Mitfreude

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Mitfreude ist die Freude, die man mit anderen teilt. Mitfreude ist auch die Freude, die man empfindet, wenn man jemand anderen sieht, der glücklich ist. Mitfreude gehört zusammen mit dem Mitleid zum Mitgefühl: Wenn man mit jemand anderem fühlt, entsteht je nach Stimmung des Gegenübers Mitleid oder Mitfreude.

Der große Meister und Lehrer Swami Sivananda (links) und Swami Venkatesananda (rechts) üben Lachjoga

Mitfreude - eine Tugend. Was ist Mitfreude ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Mitfreude gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Mitfreude ?

Swami Sivananda schreibt zum Begriff Mitfreude:

Mitfreude ist der Seinszustand, in sich selbst bzw. mit anderen zufrieden zu sein. Es ist die Selbstzufriedenheit. Es ist die Zufriedenheit mit den eingehenden Handlungen, oder dem Umfeld. Es ist erfreulich, es ist Gutartigkeit. Mitfreude ist die Sichtbarwerdung der ruhigen Zufriedenheit:

Mitfreude ist die Neigung, oder die Charakteranlage, sich anderer zu erfreuen. Es handelt sich um Zuvorkommenheit oder Liebenswürdigkeit. Ein Mensch der Mitfreude passt sich an, gleicht sich an, gibt nach. Eltern lieben ihre https://www.yoga-vidya.de/kinderyoga/ Kinder] mit der Liebe der Mitfreude.

Die Charaktereigenschaft oder der Wunsch, andere zu erfreuen, oder ihnen entgegenzukommen ist Mitfreude. Derjenige, der Mitfreude hat, ist nicht auf jene eifersüchtig, die in einer besseren Stellung sind. Er wird Chitta-prasada (≡ ruhigen Geist) oder innere Ruhe haben. Mitfreude löscht Eifersucht aus und füllt das Herz mit Liebe.

Menschen vervollkommnen sich in den seltensten Fällen, wenn sie kein anderes Modell als sich selbst zum imitieren haben. Die Mehrzahl der Menschen versagen in ihren Leben, weil sie nie lernen zu wachen und sie verstärken ihre Schwachpunkte. Mitfreude macht einen Vorgesetzten liebenswert, eine Gleichgestellten angenehm und eine Untergebenen annehmbar. Sie bereitet allen Freude, vorverurteilt niemanden, verstärkt Freundschaft, verdoppelt die Liebe.

Mitfreude ist eine soziale Tugend. Sie verleiht jeder Eigenschaft, die ein Mensch besitzt, Glanz und roßartigkeit. Wenn Mitfreude mit Gerechtigkeit und Großherzigkeit vereint ist, mach sie eine Menschen zum Mittelunkt der Anziehung, Bewunderung, Liebe. Respekt und Ehre Mitfreude versüßt Unterhaltung, ebnet Unterschiede und macht jeden in der Gruppe mit sich selbst zufrieden.

Sie wirkt ausgleichend in der Gesellschaft. Mitfreude entwickelt Gutherzigkeit und beiderseitige Güte, sie besänftigt die Unruhigen und macht die Grimmigen menschlich. Artikel entnommen aus: Swami Sivananda: How to Cultivate Virtues, Divine Life Society Sivananda Ashram

Mitfreude als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer, Seminar- und Ausbildungsleiter, Autor mehrerer Bücher. Sukadev Volker Bretz lernte 12 Jahre bei Swami Vishnu-devananda.

Mitfreude ist eine so wunderbare Eigenschaft, eine so wunderbare Tugend, die man kultivieren kann. Mitfreude gehört zum Mitgefühl. Mitgefühl hat zwei Aspekte. Mitgefühl heißt Mitleid, wenn es jemandem nicht so gut geht, Mitgefühl heißt auch Mitfreude, wenn es jemandem gut geht.

Der Mensch hat die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, der Mensch hat die Fähigkeit, zu fühlen, was der andere fühlt, der Mensch hat die so genannten Spiegelneuronen, das ist mindestens ein Konzept, das in den letzten Jahren erforscht wurde.

Es ist jetzt das Jahr 2015, so seit 2010 spricht man von Spiegelneuronen, vielleicht sogar ein bisschen vorher.In letzter Zeit ist es da ein bisschen ruhiger geworden, aber jedenfalls der Mensch hat die Fähigkeit, das zu fühlen, was andere auch fühlen. Man kann diese Fähigkeit sogar kultivieren. Wenn jemand anderes sich freut, dann freue dich mit.

Es gibt auch Menschen, die haben weniger diese Fähigkeit von Mitfreude. Wenn jemand anderes sich freut, dann sind sie neidisch und sagen: "Warum geht es dem gut und mir nicht?" Oder es gibt Menschen, die sagen: "Über was der sich wieder freut, der weiß gar nicht, was noch auf ihn zu kommt."

Oder es gibt Leute, die sind abergläubisch, die denken, wenn man sich zu sehr freut, dann wird nachher etwas Gegenteiliges kommen. Das ist ja gerade in Mitteleuropa so ein Aberglaube, wenn man übermäßig viel sich freut, dann kommt irgendwas Schlimmes danach.

Im alten Griechenland gab es diesen Aberglauben, wenn der Mensch zu sehr sich freut, dann erzeugt das den Neid der Götter und dann werden sie etwas tun, damit man wieder unglücklich wird. Vielleicht kennst du die Geschichte vom Ring des Polykrates, die darauf anspielt.

In Indien kennt man diesen Aberglauben nicht. Und ich habe auch einige Jahre in Amerika gelebt, dort scheint es diesen Aberglauben auch nicht zu geben, insbesondere nicht in Kalifornien, da ist dieses Konzept der Mitfreude sehr viel größer als in Deutschland.

Wenn man in Kalifornien jemandem etwas erzählt, wie es einem gut geht, dann sagt der: "Wow, great, it’s really wonderful." Ich kann mich noch erinnern, als ich das das erste Mal dort erlebt habe, habe ich gedacht: "Was sind das für oberflächliche Heinis. Ich erzähle irgendetwas, wo ich mich gefreut habe und dann freuen die sich noch mehr als ich. Was soll das?"

Danach habe ich es gemerkt, die meinen es ehrlich, das ist wirklich, die fühlen das, die spüren das, die meinen es in dem Moment. Das muss man auch annehmen können, wenn jemand anderes sich so über einen freut. Mitfreude kannst du zum einen auch kultivieren.

Wenn du jemanden siehst, der sich freut, bestärke ihn in der Freude, freue dich mit ihm. Wenn du jemanden siehst, dem irgendwas gelungen ist, lobe ihn, feiere ihn, du kannst daraus wie einen kleinen Freudensprung machen. Diese Mitfreude ist etwas Schönes und das hilft auch, dass man wächst.

Gerade in unserer heutigen Zeit, wo viel auf einen wartet, wenn man irgendwas abgeschlossen hat, dann ist auch gut, es irgendwie zu feiern, gemeinsam zu feiern, sich darüber zu freuen, Mitfreude zu haben und so kann man das gut abschließen.

Dann kommt das nächste. Nicht gleich dann, wenn man eines abgeschlossen hat, gleich das nächste beginnen, sondern irgendwo eine kleine Freude fühlen, irgendwi ein kleines Fest zelebrieren, in gemeinsamer Mitfreude. Und so hast du immer wieder neue Kraft und gerätst nicht irgendwann in die Erschöpfung hinein.

Mache es dir zur Aufgabe während der nächsten Tage, wann immer du jemanden siehst, der sich freut, freue dich doch einfach mit und drücke die Freude auch aus. Gemeinsame Freude ist etwas Wunderbares, Wunderschönes.

Mitfreude und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Mitfreude in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Mitfreude

Ähnliche Eigenschaften wie Mitfreude, also Synonyme zu Mitfreude sind z.B. Mitgefühl, Sympathie, Freude, Liebe.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Mitfreude übertrieben kann ausarten z.B. in Oberflächlichkeit, Heuchelei. Daher braucht Mitfreude als Gegenpol die Kultivierung von Mitleid, Gerechtigkeitssinn.

Gegenteil von Mitfreude

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Mitfreude, Antonym zu Mitfreude :

Mitfreude im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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