Vedanta Desika

Aus Yogawiki

Vedanta Desika (auch Venkatanatha, Vedantacharya oder Nigamanta Mahadesika) war ein Dichter, Philosoph und srivaishnavischer Lehrer des 13. bis 14. Jahrhunderts. Er zählt zu den bedeutendsten Weiterführern von Ramanujas Vishishtadvaita und wird besonders in der Vadakalai-Tradition verehrt. Seine philosophische Schärfe verbindet sich in seinen Hymnen mit zarter Gottesliebe.

Vishnu, in der Srivaishnava-Tradition als Narayana verehrt.

Vedanta Desika (Swami Desikan, Swami Vedanta Desikan, Thupul Nigamantha Desikan) (1269 – 1370) war ein Vaishnava Guru. Er war Dichter, Bhakta, Philosoph und ein hervorragender Lehrer. Er war ein Schüler von Swamy Sri Kidambi Appullar alias Sri Aathreya Ramanujachariar, der aus der Linie stammte, die begann mit Sri Ramanuja, Sri Thirukurugai Piran Pillan alias Sri Kurugesar, Sri Kidambi Aachan, Sri Aathreya Ramanujar, Sri Aathreya Rangarajachariar und vielen anderen des Ordens. Vaishnavas sehen in ihm den Avatar des göttlichen Klanges von Venkateswara von Tirumalai.

Vedanta Desika wie in Kanchipuram mit Löwen auf beiden Seiten Copyright

Geburt

Bei Swami Vedanta Desika sind ein paar versteckte biographische Hinweise in seinen Werken zu finden, so zum Beispiel im Prolog zu Sankalpa Suryodayam. Prathivadi Bhayankaram Annan (1300 – 1400), ein junger Zeitgenosse Swami Desikas und Schüler von Kumara Varadhacharya (Sohn von Swamy Vedanta Desika), gibt einige Details über Vedanta Desikas Eltern, Ausbildung usw. in seiner "Saptati Ratna Malika".

Vedanta Desika wurde im Kali Yuga Jahr 4370 geboren (dieses Jahr ist identisch mit dem tamilischen Jahr 1268 Vibhava), und zwar im Monat Purattasi, am 10. Tag der hellen Mondphase unter der Konstellation Sravanam (dieselbe wie der Herr von Tirumalai). Sein Geburtsort ist Thuppul, nahe Tiruttanga (Himavanam), angrenzend an den Dipa Prakasar Tempel in Kanchipuram, dem Geburtsort von Poigai Alwar.

Jugend

Vedanta Desika wurde geboren in Thupul, nahe Kanchipuram, (nach der Legende auf Geheiß von Srinivasa and Padmavathi Thayar, Gott und Göttin des Tirumala Venkateswara Tempels, der göttlichde Klang Narayanas inkarnierte als Vedanta Desika), als Sohn von Ananta Suri und Totaramba. Vedanta Desika wird auch als Inkarnation des 'Herrn der sieben Hügel', bekannt als Tirumala Sri Venkateswara, selbst angesehen. Er wird weithin verehrt als die Inkarnation von Baghavanth Ramanuja, um nochmals den Vaishnavismus zu reformieren und die Welt seine ausführlichen Abhandlungen zu lehren. Er wurde "Venkatanatha" genannt und gehörte zu der Vishwamithra Linie.

Unterrichtet wurde er von einem gelehrten Onkel mütterlicherseits, Kidambi Appullalar, der ein direkter Schüler von Nadadur Ammal (Großneffe Ramanujas) war. Appullalar weihte Venkatanatha im Alter von sieben Jahren in Brahmacharya Upanayanam (Erhalten der Heiligen Schnur) ein und danach durch Panchasamskara in die Vaishnava Philosophie und machte ihn zu einem Meister der Veden, Divyaprabandam, Puranas and Shastras. Im Alter von zwanzig war er ein Gelehrter ohne Gleichen in der Geschichte des Vaishnavismus‘. Mit einundzwanzig heiratete er Tirumangai (auch bekannt als Kanakavalli). Vedanta Desikan war mit siebenundzwanzig ein Acharya. Vedanta Desika erhielt den Titel Sarva Tantra Swatantra durch Ranganayaki Thaayar und den Titel Vedantacharya durch den Herrn von Sri Rangam, Ranganatha, selbst.

Nachdem er ein Acharya der Ramanuja Tradition geworden war zog es Vedanta Desika auf Anraten seines Gurus, Swamy Kidambi Appullar, nach Tiruvahindhipuram (nahe Cuddalore, Tamil Nadu). Dort verbrachte er einige Jahre in Meditation auf Garuda und erhielt Darshan von Hayagriva. Von da an wurde Sri Lakshmi Hayagriva seine persönliche Gottheit. Swamy verfasste zahllose Schriften in Sanskrit, Prakrit, Tamil und Manipravala. Diese Werke haben die Jahrhunderte überdauert, sie handeln von der Beherrschung der Sprache und die Vortrefflichkeit des traditionellen Wissens, Gyana.

Geführt durch göttliche Gnade pilgerte er nach Kanchipuram, Tirupati, Vrindavan, Ayodhya und Badrinath, stets die Lehre Ramanujas verbreitend durch Vorträge und Schriften. Nach vielen Jahren der Wanderschaft von Ort zu Ort (die Liste beinhaltete Melkote und Satyagala, nahe Kollegal) kehrte Vedanta Desika nach Srirangam zurück und ließ sich dort nieder. Er verließ die materielle Welt 1370, im Alter von 101 Jahren. Bevor er die Welt verließ sorgte er für die Fortführung der Guru Parampara. Er weihte seinen besten Schüler, Brahmatantraswatantra Swami, und seinen Sohn, Kumara Varada Desikan, in die Acharya Tradition ein. Deren Schüler führen die Tradition Ramanujas weiter in etlichen Ashrams und Maths.

Unterwegs in Indien

Swamis Pilgerschaft führte ihn durch verschiedene Kshetras wie Tiruk Kadigai, Tiru Ayodhya, Kashi, Mathura, Avanti, Badarikasramam, Puri, Vrindavan, Dwaraka, Triveni, Gaya, Salagramam, Purushothamam, Srikurmam usw. (Er beschreibt diese Orte in Act VI des Sankalpa Suryodayams). Bevor er nach Kanchi zurückkehrte besuchte er Tiruvallikkeni, Tiruvallur, Sri Rangam und das verbundene Chola Desam, Thirumalirumcholai, Srivilliputtur, Thiruppulani und das verbundene Pandya Desam, Thiruvananthapuram und das verbundene Malayala Desam.

Swami verbreitete den Vishistadvaita Sri Ramanujas und leitete die Menschen im gesamten Land. Obwohl er ein großer Gelehrter war, verlor er nicht seine Demut. Bescheiden zeigt er in einem seiner Werke, "Vedanta Desika Padhe Vinivesya Balam": "Oh! Wie der Herr mich erhob, vom Jungen zum vollkommenen Acharya."

Werke

Seine Schriften umfassen andächtige Werke über Gottheiten und Acharyas, Abhandlungen über Vishishtadvaita, einen Kommentar zur Bhagavad Gita, Geheimlehren des Vaishnavismus‘, tamilische Dichtung, epische Dichtung, sinnbildliche Dramen in Sanskrit, dialektische Werke wie Satadushani, das sich gegen die Rivalitäten der religiösen Anschauungen richtete, Abhandlungen über das tägliche Leben und weitere Abhandlungen. Seine Erläuterungen zu den Veden versöhnten mit den Lehren der Alvars und der Prasthanatrayi. Er enthüllte die Divya Prabhandham der Alvars einem größeren Publikum und erhob sie bezogen auf einen Status, der den Veden gleichkam, und den die tamilischen Vaishnavas mittragen konnten.

Er war kritisch und liebenswert tolerant. Er adelte seine Dichtung durch seine Philosophie und zierte seine Philosophie durch seine Dichtung. Er lehrte nur was er lebte und lebte nur was er lehrte. Er war ein Heiliger par Excellence, obwohl er zeitlebens als Haushälter lebte. Selten findet sich eine derartige Harmonie von Lehre und Praxis, von hohem Denken und einfachem Leben. Er verband in sich selbst einen unnachahmlichen moralischen Eifer und eine inspirierende spirituelle Einsicht.

Aufstieg in göttliche Welten

Swami Vedanta Desika lebte 101 Jahre und erkannte, während er in Sri Rangam weilte, dass seine Zeit gekommen war, in das Reich Sriman Narayanas einzugehen. Sri Ranganatha von Sri Rangam war sehr glücklich mit dem was Vedanta Desika für Ramanujas Vishistadvaita während seines Lebens vollbracht hatte. Vedanta Desika tröstete jeden und wies alle an, ihre Werke im Dienste Gottes auszuführen und Ramanujas Darshana zu folgen.

Nach einem erfüllten Leben von 101 Jahren und in Zufriedenheit mit dem, was er auf Erden erreicht hatte, betete Vedanta Desika zu Udaiyavar (Sri Ramanujacharya) und Kidambi Appullar, indem er ihre Padukas auf sein Haupt legte, und verließ seine fleischliche Hülle.

Vedanta Desikas Haupt lag im Schoße von Nainarachar (Sri Kumara Varadhachariar) und seine Lotusfüße im Schoße von Brahma Tantra Svatantrarar (Sri Periya Parakala Jiyar der Sri Parakala Mutt) während seine Schüler Tiruvoimozhi und die Upanishaden rezitierten. Er ging ein in das göttliche Reich Sriman Narayanas. Er erlangte Paramapadam im tamilischen Sowmya Jahr im Monat Kartigai unter dem Stern Kartikai, im Kali Yuga Jahr 4471, das dem Jahr 1369 in Sri Rangam entspricht.

Leben und Hintergrund

Er stammte aus Thuppul bei Kanchipuram und wurde von seinem mütterlichen Onkel Atreya Ramanuja, auch Appullar genannt, unterrichtet. Die traditionellen Lebensdaten schwanken, häufig werden 1268–1369 oder 1269–1370 genannt; die außergewöhnlich lange Lebensspanne gehört zur traditionellen Chronologie. Er lebte als verheirateter Gelehrter. Zu seinen Wirkungsorten zählen Kanchipuram, Tiruvahindrapuram und Srirangam. Seine Werke verwenden Sanskrit, Tamil, Prakrit und Manipravalam.[1]

Tamil: வேதாந்த தேசிகர்; Transliteration: Vētānta Tēcikar; Sanskrit: Vedānta Deśika.

Geschichten über Vedanta Desika

Die folgenden Legenden erzählen von Erkenntnis als Gnade und von der Freiheit eines Herzens, das sich im Göttlichen geborgen weiß.

Auf dem Hügel des Hayagriva

Sein Lehrer hatte ihn in die Verehrung Garudas eingeführt. Nach der Überlieferung suchte Venkatanatha bei Tiruvahindrapuram die Stille des Oushadhagiri auf. Unter einem Baum sammelte er sich zum Gebet. Garuda erschien ihm und wies ihn zur Verehrung Hayagrivas, der pferdeköpfigen Gestalt Vishnus und des göttlichen Herrn der Erkenntnis.

Venkatanatha setzte seine Meditation fort. Schließlich erschien Hayagriva und schenkte ihm den Nektar der Erkenntnis. Der Gesegnete bat darum, dass seine Worte von dieser göttlichen Gegenwart getragen sein mögen.[2]

Das Bild ist reich an Bedeutung. Ein großer Denker kniet vor der Quelle des Wissens. Sein Verstand wird nicht entwertet; er wird in einen größeren Zusammenhang gestellt. Lernen, Prüfen und Formulieren können zu einem Dienst werden, wenn sie von der Bitte begleitet sind, anderen wirklich zu helfen.

Wer diese Legende betrachtet, mag vor einer schwierigen Aufgabe kurz innehalten. Nicht alles muss aus Anspannung entstehen. Man kann gründlich arbeiten und zugleich offen dafür bleiben, dass Klarheit auch ein Geschenk ist.

Der Lehrer und die Schlange

Eine andere Legende berichtet von einem Schlangenbeschwörer, der eine gefährliche Schlange gegen Desika einsetzte. Dieser rief Garuda an. Der göttliche Vogel erschien und trug die Schlange fort. Als der Beschwörer um ihre Rückgabe bat, setzte Desika sich auch dafür ein. Mit dieser Überlieferung wird das Garuda Dandakam verbunden.[3]

Die geistliche Pointe liegt auch im zweiten Teil: Schutz wird nicht zum Anlass für Vergeltung. Der Bedrohte bleibt fähig, eine Bitte zu hören. Als Bhakti-Betrachtung kann die Szene deshalb den Wunsch wecken, nach einem Konflikt wieder Raum für Güte zu finden.

Das bedeutet nicht, jede Grenzüberschreitung hinzunehmen. Es bedeutet, dass die notwendige Abwehr nicht das ganze Herz besetzen muss. Eine gelöste Gefahr darf auch wirklich vorüber sein.

Der Reichtum am Elefantenberg

Sein Vairagya Panchakam lässt Desikas eigene dichterische Stimme hören. In diesem kurzen Werk besingt er die Unabhängigkeit von weltlicher Gunst. Sein eigentlicher Schatz ist der göttliche Herr von Kanchipuram, Varadaraja.[4]

Hier führt die Geschichte von äußeren Wundern zu einer inneren Freiheit. Wer immer neue Anerkennung benötigt, muss sein Herz ständig den Urteilen anderer ausliefern. Die Ausrichtung auf Gott eröffnet einen anderen Ort des Vertrauens: Ich darf meine Aufgabe gewissenhaft erfüllen, ohne meinen Wert täglich neu beweisen zu müssen.

Desikas Dichtung lädt dazu ein, diese Freiheit nicht als Härte zu verstehen. Ein Mensch, der weniger um seinen Rang fürchtet, kann großzügiger werden. Er kann danken, lernen und sogar eigene Grenzen anerkennen. Das ist eine kostbare Frucht von Vairagya, der inneren Losgelöstheit.

Worte an den Füßen des Herrn

Im Paduka Sahasram richtet Desika seine Dichtung auf die heiligen Sandalen Ranganathas. Schon diese Wahl kann das Herz berühren: Die Aufmerksamkeit des großen Dichters gilt dem, was die Füße des Geliebten berührt und trägt.

In einer eigenen geistlichen Betrachtung lässt sich darin die Würde unscheinbaren Dienstes erkennen. Nicht jeder Beitrag steht im Mittelpunkt. Manche Arbeit trägt andere, ohne selbst gesehen zu werden. Die Hingabe verleiht ihr eine Schönheit, die sich nicht nach öffentlicher Anerkennung bemisst.

Ramanuja: Seine Lehre prägt die hier erzählte geistliche Überlieferung.

Denken und Hingabe

Desika verteidigte und entfaltete den Vishishtadvaita Vedanta. Die einzelne Seele und die Welt besitzen Wirklichkeit und stehen in unauflöslicher Abhängigkeit von Narayana. Seine Werke behandeln Erkenntnis, Offenbarung, Bhakti und Prapatti. Die spätere Unterscheidung von Vadakalai und Tenkalai sollte nicht dazu verleiten, alle späteren Schulgegensätze in sein Leben zurückzuprojizieren.

Siehe auch

Werke und weiterführende Texte

Quellen und Literatur

  • Internet Encyclopedia of Philosophy: Venkatanatha.
  • SriPedia: traditionelle Lebensdarstellungen.
  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Mainberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten Ramanuja war sein geistliches Vorbild aus einer früheren Generation. Pillai Lokacharya war ein älterer Zeitgenosse. Sein Sohn Kumara Varadacharya unterrichtete Prativadi Bhayankaram Anna, der später auch mit Manavala Mamunigal verbunden war.

Anregungen für Yoga und Meditation Verbinde dein Studium mit einer kurzen Meditation über Klarheit und Güte. Frage dich vor dem Sprechen, ob deine Worte wahr, verständlich und hilfreich sind. So erhält der Yoga der Erkenntnis eine praktische Gestalt.

Symbolbild für das Licht der Erkenntnis im Herzen.

Erkenntnis möge zum Segen werden Vedanta Desikas Lebensbild lädt dazu ein, Verstand und Herz gemeinsam zu bilden. Möge unser Wissen anderen dienen; möge unser Gebet die Bereitschaft zum sorgfältigen Lernen wachhalten.


Weblinks

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