Brahmakara Vritti

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Brahmakara Vritti (Sanskrit: ब्रह्मकर व्रित्ति brahmakāra Adj. "andächtig, betend"; vṛtti f. "Gedankenregung") Der ständige Gedanke an Brahman. Vritti heißt Gedanke. Kara heißt "Ursache von". Brahma (mit langem a) steht für Brahman, das Absolute. Brahmakara Vritti ist der Gedanke, der die Ursache für die Erfahrung von Brahman ist. Oder in einer anderen Übersetzung, Brahmakara Vritti heißt ständiges Denken an Brahman.

Der Gedanke an das Göttliche.

Sukadev über Brahmakara Vritti

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Brahmakara Vritti

Brahmakara Vritti drückt sich auf verschiedene Weisen aus. Brahmakara Vritti ist zum einen Praxis, zum zweiten ist es etwas, was du erreicht hast. Als Praxis heißt Brahmakara Vritti, Nachdenken über Brahman. Es heißt, zu überlegen: "Was ist Brahman? Wer bin ich? Was ist dieses Universum? Was ist hinter dem Universum?" Brahmakara Vritti in diesem Sinne heißt, zu überlegen und über Brahman nachdenken. Der Geist denkt ja ständig, man denkt darüber nach, was man heute noch braucht, was man heute essen möchte, was man heute Nachmittag tun möchte, wie man einschläfen wird, was einen morgen erwartet, was man alles braucht. Du denkt darüber nach, wie man sein wird, was andere über einen denken. Man denkt darüber nach, was man will, was andere über einen denken usw. Also all das. Und das sind andere Vrittis.

Stattdessen kann man aber auch über Brahman nachdenken, Brahma Vritti, Brahmakara Vritti erzeugen. Man kann sagen: "Das, was ich sehe, ist Brahman. Das, was ich höre, ist Brahman. Sarvam Kalvidam Brahman. Hinter allem ist Brahman." Man kann alles als Manifestation des Göttlichen sehen. Und man kann darüber nachdenken. Es gilt, das sich bewusst zu machen. Man kann sich immer wieder sagen: "Es gibt nur Brahman. Sarvam Kalvidam Brahman. Alles ist wahrhaftig Brahman. Brahman Satyam. Brahman allein ist wirklich." Es gibt nur Brahman als Wirklichkeit, daher ist alles Brahman. Brahmakara Vritti kann auf diese Weise eine Entwicklung der Überzeugung sein, dass hinter allem Brahman ist. Eine Hilfe kann dafür sein, das Nachdenken, Vichara, eine Hilfe kann auch sein, Abheda Bodha Vakya, das Auflösen von Worten und Bildern und nur das Spüren von Brahman.

Durch darüber Nachdenken kann man Brahmakara Vritti erzeugen, durch Wortgedanken, durch die Buddhi, durch Erfahrung, durch eliminieren von Worten und Bildern. Man kann es durch ein Mantra erreichen, z.B. "Soham" oder "Om" sind Mantras, die die Brahmakara Vritti erzeugen. Brahmakara Vritti erzeugen ist als solches Sadhana, spirituelle Praxis, besonders eine spirituelle Praxis, die wichtig ist im Jnana Yoga, im Vedanta. Brahmakara Vritti ist aber auch ein Charakteristikum eines Jnana Yoga Meisters, eines Jnanis, eines Vedanta Gurus. Brahmakara Vritti heißt also hier, ein Vedanta Guru sieht hinter allem nur Brahman, er denkt nur nach über Brahman. Egal, was er sieht, er weiß, es ist Brahman. Sogar wenn er über etwas nachdenkt, für ihn ist alles Brahman. Jeder Mensch, eine Manifestation Gottes. Jedes Ding, eine Manifestation Gottes. Jede Tat, eine Tat Gottes. Jede Erfahrung, eine Erfahrung Gottes.

Gott manifestiert sich als die Welt. Gott manifestiert sich als der, der die Welt wahrnimmt. Gott ist im Prozess des Wahrnehmens. Brahmakara Vritti, die Verwirklichung, hinter allem ist Brahman, selbst im Alltag, überall Brahmakara Vritti. Auch wenn ein Meister aktiv ist, auch wenn er seine Pflichten erfüllt, egal, ob als Finanzbeamter, als Handwerker, als Yogalehrer oder als Hauswirtschafterin, überall kann Brahmakara Vritti sein, überall die Gedanken an Brahman. Jenseits von Brahmakara Vritti ist natürlich Atma Sakshatkara oder Anubuddhi oder Anubhava. Das heißt, irgendwann hört es auf mit den Vrittis. "Yogash Chitta Vritti Nirodhah", sagt Patanjali: "Yoga ist das Aufhören der Gedanken im Geist. Tada drashtuh svarupe avasthanam. Dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesen." In der tiefsten Meditation, in Samadhi, in Anubhava, in Atma Sakshatkara, dort sind keine Gedanken mehr, dort ist nur Bewusstsein an sich, reines Bewusstsein, nur Brahman, nur Atman, nur Satchidananda. Aber wenn du in die Welt wieder zurückkehrst, dann ist Brahmakara Vritti da. Du weißt, hinter allem ist Brahman. So ist also Brahmakara Vritti zum einen eine Praxis, um hinter allem Brahman zu sehen, zum zweiten ist Brahmakara Vritti das, was ein selbstverwirklichter Meister hat, wenn er aus Samadhi draußen ist und die Welt wahrnimmt und in der Welt handelt. Brahmakara Vritti – das ständige Wahrnehmen von Brahman oder die Vritti, welche die Erfahrung von Brahman ermöglicht.

Brahmakara Vritti ब्रह्माकारवृत्ति brahmākāra-vṛtti Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Brahmakara Vritti, ब्रह्माकारवृत्ति, brahmākāra-vṛtti ausgesprochen wird:

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