Selbstzweifel

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Selbstzweifel - Überlegungen und Anregungen zu einer schwierigen Persönlichkeitseigenschaft. Selbstzweifel sind Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und Handlungen. Selbstzweifel sind auch Zweifel an den eigenen Entscheidungen. Manchmal wird behauptet, dass Selbstzweifel der Schlüssel für Misserfolg und Unglück seien. Manchmal wird gesagt, dass Selbstzweifel zu lähmender Unsicherheit führen, die überwunden werden müssen.

Selbstzweifel sind wie ein inneres nagen

Ist dem aber wirklich so? Natürlich ist richtig: Wenn man die ganze Zeit mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat, dann wird man nie aktiv, beginnt nichts oder gibt das Begonnene vorschnell auf. Aber wer gar keine Selbstzweifel zulässt, der wird überheblich, ignoriert Entwicklungen und Warnsignale, wird vielleicht sogar zum Fanatiker - und landet dann erst recht irgendwann auf der Nase.

Ein gewisses Maß an Selbstzweifeln ist also gut. Trotzdem sollte man sich irgendwann entscheiden, loslegen und darauf vertrauen, dass man die Fähigkeiten hat, die es braucht, um die Aufgaben zu erledigen, die das Schicksal einem gibt. Gerade die Beschäftigung mit dem Gesetz des Karma hilft einem, trotz Selbstzweifel und Demut Verantwortung zu übernehmen und viel Gutes zu bewirken.

Selbstzweifel und Angst

Sukadev Bretz - Gründer und Leiter von Yoga Vidya - in einem Kurzvortrag

Manchmal sind Selbstzweifel einfach gut zur Selbstreflexion: Ist mein Weg noch der Richtige?

Das Positive an Selbstzweifel

Selbstzweifel haben gute Aspekte und weniger gute Aspekte. Selbstzweifel sind natürlich Zweifel, die einen in Unsicherheit bringen, und Unsicherheit führt dann natürlich auch zur Gefahr von Angst, von Ängstlichkeit.

Selbstzweifel sind aber zunächst einmal gut. Es ist gut, sich öfter mal infrage zu stellen. Denn angenommen du hast nie Selbstzweifel, dann bist du vielleicht fanatisch, vielleicht hast du dich damit abgefunden, mit halber Kraft irgendetwas zu machen – du bist festgefahren. Selbstzweifel helfen dir, dich wieder neu zu orientieren, zwischendurch zu überlegen: „Mach ich das Richtige?“, zwischendurch zu überlegen: „Mach ich die Aufgabe, die ich zu erledigen habe, richtig und gut? Ist das, wie ich mit anderen Menschen umgehe gut? Tue ich das Richtige in meinem Leben? Habe ich meine Bestimmung erkannt, die jetzt in diesem Moment oder in dieser Phase des Lebens richtig ist?“

Das Negative an Selbstzweifel

Solche Art von Selbstzweifel ab und zu mal zu haben, ist gut. Wenn aber die Selbstzweifel so sind, dass du dich ständig anzweifelst, insbesondere deine Fähigkeiten anzweifelst, dann ist das weniger gut. Dann hast du auch ständig Angst. „Bin ich gut genug? Mach ich das gut genug? Mögen Menschen mich? Tauge ich überhaupt? Bin ich überhaupt richtig auf dieser Welt?“

Das sind grundlegendere Selbstzweifel und diese Art von Selbstzweifel kann natürlich in große Angst führen. Hier hilft zum einen Meditation. Wenn du regelmäßig meditierst, wirst du tief in dir etwas finden, was jenseits aller Zweifel ist. Wenn du den Zugang findest zu den Tiefen deines Wesens; Zugang findest zu deiner wahren Natur, dort sind keine Selbstzweifel, dort bist du über allen Selbstzweifeln. Zum zweiten auch regelmäßiges Üben von Asanas und Pranayama, also Yogaübungen. Auch die helfen zu viele Selbstzweifel zu überwinden.

Wenn du spürst, in dir sind wunderbare Energien; wenn du spürst, in dir ist Liebe, in dir ist Freude, in dir ist Kraft; dann verschwinden die zu grundsätzlichen Selbstzweifel. So können Asanas und Pranayama dir helfen die nagenden Selbstzweifel, die in Angst und Ängstlichkeit münden, zu überwinden.

Insbesondere kannst du auch die Asanas verbinden mit Affirmationen. Wenn du zum Beispiel in der Kobra, in der Rückbeuge bist, kannst du dir sagen: „Ich habe ein offenes Herz verbunden mit allen Wesen.“ Wenn du in die Vorwärtsbeuge gehst, kannst du sagen: „Ich bin geduldig, ich lasse ganz los.“

Selbstzweifel überwinden

Die Energie von Ganesha hilft Hindernisse zu überwinden

So können Asanas und Pranayama dir helfen, bestimmte Selbstzweifel zu überwinden. Natürlich, im Yoga gibt es noch weitere. Zum Beispiel gibt es Bhakti Yoga, Yoga der Hingabe. Und dort kannst du sagen: „Ja, Gott hat mich so geschaffen, wie ich richtig bin. Und Gott hat mich in die Situation gebracht, wo meine Fähigkeiten die Richtigen sind. Wenn Gott gewollt hätte, dass jemand da wäre, der besser ist als ich, dann hätte er jemand anders dahin geschickt. Und wenn Gott mich besser hätte haben wollen, hätte er mich ja besser schaffen können.“

Selbstzweifel können also überwunden werden durch Gottesliebe. Gott nimmt uns so an, wie wir sind. Und so können wir uns auch annehmen, wie wir sind. Selbstzweifel können auch überwunden werden mit Raja Yoga, mit positiven Affirmationen. Wenn du irgendwo denkst: „Ich kann nicht und es ist alles zu viel und es geht nicht“, kannst du sagen: „Ich bin der Richtige an dieser Stelle. In mir ist alle Energie, in mir ist alle Freude, in mir ist alle Kraft.“

Auch kannst du sagen, wann immer du dich entschieden hast, dann bleib dabei. Ich meine, es ist gut wie ich am Anfang gesagt habe, Selbstzweifel eine Weile zu haben und sich den Selbstzweifeln zu stellen, um danach mit neuem Enthusiasmus und Kraft und vielleicht einer neuen Entscheidung oder einer bestätigten Entscheidung voranzugehen. Aber wenn du dich entschieden hast, dann bleibe dabei.

Wenn du wieder die Selbstzweifel hast: „Kann ich das überhaupt? Bin ich richtig?“ Dann kannst du auch eine vorübergehende Entscheidung treffen und kannst sagen: „Die nächsten drei Monate bis zum 18. August werde ich das tun.“ Wenn ein Selbstzweifel kommt: „Ja, ist das überhaupt drin? – Bis zum 18. August mach ich das.“

Also eine vorübergehende Entscheidung kann helfen, oder eben zu sagen: „Danke liebes Unterbewusstsein oder danke liebes innere Teammitglied, dass du mir diese und die Überlegungen noch anbietest und ich habe mich entschieden. Ich habe mich entschieden, ich bleibe dabei.“ Du musst deinen Selbstzweifeln nicht folgen und musst auch nicht ständig gegen-argumentieren. Hast du dich einmal entschieden, dann bleibe bei der Entscheidung, es sei denn es gibt wesentliche neue Entscheidungskriterien.

Zusammenfassung

Das waren also einige Gedanken zum Thema Selbstzweifel. Nochmal zusammengefasst:

  • erster Aspekt ist: Selbstzweifel haben gute Aspekte und es ist wichtig und hilfreich ab und zu mal Phasen des Selbstzweifels zu haben. So entwickelst du dich.
  • zweitens: zu viel Selbstzweifel kann zu Angst und Ängstlichkeit führen. Und so können Hingabe zu Gott, Yogapraxis, wie auch feste Entscheidung helfen, Selbstzweifel zu überwinden und damit auch Angst.

Selbstzweifel in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Auf dem Weg zur Erleuchtung gehören Selbstzweifel als Prüfsteine mit dazu

Selbstzweifel gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Selbstzweifel - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Selbstzweifel sind zum Beispiel Minderwertigkeitskomplex, Gehemmtheit, Verkrampftheit, Unsicherheit .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Selbstzweifel - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Selbstzweifel sind zum Beispiel Selbstliebe, Eigenliebe, Eigensucht, Egozentrik, Selbstbesessenheit, Selbstverliebtheit, Selbstsucht . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Selbstzweifel, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Selbstzweifel, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Selbstzweifel stehen:

Eigenschaftsgruppe

Selbstzweifel kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

  • Schattenseiten-Kategorie Leiden

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Selbstzweifel sind zum Beispiel das Adjektiv selbstzweifelnd, das Verb zweifeln, sowie das Substantiv Selbstzweifler.

Wer Selbstzweifel hat, der ist selbstzweifelnd beziehungsweise ein Selbstzweifler.

Siehe auch

Weblinks

Gottvertrauen entwickeln Yoga Vidya Seminare

Seminare zum Thema Gottvertrauen entwickeln:

09. Jul 2017 - 14. Jul 2017 - Mantra Sommer Camp
In dieser Woche wollen wir mal ganz loslassen und in Achtsamkeit Stille und Klang erfahren. Wir möchten in der wunderbaren Atmosphäre des Westerwald Ashrams zusammenkommen, um das Leben zu feiern…
Sundaram,Swami Divyananda,Kai Treude,Swami Gurusharanananda,Devadas Mark Janku,Marco Büscher,Gaiatrees,Duo en camino,Tobias Weber,
09. Jul 2017 - 14. Jul 2017 - Themenwoche: Bhakti-Yoga - das Herz berührende und öffnende Rituale und Mantras
Original indisches Bhakti mitten in Deutschland. In dieser Woche haben wir Govinda zu Gast. Die tiefe Hingabe, mit der er Mantras singt und Rituale ausführt, wird dich tief berühren, dein Herz zu…
Govinda,

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Zusammenfassung

Selbstzweifel können positive und/ oder negative Wirkungen haben.Trotzdem allem man sich irgendwann entscheiden, loslegen und darauf vertrauen können, dass man die Fähigkeiten hat, die es braucht, um die eigenen Aufgaben zu bewältigen, die das Schicksal oder die jetzige Situation einem aufgibt. Gerade die Beschäftigung mit dem Gesetz des Karma kann einem helfen, trotz Selbstzweifel und Verantwortung zu übernehmen und Gutes zu bewirken.