Planking

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Planking bedeutet soviel wie "Beplankung", "Planken" und "to plank" heißt "beplanken". Als Hauptwort "plank" heißt es "Planke" oder "Brett". Planking beschreibt ein Internetphänomen, das zunächst als "The Lying Down Game" (Das Spiel des Sich-Hinlegens) bekannt wurde. Hierbei legen sich meist junge Menschen flach und steif wie ein Brett mit dem Kopf nach unten an öffentliche Orte und stellen davon ein Foto ins Netz.

Planking auf Rollband, Copyright

Yoga und Planking haben sehr viel gemeinsam. Die Postion Brett, öfters auch Stütz genannt, ist im Sonnengruß enthalten. Auch als eigenständige Asana ist sie für jeden Yoga-Praktizierenden nicht unerheblich. Planking ist also eine tolle Übung zur Kräftigung und Stabilisierung der Körpermitte.

Planking als Massenphänomen

In Australien und Neuseeland wurde Planking zu einem echten Massenphänomen, dass etwas später im Vergleich dazu in abgeschwächter Form Deutschland erreichte. Planking ist ein Zwischending aus Sport, Jugendmode und Dadaismus. Was oberflächlich betrachtet wie Blödelei aussieht, hat den großen Vorteil einer Stärkung der Körpermitte. Wenn ein Grundniveau an Kraft erreicht ist, kommt beim Planking der eigentliche Spaß und Reiz: Der Reiz DAS einzigartige Foto zu schießen. Hierin zeigt sich ein kreativer Prozess in Fotografie und Auswahl interessanter Objekte. Der Spaß liegt vor allem in der neuen Kraft im Körper, welche unglaublich viele postive Effekte mit sich bringt.

Planking hat seinen Höhepunkt als Massenphänomen durch die virale Kraft des Mediums Internet zum heutigen Zeitpunkt (2015) überschritten und ist daher mit ähnlichen Erscheinungen wie Flashmobs und der inzwischen zehn Jahre alten Sportart Parkour zu vergleichen. Beim Parkour werden Hindernisse wie Mauern, Poller oder Treppen durch akrobatische Kletter- und Sprungmanöver überwunden. [1] Hier wurden anstatt Fotos natürlich Videos gedreht und verbreiteten sich viral. Auf diese Art und Weise geschah das mit Planking, das innerhalb kurzer Zeit viele Nachahmer fand und viele lustige, skurrile und teils politische Bilder hervorbrachte.

Anfänge von Planking

Wanderer im Planking auf Felsen, Copyright

Seinen Ursprung nahm Planking um 1997 in England, als die Jugendlichen Gary Clarkson (*1982) und Christian Langdon (*1985)daheim an allen möglichen Orten begannen, sich flach wie ein Brett hinzulegen. Sie nannten ihr Spiel "The Lying Down Game". Was so harmlos anfing, mündete in einer immer gewagteren Auswahl an Plätzen und Möglichkeiten von Planking. Den beiden schlossen sich immer mehr Freunde und Bekannte an. Planking als Gruppenereignis.

Aber erst zehn Jahre später starteten sie eine Facebook Gruppe. Innerhalb von zwei Wochen gab es schon 1.500 Follower, knapp zwei Jahre später 64.000 und im Mai 2011 über 107.500 Mitglieder. Mittlerweile ist die Zahl der Mitglieder wieder gesunken.

Planking breitete sich weltweit aus. Als Massenphänomen trat es in Australien und Neuseeland auf. Im März 2009 wurden die Medien darauf aufmerksam. Ein Auslöser dafür war das Planking des bekannten NRL Rugby Spielers David Williams nach einem erfolgreichen Spielzug. Durch seine Erklärung in einem populären Radiosender nahm Planking seinen Lauf. Moderatoren von Sportsendungen und Nachrichtensprecher im Planking vor der Kamera oder im Planking auf Fotos im Netz.

Planking und weltweites Medieninteresse stiegen aber durch eine traurige Nachricht. Ein betrunkener zwanzigjähriger fiel beim Versuch eines riskanten Planking vom Balkon sieben Stockwerke tief und starb. [2] Jetzt sah man das Phänomen Planking auf fast allen Moderatorentischen weltweit. Knapp eine Woche später die nächste schlimme Nachricht. Im Mai 2011 stürzte ein Jugendlicher von einem fahrenden Auto und starb.

Regeln beim Planking

In der Szene haben sich ungeschriebene Regeln im Planking etabliert: So gilt nur dann als "richtig geplankt", wenn das Gesicht eine ausdruckslose Mimik aufweist, die Beine eine korrekte Stellung einnehmen und volldurchgestreckt sind. Auf Facebook gibt es viele Planking Gruppen, unter anderem die Planking Gruppe Germany. Bei der Teilnahme gelten sechs Regeln, die auch Rücksicht auf die beschriebenen tragischen Todesfälle nehmen.

  • Du musst dich mit dem Gesicht nach unten hinlegen. Das Gesicht muss während Planking ausdruckslos bleiben.
  • Die Beine müssen bis zu den Zehen gerade gestreckt sein.
  • Die Arme, Hände und Finger werden an die Seite des Körpers angelegt.
  • Du musst bekannt machen, dass du plankst. Am besten sagst du "I’m planking".
  • Du musst immer auf deine Sicherheit achten! Gehe immer nach einem Plan vor und bringe dich niemals in Gefahr!
  • Jeder Plank, der aufgenommen wird, muss mit einem Namen benannt werden.

Seit 1. Februar 2015 gibt es dort auch eine Planking Challenge: Beginnend mit 20 Sekunden am 1. Tag ist das Ziel am 30. Tag mindestens 270 Sekunden anstrengungslos zu halten. Nur am Rande: Laut Guinness-Buch liegt der Rekord in der Plankstellung bei 4 Stunden 26 Minuten durch den Chinesen Mao Weidong. [3] Fairerweise sollte erwähnt werden, dass Weidong ein Mitglied des Pekinger SWAT Teams ist.

Perfektes Training für die Körpermitte

Mit dem Medienhype und dem Spaß am Planking in sozialen Medien, gilt Planking manchem als reine visuelle Absurdität. Doch ist Planking tatsächlich eine sportliche Leistung und kann zur Höchstleistung wie bei dem Chinesen Weidong werden. Aber nicht nur das. Im Yoga ist Planking schon immer ein wichtiger Teil der jeweiligen Übungsreihen und kommt in verschiedenen Variationen vor. Plank (Schiefe Ebene/Brett), Chatturanga Dandasana (Liegestütz) und Purvottanasana (Umgedrehtes Brett/Tisch) seien nur als Beispiele genannt. Weitere Variationsmöglichkeiten hier nicht ausgeschlossen:

  • "Auf einem Fuß: Bei den horizontalen Planking auf dem Boden wird abwechselnd ein Fuß angehoben, so dass man nur auf einem Fuß steht.
  • Seitliches Planking: Seitlich hinlegen, einen Ellenbogen aufstützen und das Becken anheben, bis der Rumpf eine gerade Linie bildet.
  • Beine hoch: Füße anheben und höher stellen als den Rest des Körpers, zum Beispiel Füße auf einen Stuhl stellen, Arme auf den Boden. Ist noch anstrengender.
  • Für Profis: Eine Möglichkeit sind elastische TRX-Bänder: Die Füße hängen in Seilschlaufen in der Luft. Erhöhter Schwierigkeitsgrad, da im dynamischen Planking das Gleichgewicht halten muss". [4]

Planking oder die Planke als Begriff ist deshalb gut gewählt, da die Vorstellungskraft, den Körper im Idealfall exakt gerade hält und durch die Anstrengung die entsprechenden Muskeln der Körpermitte gestärkt werden. Durch einseitige Tätigkeiten und das viele Sitzen am Bürotisch oder im Auto, LKW oder Bus verkümmert die Rumpfmuskulatur. Das bewirkt nach gewisser Zeit oft Rückenschmerzen und zieht sich dann individuell ganz unterschiedlich durch den ganzen Körper und äußert sich als ein anderes Symptom. Nur eine gestärkte Muskulatur hilft Stöße aufzufangen, dass wiederum die Gelenkbelastung um bis zu 50 % reduzieren kann. Deshalb ist Planking gut für diesen Bereich und wird im Pilates zutreffend als "Powerhouse" bezeichnet.

Zudem stellen der Beckenboden und die untere Rumpfmuskulatur die Basis für die Aufrichtung der Wirbelsäule. Unter den Gesichtspunkten Energiefluss, Kundalini, gute Atmung und Schmerzfreiheit, kann man sich ganz leicht vorstellen, wie wichtig solche Übungen sind. Besonders für Läufer gibt es einen weiteren Aspekt. "Ohne ein kräftiges Muskelkorsett kann der Rumpf nicht aufgerichtet werden. Die Arm- und Beinarbeit wird durch die Vorneigung blockiert. Weitere positive Effekte von Planking sind eine gestärkte Rücken- und Schultermuskulatur.

Letztendlich muss man dem Massenphänomen Planking dankbar sein, wenn es das Bewusstsein vieler Menschen zum positiveren verändert hat und sie die wundervollen Wirkungen dieser Übung erfahren haben. Künstlerisch betrachtet entstanden schöne Fotos und eine neue Gemeinschaft im Netz. Fitnessstudios profitierten davon, Läufer und andere Sportler erweiterten ihr Programm. Und so werden virale Phänomene weiter für Gesprächsstoff sorgen. Was früher Batmaning war, dann Planking, soll aktuell Owling sein. Happy Planking!

Planking und Yoga

Junge liegt im Gras und übt sich im Planking Copyright

Wie schon am Anfang erwähnt ist Planking im Yoga keine Neuheit, daher auch keine Sensation. Eine Andere Sensation liegt für den Yogapraktizierenden auch in den nützlichen und positiven Begleiterscheinungen: Bessere Konzentration, höhere Flexibilität, mehr Freude durch Stressreduktion, emotionales Gleichgewicht und vieles Mehr. Eine Erscheinung ist auch die Stärkung der Muskulatur, vor allem auch die der Körpermitte. In der klassischen Yoga Vidya Grundreihe, bestehend aus Anfangsentspannung, Atemtechniken, Sonnengruß, Bauchübungen, 12 bestimmten Asanas, Tiefenentspannung und kleiner Meditation, wird im Grunde alles in unseren Körpersystemen angesprochen und harmonisch reguliert. Besonders durch diverse Bauchübungen erhält der Schüler eine Kräftigung der geraden und der seitlichen Bauchmuskeln.

Dies erleichtert später die Atmung, reduziert Wohlstandsbäuchlein, erhöht die dortige Sensibilität, fördert Durchblutung der Bauchorgane und massiert diese. Und es erhöht die Stabilität des Rumpfes. In der Stellung Kobra, Heuschrecke und Bogen werden die rückseitigen Muskeln der Körpermitte bewusst systematisch gestärkt aber auch flexibel gehalten. Im Sonnengruß zu Beginn einer Hatha Yogastunde, wird bewusst Energie in dieser Region des Körpers aktiviert und durch Atemtechniken erhöht und harmonisiert. Der Sonnengruß selber besteht letztendlich aus einer Abfolge von 12 Bewegungseinheiten, wobei der Stütz oder die Planke, wiederum die Körpermitte stärkt. Gerne wird diese Position auch länger gehalten.

Desweiteren ist die dynamische Stellung des Delphins auch gut für eine stabile Mitte, obwohl hier der Fokus auf eine Stärkung der Arme und besonders der Schultern liegt. Eine andere Form der Planke ist die schiefe Ebene und auch der umgekehrte Tisch. In der Yoga Vidya Grundreihe besonders beliebt aufgrund der Gegenbewegung zur jeweils vorherigen Stellung aber einzeln betracht wunderbar in ihren Wirkungen. Nicht nur der Stärkung der Körpermitte, aber auch.

Als besondere Variante von Planking ließe sich der Pfau deuten: Hierbei bedarf es eines guten Gleichgewichtvermögens durch Kraft aus der Mitte des Körpers. Diese Asana ist von besonderer Wichtigkeit und gut für die Durchblutung der Bauchorgane. Viel Freude beim zuschauen und nachmachen.

Fußnoten

  1. Marc Felix Serrao: "Steife Gesellschaft. Jugendmode Planking." In:"Süddeutsche Zeitung" 09.06.2011
  2. Frank Patalong: Tod beim Planking: Er starb für ein doofes Foto" In: "Spiegel Online" 15.05.2011
  3. Jonny Cooper: "Chinese police officer Mao Weidong sets plank world record" In: "Telegraph UK" 29.09.2014
  4. Frank Joung und Julia Schweinberger: "Planking: Perfektes Training für die Körpermitte" In: "Spiegel Online." 21.02.2015

Siehe auch

Balkenwaage

Literatur

Weblinks

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