Sanskrit - Indische Sprachentwicklung

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Devanagari Schriftzug Shunyata - Leere

Sanskrit - Indische Sprachentwicklung - In diesem Vortrag erfährst du einiges über die verschiedenen indischen Sprachen, ihre Entwicklung bis heute und über verschiedene indische Schriftsysteme.

Indische Sprachen, Schriften und Sprachentwicklung

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2020 -

Ja heute möchte ich sprechen über die Indischen Sprachen, Schriften und Sprachentwicklung. Sprache entwickelt sich ja typischerweise. Und die Indischen Sprachen gibt es grundsätzlich zwei.

Indische Sprachen und Sprachentwicklung

Man spricht von den sogenannten Dravidischen Sprachen, die in Südindien verbreitet sind. Und es gibt die so genannten indoarischen Sprachen. Die sind im Norden Indiens populär. Und dann gibt es Mischgebiete wo mal die eine und mal die andere Sprache gesprochen wird.

Zunächst einmal gibt es Sanskrit als ursprüngliche Sprache. Sanskrit wird manchmal auch als Altindoarisch bezeichnet. Es gibt dort verschiedene Untergruppen. Der älteste Teil des Sanskrit, das so genannte vedische Sanskrit, das ein paar tausend Jahre alt ist.

Dann sprich man vom so genannten klassischen Sanskrit. Und je nach dem wen man fragt ist das typischerweise zwischen 500 vor Christus bis typischerweise 500 nach Christus. Man könnte sagen das war die Zeit wo Indien mit großem Abstand die weit entwickeltste Kultur auf der Welt war.

Es gab einen viel höheren Lebensstandart als zum Beispiel im Mittelmeerraum, im Römischen Reich usw.

Die Zeit von Ashoka und die Zeit der Guptas. Sowohl der Maurias wie später der Guptas. Das ist 500 vor Christus bis 500 nach Christus. Und viele Indologen würden sagen in der Zeit sind die meisten der ganz großen philosophischen Werke entstanden.

Also klassisches Sanskrit, dann spricht man auch vom so genannten Buddhistischen Sanskrit. Es heißt ja das der Buddha Pali gesprochen hat. Also schon eine Variation von Sanskrit oder eine Weiterentwicklung des Sanskrit. Aber andere sagen das ist nicht so ganz richtig. Letztlich die Buddhistischen Schriften waren ursprünglich auch im vierten Jahrhundert vor Christus auf Sanskrit.

Und dann entstanden so genannte mittelindoarische Schriften. Zum Beispiel die so genannten Ashoka Inschriften

Im 3. Jahrhundert vor Christus gab es ja ganz große Dynastien in Indien. Die so genannten Mauria Dynastie. Und da gab es einen großen König der vermutlich mindestens historisch belegt als erster ganz Indien geeinigt hat. Und zu seinem Reich gehörte auch das moderne Bangladesh, Nepal, Pakistan, Afghanistan usw. Der hat Inschriften geschrieben und da gab es schon eine Variation von Sanskrit. Und es entstand dann eben auch Pali. Man nimmt heute an dass das eine Kunstsprache für Buddhistische Texte ist.

Diese entwickelte sich seit dem ersten Jahrhundert vor Christus.

Und dann gab es seit dem 6. Jahrhundert nach Christus größere Variationen so ähnlich wie man sagen kann das aus Latein letztlich entstanden ist Italienisch und Spanisch und Französisch, Rumänisch und Portugiesisch. So ähnlich hat sich dann aus dem Sanskrit seit dem 6. Jahrhundert nach Christus haben sich verschiedene Sprachen entwickelt. Man spricht von Apa Brahmscha. Das scheint in ganz Indien gewesen zu sein. Und dann gibt es die modernen Indoarischen Sprachen von Hindi bis Gujarati und viele andere Sprachen.

Und so kann man heute sagen in Indien gibt es den Nordindischen Teil. Bis hier her das sind alles Indoarische Sprachen. Und der Südinische Teil insbesondere Telugu, Kanada, Malayalam und Tamil das sind die so genannten Astroasiatischen Sprachen, die man auch als dravidische Sprachen bezeichnen kann.

Gut und im Nordwesten von Indien, in Ladak und im Nordöstlichen Teil von Indien werden auch noch Tibeto-Burmanische Sprachen gesprochen.

Und heutzutage ist Hindi die am meisten gesprochene Sprache. Sie ist bewusst seit Ende des 19. Jahrhunderts und noch mehr seit der Indischen Unabhängigkeit 1947 propagiert worden als eine Sprache, die möglichst das ganze Land sprechen sollte. Denn insbesondere die Inder haben sich dagegen gewehrt das die Lingua Franka mit der sich alle Inder unterhalten können Englisch sein soll und haben dann eben gesagt wir brauchen eine Sprache für alle. Und das ist dann Hindi. Und Hindi ist noch relativ nahe am Sanskrit.

Gut es gibt noch kleine Dialekte vom Hindi, die des Bihari und das Rajastani und Pahari und letztlich auch das Avati. Und so gibt es noch einige Untervariationen. Und dann aus dem Sanskrit hat sich aber nicht nur Hindi entwickelt so wie sich aus Latein nicht nur Italienisch entwickelt hat obgleich Italienisch am Lateinischen noch relativ nah dran ist.

Es gibt eben auch Gujarati. Es gibt Marati. Es gibt Oria, Bengali, Assami, Punjabi und Kashmiri. Und vom Standpunkt der Mantras kann man sagen ist von besonderer Wichtigkeit besonders das Sanskrit. Modernere Kirtans sind nicht in Hindi. Sie sind in Braj. Das ist der Dialekt von Hindi in der Gegend von um Vrindavan. Und so eine Menge von Vaishnava, Bajans sind geschrieben in Braj. Und auch in Avadi sind einige geschrieben. Insbesondere in der Rama Verehrung sind manche der Kirtans auf Avadi.

Einige der großen Yogameister waren auch Bengalen wie zum Beispiel Paramahamsa Yogananda auch Sri Aurobindo und auch zum Beispiel die Hare Krishna Bewegung. Auch wenn sie sich sehr auf Vrindavan bezieht.

Aber zum Beispiel Sri Prabupada, der war auch ein Bengale und so sind manche Bajans und Kirtans auch mindestens mit einem Bengalischen Akzent.

Es gibt eine bedeutende Yogabewegung, die von 3HO, die sich auch als Kundalini Yoga bezeichnet nach Yogi Bhajan. Dieses ist eine Sikh Bewegung, die also aus der Religion des Sikhismus stammt. Und die haben den Dialekt Punjabi, oder die Sprache Punjabi. Und so ist es auch bei Yoga Vidya, das manche Mantras eben auch auf Punjabi sind, also eigentlich Kirtans, die wir auch manchmal singen.

Indische Schriftarten

Ja, soweit erst mal zu den Sprachen. Und so kann man sagen Sanskrit ist die Ursprache für Nordindien. Und im Süden gibt es andere Ursprachen. Und so kommen wir jetzt zu den Indischen Schriftarten.

Die Indischen Schriftarten stammen höchstwahrscheinlich von Brahmi ab. Brahmi ist so die erste Indische Schrift. Mindestens sagen das die Indologen. Und vermutlich gab es Brahmi im 3. Jahrhundert vor Christus. Es war unter anderem die Schrift, in der die Ashoka Inschriften geschrieben wurden.

Daraus hat sich dann Devanagari entwickelt. Und Devanagari hat eben auch ein eigenes Alphabet und dieses Alphabet hatte ich zum Beispiel in einem anderen Video schon einmal kurz erläutert. Und ich werde noch ein Video machen nur über die Vokale und ein Video nur über die Konsonanten.

Devanagari hat auch eine besondere Schönheit. Und es heißt eben auch Devanagari ist nicht nur gemacht worden damit man schreiben kann sondern auch das durch das Konzentrieren auf die Devanagari Schrift mit einem meditativen Geist eine Bewusstseinserweiterung möglich ist.

Devanagari ist bis heute die Schrift in der man typischerweise Sanskrit schreiben kann. Aber angenommen jemand in Indien hat eine andere Muttersprache und eine andere Schrift, in der er gelernt hat zu schreiben dann schreibt der manchmal auch das Sanskrit in einer anderen Schrift.

Zum Beispiel kannte ich einen Yogameister namens Shri Karthikeyan, der hatte durchaus manchmal auch Sanskrit Texte gelesen und die waren auf Tamil geschrieben denn er war von seiner Herkunft her Tamile. Und so viel es ihm leichter auch Sanskrit Texte zu lesen wenn sie auf Tamil geschrieben waren obgleich er natürlich auch Devanagari lesen konnte und natürlich auch Römisches Alphabet.

Das ist übrigens auch immer faszinierend, gebildete Inder können typischerweise ihre Muttersprache plus Hindi plus Englisch und meistens noch ein, zwei andere Sprachen, einfach so neben her.

Inder sind absolute Sprachgenies und selbst ungebildete Menschen können typischerweise mindestens zwei und sehr viele drei Sprachen.

Ja, also älteste Schrift, die heute noch in Gebrauch ist Devanagari. Und daraus haben sich alle anderen Schriften entwickelt. Also auch die Schriften in Südindien.

Sehr eng an Devanagari ist z. Bsp. Bengali. Da sind sehr viele Buchstaben ähnlich. Dann gibt es Gujarati. Bei Gujarati ist im wesentlichen der Strich oben weg gelassen worden und vieles andere ist ähnlich.

Dann gibt es Gurmuki. Gurmuki ist die Schrift in der Panjabi geschrieben wird. Also die Sprache ist dort Panjabi und die Schrift ist Gurmuki.

Manchmal wird das verwechselt. So ähnlich wie auch die Schrift in Sanskrit geschrieben wird ist nicht Sanskrit sondern Devanagari. Und die Schrift in der Panjabi geschrieben wird ist Gurmuki.

Für die anderen Landesteile gilt der gleiche Name für die Schrift wie auch für die Sprache. Eben Bengali ist sowohl die Bezeichnung für die Schrift als auch für die Sprache. Ebenso Gujarati wird eben geschrieben in Gujarat. Und Oria wird eben geschrieben in Orissa. Und Tamil ist die Schrift in der die Tamil Sprache geschrieben wird. Telugu ist die Schrift in der die Telugu Sprache geschrieben wird und das ist eben auch im Staat Telugu. Und Kanada ist die Schrift, die im Staat Kanada geschrieben wird, im Indischen Bundesstaat, was eben auch wieder eine Sprache ist. Und Malayalam ist die Sprache von Kerala und auch die Schrift in Kerala.

Und Nastalik das ist dann eben eine Arabische Schrift, die man auch verwenden kann, z. Bsp. in Pakistan wird Urudu gesprochen. Urudu ist sehr ähnlich wie Hindi. Aber Urudu war die Sprache der Moslems. Hindi die Sprache der Hindus. Und die Hindus haben auf Devanagari geschrieben so wie die Hindi Sprache wird eben in Devanagari bis heute geschrieben. Und Urudu wurde eben in Nastalik, also in Arabischen Buchstaben geschrieben.

Devanagari wird bis heute verwendet für Sanskrit, für Hindi, für Bodo, Konkani, Maitili, für Marati und Nepali.

Aber wie gesagt Sanskrit kann auch in anderen Schriften geschrieben werden.

So hast du nun einen kleinen Überblick über die Indische Sprachentwicklung und eben Sanskrit und die verschiedenen Schriftarten.

Video - Indische Sprachen, Schriften und Sprachentwicklung

Siehe auch

Literatur

Seminare

Sanskrit und Devanagari

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