. Mit Tāra am Anfang und am Ende gewährt sie die Frucht der vier Lebensziele.
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P2-1011 · 34
„vajravairocanīye“, das Kūrca-Paar mit phaṭ und ṭha ṭha: Diese große Vidyā mit Tāra am Anfang nimmt sämtliche Strahlkraft hinweg. Die Vidyā zieht die drei Welten an und gewährt die Frucht der vier Lebensziele. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie bei Ṣoḍaśī.
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P2-1012 · 35
Nun wird der Preis der Ṣoḍaśī-Vidyā erklärt: So ist Ṣoḍaśī mit aller Anstrengung von allen zu verehren. Dieselbe mit dem Lakṣmī-Bīja am Anfang gewährt sämtliche Herrscherfülle.
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P2-1013 · 36
Mit Lajjā am Anfang zieht die höchste [Vidyā] die Frauen des Himmels, der Erde und der Nāgas an. Mit Kūrca am Anfang vernichtet sie die großen Sünden sämtlicher Lebewesen.
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P2-1014 · 37
Wenn die Göttin mit Vāgbhava beginnt, gewährt sie Herrschaft über die Rede. Diese Ṣoḍaśī-Vidyā ist als siebzehnsilbig zu erkennen. [Die traditionelle Benennung Ṣoḍaśī, „die Sechzehnte/Sechzehnsilbige“, bleibt neben der ausdrücklich genannten Silbenzahl stehen.]
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P2-1015 · 38
Wenn sie mit dem Śrī-Bīja umschlossen ist, vermehrt sie stets die Herrlichkeit. Mit Lajjā umschlossen ist die Vidyā die höchste, die die drei Welten anzieht.
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P2-1016 · 39
Mit Kūrca umschlossen nimmt sie die Sünden sämtlicher Sünder hinweg. Mit dem Sprach-Bīja umschlossen gewährt sie Herrschaft über die Rede.
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P2-1017 · 40
So ist diese siebzehnsilbige Vidyā vierfach, o Liebe. Eine andere Ṣoḍaśī mit Tāra am Anfang wird ebenfalls siebzehnsilbig. Diese Vidyā ist die große Vidyā, die stets Genuss und Befreiung bewirkt.
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P2-1018 · 41
Kamalā, Bhuvaneśānī, das Kūrca-Bīja und Sarasvatī; „vajravairocanīye“, danach spreche man die früheren Bījas, phaṭ und svāhā: Dies ist die höchste achtzehnsilbige große Vidyā. Mit Tāra am Anfang ist sie neunzehnsilbig und verkörpert die Brahman-Vidyā. Diese beiden vorzüglichen Vidyās, o Göttin, o Heilvolle, gewähren Genuss und Befreiung.
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P2-1019 · 42
Die frühere [Vidyā], mit Lakṣmī und den übrigen umschlossen, wird neunzehnsilbig [verschlüsselte Zahl „randhra-candra“, Neun-Eins]. Die große Vidyā ist vierfach und gewährt die Frucht der vier Lebensziele. Ebenso bewirkt diese mit dem Praṇava am Anfang stets Genuss und Befreiung.
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P2-1020 · 43
Ein anderer Mantra: Ich werde eine weitere Vidyā erklären; vernimm sie aufmerksam. Hṛllekhā, Kūrca, das Sprach-Bīja, „vajravairocarīye hūṃ“, Astra und svāhā: Diese große Vidyā gilt als vierzehnsilbig. Sie gewährt sämtliche Herrscherfülle und bewirkt die Verzauberung von allem. [Die Vorlage liest hier „vajravairocarīye“ statt „vajravairocanīye“.]
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P2-1021 · 44
Bhuvaneśa und die drei Tattvas, das Sprach-Bīja, danach der Praṇava; „vajravairocanīye“, phaṭ und svāhā: Auch diese höchste [Vidyā] hat vierzehn Silben und gewährt die Frucht der vier Lebensziele. Diese Vidyā ist die große Vidyā, die Geburt und Tod vernichtet.
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P2-1022 · 45
In einem anderen Tantra: Ramā, Kāma und Lajjā, Vāgbhava, das Wort „vajravairocanīye“, das Lajjā-Paar, der [Waffen-]Mantra und svāhā. Diese wird als Ṣoḍaśī erklärt, die die Frucht sämtlicher Wünsche gewährt. [Die Wortfolge „lajjādvandvamantraṃ“ lässt den Waffenabschluss nur aus dem Zusammenhang erkennen.]
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P2-1023 · 46
Sämtliche heilvollen Vidyās, die Essenz der Essenz, sind erklärt. Ihr Seher bin ich, Bhairava, mit dem Namen Krodhabhūpati, der König des Zorns. Das Versmaß ist Samrāṭ, die Gottheit wird als Chinnamastā erklärt. Mit dem Vokal, der die sechs langen [Vokale] annimmt, dem Praṇava am Anfang, Khaḍga und den weiteren [Namen] und ṭha ṭha am Ende bilde man die sechs Glieder, o Schöne.
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P2-1024 · 48
Bei diesen gibt es keine Fehler wie Ari und die übrigen [die Vorlage liest entstellt „nāridoṣa“]; sie sind durch Götter und Asuras vollkommen vollendet. In sämtlichen sozialen Klassen, sämtlichen Lebensständen und auch in den untersten Klassen gewährt sie Genuss und Befreiung. Die Vidyās mit dem Praṇava am Anfang werden jedoch für Śūdras und die übrigen nicht angegeben. Eine Besonderheit besteht hier: Wenn eine Frau sie verehrt, wird sie selbst zur Ḍākinī und [tritt mit] den Ḍākinīs [in Verbindung; „prajāyate“ ist hier nicht eindeutig]. Ohne Gatten, ohne Sohn wird sie zur vollendeten Yoginī. So habe ich dir die Wahrheit und das gesamte Geheimnis erklärt, o Liebe. Durch die Welle übergroßer Zuneigung bin ich dir hingebungsvoll ergeben, o Liebe.
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P2-1025 · 49
Ihre Meditation, Verehrung und alles Weitere sind wie bei Ṣoḍaśī auszuführen.
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P2-1026 · 50
Im Nabel ein reiner Lotus, darüber der Lotus [so die wiederholte Angabe der Vorlage] und die Scheibe des heftig Strahlenden; in deren mittlerem Dreieck die gepriesene Chinnamastā, die drei Leiber trägt: Die einzige Essenz des Saṃsāra, die Mutter der drei Welten, reich an der Entfaltung von Dharma und Begehren. Ich verehre sie, deren Gestalt Erkenntnis ist, die sämtliche Furcht fortnimmt, die Yoginī und Yoga-Mudrā.
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Śyāmā und Kālī
P2-1027 · 1
Damit endet der Abschnitt über Chinnamastā. Nun der Abschnitt über Śyāmā. Im Bhairavatantra: Jetzt werde ich die äußerst schwer zu erlangenden großen Vidyās Kālikās erklären. Allein durch ihre Erkenntnis wird ein Mensch bereits zu Lebzeiten befreit.
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P2-1028 · 2
Hier bedarf es keiner Reinheitsprüfung des Denkens [„cintāviśuddhi“ ist als technischer Ausdruck nicht erläutert], keiner Beeinträchtigung durch Mitra und die übrigen [Mantra-Prüfkategorien], keiner Fülle von Mühen und keiner Unterscheidung richtiger oder unrichtiger Zeit. Es bedarf weder hoher Ausgaben noch körperlicher Qual.
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P2-1029 · 3
Der Mantra-Kundige, der sie meditiert, die alle Wünsche in Fülle gewährt, hat stets sämtliche Vollkommenheiten in seiner Hand; daran besteht kein Zweifel.
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P2-1030 · 4
In der Versammlung entsteht ihm Rede in Prosa und Versen. Allein durch seinen Anblick verlieren die Streitredner ihren Glanz.
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P2-1031 · 5
Selbst Könige werden seine Diener — um wie viel mehr andere Menschen! Er wird fähig, den Wechsel von Tag und Nacht zu beherrschen. Am Ende erlangt der Mensch den schwer erreichbaren Stand eines Gefährten der Göttin.
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P2-1032 · 6
Nun die Śyāmā-Mantras. Im Kālītantra: Dreimal Kāma, auf Feuer stehend und mit Rati und Bindu geschmückt; das Kūrca-Paar und unmittelbar danach das Lajjā-Paar; „dakṣiṇe kālike“, dann spreche man die früheren Bījas. Am Ende setze man die Gattin des Feuers, svāhā. Dies wird als Königin der Vidyās erklärt. [Die Vorlage hat „kālile“.]
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P2-1033 · 7
Die Bedeutung des Mantras erklärt das Yāmala: Aufgrund des Lautes ka, der Wassergestalt ist, gewährt sie allein Befreiung. Durch die Verbindung mit dem Feuer-Laut ist die Heilvolle aus sämtlicher Strahlkraft gebildet.
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P2-1034 · 8
Durch die dreifache Māyā, o Herrin der Götter, bewirkt sie Schöpfung, Bewahrung und Ende. Wegen der Fruchtlosigkeit der Bindus [so der Wortlaut „vindunāṃ niṣphalatvāt“] gewährt sie die Frucht der absoluten Freiheit. [Diese Begründung ist in der überlieferten Lesart nicht eindeutig verständlich.]
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P2-1035 · 9
Durch die drei Bījas ist sie Śāmbhavī, allein die Kalā der Erkenntnis und des Bewusstseins. Durch die beiden Klang-Bījas weckt sie die Gesamtheit des Klanges.
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P2-1036 · 10
Durch die beiden Lajjā-Bījas bewirkt sie Schöpfung, Bewahrung und Ende. Durch das Anredewort bewirkt sie stets ihre Gegenwart. Durch svāhā ist sie die Mutter der Welten und vernichtet sämtliche Sünden.
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P2-1037 · 11
Ihre Verehrungsausführung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen vollzogen hat, führe man das Mantra-Wasserschlürfen aus. So: Nachdem man mit den drei Kālikā[-Bījas] getrunken hat, berühre man [die Körperstellen] mit Kālī und den übrigen. Mit zweien wische man die Lippen zweimal ab, mit einem wasche man die Hände.
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P2-1038 · 11ka
Mund, Nase, Augen, Ohren, Nabel, Brust und beide Arme [berühre man] der Reihe nach. Wer so Wasser geschlürft hat, wird Kālī und schaut sie binnen eines Jahres. „Kaṃ, Kopf“ [isolierte, unklare Angabe der Vorlage]. So: Mit krīṃ schlürfe man dreimal Wasser. Mit „oṃ kālyai namaḥ“ — Verehrung Kālī — und „oṃ kapālinyai namaḥ“ — Verehrung Kapālinī — wische man zweimal die Lippen ab. Mit „oṃ kulvāyai namaḥ“ — Verehrung Kulvā [so die Vorlage] — wasche man die Hände. Mit „oṃ kurukulvāyai namaḥ“ [so die Vorlage] berühre man den Mund; mit „oṃ virodhinyai namaḥ“ die rechte Nasenöffnung; mit „oṃ vipracittāyai namaḥ“ die linke. Mit „oṃ ugrāyai namaḥ“ und „oṃ ugraprabhāyai namaḥ“ die beiden Augen; mit „oṃ dīptāyai namaḥ“ und „oṃ nīlāyai namaḥ“ die beiden Ohren; mit „oṃ ghanāyai namaḥ“ den Nabel; mit „oṃ balākāyai namaḥ“ die Brust; mit „oṃ mātrāyai namaḥ“ den Kopf; mit „oṃ mudrāyai namaḥ“ und „oṃ mitāyai namaḥ“ die beiden Schultern. Jede Formel bedeutet Verehrung der jeweils genannten Göttin. Dies ist das Mantra-Wasserschlürfen.
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P2-1039 · 12
Nachdem man die Handlungen bis zur Reinigung der Elemente ausgeführt hat, vollziehe man mit dem Māyā-Bīja die Atemregelung nach Vorschrift.
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P2-1040 · 13
Danach der Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen. So: Der Seher dieses Mantras ist Bhairava, das Versmaß Uṣṇih, die Gottheit Dakṣiṇakālikā, das Bīja hrīṃ, die Kraft hūṃ und der Kīlaka krīṃ. Seine Anwendung dient der Verwirklichung der vier menschlichen Lebensziele. So im Kālīkrama: Der Kīlaka ist das erste Bīja und gewährt die Frucht der vier Lebensziele. Am Kopf „bhairavaṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Bhairava; am Mund „uṣṇikchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Uṣṇih; am Herzen „dakṣiṇakālikāyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Dakṣiṇakālikā; am Geschlecht „hrīṃ bījāya namaḥ“ — hrīṃ, Verehrung dem Bīja; an den Füßen „hūṃ śaktaye namaḥ“ — hūṃ, Verehrung der Kraft; am ganzen Körper „krīṃ kīlakāya namaḥ“ — krīṃ, Verehrung dem Verschluss.
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P2-1041 · 14
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern. So im Kālītantra: Gliedernyāsa und Handnyāsa werden ordnungsgemäß erklärt. Ihr Seher heißt Bhairava, das Versmaß Uṣṇih; die Gottheit heißt Kālikā, das Lajjā-Bīja ist das Bīja. Der Kīlaka ist das erste Bīja, das die Frucht der vier Lebensziele gewährt. Die Kraft ist das Kūrca-Bīja, [es folgt] die ungehinderte Sarasvatī. Die Anwendung dient dichterischer Kraft — und so weiter. Daher erfolgt der Nyāsa der sechs Glieder mit Māyā: Man bilde ihn mit dem Bīja, das die sechs langen Vokale annimmt, und mit dem Praṇava am Anfang. Im Vīratantra alternativ: Man bilde ihn mit dem ersten [Bīja], verbunden mit den sechs langen Vokalen und dem Praṇava am Anfang. So: „oṃ hrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — Verehrung den Daumen; „oṃ hrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā“ — svāhā den Zeigefingern; „oṃ hūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ — vaṣaṭ den Mittelfingern; „oṃ hraiṃ anāmikābhyāṃ huṃ“ — huṃ den Ringfingern; „oṃ hrauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den kleinen Fingern; „oṃ hraḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ — phaṭ den Handflächen und Handrücken. Ebenso am Herzen und den weiteren Stellen: „oṃ hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen — und so weiter. Oder mit „oṃ krāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ und den weiteren Formeln. [hūṃ statt hrūṃ ist die ausdrückliche Lesart der Handformel.]
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P2-1042 · 15
Danach der Laut-Nyāsa: Am Herzen „aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ namaḥ“; am rechten Arm „eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ namaḥ“; am linken Arm „ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ namaḥ“; am rechten Fuß „ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ namaḥ“; am linken Fuß „maṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ namaḥ“. Namaḥ bedeutet jeweils Verehrung. Nach Virūpākṣas Lehre erfolgt dieser Nyāsa mit Bindu. So im Vīratantra: Man lege aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ am Herzen auf — und so weiter. Im Kālītantra dagegen ohne Bindu: Mit a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ berühre man das Herz — und so weiter. Aufgrund der vom Ācārya übernommenen Aussage des Bhairavīya „Man lege diese Laute mit Bindu oder ohne Bindu auf“ sind jedoch beide [Formen] richtig.
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P2-1043 · 16
Nun der sechsfache Nyāsa. So im Vīratantra: Nachdem der beste Sādhaka die reine Mātṛkā [aufgelegt hat], lege er die mit Tāra umschlossene Mātṛkā und Tāra, umschlossen von Mātṛkā, auf. Die mit dem Śrī-Bīja umschlossene Mātṛkā und jenes, umschlossen von Mātṛkā; die mit Kāma umschlossene Göttin und Kāma selbst, von ihr umschlossen; die mit Śakti umschlossene Göttin und Śakti, von ihr umschlossen. Nachdem man wiederum das krīṃ-Paar sowie ṛ ṝṃ ḷ ḹ wie zuvor aufgelegt hat, [lege man] die mit dem Grundmantra umschlossene Göttin und den von ihr umschlossenen Mantra auf. Man lege den Mantra vorwärts und rückwärts nach Vorschrift auf und vollziehe unmittelbar danach mit dem Grundmantra 108-mal den den ganzen Körper durchdringenden [Nyāsa]. So: „oṃ aṃ oṃ“; ebenso Tāra, umschlossen von Mātṛkā. Ebenso die mit dem Śrī-Bīja umschlossene Mātṛkā und das von ihr umschlossene Śrī-Bīja. Ebenso die mit Kāma umschlossene Mātṛkā und Kāma, umschlossen von Mātṛkā. Ebenso lege man die mit Śakti umschlossene Mātṛkā und Śakti, umschlossen von Mātṛkā, auf. Ebenso das krīṃ-Paar und ṛ ṝ ḷ ḹ wie zuvor; die davon umschlossene Mātṛkā und jenes, umschlossen von Mātṛkā, lege man auf. Die mit dem Mantra umschlossene Mātṛkā und den von ihr umschlossenen Mantra [lege man auf]. Wiederum lege man den Mantra allein vorwärts und rückwärts an den Mātṛkā-Stellen auf und vollziehe mit dem Grundmantra 108-mal den den ganzen Körper durchdringenden Nyāsa.
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P2-1044 · 17
Dieser Nyāsa ist auch für Tārā auszuführen. So wird geheim der sechsfache Gliedernyāsa Durgās erklärt, ebenso für Tārā, Kālikā, Unmukhī und die höchste [Göttin]. Wird dieser vorzügliche Nyāsa vollzogen, vergeht jede Sünde. [Der Name Unmukhī folgt der Vorlage.]
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P2-1045 · 18
Danach der Tattva-Nyāsa. So: Man teile den Grundmantra in drei Abschnitte. Nach dem ersten lege man mit „oṃ ātmatattvāya svāhā“ — svāhā dem Ātman-Prinzip — vom Fuß bis zum Nabel auf. Nach dem zweiten mit „oṃ vidyātattvāya svāhā“ — svāhā dem Erkenntnisprinzip — vom Nabel bis zum Herzen. Nach dem dritten mit „oṃ śivatattvāya svāhā“ — svāhā dem Śiva-Prinzip — vom Herzen bis zum Kopf [Vorlage beschädigt „śivaḥparyantam“]. So im Svatantra: Am Ende der drei Abschnitte der Grund-Vidyā vollziehe man ordnungsgemäß mit den mit dem Praṇava beginnenden [Formeln] für Ātman-, Vidyā- und Śiva-Tattva den Tattva-Nyāsa.
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P2-1046 · 19
Nun der Bīja-Nyāsa. So im Kumārīkalpa: An Brahmā-Öffnung, zwischen den Brauen, Stirn, Nabelbereich, Geschlecht, Mund und ganzem Körper lege man die sieben Bījas der Reihe nach auf. So: Das erste Bīja an der Brahmā-Öffnung, das zweite zwischen den Brauen, das dritte an der Stirn, das vierte am Nabel, das fünfte am Geschlecht, das sechste am Mund, das siebte am ganzen Körper. Diese Dreiheit [von Nyāsas] dient wunschgerichteten Zwecken.
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P2-1047 · 20
Danach vollziehe man mit dem Grundmantra siebenmal den den ganzen Körper durchdringenden Nyāsa, zeige nach Vorschrift die Mudrā und meditiere.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1048 · 21
So im Kālītantra: Die göttliche Dakṣiṇā Kālikā ist schreckgesichtig, furchtbar, mit gelöstem Haar und vier Armen, mit einer Schädelgirlande geschmückt. In den unteren und oberen linken Lotushänden hält sie einen frisch abgetrennten Kopf und ein Schwert; mit der oberen und unteren rechten Hand zeigt sie Furchtlosigkeit und Gabengewährung. Sie ist dunkel wie eine große Wolke und unbekleidet. Eine am Hals hängende Kopfreihe besudelt sie mit herabrinnendem Blut. Sie ist furchtbar durch zwei Leichname, die als Ohrschmuck dienen, hat schreckliche Fangzähne, ein furchtbares Gesicht und volle, hohe Brüste. Aus den Händen der Leichname ist ihr Gürtel gemacht; ihr Gesicht lacht. Ihr Antlitz glänzt durch die Blutströme, die aus beiden Mundwinkeln herabfließen.
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P2-1049 · 21 ka
Sie schreit furchtbar, ist überaus wild und wohnt auf dem Leichenverbrennungsplatz. Ihre drei Augen gleichen der Scheibe der jungen Sonne. Sie zeigt ihre Zähne; ihre gelöste Haarfülle hängt ausgebreitet zur rechten Seite herab. Sie steht auf dem Herzen Mahādevas in Leichengestalt. In den vier Richtungen ist sie von schrecklich heulenden Schakalweibchen umgeben. Mit Mahākāla ist sie in umgekehrter Liebesvereinigung vertieft. Ihr Gesicht ist freudig und heiter, ihr Lotusantlitz lächelt. So vergegenwärtige man sich Kālī, die sämtliche Wünsche in Fülle gewährt. Bei „zwei Leichnamen“ [bestehen auch die Lesarten] „schreckliche Pfeile als Ohrschmuck“ und „Geister als Ohrschmuck“. Weil auch „am linken Ohr mit Vogelflügeln geschmückt“ und „mit zwei leblosen Knaben als Ohrschmuck“ zu finden ist, sind beide Lesarten [zulässig]. [Die Vorlage führt mehr als zwei Varianten an, ohne die abschließende Zweizahl näher aufzulösen.]
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P2-1050 · 22
Eine andere Meditation im Svatantra: Die Göttin gleicht einem Berg aus schwarzer Augensalbe, ist heilvoll mit furchtbarem Gesicht, von Reihen der Schädelgirlande bedeckt, mit gelöstem Haar und lächelndem Antlitz. Sie befindet sich im Herzlotus Mahākālas, hat volle Brüste, ist in die umgekehrte Liebesvereinigung vertieft und besitzt schreckliche Fangzähne samt Köpfen [„śiraiḥ saha“ bleibt als Anschluss unklar]. Sie trägt eine Schlange als heilige Schnur und den Halbmond als Kopfschmuck, sämtlichen Schmuck und eine Schädelgirlande. Ihr Gürtel ist aus tausend Leichenhänden gebunden; die Himmelsrichtungen sind ihr Gewand. Sie glänzt mit Tausenden von Millionen Śivās und Yoginīs [Śivā kann hier Göttinnen oder Schakalweibchen bezeichnen]. Ihr Lotusmund ist voller Blut; sie ist vom Trinken berauscht [Vorlage „madhyapāna“, vermutlich „madyapāna“]. Ihre Augen sind Feuer, Sonne und Mond; ihr Antlitz strahlt vor Blut. Zwei leblose Knaben dienen ihr als Ohrschmuck [Vorlage „varṇāvataṃsinī“ beschädigt]. Die am Hals hängende Kopfreihe besudelt sie mit herabrinnendem Blut. Sie befindet sich mitten im Feuer des Leichenverbrennungsplatzes und wird von Brahmā und Keśava verehrt. Ihre Lotushände tragen einen frisch abgeschlagenen Kopf und Schwert und zeigen Gabengewährung und Furchtlosigkeit. Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stelle man das Arghya auf.
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P2-1051 · 23
So: Zu seiner Linken zeichne man auf den Boden ein Dreieck mit hūṃ im Inneren, stelle das Arghya-Gefäß auf und fülle unter Rezitation des Grundmantras die Muschel oder das andere Gefäß mit reinem Wasser und den übrigen [Substanzen]. Man gebe Duftstoffe und dergleichen, rufe mit „oṃ gaṅge“ und den weiteren Worten das heilige Wasser herbei. Mit „maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ“ — Verehrung dem Feuerkreis, dessen Wesen zehn Kalās sind — verehre man den Untersatz; mit „aṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ“ — dem Sonnenkreis mit zwölf Kalās — die Muschel; mit „uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ“ — dem Mondkreis mit sechzehn Kalās — das Wasser. An Feuer, Īśāna, Asura und Wind: „oṃ hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen; „oṃ hrīṃ śirase svāhā“ — svāhā dem Kopf; „oṃ hrūṃ śikhāyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ dem Haarschopf; „oṃ hraiṃ kavacāya huṃ“ — huṃ dem Schutzpanzer. Vorn „oṃ hrauṃ netratrayāya vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den drei Augen; in den vier Richtungen „oṃ hraḥ astrāya phaṭ“ — phaṭ der Waffe. Nachdem man so verehrt hat, bedecke man es oben mit der Fisch-Mudrā, wiederhole den Grundmantra zehnmal, mache es mit der Kuh-Mudrā zu Nektar und schütze es mit der Waffe. Man zeige die Bhūtinī- und Yoni-Mudrā, gieße etwas Wasser in das Sprenggefäß, besprenge unter Rezitation des Grundmantras sich selbst und die Verehrungsgeräte mit diesem Wasser und beginne die Verehrung des Kultsitzes.
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P2-1052 · 24
Ihr Verehrungs-Yantra: Zuerst zeichne man Bindu, ihr eigenes Bīja und Bhuvaneśī, dann ein Dreieck, außen vier weitere Dreiecke, einen Kreis, einen achtblättrigen Lotus, wiederum einen Kreis und eine Erdumfassung mit vier Toren. [Abbildung 34-ka.] So im Kālītantra: Zuerst zeichne man ein Dreieck und außen ein weiteres; dann zeichne der Mantra-Kundige drei vortreffliche Dreiecke. Danach zeichne man einen Kreis und acht Blütenblätter, zeichne vorschriftsmäßig einen Kreis und eine Erdumfassung. Ebenso im Kumārīkalpa: In der Mitte das Bindu-Cakra, geschmückt mit Bīja und Māyā.
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P2-1053 · 25
Nun die besondere Grundlage, im Muṇḍamālā: In einem Kupfergefäß, in einer Schädelschale oder auf einem aus Holz des Leichenverbrennungsplatzes gefertigten [Träger], am Samstag oder Dienstag, auf einem toten Körper, auf Gold, Silber oder Eisen fertige man das Cakra nach Vorschrift an.
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P2-1054 · 26
Ein anderes Yantra erklärt das Tantra: Mit Śakti und Feuer ein Sechseck, mit den Śaktis eine neunfache [Anordnung]; im achtblättrigen Lotus, mit einer Erdumfassung und vier Toren. [Śakti und Feuer bezeichnen hier die entgegengesetzt gerichteten Dreiecke; die neunfache Anordnung wird im zitierten Satz nicht vollständig erläutert.]
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P2-1055 · 27
[Abbildung 34-kha.] Danach die Verehrung des Kultsitzes. Im Kumārīkalpa: Die Verehrung des Kultsitzes vollziehe man beginnend mit Ādhāraśakti, dann Prakṛti, Schildkröte, Śeṣa und Erde, Nektarozean, Juweleninsel, Cintāmaṇi-Palast, Leichenverbrennungsplatz, Pārijāta-Baum und an dessen Wurzel die Edelsteinplattform. Darüber setze der beste Sādhaka den Juwelensitz. In den vier Richtungen die Seher, Götter und Śivās mit Schädeln. Dharma und die übrigen, Adharma und die übrigen — und so weiter — verehre man bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ“ — Verehrung dem Erkenntnis-Selbst. Auf den Staubfäden verehre man, im Osten beginnend: Icchā, Jñānā, Kriyā, Kāminī, Kāmadāyinī, Rati, Ratipriyā und Nandā; in der Mitte Manonmanī. Überall mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende. Darüber „hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist. Nördlich des Kultsitzes erfolgt die Verehrung der Guru-Reihe.
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Danach meditiere man erneut, bringe [die Göttin] in die Blumenhandvoll und rufe sie in die durch den Grundmantra vorgestellte Gestalt herbei: „oṃ deveśi bhaktisulabhe parivārasamanvite yāvat tvāṃ pūjayiṣyāmi tāvat tvaṃ susthirā bhava“ — O Herrin der Götter, durch Hingabe leicht erreichbar, mit Gefolge versehen: Solange ich dich verehre, bleibe fest gegenwärtig! Dann nach dem Grundmantra „amuki devi ihāvaha ihāvaha iha tiṣṭha tiṣṭha iha sannirudhyasva iha sannihitā bhava“ — O [Name] Göttin, komme hierher, komme hierher; bleibe, bleibe hier; verweile hier fest; sei hier gegenwärtig! Mit hum verhülle man sie, statte sie mit den Gliedermantras vollständig aus, mache sie mit der Kuh-Mudrā zu Nektar und mit der Paramīkaraṇa-Mudrā zur höchsten [Gestalt]. Man zeige die Bhūtinī-, Ākarṣiṇī- und Yoni-Mudrā, vollziehe die Einsetzung des Lebenshauchs und verehre mit dem Grundmantra, Fußwaschwasser und den weiteren Gaben.
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Die Reihenfolge: Zuerst nach dem Grundmantra „etat pādyaṃ amukadevatāyai namaḥ“ — Dies ist Fußwaschwasser für die Gottheit [Name]; Verehrung! Ebenso „arghyaṃ svāhā“ — Arghya, svāhā; „idam ācamanīyaṃ svadhā“ — Dies ist Schlürfwasser, svadhā; „snānīyaṃ nivedayāmi“ — Ich bringe Badewasser dar; „punarācamanīyaṃ svadhā“ — Erneutes Schlürfwasser, svadhā; „eṣa gandho namaḥ“ — Dies ist Duft, Verehrung; „etāni puṣpāṇi vauṣaṭ“ — Dies sind Blumen, vauṣaṭ. Dann gebe man mit dem Grundmantra fünf Blumenhandvoll, Räucherwerk und Licht. Unter Rezitation von „vanaspati“ und den weiteren Worten und des Grundmantras „eṣa dhūpo namaḥ“ — Dies ist Räucherwerk, Verehrung. Der Lichtmantra: Die hell leuchtende große Leuchte beseitigt überall die Finsternis; ihr Licht ist außen und innen. Möge diese Leuchte angenommen werden! Nach dem Grundmantra „eṣa dīpo namaḥ“ — Dies ist die Leuchte, Verehrung. Dann verehre man die Glocke mit „oṃ jayadhvani mantramātaḥ svāhā“ — O Siegklang, o Mutter der Mantras, svāhā. Mit der linken Hand läutend gebe man das Räucherwerk niedrig und die Leuchte bis zur Höhe der Augen. Dann gebe man mit dem Grundmantra drei Blumenhandvoll und die verfügbare Speisegabe.
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P2-1058 · 30
Danach die Verehrung der umgebenden Kreise. Mit „śrī amuki devi āvaraṇaṃ te pūjayāmi“ — O verehrte Göttin [Name], ich verehre deine Umfassung — hole man die Erlaubnis ein. Auf den Staubfäden in den Ecken, im Südosten beginnend: „oṃ hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen; im Nordosten „oṃ hrīṃ śirase svāhā“ — svāhā dem Kopf; im Südwesten „oṃ hrūṃ śikhāyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ dem Haarschopf; im Nordwesten „oṃ hraiṃ kavacāya huṃ“ — huṃ dem Schutzpanzer; vorn „oṃ hrauṃ netratrayāya vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den drei Augen; in den vier Richtungen „oṃ hraḥ astrāya phaṭ“ — phaṭ der Waffe. Dann im äußeren Sechseck „oṃ kālyai namaḥ“ — Verehrung Kālī; ebenso Kapālinī, Kulvā, Kurukulvā, Virodhinī und Vipracittā. Jede Formel beginnt mit oṃ und endet mit namaḥ. Im ersten Dreieck Ugrā, Ugraprabhā und Dīptā; im zweiten „oṃ nīlāyai“ und entsprechend Ghanā und Balākā; im dritten Mātrā, Mudrā und Mitā. So heißt es: Der Verständige verehre Kālī, Kapālinī, Kulvā, Kurukulvā, Virodhinī und Vipracittā im äußeren Sechseck. Im Dreieck darin Ugrā, Ugraprabhā und Dīptā. Im mittleren Dreieck verehre man Nīlā, Ghanā und Balākā; im anderen Dreieck Mātrā, Mudrā und Mitā. Alle sind dunkel, halten Schwerter und tragen Schädelgirlanden. Mit der linken Hand halten sie den Zeigefinger [erhoben]; sie lächeln rein, sind unbekleidet, haben lachende Gesichter und sind mit ihren jeweiligen Reittieren geschmückt. Nachdem man so meditiert hat, verehre man sie. Dann auf den acht Blütenblättern, im Osten beginnend, „oṃ brāhmyai namaḥ“ — Verehrung Brāhmī — und entsprechend Nārāyaṇī, Māheśvarī, Cāmuṇḍā, Kaumārī, Aparājitā, Vārāhī und Nārasiṃhī. Diese verehre man mit Duft und den weiteren Gaben. An den Blattspitzen verehre man die Bhairavas Asitāṅga und die übrigen. Dann gebe man mit dem Grundmantra drei Blumenhandvoll und verehre rechts der Göttin Mahākāla mit Fußwaschwasser und den weiteren Gaben.
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P2-1059 · 31
Seine Meditation: Rechts der Göttin verehre man Mahākāla, rauchfarben, Stab und Khaṭvāṅga tragend, ein Kind mit einem von Fangzähnen furchtbaren Gesicht. Seine Hüften sind von Tigerfell bedeckt; er ist dickbäuchig und rot gekleidet. Er hat drei Augen, aufgerichtetes Haar und eine Schädelgirlande. In seiner Flechtenfülle glänzt die Mondsichel; er ist wild und gleicht einer Flamme.
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P2-1060 · 32
So im Kumārīkalpa: An der rechten Seite der Göttin verehre man Mahākāla. Mit „hūṃ kṣrauṃ yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ āṃ kroṃ mahākālabhairavaṃ sarvavighnān nāśaya nāśaya hrīṃ śrīṃ phaṭ svāhā“ — Mahākālabhairava, vernichte, vernichte alle Hindernisse — verehre man ihn mit Fußwaschwasser und den weiteren Gaben. Nachdem man ihn dreimal durch Trankspenden gesättigt hat, verehre man die Göttin mit dem Grundmantra und den fünf Gaben. [Die Vorlage setzt Mahākālabhairava in den Akkusativ, obwohl die folgende Bitte ihn anredet.]
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P2-1061 · 33
So im Kālītantra: Man verehre Mahākāla sorgfältig; danach verehre man die Göttin. Im Kālīkalpa: Nachdem man den Schutzpanzer und kṣrauṃ abgeleitet hat, folgen yāṃ rāṃ lāṃ vāṃ āṃ kroṃ, dann „mahākālabhairava sarvavighnān nāśaya“. Nachdem man nochmals „nāśaya“ gesprochen hat, leite man Māyā und Lakṣmī ab. Mit phaṭ und svāhā verbunden verwirklicht dieser Mantra sämtliche Ziele.
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P2-1062 · 34
Danach verehre man die Waffen der Göttin. So im Kālīhṛdaya: In der oberen und unteren linken Hand der Göttin verehre man Schwert und Kopf; in der oberen und unteren rechten Hand Furchtlosigkeit und Gabengewährung. Dann meditiere man die Göttin, wiederhole [den Mantra] nach Vermögen und übergebe mit „guhyāti“ und den weiteren Worten die Wiederholung in ihre linke Hand; danach vollziehe man die Hingabe seiner selbst. So im Svatantra: Nachdem man die Hauptgöttin wiederum mit Mudrās, Trankspenden und Verehrung verehrt und die Wiederholung ausgeführt hat, verneige man sich und entlasse sie ins Herz. Danach preise man sie, umwandle sie nach rechts, verneige sich mit acht Körpergliedern und rezitiere den Schutztext namens Śrījaganmaṅgala. Dann lasse man die Gottheiten der Umfassung in den Leib der Göttin eingehen, entlasse sie mit der Auflösungs-Mudrā und „amuki devi kṣamasva“ — O Göttin [Name], verzeihe! — und bringe ihren Lichtglanz zusammen mit der Blume ins eigene Herz. Mit dem Mantra „oṃ uttare śikhare devi bhūmyāṃ parvatavāsini brahmayonisamutpanne gaccha devi mamāntaram“ — O Göttin auf dem nördlichen Gipfel, auf Erden in den Bergen wohnend, aus der Brahman-Yoni hervorgegangen: Geh, o Göttin, in mein Inneres!
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P2-1063 · 35
Dann gebe man etwas von dieser Speisegabe mit „ucchiṣṭacāṇḍālinyai namaḥ“ — Verehrung Ucchiṣṭacāṇḍālinī — in die nordöstliche Richtung. Den Rest gebe man den Geliebten, nehme selbst etwas davon, trinke das Fußwaschwasser, lege den abgelegten Blumenschmuck auf den Kopf und bewege sich nach Belieben.
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P2-1064 · 36
Dann gebe man die Yantra-Paste in die linke Hand, zeichne mit dem kleinen Finger der linken Hand das Māyā-Bīja und mache damit das Stirnzeichen. So heißt es: Nachdem man die Yantra-Paste in die linke [Hand] gegeben hat, zeichne der Sādhaka mit dem linken kleinen Finger Māyā und mache mit diesem Mantra das Stirnzeichen: „oṃ yaṃ yaṃ spṛśāmi pādābhyāṃ yo māṃ paśyati cakṣuṣā sa eva dāsatāṃ yātu rājāno duṣṭadasyavaḥ“ — Wen immer ich mit meinen Füßen berühre, wer mich mit seinen Augen sieht, der werde zum Diener: Könige und böse Räuber. Bei der Mantra-Wiederholung soll die Zunge mit Kampfer versehen sein. So heißt es im Viśvasāra: Bei der Wiederholungshandlung soll die Zunge stets mit Kampfer versehen sein. Dies gilt nur bei wunschgerichteter Mantra-Wiederholung.
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P2-1065 · 37
Dann trage man eine Blume und Sandelpaste, die mit dem Grundmantra 108-mal besprochen sind, und bringe die drei Welten unter seinen Willen. Mit sämtlichen Vollkommenheiten versehen wird man binnen eines Jahres Bhairava.
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P2-1066 · 38
Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 200.000 Wiederholungen. So im Kālītantra: Rein wiederhole der Mantra-Kundige tagsüber den Mantra 100.000-mal, Opferkost essend; nachts, mit dem Mund voller Betel, auf dem Bett, ergeben, [wiederhole er ihn] 100.000-mal. Die Ordnung erklärt das Svatantra: Rein geworden wiederhole ein Mensch tagsüber 100.000-mal, Opferkost essend. Danach opfere man für jede [Wiederholungsfolge] ein Zehntel mit Opferspeise, o Liebe.
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P2-1067 · 39
Einen anderen Zeitpunkt der ergänzenden Handlung nennt das Nīlasārasvata: Rein wiederhole man den Mantra tagsüber 100.000-mal, Opferkost essend; ebenso nachts 100.000-mal, unrein. Ein Zehntel opfere der Mantra-Kundige, bringe Trankspenden und Begießung dar. So die Vertreter der Überlieferung. Tatsächlich aber [heißt es] im Kumārīkalpa: Rein wiederhole man die Vidyā tagsüber 100.000-mal, Opferkost essend; nachts, mit dem Mund voller Betel, auf dem Bett, ergeben, 100.000-mal.
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P2-1068 · 40
Nachdem der Mantra-Kundige so 200.000-mal wiederholt hat, opfere er ein Zehntel davon, o Göttin, jeweils 10.000 [Gaben], getrennt nach Tag und Nacht. Daher soll man nach 100.000 Wiederholungen tagsüber ein Zehntel davon als Feueropfer vollziehen.
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P2-1069 · 40ka
Nach 100.000 Wiederholungen nachts soll man nachts ein Zehntel davon als Feueropfer vollziehen: Dies ist die geheime Bedeutung.
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P2-1070 · 41
Die Zeit für die nächtliche Wiederholung steht im Muṇḍamālā: Nach Ablauf der ersten Nachtwache bis zur dritten Wache soll man nachts wiederholen; im verbleibenden Teil der Nacht darf man nicht wiederholen. Nach Pūrṇānandas Auffassung besteht die vorbereitende Praxis auch aus 100.000 Wiederholungen. Hier ist Folgendes zu verstehen: Für Brahmanen besteht die vorbereitende Praxis allein aus 100.000 Wiederholungen tagsüber. So im Phetkārīya: Für sämtliche Zweimalgeborenen wird hier die Vorschrift für den Tag genannt; für Śūdras gilt ebenso die nächtliche [Verehrung] als erwünscht und sehr fruchtbringend.
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P2-1071 · 42
Auch im Kālīrahasya: Rein wiederhole der Zweimalgeborene den Mantra ausschließlich tagsüber 100.000-mal. Nach Pūrṇānandas Auffassung besteht die vorbereitende Praxis aus 100.000 Wiederholungen. Diese Meinung ist zweifelhaft, weil in verschiedenen Tantras 200.000 zu finden sind; die vorbereitende Praxis wird also allein durch 200.000 vollendet. Und anderswo: Man wiederhole den Mantra ausschließlich tagsüber, niemals nachts. Die Brahmanenspeisung als Bestandteil der vorbereitenden Praxis Śyāmās ist mit Opferkost auszuführen.
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P2-1072 · 42ka
So im Viśvasāra: Rein wiederhole man die Vidyā tagsüber 100.000-mal, Opferkost essend. Danach opfere man ein Zehntel davon mit Opferspeise, o Liebe. Mit einem Zehntel davon sättige man Pārvatī durch heiliges Wasser oder mit Honig oder mit Wasser, das mit Zucker vermischt ist, o Parameśvarī. Die Göttin begieße man mit Wasser in einer Zahl von einem Zehntel der Trankspenden. Ein Zehntel davon [an Brahmanen] speise man hingebungsvoll mit Opferkost. Der Mantra-Kundige [gebe] den Kennern des Kālī-Mantras [die Speisung] und dem Guru eine Gabe. Die Paśu-Vorschrift ist erklärt; höre danach die Vīra-Vorschrift, o Liebe. Nachdem der gesammelte Mantra-Kundige nachts, mit dem Mund voller Betel, auf dem Bett, ergeben, 100.000-mal wiederholt hat, opfere er im vorbereiteten Feuer. Im Kālīkulārṇava: Nach der Paśu-Vorschrift wiederhole man gesammelt 100.000-mal. Nachdem man die göttliche Kālikā aus dem Mund des göttlichen Gurus erhalten hat, wiederhole der Mantra-Kundige, der Sādhaka, nach der Vīra-Vorschrift stets 100.000-mal. Im Viśvasāra: Mit höchster Hingabe wiederhole man Tag und Nacht 100.000-mal. Was im Kumārīkalpa [steht]: Rein wiederhole man den Mantra tagsüber 100.000-mal, Opferkost essend; nachts, mit dem Mund voller Betel, auf dem Bett, ergeben, 100.000-mal. („Nachdem der Mantra-Kundige so 200.000-mal wiederholt hat, [opfere er] ein Zehntel davon“.) Aufgrund dieser Aussage [meint man], die vorbereitende Praxis bestehe spezifisch aus 200.000. Das ist nicht richtig, wegen des Widerspruchs zu den zuvor genannten Aussagen. Diese Aussage bezieht sich auf zwei vorbereitende Praktiken. [Der Text stellt hier ausdrücklich unterschiedliche Auffassungen nebeneinander; die zuvor vertretene Gesamtzahl wird nicht still vereinheitlicht.]
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P2-1073 · 43
[Schließende Klammer der vorangehenden Erörterung.] Nun die Mantra-Formen: Der erste [Laut] der Gruppe, verbunden mit Feuer und geschmückt mit Rati und Bindu, bildet den einsilbigen großen Mantra, der die Frucht sämtlicher Wünsche gewährt.
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P2-1074 · 44
Dreifach [gebildet] weckt sie insbesondere die Erkenntnis sämtlicher Lehrwerke.
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P2-1075 · 45
Die Verehrungsausführung dieser beiden: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis zur Atemregelung ausgeführt hat, lege man den zuvor genannten Seher, das Versmaß und die Gottheit auf, vollziehe den Laut-Nyāsa und die Nyāsas an Händen und Körpergliedern. So: „oṃ krāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — Verehrung den Daumen; „oṃ krīṃ tarjanībhyāṃ svāhā“ — svāhā den Zeigefingern — und so weiter. Ebenso „oṃ krāṃ hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen — und so weiter.
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P2-1076 · 46
So im Vīratantra: Der Lehrer bilde die sechs Glieder dieses Mantras mit dem ersten [Bīja], verbunden mit den sechs langen Vokalen, dem Praṇava am Anfang und den jeweiligen Abschlussformeln. Alles Weitere ist wie zuvor auszuführen.
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P2-1077 · 47
Die Meditation des einsilbigen [Mantras] steht im Siddheśvaratantra: Man gedenke der Göttin auf einem Leichnam, überaus furchtbar, mit schrecklichen Fangzähnen, Gaben gewährend, lachend, mit drei Augen, Schädelschale und Schneidemesser in den Händen. Ihr Haar ist gelöst, ihre Zunge bewegt sich, sie trinkt immer wieder Blut. Sie hat vier Arme und zeigt Gabengewährung und Furchtlosigkeit.
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P2-1078 · 48
Die vorbereitende Praxis dieser beiden besteht aus 100.000 Wiederholungen. So im Siddheśvaratantra: Nachdem man so meditiert hat, wiederhole man den Mantra vorschriftsmäßig 100.000-mal. Mit einem Zehntel davon opfere der beste Sādhaka nach Vorschrift.
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P2-1079 · 49
Im Kulacūḍāmaṇi: Nachdem man so meditiert hat, wiederhole man den Mantra tagsüber rein 100.000-mal, Opferkost essend; ebenso nachts 100.000-mal, höchster Reinheit ergeben. [Die Aussage zur Reinheit bleibt nach dem eigenen Wortlaut dieses Zitats erhalten.]
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P2-1080 · 50
Allein durch die nächtliche Wiederholung wird Dakṣiṇā zur Spenderin der Vollkommenheit.
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P2-1081 · 51
Ein anderer Mantra, im Kālītantra: Ich will das Juwel der Vidyās erklären; höre, o Lotusgesichtige. Das Māyā-Paar, das Kūrca-Paar und dreimal Madana, endend mit Aindra, verbunden mit Māyā, Bindu und Īśvara; das Wortpaar „dakṣiṇe kālike“; die sieben Bījas leite man in der Auflösungsfolge ab. Als einundzwanzigsilbig ist dieser Kālikā-Mantra mit Tāra am Anfang zu erkennen. Das zu Indra Gehörige, Aindra, ist r. [Die explizite Mantra-Zählung wird im Folgenden erläutert.]
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P2-1082 · 52
So im Tantra: Zwei Māyās, zwei Krodhas, drei Kāmas, endend mit Feuer, verbunden mit Rati und Bindu, o Maheśānī; die beiden Anredewörter; die sieben Bījas in der Auflösungsfolge, mit svāhā am Ende und dem Praṇava am Anfang.
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P2-1083 · 53
Hier wird es ausdrücklich erklärt. So: Praṇava, Māyā-Paar, Kūrca-Paar, dreimal ihr eigenes Bīja, „dakṣiṇe kālike“, dreimal ihr eigenes Bīja, Kūrca-Paar, Māyā-Paar: Dies ist der einundzwanzigsilbige [Mantra]. Seine Verehrung und alles Weitere sind wie bei Dakṣiṇā auszuführen. Die vorbereitende Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen, da das Tantra dies lehrt. Das Feueropfer beträgt ein Zehntel davon.
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P2-1084 · 54
Im Viśvasāra: Mit svāhā am Ende hat der König der Mantras dreiundzwanzig Silben. Ohne Praṇava, o Herrin der Götter, ist er zweiundzwanzigsilbig. Ohne svāhā hat der Wünsche gewährende Mantra einundzwanzig Silben. Die große Vidyā ohne svāhā und Praṇava hat zwanzig Silben. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie bei Dakṣiṇā.
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P2-1085 · 55
Im Bhairavatantra: Zweimal das Kāma-Bīja, o Göttin, und das lange hūṃ: Diese dreisilbige große Vidyā gilt als Cāmuṇḍā Kālikā.
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P2-1086 · 56
Im Tantra: Jetzt werde ich die große Vidyā erklären, die Siddha-Vidyā Mayodayā [Lesart unsicher], die einst von Bhairava verkündet wurde und Kālīhṛdaya heißt. Durch die Macht ihrer Erkenntnis gestalte ich die drei Welten.
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P2-1087 · 57
Zuerst leite man den Praṇava und das Hṛllekhā-Bīja ab, dann das Rati-Bīja, verbunden mit dem fünften [Laut] der pa-Gruppe und Bhaga. Mit dem ṭha-Paar verbunden wird sie als Königin der Vidyās erklärt. Das Rati-Bīja ist ihr eigenes Bīja. So im Cāmuṇḍātantra: Möge Kālikā, die mit Rati beginnt und zweiundzwanzig Laute verkörpert, [mich] schützen. Dies wird im Schutztext des Cāmuṇḍātantra dargelegt. Daher: Praṇava, Māyā-Bīja, eigenes Bīja; der fünfte Laut der pa-Gruppe ist ma, Bhaga ist e; die Geliebte des Feuers [ist svāhā]. [Der Bezug des zweiundzwanzigsilbigen Schutztext-Zitats zur hier kürzeren Mantra-Ableitung bleibt im Text knapp.]
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P2-1088 · 58
Die Verehrungsausführung: Nachdem man die Handlungen von den morgendlichen Verrichtungen bis zur Atemregelung vollzogen hat, führe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen aus. So: Der Seher dieses Mantras ist Bhairava, das Versmaß Virāṭ, die Gottheit Siddhakālī, Bhuvaneśvarī in Brahman-Gestalt. Ihr eigenes Bīja ist das Bīja, das Lajjā-Bīja die Kraft. Laut-Nyāsa sowie Hand- und Gliedernyāsa erfolgen wie bei Dakṣiṇā.
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P2-1089 · 59
Die Meditation: Möge die Göttin uns schützen, deren Leib vom Nektar überschwemmt ist, der aus der mit dem Schwert gespaltenen Mondsichel fließt, die drei Augen hat und mit gelöstem Haar aus der Schädelschale in der linken Hand das herabfließende Blut trinkt. Die Himmelsrichtungen sind ihr Gewand; sie trägt einen gebundenen Gürtel, eine Juwelenkrone und die übrigen [Schmuckstücke], und ihre Zunge leuchtet. Sie gleicht dem blauen Lotus; ihre Ohrringe glänzen als Sonne und Mond, und sie steht in Ālīḍha-Haltung. Nachdem man so meditiert hat, ist alles wie bei Dakṣiṇā auszuführen.
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P2-1090 · 60
Die vorbereitende Praxis besteht aus 21.000 Wiederholungen. So im Kālītantra: Man wiederhole zwanzigtausend und dazu eintausend. Ein Zehntel davon opfere der Mantra-Kundige mit zarten Blumen.
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P2-1091 · 61
Ein anderer Mantra, im Viśvasāra: Das Grund-Bīja, danach Māyā und unmittelbar danach das Lajjā-Bīja: Die große Vidyā Mahākālīs wurde von Mahākāla verkündet.
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P2-1092 · 62
Der erste [Laut] der Gruppe, mit Feuer verbunden sowie mit Rati und Bindu versehen; diese Dreiheit und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1093 · 63
Dreimal ihr eigenes Bīja, phaṭ und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1094 · 64
Dreimal ihr eigenes Bīja, Kūrca und Lajjā; nochmals eben diese und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1095 · 65
Vāgbhava, namaḥ, das Grund-Bīja, nochmals eben dieses, „kālikāyai“ — für Kālikā — und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1096 · 66
Die Verehrungsausführung dieser [Formen]: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis zur Atemregelung vollzogen hat, führe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen aus. So: Dakṣiṇāmūrti ist der Seher, Paṅkti das Versmaß, Kālikā die Gottheit. Am Kopf „dakṣiṇāmūrtiṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti; am Mund „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti; am Herzen „kālikāyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Kālikā.
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P2-1097 · 67
Dann die Meditation: Sie hat vier Arme, ist schwarz und mit einer Schädelgirlande geschmückt. Rechts trägt sie ein Schwert und zwei blaue Lotusse; links der Reihe nach Schneidemesser und Schädelschale. Sie trägt auf dem Kopf eine einzige Flechte, die den Himmel berührt. Eine Schädelgirlande trägt sie am Kopf und eine weitere am Hals; auf der Brust eine Schlangenkette. Sie hat rote Augen, trägt schwarze Gewänder und an den Hüften ein Tigerfell. Sie setzt den linken Fuß auf das Herz des Leichnams, den rechten auf den Rücken des Löwen [die Vorlage verwendet hier das ungewöhnliche „vilāpya“]. Sie leckt selbst den Leichnam. Sie lacht laut, schreit überaus schrecklich und ist sehr furchtbar. Nachdem man so meditiert hat, führe man alles Weitere wie bei Dakṣiṇā aus. Bei den zuvor genannten Mantras ist alles wie bei Dakṣiṇā auszuführen. [Die Anzahl der rechts genannten Gegenstände bleibt nach der Vorlage erhalten.]
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P2-1098 · 68
Die vorbereitende Praxis dieser [Form] besteht aus 200.000 Wiederholungen. Bei den anderen besteht sie aus 100.000 Wiederholungen für jeden Laut ihres Mantras.
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P2-1099 · 69
Zweimal ihr eigenes Bīja, zweimal Māyā, „dakṣiṇa kālike“ — O Dakṣiṇā Kālikā — und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1100 · 70
Ihr eigenes Bīja, Kūrca, Lajjā, „dakṣiṇe kālike“ — O Dakṣiṇā Kālikā — und phaṭ.
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P2-1101 · 71
Zweimal das Grund-Bīja, zweimal Kūrca, zweimal Lajjā, „dakṣiṇe kālike“ — O Dakṣiṇā Kālikā —, die früheren sechs Bījas und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1102 · 72
Die Verehrungsausführung dieser [Formen]: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis zur Atemregelung vollzogen hat, führe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen aus. Ihr Seher ist Dakṣiṇāmūrti, das Versmaß Paṅkti, die Gottheit Dakṣiṇakālikā. Alles Weitere erfolgt wie bei Dakṣiṇā.
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P2-1103 · 73
Ihr eigenes Bīja und die Geliebte des Feuers, svāhā. Ihr Seher ist Bhairava.
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P2-1104 · 74
Zweimal ihr eigenes Bīja, zweimal Kūrca, das Lajjā-Paar und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1105 · 75
Ihr eigenes Bīja, Kūrca, Lajjā und die Geliebte des Feuers, svāhā. Ihr Seher ist Pañcavaktra.
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P2-1106 · 76
Dreimal das Grund-Bīja, zweimal Kūrca, zweimal Lajjā und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1107 · 77
Das Grund-Bīja, „dakṣiṇe kālike“ — O Dakṣiṇā Kālikā — und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1108 · 78
Ihr eigenes Bīja, zweimal Kūrca, Māyā; nochmals diese und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1109 · 79
Zweimal das Grund-Bīja, zweimal Kūrca, zweimal Lajjā; nochmals eben diese und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1110 · 80
Dreimal ihr eigenes Bīja, zweimal Lajjā, zweimal Kūrca; nochmals eben diese und die Geliebte des Feuers, svāhā.
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P2-1111 · 81
Hṛdaya, Vāgbhava, zweimal das Grund-Bīja, „kālikāyai“ — für Kālikā — und das ṭha-Paar [svāhā].
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P2-1112 · 82
Hṛdaya, zweimal Pāśa, zweimal Aṅkuśa, phaṭ, svāhā, „kālike“ — O Kālikā — und Kūrca.
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P2-1113 · 83
Die Zuordnungen des Sehers und der übrigen sowie die Verehrung und alles Weitere erfolgen bei diesen wie bei Dakṣiṇā. Die vorbereitende Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen.
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P2-1114 · 84
Die Belegstelle dieser Vidyās steht im Viśvasāra: Nun erkläre ich die fünfsilbige; höre, o Lotusgesichtige. Leite Prajāpati ab, auf Feuer stehend, o Liebe, mit dem vierten Vokal verbunden und mit Nāda und Bindu geschmückt. Dreimal dieses Bīja der Reihe nach, danach die Schöne des Feuers: Diese fünfsilbige große Vidyā wurde von dem Lotusgeborenen erklärt. Die sechssilbige Mahākālī werde ich erklären; höre, o Pārvatī. Nachdem man die drei Bījas abgeleitet hat, leite man den Waffenmantra ab. Endend mit der Gattin des Feuers ist diese Vidyā als die drei Welten bezaubernd erklärt. Die achtsilbige große Vidyā wird erklärt, o Parameśvarī: Der Verständige [setze] dreimal das Bīja der Reihe nach, nochmals dreimal das Bīja. Mit svāhā am Ende gewährt diese Vidyā die Frucht der vier Lebensziele. Die elfsilbige Vidyā wird erklärt, o Parameśvarī: Vāgbhava, danach Hṛdaya; Prajāpati, auf Feuer stehend, mit dem vierten Vokal verbunden und mit Bindu und Nāda geschmückt; dieses zweimal, dann das Wort Kālikā im Dativ. Mit svāhā am Ende ist die elfsilbige Vidyā erklärt, o Liebe. Der Seher ist Dakṣiṇāmūrti, das Versmaß Paṅkti; als Gottheit gilt Kālikā, die Kraft höher als das Höchste. Die elfsilbige Vidyā Kālikās ist schwer zu erlangen. Bei der vorbereitenden Praxis wiederhole man die Vidyā 200.000-mal. Bei den anderen gelten 100.000 je Laut, wie der Lotusgeborene erklärt hat. „Bei den anderen“ bedeutet: bei der genannten fünfsilbigen und den weiteren [Formen]. Ihre Meditation: Sie ist vierarmig und schwarz — und so weiter.
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P2-1115 · 85
Das Grund-Bīja, danach Māyā, unmittelbar danach das Lajjā-Bīja; „dakṣiṇe kālike“, an dessen Ende die Schöne des Feuers: Die elfsilbige Kālī gewährt die Frucht der vier Lebensziele.
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P2-1116 · 86
Die zehnsilbige große Vidyā gewährt die Frucht der vier Lebensziele: Schutzpanzer, beginnend mit dem Grund-Bīja, an dessen Ende Bhuvaneśvarī; „dakṣiṇe kālike“, endend mit Astra. So ist sie erklärt. [Die Reihenfolge von Schutzpanzer und Grund-Bīja ist im knappen Halbvers nicht völlig eindeutig.]
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P2-1117 · 87
Nun erkläre ich eine andere Vidyā mit zwanzig Lauten. Allein durch ihre Gnade wird man ein Indra auf Erden. Zweimal das Grund-Bīja spreche man, dann zweimal Kūrca; nachdem man zweimal Lajjā abgeleitet hat, die beiden Wörter in der Anrede; wie zuvor sechs Bījas und am Ende die Schöne des Feuers.
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P2-1118 · 88
Der Seher ist Dakṣiṇāmūrti, das Versmaß wird als Paṅkti angegeben; die Gottheit nennen die Guten Kālī, deren Name mit Dakṣiṇā beginnt.
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P2-1119 · 89
Nun erkläre ich eine andere Vidyā, die Herrin der drei Welten: Ihr eigenes Bīja und an dessen Ende die Schöne des Feuers. Als ihr Seher ist Bhairava erklärt, mit sämtlichen Tantras verbunden.
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P2-1120 · 90
Die achtsilbige [Vidyā], die in sämtlichen Tantras geheim gehalten wird: Zweimal ihr eigenes Bīja, zweimal Kūrca, danach zweimal Lajjā. Mit svāhā am Ende ist diese Vidyā erklärt, die die Frucht sämtlicher Wünsche gewährt.
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P2-1121 · 91
Ihr eigenes Bīja, Kūrca, Lajjā und an dessen Ende die Schöne des Feuers: Die fünfsilbige große Vidyā; als Seher gilt Pañcavaktra.
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P2-1122 · 92
Höre die neunsilbige große Vidyā, o Lotusgesichtige: Dreimal ihr eigenes Bīja, das Kūrca-Paar, danach das Lajjā-Paar. Die mit svāhā endende Vidyā gilt als allen Überfluss bewirkend.
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P2-1123 · 93
Nun erkläre ich eine andere, neunsilbige Vidyā: Das Grund-Bīja und die beiden Anredewörter. Mit svāhā am Ende wird diese Vidyā als sämtliche Feinde vernichtend erklärt.
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P2-1124 · 94
Nun höre die achtsilbige Vidyā, o Lotusgesichtige: Ihr eigenes Bīja, danach Kūrca, dann leite man Māyā ab. Nachdem man nochmals diese abgeleitet hat, ist sie mit svāhā am Ende Befreiung gewährend. Nun erkläre ich eine andere, mit zehn Prinzipien verbundene [Vidyā]: Zweimal das Grund-Bīja, das Kūrca-Paar und danach zweimal Lajjā …
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P2-1125 · 95
… nochmals eben diese Bījas und an deren Ende die Schöne des Feuers. Diese vierzehnsilbige Vidyā gewährt die Frucht der vier Lebensziele.
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P2-1126 · 96
Dreimal Brahmā, verbunden mit Rati und Feuer, versehen mit Nāda und Bindu; danach je zweimal Lajjā und Kūrca. Nachdem man sie wiederum der Reihe nach abgeleitet hat, endet der Mantra mit der Gattin des Feuers. Dies wird Ṣoḍaśī genannt, die Vidyā, die einem Wunschbaum gleicht.
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P2-1127 · 97
Im Māyātantra: Hṛdaya, Vāgbhava, o Göttin, danach zweimal ihr eigenes Bīja. Nachdem man das Wort „kālikāyai“ — für Kālikā — ausgesprochen hat, steht an dessen Ende die Schöne des Feuers.
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P2-1128 · 98
In einem anderen Tantra: Namaḥ, je zweimal Pāśa und Aṅkuśa, phaṭ, svāhā, „kāli kālike“, das lange Tanucchada [Lautumschreibung, hier nicht aufgelöst]: Der Kālī-Mantra hat fünfzehn Silben.
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P2-1129 · 99
Die Verehrung dieser erfolgt wie bei Dakṣiṇā, o Göttin, o Herrin der Götter. Zur Vollendung der vorbereitenden Praxis wiederhole man 100.000-mal.
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P2-1130 · 100
Das Verehrungs-Yantra dieser [Formen] steht im Kālītantra: Zuerst zeichne man ein Dreieck, außen ein weiteres Dreieck; danach zeichne der Mantra-Kundige drei vortreffliche Dreiecke. Dann zeichne man einen Kreis und acht Blütenblätter; vorschriftsmäßig einen Kreis und eine Erdumfassung. Im Kumārīkalpa: In der Mitte das Bindu-Cakra, geschmückt mit Bīja und Māyā.
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P2-1131 · 1
Nun Guhyakālī. Im Viśvasāra: Jetzt werde ich die alle Früchte gewährende Vidyā erklären, o Maheśānī, die unmittelbar die vier Lebensziele gewährt und große Sünden vernichtet, sämtliche Vollkommenheiten gewährt, die Ewige, die Genuss und Befreiung schenkt: Guhyakālī, die große Vidyā, die in den drei Welten äußerst schwer zu erlangen ist.
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P2-1132 · 2
Der erste [Laut] der Gruppe, auf Indras Anfang stehend, mit Rati und Bindu versehen, wird dreifach gemacht. Danach leite man Īśāna ab, mit dem sechsten Vokal verbunden und mit Nāda, Bindu und Kalā versehen, und mache ihn zweifach. Danach leite man zweimal Īśāna ab, mit linkem Auge und Feuer verbunden sowie mit Nāda, Bindu und Kalā versehen. Dann sage man „guhye kālike“ oder „dakṣiṇe“. Die sieben Bījas füge man danach in der vorherigen Reihenfolge an. Endend mit der Gattin des Feuers wird die Vidyā als die drei Welten bezaubernd erklärt. Anders gesprochen: Der Mantra enthält das Wortpaar „guhye kālike“ oder „dakṣiṇe kālike“. [Die Prosa „bījadvayaṃ“ steht hier offenbar für das Wortpaar, bleibt als Lesart jedoch auffällig.]
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P2-1133 · 3
Das Kāma-Bīja, danach Kūrca, an dessen Ende Bhuvaneśvarī; „guhye kālike“, dann das Bīja-Paar. Mit svāhā am Ende ist diese in sämtlichen Tantras geheim gehaltene Vidyā erklärt. Diese heißt Ṣoḍaśī und gewährt die Frucht der vier Lebensziele. [Das Yantra Guhyakālīs und der übrigen: Abbildung 35.] Seine Bedeutung: Am Anfang ihr eigenes Bīja, dann Kūrca, Māyā und die beiden Anredewörter; danach zweimal ihr eigenes Bīja, zweimal Kūrca, zweimal Māyā und die Geliebte des Feuers. Entfernt man die beiden Kāma-Bījas, wird die Vidyā vierzehnsilbig. Ergänzend ist zu verstehen: dieses Mantras. [Die ausgeschriebene Erklärung und die kürzere Bīja-Paar-Angabe des Verses bleiben nebeneinander erhalten.]
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P2-1134 · 4
Die zuvor genannten sieben Bījas, danach „guhye kālike“. Mit svāhā am Ende wird diese in sämtlichen Tantras geheim gehaltene Vidyā erklärt. Auch diese hat vierzehn Silben. Wenn man den Anfang ihres Namenswortes entfernt und stattdessen „dakṣiṇe“ setzt, ist sie fünfzehnsilbig. So heißt es: Durch das Aussprechen von „dakṣiṇe“ wird sie fünfzehnsilbig.
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P2-1135 · 4
Ebenso: Wenn man das Kāma-Bīja weglässt, [heißt es] „sechzehnsilbig“. [Diese isolierte Zahlenangabe steht so in der Vorlage und widerspricht der nachfolgenden Erklärung.]
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P2-1136 · 5
Damit ist gemeint: Die sechzehnsilbige Vidyā wird durch das Wegfallen des Kāma-Bīja fünfzehnsilbig.
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P2-1137 · 6
Das Kāma-Bīja, die beiden Anredewörter, nochmals Kāma und an dessen Ende die Schöne des Feuers: Dies wird als neunsilbige Vidyā Guhyakālīs erklärt. Durch das Aussprechen des Wortes „dakṣiṇe“ wird die Vidyā zehnsilbig.
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P2-1138 · 7
Ihre Verehrung [steht] ebendort: Die Nyāsa-Gruppe wie zuvor; wie zuvor verehre man die heilvolle Göttin. Wie zuvor wiederhole man die Vidyā; alles ist wie zuvor. Die Bali-Gabe richte man wie zuvor ein.
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P2-1139 · 9
Der Bali-Mantra: „ehyehi jaganmātar jagatāṃ janani gṛhṇa gṛhṇa mama baliṃ siddhiṃ dehi dehi śatrukṣayaṃ kuru kuru hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ phaṭ phaṭ oṃ kālikāyai namaḥ phaṭ svāhā“ — Komm, komm, o Weltmutter, o Gebärerin der Welten! Nimm, nimm mein Bali; gib, gib Vollkommenheit; bewirke, bewirke die Vernichtung der Feinde! hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ phaṭ phaṭ, oṃ, Verehrung Kālikā, phaṭ svāhā. Oder dieser Bali-Mantra Guhyakālīs: „ehyehi guhyakāli mama baliṃ gṛhṇa gṛhṇa mama śatrūn nāśaya nāśaya khādaya khādaya sphura sphura chindi chindi siddhiṃ dehi hūṃ phaṭ svāhā“ — Komm, komm, o Guhyakālī! Nimm, nimm mein Bali; vernichte, vernichte meine Feinde; verschlinge, verschlinge; leuchte auf, leuchte auf; schneide, schneide; gib Vollkommenheit, hūṃ phaṭ svāhā. Oder dieser Sitz-Mantra: „oṃ sadāśivamahāpretāya guhyakālyāsanāya namaḥ“ — Verehrung Sadāśiva, dem großen Leichnam, als Sitz Guhyakālīs.
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P2-1140 · 10
Die Bhadrakālī-Mantras: Die Vidyās Bhadrakālīs und der übrigen werden erklärt; höre, o Pārvatī. Alle Bījas, beginnend mit dem Kāma-Bīja, verehre man vorn und hinten. Bhadrakālī im Dativ setze man in die Mitte der Bījas. Mit svāhā am Ende ist die höchste Vidyā erklärt, die zwanzig Laute verkörpert [Vorlage beschädigt „viśadvarṇātmikā“]. Die heilbringende Bhadrakālī-Vidyā gewährt die vier Lebensziele.
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P2-1141 · 11
Nachdem man die sieben Bījas abgeleitet hat, [spreche man] „śmaśānakāli“ und danach wiederum die Bījas der Reihe nach. Mit svāhā am Ende gewährt sie sämtliche Vollkommenheiten. Die einundzwanzigsilbige Vidyā gilt als Śmaśānakālikā.
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P2-1142 · 12
Zuerst spreche man die Bījas, danach das Wort „mahākāli“, an dessen Ende die sieben Bījas. Mit svāhā am Ende gewährt sie sämtliche Vollkommenheiten. Die zwanzigsilbige große Vidyā Mahākālīs ist erklärt.
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P2-1143 · 13
Verehrung und Mantra-Wiederholung erfolgen bei diesen wie bei Dakṣiṇā. Eine Besonderheit: In der Erdumfassung verehre man Indra und die übrigen sowie den Donnerkeil und die übrigen Waffen. An den vier Toren der Erdumfassung, im Osten beginnend: „oṃ viṣṇave namaḥ“, „oṃ śivāya namaḥ“, „oṃ sūryāya namaḥ“, „oṃ gaṇeśāya namaḥ“ — Verehrung Viṣṇu, Śiva, Sūrya und Gaṇeśa. So: In der Erdumfassung verehre der Verständige die Weltenhüter und außen ihre Waffen, in den vier Richtungen der Reihe nach; danach verehre man Viṣṇu, Śiva, Sūrya und Gaṇeśa.
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P2-1144 · 14
Das Verehrungs-Yantra: Ein Dreieck, ein Sechseck, ein reizvolles Neuneck, drei Kreise mit acht Blütenblättern und Staubfäden, auf der dreifachen Erdumfassung ruhend und mit dem Yoni-Maṇḍala geschmückt. Dieses wird als fünfzehnwinklig bezeichnet und in allen Tantras erklärt. „Dreieck“ bedeutet: von dreieckiger Gestalt.
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P2-1145 · 15
[Abbildung 35.] Die Meditation: Die Göttin leuchtet wie eine große Wolke und trägt schwarze Gewänder. Ihre Zunge bewegt sich, ihre Fangzähne sind furchtbar, ihre Augen liegen tief, ihr Gesicht lacht. Sie trägt rankenartige Schlangenketten und den Halbmond als Kopfschmuck. Eine einzige Flechte berührt den Himmel; sie leckt selbst alles [die Wortverbindung „lelihānāsarva“ ist beschädigt]. Ihr Leib trägt eine Schlange als heilige Schnur; sie sitzt auf einem Schlangenbett. Ihre Waldgirlande besteht aus fünfzig Köpfen; ihr Bauch ist groß. Über ihrem Kopf ist Ananta mit tausend Hauben. In den vier Richtungen ist Guhyakālikā von Schlangenhauben umgeben. Mit dem Schlangenkönig Takṣaka ist sie als linkem Armreif geschmückt, mit dem Nāgakönig Ananta als rechtem Armreif. Eine Schlange bildet ihren Gürtel und ihre Halskette; sie trägt Juwelenfußringe. Links ist eine Gestalt Śivas als Kind vorgestellt [die Vorlage liest „vatsarūpa“]. Man meditiere die Göttin mit zwei Armen und einer Schlange als heiliger Schnur. Ihre Ohren sind mit Gehängen aus menschlichen Körpern geschmückt. Ihr Gesicht ist heiter, sie ist freundlich und mit den neun Edelsteinen geziert.
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P2-1146 · 15 ka
Sie wird von den Seherscharen, Nārada und den übrigen, bedient und bezaubert Śiva. Sie lacht laut, ist überaus furchtbar und gewährt den Sādhakas ihre Wünsche. Bei „eine Flechte, die den Himmel berührt“ ist „sie trägt“ zu ergänzen. Bei „Ananta über dem Kopf“ ist „sie trägt“ zu ergänzen. „Guhya“ ist stellvertretend [auch für die anderen hier behandelten Formen] gemeint.
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Tārā
P2-1147 · 1
Damit endet der Abschnitt über Śyāmā. Nun die Tārā-Mantras: Jetzt werde ich die Mantras Tāriṇīs erklären, die sämtliche Vollkommenheiten gewähren. Allein durch ihre Erkenntnis ist der Sādhaka bereits zu Lebzeiten befreit.
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P2-1148 · 2
Er erlangt reine dichterische Kraft, die sich ungehindert entfaltet, Gelehrsamkeit in sämtlichen Lehrwerken und wird durch Reichtum zum Herrn des Vermögens.
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P2-1149 · 3
Am Königshof, in der Versammlung, im Streitgespräch und im Rechtsstreit erlangt er überall den Sieg wie ein zweiter Bṛhaspati.
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P2-1150 · 4
Nachdem man das Māyā-Bīja abgeleitet hat, [folgt] ta mit Feuer, verbunden mit Māyā, Bindu und Īśvara: Das zweite Bīja ist abgeleitet. Das dritte ist das Kūrca-Bīja; unmittelbar danach phaṭ. Der vollständig vollendete Mantra ist mit fünf Strahlen verbunden. „Fünf Strahlen“ bedeutet fünf Laute.
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P2-1151 · 5
So: Weil sie spielerisch Rede gewährt, heißt sie Nīlasarasvatī. Weil sie stets hinüberführt, ist sie Tārā, die Glück und Befreiung gewährt. Weil sie aus schrecklicher Bedrängnis hinüberführt, wird sie Ugratārā genannt.
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P2-1152 · 6
Im Tārārṇava: Weil die von Vasiṣṭha verehrte Vidyā nicht schnell Frucht brachte, wurde ihr von eben diesem Seher ein sehr grausamer Fluch gegeben. Seitdem gewährt diese Vidyā niemandem Frucht.
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P2-1153 · 7
Die Aufhebung des Fluches wird erklärt: Das Candra-Bīja wird über das im Inneren von Trapā befindliche Bīja gesetzt. Seitdem ist diese Vidyā wie eine ruhmreiche Braut fruchtbar, siegreich unter allen Vidyās für jene, die Sieg begehren. Die Vidyā vernichtet Gift und gewährt Unsterblichkeit. Allein durch die Kenntnis des Mantras wird man auf Erden siegreich.
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P2-1154 · 8
Im Ekavīrākalpa: Lajjā-Bīja, Vadhū-Bīja, Kūrca-Bīja und phaṭ: So ist die fünfsilbige Vidyā, die die fünf Elemente offenbart. Das Vadhū-Bīja ist strīṃ. So im Viśvasāra: „Satarī“, o Maheśānī, wird als Vadhū-Bīja erklärt. [„satarī“ ist die überlieferte verschlüsselte Lautbezeichnung.]
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P2-1155 · 9
Ebenso im Ekavīrākalpa: Der sechzehnte Konsonant, geschmückt mit Feuer, linkem Auge und Bindu und auf dem Candra-Bīja stehend: Dies gilt als Vadhū-Bīja. Candra ist sa.
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P2-1156 · 10
Im Nīlatantra: Mit Tāra am Anfang besteht diese aus fünf Lauten und ist Nīlasarasvatī, die Reine, die aus sämtlichen Sprachen besteht und von allen Überlieferungen verehrt wird.
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P2-1157 · 11
Im Tārārṇava: Nachdem man Aṇūttara abgeleitet hat, danach Māyottara, auf dem fünften [Laut] der pa-Gruppe stehend, werden fünf Strahlen erklärt. Danach [steht] die inmitten von Jīvanī Befindliche, unmittelbar danach die Einsilbige. Dann setze man Ugradarpa und Astra ein, o Göttin; so ist es offenbart. Die Einsilbige ist strīṃ; damit erfolgt überall die Aufhebung des Fluches. [Die Lautumschreibungen Aṇūttara, Māyottara und Ugradarpa sind in dieser Vorlage nicht vollständig aufgelöst.]
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P2-1158 · 12
Hinsichtlich der fünfsilbigen [Vidyā] heißt es im Tantra: Wenn die Vidyā mit dem Śrī-Bīja beginnt, kommt Herrlichkeit von allen Seiten. Dieselbe große Vidyā mit Māyā am Anfang gewährt alles Ersehnte. Wenn die Vidyā mit Vāgbhava beginnt, gewährt sie Herrschaft über die Rede. Ohne Tāra ist sie Ekajaṭā, die den Guten große Befreiung bewirkt. Ohne Tāra und Astra ist sie dreilautig, Mahānīlasarasvatī. Diese wird Kullukā genannt und in sämtlichen Tantras geheim gehalten. „Die inmitten von Jīvanī Befindliche“ ist Māyā.
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P2-1159 · 13
So im Saṅketacandrodaya: Hṛllekhā, Bhuvaneśvarī, Bhuvanā, Devīśvarī, hrīṃ, Mahāmāyā, die inmitten des Lebens Befindliche, Trijagatāṃ Dhātrī, die Trägerin der drei Welten, Pareśī, die höchste Herrin, und Parā. Diese ist durch die Überlieferungsfolge empfangen worden und je nach Lehrmeinung vielfach [gestaltet]. Dies ist die fünfsilbige [Vidyā].
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P2-1160 · 14
Dasselbe wird erklärt: Die fünfsilbige [Vidyā] ist bei Fehlen von Tāra Ekajaṭā, Maheśvarī. Mit Tāra am Anfang ist sie, o Göttin, die herrliche Nīlasarasvatī, Ugratārā. Die dreisilbige ist Mahānīlasarasvatī. Bei den anderen Vidyās ist eben Ekajaṭā die Gottheit, weil sie die Grundform ist. [Die knappe Zuweisung von „Ugratārā“ steht in der Vorlage zwischen den beiden Satzteilen.]
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P2-1161 · 15
Der Ort der Praxis dieser Vidyās steht im Nīlatantra und im Mahāphetkārīya: An einem einsamen Liṅga, auf einem Leichenverbrennungsplatz, in einem leeren Haus, an einer Kreuzung, auf einem Leichnam oder einem Schädel, im Wasser bis zum Hals, auf einem Schlachtfeld, in einem Boot, an einem menschenleeren Ort oder im Wald: Dort praktiziere der Yogin die Vidyā, die Herrin der drei Welten.
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P2-1162 · 16
Ebendort: Wo innerhalb von fünf Krośas kein weiteres Liṅga zu sehen ist, wird dieses als [einziges] Liṅga bezeichnet. Dort ist die Vollendung unübertrefflich.
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P2-1163 · 17
Auch anderswo: An einem verlassenen Ort, auf einem Berg, an einer menschenleeren Kreuzung, in einem leeren Tempel oder in einem menschenleeren, abgeschiedenen Haus.
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P2-1164 · 18
Auch im Vīratantra: Selbst ein Unverständiger, der in einem leeren Haus, auf einem Leichenverbrennungsplatz, an einem einzigen Liṅga, an einem Teich, in der Gaṅgā oder auf einem Berg rein, mit unbeflecktem Sinn und stets hingebungsvoll die Vidyā der Śrīnīlavāṇī wiederholt, wird zum Herrn der Menschen auf Erden und Kenner der Bedeutung sämtlicher Lehrwerke. Am Ende des Leibes erlangt er als führender Yogin die Stätte höchster Glückseligkeit, das Brahman-Nirvāṇa.
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P2-1165 · 19
Nun das Tārā-Wasserschlürfen. Im Bhairavatantra: Nachdem man mit den drei Tārā-Formen getrunken hat, wasche man mit Māyā die Hände. Mit strīṃ und hūṃ wische man die Lippen zweimal ab; mit phaṭ wasche man die Hände. Nachdem man Mund, Nase, Augen, Ohren, Nabel, Brust, Kopf und Arme mit Vairocana und den übrigen berührt hat, wird man von sämtlichen Sünden befreit. So Wasser schlürfend wird man Bhairava und schaut sie binnen eines Jahres. „Mit den Tārā-Formen“ bedeutet: mit den Formen Ugratārā, Ekajaṭā und Nīlasarasvatī.
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P2-1166 · 20
Vairocana und die übrigen sind: Vairocana, Śaṅkha, Pāṇḍava, Padmanābha, Amitābha, Nāmaka, Māmaka, Tāvaka (Pāṇḍara, Asitābha), Padmāntaka, Yamāntaka, Vighnāntaka und Narāntaka. [Die Formeln setzen ihre Namen] in den Dativ, mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende: Verehrung dem jeweils Genannten.
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P2-1167 · 21
Nun ihre Verehrungsausführung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis zum Bad abgeschlossen hat, gehe man zum Verehrungsort, weihe mit „oṃ vajrodake hūṃ phaṭ svāhā“ — O Diamantwasser, hūṃ phaṭ svāhā — das Wasser und bestimme es für die Verehrung. Etwas davon gebe man in anderes Wasser. Mit diesem Wasser und „oṃ hrīṃ viśuddhasarvapāpāni śamayāśeṣavikalpam apanaya hūṃ phaṭ svāhā“ — O vollkommen Reine, besänftige sämtliche Sünden; entferne alle gedanklichen Unterscheidungen — wasche man Hände und Füße. Man lege die Kula-Kuśas aus Gold und Silber entsprechend an Zeige- und Ringfinger, schlürfe mit „oṃ hrīṃ svāhā“ Wasser und meditiere den Kultsitz. Eine Besonderheit im Kumārītantra: Nachdem man vom Bad ans Ufer gestiegen ist, zwei Gewänder angelegt, das Stirnzeichen nach Kula-Art angebracht und so Wasser geschlürft hat, o Herrin der Götter … Ebenso: Mit der Wassermuschel in der Hand gehe man zur Tür, o Maheśvarī, und wasche Hände und Füße nach der noch zu erklärenden Weise. Im Matsyasūkta: Tāra, „vajrodake“, hūṃ phaṭ svāhā — damit wird das Wasser geweiht. Ebenso: Tāra, Lajjā, danach „viśuddha“, sämtliche Sünden, „śamaya“, danach „aśeṣavikalpam apanaya“, Dharma [verschlüsselter Laut, hier nicht aufgelöst], phaṭ svāhā zur Reinigung [der Hände und] Füße. Der Mantra zum Wasserschlürfen besteht aus Tāra, Māyā und der Gattin des Feuers. Die Kula-Kuśas: Gold und Silber erfüllen bei Wiederholung, Verehrung und den übrigen Handlungen die Aufgabe des Kuśa-Grases; wildes Kuśa-Gras ist hier nicht das [rituelle] Kuśa. Am Zeigefinger trägt man Silber, am Ringfinger Gold. Der Kultsitz: Man vergegenwärtige sich einen Leichenverbrennungsplatz und dort einen Wunschbaum; an dessen Wurzel einen Juwelensitz, mit vielerlei Juwelen, Zierden und Schmuck ausgestattet, mit Sehern und Göttern geziert. Ringsum Schakalweibchen, die sich an reichlichem Fleisch und Knochen erfreuen; in den vier Richtungen mit Leichnamen, Köpfen, Scheiterhaufen, Glut und Knochen geziert. In dessen Mitte vergegenwärtige man sich die Gottheit nach der angegebenen Meditation. So meditierend binde man den Haarschopf mit „oṃ maṇidhari vajriṇi mahāpratisare rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā“ — O Juwelenträgerin, o Vajriṇī, o Mahāpratisarā, schütze, schütze! Mit „oṃ rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā“ und Wassersprengung reinige man den Boden. Mit „oṃ sarvān vighnān utsāraya hūṃ phaṭ svāhā“ — Vertreibe alle Hindernisse! —, der Pfeil-Mudrā und dem Auswerfen ungebrochener Reiskörner vertreibe man die drei Arten von Hindernissen: himmlische, im Zwischenraum befindliche und irdische. Mit „oṃ pavitravajrabhūme hūṃ phaṭ svāhā“ — O reine Diamanterde! — bespräche man den Boden. Dort breite man entsprechend der Praxis Sitze aus Wolldecke, Komala, Viṣṭara und den übrigen aus, verehre sie mit Blumen und anderen Gaben und „oṃ āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā“ — O schöne Linie, o Diamantlinie! — und setze sich in Svastika-Haltung oder einer anderen entsprechenden Haltung darauf.
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P2-1168 · 21ka
So im Matsyasūkta: Auf weichem Komala, auf anderen Wolldecken oder auf Viṣṭara sitzend verwirkliche man die höchste Vollkommenheit. Die Kennzeichen von Komala und den übrigen erklärt der Śrīkrama: Ein gestorbenes Kind ohne Haarzeremonie, bis zum fünften [Jahr; Vorlage „pañcavarṇāntaram“ beschädigt]; nach sechs Monaten und vor zehn Monaten ein gestorbenes Kind aus der Schwangerschaft, beginnend vor dem achten Schwangerschaftsmonat [die Zeitangaben sind in der Vorlage nicht eindeutig miteinander vereinbar]: Dies nennen sie Komala; oder [verwende man] Viṣṭara aus Kuśa. So im Nīlatantra: Ein Knabe, dessen Haarzeremonie nicht vollzogen ist und der kein Upanayana erhalten hat, der im fünften Jahr gestorben ist, gilt als Komala. „Im fünften Jahr“ bedeutet: bei Vollendung des fünften Jahres. Das Sitzmaß wird erklärt: Ein oder zwei Hasta, ringsum viereckig. An dem gereinigten Sitz vollziehe man die Vorbereitung und danach die Verehrung. Auch das Fell von Schwarzantilope, Tiger und den übrigen [Tieren] ist ein Sitz. So im Tantra: Schwarzantilopen- und Pantherfell, ohne Haarzeremonie — und so weiter; Viṣṭara und die übrigen. Aus hundert Kuśa-Blättern fertige man eine Knabenfigur und vollziehe dort die Einsetzung des Lebenshauchs des Leichnams. So heißt es: Oṃ, danach „āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā“; damit bilde man das Maṇḍala auf dem Leichensitz. Man setze sich in Vīra-Haltung und verehre den Sitz. Ein Viereck mit vier Toren: So zeichne man das Maṇḍala. Dann binde man mit „oṃ maṇidhari vajriṇi mahāpratisare rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā“ — O Juwelenträgerin, o Vajriṇī, o Mahāpratisarā, schütze, schütze! — den Schutzknoten am Gewandende. Mit „oṃ āḥ hūṃ phaṭ svāhā“ reinige man durchdringend Körper, Rede und Geist. Man bespräche die Blumen mit „oṃ puṣpaketurājārhate śatāya samyaksambandhāya oṃ puṣpe puṣpe mahāpuṣpe supuṣpe puṣpabhūṣite puṣpacayāvakīrṇe hūṃ phaṭ svāhā“ — O König Puṣpaketu, o Verehrungswürdiger, für den Hundertfachen und die vollkommene Verbindung [der Anfang ist beschädigt]; o Blume, Blume, große Blume, schöne Blume, mit Blumen Geschmückte, mit Blumenhaufen Bedeckte! Dann auf einem mit Gorocanā, Kuṃkuma und anderen [Stoffen] bestrichenen Kultsitz aus Gold oder anderem [Material] leite man mit „oṃ āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā“ das Yantra ab: Ein achtblättriger Lotus mit einem nach unten gerichteten Dreieck im Inneren, Kreis, Viereck und vier Tore. Auf die Blätter des Lotus, im Osten beginnend, schreibe man die Mantra-Laute. [Die Angaben zu Leichen als Kultträgern sind historische Aussagen der Quelle; die beschädigte Blumenformel wird nicht still zu einem anderen Mantra umgeschrieben.]
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P2-1169 · 21 kha
[Abbildung 36.] So im Kulacūḍāmaṇi: Danach bilde man sorgfältig den Kultsitz mit Kula-Rasa. Mit dem Mantra „āḥ surekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā“ — O schöne Linie, o Diamantlinie! — zeichne man acht reizvolle Blütenblätter und ein Viereck mit vier Toren. So zeichne man das Maṇḍala. „Mit Kula-Rasa“ bedeutet: mit Svayambhū-Rasa [einer hier nicht weiter erläuterten tantrischen Körpersubstanz].
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P2-1170 · 22
Die Weise des Schreibens der Laute erklärt das Phetkārīya: Mit Sandelpaste zeichne man die eigene Yoni, acht Blütenblätter und danach einen Kreis. Man nehme auf einem weichen Sitz Platz und schreibe Māyā auf das östliche Blatt, das mittlere Bīja auf das zweite, pha auf das nördliche und ṭa auf das westliche. In der Mitte schreibe man Tāra als Bīja; danach vollziehe man die Reinigung der Elemente. „Auf dem zweiten“ bedeutet: auf dem südlichen. Tāra [hier] ist hūṃ, weil es der Praṇava Tārās ist. Ṭa im westlichen Bereich [bezeichnet zusammen mit pha den Waffenabschluss]; Kūrca an der Blattspitze und zwei Erdumfassungen — dies folgt auch aus der Aussage des Bhairavīya. Manche sagen: In der Mitte ein Lotus mit Sechseck. So wird gesagt: Ein Lotus im Sechseck, wiederum zwei Erdumfassungen, ein Viereck mit vier Toren; oder so zeichne man das Yantra. Das Schreiben der Bījas erfolgt wie zuvor. [Die Ortsangaben für Kūrca und Tāra sind in der Vorlage knapp und teilweise widersprüchlich.]
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P2-1171 · 23
Auch im Nīlatantra wird ein besonderes Yantra für diejenigen erklärt, die Sprachgelehrsamkeit begehren: Raum und Indu, der Zungen-Laut als Lotuszentrum, glänzende Staubfäden mit Vokalpaaren, acht durch die Lautgruppen strahlende Blütenblätter, von der Erdumfassung umgeben; schön in den Richtungen und Ecken durch die glänzenden Laute von Tāra, Īśvara und Wasser: Dies wird als höchstes Yantra der Blaue-Leibigen erklärt, das sämtliche Ziele verwirklicht. [Die verschlüsselten Lautnamen werden in diesem Zitat nicht einzeln aufgelöst.]
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P2-1172 · 24
Oder man zeichne das Yantra so und verehre den Kultsitz. [Abbildung 37.] So im Kumārīkalpa: Danach stelle man das Arghya-Gefäß auf und verehre die Torhüter: Gaṇeśa mit gāṃ am Anfang, Vaṭuka mit vāṃ am Anfang, den Bezirkshüter mit kṣāṃ am Anfang und die Yoginī mit yāṃ am Anfang. Im Osten, Westen, Süden und Norden verehre sie der Verständige. Überall mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende. [Die Richtungsreihenfolge dieses Zitats unterscheidet sich von der folgenden ausgeschriebenen Zuordnung.]
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P2-1173 · 25
Im Tantra: Alle sind reich an Dhruva und dem langen [Vokal], mit dem Śakti-Bīja voran. So: Am östlichen Tor des Kultsitzes „oṃ hrīṃ gāṃ gaṇeśāya namaḥ“ — Verehrung Gaṇeśa; im Süden „oṃ hrīṃ vāṃ vaṭukāya namaḥ“ — Verehrung Vaṭuka; im Westen „oṃ hrīṃ kṣāṃ kṣetrapālāya namaḥ“ — Verehrung dem Bezirkshüter; im Norden „oṃ hrīṃ yāṃ yoginībhyo namaḥ“ — Verehrung den Yoginīs. In der Mitte „oṃ śmaśānāya namaḥ“ — Verehrung dem Leichenverbrennungsplatz; „oṃ kalpavṛkṣāya namaḥ“ — Verehrung dem Wunschbaum; an dessen Wurzel „maṇipīṭhāya namaḥ“ — Verehrung dem Juwelensitz. Ebenso Verehrung den vielerlei Schmuckstücken, den verschiedenen Sehern, den verschiedenen Göttern, den Schakalweibchen, die sich an reichlichem Fleisch und Knochen erfreuen; in den vier Richtungen den Leichnamen, Köpfen, Scheiterhaufen, Glut und Knochen. Dann auf den acht Blütenblättern, bei der Feuerrichtung beginnend, „oṃ lakṣmyai namaḥ“ — Verehrung Lakṣmī — und entsprechend Sarasvatī, Rati, Prīti, Kīrti, Śānti, Tuṣṭi und Puṣṭi; in der Mitte „hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist. So im Siddhasārasvata: Lakṣmī, Sarasvatī, Rati und Prīti, Kīrti, Śānti, Tuṣṭi und Puṣṭi: Diese acht Kräfte werden als Kultsitz-Kräfte der Göttin Nīlasarasvatī erklärt. Im Vīratantra: In dessen Mitte verehre man auch den Leichnam als Reittier der Göttin.
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P2-1174 · 26
Danach die Reinigung der Elemente. So: Man lege die Hände mit nach oben gewandten Flächen in den Schoß. Mit dem Mantra haṃsa verbinde man Kula-Kuṇḍalinī, das individuelle Selbst und die vierundzwanzig Prinzipien in umgekehrter Reihenfolge auf dem Weg der Suṣumnā mit dem höchsten Selbst, Paramaśiva, am Kopf. Man meditiere hrīṃ rot am Nabel und verbrenne durch die bei der Einatmung sechzehnmalige Wiederholung mit dem daraus entstandenen Feuer den feinen Leib. Strīṃ vergegenwärtige man sich gelb im Herzen; mit dem daraus entstandenen Wind verstreue man durch vierundsechzig Wiederholungen beim Atemanhalten die Asche. Hūṃ vergegenwärtige man sich weiß am Kopf; mit dem daraus entstandenen Nektar benetze man durch zweiunddreißig Wiederholungen bei der Ausatmung die Knochen und überschwemme den gesamten, von Leid befreiten Welt-Leib. So in der Śruti: Die sechsunddreißig Prinzipien sind der Leib. Dann vergegenwärtige man sich selbst als leidfrei, unbefleckt und von der Gottheit nicht verschieden. In jenem die Welt durchdringenden Wasser meditiere man aus āḥ einen roten Lotus, darüber aus ṭāṃ einen weißen Lotus, darüber hūṃ in blauer Erscheinung; darüber meditiere man das mit hūṃ geschmückte Schneidemesser.
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P2-1175 · 26ka
Darüber meditiere man die Gottheit. Mit elf Wiederholungen von „āṃ hrīṃ kroṃ svāhā“ setze man die Lebenshauche ein und meditiere. So im Phetkārīya: Nachdem man Māyā rot am Nabel meditiert hat, vergegenwärtige man sich den weißen, aus Karma bestehenden Leib als von dem daraus entstandenen Feuer verbrannt. Strīṃ ist gelb im Herzen; mit dem daraus entstandenen Wind verstreue man die Asche. Dann vergegenwärtige man sich an der Stirn Kūrca, schneeweiß, und benetze mit dem daraus entstandenen Nektar die Knochen. Dann vergegenwärtige man sich selbst als von allem Leid befreit, unbefleckt und aus der Gottheit bestehend. Nachdem man so die Reinigung der Elemente vollzogen hat, vergegenwärtige man sich die Welt als leer, sich selbst unbefleckt, ohne Eigenschaften, rein und aus der Gottheit bestehend. Im Zwischenraum meditiere man dann aus āḥ einen roten Lotus, wiederum darüber aus ṭāṃ einen weißen Lotus, wiederum darüber hūṃ in blauer Erscheinung. Dann schaue man das aus hūṃ entstandene, mit dem Bīja geschmückte Schneidemesser. Über dem Schneidemesser meditiere man sich selbst als aus Tāriṇī bestehend.
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P2-1176 · 27
Sie steht in Pratyālīḍha-Haltung, ist furchtbar und mit einer Schädelgirlande geschmückt, klein von Gestalt, mit hängendem Bauch, schrecklich, an den Hüften mit Tigerfell bedeckt. Sie besitzt frische Jugend, trägt fünf Mudrās, hat vier Arme und eine bewegte Zunge, ist überaus furchtbar und gewährt Gaben. Ihre beiden rechten Arme halten Schwert und Schneidemesser; ihre beiden linken Hände Schädelschale und Lotus. Man meditiere ihre rötliche, wilde Einzelflechte und Akṣobhya als Schmuck auf ihrem Scheitel. Ihre drei Augen gleichen der Scheibe der jungen Sonne. Sie steht mitten im lodernden Scheiterhaufen, hat schreckliche Fangzähne und ist furchtbar; ihr Gesicht lächelt in Ergriffenheit, und sie trägt Frauenschmuck. Im weltumspannenden Wasser steht sie auf einem weißen Lotus. Akṣobhya auf dem Kopf der Göttin trägt die dreifache Gestalt einer Schlange. [„trimūrti“ wird in der Vorlage nicht näher erklärt.] „Mit fünf Mudrās geschmückt“ bedeutet: Auf der Stirn mit fünf Schädeln geschmückt, verbunden durch vier weiße Knochenplatten. So im Tantracūḍāmaṇi: Mit fünf Schädeln geschmückt, die durch weiße Knochenplatten verbunden sind. Auch Śrīśaṅkarācārya sagt: Sie trägt eine bunte Knochengirlande und auf der Stirn den furchtbaren, mit fünf [Teilen] versehenen Schädel[schmuck].
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P2-1177 · 28
Danach die Atemregelung: Durch die linke Nasenöffnung atme man ein und wiederhole den Grundmantra viermal. Dann halte man beide Nasenöffnungen zu und halte den Atem bei sechzehn Wiederholungen an. Danach atme man durch die rechte Nasenöffnung bei acht Wiederholungen aus. Wiederum rechts einatmen, anhalten und links ausatmen; wiederum links einatmen, anhalten und rechts ausatmen. So entstehen drei Atemregelungen.
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P2-1178 · 29
Danach der Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen: Am Kopf „akṣobhyaṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Akṣobhya; am Mund „bṛhatīchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Bṛhatī; am Herzen „śrīmadekajaṭāyai namaḥ“ — Verehrung der herrlichen Ekajaṭā; am Mūlādhāra „hūṃ bījāya namaḥ“ — hūṃ, Verehrung dem Bīja; an den Füßen „phaṭ śaktaye namaḥ“ — phaṭ, Verehrung der Kraft; nachdem man die übrigen Laute ausgesprochen hat, am ganzen Körper „kīlakāya namaḥ“ — Verehrung dem Verschluss. So im Vīratantra: Ihr Seher ist Akṣobhya, das Versmaß wird als Bṛhatī erklärt; die Göttin Nīlasarasvatī wird in den drei Welten geheim gehalten. Hūṃ ist das Bīja; die Kraft des Mantras gewährt die Frucht der vier Lebensziele. [Die knappe letzte Zeile lässt die Abgrenzung von Bīja und Śakti offen.]
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P2-1179 · 30
Danach der im Kālītantra gelehrte Mātṛkā-Nyāsa. So heißt es: Wie Kālī, so Nīlā; nach dieser Folge lege man die Mātṛkā auf. So: Am Herzen „aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛ ṝṃ ḷṃ ḹṃ namaḥ“; am rechten Arm „eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ namaḥ“; am linken Arm „ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ namaḥ“; am rechten Unterschenkel „ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ namaḥ“; am linken Unterschenkel „maṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ namaḥ“. Namaḥ bedeutet jeweils Verehrung. [Das bindulose ṛ steht so in der Vorlage.]
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P2-1180 · 31
Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern: „hrāṃ akhilavāgrūpiṇyai aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — hrāṃ, derjenigen, deren Gestalt sämtliche Rede ist; Verehrung den Daumen. „hrīṃ akhaṇḍavāgrūpiṇyai tarjanībhyāṃ svāhā“ — hrīṃ, derjenigen, deren Gestalt ungeteilte Rede ist; svāhā den Zeigefingern. „hrūṃ brahmavāgrūpiṇyai madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ — hrūṃ, derjenigen, deren Gestalt Brahmās Rede ist; vaṣaṭ den Mittelfingern. „hraiṃ viṣṇuvāgrūpiṇyai anāmikābhyāṃ hūṃ“ — hraiṃ, derjenigen, deren Gestalt Viṣṇus Rede ist; hūṃ den Ringfingern. „hrauṃ rudravāgrūpiṇyai kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ — hrauṃ, derjenigen, deren Gestalt Rudras Rede ist; vauṣaṭ den kleinen Fingern. „hraḥ sarvavāgrūpiṇyai karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ — hraḥ, derjenigen, deren Gestalt sämtliche Rede ist; phaṭ den Handflächen und Handrücken. Ebenso am Herzen und den weiteren Stellen. Die Regel für die Finger wurde bereits erklärt. Dies gilt für die Nīlasarasvatī-Form. So hinsichtlich ihrer im Siddhasārasvata: Nach Akhilavāgrūpiṇī sage man „hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen; nach Vāgrūpiṇī „śirase“ und die Geliebte des Feuers — svāhā dem Kopf; nach Brahmavāgrūpiṇī „śikhāyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ dem Haarschopf; nach Viṣṇuvāgrūpiṇī „kavacāya hūṃ“ — hūṃ dem Schutzpanzer; nach Rudravāgrūpiṇī „netratrayāya vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den drei Augen; nach Sarvavāgrūpiṇī „astrāya phaṭ“ — phaṭ der Waffe.
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P2-1181 · 31ka
An das Bīja mit den sechs langen Vokalen füge man den Namen im Dativ an. Dies gilt für die Nīlasarasvatī-Form. Bei den anderen dagegen: „hrāṃ ekajaṭāyai aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — hrāṃ, Ekajaṭā; Verehrung den Daumen. „hrīṃ tāriṇyai tarjanībhyāṃ svāhā“ — hrīṃ, Tāriṇī; svāhā den Zeigefingern. „hrūṃ vajrodake madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ — hrūṃ, o Diamantwasser; vaṣaṭ den Mittelfingern. „hraiṃ ugrajaṭe anāmikābhyāṃ hūm“ — hraiṃ, o Wildflechtige; hūm den Ringfingern. „hrauṃ mahāpratisare kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ — hrauṃ, o Mahāpratisarā; vauṣaṭ den kleinen Fingern. „hraḥ piṅgograikajaṭe karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ — hraḥ, o mit der einen rötlichen, wilden Flechte; phaṭ den Handflächen und Handrücken. Ebenso am Herzen und den weiteren Stellen. So im Nīlatantra hinsichtlich Ekajaṭās: Nach dem Bīja und „ekajaṭāyai“ ist das Herz genannt; nach „tāriṇyai“ ebenso der Kopf, nach „vajrodake“ der Haarschopf, nach „ugrajaṭe“ der Schutzpanzer, nach „mahāpratisare“ und „piṅgograikajaṭe“ ebenso Augen und Waffe. An das Bīja mit den sechs langen Vokalen füge man den Namen im Dativ an. [Mehrere ausformulierte Namen stehen tatsächlich als Anreden statt im Dativ; beides bleibt nach der Quelle sichtbar.]
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P2-1182 · 32
Weil sie hier nicht genannt sind, wurden der Kultsitz-Nyāsa und der Mātṛkā-Nyāsa [in dieser Vorschrift] nicht ausgeschrieben. So im Phetkārīya: Der Verständige führe genau das hier Gesagte aus und füge nichts anderes hinzu. Danach ist von demjenigen, der Früchte begehrt, der sechsfache Tārā-Nyāsa auszuführen.
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P2-1183 · 33
Ich will den sechsfachen Tārā-Nyāsa erklären, der in allen Tantras geheim gehalten wird, der alle Hindernisse besänftigt und sämtliche Sünden vernichtet …
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P2-1184 · 34
… der große Armut besänftigt, sämtlichen Reichtum schenkt, stets alle Wünsche erfüllt und sämtliche Königsherrschaft verleiht.
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P2-1185 · 35
Einem Schüler, der hingebungsvoll, bescheiden, großherzig, freigebig, aus guter Familie und an reinem Verhalten erfreut ist …
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P2-1186 · 36
… einem solchen Sādhaka soll man ihn offenbaren, o Herrin der Götter.
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P2-1187 · 37
Andernfalls tritt Verlust der Vollkommenheit ein: So lautet die von Śaṅkara und den übrigen erlassene Anordnung.
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P2-1188 · 38
Der erste Nyāsa erfolgt mit den Rudras, der zweite gilt den Planeten, der dritte erfolgt mit den Weltenhütern, der vierte mit Śiva und Śakti, der fünfte mit Tārā und den übrigen; der sechste wird mit den Kultsitzen erklärt. Die Rudras sind als fünfzig, zusammen mit einem weiteren, angegeben.
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P2-1189 · 39
Der Verständige lege sie der Reihe nach mit den mit Bindu versehenen Mātṛkā-Lauten auf, mit den drei Bījas voran, den Namen im Dativ und namaḥ am Ende, o Herrin der Götter. Tāriṇī wird als dreisilbig erklärt und vernichtet die Bindung an das Werden. Sie ist blau, hat drei Augen, sitzt auf einem Leichnam, trägt vielfältigen Schmuck und Akṣobhya auf ihrem Scheitel. Nachdem man Tāriṇī so lange mit gesammeltem Geist meditiert hat …
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P2-1190 · 40
Nun der Rudra-Nyāsa: „hrīṃ stroṃ hrūṃ aṃ śrīkaṇṭheśāya namaḥ“ — Verehrung Śrīkaṇṭheśa. Mit dieser und den folgenden Formeln lege man die Mātṛkā auf. Danach jeweils hrīṃ strīṃ hūṃ voran, namaḥ am Ende: āṃ Ananteśa, iṃ Sūkṣmeśa, īṃ Trimūrtīśa, uṃ Amareśa, ūṃ Arghīśa, ṛṃ Bhārabhūtīśa, ṝṃ Atithīśa, ḷṃ Sthāṇukeśa, ḹṃ Hareśa, eṃ Jhiṇṭīśa, aiṃ Bhautikeśa, oṃ Sadyojāteśa, auṃ Anugraheśa, aṃ Akrūrareśa, aḥ Mahāseneśa, kaṃ Krodhīśa, khaṃ Caṇḍeśa, gaṃ Pañcāntakeśa, ghaṃ Śivottameśa, ṅaṃ Ekarudreśa, caṃ Kūrmeśa, chaṃ Ekanetreśa, jaṃ Caturānaneśa, jhaṃ Ajeśa, ñaṃ Sarveśa, ṭaṃ Someśa, ṭhaṃ Lāṅgalīśa, ḍaṃ Dārukeśa, ḍhaṃ Arddhanārīśvareśa, ṇaṃ Umākānteśa, taṃ Āṣāḍhīśa, thaṃ Daṇḍīśa, daṃ Adrīśa, dhaṃ Mīneśa, naṃ Meṣeśa, paṃ Lohiteśa, phaṃ Śikhīśa, baṃ Chagalaṇḍeśa, bhaṃ Dviraṇḍeśa, maṃ Mahākāleśa, yaṃ Bālīka, raṃ Bhujaṅgeśa, laṃ Pinākīśa, vaṃ Khaḍgīśa, śaṃ Vakeśa, yaṃ Śveteśa, saṃ Bhṛgvīśa, haṃ Nakulīśa, laṃ Śiveśa, kṣaṃ Saṃvartakeśa. Jede Formel bedeutet Verehrung dem genannten Rudra. Dies ist der Rudra-Nyāsa. [stroṃ/hrūṃ in der ersten Formel, yaṃ bei Śveteśa und die teilweise ungewöhnlichen Namensformen sind nach der Vorlage bewahrt.]
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P2-1191 · 41
Nun der Planeten-Nyāsa: Mit den Vokalen und den drei Lauten voran lege man den roten Arka auf das Herz. Zwischen die Brauen lege man den weißen Soma mit der a-/va-Gruppe [Vorlage „avagaṇa“ ist beschädigt]. Auf die drei Augen lege man mit der ka-Gruppe den roten Maṅgala. Im Herzbereich lege man mit der ca-Gruppe den dunklen Budha auf. In die Halsgrube den gelben Bṛhaspati mit der ṭa-Gruppe; im Halsbereich den blassweißen Śukra mit der ta-Gruppe. Am Nabel den blauen Śanaiścara mit der pa-Gruppe; danach am Gesicht den rauchfarbenen Rāhu mit der ya-Gruppe. Mit la und kṣa den rauchfarbenen Ketu am After, o Schönangesichtige.
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P2-1192 · 41 ka
Die Ausführung: Man meditiere die Sonne rot am Herzen und „hrīṃ strīṃ hūṃ“, die sechzehn mit aṃ beginnenden Vokale, „sūryāya namaḥ“ — Verehrung Sūrya. Zwischen den Brauen Soma weiß und „hrīṃ strīṃ hūṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ somāya namaḥ“ — Verehrung Soma. Auf den drei Augen Maṅgala rot und „hrīṃ strīṃ hūṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ maṅgalāya namaḥ“ — Verehrung Maṅgala. Im Herzbereich Budha dunkel und mit den drei Bījas die fünf mit caṃ beginnenden Laute, „budhāya namaḥ“ — Verehrung Budha. In der Halsgrube Bṛhaspati gelb, die drei Bījas und die fünf mit ṭaṃ beginnenden Laute, „bṛhaspataye namaḥ“. Im Halsbereich Śukra blassweiß, die drei Bījas und die fünf mit taṃ beginnenden Laute, „śukrāya namaḥ“. Am Nabel Śanaiścara blau, die drei Bījas und die fünf mit paṃ beginnenden Laute, „śanaiścarāya namaḥ“. Am Mund Rāhu rauchfarben, die drei Bījas und yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ, „rāhave namaḥ“. Am After Ketu rauchfarben, die drei Bījas und laṃ kṣaṃ, „ketave namaḥ“. Jede Formel bedeutet Verehrung dem genannten Planeten. Dies ist der Planeten-Nyāsa.
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P2-1193 · 42
Nun der Nyāsa der Weltenhüter: Indra, Agni, Yama, Rakṣas, Varuṇa, Pavana, Vibhu und Īśāna lege man auf dem eigenen Kopf in den acht Richtungen der Reihe nach auf; danach unten Ananta, oben Brahmā. Mit kurzen und langen Vokalen und den acht Lautgruppen, jeweils mit den drei Lauten voran. Gemeint ist: auf dem eigenen Kopf in den acht Richtungen sowie unten und oben. Die Ausführung, überall mit namaḥ am Ende: „hrīṃ strīṃ hūṃ aṃ āṃ“, die fünf mit kaṃ beginnenden Laute, „indrāya namaḥ“ — Verehrung Indra; mit denselben drei Bījas iṃ īṃ und den fünf mit caṃ beginnenden Lauten Agni; uṃ ūṃ und der ṭa-Gruppe Yama; ṛṃ ṝṃ und der ta-Gruppe Nairṛta; ḷṃ ḹṃ und der pa-Gruppe Varuṇa; eṃ aiṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ Vāyu; oṃ auṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ Kubera; aṃ aḥ laṃ kṣaṃ Īśāna; unten mit den drei Bījas Ananta; oben Brahmā. Dies ist der Weltenhüter-Nyāsa.
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P2-1194 · 43
Nun der Śiva-Śakti-Nyāsa: Brahmā, Viṣṇu, Rudra, Īśvara, Sadāśiva und danach Paraśiva, o Göttin: Diese werden als die sechs Śivas erklärt.
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P2-1195 · 44
Im Mūlādhāra lege man Brahmā zusammen mit Ḍākinī auf. Überall spreche man zuvor die dreisilbige [Vidyā] und die mit Bindu versehenen Laute von va bis sa.
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P2-1196 · 45
Im Svādhiṣṭhāna genannten Cakra ebenso Viṣṇu mit Rākiṇī. Nachdem man die Laute von va bis la aufgelegt hat, am Nabel im Maṇipūra …
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P2-1197 · 46
… Rudra und Lākinī, verbunden mit den Lauten von ḍa bis pha. Im Anāhata lege man Īśvara und Kākiṇī mit den Lauten von ka bis ṭha auf.
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P2-1198 · 47
Im großen Viśuddha genannten Cakra, verbunden mit den sechzehn Vokalen, lege man danach Sadāśiva und Śākinī wie zuvor auf.
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P2-1199 · 48
Im Ājñā-Cakra, o Herrin der Götter, lege man den höchsten Śiva in Brahman-Gestalt zusammen mit Hākinī und den Lauten ha und kṣa auf.
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P2-1200 · 49
Die Ausführung: Im Mūlādhāra „hrīṃ strīṃ hūṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ ḍākinīsahitabrahmaṇe namaḥ“ — Verehrung Brahmā zusammen mit Ḍākinī. Im Svādhiṣṭhāna mit denselben drei Bījas „vaṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ rākiṇīsahitaviṣṇave namaḥ“ — Verehrung Viṣṇu zusammen mit Rākiṇī. Im Maṇipūra mit den drei Bījas „ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ lākinīsahitarudrāya namaḥ“ — Verehrung Rudra zusammen mit Lākinī. Im Anāhata mit den drei Bījas „kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭaṃ ṭhaṃ kākinīsahiteśvarāya namaḥ“ — Verehrung Īśvara zusammen mit Kākiṇī. Im Viśuddha mit den drei Bījas und den sechzehn mit aṃ beginnenden Vokalen „śākinīsahitasadāśivāya namaḥ“ — Verehrung Sadāśiva zusammen mit Śākinī. Im Ājñā-Cakra mit den drei Bījas „haṃ kṣaṃ hākinīsahitaparaśivāya namaḥ“ — Verehrung Paraśiva zusammen mit Hākinī. Dies ist der Śiva-Śakti-Nyāsa. [Das wiederholte vaṃ im Svādhiṣṭhāna und ṭaṃ im Anāhata sind nach der Vorlage bewahrt.]
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P2-1201 · 50
Nun der Nyāsa von Tārā und den übrigen: Tārā, Ugrā, Mahogrā, Vajrā, Kālī, Sarasvatī, Kāmeśvarī und Cāmuṇḍā gelten als die acht Tāriṇīs. Ganz am Anfang spreche man die Laute Tāriṇīs, danach der Reihe nach die acht Gruppen, bei den Vokalen beginnend, geschmückt mit Bindu. Tārā und die übrigen lege man nach vorangehender Meditation mit Dativendung und namaḥ am Ende auf: an Brahmā-Öffnung, Stirn, zwischen den Brauen, Halsgrube, Herz, Nabel, Geschlecht und Ādhāra. Die Ausführung, jeweils hrīṃ strīṃ hūṃ voran und namaḥ am Ende: An der Brahmā-Öffnung die sechzehn mit aṃ beginnenden Vokale für Tārā; an der Stirn die fünf mit kaṃ beginnenden Laute für Ugrā; zwischen den Brauen die ca-Gruppe für Mahogrā; in der Halsgrube die ṭa-Gruppe für Vajrā; am Herzen die ta-Gruppe für Kālī; am Nabel die pa-Gruppe für Sarasvatī; am Geschlecht yaṃ raṃ laṃ vaṃ für Kāmeśvarī; am Mūlādhāra śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ für Cāmuṇḍā. Jede Formel bedeutet Verehrung der genannten Göttin. Dies ist der Nyāsa von Tārā und den übrigen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1202 · 51
Nun der Kultsitz-Nyāsa: Kāmarūpa im Mūlādhāra, Jālandhara am Herzen, der Pūrṇagiri genannte an der Stirn, Uḍḍīyāna darüber; Vārāṇasī zwischen den Brauen, Jvalantī auf den drei Augen, Māyāvatī am Umfang des Gesichts, danach Madhupurī am Hals; Ayodhyā am Nabel und Kāñcī an der Hüfte. Diese zehn Hauptkultsitze kennt man der Reihe nach. Mit den unterschiedenen kurzen und langen Vokalen und namaḥ am Ende lege man sie der Reihe nach auf. Die Ausführung, jeweils hrīṃ strīṃ hūṃ voran und „pīṭhāya namaḥ“ am Ende, Verehrung dem betreffenden Kultsitz: Im Mūlādhāra aṃ āṃ und die fünf mit kaṃ beginnenden Laute für Kāmarūpa; am Herzen iṃ īṃ caṃ für Jālandhara [die 5 fehlt in der Vorlage]; an der Stirn uṃ ūṃ und die ṭa-Gruppe für Pūrṇagiri; darüber ṛṃ ṝṃ und die ta-Gruppe für Uḍḍīyāna; zwischen den Brauen ḷṃ ḹṃ und die pa-Gruppe für Vārāṇasī; auf den drei Augen eṃ aiṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ für Jvalantī; am Gesichtsumfang oṃ auṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ für Māyāvatī; am Hals aṃ aḥ laṃ kṣaṃ für Madhupurī; am Nabel die drei Bījas für Ayodhyā; an der Hüfte die drei Bījas für Kāñcī.
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P2-1203 · 52
So ist der sechsfache [Nyāsa] Tārās erklärt, der sämtliche Vollkommenheiten gewährt. Durch die Gnade dieses Nyāsa [wird man] für sämtliche Wesen unerschütterlich, Akṣobhya.
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P2-1204 · 53
Damit endet der sechsfache Tārā-Nyāsa im Rudrayāmala. Eine andere Weise, im Kālītantra: Man schalte den Mantra dazwischen und lege die Mātṛkā sechsfach auf, vorwärts und rückwärts, o Schöngestaltige. Dies wird als sechsfacher Tārā-Nyāsa erklärt.
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P2-1205 · 54
Wird dieser vorzügliche Nyāsa vollzogen, vergeht jede Sünde. Man wird von den Yoginīs verehrt; [der folgende Wortlaut] „na devo sa tu mānuṣaḥ“ bedeutet wörtlich: Er ist kein Gott, sondern ein Mensch. [Diese Lesart steht in auffälliger Spannung zur umgebenden Verherrlichung und wird nicht still umgekehrt.]
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P2-1206 · 55
Wem die durch den sechsfachen [Nyāsa] umschlossenen Leiber ihre Verneigung darbringen, o Maheśānī, dessen Lebenszeit wird sofort kurz; die Gottheit zittert vor Furcht. In den Welten gibt es niemanden, den er verehren müsste [der Zusatz „pitṛmātṛmukhojjvalaḥ“, Vater, Mutter, Antlitz, strahlend, bleibt syntaktisch beschädigt].
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P2-1207 · 56
So wird in einem anderen Tantra gesagt: Bei der Schöpfungsfolge lege man [die Mātṛkā] mit Visarga auf, bei der Auflösungsfolge mit Bindu. Die mit ḍa beginnenden Laute lege man bei der Bewahrungsfolge mit Bindu und Visarga auf. [Die Vorlage liest ausdrücklich „ḍādyarṇān“; die Begrenzung auf diese Laute wird nicht erläutert.]
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P2-1208 · 57
Aus der Auflösung [folgt] die Beseitigung der Fehler [Vorlage „doḍasaṃhāra“ beschädigt], aus der Schöpfung [folgen] Kinder und Gedeihen. Aus der Bewahrung [folgt] der friedvolle Nyāsa. Deshalb gilt er als dreifach auszuführen.
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P2-1209 · 58
Dieser mit Auflösung endende Nyāsa ist für Maskarins und Vaikhānasas [Arten von Asketen] vorgeschrieben; der mit Bewahrung endende für Hausbewohner, der mit Schöpfung endende für Varṇins [hier vermutlich Schüler beziehungsweise keusch Lebende; Vorlage „varṇimām“]. So erklären sie es.
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P2-1210 · 59
Manche Lehrer sagen: Für einen Hausbewohner mit Entsagung gilt der mit Auflösung endende; für einen [„sahajānau“, beschädigt] Waldbewohner die Bewahrung, für Lernende die Schöpfung.
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P2-1211 · 60
Damit ist [der Nyāsa] in der Folge von Schöpfung, Bewahrung und Auflösung auszuführen. „Sechsfach“ bedeutet: Schöpfung, Bewahrung und die übrigen auch in umgekehrter Reihenfolge. Schöpfung geht von a bis kṣa; Bewahrung von ḍa bis ṭha; Auflösung von kṣa bis a. [Die Bewahrungsfolge ist so angegeben und nicht näher erläutert.]
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P2-1212 · 61
Nun ein anderer sechsfacher Nyāsa. So im Yāmala: Höre, o Göttin; ich will diesen geheimen sechsfachen [Nyāsa] erklären, o Liebe. Er darf nirgends öffentlich gemacht werden. Zur Reinigung des Leibes lege der Mantra-Kundige den Praṇava, umschlossen von Mātṛkā-Lauten, an den Mātṛkā-Stellen auf …
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P2-1213 · 62
… und den von eben diesem umschlossenen Laut an derselben Stelle, o Pārvatī. Ebenso ist das Māyā-Bīja sorgfältig aufzulegen, o Göttin.
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P2-1214 · 63
Ebenso lege man das Vadhū-Bīja mit völlig gesammeltem Geist auf; ebenso ist das Kūrca-Bīja vollständig aufzulegen, o Göttin.
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P2-1215 · 64
Nachdem man ebenso Astra aufgelegt hat, [lege man] unmittelbar danach den gesamten [Mantra auf]. Dies ist der geheime sechsfache [Nyāsa], o Göttin; er darf niemals öffentlich gemacht werden. Er muss unbedingt täglich ausgeführt werden; [ohne ihn gelten] weder Verehrung noch Wiederholung [als wirksam]. [Die letzte Einschränkung ist im Sanskrit nur elliptisch „na pūjā na japaḥ“ ausgedrückt.]
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P2-1216 · 65
Oder es ist der sechsfache Kālī-Nyāsa auszuführen. So im Yāmala: Zur Vollendung des Mantras Tāriṇīs ist stets der geheime sechsfache [Nyāsa] auszuführen oder der sechsfache Kālī-Nyāsa, o Göttin; [ohne ihn gelten] weder Verehrung noch Wiederholung [als wirksam].
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P2-1217 · 66
Dann spreche man den Grundmantra und lege drei den Körper durchdringende Nyāsas auf: vom Kopf bis zu den Füßen, von den Füßen bis zum Kopf und vom Herzen bis zum Mund. Oder man vollziehe den durchdringenden Nyāsa mit dem vom Praṇava umschlossenen Grundmantra siebenmal oder fünfmal. So im Phetkārīya: Nachdem man den Mantra mit oṃ umschlossen hat, lege man ihn als durchdringenden Nyāsa auf.
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P2-1218 · 67
Danach die Aufstellung des Arghya. So: Zu seiner Linken bilde man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Viereck, stelle dort ein Gefäß mit Untersatz auf und fülle es mit Wasser und den übrigen [Substanzen] unter Rezitation der Grund-Vidyā. Mit dem Wassermantra weihe man das Wasser, lege rotes Sandelholz, Bilva-Blätter und die übrigen [Gaben] hinein und lege an den Stellen Feuer, Īśāna, Asura, Wind, Mitte und den Richtungen des Arghya die sechs Glieder mit „hrīṃ akhilavāgrūpiṇyai hṛdayāya namaḥ“ — derjenigen, deren Gestalt sämtliche Rede ist; Verehrung dem Herzen — und den weiteren Formeln oder mit „hrāṃ ekajaṭāyai“ und den weiteren Formeln auf. Man bedecke das Arghya-Gefäß mit der Fisch-Mudrā und wiederhole den Grundmantra zehnmal. So im Kālītantra: Zehnmal wiederhole man die Vidyā zur Vollendung des Gottheitszustands. Dann schütze man es mit der Waffe, zeige Kuh- und Yoni-Mudrā, vergegenwärtige sich das Wasser als Lichtglanz, gieße etwas in das Sprenggefäß, besprenge sich selbst und die Verehrungsgeräte damit und beginne die Verehrung. Oder [dies erfolgt] nach der Reinigung der Elemente. So im Phetkārīya: Nachdem man die Reinigung der Elemente vollzogen hat, stelle man Arghya und die übrigen [Gefäße] auf. Dann vollziehe man Atemregelung und den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen. Danach bilde man die Blumenhandvoll und meditiere die Gottheit als vom eigenen Selbst nicht verschieden.
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P2-1219 · 68
So: Die höchste [Göttin] setzt in Pratyālīḍha-Haltung den Fuß auf das Herz des Leichnams und lacht laut und furchtbar. Ihre Arme halten Schwert, blauen Lotus, Schneidemesser und Schädelschale. Sie entsteht aus dem Bīja hūṃ, ist klein, blau, mit mächtigem rötlichem Flechtenknoten und einer Schlange versehen. Ugratārā selbst legt die Trägheit der drei Welten in die Schädelschale und vernichtet sie. [Der syntaktische Bezug der Farbwörter in der Haarbeschreibung ist im Vers knapp.]
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P2-1220 · 69
Nachdem man sie so vergegenwärtigt hat, meditiere man in der mit den Händen gebildeten Blumenhandvoll, vermischt mit Dūrvā-Gras, ungebrochenem Reis, roter Sandelpaste und wie Sonnenstrahlen roten Blumen, das Mātṛkā-Yantra. Vom Herzen aus bringe man die aus dem Lichtglanz des Grundmantras und aus reinem Erkenntnisbewusstsein bestehende [Göttin] durch das Durchbrechen der sechs Cakras zu Paramaśiva im Kelch des tausendblättrigen Lotus am Kopf. Mit der die Handlung begleitenden Aussprache lasse man sie in dessen Nektarozean ruhen. Vom Nektar durchdrungen und aus Bewusstseinswonne bestehend, bringe man sie durch die atmende Nasenöffnung hervor und rufe sie mit dem Grundmantra in die vorgestellte Gestalt herbei. So in einem anderen Tantra: Man bringe die Göttin auf dem Weg der Suṣumnā zur Brahmā-Öffnung, meditiere sie als durch die atmende Nasenöffnung austretend und in der eigenen Blumenhandvoll befindlich. Man lege sie auf die Blume und setze diese Blume auf das Bild oder die andere [Verehrungsgrundlage]. „oṃ deveśi bhaktisulabhe parivārasamanvite yāvat tvāṃ pūjayiṣyāmi tāvat tvaṃ susthirā bhava“ — O Herrin der Götter, durch Hingabe leicht erreichbar, mit Gefolge versehen: Solange ich dich verehre, bleibe fest gegenwärtig! Nachdem man Herbeirufung und die übrigen Handlungen in der zuvor genannten Folge vollzogen hat, zeige man die fünf Mudrās, bei Yoni beginnend, mit ihren Bījas. „Mit den Mudrās der Herbeirufung und der übrigen [Handlungen] zeige man die fünf Mudrās“, heißt es im Bhairavīya. Diese sind im Mudrā-Abschnitt nachzuschlagen.
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P2-1221 · 70
Nachdem man mit „āṃ hrīṃ kroṃ svāhā“ den Lebenshauch eingesetzt hat, spreche man den Grundmantra und „śrīmadekajaṭe vajrapuṣpaṃ pratīccha hūṃ phaṭ svāhā“ — O herrliche Ekajaṭā, empfange die Diamantblume! — und verehre mit sechzehn oder fünf Gaben. Die Ausführung: Zuerst der Grundmantra, dann dieser Mantra, dann „idaṃ dravyam amukadevatāyai namaḥ“ — Diese Substanz ist für die Gottheit [Name]; Verehrung! So im Phetkāriṇī: Nachdem man „śrīmadekajaṭe vajrapuṣpaṃ pratīccha“ gesprochen hat, beginne [der Abschluss] mit Tāra und ende mit der Gattin des Feuers; so vollziehe man die Verehrung. Tāra ist Kūrca; gemeint ist also der Beginn hūṃ phaṭ, endend mit svāhā. In einer alten Ritualordnung: „oṃ bhagavatyekajaṭe hrīṃ viśuddhadharmagātri sarvapāpāni śamaya sarvavikalpān apanaya hūṃ phaṭ svāhā pādyaṃ namaḥ“ — O erhabene Ekajaṭā, o deren Leib reine Wirklichkeit ist: Besänftige alle Sünden, entferne sämtliche gedanklichen Unterscheidungen! Fußwaschwasser, Verehrung. „oṃ tāriṇi hrīṃ idam ācamanīyaṃ svadhā“ — O Tāriṇī, dies ist Schlürfwasser, svadhā. „oṃ hrīṃ maṇidhari vajriṇi mahāpratisare idam arghyaṃ svāhā“ — O Juwelenträgerin, o Vajriṇī, o Mahāpratisarā, dies ist Arghya, svāhā. „oṃ hrīṃ kapālike madhuparkaḥ svadhā“ — O Schädelschalen-Trägerin, dies ist die Honigmischung, svadhā. „śrīmadekajaṭe idam ācamanīyaṃ sugandhijalaṃ namaḥ“ — O herrliche Ekajaṭā, dies ist wohlriechendes Schlürfwasser, Verehrung. Die Besonderheit bei Duft und Blumen: „oṃ paramānandasaurabhyaparipūrṇadigantaram gṛhāṇa paramaṃ gandhaṃ kṛpayā parameśvari“ — Nimm gnädig den höchsten Duft an, der die Enden der Himmelsrichtungen mit dem Wohlgeruch höchster Wonne erfüllt, o höchste Herrin! „śrīmadekajaṭe eṣa gandho namaḥ“ — O herrliche Ekajaṭā, dies ist Duft, Verehrung. Ebenso: „oṃ turīyavanasambhūtaṃ nānāguṇamanoharam ānandasaurabhaṃ puṣpaṃ gṛhyatāṃ parameśvari“ — Möge die im Wald des vierten Zustands entstandene Blume angenommen werden, reizvoll durch vielerlei Vorzüge und mit dem Wohlgeruch der Wonne, o höchste Herrin! Diese Formulierung ist von Vidyādharācārya gebilligt.
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P2-1222 · 70 ka
Im Tāriṇīnirṇaya: Praṇava, „bhagavatyekajaṭe“, danach Māyā, „viśuddhadharmagātri“, danach „sarvapāpāni śamaya sarvavikalpān apanaya“, hūṃ phaṭ und Śiras [Abschlussformel]. Dies ist der Fußwaschwasser-Mantra, o Göttin. Höre den Schlürfwasser-Mantra: Tāra, „vajriṇi“, Māyā. Tāra, danach Māyā, „maṇidhari vajriṇi mahāpratisare“ bilden den [Arghya-]Mantra. Māyā, „kapālike“ bilden den Mantra für die Honigmischung, o Herrin der Götter. Danach zeige man die Yoni-Mudrā und bitte: „devi ājñāpaya bhavatyāḥ parivārān pūjayāmi“ — O Göttin, erteile die Erlaubnis; ich verehre dein Gefolge. Dann verehre man die Umfassung. So: Auf den Staubfäden an Feuer, Īśāna, Asura, Wind, Mitte und den Richtungen die sechs Glieder: „hrāṃ ekajaṭāyai hṛdayāya namaḥ“ — Ekajaṭā, Verehrung dem Herzen; „hrīṃ tāriṇyai śirase svāhā“ — Tāriṇī, svāhā dem Kopf; „hūṃ vajrodake śikhāyai vaṣaṭ“ — o Diamantwasser, vaṣaṭ dem Haarschopf; „hraiṃ ugrajaṭe kavacāya huṃ“ — o Wildflechtige, huṃ dem Schutzpanzer; „hrauṃ mahāpratisare netratrayāya vauṣaṭ“ — o Mahāpratisarā, vauṣaṭ den drei Augen; in den vier Richtungen „hraḥ piṅgograikajaṭe astrāya phaṭ“ — o mit einer rötlichen, wilden Flechte, phaṭ der Waffe. Bei Nīlasarasvatī dagegen verehre man die sechs Glieder mit „hrīṃ akhilavāgrūpiṇyai hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf dem Scheitel der Göttin verehre man Akṣobhya mit „akṣobhya vajrapuṣpaṃ pratīccha hūṃ phaṭ svāhā“ — O Akṣobhya, empfange die Diamantblume! Danach verehre man nördlich des Kultsitzes vom Nordwesten bis zum Nordosten die Guru-Reihe. So: „ūrdhvakeśānandanātha vajrapuṣpaṃ pratīccha hūṃ phaṭ svāhā“ — O Ūrdhvakeśānandanātha, empfange die Diamantblume! So im Phetkārīya: Mit „vajrapuṣpaṃ pratīccha hūṃ phaṭ svāhā“ ist es ein einziger Mantra, allein der Name ist verschieden, ohne Zweifel. Mit diesem Mantra verehre man das ganze Gefolge. Ebenso verehre man Vyomakeśānandanātha, Nīlakaṇṭhānandanātha und Vṛṣadhvajānandanātha; dies ist der göttliche Strom. Vasiṣṭhānandanātha, Kūrmanāthānandanātha, Mīnanāthānandanātha, Maheśvarānandanātha und Harināthānandanātha verehre man; dies ist der Strom der Vollendeten. Ebenso Tārāvatyambā, Bhānumatyambā, Jayāmbā, Vidyāmbā, Mahodaryambā, Sukhānandanātha, Parānandanātha, Pārijātānandanātha, Kuleśvarānandanātha, Virūpākṣānandanātha und Pheravyambā; dies ist der menschliche Strom.
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P2-1223 · 70 kha
So im Tārātantra: Nun werde ich die Tārā-Gurus erklären, die sichtbare und unsichtbare Früchte gewähren: Ūrdhvakeśa, Vyomakeśa, Nīlakaṇṭha und Vṛṣadhvaja bilden den Vollkommenheit gewährenden göttlichen Strom, mein Kind. Höre wahrheitsgemäß den Strom der Vollendeten: Vasiṣṭha, Kūrmanātha, Mīnanātha, Maheśvara und Harinātha. Höre den menschlichen Strom; ich erkläre seine Gurus: Tārāvatī, Bhānumatī, Jayā, Vidyā, Mahodarī, Sukhānanda, Parānanda, Pārijāta, Kuleśvara, Virūpākṣa und Pherava. So ist Tāriṇīs Kula erklärt. Die Gurus, deren Namen auf Ānandanātha enden, gewähren sämtliche Vollkommenheiten. Die Frauen in Guru-Gestalt werden mit der Endung Ambā bezeichnet. Wenn man dazu nicht fähig ist, verehre man allein Akṣobhya. Denn im Phetkārīya spricht die Göttin: Man muss unbedingt den Gott auf meinem Scheitel verehren. Danach auf den Blütenblättern, im Osten beginnend: Mahākālī, Rudrāṇī, Umā, Bhīmā, Ghorā, Bhrāmarī, als siebte Mahārātri und als achte Bhairavī. Diese Yoginīs verehre man. Danach auf den vier Blättern, im Osten beginnend, gegen den Uhrzeigersinn Vairocana, Śaṅkhapāṇḍava, Padmanābha und Asitābha [die Prosa verbindet die Namen anders als das folgende Zitat]. Auf den Eckblättern, im Südosten beginnend, Nāmaka, Māmaka, Pāṇḍava und Tāraka. An den vier Toren, im Osten beginnend, gegen den Uhrzeigersinn Padmāntaka, Yamāntaka, Vighnāntaka und Narāntaka mit „vajrapuṣpa“ und den weiteren Worten. So im Siddhasārasvata: Vairocana, Śaṅkha, Pāṇḍava, Padmanābha und Asitābha verehre der Mantra-Kundige in den Richtungen auf den vier Blättern, bei Indras Richtung beginnend. Nāmaka, Māmaka, Pāṇḍava und Tāraka verehre man mit ihren eigenen Mantras der Reihe nach in den vier Ecken, bei der Feuerecke beginnend. Im Nīlatantra: Die Gliedergottheiten verehre man gegen den Uhrzeigersinn, ebenso von den östlichen Toren an Padmāntaka und Yamāntaka; nachdem man Vighnāntaka verehrt hat, verehre man Narakāntaka. [Die Fünferliste für vier Blätter und Narakāntaka statt Narāntaka stehen so im Zitat.]
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P2-1224 · 71
Danach die Bali-Gabe. So im Phetkārīya: Am Ende der Verehrung und vor dem Essen lasse man mit dem Mantra Bali darbringen.
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P2-1225 · 72
Die Reihenfolge: Zu seiner Linken bilde man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und Viereck, verehre es mit Blumen, stelle dort ein Gefäß mit Untersatz und den vorgeschriebenen Bali-Substanzen auf und halte es mit linkem Daumen und Ringfinger. Man rezitiere dreimal „oṃ hrīṃ ekajaṭe mahāyakṣādhipataye mayopanītaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa gṛhṇāpaya gṛhṇāpaya mama sarvaśāntiṃ kuru kuru paravidyām ākṛṣyākṛṣya truṭa truṭa chindhi chindhi sarvajagadvaśamānaya hrīṃ svāhā“ — O Ekajaṭā, für den großen Herrn der Yakṣas: Nimm, nimm das von mir herbeigebrachte Bali; lass es annehmen, lass es annehmen; bewirke, bewirke mir umfassenden Frieden; ziehe, ziehe die fremde Vidyā herbei; zerreiße, zerreiße; schneide, schneide; bringe die ganze Welt unter meinen Willen! — und gebe das Bali.
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P2-1226 · 74
So im Matsyasūkta: Nachdem man so verehrt hat, zeichne man links ein durchdringendes Maṇḍala, verehre es mit Blumen und stelle dort ein Gefäß auf. Der beste Sādhaka lege die Substanz hinein und gebe sorgfältig mit Daumen und Ringfinger das Bali. So im Siddhasārasvata: Zuerst Praṇava, unmittelbar danach Hṛllekhā; nach „ekajaṭe“ das Wort „mahā“, „yakṣādhipataye“, danach „mayopanītaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa“. Nachdem man zweimal „gṛhṇāpaya“ gesprochen hat, „mama sarvaśāntiṃ kuru kuru“, unmittelbar danach „paravidyām“, zweimal „ākṛṣya“, zweimal „truṭa“ und „chindhi“, danach „sarvajagadvaśamānaya“. Mit Māyā und svāhā verbunden gilt dies als Mantra bei der Bali-Vorschrift. Sein Wortteil ist: O Ekajaṭā, für den großen Yakṣa-Herrn, nimm, nimm mein Bali; lass es annehmen, lass es annehmen; bewirke, bewirke mir allen Frieden; ziehe, ziehe die fremde Vidyā herbei; zerreiße, zerreiße; schneide, schneide; bringe die ganze Welt unter meinen Willen! Danach wiederhole man mit der geheimen Gebetskette laut, flüsternd oder geistig 1.008-mal oder hundertmal. So heißt es: Solange man lebt, sind 108 Wiederholungen auszuführen; oder bei der täglichen Verehrung wiederhole man tausendmal, o Göttin. Ist man nicht dazu fähig, wiederhole man nicht weniger als zwanzigmal. So: Tausend, hundert oder zwanzig Wiederholungen mit der geheimen Gebetskette.
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P2-1227 · 75
Das Geheimnis der Wiederholung: In Mūlādhāra, Svādhiṣṭhāna und Maṇipūra vergegenwärtige man sich der Reihe nach die Ausbreitung der drei Bījas, strahlend wie Millionen Blitze und miteinander durchflochten. Phaṭ, aus sämtlichem Lichtglanz bestehend und Ruhe verkörpernd, meditiere man im Herzen und spreche [den Mantra]. So im Nīlatantra: Ich erkläre die Mantra-Meditation, die durch Wiederholung Allwissenheit gewährt. Durch Mantra-Meditation wird sogar ein Brahmanenmörder gereinigt, o Maheśānī. Im Wurzel-Cakra [meditiere man] Hṛllekhā, strahlend wie Millionen Sonnen. Im Svādhiṣṭhāna vergegenwärtige man sich das zweite [Bīja] gelb. Am Nabel das Kūrca-Bīja, einer Wolke gleich und überaus strahlend; das Waffen-Bīja meditiere man im Herzen, mit dem Glanz des Weltende-Feuers. Von der Wurzel bis zur Brahmā-Öffnung vergegenwärtige man sich die ganze Vidyā, Millionen Sonnen gleich, wie sie zuvor von den Yogins geschaut wurde. Nachdem man so nach Vermögen wiederholt hat, beende man die Handlungen von der Übergabe der Wiederholung bis zur Entlassung.
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P2-1228 · 76
Die Reihenfolge der Übergabe der Wiederholung steht im Phetkārīya: Danach übergebe der Verständige die Mantra-Wiederholung mit Arghya-Wasser in die linke Hand der Göttin, mit den Mantras „guhyātiguhya“ [überaus geheim] und den weiteren.
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P2-1229 · 77
Die vorbereitende Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen. So heißt es: Nachdem man so verfahren hat, wiederhole man 100.000-mal mit ungeteilter Aufmerksamkeit, Opferkost essend. Ebenso: Man nehme die geheime Gebetskette und wiederhole stets 100.000-mal.
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P2-1230 · 78
Die geheime Gebetskette: Mit der Mahāśaṅkha genannten Gebetskette wird die Vollendung unvermittelt bewirkt. Eine aus fünfzig Perlen gefertigte Kette gewährt sämtliche Vollkommenheiten. Ebenso: Die Vollendung wird vom Geliebten mit der Mahāśaṅkha genannten Kette bewirkt. Fehlt Mahāśaṅkha, soll eine Bergkristallkette verwendet werden. So heißt es: Wenn man zu Mahāśaṅkha nicht fähig ist, wiederhole man mit einer Bergkristallkette.
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P2-1231 · 79
Mahāśaṅkha wird in einem anderen Tantra erklärt: Eine Gebetskette aus Stücken menschlichen Stirnknochens ist die Mahāśaṅkha-Kette, beliebt bei der Wiederholung der Tārā-Vidyā. Der Knochen zwischen Ohr und Auge heißt Mahāśaṅkha. Man muss wissen, dass er Tulsi, Kuhdung und Gaṅgā-Wasser sowie Śālagrāma-Steine und die übrigen [heiligen Gegenstände] nicht berühren darf. Bei den Tārā-Mantras ist die Kenntnis der Kullukā notwendig. So im Matsyasūkta: Ein Mensch, der den großen Mantra wiederholt, ohne Kullukā zu kennen, stirbt oder wird wahnsinnig.
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P2-1232 · 80
Im Māyātantra: Man schreibe die Kullukā auf Birkenrinde und trage sie am Kopf. Am Königshof und in der Versammlung wird man gewiss siegreich.
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P2-1233 · 81
Nachdem man so nach der gegebenen Vorschrift wiederholt hat, opfere man ein Zehntel davon. Trankspende, Begießung und Brahmanenspeisung [erfolgen jeweils] mit einem Zehntel [der vorangehenden Zahl].
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P2-1234 · 82
Man sättige die höchste Göttin; die Weise wird hier erklärt.
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P2-1235 · 83
So im Siddhasārasvata: Nachdem man zuerst so die Wiederholung vollzogen hat, opfere der Mantra-Kundige ein Zehntel mit dunklen Lotussen, die mit zerlassener Butter bestrichen sind; ein Zehntel davon [diene] der Trankspende.
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P2-1236 · 84
Ebendort: Nachdem man zuerst so die Wiederholung vollzogen hat, opfere der Mantra-Kundige ein Zehntel mit dunklen Lotussen, die mit zerlassener Butter bestrichen sind, oder danach mit Bilva[-Blättern beziehungsweise Früchten; hier nicht unterschieden]. Mit reinem Duftwasser, versehen mit schwarzer Aloe-Flüssigkeit, sättige man die höchste Göttin. Die Weise wird hier erklärt.
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P2-1237 · 85
Man rufe sie vorschriftsmäßig ins Wasser herbei, sättige die Göttin mit Fußwaschwasser und den weiteren Gaben, die aus Wasser bestehen, und ihr Gefolge jeweils gesondert nach Vorschrift.
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P2-1238 · 86
Die Begießung: Der beste Sādhaka verehre sich selbst mit dem Bewusstsein, die Göttin zu sein, und gieße mit „vāriṇīṃ siñcayāmi“ — Ich begieße Vāriṇī [so die Vorlage; vermutlich die Wassergestalt der Göttin] — Wasser auf den Kopf.
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P2-1239 · 87
Nun die Mantra-Formen. Im Ekavīrākalpa: Man schreibe khaṃ mit Kūrca, Raudra und Traiguṇya, danach Vidhi, Viṣṇu und Maheśa mit ihrer jeweiligen Kraft der Reihe nach. Diese große Vidyā gilt als sämtliche Vollkommenheiten gewährend. Seine Bedeutung: Khaṃ ist der Laut kha selbst, nicht das Raum-Bīja. Denn im Tantra heißt es: Man leite das Ṛddhi genannte [Bīja] ab, geschmückt mit Bindu und Nāda. Raudra ist Prāsāda; Traiguṇya ist Praṇava; Vidhis Kraft ist Vāgbhava, Viṣṇus Kraft das Ramā-Bīja und Maheśas Kraft das Bhuvaneśī-Bīja. Die Art der Meditation und Verehrung ist wie zuvor bei Tāriṇī.
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P2-1240 · 88
Praṇava, Bhuvaneśvarī, hāṃ, Kūrca-Bīja, „namas tārāyai sakaladustaraṃ tāraya tāraya“, das Praṇava-Paar und die Gattin des Feuers: Verehrung Tārā; führe, führe über alles schwer Überwindbare hinweg! So im Nīlatantra: Zuerst leite man Praṇava ab, danach Hṛllekhā, Raum mit Śeṣa und geschmückt mit Bindu und Nāda; Kūrca-Bīja, Hṛdaya und „tārāyai“; danach „sakaladustaraṃ tāraya tāraya“, das Tāra-Paar und die Gattin des Feuers. Dieser Mantra ist ein göttlicher Wunschbaum. Meditation, Verehrung und alles Weitere vollziehe man wie zuvor.
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P2-1241 · 89
Sein Puraścaraṇa besteht aus 400.000 Mantrawiederholungen. Dort heißt es: „Durch 400.000 Wiederholungen ihres Mantras entstehen die acht Vollkommenheiten.“
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P2-1242 · 90
Im Māyātantra: Der erhabene Herr sprach: „Tārā, Ugrā, Mahogrā, Vajrā, Kālī, Sarasvatī, Kāmeśvarī und Bhadrakālī: Diese acht gelten als Formen der rettenden Göttin Tāriṇī.“
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P2-1243 · 91
Er nennt ihre Mantras: „Der Lebenslose, verbunden mit dem heißen Laut und dem Nigama-Vokal, versehen mit Nāda und Bindu und mit dem Strahl der Wirklichkeit; ferner Kapila am linken Ohr, reich an Nāda und von Bindu gekrönt; sodann der Abschluss von Pārśva, der Abschluss von Ña und der Abschluss von Śara: So wird es angegeben.“ [Verschlüsselte Lautanweisung; die folgende Prosa erläutert die Bezeichnungen.]
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P2-1244 · 92
„Für das zweite Mantra wird Māyā an die mittlere beziehungsweise erste Stelle und Kavaca eingesetzt.“ [Die knappe Lesart wird durch die folgende Erklärung präzisiert.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1245 · 93
„Die Umkehrung ist als die dritte Form zu verstehen; die mit Kūrca beginnende als die vierte.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1246 · 94
„Die mit Māyā beginnende und mit Kavaca endende wird als die fünfte bezeichnet.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1247 · 95
„Die mit Māyā in der Mitte ist die sechste; die mit dem zweiten [Bīja] am Ende die siebte.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1248 · 96
„Die achte hat Kavaca in der Mitte. So ergibt sich die achtfache Verschiedenheit des einen [Mantras].“
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P2-1249 · 97
Die Bedeutung lautet: Der heiße Laut ist Repha, also r; der Lebenslose ist ha; der Nigama-Vokal ist ī. Der Strahl der Wirklichkeit ist das Vadhū-Bīja. Kapila ist ha. Pārśva ist pa; dessen Abschluss ist pha. Der Abschluss von ña ist ṭa. Der Abschluss von Śara bedeutet, dass das Mantra mit phaṭ endet. Damit ist das fünfsilbige Mantra die Grundform. „In der Mitte beziehungsweise am Anfang“ bedeutet: Vadhū, Māyā, Kūrca, phaṭ. „Umgekehrt“ meint hier die Vertauschung des ersten und letzten Bīja; daraus folgt: Kūrca, Vadhū, Māyā, phaṭ. „Kūrca“ bedeutet: Kūrca, Māyā, Vadhū, phaṭ. „Mit Māyā beginnend“ bedeutet: Māyā, Vadhū, phaṭ, Kūrca. „Māyā“ bedeutet: Vadhū, Māyā, phaṭ, Kūrca. „Das zweite“ bedeutet: Māyā, Kūrca, Vadhū, phaṭ. „Das achte“ bedeutet: Vadhū, Kūrca, Māyā, phaṭ. [Die Bīja-Namen bezeichnen hier Mantralaute, keine gewöhnlichen Wörter.]
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P2-1250 · 98
„Der Seher soll Aṣṭaka sein, das Versmaß Anuṣṭubh und die Gottheit Śambhus Gemahlin. O Maheśānī, man verwende [das Mantra] für die vier Lebensziele.“
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P2-1251 · 99
„Auf dem so beschriebenen Weg soll man das Mantra kālalakṣa-mal wiederholen.“ [Die Mengenangabe kālalakṣa ist in dieser Lesart nicht eindeutig; lakṣa bezeichnet 100.000.]
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P2-1252 · 100
„Meditation, Verehrung und alles Weitere soll man vollständig wie zuvor ausführen.“
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P2-1253 · 2
„Dies ist eine Abwandlung des dreisilbigen [Mantras]. Wo phaṭ und [ein weiterer Abschluss] fehlen, gilt es beim Japa als dreisilbig; im Nyāsa wird das Ganze eingesetzt.“ [Die Lesart phaṭau ist unklar.] Ein anderes Mantra: Praṇava, tāre, tu tāre, tattā und die Geliebte des Feuers. Im Gāndharva heißt es: „Zuerst nehme man Praṇava, dann tāre, tu tāre und tattā svāhā. Dieses Mantra wird als zehnsilbig bezeichnet.“ [tattā ist die überlieferte Lautfolge.]
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P2-1254 · 3
Ihre Meditation im Svatantratantra: „Man vergegenwärtige sich die dunkel gefärbte Göttin mit drei Augen und zwei Armen, die eine Segensgeste und einen Lotus zeigt beziehungsweise hält. Sie ist von Śaktis verschiedener Farben und vielfältiger Gestalten umgeben. Ihr Gesicht lächelt; sie trägt strahlenden Perlenschmuck. Ihre beiden Lotusfüße ruhen auf edelsteinbesetzten Sandalen.“
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P2-1255 · 4
Ihre Verehrung und alles Weitere sind wie zuvor auszuführen. Das Puraścaraṇa umfasst 1.000.000 Wiederholungen. Dort heißt es: „Der Verständige soll unter Einhaltung der Regeln, wie vorgeschrieben, je Mantrasilbe 100.000 Wiederholungen vollziehen. Der Mantrakundige soll ein Zehntel dieser Zahl als Feueropfer mit roten, in Ghee getränkten Blumen darbringen.“
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P2-1256 · 5
Vāgbhava, Bhuvaneśānī, Praṇava, erneut Vāgbhava, Bhuvaneśvarī, phaṭ, svāhā. Im Mātṛkārṇava heißt es: „Vāgbhava, die Familiengöttin, Tāraka, wiederum Vāgbhava, Hṛllekhā, sodann das Waffenmantra und am Schluss die Gemahlin des Feuers: Dies ist das Mantra. Es wird als das unübertreffliche achtsilbige Mantra der Mutter der Veden bezeichnet.“ [Die genannten Namen stehen für Bīja-Laute; die letzte Bezeichnung bedeutet svāhā.]
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P2-1257 · 6
„Die fünf Glieder dieses Mantras soll man mit den fünf Bījas bilden. Hat man die übrigen Silben als Waffen-Nyāsa eingesetzt, so hat der Mensch seine Aufgabe erfüllt. Meditation, Verehrung und alles Weitere soll man wie zuvor durchführen.“
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P2-1258 · 7
Im Matsyasūkta: „Man nehme zuerst Praṇava, sodann zweimal padme; darauf spreche man mahāpadme, padma, dann das Wort padmāvati und māye svāhā. Dieses Mantra wird als siebzehnsilbig angegeben.“ [Die Anrufungen bedeuten: O Lotus, o großer Lotus, o Lotusreiche, o Māyā; die überlieferte Lautfolge bleibt für das Mantra maßgeblich.]
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P2-1259 · 8
„Sie wurde wie zuvor beschrieben. Wer ihr Mantra um Mitternacht an einer Kreuzung von vier Wegen wiederholt, wird ein außerordentlicher Dichter.“ [adruta ist offenbar eine beschädigte Lesart für adbhuta.]
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P2-1260 · 9
Haṃsaḥ, Praṇava, Māyā, Vadhū-Bīja, Kūrca-Bīja, haṃsaḥ. Im Svacchandasaṃgraha heißt es: „O Maheśānī, das Śiva-Bīja, danach das Śakti-Bīja, verbunden mit Bindu und Visarga; darunter der Reihenfolge nach der Anfang der Veden, Māyā, Strī und das Varga-Bīja; am Ende wird das Haṃsa-Bīja genannt. Diese achtsilbige Vidyā wurde verkündet; sie ist auf Erden schwer zu erlangen.“ [Die Prosa gibt die einzusetzende Lautfolge an.]
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P2-1261 · 10
„Auch die fünfsilbige Vidyā, die am Anfang und Ende Haṃsa trägt und großes Gedeihen bewirkt, wurde allein durch deine Gnade und aus Liebe zu dir verkündet.“ [Im Text steht hiṃsa statt haṃsa.] Japa, Verehrung und die weiteren Handlungen für diese beiden soll man wie beim fünfsilbigen Mantra ausführen.
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P2-1262 · 11
In einem anderen Tantra: „Zweimal Lajjā, das Vadhū-Bīja und danach das lange Tanucchada: So wird ein anderes, viersilbiges Sarasvatī-Mantra angegeben. Fügt man am Ende phaṭ hinzu, wird es zu einem fünfsilbigen Mantra.“ [Tanucchada, die Körperhülle, ist hier eine verschlüsselte Bīja-Bezeichnung.]
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P2-1263 · 12
Ferner: „Die Bījas Tārā, Śakti und Vadhū; am Ende das lange Tanucchada, die Waffe und zum Abschluss die Gemahlin des Feuers: So entsteht ein siebensilbiges Mantra.“ Dies wird für die Mantras im Allgemeinen angegeben. Ferner gibt es ein weiteres, dreisilbiges [Mantra]: das Vadhū-Bīja, umschlossen vom langen Varma-Bīja. [guṇa wird hier als Zahlwort für drei verstanden; die knappe Schlussprosa ist nicht völlig eindeutig.]
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P2-1264 · 13
Geheimes Puraścaraṇa. Es heißt: „O Gott, nenne mir auch das Puraścaraṇa für die Unvermögenden!“ „Oder es wird ein Puraścaraṇa auf andere Weise beschrieben.“
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P2-1265 · 14
„Man besorge an einem Dienstag oder Samstag einen menschlichen Schädel, behandle ihn mit den fünf Erzeugnissen der Kuh und besonders mit Sandelholz und Ähnlichem und lege ihn in einem Hain oder Wald eine halbe Elle tief in die Erde.“
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P2-1266 · 15
„Wenn der Mantrakundige dort in der Nacht desselben Tages allein das Mantra tausendmal ordnungsgemäß wiederholt, wird er einem wunscherfüllenden Baum gleich.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1267 · 16
„Oder das Puraścaraṇa wird auf andere Weise vorgenommen: Man bringe an jenem Wochentag einen Leichnam herbei und vergrabe ihn dort. Von diesem Tag bis zum gleichen [Wochentag] wiederhole man [das Mantra täglich] 108-mal. Man wird Herr über sämtliche Vollkommenheiten; daran soll kein Zweifel bestehen.“ [tenaiva parikhanyate ist grammatisch beschädigt; die genaue Art des Vergrabens bleibt unklar.]
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P2-1268 · 17
„Oder das Puraścaraṇa wird auf andere Weise vorgenommen: Am achten oder vierzehnten Mondtag in beiden Monatshälften beginne man beim Sonnenaufgang und wiederhole [das Mantra] bis zum nächsten Sonnenaufgang. Wer so furchtlos Japa vollzieht, wird Herr über sämtliche Vollkommenheiten.“ [aṣṭamyākṣa ist eine beschädigte Lesart.]
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P2-1269 · 18
„Oder das Puraścaraṇa wird auf andere Weise vorgenommen: Besonders im Herbst, vom vierten bis zum neunten Mondtag, verehre man [die Göttin] voller Hingabe und wiederhole in jeder dieser Nächte das Mantra tausendmal, allein an einem abgeschiedenen Ort, in einem völlig dunklen Raum. Vom achten bis zum Ende des neunten Mondtages halte man Fasten.“
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P2-1270 · 19
Im Muṇḍamālatantra: „Vom achten Mondtag der dunklen Monatshälfte bis zum nächsten achten Mondtag der dunklen Hälfte gilt die jeweils tausendfache Mantrawiederholung als Puraścaraṇa.“
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P2-1271 · 20
„Beginnend am vierzehnten Mondtag der dunklen Hälfte, bis zum neunten Mondtag des großen Festes, soll man besonders in den Nächten des achten und neunten Tages die Verehrung ausführen.“
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P2-1272 · 21
„Am zehnten Tag soll man das Fasten mit Fisch, Fleisch und weiteren Speisen brechen. Täglich wiederhole man [das Mantra] sechstausendmal, ganz von hingebungsvoller Gesinnung erfüllt.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1273 · 22
„O Maheśānī, vom vierzehnten Mondtag bis zum nächsten vierzehnten Tag wird das während dieser Zeit vollzogene Japa als Puraścaraṇa anerkannt. Schon durch die Mantrawiederholung allein erlangen die Mantras Wirksamkeit.“
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P2-1274 · 23
„O Maheśānī, wenn man beim Sonnenaufgang beginnt und bis zum Sonnenuntergang Japa vollzieht, gilt dies als Puraścaraṇa.“
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Vīra- und Śava-Sādhana
P2-1275 · 24
Nun die Vīra-Sādhana, die Praxis des Helden. Im Vīratantra heißt es: „Am achten und vierzehnten Mondtag beider Monatshälften, besonders in der dunklen Hälfte, soll man die Vīra-Sādhana ausführen.“
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P2-1276 · 25
„Wenn eineinhalb Praharas der Nacht vergangen sind, o Schönheit unter den Göttern, bringe man einen Leichnam oder begebe sich nach Belieben zu einem Scheiterhaufen. Der Mantrakundige soll, ganz auf Mantra und Meditation ausgerichtet, die Praxis zu seinem eigenen Heil vollziehen.“ [Die Zeitangabe der überlieferten Zeile ist syntaktisch unregelmäßig.]
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P2-1277 · 26
„Man soll keine Angst haben und dort das Lachen vermeiden. Man soll nicht in die vierzehn [Richtungen?] blicken, sondern ausschließlich das Mantra üben.“ [caturdaśiṃ ist unklar; eine sichere Übersetzung der Blickanweisung ist nicht möglich.]
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P2-1278 · 27
Nun die Gegenstände der Verehrung: „Gekochte Speise mit Fleisch, Rohzucker, einen Ziegenbock, alkoholisches Getränk, Milchreis, Gebäck, verschiedenartige Früchte und Opferspeisen, entsprechend der jeweiligen Ritualvorschrift zubereitet.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1279 · 28
„Man bringe sie zum [Ritualplatz] und führe die Praxis selbst furchtlos aus, begleitet von Freunden, die Waffen in den Händen tragen und mit ruhigen, ausgeglichenen Eigenschaften ausgestattet sind.“ [cintāsthāna und samāmaguṇa sind beschädigte oder unklare Lesarten.]
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P2-1280 · 29
So auch im Yoginīhṛdaya: „Für das Bali-Opfer: Speise mit Fleisch, Rohzucker, einen Ziegenbock, Honig, Gebäck, süßen Milchreis, Milch, Wurzeln und Früchte.“
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P2-1281 · 30
„Man bereite das Bali in sieben Gefäßen: Vier Gefäße stelle man in die vier Himmelsrichtungen, die übrigen drei stets in die Mitte, unter Verwendung des folgenden Mantras. Den Guru, einen Bruder, pflichttreue Brahmanen oder andere Personen lasse man zum Schutz in einiger Entfernung Platz nehmen.“
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P2-1282 · 31
Die Beschaffenheit des Scheiterhaufens. Es heißt: „Man nehme einen Scheiterhaufen, der nicht durch Bestattungsriten geweiht ist, keinen, der durch solche Riten geweiht wurde. Ein bei Caṇḍālas und ähnlichen Gruppen vorgefundener verleiht rasche Vollkommenheit.“
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P2-1283 · 32
Nun die Eigenschaften des zur Praxis Befähigten: „Er besitzt große Kraft, große Einsicht und großen Mut; er ist rein, von großer innerer Klarheit, mitfühlend und dem Wohl aller Wesen zugewandt.“
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P2-1284 · 33
Dann bereite man das allgemeine Arghya und fasse, nach dem Aussprechen der Segensformeln, den rituellen Entschluss: „Oṃ, heute … Ich, Śrī [Name] Devaśarman aus dem Geschlecht [Name], begehre die Vollkommenheit des Mantras [Name] und werde die Praxis auf dem Verbrennungsplatz ausführen.“ Nach diesem Entschluss schmücke man sich mit Kleidung, Zierat, Schmuck und weiteren Dingen und wende sich nach Osten. Mit dem Grundmantra, das durch das Waffenmantra abgeschlossen wird, besprenge man die Opferstätte; gemeint ist das Grundmantra mit phaṭ am Ende. „Man meditiere über den Staub von den Füßen des Gurus, über Gaṇeśa, Vaṭuka, die Yoginī und die Mātṛkā, mit dem linken Fuß voran.“ Ferner: Nachdem man Gaṇeśa und die übrigen verehrt hat, schütze man sich mit dem Waffenmantra. „Der Mantrakundige soll sich selbst durch das Waffenmantra Schutz verleihen.“ Dann werfe man drei Hände voll Blumen auf den Scheiterhaufen. Im [Vāra-/Vīra-]Tantra heißt es: „Die hier weilenden Götter, die furchtbaren Rākṣasas, Piśācas, Siddhis, Yakṣas, die Scharen der Gandharvas und Apsaras, die Yoginīs, Mütter, Geister und sämtliche im Luftraum wandelnden Frauen: Sie mögen hier Vollkommenheit verleihen und meine Beschützer sein!“ Nachdem man sich mit diesem Mantra verneigt hat, werfe man drei Hände voll Blumen hin. [siddhayo ist die überlieferte Lesart; der Titel des zitierten Tantras schwankt im Text.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1285 · 34
„Danach verehre man den Herrn des Verbrennungsplatzes, Bhairava, Kālabhairava und Mahākāla in den vier Richtungen, beginnend mit Osten. Nach dem Śabda-Bīja spreche man śmaśānādhipa, dann imam und sāmiṣānnabaliṃ gṛhṇa; danach gṛhṇa und zweimal gṛhṇāpaya, dann vighnanivāraṇaṃ kuru, siddhiṃ mama prayaccha, mit svāhā abgeschlossen. Das erste Bali wird mit diesem mit Praṇava beginnenden Mantra dargebracht. (1) Dann Māyā, Bhairava und bhayānaka; man bilde das Bali-Mantra wie zuvor und bringe das Bali im Süden dar. (2) Im Westen bereite man es für den Gott Kāla mit einem mit Praṇava beginnenden Mantra. Nach Śabda und dem Wort Kāla spreche man Bhairava und śmaśānādhipa; im Norden bringe man es wie zuvor dar. (3) Nach hūṃ spreche man Mahākāla und danach wie zuvor śmaśānādhipa; so bringe man das Bali dar. (4) Der Mantrakundige verehre mit Fußwasser und den übrigen Gaben und bringe danach das Bali dar.“ [Die Richtungszuordnung dieser Verse ist stellenweise widersprüchlich; die folgende Prosa bestimmt sie genauer.] Man verehre den Herrn des Verbrennungsplatzes mit fünf Gaben und bringe mit diesem Mantra das Bali dar: „Oṃ hūṃ, Herr des Verbrennungsplatzes, nimm dieses Speiseopfer mit Fleisch an, nimm es an; lass es annehmen, lass es annehmen! Beseitige die Hindernisse; gewähre mir Vollkommenheit! Svāhā.“ Dann verehre man Bhairava wie zuvor und spreche im Süden: „Hrīṃ, Bhairava, Furchterregender, [nimm] dieses Speiseopfer mit Fleisch [an …]“. Im Westen verehre man Kālabhairava und spreche: „Hūṃ, Kālabhairava, Herr des Verbrennungsplatzes, [nimm] dieses Speiseopfer mit Fleisch [an …]“. Im Norden verehre man Mahākāla und spreche: „Hūṃ, Mahākāla, Herr des Verbrennungsplatzes, [nimm] dieses Speiseopfer mit Fleisch [an …]“. „Dann bringe man in der Mitte des Scheiterhaufens die drei vorzüglichsten Balis dar: O Kālarātri, Mahākālī, Kālikā mit schrecklichem Getöse! Mutter, nimm dieses Bali an; gewähre mir die höchste Vollkommenheit! Nachdem man Kālikā das Bali dargebracht hat, lasse man es Bhūtanātha darbringen. Nach Śabda und Bhūtanātha füge man śmaśānādhipa hinzu; mit dem mit Praṇava beginnenden Mantra lasse man das vorzügliche Bali darbringen. Nach Śabda füge man sarvagaṇanātha und adhipa hinzu und bringe es am Kopfende des Verbrennungsplatzes dar; man bilde das Mantra wie zuvor. Nachdem man mit dem mit Tārā beginnenden Mantra das Bali dargebracht hat, o Schöne, besprenge man [den Platz] mit den fünf Erzeugnissen der Kuh und Wasser. Dann lege man ein gelbes Tuch hin und schreibe dort auf Birkenrinde oder ein Banyanblatt das Pīṭha-Mantra. Man breite den Sitz aus, nehme Vīrāsana ein und errichte mit dem Vīrārdana-Mantra Schutz in den Himmelsrichtungen.“ Die Bedeutung: Man besprenge die Knochen und übrigen Gegenstände des Verbrennungsplatzes mit den fünf Erzeugnissen der Kuh, schreibe auf Birkenrinde oder Ähnliches das Pīṭha-Mantra der jeweiligen Ritualvorschrift, breite dort einen Sitz aus Tigerfell oder Ähnlichem aus, setze sich nach der Vīrāsana-Vorschrift darauf und errichte mit dem Vīrārdana-Mantra Schutz in den vier Richtungen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1286 · 34 ka
Das Vīrārdana-Mantra lautet: „Hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ, o Kālikā mit schrecklichen Fangzähnen, du Gewaltige, Anführerin der Caṇḍas! Zerreiße die Dämonen! Erschlage, erschlage! Durchtrenne, durchtrenne das große Hindernis im Leichnam! Svāhā hūṃ phaṭ.“ Man werfe mit diesem Mantra besprochene Erdklumpen in die zehn Richtungen. In ihrer Mitte wird der Gott Bhairava von Hindernissen nicht überwältigt. Im Nīlatantra: „Zweimal Kūrca, o Göttin, dann zweimal Māyā; darauf kālike ghoradaṃṣṭre pracaṇḍe caṇḍanāyike. Nachdem man dānavān dāraya gesprochen hat, sage man zweimal hana; dann śavaśarīre mahāvighnaṃ und wiederum zweimal chedaya. Mit Dviṭha, Varma und Astra abgeschlossen, gilt dies als Vīrārdana-Mantra.“ [Die Wortfolge entspricht der zuvor vollständig übersetzten Anrufung; Dviṭha bezeichnet hier svāhā, Varma hūṃ, Astra phaṭ.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1287 · 35
„O Herrin der Götter, sollte der Praktizierende durch Unachtsamkeit von Angst überwältigt werden, wird er durch die genannten Freundesgruppen beschützt und nicht bezwungen.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1288 · 36
Man fertige einen Docht aus dem Flaum von weißem Arka und weißem Vāṭyālaka sowie Kampfer, stelle dort die Lampe auf, verehre die Waffen mit „Verehrung den Waffen der Göttin!“ und versenke darunter die brennende Lampe [in den Boden]. So heißt es: „Man stelle dort eine Lampe mit einem Docht aus Arka-, Indu- und weißem Vāṭyālaka-Flaum auf und verehre dort die Waffe. Wird diese große Lampe ausgelöscht, wird man von Hindernissen überwältigt. Darunter versenke man mit dem Waffenmantra die Kula-Lampe.“ [Die Pflanzen- beziehungsweise Stoffnamen sind unsicher; Indu kann Kampfer bezeichnen. Die räumliche Anweisung bleibt knapp.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1289 · 37
Dann führe man nach der jeweiligen Ritualvorschrift die Elementereinigung und die Gesamtheit der Nyāsas aus, verehre die erwählte Gottheit und wiederhole das Mantra gemäß dem Entschluss. Der Entschluss lautet: „Heute … Ich, Śrī [Name] Devaśarman aus dem Geschlecht [Name], begehre die Vollkommenheit des Mantras [Name] und werde dieses Mantra [Zahl]-mal wiederholen.“ Nach diesem Entschluss wiederhole man das Mantra, eingeleitet durch die Meditation über die Gottheit. Ferner: „Nach der jeweiligen Ritualvorschrift führe man die Elementereinigung und das Weitere aus. Man vollziehe den sechsfachen oder den Tāraka-Nyāsa und verehre dann [die Gottheit]. Ganz der Meditation über das Mantra zugewandt, wiederhole man es mit ungeteilter Aufmerksamkeit.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1290 · 38
Die Regeln des Japa: „Ist das Mantra einsilbig, wiederhole man es zehntausendmal; bei einem zweisilbigen achttausendmal, bei einem dreisilbigen fünftausendmal. Bei längeren Mantras soll der Mantrakundige gajāntaka-Tausend Wiederholungen vollziehen. Oder man beginne bei Nacht und führe die Praxis bis zum Sonnenaufgang aus.“ Gajāntaka bedeutet hier 1.008.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1291 · 39
Falls unerträgliche Angst entsteht, bedecke man Ohren und Augen mit einem Tuch. Wenn dann bis Mitternacht kein Zeichen erscheint, werfe man mit dem Jayadurgā-Mantra Senfkörner aus. Das Jayadurgā-Mantra lautet: „Oṃ, Durgā, Durgā, Beschützerin, svāhā!“ Ferner: „Oṃ, du bist Sesam, Soma ist deine Gottheit; du gewährst Befriedigung beim Gosava. Du verleihst den Ahnen den Himmel; du beschützt die Sterblichen und mich. Bei Hindernissen durch Geister, Verstorbene und Piśācas bewirkst du Frieden.“ Nachdem man dies gesprochen hat, werfe man Sesam in die vier Richtungen, beginnend mit Nordosten. Dann gehe man sieben Schritte und setze sich dort nieder. Man verehre die Gottheit erneut und vollziehe Japa.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1292 · 40
Wenn dann [eine Stimme] sagt: „Wähle einen Segen!“, lasse man sie eine Wahrheitszusage geben. So heißt es: „Wenn es heißt: Wähle einen Segen!, soll der Praktizierende mit festem Geist zunächst eine Wahrheitszusage erwirken und dann den höchsten Segen wählen.“
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P2-1293 · 41
„Am Anfang des Japa bringe man ein Bali dar und auch danach wieder eines. Wird am Ende oder in der Mitte des Japa gesagt: Gib, gib!, so bringe man auch dann ein Bali dar, einen Büffel oder Ziegenbock.“ Das Bali [kann] aus Gerstenmehl hergestellt sein. [Die Schlussprosa ergänzt diese Möglichkeit.]
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P2-1294 · 42
„Wenn [die Erscheinung] einen Menschen oder Elefanten als Bali verlangt, nehme man es mit den Worten an: Ich werde es an einem anderen Tag geben!, und kehre nach Hause zurück.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1295 · 43
„Am folgenden Tag bringe man dann Menschen und Elefanten aus Mehl dar.“ „Aus Mehl“ bedeutet: aus Gerstenkorn hergestellt.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1296 · 44
So auch in einem anderen Tantra: „[Eine Gestalt] aus Gerstenmehl oder aus Reis-Mehl soll man regelgerecht mit dem Candrahāsa-Schwert unter Verwendung ihres jeweiligen Mantras zerschlagen.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1297 · 45
Im Yoginīhṛdaya: „Am Ende des Japa bringe man der Gottheit vorschriftsgemäß ein Bali dar, einen Büffel oder einen Ziegenbock. Nachdem man den Segen empfangen hat, kehre man mit seinem Freund freudigen Herzens nach Hause zurück.“ Dann gebe man eine Ehrengabe. „O Göttin, nach Abschluss der Praxis überreiche man dem Guru, dem Sohn des Gurus oder seiner Gemahlin eine Ehrengabe entsprechend den eigenen Mitteln.“
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P2-1298 · 46
Nun die Śava-Sādhana, die Praxis mit einem Leichnam. Die Regeln für den Ort werden im Bhāvacūḍāmaṇi genannt: „In einem leeren Haus, an einem Flussufer, auf einem Berg oder an einem einsamen Ort, unter einem Bilva-Baum, auf einem Verbrennungsplatz oder in einem Waldgebiet in seiner Nähe.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1299 · 47
„Am achten und vierzehnten Mondtag beider Monatshälften, an einem Dienstag in der Dunkelheit, soll man die höchste Vollkommenheit erwirken.“
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P2-1300 · 48
„Speise aus Māṣa-Bohnen für das Bali, Räucherwerk, Lampen und die weiteren Gaben sowie Sesam, Kuśa-Gras und Senfkörner sollen sorgfältig bereitgestellt werden.“
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P2-1301 · 49
Dann begebe man sich an einen der zuvor genannten Orte, bereite das allgemeine Arghya, wende sich nach Osten, füge dem Grundmantra phaṭ hinzu und besprenge die Opferstätte. Man verehre Guru, Gaṇeśa, Vaṭuka und Yoginī in den vier Richtungen, beginnend mit Osten; schreibe das zuvor genannte Vīrārdana-Mantra auf den Boden; bringe mit „Die hier …“ nach dem zuvor beschriebenen Verfahren drei Hände voll Blumen dar und verneige sich. Man bringe den Herren des Verbrennungsplatzes nach dem zuvor genannten Verfahren Balis dar, binde mit dem Aghora-Mantra den Haarknoten, lege die Hand aufs Herz und schütze sich, indem man am Ende des Sudarśana-Mantras „Beschütze, beschütze mich selbst!“ hinzufügt. Die Aghora- und Sudarśana-Mantras lauten: „Oṃ hrīṃ, leuchte auf, leuchte auf, erstrahle, erstrahle! Schrecklicher, noch Schrecklicherer, du von [schrecklicher] Körpergestalt! Caṭa caṭa, pracaṭa pracaṭa, kaha kaha! Speie, speie! Binde, binde! Erschlage, erschlage! Hūṃ phaṭ.“ „Oṃ, Tausendspeichiger, hūṃ phaṭ!“ [caṭa, pracaṭa und kaha sind überlieferte Mantralaute ohne hier sicher bestimmbare Wortbedeutung.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1302 · 50
Dann führe man wie zuvor die Elementereinigung und sämtliche Nyāsas aus, streue mit dem Jayadurgā-Mantra Senfkörner in die Richtungen und mit „Du bist Sesam …“ Sesamkörner aus und begebe sich zu dem geeigneten Leichnam.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1303 · 51
Der geeignete Leichnam wird im Bhāvacūḍāmaṇi beschrieben: „Von einem Stab getroffen, von einer Lanze durchbohrt, von einem Schwert durchbohrt, im Wasser gestorben, vom Blitz getroffen, von einer Schlange gebissen, ein Caṇḍāla oder ein Überwältigter; jung, schön, heldenhaft, im Kampf umgekommen, von strahlender Erscheinung, ohne Flucht, im Kampf den Gegnern zugewandt.“ [abhibhūtaka, „Überwältigter“, bleibt hinsichtlich der Todesart unbestimmt.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1304 · 52
Auch im Bhairavatantra: „Man soll einen von Stab oder anderen Waffen getroffenen, einen überwältigten oder im Wasser gestorbenen Leichnam herbeibringen; keinen, der aus eigenem Willen gestorben ist. Einen einer Frau unterworfenen, gefallenen, unberührbaren, der Regel entbehrenden, bartlosen, von uneindeutigem Geschlecht, leprakranken, alten oder verstümmelten Leichnam [nehme man nicht]. Auch keinen an Hunger gestorbenen oder bereits lange liegenden. Eine Frau und eine Gestalt solcher Art soll man völlig meiden.“ [Die mittleren Zeilen sind stark beschädigt. Im Text steht śavaṃ haret, „man nehme den Leichnam“, wo der Zusammenhang eine Verneinung erwarten lässt; diese ist in Klammern ergänzt, nicht im Sanskrit vorhanden. tūvara bedeutet gewöhnlich bartlos; nayavarja bleibt unsicher.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1305 · 53
Auch im Kālītantra: „Unter Ausschluss eines Brahmanen und einer Kuh [gomaya, Lesart unsicher] soll man die Vīra-Sādhana ausführen. Große Leichname gelten für die hauptsächliche Vīra-Sādhana als vorzüglich. Für jene, die kleinere Anwendungen ausführen, sind sie zur Erlangung sämtlicher Vollkommenheiten geeignet.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1306 · 54
Man nehme einen so beschriebenen Leichnam und bringe ihn unter Verwendung des Grundmantras an den Ort der Verehrung. Man trete heran, besprenge ihn mit „Oṃ phaṭ“, bringe mit „Oṃ hūṃ, Verehrung dem Mātṛkā, phaṭ!“ drei Hände voll Blumen dar, berühre den Leichnam und verneige sich. Im Bhāvacūḍāmaṇi heißt es: „Man besprenge den Leichnam mit dem Waffenmantra, dem Praṇava vorausgeht. [Man spreche] Praṇava, Kūrca-Bīja, mṛtakāya namaḥ und phaṭ; nach Darbringung dreier Hände voll Blumen berühre man ihn und verneige sich.“ [Die Prosa liest mātṛkāya, der Vers mṛtakāya, „dem Toten“; die Abweichung bleibt erhalten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1307 · 55
Das Verneigungsmantra: „Herr der Helden, höchste Wonne, Wonne Śivas, Herr des Kula, du in der Gestalt Ānandabhairavas, Śaṅkara, Lager der Göttin! Ich bin ein Held (ich bin Śiva); ich nehme Zuflucht zu dir. Erhebe dich zur Verehrung Caṇḍikās!“ Nachdem man sich mit diesem Leichnam-Mantra verneigt hat, wasche man den Leichnam. Man wasche ihn mit „Oṃ hūṃ, Verehrung dem Toten!“, bade ihn mit duftendem Wasser, trockne das Wasser mit einem Tuch ab, beräuchere ihn, bestreiche ihn mit Sandelholz und Ähnlichem, fasse ihn an der Hüfte und bringe ihn an den Ort der Verehrung. Im Kālītantra heißt es: „Man spreche Tārā, Śabda und mṛtakāya namaḥ am Ende. Dies ist das Mantra zum Baden des Leichnams.“ Im Bhāvacūḍāmaṇi: „Man beräuchere ihn mit Räucherwerk und zeichne mit Duftstoffen und weiteren Mitteln [auf ihn]. Ist er mit Blut bestrichen, o Herrin der Götter, wird er den Kula-Praktizierenden verschlingen.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1308 · 56
Dann bereite man ein Lager aus Kuśa-Gras und lege den Leichnam mit dem Kopf nach Osten darauf. Dort heißt es: „Nachdem man das Kuśa-Lager hergerichtet hat, lege man den Leichnam darauf. Man gebe ihm Betel mit Kardamom, Gewürznelken, Kampfer, Muskat, Khadira und frischem Ingwer in den Mund und lege ihn mit dem Gesicht nach unten. Der aufmerksame Verständige bestreiche seinen Rücken mit Sandelholz, zeichne ein Viereck vom Achselansatz bis zur Hüfte, in dessen Mitte einen Lotus, [ein Diagramm] mit vier Toren und acht Blütenblättern, und schreibe in die Mitte entsprechend der jeweiligen Ritualvorschrift das Pīṭha-Mantra.“ [Die doppelte Lotus-Lesart madhye padme padmaṃ ist unregelmäßig.] Dann schreibe man mit „Oṃ hrīṃ phaṭ“ das Pīṭha-Mantra der jeweiligen Vorschrift und lege darüber einen Sitz aus einer Decke oder Ähnlichem. In einem anderen Tantra: „Man trete zum Leichnam und fasse ihn an der Hüfte. Verursacht er eine Störung, speie man auf ihn. Dann wasche man ihn erneut und bringe ihn an den Ort des Japa.“ [Die Stoffliste enthält einige unsichere Formen; ihre gewöhnlichen Bezeichnungen sind wiedergegeben.]
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P2-1309 · 56 ka
Dann stelle man wie zuvor in den zehn Richtungen zwölf Fingerbreiten lange Opferhölzer auf, verehre die zehn Gottheiten, beginnend mit Indra, und bringe Speise mit Fleisch als Bali dar. In einem anderen Tantra heißt es: „Man stelle in den Richtungen zwölf Fingerbreiten lange Opferhölzer auf und verehre dort der Reihenfolge nach die Gottheiten, beginnend mit Indra.“
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P2-1310 · 57
Das Verfahren lautet: „Oṃ lāṃ, Verehrung Indra, dem Herrn der Götter, dessen Reittier Airāvata ist, der den Donnerkeil in der Hand hält, mit seiner Śakti, seinen Gefährten und seinem Gefolge!“ Nachdem man ihn mit Fußwasser und den übrigen Gaben verehrt hat, bringe man das Bali dar. „Man füge das Bīja, indrāya und surādhipataye zusammen, dann imaṃ baliṃ, zweimal gṛhṇa, zweimal gṛhṇāpaya, vighnanivāraṇaṃ kṛtvā und siddhiṃ prayaccha, gefolgt von zweimal ṭha. Mit diesem Mantra bringe man im Osten ein Bali mit Fleisch dar. Der vorzügliche Praktizierende bringe dann allen Welthütern wie zuvor Balis dar, indem er jeweils ihre eigenen Namen und die weiteren Bezeichnungen einsetzt.“ „Oṃ lāṃ, Indra, Herr der Götter, nimm dieses Bali an, nimm es an! Lass es annehmen, lass es annehmen! Beseitige die Hindernisse und gewähre mir Vollkommenheit! Svāhā.“ „Dies ist das Bali aus Māṣa-Bohnenspeise: Oṃ lāṃ, für Indra, svāhā!“ „Oṃ rāṃ, Verehrung Agni, dem Herrn des Feuers, mit seinem Gefolge, der einen Widder als Reittier und eine Śakti-Lanze in der Hand hat, mit seinen Waffen!“ Nach dieser Verehrung bringe man das Bali mit „Oṃ rāṃ, Agni, Herr des Feuers …“ dar. „Oṃ yāṃ, [Verehrung] Yama, dem Herrn der Verstorbenen, der den Stab in der Hand hält, einen Büffel als Reittier hat und bewaffnet ist …“ Nach dieser Verehrung bringe man mit „Oṃ yāṃ, Yama, Herr der Verstorbenen …“ das Bali dar. „Oṃ kṣāṃ, [Verehrung] Nirṛti, dem Herrn der Rākṣasas, mit dem Schwert in der Hand, mit seinem Reittier und Gefolge …“ Nach dieser Verehrung bringe man mit „Oṃ kṣāṃ, Nirṛti, Herr der Rākṣasas …“ das Bali dar. „Oṃ vāṃ, [Verehrung] Varuṇa, dem Herrn des Wassers, der die Schlinge in der Hand hält, auf einem Makara reitet und bewaffnet ist …“ Nach dieser Verehrung bringe man mit „Oṃ vāṃ, Varuṇa, Herr des Wassers …“ das Bali dar. „Oṃ yāṃ, [Verehrung] Vāyu, dem Herrn des Lebensatems, der eine Antilope als Reittier und den Elefantenhaken in der Hand hat …“ Nach dieser Verehrung bringe man mit „Oṃ yāṃ, Vāyu, Herr des Lebensatems …“ das Bali dar. „Oṃ, [Verehrung] Kubera, dem Herrn der Yakṣas, der die Keule in der Hand hält, einen Menschen als Reittier und sein Gefolge bei sich hat …“ Nach dieser Verehrung bringe man mit „Oṃ, Kubera, Herr der Yakṣas …“ das Bali dar. „Oṃ hāṃ, [Verehrung] Īśāna, dem Herrn der Wesen, der den Dreizack in der Hand hält, auf einem Stier reitet und sein Gefolge bei sich hat …“ Nach dieser Verehrung bringe man mit „Oṃ hāṃ, Īśāna, Herr der Wesen …“ das Bali dar. Zwischen Indra und Īśāna verehre man: „Oṃ hāṃ, [Verehrung] Brahmā, dem Herrn der Geschöpfe, der eine Gans als Reittier und einen Lotus in der Hand hat, mit seinem Gefolge …“ Dann bringe man mit „Oṃ āṃ, Brahmā, Herr der Geschöpfe, auf einer Gans reitend …“ das Bali dar. Zwischen Nirṛti und Varuṇa verehre man: „Oṃ aṃ, [Verehrung] Ananta, dem Herrn der Nāgas, der das Rad in der Hand hält, einen Wagen als Fahrzeug und sein Gefolge bei sich hat …“ Dann verehre man mit „Oṃ aṃ, Ananta, Herr der Nāgas, mit seinen Waffen …“ und bringe das Bali dar. Darauf bringe man ein Bali für alle Wesen dar; überall verwende man Speise mit Fleisch. Danach: „Man denke auch an das Bali für die vorstehenden Gottheiten und weise es den vierundsechzig Yoginīs und den Ḍākinīs zu.“ [Die Auslassungen „…“ entsprechen dem Sanskrit ityādi, „und so weiter“, nicht ausgelassenen ausgeschriebenen Textteilen. Brahmās Bīja wechselt im Ausgangstext von hāṃ zu āṃ.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1311 · 58
Man stelle die Gegenstände der Verehrung in die Nähe und den unterstützenden Praktizierenden in einiger Entfernung auf. Man füge dem Grundmantra „hrīṃ phaṭ, Verehrung dem Leichnam-Sitz!“ hinzu und verehre so den Leichnam. Nachdem man das mit hrīṃ phaṭ abgeschlossene Grundmantra gesprochen hat, setze man sich wie beim Besteigen eines Pferdes auf den Leichnam, lege Kuśa-Gras unter die eigenen Fußsohlen, breite die Haare des Leichnams aus und binde sie zu einem Knoten. Man verneige sich vor Guru, Gaṇapati und der Gottheit, führe Atemregelung und den Nyāsa der sechs Glieder aus, werfe wie zuvor mit dem Vīrārdana-Mantra Erdklumpen in die zehn Richtungen und fasse den Entschluss: „Heute … Ich, Śrī [Name] Devaśarman aus dem Geschlecht [Name], wünsche die unmittelbare Schau der Gottheit [Name] und werde das Mantra [Name] [Zahl]-mal wiederholen.“ Dann verehre man den Sitz mit „Oṃ hrīṃ, Verehrung dem Lotussitz der tragenden Śakti!“, stelle links von sich neben dem Leichnam das Arghya-Gefäß und die übrigen Gegenstände auf und vollziehe am Haarknoten des Leichnams die Pīṭha-Verehrung. Man verehre die Göttin mit sechzehn, zehn oder fünf Gaben und befriedige sie am Mund des Leichnams mit Duftstoffen und weiteren Gaben. Dann erhebe man sich vom Leichnam, trete vor ihn und spreche: „Oṃ, Herr der Götter, sei mir untertan! Gewähre, gewähre mir die Vollkommenheit des Helden, du Hochbegnadeter, der dem sich ihm Anvertrauenden zugewandt ist!“ Dann binde man die Füße des Leichnams mit einem Seidenfaden und festige die Bindung mit dem Grundmantra. „Oṃ, Herr der Götter, sei mir untertan, du Sitz der Vollkommenheit des Helden! Furchtbarer, du Abwesenheit der Angst für den Ängstlichen, Befreier vom Werden, Wohlgesinnter! Rette mich, Herr der Göttergötter, oberster Herr der Helden!“ Mit diesem Mantra zeichne man am Fußende des Leichnams ein dreieckiges Yantra. Dann setze man sich auf den Leichnam, breite seine beiden Hände seitlich aus, lege Kuśa darauf und stelle dort die eigenen Füße hin. Man führe erneut dreimal Atemregelung aus, vergegenwärtige den Guru am Kopf und meditiere über die Göttin im Herzen. Mit geschlossenen Lippen, schweigend, furchtlos und mit der vorgeschriebenen Gebetskette vollziehe man Japa. Dabei ist die Mantrawiederholung nach dem Verfahren der Praxis auf dem Verbrennungsplatz auszuführen.
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P2-1312 · 58 ka
Wenn bis Mitternacht kein Zeichen erscheint, streue man wie zuvor Senf und Sesam aus, gehe sieben Schritte und vollziehe Japa. Wenn Angst entsteht, spreche man Folgendes.
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P2-1313 · 60
„Vor einem sich bewegenden Leichnam besteht kein Grund zur Angst. Entsteht Angst, sage man: Was du als Bali verlangst, einen Elefanten oder Ähnliches, werde ich an einem anderen Tag geben. Sage mir deinen Namen! Nachdem man dies auf Sanskrit gesagt hat, wiederhole man furchtlos das Mantra. Spricht [die Erscheinung] dann freundlich, antworte man freundlich. Danach lasse man eine Wahrheitszusage geben und bitte um den Segen. Gibt sie keine Wahrheitszusage oder gewährt sie keinen Segen, vollziehe der Verständige erneut Japa mit gesammeltem Geist.“ Die Bedeutung: Wenn während des Japa auf dem Weg durch den Luftraum [eine Erscheinung] einen Elefanten oder Ähnliches verlangt, sage man: „Ich werde es an einem anderen Tag geben. Sage an meinem Ort deinen Namen!“, und wiederhole erneut das Mantra. Wenn sie ihren Namen freundlich nennt, sage man: „Du bist [Name]; bekräftige dies wahrhaftig!“ Nach der Wahrheitszusage bitte man um den Segen. Wenn sie keine Wahrheitszusage gibt oder keinen Segen gewährt, vollziehe man erneut Japa. Ferner: „Nachdem die Wahrheitszusage gegeben und der Segen empfangen wurde, beende man Japa und die übrigen Handlungen. Im Wissen, dass die Frucht eingetreten ist, löse man den Haarknoten. Man wasche den Leichnam, lege ihn hin und löse die Fußbindung. Man entferne das Fußdiagramm und werfe die Gegenstände der Verehrung ins Wasser. Den Leichnam lege man ins Wasser oder in eine Grube und nehme ein Bad.“
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P2-1314 · 61
„Dann gehe man nach Hause und bringe an einem anderen Tag das Bali dar.“ Das Bali-Mantra: „Jene, deren Opferherr ich in der vergangenen [Lesart: agrima] Nacht war, mögen dieses Bali annehmen!“ „Dann gebe man die verlangten Pferde, Menschen, Elefanten und Schweine als Gestalten aus Mehl und halte abschließend Fasten.“ [agrima bedeutet gewöhnlich bevorstehend; hier ist der zeitliche Bezug im Text unsicher.]
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P2-1315 · 62
Am folgenden Tag führe man die täglichen Handlungen aus und trinke die fünf Erzeugnisse der Kuh. Man bewirte auch fünfundzwanzig Brahmanen.
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P2-1316 · 63
So heißt es: „Am folgenden Tag führe man die täglichen Handlungen aus und trinke danach die fünf Erzeugnisse der Kuh. Man bewirte fünfundzwanzig Brahmanen oder, der Reihe nach vermindert um sieben beziehungsweise fünf, bis hinunter zu zehn. Danach bade man, esse und halte sich an einem vorzüglichen Ort auf.“ [Die Staffelung der verminderten Zahlen ist in der Lesart nicht eindeutig.]
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P2-1317 · 64
„Findet keine Brahmanenbewirtung statt, gerät man in Armut. Wenn dadurch Armut eintritt, wird die Göttin zornig. Drei, sechs oder neun Nächte halte man [die Praxis] geheim.“
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P2-1318 · 65
„Begibt man sich in das Bett einer Frau, wird Krankheit vorausgesagt. Hört man Gesang, wird man taub; schaut man Tanz an, verliert man das Augenlicht. Spricht man tagsüber Worte, tritt Stummheit ein.“
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P2-1319 · 66
„Bis zum fünfzehnten Tag verweilt die Gottheit im Körper. Duftstoffe und Blumen darf man nicht annehmen. Wenn [die Gottheit] den Körper verlässt, lege man das bisherige Gewand ab und nehme ein anderes.“
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P2-1320 · 67
„Man soll niemals Kühe oder Brahmanen schmähen und niemals einen Übeltäter, einen Gefallenen oder einen Klība berühren.“ [Klība bezeichnet im historischen Sprachgebrauch einen impotenten beziehungsweise als nicht männlich geltenden Menschen.]
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P2-1321 · 68
„In Reinheit berühre man täglich Gottheiten, Kühe, Brahmanen und die übrigen [heiligen Gegenstände beziehungsweise Personen]. Morgens nach den täglichen Handlungen trinke man Wasser mit Bilva-Blättern.“
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P2-1322 · 69
„Am sechzehnten Tag bade man in der Gaṅgā, spreche das mit svāhā endende Mantra und füge am Ende des Tarpaṇa das Wort namaḥ hinzu. So befriedige man die Gottheiten mit Wasser mehr als dreihundertmal. Ohne Bad und Tarpaṇa findet keine Befriedigung der Gottheit statt. Nach dieser Vorschrift erlangt der Praktizierende Vollkommenheit. Nachdem er hier vorzügliche Genüsse erfahren hat, gelangt er schließlich zu Haris Stätte.“ Dann gebe man die Ehrengabe und stelle die Fehlerfreiheit [des Rituals] fest. [Im Ausgangstext steht mamaḥ statt namaḥ.]
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P2-1323 · 70
Damit endet die Śava-Sādhana. Die Mantras des Caṇḍograśūlapāṇi. Nun die verschiedenen Vidyās. Im Kubjikātantra: „Man nehme Praṇava, dann Māyā und das Kūrca-Bīja; darauf śivāya und abschließend phaṭ. Dies ist das große Caṇḍogra-Mantra. Das Mantra des Caṇḍograśūlapāṇi verwirklicht sämtliche Ziele.“ [śivāya bedeutet „für Śiva“; Caṇḍograśūlapāṇi ist der grimmige, gewaltige Träger des Dreizacks.]
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P2-1324 · 71
Sein Seher ist Brahmā, das Versmaß Gāyatrī, das Bīja Māyā; die Gottheit wird Caṇḍogra genannt. „Mit dem Bīja, versehen mit den sechs langen Vokalen und mit Tārā am Anfang, bilde man die sechs Glieder.“
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P2-1325 · 72
Die Meditation: „[Man meditiere über ihn,] der reinem Bergkristall gleicht, vier Arme hat und eine Krone trägt; rechts hält er Dreizack und Schädelschale, links Schlinge und Elefantenhaken. Er ist vom Genuss des alkoholischen Getränks erfüllt und gewährt dem Praktizierenden das Ersehnte.“
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P2-1326 · 73
„Nachdem man so meditiert und den Herrn der Götter verehrt hat, wiederhole man das Mantra fünftausendmal. Ein Zehntel dieser Zahl opfere man mit roten Wasserlilien im rituell bereiteten Feuer.“
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P2-1327 · 73
Nun die Anwendung: „[Durch das Opfer] mit den drei Süßstoffen bestrichener [Gaben] erlangt man dichterische Begabung und wird vermögend. Durch ein Feueropfer mit roten Lotusblüten erlangt man großen Wohlstand.“
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P2-1328 · 75
„Durch ein Feueropfer mit Milchreis vernichtet man bald die Feinde. Durch ein Feueropfer mit Safloröl erschlägt man die Gegner, ohne Zweifel.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1329 · 76
„Durch ein Feueropfer mit Oleander tritt sicher eine Lähmung der Sprache ein. Durch ein Feueropfer mit weißem Lotus bezaubert man die ganze Welt.“
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P2-1330 · 77
„Man verehre das Grund[mantra beziehungsweise die Gottheit] in der Mitte eines Sechsecks und eines achtblättrigen Lotus. Mit ausschließlich reiner Gesinnung und von opfergeeigneter Speise lebend vollziehe man tagsüber Japa.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1331 · 78
„Schon durch sein Puraścaraṇa wird man nicht von Hindernissen befleckt. Allein durch die Wiederholung dieses [Mantras] erlangt man sämtliche Vollkommenheiten.“
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Mātaṅgī und weitere Gottheiten
P2-1332 · 79
[Caṇḍograśūlapāṇi-Yantra, Abbildung 38.] Damit endet der Abschnitt über Caṇḍograśūlapāṇi. Nun das Mātaṅgī-Mantra. Im Vāmakeśvaratantra: „Nun werde ich die große Göttin Mātaṅgī beschreiben, die sämtliche Vollkommenheiten verleiht. Schon durch ihre Verehrung erlangt man bald die Vollkommenheit der Rede.“
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P2-1333 · 80
„Praṇava, dann Māyā, das Kāma-Bīja und Kūrca; Mātaṅgī mit der Dativendung, dann Astra und als Abschluss die Gemahlin des Feuers: Dies ist das Mantra.“ [Die Dativform bedeutet „für Mātaṅgī“; Astra bezeichnet phaṭ und die Gemahlin des Feuers svāhā.]
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P2-1334 · 81
„Der Seher soll Dakṣiṇāmūrti sein; Virāṭ wird als Versmaß genannt. Die Gottheit ist die Göttin Mātaṅgī, die sämtliche Vorhaben gelingen lässt.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1335 · 82
„Der Mantrakundige soll gesammelt Körper-Nyāsa und Hand-Nyāsa ausführen. Er bilde sie mit dem Bīja, versehen mit den sechs langen Vokalen und Praṇava am Anfang.“
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P2-1336 · 83
Ihr Yantra: „Man zeichne ein schönes Yantra mit Sechseck und achtblättrigem Lotus. Dort soll der Mantrakundige mit Hibiskusblüten verehren. Mit ganz gesammelter Aufmerksamkeit verehre man die acht Śaktis auf den acht Blütenblättern: Rati, Prīti, Manobhavā, Kriyā, Śraddhā, Anaṅgakusumā, Anaṅgamadanā und Madanālasā. Nach Verehrung dieser acht Śaktis unter Darbringung der Gaben meditiere der Praktizierende mit festem Geist über die höchste Göttin.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1337 · 84
[Abbildung 38.] Nämlich: „Dunkel an den Gliedern, mit dem Mond als Kopfschmuck, dreiäugig, auf einem edelsteinbesetzten Thron sitzend; in ihren vier Armen hält sie Schwert, Schild, Schlinge und Elefantenhaken.“ [vedaiḥ, „mit den Veden“, bezeichnet als Zahlwort vier.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1338 · 85
„Nachdem man so über die große Göttin meditiert hat, [verehre man sie] mit schönen Duftstoffen und Blumen. Als Opferspeise gebe man der großen Göttin Milchreis mit Zucker. Während des Puraścaraṇa wiederhole man das Mantra sechstausendmal; ein Zehntel davon opfere der Praktizierende zusammen mit den Śaktis mit Ghee, Zucker und Honig sowie Hölzern des Brahmavṛkṣa. Nach dieser vorbereitenden Praxis führe man die Anwendungsvorschrift aus.“ [Brahmavṛkṣa bezeichnet gewöhnlich den Palāśa-Baum.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1339 · 86
„An einer Kreuzung von vier Wegen, auf einem Verbrennungsplatz oder in der Mitte eines [Kreises?] bringe der Mantrakundige Fisch, Fleisch, Milchreis und Guggulu-Räucherwerk dar. Die Handlung ist bei Nacht auszuführen; der Praktizierende ist dann stets erfüllt.“ [kalāmadhye und pūrṇa sind in diesem Zusammenhang nicht eindeutig.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1340 · 87
„Schon durch diese Anwendung entsteht sicher dichterische Begabung. Man bewirkt sicher das Stillstehen von Feuer, Wasser und Rede. Der Mantrakundige besiegt die Feinde wie Garuḍa das Geschlecht der Schlangen. In Gelehrsamkeit, Streitgespräch und Dichtkunst wird er einem zweiten Bṛhaspati gleich.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1341 · 88
„Nach ebendiesem Verfahren verleiht Mātaṅgī Vollkommenheit. Gewiss wird Reichtum von Kuberas gebracht, die in sein Haus kommen. Ohne Fisch und ohne Fleisch soll man die höchste Gottheit nicht verehren.“ [Der Plural kuberaiḥ steht so im Text.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1342 · 89
Nun die Mantras der Ucchiṣṭacāṇḍālinī: Ucchiṣṭacāṇḍālinī, Sumukhī, Devī, Mahāpiśācinī, Lajjā-Bīja, ṭhaṃḥ ṭhaṃḥ ṭhaṃḥ. Im Phetkāriṇī heißt es: „Man spreche das Wort ucchiṣṭa und dann cāṇḍālinī; danach nenne man Sumukhī und Devī, sodann Mahāpiśācinī und das Lajjā-Bīja; dann dreimal ṭha, versehen mit Nāda, Bindu und Visarga. O große Göttin, [dieses Mantra] verleiht sämtliche Vollkommenheiten.“ [Die Namen bedeuten etwa: Caṇḍāla-Frau der Speisereste, Schönangesichtige, Göttin, große Piśāca-Göttin.]
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P2-1343 · 90
Ein anderes Mantra: „Ucchiṣṭacāṇḍāli, Mātaṅgī, du machst alle gefügig; Verehrung, svāhā!“ In einem anderen Tantra heißt es: „Oder man spreche ucchiṣṭacāṇḍāli und mātaṅgi, danach sarvavaśaṃ und am Ende kari, Hṛd und die Geliebte des Feuers. Dieses neunzehnsilbige Mantra erfüllt sämtliche Wünsche.“ [Hṛd bezeichnet hier namaḥ, die Geliebte des Feuers svāhā.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1344 · 91
Ein anderes Mantra, in der Mantradevaprakāśikā: Vāgbhava, Māyā, Kāma, sauḥ aiṃ: „O Jyeṣṭhamātaṅgī, ich verneige mich! Ucchiṣṭacāṇḍāli, du machst die drei Welten gefügig; svāhā!“ „O Maheśānī, [kenne] diese Vidyā und eine weitere mit hūṃ versehene. Diese Vidyā ist eine Mahāvidyā, die sämtliche Sünden fortnimmt. Sie schenkt Glück und Befreiung, Herrschaft und glückliche Fügung. Welche Vollkommenheit man auch erbittet, diese erlangt man unmittelbar und machtvoll.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1345 · 92
„Auch das Verfahren werde ich beschreiben. Höre, Göttin mit dem schönen Gesicht! Nach dem Essen, o Göttin, ohne vorher die rituelle Mundspülung auszuführen, bringe der Praktizierende zunächst mit dem Grundmantra ein Bali dar. Dann meditiere er über diese Göttin und wiederhole das Mantra, um das gewünschte Gelingen zu erreichen.“ Auch das Bali besteht aus Speiseresten.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1346 · 93
Ferner: „Weder Mondtag noch Mondhaus noch Körper-Nyāsa [sind maßgeblich]; weder ein feindlicher Fehler noch ein Hindernis, weder rituelle Unreinheit noch eine besondere Regel [gelten hier]. Wer dieses Mantra besitzt, wird von Hindernissen nicht bedrängt.“ [tirthi und āridoṣe sind beschädigte beziehungsweise unklare Lesarten.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1347 · 94
Die Meditation: „Der vorzügliche Mantrakundige meditiere über die höchste Göttin, deren Wesen Licht ist: auf einem Leichnam sitzend, in rote Gewänder gehüllt, mit rotem Schmuck versehen, geschmückt mit einer Kette aus Guñjā-Samen; eine sechzehnjährige junge Frau mit vollen, erhobenen Brüsten, links eine Schädelschale und rechts ein Schneidemesser in den Händen.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1348 · 95
„Nachdem man ein Bali aus Speiseresten dargebracht hat, vollziehe man Japa mit ganz auf sie gerichtetem Geist. Wer Vollkommenheit wünscht, soll ihr Mantra im Zustand nach dem Essen, vor der Reinigung, wiederholen. Dem, der im Ucchiṣṭa-Zustand Japa vollzieht, entstehen sämtliche Vollkommenheiten.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1349 · 96
„Noch eine fruchtbringende [Anwendung] werde ich beschreiben; höre, Göttin: Feueropfer und Tarpaṇa zur Erfüllung sämtlicher Wünsche und Ziele. Der Praktizierende zeichne auf dem Opferboden ein ringsum viereckiges Maṇḍala und verehre es, o Göttin, mit dem Grundmantra.“ Dann spreche man das Grundmantra und „Verehrung dem Maṇḍala!“, meditiere über die Gottheit als Feuer und bringe das Feueropfer dar. Ferner: „Dann rufe man die Göttin herbei, die als Feuer gegenwärtig ist, meditiere über sie und opfere Joghurt, weißen Senf und Reiskörner. Schon durch tausend Feueropfergaben wird ein König gefügig. Man bringe der Göttin ein Feueropfer mit Katzenfleisch dar; so erlangt man höchste Erkenntnis, die sämtliche Lehrgebiete beherrscht. Man opfere Ziegenfleisch mit Honig; durch tausend und eine [Gabe beziehungsweise Anwendung] entstehen die Kula-Vollkommenheiten.“ [sahasraika ist als 1.001 wiedergegeben; der genaue Bezug von vidhāna ist knapp.]
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P2-1350 · 97
„Wer Wissen wünscht, bringe ein Feueropfer mit gezuckertem Milchreis dar. Gewiss werden ihm sogleich die vierzehn Wissensgebiete zuteil.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1351 · 98
„Mit Bilva-Blättern, die mit den drei Süßstoffen bestrichen sind, [opfere man] einen Monat lang mit gesammelter Aufmerksamkeit. Selbst eine unfruchtbare Frau erhält einen vorzüglichen, langlebigen Sohn.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1352 · 99
„Durch ein Feueropfer mit Karkandhu-Blüten und Ziegenblut wird einer vom Unglück verfolgten Frau, o Göttin, machtvoll Glück zuteil, das Heil bringt.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1353 · 100
„O große Göttin, durch ein Feueropfer mit dem Tuch einer menstruierenden Frau, Honig und Milchreis macht man die drei Welten gefügig.“
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P2-1354 · 1
„So wurde diese [Vidyā] beschrieben, o Göttin, die sämtliche Sünden vernichtet. Durch das Aussprechen des Mantras, o Göttin, vernichtet sie sämtliche Sünden. Man lege die Vorstellung einer Verunreinigung durch Speisereste ab und vollziehe gewiss als Reiner Japa.“
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P2-1355 · 2
Obwohl für dieses [Mantra] kein Puraścaraṇa angegeben wurde, sind dennoch 1.008 Wiederholungen [anzusetzen]. Feueropfer und die weiteren Handlungen sind jeweils mit einem Zehntel davon zu verstehen. Denn es heißt: „Für jene [Mantras], deren Zahl für Japa und Feueropfer die Weisen nicht angegeben haben, soll die Zahl für Japa und Feueropfer achttausend betragen.“ Die Überlieferung versteht aṣṭasahasra hier als aṣṭottarasahasra, 1.008. Tatsächlich sagen die Verfasser der Ritualkompendien, dass für diese bereits vollkommenen Vidyās kein Puraścaraṇa nötig ist. [Die zitierte Zahl 8.000 und ihre traditionelle Deutung als 1.008 stehen beide im Ausgangstext.]
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P2-1356 · 3
Nun die Dhūmāvatī-Mantras. Im Phetkāriṇī: „Das mit dem langen Vokal und Bindu abschließende Bīja [aus der angegebenen Lautverschlüsselung], dann Dhūmāvatī und Dviṭha: Dies wird als Dhūmāvatī-Mantra bezeichnet, das die Gegner bezwingt.“ [dāntāvarghīśa ist beschädigt; eine sichere Auflösung aller verschlüsselten Lautnamen ist nicht möglich. Dviṭha bezeichnet svāhā.]
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P2-1357 · 4
Ihre Verehrung: Nach den Morgenhandlungen und dem Weiteren, der Elementereinigung und der Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Pippalāda!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Nivṛt!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Dhūmāvatī!“
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P2-1358 · 5
Dann Hand- und Körper-Nyāsa: „Dhāṃ, Verehrung den beiden Daumen! Dhīṃ, den beiden Zeigefingern, svāhā!“ und so weiter. Ebenso: „Dhāṃ, Verehrung dem Herzen!“ und so weiter.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1359 · 6
Dann die Meditation: „Farblos, unstet, zornig, großgewachsen, in schmutzigen Gewändern; mit verfärbten Haaren, rau, eine Witwe mit wenigen Zähnen; auf einem Wagen mit Krähenbanner, mit herabhängenden Brüsten, einen Worfelkorb in der Hand, mit äußerst rauem Blick, mit schüttelnder Hand und dem Segen versehen. Sie hat eine stark gewachsene Nase, ist sehr krumm und blickt schief; stets von Hunger und Durst gequält, Angst erregend und streitsüchtig.“ Virala-dvijā bedeutet: mit wenigen Zähnen.
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P2-1360 · 7
„Zur Vollendung des Puraścaraṇa soll der Mantrakundige am vierzehnten Mondtag der dunklen Hälfte fastend in einem leeren Haus Tag und Nacht Japa vollziehen. Auf einem Verbrennungsplatz oder im Wald wiederhole er schweigend [das Mantra] 100.000-mal. Während des Puraścaraṇa trage er einen feuchten Turban und feuchte Kleider.“ [soñcīṣa ist beschädigt; die Turban-Deutung bleibt unsicher.] Man schreibe das Mantra über den Namen, stelle darauf Śiva auf und verehre ihn. Ferner: „Man halte Śiva fest und wiederhole das Mantra unter Nennung des Feindesnamens. Nach einem halben Tausend wird der Feind vom Fieber ergriffen. Mit den fünf Erzeugnissen der Kuh oder mit Milch wird das Fieber besänftigt.“ Dann verehre man wie zuvor mit fünf Gaben und vollziehe Japa.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1361 · 7ka
„Nachdem man so den Namen des Gegners in das Mantra eingefügt hat, wiederhole man es nachts im Wald zehntausendmal; dadurch wird der Feind vertrieben. Man verbrenne eine Krähe im Feuer des Verbrennungsplatzes, nehme ihre Asche und bespreche sie mit dem Namen des Gegners; [wirft man sie] in die acht Richtungen, erfolgt sofort die Vertreibung des Feindes.“ „Besprochen“ bedeutet: 108-mal [mit dem Mantra]. Gemeint ist, dass man sie in die acht Richtungen werfen soll. [yāminīdale ist hinsichtlich des genauen Nachtabschnitts nicht eindeutig.]
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P2-1362 · 8
„Man forme Śiva aus Asche des Verbrennungsplatzes, setze darauf [das Mantra], das vom Namen des Gegners umschlossen ist, und verehre ihn in der dunklen Monatshälfte. [Man verwende] Büffelmilch und Räucherwerk, das selbst Śakra Unglück bringt. In Büffelgestalt wird [die Göttin] im Traum den Feind vernichten. Mit diesem Mantra vergrabe man jene Asche im Haus des Gegners. Gewiss vertreibt man die Feinde; daran soll kein Zweifel bestehen.“ [Die Zeile mit Büffelmilch und Räucherwerk ist syntaktisch beschädigt.]
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P2-1363 · 9
„Man forme aus Asche des Verbrennungsplatzes ein Liṅga und verehre es mit Blumen und weiteren Gaben. Man rede es als Erhabenen an und denke im Geist an die beabsichtigte Handlung. Man verbinde Neem und Krähenfedern, wiederhole [das Mantra] 108-mal und bringe unter Nennung des Zielnamens Räucherwerk dar; sofort stiftet man Feindschaft unter den Gegnern.“ Die Bedeutung: Man verbinde Neem und Krähenfedern, wiederhole darüber 108-mal [das Mantra], spreche mit diesem Stoff „Bringe [Name] zur Feindschaft, bringe ihn zur Feindschaft!“, spreche das Grundmantra und bringe Räucherwerk dar. Ferner: „Durch ein Milch-Feueropfer im Feuer von Scheiterhaufenholz tritt stets Befriedung ein. Durch Räucherwerk aus Menstruationsstoff kommt Kālikā in Geiergestalt und tötet den Feind; Befriedung erfolgt durch Räucherwerk aus bereits dargebrachten Opferresten. Durch Räucherwerk aus einem Eber-Ohr tötet sie in Schweinegestalt; durch Räucherwerk aus Aśvattha-Blättern erfolgt Befriedung, auf keine andere Weise. Sämtliche schädigenden Rituale werden durch die fünf Erzeugnisse der Kuh befriedet, o Herrin der Götter, oder durch Milch oder durch die drei Süßstoffe. Auf einen Pflock aus einem Milchsaftbaum schreibe man die Buchstaben des Namens, in das Mantra eingeflochten; nach Japa zeichne man [ihn] an beiden Füßen und vergrabe [den Pflock]: Dies bewirkt die Vertreibung der Feinde. Man bringe den Vögeln ein Bali aus einer Opfergabe dar, die mit Staub seiner beiden Füße vermischt ist. Nachdem man [das Mantra] darüber wiederholt hat, vergrabe man [den Stoff] mit Asche des Scheiterhaufens im Haus des Feindes: Dies vertreibt ihn.“ So lauten die Anwendungen. [dvija ist hier als Vogel verstanden; die letzten räumlichen Anweisungen sind in der knappen Lesart nicht ganz eindeutig.]
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P2-1364 · 10
Nun das Bhadrakālī-Mantra: „Man nehme das Prāsāda-Bīja, dann das Wort kāli; nachdem man mahākāli gesprochen hat, füge man zweimal kili hinzu. Mit Astra und der Geliebten des Feuers abgeschlossen, ist dies das große Bhadrakālī-Mantra.“ [Die Wortanrufung bedeutet: „Kālī, große Kālī!“; die Abschlüsse sind phaṭ und svāhā.]
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P2-1365 · 11
„Nach ihrer Verehrung vollziehe man täglich Japa, 108 Wiederholungen. Auch die Gebetskette ist mit 108 [Perlen] anzufertigen. Über diese große Göttin Bhadrakālī, die Angst beseitigt, soll man meditieren.“ „Nach ihrer Verehrung“ bedeutet: Nach Elementereinigung, Atemregelung und dem Weiteren verehre man sie mit fünf Gaben an einem Śiva-Liṅga.
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P2-1366 · 12
Die Meditation: „Vom Hunger ausgezehrt, mit tief liegenden Augen, das Gesicht rußgeschwärzt, mit offenem Haar, weinend und sprechend: Ich bin nicht gesättigt! Diese ganze Welt mache ich zu einem einzigen Bissen! In beiden Händen hält sie zwei Schlingen, die lodernden Feuerflammen gleichen; ihre Zähne gleichen Jambu-Früchten. Bhadrakālī möge die Angst beseitigen und mich beschützen!“ [koṭarākṣarī ist als beschädigte Form von „mit hohlen Augen“ verstanden.]
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P2-1367 · 13
„Die Anwendung allein ist auszuführen; sie bezwingt die Gegner. Diese Göttin, die große Göttin, bewirkt die Bezwingung der Feinde. Man vergegenwärtige sie sich gemäß der gewünschten Absicht; sie verleiht die Erfüllung von Dharma, Verlangen und Wohlstand.“
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P2-1368 · 14
Einige sagen, das Puraścaraṇa und die weiteren Handlungen seien wie beim Dakṣiṇakālī-Mantra auszuführen. Tatsächlich besteht das Puraścaraṇa aus 1.008 Mantrawiederholungen.
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P2-1369 · 15
Nun das Ucchiṣṭagaṇeśa-Mantra: „Oṃ hastipiśāci likhe“, gefolgt von Dviṭha [svāhā]. In einem anderen Tantra: „Man spreche hasti, dann piśāci; Devarāja mit Netra, Kānta und dem Īśa-Vokal. Das mit Tārā beginnende und mit der Gemahlin des Feuers endende Mantra erfüllt sämtliche Wünsche.“ [Die mittleren Bezeichnungen verschlüsseln die Laute von likhe; hastipiśāci ist eine Anrufung der Elefanten-Piśācī, likhe bedeutet bei verbaler Deutung „schreibe!“.] Einige setzen gaṃ an die Stelle von Praṇava, denn im Tattvabodha heißt es: „hastipiśāci likhe, die Gemahlin des Feuers; gaṃ steht am Anfang.“
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P2-1370 · 16
Ferner: „Dieses Mantra, das die Essenz enthält, darf nicht jedem Beliebigen gegeben werden. In sämtlichen Āgamas ist es geheim; aus wohlwollender Absicht wurde es offenbart.“
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P2-1371 · 17
Ferner: „Weder ein bestimmter Mondtag noch ein Mondhaus noch Fasten sind vorgeschrieben. Nach der jeweils gewünschten Absicht verleiht das Mantra die Frucht aller Wünsche.“
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P2-1372 · 18
Die Verehrungspraxis: Nach den Morgenhandlungen und allem bis zur Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Sudhīra!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Nivṛdgāyatrī!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Ucchiṣṭagaṇapati!“ Dann führe man mit Praṇava Hand- und Körper-Nyāsa aus und meditiere.
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P2-1373 · 19
Die Meditation: „Gaṇeśa von roter Gestalt, mit sämtlichen Schmuckstücken geschmückt, in roten Gewändern, dreiäugig, auf einem roten Lotussitz; vierarmig, Mahākāla, mit zwei Stoßzähnen und lächelndem Gesicht; in der rechten Hand [die gewünschte Gabe beziehungsweise Segensgeste], in der darunterliegenden Hand einen Stoßzahn, in den beiden anderen Händen Schlinge und Elefantenhaken; von einem Kranz verfilzter Haare umgeben, mit der Mondsichel an der Stirn und mit sämtlichem Schmuck geschmückt.“ Nachdem man so meditiert hat, verehre man mit den in der Hand gehaltenen Blumen und dem Grundmantra am eigenen Kopf und beginne die äußere Verehrung. [niṣṭaṃ ist eine unklare Lesart; die genaue Gabe der ersten Hand lässt sich nicht sicher bestimmen.]
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P2-1374 · 20
[Man zeichne einen achtblättrigen Lotus und verehre darin.] Zunächst bereite man mit dem Grundmantra das Arghya, wiederhole das Grundmantra zehnmal und besprenge mit diesem Wasser sich selbst und die Gegenstände der Verehrung. Man meditiere erneut und stelle [die Gottheit] in die Mitte des achtblättrigen Lotus. Nach Verehrung mit fünf Gaben [verehre man] auf den Blättern, beginnend im Osten: „Oṃ, für Vakratuṇḍa, svāhā!“ Ebenso für Ekadanta, Lambodara, Vikaṭa, Vighneśa, Gajavaktra, Vināyaka und Gaṇapati; in der Mitte für Hastimukha. Überall steht svāhā am Ende. Man verehre die Gottheit erneut dreimal, vollziehe Japa nach Vermögen und widme es. Man bringe die Opferspeise als Bali herbei und gebe sie mit „Oṃ, Ucchiṣṭagaṇeśa, Mahākāla, dies ist das Bali; Verehrung!“, danach Wasser zur Mundspülung und die weiteren Gaben. Wer eine besondere Frucht wünscht, bringe nochmals mit „Oṃ hrāṃ hrīṃ hraiṃ hrūṃ svāhā“ ein Bali dar. Dann werfe man eine Blume nach Süden und entlasse [die Gottheit] mit „Verzeihe!“
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P2-1375 · 21
[Ucchiṣṭagaṇeśa-Yantra, Abbildung 39.] Sein Puraścaraṇa umfasst 16.000 Wiederholungen. Ferner: „Vom vierten Mondtag der dunklen Hälfte bis zum vierten der hellen Hälfte wiederhole man täglich tausendmal, unter Einhaltung der Regel hinsichtlich einer Frau. Man bade [die Gottheit] täglich mit Honig; die Opferspeise ist Rohzucker-Milchreis. Nach dem Essen, im Ucchiṣṭa-Zustand, vollziehe man täglich Japa [mit dem Gedanken]: Ich bin Gaṇeśa, stets geliebt. Man fertige aus weißem Arka oder rotem Sandelholz eine daumengroße Gestalt und weihe sie in Gegenwart von Brahmanen, Feuer und Guru. Nach 16.000 Wiederholungen wird das Mantra sicher vollkommen wirksam.“ „Frau“ bedeutet, dass beim Umgang mit einer Frau eine Regel zu beachten ist, nicht eine Regel des Verzichts; denn dafür besteht hier kein Anlass, es wäre unpassend, und der Text verlangt den Zustand ohne rituelle Mundspülung. [Die Begründung ist in der überlieferten Prosa sehr knapp.]
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P2-1376 · 22
Denn auch ein anderes Tantra sagt: „Im Ucchiṣṭa-Zustand und unrein geworden führe man Japa und Verehrung aus. Außerhalb des Ucchiṣṭa-Zustands gelingt es nicht; deshalb verfahre man so.“ Nach Ansicht einiger gibt es keine [äußere] Verehrung; man vollziehe Japa im Geist. Nach Ansicht anderer entfallen Hand- und Körper-Nyāsa; man vergegenwärtige sich das zuvor Gesagte: „Ich bin Gaṇeśa.“ Nach Gargas Ansicht halte man sich in einem einsamen Wald auf, mit rotem Sandelholz bestrichen und mit Betel im Mund, im Ucchiṣṭa-Zustand, und vollziehe Japa. Nach Ansicht einiger wiederhole man das Mantra, mit sämtlichem Schmuck geschmückt, in allen Zuständen. Nach einer anderen Ansicht verehre man [die Gottheit] und kaue dabei ein Modaka; nach Bhṛgus Ansicht esse man eine Frucht. Nach Vibhīṣaṇas Ansicht bringe man Fleisch als Opferspeise dar und esse ebendieses.
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P2-1377 · 23
Nun die besondere Anwendung: „Am Königstor, im Wald, in einer Versammlung, im Rat des Geschlechts, bei Streit und Rechtsverfahren, im Kampf und in Bedrängnis durch Feinde, in einem Boot, im Dickicht, beim Würfelspiel und in Unglück, bei einem Dorfbrand, einem Angriff durch Räuber und bei Gefahr durch Löwen, Tiger und weitere Tiere: Allein durch das Gedenken an den Gott wird alles vertrieben. All dies verschwindet rasch, wie die Dunkelheit durch die Sonne.“
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P2-1378 · 24
Ferner: „Ucchiṣṭagaṇeśa wurde vom verständigen König der Yakṣas mit Gaben verehrt und verleiht zuverlässig die gewünschte Frucht. Nachdem dieser so verfahren war, gelangte er zur Herrschaft über den Reichtum.“ [Die Schlusszeile mit vyayasthāntu ist beschädigt; eine sichere vollständige Syntax ist nicht herstellbar.]
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P2-1379 · 25
„Durch ein Feueropfer mit Apāmārga-Opferhölzern erlangt man sicher glückliche Fügung. Der Mantrakundige [bespreche sie] mit 108 Wiederholungen des Grundmantras.“
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P2-1380 · 26
Ferner: „Einen aus Affenknochen gefertigten, mit dem Mantra besprochenen Pflock vergrabe man im Haus einer Person; dadurch erfolgt deren vollständige Vertreibung.“
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P2-1381 · 27
„Vergräbt man ihn auf deren Marktstraße, zerstört man den Kauf und Verkauf. Vergräbt man ihn im Haus eines Schankwirts, wird dessen alkoholisches Getränk verdorben.“
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P2-1382 · 28
„Vergräbt man ihn im Haus einer Prostituierten, findet sie keinen Kunden. Vergräbt man ihn im Haus eines Mädchens, findet gewiss keine Heirat statt.“
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P2-1383 · 29
„Einen aus menschlichem Knochen gefertigten, mit dem Mantra besprochenen Pflock vergrabe man im Haus einer Person; ihr Tod ist dann sicher.“
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P2-1384 · 30
„Wird [der Pflock] herausgezogen, kehrt Gesundheit ein: Darin stimmen alle überein. Wessen Namen man bei tausend Wiederholungen des Mantras nennt, der wird gefügig.“
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P2-1385 · 31
„Durch fünftausend Feueropfergaben heiratet man eine vorzügliche Frau. Durch zehntausend Feueropfergaben wird ein König sogleich gefügig.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1386 · 32
„Durch 100.000 Wiederholungen wird ein König gefügig; durch 200.000 ganze Reihen von Königen. Durch 1.000.000 wird dessen Reich einem in jeder Hinsicht gefügig.“
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P2-1387 · 33
„Durch zehn Millionen Wiederholungen erlangt man die großen Vollkommenheiten, beginnend mit Aṇimā, ohne Zweifel. Man erlangt dauerhaft die Fähigkeit, im Luftraum zu wandeln, und Allwissenheit entsteht.“
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P2-1388 · 34
„Schreibt man das Mantra nieder und trägt es am Kopf oder Hals, entstehen ganz sicher glückliche Fügung und umfassender Schutz.“
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P2-1389 · 35
Nun das Dhanadā-Mantra: „Man nehme den vierten [Laut] der tu-[Gruppe], verbunden mit Bindu, dann das Lajjā-Bīja und das Lakṣmī-Bīja, o Göttin, sowie die Anrufung Ratipriyā. Mit der Gemahlin des Feuers abgeschlossen, wird dies als der allerhöchste König der Mantras bezeichnet.“ [Der vierte Laut der t-Gruppe ist dha; die Vokalangabe der knappen Verschlüsselung ist nicht eindeutig. Ratipriyā bedeutet „der Liebesfreude zugeneigt“; der Abschluss ist svāhā.]
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P2-1390 · 36
In einem anderen Tantra: „Der vierte [Laut] der tu-[Gruppe] mit Bindu, der Lakṣmī-Praṇava und das Māyā-Bīja; dann die Anrufung Ratipriyā, abgeschlossen mit der Gemahlin des Feuers: Dies wird als der allerhöchste König der Mantras bezeichnet.“ Lakṣmī-Praṇava bedeutet das Śrī-Bīja. Dieses Mantra wurde von Kubera gebilligt.
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P2-1391 · 37
Seine Verehrung: Nach den Morgenhandlungen und allem bis zur Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Kubera!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Paṅkti!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Dhanadā!“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1392 · 38
Dann Hand- und Körper-Nyāsa: „Hrāṃ, für die beiden Daumen, svāhā!“ und so weiter; ebenso am Herzen und den weiteren Stellen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1393 · 39
Dann die Meditation: „Man meditiere über die Reichtum verleihende Göttin: Sie strahlt wie das Innere von Safran, zeigt beginnende Jugend, hat Arme so zart wie Lotusstängel und ist mit Armreifen und Schmuck an den Gliedern geschmückt. Ihre beiden Lotusfüße sind von Fußreifen umgeben. Sie trägt Rubinketten, Krone, Ohrringe und weiteren Schmuck; ihre Augen gleichen blauen Wasserlilien, leicht erhobene Brüste schmücken sie. In ihren Händen bewegt sie einen Lotus; sie trägt rote Kleidung und rote Körperschminke. Inmitten einer goldenen Einfriedung sitzt sie auf einem edelsteinbesetzten Thron am Fuß eines wunscherfüllenden Baumes.“ Nachdem man so meditiert hat, verehre man sie mit geistigen Gaben und beginne die äußere Verehrung.
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P2-1394 · 40
Das Verehrungs-Yantra: „Man zeichne ein aus neun Yonis bestehendes Cakra auf dem Lotuszentrum, dazu einen zehnblättrigen Lotus und außen ein Viereck. In die Ecken zeichne man Donnerkeile und in die Mitte das Bīja.“ [dik, die Richtungen, bezeichnet als Zahlwort zehn.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1395 · 41
[Abbildung 40.] Dann die Bereitung des Arghya: Man wasche das Gefäß mit „phaṭ“, fülle es mit Wasser unter „namaḥ“, gebe mit Praṇava Duftstoffe und Blumen hinein, rufe die heiligen Gewässer herbei und zeige die Dhenu-Mudrā. Man wiederhole darüber zehnmal das Grundmantra, gieße etwas von diesem Wasser in das Sprenggefäß und besprenge sich selbst und die Gegenstände der Verehrung dreimal mit dem Grundmantra. Dann vollziehe man die Pīṭha-Verehrung von Ādhāraśakti bis „Hrīṃ, Verehrung dem Erkenntnis-Selbst!“, verehre in der Mitte mit „Oṃ, Verehrung dem Lotussitz!“, meditiere erneut, rufe [die Göttin] herbei und verehre sie mit fünf Gaben.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1396 · 41ka
Dann zeige man die Yoni-Mudrā und verehre an den Staubfäden, in den Ecken beginnend mit Südosten, in der Mitte und in den Richtungen mit den sechs Gliedern, beginnend mit „Hrāṃ, Verehrung dem Herzen!“ Dann verehre man auf den Blütenblättern, beginnend im Osten: „Oṃ, Verehrung Lakṣmī!“; ebenso Padmā, Padmālayā, Śrī, Haripriyā, Tārā, Kamalā, Cañcalā, Ajā und Lolā. In der Mitte verehre man die Göttin erneut. Dann vollziehe man Japa nach Vermögen, widme das Japa und entlasse sie mit „Verzeihe!“
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P2-1397 · 42
Sein Puraścaraṇa umfasst 100.000 Wiederholungen. Ferner: „Man vollziehe Japa mit einer Gebetskette aus Edelsteinen oder anderen [geeigneten Stoffen]. Bei 100.000 Wiederholungen [erlangt man] die Vollkommenheit des Mantras; man führe das Puraścaraṇa aus.“
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P2-1398 · 43
„Wie möge der Praktizierende die schönen Anwendungen ausführen? Wenn man sieben Tage lang nachts jeweils achttausendmal Japa vollzieht, ist dadurch das Puraścaraṇa samt den weiteren Vorschriften vollständig vollendet.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1399 · 44
„Was ist hier schwer zu erlangen, o Göttin, wenn ein Mensch die Praxis ausführt? Ob er gegessen oder noch nicht gegessen hat, nachdem er Milchreis dargebracht hat, ob er zehnmal [gereinigt hat] oder ohne Reinigung, ob in schmutzigen Kleidern: Wer dieser Vidyā gedenkt, o Göttin, wird von Armut nicht überwältigt.“ [Die Zeile über die zehnfache Handlung ist grammatisch beschädigt; der genaue Reinigungsvorgang bleibt offen.]
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P2-1400 · 45
„Täglich verehre man ehrerbietig Kāma an der Seite der Göttin. Dadurch empfindet die Göttin große Freude und gewährt das gewünschte Ziel.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1401 · 46
„Nach der Verehrung kommt nachts die Göttin, die Herrin des Reichtums. Sie legt ihren gesamten Schmuck ab, schenkt ihn [dem Praktizierenden] und geht in ihre eigene Wohnstatt.“
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P2-1402 · 47
„Nachdem sie reichlich Vermögen gegeben und die Wünsche des Praktizierenden erfüllt hat, o Maheśānī, wird die Heilbringende ihm gefügig.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1403 · 48
„Oder, o Maheśānī, man gebe [ihr] stets voller Hingabe eine Salbung mit Sandelholz, um die Armut beständig zu besänftigen.“ [tasmai steht im Ausgangstext im Maskulinum.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1404 · 49
„Die große Göttin ist mit Sandelholz gesalbt zu verehren. Täglich ist ihr Opferspeise darzubringen, um die Armut zu besänftigen.“
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P2-1405 · 50
„Die Yakṣiṇī selbst spricht: Für den Menschen, der meiner gedenkt, beseitige ich die Armut wie eine Dienerin.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1406 · 51
„Tausend [Wiederholungen] an sieben [Tagen] gelten als Puraścaraṇa. Ebenso ist mit Ghee, Zucker und Honig ein Feueropfer im Umfang eines Zehntels auszuführen, damit die Armut augenblicklich besänftigt wird.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1407 · 52
„Die große Göttin ist auf einer mit Sandelholz bestrichenen [Unterlage] zu verehren. In einem Kupfergefäß soll man ebenso ein wunderschönes Maṇḍala herstellen.“
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P2-1408 · 53
„Dort ist die Göttin vom Verständigen auf diese Weise zu verehren. Wie könnte er Armut befürchten? Er wird zum Besitzer von Millionen.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1409 · 54
„Körper-Nyāsa und Hand-Nyāsa [sind auszuführen]; die Gottheit dieses [Mantras ist auch] an den Gliedern [gegenwärtig]. Nach Kuberas Lehre werden ihre Verehrung und die weiteren Handlungen stets vollzogen.“ [Die erste Zeile ist syntaktisch unvollständig.]
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P2-1410 · 55
Nun das Śmaśānakālī-Mantra. Im Kālītantra: „Vāṇī, Māyā, danach Lakṣmī und das Kāma-Bīja; man schreibe kālike, umschlossen von diesen vier Bījas. O Herrin der Götter, die elfsilbige [Vidyā] verleiht die vier Lebensziele.“ [Die Anrufung kālike bedeutet „O Kālī!“]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1411 · 56
[Śmaśānakālī-Yantra, Abbildung 41.] Ihr Yantra: „Ein achtblättriger Lotus, ein Kreis und außerhalb das Erdquadrat mit vier Toren; in die Mitte schreibe man das Grundmantra. Auf die acht Blätter schreibe man die acht Lautgruppen, beginnend mit der ka-Gruppe. In die vier Teile des Erdquadrats schreibe man die ersten vier [Bījas], beginnend mit Osten und endend im Norden. In der Mitte verehre man die Göttin.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1412 · 57
Das Verfahren der Verehrung: Nach den Morgenhandlungen und allem bis zur Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Bhṛgu!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Nivṛt!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Śmaśānakālikā!“, im Genitalbereich „Verehrung dem Vāk-Bīja!“, an den Füßen „Hrīṃ, Verehrung der Śakti!“, am gesamten Körper „Verehrung dem Kāma-Bīja als Kīlaka!“
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P2-1413 · 58
Dann Hand- und Körper-Nyāsa: „Aiṃ, Verehrung den beiden Daumen! Hrīṃ, den beiden Zeigefingern, svāhā! Śrīṃ, den beiden Mittelfingern, vaṣaṭ! Klīṃ, den beiden Ringfingern, hūṃ! Kālike, den beiden kleinen Fingern, vauṣaṭ!“ Dann die Folge von klīṃ bis zum anfänglichen Vāgbhava-Bīja an Handflächen und Handrücken, mit phaṭ. Ebenso an Herz und den weiteren Körperstellen.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1414 · 59
Dann die Meditation: „Die Göttin gleicht einem Berg aus schwarzer Augensalbe und wohnt auf dem Verbrennungsplatz. Sie hat rote Augen, offenes Haar und ist durch reines Fleisch überaus furchtbar. Sie ist gelbäugig; in der linken Hand hält sie [ein Gefäß] voller Alkohol mit Fleisch, in der rechten einen frisch abgetrennten Kopf. Die Heilbringende hat ein lächelndes Gesicht und ist stets damit beschäftigt, rohes Fleisch zu kauen. Ihre Glieder sind mit vielfältigem Schmuck geschmückt; sie ist nackt und stets von alkoholischen Getränken berauscht.“ [Die Angabe śuddhamāṃsa, „reines Fleisch“, bleibt in dieser Form ungewöhnlich.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1415 · 60
„Nachdem man so meditiert hat, wiederhole man [das Mantra] der Göttin besonders auf dem Verbrennungsplatz. Auch ein Haushalter [kann dies] zu Hause mit guten Speisen aus Fisch und Fleisch [ausführen]. Nackt geworden vollziehe man besonders nachts die große Verehrung.“
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P2-1416 · 61
Die Verehrung: Man meditiere, verehre mit geistigen Gaben und bereite das Arghya. Man meditiere erneut und verehre mit fünf Gaben; auf den Blütenblättern verehre man Brāhmī und die übrigen [Mütter]. Außerhalb davon verehre man die Bhairavas, beginnend mit Asitāṅga.
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1417 · 62
Ihr Puraścaraṇa umfasst 1.100.000 Wiederholungen. Ferner: „Man wiederhole das Mantra je Silbe 100.000-mal und bringe ein Zehntel davon als Feueropfer dar.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1418 · 63
Ein anderes Mantra, ebendort: „Man schreibe das Kāma-Bīja, dann kālikāyai und schließe mit namaḥ. O Herrin der Götter, dies ist das vorzügliche siebensilbige Mantra. Die sechs Glieder gehören der Göttin Kālikā; alles Weitere ist wie zuvor.“ „Der Göttin Kālikā“ bedeutet: mit ihrem eigenen Bīja. [kālikāyai namaḥ bedeutet „Verehrung Kālikā!“]
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P2-1419 · 64
Das Bagalāmukhī-Mantra. In einem anderen Tantra heißt es: „Ich werde die Brahmā-Waffe beschreiben, die sofort eine sichtbare Wirkung hervorbringt, zum Wohl der Praktizierenden und zur Lähmung der Gegner. Schon durch das Gedenken an sie wird selbst der Wind unbeweglich.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1420 · 65
„Praṇava, Sthiramāyā, danach bagalāmukhi; darauf sarvaduṣṭānāṃ, dann vācaṃ mukhaṃ stambhaya; danach die beiden Wörter jihvāṃ kīlaya, dann buddhiṃ nāśaya; darauf schreibe man Sthiramāyā, erneut oṃ und dann svāhā. Diese sechsunddreißigsilbige Vidyā verleiht sämtliche Güter.“ Sthiramāyā ist hlīṃ. Ferner: „Māyā ohne Feuer, mit Indra verbunden, wird Sthiramāyā genannt.“ [Der Mantrasatz bedeutet: „O Bagalāmukhī, lähme die Rede und den Mund aller Übeltäter! Nagel ihre Zunge fest! Vernichte ihre Einsicht!“; die Bījas und svāhā sind Mantralaute.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1421 · 66
In einem anderen Tantra: „Māyā ohne Feuer, mit Indra verbunden, bagalāmukhi, gefolgt von sarva; man spreche duṣṭānāṃ vācaṃ, dann mukhaṃ stambhaya; jihvāṃ kīlaya und buddhiṃ vināśaya. Danach erneut das Bīja, Tārā und als Abschluss die Gemahlin des Feuers. Die mit Tārā beginnende Bagalāmukhī-[Vidyā] hat vierunddreißig Silben.“ Auch dies ist ein anderes Mantra. [Die Anrufung bedeutet: „O Bagalāmukhī, lähme die Rede und den Mund aller Übeltäter! Nagel ihre Zunge fest! Vernichte ihre Einsicht!“; vināśaya ersetzt hier nāśaya.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1422 · 67
Die Verehrung dieser beiden: Nach den Morgenhandlungen und allem bis zur Atemregelung führe man den Nyāsa des Sehers und der weiteren Zuordnungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Nārada!“, am Mund „Verehrung dem Versmaß Triṣṭubh!“, im Herzen „Verehrung der Gottheit Bagalāmukhī!“, im Genitalbereich „Hlīṃ, Verehrung dem Bīja!“, an den Füßen „Svāhā, Verehrung der Śakti!“ „Nārada ist der Seher dieses [Mantras] am Kopf; Triṣṭubh ist das Versmaß am Mund. Dann setze man die Göttin Śrī Bagalāmukhī im Herzen ein, das Bīja hlīṃ im Genitalbereich und die Śakti svāhā an den Füßen.“
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1423 · 68
Dann Hand- und Körper-Nyāsa: „Oṃ hlīṃ, Verehrung den beiden Daumen! Bagalāmukhi, den beiden Zeigefingern, svāhā! Sarvaduṣṭānāṃ, den beiden Mittelfingern, vaṣaṭ! Vācaṃ mukhaṃ stambhaya, den beiden Ringfingern, hūṃ! Jihvāṃ kīlaya kīlaya, den beiden kleinen Fingern, vauṣaṭ! Buddhiṃ vināśaya hlīṃ oṃ svāhā, den Handflächen und Handrücken, phaṭ!“ Ebenso am Herzen und den weiteren Körperstellen. [Die Wortabschnitte bedeuten der Reihe nach: „O Bagalāmukhī“; „aller Übeltäter“; „lähme Rede und Mund“; „nagel die Zunge fest, nagel sie fest“; „vernichte die Einsicht“.] So auch im Divyatantra: „Mit den aus dem Mantra stammenden Silbenabschnitten von zwei, fünf, fünf, sieben, [ahi-śeṣa] Silben führe man den Hand- und Körper-Nyāsa an Fingern und Handflächen aus.“ [Die verschlüsselte Zahlenfolge yugmabāṇeṣusaptāhiśeṣārṇa ist teilweise unklar.]
Textvergleich: IAST · Devanagari
P2-1424 · 69
Dann füge man dem Grundmantra im Mūlādhāra hinzu: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen Bagalāmukhīs, die das Ātma-Tattva durchdringt.“ Am Kopf füge man hinzu: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen Bagalāmukhīs, die das Vidyā-Tattva durchdringt.“ Am ganzen Körper füge man hinzu: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen Bagalāmukhīs, die sämtliche Tattvas durchdringt.“ Ferner: „Am Scheitel, an der Stirn, an beiden Augen, beiden Ohren, beiden Wangen und beiden Nasenseiten, beiden Lippen, am Umkreis des Mundes, an der rechten Schulter und am Ellenbogen, am Handgelenk, an den Fingerwurzeln, am Hals, an beiden Brüsten, im Herzen, am Nabel, an der Hüfte, im Genitalbereich, an der linken Schulter, am Ellenbogen, am Handgelenk und an den Fingerwurzeln; dann rechts und links an Oberschenkeln, Knien, Knöcheln und Zehenwurzeln: Nachdem man dort der Reihe nach die Mantrasilben eingesetzt hat, meditiere man vorschriftsgemäß.“
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P2-1425 · 70
Dann die Meditation: „Ich vergegenwärtige mir die Göttin, ganz gelb gefärbt, auf einem Thron auf einer Edelsteinterrasse in einem Juwelenpavillon mitten im Nektarmeer. Ihre Glieder sind mit gelben Gewändern, Schmuck und Girlanden geschmückt; sie hält einen Hammer und die Zunge des Feindes. Ich verneige mich vor der zweiarmigen Göttin in prächtigen gelben Gewändern, die mit der linken Hand die Zungenspitze ergreift und die Feinde durch den Keulenschlag ihrer Rechten quält.“ Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, beginne man die äußere Verehrung.
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P2-1426 · 71
Zuerst bereite man das Arghya: Man zeichne ein acht Fingerbreiten großes Viereck und verehre in den Ecken, beginnend mit Nordosten, und in den Richtungen, beginnend mit Osten, mit Blumen, ungebrochenen Reiskörnern, rotem Sandelholz und Elefantenbrunstsekret unter dem Mantra „Glauṃ, Verehrung Gaṇapati!“ Mit diesem Sekret oder mit Honig fülle man das Arghya-Gefäß. Dann verehre man dreimal mit der Grund-Vidyā und vollziehe den Glieder-Nyāsa. Man zeige Dhenu- und Yoni-Mudrā und besprenge mit diesem Wasser sich selbst und die Gegenstände der Verehrung.
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P2-1427 · 72
Ihr Yantra: Ein Dreieck, ein Sechseck, ein Kreis, ein achtblättriger Lotus, versehen mit einem Bhūpura, der äußeren quadratischen Einfriedung.
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P2-1428 · 73
Dann spreche man das Grundmantra und „Oṃ, Verehrung dem Lotussitz der tragenden Śakti!“; ebenso „Verehrung dem Śakti-Lotussitz!“ Man meditiere wie zuvor, rufe [die Göttin] auf dem Pīṭha herbei und setze die sechs Glieder ein. Dann zeige man die Mudrās und verehre vor sich das Maṇḍala mit den sechs Gliedern. Man bespreche [das Wasser] mit dem Grundmantra, zeige Dhenu- und Yoni-Mudrā und gebe drei Tropfen mit den Tattvas Ātma, Vidyā und Śiva in den Mund. Mit verbundenem Zeigefinger und Daumen befriedige man Bagalāmukhī samt ihren Gliedern und Umkreisgottheiten durch Tarpaṇa.
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P2-1429 · 73ka
Dann verehre man mit den verfügbaren Gaben und beginne die Verehrung der Umkreisgottheiten. An den sechs Ecken: im Osten „Oṃ, Verehrung Subhagā!“; im Südosten Bhagasarpiṇī, im Nordosten Bhagavahā, im Westen Bhagasiddhā, im Südwesten Bhaganipātinī, im Nordwesten Bhagamālinī. Dann sind auf den acht Lotusblättern Brāhmī und die übrigen [Mütter] zu verehren; an den Blattspitzen „Oṃ, Verehrung Jayā!“ sowie Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Stambhinī, Jambhinī, Mohinī und Ākarṣiṇī. An den Toren „Oṃ, Verehrung Bhairava!“ Außerhalb verehre man Indra und die übrigen [Welthüter] sowie Vajra und die übrigen [Waffen]. Dann gebe man Räucherwerk und die weiteren Gaben, vollziehe Japa nach Vermögen, zeige die Dreizack-Mudrā, bringe drei Hände voll Blumen dar und zeige der Göttin die Yoni-Mudrā. Danach bringe man Bhairava ein Bali dar und vollende die Handlungen bis einschließlich der Entlassung.
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P2-1430 · 74
[Bagalāmukhī-Yantra, Abbildung 42.] Ihr Puraścaraṇa umfasst 100.000 Wiederholungen. Ferner: „In gelbe Gewänder gekleidet und nach Osten gewandt wiederhole man das Mantra 100.000-mal mit einer Gebetskette aus Kurkuma-Knoten. Stets dem Brahmacarya zugewandt, rein und ganz der Meditation hingegeben, bringe man mit Priyaṅgu-Blüten und gelben Blumen Feueropfer dar.“
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P2-1431 · 75
Beim zweiten Mantra sind Nyāsa und alles Weitere wie zuvor. Die Meditation: „[Man meditiere über] die erhabene, von Rausch erfüllte Göttin, die wie Gold strahlt; vierarmig, dreiäugig, auf einem Lotussitz. Rechts [hält sie] den Hammer, links die Schlinge, dazu eine Zunge und einen Donnerkeil. Sie trägt gelbe Gewänder und hat feste, volle Brüste; sie ist mit goldenen Ohrringen geschmückt, trägt eine gelbe Mondsichel als Kopfschmuck und gelben Schmuck und sitzt auf einem Edelsteinthron.“ [Die genaue Verteilung sämtlicher vier Gegenstände auf die Hände ist nur teilweise angegeben.]
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P2-1432 · 76
Nun die Anwendung: „Sie bewirkt die Lähmung der Rede und Bewegung und die Vernichtung der Einsicht der Übeltäter. Für Anwendungen mit Japa und Feueropfer wiederhole man das Mantra zehntausendmal.“
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P2-1433 · 77
„Nachts opfere man Salz mit Kurkuma und Auripigment. Dadurch lähmt man die feindlichen Heere; daran soll kein Zweifel bestehen.“
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P2-1434 · 78
„Oder man bringe gelbe Blumen, bestrichen mit den drei Süßstoffen, als Feueropfer dar. Bei sämtlichen Lähmungsanwendungen bringt diese Anwendung eine erkennbare Wirkung hervor.“
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P2-1435 · 79
Das Yantra: „Man schreibe zwei einander zugewandte oṃ-Zeichen, deren Köpfe nach oben und unten weisen. In ihre Mitte setze man den Namen des Ziels und außen die drei Buchstaben: das dritte Bīja der zweiten Lautgruppe, geschmückt mit Bindu und dem vierzehnten Vokal, verbunden mit Erde. Man umschließe es mit ṭha und außen mit einem Viereck. An dessen Ecklinien füge man leere [Kreise] hinzu und zeichne acht Donnerkeile. Zu beiden Seiten der Mittellinie des Dreizacks [setze man] die Erd-Bījas in allen acht Ecken. Außerhalb schreibe man Bagalā, dazwischen Erde und außen den Kreis der Mātṛkā-Laute. Danach umschließe man es achtfach; außerhalb davon mit Sthiramāyā, die durch das Aṅkuśa-Bīja begrenzt ist und deren Fuß mit Nāda verbunden ist. Man zeichne die Umschließung wie zuvor und danach Bagalāmukhī. Auf einer Tafel oder Steintafel schreibe man mit Kurkuma, Unmatta und Auripigment [das Yantra] für göttliche Lähmung und Mundlähmung und trete fest darauf. Bei einem Streit zeichne man das Yantra mit denselben Stoffen auf Birkenrinde. Man nehme Ton vom Töpferrad entgegen seiner Drehrichtung und forme daraus einen Stier. Man lege das Yantra darauf, bestreiche ihn mit Auripigment und lege eine gelbe Schnur in seine Nase. Im eigenen Haus verehre man diesen [Stier beziehungsweise das Diagramm] täglich mit gelben Gaben. Dadurch wird sogar der Mund eines Übeltäters gelähmt, selbst wenn er Vācaspati ist.“ [Die Diagrammanweisungen sind stellenweise beschädigt: pṛthivīgata, bāye und catuṣkoṇa im Schlussvers lassen sich nicht sicher räumlich zuordnen. Unmatta bezeichnet gewöhnlich Datura; das dritte Zeichen der zweiten Konsonantengruppe wäre ja. Die genaue Bīja-Bildung bleibt wegen der überlieferten Verschlüsselung unsicher.]
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P2-1436 · 80
[Bagalāmukhī-Yantra zum Tragen, Abbildung 43.] Im Viśvasāra: „Kālī, Tārā, die Mahāvidyā Ṣoḍaśī, Bhuvaneśvarī, Bhairavī, Chinnamastā, die Vidyā Dhūmāvatī, Bagalā, die vollkommene Vidyā Mātaṅgī und Kamalātmikā: Diese zehn Mahāvidyās werden als vollkommene Vidyās bezeichnet.“ [Im Sanskrit steht bhairavo, die männliche Form Bhairava; die bekannte weibliche Form Bhairavī ist hier als kontextbezogene Lesung wiedergegeben.]
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P2-1437 · 2
Damit endet das zweite Kapitel des von Kṛṣṇānanda Bhaṭṭācārya verfassten Tantrasāra.
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Weiterführendes Studium
Die Einordnung, Erläuterungen zur Textgrundlage und Grenzen unsicherer Lesarten findest du im Hauptartikel. Die vollständige Übersetzung ermöglicht das Studium im Zusammenhang; die Lehr- und Gebetsauswahl vertieft ausgewählte Themen. Begleitend bietet das folgende Yoga-Vidya-Video eine heutige Erläuterung; es ist kein Kommentar zu jeder historischen Ritualvorschrift.
Siehe auch
- Kularnava Tantra
- Mantramahodadhi
- Sharada Tilaka Tantra
- Prapanchasara Tantra
- Nityotsava
- Shri Vidyarnava Tantra
- Shakta Pramoda
- Mahakala Samhita
- Rudrayamala Tantra
- Kulacudamani Tantra
- Nitya Shodashikarnava
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