Positiv Denken

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Positiv Denken

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Inzwischen hast du ja schon einige Erfahrung mit Yoga und bevor wir heute zur eigentlichen Yoga Praxis kommen, sage ich noch ein paar Worte über positives Denken. Yoga heißt Einheit, Harmonie, Vereinigung, Verbindung. Yoga hilft dir dabei, Zugang zu den Tiefen deines Wesens zu finden. Yoga hilft dir harmonisch mit dir selbst zu sein und es verhilft dir zu einer besseren Gesundheit und Entspannung. Yoga verhilft dir, dich für die Fähigkeit zu öffnen, Schönheit wahrzunehmen, dich verbunden zu fühlen und Liebe zu spüren.

Yoga besteht aus fünf Hauptpraktiken, insbesondere, wenn wir vom Hatha Yoga sprechen:

Positives Denken und Raja Yoga

Positiv Denken ist im Yoga ein sehr weiter und vor allen Dingen auch sehr tiefer Begriff. Wenn Yogis vom positiven Denken sprechen, heißt das nicht einfach, alles durch eine rosarote Brille zu sehen und ein paar Suggestionen und Visualisierungsübungen zu machen. Das gehört auch dazu, aber es gibt einen Weg im Yoga, der sich Raja Yoga nennt. Raja Yoga ist der königliche Yoga. Raja Yoga will dir dabei helfen, mit deinem Geist besser umzugehen. Raja Yoga sagt, dass alle Teile des Geistes und alles, was in dir ist, letztlich dazu da sind, um dir zu helfen. Raja Yoga sagt, dass du dich von diesen schönen Helfern in deinem Geist auch lösen kannst und zu einer höheren Wirklichkeit Kontakt aufnehmen. Und wenn du diesen Kontakt zu dieser höheren Wirklichkeit hast, fließt von dort aus Inspiration, tieferes Wissen und die Fähigkeit zur Liebe, sowie die Fähigkeit vieles zu bewirken, in dir selbst und durch dich. Raja Yoga ist ein weites Gebiet und ich möchte auf drei Aspekte des Raja Yogas ein wenig eringehen, um dir ein paar Tipps zu geben.

Drei Aspekte des Raja Yogas

Erster Aspekt des Raja Yoga: Suggestion, Affirmation und Visualisierung

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Der erste Aspekt beinhaltet Suggestion, Affirmation und Visualisierung. Am Ende der Tiefenentspannung sage ich zum Beispiel immer: Du kannst wiederholen: Ich bin voller Kraft und Energie. Mir geht es gut. Ich freue mich auf alle weiteren Erfahrungen.

Das ist auch eine schöne Weise, wie du morgens deinen Tag beginnen kannst: Wenn du aufwachst, atme ein paarmal tief durch und räkle dich vielleicht etwas. Davor, dabei oder danach wiederhole: "Ich bin voller Kraft und Energie. Mir geht es gut. Ich freue mich auf den weiteren Tag.

Und abends vor dem Einschlafen wiederhole: "Morgen früh werde ich voller Kraft und Energie sein. Mir wird es gut gehen. Ich freue mich auf den morgigen Tag."

Das ist eine sehr einfache und wirkungsvolle Weise des positiven Denkens. Die Zeit vor dem Einschlafen und die beim Aufwachen sind mit die wichtigsten Zeiten am Tag. Und natürlich kannst du diese Suggestionen tagsüber, wann immer du möchtest, wiederholen.

Zweiter Aspekt des Raja Yoga: Bewusst im Hier und Jetzt – in der Gegenwart sein

Ein zweiter kleiner Tipp ist: Sei öfter in der Gegenwart. So wie du auch bei der Yogastunde immer im Hier und Jetzt bist. Daher sage ich dabei auch immer wieder: Konzentriere dich auf die Bauchatmung, spüre die Dehnung im Bein, werde dir bewusst, wie dein Herz sich anfühlt.

Was du in der Yogastunde machst, nämlich, dein Bewusstsein immer wieder ins Hier und Jetzt bringen, das kannst du auch den ganzen Tag über zwischendurch machen: Nimm dir immer wieder Momente der Achtsamkeit. Schau in den Himmel und lass einen Moment lang am Tag die Wolke auf dich wirken. Guck dir eine Pflanze oder einen geliebten Menschen an.

Sei für ein paar Momente am Tag einfach im Hier und Jetzt und spüre die Gegenwart. Sieh und hör bewusst.

Und wenn du isst, iss ein paar Minuten lang ganz bewusst. Die meisten Menschen unterhalten sich beim Essen, lesen etwas; viele checken ihre E-Mails beim Essen, surfen im Internet oder schauen fern. Vielleicht ist das auch etwas, was du gerne so machst. Vielleicht hast du wenig Zeit.

Mein Tipp wäre: Ein paar Minuten oder mindestens für eine Minute beim Essen, ganz bewusst zu essen. Wie schmeckt das Essen? Wie wirkt das Essen? Fühle das Essen mit deinem ganzen Wesen. Eine ganz einfache Weise, im Hier und jetzt zu sein ist auch, zwischendurch immer wieder bewusst zu atmen: Spüre, wie der Atmen einströmt. Spüre, wie der Atem ausströmt. Spüre, wie sich der Bauch nach außen wölbt und spüre, wie er wieder nach innen geht. Und spür dabei, wie du Energie aufnimmst und beim Ausatmen positive Energie weitergibst. Du nimmst Liebe auf, du gibst Liebe ab. Mein zweiter Tipp ist also: Baue mehrmals am Tag für einige Sekunden Momente der Bewusstheit in den Alltag ein.

Dritter Aspekt des Raja Yoga: Interpretation und Deutung

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Mein dritter Tipp bezogen auf positives Denken bezieht sich auf Interpretation und Deutung. Du kannst mit den verschiedenen Geschehnissen im Leben - mit deinen eigenen Emotionen, Gefühlen und Gedanken und auch denen deiner Mitmenschen – auf unterschiedliche Weise umgehen: Wenn es regnet, kannst du dich darüber ärgern oder du kannst dich darüber freuen, dass die Natur das Wasser, das sie zum Wachsen benötigt, erhält. Du kannst dich über eine eigene auftretende Nervosität ärgern oder du nimmst diese Nervosität als Zeichen deines funktionierenden Organismus wahr, der dir Energie bereitstellt. Mit tiefer Atmung kannst du diese nervöse Energie zu positiv nutzbarer Energie werden lassen.

Wenn du dich ärgerst, kannst du entweder sagen: Jetzt mache ich Yoga und ärgere mich trotzdem noch, dabei dachte ich jetzt wäre ich gleichmütig. Oder du erkennst hinter deinem Ärger auf positive Weise deine hohen Ansprüche an dich und andere, deinen Gerechtigkeitssinn und auch deine Standhaftigkeit in Bezug auf deine Überzeugungen und hast eine Erklärung für die Freisetzung dieser Energie. Damit kannst du dann auf geschickte Art und weise umgehen.

Ein weiteres Beispiel: Wenn jemand mit dir schimpft, kannst du dich entweder darüber ärgern oder du erkennst hinter diesem Schimpfen des Menschen ein Engagement für Etwas, was ihm wichtig ist. Was das ist, könntest du herausfinden. Oder du stellst fest, dass der Mensch einen Grund zum Schimpfen hatte und du selbst einen Grund hattest, Recht zu behalten. Und letztlich haben so beide das Recht, sich so zu fühlen, wie sie es tun.

Was bedeutet positive Interpretation

Positive Interpretation bedeutet also: Sieh das was dir geschieht als etwas an, woran du wachsen kannst. Sieh deine eigenen Emotionen und Gedanken als etwas Positives, und betrachte auch die Verstimmungen anderer als etwas Positives. All das hilft dir dabei, wirklich und von innen her positiv zu werden. Der höchste Aspekt des Positiven wäre, wenn du dich jenseits von Gedanken, Gefühlen und Emotionen bewegst, jenseits von persönlicher Identifikation mit dem Körper, mit deiner Psyche und mit deiner Persönlichkeit. Das sind die Tiefen der Meditation. In der nächsten Kursstunde werde ich dir ein paar Tipps zur Meditation geben.

Erinnere dich an die Aspekte des Positiven Denkens

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Erinnere dich an die drei bzw. vier Aspekte des Positiven Denkens: Positive Suggestionen, positive Affirmationen. Beginne den Morgen des Tages mit der Affirmation: "Ich bin voller Kraft und Energie. Mir geht es gut. Ich freue mich auf den heutigen Tag." Und schließe mit einer solchen Affirmation den Tag: Morgen werde ich voller Kraft und Energie sein. Morgen wird es mir gutgehen. Ich freue mich auf den morgigen Tag.

Mach die Wiederholung solcher oder ähnlicher Suggestionen und Affirmationen zu einer Gewohnheit. Mindestens beim Aufwachen und mindestens beim Einschlafen. Mindestens am Ende der Tiefenentspannung. Vielleicht auch während der Yogastunde, wie du es ja heute gelernt und geübt hast. Der zweite Aspekt: Sei öfter bewusst in der Gegenwart. Nimm dir vor während dieser Woche besondere Momente einzubauen. Kurze Momente des bewussten Gehens, des bewussten Essens, des bewussten Atmens, des bewussten Genießens von Schönheit, von Liebe und Verbundenheit.

Der dritte Aspekt des Positiven Denkens war: Positiv Interpretieren. Nimm das, was kommt, als etwas, woran du wachsen kannst. Die Impulse, die aus dir heraus kommen, nimm sie als Zeichen einer instinktiven Intelligenz, die du auf positive Weise leben oder auch transformieren kannst. Du musst nicht jedem Impuls folgen, aber es hilft schon, wenn du weißt: Jeder Impuls in dir meint es irgendwo gut. Du bleibst aber Raja. Du bleibst der Herrscher über dein Leben. Du kannst entscheiden, was du umsetzt und wie du es umsetzt. Der vierte Aspekt des Positiven Denkens ist eigentlich jenseits des Denkens und daher auf eine Art nicht wirklich der vierte Aspekt des Positiven Denkens. Du kannst Zugang finden zu den Tiefen deiner Selbst. Du kannst Zugang finden zu den Höhen des Bewusstseins und daraus ist die Quelle aller Kraft.

Sukadev beschreibt einige Grundsätze des positiven Denkens. Was ist Positives Denken? Wie kann man lernen, positiv zu denken? Sukadev spricht insbesondere über die vier Ebenen des Positiven Denkens.

Dieser Kurzvortrag ist ein Auszug aus dem zweiten Kursvideo des 10-wöchigen Yoga Vidya Yogakurses für Anfänger http://mein.yoga-vidya.de/yoga-anfaengerkurs-video.

Yoga systematisch lernen https://www.yoga-vidya.de/yoga-anfaenger/wie-lerne-ich-yoga/yoga-meditation-einfuehrungsseminar/.

Verzeichnis von Yogaschulen, Yogazentren, Yogalehrer https://www.yoga-vidya.de/center/

Siehe auch

Yoga Literatur

Yoga Weblinks

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