Sankt Karolus

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Sankt Karolus, besser bekannt als Karl der Große, aber auch Karolus Magnus, Carolus Magnus, oder Charlemagne genannt,(* 2. April 747/748; † 28. Januar 814 in Aachen) war von 768 bis 814 der König des Fränkischen Reichs. Er stammt aus der Familie der Karolinger, die 751 die Königswürde erhalten hat. Bis 771 herrschte er gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann. Am 25.Dezember 800 wurde er als erster westeuropäischer Herrscher, seit der Antike, von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt.

Albrecht Dürer: Karl der Große (1513), Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

Sankt Karolus, Karl der Große gilt als einer der bedeutendsten Figuren der europäischen Geschichte und wurde schon zu Lebzeiten "Pater Europae" (Vater Europas) genannt. 1165 wurde er vom Papst Paschalis III. heiliggesprochen und auch unter dem Namen Sankt Karolus bekannt. Aachen war seine Hauptresidenz, die bis ins 16. Jahrhundert der Krönungsort für die römisch-deutschen Könige blieb.

Legende über Sankt Karolus

Allgemein

In der Zeit, als Sankt Karolus (Karl der Große) der Herrscher des Reiches war, regierte er dreiunddreißig Jahre über Frankreich und war dreizehn Jahre lang römischer Kaiser. Er war ein guter Christ und liebte Gott. Er war von beachtlicher Statur und acht Fuß hoch. Er war ein scharfsinniger und gelehrter Ritter und sein Antlitz war anderthalb Spannen lang, sein Bart einen Fuß lang und seine Stirn einen Fuß breit. Seine Augen strahlten wie Edelsteine und man erschrak, wenn er einen streng ansah. Sein Gürtel war acht Fuß lang, so das er sich binden konnte, ohne dass der Bauch herunter hing. Er aß wenig Brot, dafür aber schon mal ein viertel Lamm oder zwei Hühner oder eine Gans oder aber auch einen ganzen Hasen. Er trank wenig Wein, gemischt mit Wasser. Er war so stark, dass er einen gewappneten Mann, samt Pferd mit einem Streich vom Kopf an, in zwei Hälften spalten konnte. Einen eisernen Halfter zerriss er mit Leichtigkeit und hob einen gewappneten Mann von der Erde bis über seinen Kopf. Er war aber auch gütig und gerecht in seinem Urteil, und auch weise und ehrlich. Seine Mutter Berdona behandelte er stets mit großer Würde. Er war gewandt in den freien Künsten, genau wie sein Sohn. Seine Töchter ließ er arbeiten, denn er wollte nicht, dass sie bequem und faul wurden. In Aachen baute er einen Palast und auch eine wohl verzierte Kirche zu Ehren der Frauen. Dafür spendete er viel Besitz. Er mehrte auch den Reichtum Frankreichs. Zu Tisch lass man ihm die Bibel vor oder Sankt Augustinus Buch, dass von der göttlichen Stadt berichtet.

Befreiung Jerusalems

Myrabella: Karl der Große, von Agostino Cornacchini (1725), Peter's Basilica, Vatican, Italien, Copyright

Zu den Zeiten, als Sankt Karolus das römische Reich innehatte, da vertrieben die Heiden den Patriarchen aus der Stadt Jerusalem. Darüber klagte er vor dem Kaiser Konstantin in der Stadt Konstantinopel. Da hatte der Kaiser Konstantin in der Nacht eine Vision. Er sah einen Jüngling an seinem Bett stehen, der ihn weckte und zu ihm mit fröhlicher Stimme sprach: "Du hast um göttliche Hilfe gerufen. Schau her, sieh den großen Sankt Karolus von Gallien, er ist ein Kämpfer des Herrn" Darauf hin zeigte er ihm einen gewappneten Ritter, der einen Harnisch, ein rotes Schild und ein Schwert bei sich trug und einen großen Speer in seiner Hand hielt. Auf dem Kopf trug er einen goldenen Helm und hatte einen langen grauen Bart hat. Und wieder sprach die Stimme zu ihm: "Du Mehrer des Reiches, du sollst kämpfen gegen die, die Gott nicht Gehorsam sind, denn sie wollen nicht weichen." Derselbe Kaiser Konstantin hatte zuvor die Heiden schon sieben Mal aus Jerusalem vertrieben, bevor sie dann aber zu mächtig wurden.

Und da er sein Gesicht im Traum gesehen hatte, schrieb er dem Kaiser Sankt Karolus. Er schrieb ihm, wie die Heiden den Patriarchen aus Jerusalem vertrieben hatten und bat ihn, in Gottes Willen, dass er ihm zu Hilfe komme. Als der Kaiser Sankt Karolus den Brief las, war er sehr betrübt, dass die Heiden das Grab unseres Herrn in Besitz genommen hatten. Daraufhin ließ er sein Volk den Brief lesen, so dass sie umso williger wären, zu kämpfen. Er gebot, dass alle bereit sein sollten, die einen Harnisch tragen können, um den Kaiser Konstantinus gegen die Heiden zu helfen. Und wer nicht wollte, dem solle man nur vier Pfenning lassen und für immer vertreiben.

Demzufolge kamen so viele Menschen zusammen, wie sie zuvor und danach nie wieder gesehen worden sind. Und als sie in der Nähe von Jerusalem waren, da kamen sie in einen großen Wald. Darin waren Löwen, Greifen, Bären und andere Tiere. Da meinte der Kaiser Sankt Karolus, er möchte in einem Tag hindurch kommen. Also zogen sie in den Wald hinein und als die Nacht hereinbrach, ist jedermann vor Angst verrückt geworden. Da befahl der Kaiser, dass man Hütten und Zelte aufschlagen solle. Das taten sie. Und in der Nacht betete der Kaiser und sprach: "Herr Jesus Christus, weise mir und deinem Volk den rechten Weg, darum bitte ich dich." Da hörte man in der Nähe die Stimme eine Vogels, der zu ihm sprach: "Kaiser folgt mir!" Das erfreute den Kaiser, so dass er in das Lob Gottes fiel und den Psalm sprach: Herr, führe meine Seele in deiner Obhut! Und wieder schrie der Vogel: "Karole, Karole was hatte ich gesagt?" Und so folgte er dem Vogel nach, bis sie wieder auf den rechten Weg kamen und gen Jerusalem zogen. Und als er mit seinem Volk und mit Konstantin auf Jerusalem zukam, da flohen all die Heiden. So gewannen sie das Land und das Heilige Grab wieder. Danach bat Kaiser Karl Konstantin und den Patriarchen, dass sie ihm Urlaub gewährten.

Heilige Reliquien

Karl der Große (Hamburg, Domplatz)

Konstantin hielt ihn dennoch einen weiteren Tag auf und ließ Gold, Silber, Edelsteine und allerlei schönen Schmuck bereitstellen, welches er dem Kaiser schenken wollte. Dessen wurde der Kaiser Sankt Karolus gewahr und sprach zu seinen Herren und Räten: "Was ratet ihr mir? Nehme ich nichts, hält man mir dies als Torheit vor." Da sprachen sie: "Habt ihr die Arbeit gänzlich um Gottes Willen getan, so ziemt es sich nicht, eine Belohnung dafür anzunehmen." So lobte er ihren Rat und gebot seinem Volk keine Belohnungen entgegenzunehmen. Da flehte und beschwor ihn Konstantin, er solle doch ein Geschenk annehmen. Und so bat Sankt Karolus, dass man ihm das Heiligtum gäbe, das Gott mit seinem heiligen Leib gesegnet hatte. Daraufhin befahl Kaiser Konstantin all seinem Volk, dass sie drei Tage bei Brot und Wasser fasten sollen und erwählte zwölf von ihnen, die das Heiligtum teilen sollten. Am dritten Tag beichtete Sankt Karolus dem Bischof all seine Sünden und ließ die sieben Bußpsalmen mit der Litanei singen, weil man das Heiligtum teilen wollte. Und da Daniel, der Bischof den Sarg aufmachen wollte, fiel Kaiser Sankt Karolus auf seine Knie und bat Gott, dass er ein neues Zeichen schicken solle, zum Lob seines heiligen Leidens und seiner Auferstehung.

Sofort kam ein himmlischer Tau auf das heilige Kreuz herab und es wurde grün und Blumen wuchsen auf ihm. Danach wurden sie alle mit einem großen Licht und einem süßen Geruch umgeben. Der Bischof Daniel nahm eine große Säge und wollte einen Teil des heiligen Kreuzes abschneiden. Und er war krank vom Alter. Und je mehr er sägte, desto mehr grünte das Kreuz und ließ Blumen sprießen. Da nahm Sankt Karolus die Blumen und füllte sie in seinen rechten Handschuh. Er gab ihn dem Bischof Embronensus, damit er auch seinen anderen Handschuh füllen konnte. Und der Kaiser dachte, der Bischof hätte den Handschuh und auch der Bischof dachte ihn entgegengenommen zu haben. Gott zeigte jedoch seine Gnade und ließ den Handschuh eine Stunde lang in der Luft schweben. Als Sankt Karolus, dann die Blumen in ein anderes Ding tun wollte, verwandelten sie sich in himmlisches Brot. Das Brot ist immer noch in Paris bei Sankt Dionisio. Viele Menschen, die krank und kurz vor dem Tod standen wurden von dem guten Geruch, der von den Blumen ausging gesund. Danach gab man Sankt Karolus einen Nagel und ein Stück des heiligen Kreuzes und das Tuch, mit dem man unseren Herrn ins Grab legte. Man gab ihm auch das Hemd unserer heiligen Frau und die Windel, in die sie das Kind wickelte. Da war Kaiser Sankt Karolus froh, hängte das Heiligtum um seinen Hals und ritt fort von Konstantin. Er kam an einer Burg vorbei mit dem Namen Ligmedo, in der ein totes Kind lag. Er berührte es mit dem Heiligtum und es wurde sofort wieder lebendig. Da blieb er sechs Monate und machte viele todkranke Menschen wieder gesund. Danach wies er sein Volk an im Monat Juni nach Aachen zu kommen, damit sie das Heiligtum bewundern konnten, dass er mitgebracht hatte. Jedermann sollte seine Sünden vorher beichten. Und so kamen viele Leute dahin. Es wurde sogar ein Mensch von den Toten erweckt und der Papst gab Aachen viel Ablass.

Santiago de Compostela und die Befreiung Spaniens

Danach beschloss Kaiser Sankt Karolus, nun aufzuhören und nicht mehr kämpfen. Und als er das dachte, da erschien ihm in der Nacht ein wonnevoller und fröhlicher Mann. Der sprach zu ihm: "Karole, mein lieber Sohn, was tust du oder gedenkst du zu tun? Ich bin Jakobus, der Apostel, Sankt Johannis Bruder. Ich bin gekommen, um euch mitzuteilen, dass mein Leichnam in Galizien liegt und von den Heiden schändlich behandelt wird. Und die Christen da wissen ihn nicht zu ehren. Darum nimm mich, das Wunder meines Leichnams, damit du die Ungläubigen nicht weiter bekämpfen musst, was du früher so viel getan hast und wofür dir Gott die Krone im ewigen Leben bereithält." Und so erschien er ihm drei Male. Da erhob sich Kaiser Sankt Karolus mit all seiner Macht und war innerhalb von drei Monaten vor der Stadt, in der der Leichnam von Jakobus lag, konnte sie aber nicht erobern. Dies tat ihm sehr leid und so rief er Jakobus um Hilfe. Und gerad, als er sein Gebet vollendete, da viel die Stadtmauer in sich zusammen. Da ritten sie hinein; und wer sich taufen lassen wollte, den ließen sie leben, die anderen aber töteten sie. Und als die Menschen in Spanien dies hörten, da ergaben sie sich freiwillig. So machte er das Land steuerpflichtig und eroberte zwölf große Städte. Er dankte Gott und Sankt Jakob, dass sie ihm den Sieg schenkten. Und er zerstörte all die Abgötter, die in Spanien aufgestellt waren und errichtete mit all den Gaben, die er von den Fürsten erhalten hatte eine Kirche Sankt Jakobus zu ehren (Santiago de Compostela). Dies hatte er in drei Jahren vollbracht.

Der Tod des Kaisers Sankt Karolus

Als Kaiser Sankt Karolus zweiundsiebzig Jahre alt war, da nannte man ihn Karl der Große, wegen all der Werke, die er vollbracht hatte. Und als er immer kränker wurde und sterben wollte, da rief er seinen Sohn Ludwig zu sich und setzte ihm die kaiserliche Krone auf. Er starb selig und seine Seele stieg auf in das ewige Himmelreich. Man begrub ihn mit großer Würde ihn Aachen. Und Papst Leo, viele Herzöge, Fürsten, Erzbischöfe, Grafen, Äbte, Priester und viele seines Volkes waren bei seinem Begräbnis dabei. Man setzte ihm eine kaiserliche Krone auf und legte ihm die heiligen Evangelien auf die Knie. In seiner Hand hielt er ein goldenes Zepter und das goldene Schild, das ihm die Römer gemacht hatten.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Das Leben der Heiligen, eine Auswahl aus der ältesten deutschen Druckausgabe von Heiligenlegenden "Das Passional", Insel Verlag, 1986, S. 182 - 188.
  • Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken; Books. ISBN 3-922477-94-1
  • Swami Sivananda: Shrimad Bhagavad Gita, Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda; Mangalam Books. ISBN 3-922477-06-2
  • Swami Sivananda: Hatha-Yoga / Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte; Heinrich Schwab Verlag. ISBN 3-7964-0097-3
  • Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis; Mangalam Books. ISBN 3-922477-00-3
  • Swami Sivananda: Sadhana; Mangalam Books. ISBN 3-922477-07-0
  • Swami Sivananda: Autobiographie von Swami Sivananda; Bad Mainberg 1999. ISBN 3-931854-24-8

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