Tirujnana Sambandhar

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Tirujnana Sambandhar wurde in einer Brahmanenfamilie geboren, in Tanjore, im Bezirk Sirkali, das auch unter dem Namen Brahmapuri bekannt ist. Seine Eltern waren Bhagavati und Shivapadahridayar. Eines Tages gingen Bhagavati und Shivapadahridayar zum See, um ihr Bad zu nehmen. Das Kind begleitete seine Eltern. Als die Eltern in den See gingen, um zu baden, ließen sie das Kind am Ufer zurück.

Kindheit

Das Kind fing an laut zu schreien: ”Mutter, Vater!“, weil es seine Eltern nicht mehr sehen konnte. Die Eltern konnten den Schrei ihres Sohnes nicht hören, aber Shiva und seine Frau Parvati hörten ihn. Sie beide erschienen dem Jungen. Parvati gab ihm Milch zu trinken. Das Kind trank die Milch und zusammen mit der physischen Milch auch die Milch der göttlichen Wissens. Von dem Moment an begann er den Lob Shivas zu besingen in den verschiedenen Tempeln. Er sang herzergreifende, subtile Oden, Tevarams. Dies trug sich zu, als das Kind drei Jahre alt war.

Die Eltern beendeten ihr Bad und kamen zu ihrem Sohn zurück. Sie sahen Milch von seinem Mund und Tränen aus seinen Augen fließen. Sie fragten ihn: „Mein liebes Kind, wer gab dir Milch zu trinken?“ Der Knabe sang eine Hymne und berichtete seinen Eltern alles. Die Eltern jubelten vor Freude, und gaben ihrem Sohn den Namen Tiru Jnana Sambandhar, das besagt, dass er durch die Gnade von Shiva und Parvati göttliche Weisheit erlangt hat. Er war auch unter dem Namen Pillayar bekannt.

Daraufhin ging Sambandhar nach Tirukkolaka. Er sang eine Hymne im Tempel. Shiva machte ihm eine goldene Zimbel zum Geschenk.

Junge Jahre

In Tiruyerukkattampuliyur lebte ein Verehrer von Shiva. Er spielte wunderschön auf dem Musikinstrument Yal. Sein Name war Tirunilakantha Yalpanar. Er ging nach Sirkali, um Sambandhar seinen Respekt zu zollen. Sambandhar brachte ihn zum Shiva Tempel und hörte sich seine Musik an.

Yalpanar flehte Sambandhar an: “Erlaube mir, dass ich ab jetzt immer bei dir bleibe und deine Hymnen auf der Yal begleite. Bitte erweise mir diese Gnade“. Sambandhar war einverstanden. Danach gingen Sambandhar, seine Eltern und Yalpanar nach Chidambaram und haben dort Nataraja (der kosmische Tänzer, eine Manifestation von Shiva verehrt. Eines Tages sah Sambandhar die dreitausend Brahmanen von Chidambaram, und sie verwandelten sich vor seinem inneren Auge in die die dreitausend Shiva Ganas (Engel, Diener von Shiva).

Sambandhar wollte als nächstes nach Aratturai, um Gott dort zu verehren. Er wanderte zu Fuß. Er wurde müde, und so legte er unterwegs in Maranpadi eine Rast ein, und ruhte dort für die Nacht. Da er noch ein kleiner Junge war, waren seine zarten Füße sehr stark mitgenommen durch den langen Fußmarsch. Der Herr von Aratturai (Shiva) erschien den Priestern im Traum und sprach zu ihnen: “Sambandhar kommt um Mich zu besuchen. Nimmt den mit Edelsteinen besetzten Regenschirm und die mit Edelsteinen besetzte Sänfte, die ihr im Tempel findet, und übergebt sie ihm.“

Die Priester erwachten und gingen zum Tempel. Sie fanden dort die Gegenstände, die sie im Traum gesehen haben. Sie nahmen sie, und brachten sie zum Sambandhar nach Maranpadi. Sie sagten ihm, was Shiva ihnen aufgetragen hatte. Sambandhar wusste bereits davon, da auch ihm Shiva im Traum erschienen war, um ihn darüber zu informieren.

Als sie im Tempel angekommen waren, zelebrierten die Priester Sambandhars Ritual. Sambandhar rezitierte dabei die Veden und die Vedangas (Kommentare zu den Veden) und erläuterte ihre Bedeutung den Priestern, obwohl er sie nie studiert hatte. Die Priester waren wie benommen und staunten darüber.

Appar hörte von Sambandhars großem Ruhm, und er kam von Chidambram nach Sirkali, um Sambandhar seinen Respekt zu erweisen. Sambandhar kam ihm ein Stück des Weges entgegen, um ihn zu empfangen. Die beiden tauschten Worte der Liebe und Zuneigung untereinander. Appar blieb für einige Tage in Sambandhars Haus zu Gast.

Die Königstochter von Malaya

Die Tochter des Königs von Malaya litt unter einer unheilbaren Krankheit. Der König hat alle bekannten Heilmethoden ausprobiert. Am Ende wusste er keinen Rat mehr, und so brachte er seine Tochter nach Tiruppaccil Acciramam in den Tempel und ließ sie dort vor dem Herrn liegen. Sambandhar besuchte das Heiligtum und sah dort die Prinzessin in einem unbeschreiblichen Zustand. Sein Herz schmolz dahin vor Mitgefühl. Er sang ein Padigam (Hymne) und verehrte Shiva. Die letzte Zeile eines jeden Verses endete mit den Worten: “Ist das dem Herrn wirklich ein Wohlgefallen, diesem Mädchen ein solches Leid zuzufügen?” Mit einem Mal wurde die Prinzessin wieder gesund. Sie stand auf und verbeugte sich zu Sambandhars Lotusfüßen.

Auf Reisen

Danach zog Sambandhar weiter zum Tirupattisvaram Tempel. Es war ein sehr heißer Tag. Shiva von Tiruppattiswaram schickte eine mit Edelsteinen besetzte Sänfte, zum Schutz gegen die segnende Sonne. Sambandar sang eine Hymne an Shiva. In jeder Strophe der Hymne fragte er „Ist etwa das die Art und Weise wie Du Dich um meine Belange kümmerst? Du gibst mir nichts - ist das etwa Deine Gnade? Daraufhin erhielt er vom Herrn tausend Goldstücke. Er gab die Goldmünzen seinem Vater.

Sambandhar ging weiter nach Tirumarugal. Unterwegs traf er auf einen Reisenden, der am Biss einer giftigen Schlange gestorben ist. Seine Frau beweinte bitterlich den Tod ihres Mannes. Sambandhar sang eine Hymne. Der Reisende wurde ins Leben zurückgeholt.

In Tiruvilimilalai gab zu dieser Zeit eine schreckliche Hungersnot. Sambandhar erhielt jeden Tag ein Maß voll Gold von Shiva. Mit diesem Geld kaufte er Lebensmittel und speiste damit alle Shiva Bhaktas.

Kulaccirai, der Minister des Pandya Königs (indische Dynastie, die im Mittelalter über weite Teile Tamils geherrscht hat) lud Sambandhar zu sich ein. Er und die Königin des Landes waren Verehrer von Shiva. Sambandhar besuchte die Hauptstadt Madurai und brachte dort Gott seine Verehrung dar.

Eine weitere Wunderheilung

Während Sambandhars Aufenthalt ist in Madurai ein Feuer ausgebrochen und drohte damit, ganze Stadtteile niederzubrennen. Sambandhar sang eine Hymne an Shiva und das Feuer erlosch. Kurz danach bekam der König ein schweres Fieber. Seine Ärzte konnten ihn nicht heilen, und so bat der König Sambandhar um Hilfe. Sambandhar sang eine Lobeshymne auf die heiligen Aschen (die aus den Opferritualen stammenden Aschen, von denen es heißt, dass sie Shivas Energie in sich zu tragen. Die Anhänger Shivas bemahlen ihren Körper damit) und rieb mit ihnen den Körper des Königs ein. Der König wurde mit einemmal gesund.

Danach wollte Sambandhar nach Tirukkollampudur gehen, um auch dort den Darshana (wörtlich „Schau“ Die Erfahrung der Gegenwart einer heiligen Persönlichkeit zu haben. Unterwegs musste er einen Fluss passieren. Der Fluss führte gerade Hochwasser, und war dermaßen reißend geworden, dass nicht einmal die Fuhrleute es wagten, ihn zu überqueren. Sie haben ihr Boot am Ufer festgetaut und sind selber weggegangen. Sambandhar nahm das Boot, sang eine Hymne an Shiva und übersetzte zusammen mit seinen Begleitern auf das andere Ufer.

In Mylapore lebte ein Verehrer von Shiva, Namens Shivanesar Chettiar. Er ist viele Jahre lang kinderlos geblieben. Er bat Gott inbrünstig um ein Kind und führte harte Askeseübungen durch, um Ihn günstig zu stimmen. Shiva gewährte ihm seine Bitte, und er bekam eine Tochter, der er den Namen Poompavai gab. Als Shivanesar vom großen Ruhm Sambandhars hörte, entsagte er seinem ganzen Reichtum und spendete es dem Heiligen.

Eines Tages wurde Poompavai von einer Kobra gebissen, als sie im Garten Blumen pflückte. Sie starb sofort. Nach der Feuerbestattung bestattete Shivanesar ihre Knochen in einer mit Seidenstoff geschmückter Urne. Shivanesar bat Sambandhar den Bestattungsplatz aufzusuchen.

Sambandhar kam nach Mylapore und hatte dort den Darshana von Kapalisvarar. Die Gläubigen informierten ihn über den Tod von Shivanesars Tochter. Sambandhar bat Shivanesar, die Urne mit den Knochen seiner Tochter zu ihm zu bringen. Shivanesar kam sofort zu ihm und brachte die Urne. Sambandhar sang eine Hymne an Shiva. Auf einmal kam Poompavai lebendig aus dem Topf hervor, so schön wie Lakshmi (Die Göttin des Reichtums, der Schönheit und des Glückes, Gemahlin von Vishnu), als sie aus der Lotusblume emporstieg. Shivanesars Herz füllte sich mit überirdischer Freude. Aus dem Himmel regnete es Blumen. Danach ging Sambandhar in seinen Heimatort Sirkali.

Hochzeit

Die Priester von Sirkali kamen zu Sambandhar und sagten ihm: „O Swami, du wirst ein Mädchen heiraten müssen, damit du die vedischen Opferriten ausführen kannst, da diese nur ein verheirateter Mann, gemeinsam mit seiner Ehefrau ausführen darf.“ Sambandhar war einverstanden. Die Brahmanen und Sambandhars Vater wählten die Tochter von Nambiandar Nambi für ihn als Braut aus.

Die Hochzeit wurde in Nallur Perumanam gefeiert. Sambandhar ging zusammen mit seiner erwählten Braut in den Tempel hinein. Als er die Statue Shivas erreichte, verschmolzen er, seine Braut und seine Anhänger mit dem überirdischen Glanz Gottes.

Sambandhar sagt in einer seinen Hymnen: “O törichter Mensch, lasse deine Tage nicht nutzlos verstreichen. Diene Gott Shiva mit der blauen Kehle. Höre dir die Geschichten über Seinen Ruhm an. Meditiere über Seine Form. Wiederhole allezeit „Om Namah Shivaya“. Lebe in der Gesellschaft von Shivas Verehrer. Diene ihnen. Sein Name wird alle Übel und alle Gefahren von dir und deinen Kindern abwenden. Verehre Shiva. Er wird dir ewige Wonne und Unsterblichkeit gewähren“.

Siehe auch