Tyagaraja

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1. Tyagaraja (Sanskrit: त्यागराज Tyāgarāja m.) bedeutet König der Entsagung und ist ein Beiname Shivas.

Shiva

2. Tyagaraja war auch ein Musiker und Komponist heiliger Lieder in Südindien.

Sukadev über Tyagaraja

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Tyagaraja

Tyagaraja heißt wörtlich: der König der Entsagung. Tyagaraja ist auch der Name eines berühmten indischen Dichters und Komponisten und Heiligen, der seine Lieder in Telugu schrieb und die bis heute gesungen werden. Auf den Yoga Vidya Internetseiten findest du auch mehr Informationen über Tyagaraja und du findest auch seine Lebensbeschreibung. Hier nochmal ein paar Worte zu dem Wort "Tyagaraja". Tyaga heißt Entsagung, Raja heißt König. Diese Formulierung ein König der Entsagung klingt schon ziemlich verrückt. Aber letztlich frei und beherrscht wirst du nur dann, wenn du nicht mehr wunschgebunden bist. Wenn du noch voller Wünsche und innerlich gezwungen bist, diese Wünsche zu befriedigen, dann bist du letztlich ein Sklave. Die meisten Menschen sind Sklaven. Sie sind Sklaven ihrer Wünsche, Sklaven ihrer Emotionen, Sklaven ihrer Reiz-Reaktionsketten und/oder Sklaven ihrer Vorstellungen, was andere über sie denken etc.. Das sind alles Sklaven.

Wenn du all dem entsagen kannst, dann wirst du zum König. Tyagaraja heißt König der Entsagung, aber Tyagaraja heißt auch, ein König durch Entsagung. Wenn du auf deine Wünsche verzichten kannst, dann bist du wahrhaftig frei. Dann kannst du trotzdem mal deine Wünsche erfüllen, dann kannst du auch mal Dinge genießen, du brauchst es aber auch nicht. Du bist frei, ein König ist ein Herrscher über sich selbst. Und in diesem Sinne ist Tyagaraja durch Entsagung zum König geworden sein.

Gut, Tyagaraja, wie ich gesagt hatte, ist auch der Name eines berühmten südindischen Komponisten und Dichters und Heiligen, der seine Lieder auf Telugu schrieb, seine Lieder sind von besonderer Zartheit und besonderer Feinheit und Subtilität und so werden sie bis heute gesungen und können bis heute die Herzen der Menschen berühren.

Swami Sivananda über Tyagaraja Swami

Rama - rechts im Bild

Artikel aus dem Buch "Lives of Saints" der Divine Life Society

Tyagaraja Swami war ein südindischer Telugu Brahmin. Er war der Sohn von Rama Brahmam. Panchapakesan und Ramanathan waren seine Brüder. Tyagaraja hatte nur eine Tochter namens Seethalakshmi, die einen Sohn gebar, der nach seinem Großvater Tyagaraja benannt wurde.

Tyagaraja Swami war ein großer heiliger Musiker aus Südindien. Er war der Vater der südindischen Musik. Tyagaraja war ein Verehrer Ramas. Die meisten seiner frommen Lieder priesen Rama. Sie sind sehr inspirierend und herzöffnend. Es heißt, Tyagaraja Swami habe 24.000 Kirtans oder Lieder für Rama komponiert. Die meisten seiner Lieder sind in Telugu, ein paar in Sanskrit geschrieben. Nur etwa fünfhundert seiner Lieder werden noch von heutigen Sängern gesungen.

Werden fromme Lieder mit Andacht und Hingabe gesungen, erheben sie sofort die Seele zu großherzigen spirituellen Höhen und verschmelzen den Geist mit dem Herrn. Sie führen zu Vereinigung und Bhava Samadhi.

Tyagaraja sang gewöhnlich im Ambal-Tempel von Thiruvaiyaru und huldigte der Devi, ehe er mit seinem täglichen Bhiksha begann. Tyagaraja nahm den Stand des Uncha Vritti an und lebte von Bhiksha, obwohl er in ganz Südindien bekannt war und viele Maharajas ihn gerne als Durbar Sänger gehabt hätten.

Tyagaraja Fähigkeiten

Narada

Tyagaraja Swami war ein Heiliger. Er erhielt bei mehreren Gelegenheiten direkten Darshan von Rama. Die Vigraham, die Götterbilder, denen er huldigte, waren in den Fluss geworfen worden. Tyagaraja erhielt ein Jahr später in einem Traum von Rama den Hinweis, an welchem Ort des Flusses er die unter dem Sand vergrabenen Vigraham finden würde.

Der damalige Raja von Pudukkottai testete einmal die Leistungen des Sängers auf seltsame Weise. Er stellte eine nicht angezündete Lampe in die Runde und forderte die Experten heraus, die Lampe nur mit einem Lied anzuzünden, ohne ein Streichholz oder andere Hilfsmittel zu benutzen. Tyagaraja Swami meditierte für eine Weile auf Narada, sang die Raga Jyotisvarupini und die Lampe erhellte sich. Alle waren fassungslos.

Tyagaraja Swami erweckte, als er von einer Pilgerfahrt nach Tirupathi zurückkehrte, eine Person wieder zum Leben, die versehentlich in einem Tempelbrunnen ertränkt worden war. Tyagaraja besaß das Wissen über den genauen Tag und die Stunde, in der seine Seele sich von seinem physischen Körper trennen würde. Der göttliche Rishi Narada gab ihm das Buch namens Svararnavam, um hochklassige Musik zu verbreiten.

Tyagaraja und der König Saraboji

Tyagaraja machte sich nie etwas aus Reichtum oder einem höheren Stand in der Gesellschaft. Er war bescheiden. Er pflegte seine Armut. Einmal sandte König Saraboji, der Raja von Thanjavur, eine Nachricht an Tyagaraja. Der Bote sagte: "Bitte komponiere ein Lied oder zwei, um den Raja zu preisen und er wird dir 10 Hektar Land und eine große Tasche voller Gold geben." Tyagaraja antwortete: "Warum sollte ich meine Musik benutzen, um Rajas zu schmeicheln, die ein bösartiges Leben führen? Pfui auf das verfluchte Gold, das die Menschen dazu bringt, über die Stränge zu schlagen, Lastern zu frönen und sexuellem Vergnügen hinterherzulaufen." Tyagaraja sang ein Lied auf Kalyani: "Nidhi Chala Sukhama."

Das Lied bedeutet: "Was verleiht größeres Glück - Gold oder die Verehrung Ramas? Oh Seele! Sprich die Wahrheit. Was ist süßer und delikater - Butter und Quark oder die Essenz des Nektars von Meditation und Bhajan Ramas? Was ist der Gesundheit förderlicher - in der Ganga unterzutauchen und geistige Klarheit zu erfahren oder im Schlamm der Korruption zu versinken? Was von beidem ist besser – einem reichen Mann zu huldigen, der vor Arroganz ganz aufgeblasen ist oder ein Lied zur Huldigung des barmherzigen, allmächtigen Herrn anzustimmen?" Der Bote sprach kein Wort. Er verließ den Ort schweigend.

Der Maharaja von Travancore sandte einen weiteren Boten, um Tyagaraja um jeden Preis zu holen. Der Bote versuchte Tyagaraja damit zu locken, dass der Maharaja ihm Wohlstand und eine gute Position geben würde. Tyagaraja antwortete: "Ich betrachte Wohlstand als Hindernis für das Wachstum eines Menschen. Wohlstand trägt nicht dazu bei, Menschen glücklicher zu machen. Im Gegenteil, er bringt nur Elend. Nur Narren laufen dem Geld hinterher."

Er erklärte dem Boten dann die Bedeutung seines Liedes "Padavi Ni Sadbhakti" im Salakabhalravi Raga: "Der Geisteszustand des bedingungslosen Glaubens an Rama ist die wahre Position im Leben. Es gibt viele, die alle Veden, Shastras und Upanishaden wiederholen können, wie die Papageien, die aber nicht den Geist ihrer Lehren leben. Kann man solche Personen so betrachten, als hätten sie ihre wahre Lebensposition erreicht? Es gibt so viele, die Berge von Reichtum besitzen, viele Frauen und Kinder haben und die die Freundschaft von Maharajas genießen. Kann man solche Personen so betrachten, als hätten sie ihre wahre Lebensposition erreicht? Kann eine Person, die einen so genannten hohen Status in der Gesellschaft inne hält, die aber ein Leben übler Passionen und düsterer Ignoranz führt, ihre wahre Lebensposition erreichen? Nein, nein. Nur der Mensch, der bedingungslos an Rama glaubt, auf Rama meditiert und dessen Gnade erreicht, nur der hat die wahre Position erreicht." Der Bote ging schweigend davon.

Welch eine großherzige Seele Tyagaraja war! Er verschmähte Reichtum und Position. Der Reichtum der drei Welten ist bloßes Stroh für den Menschen, der Reichtum und Wonne der Gottesverwirklichung erfahren hat. Der Zustand solch erhabener Seelen ist jenseits jeglicher Beschreibung.

Tyagaraja Swamis Samadhi fand in Thiruvaiyaru an den Ufern des Kaveri statt, etwa sieben Meilen vor der Stadt Thanjavur. Alle Sänger Südindiens versammeln sich dort jedes Jahr im Januar und feiern diesen Jahrestag mit großem Getöse.

Heil Tyagaraja Swami, dessen Lieder Hingabe, Glück und Freude in die Herzen der Hörer bringen.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Lives of Saints by the Divine Life Society, Indien 2009
  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana
  • Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von Heute

Weblinks

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