Swaminarayan

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Swaminarayan war ein indischer Heiliger aus Uttar Pradesh. Er war auch als Sahajanand Swami bekannt. Er hat viele philosophische Betrachtungen angestellt, die dann von seinen Schülern angenommen und verbreitet wurden.

Swaminarayan unter einem Neem Baum; Copyright

Swaminarayan ist die zentrale Figur in der modernen Sekte des Hinduismus, die als der "Swaminarayan Glaube", einer Unterart des Vaishnavismus, bezeichnet wird. Innerhalb dieses Glaubenssystems wird Swaminarayan dem höheren Wesen, Purushottama, gleichgestellt und wird als eine Inkarnation von Narayana angesehen, die aus dem göttlichen Paar Nara-Narayana hervorgegangen ist.

Die jungen Jahre von Swaminarayan

Der ursprüngliche Name von Swaminarayan war Ghanashyam Pande. Swaminayarana wurde in einer Brahmanen Familie in Uttar Pradesh im Jahre 1781 geboren, sein Vater war Hariprasad Pande und seine Mutter Premvati Pande. Schon in seinen ganz jungen Jahren war er der Spiritualität zugeneigt. Im Alter von elf Jahren bereiste er viele Orte und traf Ramanand Swami. Swaminarayan wurde in dessen asketischen Orden mit dem spirituellen Namen Uddhav Sampraday aufgenommen. Er selbst bekam dort seinen eigenen spirituellen Namen Sahajanand Swami. Im Jahre 1802 als Ramanand Swami starb, wurde er der Leiter dieser Sekte. Und dank seiner großen Hingabe zog diese Sekte dann viele neue Schüler an.

Philosophie von Swaminarayan

Die Lehren von Swaminaryan werden eingestuft als ein qualifizierter Non-Dualismus oder Vishishtadvaita. Gemäß dieser Lehren wird der eine und unendliche Brahman als die höchste Gottheit betrachtet, welche verschiedene Attribute und Eigenschaften besitzt. Es hat die Fähigkeit, sich selbst in fünf fundamentalen Realitäten zu manifestieren: Parabrahman, Aksharabrahman, Ishwara, Jiva und Maya oder Prakriti. Diese sind unterschiedliche Zustände, die an sich genauso so real wie Brahman selbst sind.

Texte von Swaminarayan

Shikshapatri

Shikshapatri ist ein kleines Buch des Heiligen Swaminarayan auf Sanskrit. Er hat dieses im Jahre 1882 in Vadtal verfasst. Es enthält 212 Verse in Anustup Chhand. Diese Verse über Shikshaparti sollen dabei helfen, die Mönche, die Teil der Sekte sind, zu unterrichten, aber dieses Buch ist auch für alle anderen wertvoll. Es beschreibt sehr lebendig die Aufgaben und Pflichten der Schüler, Acharyas, Tyagis, Gruhasthas und der Frauen. Diese Aufgaben sind unantastbar oder unveränderlich und sind damit auch die Basis der Wahrheit für die Anhänger dieser Sekte. Und diese 212 Sanskrit Verse legen auch die "Do's and Don'ts", also die Regeln im Umgang mit den verschiedensten Themen, fest.

Vachanamrit

Das Vachanamrit von Swaminarayan ist bestens überliefert von dessen Schülern. Es enthält die profunde Weisheit von Swaminarayan im Bezug zu den unterschiedlichsten Themenstellungen, wie z.B. Entsagung, Hingabe, Ärger/Zorn, Lust, Irreführung/Täuschung, Dharma, Jiva, Ishwara, Arten von Glaube, Seele und Körper, die Form Gottes, Tattvas, Befreiung und andere. Diese Ausführungen wurden persönlich von Swaminarayan anerkannt und bestätigt, um deren Reinheit und Authentizität zu gewährleisten. Einige dieser Unterweisungen beschreiben auch Wege, wie wir mit unserem Leben umgehen sollten.

Swaminarayan Sekte

Die Swaminarayan Sekte ist auch als "Swaminarayan Faith" oder -Glaubensgemeinschaft bekannt. Sie ist eine neuere Entwicklung in der Vaishnava Glaubensrichtung des Hinduismus. Diese Sekte oder Gruppierung hat es geschafft, viele Anhänger, die Swaminarayan als ihren Gott ansehen und ihm huldigen, zu integrieren. Diese Anhänger glauben fest daran, daß Swaminarayan eine Inkarnation von Narayana ist, der auf die Erde niedergekommen ist, um die Massen zu retten und zu führen.

Die Reformen von Swaminarayan

Durch seine Lehren und Abhandlungen hat Swaminarayan viele Veränderungen in der Gesellschaft bewirkt.

Reformen für Frauen und die Armen

Swaminarayan hat sein gesamtes Leben der Verbesserung der Lebenssituation der Armen und der Frauen gewidmet. Nachdem er die Leitung von Sampraday übernommen hatte, widmete Swaminarayan sich den Armen. Er verteilte Nahrung und sauberes Trinkwasser. Er errichtete viele Armenhäuser und er organisierte auch Entlastungen und Unterstützung für die Menschen in Zeiten des Dürre. Außerdem arbeitete und engagierte sich Swaminarayan auch für die Frauen. Er lehnte das Sati-System der Witwenverbrennung ab und sagte sogar, daß das Leben von Gott gewährt würde, und damit könne dieses auch nur von Gott selbst genommen werden. Er half außerdem Familien bei der Mitgift, um diese so vor einen möglichen Kindsmord ihrer Tochter/Töchter zu bewahren. Und er sagte auch klar, daß die Tötung von Mädchen eine schlimme Sünde sei.

Die männlichen Anhänger von Swaminarayan gaben auch Spenden, um die Ausbildung von Frauen zu ermöglichen und zu verbessern. Damit wurde die Alphabetisierung der Frauen deutlich gesteigert. Zudem bekamen sie Unterweisungen in spirituellen Themen. Und die Anhänger von Swaminarayan betrachten ihn als einen der Pioniere der Ausbildung von Frauen.

Tieropfer und Yajnas

Swaminarayan war ein entschiedener Gegner von Tieropfer, wie diese von den Brahmanen-Priestern durchgeführt wurden in vedischen Ritualen, wie den Yajnas. Um auf diese Problematik hinzuweisen, führte Swaminarayan viele großangelegte Yajnas aus und lud dazu die Priester aus Varanasi ein. Die Yajnas wurden bewusst und konsequent ohne Tieropfer ausgeführt und in völligem Einklang mit den vedischen Schriften. Und damit gelang es Swaminarayan, in diesen großen Yajnas das Ahimsa-Prinzip wieder zu verankern.

Die Anhänger von Swaminarayan verfassten viele hingebungsvolle Verse, die sehr oft und sehr viel auf diesen Festivitäten gesungen wurden.

Kasten-System und Moksha

Es wird berichtet, daß Swaminarayan daran gearbeitet hat, das Kastensystem zu beenden durch das Einbringen aller in den Swaminarayan Sampraday. Er erzog seine Anhänger darin, Almosen von allen Schichten der Gesellschaft zu erbitten. Er dinierte auch mit den Mitgliedern der niedrigsten Kasten. Und die Mitglieder der niederen Kasten wurden von einer Bewegung sehr angezogen, denn durch diese wurde ihr sozialen Status stark verbessert. Und er verbat die Einschätzung, dass Moksha (die Befreiung) an sich unerreichbar sei.

Nach dem Tod von Swaminarayan im Jahre 1830 teilte sich die Bewegung in drei neue Gruppierungen auf. Eine Gruppe folgte dem Acharya-System, wie es von Swaminarayan selbst ausgedacht worden war. Er hatte auch angeregt, dass seine engen Anhänger als Acharyas wirken sollen. Diese Gruppierung wurde in Ahmadabad begründet und auch in Vadtal. Diese Gruppe nahm den Namen Swaminarayan Sampraday an. Die zweite Gruppe glaubt, dass Swaminarayan selbst seinen Nachfolger – einen engen Schüler von ihm – noch zu seinen Lebzeiten als seinen spirituellen Nachfolger benannt hat. Sie betrachten deshalb Swami Gunatitananda als dessen wahren Nachfolger. Die dritte Gruppierung nennt sich selbst Swaminarayan Gadi und sie erklärte Gopalananda Swami als den direkten spirituellen Nachfolger von Swaminarayan.

Siehe auch

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