Aparajita Puja – Schutz und Zuversicht für einen guten Aufbruch

Aus Yogawiki
Version vom 11. Oktober 2026, 21:21 Uhr von Yoga Vidya (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „'''Aparajita Puja – Schutz und Zuversicht für einen guten Aufbruch''' ist eine Festverehrung für Menschen und Familien, die einen neuen Weg mit Mut, Schutz und gutem Gelingen verbinden möchten. An Vijayadashami, der hellen Dashami des Ashvina, werden Aparajita, Jaya und Vijaya auf einem achtblättrigen Lotus empfangen. Diese Familienfassung des Puja Samuccaya findet am Nachmittag, im Aparahna, nordöstlich des Hauses o…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Aparajita Puja – Schutz und Zuversicht für einen guten Aufbruch ist eine Festverehrung für Menschen und Familien, die einen neuen Weg mit Mut, Schutz und gutem Gelingen verbinden möchten. An Vijayadashami, der hellen Dashami des Ashvina, werden Aparajita, Jaya und Vijaya auf einem achtblättrigen Lotus empfangen. Diese Familienfassung des Puja Samuccaya findet am Nachmittag, im Aparahna, nordöstlich des Hauses oder Ortes statt. Eine Person führt die Gaben aus und spricht, Angehörige können mitbeten. Eine königliche Siegzeremonie ist eine eigene Variante der Überlieferung.

In der Aparajita Puja steht die Bitte im Mittelpunkt, sich vom Guten nicht abbringen zu lassen. Die Feier endet mit dem ausdrücklichen Dank und der Verabschiedung der Göttin.

Licht begleitet die achtsame Verehrung.

Vorbereitung

Für die vorbereitende Verehrung benötigst du ein Gefäß mit Wasser, gesondertes Trinkwasser, Löffel und Auffangschale, eine Glocke, Sandelpaste, ungebrochenen Reis als Akshata, frische Blüten und eine Lampe mit Docht, Ghee (bzw. Pflanzenöl), Zündmitteln und feuerfester Unterlage. Pflanzenöl ist eine heutige Alternative. Für die Hauptverehrung kommen ein wasserfestes Gottesbild beziehungsweise eine kleine Murti, ein Untersetzer, ein sauberes Tuch zum Abtrocknen, ein kleines Gewand, eine heilige Schnur, Räucherwerk mit Halter, eine vegetarische Speiseportion, Trinkwasser zur Speise, Früchte, ein Betelblatt als Tambula und eine Geldgabe als Dakshina hinzu. Das Betelblatt ist eine Gabe und muss nicht gekaut werden. Für diese Feier benötigst du drei kleine Figuren oder Darstellungen für Aparajita, Jaya und Vijaya sowie eine abwischbare Unterlage für das Lotusbild. Ein geschützter Platz im nordöstlichen Teil des eigenen Grundstücks ist eine praktische häusliche Umsetzung. Bestimme den Festtag und das Nachmittagsfenster im örtlichen Panchanga. Vereinbare den Empfänger der Geldgabe vor Beginn.

Durchführung

1. Den Lotusplatz anlegen
Reinige den gewählten Platz nordöstlich des Hauses oder Ortes. Zeichne mit Sandelpaste einen achtblättrigen Lotus. Stelle Aparajita in die Mitte, Jaya zu ihrer Rechten und Vijaya zu ihrer Linken; richte die beiden Seiten vom Gottesbild aus betrachtet aus. Die Anordnung lässt Schutz, tätige Kraft und glücklichen Ausgang gemeinsam sichtbar werden.

Den Platz und sich selbst vorbereiten
Wasche Hände und Mund. Für das vorausgesetzte Achamana wird hier eine schlichte heutige Ausführung der Wasserreinigung verwendet: Nimm einen kleinen Schluck sauberes Trinkwasser aus der rechten Hand und reinige anschließend Hand und Lippen. Nenne Ort, Datum und dein Anliegen. Grüße Ganesha mit gefalteten Händen:

vakratuṇḍa mahākāya koṭisūryasamaprabha |
nirvighnaṃ kuru me deva sarvakāryeṣu sarvadā ||

Du mit dem gebogenen Rüssel und dem großen Leib, strahlend wie Millionen Sonnen: Gott, lass all mein Tun immer frei von Hindernissen sein.

Fülle das Ritualgefäß, den Kalasha, mit frischem Wasser und sprich:

gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindho kāveri jale’smin sannidhiṃ kuru ||

Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

Lege etwas Sandelpaste, Reis und eine Blüte an das Gefäß. Denke an Varuna und die genannten Flüsse. Läute die Glocke und sprich:

āgamārthaṃ tu devānāṃ gamanārthaṃ ca rakṣasām |
kurve ghaṇṭāravaṃ tatra devatāhvānalakṣaṇam ||

Zum Kommen der göttlichen Kräfte und zum Weichen der störenden Mächte lasse ich die Glocke erklingen als Zeichen der Einladung der Gottheit.

Fülle die Lampe mit Ghee (bzw. Pflanzenöl), lege den Docht ein und lass ihn Brennstoff aufnehmen. Entzünde ihn auf der feuerfesten Unterlage und sprich:

bho dīpa brahmarūpas tvaṃ jyotiṣāṃ prabhur avyayaḥ |
atas tvāṃ sthāpayāmy atra mama śāntiprado bhava ||

Lampe, du bist eine Gestalt des Brahman, unvergänglicher Herr der Lichter. Deshalb stelle ich dich hier auf: Schenke mir Frieden.

Sprich das Reinigungsgebet und besprenge dich und die Gaben mit wenigen Wassertropfen:

apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||

Unrein oder rein, in welcher Lage auch immer: Wer sich an den Lotusäugigen erinnert, wird äußerlich und innerlich rein.

2. Das Schutzanliegen nennen
Fasse den Sankalpa in eigenen Worten: „Ich verehre Aparajita mit Jaya und Vijaya für das Wohlergehen meiner Familie, für einen guten Aufbruch und dafür, meinen Weg mit Mut und Rechtschaffenheit zu gehen.“ Diese deutsche Formulierung fasst den Familien-Sankalpa des Handbuchs zusammen.

3. Die drei Göttinnen empfangen
Die sechzehn Dienste
Die Shodashopachara Puja empfängt die göttliche Gegenwart wie einen verehrten Gast. Die Handlungen sind hier einzeln ausgeschrieben. Bei jeder Darbringung sprichst du die folgenden Namensgrüße einmal.

aparājitāyai namaḥ |

Verehrung der Unbesiegten.

kriyāśaktyai namaḥ |

Verehrung der Kraft des Handelns.

umāyai namaḥ |

Verehrung der Uma.


1. Dhyana: Vergegenwärtige die verehrte Gottheit am vorbereiteten Platz.

2. Avahana: Bitte sie innerlich, diese Verehrung anzunehmen.

3. Asana: Lege eine frische Blüte als Sitzgabe vor das Bild.

4. Padya: Zeige einen Löffel Fußwasser vor den Füßen des Bildes und gieße ihn in die Auffangschale.

5. Arghya: Zeige Ehrenwasser mit einer frischen Blüte und gieße das Wasser in die Schale.

6. Achamaniya: Reiche einen Löffel Wasser zum Mundspülen symbolisch vor dem Bild und gieße ihn anschließend in die Schale.

7. Snana: Bade die wasserfeste Murti mit sauberem Wasser und trockne sie ab. Bei einem Bild reiche das Badewasser davor in einer Schale; benetze kein Papier.

8. Vastra: Lege das vorbereitete Gewand und die heilige Schnur als Ehrengaben vor die Gottheit.

9. Gandha: Bringe Sandelpaste und einige Reiskörner am Untersetzer oder am Fuß der Murti dar.

10. Pushpa: Lege Blüten nieder.

11. Dhupa: Entzünde das Räucherwerk, zeige den Duft vor der Gottheit und stelle es in den Halter.

12. Dipa: Zeige die brennende Lampe ruhig vor dem Bild und stelle sie sicher zurück.

13. Naivedya: Stelle die Speise und die Früchte vor die Gottheit. Verweile einen Moment in Stille. Reiche danach symbolisch Wasser zum Trinken sowie zum Reinigen von Händen und Mund in die Auffangschale.

14. Tambula: Lege das Betelblatt und die Geldgabe vor die Gottheit.

15. Pradakshina: Umschreite den Verehrungsplatz achtsam im Uhrzeigersinn. Bei beengtem Raum kannst du die Umrundung in der Vorstellung vollziehen; dies ist eine praktische Anpassung.

16. Namaskara: Falte die Hände und verneige dich.

4. Verabschieden und den Aufbruch segnen
Falte die Hände und sprich:

imāṃ pūjāṃ mayā devi yathāśakti niveditām |
rakṣaṇārthaṃ samādāya vrajasva sthānam uttamam ||

Göttin, nimm diese Verehrung an, die ich nach meinen Kräften um Schutz bittend dargebracht habe, und kehre an deinen erhabenen Ort zurück.

Verneige dich. Hebe die zeitweilige Aufstellung auf, nachdem die Lampe sicher beendet ist. Bewahre die Figuren würdig auf, teile die Speise als Prasad und gib die Geldgabe der vorgesehenen Person. Sauberes Wasser kann an Pflanzen gegeben, Blüten später kompostiert werden. Nimm die Bitte um Sieg mit in deinen Alltag: Wähle für den nächsten schwierigen Schritt eine Handlung, die Mut mit Fairness verbindet.


Rezitationen in IAST, Devanagari und deutscher Übersetzung

Ganesha-Gebet
vakratuṇḍa mahākāya koṭisūryasamaprabha |
nirvighnaṃ kuru me deva sarvakāryeṣu sarvadā ||

वक्रतुण्ड महाकाय कोटिसूर्यसमप्रभ ।
निर्विघ्नं कुरु मे देव सर्वकार्येषु सर्वदा ॥

Du mit dem gebogenen Rüssel und dem großen Leib, strahlend wie Millionen Sonnen: Gott, lass all mein Tun immer frei von Hindernissen sein.

Das Wasser weihen
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindho kāveri jale’smin sannidhiṃ kuru ||

गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ।
नर्मदे सिन्धो कावेरि जलेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ॥

Ganga, Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

Die Glocke
āgamārthaṃ tu devānāṃ gamanārthaṃ ca rakṣasām |
kurve ghaṇṭāravaṃ tatra devatāhvānalakṣaṇam ||

आगमार्थं तु देवानां गमनार्थं च रक्षसाम् ।
कुर्वे घण्टारवं तत्र देवताह्वानलक्षणम् ॥

Zum Kommen der göttlichen Kräfte und zum Weichen der störenden Mächte lasse ich die Glocke erklingen als Zeichen der Einladung der Gottheit.

Die Lampe
bho dīpa brahmarūpas tvaṃ jyotiṣāṃ prabhur avyayaḥ |
atas tvāṃ sthāpayāmy atra mama śāntiprado bhava ||

भो दीप ब्रह्मरूपस् त्वं ज्योतिषां प्रभुर् अव्ययः ।
अतस् त्वां स्थापयाम्य् अत्र मम शान्तिप्रदो भव ॥

Lampe, du bist eine Gestalt des Brahman, unvergänglicher Herr der Lichter. Deshalb stelle ich dich hier auf: Schenke mir Frieden.

Besprengen
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṃ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||

अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥

Unrein oder rein, in welcher Lage auch immer: Wer sich an den Lotusäugigen erinnert, wird äußerlich und innerlich rein.

Aparajita
aparājitāyai namaḥ |

अपराजितायै नमः ।

Verehrung der Unbesiegten.

Jaya als Kriyashakti
kriyāśaktyai namaḥ |

क्रियाशक्त्यै नमः ।

Verehrung der Kraft des Handelns.

Vijaya als Uma
umāyai namaḥ |

उमायै नमः ।

Verehrung der Uma.

Aparajita verabschieden
imāṃ pūjāṃ mayā devi yathāśakti niveditām |
rakṣaṇārthaṃ samādāya vrajasva sthānam uttamam ||

इमां पूजां मया देवि यथाशक्ति निवेदिताम् ।
रक्षणार्थं समादाय व्रजस्व स्थानम् उत्तमम् ॥

Göttin, nimm diese Verehrung an, die ich nach meinen Kräften um Schutz bittend dargebracht habe, und kehre an deinen erhabenen Ort zurück.


Quellen und Vertiefung

Die Familienfolge und die drei Namensanrufungen stammen aus Puja Samuccaya, Abschnitt 54. Die sechzehn Dienste werden praktisch ausgeschrieben; die im Festabschnitt nicht einzeln formulierten Gabengebete werden durch dessen eigene Namensgrüße begleitet. Die Vorbereitung mit Ganesha, Wasser, Glocke, Lampe und Besprengen folgt Abschnitt 9. Der königliche Zusatz mit Armband und besonderen Siegversen gehört nicht zu dieser Familienfassung. Handhabung von Bildern, Prasad und Materialien sind praktische Ergänzungen.

Seminare

20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti

Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…
Vani Devi Beldzik
26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
01.12.2026 - 01.12.2026 Mantra-Konzert

Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr
Aleah Gandarvika
04.12.2026 - 06.12.2026 Bhakti Yin Yoga meets Metta und Dharma

Tauche ein in eine außergewöhnliche tiefe Praxis des Bhakti Yin Yoga mit der Weisheit des Dharma und der liebenden Güte von Metta vereint. Wir laden …
Marco Büscher, Melanie Bhavani Bergweiler