Vach

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1. Vach (Sanskrit: वाच् vāc f., Nom. Sg. वाक् vāk), auch Vac oder Vak, ist Sprache, Stimme, Laut, Ton; Rede, Wort, Ausspruch, Behauptung. Vach ist auch die Göttin der Sprache, eine Manifestation von Saraswati, der Göttin der Weisheit und der Künste.

Saraswati, die Göttin der Weisheit und der Beredsamkeit, wird manchmal auch Vach genannt.

Im Rigveda erscheint Vach als die göttliche Verkörperung der Rede. Über Vach wurde dem Menschen das Wissen mitgeteilt. So soll sie in "die Rishis eingegangen" sein, um diejenigen, die sie liebt, schrecklich und intelligent, zu einem Priester und Rishi zu machen. Sie war von den Göttern erschaffen worden und heißt "die göttliche Vach ", "die Königin der Götter".

2. Vach (Sanskrit: वच् vac) ist eine Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu) und bedeutet sagen, sprechen, aussprechen, hersagen, ansagen, beschreiben, in Worte fassen, verkünden, lehren, angeben. Das PPP dieser Wurzel lautet Ukta.

Sukadev über Vach bzw. Vak

Vak - Sprache

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Vach

Männer im Teehaus

Vach gilt auch als eines der fünf Karma Indriyas. "Karma" heißt Handlung, "Indriya" ist Organ, Sinnesorgan. Im Yoga, im Vedanta und im Sankhya unterscheidet man zwischen Jnana Indriyas, den so genannten "Jnanendriyas", das sind die Wahrnehmungsorgane: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten, und den Karma Indriyas, auch Karmendriyas genannt, sind die Sinne, mit denen man handelt. Und da gibt es eben Vach Indriya, die Indriya des Sprechens, also das Sprechorgan, den Mund. Dann gibt es die Hände als Handlungsorgane. Es gibt die Füße als Transportorgan, Bewegungsorgan. Und dann gibt es noch die Ausscheidungsorgane und Geschlechtsorgane - fünf Karma Indriyas, fünf Karmendriyas.

Und eines davon ist dann Vach Indriya. Und es ist wichtig, Vach Indriya gut zu nutzen, also die Sprache gut zu nutzen, also sattvig zu sprechen, was heißen kann, freundlich zu sprechen, mitfühlend zu sprechen, höflich zu sprechen, Mantras zu singen, darauf zu achten, was sagst du mit deinen Worten. Und manchmal ist es auch gut, zu schweigen. Manchmal muss man auch mal Klartext reden, manchmal muss man auch mal klar etwas sagen. Aber es gibt so diese berühmte Aussage, die man sowohl im Talmud findet, als auch im Koran oder Koran-Kommentar, als auch in der Manu Smriti, das ist also eine kulturübergreifende Aussage:

"Bevor du etwas mit deinem Vach Indriya sagst, überlege erstmal, ist es wahr? Wenn es nicht wahr ist, dann sage es nicht. Zweitens, ist es nutzbringend? Wenn es nutzbringend ist, dann sage es, wenn es nicht nutzbringend ist, dann sage es nicht. Als drittes, ist es nötig? Vielleicht ist es nötig, dann sage es, wenn es nicht nötig ist, dann sage es nicht. Und sage das, was wahr ist, nutzbringend und nötig ist." Wenn diese drei Dinge zusammen sind, dann kannst du dein Vach Indriya nutzen. Bevor du jetzt aber ganz ins Schweigen verfällst, kann man eben auch sagen, manchmal ist es auch nötig, etwas zu sagen, einfach um mit einem Menschen eine Verbindung aufzunehmen.

Kommunikation ist wichtig, und deshalb kann man manchmal auch über scheinbare Belanglosigkeiten sprechen, solange es wahr ist. Und es kann auch deshalb hilfreich sein, um eine Beziehung mit einem anderen Menschen aufrecht zu erhalten. Vach ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Es gibt auch die Sprache der Götter, es gibt die Sprache der Menschen, die Sprache der Tiere usw. Und manchmal sprechen Menschen auch unterschiedliche Sprachen, das kann auch helfen. Selbst wenn Menschen alle deutsch sprechen, der eine verwendet die Sprache so und ein anderer verwendet sie so. In Handwerkerkreisen ist eine andere Sprache üblich als in anderen, intellektuellen Kreisen.

Und im Yoga haben wir auch unsere eigene Fachsprache. Wenn man Yogis untereinander sprechen hört, versteht ein normaler Mensch vieles nicht. Und so ist es auch hilfreich, zu erkennen, unterschiedliche Menschen haben eine unterschiedliche Vak, eine unterschiedliche Sprache. Und man muss manchmal Übersetzungsarbeit leisten, selbst wenn man auf Deutsch spricht. Das ist nicht nur der Dialekt, sondern auch eine unterschiedliche Weise, Worte zu nutzen. So ist Vach ein Hilfsmittel zur Kommunikation. Vach hat aber auch verschiedenste Möglichkeiten, sich zu täuschen. So achte auf dein Vak, auf deine Sprache. Sprich Wahres, sprich Hilfreiches und das, was notwendig ist.

VAC - Rede, Sprache

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Vac

Vach, heißt Rede, heißt Sprache. Vac ist das gesprochene Wort. Aber Vac ist mehr als das. Und ich werde dazu etwas lesen aus dem Buch von Martin Mittwede, aus dem spirituellen Wörterbuch Sanskrit – Deutsch: "Vac, manchmal auch Vak genannt, heißt Rede, Wort, Sprache, Ton und Stimme. In den vedischen Texten und speziell im Rig Veda wird Vac auch als göttliche Kraft, als Trägerin der Offenbarung, als heilige Rede, als schaffende, alle Götter tragende Urkraft angesehen. Vac wird oft als Göttin, als Mutter des Universums betrachtet und mit Saraswati, der Göttin der Weisheit, Gelehrsamkeit und Sprache, identifiziert."

Daher, Vac ist nicht einfach nur Rede, Vac ist auch etwas Göttliches. Und natürlich, es gibt die heilige Sprache, Sanskrit zum Beispiel gilt als heilige Sprache, Mantras sind heilige Sprachen. Und hinter jedem Wort ist eine Kraft. Deshalb ist es auch wichtig, dass man auf seine Worte aufpasst, dass man nicht einfach irgendetwas sagt, sondern die Kraft der Worte gut nutzt.

Also, Vac – Rede und Sprache, aber auch eine göttliche Kraft, letztlich die göttliche Kraft, die dich zum Höchsten führen kann, wenn du sie richtig verwendest. Du kannst anderen Menschen mit deiner Vac, mit deiner Rede, hilfreich sein oder auch nicht. Du kannst mittels Mantras zu Gott hinkommen, du kannst mittels Schimpfworten auch dich selbst und andere runterziehen. Daher, nutzt Vac auf gute, positive und inspirierende Weise.

Vak - Sprache, Stimme

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Vak

Vak heißt Stimme, Sprache und Rede. Vak bedeutet das gleiche wie Vac, über das ich auch schon mal gesprochen habe. Aus Vak kommt dann auch Vak Indriya, das Sprechorgan, und Vaikari, das laute Aussprechen, zum Beispiel Vaikari Japa, das laute Aussprechen eines Mantras. Vak ist auch etwas Heiliges. Für die Inder ist gerade die Sprache von besonderer Bedeutung. In verschiedenen Ländern ist Unterschiedliches besonders wichtig.

Und gerade in Indien und gerade in der traditionellen Spiritualität ist Vak, die Sprache, besonders wichtig. Es gibt Kulturen, bei denen sind besonders Gebäude erhalten. Es gibt Kulturen, bei denen sind besonders Kunstgegenstände erhalten. Und es gibt Kulturen, bei denen ist das gesprochene Wort besonders erhalten. Und in Indien gibt es natürlich uralte Tempel, auch in Indien gibt es uralte Kunstgegenstände. Aber am meisten ist sicherlich das Wort, und die Mantras sind von besonderer Bedeutung, die sind bis heute überliefert worden.

Die Vedas werden heute rezitiert wie vor vielen tausend Jahren. Die Mantras, die wird heute kennen, wie "Om Namah Shivaya", sind einige tausend Jahre alt. Das Gayatri Mantra wird vermutlich seit über 3000 Jahren, vielleicht schon seit 5000, 6000, 7000 oder noch länger Jahre so auch rezitiert. Und da ist also eine Tradition, da ist eine Kraft dahinter. Und auch, die Inder haben eine sehr reichhaltige spirituelle Literatur. Bis zum 15. Jahrhundert gab es sicher keine Weltregion, wo es so viele spirituelle Werke gab wie eben in Indien.

Also eine ganz besondere Sprachkultur, denn die Werke wurden nicht nur niedergeschrieben, sondern vor allen Dingen wurden sie rezitiert, sie wurden gesprochen. Und auch das Auswendiglernen hat dort einen besonderen Stellenwert gehabt, denn die Sprache ist auch nicht irgendwie, sondern die Sprache hat auch Kraft. Gerade die Sanskrit-Sprache ist so konzipiert, wenn man ein Werk auf Sanskrit rezitiert, dass die Rezitation an sich einem schon spirituelle Kraft gibt. Also, Vak, da steckt auch etwas Mystisches dahinter, da steckt etwas ganze Besonderes dahinter, da ist eine Kraft dahinter. Vak gilt deshalb auch als Göttin, und Vak ist auch beherrscht von einer Göttin namens Saraswati. Vak ist auch, letztlich Vak Devi, ein Name für die göttliche Mutter Saraswati. Also, Vak – Sprache und Rede und gesprochenes Wort.

Die Göttin Vach

Die Göttin Vach ist die göttliche Verkörperung der Rede. Sie wird definiert über die verschiedenen Arten der Rede bzw. des gesprochen Wortes. Vach bedeutet auf Sanskrit sagen, sprechen, aussprechen, hersagen, ansagen, beschreiben, in Worte fassen, verkünden, lehren, angeben. Und alle diese Aspekte der Rede drücken sich aus in der Göttin Vach.

Es wird davon ausgegangen, dass die Göttin Vach Wahrheit erweckt. Ihre Präsenz umfasst vielfältige Aspekte und befähigt zum Hören, Begreifen, Sehen und dadurch zum Ausdruck der wahrhaftigen Natur der Dinge durch Worte.

Sie ist einerseits die Souffleuse und andererseits das Mittel zum Ausdruck. Sie steht in Verbindung mit der Göttin Isis und ihren Ritualen, welche die Wahrheit ihrer Visionen einfangen können. Sie ist auch ein wichtiger Teil der religiösen, poetischen und seherischen Erfahrungen in Opferritualen.

Man bezeichnet sie als Bringerin von Visionen. Die Göttin Vach wird auch verehrt als die himmlische Königin, die Königin der Götter. Sie ist dafür bekannt, bedeutsame Kräfte zu verleihen. Sie wird beschrieben als eine elegante Frau, eine herrschaftliche Erscheinung geschmückt mit Gold. Sie ist großzügig, gütig und bringt Licht und Kraft. Ihre Fähigkeit, sprachliche Vielfalt zu verleihen wird besonders gelobt. Legenden zufolge versorgt sie uns als nährende und ominipräsente Göttin mit (geistigem) Nährstoff. Sie regt das organische Wachstum an und unterstützt so gesegnete Sprache und Visionen. Zuweilen wird sie angerufen als himmlische Kuh, die Götter und Menschen nährt.

Man schreibt Vach ebenfalls die Rolle der Mutter zu, die Dinge in die Welt bringt, indem sie diese benennt. Die Göttin ist freigiebig und verschafft eine erhabene, erkennende Sicht auf die rituelle Sprache der Priester und die Umgangssprache. In den Brahmanas (dritter Teil der Veden, eine Anleitung für Brahmanen zur Durchführung von Opferriten) werden ihre Wesenszüge näher erläutert. Dort wird Vach im Zusammenhang mit Ritualen und Schöpfung genannt. Ihre Vitalität und ihre Assoziation mit Ritualen und Kult wird auch in Mythen beschrieben und hervorgehoben.

Das Aitareya Brahmana und das Shatapatha Brahmana enthalten eine Geschichte über den Diebstahl des Soma-Saftes, auch "König Soma" genannt, durch die Gandharvas. Da die Gandharvas von Frauen gegründet wurden, wurde Vach auf ihren eigenen Vorschlag hin durch die Götter und die Rishis "in eine weibliche Form umgewandelt" und ging wieder von ihnen. In dem Atharvaveda wird sie mit Viraj identifiziert und ist die Tochter von Kama (Verlangen).

In der Shatapatha Brahmana heißt es, dass Vach in einer sexueller Verbindung zu Prajapati steht. So habe sie "das Verlangen, zu schöpfen und verbinde sich mit verschiedenen Ehegatten". In der Kathaka Upanishad ist diese Idee deutlicher formuliert: "Prajapati war dieses Universum. Vach war ihm untergeordnet. Er verband sich mit ihr auf der sexuellen Ebene und sie wurde schwanger. Sie trennte sich von ihm, sie erschuf ihre Kinder und verband sich wieder mit Prajapati."

Es wird angenommen, in ihrer Eigenschaft als Schöpferin habe die Göttin Vach den Rigveda, den Yajur Veda und den Sama Veda erschaffen. Man sagt, indem sie einen Ort betritt, erwecke sie seine Vegetation zum Leben.

In den Veden spielt Vach eine wichtige Rolle. Im Rigveda wird sie bezeichnet als Rede, Wahrheit und die Fähigkeit, göttliches Wissen in Worte bzw. Sprache zu fassen. Am Ende wird sie gleichgesetzt mit der Göttin Saraswati, der Herrscherin über das Wissen. Die Göttin Vach verkörpert demnach die Quelle allen Wissens und die Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren.

Das Mahabharata nennt sie auch "die Mutter der Veden" und sagt: "eine Stimme, ausgesendet von Brahma, eingegeben in die Ohren aller, so wurde die himmlische Saraswati aus dem Himmel geschaffen. Hier und "in der späteren Mythologie wurde Saraswati mit Vach assoziiert und wurde unter verschiedenen Namen die Angetraute von Brahma und die Göttin der Weisheit und Beredsamkeit, und wird als Muse angerufen". In der Regel wird die Göttin unter dem Namen Saraswati, aber manchmal auch als Vach angerufen.

Das Bhagavata Purana erkennt sie als "die schlanke und bezaubernde Tochter" von Brahma, für die er eine Leidenschaft hegte und von der die Menschheit geschaffen wurde. Saraswati, die Gemahlin von Brahma und Göttin der Weisheit, stellt wahrscheinich die Vereinigung von Kraft und Intelligenz dar, welche während der Schöpfungsarbeit enhalten sein sollten. Laut dem Padmapurana war Vach die Tochter des Daksha, Ehefrau von Kashyapa und Mutter der Gandharvas und Apsaras.

Stufen der Vach

Im Shivaismus unterscheidet man vier Stufen der Manifestation des Wortes (vāc):

  • 1. Para, die transzendente Ebene der Sprache
  • 2. Pashyanti, die Ebene der reinen Intuition, vor jeder Formulierung
  • 3. Madhyama, die gedankliche Ebene, die dem Aussprechen vorausgeht
  • 4. Vaikhari, die Ebene des ausgesprochenen Wortes

Siehe auch

Literatur

Seminare

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