Mahavatar Babaji

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Wenn heute im deutschen Sprachraum von Babaji bzw. Babadschi die Rede ist, bezieht sich dies meist auf den mythologischen Sadhu Mahavatar Babaji, den Paramahansa Yogananda in seiner 1947 erschienenen "Autobiographie eines Yogi" beschreibt und der seit vielen Jahrhunderten im Himalaya existieren soll.

Mahavatar Babaji, Kriya Yoga Meister

Die Bezeichnung Mahavatar setzt sich dabei zusammen aus den Worten "Maha", groß und "Avatar", Inkarnation Gottes - Babaji wird von einigen Anhängern als Inkarnation Shivas angesehen. Er gilt als wichtigster Guru und Begründer der Kriya Yoga Tradition, welche von seinem Schüler Lahiri Mahasaya 1861 offenbart, an Sri Yukteshvar weitergegeben und von Yogananda anschließend im Westen verbreitet wurde.

Mahavatar Babaji als mythische Figur

Viele Schüler der von Paramahansa Yogananda 1920 in Los Angeles gegründeten Self-Realization Fellowship (SRF) bezeichnen Babaji als "Yogi-Christus" vom Himalaya. In der "Autobiographie eines Yogi" heißt es: "Babaji wurde von Gott erwählt, um für die Dauer dieses besonderen Weltenzyklus in einem Körper zu wohnen. Zeitalter werden kommen und gehen – doch der ewige Meister (…) wird gegenwärtig sein auf dieser irdischen Bühne."[1]

Neben der "Autobiographie eines Yogi" gibt es einige wenige weitere Berichte über Begegnungen mit dem Mahavatar, so etwa jene von Sri Yukteshvar, Ram Gopal oder Marshall Govindan. Jedoch liegen keine offiziellen Dokumente vor, die seine irdische Existenz belegen. Babaji wird daher manchmal auch als literarische Kunstfigur angesehen, oder als Sammelname für viele nicht verkörperte Meister, die ernsthaften Yoga Aspiranten erscheinen – Babaji ist durch den Bestseller Yoganandas so bekannt geworden, dass westliche Aspiranten vielleicht manchmal versucht sind, Erscheinungen eines Meisters in der Meditation als "Babaji" zu beschreiben.

Mahavatar Babaji in der Beschreibung Paramahansa Yoganandas

Nachdem Paramahansa Yogananda in den 1920er Jahren nach Los Angeles gezogen und 1947 die "Autobiographie eines Yogi" erschienen war, wurde er in den 1950er und 1960er Jahren zu einer Art Pop-Ikone der Hippie Bewegung. Durch seine Autobiographie erfuhr die westliche Welt erstmals von Babaji. Yogananda schreibt über seine eigene Begegnung mit dem Mahavatar, gibt aber auch zu einem Großteil Berichte anderer, die Babaji getroffen haben sollen, wieder. Er kann daher nur bedingt als Primärquelle angesehen werden.

Laut Yogananda lebt Babaji seit vielen Jahrhunderten im Himalaya und verströmt gleich einer Sendestation unablässig seinen immateriellen Segen in die Welt. Als Avatar hat er die Aufgabe, der Erde bei ihrer spirituellen Entwicklung beizustehen. Babaji vermag Gedanken in die Köpfe auserwählter Menschen zu pflanzen und so die Weltgeschichte zu beeinflussen.[2] Er soll zu Yogananda gesagt haben: "Ich werde auf der Erde inkarniert bleiben, bis dieser bestimmte Weltenzyklus endet!"[3]

Der Mahavatar steht auf gleicher Stufe und in ständiger Verbindung mit Jesus Christus. Im Gegensatz zu diesem ist sein Wirken jedoch nicht auf eine kurze historische Epoche beschränkt. Babaji arbeitet über einen längeren Zeitraum, allerdings im Verborgenen. "Solche Meister entziehen sich immer den neugierigen Blicken der Menge und haben die Kraft, sich jederzeit unsichtbar zu machen."[4] Babajis Sangha im Himalaya ist durch einen magischen Bann vor den Blicken neugieriger Wanderer abgeschirmt. Er hat die Gestalt eines 16-jährigen, kann jedoch nach Belieben seinen Körper auflösen und wieder manifestieren, sowie mit Gedankengeschwindigkeit reisen. Babaji erscheint dabei nur denjenigen, die er selbst dazu auserwählt hat.

So geschah es dem Postbeamten und Familienvater Lahiri Mahasaya. Nach Berichten Yoganandas wurde er von Babaji in den Kriya Yoga eingeweiht und damit beauftragt, diesen in der Welt zu verbreiten. Babaji materialisierte für die Einweihungszeremonie einen prächtigen Palast, der am folgenden Morgen jedoch nicht mehr zu sehen gewesen war. Zu Lahiri Mahasaya soll Babaji gesagt haben: "Der Kriya Yoga ist eine Wiederbelebung derselben Wissenschaft, die Krishna vor mehreren Jahrtausenden Arjuna vermittelte und die später auch von Patanjali und Christus sowie Johannes, Paulus und anderen Jüngern gelehrt wurde."[5]

Sri Yukteshvar, Yoganandas Guru, war der wichtigste Schüler von Lahiri Mahasaya. Auch ihm erschien Babaji und prophezeite ihm, dass er bald einem jungen Mann begegnen würde, der dazu bestimmt sei, die Lehre des Kriya Yoga in die Welt hinauszutragen. Kurz darauf begegnete Yukteshvar Mukunda Lal Ghosh, der einige Jahre später als Paramahansa Yogananda den Kriya Yoga im Westen bekannt machen sollte.

Mahavatar Babaji in der Beschreibung Marshall Govindans

Auch Marshall Govindan behauptet, dass er Babaji im Himalaya begegnet sei, jedoch nicht in grobstofflicher Form, sondern auf der Vitalebene. Sein 1991 erschienenes Buch "Babaji, Kriya Yoga und die 18 Siddhas" ist die einzige Quelle einer Biografie des Erdenlebens Babajis, beginnend mit seiner Kindheit, allerdings führt Govindan keine Belege oder historischen Zeugnisse für seine Behauptungen an.

Kindheit

Laut Marshall Govindan wurde Babaji 203 n.Chr. in einer Brahmanen-Familie in einem kleinen Dorf im südindischen Tamil Nadu geboren. Das Kind wurde von seinen Eltern Nagaraj ("König der Schlangen") genannt, was auf seine spätere Beherrschung der Kundalini-Energie hinweist. Er wuchs im Schutze eines großen Shiva-Tempels auf, wurde mit fünf Jahren allerdings von einem Menschenhändler entführt. Der reiche Mann, der ihn kaufte, gab ihn jedoch bald frei, sodass Nagaraj sich einer Gruppe wandernder Sadhus anschließen konnte.

Schülerschaft und Transformation seines Körpers

Der spätere Babaji wurde laut Govindan ein Gelehrter der heiligen Schrift. Bald schon erkannte er, dass die Wahrheit nicht in Büchern zu finden ist und wurde Schüler eines großen Siddha namens Agastya Muni. Die Siddhas der tamilischen Tradition nahmen an, dass ihre Fähigkeit, das Göttliche zu erleben und zu manifestieren, nicht auf die spirituelle Ebene der Existenz begrenzt ist. Agastya Muni entwickelte daher Techniken, um den Körper ganz mit Göttlichkeit zu durchdringen. In Badrinath, einem Heiligtum nahe der indisch-tibetischen Grenze, trat Nagaraj nach 18 Monaten strenger yogischer Disziplin in den "Swarupa Samadhi" ein – den Zustand, in dem Gott in den Körper herabsteigt und ihn zu reinem Licht transformiert, sodass er unzerstörbar und unsterblich wird.

Weitere Berichte über Begegnungen mit Babaji

Auch außerhalb der Meisterlinie von Lahiri Mahasaya gibt es Berichte von Personen, die behaupten, mit dem Mahavatar kommuniziert, ihn gesehen, eine Vision von ihm gehabt oder seine Präsenz gespürt zu haben. Dazu gehören:

Fußnoten

  1. Babaji, der Yogi-Christus im Himalaya, (SRF)
  2. Ebenda
  3. Paramahansa Yogananda, Autobiographie eines Yogi, S.627.
  4. Babaji, der Yogi-Christus im Himalaya, (SRF)
  5. The SRF Line of Gurus, (SRF)

Siehe auch

Weblinks

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