Sankt Bernhard

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Sankt Bernhard von Clairvaux, geboren um 1090 bei Dijon, gestorben am 20. August 1153 in Clairvaux bei Troyes, war ein mittelalterlicher Abt und einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens, dem er zu europaweiter Ausbreitung verhalf. Kurz vor seiner Geburt hatte seine Mutter bereits einen Traum, in dem prophezeit wurde, dass ihr Sohn ein großer Heiliger und Prediger werden würde.

Sankt Bernard, Gemälde von Jean Le Tavernier, 1450

In seiner Kindheit hatte Sankt Bernhard laut Legende eine Vision von Maria, in der er aus ihrer Brust Milch trank. Er beschloss, des weltlichen Lebens zu entsagen: 1115 trat er in ein Zisterzienster-Kloster bei Dijon ein und gründete drei Jahre später das Kloster Clairvaux, dessen erster Abt er wurde. Er zog so viele Anhänger an, dass das Kloster stets vergrößert und auch neue Klöster gegründet werden mussten - insgesamt gründete Sankt Bernhard 68 Klöster. 1118 wurde Sankt Bernhard Leiter des Zisterzienserordens, den er reformierte und dessen Ordensregeln er erneuerte. Er war ein großer Unterstützer der mittelalterlichen Kreuzzüge. Durch seine Predigten entstand in Europa eine Welle der Begeisterung für die Kreuzzüge. Sankt Bernhard starb in Clairvaux und wurde in Cluny begraben. Sein Gedenktag ist der 20. August.

Legende über Sankt Bernhard

Decelinus ein tugendhafter Ritter hatte sechs Söhne und eine Tochter. Seine Frau Adelheid war eine sehr gute Mutter. Sie stillte ihre Kinder an ihrer Brust, denn sie wollte nicht, dass die Kinder von jemand anderes genährt werden. Bernhard war das dritte Kind. Vor der Geburt träumte Adelheid von ihm, wie er eingehüllt in Bündeln bereits bei ihr war. Er schrie so laut, dass er in der fernen Wüste die Leute weckte.

Sie erzählte den Traum einem weisen Mann und der sprach: "Das Kind, das du in dir trägst, wird ein großer Lehrer. Er wird mit seiner Stimme den Sündern das Wort Gottes verkünden und wird die treuen Schafe von Jesus hüten."

Im Alter von sieben Jahren begehrte Sankt Bernhard in der Weihnnachtmette, dass er einmal Christus sehen könnte, wie er von seiner Mutter geboren wurde. Da erblickte er ein Gemälde mit der Jungfrau Maria, die ihr Kind mit der Brust nährte. Maria rief Sankt Bernhard zu und sagte zu ihm: "Komm zu mir, und trink mit meinem Kind, so lernst du großartige Dinge." Sie nahm ihrem Kind die Brust aus seinem Mund und lud Sankt Bernhard ein davon zu trinken. Danach gab Maria ihrem Kind wieder die Brust. Dadurch empfing Sankt Bernhard große Weisheit, so dass er den Inhalt der Heiligen Schrift schon in seiner Kindheit kannte.

Sankt Bernhard wird ins Kloster aufgenommen

Als Sankt Bernhard älter wurde, dachte er oft über die Vergänglichkeit der Welt nach und entschied schließlich, sich von allem Weltlichen zu trennen. In seiner Nähe gab es ein Kloster, in dem die Mönche ein heiliges Leben führten. Das gefiel Sankt Bernhard gut und deswegen fragte er die Brüder, ob sie ihn das Kloster aufnähmen. Anfangs verwehrten ihm die Brüder und Gesellen seinen Wunsch. Als Sankt Bernhard engagiert zu ihnen sprach, dass alle Bemühungen verlorene Zeit wären, wenn man Gott damit nicht diene, ganz egal wie hoch der Lohn wäre, den der liebe Gott seinen Dienern gäbe, da spürten die Ordensbrüder die Ernsthaftigkeit in seinem Herzen und nahmen ihn in das Kloster auf.

Sankt Bernhard hatte einen Bruder, der Gotthart hieß. Er war ein Ritter und wollte Sankt Bernhard nicht in das Kloster folgen. Da erhob Sankt Bernhard einen Finger und stach seinem Bruder damit in die Seite, während er sprach: "Dort wo mein Finger jetzt ist, wird dich bald ein Speer stechen. Dann wirst du bereit dazu sein, in das Kloster zu gehen." Und so geschah es. Ein Mann stach ihm an dieselbe Stelle mit seinem Speer und nahm ihn gefangen. Als der heilige Sankt Bernhard mit seinen Ordensbrüdern in das Kloster fahren wollte, kamen sie auf ihrem Weg an die Stelle, wo Gotthart gefangen war. Als sie bei ihm ankamen, sprach Sankt Bernhard: "Wir gehen jetzt zum Kloster." Daraufhin bat der Ritter Jesus Christus, dass er ihm aus dem Gefängnis heraus helfe, und schwor ihm, in das Kloster zu kommen. In der Nacht lösten sich seine Fesseln und die Tür öffnete sich. So half ihm Gott durch seine Gnade zu entkommen. Er floh zu Sankt Bernhard und bat darum, in das Kloster aufgenommen zu werden.

Sankt Bernhard wird zum Abt berufen

Einmal fuhr Sankt Bernhard mit fünf Brüdern in das Kloster. Mit Rittern und Knechten waren es insgesamt dreißig Leute. Dabei sprach der älteste zu seinem jüngsten Bruder: "Du kannst dich freuen, denn dir fällt unser ganzes Erbe zu." Das Kind entgegnete spitzfindig: "Ihr wollt also das Himmelreich erreichen und mir die weltlichen Besitztümer überlassen. Das ist doch nicht gerecht."

Sankt Bernhard war zweiundzwanzig Jahre alt, ehe er in den Orden kam. Befreit von allen weltlichen Belangen, führte er im Orden ein strenges Leben mit Beten, Wachen, Fasten und vielen anderen Übungen. Nachdem er bereits einige Jahre in dem Orden lebte, baute der Abt ein neues Kloster. Es wurde Claravallis genannt und bedeutet "in dem hellen Tal". Er schickte nach dessen Eröffnung Sankt Bernhard in der Position eines Abtes dort hin. Das Kloster war arm und man setzte ihnen oft die Blätter von den Bäumen zum Essen vor. Doch ihre Liebe war so groß, daß sie sich damit begnügten. Eines Tages sendete man ihnen sechshundert Mark in Silber, um ihr Klosterleben zu verbessern. Doch Räuber nahmen ihnen den Schatz unterwegs weg. Als das Sankt Bernhard hörte, sprach er zu seinen Brüdern: "Unser lieber Herr Jesus Christus sei gepriesen! Er hat uns vor den Sorgen des Reichtums behütet."

Sankt Bernhard und die Spieler

Wenn Sankt Bernhard einen neuen Bruder in seinem Orden empfing, sagte er immer: "Wenn du in das Kloster kommen willst, lasse alle weltlichen Begierden draußen, denn hier im Kloster gibt es nur Dinge, die das geistliche Leben fördern." Nun war vor Kurzem ein Bruder in den Orden kommen, der früher ein Spieler gewesen war. Er konnte den Wunsch nicht loslassen, noch einmal zu spielen, um zu gewinnen. Deswegen bat er Sankt Bernhard um ein wenig Urlaub vom Klosterleben. Der fragte ihn: "Lieber Sohn, was willst du tun?". Der Bruder antwortete: "Ich will spielen und gewinnen." Da sprach Sankt Bernhard: "Wenn du schwörst, dass du mir von deinem Gewinn etwas abgibst, werde ich dir meine Ersparnisse noch dazu geben." Der Bruder antwortete: "Ich gebe dir mein Ehrenwort, dass ich dir die Hälfte meines Gewinns geben werde." Daraufhin gab Sankt Bernhard ihm zwanzig Pfennige und gewährte ihm Urlaub. Als der Bruder zu den Spielern kam, verlor er das ganze Geld, was er bei sich hatte. Er fühlte große Reue und ging gebrochen zurück ins Kloster. Der Abt fragte ihn gleich bei seiner Ankunft nach seinem Anteil am Gewinn. Darauf klagte ihm der Bruder mit reuigem Herzen: "Oh weh, lieber Vater, ich habe alles verloren." Sankt Bernhard entgegnete ihm: "Da ich schon mein ganzes Geld wegen dir verloren habe, so ist es besser, ich nehme dich wieder auf, als dass ich gar nichts hätte."

Einmal ritt Sankt Bernhard aus und kam durch eine Gasse. Da saßen einige Spieler und spielten mit Würfeln. Einer sprach in die Runde: "Seht nur, was für ein schönes Pferd der Mönch reitet. Ich wünschte mir, ich könnte so eines beim Spielen gewinnen." Das hörte der Abt und ritt zu den Spielern. Die Leute wunderten sich darüber, was ein Abt wohl von Spielern wolle. Da sprach Sankt Bernhard zu dem Spieler: "Willst du um das Pferd spielen? Dann setze mir den Wert in Geld dagegen, oder etwas Besseres." Der Spieler fragte: "Was soll ich Euch denn dagegen setzen?". Sankt Bernhard: "Gewinne ich, dann sollst du in Zukunft mein Ordensbruder sein. Gewinnst du, so soll das Pferd dir gehören." Darüber war der Spieler froh und dachte hämisch, dass der Mönch ohnehin nicht spielen kann. Er vereinbarte mit ihm: "Wer mehr Augen beim Würfeln wirft, der hat gewonnen." Der Spieler würfelte mit seiner ganzen Kunst und warf mit drei Würfeln achtzehn Augen. Darüber war er hoch erfreut. Nun warf Sankt Bernhard die Würfel und betete zu Jesus Christus. Sofort spalteten sich die drei Würfel und es wurden sechs daraus. Damit erzielte Sankt Bernhard dreiunddreißig Augen. Darüber erschrak der Spieler so sehr, dass er der weltlichen Genüsse überdrüssig wurde. Sankt Bernhard freute sich darüber, einen jungen Mann für das geistliche Leben gewonnen zu haben und führt ihn heim ins Kloster. Dort wurde er zu einem guten Mönch.

Einige Anekdoten über Sankt Bernhard

Einmal kam Sankt Bernhard irgendwo in seinem Bezirk zu den Brüdern. Die beklagten sich bei ihm, dass sie wegen der vielen Fliegen und Mücken keine Ruhe finden können. Da sprach Sankt Bernhard: "Ich werde sie alle verbannen." Und am nächsten Morgen waren die Fliegen alle tot.

Das Verständnis über die Heilige Schrift hatte Sankt Bernhard, nach seinen eigenen Angaben, im Wald und auf den Äckern durch Einkehr und Gebet erhalten. Unter seinen Freunden erzählte er, dass er keinen anderen Lehrer hatte als die Eichen und Buchen.

Weltlich sichtbare Armut durch die Art der Kleidung mochte Sankt Bernhard gerne sehen, aber innere Unreinheiten verabscheute er, denn sie sind Anzeichen eines inneren faulen Gemütes. Wer menschliche Ehren anstrebt, möchte sich damit nur eitel über andere erheben

Ein beliebtes Sprichwort, dass er beständig in seinem Herzen trug war: "Wer etwas tut, was niemand sonst tut, wird von allen Menschen bewundert." Er selbst trug manchmal im Jahr ein Hemd aus Ziegenwolle, so lange er es verbergen konnte. Sobald er vernahm, dass andere es wussten, legte er es ab und hielt sich an die Kleiderordnung des Ordens.

Sankt Bernhard war oft tief in sich gekehrt und bekam so manche Äußerlichkeiten nicht mit. Als er einmal die Brüder von der Kartause besuchte, und sie von ihm in allen Dingen gestärkt wurden, fiel dem Prior von der Kartause auf, dass Sankt Bernhards Sattel luxuriös und fein verarbeitet war. Darüber hatte er sich sehr gewundert, weil es ganz offensichtlich gegen das selbst gewählte Armutsprinzip verstieß. Der Prior hat es einem von Sankt Bernhards Brüdern geklagt und der wiederum hatte es Sankt Bernhard erzählt, worauf er ebenso verwundert fragte, wem der Sattel gehörte. Er war von Claravallis zu den Kartausen darauf geritten und wußte dennoch nicht, dass es sein Sattel war. Ein anderes Mal ritt er einen ganzen Tag neben dem Fluss von Losanne und sah es nicht. Als am Abend seine Gefährten von dem Fluss sprachen, fragte er, von welchem Fluss sie sprechen würden, denn er hatte keinen Fluss gesehen.

Sankt Bernhard und der Bauer

Eines Tages ritt Sankt Bernhard auf einem Pferd und traf auf einen Bauer, der mit ihm in die selbe Richtung ging. Als sie miteinander ins Gespräch kamen, geschah es, dass Sankt Bernhard dem Mann über die Unstandhaftigkeit des Herzens im Gebete klagte. Darüber war der Landmann empört und sagte zu Sankt Bernhard, dass er sehr wohl unbeirrt beten könne.

Da Sankt Bernhard ihn von seiner Überheblichkeit bekehren wollte, forderte er ihn heraus und sagte: "Stelle dich ein wenig abseits von mir und sprich konzentriert ein Vaterunser, so wie du es magst. Bist du in der Lage, ein Vaterunser aufzusagen, ohne einen anderen Gedanken dazwischen zu lassen, werde ich dir sofort das Pferd schenken, worauf ich sitze. Also schwöre mir bei deiner Ehre, dass du mir aufrichtig sagst, ob du dazwischen andere Gedanken hattest." Der Landmann war erfreut über dieses Angebot und fühlte sich schon so, als würde er das Pferd bereits besitzen. Er ging zur Seite und sammelte sich in seinem Herzen und begann sein Vaterunser zu sprechen. Schon nach kurzer Zeit, fragte er sich in Gedanken, ob der Sattel wohl auch in der Abmachung enthalten sei. Als er seine Unstetigkeit bemerkte, ging er zu Sankt Bernhard und berichtete ihm davon. In Zukunft unterließ es der Bauer, vermessene Aussagen über sich und seine Fähigkeiten zu verbreiten.

Bruder Robertus, einer von Sankt Bernhards Mönchen und sein Neffe wurde durch den Rat von vielen Leuten getäuscht. Er ging als Jugendlicher in den Orden Cluny. Sankt Bernhard hatte sich eine Weile nicht darum gekümmert, aber nach einiger Zeit schrieb er ihm einen Brief, um ihn in sein Kloster zu rufen. Er diktierte den Brief im Garten einem anderen Mönch, da begann es plötzlich zu regnen. Der Schreiber wollte den Brief schon zusammenfalten, aber Sankt Bernhard sprach: "Das ist Gottes Werk. Fürchte dich nicht, weiter zu schreiben!" Und er schrieb den Brief mitten im Regen. Obwohl es um ihn herum regnete, hielt die Kraft Gottes den Regen von dem Brief ab, so dass ihn kein Tropfen berührte.

Sankt Bernhard spricht mit dem Teufel

Sankt Bernhard wurde vom Papst nach Mailand gesendet, um die Mailänder mit der Kirche zu versöhnen. Auf dem Weg dorthin kam er durch Pavia. Dort brachte ein Mann seine besessene Frau zu ihm und sofort brach der Teufel in Form von Schimpfworten aus dem armen Weib heraus und sprach zu Sankt Bernhard: "Du, der Moos und Lauch isst, kannst mich nicht austreiben von meinem alten Weibchen." Sankt Bernhard schickte sie in Sankt Sirus Kirche. Aber Sankt Sirus wollt seinem Gast die Ehre geben, die Frau zu heilen und so brachte man sie wieder zu Sankt Bernhard. Dort begann der Teufel aus ihrem Mund zu sprechen: "Weder Sirus, noch Bernhard kann mich vertreiben." Sankt Bernhard antwortet ihm: "Sirus kann dich nicht vertreiben und ich auch nicht, aber Jesus Christus wird es tun." Nachdem Sankt Bernhard sein Gebet gesprochen hatte, sprach der Teufel: "Wie gerne würde ich aus diesem kleinen, alten Weib ausziehen, denn hier bin ich so schwer gepeiniget. Ich möchte es aber nur tun, wenn es der Wille Gottes ist." Sankt Bernhard fragte ihn: "Wer ist der Große Herr für dich?" Antwortet der Teufel: "Jesus von Nazareth." Sprach Sankt Bernhard: "Hast du ihn auch gesehen?" Da antwortete er: "Ja, das habe ich." Sankt Bernhard fragte: "Wo hast du ihn gesehen?" Der Teufel sprach: "Im Himmelreich." Sankt Bernhard fragte ihn: "Warst du auch im Himmelreich?" Er antwortet: "Ja, das war ich." Sankt Bernhard fragte: "Wodurch bist du dort heraus geflogen?" Er antwortet: "Mit Luzifer fielen eine ganze Menge von uns aus dem Himmelreich." Da sprach Sankt Bernhard zu ihm: "Möchtest du wieder zurückkehren in das Himmelreich?" Darauf begann der Teufel so heftig zu lachen, dass er sich schütteln musste, und sprach: "Dafür ist es nun zu spät." Dann betete Sankt Bernhard, und der Teufel fuhr aus dem Weibe heraus.

Sankt Bernhard in Aquitanien

Sankt Bernhard wurde in das Land Aquitanien gesendet, um den Herzog mit der Kirche zu versöhnen. Doch der Herzog war nicht bereit sich zu versöhnen. Sankt Bernhard ging zu dem Altar, um die Messe zu singen. Der Herzog blieb als gebannter Mann außerhalb der Kirche stehen. Als Bernhard: "Pax domini sit semper vobis-cum" rezitiert hatte, legte er Gottes Leichnam auf die Paten und trug ihn mit sich. Er ging heraus mit feurigen Angesicht und brennenden Augen und sprach mit zornigen Worten zu dem Herzog: "Wir haben dich um Versöhnung gebeten, und du hast unser Angebot abgelehnt. Siehe es dir an, der Sohn der Jungfrau, der Herr der Kirche, kommt zu dir, weil du die Kirche verfolgt hast. Hier ist dein Richter, in dessen Namen alle Knie gebeugt werden . Hier ist dein Richter, in dessen Hände deine Seele kommen soll. Willst du ihn auch verschmähen und verachten wie seine Knechte?" Durch diese worte war der Herzog ganz verstört,bebte mit seinem ganzen Körper und fiel vor Sankt Bernhards Füße. Sankt Bernhard stieß ihn mit den Füßen und forderte ihn, aufzustehen, um Gottes Urteil zu hören. Der Herzog stand mit zitterndem Körper auf und tat alles, was ihm Sankt Bernhard befahl.

Sankt Bernhards Vater war ein alter Mann und kam zu seinen Kindern in das Kloster und blieb bei ihnen bis zu seinem Tod. Sankt Bernhards Schwester war verheiratet. Das Paar kam eines Tages mit großem Aufgebot, schönen Kleidern und mit vielen Dienern und wollte ihre Brüder besuchen. Doch keiner der Brüder wollte sie empfangen, außer einer, der Torwart war. Der sprach zu ihr: "Uns schadet dein überhebliches Verhalten sehr. Du bist ein widerliches Miststück." Da erschrak sie sehr, und weinte: "Ich erkenne, dass ich eine Sünderin bin. Und darum bin ich ins Kloster hergekommen, um mich beraten zu lassen, wie ich mich von weltlichen Dingen befreien kann." Als man Sankt Bernhard ihre guten Absichten mitteilte, empfing er sie und erklärte ihr viel von der Tugend und vom geistlichen Leben. Er sprach zu ihr: "Schwester, schaue dir das beispielhafte Verhalten an, das uns die liebe Mutter Maria vorlebte. Sie führt uns stets zu unserem Herrn Jesus Christus." Sankt Bernhard sagte ihr so viel verheißende Worte, dass sie erleichtert zu ihrem Mann zurückkehrte.

Sankt Bernhards Ableben

Danach erkrankte Sankt Bernhard und wollte sterben. Er rief seine Brüder zu sich und lehrte sie drei Dinge: "Folgendes versucht jederzeit einzuhalten: Erstens: Hütet euch vor Ärger. Zweitens: Glaubt einem andern besser, als euch selber. Und drittens: wenn euch etwas betrübt, leidet geduldig und haltet göttliche Liebe und Demut aufrecht. Das ist mein Seelenrat." Dann starb er selig im Alter von dreiundsechzig Jahren.

In der selben Zeit war ein Abt in der Kirche und betete. Er schlief ein und träumte, wie Sankt Bernhard zu ihm kam und fragte: "Begleitest du mich bis an den Berg Libanon, dort werde ich dann alleine hinauf gehen." Darauf sprach der Abt: "Was willst du dort oben tun?" Er antworte: "Ich will noch mehr lernen." Das wunderte den Abt, und er sagte: "ich wüsste niemand, der mehr Weisheit hätte wie du." Sankt Bernhard klärte auf: "Es existiert hier unten auf der Erde keine echte Weisheit." Danach erwachte der Abt und hörte, dass Sankt Bernhard in dieser Zeit verstorben war. Und nun verstand er auch, was sein Traum bedeutete. Sankt Bernhard war aufgestiegen und erreichte eine Weisheit, die höher war als alles in seinem Leben zuvor.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Das Leben der Heiligen, eine Auswahl aus der ältesten deutschen Druckausgabe von Heiligenlegenden "Das Passional", Insel Verlag, 1986, S. 44 - 54.
  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Meinberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

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