Tas
1. Tas (Sanskrit: तस् tas) ist eine Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu) und bedeutet: verblassen, erschöpft werden, sich erschöpfen, verschwinden, zunichte werden; verwerfen.
2. Tas (Sanskrit: तस् tas) ist ein Taddhita-Suffix (Pratyaya), das gewöhnlich im Sinne des Ablativs (Panchami), zuweilen auch im Sinne des Instrumentals (Tritiya), des Genitivs (Shashthi) und des Lokativs (Saptami) steht. In der panineischen Sanskrit Grammatik wird dieses Suffix mit dem technischen Terminus tasi bezeichnet.
3. Tas (Sanskrit: तस् tas) ist auch ein Taddhita-Suffix (Pratyaya), das zur Bildung von Adverbien an Pronominalstämme tritt. In der panineischen Sanskrit Grammatik wird dieses Suffix mit dem technischen Terminus tasil bezeichnet.
4. Tas (Sanskrit: तस् tas) ist auch die Verbal- bzw. Personalendung (Vibhakti) der dritten Person Dual Aktiv bzw. Parasmaipada.
Tas als Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu)
Tas ist eine Verbalwurzel, Sanskrit Dhatu, also ein Verb, das in den allermeisten Fällen aus einer Silbe besteht. Man spricht von Wurzel, weil daraus durch Voranstellen von Präfixen, also Präpositionen, das Anfügen von Suffixen, durch Deklination und Konjugation, durch Wortkombinationen und Sandhis, Verbindungen von Wörtern, neue Wörter gebildet werden. Die altindischen Sanskrit Grammatiker wie Panini sprechen von Dhatus, Elementen, Grundbausteinen. Mehrsilbige Sanskritwörter werden zuallermeist auf einem Dhatu, einer Verbalwurzel, aufgebaut. Der Sinn der Sanskritwörter erschließt sich am leichtesten, wenn man die Verbalwurzel des Wortes kennt.
Altindische Grammatik (Vyakarana)
Das Taddhita-Suffix tasi
Das Taddhita-Suffix tasi (-tas) tritt gewöhnlich in der Bedeutung des Ablativs (Panchami), zuweilen auch im Sinne des Instrumentals (Tritiya) und des Genitivs (Shashthi) an Nominalstämme:
- mukhataḥ (mukha + -tas) "vom Munde her" (Ablativ)
- mukhataḥ (mūla + -tas) "von der Wurzel her" (Ablativ)
- yogataḥ (yoga + -tas) "aufgrund der Vereinigung" (Ablativ)
Das Taddhita-Suffix tasil
Das Taddhita-Suffix tasil (-tas) tritt zur Bildung von Adverbien an Pronominalstämme:
Die Verbalendung -tas
Die Verbal- bzw. Personalendung (Vibhakti) der dritten Person Dual Aktiv bzw. Parasmaipada lautet -tas:
- bhavataḥ (Präsensstamm bhava + -tas) "diese beiden sind, diese beiden werden" (Wurzel bhū "sein, werden")
- staḥ (Präsensstamm s + -tas) "diese beiden sind" (Wurzel as "sein")
- juhutaḥ (Präsensstamm juhu + -tas) "diese beiden opfern" (Wurzel hu "opfern")
Andere Schreibweisen für das Sanskritwort tas
Sanskrit schreibt man eigentlich in der Devanagari Schrift - und in Indien werden bis heute Sanskrit, Hindi, Bengali, Gujarati und Marathi in Devanagari geschrieben. Damit Europäer Sanskrit leichter lesen und schreiben können, gibt es verschiedene Arten der Umschrift, Transkription und Transliteration genannt. Die vereinfachte Umschrift für das Wort, das hier behandelt wird, ist tas. Im Devanagari Original schreibt man तस्. In der IAST Transliteration, die auch als wissenschaftliche Transkription bezeichnet wird, und welche die diakritischen Zeichen umfasst, schreibt man tas. In der Velthuis Umschrift sieht das so aus: tas. Harvard-Kyoto Transliteration ist tas. In Itrans wird geschrieben tas.
Weblinks
- Hatha Yoga Pradipika 1.4
- Hatha Yoga Pradipika 2.9
- Hatha Yoga Pradipika 3.86
- Hatha Yoga Pradipika 4.5
Siehe auch
- Taskara
- Taskari
- Aduratas
- Anirodhatas
- Abhitas
- Urdhvatas
- Tattvatas
- Duratas
- Madhyatas
- Yatnatas
- Yogatas
- Vegatas
- Sarvatas
- Sankshepatas
- Svabhavatas
- Amrita Siddhi Vers 10.3
- HYP Jahresgruppe
- Sanskrit Verb
- Sanskrit Verbalwurzel
- Sanskrit Übersetzung
- Sanskrit Kurs Lektion 38
- Sanskrit Kurs Lektion 92
- Sanskrit Kurs Lektion 114
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- Sanskrit Verbalwurzeln Liste aller Dhatus mit deutscher Übersetzung
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- Gott
Verbalwurzeln mit gleichen Anfangsbuchstaben
- tach
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- taksh
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- tep
Literatur/Quellen
- P.V. Upadhya, Dhaturupa Chandrika with the Dhatupatha of Panini containing all irregular and noteworthy forms, Bombay, 1927.
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- Dr phil Oliver Hahn