Meditationsstellungen

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Padmasana, der Lotussitz

Swami Sivananda über Meditationsstellungen

Der indische Yogi Swami Sivananda schreibt über Meditationsstellungen[1]:

Zu Beginn setze sich der Schüler eine halbe Stunde lang in Padma-, Siddha- , Swastika- oder Sukha-Stellung und verlängere dann die Dauer allmählich auf drei Stunden. In einem Jahr kann er auf diese Weise okkulte Fähigkeiten (Siddhis) erlangen.

Jede bequeme Stellung ist ein Asana.

Padmasana (die Lotusstellung): Man legt den rechten Fuß auf den linken Schenkel, den linken Fuß auf den rechten Schenkel. Die Hände werden auf die Schenkel nahe den Kniescheiben gelegt. Kopf, Nacken, Rumpf bleiben in einer geraden Linie. Mit geschlossenen Augen konzentriere man sich auf Trikuta, den Zwischenraum zwischen den beiden Augenbrauen. Diese Stellung ist besonders für Familienväter sehr geeignet zur Meditation.

Siddhasana (die sogenannte »vollkommene Haltung«): Man legt eine Ferse unter den After (Guda), die andere in die Höhe der Genitalien. Dabei sollen Kopf, Hals, Rumpf in einer geraden Linie bleiben, die Hände an die Kniescheiben gelegt. Bei geschlossenen Augen konzentriere man sich auf Trikuta oder die Nasenspitze. Diese Stellung ist wohltuend für Enthaltsame (Brahmacharin) und wandernde Mönche (Sannyasin).

Svastikasana: Bei dieser Stellung setzt man sich bequem mit geradem Oberkörper hin. Der rechte Fuß muss neben dem linken Schenkel, der linke Fuß zwischen rechtem Schenkel und Wade liegen. Beide Füße sind zwischen Schenkel und Wade gekreuzt.

Sukhasana: Dies ist eine leichte und angenehme Stellung für Japam und Meditation. Wichtig ist, dass Kopf und Oberkörper in einer geraden Linie bleiben. Eine Abwandlung dieser Haltung ist sehr angenehm für ältere Menschen: Ein fünf Ellen langes Tuch wird längs zusammengefaltet. Die Knie werden zur Brust angezogen. Ein Ende des Tuchs wird vom linken Knie ausgehend um den Rücken herumgeführt bis zum rechten Knie und von dort aus mit dem anderen Ende am linken Knie verknotet. Die Hände liegen zwischen den Knien. Da Beine, Hände, Rücken gestützt sind, kann man in dieser Stellung lange Zeit verharren.

Die Vorteile der Stellungen: Die richtige Stellung (Asana) befreit von Krankheiten wie Hämorrhoiden, Verdauungsschwäche, Verstopfung und zügelt übermäßige Unruhe der Gedanken (Rajas), da sie dem Körper wirkliche Ruhe gibt. In unbeweglicher Haltung und festem Sitz kann man leicht Atemübungen (Pranayama) ausführen. Das ist die dritte Stufe des achtfachen Yoga (Ashtanga), des Raja Yoga von Patanjali.

Die erste Stufe ist Selbstbeherrschung und die Übung von Nicht-Gewaltsamkeit (Ahimsa), Wahrheit und Enthaltsamkeit.

An zweiter Stelle stehen religiöse Regeln oder Vorschriften wie Reinheit (Saucha), Zufriedenheit (Santosha), Enthaltsamkeit (Tapas), Studium heiliger Bücher (Svadhyaya) usw.

Die dritte Stufe ist Asana. Beherrscht man die Stellung, fühlt man seinen Körper nicht mehr und ist unempfindlich gegen Wärme und Kälte. Man soll die Stellungen nur mit leerem Magen ausführen. Nur eine kleine Tasse Milch, Tee oder Kaffee darf eingenommen werden.

Bei Meditation, Konzentration und Japam ist die Padmasana- und Siddhasana-Stellung vorgeschrieben.

Für die Gesundheit ganz allgemein und für die Enthaltsamkeit sind Stellungen wie Shirshasana, Sarvangasana, Matsyasana oder Paschimottanasana zu empfehlen.

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