Yoga Vidya Zentrum Frankfurt am Main

Aus Yogawiki

Das Yoga Vidya Zentrum Frankfurt am Main wurde am 15. Juni 1992 in der Hanauer Landstraße 48 unter dem Namen: Yoga-Center am Zoo in einem Mehrfamilienhaus im 1. Stock von Sukadev Volker Bretz und Eva-Maria Kürzinger eröffnet. Die Räumlichkeiten – ca 150 qm – dienen sowohl als Unterrichtsräume als auch dem Wohnen und Schlafen von Sukadev, Eva-Maria und diversen Karmayogis.

Aufenthaltsraum im derzeitigen Yoga Vidya Zentrum in Frankfurt am Main

Das Büro ist in einen kleinen Aufenthaltsraum integriert. Es gibt auch eine kleine Küche. An der Straßenfront zieht sich ein schmaler Balkon entlang, der wegen des starken Verkehrslärms (eine der wichtigsten Ausfallstraßen aus Frankfurt heraus und Straßenbahnlinien) gerade noch als Werbeträger geeignet ist.

1993 gab es die erste zweijährige Yogalehrerausbildung, es folgen später vierwöchige Yogalehrerausbildungen mit vielen Fortbildungsmöglichkeiten. Von Anfang an gibt es offene Yogastunden und Workshops mit besonderen Schwerpunkten. Am Sonntag ist Satsang mit Meditation und Mantrasingen, an jedem Morgen um 7 Uhr stille Meditation und Mantrasingen. Weihnachten und Silvester werden gemeinsam mit den Yogaschülern gefeiert, teilweise in der Stille, teilweise mit Programm. Die Yoga-Feste sind etwas ganz besonderes: Jeder darf etwas dazu beitragen. Unvergessen bleibt die Vorführung von Sukadev, wenn er auf dem Kopf steht und eine Banane isst! Viele haben hier Talente an sich entdeckt, von denen sie bis dato keine Ahnung hatten. A propos: Damals kamen alle Yogalehrerauszubildenden beim Mantrasingen einzeln dran!

Aufenthaltsraum und Küche im derzeitigen Yoga Vidya Zentrum in Frankfurt am Main

Aufgrund intensiver Werbung in Frankfurt selbst und Veröffentlichungen (gepaart mit Anzeigen!) in Zeitschriften wie „Krankengymnastik“, „Vegetarisch fit“ und „Einblick“ wird das Yogazentrum rasch sehr bekannt. Die Presse wird über besondere Ereignisse informiert. Zu dieser Zeit gibt es nur wenige Yogaschulen in Frankfurt. Das Zentrum ist offen für alle. Mitarbeiter und Helfer für den Empfang, zum Kochen und Putzen, zum Einkaufen und Verwalten, zum Übersetzen und für die PR rekrutieren sich meist aus den Kursteilnehmern, aber auch aus zufällig „hereingeschneiten“ jungen Menschen, die mit Leib und Seele Yogis werden. Wer länger bleibt, erhält eine kostenlose Yogalehrerausbildung.

Weiterentwicklung

Raum 1 im derzeitigen Yoga Vidya Zentrum Frankfurt am Main

1994 wird der Yoga Vidya Verlag gegründet. Bücher von Swami Sivananda werden ins Deutsche übersetzt, Sukadev bespricht die ersten Hörkassetten von Yogastunden in den Räumen des Yogacenters, immer auf der Suche nach dem ruhigsten Raum und der ruhigsten Tages- bzw. Nacht-Zeit angesichts des Sraßenbahn-, Auto- und Motorradlärms vor der Haustür...

Am 7. und 8. Dezember 1996 wird das „Haus Yoga Vidya - Ashram Gut Hoffnungstal“ im Westerwald eröffnet. Frankfurt reicht nicht mehr aus, um die vielen Yoga-Interessierten zu beherbergen. Shri Kartikeyan aus Rishikesh, ein Schüler von Swami Sivananda, leitet das Einweihungsritual an. Er ist Yoga Vidya sehr verbunden und immer wieder ein willkommener und beliebter Gast.

In der Einladung zur Eröffnung – nach Tagen und Wochen des Karma Yoga von vielen Menschen vorwiegend aus dem Frankfurter Einzugsbereich – steht geschrieben: „Übernachtungen auf Matratzen und teilweise schon in Betten möglich“. Ich erinnere mich, dass im EG, wo jetzt ein schöner Yogaraum ist, sich damals eine große, nach Öl riechende Werkstatt befand. Ein reger Pendelverkehr entsteht zwischen Frankfurt und Gut Hoffnungstal. Ab Frühjahr 1997 ziehen Sukadev und Shivakami endgültig in den Westerwald. Für das Frankfurter Zentrum bedeutet dies ein Neuanfang. Auch Eva-Maria hört auf. Die Zentrumsleitung wird von den verschiedensten Menschen übernommen, für keinen ist es leicht, einfach aus dem Berufsleben auszusteigen und sich nur noch dem Zentrum zu widmen.

Rückblickend betrachtet waren die ehrenamtlichen Yogalehrer und -lehrerinnen die wichtigsten Säulen des nunmehr seines spirituellen Leiters und Lehrers beraubten Frankfurter Yogazentrums. Wir waren durch Sukadev geschult worden, Verantwortung zu übernehmen, er hatte stets offengelegt, wie es dem Yogacenter geht, wie es um die Besucherzahlen und die Finanzen bestellt ist, wo Arbeiten anstehen.

In jener Zeit nach Sukadev haben wir das Yogacenter am Zoo frisch gestrichen, wir machten Fotos für Werbung und Programme. Es war immer jemand da für Satsang, Meditation und Empfang, für die Yogastunden und die Workshops, fürs Kochen, fürs Einkaufen und fürs Putzen - kurz: Wir wurden zu einer ziemlich guten Gemeinschaft. Das hatte Folgen. Das Yogazentrum in Frankfurt boomte weiter. Wir mussten größere Räume finden. Das Thema beschäftigte uns viele Jahre.

Neue Räume

Raum 2 im derzeitigen Yoga Vidya Zentrum Frankfurt am Main

Im Dezember 2002 folgte dann die Eröffnung des weitaus größeren „Yoga Vidya Center Frankfurt“ in der Niddastraße 76 in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes. Vier große Yogaräume, drei Zimmer für die Zentrumsmitarbeiter und dazu ein Aufenthaltsraum, Büro und Küche wie gehabt bei Yoga Vidya: alles in einem gemütlichen großen Raum, wo man Tee trinken, träumen, Musik hören oder sich unterhalten kann. Manchmal riecht es lecker nach Essen. Das Yogacenter befindet sich im 4. Stock eines mehrstöckigen ehemaligen Lagerhauses und hat nur einen Lastenaufzug. So kann Yoga schon im Treppenhaus als Übung beginnen …

Allein schon aufgrund des Standortes sind die Besucher sehr gemischt, das geht von Bankern bis zu Hausfrauen. Yoga hat in Frankfurt tiefe Wurzeln geschlagen. Einige Namen seien hier genannt:

  • Shivakami, Sukadevs erste Frau, ein ruhender Pol
  • Jyoti, Yogalehrer, Koch und für alles andere auch zuständig
  • Rafaela Sauter, Yogalehrerin, Köchin und immer aktiv
  • Arjuna, stets ein freundlicher Helfer
  • Radha und Shankara (Anni und Siegfried Attner), die beiden guten Geister des Zentrums, immer für die Freuden und Leiden der anderen da. Spezialitäten: Handwerken, Haushalten, Schneidern, Buchführung, Streichen und Putzen. Sie sind zeitlich flexibel, weil bereits im Ruhestand.
  • Gopi (später Erika Bretz) Zentrumsleitung und später Schwägerin von Sukadev – singt wunderschön Mantras.
  • Atmaram (Hartmut Bretz) Yogalehrer, Bruder von Sukadev und mit Gopi verheiratet. Beide gründen 2001 das Yoga Vidya Center in Mainz.
  • Christine Endris, Yogalehrerin und zuständig für Public Relations und Fotografie, besonders in den ersten Jahren, sowie für Beiträge und Berichte zu Yoga und Yoga Vidya.
  • Gopala (Hartmut Jacobs) gibt für die Zentrumsleitung (2000 bis 2002) seine Stelle als Krankenpfleger auf. Zusammen mit Ganga (Susan Neumeister) und Manohara (Gert Wahl) findet er nach langer Suche die Räume für das neue Zentrum am Frankfurter Hauptbahnhof.
  • Andreas, Nives und Daniele betreuen sehr engagiert das Yogazentrum am Hauptbahnhof in der Aufbauzeit.
  • Mit Maheshwara (Mario Illgen) und Krishnapriya entsteht eine starke spirituelle Atmosphäre in den neuen Yogaräumen. Immer mehr Menschen kommen zu den Yogastunden, den Ausbildungen, Kursen, Workshops, Meditationen und Satsangs.

Jetzt, im Jahr 2014, leitet Maryia Drahavets mit viel Engagement das Frankfurter Yogacenter. Vom Yogalehrerunterricht bis hin zum Mantrasingen springt ihre Begeisterung und die ihrer jungen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter auf die Schüler und Gäste über. Sie machen das mit einer großen Ernsthaftigkeit und Hingabe. Es ist bewundernswert, wie so viele, vor allem junge Menschen, sich so intensiv der Spiritualität und dem Yoga-Unterrichten zuwenden - ganz abgesehen von den Verwaltungsarbeiten, die gerade bei einem großen Stadtzentrum wie dem Frankfurter anfallen. Schon länger dabei in dieser Truppe sind Atmarama und Maksim - und nach wie vor die vielen ehrenamtlichen Yoga Vidya Yogalehrerinnen und Yogalehrer.

Die Einweihungsfeier des neuen Frankfurter Yoga Vidya Zentrums im Dezember 2002

Artikel von Christina Endris, Bund der Yoga Vidya Lehrer

Maryia Drahavets

Es ist Samstag Nachmittag der 21. Dezember 2002. Auch ohne dieses Datum zu wissen, spürt man es in der Innenstadt von Frankfurt - hier herrscht Geschäftigkeit. Die Menschen sind bepackt, schleppen Einkaufstüten herum und eilen von einem Kaufhaus zum andern. Um den Weihnachtsmarkt herum glänzen die Augen der Erwachsenen und Kinder, die Backen sind gefüllt mit all den Köstlichkeiten, über die der echte Yogi meistens - wenn vielleicht auch nicht immer - längst hinaus ist. Alle sind emsig dabei, das Weihnachtsfest vorzubereiten oder aber sich auf ihre Art und Weise darauf einzustimmen.

Ich fahre mit der U-Bahn zum neuen Yogazentrum für Frankfurt. Das Yogacenter am Zoo wird seinen Namen nach mehr als zehn Jahren aufgeben müssen, es wird nicht mehr am Zoo sein, nicht mehr an der, lebhaften Hanauer Landstraße sondern am Hauptbahnhof, im Zentrum der Stadt. Die bisherigen Räume, dort, wo die Keimzelle von Yoga Vidya war, wo Sukadev und Eva-Maria 1992 das erste aller Yoga-Vidya-Zentren gegründet haben, sind zu klein für die vielen Kursteilnehmer, denn immer mehr Menschen wollen Yoga praktizieren.

Es ist erstaunlich, wie ruhig es in diesem Teil der Niddastraße ist. Das Haus Nummer 76 finde ich sofort, Leuchtreklame weist auf das Kieser Training hin, das im Erdgeschoss angeboten wird. Durch den Hof komme ich ins Treppenhaus, wo viele viele Kerzenlichter den Weg weisen in die neuen Räume im 3. Stock. Dort angekommen, gibt es wieder eine Überraschung: Mit so vielen Schuhen im Vorraum, sprich Menschen, die an der Einweihungspuja teilnehmen wollen, habe ich wirklich nicht gerechnet! Es mögen sicherlich hundert gewesen sein. Vielleicht auch mehr. Ich habe sie nicht gezählt.

Die ganze Etage ist noch ein großer Raum, der zur Feier des Tages mit Lichtern, Blumen und Bildern geschmückt wurde. Die Wände sind in einem wunderbaren Gelb gestrichen - gelb, die Farbe der Lehre - als ob man geahnt hätte, wer hier einziehen wird. Dem Ereignis entsprechend ist die Stimmung unter den Anwesenden gedämpftes, interessiertes, teilweise leicht freudig erregtes Erzählen und Austauschen ... alle sind angetan von der schönen großen Halle.

Die Wände sind sehr hoch, 3,10 m, es werden drei große Yogaräume durch den Einbau von Zwischenwänden entstehen, dazu vier Wohnräume, in die vier Mitarbeiter einziehen können. Hinzu kommen Bürobereich und Aufenthaltsraum, Empfang, Umkleide, Duschen, Toiletten sowie Küche. Angesichts der qualvollen Enge, die derzeit in manchen Yogastunden herrscht, wird dies hier ein Segen für Schüler und Lehrer sein!

Aber es mischt sich auch etwas Wehmut in die Gedanken, muss doch das alte Zentrum aufgegeben werden, das für so viele in Frankfurt der Beginn eines neuen Lebensabschnittes wurde, ein Ort der Ruhe und der Entspannung, ein Ort der Begegnung und Erfahrung und ein Ort des ersten yogischen Muskelkaters...

Wie dem auch sei - der Yogi weiß, die Yogini auch, dass alles Irdische dem Wandel anheim fällt und besinnt sich auf die positiven Aspekte des Umzuges: Es wird allemal viel mehr Platz da sein für alles, und es ist wunderbar, dass Nives, Andreas und Daniele, das bisherige, unglaublich engagierte Zentrumsteam, und aller Voraussicht nach noch ein Daniel einziehen können, und es wird morgens wieder Satsang geben, und es wird sich keine Linie 12 mehr laut klingelnd in die Endentspannung einmischen und und und und und.

Wir sitzen auf Matten und Kissen, Sukadev und Andreas sagen ein paar einleitende Worte, sie freuen sich ganz offensichtlich über den erfolgreichen Abschluss einer langen Suche nach dem richtigen Ort, wir singen das Jaya Ganesha und meditieren zusammen. Die Puja beginnt. Sri Kartikeyan aus Rishikesh ist "zufällig" wieder einmal in Deutschland und bringt die Präsenz von Swami Sivananda als dessen Schüler direkt ins neue Zentrum. Das spürt man sofort. Es gefällt mir immer wieder ganz besonders, dass die Kinder so unkompliziert dabei sein können, niemand hält sie fest oder ermahnt sie ständig, sie dürfen alles mitmachen, und wenn es einmal etwas lauter wird, ist das nicht gleich ein Beinbruch.

Für einige Teilnehmer war das die erste Puja in ihrem Leben und ich weiß, dass sie einen sehr starken Eindruck hinterlassen hat. Und nicht nur auf sie! Während des Festessens - hier seien die vielen freiwilligen Helfer erwähnt, die das Fest so wunderbar gestaltet haben - wird die Möglichkeit zum Kontakt aufnehmen und zum Austausch rege genutzt. Viele sind aus dem Ashram im Westerwald gekommen, viele Frankfurter Lehrer und Schüler sind da, viele Angehörige und Interessierte. Die Stimmung - yogisch gesagt die Schwingung - ist sehr schön.

Es ist ein erster Schritt gemacht, das neue Frankfurter Yogazentrum lebendig werden zu lassen. Alle Teilnehmer haben dazu beigetragen. Und später, auf dem Heimweg, weiß ich, dass dieser Abend auch eine ideale Einstimmung war auf die Weihnachtstage und auf den Jahreswechsel. Und auf den Wandel, der uns unser ganzes Leben lang begleitet.

Siehe auch

Swami Sivananda

Literatur

Weblinks

Seminare

Yoga

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Meditation

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Multimedia

Sei großzügig – Swami Sivananda

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Swami Sivananda – Leben und Werk

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