Svara

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Klangschale und Glocke zur Erezugung von Svara - einem Ton

1. Svara (Sanskrit: स्वर svara m.) Schall, Ton (auch der Tonleiter), Geräusch, Stimme; Betonung, der Akzent bei der Rezitation vedischer Texte; musikalischer Ton, Note; (Phonetik:) Vokal, Selbstlaut. Svara bezeichet auch die 7 Töne der Tonleiter.

2. Svara (Sanskrit: स्वार svāra adj. u. m.) mit dem Svarita versehen; Laut, Schall; Betonung, Akzent.


Svara wird manchmal geschrieben Swara. Es gibt z.B. das indische Musikinstrument Swarmandala, bei dem man ein großes Spektrum (Mandala: Kreis) von Svaras, von Noten, spielen kann. Die Swarmandala erzeugt viele Obertöne.

Sukadev über Svara

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Svara

Svara ist ein Sanskrit-Wort und heißt Ton, Geräusch und Stimme. Svara heißt auch Klang, Musik und Note. Also, Svara ist Ton, Klang, Geräusch, Stimme, Musik, Note. In verschiedenen Kontexten kann also Svara etwas anderes bedeuten, Sanskrit ist eine sehr komplexe Sprache.

Also, manchmal, wenn du irgendetwas sprichst, ist es Svara. Wenn du ein Geräusch hörst, ist es Svara. Oder ein Raga, eine indische Melodie, besteht aus verschiedenen Svaras, also verschiedenen Noten. Wenn du mehr wissen willst über die indische Musik und über Nada Yoga, den Yoga des Klanges, dann gehe auf unsere Internetseite, Yoga Vidya. Dort findest du ein Suchfeld, dort kannst du eingeben, "Svara“ oder auch "Nada Yoga“ und du findest eine Menge von weiteren Informationen. Bei Yoga Vidya gibt es auch Seminare und Ausbildungen in Harmoniumspielen, in Mantrasingen, wie auch in Nada Yoga, den Yoga der Musik.

Svarayoga

Von Svara stammt auch der Ausdruck Svarayoga. Svarayoga kann heißen Kombination (Yoga = Kombination, Verbindung) von Tönen, Klängen (Svaras). So ist Svarayoga eine Tonkombination. Svarayoga wird auch geschrieben Swara Yoga. Als Swara Yoga bzw. Svara Yoga wird der Yoga des Atems bezeichnet. Im Svara Yoga gibt es folgende Techniken:

  • Das Beobachten des Atems, wie eine Art Achtsamkeitsmeditation. Der Atem macht ein sanftes Geräusch, Svara. Daher ist die Beobachtung des Atems Svara Yoga.
  • Das Beobachten, welches Nasenloch offener ist und daraus abgeleitete Empfehlungen, welche Handlungen man ausführen kann, wenn ein bestimmtes Nasenloch offen ist. Dabei gibt es die Beobachtung, dass bei Dominanz des rechten Nasenlochs die Sonnennergie (Surya) stärker ist, und dass bei Dominanz des linken Nasenlochs die Mondenergie (Chandra) stärker ist.
  • Techniken, um die Nasenlochdominanz zu ändern.

Svara Yoga ist Teil von Hatha Yoga und Kundalini Yoga. Svara Yoga ist Teil von Hatha Yoga, weil es viele Körperübungen enthält. Swara Yoga ist Teil von Kundalini Yoga, weil hier viel von Energien, Prana, Nadis und Chakras die Rede ist.

Im weiteren Sinn wird die ganze Wissenschaft von Prana, Nadis und Chakras und wie man diese aktiviert und harmonisiert als Svara Yoga bezeichnet. Sehr viel über Svara Yoga findest du unter dem Hauptbegriff Swara Yoga.


Der vedische Sonnengott Surya mit Savitri

Die Vokale des Sanskrit Alphabets

Bei den Vokalen (Selbstlauten) wird zwischen Kurz- und Langvokal unterschieden (kurz a vs. lang ā usw.) Die sogenannten (historischen) Diphthonge e, ai, o und au werden stets lang gesprochen. Besonders zu beachten sind auch die beiden silbischen Vokale und , die ebenfalls eine kurze (Hrasva) und eine lange (Dirgha) Variante haben. Die Vokale des Sanskrit erscheinen im Folgenden in der Devanagari-Schrift, zusammen mit der wissenschaftlichen Transliteration (IAST) und ihrer Aussprache sowie einem Wortbeispiel aus dem Sanskrit nebst deutscher Bedeutung:

a (kurz) wie in engl. sober*, z. B.: manas "Geist, Denken"

ā (lang) wie in Saal, z. B.: rājan "König"

i (kurz) wie in Sinn, z. B.: bhikṣu "Bettelmönch"

ī (lang) wie in Liebe, z. B. bīja "Keim"

u (kurz) wie in Ruck, z. B. buddha "erwacht, der Erwachte"

ū (lang) wie in Blume, z. B. rūpa "Form"

(kurz) wie in Rikscha (aber gerolltes r), z. B. ṣi "Seher"

(lang) wie in Riese, z. B. nṇām "der Männer" (Genitiv Plural von nṛ "Mann")

(kurz) wie in Blick, z. B. kpta "vorbereitet"

(lang) wie in Fliege (dieses lange silbische l existiert nur der Vollständigkeit halber, es gibt kein Sanskritwort mit diesem Laut)

e (lang) wie in See, z. B. kṣetra "Feld"

ai (länger als) in Hai, z. B. maitrī "Freundschaft"

o (lang) wie in Rose, z. B. lobha "Gier"

au (länger als) in Haus, z. B. bauddha "buddhistisch"


*Anmerkung: Das kurze a des Sanskrit (IPA [ə]), unterscheidet sich in seiner Lautqualität vom langen, offenen ā (IPA [a:]) auch dadurch, dass es geschlossener ist und somit dunkler klingt. Dieser Laut ist eine Mischung aus kurzem a und kurzem ö und wird als Schwa bezeichnet.

Die sieben Töne der Tonleiter

Die sieben Töne (Svara) der Tonleiter der klassischen indischen Musik werden Shadja, Rishabha, Gandhara, Madhyama, Panchama, Dhaivata und Nishada genannt und mit den Silben Sa, Re (Ri), Ga, Ma, Pa, Dha und Ni abgekürzt. Sie werden erstmals im Natya Shastra (28.21) definiert:


षड्‍जश्‍च ऋषभश्‍चैव गान्धारो मध्यमस्तथा ।
पञ्‍चमो धैवतश्‍चैव सप्तमोऽथ निषादवान् ॥ २१ ॥
ṣaḍ‍jaś‍ ca ṛṣabhaś‍ caiva gāndhāro madhyamas tathā |
pañ‍camo dhaivataś‍ caiva saptamo'tha niṣādavān || 21 ||


Die Tonhöhe des Grundtones Sa (Shadja) ist je nach Instrument frei wählbar, er liegt häufig im Bereich von C bis D. Die einzelnen Svaras geben somit keine absolute, sondern eine relative Tonhöhe in Bezug aufeinander an.

Verschiedene Schreibweisen für Svara

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Svara auf Devanagari wird geschrieben "स्वार", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen "svāra", in der Harvard-Kyoto Umschrift "svAra", in der Velthuis Transkription "svaara", in der modernen Internet Itrans Transkription "svAra".

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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