Bhasman

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bhasman (Sanskrit: भस्मन् bhasman adj. und n., Nom. Sg. भस्म bhasma) bedeutet kauend, verzehrend bzw. Asche. Bhasman, auch Vibhuti genannt, ist ein ayurvedisches Heilmittel, das speziell zubereitet und gereinigt wird, indem man Asche verbrennt. Bhasman hat eine große Wirkkraft und führt dem Körper Prana zu.

Feuer reinigt und transformiert

Bhasman bezeichnet die heilige Asche, die bei hinduistischen Feuerritualen entsteht. Die Asche wird von Yogis auf Stirn und anderen Körperteilen in Form von drei waagerechten Linien aufgetragen, die symbolisch für die Begrenzungen stehen, die mit Hilfe von Sadhana und der Kraft der göttlichen Gnade verbrannt werden. Bhasman findet vor allem im Shivaismus weite Verbreitung.

Sukadev über Bhasman

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Bhasman

Wenn man Holz oder auch einen menschlichen Körper verbrennt, dann bleibt Asche übrig. Bhasman ist also auch eine Analogie für das Leben. Letztendlich verbrennt unser Körper, schon wenn man lebt, verbrennen die einzelnen Zellen. Die Energien im Körper werden durch Verbrennung erzeugt. Aber Schritt für Schritt verbrennt alles mögliche, alle möglichen Fähigkeiten.

Bhasman, die Asche, ist also auch eine Analogie für die Vergänglichkeit. Bhasman bleibt auch wenn du Räucherstäbchen anzündest, es riecht gut und man kann es genießen, aber man weiß, dass nachher nur Asche übrig bleib. So ähnlich, kann man auch ein großartiges Leben führen, zum Schluss bleibt jedoch Asche übrig. Bhasman ist auch ein Ausdruck für die heilige Asche, im Yoga gibt es verschiedene Pulver, die man auf das Dritte Auge trägt. Es gibt das Tilaka, die Sandelholzpaste. Es gibt Kumkum, das etwas rote, aus Turmerik gewonnene Pulver.

Bhasman wird auch als Vibhuti bezeichnet, also als Herrlichkeit Gottes. Bhasman wird normalerweise bei Homas hergestellt. Bei Yoga Vidya gibt es zum Beispiel jeden Morgen eine Homa. Dort werden Gaben ins Feuer gegeben, Mantras gesungen und es bleibt zum Schluss Asche übrig. Das Ritualteam kann anschließend gefragt, ob die Asche mitgenommen werden kann. Das übriggebliebene Bhasman ist heilig, weil es bei einem heiligen Ritual entstanden ist. Man kann man das Bhasman in Blumentöpfe tun oder auf den Altar geben. In die vier Ecken seines Hauses oder in den Garten tun.

Man kann sich vorstellen, dass dort Schutz und dass die besondere Energie Gottes dort ist. Und man kann Bhasman auch auf die Stirn auftragen. Mit den drei mittleren Fingern nimmt man die Asche und trägt sie von links nach rechts auf, dabei kann das Bhasman entweder trocken oder feucht sein. Es gibt auch intensivere Formen von Bhasman oder Vibhuti, die bei lang andauernden Feuerzeremonien gewonnen werden. Die Shiva Purana beschreibt, wie die machtvolle, heilige Asche hergestellt und verwendet wird. Bhasman ist somit ein Symbol der Vergänglichkeit. Es ist eine Erinnerung daran, dass alles Äußere irgendwann einmal endet. Bhasman ist aber auch ein Symbol für Shiva, heilige Asche. Bhasma, auch als etwas, was du aus heiligen Ritualen nehmen kannst, um so göttlichen Segen in deine Wohnung und in deine Umgebung zu bringen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare