Kakadanta Nyaya

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Kakadanta Nyaya Im Yoga und Vedanta werden gerne Analogien, Nyayas, verwendet, um abstrakte Wahrheiten, philosophische Konzepte zu verdeutlichen. Nyayas eignen sich auch, um spirituelle Erfahrungen, Aufgaben und Prinzipien zu verdeutlichen

Die Analogie von Krähe und Zähnen, Vedanta und Yoga Meister berichten oft in Gleichnissen, um Lehren anschaulicher zu vermitteln.

Kakadanta Nyaya

Das ist das Gleichnis (Nyaya) von Krähe (Kaka) und Zähnen (Danta). Kakadanta Nyaya, auch geschrieben Kaka Danta Nyaya, ist eine klassische Analogie im Jnana Yoga bzw. im Vedanta.

Swami Sivananda über diese Analogie

Swami Sivananda beschreibt Kakadanta Nyaya wie folgt: Dies ähnelt Vandhya Putra Nyaya, Gaganaaravinda Nyaya, Gandharvanagara Nyaya oder Shashavishna Nyaya. Es bringt gar nichts, nach den Zähnen einer Krähe zu suchen, weil sie keine Zähne hat. Genauso ist es mit dem Sohn einer unfruchtbaren Frau, einem Lotus im Himmel, einer Stadt in den Wolken und den Hörnern eines Hasen. Folglich ist es sinnlos, nach den Widersprüchen und Mysterien der Existenz zu fragen, wie z.B.: „Warum hat ein perfekter Gott eine unvollkommene Welt erschaffen?“ etc., denn in Wahrheit gibt es keine Veränderung und keine Schöpfung. Diese Fragen kommen so lange auf, wie die Sonne der Weisheit noch nicht am Horizont aufgegangen ist.

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Kakadanta Nyaya – das Gleichnis von Krähe und Zahn

Kaka heißt Krähe, Danta heißt Zahn. Kakadanta-Nyaya – das Gleichnis von Krähe und Zahn. Wie du vermutlich weißt, hat eine Krähe keine Zähne, sondern einen Schnabel. Und Kakadanta-Nyaya wird in zwei Kontexten gebraucht. Zum einen: Nach Glück in dieser Welt zu suchen ist so, als würdest du nach dem Zahn einer Krähe suchen. In dieser Welt, in der relativen Welt, gibt es kein wirkliches Glück, so wenig, wie es Zähne im Schnabel einer Krähe gibt. Wenn du denkst: "Ich wäre glücklich, wenn ich nur genügend Geld oder die richtige Wohnung hätte, wenn sich mein Partner anders verhalten würde, wenn ich endlich eine Partnerin finden würde, wenn meine Kollegen liebenswürdiger wären, wenn mein Chef besser wäre, wenn ich in eine schönere Gegend ziehen könnte, wenn ich Kinder hätte oder die Kinder aus dem Haus wären, wenn ich Enkel hätte oder die Enkel mich nicht so sehr bedrängen würden", dann ist es so, als ob du nach den Zähnen einer Krähe suchst.

Die Wonne ist in Dir

In dieser Welt gibt es kein dauerhaftes Glück, es gibt nichts, was dich dauerhaft zufrieden stellt. Aber warum hast du die Sehnsucht nach dauerhaftem Glück? Weil deine wahre Natur Ananda ist; Anandoham - ich bin Wonne. Die Wonne, die du außerhalb von dir suchst, ist in dir. Es gilt, deine wahre Natur zu verwirklichen. Ich habe auch schon einen anderen, langen Vortrag über „Ananda Sukha Dukha Viveka“ gehalten, wo ich darüber gesprochen habe, was wahres Glück ist, wie man zu diesem Glück kommt und wie man auch relatives Glück erfahren kann, ohne zu viel davon zu erwarten. Also, wenn dein Geist denkt: „Ich brauche das und das, um glücklich zu sein“, kannst du ihm öfter bewusst machen oder zu ihm sagen: „Hör auf, nach den Zähnen einer Krähe zu suchen.“ Tatsächlich war ich mal in einem Yoga-Zentrum, dort haben wir uns öfter darauf aufmerksam gemacht. Da haben wir dann nur gesagt: „Kakadanta.“ Wenn sich jemand über irgendwas beschwert hat und gesagt hat: „Das braucht man, um glücklich zu sein“, irgendwas in der Art, haben wir nur gelächelt und „Kakadanta“ gesagt - du suchst nach den Zähnen einer Krähe, wo es eben keine Zähne gibt. So könntest du dir das selbst öfter bewusst machen.

Die Welt ist eine Illusion

Ein zweiter Kontext, in dem die Kakadanta-Nyaya verwendet wird, hat mit diesen Fragen zu tun: Warum gibt es diese Welt, und seit wann gibt es diese Welt? Wie du vermutlich weißt, ist eine der großen Aussagen im Vedanta „Jagan Mithya“ - die Welt, wie wir sie sehen, existiert nicht. Sie ist eine Illusion. Sie ist Adhyarupa, eine Projektion über Brahman. „Brahma satyam“, Brahman allein ist wirklich. Wir denken, es gäbe eine Welt.

Und dann wird oft die Frage gestellt: Wann hat die Welt begonnen? Und hier gibt es die wenig respektvolle Antwort: Die Frage, wann die Welt begonnen hat, ist wie die Frage, seit wann die Krähe Zähne hat. Die Krähe hat keine Zähne, es gibt keine Welt. Auch die Frage „Warum gibt es die Welt?“ ist ziemlich sinnlos. Es gibt keine Welt. Diese Frage wäre genauso sinnlos wie zu fragen: Warum hat eine Krähe Zähne? Eine Krähe hat keine Zähne, deshalb ist es sinnlos zu fragen, warum eine Krähe Zähne hat. Die Welt, wie wir sie sehen, existiert nicht, die Frage nach etwas, was es nicht gibt, ist reichlich sinnlos.

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Siehe auch

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Kakadanta Nyaya ist eine Analogie aus dem Vedanta. Kakadanta Nyaya ist ein Gleichnis, um tiefe spirituelle Weisheiten zu verstehen.

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