Tratak

Aus Yogawiki
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Tratak (Sanskrit: त्राटक trāṭaka n.) ist eine Augenreinigungsübung und Meditationstechnik bzw. Vorübung der Konzentration, bei der durch das Starren auf einen festen Punkt, z.B. ein kleines Objekt, die Flamme einer Kerze; einen schwarzen Punkt o.ä., die Einpünktigkeit (Ekagrata) des Geistes erreicht werden soll. Sie gehört zu den Shatkriyas.

Anleitung

Stelle eine Kerze im Abstand von 2-5 Metern etwas unterhalb von Augenhöhe vor Dich. Öffne die Augen und schaue in die Flamme, ohne mit den Augen zu zwinkern. Es ist gut für die Augen, wenn die Augen dabei feucht werden, oder Tränen kommen. Bleibe entspannt. Wenn die Augen jedoch anfangen zu brennen, oder es irgendwie unangenehm wird, schließe die Augen. Beobachte, was Du jetzt vor Deinem geistigen Auge siehst: Vielleicht ein Nachbild der Flamme, vielleicht verschiedene Farben und Formen; womöglich nur Dunkelheit. Eventuell spürst Du auch einfach nur eine sanfte Energie zwischen den Augenbrauen. Akzeptiere alles, ohne etwas konkret zu erwarten. Wenn fremde Gedanken kommen, öffne die Augen wieder und schaue wieder in die Kerzenflamme.

Meditationsanleitung Tratak

Wenn du Tratak anleiten willst, hier sind Worte, die Sukadev auf der CD Meditation benutzt:

Dies ist eine Meditationstechnik, die dich in Kontakt zum inneren Licht bringen kann. Stelle eine Kerze im Abstand von etwa 2-5 Meter etwas unterhalb von Augenhöhe hin. Setze dich in eine bequeme Stellung und bleibe ganz ruhig sitzen. Schließe zunächst die Augen und beobachte eine Weile lang, wie dein Atem von selbst ein und ausströmt. Werde dir bewusst, wie die Gedanken vor deinem geistigen Auge dorthin ziehen und spüre, wie sie langsam immer ruhiger werden.

Öffne jetzt deine Augen und schaue direkt in die Flamme hinein. Versuche, dabei nicht mit den Augenlidern zu zwinkern, sondern ganz ruhig zu bleiben. Und einfach die Flamme auf dich wirken zu lassen. Spüre, wie mit der Flamme, Licht, Energie und Positivität in dich hineinströmt. Es kann nach einer Weile passieren, dass die Augen feucht werden oder Tränen hinunterfließen. Dies ist ein gutes Zeichen und reinigt die Augen und verhilft den Augen zu einer guten Gesundheit. Forciere jedoch nicht, wenn notwendig kannst du auch die Augen zwischendurch kurz schließen. Soweit du kannst, halte die Augen offen und lasse jetzt das Licht ganz auf dich wirken.

Jetzt schließe die Augen sanft und werde dir bewusst, was du mit geschlossenen Augen sehen kannst. Lass dabei die Augen ganz entspannt. Vielleicht siehst du ein Nachbild der Kerzenflamme. Vielleicht auch in einer anderen Farbe, oder das Negativbild. Vielleicht siehst du einfach nur verschiedene Farben und Formen, die sich langsam verändern. Vielleicht ist es auch einfach nur gleichmäßig dunkel. Beobachte mit geschlossenen Augen, was du sehen kannst und sei dabei ganz bewusst.

Öffne wieder die Augen und schaue wieder ganz entspannt und anstrengungslos in die Kerzeflamme hinein. Schaue in die Flamme und nur in die Flamme. Lass das Licht dieser Flamme ganz auf dich wirken. Spüre, wie mit dem Licht der Flamme, Licht, Kraft, Weisheit, Positivität in dich hineinströmt. Halte die Augen dabei ganz entspannt, geöffnet oder wenn notwendig zwinkere kurz mit den Augen, damit die Augen nicht brennen und die Übung angenehm bleibt. Lasse so das Licht ganz auf dich wirken.

Schließe wieder die Augen und beobachte, was du mit geschlossenen Augen sehen kannst. Achte dabei darauf, dass die Augen ganz entspannt sind, als du dabei ins Unendliche schaust. Und richte diesmal deine Aufmerksamkeit besonders darauf, was du im Punkt zwischen den Augenbrauen sehen oder spüren kannst oder auch etwas darüber. Erwarte nichts Konkretes, sondern werde einfach nur bewusst, was du im Punkt zwischen den Augenbrauen spüren kannst oder sehen kannst. Und lass dich durch diese Empfindung zu einem tieferen Frieden führen.

Öffne die Augen noch einmal. Schaue wieder in die Flamme. Und nur in die Flamme. Diesmal ohne die Flamme zu fokussieren. Also ohne genau die Flamme fest anzuschauen. Es ist, als ob du durch die Flamme hindurchschaust. Dabei wirst du einen wunderschönen Lichtkranz um die Flamme herum wahrnehmen können. Und zu einem sehr schönen, meditativen Zustand kommen. Lasse so das Licht der Flamme ganz auf dich wirken und dich zur inneren Stille führen.

Schließe noch einmal die Augen. Halte die Augen vollkommen entspannt und stelle dir vor, du schaust mit geschlossenen Augen weit in die Unendlichkeit aber leicht nach oben. Während du so weit weg leicht nach oben schaust, mit geschlossenen Augen, werde dir wieder bewusst, was du in der Mitte der Stirn spüren kannst. Bleibe so konzentriert, entspannt und ganz ruhig.

Quelle: Meditations-CD

Tratak Meditation für Fortgeschrittenere

Es gibt eine Gruppe von Tratak Meditationen, die für geübte Meditierende neue Erfahrungen ermöglichen.

Tratak Mantra Meditation

Du kannst Mantra Meditation mit Visualisierung verbinden. So kannst du besonders tief gehen. Dazu brauchst du ein Abbild des Göttlichen, eine sogenannte Murti. Eine Murti kann sein ein abstraktes Symbol, wie z.B. eine Kerze, ein Kreuz, ein OM Zeichen, ein Stern etc. Eine Murti kann auch sein ein Heiligenbild, eine Götterfigur, eine Darstellung von Maria, Jesus, Buddha, Shiva, Krishna, Rama. Eine Murti kann auch sein ein heiliger Stein.

Tratak Mantra Meditation mit Visualisierung der Einzelheiten

  • Augen öffnen. Erst den Blick über die Murti schweifen lassen. Langsam von unten nach oben. Von links nach rechts… Mantra wiederholen.
  • Augen schließen und Bild vor geistigem Auge vorstellen. Über das geistige Bild Kontakt aufnehmen zum Göttlichen.
  • Augen öffnen, mit Blick über Murti wandern. Dieses Mal die Einzelheiten anschauen. Den Kontakt zum Göttlichen vertiefen.
  • Augen schließen. Vor geistigem Auge alle Einzelheiten ausmalen. Oder auch die Murti als Ganzes vorstellen. Spüren, dass du in göttlicher Gegenwart bist.
  • Augen öffnen. Blick nicht mehr schweifen lassen, sondern Murti als Ganzes wahrnehmen. Evtl. Blick weich stellen als ob du durch die Murti hindurchschaust. Du kannst dir vorstellen die Murti auch mit deinem Herzen, deinen Augen und mit deinem ganzen Bewusstsein wahrzunehmen.
  • Augen schließen. Wiederhole weiter das Mantra. Die gleiche Murti vor dem geistigen Auge sehen. Oder evtl. auch ein Nachbild, oder als Licht. Bleibe weiter in der göttlichen Gegenwart.
  • Augen öffnen. Nimm die Murti als Ganzes war , oder bleibe bei einem Teil der Murti. Z.B.: Gesicht, segnende Hand, Füße oder Herz. Wiederhole das Mantra und spüre vom Herzen die göttliche Gegenwart.
  • Augen schließen. Das Bild weiter geistig aufrecht halten. Im Bewusstsein der göttlichen Gegenwart das Mantra wiederholen.

Tratak Mantra Meditation mit Visualisierung der göttlichen Gegenwart überall

  • Augen öffnen. In die Murti schauen. Im Bewusstsein der göttlichen Gegenwart das Mantra wiederholen.
  • Augen schließen. Dir die Murti vor dir vorstellen, und dabei vorstellen, dass sie immer größer wird, als ob sie vor dir den ganzen Raum einnimmt. Über das Mantra und die Murti spüre dass alles vor dir göttliche Gegenwart ist.
  • Augen geschlossen halten oder kurz öffnen um das Bild der Murti deutlicher werden zu lassen. Weiter mit dem Mantra die göttliche Gegenwart erfahren.
  • Dann vorstellen, dass die Murti links von dir ist. Die göttliche Gegenwart links spüren.
  • Dann rechts. Wenn hilfreich kurz die Augen öffnen.
  • Vorstellen dass Gott hinter dir ist. Die göttliche Gegenwart hinter dir spüren. Dir vorstellen wie dich Gott von hinten segnet.
  • Murti ist oberhalb von dir, oder schräg vor dir oberhalb von dir. Vorstellen, dass von der Murti, Licht, göttliche Gegenwart in dich hinein fließt, oder du dich nach oben zur göttlichen Gegenwart öffnest während du das Mantra wiederholst.
  • Murti im Herzen vorstellen. Vom Herzen aus segnet dich so dieses Göttliche in all deinen Aspekten deines Wesens. Wiederhole das Mantra im Herzen, oder vom Herzen überall hin.
  • Die Murti ist jetzt in deinem Herzen, vor dir, hinter dir, links, rechts, oben, überall. Oder aber auch von der bildlichen Vorstellung weg kommen. Deine Bewusstheit ausdehnen, das Göttliche überall wahrnehmen. Bewusst das Mantra in alle Richtungen wiederholen. Evtl. fällt die wörtliche Wiederholung des Mantras weg.

Tratak Mantra Meditation mit Visualisierung von Licht in allen Chakras

  • Zunächst zur Murti schauen. Vorstellen, dass Lichtenergie von der Murti zum Muladhara Chakra hinströmt. Während du das Mantra wiederholst Einatmend Licht von der Murti ins Muladhara. Ausatmend nach oben. Du kannst die Augen offen lassen oder auch schließen.
  • Swadhisthana. Während du das Mantra wiederholst Einatmend Licht von der Murti ins Swadhisthana. Ausatmend nach oben.
  • Manipura. Mit offenen oder geschlossenen Augen. Einatmend Licht von der Murti ins Manipura. Ausatmend nach oben.
  • Anahata. Vorstellen wie Licht, Segensenergie zur Brustwirbelsäule, Herz strömt. Dein Herz öffnet sich und die Segensenergie strömt weiter nach oben.
  • Vishuddha. Öffne dein Vishuddha und lass die Energie von dort nach oben ausströmen.
  • Ajna. Punkt zwischen den Augenbrauen, oder Mitte des Kopfes, oder Mitte der Stirn.
  • Sahasrara. Vorstellen, dass du dich über das Sahasrara nach oben dich ausdehnst zum Unendlichen. Oder dass von oben das Göttliche in dich hineinströmt, dich ganz erfüllt. Entweder jetzt ohne konkrete Visualisierung im unendlichen Bewusstsein. Oder stelle dir die Murti oberhalb von dir vor. Richte dich mit dem Mantra ganz nach oben aus. Im Bewusstsein alles ist das Göttliche.




Siehe auch