Marter

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Marter bedeutet Folter, Qual, Pein. Es gibt körperliche Marter und seelische Marter. Da glücklicherweise in westlichen Gesellschaften das systematische und bewusste Zufügen körperlichen Schmerzens und Folter geächtet und von staatlicher Seite nicht mehr erlaubt ist, wird heute unter Marter mehr seelischer Schmerz oder auch krankheitsbedingter Schmerz verstanden. Man kann sich das Hirn zermartern. Kinder spielen manchmal den indianischen Marterpfahl nach.

Kopfschmerzen können eine ziemliche Marter sein

Wortherkunft Marter - Etymologie

Das Wort Marter bedeutet Qual, Peinigung, Folter. Es gibt schon das althochdeutsche martira bzw. martara, nachweisbar im 8. Jahrhundert. Ursprünglich wurde unter Marter im besonderen die Passion Christi verstanden, das Kruzifix, aber im weiteren Sinn auch Verfolgung, Folter und Pein. Marter war also ursprünglich im frühen Christentum als Wort gebräuchlich insbesondere in der Bedeutung "Blutzeugnis für die Wahrheit des Christentums, als Leiden die die Märtyrer zu erdulden hatten". Marter kommt vom krichenlateinischen Wort "martyrium", welches vom griechischen Wort "martýrion (μαρτύριον)" stammt, das eigentlich heißt ‘das Bezeugen, Zeugnis, Beweis, Zeichen’. Im Neuen Testament wurde aus martýrion dann die Bedeutung ‘Verkündigung des Evangeliums, Predigt’. Wer das Evangelium gepredigt, verkündet hatte, war ein Märtyrer, also ein Prediger, Verkünder. Da diese Verkündigung oft mit Verfolgung verbunden war, bekam das Wort martyrium bzw. Märtyrer die Bedeutung von Qual, Folter, Leiden etc.

Im Mittelalter wurde das Wort Marter auch auf die staatliche Folter angewandt, bis in der Neuzeit das Wort Marter allgemein die Bedeutung von Qual angenommen hat.

Marter - Zeugnis für seinen Glauben

Marter ist also ursprünglich Verkündigung und Bereitschaft, für seinen Glauben auch körperliche Leiden, Verfolgung und Tod auf sich zu nehmen.

In Europa und Amerika wird normalerweise niemand für seinen Glauben von staatlicher Seite gefoltert und getötet - allerdings ist das in manchen anderen Ländern (z.B. Saudi-Arabien und Iran) leider immer noch üblich.

Es gilt aber weiterhin: Man sollte auch bereit sein, für seine tiefen ethischen Überzeugungen einzustehen, auch wenn man dadurch Nachteile zu erwarten hat. Natürlich sollte das Einstehen für seine religiösen und ethischen Überzeugungen gewaltfrei geschehen.

Marter - Leid als Grundkondition menschlichen Daseins

Im Buddhismus gibt es die Aussage: Alles Leben ist Leiden.

Im Christentum gibt es die Ermahnung: Memento Mori - Erinnere dich an den Tod.

Im Christentum gibt es die Aussage: Das irdische Leben ist ein Jammertal.

Im Yoga Sutra von Patanjali gibt es die Aussage: Sarvam Duhkham Vivekinaha - Ein Mensch von Unterscheidungskraft erkennt, dass alles Beschränkte Leiden ist.

Siehe auch