Mühelosigkeit

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Mühelosigkeit - eine Tugend. Was ist die Bedeutung des Begriffs Mühelosigkeit? Wie wird dieses Wort verwendet? Wozu ist Mühelosigkeit eine gute Bezeichnung? Was sind Synonyme und Antonyme von Mühelosigkeit? Umfangreicher Artikel mit Vortragsvideo und Tipps. Mühelosigkeit bedeutet, dass man etwas ohne allzu große Anstrengung erledigt hat. Wer etwas regelmäßig macht, der kann es mit großer Mühelosigkeit erledigen.

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Manchmal gibt es aber auch scheinbare Mühelosigkeit. Manchmal bedarf es großer Anstrengung, damit etwas mühelos aussehen kann. Allgemein gilt: Wer nur das tut, was er mit Mühelosigkeit erledigen kann, der wird wenig wachsen, wenig Neues lernen. Es gilt immer wieder neue Mühen auf sich zu nehmen. So wächst man, so lernt man, auch spirituell. Wenn man gelernt hat, wie schön und beflügelnd es sein kann, Mühen auf sich zu nehmen, der kann sogar neues Anstrengendes mit Mühelosigkeit erledigen.

Mühelosigkeit und Anstrengung - eine hilfreiche Tugend auf dem spirituellen Weg

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Auf dem spirituellen Weg gibt es viele Empfehlungen und viele Empfehlungen, die auch in der Polarität sind. So gibt es die Mühelosigkeit und die Anstrengung. Auf dem spirituellen Weg gilt es zum einen, sich anzustrengen, auf dem spirituellen Weg gilt es aber auch, mühelos zu sein. Es gibt als Ideal die Mühelosigkeit und es gibt als Ideal auch die Anstrengung. Nicht umsonst sagen, bei Faust von Goeth, zum Schluss die Stimmen aus dem Himmel: "Wer ständig strebend sich bemüht, den können wir erlösen." Also, ein gewisses Bemühen auf dem Weg ist notwendig.

Wenn du morgens aufstehst, das ist es nicht immer so einfach, sich gleich nach dem aufstehen hinzusetzen für die Meditation. Wenn du anschließend deine Yogaübungen machst, ist das auch nicht immer nur einfach. Wenn jemand dich um einen Gefallen bittet und du eigentlich schon müde bist, musst du dich wieder bemühen, den Gefallen zu tun. Wenn du jemand siehst, der deine Hilfe braucht und eigentlich hast du dich schon so gefreut auf einen geruhsamen Abend, dort gilt es, dir einen sprichwörtlichen Tritt in den Hintern zu geben und es zu tun.

Also, manchmal ist der Weg anstrengend. Genauso auch, angenommen, du arbeitest an deinem Geist und du willst liebevoller werden und du willst einen weniger unruhigen Geist haben, dann gilt es, dich immer wieder zu bemühen, immer wieder anzustrengen. Das ist manchmal auch tatsächlich anstrengend, manchmal denkst du einfach: "Ich schimpfe jetzt einfach, wenn mir danach ist. Und wenn ich jetzt irgendwo irgendwas essen will, auch wenn es ungesund ist, ich esse es jetzt einfach." Manchmal hast du dieses rebellische Kind in dir. Und manchmal mag das ja auch ok sein, aber diese Anstrengung ist durchaus notwendig.

Aber es gibt auch den zweiten Aspekt auf dem spirituellen Weg, das ist die Mühelosigkeit. Die Mühelosigkeit ist auch eine wichtige Tugend. Manches wird viel einfacher, wenn du es fließen lässt, manches wird viel einfacher, wenn du dich nicht damit identifizierst. Tatsächlich ist es so, wenn du dich ganz mit Gott verbindest, mit einem Göttlichen, mit der höheren Gegenwart, mit den Tiefen deines Selbst, dann fließt es, dann wird es mühelos. Wenn du in diesen Flow hineinkommst, in dieses Fließgefühl, wird es leicht.

Z.B., ich weiß, dass viele, die diese Vorträge lesen, Yogalehrer sind, wenn du einen neuen Kurs gibst, am Anfang magst du vielleicht dir überlegen: "Wie könnte ich den Kurs genau strukturieren und was erwarten die Teilnehmer von mir und was will ich ihnen geben usw." Und dann gehst du in die Stunde hinein und plötzlich, alle Gedanken wie weggeblasen, es fließt durch dich hindurch, es ist ganz mühelos, du fühlst dich geführt und getragen und es ist einfach ein schönes Gefühl der Mühelosigkeit.

Oder genauso, angenommen, du bist irgendwo engagiert im Alltag, vielleicht ist es am Anfang eine gewisse Überwindung, aber dann hast du dich überwunden, von ganzem Herzen begibst du dich rein und dann fällt alles leicht und dir geht alles mühelos von der Hand. So ist es oft so. Du musst zuerst den Berg überwinden, der sich vor deinem geistigen Auge aufgebaut hat und dann geht alles mühelos, es fließt. So ist es auch, wenn es dir gelingt, wirklich Gott um Hilfe zu bitten und du sagst:

"Oh Gott, dein Wille geschehe. Nicht ich will es tun, bitte, wirke du durch mich. Ich bin nur ein Instrument, letztlich wirkst du sowieso durch mich. Mache mir bewusst, dass du durch mich wirkst." Wenn du so alles Gott übergibst, dann wird es leicht, dann wird es mühelos. Alles Gott zu übergeben, kann wieder eine Anstrengung sein, aber wenn du diese Anstrengung überwunden hast, wird es mühelos. Und manchmal gibt es diese Mühelosigkeit auch in Extremen.

Der Swami Vishnudevananda, mein Meister, hat uns öfters auch darin ausgebildet, auch anstrengendste Dinge zu tun und dann in die Mühelosigkeit hineinzufallen. Ich kann mich erinnern, das war 1983, Global Village Peace Festival, großes Festival in Berlin, da ist er auch mit seinem Flugzeug über die Mauer geflogen, da gab es einen Feuerlauf, da gab es ein größeres Ritual mit südindischen und malaysischen Priestern, da gab es die NATO und Warschauer Pakt Generals for Peace und da gab es alle möglichen Leute. Es war ein riesen Organisationsaufwand und wir waren eigentlich nur ein halbes Dutzend Leute, die das alles zu machen hatten. Sehr viel zu tun, unglaublich viel zu tun, fast keine Zeit zum Schlafen, von morgens bis abends waren wir da.

Am Anfang haben wir gedacht: "Wie soll das gehen?" Aber dann haben wir losgelassen und haben gesagt: "Oh Gott, wirke du durch uns." Und dann gab es eine Mühelosigkeit, es ist alles irgendwie geflossen, irgendwie ist es geschehen, wir hatten nicht das Gefühl, "wir sind der Handelnde", das ging auch gar nicht, zu denken, "wir sind der Handelnde", es war nicht menschenmöglich, das alles zu machen. So haben wir das Gefühl gehabt, Gott wirkt durch uns. Und dieses Gefühl habe ich seitdem immer wieder, immer dieses Gefühl, wenn ich mich ganz Gott hingebe, dann geht alles.

Das ist die beste Vorbeugung gegen jede Art von Burnout. Es ist das Jahr 2015 und seit ein paar Jahren haben Menschen viel Angst immer vor Burnout. Etwas, was einen ins Burnout hineinbringt, ist, etwas ständig mit Mühe und Anstrengung zu tun und zu überlegen: "Ich sollte mehr machen und ich bin nicht ausreichend gut und das wird von mir verlangt, und das klappt nicht."

Wenn du in die Mühelosigkeit hineinkommst es fließen lässt, Gott durch dich wirken lässt, dann stellt sich die Frage des Burnout nicht. Natürlich, auch dein Körper hat seine Grenzen, auch deine Psyche hat ihre Grenzen und natürlich, z.B. nach dem Global Village Peace Festival hat Swami Vishnudevananda diejenige, die das seit Monaten organisiert hatte, erstmal zwei Wochen in Urlaub geschickt, in einen anderen Ashram und hat gesagt: "Zwei Wochen lang Verbot, irgendein Karma Yoga zu machen. Gehe an den Strand und schwimme, meditiere, mache Asanas, Pranayama, lies, mache, was dir Spaß macht." Also, Swami Vishnudevananda hat uns zwar durchaus beigebracht, in diese Mühelosigkeit zu kommen und selbstgemachte Grenzen zu überwinden, er hat uns aber auch beigebracht, Körper und Psyche haben trotzdem ihre Grenzen, auf die man auch achten muss.

Jetzt überlege selbst, hast du öfters diese Erfahrung der Mühelosigkeit, wenn du es fließen lässt? Oder bist du recht häufig in dieser Anstrengung? Oder kapitulierst du schon immer vorher, wenn es beginnt, anstrengend zu werden, dass du sagst: "Dann lasse ich es halt sein." Es ist oft tatsächlich, einen Berg der Anstrengung zu überwinden, um dann in die Mühelosigkeit hineinzukommen. Sogar alles Gott darzubringen, ist eine gewisse Anstrengung, die aber dann in die Mühelosigkeit führt, Flow-Erlebnis, Freude, Glück und letztlich die Erfahrung göttlicher Gegenwart.

Mühelosigkeit - Antonyme und Synonyme

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Mühelosigkeit in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Mühelosigkeit - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Mühelosigkeit, also Synonyme zu Mühelosigkeit sind z.B. Leichtigkeit, ohne Mühe, Problemlosigkeit, Reibungslosigkeit, Annehmlichkeit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Mühelosigkeit übertrieben kann ausarten z.B. in Flatterhaftigkeit, Oberflächlichkeit, Achtlosigkeit, [[]]. Daher braucht Mühelosigkeit als Gegenpol die Kultivierung von Verwurzelung, Erdgebundenheit, Bodenständigkeit.

Gegenteil von Mühelosigkeit - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Mühelosigkeit, Antonyme zu Mühelosigkeit :

Mühelosigkeit Antonyme

Antonyme Mühelosigkeit sind z.B. Verwurzelung, Erdgebundenheit, Bodenständigkeit, Schwere, Mühe, Qual, Mühsal.

Mühelosigkeit in Bezug auf Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Mühelosigkeit

Mühelosigkeit kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Mühelosigkeit entwickeln als eine wichtige Eigenschaft in dir. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Mühelosigkeit zu kultivieren.
  • Nimm dir vor: "Während der nächsten Woche will ich die Eigenschaft, Mühelosigkeit kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein müheloserer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, täglich mindestens etwas zu tun, was Mühelosigkeit ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Mühelosigkeit."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin mühelos."

Affirmationen zum Thema Mühelosigkeit

Hier einige Affirmationen für mehr Mühelosigkeit. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Mühelosigkeit Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin mühelos.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin mühelos. Om Om Om.
  • Ich bin ein Müheloser, eine Mühelose OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Mühelosigkeit Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin mühelos " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Mühelosigkeit.
  • Ich werde mühelos.
  • Jeden Tag werde ich müheloser.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Mühelosigkeit.

Dankesaffirmation für Mühelosigkeit :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag müheloser werde.

Wunderaffirmationen Mühelosigkeit Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr mühelos. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Mühelosigkeit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr mühelos zu sein.
  • Ich bin jemand, der mühelos ist.

Gebet für Mühelosigkeit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Mühelosigkeit:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Mühelosigkeit.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein müheloser Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Mühelosigkeit mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Mühelosigkeit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Mühelosigkeit zu entwickeln?
  • Wie könnte ich mühelos werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Mühelosigkeit.
  • Angenommen, ich will mühelos sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre mühelos, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Mühelosigkeit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als müheloser Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Mühelosigkeit

Eigenschaften im Alphabet nach Mühelosigkeit

Literatur

Weblinks

Seminare

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