Schöpferische Freiheit

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Krishnamurti, Jiddu: Schöpferische Freiheit, Theseus-Verlag / J. Kamphausen, Bielefeld 2012, Broschur, 300 S., ISBN: 978-3-89901-424-2.

Jiddu Krishnamurti (1895/96 - 1986)

Die Sammlung von Reden und Aufsätzen des großen indischen Philosophen, Autors, Theosophen und Lehrers Jiddu Krishnamurti (1895-1986) dreht sich hauptsächlich um die Fragen: "Ist ein schöpferisches Leben in Freiheit für uns heute möglich? Und wie kann man sie im Leben verwirklichen?" (Klappentext) Die Antworten darauf kann uns kein spiritueller Lehrer, keine Institution oder dogmatische Schule geben. Nur in freier und schöpferischer Selbstverwirklichung kann der Mensch zu tiefen Wahrheiten gelangen, denn Spiritualität und Dogmatismus sind nach Ansicht Krishnamurtis unvereinbar [1].

In der erweiterten und überarbeiteten Neuauflage des bereits 1948 unter dem englischen Titel "The First and Last Freedom" erschienenen Buches geht es um gesunde gesellschaftliche Veränderungen durch die Bewusstwerdung des einzelnen Menschen. Die Wahrheit kann jeder einzelne Mensch nur in sich selbst finden (zum Beispiel durch Meditation). Das soll natürlich nicht heißen, dass die Wahrheit beliebig oder gar unendlich vielfältig ist. In einer aufsehenerregenden Rede vom 3. August 1929 formulierte Krishnamurti die Essenz seiner Lehre: "Die Wahrheit ist ein pfadloses Land." Keine Organisation und kein spiritueller Lehrer können den Menschen die Wahrheit verkünden, denn: "Die Wahrheit ist grenzenlos, sie kann nicht Konditioniert, sie kann nicht auf vorgegebenen Wegen erreicht und daher auch nicht organisiert werden."

Die von der Öffentlichkeit zunächst wenig beachtete Lehre Jiddu Krishnamurtis beeinflusste nicht nur Buddhisten und andere Philosophen, sondern auch Schriftsteller und vor allem Psychoanalytiker. Die Dichotomie des menschlichen Daseins zwischen der Welt der Materie und der Welt der Symbole spricht auch der britische Schriftsteller Aldous Huxley (1894-1963), ein langjähriger Freund Krishnamurtis, in seinem Vorwort an. Destruktive Spiegelfechtereien – so Huxley – verstellen uns den Blick auf die schöpferische Wirklichkeit (Vgl. S. 18).

Die "Gesellschaft", wie viele sie verstehen, existiert für Krishnamurti nicht. Nur in uns selbst können wir zu Klarheit und Wahrheit gelangen, vorausgesetzt wir sind frei von gesellschaftlichen Konventionen und Dogmen.

Das Buch dieses vom Dalai Lama als "einer der großartigsten Denker seiner Zeit" gepriesenen Autors ist auch deshalb so wertvoll, weil bisher die meiste Literatur von und über Jiddu Krishnamurti in englischer Sprache publiziert wurde. (Buchbesprechung von Dr. Bernd A. Weil)

Siehe auch

Literatur