Schwesterliche Liebe

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Schwesterliche Liebe ist die Liebe zwischen zwei Schwestern bzw. die Liebe einer Schwester zu ihrem Bruder. Als schwesterliche Liebe wird auch eine Liebe einer Frau zu einem Mann bezeichnet, wenn die Frau keine Zärtlichkeiten mit dem Mann austauschen will, aber dennoch in Liebe mit ihm verbunden ist. Manchmal entwickelt sich die Liebe eines Ehepaars hin zu einer schwesterlichen, brüderlichen, geschwisterlichen oder auch einfach freundschaftlichen Liebe. Schwesterliche Liebe ist besonders wichtig in einem Nonnenkloster und spielt in spirituellen Gemeinschaften allgemein eine große Rolle.

Schwesterliche Liebe unterm Weihnachtsbaum

Schwesterliche Liebe als Liebe der Schwester zu ihren Geschwistern

Schwesterliche Liebe - die Liebe einer Schwester zu ihrem Bruder

Schwesterliche Liebe ist geprägt von Fürsorge für das andere Geschwisterteil, von Verständnis und einem offenen Ohr. Schwesterliche Liebe beinhaltet auch ein Kümmern. Oft spricht man mehr von der schwesterlichen Liebe einer älteren Schwester zu ihrem jüngeren Bruder. Manchmal hat die schwesterliche Liebe auch etwas von der mütterlichen Liebe. Schwesterliche Liebe freut sich über die Freuden des Bruders, der Schwester. Schwesterliche Liebe will dem Geschwisterteil helfen sich zu entwickeln. Schwesterliche Liebe hält ein Leben lang. Das ist das Besondere an familiärer Liebe: Da auch die Schwesternliebe zunächst auf Verwandschaftsbeziehung beruht, hält sie auch dann, wenn die Geschwister sich Jahre lang nicht gesehen haben. In diesem Sinne gilt die schwesterliche Liebe als Ideal auch für eine freundschaftliche, dauerhafte Liebe. Im Unterschied zur brüderlichen Liebe, die oft auch mit Abenteuer und Kampf verbunden sein kann, ist die schwesterliche Liebe eine besonders friedliebende Form der Liebe.

Schwesterliche Liebe in Ordensgemeinschaften und Klöstern

In Klöstern gilt die Geschwisterliche Liebe als wichtige Basis der spirituellen Gemeinschaft. Die Lebensgemeinschaft eines Klosters ist bewusst an eine Familie angelehnt: Man lebt zusammen, isst zusammen, teilt sich die Gemeinschaftsarbeiten, man fühlt sich als Familie. Der Abt, die Äbtissin, nimmt die Rolle eines Vaters, einer Mutter an. Abt kommt ja vom Aramäischen Abba und heißt Vater. Die anderen Mitglieder eines Klosters bezeichnen sich dann als Brüder im Fall eines Mönchsklosters bzw. als Schwester im Fall eines Nonnenklosters. Weibliche Ordensmitglieder werden ja als Ordensschwestern bezeichnet und reden sich gegenseitig als Schwestern an, bzw. werden auch von Außenstehenden als Schwestern angeredet, z.B. Schwester Agnes. So gilt das Ideal der schwesterlichen Liebe in den Nonnenklöstern als sehr wichtig. Indem die Ordensfrauen (und Ordensmänner) geschwisterliche Liebe kultivieren, vermissen sie (mindestens in der Theorie) weniger die geschlechtliche Liebe.

Schwesterliche Liebe als Ideal in jeder spirituellen Gemeinschaft

Yoga Vidya-Ashram in Bad Meinberg

Spirituelle Gemeinschaften gibt es ja nicht nur in der katholischen Kirche. Ordensgemeinschaften gibt es auch bei den Evangelischen und bei den Buddhisten. Und es gibt auch jede Menge nichtkirchlicher Gemeinschaften, Kommunen, Kommunitäten etc. Dabei gibt es immer das Ideal, dass man eine Familie ist und sich in geschwisterlicher Liebe, also brüderlicher und schwesterlicher Liebe zugetan sein sollte. Schwesterliche Liebe ist fürsorgliche Liebe, die dauerhaft hält. So ist das Ideal in einer Lebensgemeinschaft, dass alle Gemeinschaftsmitglieder sich in geschwisterlicher Liebe zugetan sein sollten, auch wenn sie sich nicht täglich begegnen, auch wenn sie sich mal streiten und Konflikte ausfechten. Auch in indischen Ashrams gibt es das Ideal der schwesterlichen Liebe: Der Leiter, die Leiterin des Ashrams, oft als Guru bezeichnet, ist eine Vaterfigur bzw. eine Mutterfigur. Die Ashrammitglieder sehen sich als Teil einer spirituellen Familie und bezeichnen sich gegenseitig als Gurubhais. Sie sehen sich gegenseitig als Brüder und Schwestern und fühlen eine geschwisterliche Liebe, also brüderliche Liebe und schwesterliche Liebe. Allerdings sind auch Familien nicht immer so vollkommen - Geschwister streiten sich auch und fügen sich oft lebenslange emotionale Wunden zu. So gibt es auch in spirituellen Gemeinschaften nicht nur schwesterliche Liebe, sondern auch Konflikte, emotionale Verletzungen und Streitereien. Das müssen insbesondere diejenigen bedenken, die als Einzelkinder aufgewachsen sind und einen recht verklärten Blickwinkel auf Familie haben und oft ihre Sehnsucht nach einer großen Familie mit Naivität auf eine spirituelle Gemeinschaft übertragen.

Schwesterliche Liebe für alle Wesen

Yoga-Asana: Garbhasana, die Stellung des Kindes

Im Yoga wie auch in den meisten spirituellen Traditionen gibt es das Ideal, sich als Teil der allumfassenden menschlichen Familie zu fühlen: Wir sind alle Kinder der gleichen Mutter und des gleichen Vaters: Die Erde ist unsere Mutter, der Himmel ist unser Vater. Oder: Die Göttliche Mutter und der Himmliche Vater sind unsere Eltern. Daher sind wir alle Brüder und Schwestern. Wir können uns in geschwisterlicher Liebe, in brüderlicher und schwesterlicher Liebe, zugetan fühlen und aus dieser Liebe heraus handeln.

Siehe auch

Literatur

  • Stephan Hachtmann, Berührt vom Klang der Liebe: Wege zum Herzensgebet (2012)
  • Thich Nhat Hanh, Jesus und Buddha - Ein Dialog der Liebe (2010)
  • Franz Jalics, Der kontemplative Weg (2010)
  • Ayya Khema, Das Größte ist die Liebe: Die Bergpredigt und das Hohelied der Liebe aus buddhistischer Sicht (2009)
  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit

Weblinks

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