Reserve

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Reserve ist das was man zurückgelegt hat. Reserve ist ein Vorrat, eine Rücklage für den Bedarfsfall. Es gibt die eiserne Reserve. Man kann noch Kraftreserven haben. Reserve kann auch eine innere Zurückhaltung sein: Manche Menschen haben eine gewisse Reserviertheit, wenn es um Yoga und Meditation geht. Man kann andere auch aus der Reserve locken, d.h. sie dazu motivieren, sich mehr zu öffnen, zu engagieren.

Wieviele Nahrungs-Reserven braucht der Mensch?

Begriffsherkunft Reserve - Etymologie

Das Substantiv Reserve kommt vom Verb reservieren, aufbewahren, zurücklegen, aufheben, sich zurückhalten. Dieses Verb kommt vom französischen réserver, vorbehalten, aufsparen, und hat im 16. Jahrhundert Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Das französische réserver kommt vom lateinischen reservare, aufsparen, aufbewahren, vorbehalten. Réserve war im Französischen im 17. Jahrhundert insbesondere die Ersatztruppe, der Nachschub, später auch die zum Kampf einsatzbereiten nicht aktiv dienenden Soldaten. Im 19. Jahrhundert entstand daraus im Deutschen die Bedeutung Vorbehalt, Zurückhaltung, Verschlossenheit, Kühle. Heute gibt es auch den Ausdruck Reserviertheit, der sowohl positiv konnotiert sein kann wie das Wort Coolness, als auch negative Bedeutung haben kann wie Verschlossenheit.

Reserve und Gier nach Reichtum

Der Mensch war in grauer Vorzeit den Jahreszeiten und unterschiedlichen Klimata ausgesetzt. Im Unterschied zu wechselwarmen Tieren kann er seinen Stoffwechsel bei Kälte nicht runterfahren - und braucht ständig Nahrung. Im Unterschied zu Tieren, die einen Winterschlaf haben, muss der Mensch ständig etwas essen. Und im Unterschied zu Tieren wie Katze und Wolf ist die Temperaturregulierung des Menschen nicht übermäßig gut. Der Mensch friert relativ schnell und kann auch schnell den Kältetod sterben. So ist der Mensch darauf angewiesen, Vorräte anzulegen, eiserne Reserven zu haben, ein Haus zu bauen, Kleider zu haben.

Aus diesem Grundsatz, für die Not vorzusorgen, ist vermutlich die Notwendigkeit für Vorratshaltung, für Reserven für die Not, entstanden. Der Mensch mit seinem alles überragenden Intellekt kann dann weit in die Zukunft schauen - und so seine Reserven ins Unendliche vergrößern wollen. Darauf stürzen sich dann die Emotionen, das Belohnungssystem, die Gier nach immer mehr.

Letztlich wird der Mensch zum Sklave dieser Gier: Er ist nie zufrieden, kann sein Leben nicht genießen, er braucht immer mehr.

Gutes Karma als gute Reserve

Anderen gutes zu tun, schafft eine gute karmische Reserve: Spenden und uneigennütziges Dienen schafft gutes Karma - von der man dann lange zehren kann.

Allerdings empfiehlt Yoga uneigennütziges Dienen, Nächstenliebe und Barmherzigkeit nicht, um sich eine Reserve von gutem Karma anzueignen - sondern einfach um Verbundenheit, Liebe, Einheit zu erfahren, letztlich weil es etwas zutiefst Menschliches und Lohn in sich ist.

Teile was du hast mit anderen - das ist ein viel besserer Grundsatz als jede Menge Reservevorräte anzuhäufen.

Gott als beste Reserve

Letztlich ist Gott die beste Sicherheit, die unverwüstlichste Reserve. Selbst wenn wir physisch sterben - Gott gibt sogar Sicherheit über den Tod hinaus.

Leben ohne Reserven

Jesus Christus empfiehlt in der Bergpredigt den Verzicht auf alle Reserven. Der heilige Franz von Assisi hat das gelebt, gelehrt und gepredigt. In Indien gibt es das Konzept des Sadhu, des Sannyasi, der keine Vorräte, keine Reserven hält. Dieses Leben ist ein intensive Leben, ein Leben im Hier und Jetzt. Allerdings ist es nicht für alle geeignet.

Mit gesundem Menschenverstand zu richtigen Reserven

Menschen, die im normalen Leben leben, die eine Familie zu versorgen haben oder auch sonst eine Verantwortung für andere tragen, müssen sich auch um Reserven kümmern. Es gilt, das richtige Maß zu finden. Wie so oft, ist der Mittelweg, die Goldene Mitte, auch hier wichtig.

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