Lahiri Mahasaya

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Lahiri Mahasaya (30. September 1828 Bengalen; † 26. September 1895 in Varanasi, Indien) war ein bedeutender indischer Yogi und spiritueller Lehrer. Seine Bestimmung als Yogi wurde erst in seinem 33. Lebensjahr offenbar. Nach seiner Ausbildung wurde Lahiri Mahasaya Regierungsangestellter. Er heiratete und hatte Kinder. Im Jahr 1861 wurde Lahiri Mahasaya nach Ranikhet, in den Bergen des Himalayas, versetzt. Dort traf er im selben Jahr auf den Mahavatar Babaji, der ihn in den Kriya Yoga einweihte.

Lahiri Mahasaya

Ohne irgendwelche Werbemaßnahmen zog Lahiri Mahasaya bald eine große Schülerschaft an. Eine Vielzahl bedeutender Yogis, von denen einige später eigene Linien des Kriya Yoga begründeten, wurden von ihm eingeweiht. Einer seiner Schüler war Sri Yukteshvar, der Guru von Yogananda.

Lahiri Mahasaya

Shyama Charan Lahiri (Bengali: শ্যামাচরণ লাহিড়ী Shêma Chôron Lahiŗi), bekannt als Lahiri Mahasaya, erneuerte die Wissenschaft des Kriya Yoga. Mahasaya ist ein spiritueller Titel, der, aus dem Sanskrit übersetzt, "Großer Geist" bedeutet. Lahiri Mahasaya unterschied sich von den Indischen Heiligen darin, dass er ein Haushälter war. Er heiratete, gründete eine Familie und arbeitete als Buchhalter für das Military Engineering Department der Britischen Regierung in Indien. Im Westen wurde Lahiri Mahasaya durch Paramahamsa Yoganandas "Autobiographie eines Yogi" bekannt. Yogananda war ein Schüler von Sri Yukteshwar. In seinem Buch beschreibt Yogananda, dass Lahiri Mahasaya von Mahavatar Babaji dazu erwählt war, die in Vergessenheit geratenen Praktiken des Kriya Yoga der Welt wieder bekannt zu machen. Lahiri Mahasayas Schüler schlossen sowohl Yoganandas Eltern als auch Yoganandas eigenen Guru ein. Lahiri Mahasaya prophezeite, dass der Junge Yogananda ein Yogi werden würde und "als ein spiritueller Antrieb viele Seelen in das Königreich Gottes führen werde".

Biografie

Lahiri Mahasaya wurde in eine Brahmanen-Familie geboren, die in dem Örtchen Ghurni (heute nahe der Stadt Krishnanagar), im Bezirk Nadia in Bengalen, lebte. Er war der jüngste Sohn von Muktakashi, der Frau von Mohan Lahiri. Sie starb, als Lahiri noch ein Kind war. Über sie ist nur bekannt, dass sie eine Verehrerin Shivas war. Schon im Alter von drei oder vier Jahren wurde Lahiri oftmals gesehen, wie er - den Körper bis zum Nacken in den Sand eingegraben - in Meditation versunken war. Als Lahiri fünf Jahre alt war, verlor die Familie ihr angestammtes Heim durch eine Flut. Die Familie zog deshalb nach Varanasi, wo Lahiri die meiste Zeit seines Lebens verbrachte.

Als Kind studierte Lahiri Mahasaya Urdu und Hindi, nach und nach beschäftigte er sich auch mit Bengali, Sanskrit, Persisch, Französisch und Englisch an der Staatlichen Hochschule für Sanskrit. Daneben studierte Lahiri Mahasaya die Veden, deren Rezitation sowie das Bad in der Ganga und andere Verehrungsriten zu seiner täglichen Routine gehörten.

1846 wurde er mit Srimati Kashi Moni verheiratet. Sie hatten zwei Söhne, Tincuri und Ducuri, und drei Töchter, Harimoti, Harikamini und Harimohini. Durch seine Tätigkeit als Buchhalter beim ‘Military Engineering Department’ der Britischen Regierung kam er in ganz Indien herum. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Verantwortung für die gesamte Familie in Varanasi.

1861 wurde Lahiri in das an den Ausläufern des Himalayas gelegene Ranikhet versetzt. Während eines Spaziergangs in den Bergen hörte er eines Tages eine Stimme ihn rufen. Nachdem er weiter aufstieg traf er seinen Guru Mahavatar Babaji, der ihn in die Techniken des Kriya Yogas einweihte. Babaji forderte Lahiri auf, den Rest seines Lebens mit der Verbreitung der Lehre des Kriyas zu verbringen. Schon bald danach kehrte Lahiri Mahasaya zurück nach Varanasi, wo er begann, ernsthaft Suchende in den Weg des Kriya Yogas einzuweihen. Mit der Zeit zog er immer mehr Menschen an, die die Lehren des Kriyas von Lahiri erfahren wollten. Er organisierte viele Studiengruppen und hielt regelmäßig Vorträge über die Bhagavad Gita in seinen "Gita Versammlungen." Gerade in der Zeit, als der Kasten Fanatismus besonders stark war, weihte er Gläubige aller Religionen in den Kriya ein, Hindus, Moslems und Christen. Er ermunterte seine Schüler, den Lehren ihres jeweiligen Glaubens treu zu bleiben und die Kriya Techniken ihren derzeitigen Praktiken hinzuzufügen.

Er war nun Buchhalter, Familienoberhaupt und Kriya Yoga Lehrer, bis er 1886 in den Ruhestand gehen konnte. Mehr und mehr Besucher kamen zu jener Zeit, um ihn zu sehen. Selten verließ er seinen Audienzraum, war jederzeit für die erreichbar, die sein Darshana suchten. Oftmals zeigte er seinen ‚atemlosen‘ Zustand, wenn er sich im überbewussten Samadhi befand. Über die Jahre weihte er Gärtner, Postboten, Könige, Sannyasis, Haushälter, Niederkastige, Christen und Moslems ein. Zu dieser Zeit war es ungewöhnlich, dass ein Brahmane so eng mit Menschen aller Kasten zusammenkam.

Einige seiner nennenswerten Schüler waren Panchanon Bhattacharya, Yukteswar Giri, Pranabananda, Keshabananda, Bhupendranath Sanyal und die Eltern von Paramahamsa Yogananda. Weitere von Lahiri in den Kriya Yoga Eingeweihte waren Vhaskarananda Saraswati von Benares (heute Varanasi), Balananda Brahmachari von Deogarh, Maharaja Iswari Narayan Sinha Bahadur von Benares und dessen Sohn. Der Biograph und Yogacharya Dr. Ashoke Kumar Chatterji schildert in seinem Buch "Purana Purusha", dass Lahiri Sai Baba von Shirdi in den Kriya Yoga einweihte, basierend auf einer Erwähnung in Lahiris 26 geheimen Tagebüchern.

Einem Schüler, Panchanon Bhattacharya, erlaubte er, in Kolkata ein Institut zur Verbreitung der Lehren des Kriya Yogas zu eröffnen. Die Arya Mission Institution verlegte Kommentare Lahiris zur Bhagavad Gita, zusammen mit weiteren spirituellen Büchern, einschließlich eine Übersetzung der Bhagavad Gita in Bengali. Lahiri selbst druckte tausende von kleinen Büchern mit Auszügen aus der Bhagavad Gita, in Bengali und Hindi. Diese verteilte er kostenlos, eine ungewöhnliche Idee zu jener Zeit.

1895 versammelte er seine Schüler, um einige von ihnen wissen zu lassen, dass er bald seinen Körper verlassen werde. Momente vor seinem Verscheiden sprach er einfach: "Ich gehe nach Hause, doch seid getrost, ich werde wiederkehren." Er drehte seinen Körper dreimal, blickte gen Norden und verließ bewusst seinen Körper, in Mahasamadhi eingehend. Lahiri Mahasaya starb am 26. September 1895.

Lehren

Kriya Yoga

Der Kern seiner spirituellen Praxis, die er seine Schüler lehrte, war Kriya Yoga, eine Serie von nach innen gerichteten Pranayama Praktiken, die das spirituelle Wachstum des Praktizierenden schnell voran brachten. Er lehrte seine Technik allen ernsthaft Suchenden, unabhängig von deren religiösen Hintergrund. Als Antwort auf viele Probleme, die die Schüler ihm schilderten, war sein Rat stets der, mehr Kriya Yoga zu praktizieren.

In Bezug auf Kriya Yoga sagte er:

  • Denkt stets daran, dass ihr niemandem gehört und niemand euch gehört. Führt euch vor Augen, dass ihr eines Tages ganz plötzlich alles in dieser Welt zurücklassen müsst – so macht jetzt Bekanntschaft mit Gott. Bereitet euch auf die kommende astrale Reise des Todes vor, indem ihr den ‚Ballon‘ der Gotteswahrnehmung besteigt. Durch Täuschung nehmt ihr euch als ein Bündel von Fleisch und Knochen wahr, das nur ein Verursacher von Leid ist. Meditiert unaufhörlich, damit ihr euch schnell als die unbegrenzte Essenz, frei von jeder Form von Leid, erkennt. Seid keine Gefangenen des Körpers mehr, nutzt das Geheimnis des Kriyas, lernt, in die Geisteswelt zu entfliehen.

Er lehrte, dass die Kriya Praxis dem Yogi die Erkenntnis der Wahrheit direkt zufließen lässt, im Gegensatz zu den mehr theoretischen Erörterungen der Schriften.

  • Beseitige alle deine Probleme durch Meditation. Tausche unnütze religiöse Spekulationen für den tatsächlichen Kontakt zu Gott. Reinige deinen Geist von dogmatischem theologischem Schutt. Lasse die frischen, heilenden Wasser der direkten Wahrnehmung herein. Schwinge dich auf deine aktive innere Stimme ein. Die Göttliche Stimme hat eine Antwort für jedes Dilemma des Lebens. Obwohl der Einfallsreichtum des Menschen, sich in Schwierigkeiten zu bringen, endlos erscheint, ist der unbegrenzte Beistand nicht weniger einfallsreich.

Guru – Schüler Beziehung

Lahiri sprach oftmals über die Guru – Schüler Beziehung im Zusammenhang mit Kriya Yoga. Er übergab die Kriya Techniken stets als eine Einweihung und lehrte, dass sie nur richtig gelernt werden können, wenn sie Teil einer Guru – Schüler Beziehung sind. Ständig nahm er Bezug auf die Erkenntnis, die durch die vom Guru gelehrten Kriya Praktiken erlangt wird und auf die Gnade, die durch die ‚Übertragung‘ des Gurus entsteht. Er lehrte ebenso, dass die Gnade des Gurus automatisch kommt, wenn seine Belehrungen befolgt werden. Er riet, während der Meditation den Guru um Rat zu kontaktieren, es sei nicht zwingend notwendig, ihn in seiner physischen Gestalt zu sehen.

In Bezug zur Notwendigkeit der Hilfe des Gurus für die tiefe Yoga Praxis sagte er:

  • Es ist absolut notwendig für alle Schüler, sich vollkommen ihrem Guru hinzugeben. Je tiefer man sich dem Guru hingeben kann, desto mehr kann man die feinsten der feinen Yoga Techniken durch ihn erfahren. Ohne Hingabe kann durch den Guru nichts erlangt werden.

Die Beziehung, die Lahiri Mahasaya mit seinen eigenen Schülern pflegte war sehr individuell. Jedem lehrte er die Kriya Yoga Praktiken leicht unterschiedliche, ja nach den spirituellen Bedürfnissen des einzelnen Schülers.

Weitere Lehren

Lahiri lehrte, dass, wenn jemand ehrlich seinen Lebensunterhalt verdient und ernsthaft praktiziert, es keinen Grund gibt, das externe Leben zu verändern, um der Anwesenheit Gottes gewahr zu werden. Wenn ein Schüler seine weltlichen Aufgaben vernachlässigen würde, würde er ihn korrigieren. Nur ganz selten riet er zu Sannyas oder zum vollkommenen Rückzug als Swami. Dagegen riet er den meisten seiner Schüler zu Heirat und Kriya Yoga Praxis.

Generell scheute er die organisierte Religion. Allerdings war das auch kein unumstößliches Dogma für ihn, da er zumindest einem seiner Schüler, Panchanon Bhattacharya, erlaubte, die “Arya Mission Institution” in Kolkata zu eröffnen, um die Lehre des Kriyas zu verbreiten. Auch andere Schüler Lahiris riefen Organisationen ins Leben, um die Botschaft des Kriya Yogas zu verbreiten, darunter war auch Sri Yukteswar Giri mit seiner Satsanga Sabha. Generell zog Lahiri es vor, den Kriya sich ganz natürlich von selbst verbreiten zu lassen.

Lahiri lehrte oftmals die Weisheit der Bhagavad Gita. Seine regelmäßigen Gita Versammlungen, Gita Sabha genannt, zogen viele Schüler an. Er rief manche seiner engen Schüler dazu auf, Auslegungen der Gita zu verfassen, aufgrund ihrer eigenen Erkenntniswege. Lahiri lehrte, dass der Krieg von Kurukshetra in Wirklichkeit ein innerer psychologischer Kampf ist und dass die verschiedenen Charaktere in dem Krieg die psychologischen Merkmale des mit sich ringenden Yogis sind. Dieses Verständnis wurde später die Grundlage für Paramahansa Yoganandas Kommentare zur Bhagavad Gita. Er lehrte ebenso, dass der Epos Mahabharata zeigt, wie die Seele in Materie hinabsteigt und die Herausforderung annimmt, sich wieder auf die Ebene der Spiritualität zu erheben.

Siehe auch

Literatur

  • Marshall Govindan, Babaji - Kriya Yoga und die 18 Siddhas (2010)
  • Autobiographie von Paramhansa Yogananda (2006)
  • Paramahansa Yogananda, Autobiographie eines Yogi (1998)
  • Paramahamsa Prajnanananda, Sri Yukteshwar: Der Meister von Yogananda (2013)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag

Weblinks

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